Brandblase am finger versorgen

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Behandlung von Verbrennungen

Die Behandlung von Verbrennungen hängt vom Grad der Verletzung ab. Bei geringem Ausmaß reicht oft eine Kühlung oder feuchte Umschläge.

Behandlung bei Verbrennungen I. Grades

Bei Verbrennungen I. Grades ist zunächst eine Kühlung mit Gelen, Lotionen oder auch feuchten Umschlägen ausreichend. Später kann eine Hautpflege mit fetthaltigen Salben, rückfettenden Lotionen oder Cremen durchgeführt werden. Die Kühlung schafft Linderung von Schmerzen und – falls vorhanden – von Juckreiz.

++ Mehr zum Thema: Verbrennungsgrade ++

Behandlung bei Verbrennungen II. Grades

Bei Verbrennungen II. Grades sollten kleine Blasen nach Möglichkeit unberührt bleiben und mit einer Mullkompresse trocken abgedeckt werden. Falls der Verdacht auf eine infizierte Blase besteht sowie bei Gefahr einer ungewollten Schädigung prall gefüllter, störender Blasen, wie sie in der Nähe von Gelenken vorliegen können, kann ein Öffnen der Brandblase sinnvoll sein.

Brandblasen richtig öffnen

Die Eröffnung der Blase sollte in jedem Fall unter sterilen Bedingungen erfolgen. Kleine Verbrennungen können in weiterer Folge mit einem Salbenverband versorgt werden. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Wunde nicht mit der Wundauflage verklebt. Bei offenen Blasen ist die Wunde zunächst mit kühlem Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung gut zu reinigen.

Anschließend wird die Wunde mit einem Wundantiseptikum desinfiziert. Bei größeren Brandwunden kann ein Verband mit antimikrobieller Prophylaxe angelegt werden. Auch steriler Wundhonig ist für die antimikrobielle Wundversorgung geeignet und kann zur Heilungsförderung von Verbrennungen beitragen.

Verband regelmäßig wechseln

Im Normalfall erfolgt der Verbandwechsel zunächst in kürzeren Intervallen von 12–48 Stunden, um die lokale Keimreduktion zu sichern und den Verbrennungsgrad immer wieder erneut zu begutachten. Nach einigen Tagen kann das Kontrollintervall je nach dem klinischen Bild der Wunde verlängert werden.

Durch die Entwicklung neuer synthetischer und halbbiologischer Hautersatzmaterialien wird eine alternative Wundversorgung für Verbrennungen II. Grades erreicht. Die Vorteile liegen in der schnelleren Wundheilung, einer zum Teil niedrigeren Infektionsrate, einem schmerzlindernden Effekt sowie dem Wegfall von häufigem Verbandwechsel.

Heilungsverlauf

Da sie zum Teil bis zur Epithelisierung, also zur vollständigen Wiederherstellung der normalen Haut, auf der Wunde verbleiben (7–14 Tage) bzw. voll resorbiert werden, ist eine frühe ambulante Behandlung möglich. Diese Materialien sind daher auch besonders geeignet für Kinder und Patienten, die aus psychischen oder neurologischen Gründen schlecht geführt werden können.

Innerhalb von zwei Wochen ist mit einem weitgehenden narbenfreien Abheilen von Verbrennungen des Grades IIa zu rechnen. Falls nach diesem Zeitraum keine Heilung eintritt, ist dies ein möglicher Hinweis auf eine tiefer liegende Verbrennung, die operativ versorgt werden muss.

Behandlung von tiefen Verbrennungen

Tiefe Verbrennungen, wie sie beim Grad IIb vorliegen, erfordern meist einen Spitalsaufenthalt. Je nach klinischem Schweregrad werden die Wunden konservativ mit antimikrobiellen (gegen Keime gerichteten) Salben und klassischem Verband oder chirurgisch mit Hautersatz versorgt.

Verbrennungswunden stellen ein extrem hohes Risiko für Wundinfektionen dar. Nach etwa einer Woche ist jede größere offene Brandwunde als infiziert anzusehen. Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa, Proteus, Klebsiella, Candida albicans und Clostridien zählen zu den häufigsten Wundkeimen.

Eine Infektion der Wunde mit diesen Keimen kann selbst durch den vorbeugenden Einsatz von Antibiotika nicht gänzlich verhindert werden. Ziel der Behandlung ist es daher, die Anzahl der Keime in der Wunde möglichst gering zu halten.

Hauttransplantation

Wenn Oberhaut und Lederhaut durch die Verbrennung vollständig zerstört wurden, muss die nekrotische (abgestorbene) Haut zuerst entfernt (Nekrektomie) und der Defekt operativ mit einem Hauttransplantat gedeckt werden. Dabei kommen bevorzugt Eigenhauttransplantate zum Einsatz.

Bei den Eigenhauttransplantaten wird typischerweise Haut von einem gesunden Hautareal am Oberschenkel entnommen und anschließend zur Deckung der Verbrennungswunde verwendet.

Verbrennungen vom Ausmaß Grad III müssen in jedem Fall im Spital behandelt werden, da sie ebenfalls operativ zu versorgen sind.

Verlaufskontrolle und Nachbehandlung

Infektionsanzeichen und eine ausbleibende Heilung erfordern eine kontinuierliche Inspektion der Verbrennungswunde. Je länger der Wiederaufbau der Haut dauert, desto schlechter ist das funktionelle und kosmetische Resultat. Wenn die Heilung länger als drei Wochen dauert, ist mit der Bildung von größeren Narben und Narbenkontrakturen zu rechnen.

Wichtig: Bevor die Narbe nicht voll ausgeheilt ist, sollte man sie vor direktem Sonnenlicht schützen. Tut man dies nicht, besteht die Gefahr der Hyperpigmentierung.

Grundsätzlich profitiert jede oberflächlich heilende Wunde von der Pflege mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder Salbe, bis die Oberhaut vollständig regeneriert ist.

++ Mehr zum Thema: Verbrennung – Einteilung & Erste Hilfe ++

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Autoren:
Dr. med. Stefanie Sperlich
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr. med. Christian Maté

Stand der medizinischen Information: November 2015

AWMF-S1-Leitlinie: Leitlinie für thermische und chemische Verletzungen der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, Stand 2010
Probst W: Wundmanagement. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2. Auflage 2010
Voggenreiter G: Wundtherapie. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage 2008
Simon, Arne, et al. „Medical honey for wound care—still the ‘latest resort’?.“ Evidence-based complementary and alternative medicine 6.2 (2009): 165-173.

Hausmittel gegen Brandblasen – die besten Behandlungstipps

  • Zwiebeln: Schneiden Sie eine Zwiebel in der Mitte durch und streichen Sie damit über die Brandblase. Das lindert den Schmerz und fördert den Heilungsprozess.
  • Tee: Halten Sie einen Teebeutel für fünf Minuten in lauwarmes Wasser und legen Sie ihn anschließend auf die Blase. Kamillentee eignet sich sehr gut, da er eine beruhigende Wirkung hat.
  • Aloe-vera: Haben Sie ein Aloe-vera-Gel zur Hand, tragen Sie dieses auf die Blase auf.
  • Warmes Wasser: Haben Sie sich verbrannt, lassen Sie lauwarmes Wasser über die Stelle laufen. Eiskaltes Wasser kann die Wunde verschlimmern.
  • Milchprodukte: Geben Sie Joghurt oder Quark auf ein kleines Handtuch und wickeln Sie es um die betreffende Stelle. Die Milchprodukte haben eine kühlende Wirkung und beruhigen so die betroffene Stelle.
  • Honig: Er hat eine desinfizierende Wirkung. Geben Sie etwas Honig auf die betroffen Hautstelle und verbinden Sie die Stelle mit einem Pflaster oder einer Mullbinde. Wechseln Sie den Verband regelmäßig.

Brandblase behandeln – Tipps, damit’s schneller heilt

Im Video zeigen wir, wie Sie Brandblasen und kleine Verbrennungsverletzungen bei Kindern behandeln.

Kerzen, ein kindlicher Griff auf die Herdplatte: Kleine Verbrennungen und Verbrühungen passieren schnell. Im Video zeigen wir Ihnen, wie Sie Brandblasen und kleine Verbrennungsverletzungen bei Kindern behandeln können und wann ein Arztbesuch unbedingt notwendig ist.

Kleine Brandblasen behandeln:

➤ Nach der Verbrennung/Verbrühung sofort unter fließendem Wasser kühlen
➤ Brandblasen nicht aufstechen!
➤ Reißt die Brandblase, die Haut nicht entfernen.
➤ keine Wundcremes, Hausmittel oder Ähnliches auftragen
➤ Wenn Sie ein steriles Pflaster zur Abdeckung verwenden, erneuern Sie es täglich.
Ab zum Arzt:

➤ Es ist eine große Brandblase.
➤ Die Brandblase ist im Gesicht, in Augennähe oder anderen sehr sensiblen Stellen.
➤ Wenn ein Baby sich verbrannt hat.
➤ Wenn die Heilung der Brandblase nach 14 Tagen noch nicht abgeschlossen ist.
➤ Wenn Sie sich schmerzlose weißliche Flecken bilden.
➤ Wenn sich die Brandblase entzündet. (Schwellung, Rötung, Wunde ist heiß)

Mehr Ratgeber

Stand: 15.11.2019 12:44 Uhr – Visite Bild vergrößern Die Gefährlichkeit einer Verbrennung hängt von ihrer Tiefe und Ausdehnung ab.

Ein heißes Backblech angefasst oder beim Bügeln einen Moment unachtsam und schon hat man sich verbrannt. Durch die Hitzeeinwirkung kommt es zu einer Schädigung oder Zerstörung von Hautzellen. Der Schweregrad von Verbrennungen wird nach dem Grad der Gewebeschädigung eingeteilt. Erstgradige Verbrennungen beschränken sich auf die oberste Hautschicht, Epidermis. Sie sind schmerzhaft und gehen mit einer Rötung einher, sind aber vollständig reversibel.

Was tun bei einer Verbrennung?

Visite – 19.11.2019 20:15 Uhr Autor/in: Madlen Zeller

Eine Verbrennung ist eine Schädigung oder Zerstörung von Hautzellen durch übermäßige Hitzeeinwirkung. Was im Ernstfall zu tun ist, hängt vom Ausmaß der Verbrennung ab.

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    Wann wird es lebensbedrohlich?

    Verbrennungen zweiten Grades betreffen zusätzlich zur Epidermis auch die darunter liegende Dermis. Auch die Verletzung ist sehr schmerzhaft. Typischerweise kommt es zu einer Blasenbildung. Verbrennungen dritten Grades reichen bis in die Subkutis. Aufgrund der damit einhergehenden Zerstörung von sensiblen Nervenfasern sind sie nicht schmerzhaft und gehen außerdem mit einer Narbenbildung einher. Bei Verbrennungen vierten Grades (Verkohlung) sind neben der Haut auch tieferliegende Strukturen wie Muskeln und Knochen betroffen.

    Die Gefährlichkeit einer Verbrennung hängt von ihrer Tiefe und Ausdehnung ab: Lebensbedrohlich sind Verbrennungen dann, wenn bei Kindern fünf bis zehn Prozent und bei Erwachsenen mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind.

    Erste Hilfe bei Verbrennungen

    Ziel der Sofortmaßnahmen ist es, die durch die Hitzeeinwirkung ausgelöste Entzündungsreaktion zu stoppen. Dazu sollte die verbrannte Haut unter fließendem und kühlem, aber nicht zu kaltem Wasser gekühlt werden. Das Wasser sollte eine Temperatur von 10 bis 20 Grad haben. Tiefere Temperaturen durch Cool-Packs oder Eiswürfeln führen dazu, dass sich die feinen Blutgefäße der Haut zusammenziehen und sich damit die Durchblutung in dem verbrannten Areal verschlechtert und der Gewebeschaden zunimmt. Leitungswasser wirkt durch die leichte Kühlung auch schmerzlindernd.

    Mehr bewirken auch kühlende Salben wie Aloe Vera aus der Tube nicht. Sie dürfen außerdem allerhöchstens bei leichten Rötungen und geschlossener Hautdecke aufgetragen werden, nie auf offene Stellen. Auf frische Brandwunden sollten gar keine Salben oder Ähnliches aufgetragen werden. Das gilt auch für alle anderen angeblichen Hausmittel wie Zahnpasta, Butter, Öl, Mehl oder Honig – nichts davon hilft. Im schlimmsten Fall kann sich die Wunde infizieren und für den Arzt ist sie durch das Einschmieren in jedem Fall schlechter beurteilbar.

    Brandblase muss abgetragen werden

    Brandblasen sollten vollständig eröffnet werden. Denn das Blasensekret, das sich unter der Blase bildet, tötet die Zellen des Wundgrundes und verhindert eine rasche Abheilung. Aufstechen nützt aber nicht dagegen, denn das Blasensekret läuft in den ersten Tagen immer neu nach. Außerdem können sich beim Aufstechen unter der Brandblase Keime ansiedeln und dann kann es zu einer Entzündung kommen. Auch eine teilentfernte Blase bedeutet immer ein erhöhtes Infektionsrisiko, deshalb sollten Brandblasen unter sterilen Bedingungen komplett abgetragen werden. Bei kleineren Blasen kann man das selbst versuchen, sicherer ist es beim Hausarzt. Ist die Blase abgetragen oder die Brandwunde offen, muss natürlich ein Pflaster drauf. Ein einfaches, keimarmes Pflaster reicht völlig aus. Gut ist, wenn dieses regelmäßig gewechselt wird.

    Mit offenen Brandwunden zum Arzt

    Oberflächliche Verbrennung heilen in der Regel innerhalb von zehn Tagen von selbst vollständig aus. Offenen Brandwunden und alle Brandwunden bei Kindern sollten in jedem Fall von einem Arzt behandelt werden. Da großflächige Verbrennungen mit erheblichen Flüssigkeitsverlusten, Temperaturdysregulationen, Kreislaufstörungen und Störungen der Blutgerinnung sowie der Gefahr einer generalisierten Entzündungsreaktion einhergehen können, müssen die Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden.

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    Experten zum Thema

    Birgit Steinke
    Apothekerin
    Adler Apotheke
    Wandsbeker Marktstraße 73
    22041 Hamburg
    (040) 689 42 00

    Prof. Dr. Stefan Oppermann
    Leitender Oberarzt und Stellvertretender Leiter des Instituts für Notfallmedizin
    Asklepios Klinikum Harburg, Hs. 2b
    Eißendorfer Pferdeweg 52
    21075 Hamburg
    (040) 18 18 86 46 33

    Dr. Frank Bisgwa
    Leitender Oberarzt
    Zentrum für Schwerbrandverletzte
    Abt. für Hand-, Plastische u. Mikrochirurgie
    BG Klinikum Hamburg
    Bergedorfer Straße 10
    21033 Hamburg
    (040) 73 06 39 07
    www.bg-klinikum-hamburg.de

    Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Was-tun-bei-einer-Verbrennung,verbrennung110.html

    Blasen an den Füßen behandeln: Was hilft

    Es passiert ganz leicht: Die Schuhe schneiden ins Fleisch, das Leder drückt und es entstehen Blasen. Mit und ohne Strümpfe können sich die schmerzenden Stellen bilden. Doch darf man Blasen einfach mit einer Nadel aufstechen?

    Blasen behandeln: Darf man sie aufstechen?

    Auf keinen Fall sollten Sie Blasen aufstechen. Dadurch entsteht eine offene Wunde, die anfällig für Infektionen und Keime ist. Ist die Blase ohne Pikser schon offen, sollten Sie sie daher gründlich desinfizieren.

    Bei sehr schmerzhaften Druckblasen an den Füßen kann das Aufstechen allerdings schnell Linderung verschaffen. Wenn Sie sich in dem Fall zum Öffnen der Blase entscheiden, sollten Sie die Blasendecke vorsichtig abtragen und die Wunde danach desinfizieren. Dies gilt jedoch nicht für Diabetiker: Sie sollten einen Arzt aufsuchen, denn eine Blase kann sich bei ihnen schneller entzünden als bei anderen Menschen.

    Blasen an den Füßen: Hausmittel

    Druckblasen: Gewöhnliches Pflaster mit hellem Mull-Mittelteil ist bei Blasen nicht zu empfehlen. (Quelle: VladimirFLoyd/Getty Images)

    Nasse Füße erhöhen das Risiko für Blasen. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass Ihre Füße trocken sind, wenn Sie Ihre Schuhe anziehen – zum Beispiel nach dem Duschen oder wenn Sie Ihre Füße beim Wandern in einem Fluss baden. Denn sonst können die Füße leicht aufquellen, sind weicher – und damit anfälliger für Blasen.

    Ist eine Blase einmal da, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. Am besten ist es natürlich, wenn Sie die entsprechende Stelle entlasten. Wenn möglich, sollten Sie den Schuh daher ausziehen. Das geht aber natürlich nicht immer.

    Eine Alternative sind Pflaster. Gewöhnliches Pflaster mit dem hellen Mull-Mittelteil ist dann allerdings nicht zu empfehlen. Schließlich könnte der Mull zusätzlich scheuern. Besser ist, braunes Heftpflaster auf die Blase zu kleben – ohne Falten und nicht zu straff, damit es nicht zieht. Das wirkt dann als Schutz für die Blase.

    Blasenpflaster richtig anwenden

    Noch besser zur Behandlung von Blasen an den Füßen ist allerdings Blasenpflaster. Aus drei Gründen:

    • Erstens wird die Blase damit gut gepolstert, ist weniger anfällig für Reibung und reißt auch nicht weiter ein.
    • Zweitens sorgen die Pflaster mit Wirkstoffen für eine schnellere Wundheilung.
    • Drittens halten sie auch noch Schmutz fern.

    Das Pflaster bleibt mindestens drei Tage kleben oder so lange, bis es von selbst abfällt.

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    Wie entstehen Blasen?

    Blasen an den Füßen entstehen, wenn eine Stelle der Haut ungewöhnlich stark belastet wird, zum Beispiel durch Reibung. Dadurch lösen sich die Hautschichten der betroffenen Stelle voneinander und es entsteht ein Hohlraum, in den Gewebeflüssigkeit einfließt.

    Häufigste Ursache der schädlichen Reibung sind Schuhe, die zu eng oder noch nicht eingelaufen sind. Gerade im Sommer, wenn die Füße ohne Strümpfe in den Schuhen stecken, können schnell Blasen entstehen. Eine falsche Belastung des Fußes oder die falschen Socken können aber ebenfalls für Blasen sorgen.

    Blasen vorbeugen

    Um Blasenbildung zu vermeiden, sollten Sie schon beim Schuhkauf auf weiches Material und einen guten Sitz achten. Beim Anprobieren der Schuhe sollte nichts zwicken oder drücken, und die Socken sollten keine Falten werfen. Vorsicht: Auch zu große Schuhe können Blasen verursachen, wenn der Fuß im Schuh hin und her rutscht.

    • Einfache Tricks: Mit diesen Hausmitteln werden Ihre Schuhe bequem
    • Schmerzen verhindern: Papier-Trick – Wie Sie neue Schuhe richtig einlaufen
    • Schuhe binden wie ein Profi: Das Einmaleins des Schuhe-Bindens

    Eine gute Pflegecreme hält die Haut an den Füßen geschmeidig und macht sie weniger anfällig für Blasen. Wer einen Schuh das erste Mal ohne Strümpfe trägt, behandelt Zehen und Fersen am besten schon vorbeugend mit einem Anti-Blasen-Stick.

    Brandwunde verbinden oder offen lassen – das müssen Sie wissen

    • Eine frische Brandblase kühlen Sie zunächst unter fließendem, nicht zu kaltem Leitungswasser ab. Eine Eispackung oder Eiswürfel liegen Sie nicht auf die Wunde, da sonst schnell ein zusätzlicher Kälteschaden droht.
    • Desinfizieren sollten Sie die verletzte Hautfläche mit einem Wundantiseptikum.
    • Unter keinen Umständen sollten Sie wahllos irgendwelche Salben oder alte Hausmittel auf die in Mitleidenschaft gezogenen Haut geben. Nutzen Sie lieber spezielle Brandsalben.
    • Wenn möglich legen Sie anschließend keinen Verband auf die Brandwunde, sondern lassen die Wunde einfach in Ruhe.
    • Müssen Sie die Brandwunde verbinden, legen Sie zunächst eine metallisierte Folie über die Wunde, ehe Sie einen Verband darüber machen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die verletzte Haut mit dem Verband verklebt.
    • Eine Brandblase am Finger lässt sich gut mit einem entsprechenden Pflaster abdecken. Das bietet sich in dem Fall auch an, damit Sie sich die Blase nicht unverhofft aufreißen.
    • Brandwunden bieten Bakterien eine gute Angriffsfläche, daher sollten Sie auch mit einer kleinen Brandverletzung sehr achtsam umgehen.

    Brandblasen: Was Sie beim Behandeln beachten müssen

    23. Januar 2020 7 Min.

    Passieren kann es jedem. Nur ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon haben Sie sich an einem heißen Topf verbrannt. Die Folge ist dann oft eine auffällige Brandblase. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Brandblasen behandeln müssen und was Sie generell bei Verbrennungen tun sollten, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.

    Wo setzt die Behandlung von Verbrennungen an?

    Vor allem bei schweren Verbrennungen müssen in der Regel nicht nur Brandblasen behandelt werden. Eine Verbrennung hat je nach Ausmaß und Schweregrad auch weitere Konsequenzen für den Körper.

    Bei fast jeder Verbrennung enteht zunächst einmal eine Brandwunde. Diese Wunde kann geschwollen und rot sein und an der Hautoberfläche liegen, aber auch tiefere Hautschichten betreffen. Bei tieferen Wunden kommt es zur Bildung einer Brandblase, zudem kann die Wunde, je nach Tiefenausdehnung, nur die Lederhaut betreffen oder sogar bis zur Unterhaut reichen. Die Tiefe und die Größe einer Wunde bestimmen darüber, ob diese schmerzhaft ist und ob die Verbrennung auf einfache Weise, zum Beispiel mit einer Salbe, oder auf komplizierte Weise, beispielsweise durch einen operativen Eingriff, behandelbar ist.

    Tipp
    Lassen Sie Wunden, die entzündet sind, stark schmerzen, tief in die Haut hineinreichen und größer als eine CD sind, unbedingt von einem Arzt behandeln.

    Zudem bringt eine Brandwunde neben Schmerz auch eine weitere Unannehmlichkeit für den Körper mit sich. Nämlich das Risiko einer folgenschweren Infektion. Denn Brandwunden sind eine gute Eintrittspforte für Krankheitserreger, wie Bakterien oder Viren, und bieten ihnen einen hervorragenden Nährboden. Wird dieser Gefahr keine Bedeutung beigemessen, können sich über die Wunde eingedrungene Bakterien im ganzen Körper ausbreiten.

    Darüber hinaus sollte bei der Behandlung von Verbrennungen beachtet werden, dass es bei großflächigen Verbrennungen zu einem hohen Flüssigkeitsverlust aus dem Gefäßsystem kommen kann. Denn über die verbrannte Haut kann unkontrolliert Wasser aus dem Körper austreten. Dadurch besteht die Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs.

    Die beschriebenen Risiken, die eine Verbrennung mit sich bringen kann, machen deutlich, warum manche Verbrennungen unter Umständen nur in der Klinik behandelt werden können. Hinzu kommt zudem noch die Tatsache, dass bei einer sehr großflächigen Zerstörung der Haut oftmals einer Hauttransplantation notwendig ist.

    Was sollten Sie als erstes bei einer Verbrennung tun?

    Egal wie schwer die Verbrennung ist: Als erstes sollten Sie immer die Hitzequelle von der Haut entfernen. So vermeiden Sie, dass beispielweise brennende Kleidung eine noch tiefere Brandwunde verursacht.

    Als zweite wichtige Behandlungsmaßnahme von Verbrennungen gilt es, den Zustand der verletzten Person zu überprüfen. Wenn Sie dabei feststellen, dass

    • der Verletzte eine großflächige Brandwunde hat,
    • über starke Schmerzen klagt oder
    • eventuell bewusstlos ist, müssen Sie umgehend ärztliche Hilfe holen.

    Handelt es sich jedoch um eine kleinere Verbrennung, ist es empfehlenswert, die Brandwunde am besten mit mäßig kaltem Leitungswasser zu kühlen und so bakterienfrei wie möglich zu halten, indem nie direkt in die Wunde gefasst wird. Bei der Behandlung zu Hause können Sie natürlich auch auf Salben, die bei Verbrennungen geeignet sind, und Hausmittel zurückgreifen.

    Tipp: Kühlen Sie kleinere Verbrennungen

    Kühlen Sie die Verbrennung für circa zehn Minuten unter fließendem, mäßig kaltem Wasser. Leitungswasser ist besonders gut geeignet, weil es wenig Keime enthält. Das Kühlen lindert den Schmerz und verhindert die weitere Wärmeausbreitung an der verbrannten Körperstelle.

    Brandblasen zuhause behandeln

    Eigentlich wollten Sie doch nur schnell den Kuchen aus dem Ofen holen und schon haben Sie sich eine Brandblase zugezogen. Brandblasen können im Alltag schnell entstehen, dennoch handelt es sich bei ihnen nicht um Verletzungen, die Sie auf die leichte Schulter nehmen sollten. Denn Brandblasen sind eine fantastische Eintrittspforte für Bakterien. Daher besteht bei einer falschen Behandlung ein hohes Infektionsrisiko. So behandeln Sie eine Brandblase korrekt:

    • Im Regelfall sollten Sie die Brandblasen nicht aufstechen. Denn durch das Aufstechen besteht die Gefahr, dass Bakterien noch leichter eindringen können.
    • Berühren Sie die Brandblase so wenig wie möglich.
    • Decken Sie die Brandblase mit einer Mullkompresse trocken ab.

    In manchen Fällen ist das Öffnen einer Brandblase jedoch sinnvoll. Besonders dann, wenn sich die Brandblase kurz vor dem Platzen befindet, das heißt, prall mit Flüssigkeit gefüllt ist, oder sie bereits infiziert ist. Infizierte Brandblasen erkennen Sie daran, dass die Rötung und Schwellung an den Wundrändern immer stärker wird und sich weiter ausbreiten. In diesem Fall sollte die Öffnung der Brandblase unter sterilen Bedingungen erfolgen – am besten durch einen Arzt.

    Die verbrannte Haut benötigt Pflege

    Nicht nur Sie persönlich, sondern auch Ihre Haut leidet, wenn sie sich verbrennt. Denn sie verliert durch eine Verbrennung die Fähigkeit, ihren Feuchtigkeits- und Fettgehalt selbst zu regulieren. Deshalb sollten Sie die neugebildete Haut, welche die Brandwunde verschließt, gut pflegen.

    Salben, Cremes oder Hautlotionen helfen der Haut dabei, elastisch zu bleiben und sind daher empfehlenswert bei der Nachbehandlung von Verbrennungen. Gut geeignet sind Produkte mit dem Wirkstoff Cadinol. Dieser ist entzündungshemmend und antibakteriell. Zudem vermeiden Salben, dass Ihre Haut nach einer Verbrennung trocken, schuppig und rissig wird.

    Sollte sich Ihre Brandwunde durch eine Narbe verschlossen haben, können Sie mithilfe der regelmäßigen Anwendung einer Narbensalbe dafür sorgen, dass der Juckreiz geringer wird und die Narbe blasser und somit unauffälliger aussieht.

    Aufgrund ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin kennt Regina Brandt Krankenhäuser auch hinter den Kulissen. Durch ihr Studium der Sprach- und Kommunikationswissenschaften vermischen sich bei kanyo® ihre Kenntnisse in Sachen Online-Redaktion, Medizin und Kommunikation. Regina Lopes Bombinho Brandt E-Mail schreiben Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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    brandblase von zigarette

    Zwar ist diese Frage bereits drei Jahre alt, aber via Google landen Hilfesuchende bei entsprechenden Keywords immer wieder hier! Daher auch nach so langer Zeit noch eine imho konstruktive Antwort: Bei einer Brandblase handelt es sich um eine Verbrennung zweiten Grades. Es entsteht eine Blasenbildung zwischen Ober- und Lederhaut, die mit Gewebswasser gefüllt ist. Da die Papillenschicht erhalten bleibt, erfolgt die Heilung (sofern man nicht daran herumdoktort) ohne Narbenbildung.

    I.d.R. sollte man Brandblasen nicht „aufstechen“! Befindet sich jedoch eine größere, prall gefüllte Brandblase an einer Stelle, die einer hohen Beanspruchung ausgesetzt ist (viel Bewegung/Dehnung, z.B. Hände, Gelenke u.ä.), wird sie viel zu früh von alleine „platzen“, sodass sich die Haut darunter noch nicht wieder regenerieren konnte. Bei Brandblasen an solchen Stellen empfiehlt es sich entweder das Gelenk mittels Schienenverband oder Gips stillzulegen oder mit einer sterilen (!!!) Nadel ein kleines Loch in die Blase zu stechen, sodass das Gewebswasser ablaufen kann. Anschließend sollte die Blase mit einem Brand- und Wundgel (keine Wundcremes o.ä.) behandelt werden. Die Blase wird sich dann wieder mit Gewebsflüssigkeit füllen, allerdings nicht ganz so prall und der Heilungsprozess kann weiter fortschreiten! Das Brand- und Wundgel (z.B. von „Medice, Arnzeimittel Pütter“) sorgt dafür, dass sich ein unsichtbarer Verband über die Blasenöffnung legt und keine Keime eindringen, ergo auch keine Wundinfektion entstehen kann.

    Leichte Verbrennungen: Verbrannt? DAS hilft bei Brandblasen und -wunden

    Die Haut ist ein hoch spezialisiertes Superorgan. Sie schützt vor Keimen und schädlichen Substanzen, federt Stöße ab, isoliert bei Kälte, kühlt bei Hitze und kann den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Wird die strapazierfähige Hülle verletzt, haben Krankheitserreger leichtes Spiel. Bakterien, aber auch Schmutz oder Chemikalien können in die Wunde eindringen und den Körper attackieren.

    Hitze kann Haut massiv schädigen – Verbrennung an Bügeleisen und Wärmflasche häufig

    Einer der größten Feinde der Haut ist Hitze. Sie kann sie massiv schädigen. Aus Unachtsamkeit ist die Haut schnell an heißen Töpfen oder durch frischen Kaffee verbrannt. „Besonders schlimm ist heißes Öl, da es die Wärme besser ins Gewebe leitet“, erklärt Dr. Ulrich Klein vom Dermacenter in Witten. Backblech- und Bügeleisenverletzungen sind Klein zufolge die häufigsten Verletzungen.

    Was passiert bei einer Verbrennung?

    Ab etwa 47 Grad wird es zu heiß. Je nach Intensität der Temperatur und der Dauer der Einwirkung entstehen vorübergehende oder dauerhafte Schäden. Auch eine Wärmflasche kann zu Verbrennungen führen. Das komme häufiger vor, als man denkt, berichtet Klein.

    Die 3 Verbrennungsgrade

    Verbrennung 1. Grades

    Drei Verbrennungsgrade werden unterschieden: Bei Grad eins handelt es sich um leichte Verbrennungen, die nur die Hautoberfläche betreffen. Die Haut reagiert auf die ungewohnte Hitze mit Rötung, Schwellung, Schmerzen und Spannungsgefühl. Diese Symptome verschwinden nach wenigen Tagen und hinterlassen keine Narben.

    Verbrennung 2. Grades

    Sobald Blasen auftauchen, ist Grad zwei erreicht. Oberhaut und der oberste Bereich der sogenannten Lederhaut sind verletzt.

    Verbrennung 3. Grades

    „Sobald bestimmte Bereiche schmerzfrei sind, kann man davon ausgehen, dass Nerven verbrannt wurden. Das ist ein Zeichen dafür, dass es sich um Grad drei handelt beziehungsweise tiefere Hautschichten betroffen sind“, erklärt der Mediziner. Diese Verletzungen können bis ins Unterhautfettgewebe reichen. Weiße, trockene Hautfetzen sind weitere Anzeichen.

    In der Regel weisen Verbrennungen Bereiche mit unterschiedlichen Schädigungsgraden auf. In Randbereichen der Verletzung dritten Grades tritt beispielsweise Grad zwei auf. Diese Stellen sind sehr schmerzhaft. Die meisten Verbrennungen sind erst- und zweitgradig, ganz selten drittgradig.

    Was tun bei Brandwunden?

    Verbrennungen ersten und zweiten Grades lassen sich oft ohne ärztliche Hilfe behandeln. Wichtig sei, sofort mit Wasser zu kühlen. „Das unterbricht die Entzündungskaskade. Durch kaltes Wasser breitet sich die Verbrennung im Gewebe nicht so schnell aus und es lindert den Schmerz“, rät Klein. Wer schnell reagiere, könne verhindern, dass eine zweitgradige oder sogar drittgradige Verbrennung entstünde.

    Wer sich beim Kochen verbrennt, kann seine Hand gleich unter den Wasserhahn halten. Nur bei Öl funktioniert das nicht. Wer sich mit heißem Wasser verbrüht, muss die nasse Kleidung sofort ausziehen. Denn Wasser leitet die Hitze besonders schnell. Das gilt auch für Tee und Kaffee.

    Brandwunde 10 bis 15 Minuten lang kühlen

    Wichtig: Wasser zum Kühlen sollte kälter als die Haut selbst sein. Selbst 18 Grad warmes Wasser sei noch gut, sagt Klein, da die normale Temperatur der Haut bei circa 32 Grad läge. Der Arzt empfiehlt, die betroffene Stelle etwa zehn bis 15 Minuten zu kühlen. Auch ein kalter, sauberer Waschlappen verschafft Linderung.

    „Kühleres Wasser von acht bis zehn Grad darf nur ganz kurz genommen werden, da das unerwünschte Kreislaufreaktionen hervorrufen kann“, warnt der Experte. Bei Babys sollte die Soforthilfe nur kurz angewendet werden, da die Kleinen schnell auskühlen.

    Brandblasen richtig behandeln

    Besondere Vorsicht sei geboten bei Schweregrad zwei: „Die Blasen dürfen auf keinen Fall aufgestochen werden. Anderenfalls ist die Blasenflüssigkeit für Bakterien zugänglich“, warnt der Mediziner. Die Infektionsgefahr ist bei Grad zwei deutlich erhöht, da auch die Oberfläche der Lederhaut verletzt sei. Dabei wird die Abwehrkraft der Haut geschwächt und der Körper verliert Flüssigkeit.

    „Eine offene Wunde sollte zudem immer steril verbunden werden. Bei kleinen Wunden kann es ein Wundpflaster sein, bei größeren Wunden ein Verband“, rät der Mediziner. Duschen, Baden oder Geschirrspülen sollten Betroffene mit nässenden Brandwunden vermeiden.

    Bepanthen-Salbe im akuten Stadium nicht zu empfehlen – stattdessen Brandgel

    Herkömmliche Brandsalben und Bepanthen-Salbe sind im akuten Stadium nicht zu empfehlen, da diese Fett enthalten und wie Deckel die Wunde verschließen. „Das Ganze kocht aber darunter weiter“, mahnt Klein. „Bloß keine alkoholischen Tinkturen wie Jod auftragen. Das brennt wie Feuer.“

    Geeignet sind Brandgele, da sie kühlen. Ist das Gewebe der Brandwunde trocken, können Salben helfen. Wer auf Nummer sicher gehen will, stattet seine Reise- und Hausapotheke mit Brandgel, FettgazeSie verhindern das Verkleben der Wunde mit dem Verband. Angewendet werden sie bei oberflächlichen Wunden wie Hautabschürfungen oder leichten Verbrennungen. , sterilen Mullbinden und -kompressen sowie Bepanthen-Lotio – eine kühlende Flüssigkeitsemulsion – aus.

    Wann mit einer Verbrennung zum Arzt?

    „Wenn zehn Prozent der Haut verbrannt sindEin Prozent der Haut entsprechen der Größe der eigenen Handfläche. , muss ein Arzt aufgesucht werden oder wenn offene Wunden größer als die einstigen Fünfmarkstücke sind“, rät Klein. „Zudem ist es wichtig, gleichzeitig eine Tetanus-Impfung machen zu lassen.“ Auch wenn die Verbrennungen Gesicht und Genitalien betreffen, ist eine medizinische Untersuchung nötig. Babys und Kleinkinder mit Verbrennungen sollten sofort zum Arzt gebracht werden.

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    Foto: news.de Kamera

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    som/ham/reu/kns/news.de

    Am häufigsten ereignen sich Verbrennungen im Haushalt, etwa mit dem Bügeleisen, oder in der Freizeit, z. B. beim Grillen oder bei sonstigem Kontakt mit offenem Feuer. Verbrennungen können auch durch elektrischen Strom entstehen (Stromunfall), durch Reibung (z. B. Rutschen mit nackter Haut auf trockenen Rutschbahnen) und durch Kontakt mit extrem kalten Objekten (z. B. mit flüssigem Stickstoff; dann spricht man auch von Kaltverbrennungen).

    Die Konsequenzen einer Verbrennung oder Erfrierung hängen vor allem von ihrem Schwere- bzw. Tiefengrad ab.
    Georg Thieme Verlag, Stuttgart

    Von Verbrühungen spricht man, wenn heiße Flüssigkeiten oder Dämpfe auf die Haut einwirken und sie schädigen.

    Verbrennungen werden (wie Erfrierungen auch) in drei Schwere- bzw. Tiefengrade eingeteilt. Dabei spielt auch die Ausdehnung der Verbrennungen eine Rolle. Man benutzt die Neunerregel, bei der die Körperoberfläche (KOF) in ein Vielfaches von 9 aufgeteilt wird: Kopf/Hals und Arm entsprechen je 9 % der KOF, Bein, Rumpf vorn und Rumpf hinten je 18 % der KOF. Die Handfläche des Verletzten entspricht 1 % der KOF. Wenn mehr als 20 % Körperoberfläche, bei Kindern 5 %, verbrannt sind, muss die Verbrennungswunde in einem Krankenhaus behandelt werden.

    Die Haut besitzt eine schlechte Wärmeleitfähigkeit. Bei hohen Temperaturen ist es ihr nicht möglich, Wärme gleichmäßig zu verteilen, weshalb es dann zu Schädigungen des Gewebes kommt. Verbrennungen der Körperoberfläche, die ein bestimmtes Maß überschreiten, haben für den Betroffenen nicht nur Konsequenzen an der verbrannten Stelle. Es drohen Volumenmangelschock und Blutvergiftung (Sepsis), verbunden mit dem Funktionsverlust anfänglich völlig unbeteiligter Organe (z. B. akutes Nierenversagen). Aus diesem Grund spricht man dann von der Verbrennungskrankheit. Diese ist auch unter optimaler intensivmedizinischer Therapie nicht immer behandelbar.

    Anzeichen und Beschwerden

    • Verbrennung 1. Grades: Hautrötung, diskrete Schwellung, Schmerzen (verheilt narben- und folgenlos)
    • Verbrennung 2. Grades: Hautrötung, Blasenbildung, starke Schmerzen (verheilt nur manchmal narbenlos)
    • Verbrennung 3. Grades: Graue, weiße oder schwarze Haut, im verbrannten Haut- oder Körperteil kein Schmerzempfinden mehr, da die Nervenzellen der Haut zerstört sind (verheilt nur unter Narbenbildung, größere Defekte müssen mit plastisch-chirurgischen Hauttransplantationen geschlossen werden.

    Erste-Hilfe-Maßnahmen

    Sofortmaßnahmen. Unterbrechen Sie sofort die Hitzezufuhr, indem Sie den Betroffenen mit Wasser übergießen, in Decken einwickeln oder auf dem Boden wälzen. Verbrühte und verbrannte Kleidung sollten Sie an den betroffenen Hautpartien rasch entfernen, sofern sie nicht mit der Haut verklebt ist – mit der Haut verklebte Stücke auf keinen Fall abreißen! Kühlen Sie die betroffenen Körperpartien (nicht den gesamten Patienten) ausgiebig mit fließendem kalten Wasser; dazu reicht Leitungswasser mit einer Temperatur von 10–15 °C, optimal allerdings wäre sterile Kochsalzlösung. Das Kühlen mit Eis, Eiswasser oder -packungen wird nicht empfohlen; es dauert länger, bis es wirkt und zudem drohen Kälteschäden.

    Weitere Regeln für das richtige Kühlen: Bei Säuglingen und Kindern besonders vorsichtig kühlen. Nur innerhalb der ersten 15 Minuten mit der Kühlung beginnen und dann nicht länger als 10 Minuten fortfahren. Wichtig ist, dass der Betroffene dabei nicht auskühlt. Kleinere Verbrennungen kühlt man fortlaufend, bis der Schmerz nachlässt. Verbrennungen zweiten oder dritten Grades, bei denen mehr als 20 Prozent der Haut verbrannt sind, werden indes nicht gekühlt – da das die Wärmeregulation des Körpers beeinträchtigt und eine Unterkühlung droht.
    Brandwunden sollten am besten mit metallisierten Folien abgedeckt werden – alternativ mit sterilen feuchten Tüchern. Salben, Öle, Pude oder ähnliche Hausmittel dürfen nicht auf die Wunde aufgetragen werden. Auch Brandblasen sollten nicht geöffnet werden, weil sie ein natürlicher Schutz gegen eindringende Bakterien sind.

    Wann zum Arzt

    Vom Verbrennungsgrad und dem Allgemeinzustand des Betroffenen hängt ab, ob der Notarzt gerufen werden muss, um den Betroffenen ins Krankenhaus transportieren zu lassen – oder ob ein Termin beim Hausarzt ausreicht.

    • Die meisten erstgradigen Verbrennungen und auch einzelne Brandblasen können problemlos zu Hause behandelt werden. Betreffen sie das Gesicht oder die Genitalien und sind Sie nicht sicher, ob es sich wirklich nur um erstgradige Verbrennungen handelt, suchen Sie den Notdienst auf.
    • Bei zweitgradigen Verbrennungen – hier sieht der Wundgrund weißlich aus – sollten Sie zum Arzt, wenn sich an mehreren Stellen Blasen bilden, insbesondere dann, wenn mehr als 2–3 % der Körperoberfläche verbrannt oder verbrüht sind. Die fachärztliche Behandlung kann der Bildung ästhetisch und funktionell ungünstiger Narben entgegen­wirken, indem der Arzt die Wunden chirurgisch säubert oder sogar Hauttrans­plan­ta­tionen vornimmt.
    • Sind mehr als 10 % der Körperoberfläche betroffen, erfordert dies im Allgemeinen eine stationäre Behandlung.
    • Alle drittgradigen Verbrennungen (also wenn die verbrannte Stelle schwarz oder aber weiß und gefühllos ist) müssen sofort vom Arzt behandelt werden.
    • Auch wenn es zu einer Inhalation von heißem Rauch kam, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

    Der Betroffene darf nicht allein gelassen werden, denn noch Stunden später droht die Entwicklung eines Schocks. Verletzte mit größeren Brandwunden sollten immer ins Krankenhaus, denn Brandwunden heilen schlecht, und Komplikationen wie Hauteiterungen und Infektionen werden leicht unterschätzt.

    Nachbehandlung

    Vor allen Dingen sollte die verheilte Wunde nicht der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Das schädigt nur die empfindliche Haut und führt zu unschönen Pigmentierungen. Der Sonnenschutz sollte bei Verbrennungen im Gesicht und an den Händen etwa durch Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor und ähnlichem unterstützt werden. Eine intensive Hautpflege wird grundsätzlich empfohlen.

    Autoren

    Dres. med. Katharina und Sönke Müller; Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 10.10.2018 um 11:03 Uhr

    1. Hitzequelle entfernen bzw. ausschalten
    Gerade bei schmerzhaften Brandverletzungen ist die Versuchung groß, alles stehen und liegen zu lassen – und sofort die Wunde zu kühlen. Noch wichtiger ist es jedoch, sich zu vergewissern, dass von der Hitzequelle keine weitere Gefahr ausgeht. Unterschätzen Sie niemals ein außer Kontrolle geratenes Feuer: Rufen Sie die Feuerwehr! Und bringen Sie sich und andere in Sicherheit.

    2. Schwere der Verbrennung einschätzen
    Bei punktuellen leichten Verbrennungen sind – außer dem Kühlen, dem möglichen Abdecken der Wunde und ggf. dem Gang zum Arzt – keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Handelt es sich jedoch um großflächigere Verbrennungen 2. oder 3. Grades (s.o.) sollten Sie sofort den Notarzt rufen. Möglicherweise besteht Lebensgefahr!

    3. Kühlen – mit Bedacht
    Kleinflächige Verbrennungen 1. und 2. Grades können Sie mit lauwarmem Leitungswasser kühlen. Alternativ sind auch feuchte Tücher möglich, z.B. wenn sich die Brandwunde im Gesicht befindet. Verwenden Sie kein Eis, da sonst Erfrierungen drohen. Auch zu kaltes Wasser kann problematisch sein, da es den Kreislauf zusätzlich belastet. Wichtig: Verwenden Sie ausschließlich sauberes Wasser, also z.B. Leitungswasser. Denn ist das Wasser verschmutzt, kann es zu gefährlichen Infektionen in der Brandwunde kommen.

    4. Brandwunden abdecken
    Brandwunden, die über eine leichte Rötung hinausgehen, sollte man locker und keimfrei abdecken – am besten mit einer nicht flusenden Wundauflage. Handelt es sich um großflächigere Verbrennungen, ist es zudem wichtig, den Betroffenen zuzudecken. Denn gerade bei Brandwunden kommt es zu einem hohen Temperaturverlust des Körpers, so dass schnell eine Unterkühlung droht. Sollte Kleidung o.ä. in die Haut eingebrannt sein: Überlassen Sie das Entfernen immer den Ärzten!

    5. Keine Hausmittel, keine Salben
    Auf die Brandwunde dürfen weder Öl noch Mehl oder andere Hausmittel aufgebracht werden. Ob eine weitere Behandlung mit Gelen oder Salben sinnvoll oder gar erforderlich ist, entscheidet immer der Arzt. Solch eine Behandlung ist in keinem Fall Teil der Erste-Hilfe-Maßnahmen.

    Bügeleisen, heißer Tee oder Spiritus im Grill – bis zu 18.000 Menschen pro Jahr benötigen in Deutschland wegen Brandverletzungen eine Behandlung im Krankenhaus. Je nach Grad der Verbrennung heilt die Haut vollständig ab oder es bleiben Narben zurück. Im schlimmsten Fall ist eine Verbrennungsverletzung lebensgefährlich. PraxisVITA erklärt, wie Sie Brandwunden behandeln und wie Sie den Schweregrad einer Verbrennung feststellen.

    Was ist eine Brandwunde?

    Eine Brandwunde ist eine Verletzung des Gewebes durch starke Hitzeeinwirkung. Die Verbrennung kann durch

    • Dampf,
    • Gas,
    • Feuer,
    • heiße Flüssigkeiten,
    • elektrischen Strom,
    • und starke Sonneneinstrahlung ausgelöst werden.

    Welchen Verbrennungsgrad habe ich?

    Die Schwere der Hautschädigung ist abhängig von der Temperatur, der Art der Verbrennung und der Dauer der Hitzeeinwirkung auf die Haut. Wie Sie eine Brandwunde behandeln, hängt ebenfalls vom Grad der Verbrennung ab.

    Verbrennung 1. Grades: Die obere Hautschicht (Epidermis) ist geschädigt. Die verbrannte Stelle wird rot, schwillt an und ist berührungsempfindlich. Ein Beispiel für eine Verbrennung ersten Grades ist der Sonnenbrand. Verletzungen dieses Schweregrades sind vollständig reversibel, heilen also ohne Narbenbildung. Nach einigen Tagen klingen Rötung und Schwellung ab.

    Verbrennung 2. Grades: Bei Verbrennungen zweiten Grades ist neben der Epidermis auch die darunter liegende Lederhaut durch Hitzeeinwirkung geschädigt. Zusätzlich zu einer Rötung und Schwellung treten Brandblasen auf. Bei diesem Verbrennungsgrad wird zwischen 2a und 2b unterschieden. Beim Verletzungen mit dem Grad 2a heilt die Verbrennung innerhalb von ungefähr 14 Tagen ohne Narbenbildung ab. Die Haut unter der Brandblase sieht in diesem Fall rot aus. Tiefergehende Brandverletzungen von Grad 2b verursachen weißliche Brandblasen und hinterlassen Narben.

    Bei Verbrennungen zweiten Grades treten neben Rötungen auch Brandblasen aufFoto: iStock/apomares

    Verbrennung 3. Grades: Betrifft nicht nur die Haut, sondern auch Anhangsgebilde (Haare, Nägel, Drüsen) und Muskulatur. Verbrannte Stellen können weiß oder braun verfärbt sein – dabei handelt es sich um abgestorbenes Gewebe. Die verletzte Haut bildet keine Blasen und ist verhärtet. Meist blutet die Wunde nicht und ist schmerzunempfindlich, da Blutgefäße und Nerven zerstört sind. Bei einer Verbrennung drittes Grades ist häufig eine Hauttransplantation notwendig.

    Verbrennungen 4. Grades: Gewebe, Muskeln und teilweise sogar Knochen sind verbrannt. Das Gewebe ist schwarz und schmerzfrei. Meist ist es in diesem Fall nicht mehr möglich, die Brandwunde zu behandeln – dann ist eine Amputation oder Rekonstruktion unumgänglich.

    Verbrennungen können ab zehn Prozent verbrannter Körperoberfläche beim Erwachsenen und ab fünf Prozent bei Kindern zur Verbrennungskrankheit, einem lebensgefährlichen Kreislaufschock, führen.

    In der Küche ist das Risiko sich zu verbrennen hoch – gerade für KinderFoto: iStock/Martinan

    Brandwunde behandeln – Erste Hilfe

    1. Kühlen Sie die Verbrennung sofort. Und zwar zehn bis höchstens fünfzehn Minuten mit lauwarmem Leitungswasser. Das lindert den Schmerz und verhindert, dass sich die Hitze weiter in der Haut ausbreitet und noch mehr Zellen zerstört. Kaltes Wasser oder Eiswürfel sollten Sie nicht verwenden, da beides die Haut zusätzlich schädigen kann.

    Großflächige Verbrennungen (größer als die Handfläche des Patienten) und Verbrennungen bei Babys und Kindern sollten Sie nicht mit Wasser kühlen, da der Körper zu viel Wärme verlieren würde. Das belastet den durch die Verbrennung ohnehin schon geschwächten Kreislauf. Verbrennungen im Gesicht kühlen Sie mit befeuchteten Tüchern.

    Bei kleinen Verbrennungen ist Honig (optimal: medizinischer Honig, Apotheke oder Reformhaus) ein geeignetes Mittel. Dünn auf Brandwunden aufgetragen, lässt er diese bis zu fünf Tage schneller heilen als herkömmliche Wundauflagen, belegen mehrere Studien.

    2. Luft an die Wunde lassen: Entfernen Sie zuerst die Kleidung an der betroffenen Stelle, damit sie nicht an der verbrannten Haut klebt. Achten Sie darauf, dass die verbrannte Region sauber bleibt. Ein locker aufgelegter Mullverband schützt vor Verschmutzungen. Ist die Haut nur leicht gerötet, reicht das Auftragen einer Brandsalbe zum Behandeln der Brandwunde aus.

    Eine feuchte Brandwunde behandeln Sie mit einem Verband oder einer Aluminium-Wundauflage – diese verkleben nicht mit der Wunde. Stechen Sie Blasen niemals auf, die Wunde könnte sich dann infizieren.

    3. Den Arzt aufsuchen, wenn:

    · eine Brandwunde pocht und sich entzündet

    · Brandblasen mit weißem Grund auftreten

    · Störende Brandblasen entstehen, die vom Arzt steril geöffnet werden müssen

    · Gesicht und speziell die Augenregion betroffen ist

    · Schockanzeichen auftreten (Zittern, kalter Schweiß)

    · Verbrennungen auftreten, die größer sind als die Handfläche der verletzen Person

    · Kleinkinder und Babys Brandwunden erleiden

    · Verletzungen ab dem 2. Grad an Gelenken, im Intimbereich oder im Gesicht auftreten

    · Verbrennungen 3. und 4. Grades vermutet werden

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