Bmi 27 frau

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Katrin* (27): Bittere Erfahrungen beim Gynäkologen

„Ich war schon immer rund. Irgendwie gehört das zu mir. Eigentlich schlimm, dass man als dicker Mensch sich immer für die Pfunde rechtfertigen muss. In meinem Fall ist es so, dass es eben nicht am Essen liegt. Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion. Ich bin sonst ganz gesund, aber glücklich bin ich mit meinem Gewicht nicht. Vor zwei Jahren habe ich 130 Kilo bei einer Größe von 1, 66 m gewogen.

Schon bei meiner Hochzeit vor drei Jahren hatte ich die magischen 100 Kilo überschritten, aber Diäten haben nur das Gegenteil bewirkt. Mein Mann liebt mich aber so, wie ich bin, und eigentlich war ich glücklich. Nach einem Jahr zu zweit war uns klar: wir wünschen uns ein Baby! Als ich meiner Mutter erzählt habe, dass wir uns Nachwuchs wünschen, war die total entsetzt: „Kind, tu dir einen Gefallen und nimm erstmal ab. Sonst wird das Baby ja krank!“ Auch mein Frauenarzt schüttelte den Kopf: „Frauen mit ihrem Umfang werden kaum schwanger, das hat die Natur auch klug eingerichtet. Nehmen Sie 40 Kilo ab, dann sprechen wir noch einmal darüber.“ Danach war ich völlig fertig. Und habe wieder versucht abzunehmen, habe täglich eine Stunde auf dem Fahrrad gesessen und nur von Joghurt und Suppen gelebt. Bis mein Mann ein Machtwort sprach: „Ich will dich so wie du bist! Wenn wir ein Kind haben sollen, dann klappt das auch!“ Klingt komisch, aber seine Zuversicht hat mir Mut gemacht.

Ich habe weiterhin bewusst gegessen, aber kaum abgenommen. Einen Monat später hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ich kann die Gefühle kaum beschreiben. Uns beiden liefen die Tränen runter. Zwei Wochen später war ich dann beim Frauenarzt. „Sehr unvernünftig. Das ist eine Hochrisikoschwangerschaft“, erklärte er mir. Und berichtete mir, dass es kaum möglich sein würde wegen meiner Fettschichten einen Ultraschall zu machen, ich würde wahrscheinlich Bluthochdruck bekommen und auch eine Schwangerschaftsdiabetes sei sehr sicher. „Kinder von stark adipösen Menschen werden fast immer krank“, sagte er. Ich war völlig geschockt.


Beim nächsten Termin kam mein Mann mit. „Ich kann ihnen kaum gratulieren“, sagt der Arzt zu uns beiden. Und das nachdem er gerade das Herzchen im Ultraschall hatte pochen sehen und mir den Mutterpass gegeben hat. Uns fehlten die Worte. „So eine Risikoschwangerschaft muss eng überwacht werden. Sie dürfen nicht ein Gramm zunehmen, wenn sie das Leben ihres Kindes schützen wollen. Aber machen sie sich auf eine schwere Zeit gefasst.“ Dann lachte er. „Na, schwer ist es bei ihnen ja immer.“ Wir haben die Praxis nie wieder betreten.

Aber die Worte des Arztes taten wirklich weh. Dank einer Freundin fand ich eine andere Frauenärztin, die mich sehr liebevoll durch die Schwangerschaft begleitet hat. Ich erzählte ihr von meinem Erlebnis bei dem anderen Arzt und den vielen Warnungen. „Na, gut dass sie jetzt hier sind. Ich sehe das anders. Wenn der Körper es schafft schwanger zu werden ohne Hilfe, dann ist das ein gutes gesundes Zeichen.“ Aber eine Risikoschwangere blieb ich. „Davor müssen sie auch keine Angst haben. Das bedeutet, dass sie einige Untersuchungen mehr bekommen und wir die Schwangerschaft enger beobachten. Aber fast die Hälfte aller Schwangeren hat heute so einen Vermerk im Pass“, erklärte die Ärztin. Ich atmete auf. Doch die Angst blieb.

In den ersten drei Monaten war mir ständig übel. So übel, dass ich fast 8 Kilo abnahm. Mein Mann machte sich schon Sorgen um mich und das Baby. Aber die Ärztin beruhigte ihn. Die Hormonumstellung bewirke vieles und dem Baby ginge es gut. Auch in im vierten und fünften Monat hatte ich nicht zugenommen, aber das Baby wuchs. Unangenehm war die Feindiagnostik bei einem Spezialisten. Schon wieder so ein Arzt, der meinte, mich über die Risiken von Übergewicht aufklären zu müssen! Aber unser Zwuggi war bestens drauf und outete sich als kleines Mädchen.

Erst ab dem 7. Monat sah man endlich meinen Babybauch richtig. Schwierig fand ich es, Umstandsklamotten in 3-XL zu bekommen. Aber im Internet wurde ich fündig. Es war schon komisch. Zum ersten Mal in meinem Leben freute ich mich über meinen wachsenden Bauch, konnte ihn streicheln und mich daran erfreuen. Und ich nahm auch ein wenig zu. Insgesamt hatte ich fünf Kilo mehr drauf nach der Schwangerschaft, aber ich hatte ja auch erst einmal Gewicht verloren.

Bis in die 30. Schwangerschaftswoche hatte ich gar keine Probleme. Den Zuckerbelastungstest bestand ich super und auch mein Blutdruck war gut. Dann kam die Aufnahme in die Geburtsklinik. Ich hatte mich für ein nettes kleines Krankenhaus entschieden. Beim Gespräch erklärte man mir, dass man mich nicht aufnehmen würde. „Für solche Schwangeren wie Sie ist bei uns nichts ausgestattet.“ Ich fand das ziemlich diskriminierend. Aber damit muss man als Dicke leben. Genauso wie mit den Leuten, die glauben, dass ich nur wegen meiner Extrakilos weniger Hirnzellen habe und die mir alles drei Mal erzählen.

Die Geburt verlief völlig ohne Komplikationen. Im Universitätskrankenhaus wurden wir sehr nett betreut und es gab gar keine Kommentare. Meine Tochter war kerngesund und mit 52 cm und 3250 g weder zu schwer noch zu leicht. Sie ist ein Sonnenschein und jetzt mit 14 Monaten ein lebhafter kleiner Schatz – und ganz normalgewichtig, so wie ihr Vater. Nun hoffen wir, dass sie noch ein Geschwisterchen bekommen wird. Ich werde mir dieses Mal von niemandem Angst machen lassen.“

Janina* (34) Leider ist man bei doofen Kommentaren nicht immer schlagfertig

„Warum sind dicke Frauen eigentlich unbedingt Risikoschwangere? Das kann und will ich einfach nicht verstehen! Das hat sich wahrscheinlich der gleiche Schwachkopf ausgedacht, der auch den Body-Mass-Index erfunden hat. Mal ernsthaft, es sind doch nicht alle Menschen gleich gebaut! Wieso soll eine zarte zierliche Frau mit Körbchengröße A genauso viel wiegen wie eine Frau mit wirklich breitem Becken und stattlicher Oberweite?

Und ähnlich sollte es doch wohl auch bei der Schwangerschaft sein. Frauen, wegen ihres Gewichtes gesundheitliche Schwierigkeiten haben, sollten sicher eng beobachtet werden. Aber bei allen anderen?

Ich war schon immer alles andere als eine Elfe. Eher der Typ Amazone. Und zwar keine kleine, denn ich bin 1,83 m groß. Schon als Teenager wog ich über 100 Kilogramm. Aber ich habe mich nie als richtig fett empfunden, denn etliche Pfunde habe ich auch in der Oberweite. Mein Mann ist ebenfalls eher ein stattlicher Wikinger.

Vor gut drei Jahren haben wir beschlossen, dass wir gern ein Baby hätten. Wegen meines Gewichts von mittlerweile 122 Kilogramm habe ich mir da gar keine Gedanken gemacht. Und ich bin auch gleich im dritten Zyklus schwanger geworden. Die Freude war riesig. Die Frauenärztin wies mich zwar darauf hin, dass ich wegen meines Gewichtes als Risikoschwangere gelte, das fand ich zwar doof, aber auch nicht sonderlich tragisch, da so viele meiner Freundin irgendein Risiko angekreuzt bekommen haben. Ärgerlich war allerdings, dass meine Speckrolle es der Ärztin schwer machte, mit ihrem nicht sonderlich neuen Gerät zu schallen. Aber ich wollte ja sowieso möglichst eine Hebammenbegleitung und den Doktor so wenig wie nötig sehen.

Aber dann kam leider alles ein wenig anders. Denn so völlig unkompliziert wie alles begann blieb es leider nicht. Ich war in der 10. Schwangerschaftswoche, als ich morgens mit furchtbaren Krämpfen aufwachte. Ich ging ins Bad, setzte mich auf das WC und ein Blutschwall kam plötzlich raus. Ich rief verzweifelt meinen Mann. Wir fuhren sofort in die nächste Klinik. Ich weinte die ganze Zeit um unser Kind. Der untersuchende Arzt war ganz freundlich, nahm sich viel Zeit und hatte auch ganz andere Technik zur Verfügung. Auf dem Ultraschall sah man deutlich ein pochendes Herzchen! Wieder liefen Tränen. Weil die andere Ärztin nicht wirklich etwas sehen konnte, hatte sie die Zwillingsschwangerschaft nicht erkannt. Wir hatten ein Kind verloren, aber ein Baby wuchs noch in meinem Bauch!

Danach blieb ich dann doch in einer engen medizinischen Kontrolle. Ich fühlte mich zwar stark und gesund, wollte aber doch die mögliche Technik nutzen. Eine liebe Hebamme hatte ich trotzdem. Die hat mich vor allem ein wenig bei meinem Babybauch-Kummer gestützt. Denn irgendwie hatte ich lange Zeit einfach nur quasi zwei Speckrollen. Die untere (unter der Taille) wuchs immer mehr. Aber eine richtige Kugel hat sich erst nach der 20. Schwangerschaftswoche daraus entwickelt.

Dafür dann aber rasant. Ich habe tatsächlich sehr auf meine Ernährung in der Schwangerschaft geachtet, bin jeden zweiten Tag stramm im Wald spazieren gegangen. Aber ich habe etwa 20 Kilogramm zugenommen. Zum Ende der 39. Schwangerschaftswoche wog ich 140 Kilogramm. Ich merkte, dass viele Leute mich anglotzen. Einmal sagte ein Kind im Bus hinter mir zu seiner Mutter: „Ist die Frau schwanger oder immer so dick?“ Das heftigste war die Antwort. „Leise, das sagt man nicht. Die Frau ist ja auch traurig, dass sie so fett ist.“ Ich habe nichts gesagt. Dazu war ich zu geschockt. Von wegen alle Dicken sind schlagfertig und witzig. Ich nicht.

Ein dicker Bauch mit einer Kugel vorne dran? Hatte die Mutter vermutet, dass ich Melonen im Stück nasche? So ein hochschwangerer Bauch sieht doch auch bei einer dicken Frau einfach nur nach Baby aus.

Etwa acht Wochen vor der Geburt bestand der Verdacht auf eine Schwangerschaftsdiabetes, weil der Kleine so groß war. Das Ergebnis war negativ. Aber ich gebe zu, dass ich mich schon sehr gesorgt habe. Leider konnte ich meinen Sohn nicht wie gewünscht entbinden. Weil der errechnete Kopfumfang bei 37 Zentimetern lag, wurde er vor zehn Wochen per Kaiserschnitt geholt.

Eric war mit 58 Zentimetern und einem Gewicht von 3790 Gramm eindeutig das größte Baby auf der Säuglingsstation. Mein Mann und ich kamen gerade, als zwei Schwestern sich unterhielten. „Kräftiges Kerlchen. Der kommt nach der Mutter.“ Mein Mann misst 2,05 m. „Könnte aber auch von mir sein, die Statur“, sagte er sehr laut. Die Schwester war krebsrot. Ich fand das eher lustig.

Die ersten der zusätzlichen Babykilos habe schon wieder runter. Und bin ich sehr optimistisch, dass weitere Kilos purzeln werden. Denn immer wenn ich mich an den Tisch setzen will, um zu essen, wünscht Eric seine Milchbar. Wunderbare Stilldiät!“

*Namen auf Wunsch geändert

Adipositas – Kinderwunsch durch PCO-Syndrom gefährdet

Wenn ein Paar sich ein Baby wünscht dann hoffen meist beide, dass es rasch klappt mit dem Schwanger werden. Bei Adipositas handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die auch diesen Lebensbereich sehr negativ beeinflussen kann. Im Fokus steht das sogenannte PCO-Syndrom (Polyzystische Ovar- oder Ovarial-Syndrom), was bei über 10 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft verhindert oder deutlich erschweren kann. Aber auch andere Veränderungen im hormonellen Stoffwechsel werden mit der Adipositas in Verbindung gebracht.


Das PCO Syndrom

Was ist das PCO-Syndrom?

Anhand verschiedener Symptome lässt sich erkennen, was das PCO-Syndrom ist. Wer sich fragt, was ein PCO-Syndrom ist bzw. ob eine Erkrankung vorliegt, sollte auf verschiedene, körperliche Erscheinungen achten. Bleibt die Regelblutung aus oder liegen starke Zyklusschwankungen vor, verliert die Patientin Kopfhaare oder entwickelt gar eine eher männliche Körperbehaarung, könnte ein PCO-Syndrom vorliegen. Erfahren Sie im Folgenden, was PCO ist und welche Folgen die Erkrankung haben kann.
„Was ist PCO?“ ist eine der am häufigsten gestellten Fragen von Patientinnen. Bevor wir Ihnen detailliert Ursachen und Auswirkungen der Erkrankung erläutern, wollen wir auf das Thema „PCO – was ist das?“ näher eingehen:
Bei Frauen gehört das PCO-Syndrom zu den häufigsten Hormonstörungen. Studien gehen davon aus, dass zwischen 5 und 10 Prozent der Frauen davon betroffen sind. PCO ist die Abkürzung für Polyzystische Ovarien, die eine bestimmte Veränderung der Eierstöcke beschreibt. Im Vergleich zu gesunden Eierstöcken ist die Anzahl kleiner Eibläschen wesentlich größer, als bei gesunden Eierstöcken. Nicht zu verwechseln sind diese Auswüchse mit Zysten, die andere Ursachen haben. Wer unter dem PCO-Syndrom leidet, hat eine erhöhte Anzahl männlicher Hormone im Blut. Die Eisprünge sowie Regelblutungen und der gesamte Zyklus geraten aus dem Rhythmus. Langfristig kann ein unbehandeltes PCO-Syndrom zu Bluthochdruck und arterieller Verkalkung führen.

Für mehr Informationen empfehlen wir Ihnen unsere Broschüre: Das PCO-Syndrom.

Die Ursachen des PCO-Syndroms

… sind nicht endgültig geklärt. Sowohl genetische Faktoren (erbliche Veranlagung) als auch Umwelteinflüsse, wie etwa Bewegungsmangel oder eine Mangelversorgung, können das Entstehen und den Fortschritt dieser Erkrankung begünstigen. Als erwiesen gilt, dass krankhaftes Übergewicht (Adipositas) – sowohl im negativen als auch im positiven Sinne – wesentlichen Einfluss auf diese Erkrankung hat. Denn für die Entwicklung des PCO-Syndroms scheinen veränderte Hormongegebenheiten maßgeblich verantwortlich zu sein. Mehrere Störungen des Hormonhaushaltes verstärken sich hierbei gegenseitig. Betroffen sind vor allem die Gruppe der männlichen Sexualhormone, die sogenannten Androgene, sowie weitere Hormone der Hirnanhangdrüse (Hypophyse).

Das Hormonsystem des Menschen

… ist ein sehr komplexes und ausgeklügeltes System und viele der hier bereits genannten Hormone beeinflussen sich gegenseitig. Wird dieser hormonelle Stoffwechsel gestört, kann dies Auswirkungen auf ganz unterschiedliche Körperfunktionen und Stoffwechselabläufe haben. Dies hängt im Wesentlichen davon ab, welche Hormone betroffen sind. Um es kurz zu benennen: Es kann sowohl ein zu viel an Östrogen, also eine Östrogendominanz, und / oder der Überschuss an männlichen Hormonen (Hyperandrogenämie) sowie ein krankhaft erhöhter Insulinspiegel (Hyperinsulinämie) für die Entstehung der oben genannten PCOS-typischen Symptome verantwortlich sein. Häufig kommen aufgrund der Wechselwirkung der unterschiedlichen Hormone gleich mehrere hormonell bedingte Veränderungen vor.
Wie hoch die Wahrscheinlichkeit mit PCO-Syndrom schwanger zu werden ist, sollten Sie unbedingt von einem Experten abklären lassen. Denn trotz PCO schwanger zu werden, kann ein mühsamer Prozess sein. Bis zu 10 Prozent der weiblichen Bevölkerung im gebärfähigen Alter ist durch das PCO-Syndrom bei Schwangerschaft und Geburt erhöhten Risiken ausgesetzt. Schwanger werden mit PCO bedeutet für den gesamten Organismus eine deutlich größere Belastung als die Schwangerschaft bei einer gesunden Frau. Wie lange es dauert, mit dem PCO-Syndrom schwanger zu werden, hängt von der gewählten Behandlung und dem Durchhaltevermögen der Betroffenen ab.

Eine wesentliche Ursache für die Entstehung dieser Krankheit ist das Körpergewicht

Insbesondere Adipositas-Patientinnen leiden deutlich häufiger unter dem PCO-Syndrom als normalgewichtige Patientinnen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand, denn vor allem das sogenannte viszerale Fett, also das Fett im Bauchbereich ist stoffwechselaktiv und beeinflusst maßgeblich ganz unterschiedliche hormonelle Stoffwechselprozesse. Eine Schwangerschaft mit Adipositas ist für den gesamten Organismus eine zusätzliche Belastung. Falls Sie sich fragen, ob Sie zu dick, um schwanger zu werden, sein könnten, geben Sie Ihre Daten in den BMI-Rechner ein. Sind Ihre Werte adipös, sollten Adipositas und Schwangerschaft gleichermaßen durch Ärzte begleitet und behandelt werden.
Häufig findet sich auch eine sogenannte Insulin-Resistenz. Das bedeutet, dass die Rezeptoren für das Hormon „Insulin“, das sich um die Aufnahme von Zucker in die Zellen kümmert, nicht mehr voll funktionsfähig sind. Der Körper reagiert zunächst mit einer vermehrten Insulinausschüttung (Hyperinsulinämie). Es entwickelt sich eine Zuckerintoleranz bzw. eine diabetische Stoffwechsellage. Die diabetische Stoffwechsellage verschlimmert die Symptome des PCO-Syndroms. Auch Diabetes sollte immer von Fachärzten behandelt werden, damit nicht zusätzliche Belastungen durch Adipositas, Schwangerschaft und Diabetes den Organismus belasten. Statt einfach schwanger mit Adipositas zu werden oder adipös den Kinderwunsch zu verfolgen, könnten eine Ernährungsumstellung bzw. ein Magenballon oder eine OP vor der Schwangerschaft zu einem gesunden und fertilen Körper führen.

Bis zu 75 Prozent der betroffenen Frauen sind adipös

Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Adipositas ab einem BMI von über 30kg/m² vor. Dabei wird in drei über den BMI voneinander abgegrenzte Schweregrade unterschieden (s. BMI-Tabelle).

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Für mehr Informationen empfehlen wir Ihnen unsere Broschüre: Das PCO-Syndrom.

Weitere Stoffwechselveränderungen

Stoffwechselveränderungen bei Frauen

Auch andere Veränderungen im hormonellen Stoffwechsel können dem Kinderwunsch im Wege stehen. Übergewichtige produzierten mehr Insulin, wodurch eine Insulinresistenz gefördert wird. Diese kann eine Störung begünstigen, bei der durch einen Überschuss an männlichen Hormonen in den Eierstöcken die Reifung der Eibläschen beeinträchtigt wird. Es kommt dann nur selten oder manchmal gar nicht zu einem Eisprung. Durch das Ausbleiben bekommen viele Frauen keine Menstruation mehr. Ein unregelmäßiger Zyklus oder das Ausbleiben des Eisprungs könnten erste Anzeichen für eine Fehlfunktion der Eierstöcke sein. Hier sind die Ursachen häufig nicht immer einfach zu diagnostizieren und es sollte ein kompetenter Gynäkologe aufgesucht werden. Dieser berät Sie bei einem Kinderwunsch mit PCO und kann eine PCO-Kinderwunsch-Prognose auf Basis Ihrer persönlichen Werte erstellen. Steigern Sie trotz PCO-Syndrom Kinderwunsch-Chancen, indem Sie durch eine Ernährungsumstellung und eine Gewichtsreduktion die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöhen. Die PCO-Behandlung bei Kinderwunsch und Schwangerschaft sollte niemals vernachlässigt werden.

Stoffwechselveränderungen bei Männern

Auch die Unfruchtbarkeit bei Männern kann die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Bei Männern wirke sich zu viel Fett auf die Zeugungsfähigkeit aus. Dies gilt insbesondere für das sogenannte Viszerale Fett, also das Fett im Bauchraum. Männer mit starkem Übergewicht seien häufiger steril als Normalgewichtige. Ursache dafür seien ein niedriger Testosteronspiegel, eine gestörte Spermienproduktion und eine verminderte Spermienbeweglichkeit.

Was mich dazu qualifiziert?

Ihr Lieben, Soul­ful­ly hat mich gebeten, etwas zum The­ma Schwanger­schaft und Übergewicht zu schreiben

Ich habe zwei gesunde Töchter in diese Welt gebracht und ich habe/hatte zu viel auf den Hüften… 😉 Nein, aber mal Spaß bei­seite – das The­ma Schwanger­schaft beschäftigt viele von Euch, es gibt immer wieder Fra­gen dazu.

Ich habe daraufhin etwas recher­chiert und hoffe, dass ich Euch einige der wichtig­sten Fra­gen beant­worten kann. Ich bin aber keine medi­zinis­che Fach-Jour­nal­istin, das möchte ich gerne fes­thal­ten, ich gebe hier meine ganz per­sön­liche Mei­n­ung ab und die ist pos­i­tiv — ich möchte Euch Mut machen, Mut zum Kind!

Auch wenn immer wieder Horror–Schlagzeilen wie diese im Netz zu find­en sind:

„Bekom­men kor­pu­lente Frauen ein Kind, dro­hen häu­figer Kom­p­lika­tio­nen wie Schwanger­schafts­di­a­betes. Nun kommt eine schwedis­che Studie zum Schluss: Babys übergewichtiger Müt­ter haben ein höheres Risiko, kurz nach der Geburt zu ster­ben.“ Artikel auf Spiegel Online vom 03. Dezem­ber 2014

„Sie haben Übergewicht und sind schwanger?“ Artikel auf 9Monate, let­zte Aktu­al­isierung 06. April 2016

„Schwanger mit Übergewicht – das kön­nte also tat­säch­lich zu Prob­le­men führen!“ Artikel von lil­liput-lounge, Veröf­fentlichung unbekan­nt

Erste Entscheidungen

Den ganzen medi­zinis­chen BMI–Wert Bes­tim­mungskram lasse ich an dieser Stelle mal ganz weg, denn Ihr ken­nt ihn sich­er längst, Euren BMI. Auch das hässliche Wort Adi­posi­tas (dt. Fet­tleibigkeit) hil­ft bei der Frage nicht unbe­d­ingt weit­er. Ich glaube, es ist wichtig, einen guten Arzt zu find­en, der Euch bei Eur­er Entschei­dung unter­stützt und der Euch immer zur Seite ste­ht. Und ja, solche Frauenärzte gibt es!

Aber vielle­icht fange ich erst ein­mal mit meinen eige­nen Schwanger­schaften an, denn da bin ich schließlich die wirk­liche Exper­tin…

Meine erste Schwangerschaft

Bei mein­er ersten Schwanger­schaft war ich 31 Jahre alt und nicht wirk­lich übergewichtig. Bei 1,71m habe ich 78 kg gewogen, ein biss­chen üppig, aber nicht wirk­lich adipös, und fühlte mich damals wahnsin­nig dick… Lächer­lich, wie ich heute finde. Ich habe dann während der Schwanger­schaft 15 kg zugenom­men und auch das ist nicht wirk­lich schlimm. Aber lei­der habe ich diese 15 kg nach der Geburt nicht wieder abgenom­men…

Susie im Dezem­ber 1992, drei Monate später war Lucie da! Mit mein­er Kol­le­gin Bur­gi — unsere Töchter sind nur ein paar Tage auseinan­der geboren.

Meine zweite Schwangerschaft

Bei der zweit­en Schwanger­schaft war ich bere­its 37 Jahre alt und wog schon erhe­blich mehr. Und habe dann noch ein­mal fast 10 kg draufgepackt. (Auch diese Kilos kleben an mir wie Kau­gum­mi, mal mehr, mal weniger – you do the Math :))

Meine Schwanger­schaften an sich waren easy. Mir war niemals übel, ich kon­nte arbeit­en und bin bis kurz vor der Geburt geflo­gen, was mir über­haupt keine Prob­leme bere­it­ete. (Meine Ärztin sagte, dass es okay sei, weil ich keine Flu­gangst hat­te und mich das Fliegen nicht wirk­lich stresste.)

Ich sah blühend aus, es ging mir fabel­haft und ich habe es genossen, dass der Bauch, der immer mehr wurde, tat­säch­lich mal einen Sinn hat­te und nicht nur Speck war… 🙂

Ich habe unsere erste Tochter Lucie per Kaiser­schnitt bekom­men und sie kam drei Wochen zu früh, aber das lag nicht an meinem Übergewicht. Lucie war eine „Beck­e­nend­lage“ und sie wollte sich partout nicht drehen. (Hat­te auch damals schon ihren eige­nen Kopf!) Auch unsere Tochter Clara kam per Kaiser­schnitt zur Welt, für mich kein Prob­lem. Ich wollte auf keinen Fall irgend ein Risiko einge­hen und so habe ich zwei Geburten ohne eine einzige Wehe erlebt.

Ehrlich gesagt, bin ich heute froh, dass ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht habe. Mein Mann und ich sind die Sache rel­a­tiv naiv ange­gan­gen – Kinder kom­men, wenn sie wollen, geplant waren bei­de Schwanger­schaften nicht.

Wir woll­ten gerne Kinder und sind sehr froh und dankbar, dass es sofort geklappt hat und das alles gut gegan­gen ist. Bei­de Töchter sind gesund, nor­mal­gewichtig und zu bild­hüb­schen jun­gen Frauen herangewach­sen.

Paradebeispiel: Tess Holliday

Mit großem Inter­esse habe ich die Schwanger­schaft von Plus-Size-Mod­el Tess Hol­l­i­day ver­fol­gt. Sie zele­bri­erte ihre zweite Schwanger­schaft auf Insta­gram und hat erst kür­zlich einen gesun­den Jun­gen bekom­men. Tess ist ein wirk­lich­er Super­star und ein wahres Plus-Size-Mod­el mit ein­er Kon­fek­tion­s­größe 52–54. Und ist somit das einzige Mod­el mit dieser Kon­fek­tion­s­größe, das auch einen echt­en Mod­elver­trag bei ein­er großen Agen­tur hat!

Tess’ Kom­men­tar zu diesen Fotos erzählt, was sie sich anhören durfte. Das Fat-Sham­ing wurde jet­zt um noch einen weit­eren Aspekt ergänzt: die Sorge um das arme, unge­borene Kind:

Ein von Plus Mod­el | Mom | Fem­i­nist? (@tessholliday) gepostetes Foto am 19. Apr 2016 um 15:20 Uhr

„Ein weit­eres Baby zu bekom­men war zugle­ich wun­der­voll, aber oft auch frus­tri­erend. Jet­zt wo ich im 8. Monat bin, sieht mein Kör­p­er kaum anders aus, nur mein Bauch hat sich verän­dert. Was ich akzep­tieren musste (und das ist nicht cool), ist, dass Leute es immer noch o.k. find­en, über meinen Kör­p­er zu urteilen. Die Kom­mentare vari­ieren von „Du siehst ja gar nicht schwanger aus.“, über „Du musst ja Vier­linge bekom­men.“, bis zu „Du set­zt dein Kind einem Risiko aus.“ Es gab noch sehr viel schlim­mere, dumme Kom­mentare, die ich hier aber nicht wiedergeben werde. Wenn nor­mal­gewichtige „Promi­nente“ schwanger sind, sind das immer glam­ouröse, per­fekt gestylte Frauen, die der Presse erzählen, was sie pla­nen, um schnell wieder ihren Babyspeck los zu wer­den. Ich, als Plus-Size-Mod­el, habe ver­sucht, so gut wie möglich auszuse­hen. Das war nicht immer ein­fach, denn das ist nicht die Real­ität für die meis­ten Frauen. Ich bin nicht die erste dicke Frau, die vor den Augen der Öffentlichkeit ein Baby bekommt und die dies mit der Welt teilt und ganz sich­er werde ich nicht die Let­zte sein! Aber ich gehöre zu der Min­der­heit die Euch sagt – es ist okay, lasst Euch nicht ent­muti­gen!“

Show­ing off my #baby­bump skills ? Biki­ni by @torridfashion ? #38weeks #baby­hol­l­i­day­on­the­way Ein von Plus Mod­el | Mom | Fem­i­nist? (@tessholliday) gepostetes Foto am 30. Mai 2016 um 9:38 Uhr

Our hand­some lit­tle guy is here, Bowie Juniper Hol­l­i­day???? @nickhollidayco snapped this while I was dress­ing him to go home ???

Ein von Plus Mod­el | Mom | Fem­i­nist? (@tessholliday) gepostetes Foto am 14. Jun 2016 um 11:45 Uhr

Hier noch ein paar wichtige Fakten von Onmeda.de:

Schwan­gere, ob übergewichtig oder nicht, soll­ten drin­gend von Fas­tent­a­gen und Diäten, die nicht medi­zinisch notwendig sind, abse­hen.

Abnehmen in der Schwanger­schaft führt zu einem Nahrungsentzug, der die Entwick­lung Ihres Babys stört und nicht vorherse­hbare Schä­den her­vor­rufen kann. Die wer­dende Mut­ter, deren Ressourcen nun beson­ders wichtig sind, entzieht ihrem Kör­p­er mit Fas­tenkuren oder Diäten wichtige Vit­a­mine, Nährstoffe und Spurenele­mente. Vor Obst- oder Reista­gen wird eben­falls gewarnt. Während der Schwanger­schaft sind diese beliebten Entwässerungs­diäten nicht nur wirkungs­los, sie schädi­gen schlimm­sten­falls Mut­ter und Kind.

Allerd­ings dür­fen Sie in der Schwanger­schaft in gesun­den Gren­zen Sport treiben, um so die Gewicht­szu­nahme im Rah­men zu hal­ten. de

Stark übergewichtige Schwan­gere neigen zur Über­tra­gung ihres Nach­wuch­ses, das heißt, die Schwanger­schaft dauert länger als 40 Wochen. Damit das Baby nicht zu lange in der Gebär­mut­ter verbleibt, leit­en die Ärzte in diesem Fall die Wehen kün­stlich ein oder führen einen Kaiser­schnitt durch. (Meine Töchter kamen übri­gens bei­de zu früh!)

Es beste­ht ein erhöht­es Risiko, unter anderem an Schwanger­schafts­di­a­betes zu erkranken. Diese Kom­p­lika­tio­nen betr­e­f­fen allerd­ings nur eine geringe Anzahl von wer­den­den Müt­tern.

Die meis­ten Frauen brin­gen auch mit zusät­zlichen Kilos ihr Kind ganz nor­mal zur Welt!

Ich kön­nte noch stun­den­lang weit­er Pros & Cons auflis­ten, aber ich mache hier Schluss:

Wer Kinder möchte, sollte sie bekom­men, das ist meine Mei­n­ung. Ich wün­sche Euch ganz viel Glück bei der Erfül­lung dieses Traums. <3

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte …

Der Mama BMI Rechner

Zuletzt aktualisiert am 03. Januar 2020
© PublicDomainPictures /

BMI & Körpergewicht haben Einfluss auf Hormonhaushalt, Gesundheit und Fruchtbarkeit. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Hier kannst du deinen persönlichen BMI berechnen und erhältst eine Info zur BMI-Klassifikation (nach BGE). Unser BMI-Rechner wurde für Mamas und Frauen im gebährfähigen Alter optimiert. Die Berechnung ist aber grundsätzlich für „jedermann & jedefrau“ möglich. Sie berücksichtigt Faktoren wie Alter, Geschlecht und ggf. eine bestehende Schwangerschaft.

+++ Gewinne das Buch „Veggie for Moms“ – Noch bis zum 02.02.2020 im BLOG +++

FAQ:

Bitte beachtet: Dieser Beitrag dient der Information. Er ersetzt jedoch keine individuelle Beratung oder Untersuchung durch einen qualifizierten Ernährungsberater oder Arzt.

Der Body Mass Index (BMI)

Der Body Mass Index (kurz: BMI) ist eine Kennzahl, die das Körpergewicht einer Person in Relation zur Körpergröße stellt. Er liefert einen groben Richtwert, ob das Körpergewicht im Normalbereich liegt. Der Wert selbst bezieht sich zunächst nur auf das Gewicht und berücksichtigt weder Alter noch Geschlecht.

Unser BMI-Rechner berücksichtigt bei der Interpretetion des berechneten BMI sowohl Geschlecht als auch Alter der Person. Die Einstufung, ob das Gewicht im Normalbereich liegt, ist damit aussagekräftiger und genauer.

Wichtig: Keineswegs ausreichend ist der BMI jedoch für eine allgemeine Aussage über den Gesundheitszustand. Er kann nur als Richtwert dienen, da viele weitere Faktoren beim Körpergewicht eine Rolle spielen, wie z.B. die individuelle Zusammensetzung der Körpermasse aus Wasser, Muskelgewebe und Fett oder die Statur einer Person.

Berechnung des BMI

Der BMI berechnet sich aus dem Verhältnis von Körpergewicht in Kilogramm und der Körpergröße in Metern im Quadrat.

Formel:
BMI = Körpergewicht in kg / (Körpergröße in m)²

Beispiel:
Eine Person mit einer Körpergröße von 170 cm und einem Körpergewicht von 65 kg hat einen BMI von 22. .

Der ideale BMI, der ein Normalgewicht repräsentiert, hängt von Alter und Geschlecht ab. Ob dein Gewicht im Normalbereich liegt, kannst du mit unserem BMI-Rechner testen oder in den folgenden BMI-Tabellen ablesen.

BMI-Tabellen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO liefert eine BMI-Klassifikation, bei der zwischen Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und drei Stufen von Adipositas unterschieden wird:

In der angepassten BMI-Klassifikation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird ein Bezug zum Geschlecht dargestellt (nach DGE Ernährungsbericht 1992):

Klassifikation m w
Untergewicht <20 <19
Normalgewicht 20-25 19-24
Übergewicht 25-30 24-30
Adipositas 30-40 30-40
Massive Adipositas > 40 > 40

Ein „gesunder“ BMI hängt allerdings auch vom Alter ab. Folgende Tabelle zeigt BMI-Werte (Normalgewicht) für verschiedene Altersgruppen:

Alter BMI
19 – 24 Jahre 19 – 24
25 – 34 Jahre 20 – 25
35 – 44 Jahre 21 – 26
45 – 54 Jahre 22 -27
55 – 64 Jahre 23 – 28
> 64 Jahre 24 – 29

BMI bei Kinderwunsch und Schwangerschaft

Ein gesunder BMI, der für Normalgewicht steht, ist zunächst immer eine gute Ausgangsposition. Insbesondere bei Kinderwunsch oder einer bereits bestehenden Schwangerschaft. Aber natürlich gibt es darüberhinaus noch weitere Faktoren, die hierbei Einfluss nehmen, wie z.B. hormonelle Voraussetzungen, Genetik, Alter, Stoffwechsel, Fitness und gesundheitliche Gesamtkonstitution, sowie auch eine gesunde Ernährung und Lebensweise.

Kinderwunsch, Schwangerschaft & Diät?

Vorsicht geboten ist insbesondere bei einseitigen Diäten oder gar einer Crash-Diät. Hierdurch können Mängel und Unterversorgung an existenziellen Nährstoffen auftreten. Doch nicht nur der Stoffwechsel, sondern auch der Hormonhaushalt kann durch eine Diät gestört werden. Gerade bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft können Diäten oder sonstige Einschränkungen in der Ernährung ausgesprochen schädlich sein. Sowohl für die Mutter, als auch insbesondere für das ungeborene Kind. Ohne eine ärztliche Indikation und ernährungsmedizinische Beratung ist deshalb definitiv davon abzuraten. Für eine selbstverordnete Diät ist jetzt der falsche Zeitpunkt.

BMI & Gewichtszunahme in der Schwangerschaft?

Im ersten Trimenon einer Schwangerschaft findet bei den meisten Frauen noch keine allzu merkliche Gewichtszunahme statt, zumindest sofern das Essverhalten nicht geändert wurde. Nicht selten ist sogar ein leichter initialer Gewichtsverlust, bedingt durch Übelkeit oder Sensibilität gegenüber bestimmten Lebensmitteln. Ab dem zweiten Trimenon ist eine Gewichtszunahme von ca. 300 g pro Woche vollkommen im Rahmen. Im dritten Trimenon können es pro Woche bis zu 500 g sein.

Die empfohlene Gewichtszunahme hängt vom Ausgangsgewicht einer Frau ab. Das IOM (Institute of Medicine) veröffentlichte in 2009 eine überarbeitete Version der „Pregnancy Weight Gain Guidelines“. Dort werden Richtwerte zur empfohlenen Gewichtszunahme während der Schwangerschaft aufgeführt.

Beispiel: Eine schwangerschaftsbedingte Gewichtszunahme von 14 kg könnte sich exemplarisch aus folgenden Komponenten zusammensetzen:

Kalorienmehrbedarf in Schwangerschaft & Stillzeit

Gesunde und ausgewogene Ernährung ist in der Schwangerschaft und Stillzeit ein zentrales Thema. Aber sollte man auch mehr essen als sonst? In der Schwangerschaft besteht ab dem 4. Schwangerschaftsmonat ein geringfügiger Kalorienmehrbedarf von etwa 200 -300 kCal pro Tag. In der Stillzeit ist der Mehrbedarf deutlich höher und beträgt pro Tag ca. zusätzliche 400-500 kCal.

Selbstverständlich sollte man diesen Mehrbedarf nicht mit Schokolade, süßen Stückchen vom Bäcker oder ähnlichen Fett- und Zuckerbomben abdecken. Sinnvoller sind gesunde, kleine Zwischenmahlzeiten wie z.B. Porridge, Naturjoghurt mit Obst oder Gemüsesticks. Oder auch einfach mal ein herzhaftes Vollkornbrötchen mit Frischkäse, Tomate und knackigem Salat. Ausgewogene Ernährung und gesunde Snacks sind hier das Motto!

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Gewichstverlust nach der Geburt

Ein erfreulicher Trost für Schwangere, die nach der Geburt gerne wieder an Ihrem BMI arbeiten wollen: Nicht nur durch die Geburt und die Phase der Rückbildung purzeln wieder etliche Babypfunde. Gerade Mütter die stillen, haben einen erhöhten Kalorienbedarf. Etwa 400-500 kCal pro Tag werden in der Stillzeit zusätzlich benötigt und verbrannt. Bei einer normalen und bewussten Ernährung die ideale Bedingung um weitere Pfunde los zu werden.

Wichtig aber ist: Auch während der Stillzeit ist für eine Fastenkur oder Crash-Diät der falsche Zeitpunkt. Dadurch würden Mutter und Baby einerseits nicht mehr mit allen Nährstoffen versorgt und der Körper würde zudem die Fettreserven angreifen. Das klingt zunächst wundebar, doch werden Schadstoffe in den Fettzellen eingebunden. Diese können durch die Freisetzung in die Muttermilch gelangen und damit auch in den Organismus des Babys.

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In der Schwangerschaft ist eine Gewichtszunahme von 1 bis 1,5 kg pro Woche durchaus normal. Die Gewichtszunahme variiert je nach Ausgangsgewicht.

Ausgehend vom Body-Mass-Index, den die werdende Mutter vor Beginn der Schwangerschaft hat, ergeben sich folgende Orientierungswerte:

  • BMI unter 20: eine Gewichtszunahme zwischen 12,5 und 18 kg über die gesamte Schwangerschaft ist üblich

  • BMI zwischen 20 und 26: eine Gewichtszuname zwischen 11,5 und 16 kg ist üblich

  • BMI von mehr als 26: eine Gewichtszuname zwischen 7 und 11,5 kg ist üblich

Wichtiger Hinweis

Bei den genannten Werten handelt es sich nur um Angaben zur Orientierung. Individuelle Abweichungen sind möglich und bieten keinen Anlass für ein schlechtes Gewissen. Regelmäßige Gewichtskontrollen sind aber gut, da ihr Ergebnis auch ein Indiz dafür sein kann, dass das ungeborene Kind sich entsprechend entwickelt.

Nach der Geburt kann die Rückbildungsgymnastik dabei helfen, Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen. Der Körper braucht mitunter Zeit, um in den Ausgangszustand zurück zu finden. Im Schnitt ist frühestens nach einem halben Jahr damit zu rechnen.

Der Gewichtszunahme-Rechner in der Schwangerschaft berechnet Ihnen, ob Sie im Normalbereich liegen oder nicht – auch bei Zwillingsschwangerschaften.

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    Wie funktioniert der Gewichtszunahme-Rechner?

    Der Gewichtszunahme-Rechner in der Schwangerschaft funktioniert ganz einfach. Sie fügen nur Ihr Gewicht und Ihre Körpergröße vor der Schwangerschaft ein, sowie auch Ihr aktuelles Gewicht und die Woche der Schwangerschaft, in der Sie sich befinden und drücken Berechnen. Sofort werden Sie eine Grafik mit der Gewichtsschätzung erhalten, das Sie haben sollten während Ihrer Schwangerschaft entsprechend Ihres Typs. Wenn Sie vor der Schwangerschaft übergewichtig waren, sollten Sie weniger zunehmen, ebenso Untergewichtige sollten mehr zunehmen, als Normalgewichtige.

    Und bei einer Zwillingsschwangerschaft?

    Kein Problem. Der Gewichtszunahme-Rechner in der Schwangerschaft ist auch für Zwillings-Schwangerschaften ausgelegt. Bei der Datenangabe müssen Sie nur noch das Kästchen, „Erwarte Zwillinge“ anklicken.

      Body Mass Index

      Beschreibung

      Mit dem Body Mass Index (BMI oder Körpermasseindex) lässt sich das eigene Gewicht bewerten. Er berechnet sich aus dem Körpergewicht und der Körpergrösse.

      BMI-Rechner

      Berechne Deinen BMI:

      Idealer Body Mass Index

      Der ideale BMI Wert liegt bei Frauen etwa zwischen 19 bis 24 und bei Männern zwischen 20 bis 25. (Bei diesem BMI Wert liegt die Lebenserwartung statistisch gesehen am höchsten.) Der ideale BMI ist jedoch auch abhängig vom Alter.

      Idealer BMI für Frauen

      Die folgende Tabelle zeigt den idealen BMI in Abhängigkeit des Alters für Frauen:

      Alter Untergewicht Normalgewicht leichtes Übergewicht Übergewicht
      16 18 und weniger 19-24 25-28 29 und mehr
      17 18 und weniger 19-24 25-28 29 und mehr
      18 18 und weniger 19-24 25-28 29 und mehr
      19-24 18 und weniger 19-24 25-28 29 und mehr
      25-34 19 und weniger 20-25 26-29 30 und mehr
      35-44 20 und weniger 21-26 27-30 31 und mehr
      45-54 21 und weniger 22-27 28-31 32 und mehr
      55-64 22 und weniger 23-28 29-32 33 und mehr
      65-90 23 und weniger 24-29 30-33 34 und mehr

      Idealer BMI für Männer

      Die folgende Tabelle zeigt den idealen BMI in Abhängigkeit des Alters für Männer:

      Alter Untergewicht Normalgewicht leichtes Übergewicht Übergewicht
      16 18 und weniger 19-24 25-28 29 und mehr
      17 19 und weniger 20-25 26-29 30 und mehr
      18 19 und weniger 20-25 26-29 30 und mehr
      19-24 19 und weniger 20-25 26-29 30 und mehr
      25-34 20 und weniger 21-26 27-30 31 und mehr
      35-44 21 und weniger 22-27 28-31 32 und mehr
      45-54 22 und weniger 23-28 29-32 33 und mehr
      55-64 23 und weniger 24-29 30-33 34 und mehr
      65-90 24 und weniger 25-30 31-34 35 und mehr

      Nicht überbewerten!

      Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse. Sportliche und muskulöse Menschen werden deswegen irrtümlich als übergewichtig eingestuft. Der BMI gilt auch nicht für Kinder und Jugendliche. Mit dem BMI kann man das eigene Gewicht schnell und einfach bewerten, für mehr ist er jedoch nicht geeignet.

      Der Body Mass Index bei Frauen wurde in den letzten Jahren verstärkt diskutiert. Hintergrund war die häufig diagnostizierte Magersucht bei Models, die als gesundheitliches Problem angesehen wurde. In der „Nationalen Charta der Deutschen Textil- und Modebranche“ wurde ein Body Mass Index bei Frauen von mindestens 18,5 als anstrebenswert festgelegt, während in Frankreich sogar eine ärztliche Bescheinigung eingefordert wird. Auch hier gilt ein Body Mass Index bei Frauen von unter 18,5 als Hinweis auf Anorexie bzw. Untergewicht. Anoxerie oder Magersucht gilt als schwerwiegende Krankheit, die insbesondere bei Frauen vorkommt. Die Häufigkeit von Essstörungen bei 16-jährigen Mädchen lag 2006 laut den Daten des Robert Koch-Instituts bei alarmierenden 35,2 Prozent, die Anzahl diagnostizierter Fälle von Magersucht in deutschen Krankenhäusern lag 2016 bei knapp 8.000.

      Wie wird der Body Mass Index bei Frauen ermittelt?

      Auch, wenn das Gewicht von Frauen deutlich häufiger Teil der medialen Berichterstattung ist, wird der BMI auf dieselbe Weise ermittelt wie bei Männern. Man bzw. frau erhält diesen, indem das Körpergewicht durch die Körpergröße zum Quadrat geteilt wird. Die Unterscheidung zwischen Frau und Mann resultiert lediglich daraus, dass seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO geschlechtertypische Richtwerte für Normalgewicht bzw. Über- und Untergewicht ausgegeben wurden.

      Welcher Body Mass Index bei Frauen wird als ideal definiert?

      Gegenüber dem BMI für Männer, wird der Body Mass Index bei Frauen ein wenig strenger interpretiert. Hintergrund ist die seitens der WHO unterstellte größere Muskelmasse beim Mann, die in aller Regel einen um „1“ erhöhten Wert als tolerabel ansieht. Anders formuliert, liegt der Bereich, innerhalb dessen der Body Mass Index bei jungen Frauen „normal“ ist, zwischen 19 und 24, während für Männer desselben Alters 20 bis 25 angesetzt werden. Mit zunehmendem Alter steigt das Intervall, wobei die Unterschiede zwischen den Geschlechtern erhalten bleiben.

      Kritik am Body Mass Index bei Frauen

      Die Kritik am Body Mass Index bei Frauen ist letztlich identisch mit der allgemeinen Kritik am BMI. Als problematisch gilt vor allem, dass nicht der Muskelmasse bzw. dem Fettanteil Rechnung getragen wird. So werden auch Leistungssportlerinnen mit viel (schwerem) Muskelanteil als übergewichtig angesehen, wenngleich es keinen Anhaltspunkt für diese Vermutung gibt. Als normative Einheit ist der BMI daher weder für Frauen noch für Männer geeignet.

      BMI Rechner – schnell und unkompliziert!

      Auf unserem Portal finden Sie Informationen zum Body-Mass-Index (BMI) und können kostenlos Ihren BMI-Wert berechnen lassen. Des Weiteren bieten wir verschiedene Online-Rechner und zeigen deren Formel, um Untergewicht, Normalgewicht und Übergewicht zu ermitteln.
      Der Body-Mass-Index wurde von Adolphe Quetelet erfunden. Er versuchte, anhand von verschiedenen Daten eine Art mathematische Formel zur Beschreibung des Normalen zu finden. Mit seiner Formel zum BMI glückte ihm die Festlegung der Standardproportionen bei einem erwachsenen Menschen. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war von dieser Formel jedoch nicht viel zu hören, sie geriet größtenteils in Vergessenheit. Der Physiologe Ancel Keys nahm den BMI 1972 her, um einen Maßstab für Übergewicht zu erschaffen.

      Die BMI Formel leicht erklärt

      Der Body-Mass-Index ist eine Maßeinheit für das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße. Die BMI Formel lässt sich einfach umsetzen, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat teilt. Die Formel gilt für Kinder, Jugendliche, Teenager Männer und Frauen.
      Beispiel: Eine Person mit der Körpergröße von 175 cm und dem Körpergewicht von 73 kg.
      BMI-Wert = 73kg : (1,75m) x (1,75) = 23,8
      Die Berechnung ist ja einfach. Und nun? Schauen Sie mit Ihrem Ergebnis in die folgende Tabelle, wo die perfekten BMI-Werte für Männer und Frauen aufgeführt sind.

      BMI Rechner

      (für Erwachsene >= 19 Jahre)
      Sie wollen einen unserer 140 Rechner auf Ihrer Homepage einbinden? >>> weiter

      Optimale Body-Mass-Index Tabelle für Erwachsene

      Alter BMI (Mann) BMI (Frau)
      19 – 24 19 – 24 18 – 23
      25 – 34 20 – 25 19 – 24
      35 – 44 21 – 26 20 – 25
      45 – 54 22 – 27 21 – 26
      55 – 64 23 – 28 22 – 27
      >64 24 – 29 23 – 28

      Wenn Sie Ihren errechneten Wert als Erwachsener (Bezug auf Alter und Geschlecht) nicht in der Tabelle finden, dann haben Sie entweder Untergewicht oder Übergewicht. Benutzen Sie unsere speziellen Online BMI-Rechner um den genauen BMI Wert und deren Eingruppierung in Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht festzustellen.

      Gleich mal ein BMI-Test

      Um den BMI berechnen zu können, bieten wir Ihnen folgende BMI Rechner für Erwachsene (Mann/Frau) und Kinder/Jugendliche/Teenager an:

      • BMI Rechner für Männer und Frauen
      • BMI Rechner für Kinder und Jugendliche

      Der BMI-Wert wurde ermittelt, das bedeutet aber nicht, dass Sie die endgültige Antwort haben, ob Ihr Gewicht nach der Berechnung auch gesund ist. Besonders Werte, die an den Grenzen zwischen Unter- und Normalgewicht und Normal- und Übergewicht liegen sollten überprüft werden.
      Überlegen Sie bei höheren Werten ob Sie evtl. mehr Muskelmasse haben? Das kann der Fall sein, wenn Sie regelmäßig Sport treiben. Bei Verdacht auf Untergewicht sind die BMI Werte – Größe und der Körperbau wichtig. Besonders zierliche und kleine Frauen haben oft das Problem bei der Berechnung zu niedrige Werte zu erreichen. Sollte ein Fakt zutreffen, dann können die Ergebnisse nicht so einfach interpretiert werden. Am besten konsultieren Sie dann einen Facharzt.
      Wenn die Messung positiv ausgefallen ist und der Online Rechner Werte ermittelt, die eindeutig auf Normalgewicht hinweisen, ist es wichtig das Gewicht auch zu halten. Jetzt die BMI Berechnung regelmäßig zu wiederholen kann nicht schaden.
      Richtige und ausgewogene Ernährung zusammen mit ausreichend Bewegung sind die wichtigsten Bestandteile um Ihr Gewicht zu halten. Das gilt nicht nur für Erwachsene sondern auch für Kinder. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Ernährung optimal ist, lassen Sie sich von einem Arzt oder einem Ernährungsberater(in) mit entsprechender Ausbildung beraten.

      BMI Wert – Alternativen?

      • Berechnung Broca Index
      • Berechnung Taille-Hüft-Quotient

      Zu den bekanntesten Alternativen zum BMI Wert zählt natürlich auch die weitläufig bekannte Boca-Formel. Hierzu einfach die Körpergröße in Zentimeter minus 100 rechnen, so wird nach dieser Formel das Idealgewicht ausgerechnet. Eine weitere Alternative ist das Taille-Größe-Verhältnis, kurz TGV genannt. Hier wird der Taillenumfang durch die Körpergröße geteilt, je höher dieser Wert ist, desto höher ist das Risiko einer Erkrankung durch Übergewicht. Das Taille-Hüft-Verhältnis stellt den Umfang der Taille und den Umfang der Hüfte ins Verhältnis. Bei Männern sollte hierbei der Wert 1,0 und bei Frauen der Wert 0,85 nicht überschritten werden. Auch der Taillenumfang kann hergenommen werden, um über eventuelle Gesundheitsrisiken zu informieren.

      Was ist mein Idealgewicht?

      Das Idealgewicht verweist auf das gesunde Gewicht, das wiederum ein harmonisches Verhältnis von Muskulatur und Fettdepot hält und sich aus medizinischer Perspektive in einem gesundheitsfördernden Bereich bewegt. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen im optimalen Gewichtsbereich eine höhere Lebenserwartung haben. Sie haben die Möglichkeit, im Handumdrehen Ihr Idealgewicht auszurechnen.

        Idealgewicht berechnen

      Paul Broca entwickelte als einer der Ersten einen Index für das Idealgewicht, das im Bereich eines optimalen Werts anzusiedeln ist. In diesem Zusammenhang ist von dem Broca Index die Rede. Diese Rechenformel wurde im Zuge der Zeit von dem BMI-Rechner abgelöst, da sich Broca vor allem auf das Idealgewicht im mittleren Größenbereich bezieht.
      Bedenken Sie, dass der Anteil der Muskulatur bei Männern um ein Vielfaches höher ist. Dies erlaubt ein höheres Idealgewicht im Vergleich zu Frauen. Darüber hinaus ist ein Rechner für das Idealgewicht erst ab einem Mindestalter von 18 Jahren einzusetzen, da sich das Idealgewicht von Kindern nochmals maßgeblich unterscheidet.

      Übergewicht: Wenn die hormonelle Bremse fällt

      Ab wann schadet Übergewicht? Darüber streiten sich Experten. Doch gibt es Gründe, frühzeitig die Fettbremse zu ziehen. Denn mit zunehmendem Gewicht verschwindet das natürliche Sättigungsgefühl – und das Abnehmen wird immer schwerer. „Ab einem Body Mass Index (BMI) von 28 fällt die hormonelle Bremse“, sagt Dr. Thomas Eversmann, Endokrinologe an der Wolfartklinik in Gräfelfing bei München. Wir haben den Mediziner gefragt, was das genau bedeutet.

      Unser Körpergewicht wird von einem komplizierten Hormonsystem reguliert, das längst noch nicht komplett erforscht ist. Dieses steuert nicht nur Appetit und Sättigung, sondern auch die Kalorienmenge, die verbrannt und die Menge an Fett, die im Körper eingelagert wird. So sorgen Hormone dafür, dass wir bei Nahrungsmangel oder Diäten Hunger bekommen und nach einem üppigen Mahl erst einmal eine Weile satt sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Sättigungshormon Leptin. Dieses bremst das Hungerfühl, wenn wir genügend gegessen haben.

      Hormone außer Kontrolle

      Doch das Hormonsystem kann aus den Fugen geraten. „Bereits ab einem BMI von 27 oder 28 funktioniert das Hormonsystem nicht mehr richtig“, sagt Thomas Eversmann. Offenbar reagiere der Körper nicht mehr ausreichend auf das Leptin. Die Folgen erklärt der Experte so: Das Hungergefühl wird trotz ausreichender Kalorienzufuhr nicht mehr herunter geregelt. Stattdessen haben Betroffene ständig Appetit. Zudem wird weniger Energie verbrannt, stattdessen lagern sich mehr Nährstoffe als Körperfett ein. In der Folge fällt es Betroffenen zunehmend schwerer, ihr Gewicht zu halten oder sogar abzunehmen.

      Kaloriensparen alleine reicht nicht

      Ein BMI von 27 gilt in Fachkreisen nur als leichtes Übergewicht. Er ist beispielsweise schon erreicht, wenn ein 1,80 Meter großer Mann 88 Kilo wiegt oder eine 1,60 große Frau 69 Kilo. Doch offenbar kann das Abnehmen schon in diesem Gewichtsbereich Probleme bereiten. „Kalorien sparen alleine reicht dann oft nicht mehr“, sagt Eversmann. Auch Bewegung alleine bringe die Fettpolster nur sehr langsam zum Schmelzen. Und selbst wenn das Abnehmen kurzfristig gelingt, schlägt häufig der Jojo-Effekt zu, da der Körper die angebotenen Kalorien sofort als Körperfett speichert. Am erfolgreichsten sei eine Kombination aus gesunder, fettarmer Ernährung, Verhaltenstherapie und Sport. Im Zweifelsfall hilft eine professionelle Betreuung durch einen Ernährungsmediziner oder eine Gruppentherapie.

      BMI von 40 als „absolute Schallmauer“

      Steigt das Gewicht noch weiter an, verändert sich der Stoffwechsel noch dramatischer. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas, also Fettsucht. „Adipositas verändert den Hormonhaushalt“, erklärt Dr. Günther Meyer, Chefarzt am Adipositaszentrum in Gräfelfing. „Die absolute Schallmauer liegt bei einem BMI von 40 – das haben verschiedene Studien gezeigt. Bei solch massivem Übergewicht hilft eine konventionelle Therapie praktisch kaum noch“, so der Experte. Ein BMI von 40 ist bei einem 1,80 Meter großen Mann beispielsweise bei 130 Kilo erreicht.

      Den Schalter wieder umlegen

      Die gute Nachricht ist: Mit einer Gewichtsreduktion kommen auch die Hormone wieder ins Lot. „Wenn man zehn bis zwanzig Prozent des Übergewichts abnimmt, kann das Leptin-System wieder anspringen“,sagt Eversmann. „Allerdings nur bei denen, die mäßiges Übergewicht haben. Für Menschen mit massiver Adipositas ist das schwieriger.“

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      Magenoperation als letzter Ausweg

      Ist der Stoffwechsel bereits so entgleist, dass gewöhnliche Therapien aus Bewegung und Ernährungsumstellung nichts bringen, sollte man einen Arzt oder ein Adipositaszentrum aufsuchen. Hier können alternative Behandlungsmöglichkeiten besprochen werden. Je nach Schwere der Adipositas werden Magenballon oder Magenschrittmacher eingesetzt oder der Magen verkleinert. Die Kosten für eine solche Operation werden bei einem BMI über 40 häufig von den Krankenkassen übernommen.

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