Blutdruck BEI kinder

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Blutdruck Kinder

Auch bei Kindern sollte man ab und zu den Blutdruck messen, besonders wenn Bewegungsarmut und/oder Übergewicht vorliegt. Es ist zu befürchten, dass die Zahl der Kinder mit Bluthochdruck weiter steigen wird, da immer mehr Kinder übergewichtig sind, in Deutschland bereits eines von fünf Kindern und einer von drei Jugendlichen! Bluthochdruck im Kindes- oder Jugendalter kann aber auch normalgewichtige Kinder und Jugendliche treffen. Eine der Ursachen dafür ist Bewegungsmangel, aber auch erhöhter Salzkonsum durch den Verzehr von zu viel Fastfood. Ein weiterer Grund ist, dass immer mehr Kinder heute die Diagnose AHDS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) bekommen. Das am häufigsten verschriebene Medikament dagegen ist Ritalin. Zu einer der Langzeitwirkungen von Ritalin gehört eine Erhöhung des Blutdrucks, was Kinderkardiologen als Risiko für eine später auftretende Arteriosklerose ansehen. Die Gefahr auch als Erwachsener an hohem Blutdruck zu leiden ist hoch, wenn dieser bereits im Kindes- und/oder Jugendalter besteht. Denn ein Bluthochdruck „verwächst“ sich nur in den seltensten Fällen.
Die Einteilung des Blutdrucks für Kinder ist durchaus umstritten. Amerikanische Forscher haben im Juni 2009 Werte vorgelegt, welche einen Standard schaffen sollten. Allerdings haben deutsche Mediziner sofort widersprochen, da nach dieser Tabelle 30% der Kinder als Bluthochdruck-Patienten behandlungsbedürftig wären.
Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge ist der Blutdruck bei Kindern abhängig von mehreren Faktoren wie Körpergröße, Alter und Geschlecht. Erhöhter Blutdruck bei Kindern ist zwar relativ selten (3%), führt aber zu Spätfolgen wie Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Problemen. Daher ist nach genauer Untersuchung der Ursachen von Bluthochdruck bei Kindern eine Lebensumstellung und/oder medikamentöse Therapie unumgänglich.
Die Normwerte für Kinder können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

Der Blutdruck sollte bei (Klein)Kindern mit einer speziellen Kinder-Oberarmmanschette gemessen werden.
Die Vorgaben der Deutschen Hochdruckliga für erhöhte Blutdruckwerte finden Sie unten stehend:

Normal (Mittelwert) Beginn Hypertonie (95. Prezentile)
Neugeborene 60 / 35 mm Hg über 90 / 50 mm Hg
1. Lebensjahr 85 / 40 mm Hg über 100 / 60 mm Hg
4 jahre 95 / 50 mm Hg über 110 / 70 mm Hg
8 Jahre 100 / 60 mm Hg über 115 / 80 mm Hg
12 Jahre 105 / 62 mm Hg über 125 / 80 mm Hg
älter als 16 Jahre 115 / 65 mm Hg über 135 / 85 mm Hg

Die Normalwerte für Erwachsene finden Sie unter Blutdruck Normalwerte. Diese entsprechen den Vorgaben der WHO.

Quellen

Blutdruckrechner für Kinder und Jugendliche

Liebe Eltern,
messen Sie den Blutdruck Ihres Kindes mindestens dreimal zur gleichen Tageszeit und geben Sie dann einen durchschnittlichen Wert für Messungen des oberen (systolischen) und unteren (diastolischen) Blutdruckwertes ein, wenn sie nur wenig voneinander abwichen. Bei kleinen Kindern bis etwa 5 Jahren sollte der Blutdruck beim Kinder- und Jugendarzt gemessen werden, da normale Blutdruckgeräte i.d.R. nicht auf die kleinen Arme passen.
Idealerweise sitzt das Kind während der Messung und stützt seinen Oberarm auf. Bei Rechtshändern misst man rechts, bei Linkshändern links. Die Berechnung geht von einer normalen bzw. nur gering davon abweichenden Köpergröße aus. Ob Ihr Kind für sein Alter durchschnittlich groß bzw. nur wenig größer oder kleiner als der Durchschnitt ist, können Sie mit dem Größenrechner prüfen. Bei Unsicherheiten konsultieren Sie immer Ihren Kinder- und Jugendarzt. Der Blutdruckrechner soll Ihnen nur als grobe Orientierung für Ihr Kind dienen und kann keinen Besuch bei Ihrem Kinder- und Jugendarzt ersetzen. Bedenken Sie, dass zu Hause oft falsch gemessen wird.

Blutdruck Rechner

für Kinder und Jugendliche

Blutdruck Normalwerte

Veröffentlicht von visomat 21.03.2018 Kategorie(n): Anwendung Blutdruckmessgeräte, Blutdruck messen Tipps

Welcher Blutdruck ist normal?

Welcher Blutdruck ist eigentlich normal? Sie haben Ihren Blutdruck gemessen, wissen aber nichts mit der Angabe „120 zu 80“ anzufangen? Anhand der Tabellen können Sie ganz einfach ablesen, ob die Werte zu hoch sind.

Blutdruckwerte können kurzfristig schwanken, denn ein ganzes Netzwerk aus Nerven, Hormonen und Gehirnstrukturen regelt unseren Blutdruck. Es ist völlig normal, dass die Werte sich z. B. durch körperliche Belastung, seelische Erregung oder Kaffeekonsum kurzfristig verändern. Dennoch ist es möglich, verschiedenen Altersgruppen durchschnittliche normale Blutdruckwerte zuzuordnen.

Zur Bestimmung des Blutdrucks werden der systolische und der diastolische Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule durch eine Blutdruckmessung ermittelt. Blutdruck bezeichnet allgemein den Druck des Blutes in unseren Blutgefäßen. Von hohem Blutdruck spricht man, wenn der Blutdruck in den Arterien konstant zu hoch ist. Als Anhaltspunkt gilt, dass der systolische Wert dauerhaft über 140 und der diastolische Wert über 90 mmHg liegen. Ein systolischer Blutdruck höher als 120 oder ein Blutdruck im diastolischen Bereich von über 80 mmHg gilt als grenzwertig.

Blutdrucktabelle nach Alter

Die Blutdruck Normalwerte verändern sich mit den Jahren, deshalb ist regelmäßiges Blutdruck messen wichtig. So sind die Normalwerte von Kindern und Jugendlichen erheblich niedriger als die von Männern und Frauen. Mit den Jahren steigt der Blutdruck meist noch etwas an.

  • Blutdruck Normalwerte mit 4 Jahren: 100 : 70
  • Blutdruck Normalwerte mit 10 – 14 Jahren: 110 : 80
  • Blutdruck Normalwerte im mittleren Erwachsenenalter: 120 : 60–80
  • Blutdruck Normalwerte im Seniorenalter: 140 : 80 – 85

Blutdruck bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen sind die Blutdruck Normalwerte ganz besonders vom Lebensalter, Größe und Gewicht abhängig. Auch bei Kindern kann zu hoher Blutdruck vorliegen. Dies ist meist verbunden mit starkem Übergewicht, denn das Herz muss dann viel mehr leisten. Die Grenzwerte sind ständig im Wandel und werden von Experten diskutiert.

Nach den Vorgaben der Deutschen Hochdruckliga gelten folgende Blutdruck Normalwerte bei Kindern:

systolischer Wert (mmHg) diastolischer Wert (mmHg
Neugeborene 60 35
1 Jahr 85 40
4 Jahre 95 50
8 Jahre 100 60
12 Jahre 105 62
ab 16 Jahren 115 65

Bereits eins von fünf Kindern leidet heute an zu hohem Blutdruck. Bei Jugendlichen bereits einer von drei Heranwachsenden. Experten nach zu beurteilen werden sich diese Zahlen durch den zunehmenden Bewegungsmangel und die Ernährung weiter erhöhen. Daher ist es ratsam, auch bei Kindern ab 3 Jahren regelmäßig den Blutdruck zu messen. Ganz einfach geht das mit einem vollautomatischen Blutdruckmessgerät mit einer Blutdruckmanschette für Kinder.

Blutdruck bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen gelten Blutdruckwerte von 120 zu 80 als normaler Blutdruck. Die Tabellen unten geben an, wann der Blutdruck zu hoch ist. Zwischen den einzelnen Schweregraden sind die Übergänge fließend.

Welche Blutdruckwerte sind normal?

Einteilung nach WHO

(World Health Organization)

Grad Organschädigung
1 Hypertonie ohne Organschäden
2 Hypertonie mit Organschäden
3 Hypertonie mit Folgeerkrankungen, wie z. B. Herzinfarkt

Einteilung nach ESH

(European Society of Hypertension)

Grad systolischer Wert (mmHg) diastolischer Wert (mmHg
1 140-159 90-99
2 160-179 100-109
3 ≥ 180 > 110

Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) führt außerdem die „isolierte systolische Hypertonie“ auf. In diesem Fall wird ein systolischer Druck über 140 und ein diastolischer Druck unter 90 mmHg gemessen. Während der untere Wert im Normalbereich liegt, spricht man beim oberen systolischen Wert von einer Hypertonie oder Bluthochdruck.

Blutdruck Normalwerte unterscheiden sich nicht zwischen den Männern und Frauen. Zwar wird ei einer Schwangerschaft bei Frauen öfter hoher Blutdruck festgestellt, jedoch ist das ein temporärer Zustand. Im mittleren Alter leiden eher mehr Männer als Frauen an zu hohen Werten. Die Deutsche Hochdruckliga geht davon aus, dass zu hohe Werte bei Frauen und Männern mit den Jahren gleich häufig auftreten.

Blutdruck im Alter

Meist steigen die Werte bei älteren Menschen etwas an, weil die Elastizität unserer Gefäße abnimmt. Deshalb liegen die Blutdruck Normalwerte bei Senioren etwas über den Normalwerten im mittleren Alter. Von einem Blutdruck Normalwert im Senioren-Alter spricht man bei etwa 140 : 80–85 mmHg.

Wie verhält sich Blutdruck unter Belastung?

Der Blutdruck unterliegt kurzfristigen Schwankungen, die jedoch von unserem Organismus normalerweise selbst reguliert und an die jeweilige Situation angepasst werden. Wenn Sie also Sport treiben und unter Belastung messen, sind die Werte höher als in einer Ruhephase. Unter Belastung gelten Blutdruck Normalwerte von etwa 190-220 mmHg. Bei einem Blutdruckwert von über 220 spricht man von einer Belastungshypertonie.

Leistungssportler haben in der Regel niedrigere Normalwerte, denn das Herz ist gut trainiert.

Ob der persönliche Blutdruck erhöht ist oder einer normaler Blutdruck besteht, lässt sich anhand dieser Blutdruck-Normalwerte-Tabellen einfach beurteilen. Ihre Werte sind erhöht und Sie möchten Ihren Blutdruck senken? Es ist gar nicht so schwierig, den eigenen optimalen Blutdruck durch eine gesunde Lebensweise zu erreichen.

Dauerhafte Schwankungen oder anhaltend hohe Werte sollten Sie unbedingt von Ihrem Arzt untersuchen lassen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Ganz einfach und bequem geht das mit Hilfe einer Blutdrucktabelle. Dort können Sie alle wichtigen Daten und Vorkommnisse notieren und Ihrem Arzt als Diagnosehilfe zur Verfügung stellen.

Blutdruck hoch – Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen

Kompetenzzentrum für Kardiologie informiert: Blutdruck hoch – Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen

Definition Blutdruck hoch – Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen


Der Facharzt für Kardiologie unterscheidet bei einem zu hohen Blutdruck (Hypertonie) zwischen einer primären (essentiellen) und einer sekundären Hypertonie. Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an Bluthochdruck (Hypertonie). Nach Angaben des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte sind etwa 4% der Vorschulkinder und 10% der Schulkinder davon betroffen. Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Sie schädigt die Gefäßwände und kann schwerwiegende Folgen haben. Wird sie nicht rechtzeitig vom Kardiologen erkannt und behandelt, können bereits im jungen Erwachsenenalter Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen auftreten. Außerdem ist mit einer kürzeren Lebensdauer zu rechnen. Bis zum 4. Geburtstag wird der Blutdruck von Kindern zweimal bei den Vorsorgeuntersuchungen gemessen.

Der Blutdruck zeigt an, mit welchem Druck das Blut durch die Arterien der Kinder fließt. Üblicherweise wird er als Zahlenpaar aus maximalem (systolischem) und minimalem (diastolischem) Wert angegeben. Gemessen wird am Oberarm des Kindes und Jugendlichen in der Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg). Dabei sollte das Kind oder der Jugendliche möglichst entspannt sein. Der obere (systolische) Wert gibt den höchsten Druck in den Blutgefäßen an. Er entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht (Kontraktion) und das Blut in die Arterien pumpt. Anschließend erschlafft das Herz (Dilatation), der Druck wird geringer. In dieser Phase wird der untere (diastolische) Wert gemessen.

Bei Kindern ist der Blutdruck niedriger als bei Erwachsenen. Er unterscheidet sich nach Alter, Geschlecht und Körpergröße. Außerdem ist der Blutdruck bei Kindern nicht konstant, sondern schwankt, z.B. während der Nachtruhe, bei körperlicher Anstrengung oder durch die seelische Verfassung. Bei den Messungen orientieren sich die Kardiologen an den Werten der Deutschen Hochdruckliga:

Ist einer der beiden Grenzwerte überschritten, sprechen die Kardiologen von Bluthochdruck (Hypertonie) bei Kindern und Jugendlichen.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Hypertensive Krise, Hypertensiver Notfall, Essentielle Hypertonie, Hypertonus, chronische Blutdruckerhöhung, Enzephalopathie

Englisch: hypertension, blood pressure of children

Überblick Blutdruck hoch bei Kindern und Jugendlichen

Ähnlich wie bei Erwachsenen wird Bluthochdruck (Hypertonie) bei Kindern und Jugendlichen meist nur durch Zufall vom Kardiologen entdeckt, weil zunächst keine Beschwerden oder Schmerzen auftreten. Wenn Sie bei Ihrem Kind folgende Symptome feststellen, sollten Sie sofort einen Facharzt Kardiologie aufsuchen:

  • Häufig auftretende Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Nasenbluten
  • Beklemmungsgefühle
  • Schlafstörungen
  • Starke Übelkeit und Erbrechen
  • Nervosität
  • Gleichgewichtsstörungen

Ursachen der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen

Das Ausmaß der Erkrankung kann der Facharzt für Kardiologie feststellen. Er berät Sie als Eltern, was Sie bei zu hohem Blutdruck Ihres Kindes selbst tun können. Bluthochdruck (Hypertonie) bei Kindern und Jugendlichen hat selten organische Gründe. Wenn jedoch eine Nieren- oder Herzerkrankung vorliegt, kann der Blutdruck Kinder steigen. In diesem Falle spricht Ihr Facharzt für Kardiologie von sekundärer Hypertonie. Bei etwa 85 bis 95 Prozent der Erkrankungen liegt jedoch eine primäre (essentielle) Hypertonie vor. Sie hat keine körperlichen Ursachen und ist nicht auf eine Erkrankung zurückzuführen. Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte und eine Zuckerstoffwechselstörung (Diabetes mellitus) führen zu Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen. Seit einiger Zeit ist allerdings bekannt, dass Wirkstoffe, die bei der Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) eingesetzt werden, z.B. Methylphenidat (Ritalin) oder Atomoxetin (Strattera), bei 80 Prozent der Patienten zu der Nebenwirkung Blutdruck hoch führen.

Was Sie bei Bluthochdruck – Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen selbst tun können


Da Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes mellitus die Hauptursachen für Bluthochdruck (Hypertonie) bei Kindern und Jugendlichen sind, empfehlen Fachärzte der Kardiologie, das Gewicht zu reduzieren, sich gesund zu ernähren und Ausdauersport zu treiben. Wichtig sind:

  • Fettarme Kost
  • Salzarme Kost
  • Fahrradfahren
  • Walken
  • Schwimmen
  • Joggen

Ein Ausdauertraining von einer halben Stunde pro Tag kann den Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen um 4 bis 9 mm Hg senken. Die Kardiologen empfehlen, dass Sie den Blutdruck Ihres Kindes regelmäßig messen lassen und ein Blutdrucktagebuch führen.

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • Kardiologen
  • Internisten
  • Nephrologen
  • Angiologen
  • Pädiater

Was Sie bei Ihrem Arzt für Kardiologie erwartet?

Bevor Ihr Arzt für Kardiologie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über die aktuellen Beschwerden Ihres Kindes statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen.

Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leidet Ihr Kind unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle
  • Litt Ihr Kind bereits schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nimmt Ihr Kind aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leidet Ihr Kind unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nimmt Ihr Kind regelmäßig ein?

Ihr Kardiologe benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Ihr Kind regelmäßig einnimmt. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch beim Kardiologen eine Übersicht über die Medikamente, die es einnimmt, in einer Tabelle zusammen. Eine Vorlage für die Übersicht finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den Kardiologen Berlin


Ausgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden Ihres Kindes kann der Facharzt für Kardiologie nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Mehrmalige Blutdruckmessungen im Liegen und Stehen
  • 24-Stunden-Blutdruckmessung
  • Blut- und Urinuntersuchungen (u.a. Cholesterin, Blutzucker, Hormonabbauprodukte, Harnsäure)
  • Krankengeschichte der Familie erfragen
  • Ultraschall, EKG

Behandlungen (Therapie)

Ihr Facharzt für Kardiologie wird Sie als Eltern ausführlich über Möglichkeiten der Behandlung (Therapie) Ihres Kindes beraten. Eine Therapie mit Medikamenten ist bei Kindern und Jugendlichen nicht einfach, weil viele blutdrucksenkende Medikamente für Kinder nicht zugelassen sind. Die Kardiologen empfehlen zunächst eine nichtmedikamentöse Therapie, vor allem eine Gewichtsreduktion und mehr Bewegung. Wie bei Erwachsenen fällt auch bei Kindern und Jugendlichen der Blutdruck um etwa 1 mm Hg pro Kilogramm Gewichtsabnahme. Reicht die nichtmedikamentöse Therapie nicht aus, um den Bluthochdruck Kinder zu senken, wird der behandelnde Kardiologe Blutdrucksenker verordnen. Dazu gehören:

  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin-1-Rezeptorblocker
  • Calciumantagonisten
  • Beta-Blocker

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Die beste Vorbeugung (Prävention) ist bei Kindern und Jugendlichen wie bei den Erwachsenen eine gesunde Lebensweise, d.h. eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Sport treiben und kein Übergewicht haben, tragen entscheidend dazu bei, dass sich ihr Blutdruck im Normbereich bewegt

Prognose

Die Kardiologen betonen, dass äußerst wichtig ist, Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen rechtzeitig zu behandeln. Wer es schafft, ihn auf einen normalen Wert zu senken, fördert seine Gesundheit und erhöht die Lebenserwartung. Der Facharzt für Kardiologie empfiehlt deshalb, den Lebensstil zu ändern. Eltern sollten Ihre Kinder dabei unterstützen.

Bluthochdruck bei Kindern – die unterschätzte Gefahr

Hoher Blutdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung der Arteriosklerose und ihrer gefährlichen Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen sowie für das Entstehen eines chronischen Nierenversagens. Das Tückische am Hochdruck („Hypertonie“) ist, dass er oft lange Zeit keine Beschwerden bereitet und deshalb häufig viel zu spät erkannt und behandelt wird.

Dabei kommt hoher Blutdruck heute auch bei Kindern immer häufiger vor, stellt die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme fest. Schuld an der besorgniserregenden Entwicklung sind vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel und offenbar auch die intensive Nutzung des Internets.
„Früher galt eine Hypertonie im Kindesalter als eine seltene Erkrankung“ berichtet die Münchner Kinder- und Jugendärztin PD Dr. med. Bärbel Lange-Sperandio. „Am ehesten betroffen waren Kinder mit angeborenen Erkrankungen der Nieren, des Herzens und der Blutgefäße. Daneben gab es seltenere Fälle, bei denen die Ursache Störungen des Hormonhaushalts oder eine familiäre Belastung war. Seit einiger Zeit wird jedoch auch bei Kindern, die nicht unter derartigen organischen Erkrankungen leiden, immer öfter ein erhöhter Blutdruck diagnostiziert. Die Erklärung liefert dann die Waage: Die meisten dieser Kinder sind zu dick“, so Leiterin der Abteilung für Pädiatrische Nephrologie im Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München.

Die frühzeitige Diagnose des hohen Blutdrucks ist schon bei Erwachsenen ein großes Problem und bei Kindern erst recht, betont die Expertin der Stiftung Kindergesundheit. Der hohe Blutdruck verursacht im Anfangsstadium kaum Beschwerden und besonders im Kindesalter fehlen die Symptome manchmal völlig. „Die Hypertonie tut nicht weh. Das Kind fühlt sich nicht krank und macht auch keinen kranken Eindruck“, erläutert PD Dr. Bärbel Lange-Sperandio. „Deshalb bleibt selbst ein massiv erhöhter Blutdruck eines Kindes häufig über lange Zeit unbemerkt. Nur selten geben Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten, Ohrgeräusche (Tinnitus), schnelle Ermüdbarkeit oder Schlafstörungen dem Kinder- und Jugendarzt einen Hinweis auf den bestehenden Hochdruck“.

Studien haben gezeigt, dass die Höhe des Blutdrucks in Kindheit und Jugend die Entwicklung von Bluthochdruck im Erwachsenenalter maßgeblich beeinflusst, betont die Stiftung Kindergesundheit. Bei längerem Bestehen kann die Hypertonie Gefäße und Organe des Kindes schädigen. Wird sie nicht behandelt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, schon im jungen Erwachsenenalter an Herz oder Nieren zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden. Die „European Society of Hypertension“ ESH empfiehlt deshalb, dass Kinderärzte und Hausärzte den Blutdruck ab dem 3. Lebensjahr bei allen Kindern und Jugendlichen regelmäßig kontrollieren sollten.

Bei besonders gefährdeten Kindern muss der Blutdruck häufiger gemessen werden, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Dazu zählen Kinder mit Übergewicht, Kinder mit einem erhöhten Blutfettspiegel, Kinder, in deren Familie hoher Blutdruck gehäuft vorkommt, sowie Kinder, deren Eltern schon vor dem 60. Lebensjahr einen Herzinfarkt oder vor dem 70. Lebensjahr einen Hirnschlag erlitten haben.

Am gebräuchlichsten ist die Messung mit einer aufblasbaren Gummimanschette am Oberarm, bei kleineren Kindern auch am Unterschenkel. „Leider lässt sich der richtige Blutdruck bei Kindern wesentlich schwieriger ermitteln als bei Erwachsenen“, erläutert PD Dr. Bärbel Lange-Sperandio: „Umfang und Länge der Oberarme sind bei Kindern unterschiedlich und der Kinder- und Jugendarzt muss verschieden breite Druckmanschetten benutzen. Bei unruhigen und schreienden Kindern fallen die Messwerte oft zu hoch aus. Deshalb braucht der Arzt viel Geduld und meistens auch die Hilfe der Mutter. Bei einem verdächtigen Befund muss die Messung mehrere Male wiederholt werden“.

Wie wird der hohe Blutdruck heute behandelt?

An erster Stelle stehen Maßnahmen zur Veränderung des Lebensstils, vor allem eine Verringerung des Übergewichts, betont die Stiftung Kindergesundheit mit großem Nachdruck. Die wichtigsten Empfehlungen zur Umstellung der Ernährung lauten: Getränke, Brot, Getreide und Getreideflocken, Kartoffeln, Reis, Gemüse und Obst sollten reichlich verzehrt werden, Milch und Milchprodukte, Fleisch und Wurst sowie Fisch und Eier mäßig, Öle und Fette sowie Salz nur sparsam. Getränke mit hohem Zuckergehalt, wie Limonaden und Colagetränke, „Energy-drinks“, aber auch unverdünnte Fruchtsäfte sollten gemieden, Leitungswasser bevorzugt werden.

„Besonders wichtig ist auch eine Verbesserung der körperlichen und seelischen Kondition der Kinder und Jugendlichen durch intensive, tägliche Bewegung, mindestens 60 Minuten am Tag“, hebt PD Dr. Bärbel Lange-Sperandio hervor. Nach aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland mittlerweile nur noch 27,5%, also nur etwas mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv. Durch zu wenig Bewegung steigt aber das Risiko für Fettsucht und Bluthochdruck. In einer Studie im Rahmen der EU-Studie IDEFICS haben spanische Forscher um Dr. Augusto de Moraes mit tragbaren Akzelerometern mehrere Tage lang die körperliche Aktivität von 5.221 Kindern erfasst und die gewonnenen Daten mit den zwei Jahre später gemessenen Blutdruckwerten in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis: Kinder, die sich weniger als 60 Minuten am Tag bewegt hatten, entwickelten zu 53% häufiger einen erhöhten Blutdruck.
Für die Behandlung des hohen Blutdrucks steht eine Reihe von Medikamenten („Antihypertensiva“) zur Verfügung, die prinzipiell auch bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden können. Die meisten Medikamente gegen Hochdruck sind gut verträglich und bei Kindern und Jugendlichen ebenso effektiv wie bei den Erwachsenen.

Sie müssen allerdings meist auf Dauer und mit großer Zuverlässigkeit eingenommen werden, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Mit der notwendigen Therapietreue (auch „Compliance“ oder „Adhärenz“ genannt) hapert es jedoch oft bei Erwachsenen wie bei Kindern.

Wischen, bis der Arzt kommt?

Als weiteren Übeltäter für Übergewicht und Bluthochdruck haben internationale Studien die intensive Nutzung von Bildschirmmedien und des Internets ausgemacht. Sie hat nachweisliche Auswirkungen auf das Körpergewicht der Kinder, berichtete jüngst Professor Dr. Wolfgang Ahrens vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie Bremen auf einem Symposium der Stiftung Kindergesundheit in München.

Die von seinem Institut koordinierte IDEFICS-Studie untersuchte bei über 11.000 Kindern in acht europäischen Ländern die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Lebensstil und sozialen Determinanten und der Entwicklung von Übergewicht bei 2- bis 9-jährigen Kindern. Das Ergebnis: Mit jeder zusätzlichen Stunde, die ein Kind am Tag vor dem Fernseher verbrachte, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit um 22%, zur Gruppe mit Übergewicht zu gehören. Diese Gefahr wuchs um 33%, wenn das Fernsehgerät im Kinderzimmer stand und um 22%, wenn auch während des Essens ferngesehen wurde.

Den Einfluss von Smartphones auf Übergewicht und Blutdruck nahmen Gesundheitsforscher in Detroit (US-Bundestaat Michigan) unter die Lupe. Dr. Andrea Cassidy-Bushrow und ihre Kollegen haben 335 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren nach ihrer Internet-Nutzung gefragt und die Angaben mit den Blutdruckwerten in Beziehung gesetzt. Die Fragen betrafen unter anderen das Versenden von Mails, den Besuch von Webseiten, das Herunterladen von Software, das Einkaufen, das Spielen mit Games, aber auch das Erledigen von Hausaufgaben.

Ein intensiver Internetkonsum (heavy Internet use) war definiert als eine Nutzung von mehr als zwei Stunden am Tag. Als „moderat“ galten weniger als zwei Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche und als „leichte“ Nutzung wurden weniger als zwei Stunden am Tag an weniger als vier Tagen angesehen. Als „schwere“ User stellten sich 134 Jugendliche heraus. Unter ihnen fanden sich 26 Probanden mit einem für ihr Alter zu hohem Blutdruck. Eine Hypertonie trat in dieser Gruppe 3,25-mal häufiger auf als bei Teenagern mit einer leichteren Mediennutzung.

Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger

Bluthochdruck ist nicht unbedingt eine Erkrankung des älteren Menschen. Immer häufiger Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen beobachtet.

Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen ist ernst zunehmen. Bei Symptomen wie Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen in der Schule denken die wenigsten Eltern daran, dass ein erhöhter Blutdruck die Ursache sein könnte.

© Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention

Methylphenidat mit Hypertonie-Risiko

Methylphenidat ist ein betäubungsmittelpflichtiges Amphetamin, das zur Behandlung des ADHS (Aufmerksamkeits-Defizits-Syndroms) eingesetzt wird. Seit zweieinhalb Jahren hat die Europäische Arzneimittelzulassungsbehörde (EMA) europaweit die Fachinformation geändert und auf ein Risiko der Entwicklung einer arteriellen Hypertonie von ein bis zehn Prozent warnend hingewiesen.

Obwohl Bluthochdruck bei Kindern noch nicht eindeutig definiert ist, kann man sicher sagen, dass in deutschsprachigen Ländern Hunderttausende darunter leiden.

Methylphenidat führt die Liste medikamentöser Verordnungen insbesondere unter den Elf- bis 14-Jährigen bundesweit an – noch vor Erkältungsmitteln. 2007 wurde 1,06 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Methylphenidat verordnet (Versichertenstichprobe AOK Hessen, Deutsches Ärzteblatt 2007): Dies entspricht 138 000 Kindern und Jugendlichen mit dem Risiko der Entwicklung einer arteriellen Hypertension aufgrund der Gabe von Methylphenidat.

Lebensstiländerungen als wirksame Maßnahmen gegen Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen

Bewegung und weitere Lebensstilmaßnahmen gehören auch bei Kindern und Jugendlichen zu wirksamen Maßnahmen, einer Blutdruckerhöhung vorzubeugen oder einen bereits erhöhten Blutdruck zu senken. Die WHO empfiehlt einen Bewegungsumfang von 60 Minuten moderater bis intensiver Aktivität pro Tag für Kinder und Jugendliche, ein aktueller Expertenkonsens empfiehlt 90 Minuten moderater Intensität (Graf C. et al., MoKi 2013).

Als besonders effektiv ist dabei Ausdauertraining – durch Radfahren, Laufen, Langlaufen, aber auch Ballspielarten – anzusehen. Sitzen zum Beispiel im Rahmen von Fernseh- und Medienkonsum ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – der zeitliche Umfang sollte entsprechend reduziert werden. Die Ernährung sollte Salz in nur geringem Maße einsetzen, und Übergewicht als Mitverursacher von Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen sollte durch entsprechende diätetische Maßnahmen reduziert werden. Elterliches Rauchen fördert ebenfalls Bluthochdruck bei Kindern und sollte daher vermieden werden (Simonetti CD et al., Circulation 2011).

Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen

Motivation ist ein Problem
Ein bis drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen leiden an Bluthochdruck. Speziell jugendlichen Hypertonikern muss man die Freude an Bewegung und gesunder Ernährung vermitteln – das Argument „Gesundheit“ lockt sie nicht.

Noch vor nicht allzu langer Zeit hat man angenommen, dass Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen keine bleibenden Schäden hinterlässt. Dies ist jedoch mittlerweile widerlegt. „Kinder und Jugendliche weisen die gleichen Folgeschäden der Hypertonie auf wie Erwachsene“, sagt Univ. Doz. Gerald Tulzer vom Kinderherzzentrum Linz. „Bleibt die Hypertonie im Kindes- und Jugendalter unbehandelt, so erleiden diese Betroffenen früher als gesunde Kinder und Jugendliche einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, Augen- und/oder Nierenprobleme.“
Offizielle Zahlen sprechen von ein bis drei Prozent Betroffenen. „Diese Zahlen sind seit vielen Jahren konstant. Wir gehen allerdings schon aufgrund der starken Zunahme von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen davon aus, dass rund vier bis fünf Prozent betroffen sind“, erklärt Tulzer.
Zwei Gruppen von Hypertonikern im Kindes- und Jugendalter sind zu unterscheiden: Zum einen jene Kinder, die aufgrund von Nieren- oder anderen chronischen Erkrankungen an einer behandlungsbedürftigen, sekundären Hypertonie leiden und jene Kinder und Jugendlichen, die aufgrund von Übergewicht erhöhte Blutdruckwerte aufweisen. „Bei Kindern mit Nieren- oder Herzerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder katecholaminproduzierenden Tumoren ist neben der Behandlung der Grunderkrankung die antihypertensive Therapie ein Muss, um Folgeschäden zu verhindern“, weiß Kinderkardiologe Tulzer.
Behandelt werden muss die Hypertonie im Kindes- und Jugendalter, wenn der Blutdruck die 97. Perzentile bei drei Messungen und – im optimalen Fall – einer 24-Stunden-Blutdruckmessung überschreitet. Bei Jugendlichen gilt ein Wert von 120:80 mmHg als normal; Werte jenseits dieser Norm sind als Prähypertonie zu betrachten und müssen beobachtet werden. Ein Blutdruck ab 140/89 ist bei Jugendlichen behandlungsbedürftig.
Bis vor kurzer Zeit galten Betablocker als Mittel der Wahl. Nach intensiven Forderungen nach Medikamentenstudien an Kindern – etwa aus der EU – konnte in mehreren Studien mit Kindern und Jugendlichen mittlerweile festgestellt werden, dass ACE-Hemmer Mittel der ersten Wahl sind. Werden diese nicht vertragen, weil beispielsweise als Nebenwirkung ein Reizhusten auftritt, kann auch ein AT1-Rezeptorblocker verordnet werden. „In der Second Line sind auch Kalziumantagonisten und Betablocker sowie in der Kombination ein Diuretikum zur Therapie möglich“, hält Tulzer weiter fest. Dosiert wird nach Körpergewicht.
Juvenile Hypertonie
Eine essentielle Hypertonie zeigt sich meist erst ab dem zwölften Lebensjahr. Die häufigsten Ursachen: Übergewicht und Bewegungsmangel. Daher stehen bei der Behandlung Lifestyle-Maßnahmen an erster Stelle. Kein einfaches Unterfangen, wie Tulzer weiß: „Ohne Vorbildfunktion geht es nicht, wenn die Eltern auch übergewichtig sind, ungesund essen und sich wenig bewegen, wird der Arzt den Jugendlichen kaum zu einem geänderten Essverhalten und mehr Bewegung überreden können.“ Hinzu kommt die Pubertät, welche die betroffenen Jugendlichen häufig mit sich und ihrer Umgebung in Opposition stehen lässt. Übergewicht bedeutet auch Stress, denn Betroffene leiden sehr darunter – nicht zuletzt, weil sie von Gleichaltrigen häufig wegen ihres Übergewichts verspottet werden. In den Schulen wird nach Ansicht des Experten viel zu wenig auf dieses Problem eingegangen: „Wenn Unterrichtsstunden gestrichen werden, sind dies meist Turnstunden“, ärgert er sich. Aber auch ein vor allem sitzender Lebensstil – am Computer, vor dem Fernseher – trägt dazu bei; ebenso auch der Konsum von Alkohol und Tabak, mit dem die Jugendlichen immer früher beginnen.
Das Rauchen aufgeben, gesündere Ernährung und mehr Bewegung – das sind die Säulen, die einer juvenilen Hypertonie den Kampf ansagen. Mit dem Hinweis auf Folgeerkrankungen im Erwachsenenalter wird man Jugendliche allerdings kaum locken können. „Gesundheit ist Jugendlichen egal“, formuliert Tulzer. „Man muss die Jugendlichen locken, ihnen Freude an gesunder Ernährung und Bewegung vermitteln – und das nicht erst dann, wenn der Jugendliche unter Hypertonie leidet.“
SF

Medikamentenstudien an Kindern
Diese stellen die Studieninvestigatoren vor besondere Probleme. Es bedarf eines besonderen Studienprotokolls, das nicht nur zu validen Ergebnissen führt, sondern auch mit einer relativ geringen Zahl an Probanden auskommt. Bewährt hat sich etwa ein Studiendesign mit drei unterschiedlichen Dosisstärken, wobei alle drei Gruppen mit dem Verumpräparat beginnen. Nach Eintritt der Wirkung wird die Therapie entweder fortgesetzt oder abgebrochen und gegen Placebo geprüft. Meist werden Antihypertensiva bei Kindern heute aufgrund von pathophysiologischen klinischen Analogieschlüssen von Studien an Erwachsenen und Erfahrungen mit der Hypertoniebehandlung von Kindern und Jugendlichen mit sekundärer Hypertonie verordnet.

Hoher Blutdruck bei Kindern: Die stille Gefahr

Er tut nicht weh, betroffene Kinder spüren ihn kaum, die Folgen von Bluthochdruck jedoch sind gefährlich: Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden schon in jungen Jahren. Experten fordern deshalb regelmäßige Blutdruckmessungen beim Kinderarzt.

Bluthochdruck bei Kindern – Tendenz steigend

Noch ist Bluthochdruck (medizinisch: Hypertonie) bei Kindern selten, die Tendenz aber steigend. Weil es immer mehr übergewichtige Kinder gibt, leiden auch immer an Bluthochdruck. Das Problem: „Es gibt keine Symptome, Bluthochdruck spürt man selten oder erst, wenn er schon sehr hoch ist. Dann kommt es zum Beispiel zu Kopfschmerzen“, sagt Dr. Susanna Wiegand, von der Adipositas-Ambulanz an der Berliner Charité.

Mit „Blutdruck“ ist der Druck gemeint, mit dem das Blut bei jedem Herzschlag durch die Gefäße fließt. Übergewicht, Bewegungsmangel, falsche Ernährung (und bei Erwachsenen das Rauchen) führen zu Ablagerungen in den Gefäßen. Die Folge: Das Blut kann nicht mehr problemlos fließen, das Herz muss es mit stärkerem Druck durch die Gefäße pumpen. Wenn die Betroffenen ihren Lebensstil nicht ändern oder Medikamente bekommen, entstehen immer mehr Ablagerungen in den Gefäßen, sie können sogar verstopfen.
Kardiologen fordern deshalb ab dem dritten Lebensjahr regelmäßige Blutdruckmessungen beim Kinderarzt. Doch in der Praxis ist das nicht so einfach: „Man braucht spezielle Geräte und Manschetten für Kinder“, sagt Susanna Wiegand. Außerdem sage eine einmalige Messung noch nicht viel aus. „Nicht jeder einmalig gemessene hohe Wert ist schon Bluthochdruck“, sagt Wiegand. Der Blutdruck kann aus verschiedenen Gründen kurzfristig ansteigen, zum Beispiel nach dem Sport, oder weil das Kind aufgeregt ist. Keinesfalls sollte man zu Hause mit dem Gerät von Oma oder Opa messen, die Manschette ist für schmale Kinderarme zu groß.

Kinder haben andere Blutdruckwerte

Wichtig für die Diagnose ist deshalb eine 24-Stunden-Messung – anhand der Werte kann der Arzt feststellen, ob der Blutdruck dauerhaft erhöht ist, vor allem nachts. „Normalerweise sinkt der Blutdruck nachts ab“, erklärt Susanna Wiegand. „Fehlt diese Nachtabsenkung, bleiben die Werte hoch, ist dies ein frühes Zeichen für Bluthochdruck.“ Wer seinen Blutdruck misst oder messen lässt, erhält zwei Werte: Zuerst zieht sich das Herz zusammen, um Blut in die Hauptschlagader zu pumpen. Diese Phase nennt man Systole, der Blutdruck-Wert der zuerst gemessen wird, ist deshalb der systolische Blutdruck. Anschließend dehnt sich der Herzmuskel aus, um sich wieder mit Blut zu füllen – die sogenannte Diastole. Der zweite, in der Regel niedrigere Wert heißt deshalb diastolischer Blutdruck. Die Maßeinheit dafür heißt mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Gesunde Erwachsene haben meist einen Blutdruck von 120 (systolisch) zu 80 (diastolisch) mmHg, ab 140/90mmHg spricht man von Bluthochdruck.
Bei Kindern lassen sich nicht so einfach Grenzwerte festlegen, weil sie noch im Wachstum sind. Der Blutdruck ist deshalb immer abhängig von Alter, Größe und Gewicht. So liegt der Normalwert eines Fünfjährigen bei 95/58mmHg, bei einem 13-Jährigen ist er 106/66mmHg.
Eine Tabelle der Norm- und Grenzwerte für hohen Blutdruck nach den Vorgaben der Deutschen Hochdruckliga finden Sie am Ende dieses Artikels. Ob der Blutdruck Ihres Kindes in Ordnung ist, können Sie mit dem Blutdruckrechner der Kinder- und Jugendärzte im Netz berechnen.

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Warum haben schon Kinder Bluthochdruck?

Hypertonie bei Kindern kann verschiedene Ursachen haben. In manchen Fällen löst eine andere Krankheit den hohen Blutdruck aus, zum Beispiel eine chronische Nierenerkrankung oder ein Herzfehler. Vor allem aber sind übergewichtige Kinder betroffen, die außerdem familiär vorbelastet sind. Bluthochdruck ist erblich, das heißt, viele der kleinen Patienten haben Verwandte, deren Blutdruck ebenfalls zu hoch ist. Nicht nur das: Häufig gehört zu dieser Vorbelastung, dass Familienmitglieder schon früh von einer der Folgen von Bluthochdruck betroffen waren – einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Eine weitere Ursache für Bluthochdruck bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Forscher gerade erst untersuchen, sind Energy-Drinks. Diese enthalten nicht nur viel Zucker, sondern auch viel Koffein. Eine Dose (300 Milliliter) am Tag macht vielleicht nicht viel aus, aber viele Jugendliche trinken viel mehr davon. Die Folgen: Zittern, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und erhöhter Blutdruck – auf Dauer.

Hypertonie ist gut behandelbar

Die gute Nachricht: Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen ist behandelbar. „Die beginnenden Gefäßveränderungen sind umkehrbar, deshalb sollte man nach der Diagnose schnell einen Spezialisten aufsuchen“, sagt Susanna Wiegand. Aber die Werte sinken erst, wenn die Betroffenen ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen, das gilt für Erwachsene wie Kinder. Das bedeutet: Regelmäßig Sport treiben, und zwar Ausdauertraining, gesund ernähren (weniger Zucker, Fett und Salz), und abnehmen. Erst wenn die Pfunde purzeln, muss das Herz weniger pumpen.

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Manchmal gehören auch Medikamente zur Therapie, Blutdrucksenker wie zum Beispiel ACE-Hemmer. „Wenn es mit dem Sport und der Gewichtsreduzierung klappt, kann man die Medikamente oft wieder absetzen“, so Wiegand. Ziel sei es immer, die Medikamente wieder überflüssig zu machen. Wiegand betont aber auch: Wer schon als Kind die Diagnose Bluthochdruck bekommen hat, bleibt auch nach erfolgreicher Behandlung gefährdet und hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Prävention ist deshalb unglaublich wichtig: Sport, gesunde Ernährung, Übergewicht vermeiden.

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Weiterlesen Perzentilenrechner WeiterlesenVordergründig scheint das Thema Blutdruck vor allem Erwachsene und hier tendenziell ältere Menschen zu betreffen. Es ist kommt allerdings durchaus vor, dass der Blutdruck von Kindern zu hoch ist und einer Behandlung bedarf. Grundsätzlich gilt zudem, dass sich die Normwerte für den Kinder Blutdruck stetig verändern und sich nach dem Alter und dem Geschlecht richten. Diese Zahlen sind allerdings international umstritten und so wurde eine Studie US-amerikanischer Forscher aus dem Jahr 2009 von deutschen Kollegen prompt zurückgewiesen, weil demnach rund ein Drittel aller Kinder unter Bluthochdruck leiden.

Blutdruck und kleine Kinder: was ist normal?

Der Blutdruck bei Kindern umfasst eine enorme Spanne und liegt bei einem Neugeborenen idealerweise im Bereich von 74 mmHg im systolischen Wert bzw. 51 mmHg nach Messung der Diastole. Bereits im Alter zwischen zwei bis sechs Monaten erhöht sich der Normalwert auf 85 zu 64 und setzt sich dann weiter über 87 zu 64 bei einem Einjährigen über 91 zu 63 bis zu einem Alter von drei Jahren. Es ist jedoch explizit darauf hinzuweisen, dass sämtliche Werte in der Diskussion stehen und daher nicht als feststehende medizinische Konstanten angesehen werden sollten. Gemessen wird übrigens beim Kinderarzt, da dieser über eine speziell auf kindliche Oberarme zugeschnittene Manschette verfügt.

Mediziner empfehlen, dass der Blutdruck für Kinder ab einem Alter von drei Jahren gemessen werden sollte. Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte spricht von rund vier Prozent der Vorschulkinder mit Bluthochdruck und einem Wert von zehn Prozent bei den Schulkindern. Besonders problematisch ist dabei, dass sich keinerlei Symptome zeigen. Indikatoren für einen hohen Blutdruck sind Übergewicht oder auch vererbter Bluthochdruck. Des Weiteren können Probleme mit dem Herzen oder den Nieren zu entsprechenden Werten führen. Weitere Auslöser sind Lärm sowie Passivrauchen. Ein wichtiger Aspekt sind Medikamente gegen AHDS. Sowohl Methylphenidat (Ritalin) als auch Atomoxetin (Strattera) führen in ihren Nebenwirkungen zu einer Steigerung des Blutdrucks, weshalb bei Gabe dieser Wirkstoffe zwingend regelmäßig gemessen werden sollte.

Wie entwickelt sich der Blutdruck der Kinder?

Im Normalfall steigen die Normwerte für den Blutdruck bei Kindern kontinuierlich an. Zwischen drei und sieben Jahren werden Werte von 95 zu 58 vorausgesetzt, bis zu einem Alter von neun Jahren steigt nur der systolische Wert auf 97 mmHg. Kinder zwischen neun und elf Jahren liegen bei 100 zu 61, bis 13 Jahren bei 104 zu 66 und bis 14 Jahre dann bei 109 zu 70. Danach nähern sich die Zahlen kontinuierlich denen der Erwachsenen an, wobei Mädchen häufiger unter niedrigem Blutdruck leiden.

Wenn Kinder zu hohen Blutdruck haben

Zu hoher Blutdruck der Kinder legt im Grunde genommen den Grundstein für spätere Erkrankungen im Erwachsenenalter. Sowohl Arteriosklerose als auch Herz-Kreislauf-Probleme nehmen rapide zu und zeigen sich meist bereits im jungen Erwachsenenalter. Die Behandlung erfolgt mit denselben Medikamenten wie bei den Erwachsenen, wobei vielfach auch schon präventive Maßnahmen wie mehr Bewegung oder eine Ernährungsumstellung helfen.

Welche Ursachen hat zu hoher Blutdruck der Kinder?

Kardiologen gehen davon aus, dass Kinder in 85 bis 95 Prozent der Fälle von zu hohem Blutdruck an einer primären oder essentiellen Hypertonie leiden. Konkret bedeutet dies, dass keinerlei körperliche Ursachen vorliegen und auch keine Erkrankung diagnostiziert werden kann. Vor allem Übergewicht gilt als Risikofaktor. Bei einem Verhältnis von Taille zu Körpergröße von mehr als 0,58 erhöht sich das Risiko für zu hohen Blutdruck der Kinder um den Faktor 4,2 bei Jungen und 4,4 bei Mädchen, wie eine chinesische Studie beweist.

Es ist entsprechend dringend darauf zu achten, dass sich Kinder ausgewogen sowie fett- und salzarm ernähren und ausreichend Bewegung bekommen. Vor allem nach dem Ende der Vorsorgeuntersuchungen im vierten Lebensjahr sollten Sie regelmäßige Messungen durchführen. Dies gilt besonders dann, wenn Ihre Kinder oftmals Kopfschmerzen beklagen, unter Schlafstörungen, Schwindel oder Beklemmungen leiden oder mit Nasenbluten, Nervosität und Gleichgewichtsproblemen zu tun haben.

© picture alliance/Bildagentur-online

Immer mehr Kinder und Jugendliche haben zu hohen Blutdruck, weil sie übergewichtig sind. Kardiologen fordern, Kinderärzte sollten bei Vorsorgeuntersuchungen verstärkt auch den Blutdruck kontrollieren.

Ein erhöhter Blutdruck wird vor allem mit älteren Menschen in Verbindung gebracht. Zunehmend sind jedoch auch Kinder und Jugendliche betroffen. „Wir können in westlichen Ländern eine deutliche Zunahme an erhöhten Blutdruckwerten bei übergewichtigen Kindern feststellen“, sagt Robert Dalla Pozza, leitender Oberarzt der Abteilung für Kinderkardiologie am Uniklinikum München.

Zwar habe es schon immer Kinder mit einem erhöhten Blutdruck gegeben, etwa aufgrund einer Nierenerkrankung, erklärt Dalla Pozza. Seit einigen Jahren aber würden zunehmend übergewichtige Kinder wegen höherer Blutdruckwerte an Kinderkardiologen überwiesen. Um der gefährlichen Entwicklung etwas entgegenzusetzen, müssten Übergewicht und Fettsucht behandelt werden.

„Jedes vierte Kind mit Fettleibigkeit leidet unter Bluthochdruck“

Allerdings, so sieht es der Experte für Gefäßerkrankungen, fehle oftmals das nötige Bewusstsein in Familien, aber auch bei Medizinern. „Diese Kinder werden dann völlig unnötigerweise mit Medikamenten behandelt, obwohl die richtige Therapie die Gewichtsabnahme in Verbindung mit sportlicher Betätigung wäre“, so der Medizinprofessor. Dass die Zahlen steigen – manche Experten gehen davon aus, dass etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen sind – ist aus Sicht des Mediziners auch ein gesellschaftliches Problem.

Mit Blick auf die schwerwiegenden Krankheiten, die solchen Patienten im Erwachsenenalter drohen – etwa Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen – müsse der Lebenswandel Heranwachsender stärker zum Thema werden. So müsse etwa ein Verbot von Softdrinks an Schulen ebenso diskutiert werden wie eine Sonderabgabe auf Fastfood-Produkte, sagt Dalla Pozza. „Zu einem tatkräftigeren Handeln hat sich die Politik bisher nicht aufraffen können.“

Auch Elke Wühl, Oberärztin am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Heidelberger Universitätsklinikum, sieht Übergewicht bei Kindern als einen Grund für die alarmierende Entwicklung. „Jedes vierte Kind mit Fettleibigkeit leidet unter Bluthochdruck“, sagt die Professorin, die Mitglied der Kommission „Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen“ bei der Deutschen Hochdruckliga ist. Allerdings könnten auch normalgewichtige Kinder an Bluthochdruck erkranken. Eine frühzeitige Diagnose sei notwendig. Aber gerade das ist schwierig: Bluthochdruck bei Kindern bleibt oftmals unbemerkt.

Kinderärzte und Kardiologen sollten enger zusammenarbeiten

Daher hat die European Society of Hypertension ihre Leitlinien zur Behandlung von Hochdruckerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen überarbeitet. Bekräftigt wird die Forderung, dass Kinder- und Hausärzte bei allen Kindern und Jugendlichen den Blutdruck checken sollten. Zwar gibt es in Deutschland viele Ärzte, die bereits so verfahren – aber es sind längst nicht alle. „Ab dem dritten Lebensjahr sollte dies bei jeder ärztlichen Vorstellung erfolgen“, fordert Wühl.

Das unterstützt auch der Göttinger Kinderkardiologe Martin Hulpke-Wette. Gleichwohl sei die Diagnose des Bluthochdrucks bei Kindern und Jugendlichen nicht einfach. So benötigten Kinderärzte etwa spezielle Blutdruckmanschetten, deren Breite und Länge den kleinen Oberarmen angepasst sein muss. Vor allem aber müssten Kinderärzte und Kardiologen enger zusammenarbeiten, um früh mögliche Fehlentwicklungen zu diagnostizieren.

Auch Hulpke-Wette sieht es als notwendig an, bei der Lebensweise von Kindern und Jugendlichen anzusetzen. Sogenannte Energy-Drinks etwa könnten mit ihrem hohen Koffeingehalt den Bluthochdruck erhöhen und stellten ein großes Risiko für Heranwachsende dar. Es gebe Kinder, die nahezu täglich solche Getränke konsumieren.

Von Stephen Wolf (dpa)

Wie meistens im Leben sind die Dinge bei Kindern etwas komplizierter als bei Erwachsenen. So auch bei der Blutdruckmessung. Kinderärzte nutzen spezielle dazu Perzentilenkurven. Diese sind abhängig von

  • der Körpergröße,
  • dem Alter sowie
  • dem Geschlecht Ihres Nachwuchses.

Säuglinge haben das kleinste Blutgefäßsystem und somit den niedrigsten Blutdruck. Mit dem Wachstum steigt er kontinuierlich an und ab einem Alter von 18 Jahren gelten offiziell die Werte für Erwachsene als Normwerte. Die Kurven funktionieren genauso wie die Wachstumskurven, die Sie aus dem gelben Vorsorgeheft Ihres Kindes kennen. Ein Blutdruckwert auf der 75. Perzentile bedeutet, dass die Werte von 75 Prozent der Mädchen oder Jungen im selben Alter in Deutschland gleich oder niedriger liegen und 25 Prozent höhere Werte haben. Auf diese Weise kann der Mediziner Werte vergleichen und beurteilen. Alle Blutdruckwerte, die unter der 90. Perzentile liegen, gelten als normal und unbedenklich. Zwischen der 90. und der 95. Perzentile liegen hochnormale Werte und darüber spricht der Kinderarzt von einem zu hohen Blutdruck.

Bluthochdruck ist auch bei Kindern möglich

Eine Hypertonie (Bluthochdruck) kann schon Säuglinge betreffen. Generell ist die Erkrankung im Kindesalter aber sehr selten. Dabei wird zwischen zwei Arten unterschieden:

  1. Eine primäre oder essenzielle Hypertonie besteht ohne erkennbare Ursache oder zugrundeliegende Erkrankung. Ein erhöhtes Risiko besteht für Jugendliche, die ein zu hohes Körpergewicht mit sich herumtragen. Kinderärzte sehen es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die betroffenen Kinder zu den Themen gesunde Ernährung und Bewegung zu beraten, um das Körpergewicht und den Blutdruck zu normalisieren.
  2. Bei einer sogenannten sekundären Hypertonie leidet Ihr Kind an einer Grunderkrankung und der Bluthochdruck repräsentiert ein typisches Symptom. Kranke Nieren können dahinterstecken, da sie entscheidend an der Regulation des Blutdrucks beteiligt sind. Ursachen für Bluthochdruck können auch in der Aortenisthmusstenose (eine Einengung eines der größten Blutgefäße), einer Nebennierenerkrankung oder einer Überfunktion der Schilddrüse liegen.

So misst der Kinderarzt bei Ihrem Kind den Blutdruck

Mit dem fünften Lebensjahr geht es los. Wenn Sie mit Ihrem Kind zur gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung zum Kinderarzt gehen, werden die Blutdruckwerte gemessen. Ihre Tochter oder Ihr Sohn sitzt auf der Untersuchungsliege oder auf einem Stuhl und der Kinderarzt benutzt eine Blutdruckmanschette, die genau die richtige Größe für das Alter des Patienten hat. Gemessen wird an beiden Oberarmen, entweder elektronisch oder mit der Hand. Einige Kinder mögen den starken Druck beim Aufblasen der Manschette nicht, lassen sich aber ablenken. Sind die Werte nicht in Ordnung, kann der Kinderarzt die Messung zunächst wiederholen. Oder er verlegt sie in ein anderes Setting, gibt Ihnen zum Beispiel ein Gerät mit nach Hause. So kann Stress durch die Situation in der Praxis und ein fälschlich erhöhter Blutdruckwert vermieden werden.

Tipp: Um Ihrem Kind die Angst vor dem Kinderarzt zu nehmen, sprechen Sie am besten schon im Vorfeld über die Situation. Zeigen Sie Ihrem Nachwuchs ein Blutdruckmessgerät, zum Beispiel in der Apotheke, und schauen Sie gemeinsam Bücher zum Thema an.

Woher Sie wissen, dass Ihr Kind erhöhte Blutdruckwerte hat

Mäßig erhöhte Blutdruckwerte fallen nur bei einer Routinemessung auf. Sie verursachen nicht gleich Beschwerden bei den betroffenen Kindern. Bleibt die Erkrankung unentdeckt, kann sie sich in einem späteren Stadium durch deutlichere Symptome bemerkbar machen.

Fragen Sie Ihren Kinderarzt um Rat, wenn Sie den Verdacht auf Bluthochdruck bei Ihrem Kind haben.

Blutdruckwerte für Kinder

Ab wann bei einem Kind im Alter zwischen 3 und 12 Jahren zu hoher Blutdruck vorliegt (P ≥ 95), entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Tabelle.

Wenn die Blutdruckwerte bei Ihrem Kind zu niedrig sind

Vergleichbar mit Erwachsenen ist auch bei Kindern eine Hypotonie (erniedrigter Blutdruck) kein Grund zur Sorge. Sie hat keine negativen Auswirkungen auf das Blutgefäßsystem oder innere Organe. Dennoch können zu niedrige Blutdruckwerte Ihr Kind in seinem täglichen Leben beeinträchtigen. Es klagt vielleicht über Schwindel, wenn es zu schnell aufsteht oder fällt sogar gelegentlich in Ohnmacht. Ihnen kann auffallen, dass seine Hände zittern und es außergewöhnlich blass aussieht. Auch hinter Konzentrationsstörungen und lähmender Müdigkeit kann sich eine Hypotonie verbergen.

Flüssigkeit kann helfen

Eine altersentsprechende Trinkmenge und viel Bewegung kann die Blutdruckwerte wieder in den Normbereich heben. Regelmäßige Mahlzeiten sind ebenfalls wichtig. Ihr Kind befindet sich mitten im Wachstum und braucht Energie. Lassen Sie die Beschwerden von Ihrem Kinderarzt abklären, der auch feststellen kann, ob es sich vielleicht um die Symptome einer Erkrankung wie Blutarmut (Anämie) oder eine Störung des Hormonhaushalts handelt.

Quellen:
Thomas Baumann; Atlas der Entwicklungsgeschichte: Vorsorgeuntersuchung von U1 bis U10/J1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015.
Stephan Illing, Martin Claßen; Klinikleitfaden Pädiatrie, Urban & Fischer, München 2009.

Author Details Jessica Kilonzo ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Als freie Autorin schreibt sie medizinische Texte in Tansania, mit direktem Blick vom Schreibtisch auf den Kilimanjaro. Die umfassende Information von Eltern, zu Gesundheit und Krankheiten ihrer Kinder, liegt ihr besonders am Herzen. Ihre Motivation ist es, komplexe medizinische Themen auch für Laien verständlich zu erklären. Als Mutter von zwei Mädchen weiß sie, wie sich Eltern in Ausnahmesituationen fühlen. × Jessica Kilonzo ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Als freie Autorin schreibt sie medizinische Texte in Tansania, mit direktem Blick vom Schreibtisch auf den Kilimanjaro. Die umfassende Information von Eltern, zu Gesundheit und Krankheiten ihrer Kinder, liegt ihr besonders am Herzen. Ihre Motivation ist es, komplexe medizinische Themen auch für Laien verständlich zu erklären. Als Mutter von zwei Mädchen weiß sie, wie sich Eltern in Ausnahmesituationen fühlen. Latest Posts

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    Der Blutdruck ist der Druck, mit dem das Herz das Blut durch die Blutgefäße des Organismus pumpt. Man spricht auch vom arteriellen Blutdruck, der in den Arterien gemessen wird. Der Wert wird typischerweise als 2 Zahlen angegeben. Bei dem ersten Wert handelt es sich um den systolischen Druck, bei dem zweiten Wert um den diastolischen Druck. Während das Herz pumpt ist der Druck größer, das wird als systolischer Druck angegeben. Der Druck, während das Herz entspannt, wird als diastolischer Druck angegeben.

    Blutdruck-Normalwert-Tabelle WHO

    Einteilung der Blutdruck-Werte laut WHO (Weltgesundheitsorganisation):
    Hypertonie = Bluthochdruck
    Die Deutsche Hochdruckliga benutzt die gleichen Werte, allerdings führt sie außerdem die „isolierte systolische Hypertonie“ auf, bei der ein systolischer Druck über 140 mmHg gemessen wird während der diastolische Blutdruck unter 90 mmHg liegt. Der diastolische Blutdruck ist bei diesem Blutdruckbild im Normbereich, während der systolische Blutdruck im Bereich der Hypertonie (Bluthochdruck) liegt.

    Blutdruck-Normalwert-Tabelle Deutsche Hochdruckliga

    Definitionen und Klassifikation der Blutdruckwerte laut der Deutschen Hochdruckliga:
    Blutdruck-Rechner:
    Systolisch: mmHg
    Diastolisch: mmHg
    Blutdruck prüfen Der Rechner gibt eine Einschätzung des Blutdruckwerte nach den Richtlinien der Deutschen Hochdruckliga. Der Blutdruck wird bestimmt nach optimal oder Bluthochdruck (Hypertonie Grad 1 bis 3).
    Nach den Leitlinien von 2018 wird eine Blutdrucksenkung auf < 140/90 mmHg für alle empfohlen. Wenn die Therapie gut vertragen wird sollten bei den meisten Patienten Werte von 130/80 mmHg oder niedriger angestrebt werden.
    Für die meisten unter 65-jährigen wird empfohlen den systolischen Blutdruck auf 120 – 129 mmHg zu senken.
    In der Altersstufe der 65 – 80-jährigen soll der systolische Blutdruck zwischen 130 – 139 mmHg liegen.
    Über 80-jährige sollten diesen systolischen Zielblutdruck ebenfalls erreichen, soweit dies für sie gut verträglich ist.
    Für den diastolischen Blutdruck sollte ein Zielwert von < 80 mmHg für alle Bluthochdruckpatienten erwogen werden, unabhängig vom Ausmaß des Risikos und der Begleiterkrankungen.
    Eine solche automatische Bewertung kann niemals einen Arztbesuch ersetzen. Fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Die Richtlinien der Hochdruckliga enthalten keine Normwerte für zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie). Um niedrige Werte aber nicht nach der Hypertonie-Skala als „optimal“ zu bezeichnen, benutzen wir die Grenze 105/65 für niedrigen Blutdruck.

    Messungen verteilt auf Normalwerte:

    Nutzen Sie BlutdruckDaten zur Aufzeichnung Ihrer Blutdruckwerte. Sie erhalten neben vielen anderen Auswertungen auch eine Statistik, die alle Messungen verteilt auf die Normalwerte zeigt. So sehen Sie und Ihr Arzt Fortschritte bei der Behandlung.

    Seit Juli 2013 gelten neue Werte bei der Beurteilung und den Behandlungsempfehlungen eines Bluthochdrucks.

    Werte unter 140/90 mmHg gelten jetzt als Zielblutdruck für die Mehrzahl aller Patienten, unabhängig von ihrer Vorgeschichte und Begleiterkrankungen wie Diabetes oder chronischen Nierenerkrankungen. Dies sehen die neuen Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) und der European Society of Cardiology (ESC) vor.
    Zusätzlich dazu empfahlen Ende 2013 zwei amerikanische Gesellschaften („American Hypertension Society“ (ASH), zusammen mit der „International Society of Hypertension“ (ISH) ) für ältere Patienten, also über 60-jährige, eine moderatere Senkung des Therapiezieles auf 150/90 mmHg.
    In den europäischen Leitlinien wird bei den älteren Patienten zwischen 60-80 Jahren ein systolischer Zielblutdruck von 140-150 mmHg empfohlen, wobei mit der Therapie erst ab einer Ausgangs-Systole >160 mmHg begonnen werden soll. Sind unter 80-Jährige allerdings fit, könne auch schon >140 mmHg mit der Therapie begonnen werden.
    Das heißt zusammengefasst, dass Risikopatienten mittels einer Blutdruck senkenden Therapie nicht mehr auf Biegen und Brechen bis zum „Normalwert“ herunter reguliert werden sollen.
    Vorteile dieser neuen Leitlinien sind, dass die Therapierung des Bluthochdrucks dadurch stark vereinfacht wird und die schädlichen Nebenwirkungen der Therapie vermindert werden.
    Gleichzeitig mit der Empfehlung, bei moderaten Senkungen nur ein Medikament und bei höheren Ausgangswerten nicht mehr als zwei Medikamente gleichzeitig zu verwenden, wird den Ärzten empfohlen, die Eigenverantwortlichkeit der Patienten mit Bluthochdruck in Bezug auf Lebensweise, Ernährung, Bewegung und Entspannung zu fördern.

    Grenzwerte erneut in der Diskussion

    Seit Ende 2017 ist die Diskussion über die Normwerte des Blutdrucks wieder neu entflammt, durch eine Senkung der Normwerte in Amerika. Die US-amerikanischen Leitlinien geben nun eine Grenze von 130/80 mmHg vor. Liegen die Werte darüber, wird dies als erhöht angesehen.
    Blutdruck Normwerte USA nach der American Heart Association (AHA):
    Die deutsche Hochdruckliga hält nach heutigem Stand an den bestehenden Richtlinien in Deutschland fest.

    September 2018

    Auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in München wurde der Grenzwert für eine medikamentöse Behandlung des Bluthochdrucks von den europäischen Gesellschaften für Hypertonie und Kardiologie (ESH/ESC) auch in den neuen Leitlinien beibehalten. Als Grenzwert, ab dem eine medikamentöse Behandlung notwendig wird, gilt weiterhin ein Blutdruck von 140/90 mmHg.
    Neu defininert wird in der Leitlinie der für unter 65-jährige individuell zwischen 120/70 bis 130/80 mmHg festzulegende Zielwert des Blutdrucks. Angestrebt sollte dieser jedoch nur bei guter Verträglichkeit werden.
    Liegen die Blutdruckwerte unbehandelt im hochnormalen Bereich von 130-139/85-89 mmHg, sollte eine Senkung möglichst durch die Änderung des Lebensstils (Bewegung, Ernährung ect.) erreicht werden.

    Blutdruck messen

    Wir haben einige Hinweise zusammengestellt, worauf Sie bei der Messung des Blutdrucks achten sollten. Sie finden diese in unserem Lexikon unter Blutdruck richtig messen.
    Bitte beachten Sie, dass eine einmalige Messung, z.B. in der Sprechstunde beim Arzt, nicht ausreicht, um das Vorliegen einer Hypertonie (Bluthochdruck) zu diagnostizieren. Selbst wenn bei einer einzelnen Blutdruckmessung ein Ergebnis gemessen wird, das keinem Normwert entspricht, ist das kein Grund zur Sorge. Aussagekräftiger ist das Resultat mehrerer Messungen zu verschiedenen Tageszeiten. Ihr Arzt wird deshalb eine Blutdruck Langzeitmessung vornehmen, um die Schwankungen des Blutdrucks im Tagesverlauf zu kennen. Liegt Ihr Blutdruck außerhalb der Blutdruck-Normwerte, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um das abklären zu lassen.
    Auch bei normalen Blutdruckwerten sollte eine regelmäßige Kontrolle stattfinden. Um eine Auswertung über einen längeren Zeitraum zu erhalten, empfiehlt es sich, einen Blutdruckpass zu führen. Dabei wird der Blutdruck regelmäßig gemessen und aufgeschrieben. Eine solche Auswertung liefert dem Arzt eine gute Diagnosehilfe. BlutdruckDaten wurde genau für diesen Zweck entwickelt. Die gemessenen Werte lassen sich nahezu überall (PC, Smartphone, Tablet) schnell und bequem speichern und werden in einem aussagekräftigen Diagramm dargestellt. Das erleichtert dem Arzt die Diagnosestellung und hilft ihm bei der Behandlung.
    Alle Inhalte sind medizinisch-fachlich geprüft und werden mehrmals pro Jahr überarbeitet. Letzte Aktualisierung von Sabine Croci (09/2019).

    Blutdruck Rechner – Blutdruckwerte beurteilen

    14. März 2019 1 Min.

    Blutdruck Bewertung

    Laut dem Blutdruckwerte-Rechner ist Ihr Blutdruck zu niedrig. Wenn ein Erwachsener dauerhaft Blutdruckwerte unter 110 zu 60 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) hat, sprechen Ärzte von einer Hypotonie. Da niedriger Blutdruck mitunter zu Kreislaufbeschwerden führt, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen. Dieser kann Sie auch über Möglichkeiten informieren, mit denen sich der Kreislauf stärken lässt. Laut dem Blutdruckwerte-Rechner ist Ihr Blutdruck normal. Blutdruckwerte sind immer altersabhängig. Bei Erwachsenen beziehungsweise Jugendlichen ab zwölf Jahren gelten Blutdruckwerte von 120 zu 80 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) als normal. Leichte Abweichungen nach oben und unten bedeuten meist noch keinen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck. Laut dem Blutdruckwerte-Rechner ist Ihr Blutdruck zu hoch. Personen, die dauerhaft einen Blutdruck von über 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) haben, leiden an einer Hypertonie. Ein zu hoher Druck kann Nachteile für den Körper haben. Beispielsweise sind Gefäßschädigungen denkbar. Möglicherweise ist auch das Herz mehr gefordert. Denn es muss aufgrund des erhöhten Drucks stärker pumpen. Lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen, wenn dies bei Ihnen der Fall ist.

    Ihr systolischer Blutdruck ist .

    Ihr diastolischer Blutdruck ist .

    Mehr Infos

    Vermuten Sie, dass Ihre Blutdruckwerte nicht im Normalbereich liegen könnten? Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben Sie sich in der Apotheke ein Blutdruckmessgerät gekauft? Dann sind Sie auf dieser Seite genau richtig. Unser Blutdruckwerte-Rechner kann Ihnen helfen herauszufinden, ob Ihr Blutdruck zu hoch oder zu niedrig ist. Beachten Sie: Für ein aussagekräftigeres Ergebnis sollten Sie Ihren Blutdruck über mehrere Tage hinweg regelmäßig messen und die durchschnittlichen Werte für die Bewertung heranziehen.

    Hinweis: Dieser Online-Blutdruckwerte-Rechner ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Diagnose. Er berücksichtigt lediglich Blutdruckwerte, die für einen durchschnittlichen Erwachsenen typisch sind, um zu einem Ergebnis zu kommen. Wenn Ihre Blutdruck- beziehungsweise Kreislaufbeschwerden nicht nachlassen oder unverhältnismäßig stark auftreten, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

    Blutdruck bei Kindern: Diese Werte sind normal

    Bluthochdruck ist zunehmend auch ein Problem bei Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte sind bereits vier Prozent der Vorschulkinder und sogar zehn Prozent der Schüler davon betroffen. Mit unserer Tabelle können Sie überprüfen, ob der Blutdruck Ihres Kindes innerhalb der Grenzwerte liegt.

    Jeder zweite Deutsche stirbt an an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Neben dem Rauchen ist Bluthochdruck – medizinisch Hypertonie – ein wesentlicher Risikofaktor. Doch bereits im Kindesalter lässt sich darauf Einfluss nehmen.

    Besonders tückisch: Bluthochdruck bei Kindern bleibt meist unbemerkt. „Es gibt keine typischen Symptome“, sagt Hermann Josef Kahl, Kinderkardiologe aus Düsseldorf. „Ab dem dritten Geburtstag sollten Eltern daher regelmäßig den Blutdruck ihres Kindes messen lassen.“

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    Ursachen von Bluthochdruck bei Kindern

    Wie bei den Erwachsenen sind die Ursachen von Bluthochdruck vielfältig. Als größtes Risiko gilt Übergewicht. „Wir rechnen damit, dass die Anzahl der Kinder mit Bluthochdruck weiter steigen wird, denn Übergewicht und Bewegungsmangel nehmen stetig zu“, so Kahl. Auch Herz- oder Nierenerkrankungen können zu einem Anstieg des Blutdrucks führen.

    Aber auch Kinder, deren Eltern unter Bluthochdruck leiden, sind gefährdet. Manchmal kann ein erhöhter Blutdruck auch auf eine Nierenfunktionsstörung oder ein Herzleiden hinweisen.

    Neben genetischen Ursachen gelten vor allem Lärm und Passivrauchen als weitere Faktoren, die den Bluthochdruck begünstigen. Besonders problematisch ist es, wenn mehrere Risiken zusammentreffen. Gefäßschädigungen entwickeln sich über viele Jahre – je mehr Risikofaktoren sich ansammeln, umso früher und dramatischer entwickelt sich die Krankheit.

    Bluthochdruck als Folge von ADHS

    Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Wirkstoffe, die bei der Behandlung von ADHS eingesetzt werden, beispielsweise Methylphenidat (Ritalin) oder Atomoxetin (Strattera), als Nebenwirkung bei 80 Prozent der Patienten zu erhöhtem Blutdruck führt. „Hier ist eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt unbedingt nötig“, sagt Kahl. Die Hauptursache für den vermehrt auftretenden Bluthochdruck bei Kindern sei dies aber nicht, sondern das schon genannte Übergewicht. „Adipositas nimmt zu, ADHS nicht“, so der Mediziner.

    Mögliche Folgen: Wie Bluthochdruck den Körper schädigt

    Bluthochdruck schädigt die Gefäßwände. Das ist schon bei den Kindern sicht- und nachweisbar. Wird der erhöhte Blutdruck nicht behandelt, drohen den Kindern die gleichen dramatischen Folgen wie Erwachsenen: Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen – nur eben viel früher, schon im jungen Erwachsenenalter.

    Behandlung bei erhöhtem Blutdruck

    „Adipöse Kinder müssen ihr Gewicht unbedingt regulieren“, rät Kahl dringlich. Eltern können ihren Kindern dabei helfen, indem sie für eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung sorgen. Fast Food, Fertiggerichte, Käse, Gemüsesaft, Salat- und Nudelsoßen enthalten beispielsweise häufig große Mengen Salz. „Neben einem vermehrten Salzkonsum und einem erhöhten BMI gilt auch ein vergrößerter Taillenumfang als Risikofaktor für Bluthochdruck“, so Kahl. Ist der Wert von Taille zu Körpergröße größer oder gleich 0,58, vervierfacht sich das Bluthochdruckrisiko für Jungen (um das 4,2‐fache) und für Mädchen (um das 4,4‐fache), so das Ergebnis einer chinesischen Studie.

    Ein gesunder Lebensstil führt dagegen langfristig zur Gewichtsabnahme und damit auch zu einer Normalisierung des Blutdrucks. Ansonsten müssen die betroffenen Kinder mit den gleichen Medikamenten wie Erwachsene behandelt werden.

    Blutdruck-Tabelle mit Richtwerten

    Der Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich je nach Alter, Geschlecht und Größe. Üblicherweise wird er als Zahlenpaar aus maximalem („systolisch“) und minimalem Wert („diastolisch“) angegeben, für Erwachsene gilt beispielsweise 120 zu 80 als idealer Wert. In der Tabelle sind die maximal zulässigen Blutdruckwerte für Kinder nach dem Alter gestaffelt zusammengefasst, wobei von einer mittleren Größe der Kinder ausgegangen wird. Abweichungen bei sehr kleinen oder sehr großen Kindern sind also möglich.

    Richtwerte für Mädchen

    Richtwerte für Jungen

    Alter systolisch diastolisch
    3 106,5 67,2
    4 106,8 67,7
    5 107 68
    6 107,8 68,7
    7 109 69
    8 110 70
    9 111,8 71
    10 113,5 72
    11 115,7 73
    12 118 74
    13 121,5 75
    14 125,5 76,5
    15 129,5 78
    16 133 79
    17 136 81
    18 139 82

    Quelle: Referenzperzentile für anthropometrische Maßzahlen und Blutdruck aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) 2003–2006

    • Bluthochdruck: Ab diesen Werten wird es kritisch
    • Blutdruck messen: Wann und wie oft ist das sinnvoll?
    • Fieber: Wann sollten Eltern mit dem Nachwuchs zum Arzt?

    Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender.

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