Blutdruck 106 zu 66

Zu niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft

(AXL / )

Antwort: Sicherlich ist ein zu niedriger Blutdruck nicht günstig für eine Schwangerschaft. Für die Frau selbst ist es zwar nicht unmittelbar gefährlich, die Symptome sind aber unangenehm. Meist kommt es zu Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder kalten Händen und Füßen.

Ist der Blutdruck über eine längere Zeit zu niedrig, kann dies zu einer Minderdurchblutung der Plazenta führen und somit in weiterer Folge zu Gedeihstörungen des ungeborenen Kindes. Es besteht die Gefahr, dass das Baby zu klein und mit zu niedrigem Geburtsgewicht geboren wird.

Unterstützen kann man den Kreislauf durch Wechselduschen, Trockenbürsten-Massagen, morgendliches Duschen, kalte Armbäder, Wassertreten, regelmäßige Bewegung sowie leichte Gymnastik und vorsichtigen Ausdauersport (z. B. Radfahren, Schwimmen). Auch auf eine ausreichende Trinkmenge sollten Sie achten. Wenn diese Maßnahmen nicht wirken, kann eine medikamentöse Therapie notwendig sein.

Vermeiden sollte man plötzliches, schnelles Aufstehen, langes Stehen ohne Bewegen der Beine und heißes Klima. Während der Schwangerschaft sollte man immer auf der Seite liegen, um nicht den Blutrückstrom in der großen unteren Hohlvene durch die wachsende Gebärmutter zu behindern.

Weitere Informationen finden Sie auch unter:

Probleme während der Schwangerschaft

Hypotonie – Erniedrigter Blutdruck

Sport in der Schwangerschaft

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Autoren:
Dr. Britta Bürger, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe (2008)
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr.med. Kerstin Lehermayr

Aktualisiert am: 08.07.2014 | 09:53

Kopfschmerzen und niedriger Blutdruck

Antwort:

Hallo,
1. ja, das kann in jedem Fall damit zusammenhängen
2. Inwiefern hier für Ihren persönlichen Einzelfall andere Dinge für die Beschwerden ursächlich sind, kann sicher Ihre behandelnde Frauenärztin/Frauenarzt im Rahmen einer Untersuchung klären.
3. nicht gleich jeder niedrige Blutdruck ist mit Konsequenzen für das Ungeborene verbunden. Und es ist hier meist nicht ein fixer Wert, an dem man sich orientiert, sonder eher die Klinik (Symptomatik), die die Schwangere bietet. Sofern es der Schwangeren unter einem niedrigen Blutdruck gut geht, sollte sie zunächst beruhigt sein.
Werte, die deutlich unter 100 mm Hg liegen und mit einer entsprechenden Symptomatik verbunden sind, wären bedenklich, sofern sie dauerhaft da sind und dieses sollte möglichst vermieden werden.
Empfehlenswert sind bei entsprechenden Symptomen in erster Linie die reichliche Flüssigkeitsaufnahme (2,5-3 Liter am Tag!) und in Extremfällen auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen.
3. der Kopfschmerz ist immer nur ein Symptom und kann – auch in der Schwangerschaft – vielerlei Ursachen haben: zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, Stress, hormonelle Veränderungen der Schwangerschaft, Flüssigkeitsmangel, Migräne etc. Hier ist es in der Situation am ratsamsten, dass Frauenärztin/Frauenarzt und vielleicht der Hausarzt die Ursache eingrenzen.
Danach wird eine bessere Einschätzung der persönlichen Situation möglich sein. Dieses auch im Hinblick auf die bestmögliche Therapie.
Wenn aufgrund der Besprechung mit Frauenärztin/Frauenarzt oder Hausarzt diese(r) nichts einzuwenden haben, ist Paracetamol das Schmermittel der Wahl, das über die gesamte Schwangerschaft angewendet werden darf.
Im zweiten Schwangerschaftsdrittel sind auch ASS, Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen zulässig. Im ersten Schwangerschaftsdrittel sind sie nur als Mittel der 2. Wahl zur gelegentlichen Anwendung, z. B. bei Versagen von Paracetamol, vertretbar.
Naproxen sollte nur beim Versagen von Paracetamol oder ASS, Ibuprofen, Diclofenac zur Anwendung kommen.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollten Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen wegen eines möglichen vorzeitigen Verschlusses des kindlichen Kreislaufs im Herzen (Ductus botalli) nicht eingesetzt werden.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte die ASS-Gabe (bei hoher Dosierung) wegen des möglichen vorzeitigen Verschlusses des Ductus botalli zurückhaltend durchgeführt werden. Darüber hinaus muss eine ASS-Therapie spätestens mit Abschluss der 37.SSW beendet werden, um Blutungskomplikationen unter der Geburt zu vermeiden (Gynäkologe: 2009, 42:219)
Als migränetypische Mittel ist die Einnahme von Sumatriptan im 2.+3. Schwangerschafts-drittel unter strenger Indikationsstellung, wenn die Kopfschmerzattacken sich nicht anders behandeln lassen, vertretbar. Als mittel der Wahl bei durch Kopfschmerzen bedingter Übelkeit ist Dimenhydrinat das Antiemetikum der ersten Wahl zur Behandlung von migraneassoziierter Ubelkeit in der Schwangerschaft und Stillzeit. Als Reservemittel (2. Wahl) ist Metoclopramid ebenfalls Phasen akzeptabel
Besprechen Sie hier bitte das für Sie sinnvollste Vorgehen mit Ihren behandelnden Ärzten am Ort.
VB
Quellen:
Behandlung der Migräne und idiopathischer Kopfschmerzsyndrome in Schwangerschaft und Stillzeit, Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, Stand:2009
Briggs GG, Freeman RK, Yaffe SJ. Drugs in pregnancy and lactation. Philadelphia: Lippincott: Williams & Wilkins 2005.
Ericson A, Kallen BA. Nonsteroidal anti-inflammatory drugs in early pregnancy. Reprod Toxicol 2001;15: 371–375.

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 14.05.2011

Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft

Wenn du oft müde und reizbar bist, an Kopfschmerzen leidest und dir häufiger schwindelig wird, kann es sein, dass dir ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft das Leben schwer macht. Eigentlich ist niedriger Blutdruck kein Grund zur Sorge. Menschen mit niedrigem Blutdruck leben häufig sogar länger, da ihre Gefäße nicht so sehr beansprucht werden, während ein hoher Blutdruck als gesundheitsgefährdend gilt. Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft kann jedoch ein ernst zu nehmendes Risiko für dich und dein Baby darstellen.

Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft: Lass dich beim Arzt durchchecken!

Wenn du schwanger bist, ist eine gewisse Müdigkeit eigentlich normal. Wenn du jedoch sehr oft kaputt und gereizt bist und dir sogar schwindelig wird, kann ein niedriger Blutdruck, auch Hypotonie genannt, dafür verantwortlich sein. Auch wenn er normalerweise kein großes Problem ist, kann niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft mitunter eine Gefahr für die werdende Mutter und ihr Kind werden. In der Regel ist Hypotonie mit Medikamenten leicht zu behandeln, doch ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft sollte auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat behandelt werden.

Selbst bei Frauen, die bevor sie schwanger wurden einen normalen oder sogar hohen Blutdruck hatten, ist ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches. Die Veränderungen im Hormonhaushalt können dazu führen, dass der Blutdruck sinkt und sich der Kreislauf verlangsamt. Auch kann es sein, dass das Baby auf die Vena-Cava, die Hauptvene des Herzens, drückt und so den Blutrückfluss behindert. In der Regel überprüft der Frauenarzt daher bei jeder Untersuchung den Blutdruck, um sicherzugehen, dass ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft nicht zum Problem wird.

Eine Gefahr für Mutter und Kind?

Während ein hoher Blutdruck in der Regel als gesundheitsgefährdend gilt und ein niedriger Blutdruck das Leben verlängern soll, ist ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft ein Risikofaktor. Er kann sowohl für die werdende Mutter als auch für ihr Baby zur Gefahr werden. Führt die Hypotonie zum Beispiel zu Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfällen, kann es passieren, dass die Schwangere und ihr Kind durch einen Sturz verletzt werden. Bei einem Sturz besteht nämlich die Gefahr, auf den Bauch zu fallen oder mit dem Kopf aufzuschlagen.

Aber auch, wenn es nicht zu solch drastischen Auswirkungen kommt, ist niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft keine Lappalie. Reicht der Blutdruck beispielsweise nicht aus, um alle Organe mit genügend Blut zu versorgen, wird auch der Uterus nicht ausreichend durchblutet. Diese Unterversorgung führt zu einem Sauerstoffmangel beim Kind, der Entwicklungsstörungen bis hin zu Fehlbildungen und Frühgeburten verursachen kann.

Symptome von niedrigem Blutdruck in der Schwangerschaft

Ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft kann sich durch verschiedene Symptome äußern:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Gereiztheit
  • Großer Durst
  • Kalte Hände und Füße
  • Bauchschmerzen
  • Neigung zur Hyperventilation
  • Atemnot

Behandlung bei niedrigem Blutdruck

Wenn du eines oder mehrere der genannten Symptome über einen längeren Zeitraum bei dir beobachtest, solltest du deinen Blutdruck vom Arzt überprüfen lassen. Tritt niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft auf, solltest du vorerst davon absehen, handelsübliche Mittel gegen zu niedrigen Blutdruck einzunehmen. Solche Präparate sind meist nicht auf den Gebrauch in der Schwangerschaft ausgelegt. Wenn du jedoch das Bedürfnis hast, auf jeden Fall Medikamente gegen die Hypotonie einnehmen zu wollen, solltest du zunächst mit einem Arzt sprechen. Er kann überprüfen, ob eine medikamentöse Behandlung nötig ist, und dir gegebenenfalls für Schwangere geeignete Mittel verschreiben.

Alternativen zu Medikamenten

Genügend Flüssigkeit und Zeit können niedrigem Blutdruck auf die Sprünge helfen.

Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft lässt sich auch mit einigen einfachen, aber effektiven Maßnahmen regulieren:

  • Trinke ausreichend: Eine mögliche Ursache für einen niedrigen Blutdruck ist beispielsweise eine zu geringe Menge Blut im Körper. Eine solche Blutarmut wird häufig durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst. Dies kannst du relativ leicht in den Griff bekommen, indem du darauf achtest, ausreichend zu trinken.
  • Erhöhe die Salzzufuhr: Auch Salz hält den Blutdruck stabil. Während der Schwangerschaft steigt der Salzbedarf jedoch deutlich an. Ärzte empfehlen daher eine Tagesdosis von neun Gramm Salz. Im Normalfall liegt der Bedarf eines Menschen bei maximal sechs Gramm am Tag. Als Schwangere darfst du dir also ruhig mal ein Brot mit salzigem Schinken oder eine kräftige Brühe gönnen. Ein positiver Nebeneffekt: Nicht nur dein Blutdruck wird auf diese Weise stabilisiert, das Salz unterstützt auch die Schilddrüsenfunktion des Babys.
  • Lass dir Zeit: Frauen, denen ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft besonders beim Aufstehen Probleme bereitet, sollten sich dabei bewusst Zeit lassen. So können sich der Körper und der Kreislauf besser an die neue Position anpassen.
  • Schlafe mit erhöhtem Oberkörper: Auch das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper kann in diesem Fall hilfreich sein.

Hinweis: Wenn dir doch einmal schwindelig wird, solltest du dich hinlegen und die Beine hoch lagern. Auf diese Weise fließt das Blut aus den Beinen in den Rest des Körpers, sodass auch das Gehirn wieder mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird.

Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft kann ein Risiko für dich und dein Kind darstellen. Wenn du ohnehin zu Hypotonie neigst oder Anzeichen bemerkst, die auf eine solche hindeuten können, solltest du versuchen, dem entgegenzuwirken. Zudem solltest du einem Arzt berichten, dass dir dein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft zu schaffen macht. Übrigens: Wir wissen auch, was bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft zu tun ist.

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) – Anzeichen & Ursachen

Was ist zu niedriger Blutdruck (Hypotonie)?

Der Druck, der in den großen Gefäßen unseres Körpers herrscht, wird als Blutdruck bezeichnet. Bei einem gesunden, jungen Erwachsenen liegt dieser Blutdruck in Ruhe bei 120 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) systolisch und 80 mmHg diastolisch.

Interessant:

Die Systole des Herzens bezeichnet den Vorgang, bei dem das Blut aus dem Herzen herausgepresst wird, während die Diastole angibt, wie viel Blut während der Entspannungs- und Füllungsphase wieder zurück in die Herzkammern strömt.

Besteht ein Blutunterdruck (Hypotonie), gelangt zu wenig sauerstoffreiches Blut in die Organe, Muskeln und andere Bereiche des Körpers. Gemeinhin gilt ein Blutdruck, bei dem der systolische Wert bei Männern unter 110 mmHg und bei Frauen unter 100 mmHg liegt, als zu niedrig. Der diastolische Messwert steigt dabei nicht über 60 mmHg.1 Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Blutdruck zu niedrig ist, sollten Sie Ihren Hausarzt darauf ansprechen – er kann gezielte Untersuchungen einleiten.

Ursachen und Symptome der Hypotonie

Obwohl das Blut im Körperinneren fließt, macht sich ein zu niedriger Blutdruck auch nach außen hin bemerkbar. Die Beschwerden sind unterschiedlich stark ausgeprägt und können durch Stress und andere seelische Belastungen verstärkt werden.1 Typisch sind unter anderem:

  • Schwindel und Benommenheitsgefühl, zum Beispiel beim Aufstehen
  • morgendliche Antriebsschwäche
  • rasche Ermüdung
  • Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Blässe
  • Kältegefühl in Händen und Füßen

Je nach der zugrundeliegenden Ursache des niedrigen Blutdrucks können weitere Symptome, beispielweise Bewusstseinsverlust oder Höreinschränkungen, hinzukommen.

Die Auslöser für den Blutunterdruck sind auch Unterscheidungskriterium für die drei Formen der Hypotonie, wie sie Ärzte verwenden:

  1. Die primäre, konstitutionelle Hypotonie: Hier lässt sich kein eindeutiger Auslöser feststellen – oft sind junge, schlanke Frauen betroffen, die ansonsten gesund sind.

  2. Die sekundäre, symptomatische Hypotonie: Diese Form des Blutunterdrucks ist durch eine Grunderkrankung oder Medikamente bedingt. Infrage kommt beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Herzinsuffizienz.

  3. Die orthostatische Dysregulation: In diesem Fall sackt der Blutdruck nach einem Lagewechsel (zum Beispiel vom Liegen zum Sitzen) in den Keller, weil eine Störung des vegetativen Nervensystems vorliegt.

Ein zu niedriger Blutdruck gilt im Vergleich zum hohen Blutdruck, der Hypertonie, gemeinhin als weniger gesundheitsgefährdend. Diese Annahme ist jedoch nicht pauschal richtig – zum Beispiel besteht dann Handlungsbedarf, wenn eine ausgeprägte Herzschwäche hinter dem zu niedrigen Blutdruck steckt. Das geschwächte Herz ist in diesem Fall nicht mehr dazu in der Lage, den normalen Blutdruck aufzubauen.

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Ursachen

Man kann den Blutniederdruck in vier verschiedene Kategorien einteilen

1) anlagebedingte beziehungsweise konstitutionelle Hypotonie

2) Hypotonie in einer akuten Schocksituation

3) sekundäre Hypotonie, zum Beispiel durch Krankheiten oder Medikamente bedingt

4) orthostatische Hypotonie, also Anpassungsschwierigkeiten der Blutdruckregulation beim Wechsel der Körperposition, wie zum Beispiel beim Übergang vom Sitzen oder Liegen zum Stehen

1) Anlagebedingter niedriger Blutdruck (konstitutionelle Hypotonie)

Ein einfaches, aber gut funktionierendes Regelsystem steuert unseren Blutdruck: In den Gefäßwänden der meisten Schlagadern, wie zum Beispiel in den Halsschlagadern und in der Bauchschlagader (Aorta) befinden sich so genannte „Dehnungsfühler“ oder Barorezeptoren. Sie werden umso stärker gereizt, je mehr die Gefäßwand gedehnt wird. Eine starke Dehnung der Gefäßwand kommt durch einen hohen Blutdruck zustande, eine geringe Gefäßwanddehnung durch einen niedrigen Blutdruck.
Die Informationen von den Barorezeptoren gelangen über Nervenstränge zum Stammhirn (Medulla oblongata). Von hier aus werden Befehle aus dem „Kreislaufzentrum“ an das Herz und an die Blutgefäße ausgegeben, um den Blutdruck wieder auf das normale Maß (Sollwert des Blutdrucks) einzustellen.

Zudem gibt es einen weiteren Mechanismus, um den Blutdruck anzupassen. In den Nieren wird das Hormon Renin gebildet. Der Körper schüttet es aus, wenn der Blutdruck im dem Gefäß, das zur Niere führt, sinkt. Renin setzt wiederum einen Regelkreis in Gang, der unter anderem dadurch, dass die Gefäße sich verengen und weniger Wasser und Kochsalz im Harn ausgeschieden wird, zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt.

Der normale Blutdruck beruht also auf einer Regulation, bei der verschiedene Mechanismen eine Rolle spielen. Hier kann es durchaus der Fall sein, dass die Regulation anlagebedingt manchmal ein bisschen höher und manchmal ein bisschen niedriger ausfällt. Diese „Sollwertverstellung“ des Organismus macht sich dann in einem anlagebedingten etwas höheren oder niedrigeren Blutdruck bemerkbar.

2) Hypotonie in einer akuten Schocksituation

Bei einem Kreislaufkollaps oder Schock sinkt die Menge an zirkulierendem Blut, zum Beispiel durch starke Blutverluste. Als Folge verengen sich automatisch diejenigen Blutgefäße, die weniger wichtige Organe und Körperteile zu versorgen haben. Die Durchblutung der Haut, Muskulatur, des Magen-Darm-Traktes und der Nieren vermindert sich, um die Butversorgung von Hirn- und Herzkrankranzgefäßen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Diesen Vorgang nennt man „Zentralisation“. Die Herzfrequenz steigt. Reichen diese körpereigenen Regulationsmechanismen nicht aus, sinkt der Blutdruck.

Ursache kann neben einer äußerlich sichtbaren Blutung auch eine innere Blutung – zum Beispiel aus einem Magengeschwür – sein. Starker Flüssigkeitsverlust, zum Beispiel bei lang andauerendem Erbrechen, heftigem Durchfall oder übermäßigem Wasserlassen aufgrund eines schlecht eingestellten Diabetes kann ebenfalls dazu führen, dass das Blutvolumen sinkt und eine Hypotonie auftritt.

3) Sekundäre Hypotonie

Ein niedriger Blutdruck kann auch als Folge von Krankheiten oder Medikamenteneinnahme auftreten. Ärzte sprechen dann von einer sekundären Hypotonie. Einige mögliche Ursachen:

  • Herzerkrankungen

Bei einer Herzmuskelschwäche zum Beispiel nach einem großen Herzinfarkt, nach Herzmuskelerkrankungen oder nach lange bestehendem Bluthochdruck, ist das Herz rein kräftemäßig nicht mehr dazu in der Lage, das Blut mit der nötigen Kraft in den Kreislauf zu pumpen. Auch bei einer Verengung der Aortenklappe (Aortenstenose) sinkt der Blutdruck, wenn es dem Herzmuskel nicht mehr gelingt, ausreichend Blut durch die zu enge Klappe in den Kreislauf zu treiben.

  • Aortenbogen-Syndrom

Die Aorta ist die Hauptschlagader. Von ihr zweigen die beiden Schlüsselbeinarterien ab, die die Arme versorgen. Beim Aortenbogen-Syndrom drückt das Herz zwar mit großer Kraft das Blut in die Aorta. Da die Arterien aber eine Verengung direkt an einer Abzweigung in die Schlüsselbeingefäße haben, ist der Blutdruck zwar in der Aorta und den Beingefäßen hoch, vor allem in den Armen und im Gehirn herrscht aber ein zu niedriger Blutdruck vor. Dieser äußert sich in kalten Händen und in Schwindelgefühlen. Bei dieser Art von Blutniederdruck kann an den Armen ein extrem niedriger Blutdruck von beispielsweise 85/70 mmHg herrschen, während er an den Beinen normal ist. Da der Blutdruck meist an den Armen bestimmt wird, kann ein Aortenbogen-Syndrom fälschlicherweise einen niedrigen Blutdruck vortäuschen.

  • Venenschwäche

Bei einer Venenschwäche kann es zu Aussackungen der Venenwände kommen, auch Krampfadern (Varizen) genannt. In diesen zu weiten Venen „versackt“ das Blut. Dies kann, besonders beim Stehen, zu einem Absinken des Blutdrucks führen. Wenn dem gesamten Blutkreislauf zuwenig Blut zur Verfügung steht, kommt es möglicherweise auch zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirnes und zu einem Kollaps.

  • Hormonstörungen

Erkrankungen der Schilddrüse und Nebennieren können Hormonstörungen verursachen, die sich auch auf den Blutdruck auswirken. Die Hormone der Schilddrüse beeinflussen verschiedene Abläufe im Körper, so auch den Herzschlag und den Blutdruck. Die Hormone der Nebennieren regulieren den Salzhaushalt und haben somit ebenfalls Einfluss auf den Flüssigkeitshaushalt und den Blutdruck. Für einen niedrigen Blutdruck kann also immer auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Störung der Nebennieren verantwortlich sein.

Der menschliche Körper lebt nur, wenn das Blut Stunde um Stunde zirkuliert. Angetrieben vom Herzen, dem menschlichen Motor. Dieser Muskel schläft nie und drückt das Blut während der Kontraktionsphase in die Blutgefäße und saugt in der Entspannungsphase durch den anderen Herzbeutel das Blut wieder an.
Der Druck, der durch den Herzschlag aufgebaut wird, heißt Blutdruck. Beim Zusammenziehen entsteht ein stärkerer Druck, der sogenannte systolische Blutdruck. In der Entspannungsphase wird der Druck diastolischer Blutdruck genannt. Der systolische Blutdruck ist immer höher als der diastolische.

Wie misst man den Blutdruck?

Um den Druck des Blutes zu messen, verwendet man die Maßeinheit Millimeter-Quecksilbersäule (kurz mmHg), die auch in der Physik verwendet wird. Der Blutdruck wird entweder mit dem sogenannten Sphygmo-Manometer, oder aufgrund der technischen Entwicklung, neuerdings auch mit digitalen Messgeräten, die mit elektronischen Sensoren funktionieren.

Der Blutdruck wird in der Regel so dargestellt, dass der höhere Wert vorne steht. Also z.B. 130 zu 80 mmHg oder auch nur 130/80. Man erkennt, dass die Maßeinheit umgangssprachlich weggelassen wird.

Was ist niedriger Blutdruck?

Der normale Blutdruck liegt zwischen 120 zu 80 und 130 zu 85 mmHg. Leichte Werte darüber sind nicht weiter schlimm, wenn keine weiteren chronischen Erkrankungen vorliegen und werden als leichte Hypertonie bezeichnet. Erst ab einem Druck von über 160 zu 100 spricht man von einer richtigen (mittleren) Hypertonie also Bluthochdruck.

Bei einem Blutdruck von unter 110 des systolischen (also höheren) oder 60 des diastolischen (also niedrigen) Wertes spricht man von niedrigem Blutdruck. Der Fachausdruck ist Hypotonie, dieser ist anhand verschiedener Symptome erkennbar.

Systolisch Diastolisch
< 110 <60 Niedriger Blutdruck (Mann)
< 139 <99 Normaler Blutdruck
> 140 > 90 Hoher Blutdruck

Hinweis: bei Frauen gilt erst ein Blutdruck unter 100 als zu niedrig.

Wie sind die Symptome beim niedrigen Blutdruck?

Ein niedriger Blutdruck kann sich in Symptomen äußern, muss er aber nicht. Es sind Schwindel, Herzrasen, Probleme mit dem Kreislauf und Kopfschmerzen möglich.
In seltenen Fällen, vor allem wenn der Blutdruck rasch abfällt, kann eine Ohnmacht entstehen. Schuld daran sind oft Lagewechsel, z.B. beim schnellen Aufstehen.
Häufiger sind bei niedrigem Blutdruck und schnellen Positionswechseln allerdings Sehstörungen. Dem Patienten wird schwarz vor Augen oder er sieht Sterne vor den Augen tanzen.

Ursachen des niedrigen Blutdrucks

Grundsätzlich ist ein niedriger Blutdruck selten gefährlich, wenn er ohne Ursache auftritt. Solch einen niedrigen Blutdruck nennt man dann primär niedrigen Blutdruck.
Ab und an jedoch tritt niedriger Blutdruck auch als Teil einer Krankheit auf. Deshalb sollte ein Arzt zumindest einmal prüfen, warum niedriger Blutdruck vorliegt.
Darüber hinaus gibt es weitere Gründe für einen niedrigen Blutdruck.

Primärer niedriger Blutdruck

Gerade bei jungen, sehr schlanken Mädchen (seltener auch Jungen) kommt ein niedriger Blutdruck häufig vor. Dieser wird dann aufgrund des Körperbaus verursacht und heißt konstitutionelle Hypotonie.

Darüber hinaus ist der niedrige Blutdruck auch vererbbar.

Sekundärer niedriger Blutdruck

Diese Form der Hypotonie kann Teil einer Krankheit sein. Herzerkrankungen, Erkrankungen der Nebennierenrinde, Venenschwäche und oft auch die Schilddrüsenunterfunktion können sie auslösen.

Sonstige Auslöser für niedrigen Blutdruck

Die Schwangerschaft kann bei Frauen schuld an einer Hypotonie sein. Das Kind drückt auf eine wichtige Vene (die große Hohlvene) und es fließt weniger Blut zum Herzen zurück.

Medikamente, z.B. Herzmedikamente oder Mittel gegen Bluthochdruck, können einen sogenannten medikamentösen niedrigen Blutdruck auslösen. Vor dem eigenmächtigen Absetzen der Medikamente sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Wie wird ein niedriger Blutdruck diagnostiziert?

Spürt der Patient häufiger eines oder mehrere der oben genannten Symptome, so sollte der Blutdruck kontrolliert und mit dem Arzt gesprochen werden. Dieser kann Erkrankungen ausschließen und über diverse Tests die Ursache für die Hypotonie feststellen.

Therapie eines zu niedrigen Blutdrucks

Steht fest, dass keine Krankheit die Ursache für einen zu niedrigen Blutdruck ist, so können zunächst einfache Hausmittel die Symptome lindern.

Aktivieren Sie den Kreislauf, z.B. durch Aktivität. Regelmäßiger Sport kann helfen, den niedrigen Blutdruck langfristig in den Griff zu bekommen.

Kaffee und Tee wirken aufgrund des Koffeins ebenfalls anregend auf den Blutdruck. Dennoch sollten Sie nicht zu viel Koffein zu sich nehmen, da dies dann ungesund sein kann. Stattdessen sollten Sie viel Flüssigkeit (Wasser, Tee) zu sich nehmen mit ausreichend Mineralien. Denn Salze sind bei viel Flüssigkeit wichtig, und Salz wirkt auch Blutdruck erhöhend.

Helfen die Hausmittel nicht, so kann Ihnen der Arzt nach eingehender Untersuchung auch blutdrucksteigernde Medikamente verschreiben. Solche Medikamente werden allerdings nur verschrieben, wenn der niedrige Blutdruck absolut nicht in den Griff zu bekommen ist und Gefahren drohen (häufige Ohnmacht, etc.).

Fazit zu Hypotonie

Auch wenn zu niedriger Blutdruck für den Betroffenen in dem Moment oft unangenehm ist (Schwindel, Augenprobleme), so ist er in der Regel keine ernsthafte Krankheit. Lassen Sie die Ursachen trotzdem zumindest einmal vom Arzt abklären, weil eben doch auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken kann.

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