Blinddarm BEI kindern

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Blinddarmentzündung – Anzeichen, Ursachen und Behandlung

Plötzlich auftretende Schmerzen in der Magengegend können vielerlei Ursachen haben. Nicht selten steckt eine Blinddarmentzündung dahinter. Gehen die Schmerzen nicht weg oder werden sie gar schlimmer, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Die Begleiterscheinungen einer Blinddarmentzündung können zwar von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt sein, dennoch gibt es einige typische Symptome. Wer sie kennt, kann rechtzeitig reagieren, noch bevor die Entzündung kritisch wird.

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Eine Blinddarmentzündung (Latein und Englisch: „appendicitis“) – auch bekannt als Appendizitis – ist eine bakterielle Entzündung am Blinddarm. Genauer gesagt handelt es sich um eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis), der sich am Ende des Blinddarms befindet. Umgangssprachlich hat sich jedoch der Begriff der Blinddarmentzündung durchgesetzt.

Solch eine Entzündung kann verschiedene Ausmaße annehmen. In vielen Fällen ist der Wurmfortsatz nur leicht gereizt. Gefährlicher und auch schwieriger zu behandeln ist eine starke Entzündung des Wurmfortsatzes oder ein Blinddarmdurchbruch.

Woran erkennt man eine Blinddarmentzündung?

Zunächst ist eine Blinddarmentzündung daran zu erkennen, dass sie Schmerzen im Bereich um den Bauchnabels verursacht. Nach einiger Zeit – rund acht bis zwölf Stunden – verlagern sich die Schmerzen zunehmend in den rechten Unterbauch. Denn dort befindet sich der zum Dickdarm gehörende Blinddarm. Im Verlauf der Entzündung nehmen die Schmerzen bei den meisten Betroffenen deutlich zu und sind schließlich in der gesamten Bauchgegend zu spüren.

Es gibt unterschiedliche Formen der Blinddarmentzündung: Bei einer sogenannten zerstörerischen Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva) sind die Schmerzen deutlich stärker als bei einer einfachen Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex).

Die typischen Symptome einer Blinddarmentzündung sind:

  • Übelkeit/Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Durchfall/Verstopfungen
  • starke Bauchschmerzen (rechtsseitig)
  • starkes Schwitzen
  • angespannte Bauchdecke an der betroffenen Stelle
  • erhöhter Puls

Wer unter einer Blinddarmentzündung leidet, der kann oft sein rechtes Bein nur noch unter Schmerzen anheben oder belasten. Laufen, Rennen oder Hüpfen verschlimmert die Schmerzen. Betroffene sind daher oft auch durch ihr sogenanntes Schonhinken erkennbar, bei dem das schmerzende Bein nur ganz kurz belastet wird.

Was kennzeichnet eine einfache Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex)?

Im besten Fall erkennt der Betroffene oder der behandelnde Arzt eine einfache Blinddarmentzündung rasch anhand ihren Symptomen. Patienten – egal, ob Erwachsene oder Kinder – können dann von einer zeitnahen Behandlung profitieren. Bildet sich am Wurmfortsatz des Blinddarms kein Eiter, kann sich die Entzündung innerhalb des katarrhalischen Stadiums (infektiöses Stadium der Schleimbildung) sogar spontan zurückbilden.

Hat die Entzündung bereits das seropurulente Stadium (Stadium einer starken Entzündung mit Eiterbildung) erreicht, muss schnellstmöglich eine Behandlung erfolgen. Andernfalls besteht das Risiko, dass sich aus der einfachen eine zerstörerische Blinddarmentzündung entwickelt. Diese macht einen operativen Eingriff zumeist unumgänglich.

Vorsicht!

Konsultiere bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung sofort den Arzt! Denn wenn sich bereits Eiter am Wurmfortsatz gebildet hat, muss sofort gehandelt werden und eine Operation ist meist unumgänglich.

Hinweis: Hinter Bauchschmerzen und weiteren Symptome im Verdauungsbereich, die schon länger bestehen, können sich auch individuelle Intoleranzen oder ein Reizdarm verbergen. Sollte bei dir eine solche Erkrankung vorliegen, kann dir unser Therapieangebot helfen, welches auch von Krankenkassen bezuschusst wird. Hier gibt es mehr Informationen.

Was kennzeichnet eine zerstörerische Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva)?

Bei einer zerstörerischen Blinddarmentzündung droht das entzündete Gewebe des Wurmfortsatzes zu verfallen oder aufzuplatzen. Kommt es zu einem Blinddarmdurchbruch (Perforation), gelangen sowohl Eiter und Bakterien sowie Darminhalte in den Bauchraum. Um diese Entwicklung zu verhindern, ist zwingend eine OP erforderlich. Andernfalls besteht bei einer zerstörerischen Blinddarmentzündung Lebensgefahr.

Kommt es bei Kindern und älteren Menschen zu anderen Symptomen?

Eine Blinddarmentzündung ist bei einem Kleinkind schwieriger als solche zu identifizieren, da die Symptome bei Kindern oft schwächer ausgeprägt sind. Bei Kindern treten zudem ebenfalls oft Bauchschmerzen als Symptom auf und vor allem jüngere Kinder sind häufig nicht in der Lage, den genauen Ort der Schmerzen auszumachen. Außerdem sind Bauchschmerzen im Kindesalter keine Seltenheit und müssen nicht zwingend auf eine Blinddarmentzündung hindeuten.

Hinweis!

Verschwinden die Schmerzen bei Kindern nach mehreren Stunden nicht, obwohl man eine Wärmflasche oder ein Heizkissen verwendet hat, sollte ein Arzt die Ursache abklären.

Auch bei älteren Menschen sind die Symptome oft abgeschwächt. Durchfall oder Erbrechen treten bei ihnen nur selten als Begleiterscheinungen einer Blinddarmentzündung auf. Das erschwert die Diagnose und die Entzündung wird daher oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt.

Warum zeigen Schwangere keine typischen Anzeichen einer Blinddarmentzündung?

Während der Schwangerschaft nimmt das Ungeborene Platz im Babybauch ein. Magen und Darm werden daher etwas beiseite gedrängt, weswegen Magen- und Darmbeschwerden zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden gehören. Die Symptome einer Blinddarmentzündung lassen sich daher oft nicht von den typischen Schwangerschaftsleiden unterscheiden. Die Diagnose wird zusätzlich dadurch erschwert, dass ihre typischen Unterbauchschmerzen nun in den Rückenbereich oder Oberbauch verlagert sein können. Schwangere sollten daher besonders aufmerksam auf die Signale ihres Körpers achten, um das Wohl des ungeborenen Kindes nicht zu gefährden.

Gibt es für Blinddarmentzündungen einen bestimmten Test?

Bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung können Betroffene zum Selbsttest den rechten Unterbauch abtasten. Schmerzt das, sollte man zur weiteren Abklärung unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt auch für Schmerzen, die beim Anwinkeln des rechten Beines oder bei Bewegung entstehen.

Auch bei anderen Symptomen ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Denn nur ein Fachmann hat die Möglichkeit, sicher festzustellen, ob es sich um eine Blinddarmentzündung handelt oder eine Erkrankung mit ähnlichen Symptomen.

Wie läuft die Diagnose beim Arzt ab?

Die ersten Untersuchungsschritte bestehen darin, dass der Arzt typische Schmerz- und Druckpunkte ertastet. Dieser Untersuchungsabschnitt wird daher auch Schmerzprovokation genannt. Schmerzen können an unterschiedlichen Tastpunkten auftreten:

  • Schmerzen am McBurney-Punkt: mittig zwischen Bauchnabel und dem rechten Darmbeinvorsprung am Beckenknochen
  • Schmerzen am Lanz-Punkt: zwischen dem linken und rechten Darmbeinvorsprung (mittiges bis äußeres Drittel); ein kurzes Drücken und Loslassen der Bauchdecke verursacht den sogenannten Loslass-Schmerz
  • Schmerzen durch das Rovsing-Zeichen am Dickdarm: beim Streichen Richtung Blinddarm entgegen des Uhrzeigersinns
  • Douglas-Schmerzen bei einer rektalen Untersuchung
  • Psoas-Schmerzen im rechten Unterbauch: beim Anheben des rechten Beins

Zudem kann ein anschließender Bluttest weitere Anzeichen aufdecken. Ist beispielsweise die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) erhöht oder das Protein CrP (ein Entzündungsmarker) nachweisbar, lässt dies auf eine Entzündung im Körper schließen.

Eine weitere gängige Untersuchung ist die Ultraschalluntersuchung. Ist der Wurmfortsatz des Blinddarms nicht entzündet, ist er bei der Untersuchung meist nicht zu erkennen. Angeschwollene Wurmfortsätze sind hingegen im Ultraschall meist deutlich sichtbar.

Welche Ursachen kann eine Blinddarmentzündung haben?

Eine Blinddarmentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Zumeist ist sie auf bakterielle Infektionen zurückzuführen. Bakterien wie E. coli oder Enterokokken sind typische Erreger. Des Weiteren können Fremdkörper, die Verstopfungen verursachen, eine Appendizitis auslösen. Dazu zählen unter anderem Kotsteine, Maiskörner oder Kerne von Kirschen, Melonen oder Weintrauben. Sie können zu einer Schleimhautreizung am Wurmfortsatz führen, aus der letztlich eine Entzündung entsteht.

Oftmals entstehen Blinddarmentzündungen auch als Folge anderer Erkrankungen, die mit Bakterien und Viren im Körper einhergehen – zum Beispiel einer Magen-Darm-Grippe. Seltener sind ein Abknicken des Wurmfortsatzes, Parasiten oder Würmer die Ursache.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Als Behandlung kommt in den meisten Fällen nur eine Operation in Frage. Lediglich sehr geringe Entzündungen können sich spontan zurückbilden. Für eine Operation gibt es zwei Methoden:

  • offene Appendektomie: Der Chirurg gelangt dabei über die Bauchdecke zur Appendix und entfernt diese. Sollte es zuvor zu einer Perforation gekommen sein, verordnet der behandelnde Arzt in der Regel eine anschließende Behandlung mit Antibiotika. Dadurch sollen schädliche Bakterien abgetötet und Folgeentzündungen verhindert werden
  • laparoskopische Appendektomie: Diese operative Maßnahme gilt als minimalinvasiv und wird durch zwei sogenannte Arbeitskanäle und mithilfe einer Operationskamera durchgeführt. Lediglich drei kleine Schnitte sind dafür vonnöten. Mithilfe von Druckluft bläst der Chirurg den Bauchraum aus, verschafft sich einen Überblick und entfernt über die Arbeitskanäle die Appendix.

Wie kann man einer Blinddarmentzündung vorbeugen?

Generell gibt es wenige Maßnahmen zur Vorbeugung. Eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise kann das Immunsystem stärken und dazu führen, dass einige Bakterien gar nicht erst in die Nähe des Dickdarms und damit des Blinddarms gelangen. Folglich können sie dort auch keine Entzündung hervorrufen. Außerdem ist es empfehlenswert, keine Obstkerne zu schlucken, die zu Verstopfungen führen könnten.

Quellen

Blinddarmentzündung: Symptome und Therapie

Behandlung

In den meisten Fällen wird der Wurmfortsatz operativ entfernt, üblicherweise in den ersten ein bis zwei Tagen. Es gilt nämlich, einen Blinddarmdurchbruch möglichst zu vermeiden. Bei Kindern mit einer unkomplizierten Blinddarmentzündung kann eine Behandlung mit Antibiotika und Schmerzmitteln einen Versuch wert sein. Ist diese Behandlung nicht erfolgreich, muss operiert werden.

Ist die Entzündung bereits weit fortgeschritten, muss sie zunächst mit einer Antibiotikatherapie und Flüssigkeitsgabe über die Vene eingedämmt werden. Die Operation findet dann statt, sobald der Allgemeinzustand des Patienten es zulässt.

Nach der Operation schließt sich üblicherweise ein Krankenhausaufenthalt von etwa vier bis fünf Tagen an. Wenn sich die Darmfunktion und der Allgemeinzustand des Patienten wieder normalisiert hat, ist die Entlassung nach Hause möglich.

Operation

Die Blinddarmoperation gehört zu den häufigsten Bauchoperationen. Zur Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes kann eine offene Operation (Bauchschnitt) oder ein minimal invasiver Zugang (Laparoskopie mit drei kleinen Schnitten, „Schlüssellochtechnik“) vorgenommen werden. Die minimalinvasive Technik hat sich inzwischen weitgehend durchgesetzt. In beiden Fällen ist eine Vollnarkose nötig. Die offene Operation dauert etwa 20 Minuten, die Laparoskopie nur unwesentlich länger. Der Chirurg entscheidet jeweils anhand verschiedener Kriterien, wie zum Beispiel Befund, Gewicht und Allgemeinzustand des Patienten, welche Operationsmethode angewendet wird. Eine gute Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden und fördert die Heilung.

1) Offene Blinddarmoperation:

Der Chirurg öffnet den rechten Unterbauch mit einem etwa sechs Zentimeter langen Schnitt. Der Wurmfortsatz wird an seiner Verbindung zum Blinddarm abgetrennt und entfernt. Eine spezielle Naht (Tabaksbeutelnaht) schließt die entstandene Öffnung im Blinddarm zuverlässig. Die geöffnete Bauchwand wird von innen nach außen mit auflösbaren Fäden genäht. Auch die Hautnaht kann mit auflösenden Fäden, deren Knoten innen liegen, versorgt werden. Häufig werden aber noch nicht auflösbares Nahtmaterial oder Klammern verwendet.

Bei einem Durchbruch des Wurmfortsatzes (Perforation) muss der Bauchraum mechanisch ausgespült werden, um Bakterien, Stuhl und Eiter zu entfernen. Häufig werden zur weiteren Ableitung von Entzündungsflüssigkeit dünne Schläuche (Drainagen) nach außen gelegt. In diesem Fall dauert die Operation etwas länger.

2) Laparoskopische Blinddarmoperation:

Durch einen sehr kleinen Schnitt am Nabel führt der Chirurg über eine sogenannte Führungshülse eine Spiegelkamera (Endoskop) in die Bauchhöhle. Damit sich der Darm von der Bauchwand löst, wird gleichzeitig über die Führungshülse Kohlendioxid-Gas in den Bauchraum geblasen. Mit der Kamera gewinnt man einen direkten Einblick in den gesamten Bauchraum, was besonders bei unklarer Diagnose wichtig ist. Zwei weitere kleine Schnitte im Unterbauch sind erforderlich, um durch weitere Führungshülsen die notwendigen Instrumente zum Wurmfortsatz zu bringen.

Mit einem Klammernahtgerät oder zwei selbstknotenden Schlingen trennt der Chirurg den Wurmfortsatz an seiner Verbindung zum Blinddarm ab und entfernt ihn über eine Führungshülse aus dem Körper. Die drei Schnitte werden von innen nach außen vernäht, üblicherweise mit selbst auflösenden Fäden. Durch die kleineren Schnitte sind die Schmerzen nach der Operation in der Regel geringer als nach einem Bauchschnitt.

Risiken und Komplikationen der Operation

Verletzungen von anderen Darmabschnitten oder der Organe kommen so gut wie nie vor. Beide Operationen können – wie alle derartigen Eingriffe – in sehr seltenen Fällen zu Nachblutungen oder Infektionen führen. Der Bauchdeckenabszess und der Douglas-Abszess sind dabei am häufigsten.

Beim Bauchdeckenabszess sammelt sich in der Bauchdecke Eiter, der abgelassen werden muss. Nach einer Laparoskopie ist der Bauchdeckenabszess seltener als nach einem Bauchschnitt und verheilt in diesem Fall aufgrund der kleineren Operationswunde auch schneller.

Der Douglas-Abszess tritt meist erst etwa eine Woche nach einer Blinddarmoperation auf und wird von hohem Fieber und Schmerzen begleitet. Der Eiter sammelt sich hier am tiefsten Punkt der Bauchhöhle. Üblicherweise macht das einen weiteren operativen Eingriff nötig.

Nach der Operation

Im Normalfall kann der Patient am Abend nach der Operation bereits trinken. Feste Nahrung ist oft bereits ab dem ersten Tag nach der Operation erlaubt, dabei muss jedoch beobachtet werden, wie schnell sich die Darmfunktion wieder normalisiert. Nicht auflösbare Hautnähte werden üblicherweise etwa sieben Tage nach der Operation entfernt.

Meist kann der Patient vier Tage nach der Operation entlassen werden, selbst wenn die Fäden bis dahin noch nicht gezogen wurden. Die Entfernung der Hautnaht kann auch ambulant geschehen.

Die ersten Tage sollte man sich schonen. Da das Gehen am Anfang meist schmerzhaft ist, muss dies, mit entsprechend langen Ruhepausen, immer wieder geübt werden.

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit unterscheidet sich von Fall zu Fall und wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Im Durchschnitt beträgt sie zwei bis drei Wochen.

Appendizitis: Blinddarmentzündung – Symptome oft unterschätzt

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Es sind Symptome, bei denen manch einer von harmlosen Magen-Darm-Beschwerden ausgeht: Ziehen im Bauch, Übelkeit, manchmal sogar Fieber. Doch nicht immer verursachen Magen und Darm das Unwohlsein.

Eine Appendizitis oder Wurmfortsatzentzündung, für die sich der Begriff Blinddarmentzündung eingebürgert hat, kann ebenso Auslöser der Symptome sein. Deshalb ist es wichtig, auf die Zeichen des Körpers zu achten und schnell zu reagieren.

Entstehung

Schon ein kleiner Fremdkörper wie ein Kirschkern kann eine Appendizitis auslösen. „Der Wurmfortsatz hat nur einen Eingang, keinen Ausgang und kann leicht verstopfen“, erläutert Tanja Brunnert, Mitglied im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

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Das muss aber nicht so sein: „Oft gibt es gar keine konkrete Ursache, der Wurmfortsatz kann sich auch von alleine entzünden.“ Wird die Entzündung nicht umgehend behandelt, kann es zu einem lebensbedrohlichen Blinddarmdurchbruch kommen.

Einfache oder zerstörerische Blinddarmentzündung

Blinddarmentzündungen werden in zwei Arten unterteilt. Die einfache (Appendizitis simplex) und die zertsörerische Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva). Bei der einfachen Form kommt es im ersten Stadium zu einer entzündlichen Schwellung des Wurmfortsatzes, die sich noch spontan zurückbilden kann. Im zweiten Stadium tritt Eiter auf. In dieser Phase kann die Entzündung in die zerstörerische Form übergehen, die eine operative Behandlung erfordert. Im weiteren Verlauf füllt sich der Hohlraum des Wurmfortsatzes mit Eiter und Sekret, während die Entzündung in tiefere Gewebeschichten vordringt. Unbehandelt kann der entzündliche Prozess die Gewebewand zersetzen, es kommt zu einem lebensbedrohlichen Blinddarmdurchbruch.

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Betroffene

„Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen 10 und 15 Jahren“, erklärt Brunnert. Jungs seien häufiger betroffen als Mädchen. Auch unter den 15- bis 20-Jährigen gibt es noch viele, die daran erkranken. Danach tritt die Krankheit seltener auf.

Symptome

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Die Appendizitis geht meist mit unspezifischen Symptomen einher, die auch anderen Krankheitsbildern zugeordnet werden können. „Häufig treten Initialschmerzen im Oberbauch auf, die sich bald in den rechten Unterbauch verlagern. Zunächst sind die Schmerzen ind der Gegend des Bauchnabels und Magens wahrnehmbar und wandern nach 8 bis 12 Stunden in den rechten Unterbauch. Auch bei Erschütterungen durch Bewegung können die Schmerzen verstärkt auftreten. Besonders bei Schwangeren zeigen sich Schmerzen auch im rechten Oberbauch oder Mittelbauch, da bei ihnen der Wurmfortsatz verlagert ist.

Begleitsymptome sind Übelkeit und Fieber“, erläutert Prof. Christian Trautwein von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Die Appendizitis könne aber auch die Schmerzbilder anderer Krankheiten haben, zum Beispiel bei Frauen die einer Eierstockentzündung. Auch bei Kindern unter zwei Jahren ist es schwieriger. „Manchmal haben sie ganz andere Symptome, zum Beispiel Husten“, sagt Kinderärztin Brunnert.

Diagnose

Meist prüft der Arzt mit einem Blutbild, ob die weißen Blutkörperchen und ein bestimmtes Protein als Zeichen der Entzündungsreaktion erhöht sind. Typisch sind Druckschmerzen, Verhärtungen oder der sogenannte Loslass-Schmerz: Dabei drückt der Arzt auf einen Bereich des Bauchs und lässt dann los.

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Liegt wie bei der Appendizitis eine lokale Entzündungsreaktion des Bauchfells vor, spürt der Patient Schmerzen an dieser Stelle. Eine Ultraschalluntersuchung ist ebenfalls hilfreich: „Der Wurmfortsatz ist bei einer Appendizitis verdickt, dies kann man im Ultraschall häufig gut sehen“, erklärt Trautwein.

Behandlung

Eine Operation ist nicht immer notwendig. In seltenen Fällen kann die Einnahme von Antibiotika ausreichen, sagt Prof. Hans-Peter Bruch, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC). Bei einer OP gibt es die Möglichkeit, einen sogenannten Wechselschnitt anzuwenden. Dabei öffnet der Arzt den Bauchraum genau an der Stelle, wo der Blinddarm liegt, und entfernt das entzündete Gewebe.

Schonender ist die Bauchspiegelung (Laparoskopie). Dabei macht der Chirurg drei kleine Schnitte in die Bauchdecke. Durch diese führt er die Instrumente und eine Kamera in den Bauchraum ein. So kann er sehen, ob der Wurmfortsatz entzündet ist und entfernt werden muss.

Diese Methode kommt am häufigsten zum Einsatz, wenn der Blinddarm noch nicht durchgebrochen ist. Bei einem Durchbruch öffnet der Chirurg den Bauchraum mit einem größeren Schnitt. Ist das entzündete Gewebe entfernt, muss der gesamte Bauchraum gespült werden. Dadurch lässt sich die Keimlast vermindern.

Risiken

Probleme können unter anderem bei der Vollnarkose oder durch Wundheilungsstörungen auftreten. „Die Komplikationsrate ist aber gering“, betont Trautwein. Laut Bruch besteht eine weitere Gefahr darin, „dass während der Operation Bakterien in die Bauchdecke gelangen, welche innerhalb weniger Tage einen Abszess veranlassen können“.

Dann muss der Chirurg die Stelle erneut öffnen, damit das Sekret ablaufen kann. Ebenso können narbige Verwachsungen im Bauch später Schwierigkeiten verursachen und zum Beispiel zu einem Darmverschluss führen.

Regeneration

Es hängt von der Behandlungsmethode, dem OP-Verlauf und dem Schmerzempfinden ab, wann der Körper wieder voll belastbar ist. Nach einer Laparoskopie können die meisten Patienten das Krankenhaus nach ein bis drei Tagen verlassen.

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„Besonders junge Patienten sind meist schon nach wenigen Tagen wieder fit“, sagt Trautwein. Bei einem Bauchschnitt verbringt der Patient meist fünf bis sieben Tage im Krankenhaus. „Bei einer schweren Bauchfellentzündung können es auch 14 Tage werden“, fügt Kinderärztin Brunnert hinzu.

Sie empfiehlt, sich nach dem Krankenhausaufenthalt noch entsprechend zu schonen, zwei bis drei Wochen auf Sport zu verzichten und nicht schwer zu heben. Denn abgesehen von den äußerlichen Wunden entstehen durch den Eingriff auch im Bauchraum Wunden, die heilen müssen. „Es dauert etwa 14 Tage, bis das Gewebe vollständig belastbar ist“, sagt Prof. Bruch.

Blinddarmentzündung bei Kindern: Anzeichen, Diagnose, Operation

Kinder haben oft Bauchschmerzen. Meistens sind sie auf harmlose Beschwerden wie Blähungen zurückzuführen oder haben psychosomatische Gründe. Hat ein Kind aber plötzliche, stärker werdende oder anhaltende Schmerzen, sollte es umgehend zum Kinderarzt oder in die Notfallambulanz. Dahinter könnte eine Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms stecken.

Solche Entzündungen kommen vor allem im Kindes- und Jugendalter vor. Etwa 28.000 Kinder bis 15 Jahren müssen in Deutschland jährlich wegen einer Blinddarmentzündung ins Krankenhaus.

Wenn der Wurmfortsatz des Blinddarms entzündet ist, dann ist umgangssprachlich die Rede von einer Blinddarmentzündung. Medizinisch korrekt ist aber nur die Bezeichnung „Appendizitis“, auf deutsch: Wurmfortsatzentzündung. „Nicht der Blinddarm selbst, der zum Dickdarm gehört, ist entzündet, sondern nur der kleine Wurmfortsatz des Blinddarms, der sogenannte Appendix“, erklärt Phillip Szavay, Leitender Oberarzt in der Abteilung für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen. Das Anhängsel ist ungefähr zehn Zentimeter lang und schlauchförmig.

Wie es zu der Entzündung des Wurmfortsatzes kommt

Meistens bleibt die genaue Ursache für eine Entzündung unbekannt. Oft stecken Kotreste im Appendix fest, in denen sich Bakterien vermehren. Auch Darmparasiten oder eine Verengung des Blinddarms können zu einer Entzündung führen. Lebensmittel spielen keine Rolle: „Obstkerne von Melonen, Kirschen oder Weintrauben führen nicht, wie weitläufig angenommen, zu einer Appendizitis“, entwarnt Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Köln.

Symptome für ein Blinddarmentzündung

Eine Blinddarmentzündung kann sich von eher unspezifischen Symptomen bis hin zum klassischen Schmerz im rechten Unterbauch in vielen Variationen bemerkbar machen. „Die Beschwerden beginnen meist in der Mitte des Bauchs und wandern dann zur rechten unteren Seite. Sie können aber auch in der oberen Bauchhälfte überwiegen“, erläutert der Pressesprecher des Berufsverbands, Ulrich Fegeler. „Ist der Bauch zusätzlich hart oder wirkt gebläht, können dies auch Zeichen für eine Blinddarmentzündung sein.“ Die Kinder sind dann am Unterbauch extrem berührungsempfindlich und klagen über einen Druckschmerz. Wenn sie sich nicht mehr trauen, das rechte Bein anzuwinkeln oder dabei über Schmerzen klagen, ist das ein recht sicherer Hinweis auf eine Blinddarmentzündung.

Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, aber auch Durchfall mit kleinen schleimigen Stuhlmengen, nicht abgehende Blähungen sowie Appetitlosigkeit sind weitere Anzeichen.

Blinddarm-Diagnose bei kleinen Kindern ist oft kompliziert

Eine Blinddarmentzündung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten ist aber die Altersgruppe der elf- bis 20-Jährigen betroffen. Bei Kleinkindern entzündet sich der Blinddarm-Wurmfortsatz (Appendix) selten. Hier liegt das Problem vor allem in der Diagnose, denn je kleiner die Kinder, desto unspezifischer sind die Krankheitszeichen. Außerdem „ist die Diagnose bei Kindern klinisch nicht einfach zu stellen, weil sie ihre Beschwerden nicht genau beschreiben können. Auch sind die Symptome sehr unterschiedlich“, erläutert Professor Jörg Fuchs, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) und Chefarzt der Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen. Dies kann dazu führen, dass entweder der Blinddarm unnötigerweise entfernt wird, oder es zu einem Durchbruch kommt.

Wie aktuelle Veröffentlichungen nun zeigen, entscheiden Ärzte richtig, wenn sie den Patienten nicht nur klinisch, sondern auch mittels Ultraschall untersuchen. „Mit hochauflösenden Ultraschallgeräten können sogar leichte Schwellungen des zwei bis sechs Millimeter dünnen Wurmfortsatzes gesehen werden“, so Kinderchirurg Philipp Szavay, Sprecher der DGKCH. „Mit diesem schmerzfreien und schnellen Verfahren erreichen erfahrene Ärzte bei normalgewichtigen Kindern eine hohe Treffsicherheit“, sagt der Experte.

„Im Zweifel gilt immer: raus damit!“

Ist nach der Sonografie jedoch nach wie vor nicht sicher, ob der Blinddarm entzündet ist, sollte der Kinderchirurg eher operieren. „Abwarten ist bei Heranwachsenden nicht besser, auch wenn das in der Erwachsenenmedizin nun immer häufiger praktiziert wird“, erläutert Szavay. Dafür gebe es nach heutigem Stand keine ausreichende wissenschaftliche Beweislage, denn der Blinddarm könne durchbrechen. Dann drohten Komplikationen wie eine Bauchhöhlenvereiterung. Dagegen sei das Risiko des Routineeingriffs wesentlich geringer. „Im Zweifel gilt immer: raus damit!“ sagt Szavay.

Ulrich Fegeler vom Kinderärzteverband führt aus: „Unbehandelt kann der Wurmfortsatz nach etwa zwei bis drei Tagen platzen, so dass Bakterien und Kotreste in den Bauchraum gelangen und dann meist abgekapselt als Abszess weiter schwelen. Es kann sich aber auch eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung entwickeln.“

Die Angst vor der Blinddarm-Operation

Der Gedanke, dass das eigene Kind auf den OP-Tisch muss, löst bei den meisten Eltern Ängste aus. Hartmann beruhigt: „Die meisten Kinder stecken das gut weg und sind sehr schnell wieder fit.“ Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und dauert 20 bis 45 Minuten. In vielen kleinen Krankenhäusern wird noch ganz klassisch ein Bauchschnitt von etwa drei bis vier Zentimetern gemacht. „In größeren Häusern oder in Kinderkliniken wird der Wurmfortsatz auch minimalinvasiv, mittels einer operativen Bauchspiegelung durchgeführt“, erklärt Szavay. Diese Methode ist etwas schonender und kosmetisch schöner als der Bauchschnitt und wird inzwischen in über 70 Prozent der Fälle angewandt. „Wissenschaftlich betrachtet sind aber beide Verfahren gleich sicher.“

Natürlich birgt die Operation Risiken, über die sich Eltern genau informieren sollten. „Allerdings werden diese Operationen so oft vorgenommen, dass sie mittlerweile relativ komplikationsarm sind“, beruhigt Professor Tim Niehues, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum Krefeld. Nach drei, maximal sieben Tagen könnten die kleinen Patienten in der Regel wieder nach Hause.

Präventives Entfernen des Wurmfortsatzes ist umstritten

Wenn Kinder aus anderen Gründen am Bauch oder Darm operiert werden, besteht die Möglichkeit, den Wurmfortsatz vorbeugend zu entfernen. Doch unter Medizinern ist die Entfernung ohne klinischen Grund umstritten. Wurde früher angenommen, der Wurmfortsatz sei ein unnützes Überbleibsel der Evolution, weiß man heute, dass er Teil des Immunsystems ist. Zudem können nach der Entfernung Verwachsungen oder Vernarbungen entstehen.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender.

  • Reizdarm, Blinddarm, Schulstress?: Was hinter Bauchschmerzen bei Kindern stecken kann
  • Rätselhaftes Organ: Warum der Blinddarm wichtig ist
  • Keine einfachen Bauchschmerzen: So erkennen Sie eine Blinddarmentzündung
  • Kinderkrankheitenlexikon: Alle Krankheiten von A bis Z

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Appendicitis

Wie erfolgt die Operation?
Sollten wir uns zur Operation entscheiden, besprechen wir das geplante Vorgehen selbstverständlich eingehend mit Ihnen. In der Regel gehen wir dabei so vor:

  • Es erfolgt eine Aufklärung über die geplante Operation und die notwendige Anästhesie (Narkose)
  • Danach wird Ihr Kind auf der Station auf die OP vorbereitet.
  • Ihr Kind wird in den OP gebracht. Selbstverständlich können Sie Ihr Kind bis zum OP begleiten!
  • Durchführung der Operation mittels Schlüssellochchirurgie (Laparoskopische Appendektomie)
  • Sie kommen unmittelbar nach der Operation zu Ihrem aufwachenden Kind und holen es mit im Aufwachraum ab.
  • Postoperativ (nach der Operation) hängt das weitere Vorgehen vom Schweregrad der Entzündung ab.

Wir führen intraoperativ (während der Operation) und postoperativ (nach der Operation) eine standardisierte Schmerztherapie durch. Sollten Sie während Ihres Krankenhausaufenthaltes feststellen, dass Ihr Kind Schmerzen hat, teilen Sie uns das bitte unmittelbar mit. Wir werden natürlich individuell auf die Bedürfnisse Ihres Kindes eingehen.

Was ist nach der Operation zu beachten?

  • Bei einer Appendicitis: Es erfolgt ein rascher Kostaufbau, keine Antibiose (medikamentöse Behandlung mit Antibiotika), rasche Mobilisation.
  • Bei einer Eitrigen Appendicitis: Antibiose (medikamentöse Behandlung mit Antibiotika), rascher Kostaufbau, rasche Mobilisation
  • Bei einer Apppendicitis mit Bauchfellentzündung: Je nach Schwere des Befundes.

Wie lange muss mein Kind im Krankenhaus bleiben?
Durchschnittlich wird Ihr Kind am 3. Tag, gut mobilisiert mit nur geringen Restbeschwerden entlassen. Die Wunde ist ohne Fäden, Sie müssen nur warten, dass die Pflasterstreifen (siehe unteres Bild rechts) abfallen. Nach einer Woche erfolgt noch eine ambulante Kontrolluntersuchung bei uns in der Klinik.

Wann kann mein Kind wieder in Kindergarten/Schule?

  • In der Regel genügt eine Schulbefreiung von einer Woche
  • Bitte beachten Sie jedoch das Sportverbot für 3 Wochen

Appendizitis (Blinddarmentzündung)

Die Behandlung der Appendizitis erfolgt in unserer Klinik nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Standards.

Obwohl es zunehmend Studien gibt, die eine medikamentöse (antibiotische) Behandlung der Blinddarmentzündung auch im Kindesalter für möglich erscheinen lassen, ist die operative Entfernung des Wurmfortsatzes (die Appendektomie) ein zentraler Bestandteil unseres Vorgehens. Die wissenschaftliche Evaluation der rein antibiotischen Behandlung der Appendizitis ist noch nicht abgeschlossen. Des Weiteren wird bei Kindern aktuell nur die milde (phlegmonöse) Entzündung für eine antibiotische Therapie in Betracht gezogen, die sich mit unseren derzeitigen Mitteln nicht sicher von schwerwiegenderen Formen der Entzündung abgrenzen lässt. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass der wissenschaftlichen Fortschritt zu einem großen Stellenwert der antibiotischen Behandlung der akuten Appendizitis führen wird.21-23

Ist die Diagnose der akuten Appendizitis mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert, wird die Operation geplant. Die Kinder werden von uns – wenn noch nicht im Rahmen der Blutentnahme erfolgt – mit einem Venenzugang versorgt, über den ausreichend Schmerzmittel gegeben werden. Es wird rasch mit einer Gabe von Flüssigkeit direkt in das Venensystem (intravenös oder i.v.) begonnen, um das Kreislaufsystem zu unterstützen.24

Befinden sich die Kinder bei optimaler Versorgung mit Schmerzmitteln und Flüssigkeit in einem deutlich gebesserten Allgemeinzustand, erfolgt die Entfernung des Wurmfortsatzes minimal-invasiv. Das heißt, dass wir in Narkose kleine Schnitte Unterhalb des Bauchnabels und in Unterbauch durchführen, um eine Kamera und spezielle Instrumente einbringen, so dass wir von außen mit Blick in den Bauch über eine Kamera operieren. Der Darm wird zur Entfernung des Wurmfortsatzes mit Fadenschlingen (sog. Röderschlingen) oder durch Metallklammern verschlossen.

Nach der Operation entscheidet sich das Vorgehen nach der schwere der Blinddarmentzündung: Bei der milden phlegmonösen Entzündung werden keine weiteren Antibiotika mehr gegeben. Bei der gangränösen werden Antibiotika für 3 weitere Tage gegeben und im Falle der Perforation für mind. 5 Tage.

Ansonsten ist es das Ziel, die rasche Erholung unserer Patienten auf optimale Weise zu fördern. Dies erfolgt nach den Grundsätzen der sog. Fast-track Chirurgie. Die wesentlichen Pfeiler dieses modernen Behandlungsverfahrens sind die Vermeidung von Stress bei optimaler Schmerzbehandlung. Katheter und Schläuche werden vermieden. Auf der Basis dieser Pfeiler erfolgen ein zeitnaher Nahrungsaufbau und eine rasche Mobilisation. Eigene Studien haben gezeigt, dass die Kinder durch dieses Verfahren im Mittel 5 Tage nach der Operation komplett beschwerdefrei sind.25, 26

Sonderfall Intraabdominaler Abszess:

Sollte bei Aufnahme bereits ein Abszess (eine Eiteransammlung) in der Bauchhöhle bestehen, ist der Fall bereits eingetreten, der durch die Appendektomie verhindert werden soll. Studien haben für diesen Fall eine hohe Effektivität und schonende Behandlung durch eine antibiotische Behandlung und Einlage eines Drainageschlauches über eine kleine Öffnung über die Haut in den Abszess gezeigt. Darüber wir der Eiter abgeleitet. Die Drainageeinlage erfolgt über Ultraschall gesteuert oder im Rahmen einer computertomographischen Untersuchung. Die Behandlung erfolgt je nach Befund über ca. 5 Tage. In einzelnen Fällen erfolgt im Verlauf eine Appendektomie im Rahmen eines weiteren geplanten stationären Aufenthaltes einige Wochen nach der Drainagebehandlung.27

Abszesse können auch nach einer Appendektomie auftreten, typischerweise innerhalb von 2 Wochen nach einer Appendektomie. Die betroffenen Patienten fallen durch unspezifische Probleme wie u.a. erneute Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall, Abgeschlagenheit und/oder Probleme/Schmerzen bei Stuhlgang oder beim Wasserlassen auf. Die Behandlung erfolgt ebenfalls mit Antibiotika und Drainage.

Blinddarmentzündung bei Kindern

Wiederkehrende Schmerzen im rechten Unterbauch, die bei Bewegung stärker werden, sind ein erster Hinweis auf eine Blinddarmentzündung (Appendizitis). Welche anderen Symptome es gibt, wie es zur Blinddarmentzündung kommt und warum Sie unklare Bauchschmerzen bei Ihrem Kind auf jeden Fall vom Arzt abklären lassen sollten.

„Mama, mein Bauch tut weh!“

Bauchschmerzen sind bei Kindern leider keine Seltenheit und können die verschiedensten Ursachen haben: mal was Falsches gegessen, mal ein bisschen nervös wegen der Mathe-Prüfung am nächsten Tag, mal ein bisschen ernster wegen eines Magen-Darm-Infekts. Konzentrieren sich die Bauchmerzen vor allem auf den rechten Unterbauch, sollten Ihre Alarmglocken läuten – denn dann handelt es sich wohlmöglich um eine Blinddarmentzündung. Besonders häufig kommt die bei Kindern zwischen zehn und 15 Jahren vor, aber auch jüngere Kinder können eine Blinddarmentzündung haben. Und die Statistik zeigt: Jungen sind häufiger davon betroffen als Mädchen.

Blinddarmentzündung – was genau ist da eigentlich los?

Als Blinddarm bezeichnen Mediziner den sackartigen Übergang vom Dünn- zum Dickdarm. Lange nahm man an, dass das Organ keine Funktion hat und nur ein evolutionäres Überbleibsel der Frühzeit ist. Mittlerweile haben Studien gezeigt, dass der Blinddarm sehr wohl noch eine Aufgabe im Körper hat und einen Teil des Immunsystems bildet. Bei der umgangssprachlichen Blinddarmentzündung ist jedoch nicht etwa das gesamte Organ akut entzündet, sondern nur der etwa acht Zentimeter lange Wurmfortsatz. Mediziner sprechen hier vom Appendix, bei einer „Blinddarmentzündung“ von einer Appendizitis.
Die Ursache einer Blinddarmentzündung ist allermeist eine Behinderung des Blutflusses im Bereich des Wurmfortsatzes, entweder durch ein Abknicken des Appendix oder durch Verdauungsrückstände, die sich im Appendix ansammeln, ihn reizen und anschwellen lassen. Manchmal wird die Appendizitis aber auch durch eine Infektion ausgelöst, seltener durch Fremdkörper (z.B. Kirschsteine) oder Darmparasiten (z.B. Würmer).

Typische Symptome für eine Blinddarmentzündung

Zu den klassischen Symptomen der Appendizitis zählen:
• stärker werdende Schmerzen im Oberbauch oder im Bereich des Nabels, die sich
nach und nach auf den rechten Unterbauch konzentrieren
•„Losslass“-Schmerz: Beim Eindrücken und Loslassen der Bauchdecke wird starker
Schmerz empfunden, vor allem im rechten Unterbauch (auch wenn links gedrückt
wurde)
• Zunahme der Schmerzen bei Erschütterungen (z.B. Hüpfen auf einem Bein, Husten)
• Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen
• evtl. mäßig hohes Fieber (max. 38,5 °C)
• evtl. auffälliger Stuhlgang (z.B. Verstopfung)
Diese Symptome sind zwar typisch für eine Blinddarmentzündung, müssen aber nicht zwingend (alle) auftreten. Je jünger das Kind ist, desto untypischer sind häufig die Symptome. Kleine Kinder empfinden den Schmerz zum Beispiel nicht nur lokal im Unterbauch, sondern klagen über Schmerzen im gesamten Bauchraum. Auch ein verhärteter Bauch kann bei ihnen schon ein verdächtiges Anzeichen für eine Blinddarmentzündung sein.

Bei unklaren Bauchschmerzen zum Kinderarzt gehen!

Deshalb ist es wichtig, dass sie bei unklaren und stärker werdenden Bauchschmerzen Ihres Kindes zeitnah zum Kinderarzt gehen. Spätestens, wenn sich Ihr Kind schon seit drei Stunden mit Bauchweh, Appetitlosigkeit und Übelkeit quält, ist es Zeit für den Arztbesuch. Dabei gibt es ein paar Dinge, die Sie zuvor tun können:
• keine Schmerzmittel geben, um eine Diagnose nicht zu verfälschen
• das Kind sollte nüchtern bleiben, falls eine Operation notwendig ist
• kühle Kompressen können die Schmerzen kurzzeitig bessern

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Eine Blinddarmentzündung ist leider nichts, was durch Abwarten wieder besser wird, im Gegenteil. Wird eine Blinddarmentzündung nicht rechtzeitig erkannt und operiert, besteht die Gefahr eines Blinddarmdurchbruchs. Dabei bricht der Appendix auf und Blut, Kot und Eiter gelangen in die Bauchhöhle, wo sie zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung oder Blutvergiftung führen können. Absolute Alarmzeichen dafür: Die starken Bauchschmerzen sind plötzlich verschwunden und der Bauch wird wieder weich. Ist dies der Fall, rufen Sie sofort den Notarzt oder fahren Sie in die Klinik!
Bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung also lieber früher als später zum Arzt. Der Arzt wird Ihr Kind abtasten und den Bauchraum abklopfen. Eventuell untersucht er die Blutwerte und den Urin Ihres Kindes und macht einen Ultraschall. Lautet seine Diagnose dann tatsächlich Appendizitis, muss Ihr Kind operiert werden. Übrigens: Die Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) empfiehlt eine OP auch dann, wenn der Arzt sich nicht zu 100 Prozent sicher ist, ob wirklich eine Blinddarmentzündung vorliegt. Die Begründung: Die Risiken der OP seien geringer als das Risiko eines Blinddarmdurchbruchs.1

Blinddarm-OP ist Routineeingriff

Aber keine Sorge, die Blinddarm-OP gehört zu den Routineeingriffen und dauert in der Regel nur 20 bis 30 Minuten. Operiert wird unter Vollnarkose, deshalb sollte Ihr Kind schon vom ersten Verdacht auf eine Blinddarmentzündung bis zur OP nichts mehr essen und trinken. Heute ist es Standard, die Blinddarm-OP minimal-invasiv per Bauchspiegelung durchzuführen. Das heißt, es werden nur drei winzige Schnitte in die Bauchdecke gemacht, um die nötigen Operationsinstrumente einzuführen. Manchmal reicht sogar schon ein einziger kleiner Schnitt im Bauchnabel aus.

Nach der OP wird Ihr Kind noch einige wenige Tage im Krankenhaus verbringen und vier bis sechs Wochen auf Sport verzichten müssen.

1 Pressemitteilung des DGKCH (März 2013)

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Düsseldorf/Berlin (dpa) l Von jetzt auf gleich sind sie da: Bauchschmerzen, die mit der Zeit stärker werden. Um den Bauchnabel oder in der Magengegend herum geht es los, von dort wandern die Schmerzen in Richtung des rechten Unterbauchs. Dem Kind vergeht der Appetit, vielleicht bekommt es Fieber, erbricht sich oder es wirkt schlapp. Sehen Eltern solche Symptome, sollten sie ihr Kind bald zum Kinderarzt oder in eine Klinik fahren. Denn Auslöser solcher Beschwerden könnte eine Blinddarmentzündung sein.

So ganz korrekt ist die Bezeichnung eigentlich nicht. Nicht der Blinddarm entzündet sich, sondern sein kleiner Wurmfortsatz, die Appendix. Ärzte sprechen daher von einer Appendizitis, der Wurmfortsatzentzündung.

Da Bauchschmerzen viele Ursachen haben können, ist es gar nicht so einfach, eine Appendizitis zu erkennen. „Wenn Betroffene nicht oder nur unter deutlichen Schmerzen in der Lage sind, das rechte Bein auszustrecken oder anzuheben oder damit zu hüpfen, dann ist eine Appendizitis sehr wahrscheinlich“, sagt Hermann Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

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Für die Diagnose kommt neben der klinischen Untersuchung und der Kontrolle der Entzündungswerte im Blut auch eine Ultraschalluntersuchung infrage. „Eine akute Appendizitis kann so mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent diagnostiziert werden“, sagt Prof. Bernd Tillig, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin.

Im Einzelfall entscheiden

Betroffene Kinder müssen nicht immer sofort operiert werden. Bei unkomplizierten Entzündungen des Wurmfortsatzes könnte man es oft auch erstmal mit Antibiotika versuchen, sagt Tillig. „Der behandelnde Arzt muss immer im Einzelfall entscheiden, ob er Antibiotika verordnet oder operiert.“ Die Antibiotika-Therapie sollte in den ersten drei Tagen als Infusion direkt ins Blut erfolgen. Sie wird laut Tillig von Kinderchirurgen nur dann befürwortet, wenn möglichst sicher die Diagnose unkomplizierte Appendizitis gestellt wurde. Liegt eine schwere Entzündung vor, muss nach wie vor operiert werden.

Zeigt sich nach drei Tagen Antibiotikabehandlung im Ultraschall und in den Laborbefunden eine signifikante Besserung, dann kann das Kind die Einnahme der Antibiotika zu Hause fortsetzen. Ist die Entzündung nach wie vor vorhanden oder hat sie sich gar ausgebreitet, dann muss der Wurmfortsatz raus.

„Die große Sorge ist, dass bei einem weiteren Abwarten der Blinddarm durchbrechen könnte“, erläutert Prof. Tim Niehues, Chefarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Helios Klinikum Krefeld. „Durchbrechen“ bedeutet, dass die entzündete Darmwand einreißt. Dann gelangen neben Kot und Eiter auch infektiöse Bakterien in den Bauchraum. „Schlimmstenfalls droht eine gefährliche Bauchfellentzündung“, warnt Niehues.

Die Entfernung des Wurmfortsatzes erfolgt heutzutage überwiegend mittels „Schlüssellochchirurgie“ (Laparoskopie). Über den Nabel wird eine kleine Kamera in den Bauch eingeführt. Mit zwei Instrumenten, die über kleine Schnitte in den Bauch gesteckt werden, entfernt der Chirurg dann den Wurmfortsatz.

Da die Wunden sehr klein sind, halten sich auch die Schmerzen nach der Operation in Grenzen. Meist können die Kinder zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der OP nach Hause gehen. Sie müssen sich dann aber weiterhin schonen. In die Schule oder den Kindergarten können Kinder nach einer Blinddarm-OP normalerweise eine Woche später wieder.

Blinddarmentzündung: Symptome erkennen und schnell reagieren!

Meist kommt eine Blinddarmentzündung plötzlich, und nur selten heilt sie wieder von alleine ab. In aller Regel helfen nur Antibiotika oder eine Operation. Ursache einer Blinddarmentzündung, medizinisch Appendizitis, sind meist Bakterien. Ist die Darmflora gestört, kann etwa eine Verstopfung den Blinddarm, einen knapp zehn Zentimeter langen Wurmfortsatz am Anfang des Dickdarms, entzünden. Manchmal können auch Obstkerne oder Kotsteine die kleine Öffnung des Blinddarms verstopfen und damit eine Entzündung auslösen.

Auftreten kann die Appendizitis in jedem Alter, oft kommt sie aber bei Teenagern vor. Bei Kleinkindern und älteren Menschen hingegen ist sie eher selten.

Die Symptome: Wie Sie eine Blinddarmentzündung erkennen

Die Symptome einer Blinddarmentzündung kommen oft plötzlich, werden aber mit kurzer Zeit schlimmer und ausschweifender.

  • Plötzlich einsetzende, kolikartige Schmerzen, die anfangs im Bauchbereich hinter dem Nabel bzw. der Magengegend auftreten
  • Die Schmerzen wandern nach 8 bis 12 Stunden in den rechten Unterbauch
  • Beim Stehen, Gehen, Springen, Husten und Lachen wird der Schmerz stärker (Erschütterungsschmerzen)
  • Liegen und Anziehen der Beine macht den Schmerz etwas erträglicher
  • Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit sowie stärkeres Schwitzen und erhöhter Puls können dazukommen
  • Durchfall oder Verstopfung können auftreten
  • Bei manchen Patienten ist die Zunge belegt
  • Manche Patienten haben Probleme, das rechte Bein zu heben

Aufpassen sollte man bei Kindern, älteren Personen und auch Schwangeren. Hier können die Schmerzen nämlich vor allem am Anfang an unüblicheren Stellen auftreten und etwas schwächer ausfallen. Bei Kindern sollten Sie hellhörig werden, wenn über drei Stunden hinweg krampfartige Schmerzen im Unterbauch auftreten. Auch das Problem, das rechte Bein zu heben, tritt bei Kindern oft auf.

Test auf Blinddarmentzündung – McBurney-Punkt

Kolikartige Bauchschmerzen sollten immer von einem Arzt abgeklärt werden. Ursache können etwa Gallensteine, Dickdarmerkrankungen wie Divertikulose, aber auch eine massive Magen-Darm-Grippe oder eben eine Blinddarmentzündung sein. Mit ein paar einfachen Tests und Untersuchungen kann ein Mediziner rasch feststellen, ob der Blinddarm nur gereizt oder bereits entzündet ist, und ob operiert werden muss.

Bauchschmerzen können viele Ursachen haben. Zum Test auf eine Blinddarmentzündung tastet der Arzt etwa nach dem sogenannten McBurney-Punkt. Dieser Punkt befindet sich auf dem äußeren Drittel einer gedachten Linie zwischen oberem Beckenkamm rechts und Bauchnabel. Ist er äußerst schmerzempfindlich, kann das auf eine Blinddarmentzündung hindeuten.

Zwei Arten: Einfach und zerstörerisch

Unterschieden wird je nach Schweregrad in zwei Arten der Entzündung:

Die einfache Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex) ist leicht zu behandeln. Das Gewebe ist lediglich entzündet, aber noch nicht zerstört.

Im katharrischen Stadium kommt es zur Rötung und Schwellung des Appendix. Diese Art der Appendizitis kann sich sogar spontan selbst zurückbilden. Eiter entsteht hier keiner.

Sammelt sich Eiter im Wurmfortsatz bei einer Entzündung an, spricht man vom seropurulenten Stadium. Aus dieser Art kann sich der zweite Schweregrad entwickeln:

Die zerstörerische oder auch destruktive Blinddarmentzündung zeichnet sich dadurch aus, dass das Gewebe während der Entzündungsphase zerfällt und es zum Platzen des Wurmfortsatzes kommen kann.

Blinddarmentzündung – im schlimmsten Fall droht der Durchbruch

Eine Ultraschalluntersuchung und ein Bluttest auf Entzündungsmarker runden dann die Diagnose ab. Je nach Ergebnis wird der Arzt zu einer entsprechenden Behandlung raten. Ist die Entzündung sehr ausgeprägt, ist eine Operation meist unumgänglich. Sonst droht ein Durchbruch (Perforation) des Darms. Das bedeutet, der entzündete Wurmfortsatz reißt. Keime und Eiter gelangen in den Bauchraum und in die Blutbahn. Eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung droht, und auch zur Blutvergiftung kann es unter Umständen kommen. Eine Bauchfellentzündung kann lebensbedrohlich sein! Daher sollten Sie bei Blinddarmbeschwerden innerhalb von 48 Stunden einen Arzt aufsuchen, denn nach dieser Zeit steigt das Risiko für eine zerstörerische Entzündung und damit für einen Durchbruch.

Zudem kann es als Komplikation zu Darmlähmung oder gar Darmverschluss kommen. Bei Morbus-Crohn-Patienten ist Fistelbildung möglich.

Blinddarm entfernen – oder nicht

Während früher bei einer Blinddarmentzündung rasch zum Skalpell gegriffen wurde, ist das heute meist nur noch bei einer akuten Appendizitis der Fall. Die Operation selbst ist Routine, wird häufig minimal-invasiv als Laparoskopie (Schlüssellochmethode) durchgeführt und dauert nicht allzu lange. Die Wundheilung klappt bei dieser OP-Methode auch wesentlich besser.

Nach einer OP müssen Betroffene meist noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben, damit die Darmfunktion überwacht werden kann. Dabei wird am Tag der OP auf feste Nahrung verzichtet. In den ersten Tagen kann auch das Gehen etwas schwerfallen. Arbeitnehmer werden in der Regel für zwei bis drei Wochen krankgeschrieben, um sich genügend zu erholen. In der Regel heilt die Blinddarmentzündung bei erfolgreicher Behandlung komplett aus. Mit bleibenden Schäden ist dabei nicht zu rechnen.

Der Blinddarm ist nicht unwichtig

Man weiß inzwischen, dass der Blinddarm kein unnützes Anhängsel ist, wie noch vor wenigen Jahren angenommen. Er gilt als Reservoir für nützliche Bakterien und ist damit für unser Immunsystem wichtig. Man geht davon aus, dass die dort angesiedelten Darmbakterien den Darm nach Durchfällen von dort aus wiederbesiedeln. Lebensnotwendig ist er für uns als Allesfresser aber nicht. Im Zweifelsfall ist deshalb die Operation das kleinere Übel, um eine Blinddarmentzündung rasch zu beenden.

Exkurs: Bei reinen Pflanzenessern ist der Blinddarm stärker ausgeprägt, da von dort stammende nährstoffspaltende Mikroorganismen die nicht spaltbaren Nährstoffverbindungen im vegetarischen Futter zu absorbierbaren Nährstoffen umsetzen.

Übrigens kann auch Verstopfung zu Blinddarmentzündungen führen. Was Sie dagegen tun können, lesen Sie auf unserer Themenseite.

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Die Blinddarmreizung

Eine Blinddarmreizung ist der umgangssprachliche Begriff für eine Reizung des Wurmfortsatzes (Appendix) am Blinddarmabschnitt des Dickdarms. Der Blinddarmabschnitt des Dickdarmes und der zugehörige Wurmfortsatz sind nach neuesten Erkenntnissen keine Überbleibsel aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen, sondern bilden eine Art Reservoir für wichtige Darmbakterien, mit denen der Körper die Darmflora nach einer Erkrankung schnell wieder aufbauen kann. Eine Reizung dieses Wurmfortsatzes kann entweder nach ein paar Tagen vorbeigehen oder sich zu einer Entzündung steigern. Ein Arztbesuch ist dann unumgänglich.

Blinddarmreizung: drei mögliche Ursachen

Durch die Sack-Form des Wurmfortsatzes können sich Erreger und Aggressoren leicht einnisten und werden nicht regelmäßig weggespült. Im Appendix bildet sich ein Sekret, das aber unter Umständen nicht in den Blinddarmabschnitt des Dickdarms zurückfließen kann und in Folge im Appendix zu einer Reizung führt. Die Medizin kennt drei mögliche Ursachen für Blinddarmreizungen: Infektionen, Fremdkörper oder ein Abknicken des Wurmfortsatzes. Bakterielle Infektionen, die durch Verstopfungen zwischen Blinddarm und Wurmfortsatz oder Vorerkrankungen des Darms ausgelöst werden, führen dazu, dass die im Appendix stationierten Lymphfollikel eine Abwehrreaktion in der Darmflora und dadurch Beschwerden auslösen. Fremdkörper wie Obstkerne oder Würmer können den Eingang des Appendix verstopfen und so Beschwerden hervorrufen. In sehr seltenen Fällen wird der Wurmfortsatz durch Sport oder ungeschickte Bewegungen im Alltag umgeknickt und so verschlossen. Die verschiedenen möglichen Ursachen wirken sich auch auf die nachfolgende Therapie aus.

So erkennt man eine Blinddarmreizung

Bei einer Blinddarmreizung ist die Embryonalstellung des Patienten in Verbindung mit dem Los-Lass-Schmerz – also Schmerzen, die nicht beim Drücken des betroffenen Bereichs auftreten, sondern beim Entlasten des linken Unterbauches – typisch. Dieses merkwürdige Verhalten hängt mit einer Art Flüssigkeitskissen im Bauchraum zusammen, das sich im rechten Unterbauch vergrößert, wenn die linke Seite zusammengedrückt wird. Lässt der Druck nach, vermindert sich dieses Flüssigkeitspolster um den Appendix und der Schmerz kehrt zurück.

Einen weiteren Hinweis zur Reizung des Appendix stellt die Temperatur-Differenz-Methode dar: Ergibt sich zwischen oral gemessener Temperatur und rektal gemessener Temperatur eine Differenz (die rektal gemessene Temperatur sollte mehr als ein Grad höher liegen als die oral gemessene) könnte eine Reizung die Ursache sein.

Tipp

Ein weiteres Mittel, die oft unklaren Bauchschmerzen näher zu bestimmen, ist das Anheben des rechten Beines gegen einen Widerstand, oder das Hüpfen auf dem rechten Bein. Verschlimmern sich die Schmerzen durch diese Bewegung, ist eine Blinddarmreizung wahrscheinlich.

Anhand dieser drei Methoden lässt sich allerdings lediglich vermuten, dass es sich um ein Problem mit dem Appendix handelt, nicht aber, ob eine Reizung oder eine Entzündung vorliegt. Diese Unterscheidung kann ausschließlich ein Arzt treffen. Da eine mögliche Entzündung schnell erkannt und behandelt werden muss, um schwerwiegende Folgen auszuschließen, ist bei diesen Symptomen eine unverzügliche medizinische Untersuchung notwendig.

Vorsicht

Suche bei Symptomen sofort einen Arzt auf!

Was sind typische Symptome einer Blinddarmreizung?

Ein erstes, aber schwer einzugrenzendes Symptom, sind aufwallende Schmerzen oder Krämpfe im rechten Unterbauch, die oft rund um den Bauchnabel beginnen und sich dann in den rechten Unterbauch bewegen. Manche Patienten reagieren selbst auf leichte Berührungen der Bauchdecke extrem empfindlich und empfinden schon Kleidung oder Decken unerträglich. Diese sogenannte Abwehrspannung deutet auf eine Reizung des Bauchfells hin, kommt aber nicht immer in Verbindung mit Blinddarmreizungen vor. Weitere typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost und ein erhöhter Puls. Diese müssen aber auch nicht immer auftreten und reichen deshalb für eine eindeutige Diagnose nicht aus. Übrigens: Bei Schwangeren verrutscht der Appendix oft nach oben und es gibt Menschen, deren Appendix von Natur aus eine ungewöhnliche Lage aufweist. In diesen Fällen können die Schmerzen an einer etwas anderen Stelle auftreten.

Typische Symptome

Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost und ein erhöhter Puls

Test zur Unterscheidung von Blinddarmreizung und Blinddarmentzündung?

Um zu diagnostizieren, ob es sich um eine Blinddarmreizung oder Blinddarmentzündung handelt, muss eine Blutuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Sind die weißen Blutkörperchen und der CRP-Wert erhöht, deuten diese Werte auf eine Entzündung hin. In wenigen Fällen kommt auch eine Computertomographie zum Einsatz. Da eine nicht behandelte Blinddarmentzündung zu einer Darmperforation und im Anschluss zu einem lebensgefährlichen Darmdurchbruch führen kann, müssen bei Verdacht auf Blinddarmentzündung sofort entsprechende Untersuchungen in die Wege geleitet werden. Bei einer Entzündung wird in der Regel der Appendix – anders als bei einer Reizung – operativ entfernt. Dieser Standardeingriff dauert in der Regel nur wenige Minuten, kann aber Leben retten. Mehr Informationen zu Blinddarmentzündung gibt es hier.

Symptome einer Blinddarmreizung oder Blinddarmentzündung bei Kindern

Die Symptome einer Blinddarmreizung oder Blinddarmentzündung bei Kindern sind identisch, aber die Kommunikation stellt sich oft ein Problem dar. Die Diagnose eines Wurmfortsatz-Problems – unabhängig davon, ob es sich um eine Reizung oder Entzündung handelt – gestaltet sich schwierig, weil Kinder oft nicht genau definieren können, wo es weh tut. Da allerdings besonders Kinder im Alter von neun bis vierzehn Jahren an Blinddarmreizungen und -entzündungen erkranken, muss bei Verdacht sofort der Kinderarzt oder das Krankenhaus konsultiert werden.

Achtung!

Bei Verdacht auf Blinddarmentzündung bei Kindern sofort den Arzt aufsuchen!

Wie lange dauert eine Blinddarmreizung?

Eine akute Blinddarmreizung dauert oft nur wenige Tage – die zweifellos unangenehm werden, da sich die Beschwerden in den ersten Tagen oft verschlimmern. Manchmal steigert sich eine Reizung zu einer Entzündung, die dann behandelt werden muss. In vielen Fällen klingen die Beschwerden allerdings wieder ab. Patienten, die unter einer chronischen Reizung leiden, haben diese Beschwerden oft mehrmals im Jahr. In diesen Fällen wird der Appendix normalerweise wie bei einer Entzündung entfernt, um den Patienten das Leben zu erleichtern.

Medikamente

Je nach Konstitution sowie Vorgeschichte des Patienten und Ausmaß der Schmerzen, kann bei einer diagnostizierten Blinddarm-Reizung eine Antibiotika-Therapie erforderlich sein, oder Ruhe und Schonkost sich als beste Medizin erweisen. Da ohne weiterführende Untersuchungen die Abgrenzung zwischen Reizung und Entzündung nicht möglich ist, wird der behandelnde Arzt die geeignete Therapieform wählen. Hausmittel wie Schüssler-Salze oder homöopathische Mittel (mit denen bei einer Reizung oft gute Ergebnisse erzielt werden) dürfen erst nach erfolgter Diagnose Verwendung finden – eine Selbstmedikation ist bei Verdacht auf Blinddarmreizung nicht zu empfehlen.

Vorsicht!

Von Selbstmedikation bei Verdacht auf Blinddarmreizung wird dringend abgeraten!

Wie kann man mit Ernährung eine Blinddarmreizung vermeiden?

Blinddarmreizungen entstehen zum Beispiel durch das Anschwellen der zahlreichen Immunzellen im Appendix aufgrund einer Infektion. Es kann auch sein, dass eine Verstopfung des Appendix-Ausganges verhindert, dass das im Appendix produzierte Sekret austreten kann.

Für den ersteren Fall sollten keine Risiken bei der Lebensmittel-Hygiene eingegangen werden. Diese entstehen beispielsweise durch eine unzureichende Kühlung leicht verderblicher Lebensmittel.

Verstopfungen des Appendix-Ausganges können beispielsweise durch geschluckte Obstkerne entstehen – dieses Risiko kann leicht minimiert werden. Resultiert die Verstopfung des Appendix-Ausganges aus einer Verstopfung des Darmes, kann eine ballaststoffreiche Ernährung helfen.

Was sollte man bei einer akuten Blinddarmreizung essen?

Nachdem eine Reizung des Blinddarmes durch eine Verstopfung des Darmes ausgelöst werden kann (aber nicht muss), empfiehlt es sich, während der Beschwerdephase auf Schonkost zu setzen, um den Darm zu entlasten. Schwere, fettreiche Mahlzeiten können das Problem verschlimmern, weshalb eine typische Ernährungsempfehlung leichten schwarzen Tee und Zwieback beinhalten kann. Schonkost kann allerdings lediglich Linderung verschaffen und ersetzt keine medizinische Diagnose. Nach eine Diagnose kann eine individuelle Ernährungstherapie helfen, die Blinddarm-Beschwerden zu lindern und herauszufinden, welche Lebensmittel wirklich vertragen werden. Mehr Informationen zur Therapie gibt es hier.

Soll der gereizte Blinddarm gekühlt werden?

Anders als bei Gelenken, die im Entzündungsfall gut auf Kühlung ansprechen, sollte bei einer Blinddarmreizung von Kühlung abgesehen werden. Zu drastische Kühl-Versuche können sich im Gegenteil negativ auf das Immunsystem auswirken. Eine nicht zu heiße Wärmflasche ist im Falle einer Blinddarmreizung das Mittel der Wahl.

Quellen

Bauchweh – es kann am Blinddarm liegen

Das Kind liegt mit Fieber im Bett, es klagt über Übelkeit, muss sich erbrechen und der Bauch tut weh. „In solchen Fällen sollten Eltern immer an eine Blinddarmentzündung denken und mit ihrem Kind zum Kinderarzt gehen“, empfiehlt Dr. Bernd Richter, stellvertretender Leiter der Kinderchirurgie im Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK). Denn diese Entzündung des Wurmfortsatzes, die sogenannte Appendizitis, ist eine häufige Erkrankung im Kindesalter. Jeder 14. bekommt im Laufe seines Lebens eine Blinddarmentzündung, meistens vor dem 18. Lebensjahr.

Das wichtigste Anzeichen sind die Bauchschmerzen. „Es gibt keine Blinddarmentzündung, die ohne Bauchschmerzen abläuft. Das ist ein Symptom, das die Eltern zu ihrem Kinderarzt und eventuell weiter ins Krankenhaus führen sollte“, sagt Richter. Übelkeit, Erbrechen und Fieber mit Temperaturen über 38 Grad stellen sich oft erst später ein. Besteht der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung, wird das Kind erst einmal gründlich untersucht, auch um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen. „Denn dahinter kann zum Beispiel auch ein Magen-Darm-Infekt stecken. Das ist nicht immer einfach voneinander zu unterscheiden, manchmal erst durch weitere stationäre Beobachtungen und Kontrolluntersuchungen“, erklärt Richter.

Wenn das Kind ins Krankenhaus kommt, fragt der Arzt zunächst danach, wie und wann die Beschwerden angefangen haben, bevor er das Kind untersucht. „Ich bitte es, den Bauch herauszustrecken und wieder einzuziehen. Daran kann ich schon erkennen, ob die Bewegung der Bauchdecken dem Kind wehtut. Dann taste ich vorsichtig den Bauch ab, zuerst dort, wo es erwartungsgemäß nicht wehtut, und zum Schluss an dem Punkt, wo der Schmerz typischerweise bei der Blinddarmentzündung auftritt“, sagt der Kinderchirurg.

„Manchmal sind Vorgeschichte und Untersuchungsbefund so eindeutig, dass man dann schon zur Operation raten kann. Üblicherweise wird vorher aber noch zusätzlich Blut untersucht und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Steht die Diagnose fest, sollte man nicht länger abwarten und das Kind operieren“, so Richter. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert ungefähr eine halbe Stunde. In unkomplizierten Fällen ist für die Operation nur ein Hautschnitt von drei Zentimeter Länge nötig. Im AKK wird seit Kurzem auch die minimal-invasive Operationsmethode angewandt. Dabei werden über drei winzige Schnitte eine Kamera und zwei Röhren in den Bauchraum geschoben. Durch die beiden Röhren schiebt der Operateur seine Instrumente, mit denen er dann den entzündeten Wurmfortsatz entfernt. Dieses Verfahren dauert etwa eine Dreiviertelstunde.

Der Grund dafür, dass man einen entzündeten Blinddarm möglichst schnell operiert und nicht lange abwartet, ist die Gefahr, dass es zu einem Blinddarmdurchbruch kommen könnte. „Dabei wird der Körper mit Bakterien überschwemmt, und die Entzündung breitet sich auf die Bauchhöhle aus. Eine solche Bauchfellentzündung verursacht heftige Schmerzen, einen Darmstillstand, Erbrechen, Flüssigkeitsverlust, Blutvergiftung und kann zum Tode führen, wenn man nicht eingreift“, so Richter. In der Regel komme es aber nicht zu einer Bauchfellentzündung, wenn man das Kind innerhalb von zwölf Stunden nach Auftreten der ersten Symptome operiert.

Nach dem Eingriff muss das Kind bei einer einfachen Blinddarmentzündung noch fünf Tage im Krankenhaus bleiben, in komplizierten Fällen bis zu drei Wochen. Außerdem ist für drei Wochen nach der Operation Schonung angesagt. Das heißt, Kinder sollten drei Wochen lang nach der Operation keinen Sport treiben und es insgesamt etwas ruhiger angehen lassen.

Welche Tests können bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung durchgeführt werden?

Ob bei Schwangeren, bei Kindern oder bei älteren Menschen, leider treten Blinddarmschmerzen häufig diffus auf oder die Blinddarmentzündung ist allein anhand der Schmerzen nicht unmittelbar als solche zu erkennen. Insbesondere dann müssen verschiedene Tests her, um die Entzündung festzustellen oder den Verdacht zu entkräften. Doch wie sieht ein solcher Test aus?

Test über die Symptome

Bei einigen Patienten ist es durchaus so, dass sie die typischen Symptome einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) aufweisen. In diesen Fällen lässt sich anhand der folgenden Anzeichen erkennen, dass der Wurmfortsatz entzündet ist:

  • Bauchschmerzen im rechten Unterbauch
  • der Bauch spannt stark
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • stärkere Schmerzen, wenn das rechte Bein angewinkelt oder bewegt wird
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • erhöhter Puls

Das gilt vor allem dann, wenn mehrere der genannten Symptome zeitgleich auftreten.

Test über den McBurney-Punkt oder Lanz-Punkt

Die Methoden über den McBurney- und den Lanz-Punkt werden häufig von Ärzten verwendet. Doch auch die Betroffenen selbst können diese Tests nutzen, um ihren Verdacht auf eine Blinddarmentzündung abzuklären.

Der sogenannte McBurney-Punkt befindet sich auf der Verbindungslinie zwischen dem Bauchnabel und der Stelle, wo der rechte Hüftknochen hervortritt. Es gilt die Mitte dieser imaginären Linie zu finden. Dabei sollten die Betroffenen auf einer harten Fläche liegen und entspannt einatmen und ausatmen. Nun wird der Arzt Druck auf den besagten Punkt ausüben. Sofern es sich um eine Blinddarmentzündung handelt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Druck auf diesen Punkt zu stechenden Schmerzen führt.

Die Diagnose einer Blinddarmentzündung über den Lanz-Punkt erfolgt ähnlich. Hierbei wird jedoch eine imaginäre Verbindungslinie zwischen den beiden Hüftknochenvorsprüngen gezogen. Der Lanz-Punkt befindet sich zwischen dem mittleren und rechten Drittel dieser Linie. Den Punkt gilt es ebenfalls zu drücken und zu prüfen, ob ein stechender Schmerz auf eine mögliche Blinddarmentzündung hinweist.

Rovsing-Symptom-Test

Wenn eine Blinddarmentzündung vorliegt, verläuft der Test auf das Rovsing-Zeichen ähnlich schmerzhaft. Im Vergleich zu den anderen Tests muss jedoch kein fester Druck verwendet werden. Vielmehr gilt es den Dickdarm in Richtung des rechten Unterbauchs auszustreichen. Im Fall einer Blinddarmentzündung ist dies ebenfalls sehr schmerzhaft.

Test per Blumberg-, Sitkowski- oder Psoas-Zeichen

Weitere Tests, die Hinweise auf eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) liefern, sind das Blumberg-Zeichen, das Sitkowski-Zeichen und das Psoas-Zeichen. Bei der ersten Methode drückt der Betroffene oder Arzt dem Patienten an einem Punkt auf dessen Bauch und lässt dann schnell los. Wenn das Loslassen Schmerzen verursacht, liegt wahrscheinlich eine Blinddarmentzündung vor.

Bei der zweiten Methode legen sich die Betroffenen auf ihre linke Seite. Sofern es zu einem Druckschmerz im Unterbauch rechts kommt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Blinddarmentzündung hoch.

Die dritte Methode setzt voraus, dass der Patient auf dem Rücken liegt. Er soll nun sein rechtes Bein gegen einen leichten Widerstand anheben. Sofern es sich um eine akute Blinddarmentzündung handelt, sind diese Bemühungen mit starken Schmerzen verbunden.

Das Verweigern des Anhebens des rechten Beins ist daher auch bei Kindern ein deutliches Zeichen, dass eine Blinddarmentzündung vorliegen könnte. Sofern Bauchschmerzen bei Bewegungen des rechten Beins zunehmen, kann dies auf eine Blinddarmentzündung hindeuten. Gerade bei Kindern wird jedoch häufig eine Untersuchung per Ultraschall durchgeführt, um den Verdacht beim Arzt oder im Krankenhaus zu bestätigen.

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