Blasenentzündung BEI kinder

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Blut im Urin: Ursachen für Hämaturie bei Frau, Mann und Kind

Hat der Urin plötzlich eine rote Färbung, ist die Sorge erstmal groß. Blut im Urin, im Fachjargon Hämaturie, kann auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. In diesen Fällen sollten Sie zum Arzt gehen.

„Blut im Urin ist immer ein Alarmzeichen, das ärztlich abgeklärt werden muss, weil es ein Symptom einer ernsten Erkrankung sein kann“, sagt Professor Christian Wülfing, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU).

Info: Der Mensch scheidet täglich ein bis zwei Liter Urin aus. Er wird in den Nieren, die unser Blut filtern, gebildet und besteht zu 95 Prozent aus Wasser. Seine charakteristische gelbe Farbe erhält er durch den Gallenfarbstoff Bilirubin – ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Verfärbt sich der Urin, kann das verschiedene Ursachen haben: Ist der Harn dunkelgelb, steckt meist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme dahinter. Eine orangefarbene bis braune Eintrübung kann auf eine Erkrankung der Gallenblase oder der Leber hinweisen.

Kann roter Urin kann ein Hinweis auf Blasenkrebs sein?

Harmlos ist eine vorübergehende Rotfärbung des Urins, die beispielsweise nach dem Verzehr von roter Beete, Brombeeren, Rhabarber oder Blaubeeren entstehen kann. In diesem Fall gibt es keinen Grund zur Beunruhigung; nach ein bis zwei Toilettengängen sieht der Harn wieder normal aus. Die rote Verfärbung kann aber auch eine Folge von Blut im Urin sein. Bei der sogenannten Hämaturie sammeln sich vermehrt rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Harn an.

Die häufigste Ursache für blutigen Urin ist eine Blasenentzündung. Blut im Urin kann aber ein Symptom für Harnblasenkrebs sein, an dem jährlich rund 29.000 Menschen in Deutschland neu erkranken. „Da es keine gesetzliche Früherkennungsuntersuchung für Blasenkrebs gibt, ist die Aufklärung über das frühe Warnzeichen dieser bösartigen Erkrankung umso wichtiger“, sagt Wülfing.

Welche Formen von Hämaturie (Blut im Urin) gibt es?

  • Makrohämaturie: Bei Blutungen, die deutlich sichtbare Blutspuren im Urin hinterlassen, sprechen Mediziner von einer Makrohämaturie. Je nachdem wie viel Blut sich im Urin befindet, kann die Färbung rosa, rot, dunkelrot oder braun sein.
  • Mikrohämaturie: Tückisch ist, wenn das Blut im Urin mit bloßem Auge nicht erkennbar ist, der Urin also ganz normal aussieht, obwohl der Anteil roter Blutkörperchen bedenklich hoch ist. Diese sogenannte Mikrohämaturie kommt meist nur über eine Laboruntersuchung oder einen Teststreifen ans Licht.

Egal wie groß die Menge Blut im Urin ist – Hämaturie muss immer von einem Arzt abgeklärt werden.

Das verraten Farbe und Geruch des Urins:

Beschaffenheit des Urins

Bedeutung

farblos klar

Sie nehmen mehr als ausreichend Flüssigkeit zu sich.

hellgelb

Eine hellgelbe Färbung des Urins gilt als normal und zeigt, dass Sie genügend trinken.

dunkelgelb

Ein dunkelgelber Urin weist auf einen Flüssigkeitsmangel hin. Sie sollten viel trinken. Werden Niere und Blase durchgespült, wird der Urin wieder hellgelb.

orange bis braun

Orange-bräunlicher Urin kann auf einen extremen Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) hindeuten. Dauerhaft kann eine bräunliche Verfärbung ein Anzeichen für Erkrankungen der Leber, der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüse sein.

rot bis rotbraun

Roter Urin ist ein Alarmsignal und deutet auf Blut im Urin hin. Schon ein Tropfen kann den Urin rosa färben und ein Anzeichen einer ernsten urologischen Erkrankung sein – für Entzündungen oder eine Krebserkrankung der Harnwege.

trüb bis milchig weiß

Milchig weißlicher Harn mit Eintrübungen kann auf eine Infektion der Harnwege, aber auch auf Geschlechtskrankheiten hinweisen.

schaumig

Schaumiger Urin bedeutet meist, dass zu viel Eiweiß im Harn ist und eine Funktionsstörung der Nieren vorliegt. Ursache können Bluthochdruck oder Diabetes sein.

auffälliger Geruch

Frischer Urin ist in der Regel fast geruchlos. Der Verzehr von Spargel, Zwiebeln oder Knoblauch kann einen auffälligen aber harmlosen Schwefelgeruch verursachen. Süßlicher Aceton-Geruch kann auf Diabetes, fischiger Geruch bei Frauen auf eine Scheideninfektion hindeuten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie

Was sind mögliche Ursachen für blutigen Urin?

Meist haben die Blutungen in den Nieren, den Harnleitern, der Harnblase oder der Harnröhre ihren Ursprung. Die häufigste Ursache ist ein Harnwegsinfekt, bei dem sich Bakterien in Harnwegen oder Blase ansiedeln.

Auch Fremdkörper, wie ein Blasenkatheter, können die Harnröhre reizen und zu blutigem Urin führen. Nach einer Katheterentfernung kommt es ebenfalls häufig zu Blutungen.

Lassen sich bei der Diagnose vermehrte Blutkörperchen im Urin, aber keine Bakterien nachweisen, kann eine ernsthafte Erkrankung, wie Nierensteine oder Blasenkrebs, dahinter stecken. Blut im Urin tritt in den meisten Fällen auch bei Symstemerkrankungen auf, die die Funktion der Nieren beeinträchtigen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Lupusnephritis oder Wegener-Granulomatose.

Taucht Blut im Urin ohne weitere Schmerzen auf, kann die Einnahme blutverdünnender Medikamente Ursache sein. Auch übermäßige körperliche Belastung kann zur Rotfärbung des Urin führen. Je nach Geschlecht kommen weitere Ursachen wie eine Endometriose oder Prostataentzündung in Frage.

Mögliche Ursachen für Blut im Urin (Hämaturie) im Überblick:

  • Harnwegsinfekt (Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung)
  • Nierenentzündung
  • Nierenbeckenentzündung
  • Harnsteine
  • Blasensteine
  • Nierensteine
  • Polypen oder Zysten an Nieren, Harnröhre oder Blase
  • Tumorerkrankungen (Blasentumor, Nierentumor, Harnröhrentumor, Prostatatumor, Wilms-Tumor)
  • Verletzungen von Nieren, Blase, Harnleiter oder Harnröhre (z.B. durch Unfälle, Stürze oder operative Eingriffe)
  • Systemerkrankungen
  • Medikamente (Blutgerinnungshemmer, Antibiotika, Schmerzmittel)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • starke körperliche Belastung („Joggerhämaturie“ bzw. „Marschhämaturie“)
  • Erkrankungen der Prostata (Prostatahyperplasie, Prostatitis, Prostatakrebs)
  • Menstruation
  • Endometriose
  • Blasenkatheter

Blut im Urin bei der Frau

Blut im Urin tritt bei Frauen oft während der Periode auf, nämlich dann, wenn Menstruationsblut beim Urinieren mitgespült wird. Im Zusammenhang mit starken Unterleibsschmerzen und Zwischenblutungen kann Blut im Urin aber auch Zeichen für Endometriose sein – einer chronischen Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimheit außerhalb der Gebärmutter sammelt. Befinden sich die Endometrioseherden in der Blase sind Blutungen die Folge. Dann sollten sich Frauen an ihren Gynäkologen wenden.

Schwangere lassen blutigen Urin besser sofort von einem Arzt untersuchen, um sicherzustellen, dass das Kind nicht gefährdet ist. Häufig sind aber auch hier die Ursachen harmlos: Bewegen sich Frauen in der Schwangerschaft zu viel, können kleine Blutgefäße platzen.

Bei Frauen in den Wechseljahren werden die Schleimhäute in der Blase und Harnröhre aufgrund der Hormonumstellung trockener und anfälliger für das Eindringen von Keimen. Das Senken der Harnblase in den Wechseljahren begünstigt einen Harnwegsinfekt zusätzlich. Dadurch kommt es auch häufiger zu Blut im Urin.

Blutiger Harn beim Mann

Blut im Urin ist auch ein Männerthema. Neben Blasenkrebs kommen bei Männern Entzündungen der Prostata, Samenblasen sowie der Harnröhre als Auslöser des blutigen Harns in Betracht. Auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung kann es vermehrt zu Harnwegsinfektionn kommen, die sich unter anderem durch rot gefärbten Urin bemerkbar machen.

Wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt, gehört die Rotfärbung des Harns auch zu den Warnzeichen für fortgeschrittenen Prostatakrebs. Bei 80 Prozent aller Patienten mit Blasenkrebs oder anderen bösartigen Tumoren der ableitenden Harnwege trete dieses Symptom auf, so die Krebshilfe. An Prostatakrebs erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Männer. Bemerken Männer Blut im Urin ist daher dringend eine Untersuchung beim Urologen nötig.

Blut im Urin bei Kindern

Bemerken Eltern Blut im Urin ihres Kindes, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Neben Entzündungen können auch Zystennieren der Auslöser sein. Bei dieser Nierenerkrankung bilden sich viele Zysten, die das Organ in seiner Funktion stark einschränken. Im schlimmsten Fall ist der bösartige Wilms-Tumor die Ursache. Symptome wie Gewichtszunahme, Appetitlosigkeit und Fieber deuten jedoch weitaus häufiger auf diese Krebserkrankung hin.

Häufige Ursachen: Blasenentzündung

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist eine Blasenentzündung (Zystitis) der häufigste Grund für Blut im Urin. Schätzungen zufolge leidet jede zweite Frau mindestens ein Mal in ihrem Leben unter einer solchen Infektion. Das liegt vor allem daran, dass die weibliche Harnröhre kürzer ist als die der Männer. Bakterien gelangen so schneller an die Blase.

Bei einer Blasenentzündung sind Schmerzen beim Wasserlassen, verstärkter Harndrang und Unterleibsschmerzen ebenfalls typische Symptome. Bleibt Besserung aus und bemerken Betroffene Blut im Urin, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei der Behandlung kommen meist Antibiotika zum Einsatz und die Entzündung heilt in der Regel schnell und folgenlos ab.

Erkrankungen der Niere

Blasenentzündungen können dazu führen, dass Bakterien bis zum Nierenbecken wandern und dort Entzündungen verursachen. Neben Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang ist bei einer Nierenbeckenentzündung auch hohes Fieber möglich. Die gleichen Symptome stellen sich auch bei einer Nierenentzündung ein, allerdings ist die bakterielle Infektion dann in den meisten Fällen bereits deutlich fortgeschritten. Kopf- und Gliederschmerzen, erhöhter Blutdruck und Müdigkeit sind erste Anzeichen und treten in der Regel auf, bevor sich Blutbeimengungen im Urin finden. Auch ein Blutgerinnsel kann hinter dem gefärbten Urin stecken und etwa auf eine Nierenvenenthrombose oder einen Niereninfarkt hindeuten.

Harnsteine, Blasensteine, Nierensteine

Ein weiterer Auslöser für Blut im Urin sind Steine in Nieren, Harnleiter oder Blase. Setzen sich die kleinen, spitzen Kristalle fest, reizen sie die Schleimhäute und verursachen häufig auch Verletzungen. Etwa 1,2 Millionen Patienten werden jährlich wegen Erkrankungen dieser Art behandelt, wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie erklärt. Heute ist fast jeder 20. Deutsche ein Mal oder mehrfach im Leben von Harnsteinen betroffen.

Die Harnsteine können unter anderem entstehen, wenn die tägliche Trinkmenge zu gering ist, um die ableitenden Organe ausreichend zu spülen. Auch Übergewicht, Stoffwechselstörungen sowie Harnwegsentzündungen zählen zu den Ursachen. Je nachdem wo sich der Harnstein festgesetzt hat, klagen Betroffene über Rücken- und Unterleibsschmerzen. Auch in den Genitalien schmerzt es gelegentlich. Bei Blasensteinen muss man öfter Wasserlassen, doch meist geht wenig Urin ab.

Zysten und Polypen

Auch gutartige Tumoren wie Schleimhautausstülpungen, sogenannte Polypen, sowie Zysten, also kleine mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, können zu blutigem Urin führen. Zum Beispiel, wenn diese verletzt werden oder aufplatzen. Meist sind Nieren, Harnröhre und Blase betroffen. Doch auch wenn die Geschwülste harmlos sind, müssen Ärzte wachsam bleiben. Denn die Polypen können mutieren. Daher werden sie entweder unter Beobachtung behalten oder vorsichtshalber entfernt.

Blasenkrebs

Es kann auch vorkommen, dass bösartige Tumoren hinter dem Symptom stecken. So tritt laut der Deutschen Krebsgesellschaft Blut im Urin als frühestes Warnzeichen von Blasenkrebs auf. Einer der Hauptrisikofaktoren für Blasenkrebs ist das Rauchen.

Ohne Fieber und eindeutige Hinweise auf eine Harnwegsinfektion sei Blut immer verdächtig, warnen die Krebsexperten und empfehlen, Blut im Urin von einem Arzt abklären zu lassen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkranken jedes Jahr 29.000 Deutsche an Blasenkrebs – die Mehrheit davon sind Männer.

Medikamente

Blut im Urin kann eine Nebenwirkung gerinnungshemmender Medikamente (Blutverdünner) sein, die zur Behandlung von Thrombose und Embolie eingesetzt werden. Darüber hinaus kann die langfristige und hochdosierte Einnahme einiger Antibiotika (z. B. Ciprofloxacin, Gentamicin) und entzündungshemmender Schmerzmittel (Diclofenac, Ibuprofen). Infolge der beeinträchtigten Nierenfunktion können Proteine und Blutkörperchen nicht mehr herausgefiltert werden, wodurch es zur Trübung und Rotfärbung des Urins kommt.

Körperliche Belastung

Ein Sonderfall ist die sogenannte Joggerhämaturie (auch Sporthämaturie), die nicht krankhaft ist. Sie tritt wie der Name schon sagt vor allem beim Joggen und ähnlichen körperlichen Belastungen auf. Ursache sind meist oberflächliche Verletzungen der Schleimhaut im unteren Harntrakt. Sie entstehen in erster Linie bei einer leeren Blase, wenn durch Erschütterungen Blasenbasis und Blasenwand aneinander scheuern. Um dem vorzubeugen, sollte die Blase vor dem Lauf daher nicht entleert oder direkt danach ein Glas Wasser getrunken werden.

Bei sehr langen Belastungen bei Marathonläufern oder Soldaten kann es außerdem zu einer vermehrten Abgabe des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in den Urin geben, wodurch dieser sich rötlich-braun färbt. Hierbei spricht man von einer Marschhämaturie (auch Marschhämoglobinurie). Gerade bei Läufern ist ein regelmäßiger und kurzzeitiger Verlust von Blut über den Urin somit nicht selten und in der Regel harmlos.

Blut im Urin: Wann zum Arzt?

Wenn Sie Blut im Urin bemerken, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen – selbst wenn Sie keine weiteren Beschwerden haben. Eine Ausnahme sind Frauen, die ihre Periode haben, da eine geringe Rotfärbung des Harns hier normal ist. Kommt es jedoch zu sehr starken Unterleibsschmerzen und Zwischenblutungen ist eine Untersuchung beim Gynäkologen sinnvoll, da dahinter auch Endometriose stecken kann.

Bei Sportlern, die nach starken Beanspruchungen etwas Blut über den Urin verlieren, besteht in der Regel ebenfalls kein Grund zur Sorge. Eine Jogger- bzw. Marschhämaturie ist erst abklärungsbedürftig, wenn die Blutungen nach maximal 72 Stunden nicht verschwinden sowie bei Patienten über 45 Jahren.

Vor allem wenn neben Blut im Urin weitere Symptome, wie Schmerzen beim Wasserlassen, ständiger Harndrang, Bauchkrämpfe, Rückenschmerzen oder Fieber auftreten, ist eine ärztliche Untersuchung dringend erforderlich. Im besten Fall lassen Sie sich noch während der Blutungsphase untersuchen, da Blutspuren im Urin für die Diagnose einer Erkrankung, wie Blasenkrebs, der beste Hinweis sind.

Erster Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt, der auf Grundlage der Anamnese und einer Urinprobe einschätzen kann, was die Ursache der Hämaturie ist und ob eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Beim Verdacht auf Entzündungen der Harnwege oder Geschlechtsorgane wird er Sie für weitere Untersuchungen zum Gynäkologen bzw. Urologen schicken. Ist eine Systemerkrankung die Ursache, sollte ein Internist, ein Facharzt für Innere Medizin, zu Rate gezogen werden. Bei Erkrankungen der Niere, wie Nierensteine, wäre ein sogenannter Nephrologe zuständig.

Achtung: Auch wer ohne eine rötliche Verfärbung des Urins unter Schmerzen beim Wasserlassen leidet, lässt sich besser untersuchen. Ärzte finden dann möglicherweise vermehrt weiße Blutkörperchen im Harn und diagnostizieren eine Leukozyturie. Weiße Blutkörperchen können – genau wie rote Blutkörperchen – ab einer bestimmten Anzahl auf andere Erkrankungen hindeuten. Harnwegsinfekte, Nierenbeckenentzündungen, Tumore in den Harnwegen, aber auch andere Infektions- und Geschlechtskrankheiten sind mögliche Auslöser. Rheuma oder eine Entzündung der Prostata lassen sich ebenfalls anhand der Zahl der weißen Blutkörperchen im Urin erkennen.

Diagnose: Teststreifen geben ersten Hinweis

Bei der Anamnese interessiert sich der Arzt vor allem für den Grad der Verfärbung des Urins, Vorerkrankungen, weitere Symptome, wie Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Stuhl, sowie Medikamente, die derzeit eingenommen werden. In der Regel folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den Bauch und die Flanken abtastet sowie Körpertemperatur, Blutdruck und Puls misst. Außerdem wird eine Urinprobe genommen.

Eine erste Untersuchung des Urins ist mittels Teststreifen möglich. Dabei lassen sich sowohl rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und weiße Blutkörperchen (Leukozyten) als auch Glukose, Eiweiß und Nitrit im Urin nachweisen. Der Teststreifen ist in verschiedene Felder unterteilt, die auf die genannten Stoffe reagieren. Sind sie vermehrt im Urin enthalten, verfärbt sich der entsprechende Bereich des Teststreifens.

Der Schnelltest per Teststreifen liefert erste Anzeichen für eine eventuelle Erkrankung. Eine sichere Diagnose kann jedoch nur durch eine mikroskopische Untersuchung der Urinprobe im Labor erfolgen. Mittels Ultraschall können zudem Blase, Nieren, Harnwege und bei Männern die Prostata auf Veränderungen untersucht werden. Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) sind darüber hinaus sinnvoll, um Tumorerkrankungen ausschließen zu können. Per Biopsie kann der Arzt außerdem eine Gewebeprobe der Nieren oder Prostata entnehmen und auf Tumorzellen untersuchen.

Bei immer wiederkehrenden Beschwerden, ohne dass Bakterien im Urin nachweisbar sind, kann eine Blasenspiegelung Aufschluss geben. Dabei werden die unteren Harnwege mithilfe eines Zystoskops untersucht, wodurch sich Erkrankungen oder Verletzungen in diesem Bereich diagnostizieren lassen. Eine Blasenspiegelung kann aber auch selbst zu vorübergehenden Beschwerden, wie Blut im Urin und Schmerzen beim Wasserlassen, führen.

Therapie: Was tun bei Hämaturie?

Die Behandlung bei Hämaturie richtet sich nach der Ursache. Kurzfristige Blutungen nach sportlicher Belastung oder während der Menstruation erfordern keine Behandlung. Steckt eine Erkrankung dahinter, ist hingegen eine gezielte Therapie notwendig. So werden bei bakteriellen Infektionen, wie einer Blasenentzündung, in der Regel Antibiotika verschrieben. Harnsteine, Blasensteine und Nierensteine können mithilfe von Medikamenten aufgelöst, per Stoßwellentherapie zertrümmert oder minimal-invasiv per Endoskop entfernt werden. Eine Tumorerkrankung erfordert eine Chemotherapie, Operation oder Bestrahlung.

  • Erste Anzeichen für einen Tumor: Blasenkrebs bleibt oft lange unentdeckt
  • Harnwegsinfekt: Woran man eine Blasenentzündung erkennt
  • Hausmittel bei Zystitis: Was tun bei einer Blasenentzündung?

Hämaturie vorbeugen

Um einer erneuten Hämaturie durch eine Harnwegsinfektion vorzubeugen, sind eine ausreichende Intimhygiene und ein starkes Immunsystem das A und O. Zur Vorbeugung von Nierenerkrankungen sollten Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes vermieden werden. Dabei sind vor allem eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung entscheidende Faktoren. Besonders wichtig ist es außerdem, ausreichend zu trinken, um die Nieren zu entlasten. Rauchen ist ein weiterer Risikofaktor für Blut im Urin, da es die Entstehung von Entzündungen und Tumoren in den Harnwegen begünstigt.

Harnwegsinfekt bei Kindern (Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung)

Der Begriff „Harnwegsinfekt bei Kindern“ schließt Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr ein. (eldemir / iStockphoto)

Kurzfassung:

  • Hauptverursacher von Harnwegsinfekten sind Bakterien (E.coli).
  • Harnwegsinfekte bei Kindern sind in der Regel nicht ansteckend.
  • Man unterscheidet untere (Blasenentzündung) von oberen (Nierenbeckenentzündung) Harnwegsinfekten.
  • Die Symptome können insbesondere bei Kindern stark variieren.
  • Verschiedene Risikofaktoren begünstigen die Entstehung eines Harnwegsinfekts.
  • Der Begriff „Harnwegsinfekt bei Kindern“ schließt Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr ein.

Erreger

Hauptverursacher von Harnwegsinfekten sind meist gramnegative Bakterien aus dem eigenen Darmtrakt, hauptsächlich Escherichia (E.) coli (80%). Sie gelangen vom After über das Perineum (Damm) zum Harnröhreneingang und in weiterer Folge über die Harnröhre in die Blase. In selteneren Fällen werden auch andere Bakterien wie Proteus, Pseudomonas, Klebsiella, Enterokokken oder Staphylokokken gefunden. Harnwegsinfekte bei Kindern sind in der Regel nicht ansteckend.

Welche Formen gibt es?

Asymptomatische Bakteriurie

Bei einer asymptomatischen Bakteriurie handelt es sich um eine Besiedelung der Blase mit Bakterien ohne Ausbildung von Entzündungszeichen. Sie verursacht keine Beschwerden und bedarf daher auch keiner Therapie. Von beschwerdefreien Bakteriurien sind hauptsächlich Mädchen betroffen.

Unterer Harnwegsinfekt (Blasenentzündung, Zystitis)

Untere Harnwegsinfekte betreffen die Harnröhre und die Blase. Ist nur die Blase alleine entzündet, spricht man von einer Blasenentzündung. Infekte in diesem Bereich verlaufen in der Regel ohne Fieber und heilen komplikationslos und ohne Folgeschäden aus.

Kehren die Infekte immer wieder, kann eine angeborene Fehlbildung in den ableitenden Harnwegen die Ursache sein.

Typische Symptome unterer Harnwegsinfekte:

  • Schmerzen beim Wasserlassen

Brennen am Ende der Miktion (Entleeren der Blase) spricht für eine Blasenentzündung; brennt es während der gesamten Miktion, ist auch die Harnröhre mitbetroffen.

  • Häufiger Harndrang
  • Einnässen
  • Stark riechender Harn
  • Kein Fieber

Oberer Harnwegsinfekt (Nierenbeckenentzündung, Pyelonephritis)

Sind die Harnleiter und die Nieren betroffen, handelt es sich um einen oberen Harnwegsinfekt. Er entsteht, wenn sich die Infektion der unteren Harnwege über die Harnleiter bis zu den Nieren ausdehnt, aber auch als Folge von angeborenen Fehlbildungen. Erreichen die Bakterien die Nieren, können sie diese dauerhaft schädigen. Obere Harnwegsinfekte können deshalb langfristig Ursache für die Entwicklung von Bluthochdruck oder für den Verlust der Nierenfunktion sein. Charakteristischerweise verlaufen solche Infektionen fieberhaft.

Zusätzlich zu den Symptomen eines unteren Harnwegsinfekts treten bei einer Nierenbeckenentzündung üblicherweise folgende Beschwerden auf:

  • Fieber über 38 °C
  • Flankenschmerzen
  • Erbrechen

Welche Symptome treten bei einem Harnwegsinfekt auf?

Die klassischen Symptome eines Harnwegsinfekts müssen bei Kindern nicht zwingend auftreten.

  • Säuglinge

Harnwegsinfekte zeigen sich bei Säuglingen sehr undeutlich. Oft sind gar keine Symptome ersichtlich bzw. sind die Kinder noch nicht in der Lage, diese zu artikulieren. Erstes Zeichen ist meist ein schlechtes Trinkverhalten, es kann aber auch zu Teilnahmslosigkeit, Fieber, Erbrechen und Durchfall bis hin zum Schock kommen.

Wegen der unspezifischen Symptome wird fälschlicherweise häufig das Zahnen für die fieberhafte Erkrankung des Kindes verantwortlich gemacht.

  • Kinder unter 2 Jahren

Bei Patienten dieser Altersgruppe können die klinischen Anzeichen eines Harnwegsinfekts häufig fehlen.

Der Infekt kann sich durch unspezifische Beschwerden wie Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen äußern, weswegen ein Harnwegsinfekt nicht selten übersehen wird.

  • Kinder ab 2 Jahren

Kinder ab 2 Jahren fallen durch häufigen Harndrang, Einnässen, Bauchschmerzen, aber auch Schmerzen beim Wasserlassen auf.

  • Erst ab einem Alter von 3–4 Jahren können Kinder ihre Beschwerden genau lokalisieren und beschreiben.

Risikofaktoren für die Entstehung eines Harnwegsinfekts

  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Unvollständige Harnblasenentleerung (Restharnbildung)

Vor allem Mädchen neigen dazu, den Harn lange zurückzuhalten. Sie gehen selten zur Toilette, nehmen sich zu wenig Zeit, brechen den Harnstrahl ab und entleeren die Harnblase nicht vollständig.

Bei bereits bestehendem Harnwegsinfekt versuchen Kinder häufig, den Harn aus Angst vor Schmerzen beim Wasserlassen zurückzuhalten.

  • Blasenentleerungsstörung
  • Verstopfung

Ein harter, knolliger Stuhl und Schmerzen beim Stuhlgang begünstigen Blasenentleerungsstörungen.

  • Vorhautverengung

Eine präputiale Keimbesiedelung ist bei Buben im ersten Lebensjahr der Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines Harnwegsinfekts.

  • Vesikoureteraler Reflux (VUR)

Als vesikoureteralen Reflux bezeichnet man das Zurückfließen des Harns von der Blase in die Harnleiter und die Nieren. Der Rückfluss des Harns begünstigt das Aufsteigen der Bakterien und damit die Entstehung einer Nierenbeckenentzündung.

Bei 30% der Mädchen und 25% der Buben, die an einem fieberhaften Harnwegsinfekt erkranken, kann ein VUR festgestellt werden.

  • Fehlbildungen

Jede Abflussbehinderung des Harns behindert auch das Ausscheiden von Bakterien.

  • Sexuelle Aktivität bei älteren Mädchen
  • Mangelnde oder übertriebene Genitalhygiene
  • Diabetes

Harnwegsinfekte bei Mädchen und Buben

Im ersten Lebensjahr sind Buben häufiger (2,3%) von Harnwegsinfekten betroffen als Mädchen (0,7%): Dies liegt zum einen an der natürlich gegebenen Vorhautverengung und zum anderen am häufigeren Vorkommen eines „vesikoureteralen Refluxes“, dem Rückfluss von Harn in die Nieren.

Danach kehrt sich die Geschlechterverteilung um. Ab dem zweiten Lebensjahr treten Infekte der Harnwege bei Mädchen (3%) deutlich häufiger als bei Buben (1%) auf. Der Grund dafür liegt in der Anatomie: Die Harnröhrenöffnung liegt bei Mädchen in räumlicher Nähe zum After, wo sich die potenziellen Krankheitserreger befinden. Zudem haben Mädchen eine kürzere Harnröhre, die Bakterien müssen also im Vergleich zur männlichen Harnröhre einen kürzeren Weg zurücklegen, um zur Blase zu gelangen.

+++ Mehr zum Thema: Wie wird ein Harnwegsinfekt beim Kind diagnostiziert? +++

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Autoren:
Mag. Astrid Leitner
Medizinisches Review:
Dr. Elisabeth Frigo
Redaktionelle Bearbeitung:
Nicole Kolisch

Stand der medizinischen Information: Juli 2018

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Nierenbeckenentzündung

Die Nierenbeckenentzündung ist eine bakterielle Entzündung, bei der die Schleimhaut des Nierenbeckens und Teile der Niere selbst betroffen sind.

Blut im Urin (Hämaturie) – Symptome, Ursachen, Therapien

Sichtbares und unsichtbares Blut im Urin

Rot gefärbter Urin stellt oft erst mal einen Schock für Betroffene dar und sollte nie auf die leichte Schulter genommen werden. Auch wenn sich dahinter nicht immer etwas Schlimmes verbirgt, sollte roter Urin stets mit einem Arzt abgeklärt werden. Zwar ist manchmal nur der Farbstoff im Essen Schuld, beispielsweise infolge verspeister Rote Beete, und auch Medikamente, die zum Beispiel das Blut verdünnen, können zu Blut im Urin führen. Es kann jedoch ebenso eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken. Blutiger Urin wird in der Fachsprache Hämaturie genannt. Diese kann verschiedenste Ursachen haben, die von einer leichten Schleimhautreizung im Urogenitaltrakt bis hin zu Krebsgeschehen reichen.

Inhaltsverzeichnis

Blut im Urin – ein kurzer Überblick

Es gibt zahlreiche Ursachen, die für einen blutigen Urin verantwortlich seien können. Die einzelnen möglichen Ursachen und weitere Informationen zur Diagnose, Therapie, Prävention und Naturheilkunde werden im weiteren Verlauf näher Erläutert. Hier eine kurze Übersicht:

  • Definition: Der Fachbegriff für Blut im Urin lautet Hämaturie. Dies bezeichnet eine krankhafte Ausscheidung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) mit dem Urin.
  • Formen: Eine Hämaturie wird weiter in Makro- und Mikrohämaturie unterteilt. Bei einer Makrohämaturie ist die Blutbeimengung sichtbar, während sich eine Mikrohämaturie nur durch Labortests feststellen lässt.
  • Mögliche Ursachen: Die Ursache werden grob in drei Bereiche eingeteilt. So kann die Blutungsquelle hinter der Niere (postrenal), in der Niere (renal) oder außerhalb des Nierenbereichs (prärenal) liegen. Zahlreiche Erkrankungen können Blutbeimengungen im Urin bedingen.
  • Diagnose: Urintest, Bluttest, Röntgen, Blasenspiegelung, CT, MRT, Ultraschall, Prostatauntersuchung.
  • Therapie: Die Behandlung hängt stark von der Ursache ab. Häufiger kommen Antibiotika zum Einsatz. Manche Ursachen erfordern auch spezielle Diäten oder Ernährungsformen.
  • Prävention: Körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannungsübungen und Stressabbau, nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, Übergewicht abbauen, viel zuckerarme Flüssigkeit trinken.
  • Naturheilkunde zur Unterstützung: Eigenbluttherapie, Homöopathie, Phytotherapie, Akupunktur, Fußreflexzonenmassage.

Definition

Als Hämaturie (Blut im Urin) wird die krankhafte Ausscheidung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) mit dem Urin bezeichnet. Da eine geringe Menge Blut auch im Harn von Gesunden zu finden ist, besteht eine Hämaturie erst, wenn pro Mikroliter Urin mehr als fünf bis zehn rote Blutkörperchen vorkommen. Blutiger Urin kann, muss jedoch nicht, mit weiteren Symptomen wie zum Beispiel Schmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen verbunden sein. Je nach der enthaltenen Blutmenge wird die Hämaturie in Makro- und Mikrohämaturie eingeteilt.

Makrohämaturie

Bei einer Makrohämaturie ist das Blut sofort erkennbar, was viele Patienten recht stark schockiert. Jedoch ist auch dies nicht sofort ein Hinweis auf eine bestimmte Erkrankung, sondern muss abgeklärt werden. Eine Makrohämaturie entsteht zum Beispiel durch:

  • Nierensteine,
  • Tumore der Harnwege oder der Nieren,
  • Tuberkulose des Urogenitaltraktes,
  • Zystennieren,
  • Blasenentzündungen,
  • hämorrhagische Diathese (erhöhte Blutungsneigung),
  • Traumata (zum Beispiel durch Katheterisierung),
  • Endometriose (Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut).

Blut im Urin muss ärztlich überprüft werden. (Bild: angellodeco/fotolia.com)

Mikrohämaturie

Bei einer Mikrohämaturie ist das Blut im Urin nicht mit dem bloßen Auge sichtbar, sondern wird bei einer mikroskopischen Untersuchung oder mit Hilfe eines Teststreifens entdeckt. Dabei kann es sich durchaus um einen Zufallsbefund handeln, bei dem die Betroffenen keine Symptome verspüren. Eine Mikrohämaturie kann bei allen erwähnten Ursachen für eine Makrohämaturie auftreten und darüber hinaus bei:

  • Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung),
  • interstitieller Nephritis (Entzündung der Nieren mit Beteiligung der Harnkanälchen und des umliegenden Bindegewebes),
  • mechanischer Belastung (beziehungsweise Überlastung),
  • Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen).

Wie gelangt das Blut ins Urin?

Durch ein Abfiltrieren des Blutes entsteht in den Nieren der Harn. Dieser wird konzentriert über die Harnleiter zur Harnblase und von dort aus über die Harnröhre nach außen abgegeben. Diese Flüssigkeit enthält normalerweise keine Blutbestandteile, doch können verschiedene Erkrankungen dazu führen, dass Blutrückstände mit dem Harn abgegeben werden. Eine rötliche Verfärbung des Urins muss jedoch nicht zwangsläufig durch Blut entstanden sein. Manche Lebensmittel wie Rote Beete oder Heidelbeeren können vorübergehend Farbspuren im Harn hinterlassen. In diesem Fall sollte nach ein paar Toilettengängen das Problem behoben sein. Ist tatsächlich Blut im Urin kann eine mitunter schwere Erkrankung zugrunde liegen, die dringend ärztlich abgeklärt werden sollte. Mögliche Ursachen werden im Folgenden erläutert.

Mögliche Blutungsquellen

Blutiger Urin, in Form von sogenannten Koageln (spezielle Form der Blutgerinnsel), tritt mitunter auf, wenn sich die Blutungsquelle hinter der Niere (medizinisch: postrenal) befindet. Ein Beispiel hierfür wäre die Blase als postrenale Quelle. Liegt die Ursache in der Niere selbst, spricht man von einer renalen Hämaturie. Weitere Quellen können sich auch außerhalb des urologisch-nephrologischen Bereichs befinden. Diese vor der Niere liegenden Ursachen werden medizinisch als prärenale Hämaturie bezeichnet. Dies ist bei gynäkologischen Blutungsherden oder bei einer erhöhten Blutungsneigung der Fall.

Wenn im Urin Blut enthalten ist, stellt dies für viele Betroffene ein Schock dar. Oft sind die Ursachen allerdings gut therapierbar. Ein Besuch beim Arzt sollte dennoch nicht auf die lange Bank geschoben werden. (Bild: demphoto/fotolia.com)

Blut-ähnliche Rückstände im Urin

Ob sich wirklich Blut im Urin befindet, lässt sich mit bloßem Auge nicht unbedingt klären. Es kann sich zum Beispiel ebenso um eine sogenannte Hämoglobinurie handeln. Dabei befinden sich nicht die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Urin sondern Hämoglobin (roter Blutfarbstoff). Dies kann bei bestimmten Formen der Blutarmut oder bei Autoimmunkrankheiten der Fall sein.

Marsch-Hämoglobinurie

Eine besondere Form der Hämoglobinurie ist die Marsch-Hämoglobinurie. Dies ist eine Erkrankung, die in erster Linie Menschen betrifft, die sich massiv körperlich betätigen. Das Hämoglobin wird aus den Blutkörperchen regelrecht „abgepresst“ und landet daher im Urin. Im Normalfall ist dies harmlos, sollte jedoch mit einem Arzt abgeklärt werden.

Porphyrie und Myoglobinurie

Ein rot gefärbter Harn kann ebenso bei einer sogenannten Porphyrie entstehen. Dies ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Herstellung des roten Blutfarbstoffes gestört wird. Auch eine Myoglobinurie kann den Urin rot färben. Das Myoglobin ist der Sauerstoff bindende Muskelfarbstoff. Bei Muskelverletzungen kann dieser in die Blutbahn und schließlich auch in den Harn geraten und diesem eine rötliche Farbe geben. Das ist zum Beispiel beim Leistungssport oder aber durch den Untergang beziehungsweise das Absterben von Muskulatur bei einem Myokardinfarkt möglich.

Die Nieren als Ursache

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich um eine renale Hämaturie, wenn die Ursache der Blutung in der Niere selbst liegt. Einige Erkrankungen im Nierenbereich können für Blut im Urin verantwortlich sein. Dazu zählen:

  • Nierenbeckenentzündungen,
  • Nierensteine,
  • Nierenentzündung,
  • Nierentuberkulose,
  • Nierenvenenthrombose,
  • Niereninfarkt,
  • Zystennieren,
  • Verletzungen der Nieren,
  • Nierentumore,
  • Nierenpapillennekrose.

Nicht selten sind Erkrankungen der Nieren die Ursache für blutiges Urin. (Bild: benschonewille/fotolia.com)

Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Die Nierenbeckenentzündung (medizinisch Pyelonephritis) zählt zu den häufigsten Nierenerkrankungen. Meist entsteht diese durch aufsteigende Bakterien aus der Harnblase. Zu den Symptomen zählen Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Nierenschmerzen, Rückenschmerzen, Flankenschmerzen und eine Hämaturie.

Nierensteine

Bestimmte Inhaltsstoffe des Harns können, wenn von ihnen zu viele vorhanden sind, auskristallisieren und sich daraus Steine entwickeln. Zusätzlich spielen weitere Komponenten wie Trinkmenge und ph-Wert des Urins eine Rolle. Bakterien begünstigen das Entstehen von Nierensteinen. Die damit verbundenen Symptome sind, wenn eine akute Nierenkolik eintritt, massive krampfartige Schmerzen, die in den Rücken und den Genitalbereich ausstrahlen können. Hinzu kommen Dysurie (Probleme und/oder Schmerzen beim Wasserlassen), Blut im Urin, Übelkeit und Erbrechen.

Nierenentzündung

Bei einer Nierenentzündung ist das sogenannte Glomeruli entzündet. Das ist ein Gefäßknäuel in der Nierenrinde, welches an der Blutfilterung beteiligt ist. Hier wird die erste Stufe des Harns gebildet. Ausgelöst wird eine Nierenentzündung beispielsweise durch bakterielle Infektionen oder entzündliche Vorgänge infolge von Autoimmunkrankheiten wie Lupusnephritis. Des Weiteren können auch allergische Reaktionen für Entzündungen der Harnkanäle mitsamt des umliegenden Gewebes verantwortlich sein. Anzeichen einer Nierenentzündung sind:

  • Ansteigende oder abfallende Urinmengen,
  • Flankenschmerzen,
  • Müdigkeit,
  • Kopfschmerzen,
  • Gliederschmerzen,
  • Bluthochdruck.

Nierentumor

Ein gutartiger Nierentumor ist eher selten. Meist werden diese per Zufallsbefund festgestellt, da sie wenig bis gar keine Beschwerden bereiten. Große Blutgefäßgeschwülste der Niere, bei denen die Gefahr besteht zu bluten, werden operativ entfernt. Auch das bösartige Nierenzellkarzinom ist für die Betroffenen oft lange Zeit symptomfrei. Dies hat leider zur Folge, dass der Tumor oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Klassische Symptome sind Mikro- oder Makrohämaturie, die zunächst völlig schmerzlos verlaufen und Schmerzen im Nierenlager oder in der Flanke.

Das Bild zeigt die Anatomie der Nieren und die verschiedene Stadien eines Nierentumors. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Nierentuberkulose

Eine Tuberkulose kann nicht nur die Lunge befallen, sondern auch andere Organe wie die Niere betreffen. Diese sogenannte extrapulmonale Tuberkulose macht sich nicht nur in der Niere, sondern meist im gesamten Urogenitaltrakt breit. Die Betroffenen leiden in der Regel nicht übermäßig unter der Erkrankung. Erhöhte Temperaturen (37,1 °C bis 37,9 °C; Temperaturen unmittelbar unterhalb der Fiebergrenze), Dysurie und Hämaturie sind mögliche Symptome. Allerdings können die Tuberkuloseerreger auch nach einer ausgeheilten Erkrankung noch jahrelang im Körper überleben und für einen erneuten Ausbruch sorgen.

Nierenvenenthrombose

Wenn sich in der Nierenvene ein Blutgerinnsel bildet, das groß genug ist, um den Blutstrom zu behindern, liegt eine Nierenvenenthrombose vor. Entzündungen, Diabetes, Tumore sowie Verletzungen können die Bildung solcher Gerinnsel fördern. Nicht selten bleibt eine Nierenvenenthrombose lange symptomfrei. Mitunter kann es zu Schmerzen in den Flanken, Fieber und Hämaturie kommen.

Niereninfarkt

Bei einem Niereninfarkt verstopft ein Blutgerinnsel die Nierenarterie. Das betroffene Nierengewebe wird unterversorgt und stirbt ab. Je nach Ausmaß, verläuft diese Erkrankung asymptomatisch oder aber verursacht massive Schmerzen in Bauch und Flanken, Abwehrspannung, Blut im Urin, Fieber und Anurie (die Ausscheidungsmenge von Urin ist kleiner als 100ml/Tag). Die Ursachen für einen solchen Infarkt können unterschiedlicher Natur sein. Oft löst sich ein Blutpfropfen von einem Blutgerinnsel am Herzen und wird über die Blutbahn in die Niere gespült, wo er hängen bleibt und die Arterie zusetzt. Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), Verletzungen, Operationen oder Gefäßentzündungen gelten als Risikofaktoren.

Zystennieren

Eine einfache Zyste in der Niere bedeutet meist kein Problem. Bei Vorliegen einer sogenannten Zystenniere, die im Gegensatz zur einfachen Zyste erblich bedingt ist, können diese, mit Flüssigkeit gefüllten verkapselten Geschwülste, die Funktion der Nieren erheblich einschränken. Die Zysten sind zahlreicher und erreichen Durchmesser von mehreren Zentimetern. Sie sind häufige Entzündungsherde und verdrängen zunehmend gesundes Nierengewebe. Dies kann bis zu einem kompletten Nierenversagen führen. Zystennieren verursachen Symptome wie:

  • einseitige oder beidseitige Flankenschmerzen,
  • Hämaturie,
  • Bluthochdruck,
  • chronische Müdigkeit,
  • fortschreitendes Nierenversagen.

Verletzungen der Niere

Bei der Einwirkung von stumpfer Gewalt muss nicht zwingend Blut im Urin vorhanden sein. Jedoch sind Nierentraumata mit teilweise massiven Schmerzen, einer Abwehrspannung und eventueller Schocksymptomatik verbunden.

Nieren und Blase sind eng miteinander verknüpft, so dass sich Erkrankungen der Niere oft auch durch Veränderungen im Urin bemerkbar machen. (Bild: Adiano/fotolia.com)

Nierenpapillennekrose

In den Nieren wird das Nierenmark von Gängen gebildet. Hier findet das Filtern des Harns statt. Die Gänge laufen in sogenannten Papillen zusammen, die dann wiederum im Nierenbecken enden. Durch Entzündungen können die Papillen absterben beziehungsweise nekrotisieren. Diabetes mellitus, Blutarmut in Form einer Sichelzellanämie oder auch Schmerzmittelmissbrauch können zu den entzündlichen Vorgängen führen. Bei dieser Erkrankung leiden die Betroffenen unter Schmerzen in den Flanken, Fieber und Blut im Urin.

Harnblase und Harnwege als Ursache

Häufig sind die Harnwege oder die Harnblase die Blutungsquelle. Verschiedene Erkrankungen in diesem Bereich können für das Blut im Urin verantwortlich sein. Zu diesen zählen beispielsweise:

  • Blasenentzündungen,
  • Blasensteine,
  • Harnleitersteine,
  • Divertikel,
  • Blasen-Bilharziose,
  • Harnblasentumore.

Eine durchaus verbreitete Ursachen ist die Blasenentzündung (Zystitis) beziehungsweise der sogenannte Harnwegsinfekt. Aus dem Darm können Erreger über die Harnröhre die Harnblase erreichen. Frauen sind davon wesentlich häufiger betroffen, da Darm und Harnröhrenöffnung nicht weit voneinander entfernt sind und die weibliche Harnröhre noch dazu recht kurz ist. Unterstützt wird das Entstehen einer Blasenentzündung durch Abflussstörungen, bei Frauen durch häufigen Geschlechtsverkehr und auch durch das Legen eines Katheters. Weitere Auslöser sind Nässe, Kälte, Menstruation und die hormonelle Veränderung in den Wechseljahren.

Symptome eines Harnwegsinfekts

Symptome bei einem Harnwegsinfekt sind häufiger Harndrang (Pollakisurie), Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie) und ständiger schmerzhafter Harndrang (Tenesmen). Auch Blut im Urin kann hinzukommen. Sind Fieber und ein schlechtes Allgemeinbefinden zu beobachten, sind meist schon die oberen Harnwege mitbetroffen.

Blasen- und Harnleitersteine

Blasensteine und Harnleitersteine können ebenfalls zu Rückständen von Blut im Urin führen. Die Steine entstehen dadurch, dass Mineralsalze, die normalerweise gelöst im Harn vorkommen, ausgefällt werden und kristallisieren. Ursachen dafür sind Abflusshindernisse, wie zum Beispiel eine vergrößerte Prostata oder eine zu enge Harnröhre. Entzündungen begünstigen das Entstehen von Blasen- oder Harnsteinen zusätzlich. Auch Restharnbildung und Ausstülpungen in der Blasenwand und das Vorliegen von Diabetes mellitus und Gicht können zur Bildung von Harn- und Blasensteinen führen. Bei den Betroffenen zeigen sich Hämaturie, häufiger Harndrang und sogenanntes Harnstottern (das Wasserlassen erfolgt mit Unterbrechungen).

Auch Blasen- und Harnleitersteine können die Ursache für Blut im Urin sein. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Divertikel

Bei Blasendivertikeln handelt es sich um sackartige Ausbuchtungen an der Blasenwand oder der Harnröhreninnenwand. Diese sind zum Teil erblich bedingt, können aber auch infolge einer Blasenentleerungsstörung, verengter Harnröhre oder vergrößerter Prostata entstehen. Die Divertikel führen häufig zu Schmerzen beim Wasserlassen, erhöhtem Harndrang und manchmal auch zu blutigem Urin.

Blasen-Bilharziose

Die Blasen-Bilharziose (Schistosomiasis) ist eine Infektionskrankheit, die durch Saugwürmer ausgelöst wird. Die Saugwurm-Larven befinden sich in Gewässern, vorwiegend in tropischen Gebieten. Aber auch hierzulande sind sie gelegentlich in Badeseen vorzufinden. Gelangen sie in den menschlichen Organismus, lassen sie sich in der Blasenwand nieder. Dabei kann es zu Symptomen wie juckendem Hautausschlag, Durchfall, Fieber, Husten, Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Urin kommen. Außerdem sind Wucherungen der Blasenschleimhaut möglich, woraus sich eine sogenannte Präkanzerose entwickeln kann.

Harnblasentumoren

Egal ob gut- oder bösartig, bei beiden Harnblasentumoren ist eine schmerzlose Hämaturie das Leitsymptom. Das Harnblasenpapillom ist ein gutartiger Tumor, mit dem ein geringes Entartungsrisiko verbunden ist. Das Harnblasenkarzinom hingegen ist eines der häufigsten Karzinome des Harntrakts. Männer sind davon eher betroffen als Frauen. Bei den Blasenpapillomen (gutartige Tumore der Blasenschleimhaut) leiden die Betroffenen neben der Hämaturie eventuell unter rezidivierenden Blasenentzündungen. Blut im Urin und Symptome, ähnlich denen bei einer Zystitis, begleiten das Blasenkarzinom. Später kommen Flankenschmerzen und eine Lymphstau der unteren Extremitäten hinzu (siehe Dicke Beine).

Nur bei Männern auftretende Ursachen

Die folgenden Erkrankungen, die für blutigen Urin verantwortlich sein können, betreffen die männlichen Geschlechtsorgane und können somit nur bei Männern auftreten. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Prostatakrebs,
  • Prostatitis,
  • Samenblasenentzündung,
  • Prostatavarizenblutung.

Ein Prostatakarzinom bleibt oft lange Zeit unentdeckt. Häufig ist Blut im Urin der einzige Hinweis aud diesen bösartigen Tumor. (Bild: PATTARAWIT/fotolia.com)

Prostatakrebs

Dieser bösartige Tumor ist schwer zu erkennen, da er sich über einen langen Zeitraum entwickelt und die Betroffenen vorerst beschwerdefrei sind. Da eine frühe Erkennung sehr wichtig für eine erfolgreiche Behandlung ist, sollten Männer Frühwarnungen für Prostatakrebs ernst nehmen. Blut im Urin gilt als ein Frühwarnzeichen für ein Prostatakarzinom. Des Weiteren können Veränderungen beim Wasserlassen auftauchen wie beispielsweise häufigere Toilettengänge, ein plötzlicher Drang, die Blase zu entleeren oder Startschwierigkeiten beim Urinieren. Spätere Symptome sind Blut im Sperma, Schmerzen im Beckenbereich sowie Erektionsstörungen.

Prostata- und Samenblasenentzündung

Bei einer sogenannten Prostatitis handelt es sich um eine chronische oder akute Entzündung der Prostata. Dies geschieht beispielsweise, wenn sich Erreger über die Harnwege ausbreiten und so in die Prostata gelangen. Jüngere Männer mit häufigen Sexualkontakten gelten als Risikogruppe. Fieber, Beschwerden beim Wasserlassen, Ausfluss aus dem Penis und eventuell auch Blut im Urin sind Anzeichen für eine Prostataentzündung. Infolge einer solchen Entzündung kann es auch zu einer Samenblasenentzündung kommen, bei der es zusätzlich zu Symptomen wie Schmerzen nach dem Sex, Unterleibsschmerzen und Blut im Sperma kommen kann.

Prostatavarizenblutung

Varizen sind Krampfadern, die sich auch aus Prostatavenen bilden können, wenn sich diese krankhaft erweitern. Solche Varizen können für Hämaturie sorgen, ohne dass weitere Schmerzen oder Harnwegsbeschwerden auftreten.

Prostataerkrankungen können für Blut im Urin verantwortlich sein. (BIld: Henrie/fotolia.com)

Nur bei Frauen auftretende Ursache (Endometriose)

Blutreste können bei Frauen während einer normalen Regelblutung ins Urin gelangen. Beim Wasserlassen wird das Regelblut teilweise vom Harnfluss erfasst und weggespült, wodurch sich der Urin verfärben kann. Es gibt aber auch eine Erkrankung, die speziell bei Frauen für Blut im Urin verantwortlich sein kann. Bei einer Endometriose wuchert die Gebärmutterschleimhaut an Stellen im Körper, wo sie eigentlich nicht sein soll, so zum Beispiel in der Blase. Infolgedessen kann es zu Beschwerden wie

  • starken und schmerzhaften Regelblutungen,
  • Blut im Urin,
  • Blut am After,
  • Unterleibsschmerzen,
  • und Zwischenblutungen kommen.

System- und Autoimmunkrankheiten

Bei Systemerkrankungen sind mehrere Organe oder Körperregionen in einen Krankheitsprozess eingebunden. Bei Autoimmunerkrankungen wird der Körper von den eigenen Abwehrmechanismen angegriffen. Viele dieser Prozesse gelten noch als nicht ausreichend verstanden. Eine Hämaturie kann infolge mancher System- und Autoimmunkrankheiten auftreten. Beispielsweise bei:

  • Panarteriitis nodosa,
  • Lupusnephritis,
  • Purpura-Schoenlein-Henoch,
  • Granulomatose mit Polyangiitis,
  • Goodpasture-Syndrom.

Panarteriitis nodosa

Bei dieser seltenen Gefäßerkrankung sind Arterien verschiedener Organe mitsamt des umliegenden Gewebes entzündet. Wenn die Nieren betroffen sind, kann es zu Blut im Urin, Bluthochdruck und geschwollenen Beinen kommen.

Lupusnephritis

Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen körpereigene Abwehrkräfte die Haut und mehrere innere Organe an. Charakteristisch für die Erkrankung sind die auffälligen Hautausschläge im Gesicht. Werden die Nieren durch diese Autoimmunkrankheit angegriffen, so können auch Blut im Urin, Schwellungen, Flankenschmerzen und Veränderungen beim Urinieren auftreten.

Viele Autoimmun- und Systemerkrankungen wie Panarteriitis nodosa, Lupusnephritis, Purpura-Schoenlein-Henoch, Granulomatose mit Polyangiitis oder das Goodpasture-Syndrom können Ursache des blutigen Urins sein. (Bild: Zerbor/fotolia.com)

Purpura-Schoenlein-Henoch

Diese Gefäßkrankheit ist gekennzeichnet durch Beschwerden an vielen kleinen Gefäßen in unterschiedlichen Körperregionen. Im Krankheitsverlauf können auch die Nieren betroffen sein. Dies kann sich durch Blut im Stuhl, Blut im Urin, Bluthochdruck und Bauchschmerzen äußern.

Granulomatose mit Polyangiitis

Die Granulomatose mit Polyangiitis war früher unter dem Namen Wegener Granulomatose bekannt und gehört zu den entzündlich-rheumatischen Krankheiten. Anfänglich zeichnet sich die Erkrankung durch wiederholten Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Ohrenschmerzen, Schwerhörigkeit und Kopfschmerzen aus. Wenn es im Verlauf der Krankheit zu Gewebsveränderungen in der Niere kommt, zeigen sich häufig auch Ödeme, Hämaturie und Flankenschmerzen.

Goodpasture-Syndrom

Chronische Blutentzündungen sind charakteristisch für diese Autoimmunerkrankung, die vorwiegend die Lunge und die Nieren betrifft. Blut im Urin, Husten mit blutigem Auswurf und Atemnot sind Anzeichen eines solchen Syndroms.

Medikamente als Blutungsursache

Neben den dargestellten Erkrankungen kommen auch Medikamente als Auslöser der Blutrückstände im Urin in Betracht, insbesondere wenn die in hoher Dosierung und/oder über einen langen Zeitraum eingenommen werden. Zu diesen zählen zum Beispiel

  • Blutgerinnungshemmer,
  • Antibiotika wie Penicilline, Cefalosporine, Aminoglykoside oder Gyrasehemmer,
  • Schmerzmittel wie Paracetamol,
  • andere nichtsteroidale Antirheumatika.

Sichelzellanämie

Die Sichelzellanämie führt durch die Zerstörung der Erythrozyten zu einer hämolytischen Anämie. Durch den Verschluss kleiner Arterien leiden die Betroffenen unter Durchblutungsstörungen mit starken Schmerzen in multiplen Organgebieten. Ebenso ist eine Makrohämaturie möglich.

Der Urologe wird in der Regel nach dem Patientengespräch und einer körperlichen Untersuchung einen Urintest durchführen. (Bild: Lothar Drechsel/fotolia.com)

Gang zum Arzt unumgänglich

Ein Großteil der zugrundeliegenden Ursachen für blutigen Urin sind gut therapierbar. Betroffene sollten deshalb die Ruhe bewahren und einen Arzt aufsuchen, wenn sie entsprechende Verfärbungen feststellen. Eventuell wird ein Facharzt für Urologie hinzugezogen. Nach einer ausführlichen Anamnese, in der die Patienten berichten, wie stark der Urin gefärbt ist und welche zusätzlichen Symptome vorhanden sind, werden weitere Untersuchungen folgen.

Diagnose

Nach einem ausführlichen Patientengespräch stehen dem Arzt eine Reihe von Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung. In den meisten Fällen werden zunächst eine körperliche Untersuchung sowie ein Urin- und eventuell ein Bluttest durchgeführt. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind Röntgen, Blasenspiegelung, CT und MRT. Urologen nutzen häufig Ultraschalltechniken, um die Nieren und die Blase zu untersuchen. Bei Männern wird oft auch die Prostata begutachtet.

Therapie

Die jeweilige Ursache für den blutigen Urin bestimmt maßgeblich, welche Therapien eingesetzt werden. Die Behandlungen richtet sich nach der vorliegenden Erkrankung. So wird zum Beispiel bei einer Blasenentzündung häufig ein Antibiotikum eingesetzt. Den Patienten wird empfohlen, genügend zu trinken, damit eventuelle Erreger ausgeschwemmt werden können. Spezielle Blasen-Nierenteemischungen sind hier geeignet. Mitunter können auch bestimmte Diäten und Ernährungsformen während oder nach der Therapie erforderlich werden.

Prävention

Erkrankungen der Niere können die Ursache sein. Diabetiker neigen dazu, Nierenerkrankungen zu entwickeln. Eine gesunde Lebensweise ist hier präventiv wichtig. Dazu gehören körperliche Bewegung, Entspannungsübungen und eine gesunde Ernährung. Rauchen und Alkohol sind absolut kontraproduktiv, beides sollte unterlassen werden. Auch möglicherweise bestehendes Übergewicht oder Adipositas sollte abgebaut werden.

Diese Präventionsmaßnahmen können dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu Hämaturie kommt. Naturheilkundliche Unterstützung kann ebenfalls bei der Vermeidung und Heilung vieler zugrunde liegender Erkrankungen helfen. (Bild: prockopenko/fotolia.com/heilpraxis.de)

Viel und regelmäßig trinken

Generell ist die Flüssigkeitszufuhr wichtig, damit sich eventuelle Keime erst gar nicht niederlassen, sondern gleich nach außen befördert werden. Kälte im Unterleib und kalte Füße sollten vermieden werden. Beides kann Entzündungen im Urogenitaltrakt begünstigen. Liegt eine Herzerkrankung vor, ist die Trinkmenge mit dem Arzt abzusprechen.

Naturheilkunde bei Blut im Urin

Ein Patient mit Blut im Urin, gehört, wie bereits erwähnt, unbedingt in eine Arztpraxis. Jedoch kann bei unkritischen, harmlosen Entzündungen im Harntrakt – begleitend zur schulmedizinischen Behandlung – die Naturheilkunde die Genesung fördern. Gerade, wenn die Betroffenen zu wiederkehrenden Infekten neigen, kann beispielsweise mit Hilfe der naturheilkundlicher Therapien die Abwehr gestärkt werden. Dazu dienen die Eigenbluttherapie, spezielle Ausleitverfahren, die klassische Homöopathie und Ansätze der Phytotherapie, die das Immunsystem stärken. Um Blase und Niere zu stärken kommen in der Naturheilpraxis auch Therapien, wie Akupunktur und die Fußreflexzonenmassage zum Einsatz. Geeignete Kräuter, richtig verabreicht, runden die ganzheitliche Behandlung ab. (sw, vb)

Quellen anzeigen Autor: Susanne Waschke Quellen:

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Blasenentzündung bei Kindern: Was tun?

Wie sieht die Therapie aus?

Zunächst untersucht der Kinderarzt den Urin, um festzustellen, ob ein Infekt vorliegt und wie schwerwiegend er ist. Bei sehr hoher Keimzahl und drohender Nierenbeckenentzündung wird der Kinderarzt ein Antibiotikum verordnen.

„Eltern können die Therapie aber mit weiteren Maßnahmen unterstützen“, sagt Büchner. Er empfiehlt warme Sitzbäder mit Kamillentee, die die Schmerzen lindern. Das Kind sollte viel trinken, um das Harnsystem gut durch- und die Keime rauszuspülen. Am besten eignen sich Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Wird ein Kind noch gestillt, reicht Muttermilch.

Können Eltern einer Blasenentzündung vorbeugen?

Ja! „Die richtige Hygiene ist das A und O“, erklärt Steffen Büchner. Deshalb: bei kleinen Kindern die Windeln häufig wechseln und den Babypopo gründlich reinigen. Bei Mädchen wichtig: immer von vorne nach hinten abwischen! „Sobald sich ein Mädchen nach dem Toilettengang selbst abputzt, müssen Eltern es entsprechend anleiten.“

Selbstverständlich sollte sein, dass Kinder regelmäßig frische Unterwäsche anziehen und sich den Intimbereich waschen. Nasse Badekleidung rasch wechseln: Keime verbreiten sich leichter, wenn Körperstellen ausgekühlt und daher nicht gut durchblutet sind.

Harnwegsinfekt bei Kindern

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Akute Harnwegsinfektion: Auch ohne Antibiotika zum Ziel

Phytopharmaka zielen nicht auf eine Keim-Eradikation, sondern auf die entzündliche Reaktion des Wirts.

Rezidivierende Harnwegsinfektionen bedingen einen hohen Verbrauch von Antibiotika. Diese helfen zwar sehr gut, schwächen aber auch die Kolonisationsresistenz. Phytopharmaka, die nicht auf Elimination der Erreger, sondern die entzündliche Reaktion des Wirts abzielen, könnten eine wirksame Alternative bieten.

Die akute unkomplizierte Zystitis ist vor allem für Frauen ein häufiges Problem. Bei einem Drittel der Betroffenen tritt die Harnwegsinfektion rezidivierend auf. Mit dem inzwischen auch in deutscher Sprache validierten Acute Cystitis Symptom Score (ACSS) kann eine akute unkomplizierte Zystitis mit einer Sensitivität von 93 % und einer Spezifität von 86 % klinisch diagnostiziert werden.

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Werden bei der mikrobiologischen Untersuchung Keime im Urin gefunden, ist dies nur dann eine Therapie-Indikation, wenn klinische Symptome wie Dysurie oder Pollakisurie bestehen. Eine asymptomatische Bakteriurie sollte nicht behandelt werden, betonte Prof. Dr. med. Kurt G. Naber, Straubing. Es habe sich gezeigt, dass eine Antibiotikatherapie in diesem Fall sogar ungünstig ist, weil sie das Auftreten von Rezidiven begünstige. Dies erklärt man sich damit, dass die Antibiotika die kolonisierenden wenig virulenten Bakterien eliminieren, die einen Schutz vor aufsteigenden Infektionen mit virulenten Bakterien bieten.

Mit Antibiotika-Kurzzeittherapien lassen sich 80–90 % der akuten unkomplizierten Zystitiden innerhalb einer Woche abheilen. Da der Haupterreger E.coli immer mehr Resistenzen gegen Amoxicillin, orale Cephalosporine, Cotrimoxazol oder Fluorochinolone entwickelt, empfehlen die Leitlinien bevorzugt ältere orale Antibiotika wie Fosfomycin-Trometamol, Nitrofurantoin, Pivmecillinam oder Nitroxolin.

Aber es gibt auch Antibiotika-freie pflanzliche Alternativen. Sie zielen nicht auf eine Keim-Eradikation, sondern auf die entzündliche Reaktion des Wirts, die letztlich für die Symptome verantwortlich ist. Die Erreger werden entweder spontan eliminiert oder adaptieren sich im Sinne einer asymptomatischen Bakteriurie. Gut belegt ist die Wirkung des Phytotherapeutikums CLR (Bionorica), das Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblätter als Wirkstoffe enthält. Präklinische Untersuchungen weisen auf antiinflammatorische und spasmolytische Eigenschaften des Präparats hin.

Direkter Vergleich in Studie

In einer offenen multizentrischen Pilotstudie wurden 125 Frauen mit einer akuten unkomplizierten Harnwegsinfektion mit CLR behandelt. Die Therapie besserte die Symptome deutlich und erreichte eine Heilungsrate von 71,2 % nach sieben Tagen und 85,6 % nach 37 Tagen. Nur drei Frauen (2,4 %) benötigten doch noch Antibiotika, weil die Symptome unter der Phytotherapie persistierten. Keine Frau erlitt ein Rezidiv. Derzeit läuft eine prospektive Phase-3-Studie, die das Phytotherapeutikum mit einer Fosfomycin-Trometamol-Einmaltherapie vergleicht.

Der Frankfurter Pharmazeut Prof. Dr. rer. nat. Theodor Dingermann warnte davor, sich allzu viel zu erwarten von Kopien erfolgreicher Phytopharmaka, die derzeit auf den Markt drängen. Anders als bei chemischen Arzneimitteln oder Biologika ist das Kopieren eines Originals bei den pflanzlichen Arzneimitteln kaum möglich. Dies sehen auch die Arzneimittelbehörden so und haben „Phytogenerika“ bisher nur als „traditionell registrierten Arzneimitteln“ den Zugang zum Markt ermöglicht.

Das heißt, ein Wirksamkeitsbeleg fehlt, aber es liegt eine jahrzehntelange Erfahrung mit der medizinischen Anwendung der Droge vor. Zugelassene Original-Phytopharmka sind nicht registiert, sondern zugelassen. Das heißt, sie haben den Nachweis von Wirksamkeit und Sicherheit erbracht.

Dr. med. Angelika Bischoff

Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) – Weihnachtspressekonferenz, München,
7. Dezember 2016

Harnwegsinfekt: Ursachen, Symptome & Vorbeugen

Letzte Änderung: 17.09.2019
Zuletzt bearbeitet von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin
Geprüft von Dr. med. Frauke Gehring • Allgemeinärztin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Brennende Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang sind typische Symptome einer Harnwegsinfektion. Da diese fast immer von Bakterien verursacht wird, helfen Antibiotika meist sehr schnell. Ist nur die Blase betroffen, ist es oft sinnvoll, zunächst andere Therapie-Möglichkeiten auszuprobieren.

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Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Frauen
  • Männer
  • Baby & Kind
  • Symptome
  • Ursachen
  • Therapie
  • Diagnose
  • Verlauf
  • Vorbeugen
  • Quellen

Bei einem Harnwegsinfekt sind die Harnwege entzündet, also Harnröhre, Harnblase, Harnleiter und/oder Nieren. Je nachdem, wie weit sich die Entzündung bereits ausgebreitet hat, unterscheiden Ärzte untere und obere Harnwegsinfekte:

  • Ein unterer Harnwegsinfekt liegt vor, wenn die Harnröhre (Urethra) oder die Harnblase betroffen ist und eine Harnröhrenentzündung (Urethritis) beziehungsweise eine Blasenentzündung (Zystitis) entstanden ist.
  • Ein oberer Harnwegsinfekt bildet sich, wenn sich die Infektion auf Harnleiter (Ureter) und Nieren ausbreitet und es zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommt. Unbehandelt kann diese Entzündung in schweren Fällen eine Form der Blutvergiftung (Urosepsis) nach sich ziehen.

In der Regel lösen Bakterien einen Harnwegsinfekt aus. Ärzte unterscheiden je nach Ursache zwei Formen der Harnwegsinfektion:

  • Als unkomplizierter Harnwegsinfekt gilt eine ausschließlich durch Erreger bedingte Infektion, bei der keine begünstigenden Risikofaktoren vorliegen. Oft heilen solche Harnwegsinfekte von alleine aus. In manchen Fällen ist eine Therapie mit antibakteriellen Medikamenten (Antibiotika) erforderlich.
  • Ein komplizierter Harnwegsinfekt liegt vor, wenn eine Grunderkrankung besteht (z.B. Diabetes mellitus) oder wenn der Harntrakt neben der Infektion zusätzlich in seiner Funktion gestört oder in seiner Struktur verändert ist (z.B. durch Fremdkörper, Harnsteine, vergrößerte Prostata, Tumoren). Werden die begünstigenden Faktoren nicht beseitigt, besteht das Risiko, dass eine chronische Harnwegsinfektion entsteht.

Ein unterer Harnwegsinfekt betrifft Harnröhre oder Harnblase: Dann liegt eine Harnröhren- oder Blasenentzündung vor. Breitet sich die Infektion auf Harnleiter und Nieren aus, entsteht ein oberer Harnwegsinfekt – beispielsweise eine Nierenbeckenentzündung.

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Harnwegsinfekt bei der Frau

Harnwegsinfekte sind der häufigste Grund für Krankschreibungen bei Frauen: Etwa 60 von 100 Frauen erkranken mindestens ein­mal im Le­ben an ei­ner Blasenentzündung und/oder einer Nierenbeckenentzündung.

Dass Harnwegsinfekte bei ihnen deutlich häufiger vorkommen als bei Männern, hat anatomische Gründe. Die Harnröhre ist bei Frauen wesentlich kürzer als bei Männern und ihre Harnröhrenöffnung liegt näher am After, sodass Darmbakterien leichter in die Harnwege gelangen können.

Bei Frauen verläuft ein Harnwegsinfekt meist unkompliziert: Mit entsprechender Behandlung dauert es meist nur zwei bis drei Tage, bis er völlig verschwindet. Die Symptome gehen teilweise sogar von alleine zurück.

Übrigens: Nicht immer verursachen Erreger in der Harnröhre oder Blase sofort Beschwerden: Bei etwa 5 von 100 Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren sind, lassen sich Bakterien im Urin nachweisen. Ärzte sprechen dann von Bakteriurie. Zum Problem wird diese oftmals in der Schwangerschaft: Rund 30 von 100 Schwan­­geren mit unbemerkter Keimbesiedlung der Harnwege erkranken an ei­ner Nierenbeckenentzündung.

Harnwegsinfekt beim Mann

Männer sind selten von Harnwegsinfekten betroffen. Wenn, erkranken vorwiegend ältere Männer ab 60 Jahren. Bei ihnen ist oft eine vergrößerte Prostata die Ursache: Drückt diese die Harnröhre zusammen, fließt der Harn schlechter ab. Bakterien werden dann nicht mehr so effektiv aus den Harnwegen herausgespült, sondern vermehren sich im verbleibenden Restharn und können leichter einen Harnwegsinfekt verursachen. Ärzte sprechen dann von einem komplizierten Harnwegsinfekt.

Bei Männern ist eher mit einem komplizierten Harnwegsinfekt zu rechnen als bei Frauen.

Harnwegsinfekte bei Babys und Kindern

Bei Kindern kommen Harnwegsinfekt häufig vor, vor allem bei Mädchen. Eine mögliche Ursache ist die falsche Wischrichtung nach dem Stuhlgang: Wird der Po von hinten nach vorne abgewischt, können Bakterien in die Harnwege gelangen, wodurch diese sich entzünden.

Bei Kindern und Babys kann der Infekt jedoch auch ein Hinweis auf eine angeborene Fehlbildung der Harnwege sein.

Die Symptome sind bei Kindern dieselben wie bei Erwachsenen: Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterbauch. Gerade kleinere Kinder können ihre Schmerzen allerdings noch nicht so präzise beschreiben. An einen Harnwegsinfekt sollten Eltern daher auch denken, wenn das Kind

  • über Bauchschmerzen klagt,
  • ungewöhnlich quengelig ist oder
  • häufig zur Toilette muss.

Auch wenn Kinder ins Bett machen, obwohl sie eigentlich bereits gelernt haben, selbstständig zur Toilette gehen, kann dies ein Hinweis auf eine Harnwegsinfektion sein.

Bei Babys kann sich ein Harnwegsinfekt auch durch unspezifische Symptome äußern, die zunächst auf andere Erkrankungen hinzudeuten scheinen, zum Beispiel durch

  • Fieber,
  • Durchfall und Erbrechen oder
  • Berührungsempfindlichkeit.

Hat sich der Infekt bereits auf die Nieren ausgedehnt, können auch Rückenschmerzen hinzukommen.

Typische Symptome bei Harnwegsinfekten

Meist äußert sich ein Harnwegsinfekt durch folgende Symptome:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • verstärkter Harndrang
  • abgeschwächter Harnstrahl
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Schwierigkeiten, den Harn zu halten
  • Blut im Urin, was schon in geringstem Maß eine intensive Rotfärbung des Urins zur Folge hat

Je nachdem, wie schwer der Harnwegsinfekt ist, können die Symptome im Einzelfall unterschiedlich sein. Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche Strukturen von der Entzündung betroffen sind:

  • Sind nur Hohlorgane (Blase, Harnröhre) vom Harnwegsinfekt betroffen, bleiben fieberhafte Symptome oft aus.
  • Wenn hingegen die Nieren am Harnwegsinfekt beteiligt sind (sog. Nierenbeckenentzündung) oder der Infekt besonders schwer verläuft, kommt es typischerweise zu Fieber.

Ein schwerer Harnwegsinfekt kann weitere Symptome wie Schüttelfrost, starke Schmerzen (im Unterbauch, aber auch im seitlichen Bauchbereich, im Damm- und Genitalbereich) und ein allgemeines Krankheitsgefühl auslösen, das einer Grippe ähnelt. Die Betroffenen sind dann erschöpft, müde und abgeschlagen. Auch Übelkeit und Erbrechen können eine starke Harnwegsinfektion begleiten.

Ein Harnwegsinfekt kann jedoch auch ohne spürbare Symptome verlaufen: Ungefähr fünf bis zehn von hundert Frauen mit einer Harnwegsinfektion sind völlig beschwerdefrei.

Von einer Harnwegsinfektion zu unterscheiden ist die sogenannte Reizblase. Typisches Symptom der Reizblase ist starker und häufiger Harndrang, Urin wird jedoch nur wenig ausgeschieden. Teilweise kommt es zum unwillkürlichen Wasserlassen oder auch zu Unterleibsschmerzen. Bei einer Reizblase findet sich kein Anhaltspunkt für eine Infektion.

Video: Harnwegsinfektion

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Ursachen einer Harnwegsinfektion

Ein Harnwegsinfekt entsteht meist durch Bakterien, die über die Harnröhre in Blase und/oder Nieren aufsteigen. Dabei handelt es sich überwiegend um Darmbakterien der Art Escherichia coli, die aus dem eigenen Stuhl stammen.

In seltenen Fällen sind andere Erreger für die Harnwegsinfektion verantwortlich, beispielsweise bakterielle Erreger, die für bestimmte sexuell übertragbare Krankheiten typisch sind, wie Chlamydien oder Gonokokken (Tripper). Aber auch Pilze oder Viren können zu den Ursachen zählen. Nur selten gelangen die Erreger von anderen Infektionsquellen über die Blutbahn in die Harnwege (sog. hämatogene Infektion).

Verschiedene Faktoren können einen Harnwegsinfekt begünstigen:

  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Harnsteine (Nierensteine oder Blasensteine)
  • angeborene Fehlbildungen der Harnwege
  • Diabetes mellitus
  • Dauerblasenkatheter
  • geschwächtes Immunsystem
  • Tumoren

Wer zu wenig trinkt, scheidet weniger Harn aus. Das kann eine Harnwegsinfektion fördern. Bei einem Dauerkatheter – einem dünnen, biegsamen Kunststoffschlauch, der über die Harnröhre den Urin aus der Blase ableitet – sowie bei Diabetes mellitus sind häufig auch Pilze die Ursachen für einen Harnwegsinfekt.

Bei Menschen mit Diabetes mellitus wird generell jeder Harnwegsinfekt als kompliziert angesehen. Denn zum einen ist das Immunsystem der Betroffenen oft geschwächt und zum anderen können Nervenschädigungen im Rahmen des Diabetes (diabetische Neuropathie) zu einem gestörten Harnabfluss führen.

© iStock Escherichia-coli-Bakterien (orange) sind der häufigste Auslöser von Harnwegsinfekten.

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Harnwegsinfekte behandeln

Bei einem Harnwegsinfekt hängt die Therapie von Art und Ursache der Infektion ab:

  • Wenn die Harnwege durch Bakterien infiziert sind und keine weiteren Risikofaktoren für Harnwegsinfekte hinzukommen (sog. unkomplizierter Harnwegsinfekt), verordnet der Arzt in der Regel ein Antibiotikum.
  • Bei einem komplizierten Harnwegsinfekt, der durch eine Störung des Harnabflusses entstanden ist, wird der Arzt zusätzlich zur Antibiotika-Therapie versuchen, die Ursache der Störung – etwa eine Prostatavergrößerung oder eine angeborene Fehlbildung – zu beseitigen, zum Beispiel mithilfe eines chirurgischen Eingriffs.

Allgemein ist es bei einem Harnwegsinfekt empfehlenswert, ausreichend zu trinken (ca. 1,5 bis 2 Liter pro Tag), damit die Blase häufig entleert wird und die Keime möglichst schnell aus den Harnwegen gespült werden. Am besten eignen sich hierfür Wasser und Kräutertees. Wichtig: Für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sind so große Trinkmengen unter Umständen riskant. Sie sollten mit ihrem Arzt besprechen, wie viel Flüssigkeit sie zu sich nehmen können.

Antibiotika-Therapie bei Harnwegsinfekten

Harnwegsinfekte werden meist durch Bakterien verursacht, die sich mit Antibiotika wirksam bekämpfen lassen. Ist nur die Blase von dem Infekt betroffen, ist eine Antibiotika-Therapie nicht immer notwendig: Das Immunsystem wird oftmals auch aus eigener Kraft mit den Erregern fertig. Um die Zeit bis zur Genesung erträglicher zu machen kann der Arzt krampflösende Mittel (Spasmolytika) verschreiben, welche die Blasenmuskeln entspannen und somit die Beschwerden abmildern.

Sind die Beschwerden sehr stark oder tritt die Blasenentzündung zum wiederholten Male auf, wird der Arzt zur Behandlung mit Antibiotika raten. Unumgänglich ist die antibiotische Therapie bei einer Nierenbeckenentzündung.

Welches Antibiotikum geeignet ist und wie lange es eingenommen werden muss, entscheidet der Arzt im Einzelfall. Bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt reicht zur Therapie in der Regel eine kurzzeitige Einnahme von Antibiotika. Meist bekommen die Patienten Präparate verordnet, die nach einer einzigen Einnahme bzw. einer drei- bis fünftägigen Einnahme wirken.

Hinweis: Bei der Antibiotika-Therapie ist es besonders wichtig, sich bei der Einnahme genau an die Vorgaben des Arztes zu halten. Wer ein Antibiotikum frühzeitig absetzt, riskiert, dass ein Teil der Bakterien überlebt und sich ausbreitet, was zu einer erneuten Infektion führen kann. Auch entwickeln die überlebenden Keime Resistenzen gegen das abgesetzte Antibiotikum, sodass dieses bei weiteren Infektionen oft nicht mehr ausreichend wirksam ist.

Bei einem Harnwegsinfekt in der Schwangerschaft kommen nur Antibiotika zum Einsatz, welche die Gesundheit und Entwicklung des ungeborenen Kindes nicht beeinträchtigen.

Therapie bei Kindern und Babys

Bei Kindern werden Blasenentzündungen in der Regel sofort mit Antibiotika behandelt. Unbehandelt kann die Entzündung bei ihnen rasch auf die Nieren übergehen. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern drohen dann langfristige Schäden, weil die Nieren bei ihnen noch nicht ganz ausgereift sind.

Video: 6 Fakten über Antibiotika

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Hilfe aus der Apotheke:

  • Rezeptfreie Medikamente gegen Harnwegsinfekte
  • Rezeptpflichtige Medikamente gegen Harnwegsinfekte

Hausmittel gegen Harnwegsinfekte

Viele Patienten empfinden Wärme (z.B. durch Wärmflaschen oder Rotlicht) oder Kälte (z.B. durch Kältepackungen) als wohltuend und schmerzlindernd.

Ob Blasen- und Nierentees die Heilung unterstützen können, ist umstritten. Ausreichende wissenschaftliche Belege für den Nutzen gibt es bisher nicht.

Auch die Wirksamkeit von Cranberry-Saft oder Kapseln mit Cranberry-Extrakten ist nicht ausreichend mit Studien belegt, um sie empfehlen zu können. Untersuchungen legen zwar nahe, dass Substanzen aus Cranberrys in den Harnwegen eine schützende Wirkung vor Infektionen entfalten. Gegen bestehende Infekte scheinen sie aber nicht zu helfen.

Wer Tee oder Cranberry-Saft anstelle der vom Arzt verordneten Antibiotika trinkt, geht damit ein großes Risiko ein: Im Falle einer Blasenentzündung kann sich der Infekt auf die Nieren ausbreiten. Bei einer bestehenden Nierenbeckenentzündung besteht die Gefahr, dass die Entzündung auf den gesamten Organismus übergeht und eine Sepsis (Blutvergiftung) verursacht.

Diagnose einer Harnwegsinfektion

Um bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt die Diagnose zu stellen, wird der Arzt den Patienten körperlich untersuchen und eine Urinprobe nehmen: Der Mediziner kann mithilfe von Urinteststreifen Nitrit (ein Abbauprodukt von Bakterien), Entzündungszellen (weiße Blutkörperchen bzw. Leukozyten) und Blut im Urin nachweisen. Zusammen mit den vorliegenden Beschwerden ergeben sich hieraus deutliche Hinweise auf eine Entzündung im Harntrakt.

Vor allem bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten wird der Arzt zudem eine Urinkultur anlegen, um herauszufinden, welche Erreger die Infekte verursachen. Dabei werden die Erreger aus der Urinprobe im Labor angezüchtet und bestimmt. Wenn sich der Infekt während der Schwangerschaft, nach einer Operation an den Harnwegen oder nach begonnener Einnahme von Antibiotika entwickelt hat, gelingt es allerdings nicht immer, den ursächlichen Erreger nachzuweisen.

Hinweis: Bei sehr schmerzhaften Infekten beginnen Ärzte in der Regel bereits mit der Antibiotika-Therapie, bevor das Ergebnis der Urinuntersuchung vorliegt.

Auch eine Blutuntersuchung kann zur Diagnose beitragen: Bei einer einfachen Harnwegsinfektion sind die Blutwerte unauffällig. Bei einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) sind die Blutwerte hingegen verändert – es liegen sogenannte Entzündungszeichen vor:

  • Weiße Blutkörperchen sind erhöht (Leukozytose).
  • Die Blutsenkung ist beschleunigt.
  • Der CRP-Wert ist erhöht.

Zusätzlich kann bei einem Harnwegsinfekt eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Nieren, der Harnleiter, der Harnblase und (bei Männern) der Prostata zum Einsatz kommen: Bei einem oberen Harnwegsinfekt sind im Ultraschall teilweise infektionsbedingte Veränderungen an den Nieren zu erkennen. Mitunter kann der Arzt bei einer Harnwegsinfektion auch die genauen Ursachen (wie z.B. Nierensteine oder Blasensteine, Anomalien, Tumoren oder Prostatavergrößerungen) im Ultraschall erkennen. Auch kann der Arzt mithilfe der Ultraschalluntersuchung feststellen, ob sich Urin in den Harnwegen staut.

Ob ein Rückfluss von Harn vorliegt, kann außerdem eine spezielle Röntgenaufnahme der Nieren mit Kontrastmittel (Urographie) zeigen.

Typischer Verlauf eines Harnwegsinfekts

Ein unkomplizierter Harnwegsinfekt heilt, wenn er mit Antibiotika behandelt wird, meist im Verlauf weniger Tage ab. Die Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, verstärkter Harndrang oder Schmerzen im Unterbauch können aber noch zwei bis drei Tage fortbestehen, da nach der Beseitigung der Erreger die Entzündungsreaktionen im Körper erst abklingen müssen.

Wie schnell ein komplizierter Harnwegsinfekt abklingt, hängt von der Ursache ab: Die Antibiotika-Therapie führt nur dann zur dauerhaften Heilung, wenn es gelingt, die Faktoren zu bekämpfen. Wenn nicht, kann die Infektion einen chronischen Verlauf nehmen.

Wenn jemand dreimal pro Jahr oder häufiger an Blasen- oder Nierenbeckenentzündungen erkrankt, sprechen Ärzte von wiederkehrenden oder rezidivierenden Harnwegsinfektionen. Statistisch gesehen kehrt etwa jeder fünfte Harnwegsinfekt trotz Therapie ständig wieder. Warum dies so ist, bleibt oft unklar. Betroffen sind meist jüngere Frauen und Frauen nach der Menopause.

Wie Sie einem Harnwegsinfekt vorbeugen

Das Risiko für Harnwegsinfekte lässt sich durch folgende Tipps senken:

  • Trinken Sie ausreichend Wasser oder Tee – mindestens 1,5 Liter pro Tag. Wenn Sie eine Herz- oder Nierenerkrankung haben, besprechen Sie zunächst mit Ihrem Arzt, wie viel Sie trinken können.
  • Achten Sie beim Wasserlassen darauf, dass sich die Blase vollständig entleeren kann. Nehmen Sie dazu eine entspannte Haltung an und pressen Sie nicht stark.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie sich nicht unterkühlen. Wenn Sie schwimmen gehen, wechseln Sie den nassen Badeanzug oder Bikini möglichst zeitnah gegen trockene Kleidung.
  • Gehen Sie bei Harndrang zeitnah zur Toilette.
  • Verzichten Sie auf String-Tangas. Die Bewegung des Strings beim Laufen transportiert Bakterien vom Anus Richtung Harnröhre. Dies und die mechanische Reizung fördern Infektionen.

Gegen häufig wiederkehrende Harnwegsinfekte durch Darmbakterien wie Escherichia coli, Klebsiellen und Enterokokken stehen Impfungen zur Verfügung – sowohl in Form von Kapseln zum Einnehmen als auch als Injektion. In Studien hat sich gezeigt, dass diese zwar nicht vollständig vor erneuten Infekten schützen, deren Häufigkeit aber deutlich verringern können.

Ansteckend sind Harnwegsinfekte nicht. Dennoch sollten Betroffene vorübergehend auf Geschlechtsverkehr verzichten, um keine erneute Infektion zu riskieren.

Vorbeugung bei Frauen:

Frauen können einem Harnwegsinfekt außerdem vorbeugen, indem sie diese Hygienemaßnahmen befolgen:

  • beim Waschen des Intimbereichs auf Seifen, Intimwaschlotionen und Ähnliches verzichten, kein Bidet verwenden
  • nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten abwischen, nicht umgekehrt
  • unmittelbar nach dem Analverkehr oder Oralverkehr keinen ungeschützten vaginalen Geschlechtsverkehr ausüben
  • keine beschichteten Kondome, Diaphragmen oder Vaginalzäpfchen verwenden
  • nach dem Geschlechtsverkehr möglichst bald zur Toilette gehen

Vorbeugung bei Männern:

Männer, sollten Vorhaut und Eichel täglich (und speziell vor dem Geschlechtsverkehr) reinigen, um Harnwegsinfekten vorzubeugen. Da eine Harnwegsinfektion auch bei einem Krankenhausaufenthalt durch einen Harnwegskatheter entstehen kann, ist hier neben der richtigen Handhabung des Katheters ebenfalls eine sorgfältige Hygiene wichtig.

Quellen

Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2019

Nieren- und Harnwegsinfektionen. Online-Informationen des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.: www.urologenportal.de (Stand: 9.9.2019)

Harnwegsinfekte bei Männern. Informationen des medizinischen Online-Nachschlagewerks Deximed: www.deximed.de (Stand: 26.9.2018)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/044 (Stand: April 2017)

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

  • Schmerzen beim Wasserlassen: Was tun?
  • Blasenentzündung vorbeugen und richtig behandeln

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Harnwegsinfekt“:

  • Sonstige Krankheiten des Harnsystems

Letzte inhaltliche Prüfung: 17.09.2019
Letzte Änderung: 17.09.2019

Wird eine Blasenentzündung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, ist die schlimmste Folge ein Nierenversagen – deshalb ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Aber woran erkennt man eigentlich eine Blasenentzündung?

Jede zweite Frau ist mindestens einmal im Leben von einer Blasenentzündung betroffen. Es lässt sich bei einer Zystitis, so der medizinische Fachausdruck für die Entzündung der Blase, sogar von einer „Volkskrankheit“ sprechen. In der Regel handelt es sich dabei um eine Infektion durch Bakterien, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen und dort zu einer Entzündung führen. Meist verläuft sie harmlos und ist nach ein paar Tagen wieder verschwunden – wird sie jedoch nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann sie überaus lästig und hartnäckig werden.

  • Ernährung, Hygiene, Sex: Elf Fakten zur Blasenentzündung

Das sind die ersten Symptome einer Blasenentzündung

Ganz am Anfang macht sich eine Blasenentzündung meist durch ein verändertes Toilettenverhalten bemerkbar. Man spürt vermehrten Harndrang, doch auf der Toilette kommt nur eine kleine Menge Urin. Auch brennende Schmerzen beim Wasserlassen gehören zu den Anzeichen einer Blasenentzündung. Es lohnt sich außerdem, einen Blick auf den Urin zu werfen, der oft getrübt ist und anders riecht als üblich.

Im Alltag macht sich eine Blasenentzündung zudem kenntlich durch Schmerzen im Unterbauch oder unangenehmen Juckreiz im Intimbereich. Auch kann es dazu kommen, dass aus Versehen etwas Urin in der Unterwäsche landet, weil man den Harndrang nicht rechtzeitig kontrollieren konnte.

Wann zum Arzt?

Ist die Entzündung schon weiter fortgeschritten, kann es auch vorkommen, dass Blut im Urin entdeckt wird. Weitere Symptome sind Beschwerden, die an eine grippale Infektion erinnern: Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen. Spätestens dann, wenn krampfartige Schmerzen in der Nierengegend auftauchen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Während die ersten Symptome auch mit Hausmitteln bekämpft werden können und recht harmlos sind, sollte man bei einer fortgeschrittenen Blasenentzündung mit grippeähnlichen Symptomen weitere Maßnahmen ergreifen. Dann ist eine medikamentöse Behandlung durch den Arzt unumgänglich. Wird die Blasenentzündung nämlich verschleppt und nicht rechtzeitig behandelt, können die Erreger bis zur Niere hochsteigen – und eine Nierenbeckenentzündung zur Folge haben, die sehr schmerzhaft verlaufen kann.

Risikofaktoren: Wie kommt es zu einer Blasenentzündung?

In seltenen Fällen können auch Viren, Pilze oder Parasiten als Erreger einer Zystitis verantwortlich sein – in der Regel sind jedoch Darmbakterien namens Escheria Coli Schuld an einer Harnröhrenentzündung. Risikofaktoren, die eine Blasenentzündung begünstigen sind:

  • unter- oder übertriebene Hygiene des Intimbereichs
  • falsche Slips und Slipeinlagen
  • geschwächtes Immunsystem und Unterkühlung des Körpers
  • häufiger Geschlechtsverkehr
  • veränderter Hormonhaushalt bei einer Schwangerschaft
  • vergrößerte Prostata bei Männern
  • Blasenkatheter

Was tun bei einer Blasenentzündung? Hausmittel und Tipps

Sind die Symptome recht harmlos, kann man auch mit Hausmitteln gegen das sogenannte „Honeymoon-Syndrom“ vorgehen. Das beste und dabei einfachste Hausmittel ist viel Flüssigkeit: So sollte pro Tag zwei bis drei Liter getrunken werden, um die Keime aus dem Körper zu spülen. Hierfür eignen sich warme Nieren- und Blasentees, die in Drogerien, Reformhäusern und Apotheken erhältlich sind. Aber auch eine Wärmflasche und warme Sitzbäder können die Beschwerden lindern, da sie die Blase entspannen und so die Schmerzen lindern.

  • Natürliche Behandlung: Bei Blasenentzündung nicht vorschnell zu Antibiotika greifen

So können Sie vorbeugen

Richtige Intimpflege ist das A und O: Frauen sollten bei jedem Toilettengang darauf achten, von vorn nach hinten zu wischen, damit die Bakterien aus dem After nicht in die Harnröhre gelangen. Natürlich ist es auch wichtig, den Intimbereich sauber zu halten, damit sich möglichst wenige Keime ansammeln. Eine übertriebene Intimpflege dagegen erreicht häufig das Gegenteil. Verwenden Sie zum Reinigen klares Wasser oder schonende, unparfümierte Intimwaschlotionen, die das natürliche Milieu nicht stören.

Kalte Füße, auf kaltem Untergrund sitzen oder das Tragen nasser Badekleidung begünstigt die Vermehrung vorhandener Keime. Das Immunsystem wird geschwächt und Erreger können sich leichter in den Harnwegen vermehren. Achten Sie also darauf, immer warme Füße zu haben, setzen Sie sich nicht auf kalte Steine oder Beton und wechseln Sie gerade im Sommer nach dem Baden immer direkt die Badesachen.

Eine „Flitterwochen-Zystitis“ können Sie vorbeugen, indem Sie nach dem Sex auf Toilette gehen und Wasserlassen. So werden Bakterien aus der Blase herausgespült. Auch eine Intimwäsche kann helfen, eine Infektion zu verhindern.

  • Hausmittel bei Zystitis: Was tun bei einer Blasenentzündung?
  • Häufiger Harndrang: Symptome eine Blasenentzündung
  • Harnwegsinfekt vorbeugen: Kann eine Blasenentzündung ansteckend sein?
  • Lästige Zystitis: Symptome und Behandlung einer chronischen Blasenentzündung
  • Besonders schmerzhaft: Blasenentzündung beim Mann: Symptome und Ursachen

Blasenentzündung

Brennt oder schmerzt es, wenn Sie Wasser lassen? Müssen Sie wegen Harndrang häufiger auf die Toilette als gewöhnlich? Haben Sie Schmerzen in der Blasengegend?

Dann liegt sehr wahrscheinlich eine Blasenentzündung vor. Ihre am weitesten verbreiteten Symptome sind gerade Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger, starker Harndrang. Bei leichten Infektionen können sie als einzige Beschwerden erscheinen, stärker ausgeprägte Blasenentzündungen sind meistens mit weiteren Symptomen verbunden. In vielen Fällen ist dabei zusätzlich auch die Harnröhre entzündet. Im ihrem Verlauf können Blasenentzündungen aufsteigen und Infektionen in den Nierenbecken nach sich ziehen, die als Komplikation gelten. Bei Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben, bewerten Mediziner Blasenentzündungen generell als kompliziert; alle anderen gelten als unkompliziert. Blasenentzündungen und ihre Folgen können grundsätzlich alle der sogenannten Leitsymptome von Harnwegsinfektionen aufweisen. Unter diesem Überbegriff sind weitere, teilweise ähnliche Erkrankungen und Einzelheiten zu den Leitsymptomen aufgeführt.

Die gängigsten Beschwerden bei Blasenentzündungen sind: Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen, häufiger, teilweise starker Harndrang und leichte bis starke Schmerzen im Unterbauch (Blasenregion).

Häufige Symptome sind schmerzhafter Harndrang und erschwerte Entleerung. Die Blase verkrampft sich vor dem Wasserlassen. Der Harndrang kann so stark und schmerzhaft sein, dass es unmöglich ist, den Toilettengang aufzuschieben (imperativer Harndrang). Viele Betroffene können sich nur um kleine Harnmengen erleichtern. Auch nachts kann sich öfter Harndrang bemerkbar machen. Der Harn kann sich eintrüben und seinen Geruch verändern. Ebenso ist Ausfluss aus der Harnröhre möglich.

Gelegentlich erscheinen zusätzliche Beschwerden. Imperativer Harndrang kann dazu führen, dass Betroffene Harn verlieren, bevor sie die Toilette erreichen (Dranginkontinenz). Vereinzelt sind Patienten wegen ihrer Schmerzen nicht mehr fähig, Wasser zu lassen (Harnverhalt).

Blut im Urin (Hämaturie) kann manchmal bei Blasenentzündungen vorkommen. Die Ursache sollte immer ein Arzt untersuchen.

Ungewöhnlich für einfache Blasenentzündungen und ärztlich abzuklären sind deutliches Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Schmerzen oberhalb der Blase z.B. an der Körperseite (Flankenschmerzen), am Rücken und in der Nierenregion. Diese Beschwerden sprechen üblicherweise dafür, dass die Infektion in die oberen Harnwege (Harnleiter, Nierenbecken) aufgestiegen ist: Organschäden und weitere Komplikationen sind möglich.

Komplizierte Blasenentzündung

Die weitaus meisten Blasenentzündungen verlaufen harmlos und gelten als unkompliziert – auch bei gesunden Schwangeren und gut eingestellten Diabetikern ohne weitere Erkrankungen. Sie sollten sich dennoch immer ärztlich beraten lassen, weil ihr Komplikationsrisiko erhöht ist. Arztbesuche sind ebenfalls nötig bei Blasenentzündungen, die Fachleute als kompliziert einstufen. Das ist generell der Fall bei

  • Kindern, weil hier oft Fehlbildungen vorliegen.
  • erwachsenen und älteren Männern, weil Blasenentzündungen hier ungewöhnlich sind und teils andere Ursachen haben, wie Veränderungen der Prostata im Alter.
  • Schwangeren mit Begleiterkrankungen und Diabetikern mit instabiler Stoffwechsellage.
  • Abwehrschwäche (z.B. durch Medikamente nach Transplantation, HIV-Infektion).
  • Störungen in Funktion oder Aufbau des Harntrakts wie etwa Abflussbehinderungen (z.B. durch Verengungen der Harnröhre, Harnsteine, Operationsnarben, Tumore, Blasenentleerungsstörung, vergrösserte Prostata), Harnstau oder Harnrückfluss aus der Blase in die Harnleiter.
  • vorhandenen Rückzugsbereichen für Keime, etwa Harnsteinen, Fremdkörpern wie Kathetern, Tumoren.
  • Erkrankungen der Nieren oder des Stoffwechsels wie beispielsweise Gicht.

Wiederkehrende Blasenentzündung

Jede vierte Frau leidet mehrmals jährlich an Blasenentzündungen. Die Erkrankungen gelten als wiederkehrend, wenn sie mindestens zweimal pro Halbjahr oder mindestens dreimal pro Jahr auftreten. Mit Komplikationen ist nicht zu rechnen, solange nur die Blase betroffen ist. Die Behandlung gleicht anfangs derjenigen bei üblichen unkomplizierten Blasenentzündungen. Wenn die Symptome nicht vergehen oder häufig zurückkehren, müssen Untersuchungen klären, ob körperliche Gründe bestehen (z.B. Störungen der Scheidenflora, Fehlbildungen, unerkannter Diabetes). Weiter sollte eine Urinuntersuchung mit Antibiogramm stattfinden, um Art und Zahl der Erreger sowie ihre Empfindlichkeit für bestimmte Antibiotika festzustellen. Dann ist eine gezielte Behandlung möglich.

Gegen eine Rückkehr der Infektion können niedrig dosierte Antibiotika über Monate oder Scheidenzäpfchen mit Östrogenen (z.B. Estriol) vorbeugen. Schwache Wirkungsnachweise gibt es für Cranberry-Extrakte. Manche Fachärzte bieten Impfungen gegen wiederkehrende Blasen- oder Harnwegsentzündungen an, die mit Bakterienextrakten arbeiten; in vorläufigen Studien haben sie gut gewirkt. Neben den genannten Möglichkeiten und den allgemeinen Massnahmen empfehlen Fachleute zur speziellen Vorbeugung gegen wiederkehrende Blasenentzündungen Folgendes:

  • Entspannt Wasser lassen. Betroffene sollten nicht mit der Bauchmuskulatur pressen oder in angespannter Haltung Wasser lassen.
  • Intimzone nur mit Wasser reinigen. Auf Seifen sowie andere säubernde oder duftende Zusätze sollten Betroffene beim Duschen und Baden verzichten. Für die Intimhygiene reicht es aus, die Hände und warmes Wasser zu verwenden, das anschliessend abgetupft wird.
  • Verstopfung und harten Stuhl vermeiden. Beides steht im Verdacht, die Entwicklung von Blasenentzündungen zu begünstigen. Faserreiche Nahrung (Obst, Gemüse) macht den Stuhl weich.
  • Ein paar Tage Pause beim Sex. Geschlechtsverkehr ist ein Risikofaktor für Blasenentzündungen. Ein paar Tage Enthaltsamkeit können dazu führen, dass Infektionen ausbleiben oder zumindest ihre Häufigkeit sinkt. Wenn Frauen jedes Mal nach dem Geschlechtsverkehr eine Blasenentzündung bekommen, sollten ihre Partner eine urologische Untersuchung machen lassen. Verengungen der Penisvorhaut oder Entzündungen im Bereich der Eichel können dazu beitragen, dass bei ihren Partnerinnen häufig Blasenentzündungen wiederkehren. Männer sollten ihre Eichel täglich und vor jedem Sex bis zur Kranzfurche reinigen.

Wann zum Arzt?

Arztbesuche sind in den meisten Fällen überflüssig, weil Blasenentzündungen mehrheitlich harmlos verlaufen und keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Ratsam oder notwendig sind fachliche Beratungen allerdings bei

  • Schwangeren und Diabetikern.
  • komplizierten Blasenentzündungen, also etwa bei Kindern, Männern und Störungen im Harntrakt.
  • wiederkehrenden Blasenentzündungen.
  • anhaltenden, starken Beschwerden (mehr als zwei Tage).
  • Fieber, Übelkeit, Krankheitsgefühl, Schüttelfrost, bei Schmerzen oberhalb der Blase, in der Nierengegend, am Rücken oder an den Körperseiten (Flankenschmerzen).
  • Blut im Urin.

Blasen­ent­zün­dung – ein Thema für die Frau

Jede zweite Frau hat mindestens einmal im Leben eine sogenannte Zystitis. Auslöser sind Bakterien, in den meisten Fällen handelt es sich um das Darmbakterium „Escherichia coli“. Bei Frauen haben die Krankheitserreger leichtes Spiel: Durch die nur vier Zentimetern kurze Harnröhre steigen die Bakterien besonders schnell in die Blase auf. Deshalb ist die Blasenentzündung auch ein typisches Frauenleiden. Natürlich werden auch Männer nicht verschont, aber der Harnwegsinfekt trifft sie deutlich seltener.

Die Medizin unterscheidet zwischen einer „komplizierten“ und einer „unkomplizierten“ Blasenentzündung. Der Infekt ist unkompliziert, solange im Bereich der Harnwege und Blase keine funktionellen Einschränkungen vorliegen, die Nieren nicht betroffen sind und keine Begleiterkrankungen auftreten. Ist jedoch einer dieser Faktoren erfüllt, können Komplikationen auftreten – die Blasenentzündung ist dann also „kompliziert“.

Wie entsteht eine Blasenentzündung?

„In den meisten Fällen handelt es sich um eine bakterielle Zystitis, also um eine Infektion, die durch Bakterien hervorgerufen wird“, sagt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: „Zu den häufigsten Erregern zählen die Escherichia coli Bakterien. Sie sind Teil der natürlichen Darmflora und dort in ihrer Funktion unentbehrlich“, sagt die Allgemeinmedizinerin.

Bei Frauen ist die Harnröhre mit einer Länge von nur vier Zentimetern sehr kurz, so finden die Bakterien schnell den Weg in die Harnröhre und steigen in die Blase auf. Hinzu kommt, dass die Öffnung der Harnröhre bei Frauen nah am Darmausgang liegt. So kann ein falsches Hygieneverhalten (Wischrichtung bei der Reinigung nach dem Stuhlgang) die Scheide verschmutzen und damit einen Harnwegsinfekt herbeiführen.

Zahlen und Fakten zur Blasenentzündung

Über die Hälfte aller Frauen erkrankt mindestens einmal im Leben an einem Harnwegsinfekt (Zystitis). Wiederum die Hälfte aller Frauen, die eine akute Blasenentzündung hatten, bekommt innerhalb eines Jahres eine weitere Infektion.

Kompliziert ist die Blasenentzündung, wenn Bakterien in die Nieren aufsteigen und eine Entzündung (Pyelonephritis) hervorrufen. Achten Sie daher auf Schmerzen im Bereich der Nieren (Flankenschmerz) und Fieber. Eine Nierenbeteiligung kann gefährlich sein und sollte rasch behandelt werden.

Wie erkenne ich eine Blasenentzündung?

Häufiger Harndrang, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sind die typischen Symptome einer Blasenentzündung. Aber auch krampfartige Schmerzen im Unterleib und ein veränderter Geruch des Urins deuten auf einen Harnwegsinfekt. Bei Fieber und Blut im Urin ist ein Arztbesuch dringend notwendig.

Symptome im Überblick

  • Häufiger Harndrang

  • Schmerzen beim Wasserlassen

  • Brennen beim Wasserlassen

  • Erschwerte Blasenentleerung

  • Häufiges Wasserlassen mit geringen Urinmengen (trotz starkem Harndrang kommen nur einige Tropfen)

  • Krampfartige Beschwerden im Unterleib (Blasenkrampf)

  • Strenger Geruch des Urins

  • Trübung des Urins (eitriger Ausfluss)

  • Blut im Urin

  • Inkontinenz

  • Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl

Wann ist das Risiko für eine Blasenentzündung erhöht?

Häufiger Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko für eine sogenannte „Honeymoon Zystitis“, denn Bakterien können sehr leicht in die Harnröhre aufsteigen. Spermienabtötende Verhütungscremes und -gele sowie ein Diaphragma können das Risiko ebenfalls erhöhen.

Leiden Männer unter Harnwegsinfekten kann dies auf eine Prostatavergrößerung hindeuten. Deshalb ist ein Arztbesuch schon bei den ersten Symptomen wichtig. Grundsätzlich gilt: Ein Harnwegsinfekt bei einem Mann gilt immer als „kompliziert“ und sollte beim ersten Auftreten fachärztlich abgeklärt werden.

„Treten Blasenentzündungen immer wieder auf, ist es wichtig, nach der genauen Ursache der Infektion zu forschen“, sagt Petra Rudnick und ergänzt: „Eventuell liegt eine Erkrankung vor, die gezielt behandelt werden muss.“ Außerdem verursacht eine nicht ausgeheilte bakterielle Infektion wiederkehrende Blasenentzündungen“, betont die Allgemeinmedizinerin.

Der Harnwegsinfekt kann auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten. Ebenso kann eine Bestrahlung im Bereich des Beckens eine Blasenentzündung hervorrufen (Strahlenzystitis).

Risikofaktoren im Überblick

  • Schlechte Immunabwehr

  • Kälte (z. B. beim Sitzen auf kaltem Steinboden)

  • Nasse Badesachen

  • Übertriebene Intimhygiene schädigt die Vaginalflora, die eine natürliche Barriere gegen Krankheitserreger schafft

  • Schwangerschaft: der veränderte Hormonhaushalt führt zu einer Weitung der Harnwege

  • Östrogenmangel während und nach den Wechseljahren

  • Diabetes mellitus – Betroffene sind sehr Infekt anfällig.

  • Harnstau oder Restharn in der Blase, z. B. bei Prostatavergrößerung, Harnsteinen oder bei Blasenfunktionsstörungen

  • Tragen eines Dauerkatheter

  • Bestrahlung im Bereich des Beckens

  • Einnahme bestimmter Medikamente

Wie wird eine Blasenentzündung festgestellt?

Schon bei den ersten Symptomen einer Blasenentzündung ist ein Termin beim Hausarzt oder Urologen, ggf. auch Gynäkologen ratsam. Anhand der Beschwerden kann der Arzt einschätzen, ob es sich um eine unkomplizierte Blasenentzündung handelt oder nicht.

Der Patient gibt außerdem eine Urinprobe ab. Wichtig ist dabei, den sogenannten „Mittelstrahlurin“ aufzufangen. Das bedeutet, dass nicht die ersten und letzten Tropfen in das Uringefäß wandern sollten. Die höchste Genauigkeit erreicht man allerdings durch die Verwendung des Katheterurins. In der Arztpraxis wird die Urinprobe mithilfe eines Harnstreifentests auf weiße und rote Blutkörperchen, Eiweiß und Nitrit untersucht und indirekt auf das Vorhandensein von Bakterien geschlossen. Bei einer unkomplizierten Harnwegsinfektion ist der Harnstreifentest meist ausreichend, um die Diagnose zu bestätigen und eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Weitere Untersuchung des Urins sowie das Anlegen einer Urinkultur kommen für Patienten infrage, die unter wiederkehrenden Infektionen leiden, schwanger sind oder Vorerkrankungen haben. In diesen Fällen ist es wichtig Art und Anzahl der Bakterien genauer zu bestimmen, um die Therapie noch gezielter zu planen.

Mit einem Ultraschallgerät (Sonografie) kann der Arzt die Nieren und die Harnblase untersuchen. Diese Untersuchung ist bei komplizierten Harnwegsinfekten oder einer Nierenbeteiligung sinnvoll. Bei einer Blasenspiegelung wird ein Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende (Endoskop) durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Die Kamera zeigt z. B. Veränderungen an der Blasenwand. Die Untersuchung kann zudem Hinweis auf eine Chronifizierung, ergeben, auf Anomalitäten des Harntrakts wie Harnröhrenengen und letztlich einen Blasentumor ausschließen. Eine Blasenspieglung wird z. B. bei schweren, wiederkehrenden Entzündungen empfohlen.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

Die zeitgerechte Behandlung der Blasenentzündung ist wichtig, um Komplikationen wie eine Nierenbeteiligung zu verhindern

„Bislang empfehlen nationale und internationale Leitlinien zur Behandlung der Blasenentzündung grundsätzlich eine Antibiotikatherapie“, sagt Petra Rudnick und ergänzt. „Schon bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt verordnet der behandelnde Arzt deshalb meist ein Antibiotikum.“

Wenn mit Antibiotika behandelt wird, müssen die Medikamente genau nach ärztlicher Empfehlung eingenommen werden. Auch wenn die Symptome schon nach kurzer Zeit abklingen, darf die Therapie nicht vorzeitig beendet werden. Dies kann zu einer erneuten Infektion führen.

Sind Antibiotika wirklich nötig, um eine Blasenentzündung zu heilen?

Eine Studie der Universitätsmedizin Göttingen belegt nun, dass Antibiotika gar nicht sein müssen: Oft klingt die Entzündung von selbst ab und entzündungshemmende Wirkstoffe reichen für die Behandlung der Beschwerden aus. 494 Frauen, die mit typischen Anzeichen eines Harnwegsinfekts ihren Hausarzt aufsuchten, nahmen an der Studie teil. Eine Gruppe erhielt sofort ein Antibiotikum. Die andere Gruppe bekam ein Medikament, das Schmerzen lindert und die Entzündung hemmt (Ibuprofen). Insgesamt wurden zwei Drittel der Patientinnen, die mit einem Schmerzmittel behandelt wurden, ohne Antibiotikatherapie gesund. Bei sehr wenigen Frauen traten Nierenbeteiligungen auf. Dies war häufiger in der Gruppe, die nur mit Schmerzmitteln behandelt wurden. Fazit: Für sonst gesunde Frauen mit leichten bis mittelschweren Symptomen einer Blasenentzündung ist die symptomatische Behandlung häufig ausreichend und das Risiko von Komplikationen gering. Die Forscher empfehlen daher, bei Patientinnen mit einem unkomplizierten Harnwegsinfekt zunächst auf Antibiotika zu verzichten.

Was können sie selbst tun?

Trinken, trinken, trinken – am besten zwei bis vier Liter am Tag! Denn die erhöhte Flüssigkeit spült Krankheitserreger aus der Blase. Warme Tees aus Preiselbeeren, Birke, Bärentraube und Löwenzahn wirken besonders gut bei einem Harninfekt, denn sie fördern den Harndrang. Die Teemischungen sind in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken erhältlich.

Tipps für die Selbstbehandlung:

  • Viel Trinken: zwei bis vier Liter am Tag

  • Harndrang nicht halten, sondern rechtzeitig die Toilette aufsuchen und die Blase vollständig entleeren.

  • Wenn es nicht besser wird: rechtzeitig einen objektiven Befund einholen (Urinuntersuchung)

Wie können Sie selbst einer Blasenentzündung vorbeugen?

Sie können ganz einfache Verhaltensweisen in Ihren Alltag integrieren, um einer Blasenentzündung vorzubeugen:

  • Viel trinken: zwei bis drei Liter Wasser oder warme Tees am Tag spülen die Harnwege und Blase. Dies verhindert, dass sich Bakterien langfristig festsetzen und eine Entzündung hervorrufen.

  • Regelmäßig Wasserlassen: Die Blase frühzeitig und vollständig entleeren. Nicht abwarten bis sie prall gefüllt ist.

  • Warme Kleidung: Füße, Unterleib und Rücken sollten immer warm sein.

  • Intimhygiene: Den Intimbereich nur mit warmem Wasser und pH-neutralen Waschlotionen reinigen. Besonders nach dem Geschlechtsverkehr sollte der Intimbereich von Bakterien befreit werden.

  • Auswahl des Verhütungsmittels: Für Frauen, die zu Blasenentzündungen neigen, sind bestimmte Verhütungsmittel empfehlenswert. Kondome halten Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, von den Harnwegen fern.

Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

Insbesondere Mädchen zwischen drei und sechs sowie zwischen zwölf und vierzehn Jahren erkranken an Vulvovaginitis. Insgesamt ist es die häufigste kindergynäkologische Erkrankung überhaupt.

Durch den noch niedrigen Östrogenspiegel ist die Schleimhaut im Intimbereich bei Mädchen noch etwas empfindlicher. Keime wie Enterokokken, E. coli, Streptokokken, Staphylokokken oder auch Candidapilze können leichter eine Entzündung auslösen. Viele dieser Keime findet man auch im gesunden Zustand dort – doch durch Irritation, falsch durchgeführte Hygienemaßnahmen oder auch im Rahmen von anderen Infekten kann es zu einem Überwuchern der genannten Erreger kommen, was dann eine Vulvovaginitis auslöst.

Eine Vulvovaginitis bei kleinen Mädchen äußert sich neben Jucken und Brennen im Intimbereich auch durch Beschwerden beim WasserlassenFoto: Fotolia

Vulvovaginitis Symptome: Jucken, Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen

Das Kind wird sich über Brennen und Jucken beklagen, die Miktion (das Wasserlassen) ist meist schmerzhaft. Häufig riecht der Bereich unangenehm, es kann auch zu Ausfluss kommen. Ein Besuch beim Kinderarzt ist notwendig, um die Diagnose zu stellen. Der Arzt wird den Bereich vorsichtig untersuchen und schauen, ob es Rötungen und/oder Ausfluss gibt. Unangenehm ist die Untersuchung nicht. Meistens wird auch ein Abstrich mit einem Wattestäbchen gemacht und ins Labor geschickt, um nachzuweisen, welcher Keim dahintersteckt.

Vulvovaginitis Behandlung: meist auch ohne Antibiotika schnell vorbei

Eine Behandlung mit einem Antibiotikum zum Schlucken ist nur selten notwendig. Stattdessen sind oft Sitzbäder einmal täglich für mehrere Tage bereits ausreichend, um die normale Schleimhautflora wiederherzustellen. Es gibt diverse entzündungshemmende und gleichzeitig pflegende Badezusätze, wie zum Beispiel Tannolact. Sehr gut kann man aber auch einen Versuch mit einem Hausmittel wagen – Buttermilch. Geben Sie ein bis zwei Becher Buttermilch zum Sitzbad hinzu und dann soll das Kind mindestens fünf, besser zehn Minuten darin baden.

Sitzbäder mit Buttermilch lindern die Beschwerden bei einer VulvovaginitisFoto: Fotolia

Handelt es sich um eine Pilzinfektion, sind die Sitzbäder trotzdem sinnvoll. Allerdings muss dann zusätzlich mit einer antimykotischen (pilztötenden) Salbe behandelt werden.

Wird eine bakterielle Infektion trotz der Badetherapie nicht besser, gibt es die Möglichkeit, mit antibiotischen Salben zu therapieren. Und wie gesagt – nur ganz selten ist eine Behandlung mit einem oralen Antibiotikum notwendig.

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