Bis zu welchem alter dürfen eltern mit ins krankenhaus

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Rooming-in: mit Begleitperson ins Krankenhaus

Ihr Kind liegt im Krankenhaus und Sie möchten rund um die Uhr bei ihm sein? Die Lösung dafür lautet Rooming-in – und zwar in Form der Übernachtung eines Elternteils im Krankenhaus. Es gibt nämlich viele unterschiedliche Varianten des Rooming-ins – diese Form von Rooming-in ist besonders dann interessant, wenn Sie kleine Kinder haben. Denn die unbekannte Umgebung eines Krankenhauses ist besonders für kleine Kinder eine Herausforderung, die sie besser meistern, wenn ein Elternteil bei ihnen übernachten kann. Und somit permanent vor Ort ist.

Um Ihnen einen tieferen Einblick in das komplexe Thema zu geben, greifen wir im Folgenden aber auch andere Varianten von Rooming-in auf.

Was ist Rooming-in?

Grundsätzlich beschreibt der Begriff Rooming-in eine Behandlungsunterstützung durch Begleitpersonen in Krankenhäusern. Dabei werden Sie gemeinsam mit der zu behandelnden Person im Krankenhaus aufgenommen und können entweder in der Nähe oder im gleichen Zimmer übernachten. Zusätzlich erhalten Sie Unterstützung von speziell ausgebildetem Pflegepersonal und können bei Wunsch selbst einige Pflegeaufgaben übernehmen.

Das „klassische“ Rooming-in: für Eltern kranker Kinder

Wenn Ihr Kind krank ist, möchten Sie natürlich bei ihm sein. Doch was passiert, wenn es über einen längeren Zeitraum im Krankenhaus bleiben muss? Viele Krankenhäuser bieten in diesen Fällen Rooming-in an.

Für Kinder vor dem 9. Geburtstag

Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e. V. (GKinD) empfiehlt Rooming-in besonders für Kinder unter neun Jahren. Gerade in diesem jungen Alter kann es sehr beängstigend sein, die Nächte allein in einem Krankenhaus zu verbringen. Vor allem, wenn Ihr Kind noch nie zuvor von Ihnen getrennt war. Die fremde Umgebung und die Trennung können deshalb eine zusätzliche psychische Belastung sein und den Genesungsprozess erschweren. Sind Sie jedoch als Begleitperson dabei, verhindern Sie diese zusätzlichen Ängste. Das begünstigt wiederum die Genesung.

Was, wenn mein Kind schon älter ist?

Generell wird davon ausgegangen, dass Kinder über neun Jahre besser mit der Situation zurechtkommen. Regelmäßige Besuche und Zeit für ausführliche Gespräche sind hier ausreichend.

Eine Variante von Rooming-in: nach der Geburt

Während in den 50er Jahren die Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt üblich war, wird heute das Zusammensein gefördert: Das Rooming-in gehört inzwischen auch nach der Entbindung zum Standard in vielen Krankenhäusern. Dieses ganzheitliche Betreuungskonzept ermöglicht es Ihnen, nach der Geburt rund um die Uhr bei Ihrem Baby zu sein und die Pflege selbst zu übernehmen.

Man könnte denken, dass der Begriff in diesem Zusammenhang falsch verwendet wird, weil sowohl Mutter als auch das Kind quasi „Patienten“ sind und bereits im Krankenhaus liegen. Da findet also gar kein Rooming-in einer weiteren Betreuungsperson im klassischen Sinne statt. In diesem Zusammenhang bezieht sich der Begriff auf die Tatsache, Mutter und Kind während des Krankenhausaufenthalts möglichst nah zusammen zu bringen und die Mutter in die Versorgung des Neugeborenen einzubeziehen.

Übrigens: Dem Programm „Babyfreundlich – eine Initiative von WHO und UNICEF“ folgen in Deutschland über 100 Krankenhäuser. In diesen sogenannten babyfreundlichen Krankenhäusern können Sie das Angebot des Rooming-in nutzen. Zur Auswahl stehen Ihnen ein 24-Stunden-Rooming-in und ein partielles Rooming-in.

Partielles oder vollständiges Rooming-in?

Entscheiden Sie sich für ein partielles Rooming-in, kann Ihr Kind sowohl von Ihnen in Ihrem Zimmer als auch vom Personal auf der Säuglingsstation versorgt werden. Dazu bekommt es ein eigenes Bettchen auf Rädern. Beim vollständigen, oder auch 24-Stunden-Rooming-in, ist Ihr Kind dagegen rund um die Uhr bei Ihnen. Das bedeutet, Sie können es komplett selbstständig versorgen.

Keine Sorge, auch wenn Sie sich zunächst für ein partielles Rooming-in entschieden haben, können Sie jederzeit nach einer vollständigen Betreuung fragen. Und wenn Sie einmal erschöpft sind und Ruhe brauchen, können Sie Ihr Baby immer in die Hände der betreuenden Krankenschwestern geben.

Die Vorteile von Rooming-in nach der Geburt

Hintergrund des Rooming-ins ist die Stärkung der Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Neugeborenen. Denn Ihr Baby verbringt seine erste Lebenszeit nicht mehr, wie früher üblich, ohne seine Eltern im Säuglingszimmer, sondern spürt Ihre Nähe. Das vermittelt Geborgenheit und hilft Ihnen beiden, die Strapazen der Geburt besser zu verarbeiten. Außerdem bietet das Rooming-in folgende Vorteile:

  • Der enge Kontakt unterstützt die Bildung der Vor- und Muttermilch.
  • Sie lernen Ihren Nachwuchs und seine Bedürfnisse besser kennen.
  • Die Umstellung zu Hause wird einfacher, wenn Sie bereits mit den Signalen und Hungerzeichen Ihres Babys vertraut sind.
  • Hebammen und Krankenschwestern stehen bei der Pflege immer unterstützend zur Seite.
  • Durch die Nähe zu Ihnen ist Ihr Baby ruhiger und weint in der Regel seltener.

Übrigens: Je nach Kapazität und Angebot des Krankenhauses können sogar Ihr Partner und Ihre anderen Kinder im gleichen Zimmer schlafen (Familienzimmer).

Rooming-in für Frühchen

Wenn Ihr Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, ist es ein Frühchen. In diesem Fall ist Rooming-in sogar besonders empfehlenswert – denn bei einem engen Kontakt zur Mutter entwickeln sich sehr früh geborene Babys besser. Nestwärme und direkter Hautkontakt sind das Beste, was Sie Ihrem Säugling geben können.

Eine weitere Variante: Rooming-in für Angehörige von erwachsenen Patienten

Erkrankt ein Familienmitglied und hat einen Krankenhausaufenthalt vor sich, können Sie das Rooming-in im jeweiligen Krankenhaus beantragen. Sie können das Rooming-in sogar dann beantragen, wenn es sich um eine Ihnen nahestehende Person handelt, mit der Sie nicht verwandt sind.

Vor allem bei Demenz-Patienten bietet das Rooming-in viele Vorteile. Denn oft sind Patienten und Personal mit der besonderen Situation, die eine Demenz mit sich bringt, überfordert und verunsichert – der streng strukturierte und reibungslose medizinische Ablauf in einem Krankenhaus kann den Besonderheiten der Erkrankung kaum gerecht werden. Durch Sie als vertraute Person kann Ihr Angehöriger oder Bekannter die ungewohnte Umgebung besser verarbeiten und Komplikationen im Krankenhausalltag werden vermieden.

Auch in anderen Fällen von schweren oder lebensbedrohlichen Krankheiten, körperlichen und geistigen Behinderungen oder im Hospiz können Sie Ihren Angehörigen durch Rooming-in unterstützen. Grundsätzlich gilt immer: Zu den Voraussetzungen für das Rooming-in zählt neben der medizinischen, therapeutischen oder psychologischen Notwendigkeit auch der Wunsch des Patienten.

Was kostet Rooming-in und welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

„Klassisches“ Rooming-in für Eltern mit kranken Kindern

Wird ein Kind stationär im Krankenhaus behandelt, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel bis zum neunten Lebensjahr die Kosten für die Mitaufnahme der Eltern. Damit folgen die Versicherungen den Empfehlungen der GKinD. Es gibt hier jedoch keine einheitliche Regelung. Die Envivas erstattet Kosten für „klassisches“ Rooming-in bei Kindern bis zum zehnten Lebensjahr, wenn sowohl die betreuende erwachsene Person als auch das Kind bei der Envivas versichert sind. Weitere Informationen zu dieser Leistung finden Sie in den Vertragsunterlagen, die hier abrufbar sind.

Rooming-in nach der Geburt

Auf der Säuglingsstation werden die Kosten für das Rooming-in von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, denn hier sind sowohl Sie als auch Ihr Kind Patienten. Aber Achtung: Möchte Ihr Partner mit im Familienzimmer untergebracht werden, müssen Sie dies unter Umständen eigenständig bezahlen.

Rooming-in für Angehörige von erwachsenen Patienten

Wenn Sie gemeinsam mit einem Angehörigen oder einer nahestehenden Person im Krankenhaus untergebracht werden wollen, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten in der Regel in folgenden Fällen:

  • Medizinische Notwendigkeit
  • Therapeutische Notwendigkeit
  • Psychologische Notwendigkeit

Allerdings ist es ratsam, im Vorfeld zu fragen, ob Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt, denn auch hier existieren keine einheitlichen Regelungen. Auch der Hausarzt der betroffenen Person kann das Rooming-in vorab empfehlen.

Die wichtigsten Informationen nochmal im Überblick

Es gibt drei Anwendungsgebiete für das Rooming-in:

  1. Rooming-in bei Kindern, die z.B. nach einer Operation oder einem Unfall im Krankenhaus bleiben müssen (Empfehlung für Kinder bis neun Jahre)
  2. Rooming-in nach der Geburt
  3. Rooming-in für erwachsene Patienten (im Regelfall Demenzpatienten), die stationär behandelt werden

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick

  • Für Kinder:
    • Verminderung von Stress, Ängsten und psychischer Belastung
    • Bessere Genesungschancen
  • Nach der Geburt:
    • Wertvoller Bindungsaufbau
    • Förderung der Entwicklung des Kindes
  • Für erwachsene Patienten (insbesondere bei Demenz):
    • Reibungsloser Klinikaufenthalt für Patienten sowie Personal
    • Bessere Verarbeitung der ungewohnten Umgebung

Quellennachweise

Rooming in bei Kindern

Stationäre Aufnahme der Eltern unterstützt die Genesung

Wenn ein Kind im Krankenhaus stationär behandelt werden muss, kann die Anwesenheit der Eltern den Genesungsprozess sehr fördern. Viele Krankenhäuser bieten deshalb die stationäre Aufnahme der Eltern oder „Rooming in bei Kindern“ an.

Die Eltern oder ein Elternteil können dann im Krankenzimmer des Kindes oder wenigstens ganz in der Nähe übernachten und für den Patienten da sein. Gerade weil der Aufenthalt im Krankenhaus für das Kind häufig die erste Trennung von den Eltern und der gewohnten Umgebung bedeutet, kann Rooming-in helfen, zusätzliche Ängste des Kindes zu vermeiden.

Auf der Säuglingsstation bezahlt die Krankenkasse das Rooming-in immer, weil sowohl Mutter als auch Kind Patienten sind. Die stationäre Aufnahme der Eltern kranker Kinder wird aber in der Regel gesondert berechnet und nicht in jedem Fall von den Krankenkassen gezahlt. Laut Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten für Rooming-in bei Kindern nur übernommen, wenn der Kinderarzt die Notwendigkeit bescheinigt. Gründe könnten sein:

  • Die Behandlung kann nur in Anwesenheit der Begleitperson durchgeführt werden.
  • Die Kommunikation mit dem Kind ist sonst schwer möglich.
  • Durch den Krankenhausaufenthalt sind ohne stationäre Aufnahme der Eltern psychische Schäden beim Kind zu erwarten.

Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD) empfiehlt Rooming-in für alle Kinder vor dem 9. Geburtstag. In der Praxis werden Fragen der Altergrenzen und Kostenübernahme von Krankenkasse zu Krankenkasse sber sehr unterschiedlich ausgelegt. So übernehmen einige Krankenkassen die Kosten für Kinder vor dem 9. Geburtstag immer und bei älteren Kindern unter erleichterten Bedingungen. Hier finden Sie Krankenkassen, die die Kosten für Rooming-in bei Kindern über dem gesetzlichen Standard übernehmen.
Diese Krankenkassen übernehmen die Kosten für Rooming in bei Kindern:
Kreuzen Sie in der folgenden Tabelle „Rooming in bei Kindern“ an und klicken auf „Suche starten“. Sie sehen dann, welche Krankenkassen zahlen.

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Elternteil im Krankenhaus

Die Mutter oder der Vater kommt ins Krankenhaus: Für Kinder bedeutet dies nicht nur eine empfindliche Störung des Alltags, sie machen sich selbstverständlich auch Sorgen und Gedanken.

Gerade kleinere Kinder haben Mühe, ihre Empfindungen einzuordnen. Warum ist meine Mami oder mein Papi krank? Kommt meine Mami oder mein Papa wieder? Viele Fragen schwirren in den kleinen Köpfen herum. Durch Unwissenheit können die Vorstellungen der Kinder weit über das wirkliche Ausmaß der Erkrankung hinausgehen. Die Trennung ist sehr belastend.

Das Kind braucht jetzt Geborgenheit und Aufmerksamkeit. Der gesunde Elternteil oder eine nahe stehende Person sollte sich so viel wie möglich um das Kind kümmern. Es werfen sich immer wieder viele Fragen auf, die geduldig beantwortet werden müssen. Ansonsten ist es außerordentlich wichtig, den gewohnten Alltag, so gut es geht, aufrechtzuerhalten. Denn Kinder möchten am liebsten, dass alles so bleibt wie es ist. Sie brauchen Alltagsroutine. Auf Störungen in ihrer kleinen Welt reagieren sie beispielsweise mit Verunsicherung oder Aggression.

Bei Besuchen im Krankenhaus erleben Kinder ihren Vater oder ihre Mutter in einer völlig neuen Situation. Schon das Krankenhaus ist meist sehr beeindruckend. Vater oder Mutter wirken vielleicht schwach und hilflos. Kinder brauchen Zeit, um diese Eindrücke zu verarbeiten. Trotzdem sind häufige Besuche für Kinder eine wichtige Brücke zu dem Elternteil, den sie so sehr vermissen. Sie helfen auch gerade kleineren Kindern zu verstehen, warum der Aufenthalt nötig ist.

Es gibt übrigens sehr gute und einfühlsame Kinderbücher zu diesem Thema.

Wie kann ein Kind auf einen Krankenhausaufenthalt eines Elternteils vorbereitet werden?
Wer kann mein Kind betreuen, wenn ich ins Krankenhaus muss?
Immer wiederkehrende Klinikaufenthalte

Wie kann ein Kind auf einen Krankenhausaufenthalt eines Elternteils vorbereitet werden?

Ist ein Klinikaufenthalt vorhersehbar, können Sie Ihr Kind behutsam darauf vorbereiten:

  • Erzählen Sie ihrem Kind rechtzeitig von einem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt.
  • Erklären Sie ihm, warum Sie die Klinik aufsuchen müssen.
  • Beantworten Sie alle Fragen Ihres Kindes. So können Kinder die Situation besser verstehen. Gleichzeitig werden sie vor unnötiger Angst bewahrt.
  • Machen Sie deutlich, dass Sie wieder zurückkommen werden.

Wer kann mein Kind betreuen, wenn ich ins Krankenhaus muss?

Ideal ist es, wenn sich der gesunde Elternteil um das Kind kümmern kann.

Ist das beispielsweise wegen Berufstätigkeit nicht möglich, kann vielleicht eine nahe stehende Person (wie die Großmutter) aushelfen.

Grundsätzlich fühlt sich das Kind in seiner vertrauten Umgebung wohler.

Ist eine Weiterführung des Haushalts wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht möglich, erhalten Mütter und Väter in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Haushaltshilfe. Voraussetzung hierfür ist, dass im Haushalt ein Kind lebt, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Kann die Krankenkasse keine Haushaltshilfe stellen, werden die Kosten für eine selbst organisierte Haushaltshilfe (Ausnahme: Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten Grad) in angemessener Höhe erstattet.

Auch das Jugendamt kann eine Haushaltshilfe stellen oder andere vorübergehende Hilfen zur Versorgung des Kindes leisten. So kann das Kind vorübergehend bei Pflegeeltern untergebracht werden.

Ist ein Krankenhausaufenthalt absehbar, ist es für alle Beteiligten am besten, wenn die Betreuung der Kinder und die Finanzierung vorab geregelt sind.

Nach dem Klinikaufenthalt muss sich der genesende Elternteil meist noch einige Zeit schonen. Es ist sinnvoll, wenn wenigstens zeitweise weiterhin Unterstützung bei der Kinderbetreuung gewährleistet ist.

Immer wiederkehrende Klinikaufenthalte

Bei schwerer Krankheit sind oft immer wiederkehrende Krankenhausaufenthalte nötig. Dies ist für die ganze Familie sehr belastend.

Kinder reagieren mit großer Unsicherheit. Darum ist es sehr wichtig, offen zu sein und dem Kind die Wahrheit zu sagen. Dies ist keine leichte Aufgabe. Nur zu gerne möchte jeder in der Familie glauben, dass alles gut wird. Nur: Kinder haben sehr feine Antennen. Sie spüren, wenn sie „geschont“ werden sollen. Werden sie im Unklaren gelassen, können sie sich nicht orientieren. Sie werden verunsichert. Darum: Sagen Sie Ihrem Kind die Wahrheit – und zwar so, dass es sie versteht.

Wissen Eltern selbst nicht, wie es weitergeht, ist es besser, auch dies dem Kind offen zu sagen.

Vorbereitung eines Krankenhausaufenthalts

Bestens gewappnet für den Krankenhausaufenthalt – eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Wussten Sie, dass fast jeder vierte Bundesbürger mehrere Tage pro Jahr im Krankenhaus verbringt? Laut Statistischem Bundesamt wurden 2016 mehr als 19,5 Millionen Patienten stationär behandelt. Und die Zahl der Behandlungsfälle steigt. Dabei geht es nicht etwa nach wenigen Tagen, sondern durchschnittlich erst nach einer Woche zurück nach Hause.

Wenn Sie wegen eines Notfalls in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ist eine Vorbereitung natürlich nicht möglich. Aber es gibt auch Krankenhausaufenthalte, die geplant werden können. Wenn Ihnen zum Beispiel ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk eingesetzt werden soll, können Sie solch einen Eingriff im Normalfall vorbereiten. Wir möchten aufzeigen, warum eine gute Vorbereitung so wichtig ist und was auf Sie zukommt. Im Folgenden haben wir einige Tipps und eine praktische Checkliste für Ihren Krankenhausaufenthalt zusammengestellt.

Das sollten Sie vor dem Aufenthalt klären

Die Tasche packen und die Abwesenheit regeln – ist das alles? Ein wenig mehr zu klären gibt es schon, und zwar bereits im Vorfeld. Hierzu zählt neben allem Organisatorischen übrigens auch die mentale Vorbereitung. Denn schließlich gehört die Klinik zum Glück nur für Pflegepersonal und Ärzte zum Alltag. Aber zunächst zurück zum Organisatorischen:

Die Qual der Wahl: Welches Krankenhaus ist das richtige?

Jeder Patient darf selbst entscheiden, wo er stationär behandelt oder operiert wird. Doch welche Informationen sind überhaupt wichtig, um die richtige Wahl treffen zu können? Woher wissen Sie, wie kompetent eine Ärztin oder ein Arzt ist?

    • Die Anzahl der jährlich durchgeführten Operationen in einem Krankenhaus steht in bestimmten Bereichen (z.B. Knie-Prothesen) für die Erfahrung und auch für die medizinische Qualität der Ärzte (siehe Mindestzahlen des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA).
    • Hausärzte sprechen Empfehlungen aus.
    • Krankenkassen haben eigene Kompetenzzentren und Kontakte.
    • Patientenverbände und Klinik-Checks bieten umfangreiche Informationen.
  • Verwandte und Freunde können persönliche Tipps geben.

Vorab-Gespräch mit dem Arzt führen

Eine Operation (OP) und ein damit verbundener Krankenhausaufenthalt ist kein Termin, der für große Freude, sondern verständlicherweise meist für Ängste und Unsicherheit sorgt. Wie läuft der Eingriff genau ab? Was passiert bei einer Narkose? Kann es zu Nebenwirkungen oder Komplikationen kommen? Der operierende Mediziner wird diese und weitere wichtige Fragen in einem ersten Gespräch mit Ihnen klären. Auch über Nachsorge und Reha wird gesprochen.

Sie sind aufgeregt und befürchten, das Wichtigste wieder zu vergessen? Ein Tipp: Nehmen Sie eine Vertrauensperson Ihrer Wahl zum Vorab-Gespräch mit. Schreiben Sie sich am besten alle Fragen im Vorfeld auf, die Sie stellen möchten. So gehen Sie sehr gut vorbereitet in das Gespräch und sorgen dafür, dass die Angst vor der OP kleiner wird. Klären Sie Ihre Fragen hinsichtlich der Vor- und Nachsorge. Besprechen Sie aber auch von Ihnen gewünschte Zusatzleistungen (Einzelzimmer, Chefarztbehandlung etc.).

Prüfen Sie den Umfang Ihrer Krankenversicherung

Niemand mag Bürokratie, aber vor einem Krankenhausaufenthalt ist sie leider nicht vermeidbar. Dazu gehört auch, den eigenen Versicherungsumfang abzuklären. Haben Sie Anspruch auf eine Chefarztbehandlung? Müssen Sie für ein Einzelzimmer einen Zuschlag bezahlen? Sind Sie in Ihrer Klinikwahl eingeschränkt? Prüfen Sie diese Aspekte immer auch vor dem Hintergrund Ihrer eigenen Bedürfnisse: Bevorzugen Sie die Gesellschaft anderer in einem Mehrbettzimmer oder die Ruhe und Privatsphäre in einem Einzelzimmer? Gegebenenfalls ist in dieser Situation eine private Zusatzversicherung sinnvoll.

Vorkehrungen für die Zeit danach

Schon vor dem eigentlichen Krankenhausaufenthalt sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt klären, zu welcher Art der Rehabilitation aus medizinischer Sicht geraten wird. Ist beispielsweise eine stationäre Reha im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt zu empfehlen oder in Ihrem Fall sogar dringend notwendig? Sowohl bei ambulanten als auch bei stationären Reha-Maßnahmen ist es zudem erforderlich, sich über die Angebote Ihrer zuständigen Krankenkasse zu informieren. Sowohl gesetzliche als auch private Kassen pflegen hier eigene Kooperationen mit Reha-Einrichtungen, jedoch unterscheiden sich die jeweiligen Leistungen, die von den Versicherungen übernommen werden. Planen Sie also nach Möglichkeit frühzeitig, um einen nahtlosen Übergang zwischen Krankenhausaufenthalt und der jeweiligen Reha-Maßnahme zu gewährleisten.

Eine stationäre Reha hilft Ihnen nach einer OP, schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Patientenverfügung regeln

Dieser vielleicht unangenehmen Frage sollten Sie nicht aus dem Weg gehen: Wie halten Sie es mit Ihrer Patientenverfügung? Ein anstehender Krankenhausaufenthalt ist ein sinnvoller Anlass zu überlegen, welche medizinischen Eingriffe und lebensverlängernden Maßnahmen Sie für sich selbst wünschen und welche nicht. Für den Fall, dass Sie selbst nicht mehr in der Lage sein sollten, Ihren Willen zu äußern, klärt eine Patientenverfügung rechtlich bindend, welche Untersuchungen, Heilbehandlungen und ärztlichen Eingriffe vorgenommen werden dürfen. Wichtig hier: Durch eine klare Regelung schaffen Sie für den Fall der Fälle auch Entlastung für Ihre Angehörigen, die in einer solchen Situation ohnehin mit einer großen Belastung klarkommen müssen. Hilfreiche Vorlagen und weitere Informationen finden Sie hierzu zum Beispiel auf den Seiten der Bundesärztekammer.

Die Abwesenheit von zu Hause organisieren

Wer kümmert sich um die Kinder, wenn ich im Krankenhaus bin? Wer füttert unseren Hund und geht mit ihm Gassi? Wer pflegt Pflanzen, Haus oder Wohnung? Sicherlich empfinden Sie einen großen Verantwortungsdruck, wenn ein Klinikaufenthalt bevorsteht. Doch wer im Vorfeld alles Wichtige regelt, kann sich voll und ganz auf seine Behandlung und die anschließende Genesung konzentrieren.

Übrigens: Die gerade genannten Punkte sind offensichtlich und stehen eigentlich automatisch auf jeder Liste als zu erledigende Aufgaben. Häufig vergessen werden hingegen Rechnungen, die Sie während Ihres Aufenthalts bezahlen müssten. Was auch nicht verwunderlich ist: Eine Rechnung ist für die meisten Menschen erst dann relevant, wenn sie im Briefkasten liegt. Prüfen Sie deshalb, ob in der Zeit Ihres Krankenhausaufenthalts wichtige Rechnungen beglichen werden müssen. Je nach persönlicher Situation kann es also notwendig sein, eine Vertrauensperson mit der entsprechenden Bankvollmacht auszustatten.

Das muss in die Krankenhaustasche

Im Vorgespräch erfahren Sie meist, wie lange Sie nach einem Eingriff in der Klinik bleiben werden. Letztlich hängt die tatsächliche Dauer von der Schnelligkeit der Heilung ab. Daher ist es immer hilfreich, bei Kleidung und Verbrauchsutensilien einen etwas längeren Aufenthalt einzuplanen, als im Vorgespräch erwähnt. Wenn Sie schneller wieder zu Hause sind – umso besser. Die durchschnittliche Verweildauer in einer Klinik liegt heutzutage laut Statistiken übrigens bei knapp einer Woche. Standards wie Zahnbürste und Zahnpasta sowie die richtige Kleidung dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Aber auch wichtige Unterlagen sollten immer griffbereit sein. Packen Sie für Ihre Zeit im Krankenhaus am besten eine kleine Reise- oder Sporttasche. Für werdende Mütter, die sich auf ihre Geburt vorbereiten, sind einige zusätzliche Dinge wichtig. Unsere Packliste geht daher auf allgemeine Utensilien ein – aber auch auf die Besonderheiten für werdende Mütter.

Um beim Packen der Tasche nichts zu vergessen, finden Sie am Ende des Artikels eine Checkliste mit den wichtigsten Inhalten, darunter ist auch ein Abschnitt für werdende Mütter.

Was kostet ein Krankenhausaufenthalt?

Jeder Tag im Krankenhaus kostet – je nach Art der Unterbringung und Versorgung – mehrere hundert Euro. Zusammen mit einer OP kommen auf diese Weise schnell mehr als 5.000 Euro an Gesamtkosten zusammen. Komplizierte OPs können auch 100.000 Euro und mehr kosten. Deshalb sollten Sie vor Ihrem Eingriff unbedingt abklären, welche Kosten Ihre Krankenkasse übernimmt und welche Leistungen Ihnen zustehen.

Gesetzlich Krankenversicherte

Grundsätzlich gilt: Die gesetzliche Krankenkasse deckt alle notwendigen Kosten rund um einen Klinikaufenthalt ab – unter der Bedingung, dass der stationäre Aufenthalt unumgänglich und eine ambulante Behandlung nicht möglich ist. Allerdings fallen Zuzahlungen an, die Sie selbst tragen müssen. So kostet ein stationärer Klinikaufenthalt ab dem 18. Lebensjahr zehn Euro pro Tag (gilt für max. 28 Tage). Auch wenn Sie besondere Zusatzleistungen wünschen, fallen weitere Zuzahlungen an, so zum Beispiel für die Behandlung durch den Chefarzt, die Unterbringung in einem Einzel- oder Doppelzimmer oder auch nur einen WLAN-Service. Eine nicht zu vernachlässigende Belastung tritt zusätzlich auf, wenn die Lohnfortzahlung Ihres Arbeitgebers endet (üblicherweise nach 6 Wochen) und durch das Krankengeld Ihrer GKV abgelöst wird. So beträgt dieses nämlich 70 Prozent des regelmäßigen Brutto-Lohn-Einkommens, mit einer Deckelung auf maximal 90 Prozent des Netto-Lohn-Einkommens und 101,50 Euro täglich (für 2017). Bei längerer Dauer der Arbeitsunfähigkeit können dadurch nicht unerhebliche Einbußen entstehen.

Privat Zusatzversicherte

Gegen alle genannten Zusatzkosten und Einkommensausfälle können sich gesetzlich Krankenversicherte durch Abschluss einer entsprechenden privaten Zusatzversicherung absichern. Abhängig von den gewünschten Leistungen und dem gewählten Tarif zahlt die private Zusatzversicherung dann zum Beispiel ein Krankenhaustagegeld in Höhe eines bei Versicherungsabschluss gewählten Satzes, um die Verdienst-Einbußen zu kompensieren. Auch die Kosten für gewählte Zusatzleistungen im Krankenhaus werden von entsprechenden Tarifen der Zusatzversicherung übernommen.

Privat Krankenversicherte

Privat Versicherte tragen die Behandlungskosten in der Regel zunächst selbst und lassen sie sich später durch die Krankenversicherung erstatten. Bei hohen OP-Kosten wird dieses Prinzip jedoch häufig ausgesetzt und die Versicherung rechnet direkt mit den Krankenhäusern ab. Doch auch hier gilt: Klären Sie die Kostenfrage am besten immer vorher. So vermeiden Sie unschöne Überraschungen nach Ihrem Aufenthalt. Für privat Krankenversicherte wichtig: Ein Krankengeld wie bei gesetzlich Krankenversicherten ist nicht automatisch Teil der Versicherung. Es muss separat als Krankentagegeld-Versicherung abgeschlossen werden.

Das Wichtigste in Kürze:

    • Informieren
      Suchen Sie nach einem geeigneten Krankenhaus und lassen Sie sich von Ihrem Arzt genau über den Eingriff und den Aufenthalt aufklären.
    • Prüfen
      Informieren Sie sich über Ihren Versicherungsumfang und klären Sie, welche Kosten Sie tragen müssen.
    • Planen
      Besprechen Sie mit Ihrem Arzt mögliche anschließende Reha-Maßnahmen.
    • Vorsorgen
      Halten Sie in einer Patientenverfügung fest, welche Eingriffe und Maßnahmen im Notfall in Ihrem Sinne vorgenommen werden dürfen.
    • Organisieren
      Sorgen Sie dafür, dass sich jemand zuverlässig um Ihre Kinder, Ihre Haustiere und Ihr Haus/Ihre Wohnung während Ihres Krankenhausaufenthalts kümmert. Regeln Sie Ihre Finanzen vorher.
  • Vorbereiten
    Packen Sie alles Notwendige für Ihren Aufenthalt in eine kleine Tasche.

Während des Krankenhausaufenthalts: Alle wichtigen Fragen zu Besuchen und Beschäftigung

  • Darf ich mein Handy im Krankenhaus nutzen?

Die Zeichen unserer Zeit: Jeder hat ein Smartphone und möchte es – sobald der Gesundheitszustand es zulässt – auch wieder nutzen. Aber Achtung: Ob, wo und wann Sie Ihr Handy in Kliniken nutzen können, wird von Krankenhaus zu Krankenhaus und von Station zu Station anders gehandhabt. Fragen Sie also zuerst, ob es zur Nutzung von Handys eine spezielle Regelung in Ihrem Krankenhaus gibt. Plus: Ihre Mitpatienten werden es Ihnen danken, wenn Sie auch an sie denken und vor dem Telefonat freundlich nachfragen, ob sich jemand gestört fühlt.

  • Gibt es WLAN im Krankenhaus?

Grundsätzlich ist der Mobilfunkempfang in Krankenhäusern häufig schlecht. Mittlerweile haben viele Krankenhäuser jedoch eine WLAN-Verbindung. Manchmal wird diese kostenfrei angeboten, manchmal ist sie nur gegen ein Entgelt für Patienten verfügbar.

  • Darf ich Besuch empfangen und gibt es spezielle Besuchszeiten?

Besuch ist immer gern gesehen. Aber wann und wie oft darf Besuch kommen? Das hängt in der Klinik immer von der jeweiligen Station und von Ihrem Gesundheitszustand ab. Fragen Sie einfach direkt bei der Stationsleitung nach den offiziellen Besuchszeiten. Bei Geburten wird übrigens häufig eine Ausnahme gemacht.

Tipp für Besucher: In den meisten Kliniken bieten sich die Vormittagsstunden zwischen 10 Uhr und 12 Uhr oder die Nachmittagsstunden zwischen 15 Uhr und 17 Uhr für einen Besuch an.

Nachsorge, Reha und Co. – das ist jetzt wichtig

Sie haben es geschafft und der Krankenhausaufenthalt liegt hinter Ihnen – jetzt ist es wichtig, dass Sie sich voll und ganz auf Ihre Genesung konzentrieren. Dazu gehören in erster Linie eine gründliche Nachsorge sowie eventuell eine Reha. Sollten Beschwerden auftreten, ist ein Arztbesuch Pflicht.

Um mögliche Komplikationen nach der OP zu vermeiden, sollten Sie unbedingt die Regelungen einhalten, die Ihnen von Ihrem behandelnden Arzt im Krankenhaus mitgegeben wurden.

Checkliste: Die optimale Vorbereitung für den Krankenhausaufenthalt

Um auf Ihren Krankenhausaufenthalt bestmöglich vorbereitet zu sein, finden Sie an dieser Stelle eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten und hilfreichen Tipps:

Was man für einen Klinikaufenthalt einpacken sollte? Für einen Krankenhausaufenthalt benötigt man verschiedene Dinge. Je nach Dauer des Aufenthaltes in der Klinik sowie der Jahreszeit benötigst du die wichtigsten Dokumente, mehr oder weniger warme oder leichte Kleidung, unterschiedliche Hygieneartikel und eine Beschäftigung für die viele Freizeit, die du im Krankenhaus meist hast. Damit du im Fall der Fälle nichts Wichtiges vergisst, ist eine Packliste sinnvoll, mit deren Hilfe du die Kliniktasche schnell und vollständig packen kannst. Was solltest du also auf der Packliste für das Krankenhaus zu stehen haben und was muss unbedingt mit in die Kliniktasche?

Auf dem Handy öffnen

Packliste als PDF herunterladen Packliste individualisieren

Datenschutz ist wichtig. Für die Erstellung deiner individuellen Packliste ist leider unerlässlich, dass Daten verschlüsselt an PythonAnywhere in Großbritannien übertragen werden. Mit dem Klick auf den Okay!-Button erklärst du dich damit einverstanden.

Deine Packliste ist für unbeschränkte Zeit verfügbar. Ihre Adresse (URL im Browser) bleibt immer gleich. Speichere diese URL als Lesezeichen ab, um später darauf zugreifen zu können.

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Geld & Finanzen

Im Krankenhaus ist es günstig, eine Geldkarte bzw. Bargeld bei dir zu haben, falls du etwas kaufen möchtest, beispielsweise am Kiosk oder eine Telefonkarte oder einen Zugang zum Fernseher im Zimmer.

Hygiene

Sauberkeit ist im Krankenhaus oberstes Gebot, das leider nicht immer zu 100 Prozent funktioniert. Als Patient kannst du mithelfen, dass es beispielsweise nicht zur Übertragung von Krankenhauskeimen kommt, indem du die Körperhygiene ernst nimmst. Die dafür notwendigen Hygiene-Artikel gehören deshalb unbedingt auf deine Packliste:

Kleidung

Damit du die Zeit im Krankenhaus nicht in den meist unansehnlichen und schlecht sitzenden Nachthemden verbringen musst, solltest du geeignete Kleidung mit auf die Packliste schreiben. Je nach Dauer des Aufenthaltes und der Jahreszeit sollten folgende Kleidungsstücke dabei sein:

Medikamente / Apotheke

Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus wirst du immer gefragt, ob du eventuell regelmäßig Medikamente einnehmen musst und ob du sie bei dir hast. So können die Ärzte leichter entscheiden, ob du sie vielleicht wegen einer anstehenden Operation absetzen musst oder ob sie sich mit den Medikamenten vertragen, die du während der Behandlung in der Klinik erhältst. Falls du auf Medikamente angewiesen bist, sollten sie also unbedingt auf deiner Packliste stehen. Dadurch hast du die Sicherheit, sie weiter nehmen zu können, selbst wenn sie in der Klinik nicht sofort verfügbar sind, was bei sehr seltenen Medikamenten schon vorkommen kann.

Papiere & Unterlagen

Wenn du in die Klinik musst, solltest du auf jeden Fall alle Dokumente in die Kliniktasche packen, die für deine Identität, deinen Versicherungsschutz und eventuell anstehende Untersuchungen wichtig sind. Auf die Packliste gehören vor allem folgende Dinge:

Rucksäcke & Taschen

Eine große Kliniktasche hast du bereits bei deiner Ankunft dabei. Falls du aber im Krankenhaus etwas einkaufen möchtest (z. B. am Kiosk), brauchst du eine kleine Tasche oder Tüte, in der du die Einkäufe verstauen kannst. So musst du nicht alles in den Händen halten und hast stets eine Hand frei zum Festhalten beispielsweise am Treppengeländer oder Infusionsständer.

Schuhe

Eine der goldenen Regeln während eines Klinikaufenthaltes besagt, dass du als Patient so schnell wie möglich wieder aus dem Bett aufstehen und dich bewegen sollst. Deshalb benötigst du passende Schuhe für das Krankenhaus. Am besten sind neben Hausschuhen mit rutschfester Sohle Turnschuhe für den Weg zu Untersuchungen und Straßenschuhe für Spaziergänge im Freien. Ggf. reichen aber auch Hausschuhe und Straßenschuhe.

Wenn du bei einem Aufenthalt im Krankenhaus nicht gerade mit Untersuchungen beschäftigt bist, hast du viel Zeit, die du auf irgendeine Weise sinnvoll füllen solltest, damit dir nicht vor Langeweile die Decke auf den Kopf fällt. Aus diesem Grund gehören Dinge auf die Packliste und in die Kliniktasche, die für Kurzweil sorgen können.

Außerdem habe ich eine digitale Packliste mit nützlichen Apps sowie Unterhaltungsstoff.

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Technische Ausrüstung

Leider sind Krankenhäuser meist schlecht mit Elektronik ausgestattet. Daher ist es sinnvoll, dass du selbst alle technischen Geräte auf deine Packliste schreibst, die dir in der Klinik nützlich sein oder dir ein wenig Ablenkung schenken können:

Eine solche Packliste sieht zwar sehr umfangreich aus und manches wirst du vielleicht gar nicht benötigen, während du im Krankenhaus bist. Allerdings ist es immer gut, etwas mehr einzupacken, um nicht erst im Nachhinein zu merken, dass etwas fehlt. Eine durchdachte Packliste und ausreichend gepackte Kliniktasche sorgen also dafür, dass du dir im Krankenhaus keinerlei Gedanken darüber machen musst, ob du vielleicht etwas Wichtiges vergessen hast.

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Stand: 26.02.2018 13:15 Uhr – 45 Min | Archiv Bild vergrößern Wie viel Geld das Krankenhaus für einen Patienten bekommt, hängt von der jeweiligen Fallpauschale ab. Um so wichtiger, sich Gehör zu verschaffen.

Falsche Spritzen, verwechselte Medikamente, vertauschte Röntgenbilder: Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte sind Menschen, die auch Fehler machen. Und der Kostendruck im Krankenhaus setzt sie gewaltig unter Druck. Eine Folge: Das Risiko, dass etwas falsch läuft, steigt.

Wer als Patientin oder Patient im Krankenhaus sein muss, sollte deshalb – wenn möglich – mitdenken, sprechen und nachfragen. Was können Patienten tun, um möglichst gut und sicher einen Krankenhausaufenthalt zu überstehen? Antworten im Überblick. Eine ausführliche Checkliste zum Download bietet ein Portal der Bertelsmann-Stiftung.

Vorab klären: Muss die Operation wirklich sein?

Besonders lukrativ für Krankenhäuser sind Operationen. Aber nicht immer sind teure Untersuchungen oder operative Eingriffe medizinisch notwendig. Der behandelnde Arzt sollte folgende Fragen beantworten können:

  • Ÿ Welchen Nutzen hat der Eingriff?
  • Ÿ Welche Risiken hat er?
  • Ÿ Was soll mit dem Eingriff erreicht werden?
  • Ÿ Gibt es Alternativen?
  • Ÿ Welche Folgen hat es, wenn gar nichts gemacht wird?

Wen die Antworten nicht überzeugen, sollte eine zweite Meinung von einem anderen Arzt einholen. Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) weist darauf hin, dass es „qualitätsgesicherte, medizinische Informationen“ auch im Internet gibt: etwa bei gesundheitsinformation.de, patienten-information.de oder krebsinformation.de. Sich im Vorwege über Krankheitsbild und Behandlungen zu informieren, helfe zudem im Arzt-Patienten-Gespräch, die richtigen Fragen zu stellen. Die UPD selbst bietet sowohl per Telefon als auch Online eine individuelle Beratung an.

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Eine Vorsorgevollmacht richtig nutzen

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Wer eine Operation vor sich hat, sollte überlegen, ob sie oder er einer Vertrauensperson eine Vorsorgevollmacht ausstellt. Komplikationen können dazu führen, dass man nach einem Eingriff vielleicht nicht in der Lage ist, bestimmte Entscheidungen selbst zu fällen oder sich beispielsweise um Geldangelegenheiten zu kümmern.

Bei der Anmeldung im Krankenhaus sollten Patienten Einweisungspapiere und Gesundheitskarte bereithalten. Auch Befunde, ein Medikationsplan, wenn vorhanden, sowie Angaben zu Medikamenten-Unverträglichen oder Allergien sollte man hier angeben.

Vorbereitung auf eine Operation

Wer krank ist, ist oft auch geschwächt und unaufmerksam. Darüber, wie eine Operation abläuft und was für eine Anästhesie gemacht wird, werden Patienten im Vorwege informiert – beispielsweise bei einem ambulanten Termin vorab oder auf der Station. Angehörige können und sollten dabei sein. Vier Augen und Ohren bekommen mehr mit als zwei.

Egal ob man allein in einem Gespräch mit dem Arzt ist oder jemand dabei ist: Es ist in jedem Fall hilfreich, sich dabei Notizen zu machen. Auch vorher Fragen aufzuschreiben, kann sinnvoll sein: vor allem etwa zu Ablauf und Dauer der Operation. Wichtig zu wissen ist aber auch, wie die Heilung vermutlich abläuft, wie lange der Patient im Krankenhaus bleiben muss und ob eine Reha vorgesehen ist. Immer nachfragen, wenn etwas unverständlich ist.

Vor jeder Operation ist heute ein sogenanntes Team-Time-Out Standard. Bei diesem Sicherheitscheck – ähnlich dem eines Piloten vor dem Abflug – wird unter anderem noch mal im Team abgefragt, um welchen Patienten es sich handelt und welche Operation an welchem Körperteil vorgenommen werden soll. Erst wenn alle zustimmen, macht der Chirurg den ersten Schnitt. Prinzipiell ist es sinnvoll nachzufragen, ob das Krankenhaus mit solchen Verfahren beziehungsweise strukturierten OP-Checklisten arbeitet, so die Experten der UPD.

Im Alltag auf der Station bestehen

Pflegekräfte und Ärzte haben oft kaum noch Zeit, ihre Aufgaben so sorgfältig und in Ruhe zu erledigen, wie sie es gern würden – von Zuwendung dem Patienten gegenüber ganz zu schweigen. Kennt der Patient Ärzte und Pflegepersonal beim Namen, erleichtert das den Umgang.

In einem Notizheft kann man alle Namen, Telefonnummern, Informationen und zu erledigende Dinge aufschreiben. Wer selbst dazu nicht in der Lage ist, sollte Angehörige und Freunde bitten es zu tun. Auch Fragen, die man dem Arzt bei der nächsten Visite stellen möchte, kann man dort festhalten. Alle Unklarheiten sollten Patienten oder ihre Angehörigen unbedingt ansprechen, so die UPD. Das gelte auch für Fragen rund um besondere Kostformen.

Wer mehr als drei Medikamente einnehmen muss, hat einen gesetzlichen Anspruch auf einen Medikationsplan. Die UPD weist daraufhin, dass damit Fehlern bei der Medikamentengabe vorgebeugt werden könne. Außerdem komme es bei der Behandlung im Krankenhaus meist zu einer Umstellung der Medikamente. Wer sich unsicher ist, welche Präparate er in welcher Menge bekommt, sollte immer nachfragen.

Kann lebensrettend sein: Handhygiene

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Nicht nur das Personal sollte in Sachen Hygiene auf dem neuesten Stand und professionell geschult sein. Auch Besucher sollten die Grundregeln der Hygiene kennen. Bevor sie in das Stationszimmer kommen, haben sie vielleicht Hände geschüttelt, U-Bahn-Haltegriffe, Fahrstuhlknöpfe oder Einkaufswagen angefasst oder haben sich sogar nach einem Toiletten-Gang nicht ausreichend die Hände gewaschen.

Bereits am Eingang oder an der Tür zur Station angebrachte Spender mit Desinfektionsmittel unbedingt benutzen. Besucher sollten ihre Hände gerade beim Kommen desinfizieren. Aber auch nach dem Besuch ist die Reinigung sinnvoll, um keine Krankenhauskeime mit nach Hause zu nehmen.

Wer hilft bei seelischen Beschwerden?

Eine Krankheit oder eine Operation können dazu führen, dass man sich hilflos fühlt und Zuspruch braucht. Den können auch Angehörige und Freunde nicht immer geben. Die meisten modernen Krankenhäuser haben daher eine Klinik-Seelsorgerin oder einen Klinik-Seelsorger.

Zwar stehen dahinter meist die beiden großen christlichen Kirchen. Doch das Angebot können alle Patienten wahrnehmen, egal ob religiös oder nicht. Wie die Apotheken-Umschau berichtet, gibt es an vielen Kliniken mittlerweile auch seelsorgerische Angebote für muslimische Patienten.

Nach dem Krankenhaus: Ab in die Reha?

Vor dem Eingriff sollte unbedingt geklärt werden, wer einen anschließend zu Hause versorgt, falls das erforderlich sein sollte. Wer vorher schon darüber nachgedacht hat, kann entspannter regenerieren und laut Statistiken schneller das Krankenhaus verlassen. Während des Klinikaufenthaltes bleibt nicht viel Zeit zu planen: Wochenlange Aufenthalte im Krankenhaus nach einer Operation sind selten geworden. Im Durchschnitt werden Patienten heute nach rund sieben Tagen entlassen.

Nach schweren orthopädischen Eingriffen oder etwa einer Bypass-Operation bekommen frisch Operierte in der Regel eine Reha, wenn das medizinisch angeraten ist und sie fit genug dafür sind. Der genaue Begriff ist Anschlussheilbehandlung. Sie muss zeitnah nach der Operation stattfinden und vom Krankenhaus-Arzt verschrieben werden, damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Leider gelingt es oft nicht, direkt nach dem stationären Krankenhausaufenthalt einen Platz in einer Reha-Klinik zu bekommen. Die Aufgabe, so etwas zu organisieren, fällt dem Sozialdienst im Krankenhaus zu. Die Mitarbeiter sind zudem dafür da, den Patienten dabei zu helfen, bei Bedarf Anschlusspflege zu bekommen oder Kontakt zu Beratungsstellen zu finden.

Erstversorgung zu Hause planen

Dennoch werden Patienten auch dann entlassen. Das bedeutet, dass zu Hause möglicherweise Wunden versorgt werden müssen und es ausreichend Medikamente geben muss. Deshalb möglichst sofort dem Hausarzt Bescheid geben, sobald eine Operation ansteht, nach der eine medizinische Versorgung zu Hause erforderlich ist. Auch die Krankenkasse sollte darüber informiert werden.

Vom behandelnden Klinikarzt bekommen Patienten üblicherweise nicht nur einen Entlassungsbrief, sondern auch einen Medikationsplan. Außerdem sollten sie Medikamente erhalten, wenn auch nur für einen oder zwei Tage, bis der Hausarzt neue Rezepte ausstellen kann.

Wenn eine normale Reha nicht möglich ist

Ältere Patienten sind manchmal nicht fit genug für eine Anschlussheilbehandlung. Dort müssen die Patienten nämlich selbstständig zu Behandlungsterminen gehen und sind eher wie in einem Hotel untergebracht. Senioren, die noch nicht wieder bei Kräften sind, können eine geriatrische Komplexbehandlung (umgangssprachlich auch geriatrische Reha) erhalten.

Dort werden sie weiterhin ärztlich versorgt, bekommen aber auch Reha-Maßnahmen wie Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie. Hier wird der ganze Mensch behandelt, um ihn fit für ein Leben in den eigenen Wänden zu machen. Achtung: Wer eine geriatrische Reha wahrgenommen hat, bekommt keine Anschlussheilbehandlung mehr von der Krankenkasse finanziert.

Feststellung des Pflegerades frühzeitig einleiten

Falls abzusehen ist, dass sich ein Patient nach einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr selbst versorgen kann, sollte möglichst frühzeitig bei der Krankenkasse ein Antrag auf Feststellung des Pflegegrades gestellt werden. Beratung und Hilfestellung bieten zudem die Pflegestützpunkte vor Ort.

Wo gibt es Hilfestellung und Tipps?

Weitere Informationen

Rat und Hilfe gibt es zudem bei Patientenschutzorganisationen wie der Unabhängigen Patientenberatung oder der Stiftung Patientenschutz. Auf dem Angebot der Weißen Liste finden Patienten ausführliche Informationen über Krankenhäuser sowie diverse detaillierte Checklisten. Beim Aktionsbündnis Patientensicherheit gibt es eine Vielzahl von Broschüren zum Thema Behandlungsfehler. Wer chronisch krank ist oder längerfristig Unterstützung braucht, auch mental, findet womöglich Hilfe bei den Patientenschutzorganisationen oder Selbsthilfegruppen.

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Im-Krankenhaus-Sicherheitstipps-fuer-Patienten,klinikaufenthalt100.html

Fieber in der Schwangerschaft: Gefährlich fürs Baby?

Bei Fieber handelt es sich um ein Symptom, nicht um eine eigenständige Erkrankung. Der Körper reagiert mit dem Anstieg seiner Temperatur auf eine Infektion mit Viren, Bakterien oder anderen Erregern, um dadurch seine Stoffwechselvorgänge zu beschleunigen und die Krankheit abzuwehren. Fieber kann also durchaus nützlich sein, wird in einigen Fällen aber auch zur Gefahr. Erhöht sich die Körpertemperatur jeweils um ein Grad Celsius, steigert das den Stoffwechsel um zwölf Prozent und die Herzfrequenz um 15 Schläge pro Minute. Fieber in der Schwangerschaft bedarf besonderer Achtsamkeit.

Artikelinhalte im Überblick:

  • Wann spricht der Arzt von Fieber?
  • Ursachen: Fieber in der Schwangerschaft?
  • Fieber in der Schwangerschaft: gefährlich fürs Baby?
  • Fieber in der Frühschwangerschaft
  • Wann ins Krankenhaus?
  • Was tun bei Fieber?
  • Fieber senken: Welche Medikamente sind erlaubt?
  • Fieber vorbeugen
  • Fieber nach der Schwangerschaft

Ab wann wird von Fieber gesprochen?

Fieber geht oft mit Begleiterscheinungen wie Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher und wird deshalb meist als sehr belastend empfunden. Man unterscheidet die Schwere je nach Höhe des Temperaturanstiegs:

  • Subfebrile (leicht erhöhte) Temperaturen: bis 37,8 °C

  • Mäßiges Fieber: 37,9 °C bis 38,4 °C

  • Hohes Fieber: über 38,5 °C

Welche Ursachen hat Fieber in der Schwangerschaft?

Erhöhte Temperaturen und sehr hohes Fieber können als Symptome verschiedenster Erkrankungen auftreten: in Verbindung mit einer Erkältung, einer Grippe oder als Reaktion auf eine Impfung, als typisches Beschwerdebild bei Tropenkrankheiten wie bei einer Infektion mit Dengue, Malaria oder Zika, bei vielen weiteren Krankheiten wie Masern, Scharlach oder Lungenentzündungen sowie im Verbund mit nicht infektiösen Erkrankungen wie dem rheumatischen Fieber.

Achtung: Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch wird von einer Reise in Zika-Ausbruchsgebiete dringend abgeraten. Bei einer Ansteckung mit dem Zika-Virus – die überwiegend durch Stechmücken, aber auch durch ungeschützen Sexualverkehr erfolgt – tritt nicht nur Fieber auf, sondern es können Schädelverformungen (Mikrozephalie) beim Ungeborenen verursacht werden.

Fieber in der Schwangerschaft: gefährlich fürs Baby?

Schadet Fieber in der Schwangerschaft dem Baby? Diese Frage stellen sich viele werdende Mütter und auch wissenschaftliche Studien setzen sich damit auseinander – mit teils kontroversen Ergebnissen. Experten gehen aktuell davon aus, dass sehr hohes Fieber in der Schwangerschaft Fehlbildungen im Zentralnervensystem des Babys, also dem Gehirn und dem Rückenmark, auslösen könnte. Deshalb wird schwangeren Frauen generell zur Vorsicht geraten.

Leichtes Fieber in der Schwangerschaft

Tritt im Rahmen einer Erkältung kurzzeitig leichtes Fieber in der Schwangerschaft auf, müssen sich Betroffene nicht sofort sorgen: Bei Temperaturen, die unter 38,5 Grad liegen, besteht in einem solchen Fall in der Regel keine Gefahr für das Ungeborene. Werdende Mütter sollten sich schonen, ihre Temperatur kontrollieren und im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Arzt oder der Hebamme halten.

Hohes Fieber in der Schwangerschaft

Lang anhaltendes, hohes Fieber in der Schwangerschaft kann für das Baby gefährlich werden, vorzeitige Wehen auslösen und zu einer Frühgeburt führen. Schwangeren wird deshalb vorsichtshalber empfohlen, bereits bei Temperaturen von über 38,5 Grad fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen. In Absprache mit dem Arzt, der Hebamme oder dem Apotheker können dies Hausmittel oder geeignete Medikamente sein. Ist das Fieber sehr hoch und hält an, muss der Arzt eine entsprechende Behandlung einleiten.

Auch, wenn Fieber ohne erkältungstypische Begleiterscheinungen oder erkennbaren Grund auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Fieber in der Frühschwangerschaft

Besonders bei Fieber in der Frühschwangerschaft ist es wichtig, achtsam zu sein. Stark erhöhtes und lang andauerndes Fieber kann Fehlbildungen beim Embryo, Herzrasen (Tachykardie) und eine daraus resultierende Erschöpfung der Energievorräte (Hypoglykämie) hervorrufen. Bei Temperaturen über 38,5 Grad sollte sicherheitshalber der Arzt verständigt werden. Er wird im individuellen Fall abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand oder dem Verlauf der Schwangerschaft entscheiden, was zu tun ist.

Fieber in der Schwangerschaft: Wann ins Krankenhaus?

Ist der behandelnde Frauenarzt nicht erreichbar, das Fieber aber sehr stark und schon lange anhaltend, können Schwangere am Wochenende oder abends die Ambulanz der Frauenklinik aufsuchen.

Was tun bei Fieber in der Schwangerschaft?

Handelt es sich um leichtes Fieber, das mit typischen Erkältungssymptomen einhergeht, können Betroffene selbst etwas zu ihrer Genesung beitragen:

  • Schonen! Der Körper braucht jetzt Ruhe, um sich gegen die Krankheitserreger zu wehren.

  • Viel schlafen. Es heißt nicht umsonst: Schlafen ist die beste Medizin.

  • Mehr Flüssigkeit in Form von Mineralwasser und Tee zu sich nehmen, um den Verlust des Körpers auszugleichen und die Elektrolytzufuhr zu erhöhen.

  • Nur leicht verdauliche Kost essen, auf fett- und eiweißreiche Speisen verzichten.

  • Sich mit lauwarmen (nicht zu kalten) Wickeln um die Waden oder auf der Stirn abkühlen.

  • Baden in lauwarmem Wasser kann ebenfalls helfen.

  • Leichte, atmungsaktive Kleidung tragen, damit nicht noch mehr geschwitzt wird.

Fieber senken in der Schwangerschaft: Welche Medikamente sind erlaubt?

Generell gilt in der Schwangerschaft in Bezug auf Medikamente: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Schwangere sollten deshalb nicht einfach zu frei verkäuflichen Mitteln aus der Apotheke greifen – sie können Bestandteile enthalten, die der Entwicklung des Babys schaden. Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, empfiehlt, soweit wie irgend möglich auf Schmerzmittel zu verzichten. Sind die Schmerzen so stark, dass sie angebracht sind „dann ist es besser, wenn die schwangere Frau das zuerst mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt bespricht“.

Paracetamol gilt in allen drei Trimestern der Schwangerschaft (alternativ: Ibuprofen bis zur 28. Schwangerschaftswoche) als fiebersenkendes Medikament erster Wahl. Doch: „Auch Paracetamol sollte in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen und so niedrig dosiert wie möglich eingenommen werden“, so Albring.

Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin rät ebenfalls von einer unkritischen Einnahme ab: Paracetamol sollte nicht regelmäßig bei moderaten Beschwerden eingenommen werden, sondern bei Schmerzen und Fieber, die eine Arzneimitteltherapie erfordern. Aktuelle Informationen zur Unbedenklichkeit bestimmter Medikamente können Schwangere jederzeit hier abrufen: www.embryotox.de.

Fieber in der Schwangerschaft vorbeugen

Eine Infektion mit Viren oder Bakterien lässt sich leider auch in der Schwangerschaft nicht immer vermeiden. Frauen mit Kinderwunsch sollten aber auf einen vorhandenen Grippeimpfschutz achten. Zwar stellen die Grippeerreger selbst keine Gefahr für das Baby dar, doch der Krankheitsverlauf mit Fieber und Gliederschmerzen ist kräftezehrend. Eine Impfung gegen die saisonale Influenza ist auch während der Schwangerschaft noch möglich, da es sich nicht um einen Lebendimpfstoff handelt. Die Impfung wird Schwangeren sogar ausdrücklich empfohlen!

Fieber nach der Schwangerschaft

Nach der Entbindung kann bedingt durch Infektionen das sogenannte Kindbettfieber auftreten – etwa aufgrund von Wundheilungsstörungen. Häufig wird Fieber im Wochenbett auch durch Milchstau oder eine Brustentzündung (Mastitis) verursacht.

Lesen Sie hier alles zum Thema Fieber nach der Geburt

Fieber in der Schwangerschaft

Hallo Mädels,
wollte Euch nur schnell was berichten. Seit Mittwoch Abend hab ich Fieber und bin krank.
Mein Hausarzt meinte am Donnerstag zu mir, ich soll Paracetamol nehmen usw… Antibiotika bekomm ich auch. Das Paracetamol hilft bei mir leider nicht so sehr. Freitag ging es mir immer schlechter, fast 3 Tage Fieber von 38,5-39,7. Die Krankenschwerster sagte mir telefonisch ich soll bei 40 ins Krankenhaus fahren.
Die im Krankenhaus waren geschockt (Gyn. Abteilung) dass der Arzt mich nicht gleich überwiesen hat. Ich wurde Gestern sofort stationär aufgenommen, vorallem nachdem ich zusammengebrochen bin.
Nochmals, ab 38 Grad ist „Fieber“ Temeperatur gefährlich in der Schwangerschaft!
Das Baby „kocht“ im Fruchtwasser, so wurde das mir erklärt, de zu hohe Temperatur kann zu frühzeitigen Wehen kommen oder FG. Unterschätzt das nicht, habe hier nach Postings gesucht und so viele gefunden wo es hieß „ist nicht schlimm…..“ mir wurden Gestern xxx Infusionen gegeben und spät Nachts durfte ich auf eigenen Wunsch nach Hause. (Wohne nur Straße weiter vom Krankenhaus)
Also, wenn das Fieber nicht runtergeht, ab ins KH! Denkt an Euer Baby.
Alles liebe
Aurika mit Alina-Juliett 3,5 Jahre + Babylein 12 SSW

Fieber in der Schwangerschaft

Fieber und Schwangerschaft ist eine unangenehme Kombination. Die erhöhte Temperatur schwächt deinen Körper und als werdende Mutter kannst du nur sehr eingeschränkt zu Medikamenten greifen, um die Temperatur zu senken. Tritt das Fieber zusammen mit einer Erkältung oder Grippe auf, kommen meist noch andere Symptome hinzu. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um Fieber in der Schwangerschaft zu behandeln, ohne deinem Baby zu schaden.

Im Video: 4 Tipps bei Fieber in der Schwangerschaft

Dir bereitet Fieber Sorgen? Dann schau dir schnell unsere vier Tipps dagegen an. Gute Besserung!

Ab wann hat man Fieber in der Schwangerschaft?

Von Fieber spricht man ab einer Körpertemperatur von 38 Grad während der Schwangerschaft. Alles darunter, was nicht der normalen Körpertemperatur entspricht, wird als erhöhte Temperatur bezeichnet.

Doch Fieber ist nicht unbedingt schlecht: Es ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Krankheitserreger. Wenn das Fieber allerdings zu hoch wird oder du dich noch in der Frühschwangerschaft befindest, besteht ein gesundheitliches Risiko für dich und dein Kind. Fieber bei Schwangeren ist jedoch schwierig zu behandeln, da die meisten Medikamente für Schwangere nicht geeignet sind, zudem schwächt die erhöhte Temperatur deinen Körper und mindert dein Wohlbefinden. Du solltest das Fieber daher immer beobachten, damit du rechtzeitig einen Arzt zu Rate ziehen kannst, wenn die Temperatur zu stark steigt. Ab einer Temperatur von 40 Grad Celsius solltest du dich sicherheitshalber ins Krankenhaus begeben.

Meist steckt eine Erkältung oder ein grippaler Infekt hinter dem Fieber.

Die Ursachen für Fieber in der Schwangerschaft

Dein Körper reagiert auf eine Vielzahl von Krankheitserregern mit Fieber. Meist tritt das Fieber gemeinsam mit anderen Erkältungssymptomen wie Husten oder Schnupfen auf und ist ein Zeichen dafür, dass du einen grippalen Infekt hast. Dein Körper erhöht in diesem Fall die Temperatur, um die Krankheitserreger abzuwehren. Auch wenn es sich nur um einen Temperaturanstieg um wenige Grad handelt, können die meisten Keime die erhöhte Temperatur nicht überleben. So unterstützt das Fieber bei Schwangerschaft deinen Körper im Kampf gegen die Krankheitserreger.

Da dein Immunsystem während der Schwangerschaft geschwächt ist und Krankheitserregern daher eine bessere Angriffsfläche bietet, kann es sein, dass du als werdende Mutter öfter Fieber entwickelst als sonst. Eine Infektion ist die häufigste Ursache für Fieber in der Schwangerschaft. Trotzdem solltest du Fieber in der Schwangerschaft besonders beobachten. Wenn die erhöhte Temperatur scheinbar ohne Grund auftritt und von Bauchschmerzen begleitet wird, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Wann ist Fieber bei Schwangeren ein Risiko?

Fieber in der Schwangerschaft bedeutet meist keine Gefahr für dich und dein Baby. Dennoch solltest du genau auf die Temperaturentwicklung deines Körpers achten.

  • Bis 38 Grad: Bei erhöhter Temperatur ist es wichtig, dem Körper viel Ruhe zu gönnen und die Temperatur regelmäßig zu messen. Solange das Fieber nicht über 39°C steigt und von den üblichen Symptomen einer Erkältung begleitet wird, wie zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen, besteht kein Grund zur Beunruhigung.
  • Ab 39 Grad: Steigt das Fieber in der Schwangerschaft über 39°C und zeigt sich dafür kein erkennbarer Grund, wie zum Beispiel eine Erkältung, sollte das Fieber ärztlich abgeklärt werden. Es kann ansonsten ein gesundheitliches Risiko für dich und dein Baby darstellen. Das gilt besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft, wenn dein Baby die wichtigsten Entwicklungsschritte macht.
  • Längere Zeit über 39 Grad: Liegt die Temperatur längere Zeit über 39°C, besteht die Gefahr frühzeitiger Wehen oder einer Fehlgeburt. Du solltest schnell zum Arzt gehen!
  • Fieber und Bauchschmerzen: Gehen Fieber und Schwangerschaft mit Bauchschmerzen einher, besteht das Risiko eines vorzeitigen Blasensprungs. Möglicherweise rät der behandelnde Arzt dir in diesem Fall zur Einnahme eines Medikaments, um das Fieber zu senken.

Fieber in der Schwangerschaft ist selten wirklich gefährlich.

So kannst du Fieber in der Schwangerschaft behandeln

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Fieber in der Schwangerschaft zu behandeln, ohne auf Medikamente zurückgreifen zu müssen:

#1 Wadenwickel

Steigt das Fieber über 39°C an, ist es wichtig, die Temperatur dauerhaft zu senken, um das Risiko für dich und dein Kind zu verringern. Wadenwickel eignen sich hierfür besonders. Sie fördern im Zusammenhang mit Wärme und Ruhe zusätzlich dein Wohlbefinden und sorgen für einen erholsamen Schlaf. Das ist wichtig, da dein Körper durch das Fieber und die Erkältung geschwächt ist.

#2 Baden

Ein Bad in lauwarmem Wasser kann dir ebenfalls helfen, das Fieber in der Schwangerschaft zu senken. Dabei solltest du darauf achten, dass das Wasser zwar nur lauwarm ist, aber nicht so kühl wird, dass du während des Badens frierst. Nach dem Bad ist es wichtig, dass du dich gut abtrocknest und warm anziehst.

#3 Kühle Getränke

Kühle Getränke wie zum Beispiel gekühlter Tee (Lindenblütentee eignet sich besonders) oder frische Fruchtsäfte können deine Körpertemperatur zusätzlich positiv beeinflussen. Vorbeugend kannst du außerdem Vitamin C einnehmen, um das Immunsystem zu stärken. Bei einer akuten Erkältung mit Fieber empfiehlt sich Vitamin C in Form von heißer Zitrone oder heißem Holunder. So wird deinem Körper bei Fieber zusätzlich zum Vitamin C Flüssigkeit zugeführt und die Wärme wirkt sich wohltuend auf deinen gesamten Körper aus.

Viel zu trinken kann gegen Fieber in der Schwangerschaft helfen.

Medikamente sind mit Vorsicht zu genießen

Mit der Einnahme von Medikamenten solltest du als werdende Mami bei Fieber während der Schwangerschaft grundsätzlich vorsichtig sein. Ein geeignetes Medikament zur Behandlung von Fieber bei Schwangerschaft ist Paracetamol. Es ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Vor der ersten Einnahme solltest du aber in jedem Fall einen Arzt zu Rate ziehen. Außerdem ist es wichtig, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die Dosierungshinweise für Schwangere unbedingt zu beachten. Im Zweifelsfall kann der Apotheker auf alles hinweisen, was du bei der Einnahme berücksichtigen solltest.

In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft solltest du Paracetamol nur in Ausnahmefällen und in sehr kleinen Mengen einnehmen. In diesem Stadium der Schwangerschaft kann sich das Medikament negativ auf das ungeborene Baby auswirken. Es erhöht zum Beispiel das Risiko, dass das Kind im Schulalter an Asthma erkrankt. Es ist immer ratsam, vor der Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft mit dem behandelnden Arzt zu sprechen.

Eine homöopathische Alternative bei Fieber in der Schwangerschaft sind bestimmte Schüßler-Salze. Zur Fiebersenkung werden die Schüßler-Salze Nr. 3, 5 und 24 empfohlen. Sie sind in Form von Tabletten oder Globuli erhältlich. Die Schüßler-Salze kannst du einzeln oder frei miteinander kombiniert einnehmen. Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von Schüßler-Salzen nicht bekannt. Sie sind daher gut verträglich für dich und dein Baby und können bedenkenlos zur Behandlung von Fieber bei Schwangerschaft eingenommen werden.

Fieber in der Schwangerschaft schwächt deinen Körper und mindert dein Wohlbefinden. Trotzdem ist es für die Bekämpfung von Krankheitserregern wichtig. Medikamente sind zur Behandlung von Fieber in der Schwangerschaft leider nur selten geeignet. Daher hilft nur eins: Ab ins Bett und auskurieren! Mit viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und den bewährten Hausmitteln gegen Fieber und Erkältung kann sich dein Körper schnell wieder erholen.

So bekommen kranke Eltern eine Haushaltshilfe

Eine Mama oder ein Papa ist immer da. So wünscht man es sich. Wird ein Elternteil aber krank und muss ins Krankenhaus, dann bricht schnell das ganze Familiensystem zusammen. Eine Haushaltshilfe, die einspringt und sich um die Kinder kümmert, kann hier die Rettung sein.

Meistens sind es die Mütter, die dafür sorgen, dass alles reibungslos funktioniert. Sie wissen, wer wann wo sein muss, was das Kind dort braucht, auf was man in Kindergarten und Schule achten muss. Schon ein grippaler Effekt kann für Durcheinander sorgen. Sind auch die Kinder betroffen, steht Arbeitnehmern eine bestimmte Anzahl an Tagen zu, an denen sie sich „kindkrank“ schreiben lassen können.

Noch nicht alle Arbeitgeber zeigen sich verständnisvoll

Doch was, wenn die Kinder gesund sind, aber die Mutter flachliegt? Wenn die haushaltsführende und organisierende Person für mehr als ein paar Tage ausfällt? Wenn sie ins Krankenhaus, zur Kur oder in Reha muss? Im Normalfall geht man auch heute noch davon aus, dass der Vater einspringt – vorausgesetzt, der Arbeitgeber stimmt zu. Gesetzlich verpflichtet ist dazu aber niemand. Und oft hängt das auch von der Schwere der Krankheit ab.

Zeigt sich der Chef nicht verständnisvoll, sind Betriebs- oder Personalrat manchmal noch die richtigen Ansprechpartner. Schließlich ist es für die Kinder die beste Lösung, wenn in einer solch schwierigen Situation wenigstens noch jemand da ist, der ihnen vertraut ist, der die Strukturen kennt und das Loch, das die Mutter gerade hinterlässt, auszufüllen weiß. Wenn Angehörige unbezahlten Urlaub nehmen, können sie bei der gesetzlichen Kasse die Erstattung des Verdienstausfalls beantragen.

Haushaltshilfe gibt es nur mit jungem Kind in der Familie

Aber die Zeiten haben sich geändert. Immer mehr Eltern sind allein erziehend und auch die Großeltern stehen nicht mehr so ohne weiteres zur Verfügung, weil sie selbst noch arbeiten oder weit entfernt wohnen.

Kann niemand aus der Familie helfen, hat man Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Das kann auch jemand aus dem Freundeskreis sein. Ansonsten gibt es verschiedene Träger, die Haushaltshilfen vermitteln.

„Voraussetzung ist, dass im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist“, erklärt Claudia Widmaier vom GKV-Spitzenverband. Eine sehr knapp bemessene Altersgrenze, schließlich soll das Kind möglicherweise wochenlang Tag und Nacht alleine bleiben, noch dazu in einer seelischen Ausnahmesituation.

Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und gibt den Kassen mit diesem Mindeststandard einen Spielraum in ihren Satzungen. Einige haben das Alter bereits auf 14 Jahre hochgesetzt, andere sogar auf sinnvolle 16.

Dorfhelferinnen können sogar einen Bauernhof führen

Die Haushaltshilfe, auch Familienpflegerin genannt, kümmert sich um all das, was ansteht: die Kinder in den Kindergarten oder zum Sport bringen, einkaufen, kochen, Wäsche waschen, putzen, bei den Hausaufgaben helfen.

Dorfhelferinnen können sogar einen bäuerlichen Betrieb weiterführen. Sie sind für die Kinder da – wenn notwendig auch nachts und am Wochenende – und bewältigen den Alltag.

Bei Berufstätigkeit wird die Leistung nur für die Zeit bewilligt, in der das Kind nicht anderweitig betreut ist, zum Beispiel durch die Krippe oder den Hort. Also nur in der Zeit, in der die kranke Person auch für das Kind dagewesen wäre.

Es ist nicht einfach, das Zepter aus der Hand zu geben

Die Kassen unterstützen auch dann, wenn der erkrankte Elternteil nicht in der Lage ist, sich ausreichend um die Kinder zu kümmern. Das kann während einer Schwangerschaft der Fall sein. Oder direkt nach der Geburt, wenn es kleine Kinder im Haushalt gibt und die Mutter mit durch die Geburt hervorgerufenen Problemen kämpft.

Gleiches gilt bei ambulanten Maßnahmen, die gesundheitlich erforderlich sind: Behandlungen in Reha-Tageskliniken oder Chemotherapien zum Beispiel.

Eltern, die in einer solch schwierigen Situation sind, sind zum einen dankbar, dass sie Hilfe bekommen, freunden sich zum anderen aber oft nur schwer mit dem Gedanken an, dass zu Hause jetzt eine Fremde das Regime führt. Wird alles gut laufen, wie reagieren die Kinder, wird sie sie auch seelisch auffangen? Das sind die Fragen, die keine Ruhe lassen. Doch im Normalfall sind die aushelfenden Frauen daran gewöhnt, sich in bestehende Systeme schnell einzufinden. Und nicht daran interessiert, den Haushalt oder Alltag der anderen umzukrempeln.

Was tun, wenn es mit der Haushaltshilfe nicht klappt?

Kommt es allerdings doch zu Konflikten, zum Beispiel mit den Kindern, dann rät Heike Morris, Juristin bei der UPD (Unabhängige Patientenberatung Deutschland) zum zügigen Handeln. „Wenn ein direktes Gespräch keine Verbesserung der Situation bringt, dann sollte man schnellstmöglich den Kontakt zur Krankenkasse suchen, damit entschieden werden kann, wie man weiter vorgeht.“

Manchmal muss man sein Recht durchsetzen

Um Hilfe im Krankheitsfall zu erhalten, braucht man vom Arzt eine Verordnung, auf der bescheinigt wird, dass und wie lange die Hilfe benötigt wird und wie viele Stunden täglich diese im Einsatz sein muss. Diese Verordnung wird bei der Krankenkasse eingereicht. Das gilt für gesetzlich Versicherte – private Krankenkassen zahlen eine Haushaltshilfe nur selten und mit einem vorher abgeschlossenen Spezialtarif.

Zunächst wird in der Regel die Haushaltshilfe erst einmal für eine bestimmte Zeit bewilligt und bei Bedarf verlängert. Bei Krankheiten wie Krebs können das Monate sein. Während eines Krankenhausaufenthaltes gibt es keinen Diskussionsbedarf.

Anders sieht es aus, wenn die Mutter oder der Vater wieder zu Hause ist. Da muss die Dringlichkeit so manches Mal schon mit viel Papierkrieg deutlich gemacht werden.

Nicht nicht immer ist sofort klar, wer für die Übernahme der Kosten verantwortlich ist: die Kasse, der Rentenversicherungsträger, das Jugendamt oder andere Stellen. „Das ist zum Teil sehr kompliziert und immer vom Einzelfall abhängig“, sagt Juristin Morris. Das bedeute aber nicht, dass man, sofern zwei verschiedene Stellen zuständig sind, auch die Haushaltshilfe wechseln müsse. Man bedient sich schließlich aus demselben Pool.

Geringverdiener werden unterstützt

Die Kosten für die Haushaltshilfe werden übernommen. Man zahlt höchstens zehn Euro pro Tag dazu. Bei geringem Einkommen kommt der Gesetzgeber den Kranken zusätzlich mit Belastungsgrenzen entgegen. Werden diese überschritten, sind sie von der Zuzahlung befreit.

Neben der Krankenkasse gibt es noch andere Leistungsträger, die Hilfe vermitteln oder Kosten übernehmen. Findet sich aber kein Kostenträger, zum Beispiel, weil die Kinder bereits älter sind als in der Satzung vorgesehen, dann bleibt nur die private Abrechnung.

Diese Kosten kann man dann als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Ab der Geburt des Kindes bis zum 14. Lebensjahr können sie mit zwei Dritteln geltend gemacht werden, bei einer Höchstgrenze von 4000 Euro. „Liegen die Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug nicht vor, dann ist eine Steuerermäßigung denkbar – für haushaltsnahe Dienstleistung“, sagt die Nürnberger Steuerberaterin Anja Bohn-Heßner. Das greift zum Beispiel dann, wenn das Kind 15 Jahre alt ist und keinesfalls wochenlang Tag und Nacht alleine gelassen werden kann.

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Kinder: Begleitperson im Krankenhaus

Voraussetzungen für die Aufnahme einer erwachsenen Begleitperson

  • Kind und Begleitperson werden in einem öffentlichen Krankenhaus in Oberösterreich aufgenommen.
  • Die Unterbringung einer Begleitperson ist im jeweiligen Krankenhaus organisatorisch und vom Platzangebot her möglich.
  • Für die Aufnahme der Begleitperson müssen besondere Gründe vorliegen. Die ärztliche Leitung des Krankenhauses muss zustimmen. Eine fixe Altersgrenze für das Kind gibt es nicht. Entschieden wird jeweils im Einzelfall.

Die Kosten übernimmt das Land Oberösterreich. Die Begleitperson zahlt nur einen täglichen Kostenbeitrag (Selbstbehalt) von EUR 5,10. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen keinen täglichen Kostenbeitrag.

Sonderfall: Babys im ersten Lebensjahr

  • Kann das Baby nur gemeinsam mit der Mutter (bzw. einer anderen Begleitperson) aufgenommen werden, wird in keinem Fall ein täglicher Kostenbeitrag verrechnet. Eine Zustimmung der ärztlichen Leitung ist nicht notwendig.
  • Braucht die Mutter eines Babys Spitalspflege, kann sie ihr Kind mitbringen. Für das Kind wird ebenfalls kein täglicher Kostenbeitrag verrechnet.

‌ Zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2019

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