Bis wann muss sich das baby drehen

Erlebnisbericht: Die äussere Drehung (äussere Wendung) des Babys in einer Universitäts-Frauenklinik

Voruntersuchung am Dienstagnachmittag

Ich wurde bereits von der Hebamme erwartet. Nach der üblichen Urinuntersuchung wurde zuerst ein halbstündiges CTG gemacht – dem Kind ging es sehr gut, von daher stand einer äusseren Drehung nichts im Wege. Die anschliessende Ultraschalluntersuchung ergab, dass das Kind sich noch immer in der Beckenendlage (BEL) befand.

Nun kam die Narkoseärztin und klärte mich auf, was für Anästhesien im Falle eines notwendigen Kaiserschnitts (Sectio) gemacht würden: Wenn es ganz schnell gehen muss, dann Vollnarkose, als nächste Methode die Spinalanästhesie (ähnlich der Periduralanästhesie wird der untere Körperabschnitt betäubt, jedoch wird dabei das Narkotikum direkt zwischen die Rückenwirbel eingespritzt, deren Umgebung zuvor leicht lokal betäubt wird). Wenn eine Sectio zwar erforderlich ist, jedoch genügend Zeit da ist, so wird evtl. eine PDA (Periduralanästhesie) gelegt. Die notwendigen Formalitäten bzw. die Vorgeschichte (Anamnese) wurde noch durchgecheckt und schliesslich unterschrieben.

Danach kam die erste Oberärztin und ich konnte alles fragen, was ich auf dem Herzen hatte. Sie erklärte mir, dass sie das Kind zu zweit drehen würden, d.h. mit einer zweiten Oberärztin, und zwar auf eine schonende und langsame Methode und dass ich jederzeit Stopp sagen könne, falls es mir weh täte oder ich eine Pause nötig hätte. So stellte sich auch die zweite Oberärztin vor und wir plauderten noch ein Weilchen, bis aber auch alle Fragen meinerseits gründlich beantwortet waren.

Zum Schluss hatte ich die Möglichkeit, mich zu entscheiden, ob ich lieber zu Hause schlafen möchte oder gleich im Spital bleiben – der flehende Blick meines Mannes liessen mich für’s Daheimschlafen entscheiden.

Wendung am Mittwoch

Nach einer wachgelegenen Nacht mit Ausnahme zweier unruhiger Schlafstunden trabten wir also pünktlich auf der Gebärabteilung an – wo wir bereits von einer gemütlich wirkenden, älteren Hebamme empfangen wurden. Sie brachte mich ins Überwachungszimmer des OP 8, ein freundlich wirkendes Zimmer mit direktem Inneneingang zum OP, ausgestattet mit allem Drum und Dran. Nun wurde wieder ein halbstündiges CTG gemacht und mir währenddessen auch die Infusion mit wehenhemmenden Mitteln gesteckt. Ich bekam noch den abscheulichsten Trank, den ich je geschluckt hatte, einen Säureblocker – für den Fall eines Kaiserschnittes, damit keine Magensäure in den Ösophagus gelangen kann. Zuletzt wurde noch ein Ultraschall gemacht, um nachzusehen, ob sich das Kind eventuell doch noch selber gedreht hat….was natürlich nicht der Fall war.

Weil inzwischen Nacht-Tagschichtwechsel war verabschiedete ich mich von der lieben Hebamme, die mich noch etwas verwundert fragte, warum ich eigentlich keine BEL-Geburt wünsche, das sei doch fast kein Unterschied. Da sagte ich zu ihr, dass meine Aufklärung darüber wohl zu mangelhaft gewesen sei und ich ein völlig falsches Bild gewonnen hätte – nun, diese Frau hatte jede Menge Erfahrung mit BEL-Geburten und wusste wovon sie sprach. Falls die Drehung nicht zum gewünschten Erfolg führen würde, konnte ich mich ja jederzeit noch zur Spontangeburt entscheiden – dann allerdings nicht im Wasser, da BEL-Geburten grundsätzlich nicht im Wasser durchgeführt würden. Die Tag-Hebamme war eine noch sehr junge, aber nicht minder sympathische Frau. Während die letzten Vorbereitungen getroffen wurden (ein leichtes Schmerzmittel wurde der Infusion beigefügt), machte sich bei mir die durchwachte Nacht bemerkbar mit einer bleiernen, fast schmerzhaften Müdigkeit – ich wünschte mir, ich könnte dem ganzen irgendwie entrinnen und schlafen. Nachdem ich von meinem Kleinen einen kräftigen Tritt in die Blase bekam, hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis zur Toilette und ich fragte, ob ich gehen dürfe – oh, Schreck lass nach, da sagte die Hebamme, dass sie mir gleich den Katheter legen würde. Zaghaft fragte ich, warum denn dies nötig sei in der Hoffnung, sie würde es nicht tun – da sagte sie, dass, falls eine Sectio notwendig würde, eine gefüllte Blase verletzt werden könne – da gab ich auf und liess es über mich ergehen….leider liess der Druck in der Blase überhaupt nicht nach. Die Hebamme zog sich die grünen Kleider an und nahm nun auch meinen Mann mit und zeigte ihm, wo und wie auch er sich umziehen sollte.

Punkt 8:00h, wie geplant, wurde ich in den OP gerollt und zwei OP-Schwestern begrüssten mich und stellten sich vor – nun musste ich, welche Schwerstarbeit, mich wie ein Käfer auf dem Rücken auf den OP-Tisch hieven. Die beiden Teams, das Gebärsaalteam und das OP-Team, versammelten sich und stellten sich nacheinander jede/r persönlich vor. 2 Hebammen, 2 Schwestern, 2 Oberärztinnen, 1 Oberarzt, 2 Narkoseärztinnen, 1 Narkosearzt, meine Ärztin – dann kam noch einer und ich sah in die schönsten dunklen Augen, die ich mir vorstellen konnte, mir wurde ganz warm – peinlich aber wahr, ich war einen Moment einfach nicht mehr sicher, ob dies nun wirklich mein Mann oder ein junger Arzt war, aber so mit Kappe und Nasenschutz war das wirklich nicht ganz einfach. Mag sein, dass es noch mehr Leute waren, aber ich weiss es nicht mehr. Ich hatte mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen. Durch das liegen auf dem harten OP-Tisch verklemmte sich mein Ischiasnerv und ich war so nicht in der Lage ruhig zu liegen, also wurden sämtliche Methoden ausprobiert damit mir ein einigermassen entspanntes Liegen möglich gemacht werden konnte. Überall wurde ich verkabelt, verdrahtet und verschlaucht, CTG angehängt, Ultraschall aufgelegt, diverse Mittel noch in die Venen gespritzt – den Sauerstoff in der Nase mochte ich allerdings. Ich bekam warme Decken, die durch einen föhnartigen Schlauch beheizt wurden und …und …und… Dennoch begann sich Panik bei mir breit zu machen. Ich fühlte mich plötzlich wie in einem fürchterlich engen Gefängnis, so viele Elektroden, Schläuche usw. und dann noch umringt von so vielen grünen, maskierten Personen – ganz verzweifelt versuchte ich noch einmal den Kopf nach links hinten zu wenden, um kurz einen Blick mit meinem Mann zu tauschen – dann schloss ich einfach die Augen und war soooo müde und ergab mich in die vielen Hände.

Und nun begannen sie, was mein Mann mir später erzählte: Die eine Oberärztin schob mit beiden Händen das kindliche Gesäss aus meinem Becken nach oben, während die zweite Oberärztin das Babyköpfchen vorsichtig nach innen schob und langsam nach unten drückte. Währenddessen sprach über meinem Kopf jemand unaufhörlich beruhigende Worte auf mich ein, wie tapfer ich doch sei – dann bekam ich Befehle wie ich atmen solle – dann sagten sie, dass der Kopf nun in der Mitte sei (gegen meinen Rücken gerichtet). Ich war total entspannt, ich liess einfach alles geschehen und tat nur was mir befohlen wurde, nämlich richtig mitzuatmen. Dann kam der Narkosearzt und sagte, dass mir nun ein Mittel verabreicht würde und es in meinem Kopf warm werden würde – dann ging es gar nicht mehr lange und alle freuten sich und teilten mir nun mit, dass das Kind nun vollständig gedreht sei und somit ganz mit dem Kopf nach unten liege. Während des ganzen Ablaufs hatte ich meine Augen geschlossen gehalten und liess mich einfach treiben. Ich wurde oft befragt, ob ich Schmerzen hätte, doch dies konnte ich immer verneinen und dachte immer wann kommt der Schmerz? – Es erinnerte mich eher an die Austreibungsphase der Geburt, aber völlig ohne Pressen und Schmerz, einfach nur ein Druck, der Schmerz kam gar nicht. Das Stecken der Infusion und der verklemmte Ischiasnerv am Anfang hatten mir viel mehr Beschwerden bereitet als die Drehung des Kindes. Während des gesamten Ablaufs wurde immer das Kind am Ultraschall beobachtet – was sehr erstaunlich war, es ging dem Kleinen einfach gut, das Kind war ungefähr genauso ruhig wie ich selber. Ich bekam sehr viel lobende Worte von den Ärztinnen zu hören, dass sie es nur ganz selten erleben würden, dass eine Frau so loslassen könne wie ich dies tat – tja, niemand von ihnen konnte wissen, dass ich todmüde war und dass ich mich vor lauter Angst so ergeben habe….

Nach einer knappen Stunde war das aufwendige Procedere vorbei und ich durfte ins Zimmer zurück, diesmal selbst laufend – und der unangenehme Katheter wurde sofort entfernt. Nun bekamen mein Mann und ich ein schönes Frühstück und ich „schaufelte“ mal wieder wie schon lange nicht mehr, denn irgendwie hatte ich nun wieder viel Platz im Bauch. Dann wurde ich schläfrig, ebenso mein Mann, und er sagte, dass er ein bisschen nach Hause gehe und etwa um 13:00 h wieder käme. Ich schlief alsbald ein, solange, bis die Hebamme mich mit einem erneuten CTG weckte. Dann kam das Mittagessen, und wieder schlug ich erbarmungslos zu. Dann fragte ich, ob ich mir am Kiosk ein Heftli holen dürfe, was mir gestattet wurde – als ich zurückkam, sass schon mein Mann am Bett und mit seinem süssen vorwurfsvollen Blick meinte er, dass er schon lange warte – und warum ich ihm nichts zu essen übrig gelassen hätte…..schäm, stimmt, ich hab ganz vergessen, dass wir doch seit vier Jahren immer aus einem Teller gegessen hatten und uns jede Banane geteilt hatten….

Nun wurde mir noch Blut abgenommen, um sicher zu gehen, dass sich kein fetales Blut in meinem befand, noch ein CTG, ein Ultraschall und dann endlich um 15:00 h durfte ich nach Hause, selbstverständlich nicht ohne einen Terminzettel für die Nachuntersuchung.

Zu Hause machte sich dann so nach und nach die Erschöpfung breit. Ich musste mich auch an das neue Körpergefühl gewöhnen – hatte plötzlich derart viel Luft, dass mir schon fast unheimlich wurde. So legte ich mich hin, und nun begann das Kleine seinem Ärger kräftig Platz zu machen, die Kindsbewegungen waren richtig unangenehm und heftig. Der Bauch schmerzte und an Entspannung war nicht im Geringsten zu denken. Tja, auch die Nacht verlief sehr unruhig, als ob ich ein kleines Nilpferd im Bauch hätte – im Laufe des Tages wurde dann alles ruhiger und erträglicher im Bauch.

Nachuntersuchung am Donnerstag

Urinuntersuchung, CTG wie immer gut. Die Hebamme war währenddessen im Nebenzimmer, und als das Baby auf seine gewohnte, heftige Weise zu boxen und strampeln begann, konnte sie es von dort aus hören und sah voller Erstaunen auf meinen rumpelnden Bauch. Dann kam meine Ärztin und meinte, dass heute das ganze Haus schon auf Osterbetrieb eingestellt sei, fast kein Personal und jede Menge Frauen mit Fruchtwasserabgängen, die gebären wollten – auch zwischen meiner Untersuchung hatte sie noch schnell mal eine Geburt. Sie tastete meinen Bauch ab und guckte ganz schief, und meinte es habe sich wieder umgedreht. Die Hebamme aber meinte zu ihr, dass ich derart oft zur Toilette müsse, dass dies eher dafür spreche, dass der Kopf noch unten sei. Ich sagte zu ihr, dass ich es gewiss bemerkt hätte, wenn es sich gedreht hätte – und dass ich das Kleine für viel zu faul halte, dies zu tun. Sie sah mich an, als ob sie mir nicht glaube. Da sagte ich zu ihr, dass ich, verglichen mit meinen letzten drei Kindern, zu diesem Kind eine wesentlich nähere Beziehung aufgebaut hätte. Habe auch die ganzen 9 Monate nicht gearbeitet, sondern immer Zeit gehabt für Schwangerschaft und Baby. Das Kleine weiss zwar heftig zu strampeln, aber nach 10 Minuten ist es meist müde und schläft wieder weiter. Es war genauso faul, sich aus der BEL umzudrehen, so lange es noch gut möglich gewesen wäre, und nachher hat es sich nicht einmal darum bemüht. Es hockte einfach wie ein Känguruh in meinem Bauch. Der Ultraschall bestätigte das dann auch – es lag also noch immer mit dem Kopf unten. Der Kaiserschnitt-Termin wurde annulliert, und mein nächster Termin in zwei Wochen verabredet. Als ich zu ihr sagte, dass ich in den nächsten Tagen Himbeerblättertee trinken wolle, meinte sie zu mir, ich solle mich doch einfach nur entspannen und geniessen, bis es kommen wolle…und genau das werde ich jetzt tun.

In jedem Fall, auch wenn’s aufwendig und anstrengend war, bereue ich diese Wendung nicht – sondern fühle mich sehr glücklich und wenn nichts mehr schief läuft, kann ich nun einer Spontangeburt, hoffentlich im Wasser, entgegenblicken. Mein Haupttipp an alle, die dies einmal machen lassen möchten: Entspannen und sich völlig gehen lassen.

Aufgeschrieben von unserem Forums-Mitglied „Khadija“

In meinen letzten Berichten habe ich Euch schon viel über die Beckenendlage erzählt und erklärt, was Ihr tun könnt um Euer Kind bei der Drehung in Schädellage zu unterstützen. Was passiert aber wenn dies alles nicht funktioniert und Euer Kind in der 36. Schwangerschaftswoche immer noch in Eurer Gebärmutter sitzt?
Wie ich schon in allen Artikeln erwähnt habe, ist eine gute Betreuung mit einer guten Aufklärung über alle möglichen Wege das wichtigste. Sucht Euch eine Geburtsklinik aus, die sich mit Beckenendlagen auskennt und alle Möglichkeiten anbietet. Fragt Eure Hebamme oder Euren Gynäkologen nach einer Klinik, die sie in diesem Fall wählen würden. Sollte sich Euer Kind in der 36. Schwangerschaftswoche immer noch in Beckenendlage befinden, gibt es die Möglichkeit des Versuchs einer äußeren Wendung.

Inhalt

Was ist eine äußere Wendung?

Bis in den 70er Jahren war die äußere Wendung ein weitverbreitetes Verfahren, während in den darauffolgenden Jahren eine immer ablehnendere Haltung deutlich wurde. In den letzten Jahren hat sich die Haltung gegenüber der äußeren Wendung wieder geändert. Bei der äußeren Wendung umfasst der Geburtshelfer mit einer Hand den Steiß des Kindes und versucht diesen nach oben, also aus dem Becken rauszuschieben. Gleichzeitig wird mit der anderen Hand der Kopf des Kindes umfasst und rückwärts gedrängt. Gelingt diese „Rolle rückwärts“ nicht, wird eventuell eine „Rolle vorwärts“ versucht.

Was sollte ich noch über die äußere Wendung wissen?

Wie Ihr Euch sicher anhand der Beschreibung vorstellen könnt, muss der Geburtshelfer einige Kraft aufwenden um das Kind zu dieser Rolle zu bewegen, das heißt für die Mutter können diese Manöver durchaus unangenehm sein. Leider gelingt die äußere Wendung nicht immer. Den größten Erfolg hat man bei Mehrgebärenden, da die Gebärmutter mehr Platz aufweist als bei einer Erstgebärenden. Umso weiter der Entbindungstermin näher rückt, umso unwahrscheinlicher ist der Erfolg der äußeren Wendung. Hat die Wendung geklappt, gibt es leider auch keine Garantie, dass sich Euer Kind nicht wieder in Beckenendlage zurück dreht.

Welche Voraussetzungen braucht es zur äußeren Wendung?

Auch hier möchte ich noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig es ist, in eine Geburtsklinik zu gehen, die Erfahrung mit äußeren Wendungen haben. Es werden bei der äußeren Wendung nur geringe Komplikationsraten beschrieben, aber trotzdem solltet Ihr über diese Risiken ausführlich aufgeklärt werden. Nicht jede Beckenendlage ist geeignet für den Versuch der äußeren Wendung. Diese Indikationsstellung ist allerdings der Klinik vorenthalten. Die äußere Wendung wird unter stationärer Aufnahme in Kaiserschnittbereitschaft durchgeführt, um bei einer auftretenden Komplikation das Kind auch direkt auf die Welt holen zu können. Das Kind sollte bei der äußeren Wendung immer wieder mit Ultraschallkontrollen und CTG-Kontrollen überprüft werden. Die Mutter bekommt über die Infusion einen Wehenhemmer, damit die Gebärmutter schön weich ist. Dies vereinfacht den Geburtshelfer die Arbeit.

Was passiert nach der äußeren Wendung?

Egal ob die äußere Wendung geklappt hat oder nicht, sollten die Herztöne Eures Kindes über eine Stunde kontrolliert werden. In der Regel bleiben die Frauen für eine Nacht stationär in der Klinik und bekommen in dieser Zeit intermittierende CTG-Kontrollen. Vor Entlassung sollte die Kindslage noch einmal mit Ultraschall kontrolliert werden. Wenn Ihr von der Blutgruppe Rhesus negativ seid, bekommt Ihr nach der Wendung eine Anti-D-Prophylaxe gespritzt.

Zu welchen Komplikationen kann es bei und nach der Wendung kommen?

• Herztonveränderungen
• Nabelschnurkomplikationen
• Frühgeburten
• Vorzeitiger Blasensprung

Ein notwendiger Kaiserschnitt nach Wendung aufgrund der oben angegebenen Ereignisse wird von unterschiedlichen Autoren mit 1-2% bis hin zu 9,5% angegeben.
Ob die äußere Wendung bei Euch geeignet ist, muss die ausführende Klinik entscheiden. Ihr selbst solltet auch hinter dieser Entscheidung stehen. Lasst Euch nicht unter Druck setzen, Ihr habt zwar nicht ewig Zeit, die Entscheidung dafür oder dagegen zu treffen, aber eine Nacht sollte man immer darüber schlafen können. Besprecht Eure Fragen oder Bedenken auch ruhig noch einmal mit Eurer Hebamme in Ruhe.

Beckenend- oder Steisslage

In mehr als 95 % der Geburten führt das Köpfchen des Kindes im Geburtskanal. Es ist der grösste und gleichzeitig auch der härteste Teil und dehnt den Geburtsweg gleichmässig, sodass der restliche Körper nach der Geburt des Kopfes ganz leicht herausgleiten kann.

Am Ende des siebten Schwangerschaftsmonats sitzt noch rund ein Viertel der Kinder mit dem Gesäss nach unten. Die meisten drehen sich allerdings bis zur Geburt in eine Kopflage. Hat Ihr Baby sich aber in den letzten 3-4 Wochen der Schwangerschaft noch nicht mit dem Köpfchen nach unten (Vertex) eingestellt und ist eine äussere Wendung oder ein alternativer Wendungsversuch nicht erfolgreich gewesen, bleibt Ihr Baby wahrscheinlich bis zur Geburt in der Steisslage. Es sitzt dann idealerweise im Schneidersitz im Beckeneingang, die Knie gebeugt und die Fersen am Po. Das ist bei ca. 2-3 % aller Geburten der Fall, und man kann es durch Tasten von aussen oder durch eine Ultraschalluntersuchung feststellen.

Beckenendlagen (BEL) findet man etwas häufiger

  • bei Frauen, die schon geboren haben,
  • bei Frauen, die selbst eine Steisslagengeburt waren,
  • bei Mehrlingen
  • bei zuwenig Fruchtwasser (Oligohydramnion) oder zuviel Fruchtwasser (Polyhydramnion)
  • bei angeborenen Gebärmutter-Fehlbildungen
  • bei Gebärmuttermyomen
  • bei tief- oder vorliegender Plazenta (Placenta praevia)
  • bei Frühgeburten

Sie müssen nun in einer solchen Situation mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin besprechen, ob es möglich ist, das Kind aus der Steisslage vaginal zu gebären und ob solche Geburten an Ihrem gewünschten Geburtsort durchgeführt werden. Zwar kann sich jedes Kind noch theoretisch bis zum Wehenbeginn in die Schädellage drehen, aber es wird mit jedem Tag unwahrscheinlicher, da die Platzverhältnisse abnehmen und das Kind sich immer mehr ins Becken senkt.

Extra

Lesen Sie zwei interessante Erfahrungsberichte

– über eine vaginale Geburt bei Beckenendlage des Kindes

– über eine äussere Wendung des Kindes vor der Geburt

Bestehen gewisse Risiken bei einer vaginalen Geburt, wird meist von vornherein ein Kaiserschnitt empfohlen, zum Beispiel bei einer Frühgeburt, wenn das Baby zu klein oder zu gross ist oder die Füsse oder die Nabelschnur bei der Geburt zuerst erscheinen würden. Auch ein zu enges Becken der Mutter ist ein Grund, eine Schnittentbindung zu bevorzugen. Deshalb finden heute rund neun von zehn Beckenendlagengeburten per Kaiserschnitt statt. Grund dafür ist nicht nur das etwas erhöhte Risiko vor allem bei Erstgebärenden, sondern auch die fehlende Erfahrung der jungen Geburtshelfer heutzutage. Die Sicherheit der vaginalen Geburten aus Beckenendlage ist auch von der Erfahrung des Betreuungs-Teams abhängig. Es gibt Kliniken, welche sich auf diese Fälle spezialisiert haben und dadurch über genügend Erfahrung verfügen, um Sie kompetent zu beraten und zu betreuen. Andere Spitäler verzichten ganz auf Spontangeburten bei Beckenendlage. Wenn Ihr Kind sich nicht drehen will und Sie sich eine Spontangeburt vorstellen können, lassen Sie sich idealerweise bei einer Klinik oder einem Arzt beraten, welche BEL-Geburten anbieten. Auch an einer spezialisierten Klinik wird man Sie zuerst genau untersuchen und dann erst entscheiden, ob eine Spontangeburt angestrebt werden kann.

Liegen keine Risiken vor, bietet man Ihnen dort die Wahl zwischen einer vaginalen Entbindung und einem geplanten Kaiserschnitt. In vielen Regionen der Schweiz gibt es Spitäler, welche BEL-Geburten anbieten. Als betroffenes Paar müssen Sie sich selber erkundigen, was in Ihrem Spital oder anderen Spitälern in der Umgebung angeboten wird. Innerhalb Ihres Kantons ist es versicherungstechnisch normalerweise kein Problem, das Spital frei zu wählen. Wenn Sie ein Spital in einem anderen Kanton bevorzugen, müssen Sie sich über die Versicherungsleistungen vorzeitig informieren!

Der wichtigste Grundsatz, der bei einer spontanen BEL-Geburt befolgt wird, ist: Die Geburt muss zügig voranschreiten. Verzögerte und schleppende Geburtsverläufe werden nicht toleriert.

Es besteht ein etwas erhöhtes Risiko, dass das Baby verletzt oder geschädigt werden kann, deswegen werden diverse Massnahmen vorbereitet oder durchgeführt. Mit einer Epiduralanästhesie ist man im Falle einer spontanen Beckenendlagengeburt grosszügiger, zur Entspannung des Gewebes und der Muskulatur.

Um den Durchtritt des Köpfchens zu erleichtern, wird grosszügig eine Episiotomie(Dammschnitt) durchgeführt. Ihre Hebamme, Ihr Geburtshelfer oder Ihre Geburtshelferin wird den Kopf des Babys entweder mit den Händen oder, was sehr selten der Fall sein dürfte, mit einer Zange sanft aus der Scheide holen.

Eine Querlage, Schräglage oder noch seltenere geburtswidrige Lagen des Kindes sind nicht vaginal geburtsfähig.

Häufige Fragen zum Thema

Kann man selbst etwas dazu beitragen, dass sich das Kind in die Schädellage dreht?

Mehrere Untersuchungen haben bestätigt, dass sich die eigene Anstrengung mit der sogenannten alternativen Wendung durchaus lohnen kann. Ein sehr einfacher Wendungsversuch ist die „indische Brücke“, aber es gibt auch noch die „sanfte Lichtwende“, die Zilgrei-Methode, Elektro-Akupunktur und die…

vollständige Antwort lesen Mein Baby sitzt in der 30. SSW immer noch gemütlich mit dem Kopf nach oben. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich noch dreht?

In der 30. SSW liegen noch 15% aller Kinder in der Beckenendlage (Steisslage). Die meisten drehen sich innerhalb der nächsten Wochen, sodass nur ca. 5% aller Kinder tatsächlich auch aus dieser Lage geboren werden.

Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, umso unwahrscheinlicher ist allerdings…

vollständige Antwort lesen Wie funktioniert die „äussere Wendung“ und wie hoch sind die Erfolgschancen?

Zunächst einmal muss abgeklärt worden sein, ob ein Wendungsversuch bei einer Steisslage des Kindes überhaupt sinnvoll ist. Das Kind darf nicht zu schwach, aber auch nicht zu gross sein, die Fruchtwassermenge sollte normal sein und es sollten keine weiteren Risikofaktoren vorliegen.

Die äussere…

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Letzte Aktualisierung : 18-03-19, BH / swissmom-Hebammenteam

Kann Dein Baby erst einmal sein Köpfchen von alleine halten, wirst Du mit Spannung auf seine erste Drehung warten. Dein Baby wird merken, dass es in der Liegeposition nicht alles sehen kann und nicht an sein Spielzeug herankommt. Deshalb wird es sich bald vom Rücken auf den Bauch drehen. Hier erfährst Du, ab wann Babys sich drehen können, wie Du Dein Baby dabei unterstützen kannst und worauf Du ganz besonders achten musst, wenn Dein Baby sich drehen kann.

Inhalt

Ab wann kann mein Baby sich drehen?

Das ist natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich. Ab dem dritten Monat schreitet die Entwicklung Deines Babys schneller voran. Mit sechs Monaten schafft es die Hälfte aller Kinder, sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen, oft auch wieder zurück. Bis dahin wird Dein Baby den Kopf heben und sich mit dem Armen abdrücken, anschließend seinen Rücken krumm machen, damit es den Brustkorb vom Boden heben kann. Während es auf dem Bauch liegt, wird es mit den Beinen treten und mit den Armen “schwimmen”. Das sorgt für die Stärkung seiner Muskeln.

Wenn Du das Gefühl hast, dass sich Dein Baby mit dem Drehen schwertut, dann sprich’ mit dem Kinderarzt darüber. Bei der Vorsorgeuntersuchung U5, die zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat stattfindet, wird auch die Beweglichkeit Deines Kindes geprüft. Oft stellt sich heraus, dass Babys die neue Form der Bewegung unangenehm und mühsam finden. Dies trifft vor allem auf Babys zu, die kräftiger gebaut sind. Es kann aber auch orthopädische oder neurologische Gründe haben, das wird Dir der Kinderarzt allerdings sagen.

Übrigens: Es gibt Babys, die das Drehen einfach auslassen. Sie beginnen damit, zu krabbeln und sich hinzusetzen. Auch das Robben und Herumrollen stehen bei Babys hoch im Kurs. Diese Art der Fortbewegung ist kein Grund zur Sorge, im Gegenteil — Dein Baby ist in Bewegung und hat Spaß dabei. Das ist das Wichtigste!

Wie kann ich mein Baby beim Drehen unterstützen?

Du kannst schon etwas tun, bevor es sich dreht. Lege Dein Baby immer wieder auf den Bauch, damit unterstützt Du seine Rückenmuskulatur. Diese ist sehr wichtig für seine motorische Weiterentwicklung und sorgt dafür, dass es sich einmal aufrichten kann. In dieser Position hebt es seinen Kopf und die Schultern an, zudem stützt es sich auf die Arme. Es kann durchaus vorkommen, dass Dein Baby sich plötzlich vom Bauch auf den Rücken dreht.

Statt Dein Baby nur auf den Bauch zu legen, kannst Du auch mit ihm zusammen üben, seine Muskeln zu trainieren und sich an die Bauchposition zu gewöhnen. Wir haben hier ein paar Anregungen für Dich. Achte dabei darauf, wie lang Dein Baby die Position halten kann und höre rechtzeitig auf. Schließlich soll es Deinem Baby Spaß machen — es geht nicht darum, dass es etwas aushalten muss!

Tipp: Lass Dein Baby nun viel Zeit auf seiner Krabbeldecke verbringen. Falls Du einen Spielbogen hast, nimm’ diesen ab und zu mal weg, da er Dein Baby dazu anregt, in der Rückenlage zu verbleiben.

4 Übungen, die das Drehen lernen fördern

1. Übung zum Drehen lernen: Bauchlage auf Mamas Beinen

Setze Dich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden und lege Dein Baby bäuchlings quer über Deine Oberschenkel. Der Oberkörper des Babys darf nicht durchhängen, das heißt, es darf nicht ins Hohlkreuz fallen. In dieser Position kannst Du mit Deinem Kind spielen oder mit einem Tuch über seinen Rücken streichen. Da Du es unter der Brust mit dem Oberschenkel stützt, ist die Position für Dein Kind angenehm. Wechsle immer wieder die Position, indem Du es auf den anderen Oberschenkel, über beide gleichzeitig oder über die Unterschenkel legst. Dein Baby lernt so neue Positionen und Bewegungen kennen.

Wofür ist diese Position gut?
Zum Einen wird die Bauchlage erleichtert, da der Brustkrob erhöht liegt. Zum Anderen hast Du hier direkten Körperkontakt mit Deinem Kind, dieser tut Euch beiden gut. Mache diese Übung deshalb möglichst mit nackten Beinen.

2. Übung zum Drehen lernen: Wippen

Lege Dich mit dem Rücken auf den Boden und stelle Deine Beine auf. Lege das Baby auf die Unterschenkel, halte es gut fest und achte auf Blickkontakt. Anschließend hebst Du die Beine vom Boden ab und wippst mit dem Baby vorsichtig auf und ab.

Warum ist das Wippen gut?
Mit dem Wippen förderst Du die Bauchlage. Zudem regst Du aufgrund der räumlichen Veränderung den Gleichgewichtssinn Deines Babys an.

3. Übung zum Drehen lernen: Schaukeln mit dem Gymnastikball

Sicher hast Du aus Deiner Schwangerschaft noch einen Pezziball zu Hause. Diesen kannst Du jetzt prima mit Deinem Baby nutzen. Lege es mit dem Bauch auf den Gymnastikball und sitze so dahinter, dass du es gut festhalten kannst. Jetzt kannst Du Dein Baby langsam vor und zurück, nach links und rechts schaukeln lassen. Nun setze Dich vor den Ball, sodass Du Blickkontakt zu Deinem Kind hast. Bewege es nun wieder auf dem Pezziball und beobachte, wie es ihm gefällt.

Was wird beim Schaukeln gefördert?
Das Schaukeln auf dem Gymnastikball fördert das Gleichgewicht, zudem erleichtert es die Bauchlage und Rücken- und Nackenmuskulatur werden gestärkt. Dadurch, dass Du zu Beginn hinter dem Ball sitzt, förderst Du auch das Vertrauen zu Deinem Baby. Dein Kind verlässt sich darauf, dass Du es festhältst.

4. Übung zum Drehen lernen: Festhalten und Loslassen

Gib’ Deinem Baby etwas in seine Hände. Das kann ein Beißring, ein Spielzeug oder ein Kuscheltier sein. Anfangs wird Dein Baby es festhalten und wieder loslassen, später wird es den Gegenstand von einer Hand zur anderen Hand geben.

Warum ist das wichtig?
Hier wird die Motorik geschult. Beim Festhalten und Loslassen werden die Gehirnhälften vernetzt und müssen zusammenspielen. Auch das ist wichtig fürs Drehen lernen. Du kannst hier auch den Tastsinn fördern, indem Du unterschiedliche Materialien und Oberflächen verwendest.

Fördere die Motivation Deines Babys, sich zu drehen

Eltern lieben es, Erfolge ihres Kindes zu feiern. Hat Dein Baby also etwas geschafft, dann feiere mit ihm seinen Erfolg und versichere ihm, dass es alles richtig macht. Mit einem Lächeln oder einem Zurufen kannst Du viel erreichen. So nimmst Du ihm die Unsicherheit und vielleicht auch die Angst vor den neu gelernten Dingen. So ist die Motivation groß, die Bewegungen immer wieder zu probieren und Spaß dabei zu haben.

Fördere die neuen Bewegungen, indem Du in Bauchlage mit ihm spielst. Wenn Du siehst, dass es sich drehen möchte, locke und motiviere es mit einem Spielzeug auf die Seite. So kannst Du übrigens auch feststellen, ob Dein Baby eine “Schokoladenseite” hat und sich nur in eine Richtung dreht. Rege es in diesem Fall dazu an, sich auch auf die andere Seite zu drehen, damit die Muskulatur auf dieser Seite nicht vernachlässigt wird. Durch das einseitige Drehen lassen sich oft Rechts- und Linkshändigkeit schon früh feststellen. Das bedeutet aber keine Einschränkung in der Entwicklung.

Unterstütze Dein Baby, aber setzt Euch nicht unter Druck

Fast jedes Baby lernt, sich zu drehen — und es ist gut, wenn Du Dein Baby in seiner motorischen Entwicklung unterstützt. Verlgeiche Dein Baby aber nie mit anderen und setze weder Dich noch Dein Kind unter Druck! Die Förderung sollte immer spielerisch ablaufen und für Dein Baby eine angenehme Herausforderung darstellen, aber keinesfalls in ein Sportprogramm ausarten.

Worauf muss ich achten, wenn mein Baby sich drehen kann?

Lasse Dein Baby (das gilt auch für Neugeborene!) niemals alleine ungesichert liegen. Gerade auf dem Wickeltisch oder dem Sofa ist die Gefahr eines Sturzes besonders hoch. Auch wenn es sich um einen kurzen Augenblick handelt: Dein Baby kann sich, wenn es das Drehen einmal gelernt hat — sehr schnell drehen und somit auch fallen. Bedenke auch, dass die Entwicklung nun schnell vorangeht. Kann sich Dein Baby erst einmal drehen, wird das Krabbeln oder Sitzen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das bedeutet, dass Du nun auch den Lattenrost des Babybettes und den des Laufstalls nach unten versetzen solltest. Auch eine Wiege ist jetzt gefährlich. Die Gefahr, dass das Kind nun über den Rand fällt, ist auch hier sehr hoch. Ein Risiko sind nun auch Gegenstände in Reichweite. Dein Baby wird bald herausfinden, wie es sich fortbewegen kann. Du kannst ganz einfach herausfinden, was für Dein Baby gefährlich werden könnte: Lege Dich bäuchlings auf den Boden und schaue Dich um. Wo kann Dein Kind hinkommen? Was muss gesichert werden? Denke hierbei vor allem an verschluckbare Kleinteile, Steckdosen und Pflanzen.

Wenn Deine Wohnung gesichert ist, dann steht dem Drehen und weiteren Meilensteinen der Fortbewegung nichts mehr im Wege!

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Herumdrehen (Rollen)

Erst ab dem 7. Lebensmonat drehen sich die Kinder dann bewusst und aus eigenem Antrieb in beide Richtungen. Manche sind so begeistert von ihrer neuen Fähigkeit, selbständig von einem Ort zum nächsten zu gelangen, dass sie rollend die ganze Wohnung erkunden. Einige Babys geben sich mit den Füsschen oder der Hand noch zusätzlichen Schwung. Motivierend kann auch ein Spielzeug sein, das schlecht zu erreichen ist, oder der Wunsch, Ihnen näher zu kommen.

Wenn Ihr Kind mit 8 Monaten noch keine Anstalten macht, sich allein umzudrehen, ist es sinnvoll, den Kinderarzt aufzusuchen. Das muss noch nichts Schlimmes bedeuten: Manche Babys lassen diesen Meilenstein aus und fangen gleich an zu sitzen und zu krabbeln.

Wichtiger Sicherheitstipp: Wann ein Kind sich aus eigener Kraft umdrehen kann, lässt sich im Einzelfall nie sagen. Einige Babys können sich schon mit drei Monaten vom Bauch auf den Rücken drehen. Stürze vom Wickeltisch gehören zu den häufigsten Unfällen im ersten Lebensjahr, weil die Kleinen plötzlich stark strampeln oder sich umdrehen. Am besten lassen Sie ihr Kind daher nie alleine auf dem Wickeltisch. Ideal ist es, immer eine Hand an seinem Körper zu haben, wenn Sie sich umdrehen oder abgelenkt sind, etwa durch ein anderes Kind. Müssen Sie kurz aus dem Zimmer, nehmen Sie Ihr Baby immer mit oder legen Sie es auf eine Unterlage auf den Boden.

Meilensteine: Herumdrehen

FOTOGALERIE

Meilensteine: Babys 1. Jahr

Was Ihr Baby in 12 Monaten lernt.
Nachdem Babys gelernt haben, ihre Kopfbewegungen zu kontrollieren, lernen die meisten Kinder zunächst, wie sie sich herumdrehen können.
Diese Fähigkeit erklärt sich im Prinzip von selbst: Babys, die es gelernt haben, sich um die eigene Achse zu drehen, können von der Bauchlage in die Rückenlage und wieder zurück wechseln. Das ist einer der ersten Schritte Ihres Kindes, wenn es darum geht, selbständig von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Der Auslöser ist meist ein Spielzeug, das schlecht zu erreichen ist, oder der Wunsch, näher bei Ihnen zu sein, aber oft geschieht dies auch ohne besonderen Grund.

Wann wird mein Baby sich herumdrehen können?

Einige Babys können sich schon mit drei Monaten vom Bauch auf den Rücken drehen. Für eine Drehung vom Rücken auf dem Bauch benötigen die Kleinen stärkere Muskeln. Die meisten Kinder schaffen dies daher erst mit ungefähr fünf, sechs oder sieben Monaten.

Wie wird mein Baby lernen, sich herumzudrehen?

Mit drei und vier Monaten
Wenn Sie Ihr drei Monate altes Baby auf den Bauch legen, hebt es seinen Kopf und die Schultern an und stützt sich auf die Arme (NHS nd, Sheridan 2008: 9). Das sieht aus wie Mini-Liegestütze und hilft bei der Entwicklung jener Muskeln, die Ihr Kind braucht, um sich herumzurollen. Zu diesem Zeitpunkt überrascht Ihr Baby Sie (und sich selbst) vielleicht zum ersten Mal damit, dass es sich selbst vom Rücken auf den Bauch dreht – oder andersherum. Auch wenn Babys sich oft zuerst vom Bauch auf den Rücken drehen, ist es andersherum genauso normal. Allerdings ist es für Babys einfacher, sich aus der Bauchlage auf den Rücken zu drehen, da der Kopf recht schwer ist. Wenn der Kopf gut angehoben werden kann, wird das Baby ihn zur Seite fallen lassen und lernt dann, den ganzen Körper mitzudrehen.
Zwischen fünf und sieben Monaten Mit fünf Monaten hebt Ihr Baby vermutlich seinen Kopf, drückt sich mit den Armen ab und macht den Rücken krumm, um den Brustkorb vom Boden zu heben. Wahrscheinlich schaukelt Ihr Kind auf dem Bauch, während es mit den Beinen tritt und mit den Armen Schwimmbewegungen macht. So werden seine Muskeln stärker. Wenn Ihr Kind ungefähr sechs Monate alt ist, wird es vermutlich gelernt haben, sich in beiden Richtungen herumzurollen (Sheridan 2008: 12).
Manche Babys drehen sich nie wirklich um: Sie lassen diesen Meilenstein aus und fangen gleich an zu sitzen und zu krabbeln. Manche Kinder robben auch, und das manchmal sehr lange. Andere wählen das Herumrollen als ihre Lieblingsfortbewegung auf dem Boden aus. Solange Ihr Kind neue Fähigkeiten erwirbt und Spaß daran hat, sich fortzubewegen und die Welt zu erkunden, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.

Was wird mein Kind als Nächstes lernen?

Die meisten Muskeln, die Kinder brauchen, um sich herumzurollen, sind auch zum alleine Sitzen und zum Krabbeln nötig. Während der Nacken, der Rücken, die Beine und die Arme Ihres Babys in den nächsten Monaten stärker werden, wird es bald ganz alleine sitzen können und das Haus erkunden. Viele Babys können mit sechs, sieben oder acht Monaten sitzen und lernen anschließend das Krabbeln (Sheridan 2008: 16).

Wie kann ich mein Baby unterstützen?

Sie können die neuen Fähigkeiten Ihres Babys fördern, indem Sie mit ihm spielen – bevorzugt in Bauchlage. Denn das hilft ihm, die Muskeln zu stärken, die es für das Herumrollen, Sitzen und Krabbeln braucht (AAP 2008, CSP 2003, Kuo et al 2008, RFHNT 2008). Wenn Sie sehen, wie Ihr Kind sich spontan umdreht, dann wackeln Sie mit einem Spielzeug genau an der Seite, über die es sich normalerweise herumrollt.
Vielleicht hat Ihr Kind ja gleich noch einmal Lust dazu, sich zu drehen! Feiern Sie die Erfolge Ihres Babys und lächeln Sie ihm zu: Ihr Kleines braucht die Rückversicherung, denn so ein neuer „Ganzkörperüberschlag“ kann ihm durchaus Angst machen. Aber schnell wird es großen Spaß an dieser Art der Bewegung haben und es immer wieder probieren.
Deshalb sollten Sie Ihr Kind immer gut festhalten und nie, auch nicht als Neugeborenes, beim Wickeln unbeaufsichtigt auf einem Bett oder einer anderen erhöhten Stelle lassen.

Wann sollte ich mir Sorgen machen?

Wenn Ihr Baby mit sechs Monaten noch nicht herausgefunden hat, wie es sich zur einen oder anderen Seite herumdrehen kann, und wenn es überhaupt kein Interesse daran zeigt, sich auf eine andere Art und Weise fortzubewegen, dann sprechen Sie Ihren Kinderarzt/Ihre Kinderärztin darauf an. Er /Sie schaut sich Ihr Baby ja bei der Früherkennungsuntersuchung U5 genau an und dann können Sie alle Bedenken und Fragen vorbringen. Babys entwickeln sich unterschiedlich: Manche langsamer und manche schneller als andere. Einige Kinder rollen sich nie herum. Aber wenn Ihr Kind stattdessen auch nicht Sitzen oder Krabbeln übt, dann fragen Sie Ihren Kinderarzt/Ihre Kinderärztin danach fragen.
Denken Sie daran, dass Frühgeborene diesen und andere Meilensteine später erreichen können als ihre Altersgenossen (Hall and Elliman 2006). Zuletzt überarbeitet: Juli 2018

Quellen

AAP. 2008. Back to sleep, tummy to play. American Academy of Pediatrics. www.healthychildcare.org
CSP. 2003. CSP Factsheet: Tummy time for tots. London: Chartered Society of Physiotherapy
Hall DMB, Elliman D. 2006. Health for all children. 4th ed (revised). Oxford: Oxford University Press, 248
Kuo YL, Liao HF, Chen PC, et al. 2008. The influence of wakeful prone positioning on motor development during the early life. J Dev Behav Pediatr. Oct;29(5):367-76
NHS. nd. Birth to five development timeline. NHS Choices, Health A-Z. www.nhs.uk
RFHNT. Tummy Time. Royal Free Hospital NHS Trust. 2008. www.royalfree.nhs.uk

Jeder Entwicklungsschritt ein Meilenstein (3.-6. Lebensmonat)

Eine gute motorische Entwicklung Ihres Kindes geht mit unzähligen Schritten einher. Jede Etappe ist für sich genommen ein Meilenstein und als solcher enorm wichtig für eine gute, ausgewogene und gesunde Entwicklung. Wie bei einem Zahnrad greifen die einzelnen Phasen ineinander. Eine Stufe baut auf die nächste auf und sichert so eine erfolgreiche Entwicklung. Es sind mehrdimensionale, komplexe Abläufe.

Die gute Nachricht für Sie als Eltern: All das geschieht im Prinzip ganz von selbst, und erfordert von ihnen als Eltern „nur“ die Möglichkeit es geschehen zu lassen. Ich möchte Ihnen die motorischen Meilensteine zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat nun näher aufzeigen.

In Bauchlage kann sich das Baby in seinem 3. Lebensmonat auf beiden Ellbogen abstützen, dabei den Kopf heben und drehen. Ab dem 5. Lebensmonat ist es dem Baby möglich im Ellbogenstütz einen Arm zu heben und dabei das Gleichgewicht zur Seite zu verlagern. Mit dem 6. Lebensmonat kann es sich auf die flache Hand stützen und streckt die Ellbogen dabei durch. Es dreht sich von der Bauch- in die Rückenlage.

Die Rückenlage
Mit 3 Monaten ist ein Spiel mit Händen und Füßen vor dem Körper zu beobachten, es spielt mit den Händen und betrachtet sie. Ab dem 4. Monat erfolgt ein Zusammenspiel von Auge-Hand-Mund, alles wird zum Mund geführt, gezieltes Greifen mit einer Hand ist nun möglich.

Außerdem rollt sich Ihr Baby nun zur Seite, bis es schließlich im 5. Lebensmonat in der Lage ist sich zu drehen, über die Körpermitte zu greifen und dadurch ein Wechselspiel der Hände zu vollführen. Durch diese Entwicklungsschritte kann es sich ab dem 6. Lebensmonat vom Rücken auf den Bauch drehen. Und es entdeckt nun auch die Füße und spielt mit ihnen.

Bewegung und Wahrnehmung
Mit jeder motorischen Erfahrung sind auch sensorische Prozesse verbunden. Jede Bewegung sowie die damit in Verbindung stehende Erfahrung wird oftmals durchlaufen und im Gehirn gespeichert. Es geht um eine Feinabstimmung verschiedener, gleichzeitig ablaufender Vorgänge: An- und Entspannung einzelner Muskeln, die eine Bewegung ermöglichen, Empfindungen aus dem Gleichgewicht, der visuellen Wahrnehmung und der auditiven Wahrnehmung. Alles wird in Einklang gebracht und abgespeichert. Der entscheidendste Faktor hierbei ist die Zeit. Natürlich gibt es Skalen, die uns sagen, wann das Baby was können muss. Aber es gibt auch innerhalb dieser Skalen Toleranzspielräume. Es ist entscheidend für Ihr Kind ihm für all seine Schritte auch den angemessenen Spielraum zu gewähren und es nicht aus gut gemeintem Ehrgeiz zu früh zu etwas zu bewegen, wozu es von sich aus noch nicht bereit ist. Durch Gewährleistung der individuellen Entfaltung Ihres Kindes wird eine ausgereifte Entwicklung ermöglicht.

Bedeutung für das Lernen
Um lernen zu können braucht es bestimmte Voraussetzungen. So ist für das Rechnen, unter anderem, räumliche Orientierung von Relevanz. Grundlage für diese ist eine gute Orientierung im eigenen Körper. Diese Körperorientierung erfährt Ihr Kind einerseits durch das Wahrnehmen des eigenen Körpers im Raum, andererseits aber auch durch die sprachliche Begleitung Ihrerseits. Dies geschieht ganz automatisch, wenn Sie beispielsweise mit Ihrem Kind Fingerspiele machen oder es anziehen und dabei einzelne Körperteile benennen. Grundlage für das Schreiben ist eine gute Handfunktion sowie eine funktionierende Schultermuskulatur. Die Vorbereitungen hierfür finden bereits in der Phase der Entwicklung statt, in der sich Ihr Kleines auf seine Unterarme und später auf seine Hände stützt, mit den Händen Dinge ergreift und diese Gegenstände dann von einer in die andere Hand führt. Um etwas von einer zur anderen Hand zu reichen, muss die Körpermitte gekreuzt werden – eine grundlegende Voraussetzung um schreiben zu können. Das Gleichgewicht, das an allen Prozessen erheblich beteiligt ist und damit auch geschult wird, ist dafür nötig, dass Buchstaben in der korrekten Richtung geschrieben werden. Um von der Tafel abzuschreiben, ist die Kopfhaltung wichtig, aber auch die Funktion der Augen (Nah-Fern-Sehen) spielt eine Rolle. Kopfhaltung und Sehen werden etwa durch das Einnehmen des Unterarmstützes trainiert. Um über einen längeren Zeitraum konzentriert und ruhig sitzen zu können, muss einerseits das Becken die richtige Stellung aufweisen, andererseits ist für die Rumpfaufrichtung eine gute Rücken- und Bauchmuskulatur nötig. Bewegungsentwicklung und Bewegung sind das wichtigste Fundament für das Lernen. Die Bewegungsentwicklung während des ersten Lebensjahres stellt somit die Grundlage für die weitere Entwicklung dar.

Was Sie als Eltern tun können
Zu jeder Zeit und in jeder Lebensphase des Kindes wollen Eltern das Beste für ihre Kinder. Oftmals kann sich daraus ein enormer Druck entwickeln, und zwar dann, wenn damit begonnen wird Kinder untereinander zu vergleichen. So beobachtet eine Mutter das Kind ihrer Freundin, das gleich alt ist wie das eigene und dabei wird festgestellt, dass sich das Kind der Freundin bereits vom Bauch auf den Rücken dreht, während das eigene Kind immer noch nicht so weit zu sein scheint. Was Sie als Eltern nun tun können, ist recht einfach, und doch so schwer: geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es braucht. Unterstützen Sie es mit Ihrer Aufmerksamkeit und Fürsorge. Schaffen Sie eine Umgebung, die es Ihrem Kind ermöglicht, seine Umwelt mit all seinen Sinnen positiv zu erfahren.

Immer wieder stellen Eltern auch die Frage, welches Spielzeug oder Material Babys brauchen. Nicht viel, ist meine Antwort. Seien Sie aktiv da, dann werden Sie zu jeder Zeit wissen, was das Richtige ist. Die Beziehung zwischen Eltern und ihrem Kind ist von großer Bedeutung. Sie als Eltern sind in der Lage nonverbale Signale Ihres Kindes zu sehen, zu interpretieren und darauf zu reagieren. Genau dieses Band zwischen Eltern und Kindern schafft vertrauen. Dieses Vertrauen, das Sie als Eltern in Ihr Kind haben, bietet Ihrem Kind die Möglichkeit auf die eigene Handlungsfähigkeit zu vertrauen und sich gut zu entwickeln.

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