Biologie tiere im winter

Winterschlaf und Winterruhe

Wie Tiere im Winterschlaf die kalte Jahreszeit überstehen

Wie Winterschläfer schlafen gehen, ist nicht eindeutig geklärt. Den Impuls zum Schlafen geben nicht herbstliche Temperaturen oder Nahrungsmangel. Vielmehr spielen der Jahresrhythmus der „inneren Uhr“, hormonelle Umstellungen und die Tageslänge eine Rolle.

Murmeltier – Foto: Frank Derer

Geheimnisvoll hallt jeder Tropfen, der in die Wasserlache am Ende der Höhle fällt. Feuchte Kühle empfängt mich, als ich hinein krieche und die Augen gewöhnen sich nur langsam an die Dunkelheit. Draußen ist Hochwinter mit tiefem Frost und geschlossener Schneedecke. Aber hier drinnen liegt die Temperatur bei wenigen Graden über Null. Nach einigen gebückten Schritten werde ich fündig: Fledermäuse! Wie leblose, taubenetzte Tropfen hängen sie kopfunter in ihre Flughäute gehüllt – sie halten Winterschlaf.


Strategie für schlechte Zeiten

Winterschlaf ist eine faszinierende Strategie, um strenger Witterung und Nahrungsknappheit zu entgehen. Anstatt wie die Zugvögel abzuwandern, Futter zu deponieren oder sich ein dickes Fell anzulegen, verschlafen Winterschläfer einfach die kalte Jahreszeit und setzen alle Lebensfunktionen auf Sparflamme.


Siebenschläfer in Nistkasten – Foto: Frank Derer

Unterschieden werden Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre. Echte Winterschläfer sind Fledermäuse, Siebenschläfer, Hamster und Murmeltiere. Sie senken ihre Körpertemperatur und alle Körperfunktion drastisch ab. Winterruhe ohne Absenkung der Körpertemperatur halten Dachs, Eichhörnchen, Waschbär und Braunbär. Einen Sommer- oder Trockenschlaf bei Wärme und Wassermangel kennt man von Weinbergschnecken, Zieseln, Krötenfröschen und tropischen Igeln. Kleine Tiere mit hohem Stoffwechsel schieben bei Kälte und Nahrungsknappheit kurzfristige Schlafphasen ein, wie Mauersegler, Kolibris, Ziegenmelker, Meisen, Spitzmäuse oder Fledermäuse im Sommer. In Winterstarre fallen Amphibien und Reptilien. Ihr Körper passt sich der Umgebungstemperatur an – sie fallen in Kältestarre und können selbst aktiv nichts für ihren Wärmehaushalt tun.


Kurze Tage machen schläfrig

Wie Winterschläfer schlafen gehen, ist nicht eindeutig geklärt. Den Impuls zum Schlafen geben nicht herbstliche Temperaturen oder Nahrungsmangel. Vielmehr spielen der Jahresrhythmus der „inneren Uhr“, hormonelle Umstellungen und die Tageslänge eine Rolle. Letztere beeinflusst die Bildung von Fettdepots und diese wiederum die Schlafbereitschaft. Winterschlaf ist kein Tiefschlaf von Oktober bis März, er verläuft in Abschnitten. Meistens wechseln sich Ruhephasen ab mit kurzen Wachphasen, in denen die Tiere aktiv sind. Sie geben mitunter Kot und Urin ab oder wechseln den Schlafplatz. Winterruher sind häufig wach und wechseln die Schlafposition, Winterschläfer haben tage- bis wochenlange Schlafperioden.


Dem Tode näher: Körpertemperatur und Herzschlag

Durch die Reduktion aller lebenswichtigen und Kraftstoff zehrenden Funktionen sind Winterschläfer dem Tode näher als dem Leben. Bewegungslos verbringen sie den Winter in einem hilflosen Starrezustand, ausgekühlt, mit unregelmäßiger, seltener Atmung und drastisch abgesenktem Stoffwechsel und Herzschlag.
Wie extrem die Veränderungen im Körper der Winterschläfer sind zeigen folgende Zahlen: Bei Murmeltieren fällt die Körpertemperatur von 39 auf sieben bis neun Grad Celsius, der Herzschlag von 100 auf manchmal nur zwei bis drei Schläge pro Minute, die Atempausen werden minutenlang. Igel atmen statt 40 bis 50 Mal pro Minute noch ein bis zwei Mal, das Herz schlägt statt 200 noch fünf Mal pro Minute. Die Körpertemperatur sinkt von 36 Grad auf ein bis acht Grad Celsius. Fledermausherzen schlagen normal 240 bis 450 Schlägen pro Minute, im Winterschlaf noch 18 bis 80 Mal, zwischen zwei Atemzügen können 60 bis 90 Minuten vergehen.

Sprichwörtliche Winterschläfer sind Murmeltiere. In ihren unterirdischen Höhlen verbringen sie 90 Prozent des Lebens, davon sechs Monate schlafend. Wenn draußen bei minus fünf Grad Celsius der Wind über die Almwiesen pfeift, hat es im Winterbau in über zwei Metern Tiefe kuschelige fünf bis zehn Grad Celsius Dazu werden alljährlich neu bis 15 Kilogramm Gras als Polstermaterial eingetragen. Zusätzlich brauchen Murmeltiere Fettreserven. Im September haben fünf Kilogramm schwere Tiere ein Kilogramm Depotfett angelegt. Über den Winter zehren sie 30 bis 50 Prozent ihres Körpergewichtes auf.


Kuscheln hilft Energie sparen

Murmeltiere halten sozialen Winterschlaf: Pro Bau ruhen bis zu 20 Tiere und wärmen sich. Das erhöht die Überlebenschancen der Jungen, deren Sterblichkeit im ersten Winter wegen geringer Reserven und höherem Wärmeverlust am größten ist. Da Winterschläfer unbeweglich sind, verschließen Murmeltiere Winterbaue mit einem langen „Zapfen“ aus Erde, Steinen und Polstermaterial. Früher wurden die hilflos schlummernden Murmeltiere ausgegraben, um Fleisch und Öl gegen Gicht und Rheuma zu gewinnen. Murmeltiere legen keine Nahrungsdepots an und gehen mangels geeigneter Nahrung bereits im Oktober schlafen.


Große Mausohren – Foto: NABU/Christian Stein

Braunbären könnten in nördlichen Regionen ohne Winterruhe nicht überleben. Dort verbringen sie bis zu sieben Monaten in der Bärenhöhle in echtem Schlaf ohne zu koten, urinieren, fressen oder trinken. In Mitteleuropa verlassen sie mehrfach die Höhle über den Winter und bringen im Januar bis zu zwei Jungbären zur Welt. Im warmen Zoo mit ständigem Futterangebot halten Bären keinen Winterschlaf.
Fledermäuse legen im Herbst 20 bis 30 Prozent an Gewicht zu. Schon am späten Nachmittag kann man oft große Scharen intensiv jagender Abendsegler sehen. Zum Schlafen suchen sie Höhlen und Verstecke auf, in denen es nicht kälter als ein bis zwei Grad Celsius wird. Obwohl Winterschläfer ihre Temperatur drastisch absenken, bleibt die Temperaturregulation erhalten. Und wenn die Umgebungstemperatur unter die Schlaftemperatur sinkt, springt der Thermostat an und gibt Signal zum „Nachheizen“ um nicht zu erfrieren – allerdings auf Kosten der begrenzten Fettreserven. Deshalb verkriechen sich viele Arten in Ritzen und Spalten und die kopfunter Freihängenden hüllen sich einem Mantel gleich in die Flughaut, um Oberfläche und Wärmeverluste zu verringern.
Störungen können zum ungeplanten, energiezehrenden Aufwachen führen. Fledermäuse benötigten bis zum Normalbetrieb 30 bis 60 Minuten. Winterschläfer mobilisieren zunächst die Depots des braunen Fettgewebes im Schulter- und Nackenbereich um Energie bereitzustellen. Später kommt Muskelzittern zur Wärmeerzeugung hinzu.


Reduzierter Stoffwechsel

Igel wiederum schlafen von November bis April, wobei regionale Unterschiede vorkommen. Sie drosseln ihren Stoffwechsel auf ganze ein bis zwei Prozent des normalen Grundumsatzes. Fällt die Körpertemperatur unter den Nullpunkt, setzt die Wärmebildung ein. Lebenswichtige Organe und Sinnesorgane funktionieren auch bei Kälte. Deshalb können Störungen zum Erwachen führen. Mit Hilfe des Fettes steigt die Körpertemperatur in wenigen Stunden um 30 Grad Celsius an. Bei über 30 Grad unternehmen Igel Gehversuche. Für Igel hat man errechnet, dass ein Tag Leben bei Normaltemperatur zehn Tagen Winterschlaf entspricht.

  • Wenn Igel zwischendurch mal wach werden…


Igel – Foto: Wolfgang Stürzbecher

Ziemlich verschlafen sind Siebenschläfer. Von September bis Mai oder sogar Juni ruhen sie in Erdlöchern, Felsspalten und Wurzelstöcken. Ihre Schlafphasen dauern 20 bis 29 Tage. Werden Gebäude als Winterquartier gewählt, sind Winteraktivitäten möglich. Hamster haben eine lange Winterschlafperiode, erwachen aber häufiger um zu fressen. Ihre Nahrungsdepots hat man früher genutzt, indem man die Baue der damals weit verbreiteten Hamster aufgegraben und die Korndepots geplündert hat. Goldhamster dagegen bleiben in der Wohnung putzmunter, denn in der Wärme unterschreiten sie nie die niedrige schlafauslösende Temperaturschwelle.


Aufwärmen durch Muskelzittern

Rätselhaft wie das Einschlafen ist das Erwachen. Möglicherweise geben Stoffwechselprodukte und steigende Umgebungstemperaturen Wecksignale. Die volle Harnblase ist es jedenfalls nicht. Aufwachen heiß Aufwärmen. Das vegetative Nervensystem setzt Hormone, Gefäßregulation und zitterfreie Wärmebildung über das Fettgewebe in Gang. Sind 15 Grad Celsius überschritten, kommt Muskelzittern hinzu. Brust und Kopf werden schnell, der Hinterkörper langsam erwärmt.
Um die begrenzten Fettspeicher zu schonen, sollten Winterschläfer möglichst wenig gestört werden. Aus diesem Grund werden viele Fledermaushöhlen über den Winter für Besucher geschlossen. Gartenbesitzer können mit Hecke, Wiese und Gartenteich dafür sorgen, dass sich Winterschläfer im Herbst Winterspeck anfressen können, sowie mit Stein- und Reisighaufen Winterquartiere für Amphibien, Reptilien und Igel schaffen.
Stefan Bosch


Winterschlaf Winterruhe Winterstarre: Wer schläft wann?

Im Spätherbst und Frühwinter sind viele Kinder in der Natur draußen. Sie freuen sich über den ersten Schnee und bestaunen Spuren die sie darin finden. Bei Ausflügen mit den Eltern, dem Kindergarten, der Schule, aber auch bei geführten Touren mit BiologInnen, erfahren sie dann:

wie sich die Tiere im Winter verhalten

Was sie essen, wie sie sich warmhalten und ob sie Winterruhe oder Winterschlaf halten oder sogar in Winterstarre verfallen. In diesem Artikel erfahren Sie kurz und kompakt:

  • Was ist der Unterschied zwischen Winterruhe und Winterschlaf?
  • Was bedeutet Winterstarre?
  • Warum ziehen manche Vogelarten in den Süden?
  • Was Frostschutz mit Insekten zu tun hat?

Auf die Flügel – fertig – los

In diesen Tagen verlassen die letzten Zugvögel unser Land und ziehen Richtung Süden. Wann sie losfliegen hängt, davon ab, ob sie Langstreckenzieher oder Kurzstreckenzieher sind. Erstere fliegen tausende Kilometer bis in den Zentralraum von Afrika und manche sogar in den Norden von Südafrika.

Und so verlassen die Langstreckenzieher – wie Kukuck, Storch, Mauersegler oder Nachtigall – bereits im (Spät-)Sommer unsere Breiten.

Rotkehlchen und Star, zwei der bekanntesten Kurzstreckenzieher, starten ihren Flug ins Winterquartier erst deutlich später. Sie fliegen nach Westeuropa bzw. in den Mittelmeerraum.

Für manche Vogelarten ist Österreich das Winterquartier. Das sind in der Regel Vögel, die den Sommer weiter im Norden verbringen, dort brüten und in der kälteren Jahreszeit zu uns kommen – z.B.:

  • Buchfinken,
  • Zeisige oder die
  • Saatkrähe

Der Buchfink (Fringilla coelebs) gehört zur Familie der Finken (Fringillidae) und ist ein Singvogel

Die Saatkrähe (Corvus frugilegus) gehört zur Familie der Rabenvögel (Corvidae)

Als Standvögel bezeichnet man Vogelarten die ganzjährig an einem Ort verweilen und nicht wegziehen. In Österreich sind das zum Beispiel:

  • Spatz
  • Amsel
  • Kohlmeise
  • Habicht
  • Specht oder viele
  • Greifvögel

Die Kohlmeise (Parus major) ist die am weitesten verbreitete Meisenart in Europa

Eines ist noch wichtig: In der Regel ziehen Vögel nicht weiter in den Süden weil ihnen zu kalt ist. Der Hauptgrund ist, dass sie kein Futter, zumeist Insekten nicht mehr vorfinden. Weiterführende Informationen zum Vogelzug finden Sie zum Beispiel auf der Webseite des „Nationalpark Neusiedlersee“

WINTERSCHLAF: Bitte nicht stören!

Wer Winterschlaf hält, schläft je nach Region und Witterung über einen langen Zeitraum, der sogar mehrere Monate andauern kann, durch. Die Körpertemperatur wird dabei auf einen niedrigen einstelligen Wert herabgesenkt und der Herzschlag auf oft nur zwei bis drei Schläge pro Minute reduziert.

Folgende Tiere halten beispielsweise einen Winterschlaf:

  • Igel
  • Siebenschläfer
  • Fledermäuse
  • Feldmäuse
  • Murmeltiere
  • Hamster, …

Das Alpenmurmeltier (Marmota marmota)

Manche Tiere halten ihren Winterschlaf in Komposthaufen bzw. unter Laub und Reisig: Seien Sie daher im Herbst und Winter besonders vorsichtig, wenn Sie z.B. Laub wegräumen – es könnten sich Tiere drin verstecken!

Wer Tiere die, Winterschlaf halten weckt, gefährdet diese ungemein.

Denn Tiere, wie zum Beispiel der Igel, können nur deswegen überwintern, weil es ihnen gelingt ihren Energieverbrauch drastisch zu reduzieren. Werden diese Tiere geweckt, so werden Körpertemperatur und Herzschlag binnen weniger Stunden auf „normale“ Werte erhöht, was einen enormen Energieverbrauch bedeutet. Dabei werden große Mengen des im Herbst angelegten Fettspeichers verbrannt.

Werden diese Tiere mehrmals geweckt, kann das ihren Tod bedeuten, da es im Winter für sie kaum eine Chance zur Nahrungsaufnahme gibt, um sich einen neuen Fettspeicher anzufressen.

Igel stehen unter Naturschutz

Daher unbedingt beachten: Tiere, die Winterschlaf halten, dürfen NICHT geweckt werden!

Hamster, die zu Hause in geheizten Räumen gehalten und mit Futter versorgt werden, halten keinen Winterschlaf. Gleiches gilt zum Beispiel für im Tierpark lebende Braunbären, die in der freien Natur lebend Winterruhe halten würden.

WINTERRUHE – es darf gegessen werden:

Auch die Winterruhe zieht sich über mehrere Monate. Zum Unterschied vom Winterschlaf gibt es jedoch immer wieder Wachphasen in denen die Tiere auch Nahrung aufnehmen. Mehr Nahrungsaufnahme ist nicht notwendig, da sich auch diese Tiere im Herbst einen Winterspeck anfressen und so problemlos über die kalten Monate kommen. Die Nahrung dafür haben diese Tiere im Herbst gesammelt. Ein Vorgang den vor allem Kinder, zum Beispiel bei den Eichhörnchen, sehr gerne beobachten.

Eine weitere Unterscheidung zwischen Winterruhe und Winterschlaf ist die Körpertemperatur. Zum Unterschied zum Winterschlaf wird sie bei der Winterruhe nur geringfügig oder gar nicht abgesenkt. Atmung und Herzschlag werden nur geringfügig minimiert und auch der Stoffwechsel findet in den Wachphasen statt.

Folgende Tiere halten beispielsweise eine Winterruhe:

  • Dachs
  • Waschbär
  • Braunbär
  • Eichhörnchen, …

Eichhörnchen sind typische Waldbewohner und ernähren sich primär von Samen und Früchten

WINTERSTARRE – völlig bewegungslos:

Winterstarre halten lediglich Wechselblüter. Diese können zum Unterschied von Warmblütern (Mensch, Säugetiere, Vögel) ihre Körpertemperatur an die Außentemperatur anpassen. Sinkt das Thermometer auf null Grad, verfallen diese Tiere in Winterstarre.

Der Zeitpunkt wird somit ausschließlich von der Temperatur und nicht von Verhaltensmustern oder dem Kalender beeinflusst. In dieser Zeit sind sie völlig bewegungslos. Es findet keine Nahrungsaufnahme, keine Bewegung, kein Stoffwechsel statt. Auch ein Aufwecken ist in diesem Zustand nicht möglich.

Zum Überwintern werden dennoch frostfreie Plätze gesucht, denn würden die Temperaturen zu tief sinken – bedeutet dies den sicheren Kältetod. Frösche zum Beispiel graben sich im Schlamm ein oder suchen Mäuselöcher; Insekten suchen oft in Baumritzen Unterschlupf.

Insekten verfügen zudem noch über ein Spezifikum. Diese Tiere können glycerinhaltige „Frostschutzmittelproteine“ erzeugen und ihre Körperflüssigkeiten so auch bei Minusgraden vor dem Gefrieren schützen. Der Schutz reicht bis zu einigen Minusgraden. Wird es über einen längeren Zeitraum extrem kalt, erfrieren aber auch sie.

Folgende Tiere verfallen beispielsweise in Winterstarre:

  • Reptilien (Schildkröten, Schlangen, …)
  • Amphibien bzw. Lurche (Frösche, Feuersalamander, …)
  • diverse Fische und
  • Insekten

Der Feuersalamander wird bis zu 23 cm lang. Typisch ist die gelbe bis orangefarbene Zeichnung

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Igel überwintern – so können sie helfen

Darf der Jäger füttern?

Wie sich die Tiere auf den Winter vorbereiten!

Viele Säugetiere machen einen Winterschlaf, damit sie überleben können auch wenn es kalt ist und es wenig Nahrung gibt. Zu den Winterschläfern gehören zum Beispiel Fledermäuse, Igel und Feldhamster. Die Tiere fressen sich vor dem Winter gut satt bis sie dick und fett sind, oder sie sammeln Nahrungsvorräte. Die Tiere senken dann ihre Körpertemperatur ab. Das Herz der Tiere schlägt viel langsamer, zum Beispiel 20-mal statt 200-mal in jeder Minute. Die Tiere atmen auch langsamer. Sie können Atempausen machen, die bis zu einer Stunde dauern. So können sie den ganzen Winter überstehen.

Manche Säugetiere, wie das Eichhörnchen oder der Dachs machen nur einen tiefen Schlaf. Sie senken die Körpertemperatur nicht ab, nur der Herzschlag und die Atmung sind ein bisschen langsamer. An wärmeren Tagen können sie aufwachen und fressen. Diese Tiere halten keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe.

Manche Insekten erzeugen einen Stoff, der wie ein Frostschutzmittel wirkt. Damit können sie bei Temperaturen unter 0 Grad überleben. Der Stoff heißt Glyzerin.

Vögel, die bei uns die Kälte oder die wenige Nahrung nicht aushalten, fliegen im Winter in den Süden wo es viel wärmer ist.

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Welche Tiere halten Winterschlaf?

Hallo Herr Igel, sind Sie noch wach?

Der Igel bereitet sich auf den Winterschlaf vor und frisst sich eine Speckschicht an.

© Thinkstock/Maria Moroz

Kinder finden fast alles spannend, was mit Tieren zu tun hat. Einen tierischen Winterschläfer sollten Sie nicht stören – aber zusammen mit Ihren Kindern können Sie seine Vorbereitungen beobachten. Und erklären, was das überhaupt ist: Winterschlaf, Winterstarre, Winterruhe.

Die Behausung winterfest machen

Igel beginnen bereits Ende September, ihr „Winterbett“ vorzubereiten. Wenn Sie einen stacheligen Gesellen sehen, der Laub oder Moos in seinem Maul transportiert, dann trägt er höchstwahrscheinlich das Material für seine Höhle zusammen. Igel bauen ihre Behausungen unter Reisig- und Laubhaufen oder in Hecken und Gestrüpp. Tipp: Wenn Sie einen Garten haben, übertreiben Sie es nicht mit dem „Aufräumen“. Totholz und Laub bieten vielen Tierarten Unterschlupf. Als Vorbereitung auf den Winterschlaf vertilgt der Igel jetzt auch besonders große Portionen an Insekten.

Wenn der Körper auf Sparflamme schaltet

Doch allein die Speckschicht würde dem Igel nicht helfen, von November bis zum nächsten Frühjahr ohne Nahrung durchzuhalten. Das Geheimnis liegt im Stoffwechsel, der dann auf Sparflamme läuft: Die Körpertemperatur sinkt, das Herz schlägt nur noch zwei bis zwölf Mal in der Minute, und auch die Atmung verlangsamt sich. So spart der Winterschläfer Energie. Für kurze Zeit erwachen allerdings auch die Tiere im Winterschlaf, um Darm und Blase zu entleeren und eine neue Schlafposition einzunehmen.

Winterruhe: alles eine Spur gemächlicher

Der Igel ist bei Weitem nicht der einzige Winterschläfer. Auch Hamster, Haselmaus, Spitzmaus, Fledermaus, Murmeltier und Siebenschläfer verschlummern einfach die kalte Jahreszeit. Für größere Tiere wäre der Winterschlaf eine zu extreme Maßnahme: Ihr Organismus würde die starke Temperaturabsenkung und den verlangsamten Herzschlag nicht gut verkraften. Dachs, Hirsch, Waschbär und Braunbär halten deshalb nur Winterruhe. Dabei wachen sie öfter auf und suchen nach Nahrung oder verzehren ihre Vorräte.

Die Vorratskammer füllen

Beim Bestücken seiner Vorratskammer lässt sich jetzt das Eichhörnchen gut beobachten. Obwohl es ein Leichtgewicht ist, gehört es zu den Tieren, die nur Winterruhe halten. Im Herbst sammelt das Eichhörnchen vor allem Nüsse, aber auch Baumzapfen, Eicheln und Früchte. Es versteckt seine Fundstücke dann in Erdlöchern oder hohlen Baumstämmen.

Winterstarre: wie ein langer, tiefer Schlaf

Eine wieder andere Strategie haben wechselwarme Tiere: Frosch und Eidechse passen ihre Körpertemperatur immer der Umgebung an. Im Winter ist es so kalt, dass sie sich nicht bewegen können – sie fallen deshalb in eine Winterstarre. Um in diesem schutzlosen Zustand überleben zu können, verkriechen sie sich im Herbst in ein Versteck. Das kann ein feuchtes Erdloch sein oder ein Teich, wo sie sich im Bodenschlamm eingraben. Und dort verharren sie bei minimalem Herzschlag und minimaler Atmung – bis die Sonnenstrahlen im Frühjahr sie im wahrsten Sinne des Wortes wieder auftauen.

Mit dickem Fell in Kälte und Schnee

Ein Teil der Tiere bleibt im Winter wach und lebt genauso wie im Sommer. Im Wald tummeln sich dann Rehe, Hirsche, Wildschweine und Füchse. Zum Schutz gegen die Kälte haben sie sich im Herbst einfach ein dickeres Fell wachsen lassen.

Fuchsmaske für Rollenspiele

So wie für die winteraktiven Tiere geht auch für uns Menschen das Leben im Winter ganz normal weiter. Vielleicht hat Ihr Kind Lust, beim Spiel in die Rolle eines Tieres zu schlüpfen. Dafür finden Sie hier eine Fuchsmaske als glückskind-Download-PDF.

Ein Foto aus Russland, vor über 100 Jahren: Ein Bär kommt aus seiner Höhle.

Im Winter ist es draußen kalt und es gibt nur wenig Futter. Deshalb halten viele Tiere in dieser Zeit Winterschlaf. Sie ziehen sich zum Beispiel in eine Höhle zurück, um zu schlafen. Dabei sinkt die Körpertemperatur, Atmung und Herzschlag werden langsamer. So verbrauchen die Tiere weniger Energie und können über mehrere Monate schlafen ohne zu fressen. Meist haben sie sich auch schon im Herbst einen Fettvorrat angefressen, von dem sie im Winter leben.

Winterschläfer sind zum Beispiel Igel, Siebenschläfer, Murmeltiere und Fledermäuse. Andere Tiere wie Bären oder Eichhörnchen halten dagegen nur „Winterruhe“. Dabei sinkt die Körpertemperatur nicht so stark wie beim Winterschlaf. Die Tiere werden mehrmals zwischendurch wach und legen sich anders hin. Während Bären ohne Nahrung auskommen, müssen Eichhörnchen auch während der Winterruhe immer wieder fressen. Dazu nutzen sie Vorräte mit Nüssen und anderen Früchten, die sie im Herbst angesammelt haben.

Bei wechselwarmen Tieren wie Insekten, Amphibien und manche Reptilien spricht man von Winterstarre oder Kältestarre. Bei diesen Tieren fällt die Körpertemperatur so stark, dass sie sich gar nicht mehr bewegen können. Sie sind in dieser Zeit auch nicht weckbar. Alles Lebendige im Tier wird beinahe auf Null gesetzt. Der Eisfrosch lebt im Norden der USA und in Kanada. Er kann sich sogar teilweise einfrieren lassen, ohne zu sterben.

  • In West Virginia in den USA: Diese Fledermäuse halten gemeinsam Winterschlaf. Manche fallen dabei herunter und sterben.

  • Hier in einem Keller können Schildkröten durch den Winter.

  • Auch Igel halten Winterschlaf, machen dabei aber auch Pausen.]]


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Grundwissen kindgerecht, alles leicht verständlich und gut für Referate in der Schule. Mehr Wissenswertes über „Winterschlaf“ haben die Blinde Kuh und Frag Finn.

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