Bilder von geburt

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Antje Hildebrandt

Die Berliner Fotografin Chiara Doveri begleitet Eltern bei der Geburt ihres Kindes. Ein Gespräch über Lust an der Selbstdarstellung.

Berlin. Sie hat ihr Baby zum Interview mitgebracht. Noah ist knapp vier Monate alt und der Grund, warum Chiara Doveri im Augenblick nicht mehr jeden Termin wahrnehmen kann. Chiara Doveri ist 32 Jahre alt und Fotografin. Sie hat über eine lange Zeit Familien und Schwangere fotografiert, bis sie vor zwei Jahren damit begann, auch Geburten zu dokumentieren – von der ersten Wehe bis zu dem Moment, wo das Kind das Licht der Welt erblickt.

Diese Form der Fotografie ist in den USA und Australien weit verbreitet. Der 2010 gegründete Verband der Geburtsfotografen hat weltweit 1200 Mitglieder. In Berlin gibt es erst eine Hand voll Fotografinnen, die Geburten fotografieren. Chiara Doveri, die die Liebe 2011 aus der Toskana an die Spree verschlagen hat, war die erste. Wir haben mit ihr über ihre außergewöhnliche Arbeit gesprochen, das Glück der ersten Begegnung und Zensur in sozialen Netzwerken.

Berliner Morgenpost: Frau Doveri, Sie sind vor vier Monaten selbst Mutter geworden. Welches Bild haben Sie vor Augen, wenn Sie sich an Ihre Geburt erinnern?

Chiara Doveri: Das war der Moment, als ich Noah zum ersten Mal gesehen habe. Es war eine schwierige Geburt. Ich war krank und hatte 41 Grad Fieber. Die Ärzte haben ihn mir gezeigt. Ich habe ihn gesehen und gedacht: „Ganz der Papa, 1:1.“ Das war lustig zu sehen. Den großen und den kleinen Mann.

Sie hatten bis dahin schon eine Reihe von Geburten fotografiert. Waren die ein gutes Training für Ihre eigene Geburt?

Das dachte ich anfangs. Die meisten Geburten, die ich fotografiert hatte, wurden von einer Hebamme betreut, die dann auch meine Hebamme werden sollte. Es waren fast alles Hausgeburten, die wir zusammen begleitet hatten. Und die waren alle relativ entspannt. So hatte ich mir meine Geburt auch vorgestellt. Obwohl ich lieber nicht zu Hause entbinden wollte.

Aber dann kam alles anders?

Genau, mein Sohn kam per Kaiserschnitt im Vivantes-Klinikum zur Welt. Es ging alles ganz schnell, nach drei Stunden war er schon da. Ich hab es nicht mehr geschafft, meine Hebamme anzurufen. Auch für die Fotografin war es zu spät. Die sollte eigentlich dabei sein.

So eine Geburt ist ein intimer Moment. Fühlen Sie sich nicht als Eindringling, wenn Sie fremde Frauen dabei fotografieren, wie sie ihr Kind gebären?

Nein, eigentlich nicht. Normalerweise treffe ich mich ja schon vorher mit der Mutter oder mit den Eltern. Oft machen wir ein Babybauch-Shooting. Wir quatschen viel. Hinterher schicken wir E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten hin- und her. Es ist wichtig, dass sie mir vertrauen.

Was müssen Sie voneinander wissen, damit Sie Ihren Job gut machen können?

Warum wollen Sie die Geburt fotografieren lassen? Was haben Sie schon vorbereitet? Diese normalen Frau-zu-Frau-Gespräche. Mir ist es wichtig, auch die Väter kennenzulernen. Die sind oft skeptisch, ob das mit den Fotos eine gute Idee ist.

Ich hätte es eher umgekehrt erwartet. Schließlich sind ja die Mütter die Leidtragenden.

Nee, nee. Es sind die Frauen, die Druck machen. Nur einmal hat mich ein Vater angerufen. Er kam aus Syrien. Das Paar war vor dem Bürgerkrieg geflüchtet. Sie wollte erst nicht. Aber als ich Fotos von anderen Geburten gezeigt habe, war sie einverstanden.

Das ist ungewöhnlich. Bei streng gläubigen Musliminnen darf nicht mal der eigene Mann bei der Geburt dabeisein.

Ich wollte es auch erst kaum glauben. Wir haben Englisch miteinander gesprochen. Ich dachte, vielleicht haben sie mich nicht verstanden. Aber sie wollten die Bilder unbedingt. Fotos ihres neugeborenes Sohnes haben sie den Eltern nach Syrien geschickt. Und als der Kleine seinen ersten Geburtstag gefeiert hat, habe ich ihn nochmal fotografiert.

Warum tun sich andere Väter mit den Fotos schwerer?

So eine Geburt ist ein intimer Moment, den wollen viele nicht mit jemandem teilen, den sie nicht kennen. Viele denken auch, ich würde die Fotos ins Internet stellen. Aber das würde ich ohne ihr Einverständnis nie machen. Die meisten wollen das auch nicht. Die, die es erlauben, machen es aber gerne.

Um sich als heldenhafte Mütter feiern zu lassen?

Nein, im Gegenteil. Sie wollen anderen Frauen Mut machen.

Eine Geburt bringt werdende Mütter an ihre Grenzen, körperlich und seelisch. Warum lassen sich die Frauen trotzdem fotografieren?

Ich verstehe diese Bedenken. Ich habe das auch gedacht, bis ich schwanger wurde. Ich hätte gerne Fotos von meiner Geburt gehabt. Man vergisst so schnell. Ich erinnere mich nur noch daran, wie mich Noah das erste Mal angesehen hat. Und wie mein Mann und ich uns angesehen haben. Voller Liebe. In unseren Augen stand: „Wir haben es geschafft. Wir sind ein tolles Team.“

Trägt man dieses Bild nicht im Herzen?

Ich erinnere mich zwar daran, was ich in dem Moment gedacht habe. Aber ein richtiges Bild habe ich nicht im Kopf. Vielleicht liegt das aber daran, dass ich hohes Fieber hatte. Der Kleine kam für drei Tage auf die Intensivstation. Mein Mann hat ihm die ersten Windeln gewechselt und ihn sich auf den Bauch gelegt. Davon hätte ich heute gerne Fotos, um diese Emotionen nochmal zu durchleben. Ich glaube, dieses Bedürfnis motiviert auch meine Kundinnen.

Will man auch die schmerzhaften Momente wirklich nochmal durchleben?

So eine Geburt ist wie ein Aufstieg auf einen hohen Berg. Egal, wie anstrengend es ist, am Ende kommen wir alle an. Je schwerer so eine Geburt war, umso stolzer ist man hinterher.

Das Foto als Tapferkeitsmedaille – oder sogar als eine Art Mutterkreuz?

Nein, so würde ich das nicht sehen. Es ist normal, dass man bei der Geburt Schmerzen erleidet. Das sieht man auf den Fotos. Sie widersprechen dem Bild, das die Werbung oder soziale Netzwerke wie Instagram vermitteln: dass Frauen immer schön und schick aussehen müssen. Meine Fotos zeigen das echte Leben. Frauen, die schwitzen, schreien oder weinen. Jede geht anders mit Schmerzen um. Aber alle sind sie stark.

Muss man als Frau ein bisschen exhibitionistisch veranlagt sein, um sich fotografieren zu lassen?

Im Gegenteil. Wer sonst immer Selfies von sich macht, würde sich nie auf ein Shooting mit dokumentarischen Fotos einlassen. Die Frauen haben ja keine Kontrolle mehr. Meine Kundinnen haben zwar schon ein bisschen Angst, aber ich habe es noch nie erlebt, dass eine gesagt hat, oh Gott, sehe ich fett aus. Im Zweifelsfall können sie meinem Blick vertrauen. Ich bin ja selbst eine Frau. Wenn ich hinterher zwei Fotos zur Auswahl habe, eines mit Doppelkinn und eines ohne, bekommen sie natürlich das Foto ohne.

Hat noch nie eine Kundin darum gebeten, Fotos nachzubearbeiten?

Nein, und wenn das so wäre, wüsste ich, ich habe etwas falsch gemacht. Augenringe sind nicht dazu da, um sie zu retouchieren. Die erzählen ja eine Geschichte. Nämlich dass die Frau stundenlang nicht geschlafen hat.

Ist das ein bestimmter Frauentyp, der sich aufs Fotografieren einlässt?

Es sind Frauen zwischen 22 und 40. Sie haben sich schon vorher intensiv mit der Geburt beschäftigt. Die meisten entbinden lieber zu Hause als im Krankenhaus.

Welche Mutter hat sie am meisten beeindruckt?

Eine 22-jährige Frau aus Kenia. Die Geburt hat 19 Stunden gedauert. Und ich habe nicht ein einziges Mal ihre Stimme gehört.

Fast schon unheimlich, oder?

Ja, so etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Es gibt ja Frauen, die ich schon in der ersten Etage schreien höre, obwohl sie in der fünften Etage liegen. Und diese Frau hat nicht weniger gelitten als die anderen. Sie besaß aber eine innere Ruhe. Ihr Mann hat ihr die ganze Zeit Mut zugesprochen: „You‘re such a strong woman!“ Die beiden waren eine Einheit. Sie haben gar nicht mitbekommen, was um sie herum passiert ist.

Wenn man sich Ihre Fotos ansieht, fällt auf, dass die Frauen bei allem Schmerz und bei aller Anstrengung eine innere Schönheit ausstrahlen. Gibt es eine Ästhetik der Geburt?

An mir liegt das nicht. Ich benutze kein Licht. Die Fotos werden nachträglich auch nicht mit Photoshop bearbeitet. Was ich fotografiere, ist echt. Das unterscheidet meine Bilder von den hochglänzenden Alltagsfotos, die man bei Instagram findet. Dass die Frauen schön sind, liegt offenbar in der Natur der Geburt. Ich habe meine Hebamme schon oft sagen hören: „Ihr Frauen wisst gar nicht, wie schön Ihr seid.“ Ich weiß nicht, ob es die Magie der ersten Begegnung mit dem Baby ist, die die Frauen so strahlen lässt.

Gibt es für Sie als Fotografin Tabus?

Nein, ich habe schon alles fotografiert, sogar die Plazenta. Mir geht es darum, die Momente zu dokumentieren, die die Geschichte einer Geburt erzählen. Es kommt vor, das Frauen nach einem Dammschnitt genäht werden müssen. Das fotografiere ich meistens nicht. Wichtiger ist der erste Moment zu dritt: Mutter, Vater, Kind.

Aber man kann doch nicht schon vorher wissen, welche Momente wichtig sein könnten?

Meine Dokumentation hat keinen wissenschaftlichen Anspruch. Ich folge meinem Bauchgefühl. Das ist wie mit der Familienfotografie. Da wird auch nichts geplant.

Wann legen Sie die Kamera zur Seite?

Ich hatte mal eine Hausgeburt, die damit endete, dass die Plazenta nicht herauskam. Die Mutter musste ins Krankenhaus, und ich stand vor der Frage: Komme ich mit? Die Mutter hat mir signalisiert, dass ich sie begleiten sollte. Hinterher hat sie gesagt, wie froh sie war, dass ich mitgekommen bin. Ihre Partnerin konnte sie nicht begleiten, sie musste bei dem Baby bleiben. Sie hatte Angst allein. Ich kam nicht nur als Fotografin. Ich habe ihr auch die Angst genommen.

Kommt es oft vor, dass Sie mehr machen müssen als nur fotografieren?

Nein, eigentlich fast nie. Es kommt höchstens vor bei Paaren, die kein Deutsch sprechen. Bei denen muss ich manchmal dolmetschen.

Brauchen Sie als Fotografin eine Genehmigung, wenn die Mutter in eine Klinik muss?

Nein. Ich trete dort nicht offiziell als Fotografin auf, sondern als Freundin der Mutter. Die Kamera hängt mir locker über der Schulter. Es ist nicht so, dass ich mich verstecke. Wenn mich jemand fragt, sage ich, dass ich fotografiere. Ich halte mich aber diskret im Hintergrund. Ich fotografiere so, dass das Klinikpersonal nicht auf den Fotos zu sehen ist.

Und was ist, wenn die Geburt von vornherein im Krankenhaus geplant ist?

Dann müssen sich die Mutter schon Wochen vorher eine Fotoerlaubnis besorgen.

Wie ist das Feedback auf die Fotos, die Sie auf YouTube, Instagram oder Facebook stellen?

Ich kann dort nicht alle Fotos hochladen. Mein Facebook-Account wurde schon zweimal für 24 Stunden gesperrt. Ich bekam eine Verwarnung. Dabei hat man auf den Fotos gar nicht so viel gesehen. Vielleicht mal eine nackte Brust.

Bei Gewaltvideos ist die Zensur nicht so streng.

Ja, es ist unglaublich. Wir haben so schlimme Videos auf Facebook gesehen. Aber bei gebärenden Müttern greift die Zensur. Es gibt jetzt eine Petition, dass Facebook und Instagram die Zügel lockerer lassen sollen. Eine Geburt ist doch die natürlichste Sache der Welt.

Sie kann nicht geplant werden. Welche Anforderungen stellt das an die Fotografen?

Das bedeutet, dass ich in einem Zeitraum von zwei Wochen rund um die Geburt keine anderen Aufträge annehmen kann, höchstens Familien-Shootings. Du musst 24 Stunden am Tag rufbereit sein. Meine Tasche mit Equipment ist immer gepackt, die Akkus sind geladen. Ich ertappe mich dabei, dass ich ständig aufs Handy gucken, um zu prüfen, ob es auch funktioniert. Meistens klingelt es nachts, um zwei Uhr morgens.

Und sie fotografieren trotzdem ohne Blitz?

Ja, das ist eine Herausforderung. Zu Hause bei den Müttern ist es entweder düster oder schummerig, und im Krankenhaus ist es super-hell.

Wie lange dauert Ihr Einsatz?

So lange, bis das Baby da ist. Mein längster Einsatz dauerte 22 Stunden. Im Krankenhaus brauche ich immer länger. Wenn die Mütter selbst anrufen, wissen sie nicht, in welchem Stadium sie gerade sind. Mir ist es deshalb lieber, die Hebammen melden sich. Die wissen, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat. Sechs Zentimeter ist eine verlässliche Größe.

Wie lange dauert es dann noch, bis das Kind kommt?

Es ist schwer zu sagen. Wir rechnen mit einem Zentimeter pro Stunde. Erfahrungsgemäß müsste ich dann noch vier Stunden waren.

Wie halten Sie das durch, bis zu 22 Stunden am Stück zu arbeiten?

Wenn die Frauen schreien, leide ich mit. Und wenn sie vor Glück weinen, weine ich auch. Ich muss aufpassen, dass ich positiv bleibe. Schließlich soll meine Anwesenheit die Frauen beruhigen. Gleichzeitig muss ich mich konzentrieren, damit ich den richtigen Moment nicht verpasse. Die Herausforderung besteht darin, aus diesem Moment Kunst zu machen.

Wie anstrengend ist das?

Es ist schon intensiv, physisch, aber noch mehr emotional. Nach so einer Geburt bin ich platt. Ich brauche danach mindestens einen Tag Ruhe.

Dafür lassen Sie sich Ihre Arbeit gut bezahlen. Ein Shooting kostet zwischen 1200 und 1400 Euro.

Es gibt Leute, die sagen, das sei zu teuer. Dabei ist die erste Begegnung mit dem neugeborenen Kind doch der schönste Moment im Leben. Es ist eine Investition in die Erinnerung. Und wenn Sie die Stunden der Rufbereitschaft und der Postproduktion dazurechnen, ist es gar nicht so viel.

Auf Ihrer Homepage werben Sie mit dem Slogan: Stell Dir vor, Du könntest Dich bei Deiner Geburt sehen, Deinen allerersten Atemzug. Kinder haben auch ein Recht auf Privatsphäre. Inzwischen gibt es Fälle, wo sie ihre Eltern als Erwachsene verklagt haben, weil die Fotos von ihnen ohne ihr Einverständnis ins Internet gestellt haben. Machen Sie sich als Fotografin da nicht mitschuldig?

Das ist eine Sache, die die Eltern selbst entscheiden müssen. Dieselbe Frage stellt sich, wenn ich Alltagsfotos von einer Familie mache. Da kommt es vielleicht auch mal vor, dass ein Kind nackend in einen Pool springt oder Pipi macht. Ich kenne viele Mütter, die solche Fotos auf Facebook veröffentlichen. Ich mache das nicht.

Weisen Sie die Mütter auf die Risiken hin?

Nein, das ist nicht meine Aufgabe. Ich stehe vor demselben Problem. Meine Kunden zeigen so viel von sich, da möchte ich auch ein bisschen von mir zeigen. Jeden Monat lade ich das schönste Foto von Noah hoch. Mein Mann findet das nicht so gut. Er sagt: Noah ist kein Marketing-Baby. Er möchte unsere Privatsphäre schützen. Ich frage ihn jedesmal, bevor ich ein neues Bild von unserem Sohn hochlade.

Aber Sie machen es trotzdem?

Ich denke, das bin ich meinen Kunden auch schuldig. Mit vielen bleibe ich in Kontakt. Man kommt sich durch ein Shooting sehr nahe. Ich bekomme viel von ihnen zurück. Als Noah zur Welt kam, gab es ganz viele Geschenke.

Könnte diesen Job eigentlich auch ein Mann machen?

(lacht) Es kann auch ein Mann machen. 2017 hab ich in Los Angeles einen Workshop für Geburtsfotografie besucht. In den USA und in Australien ist diese Dienstleitung schon verbreitet. Dort gibt es Kolleginnen, die acht Geburten im Monat fotografieren. Dort werden oft sogar Kaiserschnitte dokumentiert. Das ist in Deutschland nur sehr selten möglich. Unter den Teilnehmerinnen waren auch zwei Männer. Vater und Sohn, aus Japan.

Hat es Sie überrascht?

Nein, eigentlich nicht. Es gibt ja auch Frauenärzte. Und ich kenne auch Frauen, die lieber zu einem Arzt gehen als zu einer Ärztin. Warum also keine Männer als Geburtsfotografen?

Aber Sie hatten sich für Ihre Geburt schon eine Frau ausgesucht.

Ja, ich mag es, wenn sich Frauen gegenseitig unterstützen. Frauen sind im Berufsleben benachteiligt. Wir wissen, wie schwer es ist, Beruf und Familie zu vereinbaren. Ich meine, ich führe hier ein Interview mit Baby auf dem Arm.

Aber nochmal: Können Männer Geburten fotografieren?

Na klar. Besonders, wenn sie selbst Vater sind. Wer selbst eine Geburt erlebt hat, weiß, worauf es ankommt.

In Berlin steigt die Zahl der Geburten stetig an. Im Jahr 2017 waren es 41.000, 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das hat zur Folge, dass die Kreißsäle ständig belegt sind und Frauen sogar wieder nach Hause geschickt wurden. Viele angehende Mütter sind deshalb verunsichert. Ihre Kundinnen auch?

Ja, wenn ich schwangere Bäuche fotografieren, sagen mir 90 Prozent meiner Kundinnen, wie schwer es war, eine Beleghebamme zu finden. Eine Kundin wollte in Neukölln entbinden, wurde aber weggeschickt, weil ihr Krankenhaus voll war. Mir wäre es fast genauso gegangen.

Ein Grund mehr, sich eine Beleghebamme zu nehmen.

Ja, aber davon gibt es immer weniger. Das ist jammerschade. Diese Frauen machen einen Hammer-Job. Und ihre Arbeit wird so schlecht bezahlt.

Für eine Geburt zahlen die Krankenkassen weniger als für eine Blinddarmentfernung.

Unglaublich, oder? In Berlin ist der Mangel an Hebammen inzwischen so groß, dass du dir schon eine suchen musst, sobald du einen positiven Schwangerschaftstest gemacht hast.

Warum ist eine gute Hebamme wichtig?

Du brauchst jemanden, der dir sagt: Du schaffst das. Die Chemie muss stimmen. Meine Hebamme hilft mir jetzt noch. Sie sagt mir, was ich gegen meine Rückenschmerzen und Noahs Bauchweh machen kann.

Wie hat sich Ihr Blick auf die Geburten durch Ihre eigene Geburt verändert?

Ich glaube, ich weiß jetzt mehr, welche Fotos sich eine Mutter wünscht. Dieser Blick nach der Geburt, den mir ein Mann geschenkt hat, der gehört auf jeden Fall dazu.

Welche Momente sind noch wichtig, um die Geschichte einer Geburt zu erzählen?

Wie das Paar zusammen mit Schmerzen umgeht. Die Schmerzgrenze. Der Moment, in dem die Frau sagt: Ich kann nicht mehr. Wie sie presst. Optimal ist es, ein Foto von dem Moment zu haben, in dem man den Kopf schon sieht. Das ist eigentlich der wichtigste Moment. Ich habe immer Angst, dass ich ihn verpasse.

Was ist mit dem Durchtrennen der Nabelschnur?

Das ist der Klassiker. Genauso wie der Moment, wenn die Hebamme das Baby der Mama gibt und das Baby an der Brust trinkt. Die Phase nach der Geburt. Die Kinder haben die Augen ganz weit offen. Sie schauen sich ganz interessiert um in der Welt.

So, als würden sie sagen: Auf welchem Planeten bin ich hier gelandet?

(lacht) Genau, diese Phase dauert ungefähr eine Stunde. Die Kinder sind voller Adrenalin und hellwach. Ich fotografiere, wie sie ihre Eltern anschauen. Wie sie mit den Fingern nach etwas greifen. Wie die Hebamme das Namensschild schreibt, wie sie das Baby wiegt. Das sieht die Mutter in der Regel nicht.

Nehmen die Eltern Sie dann überhaupt noch wahr?

Solange die Frau in den Wehen liegt, merken sie meistens nicht, dass ich da bin. Sobald das Baby da ist, bin ich aber auch wieder da.

Von der Schriftstellerin Gertrud von le Fort stammt das Zitat, dass bei einer Geburt nicht nur das Kind geboren wird, sondern auch die Mutter durch das Kind.

Das habe ich auch so empfunden. Ich habe gedacht: Du hast jetzt eine neue Rolle. Du bist als Mutter neu geboren. Ein Papa ist geboren. Eine Familie ist geboren. Du bist nie wieder allein.

Es kommt einem vor, als sei man nach langer Reise endlich angekommen.

Bei mir war das ein bisschen anders. Mein Sohn kam gleich weg, auf die Intensivstation. Ich habe ihn fast zwei Tage lang nicht gesehen.

Horror.

Ja, ich habe ein Baby, aber ich weiß nicht, wie es riecht. Ich war froh, dass mein Mann in dieser Zeit für Noah da war. Ich brauchte ein paar Tage, um mich als Mama zu fühlen.

Rushes & Waves

Kimberly Kimble hielt diesen innigen Moment einer jungen Familie fest. Das Bild schaffte es auf das Siegerpodest in der Kategorie „Erste 48h“!

Lifetime of Clicks Photography

Im Bild von Kelly Richmann mit dem Namen „Unterstützung kommt in allen Grössen“ wird Pfötchen statt Händchen gehalten.

Ashley Marston Photography

Das Gewinnerbild in der Kategorie „Entbindung“ stammt von Ashley Marston.

Jerusha Sutton Photography

Mit der Betitelung „Die herrlichste Reinigung von allen“ spricht Jerusha Suttons Gewinnerbild der Kategorie „nach der Geburt“ für sich.

Micah Lynn Birth Stories

Dieses eindrucksvolle Bild aus der Kategorie „Entbindung “ schoss Brittany Fisher aus den USA!

Lauren + douglas

Mit dem süssen Namen „Kleiner Koala“ wurde das Bild von diesem Wonneproppen, fotografiert von Dania Watson, speziell ausgezeichnet.

Dora Barens Geboortefotografie

Dora Barens hat dieses Paar in der Geburtswanne im romantischen Sonnenuntergang fotografiert und es damit auf den ersten Platz in der Kategorie „Wehen“ geschafft!

Sevan Photography

In dem Gewinnerbild der Kategorie „Geburt Detail“ hält Samantha Evans den ersten Kuss von Mutter und Kind fest.

Birth Day geboortefotografie

Das Bild mit dem Namen „Meine Liebe, Mein Held“ schoss Cindy Willems für die Kategorie „Wehen“.

Belle Verdiglione Photography

Dieses emotionale Bild gleich nach der Geburt knipste Belle Verdiglione und sicherte sich damit den ersten Platz im Gesamtwettbewerb!

16 bewegende Fotos von Mamas, die gerade ihr Baby bekommen.

Alle Menschen kommen auf demselben Weg zur Welt. Doch nach wie vor gibt es kaum etwas, das faszinierender und emotionaler ist als die Geburt eines Babys. Geburtsfotografen weichen im Auftrag der Eltern in den Stunden davor und danach nicht von ihrer Seite, um diese einzigartigen Momente festzuhalten.

Ob Schmerz, Verzweiflung, völlige Erschöpfung oder reines Glück: Alles lässt sich vom Gesicht der werdenden Mütter ablesen. Die Internationale Vereinigung von Geburtsfotografen wählt Jahr für Jahr die herausragendsten Bilder aus. Diese 16 kraftvollen Fotos gehörten in den letzten beiden Jahren zu den Gewinnern:

1.) Großer Auftritt beim Eintritt ins Leben: Wenn die Fruchtblase erst bei der Geburt platzt.

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2.) Liebe auf den ersten Blick.

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3.) Gemeinsam durch jede Wehe.

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4.) Endlich eine Familie.

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5.) Noch einmal die letzten Kräfte sammeln.

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6.) Im Wasser geboren.

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7.) Kreis des Lebens: Mutter unterstützt ihre Tochter bei der Geburt.

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8.) Emotion pur: Der erste Blick auf das Babyköpfchen.

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9.) Der glücklichste Moment.

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10.) Auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus.

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11.) Noch miteinander verbunden.

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12.) Die erste Umarmung.

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13.) Noch ein letztes Mal pressen.

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14.) Kaum zu glauben, das dieser kleine Mensch 9 Monate unter ihrem Herzen herangewachsen ist.

Ungewöhnliche Geburt: Frau entbindet Baby in der Natur

Umgeben von Bäumen und Natur, sanft ans Ufer von einem leise plätschernden Bach geschmiegt: Das klingt schon nach einer idyllischen Umgebung. Aber ist es wirklich der ideale Rahmen für eine Geburt? Genau so brachte die 43-jährige Simone Thurber ihr Kind auf die Welt – und veröffentlichte den kompletten Ablauf auf Youtube:

„Verbundenheit mit allem Leben“

Die Idee für diese außergewöhnliche Entbindung bekam Simone von einer Doku über Geburten im Schwarzen Meer, wie sie dem Portal Self.com erzählte: „Dieses Gefühl der Verbundenheit mit allem Leben hat mich tief beeindruckt. Wir vergessen, dass wir alle noch ursprüngliche Kreaturen sind, die nicht ohne Planzen, Sauerstoff, Bäume, Wasser und Sonne überleben könnten. Es sprach mich einfach an und ich wollte, dass mein Kind als ersten Eindruck seines Lebens die Natur zu sehen kriegt.“ Gemeinsam mit ihrer Familie entschied sie sich für diesen abgelegenen Bach, zu dem die Familie vorher schon etliche Bade-Ausflüge unternommen hatte.

Naturverbunden – aber gefährlich!

Trotzdem: Eine Geburt so weit ab vom Schuss ist andererseits eine riskante Angelegenheit – zumal weder ein Arzt noch eine Hebamme vor Ort waren. Doch Simone war sich der Gefahren bewusst: Für den Fall, dass Komplikationen eintraten, war ein Hubschrauberpilot verständigt, der die Familie auf Abruf sofort zum nächsten Krankenhaus gebracht hätte – innerhalb von 30 Minuten wären sie im Notfall dort gewesen.

Zum Glück lief aber alles glatt: Nach 12 Stunden hielt Simone ihre Tochter Perouze in den Armen und war glücklich, ihr dieses ganz besondere Erlebnis als Start in ihr Leben ermöglicht zu haben.

Risikofaktoren trotz Vorsorge

Trotzdem wird diese Geburt von vielen Seiten sehr kritisch gesehen. Allein der Umstand, dass ein Wald-Bächlein natürlich nicht keimfrei ist, sondern viele potentiell für Neugeborene gefährliche Bakterien enthalten kann, ist aus medizinischer Sicht höchst bedenklich.

Kritik, die Simone nicht weiter stört. Sie möchte keiner Frau vorschreiben, wie sie ihre Kinder zur Welt bringen soll, und sieht ihr Video nur als Gedankenanstoß, nicht als das einzig wahre Vorbild für alle Mütter: „Meine Botschaft an die Frauen da draußen ist: Vertraut eurem Körper und macht bei eurer Entbindung das, womit ihr euch gut fühlt – egal, ob in einem Krankenhaus, oder sonstwo!“

Millionen sind fasziniert

Auch wenn nicht alle von ihrer persönlichen Entscheidung überzeugt sind, ist ihr Video auf jeden Fall ein Phänomen, das viele Frauen interessiert: Inzwischen wurde ihre Geburt auf Youtube über 54 Millionen mal angehsehen.

Eine selbstbestimmte schmerzfreie Geburt zu erfahren, ist etwas wunderbares, aber leider oftmals nichts selbstverständliches.

Schmerzfreie Geburt?

Ja, es auch möglich, schmerzfrei zu gebären.

Für viele Frauen eine komplett neue Information.

Als ich mich auf die Geburt meines zweiten Kindes vorbereitet habe, waren die Meditationen von Nina Winner und Jobina Schenk’s Buch “Meisterin der Geburt” meine Begleiter.

Es wurde eine wunderbare, selbstbestimmte Schwangerschaft und schmerzarme Geburt.

Als die beiden nun zusammen das Online Training JoNi herausgebracht haben, wusste ich sofort, dass ich ihnen helfen möchte, dieses Training bekannter zu machen.

Ich habe Nina gebeten, mir mehr über JoNi zu erzählen und das hat sie getan.

Ich wünsche dir viel Inspiration beim Lesen dieses Gespräches.

Solltest du dir eine schmerzfreie und selbstbestimmte Geburt wünschen, dann kann ich dir JoNi von ganzem Herzen empfehlen.

Aksana: Nina, seit wann bist du Mama Coach und was waren die Beweggründe, dass du dich mit den Themen Schwangerschaft, Geburt und Mama sein selbständig gemacht hast?

Nina: Ich bin seit 2013 ganz offiziell selbständig, habe mich aber schon ewig mit den Themen Schwangerschaft, Geburt und Mama-Sein beschäftigt.

Von meinem Wesen her war ich schon immer die Beraterin, die Therapeutin.

Als Tänzerin war mein Zugang zu diversen Themen schon immer über den Körper.

Ich bin tiefenpsychologisch orientierte Bewegungsanalytikerin und fand es schon immer spannend, den Menschen einen Zugang zur Lösung ihres inneren Konfliktes zu schaffen.

Dass bei den meisten Themen die eigene Geburtserfahrung und die ersten Lebensmonate am Anfang der Themenkette stehen, ist mir schnell klar geworden.

Durch meine eigenen Schwangerschaften und die Geburten meiner Kinder habe ich mich komplett in dieses Themengebiet vertiefen können.

Ich habe mir selbst den Zugang zu selbstbestimmten und schmerzfreien Geburten erarbeitet, musste mir auf diesem Weg die inneren Steine aus dem Weg räumen und gebe nun diese Werkzeuge an andere Mamas weiter.

Ich habe mich bewusst für die Selbständigkeit als Mama entschieden, zum Einen, weil es komplett meinem Wesen und meinem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und freier Entfaltung entspricht, aber auch, weil ich so flexibel auf die Bedürfnisse meiner Familie eingehen kann.

Toller Nebeneffekt ist, dass die Kinder so lernen dürfen, dass Arbeit auch erfüllende Lebensaufgabe sein kann.

Nina: Ich hatte Jobina darum gebeten, einen Gastartikel für meinen Blog zu schreiben, das war im Herbst 2015.

Kurz danach haben wir einmal geskyped und mir war nach den ersten Sekunden klar: ich liebe diese Frau und wir werden gemeinsam etwas kreieren.

Wir sind absolute Seelenschwestern.

Nach 15 Minuten stand fest: wir machen einen Online Kurs zusammen.

Wir luden dann Familie Schenk spontan über den Jahreswechsel 2016 zu uns ein, verbrachten herrlich befruchtende Tage miteinander und am 01.01. 2016 standen die Module und Inhalte des Kurses fest.

9 Monate später war das gemeinsame ‘Baby’ dann auch fertig.

Aksana: Wie seid ihr auf den wunderbaren Namen gekommen, der wirklich passend ist, denn die Ähnlichkeit mit Yoni ist unverkennbar?

Nina: Hihi, ja, genau!

Es war uns wichtig, dass unser Kurs einen einprägsamen Namen haben würde, der uns widerspiegelt, und wir haben von Anfang an gewusst, dass wir dazu mit unseren eigenen Namen spielen wollten.

‘Jo’ steht für Jobina, ‘Ni’ für Nina – also ganz einfach.

Als wir dann die Kombi ‘JoNi’ hatten und die Verbindung zu ‘Yoni’ herstellten, wussten wir, dass dieser Name absolut richtig war.

Nina: Weil die allermeisten Geburten manipulierte Geburten sind. Ungefähr 98% der Geburten findet in Krankenhäusern statt.

Das System Krankenhaus und die Geburtshilfe wendet das sogenannte ‘Aktive Geburtsmanagement’ an.

Hier gibt es bestimmte Richtlinien, Verhaltensweisen und Verläufe, die von den gebärenden Frauen eingehalten werden müssen.

Raum für Individualität gibt es hier keinen oder wirklich nur kaum. Manipulation an gebärenden Frauen ist hier die Regel, teilweise sogar Pflicht.

Geburt ist ein physiologischer Vorgang, ein Ausscheidungsvorgang, der – genau wie der Stuhlgang – automatisch, nach seinen eigenen Regeln, also ohne, dass wir ihn bewusst steuern könnten, abläuft.

Hier braucht es Privatsphäre und Ungestörtheit. Ist dies gewährleistet, so kann der Geburtsvorgang ohne Schwierigkeiten ablaufen.

Nur ca. 1-2 % der gebärenden Frauen bringen ihre Kinder außerhalb von Kliniken zur Welt.

Auch bei Geburtshausgeburten und Hausgeburten kommt es teilweise noch zu Manipulationen, aber es sind deutlich weniger.

Wenn eine Frau an einem Ort und in einem Umfeld ist, in der sie komplett loslassen kann, weil sie sich unbeobachtet fühlt, dann kann sie sich ganz ihrem Körpergeschehen hingeben.

Hier werden oft schmerzfreie Geburten erlebt.

Denn auch die weiblichen Geschlechtsorgane haben (wie die männlichen) die Fähigkeit, sich ohne Schmerzen zu vergrößern und wieder zu verkleinern. Wirklich wahr!

Stellen sich nun auch keine mentalen Blockaden in den Weg, ist man mit sich und seiner Weiblichkeit, mit seinem Körper und seinen Prozessen im Einklang, so kann der Geburtsvorgang sogar als lustvoll empfunden werden.

Es kommt nur leider relativ selten vor (oder wir hören selten davon), weil den Frauen in den meisten Fällen die Chance dazu genommen wird, sich diesem wunderbaren Ereignis in Sicherheit und Ungestörtheit ganz hinzugeben.

Geburt ist Teil unserer Sexualität, es ist Teil unseres Selbsterlebens als Frau. Schmerzfreie Geburten sind nichts ungewöhnliches.

Es kann sogar zur Reise in die Selbstermächtigung werden. In keinem anderen körpereigenen Prozess haben wir die Möglichkeit, uns so in unserer Kraft zu erleben und unsere Frauenkraft so zu entfesseln.

Nina: Die Sprache spielt eine große Rolle. Mittlerweile wissen wir, wie machtvoll unser Geist ist.

Für jeden Gedanken gibt es eine chemische Reaktion im Körper. Wie wir über Geburt denken, wie wir darüber sprechen, was wir gesagt bekommen und was wir gezeigt bekommen, hat einen sehr großen Einfluss darauf, wie wir in weiterer Folge unsere Geburt erleben.

Die Sprache, die in der Geburtshilfe benutzt wird, ist ein Zeugnis für die jahrhundertelange Unterdrückung und Verletzung von Frauenrechten, von Menschenrechten, unter der Geburt.

Wir werden ‘entbunden’, also entmündigt und manipuliert. Die Hebamme hieß früher ‘Wehmutter’,das Wort ‘Kreißsaal’ kommt vom alten Wort ‘Kreischen’.

Wer verstehen möchte, wie sehr das Erbe der Geburtshilfe von Trauma und Angst belastet ist, der muss nur etwas über die Geschichte der Geburtshilfe seit dem Fall des Matriarchs und (in unserem Kulturkreis) dem Einzug des Christentums recherchieren.

Es ist grausam und haarsträubend.

Aksana: Auf die Geburt vorbereiten – wie kann so etwas überhaupt gehen?

Nina: Eine optimale Vorbereitung auf die eine schmerzfreie Geburt ist allumfassend und tiefgehend.

Hier gilt es sich die eigene Geburtserfahrung als Baby anzuschauen, die Art und Weise, wie wir aufgewachsen und erzogen wurden, wie unser Selbstbild und unser Selbsterleben als Frau ist.

Es spielt eine große Rolle, wie unser Verhältnis zum eigenen Körper ist und welche Loyalitätskonflikte (meistens zu der eigenen Mutter oder dem eigenen Vater) wir ausleben.

Denn all dies wirkt sich darauf aus, wie sehr wir in der Lage sind, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen.

Wie hoch ist unser Selbstwert und Urvertrauen?

Schaffen wir es, für unsere Wünsche einzustehen und den eigenen Weg zu gehen.

DAS alles ist entscheidend. Erst DANACH kommen Techniken und mentale Trainingsmethoden.

Nina: Im Idealfall ja.

Es geht darum, aus dem Traum aufzuwachen und sich bewusst zu werden, dass wir unser eigenes Leben selbst steuern.

Sind wir einmal erwacht, stehen wir als Königin am Steuer und kämpfen mit einer Löwinnen-Kraft für uns und unsere Liebsten.

Aksana: Apropo Geburtstermin. In einem deiner Videos auf Youtube hast du einmal eine Formel zum Errechnen des möglichen Geburtstermines gegeben. Wie war diese gleich noch mal?

Man nimmt den ersten Tag der letzten Regel und rechnet 280 Tage dazu.

Kennt man den Zeugungstermin oder den Tag des Eisprungs, so kann man 266 Tage dazu zählen.

Auf keinen Fall sollte man aber all zu viel von diesem groben Termin halten.

Die ‘Geburtszeit’ kann ca. 3 Wochen vor dem ET oder auch mehr als 2 Wochen nach dem ET sein.

Das Kind entscheidet, wann es geboren wird. Ist die Entwicklung des Kindes abgeschlossen, so schickt es ein Hormon an die Mutter, welches dann den Geburtsprozess auslöst.

Die wenigsten Kinder werden zum Termin geboren.

Ein Überschreiten des errechneten Geburtstermins darf unter keinen Umständen als Anlass für eine Geburtseinleitung genommen werden, wenn keine Pathologie besteht.

Gerade in den letzten Wochen der Schwangerschaft finden noch wichtige Verknüpfungen in der Gehirnentwicklung des Kindes statt, die nicht unnötigerweise unterbrochen werden sollten.

Außerdem ist eine künstliche Einleitung eine grobe Manipulation im Geburtsprozess und führt zu sehr schmerzhaften Wehen.

Aksana: Kannst du vielleicht noch ein Tool aus dem ‘JoNi’ Online-Training mit dem sich Frauen auf die Geburt vorbereiten können, preisgeben?

Nina: Eines der wichtigsten Dinge in der Vorbereitung auf die schmerzfreie Geburt ist die Formulierung der eigenen Vision für die kommende Geburt.

Und zwar mit dem Fokus auf das GeburtsERLEBNIS und nicht so sehr auf das GeburtsERGEBNIS.

Wie möchte ich mich fühlen unter der Geburt?

Am Anfang steht also die Visionssuche, danach geht es um das Manifestieren dieser Vision.

Im JoNi-Kurs widmen wir zwei ganze Module diesem Thema, in denen wir diese Visionssuche anleiten, verschiedene Manifestationstechniken lehren und über geführte Visualisierungsübungen diesen Prozess unterstützen.

Wenn man einmal weiß, wo man hin möchte, so geht es nur mehr darum zu schauen, was man genau braucht, um an dieses Ziel zu kommen.

Aksana: Okay, mit ‘JoNi’ weiß Frau, was auf sie zukommt, aber wie sieht es mit dem Partner aus. Habt ihr auch was für den Partner bei ‘JoNi’ dabei?

Nina: Nein, nur indirekt.

Uns geht es darum, die Frauen zu stärken. Sie soll sich sich ganz auf ihre eigene Kraft berufen können. Und das ganz selbstverständlich ohne innerlich abhängig von ihrem Mann, der Hebamme oder einer weiteren begleitenden Person zu sein.

Was aber entscheidend ist: Die gebärende Frau sollte mit Klarheit und Überzeugung ihre Vision für die Geburt mit ihrem Partner teilen.

Die Rolle des Mannes unter der schmerzfreien Geburt ist definitiv die des Beschützers.

Er ist derjenige, der den Schutzraum für die Frau aufrecht erhält.

Er ist sich dieser Rolle bewusst und nimmt diese selbstbewusst ein.

So kann sich die gebärende Frau ungestört auf die Geburtsreise begeben und sich mental ‘an einen anderen Ort’ beamen. Ohne währenddessen gleichzeitig darauf Acht geben zu müssen, dass sie diese Arbeit auch wirklich ungestört tun kann.

Es braucht eine sehr gute Vertrauensbasis zwischen den Partnern.

Aksana: Wenn du es in einem Wort sagen würdest, was ist das Entscheidende für eine selbstermächtigte Geburt?

Nina: Selbstermächtigung.

Ich danke Nina Winner für diese Einblicke in JoNi.

Es ist nicht immer einfach die Sache mir der Selbstermächtigung und in jeder von uns kommen hier und da Zweifel.

Doch auch aus der schüchternsten Frau kann eine Löwen Mama werden – und das nicht erst nach der Geburt des Kindes.

“Kinder sind Augen, die sehen, wofür wir längst schon blind sind.
Kinder sind Ohren, die hören, wofür wir längst schon taub sind.
Kinder sind Seelen, die spüren, wofür wir längst schon stumpf sind.
Kinder sind Spiegel, die zeigen, was wir gerne verbergen.”

unbekannter Verfasser

Alles Liebe für dich und deinen Weg und habe den Mut, dich selber zu entdecken.

Aksana.

Übrigens:

In der Frauen Orgasmus Schule lernst du mehr über deinen Körper, deine weibliche Kraft und dein Weg zu wahrhaftigen Ekstasen. Je mehr eine Frau über ihren Körper, ihre Bedürfnisse und Wünsche weiß, desto besser kann sie ausdrücken, was sie BRAUCHT. Schau dich gerne um. Ich freue mich auf dich, Aksana.

Bildnachweis:

Copyright aller Bilder liegt bei Nina Winner und Jobina Schenk. Mit freundlicher Genehmigung zur Nutzung für diesen Blogartikel.

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Royal Baby: Meghan & Harry ärgerten alle – und brachen bei Geburt 5 Traditionen

Das Baby ist endlich da! Und es ist ein Junge! Bild: X90004

Sie narrten uns alle: 5 Traditionen, mit denen Harry und Meghan bei der Geburt brachen

Monatelang hat die Welt auf Baby Sussex gewartet. Der geplante Geburtstermin sei schon überschritten worden, hieß es. Spekulationen wurden laut, dass das Baby Sussex schon längst das Licht der Welt erblickt habe… und dann ging plötzlich alles ganz schnell.

Am Montag verkündete das englische Königshaus gegen 15 Uhr, dass am frühen Morgen die Wehen bei Herzogin Meghan eingesetzt hätten – und nur kurze Zeit später – um 15.44 Uhr – dass sie und der königliche, männliche Nachwuchs zusammen mit Prinz Harry wohlauf seien.

Bei der Wehen-Verkündung war das Royal-Baby längst geboren.

Das alles ging, nun ja, ungewohnt schnell. Das Dokument, das der Buckingham Palace bei einer Geburt traditionell ausstellt, offenbarte dann: Meghan und Harry haben uns alle schön zum Narren gehalten. Denn laut Dokument hatte Meghan ihren Sohn schon um 6.26 Uhr deutscher Zeit zur Welt gebracht – da kann man ruhig mal am Nachmittag das Einsetzen der Wehen bekanntgeben…

Members of staff set up an official notice on an easel at the gates of Buckingham Palace – announcing the birth of a son to Britain’s Prince Harry, Duke of Sussex and Meghan, Duchess of Sussex 📸@Getty https://t.co/XtTCAbNYXq #RoyalBaby pic.twitter.com/SFX6teKGO8

— Derek Momodu (@DelMody) 6. Mai 2019

Zur Erinnerung: Hier war noch die Rede von Wehen.

The Duchess of Sussex went into labour in the early hours of this morning.
The Duke of Sussex was by Her Royal Highnesses’ side. An announcement will be made soon.https://t.co/hFq0te2Owe

— The Royal Family (@RoyalFamily) 6. Mai 2019

Anders als bei Herzogin Kate bekam die Öffentlichkeit so also kein Live-Update zur Geburt – weil alles schon längst vorbei war, als die ursprüngliche Wehen-Meldung an die Öffentlichkeit gegeben wurde.

Auch Baby Sussex‘ Geburt, zeigt so mal wieder: Meghan macht einiges anders als ihre royalen Vorgänger. 5 Beispiele.

Britische Fans zelebrieren vor dem Buckingham Palace die Geburt des Babys Bild: PA

Alle Infos auf einmal

Die Meldung der Wehen war überraschend. Denn eigentlich haben wir zu Meghans Geburt auch keinen Live-Ticker erwartet. Die Geburt sollte im engsten Familienkreis stattfinden und vorerst privat gehalten werden, hieß es stets von Seiten des Königshauses.

Und so unterschied sich Meghans Geburt auch von der Kates.

Anders als bei den Geburten von Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis bekam die Welt keine Updates über den Verlauf der Geburt, sondern stattdessen in kurzer Zeit alle ersten Informationen auf einmal:

Der Nachwuchs sei männlich, wiege 3,2 Kilogramm und sei in den frühen Morgenstunden zur Welt gekommen, hieß es am Montagnachmittag.

Bekanntgabe auf Instagram

Auch die Art der Bekanntgabe war – wie erwartet – anders als bei royalem Nachwuchs zuvor.

Denn noch vor der Verkündung auf dem Twitter-Account der royalen Familie und der Webseite der Royals, erschien ein Post auf dem Instagram-Account der Eltern Prinz Harry und Herzogin Meghan.

Bisher wurden Geburten offiziell zuerst auf der Twitter-Seite des Buckingham Palace verkündet.

Hausgeburt statt Krankenhaus

Auch diese Neuerung wurde von einigen Experten erwartet: Anders als Herzogin Kate und Lady Diana gebar Meghan den royalen Nachwuchs nicht im St Mary’s Hospital in London.

Im Statement des Königshauses hieß es, dass die ehemalige Schauspielerin im Kreise ihres Ehemannes und ihrer Mutter das Baby im Frogmore Cottage zur Welt gebracht habe. Sprich: in Meghans und Harrys Haus.

The Duchess’s mother, Doria Ragland, who is overjoyed by the arrival of her first grandchild, is with Their Royal Highnesses at Frogmore Cottage.
Her Royal Highness and the baby are both doing well.

— The Royal Family (@RoyalFamily) 6. Mai 2019

Tatsächlich lebte Meghan damit eine alte Tradition wieder auf: Denn Diana war es, die die Tradition der Hausgeburt damals gebrochen hatte. Herzogin Kate tat es ihr später gleich.

Queen Elizabeth II. hingegen brachte Prinz Charles und Prinzessin Anne im Buckingham Palace zur Welt.

Ausführliches Statement von Prinz Harry kurz nach der Geburt

Ebenfalls ungewöhnlich: Bereits kurz nach der offiziellen Bekanntgabe der Geburt, wandte sich der frischgebackene Vater Prinz Harry in einem Interview mit CNN an die Presse.

Bei Herzogin Kate und Prinz William musste die Öffentlichkeit stets warten, bis das Paar das Krankenhaus verließ, bis sie die Eltern das erste Mal nach der Geburt ihres Nachwuchses zu Gesicht bekamen.

Prince Harry spoke to the press just after the #royalbaby’s birth: „It’s been the most amazing experience I could ever have possibly imagined.“ https://t.co/7TQEa5VJxr pic.twitter.com/JxqeSVd45L

— CNN International (@cnni) 6. Mai 2019

Nur 20 Minuten nach der offiziellen Verkündung sagte ein strahlender Prinz Harry gegenüber der Presse:

„Es war unglaublich, absolut unglaublich, und (…) ich bin so unglaublich stolz auf meine Frau. Wie jeder Vater und jede Mutter sagen würde, ist das eigene Baby absolut fantastisch. Aber dieses kleine Ding ist absolut unwiderstehlich, also bin ich einfach überglücklich.“

Prinz Harry kurz nach der Geburt von Baby Sussex

Ein glücklicher Papa! Bild: PA Pool

Zwei Tage Verzögerung bis zur Präsentation von Mutter und Kind

Zu guter Letzt bricht Herzogin Meghan mit einer Tradition Herzogin Kates, die dafür auch scharf kritisiert worden war. Denn Prinz Harry verkündete in seinem Interview, dass sich der royale Nachwuchs und die Mutter erst ungefähr zwei Tage nach der Geburt der Presse präsentieren werden.

Bei Herzogin Kate lagen zwischen Geburt und offizieller Präsentation häufig nur wenige Stunden.

Für die Nostalgiker: Die schönsten Bilder der Royal Wedding

Leg dich nicht mit der königlichen Wache an!

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