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Was tun, wenn Mama oder Papa krank ausfallen?

Drei Fragen an… Haushaltshilfe

Mutter liegt im Krankenhaus – was nun? Kein Grund zur Panik, denn ausgebildete Haushaltshilfen sorgen dafür, dass der Familienalltag nicht im Chaos versinkt. Elisabeth Groß vom Dorfhelferinnenwerk Sölden erklärt, wer Anspruch auf eine Familienpflegerin oder Dorfhelferin hat, was das kostet und wie man sich diese Unterstützung sichert

Hilfe in der Not: Familienpflegerinnen springen ein, wenn Mütter aufgrund einer Krankheit ausfallen. KNA /Oppitz

Wem steht eine Haushaltshilfe zu?

Den Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben Familien, in denen Kinder unter zwölf Jahren leben. Bei der AOK liegt die Altersgrenze der Kinder sogar bei 14 Jahren. Fällt die Person, die den Haushalt führt aufgrund einer Krankheit aus, kann eine Familienpflegerin oder eine Dorfhelferin einspringen. Letztere ist auch in der Lage einen bäuerlichen Betrieb weiterzuführen.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Familienhilfe, wenn die Mutter oder der Vater beispielsweise im Krankenhaus behandelt wird, eine Rehabilitationsmaßnahme hat oder in Kur ist. Dazu sind die Kassen gesetzlich verpflichtet. Auf freiwilliger Basis bezahlen sie die Familienhilfe, wenn die Person ambulant betreut wird und zuhause wohnt. Das ist bei manchen Chemotherapien oder bei Behandlungen in einer Tagesklinik der Fall.

Was tut eine Haushaltshilfe?

Die Haushaltshilfe leistet all das, was die Mutter im Alltag tut, sie führt quasi den familiären Betrieb fort. Dabei macht sie alles, was täglich anfällt: die Kinder in den Kindergarten bringen, einkaufen, kochen, spülen, Böden wischen. Sie organisiert auch mal einen Kindergeburtstag. Sie arbeitet aber zum Beispiel keine Dinge auf, die schon seit Jahren liegen geblieben sind.

Wie komme ich an eine Haushaltshilfe?

Sie müssen sich eine „Verordnung von Haushaltshilfe“ besorgen. Darin bescheinigt ein Arzt, dass und wie lange Sie die Haushaltshilfe voraussichtlich brauchen werden und wie viele Stunden die tägliche Einsatzzeit dauern sollte. Das Attest reichen Sie bei der Krankenversicherung ein und bitten um eine Genehmigung. Am besten holen Sie sich zuvor schon Rat für die Antragsstellung bei der Sozialstation Ihres Ortes, die die Haushaltshilfen koordiniert. Die Einsätze können von ein paar Tagen bis hin zu Monaten dauern. Meist ist es so, dass die Kasse die Finanzierung erst einmal für eine bestimmte Zeit bewilligt und sie dann bei Bedarf verlängert. An den Kosten müssen Sie sich mit einem geringen Betrag beteiligen.

Elisabeth Groß ist Geschäftsleitung des Dorfhelferinnenwerks Sölden.

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Ist das eigene Kind krank, steckt der Arbeitnehmer schnell im Zwiespalt zwischen familiären und beruflichen Pflichten. Darf er einfach zu Hause bleiben? Was ist mit seinem Gehalt? Und was kann der Betriebsrat tun? Wir beantworten Ihnen die 7 wichtigsten Fragen.

1. Darf der Arbeitnehmer frei machen, wenn das Kind krank ist?

Ja. Arbeitnehmer dürfen auch spontan von der Arbeit fernbleiben, wenn das Kind erkrankt und es keine Möglichkeit gibt, anderweitige Betreuung zu organisieren. Dies nennt man „vorübergehende Arbeitsverhinderung“, die in § 616 BGB eine Abwesenheit vom Arbeitsplatz erlaubt.

Für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer gibt es außerdem die „offizielle“ Möglichkeit, sich von der Arbeit wegen eines kranken Kindes nach § 45 Abs. 3 SGB V freistellen zu lassen. Hierfür ist erforderlich, dass das Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet und der Arzt bescheinigt hat, dass eine Betreuung notwendig ist. Der Anspruch ist allerdings gegenüber dem zuerst genannten aus § 616 BGB nachrangig.

Arbeiten beide Elternteile in zeitlich gleichem Umfang können sie grundsätzlich frei darüber entscheiden, wer die Betreuung des Kindes übernimmt und damit von der Arbeit fernbleibt.

2. Muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Krankheit des Kindes anzeigen?

Ja. Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber die Gründe seiner Abwesenheit mitteilen. Er sollte ihn schon vor Verlassen des Arbeitsplatzes über die Erkrankung des Kindes informieren. Der Arbeitgeber darf einen Nachweis verlangen, der belegt, dass dem Arbeitnehmer wegen der unvorhersehbaren Erkrankung des Kindes das Weiterarbeiten nicht zuzumuten war.

Im gerichtlichen Prozess muss der Arbeitnehmer in der Regel durch ein ärztliches Attest des Kinderarztes nachweisen, dass die Pflege des erkrankten Kindes durch ihn erforderlich war und die Arbeitspflicht hinter der Sorgfaltspflicht nachstehen musste.

3. Wie lange darf der Arbeitnehmer zu Hause bleiben?

Der Zeitraum, in dem der Arbeitnehmer wegen „vorübergehender Arbeitsverhinderung“ (§ 616 BGB) von der Arbeit fernbleibt, darf nur eine „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ ausmachen. In der Regel werden das nur wenige Tage sein. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in einem Fall eine Abwesenheit von 5 Tage als zulässig angesehen (BAG 5.8.2014 – 9 AZR 878/12).

Macht der Beschäftigte im Rahmen seiner gesetzlichen Krankenversicherung von seinem Recht auf Freistellung Gebrauch, so kann er maximal 10 Arbeitstage pro Kalenderjahr „frei machen“ (§ 45 Abs. 2 und 5 SGB V). Bei mehreren Kindern sind es bis zu 25 Arbeitstage pro Elternteil. Ist der Arbeitnehmer alleinerziehend, kann er bei einem Kind längstens 20 Arbeitstage, bei mehreren Kindern maximal 50 Arbeitstage frei machen.

  • Tipp: Hat ein Elternteil die ihm zustehenden 10 Tage bereits maximal ausgenutzt, kann es die zehn Tage des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen. Dafür müssen aber beide Arbeitgeber einverstanden sein.

4. Bekommt der Arbeitnehmer weiterhin Lohn gezahlt?

Das kommt darauf an. Zwar gilt der Grundsatz „ohne Arbeit kein Lohn“. Ist der Arbeitnehmer aber unverschuldet für kurze Zeit daran gehindert, seine Arbeit auszuüben, tritt der Fall des § 616 BGB ein: Er kann weiter sein Gehalt verlangen. Die spontane, vorübergehende Arbeitsverhinderung führt nicht zu einem Wegfall des Lohnanspruchs.

5. Wann bekommt der Arbeitnehmer Krankengeld?

Macht der Arbeitnehmer im Rahmen seiner Krankenversicherung von seinem Recht auf Freistellung Gebrauch, so entfällt die Vergütung durch den Arbeitgeber. Stattdessen tritt ein Kinderkrankengeld an die Stelle der Vergütung. Das setzt aber voraus, dass das erkrankte Kind bei den gesetzlich versicherten Eltern mitversichert ist, mit ihnen in einem Haushalt lebt, das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

Die Höhe des Krankengeldes beträgt 70 % des regelmäßigen Einkommens, darf jedoch nicht mehr als 90 % des Nettoarbeitsentgelts betragen. Im Gegensatz zum Vergütungsanspruch nach § 616 BGB kann der Arbeitgeber das Krankengeld nicht durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung ausschließen. Ein privat versicherter Arbeitnehmer kann sich nur unentgeltlich, entsprechend der Dauer des Anspruchs von gesetzlich Versicherten auf Krankengeld freinehmen (§ 45 Abs. 3 und 5 SGB V).

Tipp: Krankengeld kann der gesetzlich versicherte Arbeitnehmer nur dann verlangen, wenn der Anspruch auf Freistellung unter Fortzahlung der Vergütung nach § 616 BGB ausgeschlossen ist. Auch der Arbeitgeber kann nicht auf die Zahlung von Krankengeld verweisen. Besteht ein Anspruch auf Vergütungszahlung, ist das Krankengeld nachrangig (LAG Köln, 11.8.1994 – 6 Sa 90/94).

6. Kann der Arbeitgeber kündigen, wenn der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit erscheint?

Grundsätzlich ja. Erscheint ein Arbeitnehmer ohne Grund nicht zur Arbeit, verletzt er seine Hauptleistungspflicht. Liegen die Voraussetzungen des § 45 Abs. 3 SGB V vor, ist eine Kündigung jedoch unberechtigt. Denn die Arbeitspflicht entfällt, wenn, die kind- und betreuungsbezogenen Voraussetzungen des § 45 Abs. 1 SGB V vorliegen.

7. Kann der Betriebsrat helfen?

Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat vor beabsichtigten Kündigungen anhören. Dieser hat dann die Möglichkeit gegen die Kündigung Bedenken zu äußern. Die Frist dafür beträgt bei ordentlichen Kündigungen eine Woche, bei außerordentlichen Kündigungen 3 Tage.

Praxistipp: Achten Sie darauf, dass der Arbeitgeber die Kündigung erst erklären kann, wenn die Frist zur Stellungnahme abgelaufen ist. Es sei denn, der Betriebsrat hat vorher abschließend zur Kündigung Stellung genommen. Ansonsten ist die Kündigung unwirksam.

Ferner muss der Betriebsrat überwachen, dass sich der Arbeitgeber an Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen hält. Der Betriebsrat hat dadurch aber keinen Anspruch, dass der Arbeitgeber die zutreffende arbeitsrechtliche Vorschrift durchführt. Vor allem bei individuellen Leistungsansprüchen des Arbeitnehmers kann der Betriebsrat kein arbeitsgerichtliches Verfahren durchführen. Er kann und sollte den Arbeitnehmern dabei beratend zur Seite stehen.

Stellt der Betriebsrat aber Rechtsverstöße des Arbeitgebers fest, hat er diesen darauf hinzuweisen und eine Lösung zu finden (BAG 28.5.2002- 1 ABR 32/01). Sofern keine Regelungssperre besteht, kann der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber auch über eine Betriebsvereinbarung zum Thema verhandeln. Dort kann dann beispielsweise geregelt werden, wann und wie ein Nachweis über die Erkrankung des Kindes erfolgen soll.

Autorin:

Jana Lorenz, Rechtsassessorin, Karlsruhe

Lesetipp der Online-Redaktion:

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Tipps bei krankheitsbedingter Kündigung

Ein Krankheitsfall in der Familie braucht umfassende Unterstützung.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wenn Kinder erkranken: Wie geht das?

Eltern kommen in Bedrängnis, wenn ihre Kinder erkranken und sie zu Hause betreut werden müssen. Natürlich möchten sie am liebsten selbst beim erkrankten Kind bleiben und es gesund pflegen, doch dies ist nicht immer möglich. Wichtige Termine am Arbeitsplatz können manchmal nicht verschoben werden, Vorgesetzten oder dem Kollegium gegenüber können sich manche Eltern allzu viele Fehlzeiten – sei es auch in Form der Pflegefreistellung – einfach ´nicht leisten`.

Es stellt sich die Frage: Wer bleibt beim Kind zu Hause, wenn Papa und Mama zur Arbeit gehen müssen und niemand aus dem familiären Umfeld für die Betreuung zur Verfügung steht?

… oder wenn Mama oder Papa erkranken und ein paar Stunden Ruhe benötigen, schlafen müssen und daher als Betreuungsperson ausfallen?

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Lösungen!

Der Familienselbsthilfeverein KiB hat die Initiative notfallmama ins Leben gerufen, um Familien im Krankheitsfall bestmöglich und rasch zu unterstützen.

Oftmals ist die Pflegefreistellung bereits aufgebraucht oder ein nicht aufschiebbarer Termin steht vor der Tür und Oma oder Opa sind nicht greifbar, …. da sich eine Krankheit an keinen Terminkalender hält und auch mitten in der Nacht ausbricht. Familien brauchen daher ein sicheres Netz, das sie trägt und auffängt! Daher unterstützt KiB bei der raschen Organisation einer Notfallmama für kranke Kinder, denn in einer solchen Situation ist schnelles Handeln gefragt.

Der Verein KiB informiert und unterstützt Familien bei der Kinderbetreuung zu Hause und stellt im Auftrag der Eltern Kontakt zu einer zuverlässigen und erfahrenen Notfallmama für das zu betreuende Kind her.
Egal ob zeitig in der Früh, spät am Abend – wir leisten Hilfe und Unterstützung, denn:

Der Verein KiB ist die Feuerwehr für die Betreuung von Kindern zu Hause durch eine Notfallmama, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist.

KiB ist für Sie rund um die Uhr erreichbar: 0 664 / 6 20 30 40

Erstmal schon, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. „Wenn mein Partner krank ist, muss ich weiter zur Arbeit kommen, eine andere rechtliche Regelung gibt es dafür nicht.“ In der Praxis kann das aber natürlich unmöglich sein. Wer Grippe hat, kann schließlich kein Kind betreuen. Und nicht jeder hat hilfsbereite Großeltern oder andere Verwandte auf Abruf parat.

Arbeitnehmern bleibt deshalb nur, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. „In der Regel findet sich da individuell eine Lösung“, sagt Markowski. So können Berufstätige zum Beispiel Urlaub nehmen, auf einem Zeitkonto gesammelte Überstunden abbummeln oder spontan ein paar Tage im Homeoffice arbeiten.

Bei längeren und schwereren Erkrankungen gibt es zudem die Möglichkeit, über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe zu beantragen. Dafür gibt es aber Voraussetzungen, so Markowski: Erstens muss im Haushalt mindestens ein Kind leben, das nicht älter als zwölf ist. Und zweitens darf es niemand anderes im Haushalt geben, der die Arbeit übernehmen kann. Arbeitnehmer müssen also in der Regel erst andere Möglichkeiten ausschöpfen, bevor eine Haushaltshilfe genehmigt wird. Den Jahresurlaub aufbrauchen müssen sie dafür aber eher nicht.

Kind gesund, Mutter krank, Vater arbeitet

Antwort auf:

Kind gesund, Mutter krank, Vater arbeitet

Hallo,
Mit einer in der Regel externen Haushaltshilfe unterstützt die Krankenkasse Familien mit Kindern unter zwölf Jahren, wenn beispielsweise die Mutter wegen eines Krankenhausaufenthalts die Kinder nicht mehr versorgen kann. In ihren Satzungen können die Krankenkassen weitergehende Leistungen vorsehen, etwa für eine Erholungsphase nach dem Krankenhausaufenthalt.
Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten Haushaltshilfe, wenn ihnen wegen Krankenhausbehandlung oder wegen häuslicher Krankenpflege, Mütter- (genesungs-)kur oder einer Vorsorge- bzw. Rehabilitationskur die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist.
Voraussetzung ist, dass im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Bei beiden Varianten ist ferner Voraussetzung, dass eine im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann. Weiter kann die Satzung bestimmen, dass die Krankenkasse in anderen als den genannten Fällen Haushaltshilfe erbringt, wenn Versicherten wegen Krankheit die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist.
Als Haushaltshilfe stellt die Krankenkasse eine Ersatzkraft; sofern dies nicht möglich oder zweckmäßig ist, werden die Kosten für eine selbstbeschaffte Ersatzkraft in angemessener Höhe erstattet. Eine Erstattung erfolgt nicht für Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten Grad. Ersatzkräfte stellen u.a. – auch für nicht versicherte Personen – die Sozialen Dienste und Sozialstationen (§§ 38, 132 Sozialgesetzbuch V.).
Statt einer Haushaltshilfe von außen kann die Kasse bei vergleichbaren Kosten auch Angehörigen, insbesondere dem Ehemann, den Verdienstausfall erstatten. Ob das auch mit nichtehelichen Vätern klappt, hängt von der Kasse ab!
Liebe Grüsse,
NB

von Nicola Bader, Rechtsanwältin am 10.02.2009

Krankes Kind

Habe ich Anspruch auf freie Tage, wenn mein Kind krank ist? Kann der Arbeitgeber mir diesfalls den Lohn kürzen?

  • Habe ich Anspruch auf freie Tage, wenn mein Kind krank ist? Kann der Arbeitgeber mir diesfalls den Lohn kürzen?

Gemäss Art. 36 Arbeitsgesetz (ARG) besteht gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses ein Anspruch auf freie Tage.

Diese Bestimmung regelt folgendes:

  • Eltern dürfen zu Hause bleiben, um ihr Kind zu pflegen.
  • Die Betreuung eines kranken Kindes ist eine gesetzliche Pflicht.
  • Ein Elternteil darf für die Betreuung des kranken Kindes bis zu drei Tagen am Arbeitsplatz fehlen.

Muss der Arbeitgeber den Lohn in diesem Fall weiterzahlen?

Ja, Arbeitnehmer haben Anspruch auf den Lohn. Die Absenz wegen einer notwendigen Kinderbetreuung gilt als unverschuldet und muss vom Arbeitgeber bezahlt werden (Art. 324a OR).
Der Arbeitgeber muss die Pflege des Kindes gleich behandeln, wie wenn die Arbeitnehmer selbst krank wäre. Die Zeit ist deshalb weder nachzuholen noch mit Überstunden zu kompensieren. Die Pflegetage werden dem persönlichen Krankenlohnanspruch vom Vater oder Mutter angerechnet.
Käme es deswegen zu einer Kündigung, wäre diese missbräuchlich und müsste somit angefochten werden.

Was ist, wenn mehrere Kinder hintereinander krank sind?

Pro Krankheitsfall können Vater oder Mutter bis zu drei Tagen frei nehmen.

Wie oft ist das möglich?

Die Maximalgrenze hängt von der Anstellungsdauer und vom Wohnkanton ab. Das Obligationenrecht (Art. 324a OR) ist hier grundsätzlich massgebend. Durch individuellen Arbeitsvertrag, Normalarbeitsvertrag und Gesamtarbeitsvertrag können aber auch längere Zeitabschnitte bestimmt werden.

Wie bereits erwähnt, werden die Pflegetage für die Kinder und die Krankheitstage der Eltern zusammengezählt.

Ist die regelmässige Begleitung von Therapien von chronisch kranken Kindern möglich?

Hier liegt kein akuter Krankheitsfall vor. Die Termine kann man vorher planen, auch ausserhalb der Arbeitszeit. Es wird damit sehr schwierig sein, solche Absenzen zu begründen.

So kommen Sie zu Ihrem Rechtsschutz:

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Kinderkrankengeld für Eltern mit kranken Kindern

Wenn Kinder von einem auf den anderen Tag krank werden und nicht alleine bleiben können, haben Eltern nach § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches das Recht, sich bis zu fünf Tage lang bezahlt von der Arbeit freistellen zu lassen, um den Nachwuchs gesund zu pflegen. Doch aufgepasst: Leider gilt diese Regelung nicht per se für alle Eltern, sondern lediglich für die, die mit ihrem Job unter den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes fallen. Für alle anderen gilt, was im jeweiligen Arbeitsvertrag steht. Das kann von Branche zu Branche und von Arbeitgeber zu Arbeitgeber sehr unterschiedlich sein.

Kinderkrankengeld

So berechnest du das Kinderkrankengeld – ein Beispiel:

Du betreust dein Kind 6 Tage lang. Dein ausfallender Nettolohn beträgt 420 Euro, also 70 Euro pro Tag

Dein Kinderkrankengeld beträgt dann: 70 Euro x 90 % = 63 Euro x 6 Tage = 378 Euro

Wenn du in den 12 Monaten vor der Erkrankung deines Kindes Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bekommen hast, wird das bei der Berechnung berücksichtigt und du erhältst 100 %.

Trotzdem muss niemand sein krankes Kind allein lassen. Auch wenn vertraglich nichts geregelt ist, dürfen Eltern zu Hause bleiben. Darauf haben sie einen gesetzlichen Anspruch. Diese allerdings unbezahlte Freistellung gilt für jeweils zehn Tage pro Jahr und Kind. Alleinerziehenden stehen 20 Tage zu. Bei zwei Kindern erhöht sich die Anzahl dieser Kinderkrankheitstage also auf 20 Tage bzw. 40 Tage für Alleinerziehende. Maximal stehen einem Elternteil bei drei oder mehr Kindern 25 Tage pro Jahr bzw. 50 Tage bei Alleinerziehenden zu. In dieser Zeit zahlt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse ein sogenanntes Kinderkrankengeld, das 90 % des Nettoeinkommens beträgt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Kind jünger als zwölf Jahre ist oder eine Behinderung hat. Der Arzt muss zudem bescheinigen, dass eine Betreuung nötig ist und im Haushalt niemand anderes die Betreuung übernehmen kann. Und: Auch das Kind muss gesetzlich mitversichert sein. Privatversicherte erhalten kein Kinderkrankengeld.

Fehltage aufgebraucht?

Hat ein Elternteil seine Kinderkrankheitstage bereits aufgebraucht, der andere kann aber aus beruflichen Gründen gerade nicht einspringen, besteht die Möglichkeit, Tage von einem auf das andere Elternteil zu übertragen. Damit muss jedoch der Arbeitgeber des Elternteils, das die Tage übertragen bekommt, einverstanden sein. Wenn gar nichts mehr geht oder das Kind schon über zwölf ist, bleibt nur unbezahlter Urlaub. Auf keinen Fall sollten Eltern einfach von der Arbeit wegbleiben oder sich fälschlicherweise selbst krank melden. Auch wenn diese Lösung oft als die einfachste erscheinen mag. Sie könnten damit im Zweifelsfall sogar eine fristlose Kündigung riskieren.

Anspruch auf freie Zeit und Lohnzahlung bei kranken Kindern

Der Schweizerische Arbeitgeberverband ist dieser Tage zu seiner Haltung bei der Betreuung von kranken Kindern befragt worden. Die Boulevard-Zeitung „Blick“ hat die Sachlage dabei völlig verdreht und nachweislich falsche und nicht autorisierte Zitate verwendet. Am offensichtlichsten wird dies etwa in der Überschrift „Der Ratschlag des Arbeitgeber-Direktors – „Krankes Kind im Voraus planen““. Dieses Zitat ist absurd und so nie freigegeben worden. Durch diese bedauerlichen Fehlleistungen des Blick wurde aber ein Sturm im Wasserglas ausgelöst.

Wenn Kinder von Arbeitnehmenden krank werden, stehen diese vor der Situation, gleichzeitig ihren Verpflichtungen aus dem Arbeitsvertrag und ihrer gesetzlichen Fürsorgepflicht nachkommen zu müssen. Diesem Spannungsverhältnis wird dadurch Rechnung getragen, dass den betroffenen Eltern für die Pflege und Betreuung von Kindern und anderen Angehörigen oder nahestehenden Personen unter bestimmten Voraussetzungen Arbeitsbefreiungs- und Lohnfortzahlungsansprüche zustehen.

Nach Art. 36 Abs. 3 Arbeitsgesetz haben Arbeitgeber ihren Arbeitnehmenden mit Familienpflichten gegen Vorweisen eines ärztlichen Zeugnisses für die zur Betreuung kranker Kinder erforderliche Zeit bis zu drei Tagen freizugeben. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihr Kind, das während seiner Krankheit besonders der Nähe der Eltern bedarf, während drei Tagen persönlich zu betreuen und zu pflegen bzw. die allenfalls danach notwendige weitere Ersatzbetreuung zu organisieren. Entsprechend empfiehlt der Schweizerische Arbeitgeberverband, rechtzeitig eine Auffangstruktur zu organisieren, wobei der Arbeitgeber seine Mitarbeitenden dabei nach Möglichkeit wie z.B. mit Home Office unterstützen soll.

Die Frage der Entlöhnung der Ausfalltage wird in Art. 324a Obligationenrecht geregelt. Wie in der Rechtslehre festgehalten wird, muss sich der grundsätzlich zur Pflege und Betreuung verpflichtete Arbeitnehmende um eine zumutbare, den physischen und psychischen Bedürfnissen des kranken Kindes entsprechende Betreuungsalternative bemühen (bspw. anderer Elternteil, Verwandte und Bekannte). Hat er dies getan und war keine Alternative möglich, besteht eine Lohnfortzahlungspflicht für die erwähnten maximal drei Tage. Die Arbeitgeber verzichten regelmässig auf die vom Arbeitsgesetz geforderte Vorlage eines Arztzeugnisses, das die Krankheit des Kindes bestätigen müsste. Aus unserer Erfahrung treten in der betrieblichen Praxis kaum Anwendungsprobleme auf, sondern es werden fast immer passende Lösungen gefunden.

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