Besuch nach der geburt

Der Alltag mit dem Baby

  • Spaziergänge gegen Lagerkoller. Die frische Luft stärkt Babys Immunsystem, die Mama kommt mal raus und hält sich fit.
  • Eine gute Anschaffung: Spielebögen, unter denen das Baby auf der Decke liegt und sich beschäftigt.
  • Den Haushalt mal Haushalt sein lassen. Wichtig sind Ruhe und Ausgeglichenheit, denn Hektik und Stress übertragen sich auf das Baby.
  • Wir haben als Wiege einen alten Wäschekorb mit Schaumstoff ausgelegt und an einen Dachbalken gehängt. So konnte man ihn mit dem Fuß anschubsen und nebenher lesen.
  • Hat das Kind ein Lieblingskuscheltier, sofort noch eins davon besorgen! Beide dann im Wechsel verwenden, damit das Kind keinen Unterschied „erschnuppert“. So ist es kein Drama, falls eines verlorengeht.
  • Den Kontakt zu Müttern meiden, die einen unter Druck setzen. Wenn Sätze mit „Meiner kann ja schon …“ anfangen, einfach auf Durchzug schalten oder gehen.
  • Immer ausreichend Ersatzkleidung für das Kind dabei haben (und für Mama ein T-Shirt, besonders auf Reisen). Außerdem: Im Auto, in der Handtasche, in der Jacke noch einen Schnuller mitnehmen.
  • Seifenblasen in der Wickeltasche erleichtern lange Wartezeiten.
  • Unbedingt Auszeiten gönnen, also einen Mädelsabend, Zeit alleine, vielleicht sogar eine Wellness-Behandlung.
  • Bei Koliken habe ich mich mit dem Baby auf einen Gymnastikball gesetzt. Durch das leichte Auf und Ab wurde das Kind schnell ruhig.

Babys erster Spaziergang – Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Babys unter 6 Monaten

Frost, Nebel, Sturm und starke Mittagshitze sind für Babys unter 6 Monaten eher tabu. Die besten Tageszeiten für Babys Spaziergang sind im Sommer also die Vormittags- und späteren Nachmittagsstunden, bei kühlerem Wetter sind eher die milderen, frühen Nachmittagsstunden zu empfehlen. Am besten ist es natürlich, wenn das Baby satt und zufrieden ist.

Der erste Spaziergang

Für den ersten Spaziergang reicht eine viertel Stunde völlig aus, dabei sollte man auch an den Rückweg denken. Man kann diesen Zeitraum aber schon bald auf eine halbe Stunde erhöhen. Wie lange dann letztendlich die Spaziergänge dauern sollen, hängt im wesentlichen vom Baby selbst ab. Die Spaziergänge sollten vor allem an dessen Tagesrhythmus angepasst sein. Manche Babys brauchen mehr Ruhe und das vertraute Zuhause, andere genießen es stundenlang draußen zu sein, jeder ist eben anders, das fängt schon im Babyalter an.

Auch die Mama sollte fit sein

Selbstverständlich soll die Wöchnerin auch Lust auf den Spaziergang haben und sich kräftig genug für einen kurzen Ausflug fühlen. Draußen gibt es strahlend schönes Sommerwetter, die frisch gebackene Mutter möchte sich aber eher noch im Bett ausruhen? Dann soll der Spaziergang eben warten, bis sich Mama dafür auch bereit fühlt.(mmh)

Wann darf ich mit meinem Neugeborenen zum ersten Mal spazieren gehen?

Wir fragen die Kinderärztin was ihr zum ersten Spaziergang beachten müsst:

Euer Baby ist endlich da. Der Umzug von der Klinik nach Hause verlief reibungslos und Ihr seid dabei, eine neue Routine für Eure Familie zu entwickeln. Nach dem warmen Bauch der Mama erscheint die Welt draußen ziemlich kühl. Kaum hast Du den Dreh raus, wie Du Dein Baby im Haus am besten anziehst, kommt die Frage nach dem ersten Spaziergang auf. Darf man ein Neugeborenes schon auf eine längere Tour mitnehmen? Was ist mit einem Winterbaby oder mit extremen Temperaturen im Hochsommer? Unser Ratgeber versorgt Dich mit ein paar praktischen Tipps.

Papa mit dem Neugeborenen unterwegs.. Copyright: LightField Studios, bigstockphoto.com

Wann darf ich mit meinem neugeborenen Baby raus?

Bei mildem Wetter und angemessener Kleidung spricht auch in den ersten vier Lebenswochen nichts gegen einen Spaziergang mit dem Baby. Achte auf Schutz vor Sonne und Kälte und meide große Menschenmengen, um Dein Baby von ansteckenden Keimen fernzuhalten.

Mit dem Baby raus – das sagt die Kinderärztin:

  1. Spätestens eine Woche nach der Geburt kann es losgehen mit den kleinen Ausflügen im Kinderwagen.
  2. Frühgeborene oder untergewichtige Neugeborene haben häufig noch Probleme, ihre Körpertemperatur zu regeln.
  3. Bei Minustemperaturen solltest Du langsam mit Spaziergängen über eine Viertelstunde anfangen. Ist es unter – 10 Grad Celsius kalt, bleibe bitte zu Hause.
  4. Bei Temperaturen um die 30 Grad meide bitte die Mittagshitze mit Deinem Neugeborenen.
  5. Die Körpertemperatur Deines Babys kontrollierst Du am besten im Nacken und am Kopf.

Mit dem Baby im Sommer unterwegs

Ein Neugeborenes ziehst Du am besten nach dem System der Zwiebelschalen an. Eine Schicht über die andere und immer eine mehr, als Du selbst trägst. So kannst Du rasch auf Temperaturschwankungen reagieren. Im Sommer ist der Sonnenschutz draußen besonders wichtig. Für den Kinderwagen gibt es neben Verdeck und Sonnenschirm auch praktische Sonnensegel, die Du längs über den ganzen Wagen ziehen und am Griff befestigen kannst. Für die nackten Füßchen eignet sich eine dünne Mullwindel. Nimmst Du Dein Neugeborenes aus dem Wagen, kannst Du ihm einen breitkrempigen Sonnenhut aus Baumwolle mit einem langen Nackenschutz aufsetzen. Sonnencreme eignet sich erst für ältere Säuglinge. Bei großer Hitze geht Ihr am besten morgens oder am späten Nachmittag nach draußen und bleibt viel im Schatten.

Dein Winterbaby an der frischen Luft

Im Winter ist der Temperaturunterschied zwischen der durchgängig 37 Grad warmen Gebärmutter und der neuen Außenwelt besonders extrem. Fange in diesem Fall langsam mit dem Spazierengehen an. Für die ersten Wochen ist ein kuscheliger Fußsack sehr praktisch.

Das Buch für den Papa: Einfach Vater werden!

Du kannst ihn sowohl im Autositz als auch im Kinderwagen benutzen. Dein Neugeborenes braucht nur eine wattierte Jacke über seinen normalen Anziehsachen und eine warme Mütze. Dann packst Du das ganze Baby in den Fußsack und ziehst den Reißverschluss bis zum Hals zu. Fertig.

Sogar die Händchen können sich bewegen, aber nicht kalt werden. Ein Neugeborenes in einen engen Schneeanzug zu stopfen kann im Vergleich dazu eine sehr schweißtreibende Angelegenheit mit Tränen bei Deinem Baby sein. Gehst Du beim Spaziergang kurz in einen Laden, öffnest Du einfach den Reißverschluss des Fußsacks und Deinem Kind wird es nicht zu heiß. Du musst es dazu nicht einmal aufwecken, wenn es gerade friedlich schläft. Ist der Winter extrem kalt, kannst Du noch ein Lammfell unten in den Kinderwagen legen. Für das empfindliche Gesicht findest Du eine schützende Wind-und-Wetter-Creme in der Drogerie.

Wie lange das Baby an die frische Luft darf

Jedes Kind ist anders. Manche lieben Spaziergänge und andere mögen es in den ersten Lebenswochen lieber ruhig zu Hause. Das musst Du ganz einfach ausprobieren. Generell fängst Du am besten langsam an.

Eine kurze Runde um den Block über 15 Minuten reicht in der ersten Zeit. Ein sattes, frisch gewickeltes Baby schläft dabei wahrscheinlich einfach ein. Weite Euren Radius langsam aus, so wie Du Dich dabei wohlfühlst. Nach vier Wochen ist ein Spaziergang von einer Stunde in der Regel kein Problem mehr. Mit etwas Übung kannst Du auch unterwegs Stillen, das Fläschchen geben und Dein Baby wickeln.

Keine Sorge, das kommt alles mit der Zeit. Wann darf ich mit meinem neugeborenen Baby raus spazierengehen, wenn es regnet, fragst Du Dich vielleicht. Mit Regenschutz und warmer Kleidung stört den Säugling der Regen nicht. Achte aber gut darauf, dass Dein Baby nicht nass wird. Es kühlt sonst viel schneller aus als ein älteres Kind oder ein Erwachsener.

Die Freude ist groß, wenn das Neugeborene endlich da ist. Doch dann erwischt einen vor allem in den Herbst- und Wintermonaten die lästige Erkältungswelle, welche nicht nur zusätzlich Kräfte raubt, sondern auch viele frischgebackene Mamas und Papas sehr verunsichert. Die Nase läuft, der Hals kratzt oder es kommt sogar ein störender und schmerzhafter Husten dazu. Oft bekommen wir Hebamme dann viele Fragen gestellt, unter anderem ob man in dieser Zeit stillen darf oder wie man sich generell am besten verhalten soll. Wir hoffen, dir mit diesem Artikel ein paar deiner Fragen beantworten zu können!

Stillen – ja oder nein?

Wenn du eine milde Form der Erkältung hast mit typischen Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen kannst und solltest du sogar dein Kind weiter Stillen. Durch die Muttermilch bekommt dein Baby Antikörper übertragen was zum Schutz deines Kindes beiträgt. Er handelt sich hierbei also um eine Art der passiven Immunisierung.

Ist der Verlauf jedoch schwerwiegender, mit hohem Fieber, Gliederschmerzen, usw.

solltest du sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen und es einmal abklären lassen. Solltest du Medikamente verschrieben bekommen, erwähne immer, dass du stillst. Heutzutage gibt es zum Glück viele Medikamente die stillverträglich sind, so dass du auch in der Regel weiter stillen kannst.

Muss ich auf etwas Besonderes beachten, wenn ich erkältet bin?

Wenn dich nun eine Erkältung im Wochenbett erwischt hat, ist es ganz wichtig, dass du auf eine sorgfältige Hygiene achtest. Wasche dir regelmäßig Hände und/oder desinfiziere sie, damit du die Krankheitserreger nicht auf dein Kind überträgst. Manche Hebammen und Ärzte empfehlen auch einen Mundschutz zu tragen, wenn du starken Husten oder Schnupfen hast.

Was mache, wenn sich Besuch ankündigt, der erkältet ist?

Viele Familienmitglieder und Freunde wollen das Neugeborene bestaunen und willkommen heißen und dir zur Geburt gratulieren. Die Unterstützung und Teilnahme deiner Lieben zu spüren und zu erfahren ist natürlich etwas Schönes. Habe aber den Mut deinem Besuch abzusagen, falls sich diese mit einer starken Erkältung oder anderen Krankheitssymptomen rumschlagen. In den ersten Tagen nach Geburt ist es dann besser den Besuch zu verschieben, bis sie wieder gesund sind. Auch hier kannst du auf die Hygiene achten und deinen Besuch bitten, die Hände vorher zu waschen oder desinfizieren.

Gibt es Hausmittel, die ich verwenden kann, wenn ich erkältet bin?

Erkältungen sind eine der häufigsten Krankheiten, so dass sich über die Zeit auch viele nützliche Hausmittel entwickelt haben. Es gibt schier endlos viele dieser Tipps und vielleicht hast du auch schon einige parat, die dir immer gut helfen. Wenn nicht, haben wir dir ein paar tolle Hebammen-Rezepte zusammengefasst.

Was sehr wichtig ist: Trinken, Trinken und nochmals Trinken. Genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist in dieser Zeit besonders wichtig, um die Krankheitserreger in deinem Körper zu bekämpfen und wieder loszuwerden. Bei Fieber verliert dein Körper über das Schwitzen viel Feuchtigkeit und auch deine Schleimhäute sollen gut versorgt sein. Eine gute Hühnersuppe mit viel Gemüse und einer kräftigen Brühe sorgen für ein wohliges Gefühl und bringen viel Kraft. J

Die Erkältung naht!

Wenn die Erkältung noch nicht ganz da ist, aber man sich zunehmend unwohl fühlt und merkt, dass sie bald kommen könnte, empfehlen wir dir ein ansteigendes Fußbad.

Du benötigst einen hohen Eimer und füllst ihn bis deine Füße bedeckt sind. Die Wassertemperatur sollte um die 33 Grad warm sein. Stelle eine große Kanne mit heißem Wasser daneben. Anschließend gießt du alle paar Minuten etwas heißen Wasser dazu bis schließlich die Temperatur bei etwa 41 Grad angelangt ist und deine Waden fast ganz im Wasser versinken. Genieße die Wärme ein paar Minuten und ziehe anschließend dicke Socken an und nun ab ins Bett! Als Zusatz in das Wasser kann Thymian sehr angenehm sein.

Um das Ausschwitzen weiter zu fördern kannst du gerne Holunderblüten- oder Lindentee trinken.

Halsschmerzen
  • ein Löffel Honig pro Tag unter der Zunge zergehen lassen
  • Tee mit Zitrone und Ingwer
  • Teebaumöl-Gurgellösung von Stadelmann
Husten
  • Sud gegen Husten

Du benötigst: Jeweils ein Teelöffel Salbei, Spitzwegerich und Thymian (können getrocknete Blätter aus der Apotheke sein)

Die Blätter nun mit 200 ml Wasser, 100 g Zucker und 100 g kleingeschnittenen Zwiebeln 5 Minuten aufkochen lassen. Anschließend 5 Minuten stehen lassen und abgießen. Von dem Sud 3 Mal täglich einen Teelöffel einnehmen.

Der Sud hält sich etwa 10 Tage im Kühlschrank und ist auch für Kleinkinder geeignet.

  • Senfmehlwickel

Du benötigst: Senfmehl, Wasser

Für die Senfmehlwickel benötigt ihr einen gehäuften Esslöffel Senfmehl und etwas Wasser. Daraus stellt ihr nun eine Paste her. Diese Paste auf ein Tuch streichen und auf die Stelle legen, wo der Husten festsitzt. VORSICHT: die Hautstelle muss gesund und unverletzt sein und sollte vorher gut eingefettet werden, z.B. mit Vaseline oder Wollfett, da die Haustelle sehr heiß werden kann und es sogar zu Brandblasen kommen kann. Den Wickel nun solange auf der Stelle lassen, bis es warm wird (in der Regel max. 10 Minuten). Anschließend die Creme vollständig von der Haut entfernen. Es sollten keine Rückstände auf der Haut verbleiben.

  • Zwiebelsaft (Hilft vor allem gegen trockenen Husten)

Du benötigst dazu: 1 Zwiebel, leeres Marmeladenglas, Honig

Zunächst die Zwiebel in grobe Stücke schneiden und in das leere Marmeladenglas füllen. Nun gibst du 2-3 Esslöffel Honig dazu und lässt es über eine Nacht duchziehen. Am nächsten Morgen siehst du, dass sich eine wässriger Flüssigkeit gebildet hat, welche du nun abschöpfen kannst. Meist wird empfohlen, 1 EL dieses Saftes nun 2-3 mal täglich einzunehmen.

Schnupfen
  • Engelwurzbalsam
  • Inhalation mit einem Kamille Dampfbad. Dazu 2 EL Kamillenblüten in eine Schüssel mit 1 Liter heißen Wasser geben. Nun den Kopf mit einem Handtuch bedecken und über der Schüssel inhalieren.
  • Nasenspülung mit NaCl oder Meersalz.
  • Nasenspray (vor allem nachts kann es für einen erholsameren Schlaf sorgen!)

Hallo liebe Raben,

vor einer Woche kam unser drittes Kind zur Welt. Seit ca. 3-4 Tagen ist das zweite ziemlich heftig erkältet, seit ca. 2 Tagen hat es mich auch erwischt. Da mir vorher etwas kalt war, habe ich jetzt Fieber gemessen und hatte über 38C. Seit gestern Abend ist auch der Wochenfluss wieder viel stärker geworden (aber der war davor auch kurzzeitig schon etwas wenig bzw. wenig rot).

Meine Nachsorgehebamme würde eigentlich erst am Freitag wieder kommen, da gestern Vormittag alles sehr entspannt war. Wie ist das nochmal mit Fieber im Wochenbett? Muss frau da immer zum Arzt? Im Moment stresst mich schon der Gedanke (seit gestern hat auch der Hormonumschwung zugeschlagen und meine Stimmung ist eh im Keller) und ich gehe ja davon aus, dass es von der Erkältung kommt. Kalt ist mir schon länger nicht, dachte eigentlich ich messe „der Vollständigkeit halber. Abgesehen von Schnupfen und Halsschmerzen fühle ich mich relativ wohl. Die Nachsorgehebamme kann ich natürlich auch noch anrufen, aber ich kenne sie nicht so gut und wenn die „Vorschrift“ eh lautet immer zum Arzt, dann kann ich mir das sparen, dann wird sie mich einfach dort hinschicken.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Fieber im Wochenbett?

Mein Deutschland: Kulturclash am Wochenbett

Können Sie sich vorstellen, einen Monat nicht zu lüften, sich die Haare nicht zu waschen und das Bett nicht zu verlassen? Vermutlich eher nicht. Chinesinnen hingegen werden mindestens einmal im Leben mit solchen Forderungen konfrontiert – nämlich dann, wenn sie ein Kind auf die Welt gebracht haben. Auf Chinesisch heißt das: Zuo Yuezi (坐月子), das Wochenbett hüten. Darauf wird die Mutter der jungen Mutter achten, so wie das bei ihr schon ihre Mutter gemacht hat.

Als ich in Deutschland zum ersten Mal schwanger war, dachte ich: Nun kann ich tun und lassen, was ich möchte. Falsch gedacht. Meine Mama wollte unbedingt hierher kommen. „Du bist über 30. Eine Entbindung kann für Dich gefährlich werden“, sagte sie am Telefon. „Gut, wenn Du im Zweifelsfalle Abschied von mir nehmen willst…“, gab ich nach.

DW-Redakteurin Zhang Danhong

Der Kampf der Kulturen begann am zweiten Tag nach der Entbindung, als sie mich im Krankenhaus besuchte. Als erstes machte sie sofort das Fenster zu, das eine Krankenschwester im nächsten Moment wieder öffnete. „Die Deutschen sind Frischluftfanatiker. Da kannst Du nichts machen“, sagte ich beinahe amüsiert. Dann verstieß ich gegen alle drei Regeln auf einmal: Ich stand auf, ging duschen und kam mit nassen Haaren bei offenem Fenster zurück. Meiner armen Mama stand der Schock ins Gesicht geschrieben.

Bei mir zu Hause wurde der „Kampf“ schnell eingestellt. Das lag vor allem an ihrer Toleranz. Sie akzeptierte meinen Standpunkt, dass es mir und meinem Kind nur gut gehen kann, wenn ich mich in meiner Haut wohl fühle. Ansonsten hütete ich, völlig erschöpft von den Strapazen im Kreißsaal, tatsächlich die meiste Zeit das Wochenbett, kostete die Zweisamkeit mit meiner Tochter aus und ließ mich kulinarisch von meiner Mutter verwöhnen. Es war eine sehr harmonische Zeit mir ihr. Wir haben sogar über Sinn und Unsinn der starren Yuezi-Regeln diskutiert. Die Wöchnerin sei schwach und angeschlagen, mit nassen Haaren könne die Kälte ins Innere des Körpers eindringen, was den Samen für spätere Krankheiten legen könne, meinte sie. Die mangelhafte Hygiene mache die junge Mutter doch ebenfalls anfällig, hielt ich dagegen. Ihre Antwort war immer: Seit Generationen wird das so gemacht. So falsch kann es also nicht sein.

Haare waschen mit Ingwer

Das ist inzwischen fast 20 Jahre her. In dieser Zeit haben sich die Wochenbett-Kulturen in beiden Ländern noch weiter auseinander entwickelt. In China ist ein regelrechter Yuezi-Kult ausgebrochen. Yuezi-Zentren sind wie Pilze aus dem Boden geschossen. Allerdings werden die strengen Regeln dort etwas aufgeweicht. Die junge Mutter darf sich unter Anleitung die Haare waschen, zum Beispiel mit Ingwerwasser gegen die Kälte. Untergebracht wird sie in einem Zimmer, das an ein Fünf-Stern-Hotel erinnert. Eine auf Wöchnerinnen abgestimmte Küche soll den Heilungsprozess unterstützen. Eine Pflegerin wechselt Windeln, badet das Baby und hilft bei Problemen mit dem Stillen. Selbstverständlich ist auch ein Ärzteteam vor Ort, um bei Bedarf sofort zu reagieren. Der ganze Wochenbett-Spaß kostet rund 15.000 Euro. Zwei Fototermine für das Baby sind im Preis inbegriffen. Für wohlhabende Paare, deren Mütter für die Wochenbett-Pflege nicht zur Verfügung stehen, ist das ein schönes Rundum-Sorglospaket.

Einen Monat lässt es sich gut im Yuezi-Zentrum aushalten

Wer eher die eigenen vier Wände schätzt, kann eine Yue Sao (Wochenbett-Schwester) zu sich nach Hause bestellen. Rudimentäre Kenntnisse über Babynahrung und -pflege reichen aus, um diesen Job übernehmen zu können. Mit 1000 bis 2000 Euro im Monat verdient man fast so viel wie ein Professor. Dafür muss man nicht büffeln, studieren oder promovieren. Ein Zertifikat gibt es bereits nach einem Fünf-Tage-Crashkurs. Da ich in Deutschland zwei Kinder großgezogen habe und meine Erfahrung ja „Made in Germany“ ist, würde ich das Zertifikat auch so bekommen – da bin ich mir sicher.

Was eine Yue Sao kann, schafft eine frischgebackene Mutter intuitiv auch. Insofern bestellt sich keine junge Chinesin eine Wochenbett-Schwester, weil sie sich die neuen Aufgaben selbst nicht zutraut. Dahinter steckt eher die Einstellung, dass man einmal im Leben im Mittelpunkt stehen und wie eine Königin behandelt werden möchte. Schließlich ist das Leben vor und nach dem Yuezi hart genug.

So sieht eine Wöchnerinnen-Mahlzeit in China aus

Wenn Heidi es schafft, schaffst Du es auch

Während die Wochenbett-Kultur in China solch seltsame Blüten treibt, verkümmert sie hierzulande zusehends. Wenn die junge Mutter in Deutschland Glück hat, kommt die Oma für paar Tage zur praktischen und moralischen Unterstützung. Mit der völlig neuen Lebenssituation und den Stimmungsschwankungen nach der Entbindung wird sie weitgehend allein gelassen. Prominente Frauen wie das Topmodel Heidi Klum demonstrieren öffentlich, dass eine Entbindung nicht mehr als eine Erkältung bedeutet und nach einer Woche alles wieder gut ist. Die Botschaft an die Normalsterblichen: Stell Dich nicht so an, oder reiß Dich zusammen! Der Beruf der Hebamme, eine Art Teilzeit-Yue Sao, wird vom Gesetzgeber ausgetrocknet. So muss eine freiberufliche Hebamme weit über 6000 Euro allein für die Haftpflichtversicherung zahlen, ohne die sie ihren Beruf nicht ausüben darf. Vor zehn Jahren betrugen die Kosten nicht mal ein Viertel.

Der Hausbesuch einer Hebamme wird bald zum Luxus – es gibt immer weniger von ihnen

Warum diese Divergenz der beiden Wochenbett-Kulturen, habe ich mich oft gefragt? In China ist der Kinderwunsch etwas Selbstverständliches, der durch die staatliche Regulierung sogar noch verstärkt wird. Die Frau, die zur Wunscherfüllung einen wesentlichen Beitrag geleistet hat, wird wie ein Pandabär behütet und gefeiert. In Deutschland hingegen wird die Geburt eines Kindes in erster Linie als Karriereknick für die Frau und Auslöser eines finanziellen Engpasses für die Familie angesehen. Fast könnte man sagen: Wer ein Kind hierzulande auf die Welt bringt, ist selber schuld. Die junge Mutter soll zusehen, so schnell wie möglich wieder ökonomisch zu funktionieren.

Dabei ist ein Kind zur Welt zu bringen das schönste, was eine Frau erleben kann – das weiß ich aus eigener Erfahrung. Sollte der Beruf der Hebamme hier irgendwann aussterben, habe ich meinen Töchtern schon versprochen, ihnen als Vollzeit-Yue Sao zur Seite zu stehen – ohne traditionelle Yuezi-Regeln und ohne Entgelt.

Zhang Danhong ist in Peking geboren und lebt seit über 20 Jahren in Deutschland.

Ein neues Menschlein zu betrachten ist einfach eine riesengroße Freude und viele wollen diesen Moment mit Dir teilen. Aber musst Du das? Mach’ Dir am besten bereits im Vorfeld Gedanken darüber, wie es mit dem Besuch im Krankenhaus ablaufen soll und wen Du zu dieser Zeit um Dich haben möchtest — und wen lieber nicht. Denn vergiss’ nicht: Nach der Geburt wirst Du sehr erschöpft sein und Ruhe benötigen.

Inhalt

Besuch im Krankenhaus wurde zum Horror

Ich weiß noch wie hilflos ich mich gefühlt, und wie sehr ich mich geekelt und geschämt habe, als manche Besucher sich zu mir aufs Bett setzten. Es waren nicht immer genügend Stühle da. Ich blutete noch stark und war völlig erschöpft. Das Gefühl wurde auch nicht besser, als eine Arbeitskollegin kam, um das Baby zu sehen. Zum Glück haben wir beide geschlafen, sodass mein Mann meine Kollegin nett aber bestimmend in Richtung Cafeteria gelenkt hat.

Ich frage mich im Nachhinein, warum ich nichts gesagt habe. Warum ich nicht sanft und höflich gefragt habe, ob jemand sich einen Stuhl holen würde? Vielleicht war ich zu müde, zu überfordert nach meiner ersten Geburt. Beim zweiten Mal wäre mir das nicht passiert! Da haben mein Mann und ich schon vorher überlegt, wer uns einen Besuch im Krankenhaus abstatten soll und wer lieber zwei Tage wartet und uns dann zuhause gratulieren kommt. Streng? Ja – aber viel viel besser für mich. Ja, das Baby ist da, aber Du bist auch da! Klar, kein Besucher hat die direkte Absicht, Dich zu stören. Allerdings steht das Baby zu dem Zeitpunkt im Vordergrund, deshalb darfst Du nicht vergessen, auch an Dich zu denken.

Zwei Dinge, die mir durch den Kopf gingen:

  1. Das Baby wird auch in zwei Tagen da sein.
  2. Wer weiß, wie es mir nach der Geburt geht.

Nach der ersten Geburt ging es mir sehr schlecht. Ich hatte die ganze Nacht durchgemacht und war erschöpft. Außerdem konnte ich vor Schmerzen nicht richtig sitzen und ich war nicht wirklich in der Lage, Besuch zu empfangen. Beim zweiten Kind habe ich meine Besucher im Krankenhaus auf diese Liste eingeschränkt:

  • Geschwisterkind
  • Schwiegereltern – in diesem Fall konkret nur meine Schwiegermutter mit Partner. Meinen Schwiegervater sehe ich nicht oft.
  • Meine Eltern (leider sind meine Eltern im Ausland und kamen erst eine Woche später)
  • Meine allerbeste Freundin – aber auch hier ohne Mann und Kinder

Ist das nicht gemein?

Nein, ist es nicht. Das Krankenhaus ist doch langweilig! Wenn das Baby schläft und Du bereits im Krankenhaus alles über die Geburt erzählt hast, bleibt wenig Spannendes übrig. Essen gibt es nicht auf der Station und am Tisch sitzen und Kaffee trinken konnte ich nicht. Es gab zwar ein Besucherzimmer auf der Station, aber da waren auch nur Holzstühle! Die Zimmernachbarin hätte sich bestimmt auch nicht allzu sehr über etliche Besucher gefreut. Also haben wir uns schon im Vorfeld entschieden, dass wir eine kleine Kaffeerunde zu Hause halten würden, sobald wir entlassen werden.

Baby Party – viel gemütlicher für alle!

Ich hatte ein paar Wochen vor der Entbindung schon leckere Kekse, Sekt, Bier und Säfte besorgt, und mein Mann hat an dem Tag frischen Kuchen gekauft. Es war viel schöner und es haben sich alle darüber gefreut. Das Baby wurde gefeiert, ich konnte in Ruhe auf einem Kissen sitzen und wenn man sich mal kurz zurückziehen muss, konnten sich die Gäste untereinander unterhalten. Es ist schon ziemlich unangenehm, wenn man im Krankenhaus auf die Toilette gehen muss und man weiß, dass drei Tanten vor der Tür sitzen und auf einen warten!

Und wenn sie darauf bestehen?

Tja, es gibt leider immer auch Personen, die nicht einsehen wollen, dass Du auch Wünsche und Bedürfnisse hast! Da wir wussten, wie wir es haben wollten, haben wir schon vorher Bescheid gegeben, dass wir erst zuhause wieder Besuch empfangen wollen. Wenn man offen damit umgeht, ist es für die meisten Leute kein Problem. Wie gesagt: Krankenhaus ist kein Wunschziel. Es kamen alle gerne zu uns nach Hause und wir haben richtig schön zusammen gefeiert. Klar hat man mehr Arbeit, aber auch mehr Freiheit und Gemütlichkeit und für uns kam es darauf an.

Die Anfangszeit entspannt genießen

Die Anfangszeit mit dem Baby ist etwas ganz Besonderes und ich habe diese Zeit beim zweiten Kind ganz bewusst genossen. Es war viel ruhiger und gemütlicher. Die große Schwester hatte viel Zeit, ihr neues Schwesterchen kennenzulernen und ich erholte mich in aller Ruhe von der Geburt. Ich hoffe, dass auch Du den Besuch im Krankenhaus nach Deiner Geburt so planen konntest, wie Du das wolltest.

Sieben Sünden nach der Geburt

Ihr seid nach einer Woche zur Baby-Besichtigung eingeladen. Die jungen Eltern bieten euch Kaffee an, aber keinen Kuchen. Höflich erkundigt ihr euch, ob es vielleicht auch eine Kleinigkeit zu essen dazu gibt.

Bloß nicht! Wenn ihr zu frisch gebackenen Eltern geht, erkundigt euch vorher, was ihr zu essen mitbringen könnt oder überrascht das Paar einfach mit einer Leckerei. Junge Eltern sollten nicht auch noch damit belastet werden, ihre zahlreichen Besucher zu bewirten. Also: Lasst euch nicht bedienen und geht nach einer Stunde wieder. Es sei denn, das Paar fordert euch ausdrücklich auf, länger zu bleiben.

Ja nicht andauernd stillen und rumtragen

Während eures Besuchs beobachtet ihr genau, wie die jungen Eltern mit ihrem Baby umgehen und lassen sie teilhaben an eurem reichen Schatz an Erfahrungen mit Kindern. Bloß nicht andauernd stillen und ruhig mal schreien lassen und ja nicht dauernd rumtragen sind einige eurer gut gemeinten Ratschläge.

Unangebracht! Es gibt wenige Situationen im Leben, in denen Menschen mit so vielen unterschiedlichen Ansichten darüber konfrontiert werden, wie alles richtig zu machen ist, wie in der ersten Zeit mit Baby. Lasst die jungen Eltern selbst herausfinden, was für sie und ihr Baby das richtige Maß ist. Haltet euch mit Kritik zurück und unterstützt das frische Elternpaar vielleicht einfach mit Verständnis und Lob.

Passen Dir Deine Hosen schon wieder?

Vor drei Wochen haben eure Freunde ein Baby bekommen und ihr seid gerade zu Besuch. Dabei fällt euch auf, dass die Mutter des Kindes ein paar Pfunde mehr auf den Rippen hat als zuvor und noch dazu unvorteilhaft in Schlabberklamotten gekleidet ist. Darum wollt ihr wissen: „Passen dir deine Hosen schon wieder?“

Keine gute Idee! Was Mütter kurz nach der Geburt nicht gebrauchen können, sind kritische Kommentare über ihr Aussehen. Erstens hat der kleine Kerl ihr ganzes Leben durcheinander gewirbelt, seit Wochen gab es keine drei Stunden Schlaf am Stück, und das Stillen ließ ihren Busen auf Größe XXL anschwellen. In dieser Situation wie Andie McDowell auszusehen, ist absolut unnötig. Viel wichtiger: Bequeme Kleidung tragen, sich gut ernähren, sich Ruhe gönnen, wohl fühlen. Bloß keine Panik, wenn die Haare ausfallen und das Cocktailkleid nicht mehr passt. Gib dir ein Jahr Zeit, bis sich dein neues Leben eingespielt hat.

Die Wochen nach der Geburt gehören uns!

In wenigen Wochen wird mein erstes Kind zur Welt kommen. Die Geburt macht mir wenig Angst. Das Wochenbett und die Tage nach dem großen Knall dafür umso mehr. Und das hat einen ganz bestimmten Grund: Ich will nach der Geburt erstmal keinen Besuch von Familie und Freunden, sondern bitteschön mit meinem Baby und dem Papa allein sein! Aber wie werde ich die Leute los??

Ich begebe mich hier auf sehr dünnes Eis. Wo ich doch weiß, dass viele von euch, meine Lieben, meine Freunde, meine Familie, meine Texte lesen. Doch ihr kennt mich, ich nehme kein Blatt vor den Mund und merke immer wieder, dass es richtig ist, die Klappe aufzumachen. Denn nicht nur mich scheint dieses Thema zu beschäftigen, wo ich doch immer wieder im Netz lesen muss, dass viele Muttis die gleichen Appelle loswerden wollen: Die Wochen nach der Geburt gehören uns!

Ich hab echt Bammel vor dem Besuchs-Tumult

Wenn ich an die Geburt denke, dann gehen mir natürlich Sachen durch den Kopf, die mit unendlichem Schmerz, Verletzungen, Schreien … anfangen, jedoch enden sie mit einem Moment, auf den ich mich wahnsinnig freue: Das erste Mal unsere Sonne im Arm zu halten. Dieser Moment wird hoffentlich so magisch sein, wie ich ihn mir vorstelle. Wäre da nicht der zu erwartende Besuchs-Tumult nach der Geburt.

Es gab in meiner Familie schon größere Diskussionen beim Thema Geburt. Na klar, am Ende akzeptiert jeder meinen Wunsch, dass ich dieses Erlebnis mit dem Papa – Hörby – alleine durchstehen möchte. Doch es scheint ganz normal zu sein, dass sich die Familie zu Kaffee und Kuchen vor dem Kreißsaal trifft, mir, anstatt WDR2 im Wohnzimmer, beim Schreien zuhört und auf den Gong wartet. Normalerweise wäre dieser, in einer Kaffeeklatschsituation, das Klingeln vom Backofen, wenn der Kuchen fertig ist. In dieser Situation ist es aber die Hebamme, die im besten Fall blutverschmiert auf den Flur kommt und zum Baby anschauen aufruft: „Es ist gerade geschlüpft und noch ganz frisch. Kommen Sie schnell!“

Mein absolutes Horrorszenario! Und damit meine ich nicht die blutverschmierte Hebamme, sondern den Ansturm von Menschen, die alle unsere Sonne bestaunen möchten.

„Lasst uns bitte die erste Zeit für uns“

Ich weiß, dass es alle nur gut meinen, mir keiner was Böses will. Ich denke nur, dass sich Außenstehende in dieser Situation keine Gedanken darüber machen, dass die ersten Stunden, Tage oder vielleicht sogar Wochen ganz schön emotional für die Neueltern sind und das Baby noch so unangefasst und frisch ist, dass es sich ganz langsam an diese helle, laute Welt gewöhnen sollte.

Warum ich mich so weit aus dem Fenster lehne? Weil ich es von mir selber kenne. Als ich noch nicht schwanger war und in meinem Umfeld Kinder geboren wurden, habe ich mich auch in die Schlange vor dem Krankenhauszimmer gestellt, um Baby zu gucken und Mutti zu beglückwünschen. Ich konnte zu der Zeit nicht ahnen, wie sehr die Mama doch in der Zeit ihre Ruhe braucht. Und auch jetzt kann ich es nur vermuten, da meine Geburt noch ein paar Wochen auf sich warten lassen soll.

Gerade deswegen entscheide ich mich für ein konsequentes „Lasst uns bitte die erste Zeit für uns“ und versuche es so langsam immer mehr zu kommunizieren.

Jeder fühlt sich vor den Kopf gestoßen!

Ich sage es euch, das ist gar nicht so einfach. Denn gefühlt jeder fühlt sich dermaßen vor den Kopf gestoßen, wenn es heißt: „Wir möchten erstmal für uns sein und sagen euch Bescheid, wann wir Besuch wollen“. Als wäre es ein Wettbewerb: Wer zuerst das Kind sehen kann, der darf es auch am meisten lieben. Totaler Blödsinn!

Ich spreche das Thema bei meiner Familie, bei meinen Freunden an und versuche vorsichtig abzuwägen, wie sie reagieren. Wenn man meine Meinung zu dem Thema rausstreichen würde, wäre der Plan unserer Anhängsel nämlich so: Meine Mama möchte bei der Geburt dabei sein. Nein. Das möchte ich nicht. Meine Familie möchte dann doch wenigstens vor dem Kreißsaal stehen. Nein, auch das möchte ich nicht. Die ersten Tage nach Geburt trudeln alle ein, um sich das Baby anzuschauen, im Krankenhaus oder bei uns Zuhause. Kommen aus der Ferne und buchen sich ein paar Tage in Hamburg ein, um mich zu unterstützen. Und auch hier – nein, danke. Die größte Unterstützung wird sein, wenn der Papa und ich nach der Geburt entscheiden können, in welcher Geschwindigkeit wir aus unserem Schneckenhaus kriechen wollen.

Na klar kommen die Großeltern ins Krankenhaus (ich möchte zwei Tage stationär bleiben), na klar wird der Punkt kommen, an dem ich mich riesig über jeden Besuch freuen werde. Na klar ist es in Ordnung, wenn ich gefragt werde, ob man vorbeischauen kann, wenn wir wieder Zuhause sind. Aber dann auch nur mit Essen in der Tasche und gewaschenen Händen ;). Und na klar kann sich meine Meinung noch komplett ändern, wenn sie erstmal da ist. Doch zuerst einmal möchte ich den Druck herausnehmen. Den Druck, dass ich, komplett fertig von der Geburt und meinen Gefühlen überwältigt, mit der Schlange vor dem Zimmer klarkommen muss. Die Anrufe alle beantworten soll und unser Wochenbett mit Kaffee kochen verbringen werde.

Ich merke beim Schreiben, dass ich einen Kotzbrocken darstelle. Eine dieser Mütter, die ich nie werden wollte. Die sich und ihr Kind für den Maßstab aller Dinge nimmt. Aber soll ich euch was sagen? Es ist mir vollkommen Wurst. Wenn ich etwas in den 35 Wochen meiner Schwangerschaft gelernt habe, dann: Es ist egal, was die anderen Leute (egal, wie nah sie dir stehen) von dir, deinen Entscheidungen und schlussendlich auch deinem Kind denken. Wichtig ist nur, dass du das machst, was du für richtig hältst, und das Wohl deiner eigenen kleinen Familie über das von allen anderen stellst.

Wer knöttert, soll knöttern. Die Sonne läuft ja nicht weg – Gott sei Dank. Und ist auch noch süß, wenn die Mama wieder fit ist. Und jetzt Herzchen für alle!

Liebe Grüße
Eure Nina

Unsere Sonne scheint! Gestern Abend um 21:52 erblickte dieses wunderschöne und kerngesunde Wesen das Licht der Welt. Sie macht uns unglaublich glücklich und zu einer Familie. Wir ♥️! Ganz verliebt, fassungslos und erfüllt starten wir nun in unser gemeinsames Leben – mit dir kleine Alma. Wir werden alles geben.

Ein Beitrag geteilt von Nina (@mama_aempf) am 24. Sep 2017 um 3:50 Uhr

Mehr von Nina: ► mamaaempf.com

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