Bester zeitpunkt schwanger

Der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft

„Den perfekten Zeitpunkt für ein Baby gibt es nicht.“ – Diese Weisheit kennen Sie bestimmt. Häufig genutzt von ungeduldigen (Schwieger-)Eltern oder Freunden, die auf die eigenen Zweifel offenbar keine bessere Antwort wissen. Aber helfen tut der gut gemeinte Rat bei der Entscheidung für oder gegen ein Kind nicht wirklich.

Sicher, der Wunsch nach einem eigenen Baby ist da, gerade wenn man im „richtigen Alter“ ist, einen tollen Partner hat und plötzlich alle um einen herum den großen Schritt wagen oder schon stolze Eltern sind. Da sieht man die beste Freundin mit Babybauch und freut sich während der gesamten Schwangerschaft mit. Es gibt ja auch kein anderes Thema mehr. Und wenn er dann da ist, der zuckersüße Nachwuchs, und einem den Kopf verdreht, verkünden schon die nächsten Freunde oder Verwandten eine Schwangerschaft. Außerdem hört man immer wieder Sätze wie „Kennst du noch die Melanie aus der Schule/aus der Uni? Die hat jetzt ein kleines Mädchen bekommen.“ Tja, schön für Melanie.

Das Herz sagt ja, der Verstand nein

Ein Baby, das wär’s. Aber es geht nicht. Zumindest jetzt noch nicht. Das Herz sagt ja, der Verstand nein. Erst einmal Fuß fassen im Job, der einem so viel Spaß macht. Vielleicht gilt es auch noch, die eine oder andere Aus- oder Weiterbildung zu Ende zu bringen, „etwas aus sich machen“, wie man so schön sagt, um die Karriereleiter noch ein wenig hinaufzuklettern. Vielleicht möchte man auch die Beziehung noch weiter festigen, sich sicherer werden. Und dann steht da natürlich noch der finanzielle Aspekt im Raum. Ein Baby zu versorgen wäre aktuell unmöglich, man kommt ja kaum selbst über die Runden.
Es geht also nicht. Und es scheint, als würde es aus diesen und vielen weiteren kleinen Gründen auch noch eine Weile dauern, bis man sich den Kinderwunsch erfüllen kann.
Obwohl, den perfekten Zeitpunkt gibt es ja sowieso nicht, sagen alle. Sollte man es einfach wagen? – fragt das Herz.
Vielleicht gibt es den perfekten Zeitpunkt wirklich nicht, wohl aber einen besseren als diesen! – antwortet der Verstand.

Jetzt oder später? Hauptsache, Sie reden über Ihre Wünsche und Zweifel.

Frauen werden immer später schwanger

Wenn Sie die gleichen Zweifel plagen und Sie den Kinderwunsch deshalb immer weiter aufschieben, dann tröstet Sie das vielleicht: Sie sind nicht allein. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich Frauen in Deutschland immer später ihren Kinderwunsch erfüllen. Während 1961 eine Frau im Schnitt mit 25 Jahren zum ersten Mal schwanger wurde, war sie 2006 bei ihrer ersten Schwangerschaft schon 29 Jahre alt. Und: Über 40 Prozent der Akademikerinnen hierzulande bekommen überhaupt keine Kinder.
Neben der Partnerschaft muss vor allem die berufliche Sicherheit und das Geld stimmen, fasst Helga Krüger zusammen, Soziologie-Professorin an der Universität Bremen und Mitglied des Expertenteams, das im Auftrag des Bundestages die Situation von Familien in Deutschland für den „7. Familienbericht“ untersucht hat.

Kinderwunsch

Wie lange bin ich noch fruchtbar? – Ein Fruchtbarkeitstest gibt Antwort

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Das Grundproblem: „Wir haben in Deutschland sehr lange Ausbildungszeiten, die längsten in Europa. Die meisten jungen Menschen kommen erst sehr spät ins Arbeitsleben“, sagt Krüger. Und dort erwartet sie erstmal ein befristetes Arbeitsverhältnis. Und eine Perspektive auf einen dauerhaften, sicheren Arbeitsplatz gibt es auch später nur bedingt. Zudem seien Betreuungsmöglichkeiten für ein Baby berufstätiger Mütter vor allem in Westdeutschland oft so unzureichend, dass sich nicht wenige Frauen vom Staat im Stich gelassen fühlen.

Was der Erfüllung des Kinderwunsches im Weg steht

Häufig spielt die finanzielle Lage eines Paares eine große Rolle, wenn es um die Entscheidung für oder gegen ein Kind zum jetzigen Zeitpunkt geht. Es gibt aber auch noch andere Sorgen und Zweifel, die der Erfüllung des Kinderwunsches im Weg stehen können.

Karriere vs. Familie – die end- und sinnlose Debatte

Die Diskussion Karriere vs. Familie nimmt oft engstirnige Züge an. Frauen, die sich früh für die Gründung einer Familie zum Teil auch mit vielen Kindern entscheiden, wird vorgeworfen, keine Lust auf Job und Karriere zu haben. Dabei entscheiden sie sich oftmals vollkommen bewusst für die besondere Rolle der (Vollzeit-)Mutter. Und diese Rolle kann natürlich sehr erfüllend sein.

Karrierefrau oder Mutter? Kein oder. Das eine schließt das andere doch nicht aus. Manchmal braucht es einfach eine Reihenfolge im Leben.

Im Gegenzug werden Frauen, die den Kinderwunsch dem Job hinten anstellen, viel zu oft hinter vorgehaltener Hand als „karrieregeil“ bezeichnet. Aber was ist falsch daran, wenn man seine Fähigkeiten und seine Ausbildung auch nutzen und etwas erreichen möchte? Sei es Geld oder die bloße Anerkennung. Dafür hat man gelernt oder studiert, es macht in den meisten Fällen ja auch Freude und kann ebenso erfüllend sein. Heutzutage sollte man sich nicht mehr rechtfertigen müssen, wenn man erst Karriere machen und dann eine Familie gründen möchte. Finanziell ist es ja oftmals auch gar nicht anders möglich. Ein Baby kann man leider nicht nur von Liebe allein ernähren und anziehen. Ein Kind kostet Geld und zwar nicht nur ein bisschen. Daher fragen sich viele Paare vor der Entscheidung für oder gegen ein Kind: Reicht unser finanzielles Polster dafür?

Finanzielle Sicherheit fördert Kinderwunsch

Viele Frauen haben auch einfach Angst, nach der Geburt eines Kindes nicht mehr in ihren Job zurückkehren zu können. Aber auch Männer plagen finanzielle Zweifel im Hinblick auf die Familiengründung. Zum Beispiel die Sorge, allein die Ernährerrolle stemmen zu müssen. „Die berufliche und finanzielle Sicherheit spielt eine entscheidende Rolle. In der Ausbildung schwanger zu werden, ist für die meisten keine erstrebenswerte Option“, weiß die Soziologie-Professorin Helga Krüger. Gibt es Probleme an einer Schnittstelle von Job und Familie, verschiebt sich der Kinderwunsch nach hinten. Laut Statistik fangen Frauen mit höherem Schulabschluss im Schnitt erst mit 29 Jahren an, über Kinder nachzudenken. Dennoch: „Die Entscheidung fürs Kind hängt nicht nur von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab, sondern in weit größerem Maße von persönlichen Umständen“, sagt die Psychologin Angela Voß und fügt in ihrem Buch „Ein Baby – jetzt, später oder nie?“ hinzu: „Welche Frau bekommt Kinder schon für den Staat?“

Persönliche Umstände spielen auch eine Rolle

Natürlich, der finanzielle Aspekt bei der Entscheidung für ein Baby spielt vor allem dann eine Rolle, wenn das Geld eher knapp bemessen ist. Braucht man sich darum weniger Sorgen zu machen, weil ein oder beide Partner gut verdienen und schon ein finanzielles Polster aufgebaut haben, dann liegen die Zweifel wohl eher in den persönlichen Umständen begründet. Und diese können natürlich vielfältig sein. Besonders Unsicherheiten an der eigenen Beziehung sind dann – oft auch unbewusst – immer wieder ein Grund. Vielleicht gibt es aber auch problematische Beziehungen oder Krankheitsfälle in den eigenen Familien, die es schwer machen, die Ruhe oder schlicht gesagt die „Nerven“ für ein Kind zu finden. Dazu kommt, dass Menschen, die selbst eine schlechte Kindheit hatten, in vielen Fällen an den eigenen Fähigkeiten als Mama oder Papa zweifeln. Aber auch Personen aus einem guten familiären Umfeld mit einer tollen Kindheit kann der Gedanke daran, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen, schlichtweg überfordern.
Und natürlich gibt es auch diejenigen, die ihre „Freiheit“ als Kinderlose einfach noch nicht aufgeben wollen. Die gerne feiern und alle Partys mitnehmen, die zeit- und geldaufwendige Hobbys haben oder die gerne reisen und am liebsten erst die ganze Welt sehen wollen, bevor sie ein Kind in sie hineinsetzen. Ein Kind heißt zwar nicht, dass Partys, Hobbys und Reisen nicht mehr möglich sind. Aber es ist völlig ok, sich erst noch ein bisschen „auszutoben“, bevor man sich der Elternrolle stellt, die unbestritten Kompromisse und das Zurückstellen der eigenen Wünsche und Bedürfnisse fordert.

Checkliste: Der richtige Zeitpunkt für ein Baby

Am wichtigsten: Der Kinderwunsch sollte gemeinsame Sache sein. Worüber Sie deshalb als Paar sprechen sollten. Außerdem: Unsere Checkliste führt Ihnen die wichtigsten Aspekte vor Augen, wenn es darum geht, sich jetzt für ein Baby zu entscheiden oder lieber noch ein wenig zu warten.

Den Kinderwunsch als gemeinsame Sache ansehen

„Es ist wichtig, dass ein Paar schon vor einer Schwangerschaft klärt, wie es sich die Zukunft mit Kind vorstellt. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, werden Sie aber auch konkret“, rät Familientherapeutin Saskia zur Nieden. Erörtern Sie Fragen wie:
• Wollen wir beide arbeiten?
• Wie stellen wir uns die Erziehung vor?
• Wie können wir den Alltag mit Kind organisieren?
„Reden Sie miteinander, damit später keine Missverständnisse entstehen. Wenn man weiß, was auf einen zukommt, kann man leichter damit umgehen“, empfiehlt die Psychologin.
Den „richtigen“ Zeitpunkt für ein Baby muss jedes Paar dabei natürlich selbst finden. Denn auch wenn Geld und Beruf eine wichtige Rolle spielen, werden die meisten Kinder immer noch aus einem Gefühl heraus und nicht aus Vernunftgründen gezeugt – weil Kinder zum Leben dazugehören, weil sie glücklich machen, weil sie neue Perspektiven eröffnen, weil sie der Partnerschaft eine besondere Tiefe verleihen… Oder weil der Kinderwunsch einfach in einem verborgen ist.

Babywunsch : Wann ist bloß der richtige Zeitpunkt für Kinder?

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Kinder? Klar, auf jeden Fall, denken die meisten Frauen. Nur jetzt gerade, da passt es nicht so gut – aus diesen und jenen Gründen. Man ist sich des Partners noch nicht sicher, steht finanziell noch nicht auf eigenen Beinen, oder wurde zum ersten Mal befördert. Es gibt viele ungünstige Momente, um schwanger zu werden. Aber gibt es auch günstige?

Lieber früh, könnte man denken. Da ist man noch belastbar, übersteht die monatelangen Nachtschichten und kann mehrere Kinder bekommen. Oder besser erst nach ein paar Jahren im Beruf, dann ist wenigstens genug Geld da. Viele Frauen grübeln über den richtigen Zeitpunkt fürs Kinderkriegen, und kommen zu keinem endgültigen Schluss.

Wenn man die fragt, die es wissen müssen, nämlich Fachleute und Eltern, dann sagen sie: Den gibt es gar nicht. Vor- und Nachteile fallen unterschiedlich stark ins Gewicht – je nachdem, ob man die Windeln in seinen 20ern, 30ern oder 40ern wechselt. Abhängig ist die Frage zum Beispiel davon, ob man sie aus biologischer, beruflicher oder psychologischer Sicht beantwortet. Welche Fragen auftauchen, zeigt ein Überblick.

Niemand kann sagen, wie lange man fruchtbar ist

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Aus biologischer Sicht muss man sagen: Es ist kein Geheimnis, dass die Zahl der befruchtungsfähigen Eizellen mit dem Alter abnimmt. Und auch wer auf natürlichem Wege nicht schwanger wird, hat bei künstlicher Befruchtung die besten Chancen vor dem 35. Geburtstag. Je früher sich eine Frau also dazu entscheidet, ein Kind zu bekommen, desto besser.

Allerdings gebe es nur begrenztes Wissen darüber, wie viele Frauen mit 40 Jahren auf natürlichem Wege schwanger werden und wie lange sie es versucht haben, erklärt Bettina Toth, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Es gibt keinen individuellen biologischen Marker, der Frauen sagt, wie lange sie noch fruchtbar sind.

Dennoch rät Toth, die die Kinderwunschambulanz an der Uniklinik Heidelberg leitet, zum Realismus. „Wer älter als 35 Jahre ist, muss wissen: Je länger man es hinausschiebt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass sich der Kinderwunsch erfüllt.“ Statistisch gesehen steigt bei älteren Müttern außerdem die Zahl der Fehlgeburten und Fehlbildungen beim Kind. Und nicht zuletzt: „Je älter ich als Mutter bin, desto höher ist die Gefahr, mein Kind nicht mehr so lange begleiten zu können.“ Schließlich steige das eigene Risiko, beispielsweise eine Herzerkrankung zu bekommen.

Aus beruflicher Sicht siegen die 30er Jahre

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Aus beruflicher Sicht sieht die Sache dagegen etwas anders aus. Wer noch jung Mutter werden will, sollte zumindest eine abgeschlossene Ausbildung haben, empfiehlt Karriereberaterin Claudia Enkelmann. Der Vorteil in den 20ern sei, dass die Kinder noch sehr fitte Großeltern hätten, die als Netzwerk unersetzbar seien – sofern sie nicht selbst noch arbeiten.

Werde die Mutter 40, seien die Kinder dann schon aus dem Haus, und Frauen könnten noch mal karrieremäßig durchstarten. „Allerdings muss ich dafür beweisen: Ich bin hochmotiviert, habe beispielsweise aus eigenem Antrieb Weiterbildungen gemacht“, sagt Enkelmann. Ein klarer Nachteil: Finanziell sei meist kein großes Polster vorhanden, mit dem man sich Kinderbetreuung oder Urlaube leisten könne.

Frauen in den 30ern hingegen haben meist schon einige Jahre gearbeitet und sich in ihrem Job bewiesen. Sie hätten ein anderes Standing, wenn sie aus der Elternzeit zurückkommen. In ihren 30ern sind Frauen außerdem finanziell meist bereits so abgesichert, dass sie sich etwa eine Tagesmutter oder einen Babysitter leisten können.

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In den 40ern sind einige wichtige Karriereziele abgehakt. Manchen Frauen kommt aber genau dann die Erkenntnis: „Meine Karriere ist gut, das reicht mir aber nicht“. Die Logik funktioniere aber auch andersherum, sagt Enkelmann. Wenn man im Job nicht weiterkomme, erscheine ein Kind manchmal als geeignetes Projekt zum Aussteigen. Enkelmann empfiehlt Frauen daher, ihre Motivation zu hinterfragen. „Ein Baby sollte keine Ausrede sein“, sagt sie.

Sich gedanklich in die Zukunft versetzen hilft

Aus psychologischer Sicht zählt vor allem, sich nicht von außen treiben zu lassen, sondern die eigenen Werte, Wünsche und Lebensziele als Gradmesser dafür zu nehmen, ob und wann die Zeit für ein Baby gekommen ist. Der Gedanke: „Jetzt bin ich 33, ich muss loslegen“ sei nicht so sinnvoll, sagt Coach Lena Schröder-Dönges. Stattdessen sollten sich Frauen fragen: „Bin ich ein Familienmensch? Oder ist mir mein Beruf wichtiger?“

Hilfreich sei auch, sich gedanklich in die Zukunft zu versetzen: „Stellen Sie sich vor, Sie sind 80 oder 90: Worauf wollen Sie zurückschauen?“ Egal, in welcher Lebensphase man gerade stecke: Viele Frauen, die Schröder-Dönges berät, machen die Erfahrung, dass sich die Karten noch einmal neu mischen, wenn ein Kind ins eigene Leben tritt. Vieles, was früher wichtig war, rückt dann in den Hintergrund.

Die Frage nach dem richtigen Alter fürs Kinderkriegen hänge heute auch mit der Vielzahl der möglichen Lebensmodelle zusammen, so Diplom-Psychologe Matthias Petzold. „Die Spielräume sind größer geworden. Das bedeutet aber auch, ich muss mir darüber klar werden, was ich will und das noch mit meinem Partner abgleichen.“ Manches Paar fühle sich dadurch überfordert und schiebe die Babyfrage lange hinaus. Frauen hätten außerdem höhere Ansprüche an ihren Partner: „Der Mann soll sie nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch bei der Kindererziehung aktiv mithelfen.“

Wer jetzt trotzdem noch wissen will, was alle anderen denken: Einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift „Brigitte Mom“ zufolge halten die meisten der Befragten die Zeitspanne zwischen 25 und 30 Jahren für das ideale Alter, um das erste Kind zu bekommen. 20 Jahre befanden nur drei Prozent für gut, und 35 Jahre nur zwei Prozent.

O-Töne Protagonisten

Marina Kröll (29) aus Lübeck, seit fünf Jahren in einer festen Beziehung: „Vor zehn Jahren hätte ich Kinderkriegen kategorisch ausgeschlossen. Heute denke ich zumindest darüber nach; es ist allerdings nicht mein fester Wunsch. Momentan bieten meine Lebenssituation und die meines Partners jedenfalls keinen Platz für ein Baby. Ich befinde mich in meinem zweiten Studium, mein Freund arbeitet Vollzeit und kommt unter der Woche nicht nach Hause, da seine Arbeitsstelle weiter entfernt ist. Wir führen eine Wochenendbeziehung und haben keinen gemeinsamen Alltag. Das ist für mich aber die Grundvoraussetzung, um Kinder großzuziehen. Wer weiß, wenn wir irgendwann „richtig“ zusammenziehen … Mutter werden kann ich auch in zehn Jahren noch. Was mich nervt ist, dass ich mich immer rechtfertigen muss und meine Argumente nicht ernst genommen werden. Wenn ich sage, dass Familiengründung kein obligatorischer Bestandteil meiner Lebensplanung ist, gucken mich die Leute schief an. Im Freundeskreis bekommen gerade viele ein Baby, und ich werde ständig gefragt, wie es bei uns mit Nachwuchs aussieht. Unser Lebenskonzept funktioniert jedoch ohne Kinder ziemlich gut.“

René Schlüters (36) aus Hamburg, seit vier Jahren in einer festen Beziehung: „Zum Vaterwerden gehören immer noch zwei. Meine Freundin ist jünger als ich und sagt, sie ist noch nicht bereit für Kinder. Vielleicht später. Ich will schon Vater werden, habe aber keine Torschlusspanik, sondern bin relativ entspannt. Und wenn’s nicht sein soll, soll’s eben nicht sein. Den richtigen Zeitpunkt gibt’s ohnehin nicht. Finanziell ist Familiengründung bei uns jedenfalls möglich. Mir ist klar, dass sich das Leben radikal ändert, wenn man ein Baby bekommt. Und wenn man Kinder will, muss man in Kauf nehmen, dass man vor allem im ersten Jahr nicht ausschlafen oder große Reisen unternehmen kann. Auch wenn das Kind älter wird, ist das nicht so einfach, aber nicht unmöglich – wenn man sich entsprechende Freiräume schafft.“

Armin Kuen (32) aus Thiersee, Österreich, lebt mit Daniela Steinmann (35) seit 3,5 Jahren in einer Partnerschaft

Armin: „Ich hatte das Glück, in einer tollen Familie mit zwei Geschwistern aufzuwachsen. Und den Zusammenhalt, der bis heute in unserer Familie besteht, möchte ich auch mit meinen eigenen Kindern erleben! Aber erstmal heiraten Daniela und ich diesen Herbst. Wir wollen noch ein bisschen Zeit zu zweit genießen und reisen, was wir bisher auch getan haben. Das wird sich natürlich ändern, wenn wir Eltern werden, wobei ich der Meinung bin, dass man nach wie vor seinen Interessen nachgehen und sich Zeit für die Beziehung nehmen sollte. Sonst bleibt die Liebe irgendwann auf der Strecke. Wir bekommen in unserem Umfeld tagtäglich mit, wie sich bei Müttern und Vätern alles nur noch um die Kinder dreht. Die Kleinen stehen rund um die Uhr unter Beobachtung, sitzen quasi im goldenen Käfig. Das tut weder den Kindern, noch der Beziehung gut.“

Daniela: „Kinder gehören zu meiner Lebensplanung dazu. Ich sehe das allerdings so wie Armin, dass man sich darüber hinaus auch Zeit für andere Dinge nehmen sollte, sonst wird man irgendwann unzufrieden – und das überträgt sich aufs Kind. Hinsichtlich der Karriere habe ich schon Angst, dass ich meinem früheren Job nicht mehr nachgehen kann, wenn ich wieder zu arbeiten beginne. Vielleicht werde ich irgendwo eingesetzt, wo Not am Mann ist, wo ich aber gar nicht arbeiten möchte. Teilzeit ist auch bei uns in Österreich nicht beliebt. Man ist keine vollwertige Arbeitskraft, wenn man in den Beruf zurückkehrt. Seinen Platz im Büro muss man sich erst wieder erarbeiten.“

Katharina Buchsieb (29) aus Neuwied, lebt seit 13 Jahren in einer Partnerschaft: „Ich wollte schon immer zwei Kinder, am liebsten ein Junge und ein Mädchen, je früher, desto besser! Auch wenn das aus verschiedenen Gründen nicht geklappt hat, bin ich der Meinung, dass sich Frauen, die mit 25 Mutter werden, erfahrungsgemäß viel weniger Gedanken machen, als Frauen, die mit 30 ein Baby bekommen. Mein Freund und ich haben uns darauf geeinigt, dass wir in naher Zukunft mit der Familiengründung loslegen – wenn wir verheiratet sind und ein passendes Domizil gefunden haben. Sollte mein Freund tatsächlich seinen Job wechseln, worüber er zurzeit nachdenkt, müssten wir das Kinderkriegen auch noch einmal vertagen. Grundsätzlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er Kinder will oder nicht. Man sollte diese Entscheidung nicht bewerten.“

Sandra Schneider (41) und Henrik Neelmeyer – (51) aus Nyborg, Dänemark, sind seit fünf Jahren ein Paar. Vor fünf Monaten kam Töchterchen Frida zur Welt.

Sandra: „Ich wollte immer mit 30 Mutter werden. Das hat nicht funktioniert, weil der passende Partner fehlte. Henrik ist der richtige Partner, da war ich mir auf Anhieb sicher. Nach unserem Kennenlernen habe ich die Karten recht schnell auf den Tisch gelegt, ich ging ja schon auf die Vierzig zu. Ich wollte, dass Henrik weiß, dass ich mir ein Kind wünsche. Zum Glück waren wir uns einig. Unsere traute Zweisamkeit haben wir rundum genossen, sind viel und spontan verreist, essen und ins Kino gegangen … Bis Frida kam. Natürlich führen wir unser Leben nicht exakt so weiter wie vorher, aber wir haben es auch nicht komplett aufgegeben. Das Reisen beispielsweise ist ein Teil von uns, weshalb wir Frida frühzeitig daran gewöhnen: Als sie sieben Wochen alt war, sind wir zu meinen Eltern ins Badische geflogen, zwei Wochen später ging’s nach Teneriffa. Ab September werde ich – wie fast alle Mütter in Dänemark – wieder Vollzeit arbeiten. Teilzeit ist hier überhaupt nicht verbreitet. Das liegt daran, dass jedes Kind garantiert einen Betreuungsplatz bekommt.“

Henrik: „Ich war schon ein bisschen überrascht, dass Sandra mir ihren Kinderwunsch so schnell kundtat. Aber es war okay, weil auch ich diesen Wunsch hatte. Wir wollten jetzt auch nicht am nächsten Tag loslegen, aber ab einem gewissen Alter hört man die biologische Uhr schon ticken. Ich finde, unser Timing war perfekt. Ob es für Frida ein Geschwisterchen gibt? Sandra hat Fridas erste Strampler jedenfalls noch nicht weggegeben … Erstmal genießen wir jetzt aber unser großes Glück. Noch ein Tipp für alle, die dabei sind, eine Familie zu gründen oder Nachwuchs erwarten: Bloß nicht zuviel googeln! Das Internet kann einen wahnsinnig machen. Du sollst diesen Kinderwagen kaufen, diesen Schnulli, bloß nicht den …“

Kinder bekommen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Neben biologischen Faktoren spielt natürlich auch die jeweilige Lebenssituation eine wichtige Rolle bei der Familienplanung – materielle Absicherung, Karriere, Partnerschaft, Ausbildung sind für viele Paare wichtige Kriterien für oder gegen das Eltern-werden.
Partnerschaft: Seid ihr zufrieden?
Ein stabiles Umfeld ist für Kinder wegweisend. Das Urvertrauen der Sprösslinge wird durch Verwandte und manchmal sogar Bekannte, vor allem aber durch ihre Eltern geprägt. Ein liebevoller und intensiver Umgang mit dem Nachwuchs stärkt das Selbstbewusstsein und wappnet für den weiteren Lebensweg. Sind die Eltern mit sich unzufrieden, läuft auch das Kind Gefahr, emotional langfristig auf der Strecke zu bleiben. Fragt euch daher: Fühlt ihr euch wohl in eurer Beziehung? Wie löst ihr Konflikte?
Wenn sich Paare schon vor der Familienplanung häufig streiten, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie als Eltern in noch mehr Konflikte geraten. Denn ein Kind krempelt das Leben völlig um. Sprecht daher über eure Sorgen, Ängste, Bedürfnisse und Vorstellungen für die kommende Zeit als Mutter und Vater. Ein Paar sollte in der Lage sein, Krisen zu bewältigen, um auch für die Zeit mit Nachwuchs gefestigt zu sein. Verlässlichkeit, Offenheit und Sicherheit in eurer Paarbindung sollten dafür das Fundament bilden.
Alltagsmanagement: Verzichten lernen
Vollzeitberuf, Freunde treffen, Sport treiben – für viele bedeutet Alltag geschicktes und vorausschauendes Zeitmanagement. Geraten Planungen ins Wanken, sind Stress und Unzufriedenheit oft vorprogrammiert. Doch gerade Kinder bringen bestehende Organisation und Struktur gern gehörig durcheinander.
Frischgebackene Eltern unterschätzen diese Stolperfalle häufig, wollen die Zeit für ihre eigene Verwirklichung auch mit Nachwuchs nicht aufgeben. Doch die Entscheidung für ein Kind beinhaltet gleichermaßen einen Verzicht auf eigene Pläne. Denn vor allem in den ersten Wochen, Monaten und Jahren beansprucht der kleine Wonneproppen eure gesamte Aufmerksamkeit. Freiräume ergeben sich in der Regel zu Beginn nur, wenn das Baby schläft.
Erkennt ihr euch in diesem Szenario wieder? Ist Zeit bei euch Mangelware, euer Leben voll durchgetaktet? Dann entschleunige den Alltag. Nimm dir schon vor der Familienplanung Zeit für Ungeplantes und fang an zu bummeln. Akzeptiere die Vorstellung, dass du den bisherigen Alltagsansprüchen vorerst nicht gerecht werden wirst. Wenn ihr euch schon vorab ein neues Lebensgleichgewicht schafft, könnt ihr euch besser, aufmerksamer und gelassener auf das Elterndasein fokussieren, das vor euch liegt.
Kind und Karriere unter einen Hut bekommen
Beruflicher Erfolg? Auch darauf wollen viele nicht verzichten. Sei dir aber darüber im Klaren, dass es zumindest schwierig wird, Karriere und Kinderwunsch zu vereinbaren. Der neue Lebensabschnitt wird dich besonders stark beanspruchen, wenn du dich mitten in der Ausbildung oder im Studium oder kurz vor einer beruflichen Umorientierung befindest. Auch aus einer festen Stellung heraus die Karriereleiter weiter zu erklimmen, würde jetzt Anstrengung kosten, die nicht zu unterschätzen ist. Denn wieder gilt: Ein Kind bedarf zu Beginn seines Lebens eurer vollen Aufmerksamkeit. Die berufliche Entfaltung wird zunächst hintanstehen.
Wäge daher ab, was dir wichtig ist: Bist du bereit für ein Kind oder möchtest du deine beruflichen Perspektiven mit voller Kraft verbessern? Wie wird dein Familienmodell von deinem Arbeitgeber unterstützt? Wird dir eine gute Stelle in Teilzeitarbeit ermöglicht? Erkundige dich! Es gibt durchaus familienfreundliche Unternehmen, die Frauen mit Kindern in Führungspositionen fördern, KiTa-Plätze für ihre Mitarbeiter organisieren, Müttern mit Migrationshintergrund Deutschkurse anbieten, u.v.m.
Sprecht auch hier gemeinsam als Paar über Wünsche, Rollenverteilungen, Kompromisse, malt euch die Zukunft im Job aus und wie ihr am sinnvollsten eure Elternzeit aufteilen würdet.
Finanziell abgesichert?
Kinder kosten Geld – laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes rund 600 Euro im Monat. Bis ins Schulalter schlagen dabei z. B. Ausgaben für Baby-Erstausstattung, KiTa-Beiträge oder Schulmaterialien zu Buche. Glücklich können sich dann alle die schätzen, die viel von Familie oder Freunden geschenkt bekommen oder ihren Geldbeutel durch gute Gebrauchtkäufe schonen.
Da aber die Ausgaben für die nötigen Anschaffungen mit jedem Lebensjahr steigen, solltet ihr euch fragen: Wie hoch ist das Haushaltsbudget mit Kind? Welche (staatlichen) Unterstützungen – wie etwa Elterngeld oder Kindergeld – kann ich in Anspruch nehmen? Worauf kann ich verzichten? Und erneut die Frage: Wie teile ich Beruf und Familienzeit mit meinem Partner auf?
Eure Antworten werden euch dabei helfen, den für euch geeigneten Weg für die Familienplanung zu finden.

Wie viel Geld ein Mensch im Lauf seines Lebens verdient und wie weit er in Unternehmenshierarchien aufsteigt, entscheidet sich maßgeblich zu Beginn der Karriere. „Ab 40 wird es schwieriger, eine Gehaltserhöhung zu bekommen“, sagt Karriereberaterin Regina Lindner. Mehr Geld lässt sich nämlich vor allem dann rausholen, wenn neu verhandelt wird: Bei Wechseln des Arbeitgebers, der Position oder des Standortes zum Beispiel. Und die sind vor allem für die ersten Berufsjahre typisch, in denen sich die Einsteiger ausprobieren, orientieren und beweisen wollen.

Allerdings – das zeigt eine Studie zur Gleichberechtigung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) – nutzen Männer diese Möglichkeit häufiger als Frauen. Die Studie bescheinigt Frauen „stabilere Karrieren“, so lange sie jung sind. Der positive Schein trügt: Sicherheit und Loyalität sind zwar gut, aber keine Erfolgsstrategie für Berufseinsteiger. Wenn sich Frauen in den ersten Berufsjahren beruflich verändern, so die Studie, treten sie meist zurück. Sie reduzieren die Arbeitszeit oder steigen vorübergehend aus dem Berufsleben aus. Männer hingegen klettern höher, weiter – und riskieren auch mal, daneben zu greifen.

Einen Teil der Erklärung liefert die Studie gleich mit: Frauen sind jünger, wenn sie eine Partnerschaft eingehen und ihr erstes Kind bekommen. Während in Deutschland fast 30 Prozent der Frauen zwischen 25 und 29 bereits ein Kind bekommen haben, trifft das nur auf knapp 12 Prozent der Männer zu. So niedrig ist die Väterquote in dieser Altersgruppe nur in wenigen anderen Ländern. Selbst wenn Paare sich die Familienarbeit teilen, bleibt Frauen zuvor also weit weniger Zeit, in der sie sich ausschließlich auf die Karriere konzentrieren und ihr Gehalt steigern können.

Möglicherweise richten viele Frauen sogar schon deutlich vor der ersten Schwangerschaft nicht mehr alles auf den beruflichen Erfolg aus. Denn ein Arbeitsplatzwechsel bedeutet auch eine neue Probezeit, möglicherweise ein befristetes Vertragsverhältnis, auf jeden Fall aber die Unsicherheit, wie sich das neue Umfeld anfühlt und wie die Zusammenarbeit mit den Kollegen gelingt; eine Zeit der Selbständigkeit, eine Projekttätigkeit oder die Mitarbeit an einem Startup birgen darüber hinaus finanzielle Risiken. Eine Festanstellung mit umfassendem Mutterschutz – wenn auch schlechter bezahlt – hat dagegen durchaus ihre Vorzüge.

Die geringere Jobmobilität allein auf weibliche Risikominimierung und die häufig berichtete Zögerlichkeit bei Bewerbungen auf höhere Positionen zurückzuführen, wäre aber wohl auch ungerecht. Dass Frauen im Bewerbungsgespräch auf die Frage nach der Familienplanung lügen dürfen, schafft auf Seiten der Arbeitgeber kein Vertrauen. Eine kinderlose Frau um die 30 einzustellen, ist aus ihrer Sicht ein Glücksspiel – allerdings eines, auf das sie sich immer häufiger einlassen müssten, sagt Job-Expertin Regina Lindner: „Aufgrund des demographischen Wandels können Unternehmen auf Frauen nicht mehr verzichten. Das sollten sie nutzen.“

Als Coach für die Frauenkarriereberatung Hunting/Her hat sich Lindner auf die Themen Babypause und Wiedereinstieg spezialisiert. Dass eine Schwangerschaft nicht planbar ist wie ein Gap Year und manchmal alles anders kommt, weiß sie natürlich auch.

Akademikerinnen bekommen erst spät Kinder – überrascht euch das wirklich?

Wieder einmal besagt eine Studie des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, dass Frauen, die die Uni besucht haben, später und weniger Kinder bekommen als andere Frauen. In den Reaktionen auf dieses Ergebnis schwingt sofort immer ein gewisser Vorwurf mit: „Warum geizt ihr Akademikerfrauen so mit euren Genen?“, hört man da raus. Wenn es besonders menschenverachtend sein soll, auch mal: „Es bekommen immer nur die falschen viele Kinder.“ Gemeint sind dann sozial schwache Familien.

Studierenden und studierten Frauen wird bei dieser Gelegenheit gern vorgeworfen, die Karriere sei ihnen wohl wichtiger als die Familiengründung. Vermutlich stellen die Menschen sich dann erfolgreiche Anwältinnen in Nadelstreifen-Kostümchen und mit strengen Brillen auf der Nase vor. Oder Bankerinnen. Oder Politikerinnen. Weil, davon gibt es in Deutschland ja so viele … (Ironie off.)

Wollen wir lieber Karriere statt Kinder?

Das sind lächerliche Klischees, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Und auch der Gedanke dahinter ist einfach falsch. Erstens hat natürlich jede Frau das Recht, sich gegen Kinder zu entscheiden. Das gilt für Frauen aus allen sozialen Schichten. Und das ist nichts Verwerfliches, denn wer nicht wirklich Lust auf die Mutterrolle hat, wäre sicher auch nicht besonders gut darin. Selbst Frauen, die sich immer Kinder gewünscht haben, struggeln ja oft mit dieser mächtigen Aufgabe, wenn es soweit ist. Zweitens aber hat die niedrige Geburtenrate bei Akademikerinnen eben einfach auch mit Umständen zu tun, die das Kinderkriegen – oft unnötig – schwer machen.

Im Studium ist man in einer sozial riskanten Situation wie vorher und nachher wohl selten wieder: Bei vollgepackten Stundenplänen hat man kaum noch Zeit, nebenher zu arbeiten. Bleibt bescheidenes Bafög, dazu kommen in den großen Studentenstädten horrende Mieten – und immer ist da die Gefahr, es nicht zu packen. Ein abgebrochenes Studium ist für den Lebenslauf fast schlimmer als gar keines. In dieser Situation ein Kind bekommen? Ein Wesen, das von einem Stabilität erwartet, während man selbst gerade händeringend versucht, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken? Kann man, mit einer guten Portion Mut, machen. Ich hätte das definitiv nicht gekonnt.

Der richtige Zeitpunkt? Irgendwie nie.

Gut, weiter. Wir sind jetzt etwa Mitte, Ende 20. In vielen Berufen reicht ein Studienabschluss noch nicht einmal aus, um richtig einzusteigen. Wir lassen uns auf weitere zwei Jahre als Trainee oder in Volontariaten, Referendariaten und obligatorischen Praktika ein. Wir verdienen endlich sowas ähnliches wie richtiges Geld, aber arbeiten doppelt so viel wie unsere bereits fest angestellten Kollegen, für das halbe Gehalt. Wir wollen zeigen, was wir können – und wir wollen, wenn möglich, nach diesen zwei Jahren übernommen werden.

Ob das nun klappt oder nicht, danach folgt bestenfalls eine Festanstellung. Aber natürlich befristet. Sagen wir, auf ein Jahr. Die meisten von uns sind jetzt 30 und, ja, denken inzwischen auch mal über die Familienplanung nach. Spätestens, weil die Gynäkologin beim Routine-Check-up plötzlich unvermittelt danach fragt. Aber von Zeitvertrag zu Zeitvertrag vertagen wir die Entscheidung. Denn ein Kind bekommen, das deckelt nicht etwa nur unsere Karriereplanung. Es gefährdet unsere komplette Berufstätigkeit.

Es geht hier nicht um übertriebenen Ehrgeiz, Machtpositionen oder berufliche Selbstbestätigung. Es geht um reine Selbsterhaltung – denn wir müssen arbeiten, um zu leben. Genau wie jeder andere auch. Und ein Baby heißt: Mindestens ein Jahr komplett raus zu sein. Vermutlich länger. Und das könnte heißen: Vielleicht für immer – oder zumindest: für lange. Denn welcher Arbeitgeber verlängert denn einen befristeten Vertrag, wenn er stattdessen auch jemand jungen, flexiblen einstellen kann? Statt jemanden „durchzufüttern“, der zuerst lange ausfällt und danach durch ein Kind zeitlich eingeschränkt ist und eventuell bei diversen Kinderkrankheiten auch mal ein paar Tage ausfällt?

Wer nach der Schule zielstrebig eine Ausbildung anfängt, verdient danach zwar eventuell im Berufsleben weniger (obwohl das nicht zwingend so sein muss), spart in Sachen Familienplanung aber ein paar entscheidende Jahre. Viele meiner Freundinnen, die nicht studiert haben, haben inzwischen tatsächlich Kinder. Mehrere sogar. Sie sind einfach früher an diesem verhältnismäßig „sicheren“ Punkt ihrer Karriere angekommen, an dem sie unbefristet angestellt sind und zudem schon so lange in einem Betrieb arbeiten, dass es dort niemand mehr selbstsüchtig und unhöflich findet, für ein Baby mehrere Jahre auszufallen. Denn das sind Urteile, mit denen man als potenzielle Mutter leben muss.

Verantwortung für ein Kind – respekteinflößend

Und ganz ehrlich, selbst wenn beruflich alle Rahmenbedingungen stimmen sollten, flößt es mir auch mit Anfang 30 noch immer einen höllischen Respekt ein, den Alltag mit Kind zu organisieren. Was mir Freunde über die schwierige Kita-Suche erzählen, ist entmutigend. Das Angebot an familientauglichen Wohnungen in Großstädten – extrem schwierig. Wie niedrig das Elterngeld ist, hat mich schockiert. Und dann ist da in meinem Hinterkopf immer noch meine eigene Kindheit: Eine Mutter, die zu Hause war und sich rund um die Uhr um mich kümmern konnte. Großeltern, die nur wenige Straßen weiter wohnten, und mit Begeisterung das Babysitting übernommen haben.

Diesen Luxus hätten meine Kinder nicht. Sie wären eine „Sache“ von vielen in meinem Leben, die ich jonglieren müsste. Das klingt jetzt ganz fürchterlich und irgendwie falsch, aber schon jetzt fällt in meinem kinderlosen Alltag neben Arbeit, Schlaf und rudimentärer Haushaltsführung ein Großteil meines Soziallebens hintenüber. Ich traue mir nicht mal die Haltung eines Haustiers zu, weil ich zu wenig Zeit dafür hätte. Wäre es überhaupt verantwortungsvoll, ein Kind zu haben? Könnte ich auch nur ansatzweise so gut für es da sein wie meine Mutter für mich? Ich würde wollen, dass mein Kind der Mittelpunkt meines Lebens ist, aber ich weiß nicht, ob ich mein Leben so um mein Kind herumbauen könnte, dass sich niemand vernachlässigt fühlt.

Wir könnten Hilfe gebrauchen

Viele dieser Probleme betreffen nicht nur Akademikerinnen, sondern schlicht alle Frauen. Bei Akademikerinnen kommt nur der Zeitfaktor hinzu, der die Situation noch einmal schwieriger macht. Ganz lösen kann man diesen Konflikt nicht. Aber wenn die Politik wirklich möchte, dass wir mehr Kinder bekommen, dann sollte sie mehr dafür tun, uns das einfacher zu machen.

Nehmt uns die Existenzangst, nehmt uns die unnötigen Hindernisse. Tut was gegen den Kita-Mangel, senkt oder streicht die Gebühren für die Betreuung, sorgt für bezahlbaren Wohnraum und verhindert unnötige Befristungen von Arbeitsverträgen. Das wären ganz konkrete Maßnahmen, die ein bisschen helfen würden, eine so wichtige Entscheidung zu treffen. Denn viele Akademikerinnen wünschen sich Kinder, ganz sicher, aber sie trauen sich nicht.

Schlaflos

Wenn das Kind aus dem Gröbsten heraus ist: Michelle Hunziker und ihre Tochter Aurora beim Shoppen in Mailand.

Zur Abwechslung weiß Professor Brinkmann mal keinen Rat, aber dafür Schwester Elke. „Mit über 50 Kinder zu kriegen, finde ich verantwortungslos“, befand die Schauspielerin Barbara Wussow neulich in einem Interview. Dabei bekam sie ihre Tochter auch erst mit Mitte 40. Sozusagen noch im Teenageralter, zumindest verglichen mit Promis wie Brigitte Nielsen, die noch mit 54 Mutter wurde, Caroline Beil mit 51, und die natürlich in diesem Zusammenhang niemals zu vergessene italienische Sängerin Gianna Nannini mit 54. Der Trend zur vergreisenden Mutterschaft scheint damit gesetzt.

Oder sind das alles Extremfälle? Schließlich gibt es ja auch noch Adele, die ihr erstes Kind mit 24 Jahren bekommen hat. Und Michelle Hunziker, die gerade einmal 19 war, als sie mit Eros Ramazzotti zusammen war und mit Tochter Aurora schwanger wurde.

Ja, alles Extremfälle, in die eine wie die andere Richtung. Und dennoch stimmt es, das durchschnittliche Alter beim Kinderkriegen ist in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen. Laut Statistischem Bundesamt ist die durchschnittliche Mutter heute beim ersten Kind 29,8 Jahre alt, also das Kinderkriegen sozusagen ein statistisches Risiko kurz vor der Party zum 30. Geburtstag. 2010 waren Mütter bei ihrem ersten Kind noch im Schnitt 28,9 Jahre – je oller, desto doller also, zumindest in Sachen Kinderkriegen.

Wir bekommen die Kinder später, weil wir es können

Die Gründe für diese Tendenz sind vielfältig, aber vor allem: Wir bekommen die Kinder später, weil wir es können. Sowohl medizinische Fortschritte als auch geänderte Normen, in welchem Alter das Kinderkriegen gesellschaftlich akzeptiert ist und wann eben weniger, sorgen für gewandelte Rahmenbedingungen. Zudem verbessern sich seit Jahren die Bildungskarrieren von Frauen, immer mehr Frauen schließen die Schule mit Abitur ab, studieren danach und wollen auch noch etwas von ihrem Job haben, bevor ein Kind zumindest kurzzeitig etwas Wind vom beruflichen Segel nimmt.

Aber wo ist die Grenze? Ist es noch vernünftig, mit über 40 ein Kind zu bekommen? Gar mit 45 oder 50? Ab circa 35 Jahren steigt unbestritten das medizinische Risiko bei Schwangerschaften, ab 40 oder gar mit 45 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt signifikant erhöht, auch genetische Defekte kommen bei den Babys häufiger vor. Aus rein medizinischer Sicht, so viel ist klar, ist eine Schwangerschaft mit 27 besser als mit 43.

Aber eine solche rein medizinische Sichtweise wäre blind für die Realitäten. Eine Schwangerschaft mit 40 gilt gemeinhin, aus medizinischer Sicht, noch als vertretbar, zumal viele Frauen (und auch Männer) nicht immer frei wählen können, wann sie ein Kind bekommen. Vielleicht gibt es medizinische Probleme und viele Versuche, die nötig sind. Vielleicht fehlt lange Zeit der richtige Partner oder die richtige Partnerin. Vielleicht sorgt der Zufall dafür, dass das Kinderkriegen jahrelang nicht klappt. Das Thema ist vielfältig, einseitige Schuldzuweisungen oder auch nur gutgemeinte Ratschläge sind fehl am Platz.

Abseits der medizinischen Argumente für eine frühe Schwangerschaft, es gibt auch eine Vielzahl an guten Gründen, die eher für eine spätere Schwangerschaft sprechen. Und eben so viele, die dagegen sprechen. Aber vielleicht hilft es, sich das Für und Wider einmal zu vergegenwärtigen.

Das spricht für spätere Schwangerschaften (zwischen 35 bis 42):

  • Bessere finanzielle Rahmenbedingungen der Eltern. Vielleicht ist schon das Häuschen gebaut und die schimmelige Studenten-WG mit den angetrockneten Essensresten in den Küchenfugen Geschichte.
  • Mehr Erfahrung und Lebenswissen in Sachen Gesundheit für Kind und Familie. Weniger Partys, weniger Rauchen, besseres Essen, weniger Alkohol oder sonstige Substanzen.
  • Stabilere Partnerschaft. Mit Anfang 20 wechseln Partner häufiger als mit 40.
  • Größere Souveränität in Stresssituationen. Nicht mehr allen gefallen wollen, möglicherweise ein besseres Standing im Job und damit neue Möglichkeiten für Teilzeit, Home Office und flexiblere Arbeitseinsätze.
  • Apropos Job: Mit Mitte 30 sind Ausbildung oder Studium beendet, der Abschluss längst in der Tasche, die ersten Jahre Arbeitserfahrung sind gesammelt. Eine gute Grundlage, um lebenslang beruflich erfolgreich zu sein.
  • Genügend Zeit, sich mit 25 oder 30 die Dinge zu erfüllen, von denen junge Eltern nur träumen. Mit dem Rucksack durch Papua-Neuguinea, Sprachreise nach Australien, intensive Pflege des Freundeskreises.

Das spricht für frühere Schwangerschaften (bis 35):

  • Mit 22 ist man fitter als mit 40. Durchwachte Nächte sind ein geringeres Problem, Anstrengungen steckt man schneller weg. Je älter, desto weniger belastbar.
  • Möglicherweise ist man zeitlich flexibler und noch nicht so (übertrieben) anspruchsvoll. Auch ein Leben unter einfacheren Umständen, etwa in einer billigen Studentenbude, ist ja nicht in erster Linie ein Problem fürs Kind.
  • Eine frühe Elternschaft bedeutet: Man begleitet das Kind länger und hat gute Chancen, auch noch beim 60. Geburtstag des eigenen Kindes dabei zu sein.
  • Die Großeltern sind noch fit und können sich kümmern. Vielleicht leben sogar noch einzelne Urgroßeltern, die bereichernd die Rolle der „Stammesältesten“ einnehmen können, während die Großeltern noch einigermaßen sportlich mit dem Kind auf dem Boden herumturnen.
  • Der Job kann im mittleren Alter um die 40 sehr aufreibend sein. Wenn da die Kinder aus dem Gröbsten schon heraus sind, lässt es sich beruflich nochmal richtig durchstarten.

Wahrscheinlich sind das längst nicht alle Argumente für oder gegen eine spätere Schwangerschaft. Zumal die Väter natürlich nicht vergessen werden sollten. Teilen sich Partner die Kindererziehung und alles, was dazugehört, dann ist das auch für jüngere Frauen ein gutes Argument, trotz ihrer guten Ausbildung und dem vielversprechenden Job früh ein Kind zu bekommen. Und umgekehrt.

Zudem gibt es kein Schwarz oder Weiß in der Debatte: Wer mit 20 ein Kind bekommt, muss natürlich überhaupt nicht auf Freundschaften oder Hobbys verzichten. Mit der entsprechenden Organisation und vor allem Motivation lassen sich die eigenen Vorlieben weiter bedienen und ausbauen.

Niemand muss sein eigenes Leben an den Nagel hängen, nur weil ein Kind da ist. Aber ein paar Zugeständnisse sind dann doch zu machen – und da ist die Frage, ob das ganz jungen Eltern (18 oder 19) leicht fällt, die voller Pläne und Tatendrang sind und erst so wenig erlebt haben. Und es ist auch die Frage, ob das ganz alten Eltern (45 oder 50) leicht fällt, die zwar schon viel erlebt haben, aber auch in vielen Dingen schon sehr gesetzt und, man kann es negativ ausdrücken, festgefahren sind.

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind?

Von Martin Benninghoff

Das Modell Brigitte Nielsen oder doch eher Michelle Hunziker: Welches Alter ist das beste für die Mutterschaft – 22 oder 42?

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind?

Wussten Sie, dass die Natur den Wunsch, sich fortzupflanzen bereits in uns verankert hat? Es ist also ganz normal, dass Sie sich fragen, wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind gekommen ist. Eine passende Antwort darauf zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. Denn wer zu lange plant, überlegt und abwägt, wird zu dem Entschluss kommen, dass es den richtigen Zeitpunkt für ein Baby eigentlich gar nicht gibt.

Die Entscheidung für den richtigen Zeitpunkt: Bereit für ein Baby?

Job, Geld und Beziehung – erst wenn hier alles passt, ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind gekommen. Dann, wenn alles perfekt ist und nur noch das Baby zum ganz großen Glück fehlt. So die Traumvorstellung, doch die Realität sieht meistens anders aus. In jeder Lebensphase lassen sich Vor- und Nachteile für ein Baby finden. Während es uns die äußeren Umstände oft schwer machen, den richtigen Zeitpunkt für ein Kind zu bestimmen, gibt die Biologie uns tatsächlich ein Indiz dafür.

Dass die biologische Uhr tickt, ist nämlich mehr als nur ein Sprichwort. Die Anzahl der befruchtungsfähigen Eizellen nimmt mit dem Alter ab. Die besten Chancen schwanger zu werden, haben Frauen vor dem 35. Lebensjahr. Dennoch wird jedes vierte Baby in Deutschland von einer Frau geboren, die über 35 Jahre alt ist – Tendenz steigend. Gerade Frauen, die studieren, fühlen sich während der Ausbildung noch zu jung für ein Baby. Sie wollen im Job erst einmal Fuß fassen und warten mit dem Kinderkriegen.

  • Sind Sie noch unsicher, ob Sie (jetzt) Mutter werden möchten? Finden Sie es heraus!

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Auf einmal müssen sie sich dann die Frage stellen, ob sie eigentlich beides haben können – Kind und Karriere. Und dann kommen noch andere Gedanken hinzu: Ist meine Partnerschaft gefestigt? Reicht das Einkommen? Ist die Wohnung groß genug? Bin ich wirklich bereit für ein Baby? Die Entscheidung für ein Kind wird immer weiter nach hinten verschoben. Plötzlich laufen Sie Gefahr so lange zu warten, bis es wirklich zu spät ist.

Kinderwunsch: Den richtigen Zeitpunkt für ein Kind finden

Wann für Sie der richtige Zeitpunkt für ein Kind gekommen ist, können nur Sie selbst entscheiden. Sie sollten sich intensiv mit dem Thema beschäftigen und mit Ihrem Partner darüber sprechen. Versuchen Sie sich dabei einfach selbst folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie stelle ich mir meine/unsere Zukunft vor?
  • Reichen die finanziellen Mittel für ein Kind?
  • Kann ich meinen Beruf, meine Beziehung und mein Kind miteinander verbinden?
  • Wie könnte die Betreuung des Kindes organisiert werden?
  • Bin ich dazu bereit, dass sich mein Leben verändern wird?
  • Ist mein Partner für eine solch grundlegende Veränderung bereit und schätzt er sie realistisch ein?
  • Auf welche Unterstützung kann ich bauen?

Muttergefühle als Indiz für den richtigen Baby-Zeitpunkt

Die Beantwortung dieser Fragen und die bewusste Planung Ihrer Zukunft kann Ihnen dabei helfen den richtigen Zeitpunkt für ein Kind zu finden. Aber bedenken Sie: Nicht alles im Leben ist planbar. Es lassen sich immer wieder Gründe dafür finden, die Familienplanung nach hinten zu verschieben. Aber spätestens dann, wenn Ihre Freundinnen Kinder bekommen und Ihnen beim Anblick von Babys das Herz höher schlägt, ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind da. Der Kinderwunsch ist schließlich auch eine Gefühlssache. Sie selbst werden dann ganz individuell entscheiden können, ob Sie für diese große Veränderung bereit sind. Wenn die Muttergefühle so stark werden, ist meistens auch der Wunsch nach einer eigenen Familie groß genug. Selbst wenn Sie ungeplant schwanger werden und Sie den richtigen Zeitpunkt für ein Baby eigentlich noch abwarten wollten, sollten Sie eines nicht vergessen: Das Wichtigste ist, dass Sie sich auf Ihr Baby freuen, es lieben und sich liebevoll kümmern. Auch wenn ein Baby Ihr Leben erst einmal auf den Kopf stellt, werden Sie die Aufgaben meistern.

Beziehungstipps für die Partnerschaft mit Baby Tipps zum Schwanger werden

Richtiger Zeitpunkt für ein Kind?

Ist der richtige Partner vorhanden?

Vorausgesetzt natürlich, es existiert überhaupt schon jemand, mit dem sich das Familienglück teilen lässt. Aufgrund der gewonnenen Autonomie lässt frau sich mittlerweile immer weniger darauf ein, von ihren Ansprüchen abzusehen und Kompromisse einzugehen. Erfolgreich soll er sein und gleichzeitig im Haushalt gleichberechtigt, solide und verlässlich und dabei nach wie vor das berühmte Kribbeln in ihr auslösen, bloß keinen Alltag aufkommen lassen! Oder zumindest den Anschein erwecken, als tauche man nicht schon vor der Entbindung in der Statistik der Alleinerziehenden auf. Wenn sich all dies nicht auf einem Maximum der Ansprüche vereinbaren lässt, sieht man sich eben noch einmal neu um. „Bis ich 30 bin, wird der Richtige schon vorbeigekommen sein!… Hoffe ich“. Ja, und was, wenn es dann vielleicht ausgerechnet dieser ist, der von Familienplanung noch nichts hören will? Oder er vielleicht wirklich der Traummann schlechthin ist und man diese perfekte Konstellation erstmal nicht durch den Alltag, den ein Kind mit sich bringen würde, belasten möchte? Dann wird die Planung eben so weit nach hinten verschoben, bis es letztendlich tatsächlich zu spät ist und der optimale Zeitpunkt Schwangerschaft vorbei ist.

Super Mami ohne Super-Nanny?

Abgesehen davon wird uns doch zurzeit sowieso mehr als je zuvor eingetrichtert, welch hohe Anforderungen die Kindererziehung an uns stellt. Wer kann denn ruhigen Gewissens sagen, dass er auf dem aktuellsten Stand der pädagogischen Erkenntnisse ist? Muss ich das denn überhaupt alles wissen? Wie viel darf ich nicht wissen, ohne Gefahr zu laufen, früher oder später in einer TV-Show zu landen und das Ausmaß meiner Leichtsinnigkeit in Sachen Erziehung einem entsetzten Millionen-Publikum vorzuführen? Von allen Seiten werden wir mittlerweile in den Medien verunsichert, „gecheckt“, vorgeführt. Ob zwischen Windeln und Weinen noch Zeit bleibt, mit Zettel und Bleistift vorm Fernseher zu sitzen und die richtigen Antworten beim großen Erziehungs-Check zu notieren, bleibt vorerst ein Rätsel.

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