Bescherung in griechenland

Spanische Weihnachten

Anna

Weihnachten wird auf der ganzen Welt gefeiert, das allein macht die “schönste Zeit des Jahres” wohl einzigartig und faszinierend. Viele Charakteristiken des Weihnachtsfestes ähneln sich in den verschiedenen Ländern vermehrt. Das ist wohl nicht zuletzt auf die Vereinheitlichung unserer Gesellschaft zurückzuführen, sowie auf die weltweite Kommunikation und Interaktion und die Neigung zu immer mehr Konsum und Hektik. Dennoch sind es die kleinen, feinen Unterschiede und regionalen Details, die nach wie vor existieren und spannend sind. Wir möchten deshalb einen Blick darauf werfen, wie Weihnachten in Spanien gefeiert wird:

Weihnachten ist im nach wie vor katholisch geprägten Spanien natürlich auch noch eng an katholische Bräuche gebunden. So beginnt die spanische Weihnachtszeit am 8. Dezember mit dem Feiertag der „Inmaculada“, „Maria Empfängnis“, jenem Fest, das die katholische Kirche als ein Hochfest begeht. Als Schutzpatronin Spaniens spielt die Jungfrau Maria natürlich eine wichtige Rolle im spanischen Festkalender. Am 8. Dezember ist es in Spanien Tradition, mit dem Aufstellen der Weihnachtsbäume zu beginnen. Außerdem werden sowohl in Privathäusern als auch an öffentlichen Orten in Spanien (Plätze, Häusernischen, Schaufenster, etc.) Krippen, sogenannte „Belenes“ aufgestellt. Diese Krippen in Spanien variieren regional und unterscheiden sich in Größe, Material und Ausführung – allen gemein ist natürlich, dass das Christuskind, Maria, Josef und die Heiligen Drei Könige präsent sind.

Die Heiligen Drei Könige spielen in der spanischen Weihnachtstradition übrigens eine sehr entscheidende Rolle. Der 6. Jänner stellt in diesem Sinne das Ende der Weihnachtszeit in Spanien dar und wird bereits am Abend zuvor in allen spanischen Städten mit einem großen Umzug begangen. Die spanischen Kinder müssen sich übrigens gedulden, bis sie Ihre Geschenke öffnen dürfen. Diese bringt nämlich in Spanien nicht der Weihnachtsmann – Weihnachtsgeschenke in Spanien werden erst am 6. Januar von den Heiligen Drei Königen (Los Reyes Magos) gebracht! Am Abend zuvor stellen Kinder in Spanien deshalb ihre Schuhe vor die Türe, gefüllt mit Stroh um die Esel zu laben. Einige sind auch um die Kamele bemüht und stellen diesen eine Schale Wasser bereit. Am Morgen finden Sie an jenem Platz dann Ihre Geschenke vor.

Der Weihnachtsmann, „Papá Noel“ beginnt sich natürlich auch in den spanischen Weihnachtsbräuchen ein wenig durchzusetzen und bringt den Kindern am 25. Dezember etwas Kleines. Sowohl der 24. als auch der 25. Dezember sind natürlich wichtige spanische Feiertage. Die Weihnachtsansprache des spanischen Königs Juan Carlos wird in den Haushalten interessiert verfolgt und spezielle Spezialitäten aus der spanischen Küche gehören selbstverständlich zu einem gelungenen Weihnachtsfest in Spanien. Das spanische Weihnachtsmenü erfährt eine breite Palette an regionalen Variationen, doch ist beispielsweise getrüffelter Truthahn eine kulinarische Konstante. Nicht zuletzt spezielle Nachtische, die ausschließlich in der Weihnachtszeit angeboten und vernascht werden, dürfen am spanischen Weihnachtstisch nicht fehlen: Polvorones (ein sehr mürbes Zimtgebäck), Marzipanfiguren oder turrón (spanischer Nougat, der in unzähligen Geschmacksrichtungen zu finden ist) sind die spanischen Pendants zu Weihnachtskeksen und Lebkuchen. Der 6. Jänner in Spanien hat außerdem seine eigene süße Spezialität: An diesem Tag wird der Dreikönigskuchen serviert. El „Roscón de Reyes“ ist ein Kranzkuchen, in dessen Innerem eine Figur sowie eine Bohne versteckt sind. Jener Tischgast, der die Bohne in seinem Stück vorfindet, muss nach spanischer Tradition den Kuchen bezahlen, jener, der das Glück hat, auf die Figur zu treffen, wird zum „König des Tages“ gekrönt!

Weiters gehören sowohl die traditionelle spanische Weihnachtslotterie am 22. Dezember als auch die Mitternachtsmesse am 24. Dezember oder aber die Scherze am 28. Dezember, die sich mit Aprilscherzen vergleichen lassen, zu Fixpunkten in den spanischen Traditionen zur Weihnachtszeit.

Wer also heuer spanische Weihnachten feiern möchte, sollte damit beginnen, sich mit den Traditionen in Spanien vertraut zu machen!

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Die Heiligen Drei Könige, im Spanischen „Los Reyes Magos“, haben als Geschenkebringer eine lange Tradition in vielen katholischen spanischsprachigen Ländern. Am 5. Januar ziehen sie in einer Parade, der „Cabalgata de Reyes“, durch die Dörfer und Städte und verteilen Süßigkeiten an die Kinder. In der kommenden Nacht bringen sie dann die Geschenke. Vorher wurden von den Kindern natürlich fleißig Wunschzettel geschrieben, damit sie auch die richtigen Spielsachen bekommen. Abends stellen die Kinder ihre Schuhe in der Nähe von Fenstern und Türen auf, daneben etwas Wasser und Stroh für die Kamele. Am Morgen des 6. Januar, der ein Feiertag ist, werden die Geschenke dann (endlich) ausgepackt.

Während der Brauch der Heiligen Drei Könige eine lange Tradition hat, kam der Weihnachtsmann erst durch den Einfluss anderer Kulturen nach Spanien. Das lässt sich schon am Namen erkennen, denn der Weihnachtsmann wird „Papá Noel“ (vom französischen Papa Noël abgeleitet) oder „Santa Claus“ (aus den USA übernommen) genannt. Er bringt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember Geschenke.

Die meisten Familien feiern mittlerweile beide Tage, das bedeutet doppelte Wunschzettel und doppelte Geschenke. Wie auch in vielen anderen Ländern scheint es, als ginge dabei die Tradition mehr und mehr verloren und als bestimme vor allem der Konsum die Feiertage. Einige regionalere Bräuche drohen dabei ganz unterzugehen, wie zum Beispiel der des „Apalpador“ in Galicien.

Laut der Legende lebt der Apalpador im Einklang mit der Natur in den Bergen in der Nähe der Stadt Lugo und stellt Kohle her. Zwischen dem 24. Dezember, der „Noche buena“, und dem 31. Dezember, der „Noche vieja“, steigt er aus den Bergen hinab in die umliegenden Dörfer und Städte. Dort befühlt (spanisch: palpar) er die Bäuche der Kinder, um herauszufinden, ob sie das Jahr über genug gegessen haben. Ist dem nicht so, lässt er ihnen viele heiße Kastanien und manchmal auch ein Geschenk, meistens aus Holz geschnitztes Spielzeug, da. Damit diese Tradition nicht vollends in Vergessenheit gerät, lässt eine Initiative sie seit einigen Jahren wieder aufleben.

Weihnachtstraditionen aus aller Welt – wer bringt wo die Weihnachtsgeschenke?

Kein anderes christliches Fest ist im Laufe der Jahrhunderte so sehr mit heidnischen Bräuchen verschmolzen wie das Weihnachtsfest. Schließlich handelte es sich ursprünglich um das Fest der Wintersonnenwende, eines der ältesten Feste der Menschheit, dessen Traditionen nicht so einfach aus dem Volksglauben verschwinden konnten. Genau darum sind die Weihnachtstraditionen in den verschiedenen Ländern der Welt auch so vielfältig und haben kaum etwas mit christlicher Mythologie zu tun. Eine Reise zu Weihnachten ist darum eine der besten Arten, Kultur und Gebräuche anderer Länder kennen zu lernen. Vor allem, wenn man Weihnachtstraditionen mit Kindern entdecken möchte.

Weihnachten in Europa

Die Weihnachtsbräuche in Europa unterscheiden sich sehr voneinander. Das beginnt schon dabei, wer die Weihnachtsgeschenke bringt: der Weihnachtsmann, das Christkind, der Heilige Nikolaus, die Heiligen Drei Könige oder gar Hexen und Trolle…

Weihnachten in Spanien

Anders als im Rest von Europa werden die Weihnachtsgeschenke in Spanien von den Heiligen Drei Königen gebracht, und zwar am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Irgendwie hat das ja auch seine Logik, wenn man darüber nachdenkt. Die Weisen aus dem Morgenland waren es schließlich, die dem Christkind Geschenke gebracht haben. Die Ankunft der Könige wird in den verschiedenen Städten und Dörfern Spaniens groß in Szene gesetzt und gefeiert, und am 5. Januar findet überall die große Dreikönigsparade statt, bei der Caspar, Melchior und Balthasar von ihren Thronen aus den staunenden Kindern am Straßenrand Bonbons und Süßigkeiten zuwerfen. Natürlich wird die Parade von den Gehilfen der Drei Könige dazu genutzt, die Geschenke in den Häusern der Kinder zu verstecken, wo sie sie am Morgen des 6. Januar dann auspacken dürfen. Wenn du zu Weihnachten mit deinen Kindern Urlaub in Spanien machst, ist diese Parade ein Muss.

Weihnachten in Italien

Auch in Italien bekommen die Kinder die Geschenke am 6. Januar, aber nicht von den Heiligen Drei Königen, sondern von einer ungewöhnlichen Sagengestalt: der guten Hexe Befana. Der Legende nach verirrten sich die drei Weisen aus dem Morgenland auf ihrem Weg nach Bethlehem und fragten bei einer alten Dame nach dem Weg. Diese gab auch Auskunft, wollte die Weisen aber trotz ihrer Bitte nicht nach Bethlehem begleiten. Später bereute sie dies und machte sich auf den Weg, um allen Kindern Süßigkeiten zu schenken, in der Hoffnung, dass eines von ihnen das Christkind wäre. Und das tut sie bis auf den heutigen Tag. Wundere dich bei deinem weihnachtlichen Italienurlaub also nicht, wenn du Gestalten im Hexenkostüm auf der Straße siehst, du hast dich nicht im Datum geirrt… es handelt sich um typisch italienische Weihnachtstraditionen.

Weihnachten in den Niederlanden

In den Niederlanden bekommen die Kinder ihre Geschenke bereits am Nikolaustag, dem 6. Dezember. Sie werden vom Heiligen Nikolaus (auf Niederländisch Sinterklaas) gebracht, der Mitte November mit dem Dampfschiff in Holland ankommt. Ähnlich wie in Spanien die Ankunft der Heiligen Drei Könige, wird auch in den Niederlanden die Ankunft von Sinterklaas in Szene gesetzt und gefeiert, aber mit einem noch sehr viel größeren Aufwand. Ironischerweise wohnt Sinterklaas übrigens in Spanien und reist auch von dort aus an. Den Kindern wird gedroht, dass er sie mit nach Spanien nimmt, wenn sie nicht artig waren. Ansonsten sind die Traditionen an Weihnachten ähnlich wie bei uns, es gibt am Heiligabend halt nur keine Geschenke.

Nordische und isländische Weihnachtstradition

In Nordeuropa waren es traditionell ganz andere Fabelwesen, die die Geschenke brachten als im Rest von Europa. So brachte sie in den skandinavischen Ländern ursprünglich der Julbock (Weihnachtsbock), eine Ziegenbockfigur, die ihre Wurzeln in der germanischen Religion hat. Heutzutage wurden all diese Fabelwesen in den meisten Ländern jedoch durch den Weihnachtsmann ersetzt. Nur in Island sind die Bräuche zu Weihnachten noch immer sehr in die alte Sagenwelt eingebunden. Hier werden die Geschenke von 13 rauen Gesellen, den so genannten Jólasveinar gebracht, die in den drei letzten 13 Tagen vor Weihnachten aus den Bergen herabkommen und dann einer nach dem anderen wieder verschwinden. Sie sind die Söhne der Schreckensgestalt Grýla, die unartige Kinder frisst. Begleitet wird diese von der noch schrecklicheren Katze Jólakötturinn, die alle Kinder frisst, die keine Kleidung zu Weihnachten bekommen haben. Damit soll verhindert werden, dass die Kinder sich über Kleidung als Geschenk beschweren.

Weihnachtstraditionen in Lateinamerika

Man sollte meinen, dass Weihnachten in Lateinamerika ganz ähnlich sein müsste wie in Spanien. Das ist allerdings nur teilweise so. Die Tradition der Heiligen Drei Könige begann in Spanien nämlich erst Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde nur bedingt von anderen hispanischen Ländern übernommen. So ist es in den meisten Ländern Lateinamerikas traditionell das Christkind, das die Geschenke bringt. Aber auch amerikanische Weihnachtstraditionen aus dem Norden haben immer größeren Einfluss, so dass der Weihnachtsmann in Lateinamerika auf dem Vormarsch ist.

Weihnachten in Mexiko und Mittelamerika

In Mexiko gibt es besonders schöne Weihnachtstraditionen, allen voran Las Posadas, ein Brauch, der auf den vorkolonialen Glauben der Azteken zurückgeht. Diese feierten vom 16. bis zum 26. Dezember die Ankunft ihres Gottes Huitzilopochtli. Da dieses Fest in die Zeit des christlichen Weihnachtsfestes fiel, kamen die Missionare auf die Idee, es mit der Ankunft von Maria und Josef in Bethlehem in Verbindung zu bringen und es so christlich umzudeuten. Hierfür wurde die Suche nach einer Herberge in Bethlehem zunächst in den Kirchen dargestellt, aber im Laufe der Zeit hat das Fest einen immer volkstümlicheren Charakter bekommen. Heute ist es üblich, während der neun Tage vor Weihnachten mit Liedern und Kerzen vor der Haustür von Freunden und Bekannten um eine Herberge zu bitten, und dann gemeinsam zu feiern. Während Las Posadas durch die Straßen Mexikos zu schlendern, ist ein echtes Erlebnis. Aber auch andere Länder Mittelamerikas haben diesen Brauch mittlerweile übernommen.

Weihnachten in der Karibik

Wer Urlaub in karibischen Ländern wie der Dominikanischen Republik oder Puerto Rico macht, muss damit rechnen, „überfallen“ zu werden. Aber keine Angst: das Wort „Überfall“ (Asalto) bezieht sich in diesem Fall auf den Weihnachtsbrauch, sich während der Weihnachtszeit mit Musikinstrumenten zu „bewaffnen“ und überraschend bei Freunden und Verwandten ins Haus zu fallen, um sie mit Musik und Gesang zum Feiern zu „zwingen“. Diese haben dann keine andere Wahl! Überhaupt ist das Weihnachtsfest in diesen Ländern weniger besinnlich und eher feuchtfröhlich, und finden die Bräuche an Weihnachten vielmehr auf der Straße statt. Das ist natürlich auch kein Wunder – bei 27 °C sitzt niemand gemütlich am Kamin…

Stand: 25.12.2018 13:53 Uhr – NDR Fernsehen | Archiv Bild vergrößern Den englischen Weihnachtsgruß versteht fast jeder.

Alle Jahre wieder. Zum Weihnachtsfest gehören in vielen Familien feste Rituale, die häufig schon seit Generationen gepflegt werden: vom Gottesdienst am Heiligen Abend bis zum Festessen am ersten Weihnachtstag. Aber wie halten es unsere Nachbarn in Europa und Christen in aller Welt? Fast jedes Land hat seine eigenen Traditionen – und die können von unseren Vorstellungen erheblich abweichen. Ein Blick über die Grenzen:

Dänemark mag es hyggelig

Bild vergrößern Mit jedem Tag im Dezember wird die Weihnachtskerze kleiner.

Bei unseren nördlichen Nachbarn geht es in der Weihnachtszeit besonders gemütlich zu – einfach hyggelig. An der großen Adventskerze brennt jeden Tag eines der 24 Segmente ab. Das Weihnachtsfest selbst beginnt schon am 23. Dezember mit dem „kleinen Heiligabend“. Der Tannenbaum wird in der Wohnung aufgestellt und mit Weihnachtsherzen geschmückt, die Dänen naschen Plätzchen und genießen heißen Glögg. Das Festessen wird am Abend des 24. serviert, es gibt Ente, Gans oder Schweinebraten und zum Dessert Weihnachtsgrütze mit einer versteckten Mandel. Danach dürfen die Geschenke ausgepackt werden.

Winterzauber: Weihnacht im Hohen Norden

Doku & Reportage – 24.12.2019 19:00 Uhr

Wenn es kalt wird und schneit, dann beginnt für die Menschen eine ganz besondere Zeit. Der Film zeigt die heimeligen, traditionellen Weihnachtsvorbereitungen im hohen Norden.

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    Sinterklaas beschenkt die Niederlande

    Bild vergrößern Sinterklaas beschenkt die Kinder schon in der Nacht zum 6. Dezember.

    Wenn wir Weihnachten feiern, ist für die Kinder in den Niederlanden der Spaß schon vorbei. Sie haben dem Abend des 5. Dezember entgegengefiebert, denn dann kommt Sinterklaas vorbei. Der holländische Nikolaus und sein Helfer Zwarte Piet treffen mit dem Schiff in den Häfen ein und bringen Geschenke. Es folgt ein fröhlicher Familienabend mit gutem Essen und Süßigkeiten. Der Rest der Weihnachtszeit bis zum Heiligen Abend verläuft eher gelassen. Der Geburt Christi wird mit einem Gang in die Kirche und einem weiteren festlichen Essen gedacht.

    Truthahn und Plumpudding in Großbritannien

    Auf der Insel ist der 25. Dezember der wichtigste Weihnachtstag. Am Heiligen Abend bereiten die Briten das Festessen vor, den gefüllten Truthahn und den Plumpudding, in dem Münzen oder kleine Geschenke für die Kinder versteckt werden. Abends hängen Socken am Kamin, die „Father Christmas“ in der Nacht mit Präsenten füllt. Größeres legt er direkt unter den Weihnachtsbaum, wo es die Kinder am nächsten Morgen finden. Am Weihnachtstag wird in der reichlich mit Girlanden geschmückten Wohnung festlich gespeist, „Christmas Crackers“ krachen – Knallbonbons, aus denen kleine Gaben fallen. Nicht fehlen dürfen Weihnachtskarten mit festlichen Motiven, die die Post millionenfach durch das Land befördert.

    Spanien feiert an der Krippe

    Bild vergrößern In der Weihnachtszeit bauen Spanier ihre Krippen auf.

    Ganz in der biblischen Tradition steht im katholischen Spanien die Krippe im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Ob handlich klein für das Wohnzimmer oder lebensgroß in öffentlichen Gebäuden und Kirchen, eine üppig geschmückte Krippe fehlt nirgends. Am Heiligen Abend versammelt sich die Familie gut gekleidet zu einem Festessen. Danach geht die jüngere Generation aus, die Älteren treffen sich um Mitternacht zur „Hahnenmesse“ in der Kirche. Am 25. Dezember stehen weitere Gottesdienste an oder man genießt den freien Tag. Die Geschenke bringen erst die Heiligen Drei Könige am 6. Januar. Fast das wichtigste Ereignis hat in Spanien bereits am 22. Dezember stattgefunden: Die Preise der Weihnachtslotterie werden im Fernsehen live gezogen und Millionen Menschen hoffen auf den Hauptgewinn „El Gordo“ – der Dicke.

    Frankreich: Weihnachten für Genießer

    Für die Franzosen steht gutes Essen ganz oben auf dem Weihnachtsprogramm. Der Heilige Abend beginnt als normaler Arbeitstag, abends geht es erst zur „Mitternachtsmesse“ (die meist schon am frühen Abend stattfindet), dann wird ausgiebig geschlemmt: Truthahn mit Maronen, Austern, Pasteten und Champagner. Die Kinder müssen noch auf die Geschenke warten, denn „Pere Noel“, der Weihnachtsmann, legt sie erst in der Nacht zum 25. Dezember, dem einzigen Weihnachtsfeiertag, unter den Tannenbaum.

    Panettone und der Segen des Papstes in Italien

    Bild vergrößern Panettone gehört in Italien zu Weihnachten wie bei uns Stollen.

    Vom 8. Dezember bis zum 6. Januar dauert die Weihnachtszeit in Italien. Es beginnt mit dem Feiertag Mariä Empfängnis. Der Weihnachtsbaum – meist mit Wurzel oder aus Plastik – wird ins Haus geholt und geschmückt. Am Heiligen Abend trifft sich die Familie, besucht einen Gottesdienst, isst gemeinsam und genießt Panettone, den Weihnachtskuchen. Fleisch kommt erst am 25. auf den Tisch. Manchmal hat das Christuskind Geschenke unter den Baum oder an die Krippe gelegt. Wer Pech hat, muss bis zum 6. Januar warten – allerdings nicht auf die Heiligen Drei Könige, sondern auf die gute Hexe Befana, denn sie bringt die Geschenke. Wichtig für alle Katholiken: Am Mittag des 25. sendet der Papst aus Rom den Segen „Urbi et orbi“ in die Welt.

    Polen: Gäste willkommen

    Fasten im Advent

    Neben der Fastenzeit vor Ostern kennt die christliche Tradition eine zweite Fastenzeit im Advent. Sie beginnt nach dem Essen der Martinsgans am 11. November und endet nach 40 Tagen (ohne Sonntage) am 25. Dezember mit dem Weihnachtsfest.

    Im katholischen Polen spielen christliche Traditionen eine wichtige Rolle. Zum Auftakt der Familienfeier am Heiligen Abend werden die Weihnachts-Evangelien verlesen, dann teilt jeder seine Oblate mit den anderen. In Anlehnung an Fastenbräuche gibt es beim Festmahl traditionell kein Fleisch, sondern verschiedene Fischgerichte. Wenn an der Tafel ein Platz leer bleibt, hat sich niemand verzählt, sondern die Familie erinnert damit an verstorbene Verwandte und hält den Stuhl für einen möglichen Überraschungsgast frei. Da man erwartet, dass das gesamte kommende Jahr wie der Heilige Abend werden wird, sind Streit und Hektik tabu.

    Griechenland: Geschenke erst an Silvester

    Am Heiligen Abend denken die Kinder in Griechenland noch nicht an Geschenke, denn die gibt es erst am Abend des 31. Dezember. Am 24. ziehen sie singend mit Instrumenten von Haus zu Haus und verkünden die Geburt Jesu. Als Dank erwarten sie kleine Geschenke oder Geld. Am 25. kommen die Familien mit dem Ende der Fastenzeit im Advent zu einem festlichen Essen zusammen, beliebt ist gefüllter Truthahn. In den Wohnzimmern stehen Schüsseln mit traditionellem Weihnachtsgebäck. Abends werden Feuer angezündet, um freche Kobolde zu vertreiben.

    Australien feiert am Strand

    Am anderen Ende der Welt ist in der Weihnachtszeit Hochsommer, die Tage sind lang. Kein Wunder also, dass Australier die Weihnachtstage gern am Strand verbringen. Trotz kurzer Hosen fehlt die Weihnachtsdeko mit künstlichen Tannenbäumen, bunten Kugeln und aufgeblasenen Schneemännern in den Vorgärten nicht. Auch das üppige Festmenü am Heiligen Abend, gern mit einem gebratenen Truthahn oder Fisch, erinnert an Europa. Auf die Geschenke müssen Kinder bis zum nächsten Morgen warten, denn erst in der Nacht zum 25. klettert Santa Claus durch den Kamin.

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    Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/weihnachten/Weihnachten-So-feiert-Europa,weihnachtsbrauch100.html

    19.12.2017

    Weihnachten wird in ganz Europa gefeiert. Doch nicht überall läuft die Weihnachtszeit genauso ab wie im deutschsprachigen Raum. Hier haben wir euch einige Beispiele zusammengestellt, wie das Weihnachtsfest in anderen Ländern gefeiert wird.

    Spanien

    Die Vorweihnachtszeit verläuft in Spanien eher ruhig. Die Adventssonntage, der Adventskranz sowie der Weihnachtsbaum sind eher unüblich, letzterer errang aber in den letzten Jahren immer mehr Beliebtheit. Ein wichtiger traditioneller Bestandteil ist dagegen die Krippe, die in jedem Haushalt zu finden ist.

    Die eigentliche Weihnachtszeit beginnt am 22. Dezember mit der Weihnachtslotterie, der „Sorteo extraordinario de navidad“. Diese Lotterie gibt es bereits seit 1812 und gilt als die Größte der Welt. Sie ist sehr beliebt bei den Spaniern; fast jeder kauft sich Lose und verfolgt die Ziehung dann live im Fernsehen.

    Heiligabend, die „Nochebuena“, wird traditionell mit der ganzen Familie gefeiert. Neben einem üppigen Festmahl darf auch die Weihnachtsspezialität „Turron“ nicht fehlen. Diese besteht aus Mandeln, Eiern, Zucker und Honig und ist das kulinarische Highlight der Weihnachtszeit. Nach dem Essen kommt dann die „Urne des Schicksals“ auf den Tisch, in der sich sowohl viele kleine Geschenke, aber auch Nieten befinden. Jeder greift dann solange hinein, bis er ein Geschenk gezogen hat.
    Um Mitternacht findet dann die traditionelle „Misa del Gallo“, die Messe des Hahns statt. Sie wird so genannt, weil ein Hahn als Erster die Geburt Jesu verkündet haben soll.

    Nach ein paar ruhigen Tagen geht es am 28. Dezember mit dem „Día de los inocentes“ weiter. An diesem Tag soll an den Kindermord in Bethlehem erinnert werden. Im ganzen Land werden dann den Mitmenschen Streiche gespielt. Der Tag entspricht also etwa unserem 1. April.

    In der „Nochevieja“, an Silvester, trifft man sich traditionell um Mitternacht auf den Rathausplätzen. Dort wird zusammen gefeiert und das neue Jahr eingeläutet. Eine lustige Tradition: Bei den 12 Glockenschlägen wird bei jedem Schlag eine Glückstraube gegessen. Diese nennen sich die „uvas de la suerte“

    Weihnachten geht in Spanien offiziell bis zum 6. Januar. Und obwohl heutzutage viele Familien die Bescherung bereits am 24. Dezember feiern, bekommen die Kinder die Geschenke traditionell erst am Morgen des 6. Januars. Bereits am Abend zuvor reisen die Könige aus dem Morgenland an; während der Nacht zum 6. Januar kommen sie dann zu den Kindern.
    Der Abschluss der Feierlichkeiten wird wieder mit einem großen Festessen gefeiert. Eine Spezialität des 6. Januars ist dabei der „Roscón de Reyes“. In diesem ringförmigen Kuchen versteckt sich eine kleine Figur. Derjenige, der sie bekommt, wird zum König des Tages ernannt.

    Hier gelangt ihr zum Reiseführer für Spanien

    Finnland

    In Finnland beginnt die Weihnachten fast überall bereits im November. Weihnachtsfeiern – sogenannte „Pikkujoulu“ – werden in den Betrieben und Vereinen gefeiert und am ersten Advent werden allerorts Adventskonzerte veranstaltet. Ein besonderes Highlight ist der Nikolaustag am 6. Dezember; dieser ist gleichzeitig auch Nationalfeiertag. Eine Besonderheit der Zeit um Weihnachten in Finnland ist, dass auch besonders an die Tiere gedacht wird. Haustiere bekommen eigene Geschenke und auch die Tiere in der freien Natur, wie beispielsweise Vögel, werden gefüttert.

    Am 23. Dezember schmücken die Finnen ihre Weihnachtsbäume, dann wird am Abend das typische Vorweihnachtsessen serviert: Haferbrei, in dem eine Mandel versteckt wird. Laut eines alten Brauchs hat derjenige, der diese Mandel erwischt, das ganze nächste Jahr über Glück.

    Der Höhepunkt und wichtigste Tag des Weihnachtsfestes ist der 24. Dezember, wenn vom Dom der früheren Hauptstadt Turku um Punkt 12 Uhr mittags der Weihnachtsfrieden verlesen wird. Dies hat seit vielen Jahrhunderten Tradition in Finnland und wird landesweit in den Medien übertragen.
    Am Abend wird traditionell mit der Familie zu Abend gegessen. Doch davor wird einer typisch finnischen Tradition nachgegangen: Natürlich dem Saunagang.
    Anders als in Deutschland findet in Finnland die Bescherung bereits vor dem Essen statt. Der Weihnachtsmann, der laut den Finnen mit seinen Helfern in Lappland wohnt, bringt die Geschenke und die Kinder singen dafür Weihnachtslieder oder führen einen Tanz auf.

    Anschließend wird dann das zumeist üppige Festtagsessen im Kreis der Familie serviert. Typisch für das Abendessen sind beispielsweise Fisch, Kartoffeln und Gemüse. Das kulinarische Highlight ist aber der Weihnachtsschinken, der heiß oder kalt gegessen werden kann. Als Nachspeise wird zumeist ein Hefegebäck namens „Pulla“ serviert, zusammen mit einem speziellen Glühwein, dem „Gögli“.

    Am Morgen des 25. Dezembers steht der Besuch eines Gottesdienstes auf dem Programm, um anschließend mit der gesamten Verwandtschaft mit einem weiteren Festmahl zu feiern. Am 26. Dezember, dem „Tag des heiligen Stephan“, wird traditionell Schlitten gefahren und in Tanzlokalen nochmals gefeiert.

    Hier gelangt ihr zum Reiseführer für Finnland

    Griechenland

    Anders als in vielen anderen Ländern beginnt die Weihnachtszeit in Griechenland erst am 24. Dezember. Dann ziehen die Kinder mit Instrumenten durch die Straßen und singen die „Kalanda“, die Lobgesänge, die den Häusern Segen bringen sollen. Dafür werden sie mit Süßigkeiten belohnt.
    Am Abend wird dann traditionell das Weihnachtsfeuer entfacht, das ganze 12 Nächte lang brennt und jeden Abend neu entfacht wird. Dies dient der Abwehr der „Kalikanzari“, kleiner Kobolde, die um Weihnachten ihr Unwesen treiben.
    Natürlich darf auch in Griechenland das üppige Weihnachtsessen nicht fehlen, das oft aus gefülltem Truthahn und jeder Menge Weihnachtsgebäck besteht. Die Bescherung findet allerdings noch nicht am 24. Dezember statt, sondern traditionell erst an Neujahr.
    Der Weihnachtsbaum ist heutzutage vom restliche Europa geprägt, allerdings besitzt er in Griechenland eine weitere Bedeutung: Er steht für den Baum, der die Erde stützt.

    Am 1. Januar erhalten die Kinder dann ihre Geschenke. Sie werden vom heiligen Vassilius gebracht, der die Geschenke vor die Betten der Kinder legt. Außerdem gibt es einen „Vassilopita“ genannten Kuchen, in dem eine Goldmünze eingebacken wird. Wer der die Münze findet, soll im neuen Jahr viel Glück haben.

    Die Weihnachtszeit endet auch in Griechenland am 6. Januar, dem Tag der Theofania. Durch die Segnung aller Häuser sollen nochmals die Kobolde vertrieben werden. An diesem Tag wird von einem Priester traditionell ein Kreuz in ein nahe gelegenes Gewässer geworfen. Einige junge Männer tauchen es dann aus dem Wasser wieder herauf, während sämtliche Kirchenglocken läuten. Dies gilt als ehrenhafter Wettkampf zwischen den Teilnehmern, die mutig in das eiskalte Wasser springen.

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    Veröffentlicht in Allgemein

    von Tanja Lindauer

    Wusstest du, dass das Weihnachtsfest in vielen Ländern Europas ganz anders abläuft als bei uns? Nicht immer bringt der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke, sondern in Italien ist es nach dem Volksglauben zum Beispiel die Hexe Befana. Auch findet die Bescherung in einigen Ländern nicht am 24. oder 25. Dezember statt, sondern erst im neuen Jahr am Dreikönigstag. Wie begehen die Menschen in England, Frankreich, Schweden, Polen oder Italien das christliche Fest?

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    Fröhlich-bunte Weihnacht‘ auf die englische Art

    Zu Weihnachten wird in England häufig Plumpudding serviert – ein Kuchen aus Rosinen und Nüssen, in dem eine Münze versteckt wird. (Quelle: User Musical Linguist/ en.wikipedia)

    Die Engländer lieben Weihnachten und jedes Jahr schmücken sie ihre Wohnzimmer mit vielen Girlanden und Luftschlangen. Am Heiligabend (auf Englisch „Christmas Eve“) gibt es in England ein Festessen, und natürlich muss zu diesem Anlass auch der Tisch festlich geschmückt werden. Oftmals werden die Teller sogar mit kleinen Hütchen und Tröten dekoriert und bunte Luftschlangen werden zum Verschönern der Wohnung verwendet. Wenn man einen solch dekorierten Tisch sieht, denkt man in Deutschland eigentlich eher an Karneval oder an eine Geburtstagsfeier.

    Aber im Grunde genommen feiern die Engländer ja auch einen Geburtstag. Zur Feier des Tages gibt es häufig einen Truthahn und Plumpudding, in dem eine Münze versteckt wird. Der Glückliche, der die Münze in seinem Plumpudding findet, darf sich etwas wünschen. Bei Plumpudding denkst du jetzt bestimmt an einen richtigen Pudding, das ist aber nicht ganz richtig. Plumpudding ist eher so etwas wie ein Kuchen mit Rosinen und Nüssen. Wenn alle satt sind, gehen sie ins Wohnzimmer und spannen ein Seil auf. An dieses Seil werden dann Socken gehängt. Denn der Weihnachtsmann, den sie „Father Christmas“ nennen, kommt nach der englischen Tradition erst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember: Nach dieser schleicht er sich nachts, wenn alle schlafen, in die Wohnzimmer und packt die Geschenke in die Socken.

    Père Noël, der französische Weihnachtsmann

    In Frankreich heißt der Weihnachtsmann Père Noël. (Quelle: Jacob Windham/ Wikimedia Commons)

    Wenn man in Frankreich Weihnachten feiert, bekommt man sogar zweimal Geschenke! Wie in England wird auch in Frankreich am 24. Dezember ein Festmahl serviert. In Frankreich nennt man das „Le Reveillon“. Die Franzosen sind im Allgemeinen als Gourmets bekannt, und so verwundert es auch nicht, dass an diesem Abend Köstlichkeiten auf den Tisch gestellt werden.

    An diesen Abend werden Austern, Schnecken, Truthähne und köstliche Süßspeisen gegessen. Um Mitternacht geht dann die gesamte Familie in die Kirche zur Mitternachtsmesse. Während die Familie in der Messe ist, schleicht „Père Noël“ (das heißt wörtlich übersetzt etwa „Weihnachtsvater“) nach französischen Brauch in die Häuser und versteckt in den Schuhen der Kinder kleine Geschenke. Der französische Weihnachtsmann hat aber keinen Sack, in dem er die Geschenke aufbewahrt, sondern einen Korb, den er auf dem Rücken trägt. Aber das ist nur so etwas wie ein kleiner Vorgeschmack, denn am 25. Dezember kommt er noch einmal wieder, und erst dann findet in Frankreich die richtige Bescherung statt.

    Das Julfest in Schweden

    In Schweden wird in der Weihnachtszeit das Fest der Heiligen Lucia gefeiert, bei denen sich die Mädchen als Lucia verkleiden. (Quelle: Arria Belli / Wikimedia Commons)

    Weihnachten wird in Schweden „Julfest“ genannt. Anders als bei uns dauert das Fest ziemlich lang: Es beginnt am ersten Advent und endet erst im nächsten Jahr, am 13. Januar. In Schweden ist der 13. Dezember ein sehr wichtiges Datum, denn dieser Tag ist der Tag der Heiligen Lucia. Die Heilige Lucia wird auf Bildern immer mit einem Kranz auf dem Kopf dargestellt, auf dem auch Kerzen befestigt sind. Sie hat die Aufgabe, Licht ins Dunkel zu bringen.

    Der ältesten Tochter einer Familie wird an diesem Tag eine ehrenvolle Aufgabe zuteil, denn sie darf am 13. Dezember als Heilige Lucia verkleidet durch das Haus laufen und die Familienmitglieder wecken. Sie trägt dann ein weißes Kleid und einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Die Kinder bringen an diesem Tag ihren Eltern Gebäck zum Essen ans Bett. In Skandinavien ist es im Winter sehr dunkel, daher werden schon zur Adventszeit viele Kerzen und Lichterketten verwendet.

    Auch in Schweden wird der Weihnachtsbaum mit vielen Lichtern geschmückt und selbst gebastelte Strohpuppen und Gebäck werden am Baum aufgehängt. Der Heilige Abend ist, ebenso wie bei uns, der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Das schwedische Festtagsessen besteht oft aus Schweinfußsülze, Reisbrei und Fisch in Cremesoße. Nach dem Essen werden die Kerzen an dem Weihnachtsbaum angezündet und es findet die Bescherung statt. In Schweden werden die Geschenke vom „Jultomten“, dem schwedischen Weihnachtsmann, gebracht. Danach geht die ganze Familie zur Mitternachtsmesse. Am 13. Januar feiern dann die Erwachsenen das Ende der Weihnachtszeit mit viel Julbier.

    Advent als Zeit des Fastens in Polen

    ANZEIGE Am Heiligabend endet die Fastenzeit für die Polen mit einem Festmahl. Als Zeichen der Gastfreundschaft wird ein Gedeck mehr auf den Tisch gelegt – falls unterwartet Besuch auftaucht, ist sein Mahl schon vorbereitet. (Quelle: SarahC./ pixelio.de)

    In Polen beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Advent und mit ihr die Fastenzeit. Erst am Heiligabend endet die Fastenzeit für die Polen mit einem Festmahl, das aber erst beginnt, wenn der erste Stern am Himmel zu sehen ist. An diesem Abend wird ein Gedeck mehr auf den Tisch gelegt. Es ist ein Zeichen der Gastfreundschaft, denn falls unterwartet Besuch auftauchen sollte, ist man auf diese Situation vorbereitet und der Gast fühlt sich sofort willkommen.

    Bevor aber mit dem Essen begonnen wird, teilt jeder seine Oblate, die auf dem Teller lag, mit den anderen am Tisch. Dabei wünscht man sich gegenseitig nur das Beste für das nächste Jahr. In Polen besteht das Festmahl an Weihnachten aus zwölf Gerichten. Jedes Gericht steht für einen der zwölf Apostel von Jesus. An diesem Abend gibt es nur Fisch und Gemüse – anders als in vielen anderen Ländern wird kein Fleisch serviert. Zum Nachtisch gibt es meistens einen Käsekuchen, der Sernik genannt wird. Nach dem Essen werden die Geschenke ausgepackt und man geht gemeinsam zur Mitternachtsmesse.

    Nochebuena und Weihnachtslotterie in Spanien

    Die Heiligen drei Könige bringen nach spanischer Tradition den Kindern die Geschenke. Bild: Einkaufszentrum in Spanien (Quelle: Fernando Estel/ Wikimedia Commons)

    In Spanien liebt man das Lottospielen und so gibt es auch zur Weihnachtszeit eine Weihnachtslotterie. Für viele Spanier beginnt erst ab diesem Zeitpunkt Weihnachten. Die Lotterie, bei der sehr viele Spanier mitmachen, findet am 22. Dezember statt – es handelt sich um ein riesiges Ereignis in Spanien. Am 24. Dezember kommt dann die Familie zusammen und es wird gemeinsam gegessen und getrunken. Danach geht es auch in Spanien zur Mitternachtsmesse. Üblicherweise werden am Heiligabend aber keine Geschenke übergeben oder ausgepackt. Zwar wird auch in Spanien das Haus zu Weihnachten geschmückt, aber ein Weihnachtsbaum wird meist nicht aufgestellt, sondern nur eine Krippe.

    Nach den Weihnachtstagen wird in Spanien am 28. Dezember der „Día de los Santos Inocentes“ (wörtlich der Tag der Heiligen Unschuldigen) gefeiert. Diesen Tag kann man ein wenig mit unserem ersten April vergleichen. Man muss sehr auf der Hut sein, denn es wird viel Schabernack getrieben und man versucht sich gegenseitig hereinzulegen, was aber auch eine Menge Spaß macht. Auch die Medien machen mit und verbreiten komische Nachrichten, die sich dann als Falschmeldung entpuppen.

    Erst am Dreikönigstag am 6. Januar gibt es in Spanien Geschenke. Nach christlichem Glauben kamen an diesem Tag die Heiligen Drei Könige in Bethlehem an und beschenkten das Christkind. Die Heiligen Drei Könige bringen nach spanischer Tradition den Kindern die Geschenke. Wenn ein Kind „unartig“ war, dann soll es hingegen leer ausgehen und lediglich ein Stück Kohle erhalten. Einen Tag vorher, also am 5. Januar, gibt es in vielen spanischen Städten einen Umzug, bei dem die Heiligen Drei Könige auf Kamelen geritten kommen. Die Kinder müssen für sie Wasser und Brot vor die Tür legen, und einen Tag später danken diese es den Kindern mit Geschenken.

    Befana, die Dreikönigshexe in Italien

    In einigen Regionen Italiens ist der Brauch der Dreikönigshexe Befana verbreitet. Die Geschenke werden dann nicht vom Weihnachtsmann oder Christkind gebracht, sondern von dieser Hexe. (Quelle: Wikimedia Commons)

    In Italien ist Weihnachten ein sehr frommes Fest, denn viele Italiener sind streng gläubig. An Heiligabend kommt die ganze Familie zusammen und sie feiern und essen zusammen. Nach dem Festmahl gehen auch sie in die Mitternachtsmesse. Anders als zum Beispie in Deutschland gibt es keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Nur die Krippe darf unter dem Baum aufgebaut werden. Ebenso wie in Spanien müssen sich auch die Italiener mit der Bescherung etwas gedulden – am 24. oder 25. Dezember gibt es nämlich auch in diesem südeuropäischen Land meistens noch keine Geschenke.

    Die Geschenke werden – genau wie in Spanien – am 6. Januar, dem Dreikönigstag, ausgepackt. Im Volksglauben hat sich der Brauch der Dreikönigshexe Befana durchgesetzt. Die Geschenke werden demnach nicht vom Weihnachtsmann oder Christkind gebracht, sondern von dieser Hexe. Laut traditionellem Glauben ist sie in der Weihnachtsnacht viel zu spät losgegangen und hat daher den Stern verpasst, der sie zur Krippe hätten führen sollen. So konnte sie den Weg nicht finden und irrt immer noch umher, um die Krippe zu suchen. Sie gibt die Hoffnung aber nicht auf, bringt jedem Haus Geschenke und hofft, durch einen glücklichen Zufall auf das Christkind zu treffen. In einigen Regionen Italiens hat sich aber mittlerweile auch die Tradition von Weihnachtsmann und Christkind durchgesetzt.

    Klicke auf den Weiter-Pfeil, um zum dritten Teil der Reihe zu gelangen. Dort erfährst du mehr über die weihnachtlichen Bräuche in Amerika und Australien.

    Co-Autorin: Britta Pawlak
    letzte Aktualisierung: 12.12.2016 Wenn dir ein Fehler im Artikel auffällt, schreib‘ uns eine E-Mail an [email protected] Hat dir der Artikel gefallen? Unten kannst du eine Bewertung abgeben.

    Sternsinger ziehen in Deutschland von Haus zu Haus

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    Deutschland
    Weihnachten ist vorbei, der Weihnachtsbaum wurde schon abgeschmückt, die Deko entfernt. Aber am 6. Januar wird dann doch noch einmal an die Geburt Christi erinnert. Wenn die drei Könige aus dem Morgenland den Stall in Bethlehem erreicht und dem Kind Weihrauch, Gold und Myrrhe mitgebracht haben. Zwischen Neujahr und dem Dreikönigstag ziehen Sternsinger durch die Städte um katholische Haushalte zu segnen, wofür sie von den Bewohnern oft mit Süßigkeiten und Geld entlohnt werden. Die Einnahmen werden gespendet. Mit Kreide wird auf die Haustür das jahresbezogene Zeichen 20*C+M+B*16 geschrieben, die Initialen der Könige und der lateinische Spruch „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus.

    Katalonien und Spanien
    Am Dia de los Reyes Magos werden die Kinder in Katalonien beschert. Denn es waren die drei Könige, die Jesus die Geschenke brachten. Am Vorabend finden in ganz Spanien Umzüge statt, bei denen die Könige mit ihren Pagen auf geschmückten Wagen durch die Straßen ziehen. Die Pagen werfen der zuschauenden Menge Bonbons und Süßigkeiten zu. Das Szenario ist mit dem deutschen Karneval zu vergleichen. Auf den Wagen sind unzählige Geschenke. Wenn es dunkel wird, strömen die Menschen an den Strand. In der Ferne kann man ein leuchtendes Boot sehen, das immer näher kommt. Es ist ein riesiger Stern, der das Boot zum Leuchten bringt. Genau wie in der Weihnachtsgeschichte. Ein Stern, der den Königen und Schäfern den Weg zum Stall gewiesen hat. An Land besteigen die Könige die Geschenkewagen. Danach stellen die Kinder Schuhe ans Fenster, damit die Könige sie mit Geschenken füllen können. Für die Tiere der Könige werden Brot und Hafer bereit gestellt.

    Italien
    In Italien werden die Kinder von einer Hexe beschenkt. Auch hier erst am Dreikönigstag. Der Legende nach fliegt sie von Haus zu Haus und füllt die Strümpfe der Kinder. Die „Befana“ soll die Hirten fortgeschickt und erst später nach dem Kind gesucht haben, als der Stern schon erloschen war. Die Befana ist eine alte, hässliche Hexe mit einem spitzen Kinn und großer Nase.

    Eine Galette des rois

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    Frankreich
    In Frankreich wird zum Dreikönigstag traditionellerweise eine „Galette des rois“ gegessen. Diesen Brauch gibt es schon seit dem 14. Jahrhundert. Dabei wird eine kleine Figur in den Kuchen eingebacken. Wer die Figur dann in seinem Stück hat, bekommt eine Papierkrone und ist für einen Tag König. Doch der Dreikönigstag findet nicht zwingend am 6. Januar, sondern am ersten Sonntag nach Neujahr statt.

    Griechenland
    In Griechenland liegt der Fokus am 6. Januar nicht auf der Geburt Christi, sondern auf Caspar, Melchior und Balthasar, die Jesu Taufe feiern. Um die bösen Geister zu verjagen, singen die Kinder bereits am Vorabend traditionelle Lieder. Am Dreikönigstag werden dann die letzten Geister von Priestern in die Erde verbannt. Nach der Messe laufen sie durch die Straßen und Segnen die Häuser.

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    Heilige Drei Könige – 6. Januar

    Kategorie: gesetzlicher Feiertag (arbeitsfrei) / kirchlich (katholisch)
    Datum: 6. Januar (fix)
    Verbreitung: Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt
    Andere Bezeichnungen für diesen Tag: Dreikönigstag, Drei Könige, Heilig Dreikönige
    Andere Bezeichnungen für die drei Könige: die drei Weisen aus dem Morgenland

    Bedeutung Heilige Drei Könige

    Eigentlich wird am 6. Januar das Fest „Epiphanias“ (griechisch: Erscheinung, Offenbarwerden) gefeiert. An diesem Tag wird die Göttlichkeit von Jesus gefeiert. Erst im 4. Jahrhundert wurde der Tag „Dreikönigstag“ bzw. „Heilige Drei Könige“ genannt. In manchen Ländern findet an diesem Tag die „Bescherung“ statt, und nicht am 24. oder 25. Dezember.
    In einigen stark katholisch geprägten Ländern, wie z.B. Spanien sowie in Ländern mit christlich-orthodoxem Glauben (zum Beispiel in Russland) wird am 6. Januar Weihnachten gefeiert (im Sinne von „Familienfest mit Bescherung“). Dies geht einerseits darauf zurück, dass in den orthodoxen Ländern nach dem Julianischen (und nicht nach dem Gregorianischen) Kalender gerechnet wird, andererseit auf die ursprünglich Bedeutung des Festes der Epiphanie (griechisch: Erscheinung, Offenbarwerden), das früher am 6. Januar gefeiert wurde. In Russland kommt aber auch am 6. Januar nicht der Weihnachtsmann, sondern „Väterchen Frost“, begleitet von „Snegorotschka“ (Schneeflöckchen).

    Brauchtum Heilige Drei Könige

    Sternsinger: Schon seit dem 16. Jahrhundert gibt es die Sternsinger. Damals zogen die Schulkinder mit ihrem Lehrer von Haus zu Haus. Sie sangen den dort lebenden Menschen von der Geburt und dem Leben von Christus vor. Zum Dank erhielten sie kleine Geschenke, wie zum Beispiel Nüsse oder Äpfel. Schon damals wurde das Haus gesegnet und ein Kreuz an die Türe gemalt. Im 18. Jahrhundert wurde die Tradition nicht mehr so ernst genommen. Statt Lieder über das Leben Christi wurden Spottverse in Psalmenform gesungen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schlief der Brauch ein und wurde in Deutschland erst um 1958 durch Flüchtlinge aus Schlesien wiederbelebt. Heute gehen Mädchen und Jungen, verkleidet als die Heiligen Drei Könige, von Haus zu Haus. Sie singen den Menschen etwas vor und sammeln Geld für arme Kinder.
    Zum Dank für die Spenden wird das Haus des Spenders gesegnet. Dazu schreiben die Sternsinger die Buchstaben C, M und B sowie die Jahreszahl an die Tür. C, M und B stehen für „Christus mansionem benedicat“ oder auf Deutsch: „Christus segne dieses Haus“. Dieser Segen soll das Böse von den Häusern fernhalten. Manche Leute meinen auch, dass die Buchstaben die Anfangsbuchstaben der Namen Heiligen Drei Könige sein sollen: Caspar (persisch: Hüter des Schatzes), Melchior (hebräisch: Mein König ist das Licht) und Balthasar (babylonisch: Gott schützt das Leben). Die Segnung der Häuser geht zurück auf alte heidnische Schutzzauber, die zu Jahresbeginn für das neue Jahr durchgeführt wurden und das Böse von den Hausbewohnern fernhalten sollten.
    Dreikönigszettel: Die Buchstaben C, M und B wurden aber nicht nur auf Haustüren, sondern im Mittelalter auch auf Papier geschrieben. So konnten Pilger und Reisende den Segensspruch mit sich führen und wurden auf ihren Reisen beschützt. Die Heiligen Drei Könige wurden zu Patronen der Reisenden, was sich auch an den Namen vieler Gasthäuser zeigt, zum Beispiel „Zum Mohren“, „Zu den Drei Königen“ oder „Zum Stern“.
    Drei-Königs-Spiele: Die sogenannten Drei-Königs-Spiele sind Singspiele, ein Wechselgesang zwischen Maria und den Magiern (Königen). Die ältesten Überlieferungen kommen aus dem Jahr 378. Heute ist diese Tradition aber beinahe unbekannt.

    Geschichte / Ursprung Heilige Drei Könige

    Früher feierte man am 6. Januar die Geburt Jesu und die Anbetung der „Weisen aus dem Morgenland“. Die ältesten Überlieferungen über die Begehung dieses Festes stammen aus dem Jahr 336.
    Gegen Ende des 4. Jahrhunderts trennte man die Feste voneinander. Die Geburt Jesu wurde jetzt am 25. Dezember gefeiert, am 6. Januar weiterhin die Göttlichkeit Jesu sowie die Anbetung der Weisen oder, wie sie auch genannt wurden, der Heiligen Drei Könige. Der Tag heißt auch „Epiphanias“, was die Offenbarwerdung der Gott- und Königswürde von Jesus beschreibt.
    In Oberitalien und Teilen Südfrankreichs feierte man nicht die Geburt, sondern die Taufe Jesu sowie sein erstes Wunder: die Verwandlung von Wasser in Wein bei der Hochzeit in Kana. Erst nachdem das Weihnachtsfest vom 6. Januar auf den 25. Dezember „verschoben“ worden war wurde auch in diesen Gebieten am 6. Januar zu Ehren der Heiligen Drei Könige gefeiert.
    Wie bei vielen christlichen Festen können auch hier Verbindungen zu heidnischen Festen gesehen werden. In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember wurde zum Beispiel in Alexandrien der Geburt Äons, des Gottes der Zeit und der Ewigkeit, gedacht. Eine Verwandlung von Wasser von Wein ist aus der griechischen Mythologie bekannt. Nach einer Legende ist Dionysos, der Gott des Weines, an einem 6. Januar erschienen und hat eine solche Verwandlung durchgeführt.
    Die Geschichte der Heiligen Drei Könige nimmt Bezug auf die drei Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern zu dem Stall folgten, in dem Jesus geboren wurde. Sie waren die ersten Heiden, die die Göttlichkeit Jesu erkannten, indem sie vor ihm niederknieten und ihm kostbare Geschenke überreichten. Im Matthäus-Evangelium steht dazu: „Weise, Magier oder Sterndeuter kamen aus dem Morgenland, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen.“ und „Und siehe, der Stern den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis dass er kam und stand oben über, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder und beteten und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“ (Matthäus 2,1-12) Durch das Gold wird Jesus mit dem kostbarsten Gut beschenkt und geehrt. Myrrhe smbolisiert das Menschsein und das (spätere) Leiden Jesu, Weihrauch steht für seine Göttlichkeit.
    Die Bezeichnung der Besucher aus dem Osten leitet sich ab von dem griechischen Wort „magoi“, das die Angehörigen einer medisch-persischen Priesterkaste bezeichnete, aber auch Astronomen, Astrologen, Seher, Stern- oder Traumdeuter (bzw. „Magier“) bedeutet. Die Angehörigen dieser Schicht genossen sehr großes Ansehen.
    Matthäus nennt nicht die Anzahl der Weisen, die Zahl Drei wurde später aus der Anzahl der in der Bibel genannten Geschenke für Jesus abgeleitet (Gold, Weihrauch und Myrrhe = 3). Erstmals erwähnt wurde die Zahl von dem griechischen Kirchengelehrten Origines (*185, +254).
    Die Heiligen Drei Könige hießen auch nicht immer Caspar, Melchior und Balthasar. Im 6. Jahrhundert wurden sie erst Appelius, Amerius und Damscus (hebräische Namen), Galgalat, Balthasar und Melchior (griechische Namen) oder Thaddadia, Melchior und Balytora genannt. Die Namen, die wir heute benutzen, erhielten sie erst im 8. Jahrhundert. Die Herkunft der Namen erklärt man mit einer Fortführung des Mithraskultes. Caspar soll Cautes entsprechen, Balthasar Cautopates und Melchior Mithras.
    Zu dieser Zeit wurden sie auch das erste Mal als Könige bezeichnet, davor sprach man von Magiern, Weisen oder Sterndeutern. Seit dem 12. Jahrhundert wird einer der drei Weisen mit schwarzer Hautfarbe dargestellt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich noch weitere Symbole, die auf die Zahl Drei Bezug nehmen, zum Beispiel sollen die Könige aus drei verschiedenen Kontinenten kommen und entsprechend drei verschiedene Hautfarben haben oder die drei biblischen Stämme und Nachkommen der Söhne Noahs (Semiten, Chamiten und Japhetiten) symbolisieren.
    Anfangs wurden die Heiligen Drei Könige als Jüngling, Mann und Greis abgebildet und sollten so das Lebensalter demonstrieren.
    Heute wird auf Bildern meistens Caspar als Myrrhe überreichender Afrikaner abgebildet, Melchior hat europäische Gesichtszüger und schenkt Gold, und Balthasar bringt Weihrauch und ist asiatischer Herkunft.
    Die Gebeine der Heiligen Drei Könige sollen ursprünglich in Konstantinopel aufbewahrt worden sein. Dorthin soll sie die Heilige Helena (+330, Mutter von Kaiser Konstantin dem Großen) gebracht haben. Später gelangten sie durch Bischof Eustorgius I. nach Mailand und wurden im 12. Jahrhundert von König Barbarossa dem Reichskanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel (1159 – 1167) geschenkt. Am 23. Juli 1164 (Fest der Translation) wurden die Reliquien feierlich nach Köln überführt, wo ihnen zu Ehren eine Kirche gebaut worden war. Daraufhin entwickelte sich Köln zu einem Zentrum der Verehrung der Heiligen Drei Könige, es gab zahlreiche Wallfahrten und Prozessionen.
    Jetzt liegen die Gebeine im „Dreikönigsschrein“, einem kostbaren Reliquienschrein aus drei einzelnen Schreinen, dessen Anfertigung von 1180 bis 1225 gedauert hat. Seit ungefähr 1200 werden die Häupter der Heiligen Drei Könige separat ausgestellt, nur die „restlichen“ Gebeine befinden sich in dem Schrein. 1248 wurde dann der Grundstein für die Kathedrale in Köln gelegt. Seit 1904 befindet sich ein Teil der Reliqien wieder in Mailand. Untersuchungen der Grabtücher haben ergeben, daß es sich dabei um Seide aus China handelt, die mit Purpur (dem teuersten Farbstoff der Antike) gefärbt wurden. Beides wurde auch am kaiserlichen Hof im Byzanz (Konstantinopel) des 2. bis 4. nachchristlichen Jahrhunderts verwendet. Man geht daher davon aus, daß es sich tatsächlich um die von der Heiligen Helena „entdeckten“ Reliquien handelt.
    Aus der Verehrung der Reliquien entwickelte sich der Brauch der Drei-Königs-Spiele, die Wechselgesänge zwischen Maria und den drei Königen darstellen. Diese waren besonders im 15. Jahrhundert sehr beliebt. Später entwickelten sich aus dieser Tradition die Sternsinger.
    Übrigens kommt auch die Bezeichnung des Kasperl im (Kinder-) Theater vom Caspar der Heiligen Drei Könige. Er war bei den Drei-Königs-Spielen oft als etwas komische Gestalt dargstellt worden und hatte es so zu großer Beliebtheit beim Volk gebracht.
    Die deutschen Könige und Kaiser sahen in den Heiligen Drei Königen Vorbilder und machten sie zu Reichsheiligen. Es war Tradition, dass ein neu gekrönter König oder Kaiser nach Köln ging, um dort vor dem Reliqienschrein zu beten.
    Die Heiligen Drei Könige (die übrigens nie förmlich heilig gesprochen wurden) sind Schutzpatrone der Reisenden und Gastwirte, Spielkartenhersteller und Kürschner, außerdem halten sie das Böse fern von Häusern und Ställen.

    Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Südafrika, Schweden oder Mexiko? Wir verraten es Ihnen.

    Ein reich geschmückter Weihnachtsbaum mit Kerzen, leckere Plätzchen, gemütliches Zusammensein mit der Familie, während draußen eisige Temperaturen herrschen, und bunt verpackte Geschenke: So feiern wir in Deutschland am 24. Dezember, dem Vorabend von Weihnachten, klassischerweise Heiligabend. Viele weihnachtliche Traditionen sind weltweit verbreitet – und doch gibt es in vielen Ländern regionale Besonderheiten, die wir Ihnen vorstellen möchten.

    Italien

    Paradies für Weihnachtsfans: In Bella Italia wird das Fest gleich viermal gefeiert! Am 6. Dezember kommt „San Nicola“, am 13. Dezember werden die Kinder von der Heiligen des Lichts, Santa Lucia, mit kleinen Geschenken bedacht, am 25. Dezember wird das Jesuskind gefeiert und es gibt ein großes Festessen mit der ganzen Familie. Das wichtigste Symbol an Weihnachten in Italien ist übrigens nicht der Christbaum, sondern die Weihnachtskrippe – alljährlich wird diese durch neue Figuren ergänzt, da jeder die schönste Krippe haben will. Eine Besonderheit ist, dass erst am 6. Januar der Höhepunkt des Weihnachtsfestes stattfindet: Wenn die heiligen Könige im Stall angekommen sind, werden auch die Kinder endlich beschenkt – aber nicht etwa vom Christkind oder Weihnachtsmann, sondern von der alten, gutherzigen Hexe Befana, die von Kamin zu Kamin huscht. Die braven Kinder werden reichlich beschenkt, die weniger braven bekommen nur Schokolade, die stellvertretend für ein Stück Kohle steht.

    Vor Weihnachten ist in Griechenland Fastenzeit – das Fest wird also aus mehreren Gründen herbeigesehnt. Am 24. Dezember ziehen Kinder mit Trommeln und Triangeln durch die Straßen und singen die sogenannte „Kalanda“. Abends beginnen dann die Weihnachtsfeuer, die 12 Nächte lang nachtaktive Kobolde vertreiben sollen. Die Nacht vor Weihnachten endet meist feuchtfröhlich: Viele Griechen gehen aus. Am 25.12. findet dann ein großes Festessen statt, aber Geschenke gibt es erst in der Nacht zum 1. Januar vom heiligen Vassilius. Traditionell isst man an Neujahr einen Kuchen, in den eine Goldmünze eingebacken ist – wer diese findet, dem soll für das nächste Jahr das Glück hold sein!

    Holland

    In Holland wird Weihnachten kaum gefeiert, dafür aber Nikolaus umso ausführlicher: Am Abend des 5. Dezember kommt „Sinterklaas“ und bereitet den Kindern eine große Bescherung. Es gibt reichlich Geschenke, die so verpackt sind, dass nicht erraten werden kann, was sich unter der Verpackung verbirgt – das erhöht die Spannung. Außerdem ist jedem Geschenk ein Gedicht beigefügt, das von Sinterklaas „persönlich“ unterschrieben ist. Doch schon vor Nikolaus ist die Aufregung groß: Der Legende nach komm Sinterklaas, der gleichzeitig Schutzpatron der Seefahrer ist, bereits Ende November mit dem Schiff aus Spanien angereist und verteilt Süßigkeiten in die Stiefel der aufgeregten Kinder. Diese stellen als Gegenleistung seinem Pferd eine Karotte und Wasser vor die Tür – schließlich hat es eine anstrengende Reise hinter sich!

    Südafrika

    Merry Christmas, Geseende Kersfees, Sinifisela Ukhisimusi: In Südafrika kann man sich auf viele Arten „Frohe Weihnachten“ wünschen, und ebenso vielfältig wird Weihnachten gefeiert. Das christliche Weihnachten in Südafrika ist vergleichbar mit Karneval: es wird gesungen, gelacht, getanzt. Das Festessen ist aufgrund der sommerlichen Temperaturen oft ein Barbecue am Strand, und traditionell wird am 25.12. früh morgens der Sonnenaufgang bewundert. Zwar ist der Kirchgang wichtig, aber da Weihnachten in den Jahresurlaub der meisten Südafrikaner fällt, ist die Weihnachtszeit vor allem eins: Partyzeit! Statt Tannen werden hier übrigens Baobab oder Affenbrotbäume als Weihnachtsbäume verwendet.

    Mexiko

    Ab dem 16. Dezember herrscht ein buntes Treiben auf Mexikos Straßen. In sogenannten „Posadas“ wird die Herbergssuche nachgestellt, es finden Umzüge, Feuerwerk und öffentliche Theateraufführungen statt. Wichtiger Bestandteil des Fests ist die „Piñata“, ein Gefäß aus Pappmaschee, das mit Süßigkeiten gefüllt an die Decke gehängt wird. Nur wer es schafft es mit einem Stock zu zerschlagen, kommt an den leckeren Inhalt. Bei der Gestaltung der Piñata ist der Fantasie keine Grenze gesetzt: mal ist sie in Eselsform, mal sternenförmig gestaltet. Am 24. Dezember besucht man eine Mitternachtsmesse, an deren Anschluss der „Baile de la Flor“, ein Freudentanz mit Feuerwerk stattfindet. Übrigens: An Weihnachten bekommen die Kinder meist nützliche Geschenke, für Spielzeug müssen sie sich bis zum 6. Januar gedulden!

    Japan

    In Japan ist Weihnachten ein Fest der Liebe, aber ein irdisches – dem Partner soll gezeigt werden, wie sehr man ihn liebt. Vor allem für die jüngeren Japaner ist Weihnachten vergleichbar mit dem Valentinstag: Der perfekte Tag für Dates und Romantik. Das Familienfest findet dann an Neujahr statt. Wichtiger Bestandteil des japanischen Festes ist übrigens die Weihnachtstorte, die Geburtstagstorte für das Christkind.

    Australien

    Der Weihnachtsmann in Badehose und auf einem Jetski unterwegs, Geschenke am Strand oder Bescherung am Pool, Wombats statt Elche: So sieht Weihnachten in Australien aus. Einzig die Deko erinnert an unser Weihnachten – und der lange, weiße Bart, den der arme Weihnachtsmann trotz der Hitze trägt. Abends wird’s romantisch: „Carols by Candlelight“ heißt die australische Tradition, bei der berühmte Sänger, Chöre und Sinfonieorchester bekannte Weihnachtslieder vortragen.

    England

    England – Die Briten feiern ein traditionelles, familiäres Weihnachten mit Strümpfen am Kamin, Mistelzweigen, Truthahn und einer Ansprache der Queen. Gleichzeitig pflegen sie die wohl verrücktesten Weihnachtsbräuche der Welt: Beim Peter Pan Cup Swimming Race stürzen sich hartgesottene Engländer im Hyde Park für einen wohltätigen Zweck in den eiskalten See, beim Mud Race in Essex wird 400 Meter lang durch den Matsch gerannt, und beim Pram Race treten „Riesenbabys“ in einer Art Schubkarrenrennen gegeneinander an. Das Ende der Weihnachtszeit ist am 6. Januar. Dann erscheint Mari Lwyd, eine weißvermummte Person, die Rätsel stellt. Wer diese nicht richtig beantwortet, muss Mari Lwyd bewirten – und wird von ihr gebissen!

    Schweden

    In Schweden bescheren nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind, sondern die guten Hauswichtel Tomte, Tomtebisse und Nisse, denen Milchbrei vor die Tür gestellt wird, um sie zufriedenzustellen. Vergisst man dies, soll es Unglück bringen! Eine lustige Tradition spielt sich am 24.12. um 15 Uhr ab: Da versammelt sich die Familie vor dem Fernseher, um eine Donald Duck-Sendung im Fernsehen anzuschauen – vorher findet weder das Festessen noch die Bescherung statt! Heiligabend gibt es reichlich Glögg und „Julmust, ein schwedisches Limonadengetränk; dazu Bratwurst, Sülze und Hering und den traditionellen „Julkuchen“. Fenster und Türen bleiben an Weihnachten geöffnet, damit Nachbarn und Freunde Geschenke ins Haus werfen können. Anscheinend wirft man in Schweden allgemeine gerne zur Weihnachtszeit – denn am 13. Januar, dem St.-Knut-Tag, fliegt der Weihnachtsbaum aus dem Fenster!

    Russland

    In Russland bring Väterchen Frost die Geschenke, aber erst am 7. Januar – dann findet auch das Festessen statt, denn bis zum 6. Januar ist Fastenzeit. Dafür ist das Mahl sehr reichhaltig: Gemäß den 12 Aposteln gibt es 12 verschiedene Speisen. Weihnachten wird hier übrigens erst seit 1991 wieder gefeiert, da nach der Revolution 1917 alle religiösen Bräuche untersagt wurden. Dafür weihnachtet es heutzutage sehr in Russlands Straßen: Am Abend vor dem Fest finden traumhafte Licht-Prozessionen statt

    In diesem Sinne: Frohe Weihnachten – Buon natale – Kala Christougenna – Vrolijk Kersfeest – Geseende Kersfees – Feliz Navidad – Merii Kurisumasu – Merry Christmas – God Jul – С Рождеством!

    Weihnachten: So feiert die Welt

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    Der Vater stellt den Weihnachtsbaum auf – wenn auch schief und schräg. Mutti steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch in der Küche und bereitet Gans, Karpfen oder Würstchen mit Kartoffelsalat zu. Die Kids sind schon seit dem Morgen völlig hysterisch und fragen gefühlt alle fünf Minuten, wann sie endlich die Geschenke vom Christkind auspacken dürfen.

    Streitigkeiten sind vorprogrammiert, bevor sich die Familie dann am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum versammelt. Früher war zwar mehr Lametta, aber wer will schon kleinlich sein.

    Quelle: Getty Images/Stockbyte/Jupiterimages

    So oder ähnlich feiern wir hierzulande Weihnachten. Ob es in anderen Ländern auch so besinnlich zugeht, wissen wir nicht, sehr wohl aber, dass vielerorts andere Traditionen vorherrschen.

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    In Schweden beispielsweise wird nicht nur das Essen für die Familie zubereitet, sondern auch Schüsseln mit Brei. Diese werden auf die Fensterbänke gestellt, um den Kobold Tomte bei Laune zu halten, damit er den Menschen keine Streiche spielt. Traditionell bringt in Schweden am 24. Dezember der Julbock – ein Ziegenbock – die Geschenke.

    Überdimensionaler Julbock in der schwedischen Stadt Gävle. Quelle: pa/dpa/TT NEWS AGENCY/Pernilla Wahlman/Tt

    Auch die Dänen haben einen weihnachtlichen Kobold: der Julenisse. Er hilft dem Weihnachtsmann bei den Geschenken. Im Gegenzug erwartet er Milchreis von den Menschen. Den gibt es bei unseren Nachbarn auch traditionell als Nachspeise an Heiligabend. Darin versteckt: eine Mandel. Wer sie in seiner Portion findet, bekommt ein kleines Geschenk, das sogenannte Mandelgave.

    In Großbritannien und den USA kommt der Weihnachtsmann in der Nacht vom 24. Dezember und legt die Geschenke unter den Baum bzw. in die aufgehängten Strümpfe. Bescherung ist dann erst am Morgen des 25. Dezember.

    Quelle: Getty Images/Vetta/lisegagne Anzeige

    Die Einwohner der Faröer Insel können anscheinend gar nicht genug von Weihnachten bekommen. Denn sie feiern vom 24. Dezember an 21 Tage lang. Die Feiertage verbringen sie mit viel Essen im Kreise der Familie und einem geschmückten Baum. Ihm setzt das jüngste Mitglied der Familie die Spitze auf. Am 25. Dezember schmücken die Färinger die Gräber der Verstorbenen. Am 13. Januar tanzen sie zum Weihnachtskehraus.

    Die Russen feiern Weihnachten am 7. Januar. Der Tag entspricht im julianischen Kalender, den die russisch-orthodoxe Kirche nutzt, dem 25. Dezember. Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind, sondern Väterchen Frost mit seiner Enkelin Snegurotschka. Und noch eine Besonderheit: In Russland gibt‘s die Präsente an Silvester.

    Väterchen Frost und seine Enkelin kommen traditionell in einem Schlitten gezogen von drei Pferden. Quelle: pa/dpa/Tass/Tass Viktor Tolochko

    Weihnachten in Mexiko ist vor allem bunt und laut mit Feuerwerk und Straßenumzügen. Ab dem 16. Dezember beginnen diese sogenannten Posadas. Sie symbolisieren die vergebliche Suche von Josef und Maria nach einer Herberge. Höhepunkt für die Kinder: das Zerschlagen einer Piñata, eine am Baum aufgehängte Figur aus Pappmaschee, die mit Süßigkeiten gefüllt ist.

    Die Kinder müssen versuchen, die Piñata mit verbundenen Augen zu treffen. Quelle: Getty Images/The Image Bank/Gage Anzeige

    Australier und Neuseeländer feiern Weihnachten ähnlich wie die Briten und Amerikaner. Nur das bei ca. 30 Grad im Schatten. Denn im Dezember ist in Down Under Hochsommer. Daher werden die Feierlichkeiten häufig an den Strand verlegt. Dem bekannten australischen Weihnachtslied „Six White Boomers“ zufolge tauscht der Weihnachtsmann in Australien seine Rentiere in sechs weiße Kängurus – eben den „boomers“ – um. Na klar, liegt ja auch nahe.

    In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten!

    Philippinen: Weihnachten feiert man hier vier Monate lang

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    Wer es in Deutschland bereits nervig findet, dass Lebkuchen schon Wochen vor der Adventszeit angepriesen werden, sollte die Philippinen meiden. Schon ab September schallt in den Supermärkten und Einkaufspassagen in Manila „Feliz Navidad“ aus den Lautsprechern.

    Die Kunden laufen in T-Shirts und kurzen Hosen rum, schließlich ist es draußen heiß. Ein vier Meter hoher Nussknacker lädt die festlich gestimmten Einkäufer zu Selfies ein, eine ganze Abteilung ist reserviert für Kunsttannen und Christbaumschmuck. Neben dem Parkplatz hängen Lichterketten von den Palmen.

    Mit der Feier der Geburt Jesu Christi meint man es auf den Philippinen jedes Jahr so ernst, dass das Land mit den Festlichkeiten schon beginnt, während in Deutschland gerade erst die Sommerferien zu Ende sind. Vier Monate, von September bis Januar, dauert die mehr oder weniger besinnliche Jahreszeit auf dem tropischen Inselstaat, der zu 90 Prozent von Christen bewohnt wird, hauptsächlich katholischer Konfession. Ein Drittel des Jahres ist also Weihnachten, das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.

    Schneeweiß sind auf den Philippinen die Strände

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    Auch in der Hauptstadt Manila lautet das Motto: Alles ist erleuchtet. Berühmt ist die Lichtershow im Stadtpark Ayala Triangle Gardens, die es locker mit dem strahlenden Baum vor dem New Yorker Rockefeller Center aufnehmen kann.

    Berühmt ist die Lichtershow in Manilas Stadtpark Ayala Triangle Gardens Quelle: Getty Images/Justin James Wright

    Wer aus Europa kommt, dürfte trotz der guten christlichen Absichten allein schon wegen des Wetters Probleme haben, in weihnachtliche Stimmung zu kommen – die Temperaturen liegen in der Regel bei 25 bis 30 Grad Celsius. Schnee fällt hier nie, dafür aber sind viele Strände schneeweiß. Wem das nicht reicht, dem bleibt nur der Besuch eines Vergnügungsparks mit künstlicher Winterwelt.

    Man täte dem Land aber Unrecht, wenn man Weihnachten nur auf bunten Kommerz und schräge Winterimitate reduzieren würde. Trotz des ganzen Kitsches in den Einkaufszentren ist das Fest für viele Filipinos eine Zeit der Traditionen und der Spiritualität. Kindergruppen ziehen von Haus zu Haus und singen vor den Türen Weihnachtslieder.

    Morgens um drei findet die Weihnachtsmesse statt

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    Und während in Europa viele Christen am Heiligen Abend mit sich hadern, ob sie sich wirklich zur Christmette aufraffen sollen, haben die philippinischen Gläubigen am 24. Dezember schon mehrere Gottesdienste hinter sich: Simbang Gabi heißt die Tradition der Weihnachtsmessen im Morgengrauen.

    Sie finden ab dem 16. Dezember täglich statt und starten meist gegen drei Uhr früh. Wer es in einem Jahr an allen neun Terminen in die Kirche schafft, bekommt dem Glauben zufolge einen besonderen Wunsch erfüllt.

    Auch kulinarisch lohnt sich die Teilnahme. Vor den Gotteshäusern warten morgens Verkäufer an Essensständen und versorgen die Kirchgänger mit traditionellem Frühstück. Es gibt Putò Bumbóng, süßen Klebreis, der in Bambusrohren gegart wird, und Bibingka, einen in Tontöpfen gebackenen Weihnachtskuchen.

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    Sollten Sie jetzt langsam auf den Geschmack der philippinischen Weihnacht kommen – keine Sorge, Sie haben noch ein wenig Zeit. Das Santo-Niño-Fest, das mit Straßenumzügen die Weihnachtszeit traditionell beendet, findet erst am dritten Sonntag im Januar statt.

    Köln –

    So früh wie in diesem Jahr hat die besinnliche Weihnachtszeit noch nie begonnen, das zeigt schon der erste Advent. Die erste Kerze am Adventskranz dürfen wir nämlich schon am 27. November anzünden und damit 28 Tage vor Heiligabend.

    Advent und Weihnachten sind unbewegliche Feiertage

    Der Grund für die lange Weihnachtszeit ist, dass die Adventssonntage und Heiligabend jedes Jahr am selben Datum stattfinden. Die Wochentage können allerdings variieren.

    Die weihnachtlichen Aussichten dürften in diesem Jahr aber gleichzeitig für den Unmut der Arbeitnehmer sorgen. Da der 24. Dezember auf einen Samstag fällt, enden die Weihnachtstage bereits mit dem Montag, Silvester fällt entsprechend auf einen Samstag.

    Sind die letzten Silvesterknaller gezündet, müssen die Arbeitnehmer bereits am Montag wieder zu Arbeit.

    Heiligabend 2017 fällt auf den 4. Advent

    Im kommenden Jahr gibt es durch die Feiertagskonstellation 2016 eine Besonderheit: die Weihnachtsgeschenke liegen bereits am 4. Advent unter dem Tannenbaum.

    Der 1. Advent 2017 ist folglich erst am 3. Dezember, die ersten beiden Türchen des Adventskalender werden also vor dem eigentlichen Beginn der Adventszeit geöffnet.

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