Befruchtung einer eizelle

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Wie menschliche Spermien auf Schleichwegen zur Eizelle gelangen

Beim Wettschwimmen zur reifen Eizelle, die sich im Eileiter befindet, muss ein Spermium ungefähr 15 cm zurücklegen. Das entspricht etwa dem 3000-fachen seiner eigenen Länge. Dabei schwimmt es flußaufwärts, mal mit der Strömung (im Gebärmutterhalskanal), mal dagegen (im Eilleiter). Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass dichtes Gedränge herrscht, denn es sind mehr als 100 Millionen Spermien unterwegs. Nicht alle erreichen den Gebärmutterhalskanal, noch weniger die Eileiter und die Hälfte davon schwimmt in den „falschen“ Eileiter (ohne Eizelle).

Credit: Henry Vandyke Carter, 1918 / public domain Das innere Geschlechtssystem der Frau

Die Eizelle macht sich vom Eierstock aus auf den Weg zu ihrem Rendezvous mit Mr. Sperm und durchquert dabei kurz die Beckenhöhle, da sich zwischen Eierstock und Eileiter eine kleine Lücke befindet. Der Eileiter besitzt an dieser Stelle eine bewegliche trichterförmige Öffnung mit fingerartigen Fimbrien. Diese und ein Flimmerepithel im Eileiter unterstützen die Aufnahme der Eizelle in dem sie einen Sog verursachen. Becherzellen in der Schleimhaut des Eileiters produzieren eine Flüssigkeit. Sowohl Flimmerhärchen in der Eileiterwand als auch peristaltische Kontraktionen der glatten Muskulatur in der Eileiterwand erzeugen einen Flüssigkeitsstrom und schieben die Eizelle dadurch weiter Richtung Gebärmutter.

Während die relativ große Eizelle im Eileiter passiv mit der Strömung treibt, muss das relativ kleine Spermium aktiv gegen die Strömung anschwimmen und ist daher von der Evolution „motorisiert“ worden. Der Motor steckt im 50 µm langen Schwanz des Spermiums. Dieser Schwanz ist eine bewegliche Geißel mit längsverlaufendem Fibrillensystem aus Mikrotubuli. Diese Geißel sorgt dafür, dass Spermien nicht einfach gerade aus schwimmen, sondern sich schraubenförmig um ihre Längsachse drehen. Im Spermien-Mittelstück liegen vier bis fünf kugelförmige Mitochondrien, die diese Geißel mit Energie beliefern.

Während der Ejakulation verlassen die Spermien den Penis mit einer Geschwindigkeit von ca. 17 km/h. Diese Geschwindigkeit verringert sich in der Scheide der Frau stark. Auf dem Weg zur und in der Gebärmutter und den Eileitern bewegen sich die Spermien nur noch mit einer Geschwindigkeit von etwa 3-4 mm pro Minute. Die Spermien können sich aber zu Bündeln von zwei, drei und vier Spermien zusammentun. Im Team schwimmen sie dann doppelt so schnell wie alleine.

Die Samenflüssigkeit ist leicht alkalisch, was hilft, das saure Scheidenmilieu zu neutralisieren; dadurch werden die Spermien geschützt und ihre Beweglichkeit erhöht. Prostaglandine im Sperma induzieren eine Verdünnung des Schleims am Muttermund, dem Eingang der Gebärmutter, und fördern die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur. Beim weiblichen Orgasmus heben und senken sich Gebärmutter und Gebärmutterhals wiederholt wie ein Tauchkolben auf diese Weise wird das Sperma nach oben in die Gebärmutter gesogen.

Im Eileiter heften sich die Spermien an die Eileiterwand und ändern dann ihre Richtung um eine halbe Drehung, bevor sie sich mit einem Schwanzschlag wieder losreißen. So „klettern“ sie per „Stop and Go“ den zwei Millimeter breiten Kanal hinauf. Wenige Mikrometer vor dem Ziel gibt es für den Motor der Spermien nochmal ein letzte Tankfüllung: Die Eizelle schüttet in goßen Mengen das weibliche Sexualhormon Progesteron aus, das Calciumkanäle im Schwanz des Spermiums öffnet und damit einen großen Calciumeinstrom ermöglicht. Die Spermien schlagen darauf hin wie wild mit dem Schwanz und mobilisieren ihre letzten Kräfte um die Eizelle zu erreichen.

Credit: Henry Vandyke Carter, 1918 / public domain Die menschliche Gebärmutter

Die Eierstöcke, Eileiter und die Gebärmutter befinden sich in der Beckenhöhle, die weitgehend von Beckenknochen umgeben ist. In der Beckenhöhle befindet sich eine innere Kammer, die Peritonealhöhle, die mit einer serösen Haut, dem Peritoneum ausgekleidet ist. Das parietale Peritoneum überzieht die Körperwand. Ein schmaler flüssigkeitsgefüllter Raum trennt es vom viszeralen Peritoneum, das Eierstöcke, Eileiter und die obere Fläche der Gebärmutter überzieht.

Spermien durchqueren die Peritonealhöhle

Tatsächlich hat sich erwiesen, dass dann und wann auch menschliche Spermien aus dem weiblichen Reproduktionstrakt entweichen und in der Peritonealhöhle auf Wanderschaft gehen. Um einschätzen zu können, wie oft das vorkommt, machte sich ein Team von drei amerikanischen Gynäkologen geschickt eine selten auftretende angeborene Gebärmutterfehlbildung zunutze, nämlich das sogenannte „nicht kommunizierende Gebärmutterhorn1“. Die Gebärmutter entwickelt sich beim Embryo aus zwei Röhren, den sogenannten Müller’schen Gängen. Beim Jungenembryo verkümmern diese nach und nach, beim Mädchenembryo wachsen sie und verschmelzen zu einer einzigen Gebärmutter mit zwei Eileitern. Bei einem von ungefähr 4000 weiblichen Embryonen kommt es jedoch zu einer Fusionsstörung der Müller’schen Gänge, die in einer Teilung der Gebärmutter in zwei Kammern – „Hörner“ – resultiert., von denen eine mit dem Gebärmutterhals und der Scheide verbunden ist („kommuniziert“), die andere jedoch nicht.

Gerard Nahum von der Duke Universität in Durham, North Carolina und zwei seiner Kollegen durchsuchten die medizinische Fachliteratur vom Zeitraum 1900 bis 1999 nach Schwangerschaften bei Frauen mit solch einem „nicht kommunizierenden Gebärmutterhorn“ . Sie fanden 272 Fälle2 aus 40 Ländern. Es stellte sich heraus, dass der Fötus sich mit gleicher Wahrscheinlichkeit in der Kammer mit der Verbindung zu Gebärmutterhals und Scheide befand wie in der anderen, die nicht diese Verbindung hatte. Die unausweichliche Schlussfolgerung lautete: All diese problematischen Schwangerschaften3 in der „blinden“ Gebärmutterkammer konnten nur in der Weise zustande gekommen sein, dass Spermien durch die andere Kammer zum Eileiter hinauf und weiter in die Peritonealhöhle der Frau gewandert sind und von dort aus durch den Hintereingang in den anderen Eileiter gelangt waren. Dort hatte eines von ihnen eine reife Eizelle befruchtet, die sich dann in der blinden Gebärmutterkammer eingenistet hatte.

Credit: Gerard Nahum, Nahum G. G., Stanislaw H. & McMahon C. (2004) Preventing Ectopic Pregnancies: How Often Does Transperitoneal Transmigration of Sperm Occur in Effecting Human Pregnancy? BJOG: An International Journal of Obstetrics and Gynaecology, 111: 706-714. , Figure 2 Uterus unicornis mit rudimentärem nicht kommunizierendem Horn: Schwangerschaft im nicht kommunizierendem Horn

In ihrer vollen Tragweite erfasst, läuft die Studie auf die erstaunliche Erkenntnis hinaus, dass bei allen Frauen – auch solchen ohne jene angeborene Gebärmutterfehlbildung – jederzeit Spermien abseits der breiten offiziellen Hauptstraßen des weiblichen inneren Geschlechtssystem unterwegs sind, um auf dem Schleichweg durch die Peritonealhöhle zu etwa vorhandenen reifen Eiern in dem Eileiter auf der anderen Seite zu gelangen.

Fußnoten

1. Der medizinische Fachbegriff lautet: Uterus unicornis mit rudimentärem nicht kommunizierendem Horn, Klassifizierung Typ II-A-1-b) In der ICD-10-WHO Version 2016 als Q51.4 verschlüsselt.

2. Diese Art von Schwangerschaft ist äußerst selten (1 in 100.000 bis 140.000 Schwangerschaften) und nur 2 Prozent von diesen führen zu einer Lebendgeburt .

3. Bei den meisten dieser Schwangerschaften kommt es zu einer Uterusruptur im zweiten oder dritten Trimester. Als Uterusruptur wird ein Riss in der Gebärmutterwand bezeichnet, der in seltenen Fällen während einer Geburt, weniger in der Schwangerschaft, auftreten kann. Bei einer kompletten Ruptur kommt es zu einem Riss der kompletten Gebärmutterwand einschließlich der glatten Auskleidung des Bauchfells. Durch den Riss können Blut, Fruchtwasser, das Baby und die Plazenta in die Bauchhöhle vordringen und bei Mutter und Kind akute Lebensgefahr verursachen. Am häufigsten treten Uterusrupturen in dem ca. 1 cm langen Übergang zwischen Gebärmutterhals und Gebärmutter auf, eine Schwachstelle in der Gebärmutter selbst ist selten die Ursache.

Weiterführende Literatur

Nahum G. G., Stanislaw H. & McMahon C. (2004) Preventing Ectopic Pregnancies: How Often Does Transperitoneal Transmigration of Sperm Occur in Effecting Human Pregnancy? BJOG: An International Journal of Obstetrics and Gynaecology, 111: 706-714.

Eisenbach, M., Giojalas, L. C. (2006): Sperm guidance in mammals – an unpaved road to the egg. Nat. Rev. Cell Biol. 7: 276– 285.

Ein Baby entsteht

Sie werden jetzt denken, dass Sie sehr wohl wissen, wie ein Baby gemacht wird: Mann trifft Frau, sie haben Sex und neun Monate später kommt dabei ein Baby heraus! Aber wissen Sie genau, wo Sperma und Eizellen herkommen? Lesen Sie weiter, um die faszinierenden biologischen Einzelheiten zur Entstehung eines Kindes zu erfahren.

Im Inneren des weiblichen Körpers: Wie eine Eizelle heranreift

Für Frauen beginnt die Fähigkeit zu einer Schwangerschaft in den Eierstöcken, in den beiden kleinen ovalen Organen, die an beiden Seiten der Gebärmutter verankert sind. Jedes Mädchen wird mit mehr als einer Million Eizellen in den Eierstöcken geboren, bis zur Pubertät sind ungefähr die Hälfte der vorhandenen Eizellen, also knapp 500.000, abgestorben. Cirka 400 werden heranreifen. Das beginnt mit der ersten Periode und endet, wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, was im Allgemeinen im Alter von 45 bis 55 eintreten wird.
Jeden Monat, zur Halbzeit Ihres Menstruationszyklus (meist zwischen dem 12. und 16. Tag), ist eine Eizelle in einem Ihrer Eierstöcke herangereift. Diese löst sich vom Eierstock und wird schnell von der tulpenförmigen Öffnung des nächstgelegenen Eileiters (das sind zwei ca. 10 cm lange Schläuche, die zur Gebärmutter führen) aufgefangen. Dieses Ablösen nennt man den Eisprung.
Eine Eizelle ist für ungefähr 12 – 24 Stunden lebensfähig, deshalb muss sie schnell befruchtet werden, damit ein Baby entstehen kann. Wenn die Eizelle auf ihrem Weg zur Gebärmutter auf ein gesundes Spermium trifft, können die beiden verschmelzen und ein neues Leben schaffen. Ist dem aber nicht so, dann endet die Reise der Eizelle in der Gebärmutter, wo sie zerfällt und ca. zwei Wochen später, während der Periode, abgestoßen wird.

Im Inneren des männlichen Körpers: Die Entstehung eines Samens

Während der Frauenkörper sich im gemächlichen Tempo von einem Monat mit dem Heranreifen einer einzigen Eizelle befasst, ist der männliche Körper beinahe andauernd damit beschäftigt, Millionen mikroskopisch kleiner Spermien zu produzieren, deren einzige Aufgabe im Leben es ist, auf eine Eizelle zu zu schwimmen und in sie einzudringen.
Frauen werden schon mit all den Eizellen geboren, die sie jemals benötigen, aber Männer müssen in ihrem Erwachsenenleben regelmäßig Spermien produzieren. Von der Entstehung bis zur Fertigstellung einer neuen Samenzelle dauert es 64 bis 72 Tage, und da ca. 250 bis 300 Millionen Spermien bei jeder Ejakulation freigesetzt werden, muss diese Spermienfabrik Mann auf Hochleistung arbeiten.
Die Produktion der Spermien beginnt in den Hoden, den beiden Drüsen, die im Hodensack unterhalb des Penis beherbergt sind. Die Hoden hängen außerhalb, denn sie sind gegenüber Wärme sehr empfindlich. Um gesunde Spermien zu produzieren, benötigen sie milde 34 Grad Celsius – ungefähr vier Grad kühler als die normale Körpertemperatur. Die erzeugten Spermien werden in den Nebenhoden gelagert, bis sie kurz vor der Ejakulation durch den Samenleiter gelangen und mit der Samenflüssigkeit vermischt werden.

Den Millionen von Spermien zum Trotz, die produziert und bei jedem Samenerguss freigegeben werden, kann nur ein Samen eine Eizelle befruchten. Das Geschlecht des Babys ist abhängig von der Art des Spermiums, das sich zuerst in der Eizelle einnistet – Spermien mit einem Y-Chromosom ergeben einen Jungen und Spermien mit einem X-Chromosome ein Mädchen. Es existieren viele Ammenmärchen darüber, wie Jungen oder Mädchen entstehen, von denen einige sogar durch wissenschaftliche Beweismittel gestützt werden. Letztendlich aber wird das Geschlecht eines Kindes zufällig bestimmt.

Was passiert beim Geschlechtsverkehr?

Der große Moment ist gekommen und Sie haben Sex miteinander. Zusätzlich zu allem Spaß bauen Ihre Körper eine gewisse Spannung auf, die sich hoffentlich in einem Orgasmus entlädt. Dieses wundervolle, angenehme Loslassen hat auch eine wichtige biologische Aufgabe. Bei Männern treibt der Orgasmus mit ca. 20 km/h spermienreiche Samenflüssigkeit in die Scheide und hinauf bis zum Gebärmutterhals. Das verschafft den Spermien einen guten Start auf dem Weg zur Eizelle.
Der Höhepunkt bei der Frau trägt ebenfalls zur erfolgreichen Befruchtung bei. Einige Studien belegen, dass die wellenartigen Kontraktionen in Verbindung mit dem Orgasmus die Spermien tiefer in den Gebärmutterhals ziehen (die Spermien werden quasi eingesogen). Legen Sie also los und haben Sie so viel Spaß wie nur möglich! Das kann Ihre Chance, schwanger zu werden, nur erhöhen.
Viele Paare fragen sich, ob es eine bestimmte Position beim Geschlechtsverkehr gibt, die sich am besten eignet, um schwanger zu werden. Das weiß niemand genau, aber einige Experten glauben, dass die Missionarsstellung (der Mann liegt oben) oder a tergo, die Hündchenstellung (der Mann ist hinter der Frau, beide sehen in die gleiche Richtung), die besten dafür sind, denn sie lassen eine tiefe Penetration zu. Das Wichtigste beim Sex ist jedoch, dass Sie beide sich dabei wohl fühlen und dass Sie häufig genug Geschlechtsverkehr haben, so dass sich während des Eisprungs lebensfähige Spermien in den Fortpflanzungsorganen der Frau befinden. Das heißt, Sie sollten in der Mitte Ihres Zyklus mindestens jeden zweiten Tag Geschlechtsverkehr haben.

Während Sie sich entspannen, beginnt der Job für die Spermien

Eine Befruchtung passiert meist in den ersten Stunden nach dem Geschlechtsverkehr. Dazu können Sie also nicht viel beitragen, außer den Daumen zu drücken und zu hoffen. Einige Experten behaupten, die Frau solle für mindestens 20 bis 30 Minuten auf dem Rücken liegen bleiben (mit einem Kissen unter dem Po), so dass die Erdanziehungskraft den Spermien den Weg zur Eizelle erleichtert.
Während Sie und Ihr Partner das Kuscheln nach dem Herumtoben genießen, herrscht ein reges Treiben in Ihrem Körper. Millionen von Spermien befinden sich auf der Suche nach der Eizelle – und das ist keine leichte Reise. Die erste Hürde ist das saure Milieu Ihrer Scheide, das für Spermien tödlich sein kann. Dann gibt es den Zervixschleim, der undurchdringlich zu sein scheint, außer an Ihren ein oder zwei fruchtbarsten Tagen, an welchen er sich auf wundersame Weise auflockert und einige der stärksten Schwimmer durchlässt.
Die Spermien, die bis hierher überlebten, haben aber noch einen langen Weg vor sich. Insgesamt müssen sie ca. 20 cm vom Muttermund durch die Gebärmutter bis zu den Eileitern reisen. Wenn man sich überlegt, dass sie für 1 cm ungefähr 6 Minuten benötigen, dann ist das schon eine ganz schön lange Reise. Die schnellsten Schwimmer dürften die Eizelle nach ca. 45 Minuten erreicht haben, während die langsamsten bis zu 12 Stunden brauchen werden. Falls sie keine Eizelle in den Eileitern antreffen, verbleiben sie dort für bis zu 72 Stunden in Warteposition, einige sogar noch länger.
Die Sterblichkeitsrate der Spermien ist so hoch, dass nur wenige Dutzend es bis zur Eizelle schaffen. Der Rest verirrt sich (vielleicht im falschen Eileiter) oder stirbt auf dem Weg. Für die wenigen Glücklichen, die die Eizelle erreichen, ist das Rennen aber noch nicht gelaufen. Sie müssen sich nun verzweifelt abmühen, die äußere Hülle der Eizelle zu durchdringen und als erster hinein zu gelangen. Hat der Zäheste aus dem Verein es ins Innere geschafft, verändert sich die Eizelle schlagartig, so dass kein weiteres Spermium hinein gelangt. Das funktioniert wie ein Schutzschild, das die Eizelle umgibt, sobald der erste Samen sicher angekommen ist.

Und jetzt beginnt das wahre Wunder…

Die Eizelle wird innerhalb von 24 Stunden befruchtet, indem sich das genetische Material des Samens mit dem der Eizelle verbindet, um eine neue Zelle zu erschaffen, die sich schnell teilen wird. Dieses Zellknäuel wandert nun weiter durch den Eileiter bis in die Gebärmutter. (Es gibt auch Eileiter-Schwangerschaften, wenn der Embryo sich statt in der Gebärmutter im Eileiter einnistet. Eine Eileiter-Schwangerschaft ist nicht lebensfähig. Der Embryo muss meist in einem chirurgischen Eingriff entfernt werden, um eine Beschädigung oder Zerstörung des Eileiters zu verhindern und eine oft damit verbundene innere Blutung zu verhindern.) Dieser letzte Abschnitt der Reise dauert noch einmal fünf bis sechsTage. Jetzt werden ungefähr zwei Wochen vergehen, bis Ihre Menstruation ausbleibt und Sie vermuten werden, schwanger zu sein.
Bleibt Ihre Regel aus, oder haben Sie eines der Anzeichen einer Schwangerschaft entdeckt, können Sie einen Schwangerschaftstest machen, um sicher zu gehen, dass da was Kleines unterwegs ist. Wenn dem so ist, herzlichen Glückwunsch und willkommen am Anfang einer weiteren, wunderbaren Reise.

Wie lange überleben Spermien? Was du wissen solltest

Wie lange überleben Spermien im weiblichen Körper?

Wie lange die Spermien überleben, ist zum einen abhängig von der Qualität des Spermas und zum anderen von der Zyklusphase der Frau. Unter Umständen können die Samenzellen bis zu fünf Tagen im Körper der Frau überleben.

Unfruchtbare Tage

Der Muttermund ist die Verbindung zwischen Scheide und Gebärmutter. Der Gebärmutterhals sondert Zervixschleim ab, der zäh und klebrig ist und ein saures Milieu schafft. Dieser Schleimpfropf verschließt praktisch den Muttermund. Ungünstige Bedingungen für Spermien, die deshalb nicht in die Gebärmutter gelangen können und durch das saure Milieu auch schneller absterben.

Fruchtbare Tage

Doch vor dem Eisprung verändert sich der Zervixschleim, wird flüssig, übernimmt für die Spermien eine schützende Rolle in dem sauren Milieu und hilft ihnen, leichter vorwärts zu kommen. In diesem Umfeld können die Spermien bis zu fünf Tage überleben.

Wie lange überleben Spermien an der Luft?

Damit Spermien überleben können, brauchen sie die idealen Bedingungen, wie die perfekte Temperatur, den richtigen pH-Wert und die passende Umgebungsfeuchtigkeit. An der Luft sind diese idealen Bedingungen nicht gegeben, daher beträgt die Überlebensdauer dort nur wenige Minuten. Ähnliches gilt für Spermien im Wasser, auch hier ist es unwahrscheinlich, dass die Temperatur optimal ist. Im heißen Badewasser sterben die Spermien innerhalb weniger Sekunden ab, da sie hier nicht bewegungsfähig sind.

Spermien im Kondom

Das Kondom schützt die Spermien vor dem Austrocknen, daher haben Spermien dort eine Lebensdauer von einigen Stunden. Allerdings gibt es auch Kondome, die mit einer abtötenden Substanz beschichtet sind.

Wie lange überleben Spermien an der Hand?

Die Spermien können an der Hand mehrere Minuten überleben, wenn sie nicht weggewischt werden. Durch das Wischen verlieren die Spermien die schützende Samenflüssigkeit. Aber: Passiert das nicht und das Sperma gelangt über die Hand bzw. über die Finger in die Scheide, ist eine Schwangerschaft möglich.

Der weibliche Zyklus: Wann ist der Eisprung?

Der weibliche Zyklus ist von Frau zu Frau unterschiedlich lang, dauert aber in der Regel 28 bis 32 Tage. Als Monatszyklus gilt die Zeit vom ersten Tag der Periode bis zum ersten Tag der nächsten Periode. Gerade wegen der Unterschiede in den Phasen ist es schwer, den Eisprung exakt zu bestimmen. Die fruchtbaren Tage liegen etwa in der Mitte deines Zyklus und betragen circa fünf bis sechs Tage. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die fruchtbaren Tage zwischen dem 9. und dem 16. Tag eines 28-Tage-Zyklus liegen – eine Garantie gibt es aber nicht. Bei Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus lässt sich das noch schwerer einschätzen.

Kinderwunsch: Das solltest du wissen

Wenn du schwanger werden möchtest, ist es wichtig, den Zeitpunkt des Eisprunges zu erwischen – leichter gesagt, als getan. Denn nur ein Mal im Monat findet ein Eisprung statt, bei dem die reife Eizelle aus dem Eierstock in den Eileiter ausgestoßen wird und in die Gebärmutter wandert. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ist zwei Tage vor und am Tag des Eisprungs (Ovulationstag) am höchsten. Denn da ist die Eizelle noch zwölf bis 24 Stunden befruchtungsfähig.

Mehr Tipps zum Kinderwunsch findest du hier: Schwanger werden: 9 Tipps, damit es klappt. Wenn das ganz und gar nicht das ist, was du suchst, erfährst du hier mehr über natürliche Verhütung.

Die Vielfalt der Spermien

Laut einer aktuellen Studie, erschienen in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Proceedings B“, kommt es auf die Größe der weiblichen Geschlechtsorgane an, ob ein Männchen viele kleine Spermien produziert – oder weniger, die dafür aber um einiges größer sind.

Das Paper von Forschern der Stockholmer und Züricher Universitäten erklärt, wie genau die Größe der Samen mit der Größe des Tieres zusammenhängen. Spermaproben von 100 verschiedenen Säugetieren haben die Wissenschaftler dafür analysiert.

„Nehmen wir zum Beispiel eine Spezies, bei der der weibliche Genitaltrakt sehr groß ist: eine Elefantenkuh. Da wird das Ejakulat in den vergleichsweise großen Geschlechtsorganen des Weibchens schon mal verdünnt“, sagt Sean Fitzpatrick, einer der Autoren von der Universität Stockholm, der DW.

So könnten Spermien verloren gehen – indem sie den Weg zu den Eizellen schlichtweg nicht finden. Zudem müssen sie einen sehr weiten Weg zurücklegen. „Da lohnt es sich einfach, wenn von Vornherein schon eine Menge Spermien produziert werden, um sicherzugehen, dass auch welche ankommen“, erklärt Fitzpatrick.

Bei kleineren Arten dagegen haben es die Spermien einfacher den Weg zum Ei zu finden. Aber: Wenn sich das Weibchen mit mehreren Männchen paart, kann es sein, dass sich die verschiedenen Spermien auch schon mal ganz schön behaupten müssen – um das Wettrennen um die Eizelle zu gewinnen. Hier lohnt es sich, größere Spermien zu produzieren, die sich im Kampf auch durchsetzen können.

Dieser Wettbewerb ist natürlich auch bei größeren Spezies ein Thema. Da aber hier die Fortpflanzungsorgane so groß sind, spielt die Spermiengröße nicht wirklich eine Rolle. Hier geht es mehr um die Stärke der Gruppe.

Fitzpatrick vergleicht den weiblichen Genitaltrakt mit einem riesigen Sportplatz – mit den Spermien als Spieler. „Bei einem großen Feld ist die Wahrscheinlichkeit, dass man viel miteinander interagiert, eher unwahrscheinlich. Bei einem kleineren Feld dagegen ist die Chance, auf dem Weg ins Ziel mit anderen in Kontakt zu kommen, größer.“

Hätten Sie’s gewusst?

Bei einigen Arten, wie der Fruchtfliege, können Spermien bis zu sechs Zentimeter lang werden. Das ist ein Vielfaches größer als das Tier selbst! Das funktioniert jedoch nur, weil sich die die Spermien einrollen.

Bei Säugetieren hat die Hausmaus die längsten Spermien – verglichen mit dem Körpergewicht. Der Asiatische Elefant hat dagegen sehr kurze Spermien – ebenso wie der Menschen.

Ein Mann kann ja fast unendlich viel Sperma produzieren, dabei braucht es doch nur eine Eizelle, und ein Spermium um ein Baby zu zeugen!?

Mr Science: Ja, ein Mann kann bis zu 1500 Spermien pro Sekunde produzieren! In einer Ejakulation befinden sich normalerweise ungefähr 180 Millionen Spermien. Betrachtet man ein ganzes Leben, produziert ein Mann durchschnittlich 500 Milliarden Spermien! Das entspricht 70 mal der Weltbevölkerung!

Aber wieso so viele?

Mr Science: Das liegt an dem Wettbewerb zwischen den Spermien. In der Tierwelt ist es normal viele Sexpartner binnen kürzester Zeit zu haben. Als Männchen versucht man ja eigenen Nachwuchs zu produzieren, deshalb hat derjenige der bei der Ejakulation am meisten Spermien ausstößt eine höhere Chance eine Eizelle zu befruchten.

Beim Menschen ist das aber keine gängige Praxis…

Mr Science: Ja, wir Menschen leben in einer strengen sozialen Struktur, in welcher wir als Paare zusammenleben. Monogamie liegt trotzdem nicht unbedingt in unserer Natur, und Studien weisen darauf hin, dass zumindest unsere Vorfahren regelmäßig fremdgingen.

Das bedeutet also, dass Männer den Drang haben soviel Nachwuchs wie möglich zu produzieren. Wie sieht es denn bei den Frauen aus?

Mr Science: Frauen haben den Drang ihren Kindern nur die besten Gene zu vererben. Sie sind deshalb während dem Eisprung vor allem von starken, selbstbewussten Männern angezogen. Trotzdem wählen sie diese selten als Lebenspartner. In der Vaterrolle bevorzugen sie sensible und verantwortungsvolle Männer, und die kriegen manchmal eben ein Kuckucksei untergejubelt! Deshalb haben Spermien ihren Wettbewerbsdrang beibehalten.

Na da ist es ja gut dass nicht jedes von den 500 Milliarden Spermien schafft eine Eizelle zu befruchten. Sonst könnte ein einzelner Mann die Welt ja über 70 Mal bevölkern!

Autor: Corinne Kroemmer

Wie lang können Spermien eine Eizelle befruchten?

Spermien brauchen die günstigsten Bedingungen, damit sie einige Tage lang eine Eizelle befruchten können. Experten geben nur unter diesen Bedingungen an, dass Spermien eine Eizelle noch 5 Tage nach dem Geschlechtsverkehr befruchten können.

Wann können Spermien eine Eizelle befruchten?

Wir bekommen viele Fragen dazu, wie lang Spermien überleben und eine Eizelle befruchten können. Wir haben schon einige Texte dazu geschrieben: „Wie lang überleben Spermien ausserhalb des Körpers?“, „Wie kann eine Frau schwanger werden?“ Wir haben den Text, den du gerade liest, geschrieben, um die letzten möglichen Unklarheiten zu klären. Wir beschreiben die lange „Reise“ von Spermien, bis sie tatsächlich zu einer Eizelle gelangen.

Spermien müssen vor dem Eisprung in Gebärmutter und Eileiter gelangen

Besonders interessant ist die Frage, wie viele Tage vor dem Eisprung ungeschützter Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft führen kann. Und das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Eins kannst du dir schon mal merken: Wenn Spermien vor dem Eisprung nicht durch den Muttermund in die Gebärmutter gelangen, kommt es sicher zu keiner Schwangerschaft.

Was macht Spermien beweglich?

Die Hoden bilden Spermien, und die Spermien reifen in den Nebenhoden. Die Reifung ist wichtig, denn sie macht die Spermien erst dazu fähig, dass sie eine Eizelle befruchten können. So reifen die Spermien in den Nebenhoden auch zu beweglichen Zellen. Nur wenn sich die Spermien bewegen können, können sie bis zur Eizelle wandern und in das Innere der Eizelle gelangen.

Wie lässt sich untersuchen, wie beweglich die Spermien sind?

Spezialisten können Spermien im Labor danach untersuchen, ob sie sich bewegen können, und wie sie sich fortbewegen. Sie können auch noch genauer untersuchen, wie die Spermien den Muttermund passieren können, und ob sie durch die Schutzhülle der Eizelle gelangen können. Solche Auswertungen sind sehr schwierig und aufwendig. Und die Untersuchungen finden im Labor ausserhalb des Körpers statt. Deshalb kann niemand genau sagen, was mit den Spermien im Körper passiert. Das heisst: Niemand kann genau sagen, was mit den Spermien passiert, wenn sie in die Scheide einer Frau gelangen.

Gibt es Richtwerte?

Die Fachwelt gibt als Richtwerte an, dass Spermien 2 bis 5 Tage in Gebärmutter und Eileiter überleben können. Dort „warten“ sie auf eine Eizelle, die sie befruchten können. Ganz selten überleben Spermien länger. Die Spermien können sich dann noch eine Weile lang bewegen. Aber nicht gut genug, um eine Eizelle zu befruchten. Das heisst: Sie überleben vielleicht noch einige Tage, aber sie können nichts mehr machen und sterben schliesslich ab. Du kannst diesen Richtwerten trauen. Sie gelten als überprüft und gesichert. Freilich können Forscher nur schwer sagen, wie lange genau ein ganz bestimmtes Spermium im Körper der Frau überleben und eine Eizelle befruchten kann.

Wie gelangen Spermien überhaupt zur Eizelle?

Um zur Eizelle zu gelangen, ist es natürlich wichtig, dass sich die Spermien bewegen können. Die Gebärmutter und Hormone der Frau können die Spermien zusätzlich unterstützen, dass sie vorwärtskommen. So löst die Gebärmutter eine Massenbewegung von Spermien aus, dadurch dass sie ihre Muskeln einsetzt. Die Muskeln schieben die Spermien immer weiter ins Innere der Gebärmutter. Hormone wie Östrogene und Oxytocin unterstützen diese Bewegung noch weiter. So können sich die Spermien zu einem Eileiter hinbewegen und auf eine Eizelle „warten“.

Schaffen es alle Spermien überhaupt bis zu Gebärmutter oder Eileiter?

Es kommen nicht alle Spermien in die Gebärmutter oder einen Eileiter. Entscheidend ist nicht nur, ob Spermien lange überleben und eine Eizelle befruchten können. Es kommt auch darauf an, wie weit der Gebärmutterhals geöffnet ist und wie der Zervixschleim zusammengesetzt ist. Der Zervixschleim ist ein Schleim, den der Gebärmutterhals absondert. Zervix ist ein Fachwort für Gebärmutterhals. Der Zervixschleim verändert sich während dem Menstruationszyklus. Die günstigsten Bedingungen für Spermien sind nur kurz vor dem Eisprung. Nur dann öffnet sich der Gebärmutterhals weit genug, damit Spermien durchkommen, und der Schleim ist durchlässig für Spermien.

Was macht den Zervixschleim durchlässig für Spermien?

Während der Zeit kurz vor dem Eisprung ist der Zervixschleim basisch, das heisst er hat einen höheren pH-Wert als das saure Scheidenmilieu. Das ist am günstigsten für die Spermien, damit sie überleben. Der Zervixschleim schützt sie vor dem sauren Scheidenmilieu (pH 3.8 bis 4.5). Im sauren Scheidenmilieu sterben Spermien schon innerhalb von einer halben bis drei Stunden ab. Der Zervixschleim erleichtert Spermien kurz vor dem Eisprung auch den Aufstieg in die Gebärmutter. Du erkennst durchlässigen Zervixschleim daran, dass er in der Zeit glasig, fadenziehend, dehnbar und spinnbar ist. An Tagen fern ab vom Eisprung ist er zäh, klumpig, trüb, undurchsichtig, weisslich und nicht für Spermien zu durchdringen. Auf der Seite von mynfp findest du Fotos vom Zervixschleim zu den einzelnen Zyklusphasen.

Was ist das nun entscheidende Zeitfenster?

Du merkst: Spermien brauchen die günstigsten Bedingungen, damit sie einige Tage lang eine Eizelle befruchten können. Experten geben nur unter diesen Bedingungen an, dass Spermien eine Eizelle noch 5 Tage nach dem Geschlechtsverkehr befruchten können. Nur ganz selten ist der Zeitraum länger. Eine Eizelle kann nach dem Eisprung nur rund einen Tag überleben. Wenn du also die 5 Tage plus 1 Tag zusammennimmst, hast du 6 Tage. So lange sind Spermien und Eizelle gemeinsam „fruchtbar“. Das heisst, unter diesen Voraussetzungen kann es nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr bis zu 5 Tagen vor dem Eisprung und 1 Tag nach dem Eisprung zu einer Schwangerschaft kommen.

Wo kann ich das ganz genau nachlesen?

Unsere Infos richten sich nach dem aktuellen medizinischen Wissen. Es gibt Fachbücher zu diesen Themen. Wir verlinken dir hier und hier zwei Fachbücher. Fachbücher sind teuer. Du findest mit den Links aber die Buchdaten und kannst dir bei Bedarf die Bücher in einer Fachbibliothek ausleihen. Wir empfehlen dir aber noch die Seite My Fertility Matters. Dort kannst du dich zum Zyklus und der Fruchtbarkeit von Eizelle und Spermium fachkundig schlau machen.

Die Befruchtung – der lange Weg zum Leben

Das Wunder eines neuen Lebens beginnt mit der Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium. Doch damit aus der Verschmelzung zweier winziger Zellen ein Baby entsteht, muss eine Menge passieren.

Die Befruchtung – das Wunder eines neuen Lebens

Von der Befruchtung zum Nachwuchs: Wenn ihr ein Baby zeugen möchtet und euch nach der Liebe erschöpft in die Kissen zurücklehnt, beginnt für die Spermien erst die Arbeit… Sowohl die männliche Samenzelle als auch die befruchtete Eizelle müssen so einige Hindernisse überwinden.

Die Befruchtung: Ein Wettrennen mit Massenstart

Der Beginn einer jeden Zeugung ist ein Massenstart: Im Durchschnitt sind es 100 bis 150 Millionen Spermien, die sich nach dem männlichen Orgasmus im Ejakulat auf den Weg zur Eizelle machen. Doch die meisten davon kommen nicht weit. Schon bevor der mühsame Aufstieg der Samenzellen durch die Gebärmutter beginnt, sterben gut 90 Prozent im sauren Scheidenmilieu ab. Die Voraussetzung, damit der Rest der Spermien überhaupt zur Zielgeraden in den Eileiter gelangt, ist der richtige Zeitpunkt im Zyklus der Frau. Denn nur um den Eisprung herum löst sich der Schleimpfropfen, der den Eingang zur Gebärmutter sonst fest verschließt und lässt die Spermien „passieren“.

Sperma auf dem Weg zur Befruchtung: Qualitätskontrolle

Doch in die Gebärmutter schafft es nicht jedes Spermium. Im normalen Ejakulat befinden sich auch jede Menge verformte Samenzellen. Solche mit zwei Köpfchen oder ohne Schwanz werden vom Sekret im Gebärmutterhals sofort aussortiert. Zweiköpfige Spermien sind zu groß und können sich nicht einfädeln, jene ohne Schwänzchen sind nicht beweglich genug. Haben es die Spermien aber erst bis in die Gebärmutter geschafft, wird das Klima für sie geradezu ideal: Der Zervixschleim nährt die Samenzellen mit speziellen Zuckerstoffen, hält sie beweglich und weist ihnen den Weg. So können die Spermien sogar bis zu sieben Tage lang in der Gebärmutter ausharren und den richtigen Zeitpunkt zur Befruchtung abwarten.

Zudem werden sie in dieser Umgebung erst zeugungsfähig. Enzyme im Zervixschleim sorgen für den biochemischen Umbau der Samenzellen. Dafür werden innerhalb von etwa 12 Stunden ein Glykoproteinüberzug und bestimmte Proteine im Ejakulat entfernt. So werden im Kopf des Spermiums Eiweißsubstanzen aktiviert, die dafür sorgen, dass der Samen später die Hülle der Eizelle überhaupt durchdringen kann.

Auf zum „Rendezvous“: Der Eisprung

Bei jeder Frau reifen in der ersten Hälfte des Zyklus in den Eierstöcken mehrere Eibläschen heran. Bis zur Mitte des Zyklus entstehen daraus ein oder mehrere Leitfollikel, die sich zum Sprung bereit machen. Dabei tritt aus dem Leitfollikel eine Eizelle aus und wird in den Eileiter hineingespült. In den darauf folgenden zwölf bis 24 Stunden wandert die Eizelle nun in Richtung Gebärmutter. Während dieser Zeitspanne kann sie durch den Samen des Mannes befruchtet werden. Übrigens: Mit unserem Eisprungkalender kannst du deinen Eisprung ganz leicht berechnen.

Es duftet so gut nach Maiglöckchen…

Damit die Eizelle überhaupt gefunden werden kann, sendet sie spezielle Lockstoffe aus, sogenannte Chemotaxine. Mit ihren winzigen Rezeptoren auf den Köpfchen können die Spermien dieses Parfüm erschnüffeln und dann mit ihrem flagellenartigen Schwänzchen in die richtige Richtung wedeln. Untersuchungen haben gezeigt, dass unter anderem der Duftstoff Bourgeonal, der auch Bestandteil des Maiglöckchen-Duftes ist, die Rezeptoren der Spermien aktiviert. Befinden sich schon vor dem eigentlichen Eisprung Spermien in der Gebärmutter, biegen aufgrund fehlender „Wegweiser“ mindestens die Hälfte davon in den falschen Eileiter ab. Schließlich gibt es davon zwei, und nur einer hält im Normalfall eine befruchtungsfähige Eizelle bereit. Diese verirrten Spermien werden einfach vom Gewebe absorbiert. Nur in seltenen Fällen kommt es vor, dass in beiden Eileitern eine Eizelle auf die Spermien wartet. Ist das der Fall und werden beide Eizellen erfolgreich befruchtet, kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft mit zweieiigen Zwillingen.

Der Sieger bekommt alles

Treffen die verbliebenen paar hundert Spermien endlich auf die Eizelle, stehen sie erneut vor einer Herausforderung. Denn das begehrte Innere mit dem Erbgut der Frau, das Zellplasma, ist von einer zähen Hülle aus Glykoproteinen umgeben. Nur eine einzige Samenzelle wird es schaffen, sich in stundenlanger Arbeit mit dem Köpfchen voran durch die Membran der Eizelle zu bohren. Zum Zug kommt hierbei nicht das schnellste Spermium, das die Eizelle als erstes erreicht, sondern das von der Eizelle erwählte. Der Helm einer der das Ei umschwärmenden Spermien reagiert am stärksten auf die ausgesandten Lockstoffe des Eis. Nur für dieses Spermium öffnet sich die Hülle. In dem Moment, wenn das Köpfchen der auserwählten Samenzelle in das Zellplasma vordringt, verschließt sich die Eizelle durch eine chemische Veränderung der Plasmamembran für alle anderen Spermien.

Die siegreiche Samenzelle verliert im Inneren der Eizelle ihr Schwänzchen und der Kopf mit den Erbanlagen treibt auf den Kern der Eizelle zu. Die eigentliche Befruchtung findet in dem Augenblick statt, in dem die Zellkerne von Spermium und Eizelle miteinander verschmelzen. Da sowohl der Samen als auch die Eizelle nur einen halben Satz Chromosomen enthalten, ergibt deren DNA zusammen einen neuen, vollständigen Satz mit 46 menschlichen Chromosomen. Dieser enthält alle Informationen, die für die Bildung eines neuen Menschen notwendig sind.

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Spermienqualität: Was Spermien gut tut – und was nicht

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Sohn oder Tochter? Das Geschlecht bestimmt der Vater

Auch wenn es, neben der strengen Selektion durch die Eizelle, mehr oder weniger dem Zufall überlassen ist, welche Anlagen weitergegeben werden und was das Kind von Mutter oder Vater erbt, eines wird jedoch mit Sicherheit von der männlichen Samenzelle bestimmt: das Geschlecht. Denn der weibliche Chromosomensatz enthält geschlechtsbestimmend nur X-Chromosomen. Ausschließlich die Spermien des Mannes können entweder mit einem Y- oder einem X-Chromosom dazu beitragen, einen Jungen (XY) oder ein Mädchen (XX) zu zeugen. Neben dem Geschlecht sind zu diesem Zeitpunkt auch bereits wesentliche Merkmale wie Haarfarbe und Blutgruppe des neu entstehenden Menschen festgelegt.

Die letzte Hürde: Wanderung in die Gebärmutter

Die Eizelle ist nun zwar erfolgreich befruchtet, doch eine Schwangerschaft beginnt erst dann, wenn sie sich erfolgreich in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Noch befindet sich die sogenannte Zygote im Eileiter. Nach einer Ruhezeit von etwa 30 Stunden beginnt diese sich zu teilen. Mit jeder Teilung verdoppelt sich die Anzahl der Zellen in ihrem Inneren. Teilt sich die Eizelle im Übrigen nach der Befruchtung in zwei Zellkerne, entstehen daraus eineiige Zwillinge. Erst etwa vier Tage nach der eigentlichen Befruchtung hat die Zygote das Stadium erreicht, in dem aus ihr die sogenannte Furchungskugel entsteht. Dieser Entwicklungsschritt setzt die Zygote in Bewegung. Nun wandert sie im Normalfall binnen weniger Stunden in die Gebärmutter.

Doch auch diese Phase ist nicht ganz unproblematisch. Während ihrer Wanderung kann die kleine Zellkugel sich in den Schleimhautfalten des Eileiters verheddern und stecken bleiben. So kann es zu einer Eileiterschwangerschaft kommen. In den meisten Fällen jedoch schafft es die Zygote wohlbehalten bis in die Gebärmutter und sucht sich dort den idealen Platz für die Einnistung. Hat die Zygote ein hübsches Plätzchen gefunden, teilen sich einige Zellen von ihrer Hülle ab und verankern sich tief in der Gebärmutterschleimhaut. Aus diesen Zellen bildet sich der Mutterkuchen, der das Embryo die nächsten Monate mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Der restliche Zellhaufen löst sich aus der Eihülle und dockt ebenfalls an der Schleimhaut an. Daraus entsteht in den folgenden Tagen und Wochen der Embryo. Jetzt erst, frühestens eine Woche nach dem Geschlechtsverkehr, beginnt die eigentliche Schwangerschaft und Entwicklung des Babys.

Wie lange überleben Spermien im Körper & an der Luft?

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Wie lange überleben Spermien? Mich erreicht diese Frage immer wieder auf meinem Blog und tatsächlich ist die Frage zur Lebensdauer von Spermien sowohl bei Kinderwunsch als auch bei der natürlichen Verhütung sehr wichtig. Denn für den Eintritt einer Schwangerschaft braucht es sowohl eine befruchtungsfähige Eizelle als auch aktive Spermien des Mannes. In diesem Artikel erfährst du, wie lange Spermien an den unterschiedlichsten Orten wie z.B. im Körper, im Kondom oder an der Luft überleben können.

Seiteninhalt

Lebensdauer Spermien: Warum der Ort wichtig ist

Wie lange Spermien überleben, hängt davon ab, wo sie sich befinden und welche Bedingungen die Spermien dort vorfinden.

Spermien im Körper der Frau haben eine längere Lebensdauer als außerhalb des Körpers oder als Spermien im Kondom, im Wasser oder auf der Hand. Im Folgenden will ich mit dir die verschiedenen Orte durchgehen und dir erklären, wie lange die Spermien dort überleben können.

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Überlebensdauer der Spermien im Körper der Frau

Wie lange Spermien im Körper überleben hängt davon ab, ob sich die Frau gerade in der fruchtbaren oder unfruchtbaren Zyklusphase befindest.

  • An den unfruchtbaren Tagen herrscht in der Scheide ein saures Milieu, in dem die Spermien sehr schnell absterben. Der normale pH-Wert liegt in dieser Zeit zwischen 3,8 und 5,5. Das saure Scheidenmilieu minimiert die Lebensdauer der Spermien, zudem führt der Verschluss des Muttermundes dazu, dass die Spermien kaum eine Chance haben in den Gebärmutterhals zu gelangen.
  • In den Tagen vor dem Eisprung verändert sich diese Situation. Der Zervixschleim verwandelt sich in Aussehen und Konsistenz und sein pH-Wert steigt an. Der beste pH-Wert für Spermien liegt bei etwas 7,5, unter diesem leicht basischen ph Wert können nun bis zu fünf Tage im weiblichen Körper überleben. Weiterhin wird unter dem Hormoneinfluss der Muttermund weicher, öffnet sich und steigt höher.

Zervixschleim findest du übrigens im Gebärmutterhals. Während der unfruchtbaren Zyklusphase dient er dem Schutz vor Keimen und Fremdkörpern. Nur an den fruchtbaren Tagen verändert er sich und wird für Spermien durchlässig.

Wie lange überleben Spermien in der fruchtbaren Zeit?

Während der 5 bis 6 fruchtbaren Tage im Zyklus ( d.h. 4 bis 5 Tage vor dem Eisprung & dem Eisprungtag selbst) ist dein Körper auf die Ankunft der männlichen Spermien bestens vorbereitet. Dein Zervixschleim ist flüssig und spinnbar und der pH-Wert bietet eine ideale Umgebung für die Spermien.

Die Lebensdauer der Spermien beträgt unter diesen Bedingungen 3 bis 5 Tage.

Der Zervixschleim enthält Nährstoffe wie Glukose, Eiweiße und Salze, die für die Spermien überlebenswichtig sind.

Auch der Muttermund hat sich durch den ansteigenden Östrogenspiegel auf die Ankunft der Spermien vorbereitet. Sein Schleimpfropf ist verflüssigt und weist den für die Spermien günstigen pH-Wert auf.

Die genaue Beobachtung des Zervixschleims (Billings-Methode) wird zur Bestimmung der fruchtbaren Zyklusphase und zur natürlichen Empfängnisverhütung eingesetzt.

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* Zuletzt aktualisiert am 3.02.2020. Es handelt sich um Werbe-Links.

An der Luft finden Samenzellen nicht den spermienfreundlichen pH-Wert oder die richtige Temperatur vor.

Außerhalb des Körpers überleben Spermien deshalb nur wenige Sekunden bis Minuten.

Dur den Luftkontakt trocknet die Samenflüssigkeit, in der sich die Spermien befinden, schnell ein.

Ähnliches gilt, wenn Sperma auf saugfähige Stoffe wie Handtücher oder Bettwäsche gelangt. Die Samenflüssigkeit trocknet, die darin befindlichen Spermien können nicht wieder reanimiert werden.

Wie lange überleben Spermien im Wasser?

Auch im Wasser haben Spermien eine nur sehr begrenzte Lebensfähigkeit und sterben in der Regel innerhalb weniger Sekunden ab.

Zwar trocknet hier die Samenflüssigkeit nicht ein und auch die Temperatur des Badewassers kann der Körpertemperatur angepasst werden. Dennoch fehlt das saure Scheidenmilieu.

Auch in kaltem oder heißem Leitungswasser oder Seewasser sieht es schlecht für die Spermien aus, denn die falsche Temperatur macht die Spermien bewegungsunfähig.

Solltest du also mit deinem Partner ein Bad genommen haben ohne dabei miteinander geschlafen zu haben, ist die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit extrem gering.

Außerhalb des Körpers ist einfach kein guter Ort für Spermien. Damit sie überleben können, müssen Bedingungen wie Temperatur, Umgebungsfeuchtigkeit und pH-Wert stimmen.

In der Scheide beträgt die Lebensdauer von Spermien bis zu fünf Tage. Außerhalb des Körpers an der Luft und im Wasser schaffen es Spermien aber in der Regel nur wenige Sekunden bis einige Minuten zu überleben. Im Wasser oder unter der Dusche kann eine Frau nur schwanger werden, wenn sie Geschlechtsverkehr hat.

Die Ausnahme bilden sterile Probenbehälter, die zum Transport einer Samenprobe verwendet werden. Aber auch hier wird eine maximale Transportzeit von 60 Minuten empfohlen.

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Sperma besteht nicht nur aus Spermien, sondern zum größten Teil aus Sekret, der sogenannten Samenflüssigkeit.

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Spermien an die Hand sind zunächst von dieser Samenflüssigkeit umgeben und geschützt und können aufgrund der Körpertemperatur mehrere Stunden überleben.

Die Spermien können sich nicht auf der Haut bewegen. Denkbar ist aber, dass sie mit den Fingern zum Eingang der Scheide befördert werden und von dort ihren Weg Richtung Muttermund und Gebärmutter fortsetzten.

Eine Schwangerschaft wäre auch dann möglich, wenn sich Sperma an den Fingern befindet und dieses beispielsweise in die Scheide eingeführt werden. Die Samenflüssigkeit schützt die Spermien für diese kurze Zeit an der Luft, bevor sie eintrocknet.

Wird das Sperma von der Hand abgewischt oder zerrieben, fehlt die schützende Samenflüssigkeit und die Spermien sterben ab.

Wie lange überleben Spermien im Kondom?

Spermien können im Kondom einige Stunden überleben.

Das Kondom schützt die Spermienflüssigkeit vor der Austrocknung.

Die Ausnahme bilden Kondome, die mit einer Substanz zur Abtötung der Spermien beschichtet sind.

Wie lange überleben Spermien im Mund?

Zwar ist es im Mund warm und feucht, trotzdem stellt sich die Frage, wie die Spermien von dort in die Scheide kommen sollen. Letztendlich kann man sich nur den sehr theoretischen Fall vorstellen, dass eine Frau ihren Mann oral befriedigt, ihn anschließend küsst und er sie wiederum anschließend oral befriedigt. Ich wage die These, dass die Wahrscheinlichkeit hierbei schwanger zu werden, extrem niedrig ist. Im warmen Mund können Spermien aber bis zu ein paar Stunden überleben.

Wie lange überleben männliche Spermien?

Viele Frauen und Paare würden gerne das Geschlecht ihres Kindes aktiv mitbestimmen. Hierzu bedienen sich manche dem tradierten Wissen, dass männliche Spermien (mit Y-Chromosom) oder weibliche Spermien (mit X-Chromosom) unterschiedliche Eigenschaften besitzen:

  • Weibliche Spermien sind größer, schwimmen langsamer und leben länger.
  • Männliche Spermien hingegen sind kleiner, schwimmen schneller und leben kürzer.

Allerdings sind diese Annahmen nicht eindeutig durch Studien belegt. Es gibt Studien, die genau das Gegenteil herausgefunden haben, so dass das Fördern von männlichen Spermien beispielsweise durch Sex zum Zeitpunkt des Eisprungs fraglich bleibt.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zu wie lange überleben Spermien

  • Nieschlag, E., & Behre, H. (Eds.). (2013). Andrologie: Grundlagen und Klinik der reproduktiven Gesundheit des Mannes. Springer-Verlag.
  • Gnoth, Christian & Noll, Andreas, Kinderwunsch, Natürliche Wege zum Wunschkind. München 2012.
  • World Health Organization, WHO Laboratory Manual for the Examination of Human Semen and Sperm-Cervical Mucus Interaction. 5. Auflage. Cambridge 2010.
  • Croon, Marïel, Schwanger werden. Den richtigen Zeitpunkt finden. So steigern Sie Ihre Fruchtbarkeit ganz natürlich. 2005.
  • Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.
  • World Health Organization: WHO Laboratory Manual for the Examination of Human Semen and Sperm-Cervical Mucus Interaction. 5. Auflage. Cambridge 2010.
  • Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage. Heidelberg 2007.
  • Shettles, L. B. and Rorvik, D. M.: How to Choose the Sex of Your Baby. Revised and updated edition. New York 2006 (first published under the title „Your Baby’s Sex“ in 1970).
  • France, J. T.: A Prospective Study of the Preselection of the Sex of Offspring by Timing Intercourse Relative to Ovulation. Fertility and Sterility, Vol. 41. 1984.

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Kannst Du von Spermien auf dem Bettlaken schwanger werden? Wie lange überleben Spermien außerhalb des männlichen Körpers? Hier erfährst Du die Wahrheit und Du wirst mit Sicherheit sehr überrascht sein.

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Woraus besteht Sperma?

Wer sich mit der Lebensdauer von Spermien beschäftigt, dem nützt ein solides Basiswissen zum besseren Verständnis. Die Frage ist zunächst, woraus Sperma überhaupt besteht.

Sperma-Sekret beinhaltet zwei Komponenten:

  • Die Spermien: Sie stammen aus dem Hoden und reifen im Nebenhoden. Sie sind rund 0,005 cm lang und bestehen aus Kopf, Mittelstück und Schwanz.
  • Das Drüsensekret: Es kommt aus der Prostata, den Samenbläschen und der Cowper-Drüse

Das spätere Geschlecht eines Babys hängt von den Geschlechtschromosomen des Spermiums ab. Besteht es nur aus zwei X-Chromosomen, ist es weiblich. Bei einem X- und einem Y-Chromosomen ist es männlich.

Die Samenflüssigkeit des Mannes besitzt einen pH-Wert zwischen 7,2 und 7,8. Die Scheide hat einen pH-Wert von 3,5 bis 5,5.

Die Bedeutung des pH-Wertes

Auf der pH-Skala gibt es Werte zwischen 0 und 14. 0 bedeutet stark sauer und 14 stark alkalisch bzw. basisch. Der gesamte Bereich wird folgendermaßen aufgeteilt:

  • < 7 = sauer
  • 7 = neutral (zum Beispiel reines Wasser)
  • > 7 = alkalisch

Spermien können sich nur in alkalischem Milieu bewegen. Somit dient die Samenflüssigkeit dazu, dass die Scheideregion in den alkalischen Bereich rutscht. Das Drüsensekret des Mannes ist sozusagen das Vehikel, mit dem die Spermien zur Gebärmutter und zur Eizelle gelangen.

Ist das Spermium in der Lage in die Eizelle einzudringen, dann verschmelzen Ei und Samen zu einem diploiden Chromosomensatz. Die Befruchtung findet statt, die Frau ist schwanger.

Die Spermienzahl im Ejakulat

Der Mann kann bis zu 100 Millionen Spermien pro Tag produzieren, und zwar bis ins hohe Alter. Das entspricht 1100 Spermien pro Sekunde, die in den Hodenkanälchen der Testikel entstehen.

Was sich im ersten Moment so positiv anhört, wird von einem Abwärtstrend getrübt. Internationale Studien ergaben, dass bei Männern der westlichen Industrienationen Nordamerika, Europa, Australien und Neuseeland die Spermienzahl rückläufig ist.

Zwischen 1973 und 2011 ergaben Auswertungen zur Spermienzahl folgende Ergebnisse:

  • Die Spermienkonzentration sank um 52,4 %
  • Die Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss sank um 59,3 %
  • Die durchschnittliche Spermienzahl pro Mann beträgt noch 47 Millionen Spermien je Ejakulat

Dieser Negativtrend scheint sich langsam zu stabilisieren. Er betrifft Männer in Gebieten wie Südamerika, Afrika und Asien nicht oder kaum. ABER: Die Studien beziehen sich rein auf die Anzahl der Spermien, nicht auf deren Qualität.

Falls Du Dir jetzt Sorgen um den Fortbestand der Menschheit machst, dann kannst Du beruhigt ausatmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt den Referenzwert zur Unfruchtbarkeit mit 39 Millionen Spermien pro Ejakulat oder 15 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat an.

Gründe für geringere Spermienproduktion

Die Wissenschaft rätselt, welche Auslöser für die Abnahme der Spermienzahl infrage kommen. Es gibt verschiedene Vermutungen, allerdings bisher keine eindeutigen Studienresultate.

Ursache für zu wenig Spermien können sein:

  • Hodentumoren
  • Umwelteinflüsse
  • Chemikalien
  • Endokrine Disruptoren, also hormonaktive Substanzen, die den Hormonhaushalt verändern. Diese stammen unter anderem aus Pestiziden, Kunststoff, Lösungsmitteln etc.
  • Acetylsalicylsäure (ASS) in Medikamenten zur Schmerzlinderung, Fiebersenkung und Entzündungshemmung
  • Veränderter Hormonstoffwechsel durch Übergewicht
  • Missbrauch von Hormonen zum Muskelaufbau
  • Elektrostrahlung zum Beispiel durch Handys in der Hosentasche
  • Rennsattel beim Radfahren
  • Rauchen

Einzig beim Tabakrauchen haben wissenschaftliche Studien eindeutig bewiesen, dass es sich nachteilig auf die Anzahl der Spermien auswirkt.

Die Qualität der Spermien

Es gibt keinen Nachweis, dass sich neben der Zahl der Spermien in den letzten Jahren auch die Qualität verschlechtert hat. Allerdings ist es tatsächlich so, dass das Alter des Mannes in Zusammenhang mit der Beschaffenheit und dem Umfang seiner Spermien steht.

Die Sperma-Menge ist bei Männern mit Anfang 20 Jahren um ein Drittel höher als bei Männern mit Mitte 40. Gleichzeitig steigt mit den Lebensjahren auch die Anzahl der deformierten Keimzellen. Bei Frauen sinkt die Fruchtbarkeit schneller und in größerem Umfang, aber ein Rückgang der Fertilität wird auch beim Mann mit steigendem Alter festgestellt. Wie sich die Qualität der Spermien verbessern lässt, erfährst Du am Ende des Artikels.

Die Lebensdauer von Spermien

Wenn Du wissen möchtest, wie lange Spermien überleben, dann hängt die Antwort von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist es wichtig, wo sich die Spermien befinden, zum anderen, wie ihre Qualität ist.

Die Lebensdauer von Spermien im Körper der Frau

Spermien, die in den weiblichen Körper eindringen – das geschieht im Normalfall beim Geschlechtsverkehr – können dort zwischen 30 Minuten und fünf Tagen überleben. Das ist eine enorme Zeitspanne. Warum sterben manche Spermien bereits nach einer halben Stunde und andere bleiben bis zu fünf Tagen agil?

Die Lebenserwartung der Spermien hängt massiv davon ab, wo sie sich aufhalten. Sie brauchen Flüssigkeit, in der sie sich bewegen können. Je schneller die Umgebung dazu führt, dass die Samenflüssigkeit verdunstet, desto schneller sterben die Keimzellen ab. Ansonsten hängt die Lebenspanne auch wieder vom pH-Wert ab. Wie Du bereits erfahren hast, bevorzugen Spermien ein alkalisches Milieu. Die Scheide der Frau ändert tatsächlich den pH-Wert je nachdem ob sie sich gerade in den fruchtbare oder unfruchtbare Tage befindet.

Lebenserwartung in unfruchtbaren Zyklusphasen

An den unfruchtbaren Tagen der Frau führen mehrere Faktoren zum schnelleren Absterben der Spermien. Zum einen liegt der pH-Wert der Scheide dann meist zwischen 3,5 und 5,5, was einer sauren Umgebung entspricht. Diese Tatsache ist vorteilhaft für den weiblichen Körper, weil sich dadurch Keime im Bereich der Vagina nur eingeschränkt vermehren. Sperma mag aber kein saures Klima, sie sterben darin rascher. In dieser Zyklusphase ist das auch kein Problem, weil die Frau sowieso nicht schwanger werden kann.

Der feste Schleimpfropf, die in dieser Phase am Gebärmutterhals sitzt, ist ebenfalls eine kaum überbrückbare Barriere für die Spermien. Die unfruchtbaren Tage sind eine echte Herausforderung für männliche Samen und lassen sie rascher und in größerer Zahl absterben.

Spermien an fruchtbaren Tagen

Ist die Frau fruchtbar, dann verändert sich das Milieu der Scheide. Der sogenannte Zervixschleim, ist jetzt flüssiger und transparenter. Aufgrund der Konsistenz und des Aussehens ähnelt der Schleim dann Eiweiß. Der Östrogenspiegel steigt an und die Scheide ist insgesamt feuchter. Dabei verschiebt sich der pH-Wert von sauer in Richtung alkalisch. In diesem Umfeld fühlen sich die Spermien wohl und können bis zu fünf Tage unbekümmert schwimmen.

Damit eine Schwangerschaft zustande kommt, ist es wichtig, dass die Spermien möglichst lange überleben. Im Grunde ist das Scheidenmilieu nicht gerade einladend. Die männlichen Samenzellen müssen mehrere Hindernisse wie das weibliche Immunsystem, der Zervixschleim und Säure überwinden. Der beschwerliche Weg vom Penis über die Gebärmutter lässt nur rund 500 bis 800 Spermien pro Samenerguss bis zu den Eileitern gelangen.

Der Grund für die vielen Hürden auf dem Weg zur reifen Eizelle ist, dass Keimzellen, die nicht voll funktionsfähig sind, ausgefiltert werden sollen. Dadurch verringert sich die Gefahr ein behindertes Kind zu zeugen. Die schnellsten Spermien gelangen bereits nach rund 30 Minuten zu den Eileitern. Schlussendlich kommt in der Regel nur ein einziger Sieger ans Ziel und befruchtet die Eizelle. Ausnahmen führen zu Mehrlingsschwangerschaften.

Haltbarkeit von Sperma außerhalb des Körpers

Wer sich ein Kind wünscht, der macht sich meistens nur darüber Gedanken, wie Spermien möglichst lange leben und wie sie optimal ans Ziel kommen. Dagegen haben viele Frauen und Paare auch keinen Kinderwunsch. Hier spielen Ängste beispielsweise durch Ejakulat an Händen, im Wasser oder auf dem Bettlaken schwanger zu werden. Wie lange halten sich Samenzellen außerhalb des Körpers?

Auf der Haut

Ob und wie Spermien auf der Haut überleben, hängt von der Körperregion ab. Prinzipiell ist es so, dass sie sich nicht auf der Hautoberfläche bewegen können. Hast Du beispielsweise Ejakulat auf dem Bauch oder Rücken, dann können sich die Samenzellen nicht von dort auf dem Weg zur Scheide machen. Anders ist es dagegen, wenn Spermien über die Finger in den Scheideneingang gelangen. Von dort können sie durchaus bis zur Eizelle schwimmen.

Es stellt sich die Frage, wie lange die Keimzellen zuvor bereits an den Händen hafteten. Zwar können Spermien bis zu 24 Stunden an der Luft überleben, allerdings nur dann, wenn Temperatur, pH-Wert und Feuchtigkeitsgrad optimal sind. Normalerweise trocknet die Samenflüssigkeit auf der Haut schnell aus und die Spermien sterben gleichzeitig ab. Sind die Samenzellen einmal eingetrocknet, dann können Sie nicht wieder reaktiviert werden.

Auf Bettlaken und Kleidung

Gelangt Ejakulat auf saugfähiges Material, dann trocknet die Flüssigkeit in wenigen Sekunden ein. Auch hier sterben die Samenzellen wieder ruckzuck ab, weil die Umgebung nicht mehr feucht ist. Eine Schwangerschaft durch Berührung mit Spannbetttüchern, Handtüchern oder Kleidungsstücken ist sehr unwahrscheinlich.

Im Wasser

Wasser ist nicht gleich Wasser. Zwar hat reines H2O den Vorteil, dass es nicht sauer, sondern pH-neutral ist, allerdings ist das auch schon alles, was Spermien daran mögen. Hast Du bedenken, dass die Samenzellen in der Badewanne aktiv und quirlig bleiben, dann sei unbesorgt. Die hohen Temperaturen, die dort normalerweise herrschen, sind den fleißigen Schwimmern nicht zuträglich.

Auch geistern immer wieder Gerüchte von Schwangerschaften durch Schwimmbadbesuch durch die mehr oder weniger seriöse Medienlandschaft. Ist das Wasser gechlort, dann sterben Spermien ebenfalls schnell ab. Außerdem wissen die Keimzellen in den ungeheuren Mengen an Wasser nicht, wo die Scheide ist. Sie haben kein eingebautes Radar, um an ihr Ziel zu gelangen. Zusätzlich schützt Badebekleidung vor dem Eindringen. Also insgesamt brauchst Du keine Bedenken vor einer Schwangerschaft in der Badeanstalt oder in der Wanne zu haben. Einzige Ausnahme – Du hast dort ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Im Kondom

Wird das Kondom direkt nach der Ejakulation verknotet und damit beinahe luftdicht verschlossen, können Spermien darin mehrere Stunden überleben. Das geschieht unter anderem dadurch, dass die Samenflüssigkeit nicht austrocknet. Sollte das Präservativ mit einer samenabtötenden Substanz, einem sogenannten Spermizid überzogen sein, dann sterben die Samenzellen direkt ab.

Die Spermien im Lusttropfen

Der Lusttropfen ist ein sogenanntes Präejakulat. Er tritt kurz vor dem eigentlichen Samenerguss aus. Die Flüssigkeit dient dazu die Harnröhre zu reinigen. Zudem verändert er das Milieu in der Harnröhre von sauer auf basisch, wodurch die nachkommenden Spermien höhere Überlebenschancen haben. Es wird vermutet, dass er auch den pH-Wert der Scheide samenfreundlicher macht.

Im eigentlichen Lusttropfen sind keine Spermien enthalten. Achtung: in einigen Studien wurden dennoch Samen im Lusttropfen festgestellt, die vermutlich aus vorangegangenen Samenergüssen stammen. Alternativ besteht auch die Option, dass die Ejakulation bereits durch Stimulation gestartet wurde und sich bereits mit dem Lusttropfen vermischt hat. Es besteht also die Möglichkeit durch den Lusttropfen schwanger zu werden.

Geschlechterunterschiede der Spermien

Tatsächlich ist es so, dass sich weibliche und männliche Samenzellen in ihren Eigenschaften unterscheiden.

  • Die weiblichen Spermien mit einem X-Chromosom sind größer, stärker, aber langsamer
  • Die männlichen Y-Spermien sind kleiner, schwächlicher, aber schneller

Männliche Spermien sterben in der Regel schneller ab. Aufgrund dieser Fakten gibt es verschiedene Theorien, wie das Geschlecht des Babys beeinflusst werden kann. So soll ein heißes Bad vor dem Sex den männlichen Samenzellen mehr zu schaffen machen, als den weiblichen.

Wenn Du Dir also ein Mädchen wünschst, dann schick Deinen Partner vor dem Geschlechtsverkehr in die warme Wanne. Für die Zeugung eines Jungen empfiehlt sich – laut des Spezialisten Dr. Landrum B. Shettles – die Zeugung von hinten. Dann ist der Weg zur Eizelle kurz und die schnellen, männlichen Spermien gelangen mit höherer Wahrscheinlichkeit als Sieger ins Ziel.

Menge und Qualität der Spermien verbessern

Damit die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht wird, kannst Du versuchen die Anzahl und Beschaffenheit der Samenzellen zu verbessern. Hierfür werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Gesunde Ernährung mit viel Vitamin C, D und E sowie Folsäure, Zink, Selen, L-Carnitin und Coenzym Q10. Es gibt spezielle Multi-Vitaminpräparate dafür.
  • 1 – 2 Mal pro Woche Geschlechtsverkehr. Bei mehr Ejakulationen pro Woche, nimmt die Spermienkonzentration ab. Bei weniger Samenergüssen baut das männliche Immunsystem Samenzellen ab.
  • Keine Drogen, Zigaretten, Alkohol und wenig Kaffee
  • Kein Übergewicht
  • Regelmäßige Bewegung, allerdings kein Radfahren mit Rennsattel
  • Wenig Stress
  • Keine zu engen Hosen
  • Keine zu hohen Temperaturen in Sauna, Badewanne und Co.

Die Lebensdauer von Spermien hängt stark von verschiedenen Umweltfaktoren ab. Nutze dieses Wissen dabei, Deinen Wunsch nach einem Baby zu realisieren.

Bild:

Wie lange sind Spermien befruchtungsfähig?

Ausserhalb des Körpers haben Spermien nicht gerade ideale Bedingungen. Gelangen sie an die Luft, beginnt die Samenflüssigkeit sehr schnell einzutrocknen und die Spermien sind nach wenigen Minuten schon nicht mehr befruchtungsfähig.

Auch auf Kleidung oder anderen saugfähigen Stoffe (Bettwäsche oder Handtücher) sterben die Spermien innerhalb weniger Minuten, weil die Samenflüssigkeit eintrocknet. Dasselbe gilt für Sperma auf der Haut.

Gibt man das Sperma direkt nach dem Ejakulieren in ein steriles Behältnis, zum Beispiel einen Becher mit Schraubverschluss, wird die Austrocknung verhindert und die Spermien können einige Stunden überleben. Dies wird genutzt, wenn eine Spermaprobe für ein Spermatogramm oder eine künstliche Befruchtung (durch Insemination oder In-Vitro-Fertilisierung) gebraucht wird.

In der Badewanne oder im Whirlpool sieht es auch eher ungünstig aus für Spermien. Trotz feuchter Umgebung und einer Temperatur, die der Körpertemperatur gleicht, sind die Überlebenschancen schlecht: Die Samenzellen nehmen Wasser auf, platzen und sterben so nach wenigen Sekunden.

Für eine längere Lebensdauer und eine erfolgreiche Befruchtung müssen viele Bedingungen wie Temperatur, Umgebungsfeuchtigkeit und pH-Wert stimmen. In der Scheide können Spermien dann bis zu fünf Tage überleben.

Wie lange ist die Eizelle befruchtungsfähig?

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