Beckenendlage 34 ssw

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Schwangerschaftswoche 30

Babys Entwicklung

Liegt Ihr Kleines bereits kopfüber in Geburtslage? Wenn ja, geht es Ihnen wie der Mehrheit der Schwangeren in der 30. Woche – wenn nein, brauchen Sie sich aber keine Sorgen zu machen. Die meisten Kinder drehen sich bis zur 36. Schwangerschaftswoche, manche sind sogar noch etwas später dran. Nur rund drei bis fünf Prozent befinden sich bei der Geburt noch in Steißlage.

Zwischen der 28. und der 32. Woche ist der grundlegende Aufbau von Babys Gehirn abgeschlossen. „Danach entstehen nur noch neue Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen“, sagt Dr. Mirja Pagenkemper, die im Rahmen der PRINCE-Studie (Prenatal Identification of Childrens Health) zur vorgeburtlichen Prägung forscht. „Wieviele davon vorhanden sind und wie ausgeprägt, ist abhängig von ihrer Nutzung.“

Außerdem reagieren seine Pupillen nun auf Licht. Die Bauchdecke und die Gebärmutter sind in gewissem Maße lichtdurchlässig. Bei voller Lichteinstrahlung auf den unbekleideten Bauch kommt in der Fruchthöhle noch ein rötliches Dämmerlicht an. Wegen des Platzmangels kann sich Ihr Kleines nun nicht mehr so richtig ausstrecken. Deshalb nimmt es meist die typische Fetus-Stellung ein: Die Beine sind angezogen, die Füße oft überkreuzt, die Arme vor der Brust verschränkt.

Gegebenenfalls kann der Arzt jetzt ein sogenanntes Kardiotokogramm (CTG) schreiben. Dazu werden auf den Bauch der Mutter zwei Sonden geklebt: eine auf den höchsten Punkt der Gebärmutter, den sogenannten Fundus. Sie soll eine eventuelle Wehentätigkeit registrieren. Die andere kommt in die Gegend, in der der Arzt das Herz des Ungeborenen vermutet. „Je nachdem, wie das Kind liegt, kann das woanders am Bauch sein“, sagt Pagenkemper. „Manchmal ist es aber in dieser Woche noch schwierig, die Herztöne des Kindes über längere Zeit einzufangen, da es sich noch leicht wieder aus dem Sondenbereich wegbewegen kann.“

Ab wann können sich Babys drehen und wie können sie dies fördern?

Den Dreh raus haben

Mit dem Heben des Kopfes in der Bauchlage und den daraus oft folgenden Mini-Liegestützen schaffen Babys in den ersten drei bis vier Monaten die wichtigsten Voraussetzungen, um sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen. Die ersten Drehungen geschehen dabei oft überraschend und zufällig.

Babys können das Herumdrehen in den folgenden Monaten soweit perfektionieren, dass sie sich damit gezielt von einem Ort zum anderen bewegen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Wenige lassen den Meilenstein des Drehens zugunsten des Robbens oder sofortigen Krabbelns auch vollkommen aus.

Warten Sie demzufolge nicht allzu sorgenvoll auf das Drehen Ihres Babys. Solang es immer wieder neue Fähigkeiten erwirbt, entwickelt es sich sehr wahrscheinlich gesund. Bei Unsicherheiten ist es immer ratsam, den Kinderarzt oder die Hebamme um Rat zu fragen. Ebenfalls kann es sinnvoll sein, regelmäßig einen Osteopathen begleitend zur motorischen Entwicklung zu konsultieren.

So schaffen Sie spielerisch Drehmomente

Legen Sie Ihr Baby zum Spielen auf den Bauch, denn diese Position spielt eine wichtige Rolle beim Stärken der Arm-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Einige Babys mögen diese Position nicht allzu sehr da sie anstrengender ist als die Rückenlage. So lernen sie oft nach etwas Protest sehr schnell sich wieder zurück auf den Rücken zu drehen. Wenn Sie Ihr Baby in solch einer Situation wieder auf den Bauch drehen und es sich sofort wieder zurück auf den Rücken dreht, haben Sie wahrscheinlich ein Spiel entdeckt, welches sehr viel Spaß bereiten kann.

Protestiert Ihr Baby arg wenn es in die Bauchlage gebracht wird, so unterstützen sie es am Besten, indem Sie sich neben es legen, Ihren Unterarm unter seinen Brustkorb bringen und ihre andere Hand auf seinen unteren Rückenbereich platzieren. So erleichtern Sie Ihrem Baby das Halten dieser vorerst ungewohnten Position.

Auch das Platzieren auf einem kleinen Physioball kann Ihrem Baby dabei helfen, sich in der Bauchlage besser zu halten und seine Muskeln weiter zu stärken. Achten Sie hierbei darauf, dass seine Füsse den Boden berühren und Sie es mit beiden Händen am Rumpf festhalten. Sie können es dabei sanft vor- und zurück wippen lassen.

Sie können Ihr Baby zusätzlich zum Drehen von Bauch- zur Rückenlage anspornen, indem Sie es mit einem interessanten Objekt oder seinem Lieblingsspielzeug locken. Zeigen Sie ihm das Spielzeug und positionieren Sie es dann in Sicht- aber nicht in Reichweite, sodass Ihr Baby sich drehen muss, um es zu greifen.

Diese Motivation funktioniert auch gut in Rückenlage. Zeigen Sie ihm das Spielzeug und legen Sie es dann neben Ihr Baby. Sie können die Drehbewegung damit unterstützen indem Sie das linke Bein Ihres Babys über das rechte legen, wenn es sich nach rechts drehen soll und umgekehrt.

Denken Sie daran, sobald Ihrem Baby etwas gelingt, sollten Sie ihm Ihre Freude zeigen. Das gibt Ihrem Kleinen Bestätigung und Sicherheit. Ebenfalls nimmt es Ängste, die so eine zunächst ungewohnte Körperbewegung und Perspektive mit sich bringen kann.

Beachten Sie ebenfalls, dass Ihr Baby die neu erlernten Fähigkeiten auch außerhalb von spielerischen Situationen ausprobieren und anwenden wird. Lassen Sie deshalb Ihr Kind auf erhöhten Positionen, wie der Wickelauflage nie unbeaufsichtigt. Das Herunterfallen von Möbelstücken gehört zu den häufigsten Notfallsituationen bei Baby unter einem Jahr.

Insbesondere bei Babys, die älter als ein halbes Jahr sind, kann ein starker Bewegungsdrang dazu führen, dass das Wickeln und Anziehen auf der Wickelablage sehr anstrengend werden kann. Legen Sie die Wickelunterlage zur besseren Sicherheit einfach auf den Boden, bis Ihr Kleines beim Wickeln wieder etwas ruhiger reagiert.

Schwangerschaft: Ungeborene wissen, welche Lage für sie die Beste ist

Wenn man schwanger ist, dann kommt irgendwann der magische Zeitpunkt, an dem man das Baby im Bauch spürt. So lange es noch genügend Platz hat, turnt das Ungeborene munter herum. Wenn der Raum aber knapper wird und sich die Schwangerschaft dem Ende zuneigt, dann bringt sich auch das Kind in Position. Allerdings nicht immer in die gewünschte.

Etwa vier Wochen vor der Geburt haben fast alle Kinder ihre endgültige Position für die Geburt eingenommen. 94 Prozent aller Babys werden mit dem Kopf zuerst geboren. Die „perfekte“, weil einfachste und auch üblichste Position, ist dabei die sogenannte „Vordere Hinterhauptslage“, bei der das Kind sein Gesichtchen an die Brust drückt und mit dem Hinterkopf voran durch den Geburtskanal wandert.

Auch die so genannten „Sterngucker“ liegen mit dem Kopf im Becken, allerdings liegt ihr Rücken auf der Wirbelsäule der Mutter und das Gesicht zeigt nach vorne. Diese „Hintere Hinterhauptslage“ gilt ebenfalls als eine geburtstaugliche Lage.

Frauen wissen bei der Geburt instinktiv, was richtig ist

„Ein Sterngucker kann völlig normal zur Welt kommen“, nimmt die Hebamme Roswitha Glimm vielen Müttern die Bedenken. „Wenn man bereits vorher feststellt, dass sich das Kind entsprechend positioniert hat, kann man auch im Vorfeld noch versuchen, das Kind dazu zu bewegen, sich zu drehen. Und zwar, indem man sich so oft wie möglich auf allen Vieren bewegt. Auch während der Geburt eines Sternguckers achten wir Hebammen darauf, dass die Mutter möglichst die Position des Vierfüßlerstandes einnimmt. Viele Frauen machen das aber sowieso instinktiv.“

Dreht sich das Baby vor Eintritt in den Geburtskanal nicht mehr, dann ist damit zu rechnen, dass es etwas länger dauern wird, bis der kleine Naseweis das Licht der Welt erblickt. Die Frauen haben häufiger starke Rückenschmerzen und manchmal kommt es zu einem Geburtsstillstand und deshalb zum Einsatz der Geburtszange oder Saugglocke.

Wenn der Po zuerst raus möchte

Eine weitere mögliche Position des Kindes ist die sogenannte Beckenendlage, im Mutterpass unter dem Kürzel BEL versteckt. Auch hier gibt es, wie bei der Schädellage (SL) mehrere Möglichkeiten: das Kind sitzt im Bauch und die Beine ragen nach oben, es befindet sich im Schneidersitz oder es steht mit gestreckten Beinen in der sogenannten vollkommenen Fußlage beziehungsweise mit einem angewinkelten Knie in der unvollkommenen Fußlage. Wobei es vor allem dann kompliziert wird, wenn das Kind die Arme nach oben streckt.

Bei der Beckenendlage wird meist ein Kaiserschnitt gemacht

Bis vor einigen Jahren hat man viele Beckenendlagen noch ganz normal entbunden, vorausgesetzt natürlich, eventuelle Risiken wie ein besonders hohes Geburtsgewicht oder eine Beckenanomalie der Mutter konnten vorher ausgeschlossen werden. Roswitha Glimm, Hebamme im Nürnberger Theresien-Krankenhaus und bereits rund 35 Jahre in ihrem Beruf tätig, erinnert sich: „Wichtig bei der Beckenendlagen-Geburt ist es, so wenig wie möglich in den natürlichen Geburtsverlauf einzugreifen, die Fruchtblase so lange wie möglich zu erhalten und viel, viel, viel Geduld mitzubringen.“ Die Babys wurden dabei zur Sicherheit per CTG dauerüberwacht und die Mutter bekam, wenn nötig, die entsprechenden Schmerzmittel. „Ließ man die Geburt laufen und forcierte nichts, dann kamen die Kinder oft ganz problemlos zur Welt.“ Unterstützt von Handgriffen wie der Manualhilfe nach Bracht oder dem Veit-Smellie-Handgriff. „Heute allerdings traut man sich das kaum mehr und vor allem Erstgebärende erhalten bei einer Steißlage in der Regel einen Kaiserschnitt.“

Neuer Trend in den Kliniken

Auch die Autorin des Buches „Die Hebammensprechstunde“ bedauert, dass es den Frauen heutzutage oft nicht mehr ermöglicht wird, eine Beckenendlage spontan zu entbinden. Sie stellt aber fest: „Seit einigen Jahren ist erfreulicherweise wieder ein vorsichtiger Trend an einigen Universitätskliniken zu beobachten, dass die Geburtshelfer es einigen Erstgebärenden wieder ermöglichen, ihr Kind trotz Steißlage auf vaginalem Weg zu gebären.“

Ingeborg Stadelmann ist selbst Hebamme und Mutter von drei Kindern und sie rät Schwangeren, bei einer per Ultraschall festgestellten Steißlage erst einmal Ruhe zu bewahren und sich vielleicht auch einmal Gedanken darüber zu machen, was das Baby den Eltern damit mitteilen möchte: „Häufig entsteht die Erkenntnis, dass die Eltern bislang zu selbstverständlich mit der Schwangerschaft umgegangen sind, oder sich zu wenig gemeinsam um diese wirkliche Veränderung und Neuerung gesorgt haben.“ So manches Mal stellt sie im Gespräch mit den Eltern aber auch einfach fest, dass bereits sie selbst in dieser Position auf die Welt wollten.

Manche Kindslagen müssen in einem Krankenhaus entbunden werden

Möchte man versuchen, eine Beckenendlage spontan zu entbinden, dann muss man sich im Vorfeld einen Arzt suchen, der das auch macht. Die Steißlage ist eine Lage, die in der Klinik entbunden werden muss. Hebammen dürfen sie alleine nicht durchführen. Die Geburt in einem Hebammenhaus oder gar die Hausgeburt fallen also weg. Denn die Gefahr, dass dem Kind etwas während der Geburt zustößt, ist dann doch zu groß.

Geburtsunmögliche Lagen, wie es die Hebammen nennen, sind die Querlage, bei der das Kind mit seinem eigenen Rücken im rechten Winkel zum mütterlichen Rücken liegt beziehungsweise die Schräglage. Irgendetwas hindert das Baby, die richtige Position einzunehmen. Entweder hat es zu viel Platz oder Fehlbildungen der Gebärmutter, eine Fehllage der Plazenta oder andere medizinische Ursachen sind das Problem. Das allerdings ist nur bei weniger als einem Prozent aller Geburten der Fall. Besonders häufig allerdings bei Frauen, die schon mehr als vier Kinder geboren haben.

Vier Möglichkeiten, um die Lage des Babys zu beurteilen

Ärzte und Hebammen haben verschiedene Möglichkeiten, die Lage und Position eines Kindes zu beurteilen. Und in der Regel verwendet man alle, um möglichst sicher zu sein. Zum einen ist da der Ultraschall, der ziemlich eindeutig zeigt, wie das Kind liegt. Unbedingt nötig ist er aber nicht, denn es geht auch mit den sogenannten „Leopoldschen Handgriffen“, benannt nach einem Gynäkologen, der im 19. Jahrhundert gelebt hat. Hierbei wird der Bauch der auf dem Rücken liegenden Frau nach einem bestimmten Muster betastet und so die Lage des Babys bestimmt. Eine weitere Möglichkeit ist die vaginale Untersuchung, die allerdings nur dann durchgeführt werden kann, wenn der Muttermund schon ein wenig geöffnet ist. Und zuletzt greift man noch zu einem Trick, teilt den Schwangerschaftsbauch gedanklich in vier Teile und betrachtet die Position der Herztöne. Auch hieraus kann man mit Erfahrung auf die Lage des Kindes schließen.

Das Kind hat manchmal gute Gründe, sich nicht zu drehen

Es gibt einige Möglichkeiten, ein Kind dazu zu animieren, sich doch noch vor der Geburt in die „richtige“ Startposition zu drehen. Tut es das nicht, dann könnte es durchaus sein, dass es dafür einen gravierenden Grund hat, den man oft erst nach dem Kaiserschnitt erkennt. „Manchmal ist das mütterliche Becken für eine normale Geburt zu eng, manchmal gibt es auch Komplikationen mit der Nabelschnur oder medizinische Probleme, die dafür sorgen, dass das Kind lieber in seiner vermeintlich ungünstigen Position bleibt“, erklärt Roswitha Glimm. Sie weiß aus Erfahrung: „Die Kinder wissen selbst immer am besten, was gut für sie ist.“ So zeigt sich wieder einmal, dass es immer gut ist, auf seinen Bauch zu hören. Beziehungsweise in diesem Fall: auf das, was drin ist.

  • Schwangerschaftskalender: So entwickelt sich das ungeborene Kind
  • Kaisergeburt statt Kaiserschnitt: Glücksgefühl und Bindung trotz OP
  • Interaktive Grafik: Entwicklung des Babys im Mutterleib
  • Geburtsvorbereitung: Diese Hebammentipps erleichtern die Zeit im Kreißsaal

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Hallo ihr Lieben und Herzlich Willkommen in der 34. Schwangerschaftswoche!

Die meisten Babies fangen an sich zwischen der 30. und der 32. Woche in die Geburtslage zu drehen. Das heisst Kopf nach unten und die Füße nach oben. In dieser Zeit haben die Babies in der Regel noch genug Platz um sich zu drehen.

Bis zur 36. Schwangerschaftswoche haben sich circa 90% aller Babies schon in die Kopf nach unten Position begeben. Es gibt aber ein paar Babies, die sich nicht rechtzeitig von selbst in die richtige Geburtsposition drehen und mit dem Kopf oben bleiben und deren Füße Richtung Geburtskanal zeigen. Man spricht dann von einer Beckenendlage. Diese Position zieht in der Regel einen Kaiserschnitt mit sich um schwerwiegende Komplikationen bei der Geburt zu vermeiden.

Ich zeige euch heute, wie ihr das Baby während der Schwangerschaft beeinflussen könnt, dass es sich schoen nach unten dreht. Denn idealerweise positionieren sich alle Babies zum Ende der Schwangerschaft mit dem Kopf nach unten und wir haben alle eine super Geburt.

Wir machen zusammen kleine Übungen, die wir im Laufe der letzten Schwangerschaftswochen immer wieder zwischendurch Mal machen können. Die sind bequem für uns und das Baby kann sich ein bisschen zurecht schaukeln und den Weg mit dem Kopf nach unten ein kleines bisschen leichter finden. Es gibt jedoch keine Garantie, dass die folgenden Übungen zum gewünschten Erfolg führen, aber sie können auf keinen Fall schaden, denn sie machen ein bisschen Platz in der Gebärmutter, wo es jetzt schon recht eng geworden ist für das Baby.

Erste Übung – Das Sitzen auf einem Petziball
Das Sitzen auf einem Petziball kann das Baby auf jeden Fall dazu animieren sich richtig herum zu drehen. Dabei ist nur wichtig, dass die Knie tiefer sind als das Becken. Am besten mit aufrechtem Rücken ein bisschen locker herum schaukeln. Wichtig ist, dass ihr keinen Rundrücken macht.

Zweite Übung – Der Vierfüßlerstand
Dafür geht ihr auf dem Boden auf die Knie und stützt euch vorn über gebeugt auf eure Hände auf. Achtet dabei darauf, dass eure Schultern über den Händen und euer Becken über euren Knien sind. Lasst euren Bauch locker hängen und macht zwischendurch immer wieder einmal einen leichten Rundrücken.
Dadurch hat das Baby viel leichter die Möglichkeit sich herum zu drehen.

Dritte Übung – Die indische Brücke
Dafür legt ihr euch auf den Rücken und stellt eure Füße auf dem Boden. Dabei winkelt ihr die Knie an und legt die Arme neben euren Körper. Jetzt hebt ihr euer Becken und verbleibt einfach in dieser Stellung.

Diese Übung ist zugegeben etwas doof und unangenehm, aber sie soll dem Baby sehr gut dabei helfen, sich herum zudrehen. Es wird empfohlen, sie zweimal täglich jeweils fünfzehn Minuten zu machen. Wem das zu viel ist, rate ich, sie nur ein paar Minuten zu machen. Wie bei allen Sachen in der Schwangerschaft, die zu unangenehm sind, gilt auch hier: Man muss nicht über sich hinaus wachsen. Man sollte immer nach seinem Gefühl gehen und nicht an seine absoluten Grenzen. In erster Linie steht immer das was Deinem Körper gut tut und nicht das was manche glauben, was dann zu Erfolgen führen könnte. Immer lieber auf Nummer sicher gehen und auf den eigenen Körper hören.

Eure Laila

Baby in Beckenendlage zum Drehen animieren: So kann es klappen

Als sich meine ins letzte Drittel bewegte, lag meine Tochter immer noch mit dem Po nach unten in meinem Bauch. Die Mission meiner Frauenärztin war schnell klar: Sie wollte mein Baby in Beckenendlage zum Drehen animieren.

Inhalt dieses Artikels

Warum dein Baby mit dem Kopf nach unten liegen sollte

Rund 95 Prozent der Babys drehen sich bis zur 34. Schwangerschaftswoche mit dem Kopf nach unten. Das ist die optimale Position für die Geburt, weil der große Kopf den Geburtskanal schon für die folgenden Gliedmaßen dehnt. Aber: Sollte das Baby bis zur Geburt in der Beckenendlage verharren und mit den Füßen oder dem Steiß zuerst auf die Welt kommen wollen, ist dies auch keine Katastrophe! Dennoch ist es sinnvoll zu versuchen, ein Baby in Beckenendlage zum Drehen zu animieren. Denn eine Geburt aus der aus Beckenendlage (kurz „BEL“ genannt) kann tatsächlich Komplikationen mit sich bringen (und wird auch nicht in jedem Krankenhaus durchgeführt), weswegen die oft schwere Entscheidung zwischen geplanten Kaiserschnitt und Spontangeburt ansteht.

Dein Baby selbst aus der Beckenendlage zum Drehen animieren:

Übungen

• Oft wird die Knie-Ellenbogen-Lage empfohlen. Dabei gehst du in den Vierfüßlerstand. Anschließend beugst du den Oberkörper nach unten und stützt ihn auf den Ellbogen ab. Der Po wird schön in die Höhe gereckt, das verschafft dem Baby Platz. Mach dir die Position gerne mit einem Kissen unter dem Kopf oder dem Bauch komfortabler, denn sie sollte dreimal täglich für eine Viertelstunde gehalten werden.

• Meine Gynäkologin empfahl mir die Indische Brücke: Ich sollte mich auf den Rücken legen, die Beine anwinkeln und den Po hochdrücken. Dadurch soll das Gesäß des Babys aus dem Becken der Mutter herausrutschen. Somit hat das Kind bessere Möglichkeiten, sich zu drehen. Zudem ist die Position für das Ungeborene nicht besonders angenehm – es wird dadurch motiviert, sich in eine gemütlichere Haltung zu begeben. Diese Übung hat sich wohl schon oft bewährt.. mir allerdings wurde dabei immer unheimlich schwindelig und ich empfand sie als sehr, sehr unangenehm. Einfach ausprobieren!

In diesem Video von Laila Maria Witt werden die beiden Übungen gut präsentiert:

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Das Baby aus der Beckenendlage zum Drehen „locken“

Ein weiterer beliebter Tipp, den Hebammen geben: Geräusche oder Licht können das Baby nach unten locken. Zum Beispiel kannst du dich mehrmals täglich hinlegen und dir dabei für etwa 20 Minuten eine Spieluhr auf den Unterleib legen. Oder du fährst mehrmals täglich mit einer Taschenlampe langsam von oben, seitlich hinunter über den Bauch. Mit etwas Glück folgt das Kind dem Geräusch, bzw. dem Licht.

So kann die Hebamme dein Baby aus der Beckenendlage zum Drehen motivieren:

„Moxen“

Diese Behandlung hat eine lange (chinesische) Tradition für Schwangere, deren Babys sich in Beckenendlage befinden. Bei der Moxibustion, kurz „Moxen“ genannt, wird eine Art Zigarre aus Beifußkraut angezündet und sehr nahe an die Außenseite der kleinen Fußzehen gehalten. Die Stimulation des „Blase-67-Punkts“ soll das Kind anregen, sich zu bewegen. Als empfehlenswert gilt diese Behandlung zwischen der 33. und 37. SSW. Die Erfolgsrate liegt bei 30 bis 40 Prozent. Allerdings kann natürlich keiner sagen, ob sich diese Kinder in diesem vergleichsweise langen Zeitraum vor der Geburt nicht ohnehin noch gedreht hätten. Ob man es versuchen möchte, ist deshalb eine Glaubensfrage. Zumindest gibt es keine Nebenwirkungen.

Was der Arzt tun kann

Äußere Wendung

Wenn sanfte Mittel versagen, kommt handfeste Schulmedizin zum Einsatz. Was die „äußere Wendung“ angeht, gibt es verlässliche Zahlen. Die Chance, dass es dem Arzt gelingt, das Kind in Beckenendlage mit speziellen Handgriffen von außen zu drehen, liegt bei 50 Prozent. Voraussetzung: Es muss noch genügend Fruchtwasser vorhanden sein. Solange dies der Fall ist, kann die Behandlung zwischen der 36. SSW und der Geburt durchgeführt werden. Morgens geht es nüchtern in die Klinik. Dort wird nach einem Ultraschall noch ein Blick auf den Wehenschreiber (CTG) geworfen. Spricht nichts dagegen, kann danach die äußere Wendung gestartet werden. Da der Druck auf die Bauchdecke vorzeitige Wehen auslösen kann, wird dabei ein Zugang mit einem wehenhemmendes Mittel gelegt. Leicht erhöht ist auch das Risiko einer Plazenta-Ablösung. In einer Studie traf diese 0,3 Prozent der Frauen, die eine Wendung vornehmen ließen.

Das Kind bleibt in Beckenendlage: Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Vor Jahrzehnten noch war eine Spontangeburt aus Beckenendlage etwas ganz Normales und Ärzte sowie Hebammen waren gut darauf vorbereitet. Logo, damals war ein Kaiserschnitt noch ein eher gefährlicher Eingriff, den man nur im äußersten Notfall vornahm. Leider haben die meisten Ärzte „verlernt“, wie es funktioniert, da später lange Zeit von einer natürlichen Geburt aus Beckenendlage abgeraten wurde. Eine Studie hatte darauf hingewiesen, dass sie angeblich zu viele Gefahren berge. Diese Studie gilt heute als fragwürdig, so dass es nun wieder zu einer Trendwende kommt, denn grundsätzlich ist eine natürliche Geburt oft die bessere Wahl.

Auf die Geburt aus Beckenendlage trifft dies (derzeit noch) nicht immer zu. Nämlich immer dann nicht, wenn das Personal dafür nicht geschult ist, es sich um eine Frühgeburt handelt, das Kind groß oder das mütterliche Becken eher klein ist, ein Nabelschnurvorfall vorlag sowie falls die Mutter an Diabetes oder Präeklampsie leidet. Auch gibt es bestimmte Risiken bei einer natürlichen Geburt aus dieser Position: Da der weiche Po die Geburtswege nicht so gut weitet wie der Kopf, kann die Geburt langsamer voran gehen. Dabei sollte gerade der Kopf rasch geboren werden. Er drückt sonst womöglich zu lange auf die Nabelschnur und verringert damit die wichtige Sauerstoffversorgung. Fast immer wird deshalb ein Dammschnitt gemacht, um die Sache ein wenig zu beschleunigen.

Das heißt aber nicht, dass man in jedem Fall den Kaiserschnitt vorziehen sollte!

Mit dem passenden Personal muss sich die Spontangeburt aus der Beckenendlage nicht sehr von der aus einer Kopflage unterscheiden. Dieses ist wieder in mehr Kliniken zu finden als noch vor ein paar Jahren.

Deshalb sollte man sich auf jeden Fall vor einer Entscheidung ausführlich in den in Frage kommenden Kliniken beraten lassen. Gibt der Arzt keinen eindeutigen Rat, sollte die Mutter entscheiden, mit welcher Option sie sich wohler fühlt und sich dabei von niemandem reinquatschen lassen. Denn Anspannung und sorge sind die schlechtesten Geburtsbegleiter und auch hier gar nicht nötig, denn die allermeisten Kinder aus Beckenendlage kommen hierzulande genauso gesund zur Welt wie ihre Kameraden, die sich gedreht haben.

Zu bedenken: Das Kind hat manchmal gute Gründe, sich nicht zu drehen!

Dreht sich das Kind trotz allerBemühungen nicht aus seiner Beckenendlage, dann könnte es durchaus sein, dass es dafür einen gravierenden Grund hat – der oft erst nach dem Kaiserschnitt erkannt wird. Dabei ist das mütterliche Becken manchmal für eine normale Geburt schlichtweg zu eng, manchmal gibt es auch Komplikationen mit der Nabelschnur oder medizinische Probleme, die dafür sorgen, dass das Kind lieber in seiner vermeintlich ungünstigen Position bleibt. Es ist also gerade in diesem Fall mal wieder gut, auf seinen Bauch (und seinen kleinen Bewohner) zu hören.

Und wie es bei mir ausging? Meine Tochter hat sich nicht gedreht – und sie erblickte per Kaiserschnitt das Licht der Welt. Da sie aber zu früh geboren wurde und dazu noch andere Komplikationen auftraten, wäre es wohl sowieso die Operation geworden.

Wer hier schon länger liest, der weiß, dass ich ein Faible für Geburten aus Beckenendlage habe. Vielleicht, weil meine Tochter auch so geboren wurde? Lange Zeit wurden Beckenendlagengeburten als extrem risikoreich eingeschätzt – zu Unrecht, wie inzwischen bekannt ist.
Frauen, deren Kinder mit dem Popo voran lagen, wurden kurzerhand – aus Sicherheitsgründen – per Kaiserschnitt entbunden. Im Zuge dessen ist das Wissen für eine gute Beckenendlage-Begleitung mancherorts leider fast vollständig verloren gegangen. Glücklicherweise hat sich das aber schon wieder geändert, so dass inzwischen wieder mehr Kliniken Beckenendlagengeburten im Repertoire haben. Das ist übrigens ein ganz typisches Hin- & Her in der Entwicklungsgeschichte der deutschen Geburtshilfe…

Als Cathleen ihren Sohn bekam, hatte dieses erneute Umdenken gerade erst begonnen. Es ist also schon etwas länger her, da schickte sie mir den Geburtsbericht ihrer Beckenendlage (BEL) mit den Worten:

„Der Chefarzt hatte uns von der spontanen Geburt abgeraten.
Aber ich erlebte eine spontane, wunderschöne und schnelle Geburt ohne Komplikationen. Ich hoffe darauf, dass mein Bericht vielen Frauen Mut schenkt. Das wäre toll. Denn dies ist mein Plädoyer dafür, doch auf sein eigenes Gefühl zu hören. Babys in Beckenendlage sind nämlich nicht falsch, sondern nur andersherum.“

Dem kann ich mich nur anschließen. In den allermeisten Fällen ist eine BEL-Geburt nämlich gar kein Problem, vorausgesetzt die Hebammen oder Geburtshelfer kennen sich damit aus. Es gibt nur wenige Gründe, die gegen eine spontane BEL-Geburt sprechen. Hier kommt Cathleens Geburtsbericht, wie immer mit kleinen Anmerkungen von mir in lila:

Ausgangsposition: Beckenendlage

Zum vierten Mal standen die gefürchteten drei Buchstaben in meinem Mutterpass: BEL. Das war in der 32. Schwangerschaftswoche. Mein erstes Kind, ein Sohn. Ich erinnere mich an unseren Geburtsvorbereitungskurs: Die Hebamme zeigte eine Steißgeburt anhand eines Modells. Selbst dabei war es schwierig, die Babypuppe durch das Becken zu bekommen.

Oh ja, es ist generell schwierig, eine Puppe durch ein Demo-Becken zu stecken. Das kommt einerseits daher, dass ja wirklich wenig Spielraum vorhanden ist, und andererseits eine Puppe auch keinerlei Körperspannung hat, nicht mit hilft und vollkommen trocken ist. Bei einem echten Baby ist das während einer echten Geburt alles etwas anders.

Bis zur 36. SSW, so sagte man mir, sollte ich mir keinen Kopf um die Entbindung und mögliche Schwierigkeiten machen. Vielleicht gibt es Frauen, die das können – zu denen zähle ich sicher nicht! Ich habe mir Gedanken gemacht – mal mehr, mal weniger. Unser Sohn sollte auf natürliche Art und Weise auf die Welt kommen, am besten in einer schönen Atmosphäre. Soweit meine Vorstellung. Tja, jetzt hatte ich ein sitzendes Baby in mir – schon seit der 24. Woche.

Bis zur 32. SSW gehen wir immer noch davon aus, dass das Baby sich drehen wird. Wenn es sich zwischen der 32. & 34. SSW allerdings noch nicht gedreht hat, dann bleibt es meistens auch so. In der 36. SSW kann man noch einen Versuch der Äußeren Wendung machen. Wenn das nicht klappt, dann entscheidet man sich für den gewünschten Geburtsmodus: Spontangeburt oder Kaiserschnitt.

Meine Beleghebamme – zum Glück hatte ich eine – machte mir Mut. Also informierte ich mich zusammen mit meinem Partner. Das war schwierig. Im Internet fanden wir zahlreiche, schreckliche Berichte über vaginale Beckenendlagen-Geburten. Fundierte Informationen aber gab es nur wenige. Nach Gesprächen mit Hebamme und Ärzten stand für uns fest, dass unser Kind, wenn möglich, selbst entscheiden dürfte, wann es kommen möchte. Also kein geplanter Kaiserschnitt. Nein, wir wollten eine spontane Steißgeburt.

Natürliche Wendungsversuche

Die Hoffnung, dass unser Kind sich noch drehen würde, blieb. Doch mein Gefühl sagte mir schon früh, dass da irgendwas nicht passt. Die Wochen vergingen. Von Osteopathie, über Moxen, Akupunktur und sogar Purzelbaumöl – ich probierte alles aus.

Was man alles machen kann, um ein Baby zur Wendung zu bewegen, habe ich im Artikel „Beckenendlage – Klar zur Wendung?!“ für euch zum Nachlesen aufgeschrieben.

Zum Glück hatten wir uns für ein Krankenhaus entschieden, in dem Steißgeburten durchgeführt werden. So saßen wir einige Male bei der Risikoschwangerschaftssprechstunde. Eine spontane Geburt aus Beckenendlage wird nur dann gemacht, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das Gewicht und das Kopf-Bauch-Verhältnis des Kindes wurden kontrolliert und ebenso seine Lage. Unser Kind lag in einer reinen Steißlage. Seine Beine waren nach oben geschlagen. Alle Kriterien für die vaginale Entbindung waren gegeben.

Die äußere Wendung – ein Versuch

Wir hatten uns dazu entschieden, eine Äußere Wendung zu versuchen. Das war 37+0. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich dem zustimmen würde, hätte ich es ihm nicht geglaubt. Die Prozedur war unangenehm und schrecklich. Vorwärtsrolle klappte nicht. Beim Versuch der Rückwärtsrolle stoppte ich. Unserem Kind ging es nicht gut dabei und mir auch nicht. Nur bei dem Gedanken daran, bekomme ich noch heute Gänsehaut.

Eine Wendung klappt entweder relativ unkompliziert, oder es soll eben nicht sein.
Ich denke jedenfalls immer:
„Wenn es nicht einfach geht, dann geht es einfach nicht.“
Es wird schon seinen Grund haben… Einmal habe ich eine Wendung erlebt, bei der dann ein Notkaiserschnitt nötig war. Das war, nachdem die Frau – gegen ihren Wunsch – zu einem Wendungsversuch überredet wurde.

Bangemachen gilt nicht!

Es blieb also eine Beckenendlage.
Die Geburt kam für mich völlig überraschend. Ich hatte schon seit Wochen leichte bis mittelschwere Wehen – nicht erkennbar, ob es Senk- oder Übungswehen waren.
Bis zuletzt konnte ich wunderbar 12 Stunden am Tag schlafen. Doch zwei Tage vor der Geburt wurde ich unruhig. Ich wusste nicht warum. In meinem Kopf schwirrten nur die Geburt und die damit verbundenen Schwierigkeiten umher. Ich tat es damit ab, dass mir aus meinem Umfeld ständig Angst gemacht wurde. Das musste ich verarbeiten.

…und dann geht’s los

Sonntag vorm Zubettgehen hatte ich wieder leichte Wehen. Vielleicht zwei Stück. Das war 38+0.
Irgendwann schlief ich und wachte um 2 Uhr durch eine Wehe auf. Nichts Ungewöhnliches. 5 Uhr kam die nächste Wehe. Kurz auf die Toilette und wieder schnell ins warme Bett. Mein Partner entgegnete mir: „Sind das jetzt Senkwehen?“ Als ich das Licht ausmachte, merkte ich in der nächsten Wehe plötzlich einen Tritt meines Kindes und ein „Plopp“ – das war wohl die Fruchtblase.

Aufregung pur. Ich wusste ja nicht, ob der Steiß bereits tief im Becken saß. Sofort lagerte ich mein Becken hoch. Schnell die Handtücher vom Nachttisch geangelt (ich hatte vorsorglich welche deponiert) und unter den Po geschoben. Das Fruchtwasser schwappte bei jeder Bewegung unseres Babys heraus. Ich zitterte und war völlig aufgelöst. Der Anruf bei unserer Beleghebamme war schnell gemacht, der Krankentransport bestellt. Nach ewigen Diskussionen mit den Männern der Feuerwehr, die mich nicht auf einer Liege die Stufen herunter tragen wollten (ein Unding!), rannte ich die vier Stockwerke schnell herunter und sprang in das Auto auf die Liege. Mir war mulmig zumute und die Wehen kamen immer häufiger durch meine Anspannung. Hoffentlich ging es unserem Baby gut.

In wie fern die Positionierung der Frau die Häufigkeit, beziehungsweise das Auftreten eines Nabelschnurvorfalls überhaupt beeinflusst, dazu wird immer noch geforscht. Die ersten Ergebnisse gibt es hier: „Nabelschnurvorfall bei Blasensprung, hat die Position der Frau einen Einfluss?“
Und wie hoch dementsprechend der Nutzen eines Liegend-Transportes nach Blasensprung ist, darüber hat meine liebe Kollegin Anja in „Fragen an die Hebamme #25: Liegendtransport bei Blasensprung?“ sehr ausführlich berichtet.
Alles in allem kann man sagen, dass der Liegendtransport ad absurdum geführt wird, wenn die Frau vorher die Treppe runter läuft.

Organisationsprobleme

Im Krankenhaus legte mich die Hebamme, die mich aufnahm, sofort ans CTG. Da waren sie, die Herztöne. Alles gut gegangen. Ich war erleichtert. Der Muttermund war tatsächlich schon drei bis vier Zentimeter offen. Ich war ein wenig verwundert, aber gut. Anscheinend ging es schnell. Der Steiß war fest, die Wehen waren noch unregelmäßig. Im Liegen waren sie unangenehm. Beim Laufen war alles gut auszuhalten.

Nach kurzer Untersuchung einer Stationsärztin kam nach gut drei Stunden der Chefarzt zu uns. Er hatte hochgezogene Augenbrauen. Das konnte nichts Gutes heißen. Er wollte noch einen Ultraschall machen. Vorher war uns gesagt worden, dass das nicht mehr nötig sei. Man wüsste ja, dass der Kopf oben läge. Ich schaute meinen Partner verwirrt an.

Nach der Untersuchung redete der Chefarzt auf uns ein. Er schallte unser Kind auf nur 2700 g und erzählte etwas von einer Nabelschnurumwicklung des Kopfes. (Bei der letzten Untersuchung war unser Kind bereits auf 3000g gemessen worden. Und vor der Äußeren Wendung hatten zwei unterschiedliche Ärzte nach der Nabelschnur geschaut. Da war nichts gewesen.)

Man sagt, die Messungen des Babys am Termin, variieren um bis zu +/- 500 Gramm. Sind schon Wehen vorhanden, wird es noch schwieriger.
Nabelschnurumwicklungen sind nur zu erkennen, wenn die Nabelschnur sehr locker um das Kind gewickelt ist, oder wenn man ein Ultraschallgerät nimmt, das den Blutstrom messen kann.
Fakt ist: die meisten Umschlingungen werden im Ultraschall nicht entdeckt. Und in den allermeisten Fällen sind sie auch komplett harmlos. Es kommen viele Kinder mit Nabelschnüren um Kopf, Arm oder Bauch zur Welt.

Er sagte uns, dass unser Vorhaben unter Umständen gefährlich sei. Und zu meinem Partner gewandt: „Ich an ihrer Stelle wüsste auch nicht, wie ich mich entscheiden sollte.“ Nebenbei kam dann noch das eigentliche Problem zur Sprache: das Personal. In diesem Krankenhaus wären entweder der Chefarzt, oder seine Stellvertreterin bei jeder Beckenendlagengeburt dabei. Sie wären die Erfahrensten. Der Chefarzt musste allerdings gleich zu einem Vortrag und seine Stellvertreterin war im Urlaub.

Gewissensfrage

Toll. Da lag ich nun mit geplatzter Fruchtblase, merkte wie sich alles in mir öffnete und die Entscheidung für eine vaginale Geburt musste noch einmal überdacht werden. Mir war zum Heulen zumute.
Es gab folgende Optionen:

  • gleich einen Kaiserschnitt zu machen
  • sich noch schnell in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen
  • oder das Baby doch hier spontan aus Beckenendlage, aber mit einer nicht so erfahrenen Oberärztin zu bekommen

Zum Glück hatte mein Partner noch einen klaren Kopf und bat darum, die diensthabende Oberärztin kennenzulernen.

Eine halbe Stunde später ging die Tür auf und der Chefarzt kam mit zwei Oberärztinnen herein. Er meinte: „Die Personalfrage wäre geklärt!“ Die Oberärztin aus dem Nachtdienst, die gerade Dienstschluss hatte, wollte zur Geburt unseres Kindes wiederkommen. Es wären also zwei Oberärztinnen da, welche die Geburt begleiten wollten. Kurz wurde uns erklärt, wieviel Erfahrung die Ärztinnen hatten. Nun standen wir vor der schwierigen Frage, wie wir unser Kind bekommen wollten.

In diesem Moment sträubte sich etwas in mir gegen einen Kaiserschnitt. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass das nicht der richtige Zeitpunkt dafür wäre. Unser Kind war stark, das wusste ich. Warum sollte es nicht so aus mir herauskommen? Ich weinte und fragte die Ärztinnen, wie ihr Gefühl dabei wäre. Im Nachhinein vielleicht eine blöde Frage, aber wie soll man auch so eine Entscheidung treffen?

Die Oberärztin aus dem Nachtdienst meinte, dass die Beckenendlage doch kein Problem sei. Die Wehen waren gut, der Muttermund ging auf und das Baby hatte keinerlei Stress. Sie tastete mich noch einmal ab, ob sich alles gut weiten würde und ging beruhigt nach Hause zum Schlafen. Eine tolle Ärztin. Wir hatten gleich das Gefühl, ihr vertrauen zu können. Mir kamen immer noch die Tränen, weil ich es komisch fand, dass wir uns gerade für den „unsicheren“ Weg entschieden hatten. Ich bin meinem Partner so unendlich dankbar, weil er in dieser Situation auf mein Bauchgefühl vertraut hat.

So soll es sein

Danach hatten wir etwas Ruhe. Mein Partner stärkte sich noch einmal mit Essen und ich lief im Kreis herum und veratmete Wehen. An Hinsetzen oder Hinlegen war gar nicht zu denken, das war zu unangenehm. Der Muttermund öffnete sich weiterhin gut und mit acht Zentimetern wurde es für mich doch noch schmerzhaft. Schon bald wurde die Oberärztin aus dem Schlaf geweckt und kam schnell angeradelt. Ich hatte schon eine für mich angenehme Geburtshaltung eingenommen: den Vierfüßlerstand. Und schon begann die Austreibungsphase. Kurze Absprache, ob wir das jetzt wirklich machen wollen. Alle hatten ein gutes Gefühl, also ging es los.

Der Vierfüßlerstand ist nach derzeitig vorherrschender Meinung die optimale Position für eine Beckenendlagengeburt. Toll, dass du dir diese Position von ganz alleine gewählt hast.

Gefühlt war die Austreibungsphase eine Fließbandarbeit. Ich schob das Kind nach unten, es rutschte ein Stückchen zurück, Pause … das ging etwa zwei Stunden so weiter. Für mich war es sehr gut, dass es so langsam voranging. Das Gefühl, dass da ein Kind durch meinen Körper durchgeht – daran musste ich mich erst einmal gewöhnen.
Alle Anwesenden atmeten mit mir. Ich konzentrierte mich ganz auf mich, fühlte in mich hinein, aber folgte den klaren Anweisungen von Ärztin und Hebamme. Irgendwann hieß es dann: „Da ist schon der Po.“
Einige Wehen später lachte die Oberärztin und meinte: „Ihr Kind hat mir gerade sein kleines und großes Geschäft in meine Hand gemacht.“

Unser Sohn bewegte sich während dieser Phase immer noch doll und zeigte mir so, dass alles okay war. Selbst, als er schon halb aus mir heraus war, streckte er sich. Ein tolles Gefühl. Dann sprangen die Beinchen wie zwei Sprungfedern heraus. Wahnsinn. Von weitem hörte ich, wie weitere Personen in das Zimmer kamen. Die andere Oberärztin und ein Kinderarzt waren gekommen. Sie standen bereit, falls sie gebraucht würden. Wurden sie aber nicht. Es musste lediglich eine Armlösung durch die Oberärztin durchgeführt werden und der Kopf unseres Kindes wurde „herausgehoben“.

Das sind zwei geburtshilfliche Techniken, die ein Geburtshelfer bei einer BEL-Begleitung beherrschen sollte. Ich selbst hatte auch schon einmal die Ehre eine Beckenendlage zu entbinden, und zwar notgedrungender Weise ohne die eigentlich zwingende Anwesenheit der diensthabenden Ärztin… nachzulesen in: „Geburt aus Beckenendlage – Eine Geschichte aus dem Kreißsaal.“

Und dann plötzlich war es da. Unser Baby. Der Druck, der sich in der Schwangerschaft aufgebaut hatte, war draußen. Mein Sohn lag unter mir und schrie. Er war etwas blau, verknautscht und ganz schön groß. 3300 g schwer und 54 cm lang, wie sich später rausstellen sollte. Wow, ich war sprachlos. Ich hatte es geschafft, wir hatten es geschafft. Die Zeit stand still. Das schönste Gefühl überhaupt. Unbeschreiblich.

Hebamme und Oberärztin lagen sich in den Armen. Die anderen Ärzte hatten bereits den Kreissaal verlassen. Unserem Kind ging es prächtig. Wir waren so sagenhaft glücklich. Es war ein Wunder. Ein Traum. Unbeschreiblich. Die Geburt dauerte ab Blasensprung zehn Stunden.

Ohne die Unterstützung unserer Beleghebamme wäre so eine gute Geburt für mich nicht möglich gewesen. Die Atmosphäre im Kreissaal war entspannt und vertrauensvoll. Einfach toll. Die Ärztin, die Hebamme, wir als Paar und unser Kind – alles hätte nicht besser sein können.

Aus heutiger Sicht

Ich bin eine eher ängstliche Person, gehe immer auf Nummer sicher. Im Vorhinein wurde abgesprochen, dass wir die Möglichkeit der spontanen Entbindung nicht ausreizen werden. Wenn nur bei einem der Beteiligten ein schlechtes Gefühl aufgekommen wäre, hätten wir einen Kaiserschnitt gemacht.

Am zweiten Tag im Krankenhaus kam der Chefarzt zu uns und versuchte sich zu rechtfertigen – wahrscheinlich seine Art sich zu entschuldigen. Ich war zuerst sehr sauer auf ihn, mittlerweile bin ich ihm dankbar. Schließlich hatte sich in seinem Krankenhaus unser Traum erfüllt.

Wenn ich mir jetzt unseren Sohn so anschaue, kann ich mir nicht vorstellen, wie er da andersherum aus mir herauskam. Und genau das ist es: es ist unvorstellbar und deshalb so besonders. Ich werde mich ein Leben lang an diesen großartigen Moment erinnern und bin so unsagbar dankbar dafür.

Liebe Cathleen, vielen Dank für Deinen Bericht.

Die Ausgangsbedingungen für eine Geburt kann man sich natürlich nicht immer aussuchen. Mal hat man sich vorher eine schlaflose Nacht um die Ohren geschlagen und ist sehr müde. Oder es begegnet einem im Kreißsaal grummeliges Personal. Und ab und zu liegt das Baby eben in einer herausfordernden Lage.

Geburtsvorbereitung

Wie man in die Geburt startet, ist also von Frau zu Frau höchst unterschiedlich. Deshalb stellt für mich die Fähigkeit flexibel zu bleiben, eine der bedeutendsten Herausforderungen unter der Geburt dar. Das kann man vorher ganz leicht „mental trainieren“ und ist einer der Gründe, warum jede Frau und ihr Partner einen Geburtsvorbereitungskurs aufsuchen sollten.

Ich finde es mehr als bemerkenswert, dass Cathleen in all dem Chaos noch so gut auf ihr Bauchgefühl hören konnte. Die meisten Frauen hätte das ganze Hin und Her wohl gänzlich verunsichert. Aber ihr Wille war stark. Und sie hatte in ihrem Mann und der Beleghebamme eine richtig gute Begleitung. Das hilft natürlich und ist einer von vielen Faktoren, um eine richtig schöne Geburt zu erleben.

Mein Buch „Das Geheimnis einer schönen Geburt“ begleitet dich mit Tipps, gebündeltem Hebammenwissen und Arbeitshilfen auf dem Weg zu deiner persönlichen Traumgeburt.

Und bei euch so? Alles Tutti?

Gab es bei euren Geburten auch so einen Moment, der alles in Frage gestellt hat? Wart ihr euch die ganze Zeit hindurch sicher, dass alles gut laufen würde? Oder gab es Zweifel? – Bei euch oder von anderen Begleitern? War euer Bauchgefühl gut? Oder hat es jemanden von euch auch schon mal in die Irre geführt?
Ich würde mich über eine kleine Ereignissammlung hier in den Kommentaren von euch sehr freuen.

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Infoblatt: Entbindung aus Beckenendlage

Vor kurzem wurden Ergebnisse einer großen internationalen Studie veröffentlicht, die eine Aussage über die kindliche Erkrankungs-, Entwicklungs- und Sterberate von Kindern beinhaltet, die bei Beckenendlage entweder durch die Scheide oder durch Kaiserschnitt entwickelt wurden. Die Studie konnte belegen, dass das kindliche Erkrankungs- oder Sterberisiko sowie die spätere kindliche neurologische Entwicklung nicht von der Entbindungsart abhängig war. Voraussetzung dafür war allerdings, dass die Entbindung in einer Geburtsklinik durchgeführt wurde, in der ein qualifiziertes Team vorhanden war und das zu jedem Zeitpunkt über Operationsmöglichkeiten, Narkosearzt sowie Kinderarzt verfügte.

Daher führen wir üblicherweise bei Beckenendlage (Steißlage) die Entbindung auf natürlichem Weg durch. Aus unserer Sicht besteht bei den meisten Frauen keine medizinische Notwendigkeit für einen geplanten Kaiserschnitt.

Sollten Sie sich nach dem Beratungsgespräch für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden haben, so führen wir diesen selbstverständlich in unserer Klinik durch.

Eigene Ergebnisse

In den Jahren 1988-2005 wurden in der Frauenklinik Nürnberg/Schwerpunkt Geburtshilfe mehr als 1600 Kinder aus Beckenendlage geboren. Es wurden die Neugeborenen im Hinblick auf die kindliche Erkrankungsrate untersucht. Ca. 66 % aller Gebärenden brachten ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt. Dabei bestand keine Abhängigkeit von der Zahl der vorangegangenen Geburten bzw. dem Geburtsgewicht des Kindes. Es wurden bei den Kindern keine Hinweise auf einen erhöhten Sauerstoffmangel unter der Geburt gefunden. Alle Kinder, die nach 37 Schwangerschaftswochen geboren wurden, konnten gemeinsam mit der Mutter die Klinik verlassen. Bei Frühgeborenen muss mit einem Aufenthalt in der Kinderklinik wegen Unreife gerechnet werden. Auch bei diesen Kindern fand sich kein erhöhtes Erkrankungsrisiko im Zusammenhang mit der Entbindung durch die Scheide.

Die normale Geburt aus Steißlage erfolgt, wie bei jeder anderen Geburt, unter einer Überwachung der Sauerstoffversorgung des Ungeborenen (Registrierung der Herzfrequenz, CTG). Die Leitung der Geburt wird von einem erfahrenen Facharzt übernommen. Ein Dammschnitt ist nur selten notwendig, die Entscheidung wird immer individuell getroffen. Auch bei Beckenendlage ist eine ambulante Entbindung möglich.

Zur Schmerzlinderung unter der Geburt gibt es u. a. die Möglichkeit der Periduralanästhesie.

Sollte es innerhalb des Geburtsverlaufes zu einer kindlichen oder mütterlichen Gefährdung kommen, ist die Beendigung der Geburt durch einen Kaiserschnitt jederzeit sofort möglich (sekundärer Kaiserschnitt). Dieser kann je nach Situation in Periduralanästhesie (PDA), Spinalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt werden. Über Einzelheiten wird Sie der Narkosearzt informieren.

Für weitere Fragen und für die Planung Ihrer Entbindung stehen wir Ihnen gerne im persönlichen Beratungsgespräch in unserer Schwangerenambulanz zur Verfügung.

Literatur: Whyte, H at al. for the 2-year infant follow-up Term Breech Trial Collaborative Group: Outcomes of children at years after planned cesarean birth versus planned vaginal birth for breech presentation at term: The International Randomized Term Breech Trial. Am J Obstet Gynecol 2004; 191: 864-71

Beckenendlage – was bedeutet das für die Geburt?

Man spricht von einer Beckenendlage, wenn sich das Baby wenige Wochen vor der Geburt im Mutterleib nicht dreht. Das Wichtigste rund um die Steißlage: Methoden, das Baby noch zum Drehen zu bewegen und Fragen zur Geburt.

Wenn der Platz in der Gebärmutter enger wird, dann geht auch das Baby langsam in Startposition: mit dem Kopf nach unten rutscht es nach und nach weiter ins Becken. Bei den meisten Babys passiert das etwa in der 34. SSW. Doch einige lassen sich damit mehr Zeit. Etwa vier Prozent aller Babys liegen zum errechneten Geburtstermin noch in der sogenannten Beckenendlage (BEL) oder Steißlage.
Was tun? „Viele Schwangere machen sich bei einer Beckenendlage zu früh und meist auch völlig unnötig Sorgen“, sagt die Hebamme Eva-Maria Chrzonsz. Denn zum einen gibt es einigen Methoden, mit denen Babys doch noch zur Kehrtwende gebracht werden können. Zum anderen ist eine spontane Geburt auch dann möglich, wenn das Baby in der Beckenendlage sitzt.

Vaginale Geburt trotz Beckenendlage

Es ist ein moderner Mythos, dass bei einer Beckenendlage nur ein Kaiserschnitt für die Entbindung in Frage kommt. Dieser Irrglaube beruht auf einer fehlerhaften Studie. „Ein Forscherteam hatte darin vor einigen Jahren gezeigt, dass ein Kaiserschnitt besser sei für Frau und Kind. Viele Kliniken haben daraufhin bei Steißlagen nur noch Kaiserschnitte gemacht. Fünf Jahre später hat sich aber herausgestellt, dass die Studie falsch war. Sie wurde zurückgezogen. Trotzdem hält sich dieser Irrtum in den Köpfen vieler Leute“, erklärt Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfeabteilung der Uni-Frauenklinik Frankfurt am Main.
Keine Frage: Vaginale Steißgeburten können Probleme mit sich bringen. Das betont auch Louwen. Sie verlaufen langsamer und führen eher zur Erschöpfung der werdenden Mutter. Das liegt vor allem daran, dass die vorangehenden Körperteile – der Po oder die Knie – weicher und kleiner sind als der Kopf. Das Baby kann den Geburtsweg daher während der ersten Wehenphase nicht so effektiv dehnen. Der größte Kraftakt, der Kopf des Babys, kommt daher erst zuletzt. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass die Nabelschnur abgeklemmt werden könnte, bevor das Baby auf der Welt ist.

Schwangerschaft

10 Fragen zur Geburt

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Heikel werden kann das vor allem dann werden, wenn die Frau ein sehr schmales Becken hat oder das Baby besonders groß ist. In solchen Fällen raten Ärzte in der Regel doch zu einem Kaiserschnitt.
Aber das wird vor einer möglichen vaginalen Beckenendlagengeburt per Ultraschall kontrolliert.

Wendetechniken für Nachzügler

Liegen keine dieser Risikofaktoren vor, dann sind „Steißlagengeburten (sind) genauso sicher wie solche mit Kopflage. Und zwar unabhängig davon, ob es das erste oder das dritte Kind ist“, sagt Louwen, vorausgesetzt „die Entbindung wird von einem Arzt gemacht, der damit wirklich Erfahrung hat.“ Das heißt, Sie sollten sich auf jeden Fall eine Entbindungsstation suchen, die bereits Erfahrung mit diesen Geburten haben. So ist es Beispielsweise für Frauen mit Beckenendlage leichter im Vierfüßlerstand zu entbinden. Das kommt dem Geburtsmechanismus einer Beckenendlage deutlich mehr entgegen.
Doch dass es wirklich zu einer vaginalen Steißgeburt kommt, ist relativ selten. Statistisch gesehen kommen mit 95 Prozent fast alle Babys mit dem Kopf voran auf die Welt. Einige davon allerdings auf den letzten Drücker. Welche Methoden es gibt, das Baby mit sanften Wendetechniken in Kopflage zu bringen, liest du auf der nächsten Seite. Doch wage bitte keinesfalls eigenmächtige Experimente! Wer sein Kind zum Drehen bewegen will, darin sind sich Ärzte und Hebammen einig, sollte das unter fachkundiger Anleitung tun.

Wann eine äußere Wendung wirklich notwendig ist

Wenn sich das Baby nicht freiwillig dreht, gibt es verschiedene Möglichkeiten um es zum Drehen zu bewegen. Am schonendsten ist die indische Kehre. Etabliert aber auch heikler ist die äußere Wende. Diese darf aber nur von einem geübten Arzt gemacht werden.

Von indischer Kehre bis äußere Wendung

Leider gibt es einige hausgemachte Probleme, die es dem Baby erschweren, in die richtige Geburtsposition zu rutschen. So ist etwa ein zu durchtrainierter Körper, beziehungsweise sind zu trainierte Bauchmuskeln für das Baby ein Hindernis. Die Muskeln halten es einem etwas anderen Winkel zum Beckengürtel festhalten. Dadurch wird dem Kind sein Weg nach unten erschwert. Auch wer viel sitzt – egal ob im Büro, im Auto oder im weichen Sessel vor dem Fernseher – macht es dem Baby unnötig schwer. Statt in die Kopflage geht ihr Baby in die hinteren Hinterhauptslage. Das heißt, es liegt mit seinem Rücken an Ihrem Rücken und das Gesicht nach vorne.
Sitzen lässt sich aber kaum vermeiden, vor allem wenn gegen Ende der Schwangerschaft jeder Schritt irgendwie immer zu viel ist. Aber es kann schon helfen, sich beim Sitzen leicht nach vorne zu beugen, die Knie bleiben dabei unterhalb der Hüfte. Ein Kniestuhl ist in solchen Fällen ideal. Das wird Ihrem Baby dabei helfen, seinen Rücken nach vorn zu drehen und sich zu senken. Wenn es mit dem Drehen trotzdem nicht klappen will, dann gibt es noch verschiedene andere Wendetechniken, die Sie versuchen können.

Wer gerne den sportlichen Weg geht, versucht es am besten mit der „indischen Kehre“ (auch Wende oder Brücke). Dazu legt sich die Schwangere für maximal 15 Minuten rücklings und mit hoch gelagertem Becken auf den Boden. Arme und Kopf sollen dabei entspannt sein und die Unterschenkel nach unten hängen.
Dadurch soll der kindliche Popo zunächst aus deinem Becken raus rutschen und das Baby anschließend, durch dein schwungvolles Aufstehen, zu einem Purzelbaum angeregt werden. Außerdem ist diese Lage für das Baby unangenehm, so dass es (hoffentlich) eine andere, bequemere Position einnehmen will. Leider ist die indische Kehre auch für die Schwangere unangenehm. Ohnehin sollte man die Übung nie alleine machen! Denn manchen Schwangeren wird bei der indischen Kehre schwindelig oder schwarz vor Augen. Dazu kann es kommen, wenn die Gebärmutter, die jetzt bis zu sechs Kilogramm wiegt, kurzfristig die große untere Hohlvene (Vena Cava) abdrückt. Wenn das passiert, muss man die Übung sofort abbrechen und sich umgehend in Seitenlage begeben. Es gibt auch eine Alternative: Statt auf dem Rücken zu liegen, können Schwangere in die Vierfüßler-Stellung gehen und sich auf die Ellenbogen stützen, damit das Becken erhöht ist.
Eine ebenso weitverbreitete Methode, das Baby zum Drehen zu bewegen ist das sogenannte Moxen. Das Moxen kommt aus der chinesischen Medizin und zielt darauf ab, bestimmte Akupunkturpunkte zu stimulieren. An beiden kleinen Zehen wird je eine Akupunkturnadel gesetzt und mit einer Moxazigarre (Beifußkraut) leicht erhitzt. Angeblich bewirkt die Methode, dass sich die Schwangeren sehr gut entspannen und die Kindsbewegungen zunehmen. Der Vollständigkeit halber seien auch diese beiden Methoden genannt – einen wissenschaftlichen Nachweis, dass diese tatsächlich funktionieren gibt es allerdings nicht. Man nehme eine Taschenlampe und leuchte dem Baby damit von außen quasi den Weg. Das gleiche kann man auch akustisch modifizieren und dem Baby mit einem Glöckchen den Weg weisen. Einige Eltern schwören auf diese Methoden. Einen wissenschaftlichen Nachweis gibt es dafür wir gesagt nicht.

Wenn die Hebamme oder der Arzt eingreifen müssen

Definitiv etablierter ist die sogenannte „äußere Wendung“. Diese Methode sollte aber unbedingt erfahrenen Geburtshelfern in Kliniken angewandt werden! Bei der äußeren Wendung versucht der Arzt das Kind mit beiden Händen von außen zu drehen. Wenn das gelingt, macht das Kind in der Gebärmutter einen Rückwärtspurzelbaum. Der ideale Zeitpunkt dafür ist zwischen der 37. SSW und der 38. SSW. Denn dann ist das Baby noch ausreichend klein und es gibt noch genügend Platz in der Gebärmutter.
Wie jeder medizinischer Eingriff, ist auch die äußere Wendung mit Risiken verbunden. So werden der Schwangeren etwa wehenhemmende Mittel verabreicht. Das soll verhindern, dass durch den Eingriff vorzeitige Wehen ausgelöst werden. Natürlich wird das Baby während des gesamten Eingriffs genauestens medizinisch überwacht – es wird ein CTG geschrieben, um zu sehen, dass es dem Kind gut geht. Das hört sich schlimm und brutal an. Aber manchmal brauchen Babys eben nur einen kleinen Schups und drehen sich schnell in die richtige Geburtsposition. Aber natürlich gilt auch hier: Der Arzt muss die Technik beherrschen. Lassen Sie sich am besten von Ihrer Hebamme beraten. Diese kann Ihnen mit Sicherheit die Angst vor den verschiedenen Wendetechniken oder einer möglichen Beckenendlagengeburt nehmen.
So sieht eine äußere Wendung aus: Dr. Andrew Bisits dreht Christy Rojas Baby in der 37. SSW in die richtige Geburtsposition.

Baby, bitte dreh dich: Was tun bei Beckenendlage?

Man spricht von Beckenendlage oder Steisslage, wenn das Ungeborene in den letzten Schwangerschaftswochen mit dem Kopf nach oben liegt. Meist endet dies heute in einem Kaiserschnitt. Es gibt ein paar Methoden, die das Baby motivieren, doch noch den Kopf nach unten zu drehen.

Auf dem Ultraschallbild lässt sich sehen , ob sich Ihr Baby in Beckenendlage befindet. Foto: iStockphoto, Thinkstock

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Von Julia Wohlgemuth

Um die 30.Schwangerschaftswoche herum begeben sich die meisten Babys in die Startlage für die Geburt: Sie drehen sich mit dem Kopf nach unten. Nicht alle Babys jedoch scheinen davon überzeugt zu sein, dass es nur einen richtigen Weg nach draussen gibt. Wenn der Kopf oben ist und der Po nach unten zeigt, spricht man von der Beckenend- oder Steisslage. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche drehen sich weit über 90 Prozent der Ungeborenen in die geburtsfreundliche Lage mit dem Kopf nach unten. Danach wird es in der Gebärmutter recht eng und es kann schwierig sein, wenn sich ein Baby jetzt drehen möchte. Es gibt einige Methoden, wie das Baby doch noch in die Position mit dem Kopf nach unten gelockt werden soll. Denn die Beckenendlage hat weitreichende Auswirkungen auf die Geburt.

Beckenendlage gleich Kaiserschnitt?

Wird ein Baby spontan aus der Beckenendlage geboren, kommt logischerweise der Kopf als letztes auf die Welt. Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu Sauerstoffmangel und damit einhergehenden Folgeerkrankungen beim Neugeborenen kommt. Bei neun von zehn Fällen wird deshalb heute ein Kaiserschnitt bei Steisslage gemacht. Dies liegt nicht nur an dem höheren Risiko bei der Geburt, sondern auch daran, dass immer weniger Geburtshelfer Erfahrungen mit Vaginalgeburten bei Beckenendlage haben.

Wenn Sie trotz Steisslage gern natürlich entbinden möchten, sollten Sie sich ein Spital oder eine freie Hebamme suchen, die sich ausreichend mit solchen Geburten auskennen. In einem Spital, das sich auf Beckenendlagengeburten spezialisierst hat, wird man Sie ausführlich beraten und Risikofaktoren bestimmen. Bei manchen Frauen spricht nichts dagegen, dass sie es auch bei Steisslage mit einer Spontangeburt versuchen. Bei gewissen Ausgangsbedingungen wird man Ihnen jedoch wahrscheinlich von vornherein zu einem Kaiserschnitt raten. Dazu gehört zum Beispiel ein enges Becken der Frau, aber auch ein sehr niedriges oder sehr hohes Gewicht des Babys.

So dreht sich das Baby vielleicht doch noch: Äussere Wendung

Im Idealfall dreht sich allerdings das Baby vor der Geburt noch. Wenn dies bis zur 36. Schwangerschaftswoche nicht der Fall ist, wird Ihr Arzt Ihnen eventuell zu einer sogenannten „Äusseren Wendung“ raten, wodurch sich das Baby in die gebärfreundliche Position begeben soll. Dies wird in einem Spital durchgeführt, da bei Komplikationen das Ungeborene sofort durch Kaiserschnitt geboren werden muss. Geburtshelfer versuchen dabei, das Kind von aussen zu einer Rückwärtsrolle zu animieren, indem ein Arzt den Po des Kindes aus dem Becken hebt und ein zweiter Arzt versucht, das Baby zu drehen. In seltenen Fällen kann es dabei zu einer Ablösung des Mutterkuchens oder einer Nabelschnurumschlingung kommen. Die Erfolgsquote liegt etwa bei 50 Prozent und ist etwas höher, wenn die betroffene Frau schon eine Vaginalgeburt hatte.

Alternative Methoden der Wendung

Neben dieser Möglichkeit gibt es auch eine ganze Reihe von sanften Methoden, die eine Drehung des Babys bei Beckenendlage anregen sollen. Wissenschaftlich erwiesen ist der Erfolg dieser alternativen Methoden nicht, aber ein Versuch kann weder Mutter noch Kind schaden. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte „Indische Brücke“. Becken und Bauch werden hierbei zweimal täglich für etwa 10 Minuten hochgelagert. Ihre Hebamme kann Ihnen zeigen, wie das geht.

Regelmässig angewendet wird auch Moxibustion, eine Methode der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei wird ein bestimmter Akupunkturpunkt am kleinen Zeh mit der Wärme einer sogenannten Moxa-Zigarre behandelt, wodurch sich die Kindsbewegungen verstärken sollen. Auch Akupunktur wird von manchen Hebammen und Heilpraktikern durchgeführt. Haptonomie ist ebenfalls eine Möglichkeit, mit dem Ungeborenen in Kontakt zu treten und es zur Drehung zu bewegen.

Manche Frauen hatten auch Erfolg, indem sie eine Taschenlampe oder eine kleine Glocke einmal täglich vom Kopf des Kindes langsam zum Schambein geführt haben. Damit soll die Neugier des Kindes angesprochen werden und es soll mit dem Kopf dem Licht oder dem Geräusch folgen.

Warum sich manche Babys übrigens nicht mit dem Kopf nach unten drehen möchten, lässt sich nicht immer eindeutig feststellen. Es gibt jedoch verschiedene Risikogruppen, bei denen die Steisslage öfter vorkommt. So geht man davon aus, dass die Tendenz zur Beckenendlage vererbbar ist. Wenn Sie oder Ihr Mann also selbst schon eine Steissgeburt waren, kann es sein, dass dies auch bei Ihrem Kind wieder auftritt. Babys in Beckenendlage finden sich unter anderem auch etwas häufiger bei Frauen, die sehr viel oder sehr wenig Fruchtwasser haben oder bei tief- oder vorliegender Plazenta. Auch bei Mehrlingsgeburten kann es sein, dass mindestens ein Baby eine geburtsunfreundliche Haltung einnimmt.

Querlage

Neben der Kopflage und der Steisslage, kann es auch sein, dass sich das Baby in Querlage befindet. Wie es der Name schon sagt, liegt das Baby dabei quer im Bauch, das heisst Kopf und Füsse befinden sich auf einer Höhe. In diesem Fall wird fast immer ein Kaiserschnitt durchgeführt. Einzige Ausnahme: Falls es nicht die erste Geburt ist, kann kurz vor der Entbindung noch eine äussere Wendung versucht werden.

Beckenendlage – Wenn sich das Baby nicht drehen will

Beckenendlage – mögliche Probleme bei der Geburt

Bei einer Beckenendlage kommt der Kopf zuletzt auf die Welt. Für das Baby besteht das Risiko, dass es während des Geburtsvorgangs zu Sauerstoffmangel kommt.

Daher wird aus Sicherheitsgründen, vor allem in kleineren Entbindungskliniken, meist ein Kaiserschnitt durchgeführt Es gibt jedoch spezialisierte Kliniken und Hebammen, die die Risiken abschätzen und abwägen können, bevor sie zu Kaiserschnitt oder Spontangeburt raten.

Ein sehr enges Becken kann ein Grund sein, den Kaiserschnitt vorzuziehen, auch Größe und Gewicht des Ungeborenen spielen eine Rolle. Ist es sehr klein oder groß oder setzen vor der 32. Schwangerschaftswoche Wehen ein, wird möglicherweise eher zum Kaiserschnitt geraten.

Erfahrene Geburtshelfer wägen zunächst alle Risiken für Mutter und Kind ab, bevor sie eine Empfehlung aussprechen.

Dreht sich das Baby doch noch?

Hat sich das Ungeborene in der 36. Schwangerschaftswoche noch nicht gedreht, muss dies nicht zwangsläufig Kaiserschnitt oder Steißgeburt bedeuten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, es zur Drehung zu animieren.

Eine Methode ist die „äußere Wendung“ in einer Klinik. Dies kann versucht werden, wenn das Kind normal groß ist, ausreichend Fruchwasser vorhanden ist, die Plazenta günstig liegt und die Schwangerschaft bisher komplikationslos war. Unter Ultraschall versuchen die Ärzte, den Po des Babys aus dem Becken heraus zu schieben. Durch sanften Druck auf das Köpfchen wird es dazu gebracht, entweder eine Rolle vorwärts oder eine Rolle rückwärts zu machen und so in die richtige Position zu bringen. Nach erfolgreicher Wendung ist noch eine kurze Überwachung notwendig um auszuschließen, dass es zu Komplikationen gekommen ist. Der Vorgang birgt einerseits das Risiko einer Nabelschnurumschlingung, andererseits kann sich auch der Mutterkuchen ablösen.

In beiden Fällen muss ein sofortiger Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Die Erfolgsquote liegt etwa bei 60 Prozent. Bei Frauen, die bereits vaginal geboren haben, sind die Erfolgsaussichten höher. Hat das Kind zu wenig Platz zum Drehen (kann aufgrund von Gebärmutteranomalien der Fall sein), ist zu wenig Fruchtwasser vorhanden oder spricht die Lage der Plazenta dagegen, sehen erfahrene Ärzte von dieser Methode ab.

Daneben gibt es alternative Methoden wie die „Indische Brücke“. Dabei werden täglich für einige Minuten Bauch und Becken der werdenden Mutter hochgelagert, um eine Drehung des Babys anzuregen. Es soll sich in eine bequemere Position bringen. Eine erfahrene Hebamme kann hierzu eine Anleitung geben, da diese Methode auch Risiken birgt.

In der chinesischen Medizin ist eine Wärme-Akupunkturtechnik (Moxibustion) bekannt, die die Bewegung des Kindes anregen soll, bis es sich schließlich dreht. Zu diesem Zweck wird ein bestimmter Punkt am kleinen Zeh (Zhiyin) mit einer glimmenden Beifußkraut-Zigarre erwärmt.

Die Zigarre befindet sich in ausreichendem Abstand zur Haut, so dass keine Verbrennung entsteht. Der Akupunkturpunkt steht in Verbindung mit der Gebärmutter. Seine Stimulation soll sich auf diese und somit auf das Kind übertragen. Einem ähnlichen Prinzip folgt die Fußreflexzonenmassage, um das Kind zum Drehen zu animieren.

Einige Hebammen empfehlen Glocken und Taschenlampen als Hilfsmittel. Der Klang der Glocke im Vaginalbereich soll das Ungeborene neugierig machen und es so animieren, sich in diese Richtung zu drehen.

Eine leuchtende Taschenlampe bewegt die werdende Mutter zum Beispiel vom Köpfchen des Ungeborenen ausgehend nach unten, die Bewegung des Lichts soll ebenfalls dessen Neugier wecken.

Eine Erfolgsgarantie gibt es für keine dieser Methoden. Dennoch entscheiden sich viele werdende Mütter für einen Versuch, ihr Kind doch noch in eine gebärfreundliche Position zu bringen, bevor sie sich zwischen Kaiserschnitt oder Beckenendlagengeburt entscheiden müssen.

Mögliche Ursachen und Häufigkeit

Mediziner gehen davon aus, dass die Tendenz zur Steißlage vererbbar ist. War ein Elternteil selbst in Steißlage, ist also eher zu erwarten, dass auch das Ungeborene zu dieser Position neigt.

Hat die werdende Mutter außergewöhnlich wenig oder viel Fruchtwasser (Oligohydramnion beziehungsweise Polyhydramnion), kann das ebenfalls eine Ursache sein, dass sich das Baby nicht dreht. Des Weiteren werden im Zusammenhang mit der Beckenendlage häufiger eine vor- oder tief gelagerte Plazenta, Gebärmutterfehlbildungen und Gebärmuttermyome festgestellt, auch Mehrlings- und Frühgeburten gelten als Risikofaktoren.

Statistisch werden nur bei knapp fünf Prozent der Geburten in Deutschland Steißlagen festgestellt. In über 95 Prozent der Fälle dreht sich das Baby in eine gebärfreundliche Position mit dem Kopf nach unten.

Spontangeburt statt Kaiserschnitt

Sofern keine Geburtskomplikationen zu erwarten sind und keine offensichtliche Gefahr für das Baby besteht, bieten einige Kliniken an, Sie bei der Geburt aus Beckenendlage zu begleiten.

Der Geburtsvorgang gestaltet sich anders, denn der Kopf des Ungeborenen ist sein härtestes und größtes Körperteil. Er dehnt den Geburtskanal, der übrige Körper kann dann leichter hinausgleiten. Bei der Mutter bewirkt dies außerdem die Ausschüttung wehenfördernder Hormone.

Bei der Geburt in Beckenendlage sitzt das Kind dagegen mit den Fersen am Po oder dem Po voran im Becken. Per Ultraschall und durch Abtasten lässt sich die exakte Position feststellen. Bei einer Querlage oder anderen ungünstigen Position kann keine Spontangeburt erfolgen.

Die kleineren, weichen Körperteile werden also zuerst geboren, der Kopf hat es dann schwieriger. Ein Dammschnitt kann den Durchtritt erleichtern, auch per Hand oder mit einer speziellen Zange können Geburtshelfer den Kopf herausholen.

Der Kopf muss recht schnell befreit werden, denn die Nabelschnur führt an diesem großen Körperteil vorbei zur Plazenta und kann abgedrückt werden, dem Baby droht dann Sauerstoffmangel bis hin zur Erstickungsgefahr.

Da diese Art der Geburt für die Mutter sehr anstrengend ist, gehen die Ärzte meist großzügiger mit anästhetischen Mitteln um, um die Entspannung der Muskulatur und des Gewebes zu fördern.

Eine geeignete Klinik suchen

Erkundigen Sie sich bei einer Beckenendlage nach einer Klinik, die auf Steißgeburten spezialisiert ist. Hebammen und Frauenärzte können hier möglicherweise Informationen liefern.

Erfahrene Geburtshelfer werden Sie dort sorgfältig im Hinblick auf mögliche Risiken für Sie oder das Ungeborene untersuchen und detailliert beraten.

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