Bauch 30 ssw

Schwangerschaft: Was bedeutet es, wenn der Bauch öfter hart wird?

Meist handelt es sich beim Hartwerden des Bauches im letzten Drittel der Schwangerschaft – selten auch schon mal im 2. Drittel – um eine Art Übungswehen, die auch Schwangerschafts- oder Vorwehen, wilde oder falsche Wehen genannt werden. Medizinisch korrekt heißen sie Braxton-Hicks-Kontraktionen. Sie gehören zur Schwangerschaft und werden durch das Hormon Oxytocin ausgelöst. Der Bauch kann an manchen Tagen mehrmals hart werden, aber auch in grossen Abständen. Viele Frauen bemerken auch gar kein Hartwerden des Bauches.

Die Braxton-Hicks-Kontraktionen dienen der Vorbereitung auf die eigentliche Geburt. Sie trainieren gewissermassen die Gebärmutter auf ihre bevorstehende Aufgabe. Der Bauch wird dabei hart, weil sich die Gebärmutter zusammenzieht, meist geschieht das schmerzlos. Obwohl diese Übungswehen auch manchmal unangenehm bis schmerzhaft sein können, unterscheiden sie sich von den echten Geburtswehen vorrangig dadurch, dass sie keine Wirkung auf die Öffnung des Muttermundes haben, also keine geburtseinleitende Bedeutung. Besonders in den letzten Wochen vor der Geburt ist es für die meisten Frauen aber oft schwierig, zu unterscheiden, um welche Sorte von Wehen es sich denn nun handelt.

Braxton-Hicks-Kontraktionen sind fast immer unregelmässig und werden auch nicht von Schleim- oder leichten Blutabsonderungen begleitet wie das häufig bei Geburtsbeginn der Fall ist. Im Gegensatz zu echten Geburtswehen verschwinden sie auch beim Laufen, Ausruhen, Entspannen, Baden oder Hinlegen wieder. Viele Frauen reiben in der Schwangerschaft oft liebevoll instinktiv oder auch bewusst ihren Babybauch und tragen damit vermutlich dazu bei, dass der Bauch hart wird, weil Braxton-Hicks-Kontraktionen ausgelöst werden.

Weil es nicht immer leicht ist, Braxton-Hicks-Kontraktionen von echten Wehen zu unterscheiden, ist es auch völlig richtig, die Hebamme oder den betreuenden Frauenarzt zu kontaktieren, wenn Unsicherheit besteht. In aller Regel sind echte Wehen, die zur Geburt des Kindes führen, deutlich länger, sie kommen auch regelmässiger und bewirken eine Öffnung des Muttermundes und eine Verkürzung der Zervix.
Das hift, wenn die Braxton-Hicks-Kontraktionen als unangenehm empfunden werden:
Lagewechsel, eine entspannende und bequeme Position, auch eine Ruhepause, ein (nicht zu) warmes Bad, ein grosses Glas lauwarmes Wasser oder Tee, um ein evt. bestehendes Flüssigkeitsdefizit auszugleichen. Und bald ist der Bauch nicht mehr hart.

Warum Braxton-Hicks:Benannt nach dem britischen Arzt John Braxton Hicks (1823-1879), der 1872 in seiner wissenschaftlichen Abhandlung „On the contractions of the uterus throughout pregnancy. Their physiological effects and their value in the diagnosis of pregnancy“ solche Kontraktionen der Gebärmutter beschrieb, die keine direkte geburtsrelevante Bedeutung haben.

Geburtskanal Redaktion, Juni 2014
Silvia Skolik

Harter Bauch in der Schwangerschaft: Ursachen und Gegenmittel

  • Verstopfung: Viele Schwangere leiden unter Verstopfung, da der Darm in der Schwangerschaft aufgrund der veränderten Hormonlage meist etwas träger ist. Die Verstopfung macht dann den Bauch hart. Bei hartnäckigen Stuhlgangproblemen sollten Sie in der Schwangerschaft nicht zur Selbstmedikation greifen, sondern mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Über Ihre Ernährung können Sie jedoch selbst Einfluss darauf nehmen. Trinken Sie viel und achten Sie auf ausreichend Ballaststoffe. Auch Bewegung bringt den Darm in Schwung. Mehr Informationen zum Thema Verstopfung finden Sie in einem anderen Beitrag.
  • Gebärmutter: Das Baby wächst im Bauch und die Gebärmutter wird gedehnt. Da die Gebärmutter zum Teil aus Muskulatur besteht, kann sie auf Dehnung reagieren wie ein Muskel, nämlich mit Krämpfen. Diese führen dann zu einer Verhärtung des Babybauches. Das ist nicht schlimm und schadet auch nicht der Gesundheit des Babys. Ist es Ihnen unangenehm, besprechen Sie sich mit Ihrem Frauenarzt. Gegebenenfalls verschreibt er Ihnen ein Magnesium-Präparat gegen die Krämpfe. In welchen Lebensmittel viel Magnesium enthalten ist, können Sie bei uns nachlesen.
  • Krämpfe: Nicht nur die Gebärmutter, auch der ganze Bauch kann sich verkrampfen und somit hart werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie sich körperlich zu viel zumuten. Hier hilft eine Pause, Füße hochlegen oder auch ein Entspannungsbad.
  • Übungswehen: Etwa ab der 25. oder 26. Schwangerschaftswoche können erste Übungswehen für einen harten Bauch verantwortlich sein. Diese können mehrmals täglich und unregelmäßig auftreten und sind nicht von Dauer. Übungswehen sind im Gegensatz zu echten Wehen schmerzlos.
  • Senkwehen: Zwei bis vier Wochen vor der Geburt zieht sich die Gebärmutter zusammen und lässt das Baby so tiefer ins Becken rutschen. Das sind Senkwehen, die meist mit einem harten Bauch einhergehen. manche Frauen merken dabei nur ein Ziehen im Rücken, andere haben Schmerzen. Werden die Wehen zunehmend intensiv und halten an, handelt sich um echte Wehen und nicht um Senkwehen.

Schon in der ersten Schwangerschaft war mein Bauch oft sehr hart. Jetzt, in meiner zweiten Schwangerschaft, ist der Babybauch eigentlich durchgehend sehr hart oder „prall“. Ich bin der Frage, was ein harter Bauch in der Schwangerschaft zu bedeuten hat und ob das gefährlich sein kann, deshalb einmal nachgegangen.

Bei allen Frauen wird der Bauch in der Schwangerschaft immer mal wieder hart. Dabei handelt es sich um schmerzlose Übungswehen. Doch was, wenn der Schwangerschaftsbauch, so wie bei mir, fast durchgehend hart ist?

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Der Normalfall: vorübergehend harter Bauch bei Übungswehen

Die Gebärmuttermuskulatur besteht aus verschiedenen Schichten. Manche ziehen in die eine, andere in die andere Richtung zusammen. Bei Übungswehen, auch Braxton-Hicks-Kontraktionen, zieht sich eine bestimmte Muskelschicht für bis zu einer Minute zusammen und lässt dann wieder locker. Dabei wird Dein Bauch ganz hart und fühlt sich klein an. In späteren Schwangerschaftswochen spürst Du dann Extremitäten des Babys, die etwas hervorstehen, ganz deutlich unter der Bauchdecke.

Übungswehen sind in aller Regel schmerzlos und bis zum Ende des zweiten Trimesters bemerkst Du sie wahrscheinlich gar nicht richtig. Du fühlst maximal ein leichtes Ziehen im Unterleib. Im Gegensatz zu vorzeitigen Wehen oder echten Geburtswehen haben sie keinerlei Auswirkungen auf den Gebärmutterhals, d.h. dieser wird nicht kürzer oder öffnet sich gar. Im Gegenteil, Übungswehen sorgen sogar dafür, dass dieser sich noch fester verschließt.

Durch die Übungswehen „übt“ die Gebärmuttermuskulatur für die bevorstehende Geburt. Es werden Rezeptoren gebildet, die dafür sorgen, dass die Geburtswehen später möglichst wirksam sind und die Geburt nicht zu lange dauert.

Weitere Gründe für einen vorübergehend harten Bauch

Auch bei den Senkwehen gegen Ende der Schwangerschaft wird der Bauch hart und fest. Senkwehen fühlen sich ähnlich an, wie Übungs- oder Vorwehen. Sie treten bei vielen Schwangeren auf, wenn sich das Köpfchen des Babys ins Becken schiebt und der Bauch dadurch etwas nach unten rutscht.

Auch Verdauungsprobleme können Krämpfe und Kontraktionen verursachen, die sich vielleicht ähnlich wie Wehen anfühlen, damit aber nichts zu tun haben. Bei Verdauungsbeschwerden helfen ganz einfache Maßnahmen am besten: viel Bewegung, verdauungsfördernde Tees, Ballaststoffe, viel Trinken, ungeschwefeltes Trockenobst oder Pflaumensaft, sowie Leinsamen können die Verdauung in Schwung bringen.

Stress und körperliche Aktivität kann zu einem vorübergehend harten Bauch führen. Wenn Du feststellst, dass Du Dich überlastest, solltest Du dringend einen Gang zurück schalten. Der harte Bauch ist dann sozusagen ein Warnsignal.

Auch bei häufigen Kindsbewegungen wird der Bauch in der Spätschwangerschaft häufig hart. Denn wenn das Kind den Gebärmuttermuskel nach außen tritt – und damit dehnt – ist die Gegenbewegung meist ein Zusammenziehen der Muskulatur.

Wenn die Gebärmutter wächst, kommt es ebenfalls immer mal wieder zu einem harten Bauch. Das Wachstum der Gebärmutter findet schubweise statt.

Durchgehend harter Bauch in der Schwangerschaft: Hoher Muskeltonus

Das sind also die Gründe, warum der Bauch im letzten Trimester immer mal wieder hart wird. Aber was ist, wenn der Bauch fast durchgehend fest ist und sich prall und gespannt anfühlt – so wie bei mir? Auf den ersten Blick scheint es da in Foren und entsprechenden Beiträgen wenig Antwort zu geben.

Ich habe deshalb meine Hebamme gefragt.

Ihre Antwort: Bei mir liegt wahrscheinlich ein hoher Grundtonus der Gebärmuttermuskulatur vor. Das bedeutet, dass die Muskulatur aus irgendeinem Grund dauerhaft sehr angespannt ist und nur schwer locker lassen kann. Dabei handelt es sich also nicht um Wehentätigkeit, sondern um Anspannung. Natürlich ist der Übergang zu Übungs- oder Vorwehen fließend und meine Muskulatur ist für entsprechende Impulse sehr empfänglich.

Bei einer dauerhaft sehr hohen Anspannung der Uterusmuskulatur spricht man auch von einer Hypertonie der Gebärmutter: Der Bauch ist sehr angespannt und druckempfindlich. Er fühlt sich nie oder nur selten weich und geschmeidig an. Dieser erhöhte Muskeltonus tritt meist schon in der ersten Zeit der Schwangerschaft auf, nicht erst im letzten Drittel.

Ursache

Die Ursache ist laut meiner Hebamme bei manchen Frauen einfach nicht festzustellen. Der harte Bauch ist dann zwar unangenehm und kann zu weiteren Begleiterscheinungen führen, aber er ist nicht behandlungsbedürftig oder gefährlich.

In manchen Fällen handelt es sich bei einem harten Bauch aber um ein Symptom einer Erkrankung. Nur den hohen Muskeltonus selbst zu behandeln, reicht darum nicht immer aus. Deshalb solltest Du auf jeden Fall mit Deinem Gynäkologen sprechen, wenn Dein Bauch dauerhaft hart ist.

Als Ursachen für den erhöhten Grundtonus kommen in Frage:

  • Hormonstörung (Progesteronmangel, zu viel Androgene – männliche Hormone)
  • psychologische Faktoren / psychosomatisches Leiden
  • Entzündungen des Genitaltraktes
  • Endometritis
  • Tumorbildung oder Myom am Uterus
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • gynäkologische Infektionen

Folgen

Viele dieser Erkankungen erhöhen das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt, einer Unterversorgung des Fötus, einer spontanen Plazentaablösung, oder für Blutungen während der Schwangerschaft.

Wenn eine Erkrankung festgestellt wird, sollte diese natürlich nach Möglichkeit behandelt werden.

Behandlung

Ansonsten helfen bei einer „Hyperaktivität“ der Gebärmuttermuskulatur nur sehr simple Behandlungsmethoden:

  • gute Ernährung
  • aureichend trinken
  • genug Ruhepausen
  • Stressreduktion
  • Entspannungs- und Atemübungen, Yoga
  • mäßige Bewegung an der frischen Luft
  • Magnesiumeinnahme

Magnesium solltest Du immer in Absprache mit dem Arzt einnehmen, es ist bei einem harten Bauch in der Schwangerschaft aber auf jeden Fall sinnvoll. Einige Wochen vor der Geburt solltest Du es aber absetzen, da es auch die Wehentätigkeit hemmt.

Achte ansonsten auf magnesiumreiche Lebensmittel wie Banane, Brokkoli, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte.

Wann ein harter Bauch gefährlich ist

Wenn Dein Bauch nicht dauerhaft hart ist, kann er in Kombination mit anderen Symptomen gefährlich sein.

Aufmerksam werden solltest Du, wenn Du dabei starke Schmerzen und / oder vaginale Blutungen hast. Dann besteht die Gefahr einer plötzlichen Plazentaablösung (das ist allerdings sehr selten!): Der Bauch wird bretterhart, ist druckempfindlich. Gleichzeitig können Übelkeit, allgemeines Unwohlsein und Krämpfe damit einhergehen. Wenn Du den Verdacht auf so eine Komplikation hast, solltest Du umgehend in die Notaufnahme fahren, denn dann ist schnelles Handeln der Mediziner gefragt.

30. SSW: Beschwerden, Wehen und Vorwehen

Mit der 30. SSW steigt der Druck der Gebärmutter zunehmend und der Körper der Frau wird stark belastet. Es treten verschiedene Beschwerden verstärkt in der 30. SSW auf. Auch treten nun die Übungswehen, bzw. Vorwehen verstärkt auf, denn der Körper bereit sich ab der 30. SSW zunehmend auf die bevorstehende Entbindung vor. Wichtig ist, dass Sie nun auf Ihren Körper hören und ihm die Entspannung und Ruhe geben, die er braucht. Auch auf Anzeichen für echte Wehen sollten Sie in der 30. SSW achten.

SSW 30: Entwicklung des Babys

Beschwerden in der 30. SSW

Der Druck der Gebärmutter, die nun mit dem Fundus etwa in Höhe des Zwerchfells liegt, drückt nun sehr stark auf dieses. Daher kommt es nun schneller zur Kurzatmigkeit. Das heißt, Sie geraten schneller außer Puste und brauchen öfters eine Verschnaufpause. Treppen steigen oder auch schwere Lasten heben, kann dazu beitragen, dass die Kurzatmigkeit verstärkt auftritt. Nehmen Sie sich daher für alles etwas mehr Zeit und setzen Sie sich ruhig wenn Sie mal wieder etwas knapp bei Luft sind. Lassen Sie sich auch von Ihren Freunden und Bekannten helfen und ruhig mal den Haushalt liegen, wenn Sie gerade andere Beschwerden haben und sich nach Erholung sehnen.

Die Kurzatmigkeit lässt zum Ende der Schwangerschaft meist nach, da das Baby dann im unteren Bereich des Bauchs liegt und nicht mehr so stark auf das Zwerchfell drückt. Meiden Sie es auch ab der 30. SSW zunehmend schwere Sachen zu heben oder sogar zu Tragen. Das lastet schwer auf den Rücken und führt zu Schmerzen. Gegen Rückenschmerzen hilft in den meisten Fällen ein warmes Bad, Bewegungen in Form von Trainings und Massagen. Viele Frauen empfehlen auch einen Gymnastikball während der Schwangerschaft, um die Rückenschmerzen gering zu halten. Bewegung kurbelt zudem auch Ihre Verdauung an. Kleiner Tipp: Tragen Sie ab jetzt nur noch flache Schuhe, das schont Ihren Rücken und gibt einen sicheren Tritt. Trinken Sie ausreichend und achten Sie auf eine nährstoffreiche Ernährung. Das liefert Ihrem Körper wichtige Mineralstoffe und auch Vitamine, die Ihr Körper braucht. Entlasten Sie Ihren Kreislauf, in dem Sie bei jeder Gelegenheit Ihre Beine hoch legen.

Zunahme der Vorwehen ab der 30. SSW

Vorwehen werden auch als Übungswehen bezeichnet. Offiziell tragen Sie den Namen Braxton-Hicks-Kontraktion. Denn der englische Arzt John Braxton Hicks, beschrieb sie das erste Mal im Jahr 1872. Diese treten schon recht bald in der Schwangerschaft auf, meist ab Beginn des zweiten Drittels. In den meisten Fällen schmerzlos und unbemerkt von der Frau. Hierbei spannen sich die Muskeln der Gebärmutter für einige Sekunden an. Der Körper trainiert hierbei das Signal an die Gebärmutter und die Muskeln weiterzugeben. So hat der Körper während der Entbindung genug Übung, um diese Meisterleistung der Geburt durchzuziehen. Mit der 30. SSW nehmen die Vorwehen vermehrt zu. Wichtig ist, dass Sie während der Übungswehen auf Anzeichen für echte Wehen achten.

Anzeichen für Wehen in der 30. SSW

Wenn Sie jemanden fragen, wie Sie echte Wehen merken, werden Ihnen die meisten antworten, dass Sie das merken werden. Auch wenn für Sie das keine Antwort ist, mit der Sie Anzeichen differenzieren können, ist diese Antwort doch richtig. Wehen machen sich dadurch bemerkbar, dass sie anders als Übungswehen länger, regelmäßig auftreten und zudem mit Schmerzen verbunden sind. Treten die Wehen mit starken Schmerzen auf, Blutungen oder sogar Ausfluss und anderen Symptomen kann es sich um echte Wehen handeln. Geraten Sie nicht in Panik und rufen Sie wenn Sie sich nicht sicher sind erst Ihren Frauenarzt oder Hebamme an. Wenn Sie fühlen, dass etwas nicht stimmt, können Sie auch sofort in Ihr Krankenhaus fahren.

Treten echte Wehen in der 30. SSW auf, kann es zu einer Frühgeburt kommen. Hier kann Ihnen der Frauenarzt Wehenhämmer verschreiben und Sie mit Bettruhe nach Hause schicken. Bei geöffneten Muttermund und anderen Indikatoren, kann er Sie ins Krankenhaus einweisen. Hier werden Sie Kortison erhalten, mit dem die Lungenreifung Ihres Kindes angekurbelt wird und zudem werden Sie hier streng überwacht. Kommt es wirklich zu einer Frühgeburt in der 30. SSW hat Ihr Kind eine Chance von 97 %, dass es ohne Komplikationen überlegt. Es wird aber eine weitere medizinische Versorgung brauchen.

Wehen: Wie kann man Wehen auslösen und fördern?

Letzte Änderung: 27.08.2019
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Wehen entstehen, wenn sich die Muskelfasern der Gebärmutter zusammenziehen. Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Wehen, angefangen mit Schwangers- und Übungswehen ab der 20. SSW über vorzeitge Wehen, Geburtswehen bis hin zu Nachwehen. Um (Geburts-)Wehen zu fördern gibt es verschiedene Tricks: So kann zum Beispiel Sex, Bewegung, Brustwarzenstimulation und ein heißes Bad dabei helfen, Wehen auszulösen. Spätestens wenn die Wehen alle 5 bis 20 Minuten auftreten und etwa 30 bis 60 Sekunden andauern, steht die Geburt in vielen Fällen kurz bevor.

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Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto häufiger kommt es zu Wehen und desto stärker spürt die Schwangere sie.

Was sind Wehen?

Wehen entstehen, wenn sich die Muskelfasern der Gebärmutter zusammenziehen. Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Wehen, die

  • im Verlauf der Schwangerschaft (Schwangerschaftswehen, Übungswehen, Senkwehen),
  • der Geburt (Geburtswehen) und
  • der Phase nach der Geburt (Nachwehen)

auftreten und jeweils einem bestimmtem Zweck dienen. Meist spürt die Schwangere daher diejenigen Wehen, die sich typischerweise zur jeweiligen Zeit bemerkbar machen. Einen Grund zur Sorge stellen sie nicht dar.

Spürt eine Frau zu einem recht frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft Wehen – zum Beispiel in der 25. SSW –, ist sie oft verunsichert. Jetzt schon? Stimmt mit mir etwas nicht? Geht es meinem Baby gut? Vor allem erstmalig Schwangere kennen das Gefühl nicht und es fällt ihnen schwer, abzuschätzen, ob alles in Ordnung ist.

Aber woher weiß ich, dass es Wehen sind? Und wie fühlen sich echte Wehen an? Um diese Fragen beantworten zu können, hilft es, die verschiedenen Arten von Wehen zu kennen und zu wissen, wann sie normalerweise auftreten können.

Selten handelt es sich in der Frühschwangerschaft um vorzeitige Wehen. Diese sind regelmäßig und schmwerzhaft und wirken sich zu früh (vor Ende der 37. SSW) auf den Muttermund aus. Vorzeitige Wehen können eine Frühgeburt auslösen und sind ein Grund für einen Aufenthalt im Krankhaus – die Hälfte aller Frauen mit vorzeitigen Wehen entbindet aber trotzdem termingerecht.

Ob die Schwangere die unterschiedlichen Wehen spürt, hängt davon ab, wie groß die Gebärmutter (Uterus) ist und ob sich nur ein Teil oder die gesamte Gebärmutter anspannt. Sehr schwache Wehen lassen sich nur mit technischen Hilfsmitteln aufzeichnen, etwa dem CTG (Wehenschreiber). Ausgelöst werden Wehen von einem Hormon namens Oxytocin, das der Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse produziert. Wehen dauern in der Regel 20 bis 60 Sekunden an.

Wann man Wehen bemerkt und wie man Wehen empfindet, ist von Frau zu Frau und Schwangerschaft zu Schwangerschaft sehr unterschiedlich: Manche Wehen sind für alle werdenden Mütter spürbar (etwa die Geburtswehen), andere nehmen einige Frauen gar nicht wahr.

Ähnlich verhält es sich mit der Einstellung zu den Wehen: Während manche Frauen Angst vor Wehen haben, wünschen sich andere die Wehen regelrecht herbei und können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.

Wehen lassen sich nach ihrem zeitlichen Auftreten wie folgt einteilen:

  • Schwangerschaftswehen, Übungswehen
  • Vorwehen bzw. Senkwehen
  • Geburtswehen
    • Eröffnungswehen
    • Austreibungswehen und Presswehen
    • Nachgeburtswehen
  • Nachwehen
  • Stillwehen

Die Aussage „Ich bekomme Wehen!“ versetzt ein Paar nicht selten leicht in Panik. Fällt der Satz am Ende der Schwangerschaft, markiert er meist den Startpunkt zur Geburt und Spannung und Vorfreude steigern sich ins Unermessliche.

Weitere Informationen zum Thema Wehen finden Sie auch auf unserem Partnerportal gofeminin.de.

In aller Regel setzen sich Schwangere umso mehr mit dem Thema Wehen auseinander, je näher der Geburtstermin rückt. Da in Deutschland heutzutage fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommt, kennen viele Mütter das Gefühl einer richtig schmerzhaften Wehe, also einer Austreibungs- beziehungsweise Presswehe/Geburtswehe, gar nicht. Sehr wohl aber können sie Bekanntschaft mit Übungswegen, Senkwehen, Vorwehen und den Nachwehen gemacht haben.

Faustregel: Im letzten Drittel der Schwangerschaft sind maximal drei Wehen pro Stunde normal (ab der 26. SSW max. 1 Wehe pro Stunde, ab der 30. SSW max. 3 Wehen).

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Gegen Ende der Schwangerschaft wird das Warten auf das Baby immer schwerer. Neun Monate sind auch wirklich eine lange Zeit, bis ihr euren Liebling endlich in den Armen halten könnt. Zur riesigen Vorfreude kommen Ungeduld, Aufregung und natürlich Sorgen und gewisse Ängste hinzu. Schließlich wisst ihr nicht, was genau auf euch zukommt. Viele von euch werden sich kurz vor dem errechneten Geburtstermin die Frage stellen, wann genau der Zeitpunkt gekommen ist, um das Krankenhaus aufzusuchen oder wie ihr die richtigen Geburtswehen von den Vorwehen unterscheiden könnt.

Vor allem Erstgebärenden fällt es oft schwer, Geburtswehen von den Vorwehen zu unterscheiden. Gut gemeinte Aussagen wie „Du wirst merken, wenn es sich um die richtigen Wehen handelt“ sind für die Schwangere nicht gerade hilfreich. Im Gegenteil, oft verstärken sie die Sorgen der werdenden Mama noch. Wir haben die wichtigsten Anzeichen für euch zusammengefasst, die signalisieren, dass die richtigen Wehen beginnen und ihr euch auf den Weg ins Krankenhaus machen solltet.

Die Wehen-Phasen im Überblick

Alle Wehen-Phasen erfüllen einen wichtigen Zweck während der Schwangerschaft sowie bei der Geburt und äußern sich unter anderem durch eine unterschiedliche Intensität und Dauer. Unterschieden wird zwischen den:

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  • Übungswehen
  • Senk- und Vorwehen
  • Eröffnungswehen
  • Übergangswehen
  • Presswehen
  • Nachwehen

Wehen im Allgemeinen sind Kontraktionen der Gebärmutter. Bei der Gebärmutter handelt es sich um einen Muskel, der jedoch nicht von euch beeinflusst werden kann. Während einer Kontraktion zieht sich die Gebärmutter unwillkürlich zusammen und entspannt sich anschließend wieder. Dies tut sie so lange, bis ihr euren Schatz in den Armen halten dürft.

Medizinisch wird zwischen den Schwangerschaftswehen und den Geburtswehen unterschieden. Wie der Name schon sagt, begleiten euch die Schwangerschaftswehen bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche. Die ersten Übungswehen bereiten euren Körper auf die bevorstehende Geburt vor, jedoch haben sie keine Auswirkungen auf den Muttermund. In der Regel sind die Übungswehen nicht schmerzhaft und kommen in sehr unregelmäßigen Abständen. Manchmal machen sie sich durch einen harten Bauch oder leichte Unterleibsschmerzen, ähnlich wie bei der Menstruation, bemerkbar.

Gegen Ende der Schwangerschaft, ca. ab der 36. Schwangerschaftswoche, beginnen die Senk- beziehungsweise Vorwehen. Diese erfüllen den Zweck, dass sich euer Baby tiefer in das Becken senkt und sich somit in die Geburtsposition bringt. Begleitet werden die Senkwehen häufig mit einem Ziehen im Unterleib sowie im Rücken. Je näher der Geburtstermin rückt, umso intensiver werden die Schmerzen, welche dann bis in die Beine ausstrahlen können. Auch die Senk- und Vorwehen haben noch nicht genügend Kraft, um den Muttermund zu öffnen. Bis zur Geburt können noch einige Tage vergehen.

Anzeichen für die bevorstehende Geburt bzw. der Geburtswehen

Wodurch genau die Geburtswehen ausgelöst werden, ist bis heute nicht mit Gewissheit geklärt. Sicher ist jedoch, dass das Wehen-Hormon Oxytocin maßgeblich daran beteiligt ist, die Wehen auszulösen. Wenn euer Baby bereit ist das Licht der Welt zu erblicken, schüttet das weibliche Gehirn eine große Menge Oxytocin aus. Das Oxytocin sorgt für die schmerzhaften Kontraktionen der Gebärmutter, die nun in regelmäßigen und immer kürzeren Abständen erfolgen. Doch woran erkennt ihr, dass es sich tatsächlich um die Geburtswehen handelt und die Geburt kurz bevorsteht?

Wir haben verschiedene Anzeichen für euch zusammengefasst, die auf eine baldige Geburt hindeuten können:

Leichte Blutungen: Bei einigen Schwangeren kündigt sich die Geburt durch einen blutigen oder bräunlichen Ausfluss an, der mit einem schleimigen Sekret vermischt ist. Bei dem Schleim handelt es sich um den sogenannten Schleimpfropf, der den Gebärmutterhals während der Schwangerschaft fest verschlossen hält. Sobald sich der Muttermund zu öffnen beginnt, löst sich dieser Schleim und die Geburt lässt nicht mehr lange auf sich warten.

Der Blasensprung: Bei ca. 15 Prozent der Schwangeren kündigt sich die Geburt durch einen vorzeitigen Blasensprung an. Die Wehen setzen dann häufig direkt oder zumindest sehr zeitnah ein. Bei dem Rest der Gebärenden platzt die Fruchtblase während des Geburtsvorgangs im Krankenhaus und wenn die Wehen bereits eingesetzt haben. In welcher Menge das Fruchtwasser, welches farb- und geruchslos ist, letztlich abgeht, ist bei jeder Schwangeren unterschiedlich und kommt unter anderem auf die Position eures Babys an.

Die Wehen werden stärker und die Abstände immer kürzer: Die ersten Wehen kündigen sich mit einem Ziehen im Unterleib, im Rücken oder in der Leisten- sowie Steißgegend an und sind zu Beginn noch gut erträglich. Anfangs betragen die Wehen-Abstände zwischen 15 und 20 Minuten und dauern ungefähr eine halbe Minute an. In der nächsten Stufe verringern sich die Abstände auf ca. 10 Minuten und können bis zu 50 Sekunden andauern. Steht die Geburt unmittelbar bevor, kehren die Wehen alle 3 bis 5 Minuten wieder und dauern bereits eine Minute. Der Schmerz wird immer intensiver und die Wehen werden anstrengender.

Wenn ihr euch unsicher seid, ob es sich tatsächlich um Geburtswehen handelt, könnt ihr ein heißes Bad nehmen oder euch heiß duschen. Wenn die Wärme die Wehen fördert, könnt ihr euch ziemlich sicher sein, dass es jetzt tatsächlich ernst wird und ihr euch in den Eröffnungswehen befindet. Da es jedoch zu Kreislaufproblemen kommen könnte, solltet ihr das Bad nur nehmen, wenn ihr nicht alleine zu Hause seid.

Verstärkter Nestbautrieb: Viele Schwangere verspüren kurz bevor die Geburt losgeht, einen verstärkten Nestbautrieb. Sie sortieren – wahrscheinlich nicht zum ersten Mal – die Babykleidung und bereiten das Haus sowie das Kinderzimmer vor. Das könnte auch mit der weiblichen Intuition zusammenhängen.

Durchfall: Auch leichter Durchfall ist ein Indiz dafür, dass die Wehen kurz bevorstehen.

Wann es Zeit wird ins Krankenhaus zu fahren

Vor allem als Erstgebärende müsst ihr euch in der Regel keine Sorgen machen, es nicht rechtzeitig ins Krankenhaus zu schaffen. Im Durchschnitt vergehen von der ersten Wehe bis zum erlösenden Schrei eures Lieblings um die 14 Stunden, bei einer Erstgeburt häufig noch länger. Um im Ernstfall gleich ins Krankenhaus aufbrechen zu können, solltet ihr eure Kliniktasche bereits ein paar Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bereithalten. Neben wichtigen Papieren wie dem Mutterpass, der Versichertenkarte sowie eurem Ausweis, solltet ihr unter anderem ein Nachthemd, Binden, Stilleinlagen, BH´s sowie Hygieneartikel einpacken.

Als Faustregel gilt: Dauern die Wehen länger als eine Minute oder wenn die Wehen-Abstände nur noch zwischen 5 und 8 Minuten betragen und die Schmerzen immer stärker werden, solltet ihr euch umgehend auf den Weg ins Krankenhaus machen. Höchste Zeit für das Krankenhaus wird es außerdem, wenn eure Fruchtblase geplatzt ist. Sollte der Kopf eures Babys zum Zeitpunkt des Blasensprungs noch nicht vollständig im Becken legen, wird eine liegende Fahrt in einem Krankenwagen empfohlen. Somit wird verhindert, dass sich die Nabelschnur einklemmt und womöglich die Versorgung des Kindes unterbrochen wird. Ob der Kopf vollständig im Becken liegt, wird in den letzten Untersuchungen vor der Geburt vom Frauenarzt oder der Hebamme geprüft.

Weitere Gründe um sich auf den Weg ins Krankenhaus zu begeben:

  • Zusätzliche und unerklärliche Schmerzen neben den Wehen
  • Fieber oder erhöhte Temperatur
  • Übelkeit, Schwindel oder Augenflimmern
  • Frühzeitige Ablösung des Schleimpfropfens
  • Vaginale Blutungen

Die verschiedenen Phasen der Geburtswehen

Geburtswehen lassen sich in 5 Phasen unterteilen. In die Eröffnungswehen, Übergangswehen, Presswehen, Nachgeburtswehen und die Nachwehen. Hier könnt ihr euch über die verschiedenen Wehen-Phasen während der Geburt informieren:

  1. Eröffnungswehen: In erster Linie sorgen die Eröffnungswehen dafür, dass sich der Gebärmutterhals verkürzt und sich der Muttermund auf eine ungefähre Größe von 10 Zentimeter öffnet, damit das Köpfchen des Babys durchpasst. Oft dauert diese Phase besonders lange. Die Wehen-Abstände werden zum Ende hin mit 5 Minuten immer kürzer und dauern 60 bis 90 Sekunden an. Auch werden die Schmerzen so stark, dass Schwangere sich voll und ganz darauf konzentrieren müssen. Viele Gebärende nehmen in dieser Phase eine aufrechte Position ein, um die Wehen besser unterstützen zu können.
  2. Übergangswehen: Jetzt ist der Muttermund komplett geöffnet und das Baby befindet sich vollständig im Becken. Diese Wehen, bei denen besonders viel Oxytocin ausgeschüttet wird, empfinden viele Frauen als die Schmerzhaftesten.
  3. Presswehen: Die Presswehen signalisieren, dass euer Baby mittlerweile auf dem Beckenboden angekommen ist und ihr es bald geschafft habt. Bei den Presswehen ist eine aktive und kräftige Mitarbeit der Gebärenden sehr wichtig, um das Baby durch den Geburtskanal in Richtung Scheidenausgang zu pressen. Hier empfiehlt es sich auf die Kommandos der Hebamme zu hören, damit der Pressvorgang nicht unnötig durch ein „falsches“ Pressen verzögert wird. Ist das Köpfchen erstmal draußen, benötigt es meist nur noch eine Presswehe bis auch die Schultern und der Rest des Körpers das Licht der Welt erblicken.
  4. Nachgeburtswehen: Direkt nach der Geburt folgt die Ausstoßung der Plazenta sowie der Eihäute. Dieser Vorgang dauert ca. 15 Minuten und ist bei weitem nicht mehr so schmerzhaft wie die Wehen zuvor.
  5. Nachwehen und Stillwehen: Die Nachwehen treten noch mehrere Tage nach der Geburt auf. Sie unterstützen die Gebärmutter bei der Rückbildung, regen den Milchfluss an, stillen die Blutungen und beugen Nachblutungen vor. Da beim Stillen erneut Oxytocin ausgeschüttet wird, welches die Nachwehen auslöst, werden die Nachwehen bei stillenden Müttern auch Stillwehen genannt. Mütter von 2 oder mehreren Kindern empfinden die Nachwehen deutlich schmerzhafter, als Erstgebärende.

Die Schmerzen der Geburtswehen lindern

Es kann nicht beschönigt werden. Die Geburtswehen sind schmerzvoll und kräftezehrend. Doch habt Vertrauen in euren Körper. Dieser wurde neun Monate lang intensiv auf die Geburt vorbereitet und das Resultat der Strapazen ist das unglaublichste und wunderbarste was ihr euch erträumen könnt: Euer Baby! Ein paar kleine Tricks können euch jedoch helfen, die Schmerzen während der Geburt zumindest ein bisschen zu lindern:

Achtet auf die richtige Atemtechnik: Zu Beginn der Wehe tief durch die Nase in den Bauch einatmen und durch den geöffneten Mund wieder ausatmen. Auf keinen Fall die Luft anhalten.

Legt euch eine Wärmflasche an den Rücken. Massiert euer Kreuzbein sanft mithilfe eines Igelballs. Wechselt bei Bedarf die Position. Bewährt haben sich unter anderem der Vierfüßlerstand, die Hockstellung sowie die Seiten- und Rückenlage.

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Wird der Schmerz unerträglich, gibt es die Möglichkeit einer PDA oder anderer schmerzlindernden Medikamente.

Das ist die 30. SSW (Schwanger­schafts­woche) auf einen Blick

In der 30. SSW sollte die werdende Mutter, wenn sie das überhaupt noch tut, nicht mehr über längere Zeit flach auf dem Rücken liegen. Das Gewicht des Bauchs drückt in dieser Position auf wichtige Nerven und kann Kreislaufprobleme verursachen.

Das Baby ist jetzt ungefähr 40 Zentimeter lang und wiegt runde 1.400 Gramm. Ab der 29. Schwangerschaftswoche zwingt der Platzmangel das Baby dazu, die sogenannte Fötusstellung einzunehmen.

Zwischen der 29. und der 32. SSW steht die dritte und letzte große Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall an. Neben dem Ultraschall werden die üblichen Untersuchungen gemacht: Gewicht, Blutdruck und Hämoglobingehalt der Schwangeren werden ermittelt, der Urin auf Eiweiß, Zucker und Keime untersucht. Der Frauenarzt stellt den Gebärmutterfundus fest – also wo der obere Rand der Gebärmutter jetzt liegt.

Beim Ultraschall wird jetzt die Scheitel-Fersen-Länge (SFL) berechnet. Hierfür muss der Arzt die sogenannten biometrischen Daten ermitteln und verrechnen. Die Femurlänge multipliziert mit dem Faktor sieben ergibt die ungefähre Scheitel-Fersen-Länge (SFL).
Die restlichen Daten geben weitere wichtige Hinweise über die zeitgemäße Entwicklung des Babys sowie über sein Gewicht:

  • Biparietaler Durchmesser (BPD oder BIP): Kopfdurchmesser von Schläfe zu Schläfe. Im Ultraschall wird dafür der Abstand zwischen den Schläfen vermessen.
  • Femurlänge (FL): Femur = Oberschenkelknochen, lässt sich im Ultraschall gut vermessen. Alternativ zur FL kann auch die Länge des Oberarmknochens (Humerus) vermessen werden, die mit HL angegeben wird.
  • Fronto-okzipitaler Durchmesser (FOD): Kopfdurchmesser vom Hinterkopf bis zur Stirn
  • Kopfumfang (KU): wird von einigen Ärzten alternativ zum FOD vermessen
  • Abdomen/Thorax-quer-Durchmesser (ATD): Abstand von der rechten zur linken Bauchseite
  • Alternativ zum ATD werden häufig der Abdomen/Thorax-Umfang (AU) oder der Abdomen/Thorax-a. p.-Durchmesser (APD) vermessen.
  • AU: Bauchumfang
  • APD: Abstand vom Nabel zum Rückgrat

Welche dieser Daten der Arzt verwendet, hängt unter anderem davon ab, ob das Baby ruhig liegt oder sich bewegt und welche Maße genau vermessen werden können.
Auch jetzt wird noch einmal kontrolliert, ob die werdende Mutter ein oder mehrere Babys erwartet. Auch die Menge des Fruchtwassers wird überprüft sowie die Bewegungen und Herztöne des Babys und die Lage der Plazenta. Zuletzt werden alle Daten im Mutterpass notiert.

Es gibt eine Differenz zwischen Schwangerschaftswoche und Alter des Babys: Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Die Rechnung hat sich bewährt, weil sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt. In der 30. SSW ist das Baby daher etwa 28 Wochen alt.

Das Baby in der 30. SSW

Jetzt wiegt das Baby schon runde 1.400 Gramm und ist mit etwa 40 Zentimetern schon richtig groß. Etwa ab der 30. Schwangerschaftswoche können Babys übrigens Schmerzen empfinden – das ist besonders im Hinblick auf medizinische Eingriffe im Mutterleib bedeutsam und eine eher neue Erkenntnis. Noch bis in die 1970er Jahre dachte man vielerorts, dass Säuglinge bis zu einem gewissen Alter überhaupt keinen Schmerz spüren können.

Das Baby reagiert aber auch auf andere Reize jetzt immer sensibler. Daher können die werdenden Eltern ihm nur Gutes tun, wenn sie es öfter durch die Bauchdecke hindurch streicheln.

Unglaublich aber wahr: Die meisten Babys sind Rechtsnuckler! Tatsächlich lutschen die meisten Babys schon im Mutterleib lieber am rechten als am linken Daumen.

Auch wenn das Baby in der 30. Schwangerschaftswoche noch nicht die Geburtsposition mit dem Kopf nach unten einnimmt: Wegen des enger werdenden Platzes nimmt es jetzt die sogenannte Fötusstellung ein. Dabei zieht es die Knie weit nach oben, verschränkt die Arme vor dem Körper und rollt sich ein.

Darüber hinaus kann das Baby in der 30. SSW seine Körpertemperatur selbstständig kontrollieren, also von der mütterlichen abkoppeln. Auch wächst jetzt die zweite Generation von Haaren, das echte Kopfhaar, und ersetzt nach und nach die Lanugo-Behaarung.

Im Verlauf der Schwangerschaft werden sich die Größe und das Gewicht des Babys immer individueller entwickeln. Die hier genannten Werte können deshalb nur Durchschnittswerte sein. Werdende Eltern sollten sich daher keine Sorgen machen, wenn die vom Frauenarzt ermittelten Werte von den hier genannten abweichen.

Die Mutter in der 30. SSW

In der 30. SSW ist es für die werdende Mutter nicht mehr so einfach und angenehm, flach auf dem Rücken zu liegen. Und das ist auch gut so, denn diese Position sollte die Schwangere jetzt erstmal vermeiden. Der wachsende Bauch drückt auf Gefäße und Nerven im Rückenbereich und kann dadurch Kreislaufstörungen auslösen. Um dies zu vermeiden reicht es schon aus, in Seitenlage zu schlafen oder den Oberkörper leicht erhöht zu lagern.

Auch andere alltägliche Dinge fallen der werdenden Mutter jetzt vermutlich schwerer – vom Treppen steigen bis hin zu einem angeregten Gespräch kann sie vieles schnell außer Atem bringen. Schwangere leiden jetzt sogar häufig ohne große Anstrengung an Atemnot. Diese Kurzatmigkeit ist Folge der Größe und Lage des Kindes. Wenn das Baby bereits mit dem Kopf nach unten liegt, sich aber noch nicht ins Becken abgesenkt hat, drückt es mit Po und Füßen (oder, wenn es noch aufrecht „sitzt“, mit dem Kopf) gegen das Zwerchfell der Mutter und damit auch auf die Lunge. Das macht die Schwangere kurzatmig und schneller müde.

Die werdende Mutter benötigt daher jetzt deutlich mehr Ruhe und Entspannung. Auch wenn Schwangerschaft keine Krankheit ist: Sie ist eine Zeit, in der der Körper besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Schwangere sollten sich daher jetzt für alles die nötige Zeit nehmen!
Sitzen sollte die werdene Mutter aufrecht mit einem Kissen im Rücken, die Beine wenn möglich hochgelagert. Auch beim Liegen sollte sie ihren Körper stabilisieren und entlasten, indem sie sich leicht erhöht lagert, zusätzliche Kissen in den Rücken legt oder die Seitenlage einnimmt.

Um die 30. SSW ist es auch sinnvoll, noch einmal zum Zahnarzt zu gehen, um die Zähne kontrollieren und bei Bedarf eine professionelle Zahnreinigung vornehmen zu lassen.

Weitere Informationen zu Schwangerschaftsverlauf und Babys Entwicklung findest du bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Weitere Schwangerschaftswochen im Überblick:

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