Basaltemperaturkurve schwanger beispiele

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Auswertungshilfen für Temperaturkurven

So verschieden und einzigartig wie Frauen sind, so unterschiedlich verlaufen auch ihre Zyklen. Manchmal ist es jedoch hilfreich, zur Interpretation der eigenen Basaltemperaturkurve Beispiele zur Hand zur haben.

Eine typische Kurve

Hier sehen Sie eine typische Zykluskurve. Der Eisprung fand am 14. Zyklustag statt, erkennbar am Abfall der Temperatur und dem unmittelbar folgenden deutlichen Anstieg.

Die Gelbkörperphase dauert 14 Tage an. Um die Gelbkörperphase zu errechnen, zählen Sie die Anzahl der Tage, an denen die Temperatur über der Coverline liegt.

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Coverline

Die Coverline ist eine gedachte (oder von einem Programm errechnete) Linie, über die bei einem Eisprung die Werte ansteigen.

Sie ist zu ermitteln nach dem ersten Anstieg der Basaltemperatur, die dann mindestens 0,2 °C höher liegen muss als der Durchschnittswert der letzten sechs Tage.

Die untenstehende Beispielkurve zeigt diese gedachte oder errechnete Linie. Manchmal wird die Coverline auch auf Höhe des höchsten Wertes der letzten sechs Tage vor dem Eisprung gezogen.

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Früheste Auskunft über den Eisprung

Die früheste Auskunft darüber, ob ein Eisprung stattgefunden hat, können Sie drei Tage nach dem Eisprung erwarten.

In Ihrer Basaltemperaturkurve zeigt sich das so:
Wenn die Temperatur, wie in der untenstehenden Basaltemperaturkurve gezeigt, mindestens drei Tage über der Coverline angestiegen ist, können Sie davon ausgehen, dass der Eisprung stattgefunden hat und dass danach bis zur nächsten Menstruation keine Befruchtung mehr möglich ist.

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Abfall der Temperatur beim Eisprung

Wie Sie an dieser Beispielkurve sehen können, gibt es Kurven, bei denen der letzte Wert unter der Coverline deutlich niedriger ist als die meisten anderen davor.

Dies liegt am hohen Östrogenspiegel. Das ist der ideale Tag für Geschlechtsverkehr bei Kinderwunsch.

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Einmaliger Abfall nach dem Anstieg

Sinkt die Temperatur nach einem deutlichen Anstieg (0,1°C über der Coverline), der auf den Eisprung hinweist, für einen Tag ab und liegt danach wieder über der Coverline, so wird dieser Ausrutscher nicht bewertet. Man bezeichnet das in der untenstehenden Beispielkurve sichtbare Muster auch als „Fall-Back-Pattern“, also etwa „Rückfallmuster“.

Es gibt immer mal wieder äußere Umstände, die einen solchen Ausreißer verursachen, jedoch keinen Einfluss auf den Ablauf der Gelbkörperphase haben.

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Hohe Durchschnittstemperatur

Eine relativ hohe Durchschnittstemperatur, wie sie in der untenstehenden Beispielkurve zu sehen ist, kann auf eine Überfunktion der Schilddrüse hinweisen.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion können sein:

  • Werte, die über längere Zeit durchschnittlich höher als etwa 37 Grad Celsius liegen
  • lange Zyklen
  • geringe Menstruationsblutung und
  • unerklärliche Unfruchtbarkeit.

Allerdings zeigt die Basaltemperaturkurve trotz der erhöhten Durchschnittstemperatur das typische Bild mit Abfall zum Eisprung und deutlicher Erhöhung über die Coverline während der Gelbkörperphase.

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Zweite Zyklushälfe (Gelbkörperphase)

Die zweite Zyklusphase (auch Gelbkörperphase genannt) ist die Zeit zwischen der Ovulation (Eisprung) bis zum Eintritt der nächsten Menstruation. Die Anzahl der Tage wird gezählt als Tage, die über der Coverline liegen.

Abweichungen: Falls die Basaltemperatur schon ein oder zwei Tage vor Eintritt der Menstruation unter die Coverline fällt, werden diese Tage dennoch mitgezählt.

Bei der gezeigten Beispielkurve dauert die Gelbkörperphase vom 14. bis zum 27. Zyklustag an.

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Kurze Gelbkörperphase

Anhand der Basaltemperaturkurve lässt sich auch feststellen, wenn ein Zyklus eine zu kurze Gelbkörperphase hat.

In dem in der untenstehenden Kurve gezeigten 25-Tage-Zyklus dauert die Gelbkörperphase (die Tage über der Coverline) nur zehn Tage an. Eine zweite Zyklusphase, die weniger als zehn Tage dauert, kann ein Anzeichen für eine Gelbkörperschwäche sein und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

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Langsamer Anstieg

Typische Basaltemperaturkurven zeigen zum Zeitpunkt des Eisprungs einen deutlichen Abfall, um dann ebenso deutlich über die Coverline zu steigen.

Es gibt aber auch Kurven, bei denen nur ein langsamer Anstieg der Temperatur beim Eisprung zu verzeichnen ist. Das heißt, dass die Temperatur täglich nur um 0,1°C Grad steigt, wie Sie an der Beispielkurve sehen können. Dann liegt die Coverline schon 0,1 °C über dem Durchschnittswert der letzten sechs Tage.

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Niedrige Durchschnittstemperatur

Eine relativ niedrige Durchschnittstemperatur, wie in der untenstehenden Basaltemperaturkurve zu sehen ist, kann auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.

Symptome einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion können sein:

  • Werte, die über längere Zeit durchschnittlich unterhalb von 36°C liegen,
  • lange Zyklen,
  • anovulatorische Zyklen (ohne Eisprung),
  • verlängerte Phasen mit fruchtbarem Zervixschleim,
  • sehr starke Menstruationsblutung (=Zyklusstörung) und
  • unerklärliche Unfruchtbarkeit.

Allerdings zeigt die Basaltemperaturkurve trotz der niedrigen Durchschnittstemperatur das typische Bild mit Abfall zum Eisprung und deutlicher Erhöhung über die Coverline während der Gelbkörperphase.

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Später Temperaturabfall

In vielen typischen Fällen sinkt die Basaltemperatur unmittelbar mit Beginn der Menstruation deutlich ab.

Doch nicht bei allen Frauen ist die Temperatur schon zu Beginn der Menstruation gesunken. Auch ein später Temperaturabfall ist möglich, sodass die Temperatur durchaus auch erst im Laufe der Menstruation sinkt, wie die untenstehende Beispielkurve zeigt.

Wenn Ihre Kurve also so oder ähnlich aussieht, ist auch das völlig normal.

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Temperatur außer der Reihe

Falls in Ihrer Basaltemperaturkurve Temperaturen deutlich außer der Reihe vorkommen – wie in dieser Beispielkurve am 11. Zyklustag – sollten diese nicht berücksichtigt werden.

Solche einmaligen „Ausreißer“ können zum Beispiel durch Fieber, zu wenig Schlaf, Alkohol oder ähnliche Faktoren verursacht werden.

Die restlichen Werte der Beispielkurve ergeben ein klares Bild. Erst ab dem 15. Zyklustag liegen die Temperaturen durchgängig über der gedachten Coverline.

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Beispiel Basaltemperaturkurve: 26 Zyklustage

Bei einem etwas kürzeren Zyklus von 26 Tagen findet auch der Eisprung etwas früher statt, da die zweite Zyklushälfte in der Regel 14 Tage betragen sollte.

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Beispiel Basaltemperaturkurve: 28 Zyklustage

Dies ist ein Beispiel für einen normalen Zyklus mit Eisprung am 14. Zyklustag.

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Beispiel Basaltemperaturkurve: 32 Zyklustage

Bei einem Zyklus von 32 Tagen findet auch der Eisprung etwas später statt, normalerweise so um den 18. Zyklustag.

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Beispiel Basaltemperaturkurve: Kein Eisprung

Bei dieser Kurve ist nicht zu erkennen, dass die Temperaturen von drei aufeinanderfolgenden Tagen um mindestens 0,2° C höher liegen als in den vorangehenden sechs Tagen. Somit hat sehr wahrscheinlich (noch) kein Eisprung stattgefunden.

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Beispiel Basaltemperaturkurve: Schwanger?

Fällt die Temperatur am Ende des Zyklus beziehungsweise auch während der Menstruation nicht ab und steigt sogar noch weiter an, ist eine Schwangerschaft sehr wahrscheinlich.

Dies ist eine triphasische Kurve, die nach der vermutlichen Einnistung noch weiter ansteigt © 9monate.de

Beispiel Triphasische Basaltemperaturkurve

Normalerweise steigt nach einem Eisprung die Basaltemperatur um mindestens 0,2 °C. Die Temperatur bleibt bis zur Menstruation auf dem erhöhten Level und sinkt während oder nach der Blutung wieder ab. Die meisten Kurven zeigen einen deutlichen zweiphasischen Verlauf.

Es gibt aber durchaus Kurven, bei denen die Temperatur noch ein zweites Mal deutlich ansteigt. Dies geschieht etwa sechs bis neun Tage nach dem Eisprung und man geht davon aus, das dieser zweite Temperaturanstieg um die Zeit der Einnistung stattfindet. Triphasische Kurven werden daher im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft interpretiert. Ein triphasischer Kurvenverlauf kann (!) also ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein.

Meine NFP Schwangerschaftskurve Teil 1

Hast du eine NFP Schwangerschaftskurve dokumentiert? Wie kannst du an deiner Temperaturkurve eine Schwangerschaft erkennen? Mein Erfahrungsbericht!

Wie kannst du an deiner NFP Kurve eine Schwangerschaft erkennen? Das werde ich immer wieder von Frauen, die NFP zum Schwangerwerden anwenden, gefragt. In diesem Beitrag möchte ich die wichtigste Fragen zur NFP Schwangerschaftskurve beantworten und von meiner eigenen NFP Schwangerschaftskurve bei meiner ersten Schwangerschaft berichten.

Schwangerschaft mit NFP anhand der Temperaturkurve erkennen

Ja du hast richtig gelesen – es ist kein Arzt, Ärztin oder Schwangerschaftstest nötig, um herauszufinden, ob du schwanger geworden bist. Einfach durch die NFP Anwendung kannst du klar erkennen, dass du schwanger bist – und das NUR anhand deiner Temperaturkurve! Wenn diese nämlich deutlich länger nach dem Eisprung erhöht bleibt als sonst, bist du höchstwahrscheinlich schwanger. Konkret heißt das – ab dem 18. Tag mit erhöhter Basaltemperatur bist du zu 99,9% schwanger. Ich selbst konnte dadurch sehr eindeutig und früh meine bisherigen Schwangerschaften erkennen. Aber wie genau messe ich denn eine NFP Basaltemperaturkurve? Mit NFP (Abk. für Natürliche FamilienPlanung) ist an dieser Stelle die symptothermale Methode gemeint, die zusammen mit dem Zervixschleim- oder dem Muttermund-Körperzeichen sehr gut geeignet ist, um die hochfruchtbaren Tage im natürlichen Zyklus zu erkennen.

Schematische Grafik der Basaltemperatur-Hochlage mit 18 Tagen

Schwangerschaftskurven mit niedriger Temperatur

Es kann sein, dass während einer Schwangerschaft die Temperatur relativ niedrig ist. Dies kann immer verschiedene Ursachen haben. Eventuell hast du generell eine eher niedrig verlaufende Temperaturkurve.

Ungefährer Verlauf der Körpertemperatur durch den Tag-Nacht-Rhythmus

Oder du hast auf einmal deine Messzeit verändert und misst nun nicht mehr um 08:00 Uhr, sondern um 05:30 Uhr. Je früher es zum Zeitpunkt der Messung ist, desto niedriger ist auch deine Basaltemperatur. Die niedrige Temperatur, bei frühen Aufstehzeiten kann man mit dem zirkadianen Rhythmus erklären. Dieser natürliche zirkadiane Rhythmus begleitet uns Menschen seit vielen tausend Jahren. Es war und ist sinnvoll, dass die körperlichen Funktionen steigen, wenn die Sonne aufgeht. Der Anstieg der Körpertemperatur steht auch für die Aktivität der Körperzellen und den steigenen Energieverbrauch, die mit dem Licht gesteuert wird. Steht man sehr früh auf – am besten noch mit Wecker in der früh bei Dunkelheit, handelt man gegen diesen natürlichen Rhythmus. Die Aktivität der Zellen ist auf einem Minimum und somit ist auch die Basaltemperatur morgens geringer. Falls man aber generell sehr niedrige Temperaturkurven hat, ohne dass es durch den zirkadianen Rhytmus zu erklären ist, könnte das ein Hinweis auf eine Gelbkörperschwäche sein. Eine genauere Zyklusdiagnostik, wie sie in unserem eBook beschreiben ist, helfen, Licht ins Dunkeln zu bringen.

Schwangerschaftskurven mit Temperaturabfall

Ein Temperaturabfall innerhalb eines Schwangerschaftszyklus kann ebenfalls unterschiedlichste Ursachen haben. Hierbei ist vor allem interessant, wann die Temperatur herunter geht. Kurz vor oder während der Geburt fällt die Basaltemperatur natürlicher Weise stark ab. Dies hängt mit der Hormonumstellung des Körpers zusammen, der somit die Geburt in Gang bringt. Das gleiche gilt allerdings auch am Anfang oder Mitte einer Schwangerschaft, für den Fall, dass es zu einem vorzeitigen Ende der Schwangerschaft kommt. Ebenso gibt es diese Hormonsituation vor dem Einsetzen der gewöhnlichen Menstruation – die Temperatur fällt dann kurz vor Beginn der Blutung deutlich herunter. Verantwortlich für den Temperaturanstieg ist das Hormon Progesteron, das im Eierstock durch den Gelbkörper produziert wird. Der Progesteronspiegel ist in der Regel nach dem Eisprung erhöht – das bleibt im Fall einer Schwangerschaft bis zum dritten Schwangerschaftsmonat so! Es ist deshalb völlig normal, wenn du kurz nach dem Eisprung und der Empfängnis eine sehr hohe Temperatur hast und dann plötzlich ab circa dem dritten Schwangerschaftsmonat wieder eine etwas geringere Temperatur. Das liegt daran, dass die Plazenta des Babys ab dem dritten Monat einige wichtige Aufgaben übernimmt und somit weniger Progesteron im Eierstock produziert wird. Auch zwischendrin können immer mal Temperaturschwankungen auftreten, dass sollte man nicht zu ernst nehmen. Anders sieht es aus, falls innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen neben einem Temperaturabfall längere Zwischenblutungen auftreten. In diesem Fall ist ein Besuch bei einer gynäkologischen Praxis sinnvoll, um die Ursachen abzuklären. Falls du deine Basaltemperatur bei einer bestehenden Schwangerschaft weiter messen möchtest, versuche entspannt zu bleiben bei eventuellen Temperaturschwankungen. In den meisten Fällen sind Temperaturschwankungen normal und harmlos.

Glückskurve – schwanger trotz schwierigem Zyklus

Als ich damals 2012 schwanger werden wollte, war mein Zyklus nicht unbedingt optimal, sondern hatte schon einige Besonderheiten. Erstens hatte ich immer einen etwas späteren Eisprung und zweitens, hatte meine Temperaturkurve mir schon sehr lange angezeigt, dass ich häufiger eine zu kurze Temperaturhochlage hatte. Es waren manchmal nur neun Tage – manchmal aber auch zehn oder elf. Ich denke, das waren noch Auswirkungen von meiner jahrelangen Pilleneinnahme, die ich im April 2009 beendet hatte. Ja sogar Anfang des Jahres 2012 waren die Auswirkungen der Pille noch spürbar. Davon ließ ich mich allerdings nicht abhalten und hoffte einfach auf eine ausreichend lange und gute Gelbkörperphase. Und diese kam tatsächlich! Im folgenden Abschnitt erläutere ich dir meinen Schwangerschaftszyklus noch im Detail und du kannst ihn dir ansehen – ich habe ihn extra digitalisiert für dich 😉 , damit er schön anzusehen ist auf unserem Online-Blog. Damals habe ich überwiegend meine Zyklen per Hand mit einem Stift aufgezeichnet. Mein selbst erstelltes Zyklusblatt findest du in meinem eBook zum selber Ausdrucken sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um die Zyklusbeobachtung zum Schwangerwerden anzuwenden, mit der ich auch schwanger geworden bin.

Temperaturkurve mit Schwangerschaft – Meine erste Schwangerschaftskurve

So – nun kannst du hier meine Schwangerschaftskurve sehen. Am 18. Januar 2012 begann mein Zyklus mit meiner Menstruation und mein Eisprung lag um den 19. Zyklustag herum. Wahrscheinlich hat der Sex am 2. oder am 4. Februar zur Schwangerschaft geführt. Das war dann entweder drei Tage oder einen Tag vor meinem Temperaturanstieg. Statistisch gesehen ist die größte Chance, schwanger zu werden, einen Tag vor dem Temperaturanstieg. Da ich so auch schwanger geworden bin, kann ich dem nur zustimmen ;D. Das Interessante bei meinem ersten Schwangerschaftszyklus war, dass ich mir bereits 12 Tage nach meinem Temperaturanstieg sehr sicher war, schwanger zu sein. Denn 12 Tage lang war meine Temperatur sonst so gut wie nie oben. Als dann meine Temperatur auch noch auf einen echt hohen Wert anstieg, den ich in meinen früheren Zyklen so noch nie gemessen habe (37,35°C am 30.Zyklustag), meine Menstruation noch nicht eingesetzt, sowie auch keine Schmierblutung hatte und mein Brustspannen weiter anhielt, war es nur sehr logisch, dass ich schwanger sein musste. Dennoch kann es in der sehr frühen Schwangerschaft zu diversen Komplikationen kommen und ich wollte erstmal noch ein wenig länger abwarten bis ich es jemanden offiziell verkünde, dass ich schwanger bin. Marcus wusste es aber natürlich gleich von Anfang an :).

Meine NFP Schwangerschaftskurve beim 1. Kind

Fazit – Anhand der Temperaturkurve eine Schwangerschaft erkennen

Du siehst also, es ist sehr einfach, mithilfe der gemessenen Basaltemperaturkurve festzustellen, dass du schwanger geworden bist. Streng genommen bräuchte keine Frau einen Schwangerschaftstest kaufen, wenn sie NFP macht. Es ist aber wichtig zu erklären, dass es nicht reicht, allein die Temperatur zu messen. Schließlich ergaben Studien, dass sich nur in ca. 52% der Zyklen die fruchtbaren Tage mit der reinen Temperaturmethode bestimmen lassen. Die Temperaturmethode hat zu strenge Regeln für die Auswertung der Temperaturkurve, da sie nur das Eisprungzeichen der Temperatur zu Bestimmung der fruchtbaren Tage nutzt (Single Check). Erst durch die Entwicklung der symptothermalen Methode, welche neben dem Eisprungzeichen der Temperatur noch zusätzlich den Zervixschleim oder Muttermund zur Bestimmung der fruchtbaren Tage nutzt (Double Check), brachte es die Lösung. Die Regeln für die Temperaturauswertung konnten durch die Kombinaton von Schleim und Temperatur zur Bestimmung der fruchtbaren Tage vereinfacht werden. Somit ließen sich in Studien 94,5% der Zyklen von Frauen, die die symptothermale Methode anwenden, die fruchtbaren Tage bestimmen. Die symptothermale Methode ist also Mainstream tauglich. Die symptothermale Methode konnte auch in schwierigen Zyklen überzeugen und so konnten selbst Frauen, die in Schichtarbeit arbeiten, in über 90% ihrer Zyklen die fruchtbaren Tage bestimmen. Das Erkennen der Schwangerschaft an der Temperaturkurve funktioniert nur, wenn man die Temperaturkurve auch auswerten kann. Hier ist die symptothermale Methode die deutlich bessere Methode, da nur sehr wenige Frauen regelmäßig mit der Temperaturmethode auswerten können. Eine Schritt für Schritt Anleitung in die symptothermale Methode mit Beispielzyklen und Lösungen sowie zahlreichen Bonuses zum Thema „natürlich schwanger werden“ und Erfahrungsberichten findest du in meinem eBook, das ich dir für den Einstieg in die Zyklusbeobachtung sehr empfehlen kann. Mit der richtigen Messweise der Basaltemperatur und der Beobachtung eines zweiten Eisprungzeichens wie z. B. dem Schleim, kannst du ganz leicht selbst herausfinden, wann deinen hochfruchtbaren Tage im Zyklus sind, an denen du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwanger werden kannst. Die symptothermale Methode erreicht in Studien eine Schwangerschaftsrate von 81% nach nur 6 Monaten. Im Vergleich dazu werden nur ca. 60% der Frauen ohne Anwendung einer konkreten Methode schwanger. Es lohnt sich also wirklich NFP zu machen und seine fruchtbaren Tage zu bestimmen. Du hast meine Schwangerschaftskurve von meiner ersten Schwangerschaft gesehen – ich bin dank NFP bis jetzt zweimal schwanger geworden. Es ist hierbei wirklich wichtig, dass du die Methode richtig anwendest, da es andernfalls zu falschen Schlussfolgerungen kommen kann und die Methode dann eben nicht oder nicht optimal funktioniert. In meinem eBook findest du alles, was du brauchst, um sofort mit der Zyklusbeobachtung zu beginnen. Wenn du dann deinen Zyklus dokumentierst und nach den bekannten NFP Regeln, die fruchtbaren Tage bestimmst, kann du ab dem 18. Tag mit erhöhter Temperatur sagen, dass du zu 99% schwanger geworden bist.

Ich wünsche dir alles Liebe auf deinem Weg zum Wunschkind!

Deine Anne

Basaltemperatur während der Schwangerschaft

Hallo,
ich habe eine Frage zur Basaltemperatur während der Schwangerschaft. Ich bin in der 16. SSW und messe immer noch jeden morgen die Temperatur (warum? – keine Ahnung, irgendwie ist das drin, dass es ganz automatisch so läuft).
Nun beobachte ich seit ca. 14 Tagen wie die Temperatur immer weiter nach unten geht – vorallem in den letzten Tagen ist es mir total aufgefallen. In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft hatte ich immer etwas über 37 Grad, heute morgen waren es nur noch 36,64. Ist das normal?
Habt Ihr auch die Temperatur weitergemessen? Hattet Ihr auch so einen Abfall der Temperatur?
Letze Woche hatte ich einen FA-Termin, da war alles in Ordnung. Herzschlag und Bewegungen habe ich gesehen, Größe hat gepasst – alles super!
Ich bin nun aber die ganze Zeit in Sorge, dass etwas nicht stimmen kann. Denn ich war schon einmal schwanger und hatte eine Fehlgeburt (vor der 8.SSW), danach dauerte es über ein Jahr, bis ich wieder schwanger wurde (u. a. wurde auch PCO diagnostiziert) und jetzt ist bei allem, was mir nicht „in der Norm“ erscheint, gleich die Panik da.
Kann mir irgendjemand was dazu sagen?
Vielen Dank im Voraus!
Liebe Grüße
Silke

Die häufigsten Fragen zur Basaltemperatur

Was ist die Basaltemperatur?

Die Basaltemperatur ist die Temperatur, die unmittelbar nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen gemessen wird.

Wie messe ich die Basaltemperatur?

Beginnen Sie am Anfang des Zyklus und messen Sie die Temperatur immer an derselben Stelle morgens gleich nach dem Aufwachen, bevor Sie aufgestanden sind. Ein mindestens fünf- bis sechsstündiger Schlaf sollte der Messung vorausgegangen sein.

Wann steigt die Temperatur an?

Die Temperatur steigt meistens ein bis zwei Tage nach dem Eisprung an.

Kann ich anhand der Kurve eine Schwangerschaft erkennen?

Ja. Falls die Temperatur deutlich länger als 16 Tage erhöht bleibt, ist eine Schwangerschaft wahrscheinlich.

Macht es Sinn trotz Pille die Basaltemperatur zu messen?

Nein. Die Pille verhindert den Eisprung.

Ich arbeite im Schichtdienst. Ist die Temperaturmethode für mich geeignet?

Für Frauen, die einen sehr unregelmäßigen Schlaf-Wachrhythmus haben, ist das Verfahren der Basaltemperaturmessung nicht geeignet.

Meine Temperaturwerte sind alle sehr niedrig. Hat das was zu sagen?

Es kommt bei der Basaltemperatur nicht auf einzelne oder absolute Werte an, sondern auf den Verlauf der Kurve.

Muss ich mit einem speziellen Thermometer messen oder reicht eine einfaches aus?

Ein normales Thermometer reicht zur Messung der Basaltemperatur aus.

Ist die Messung ungültig, wenn ich Fieber habe?

Messen Sie trotz Krankheit und Fieber weiter – vermerken Sie diese Außergewöhnlichkeiten aber in der Kurve. Das erleichtert die Auswertung.

Die zweite Zyklushälfte ist nur elf Tage lang. Ist das ein Hinweis auf eine Gelbkörperschwäche?

Nicht unbedingt, kann aber. Wenn die zweite Zyklushälfte zehn bis 13 Tage dauert, sollte das Gelbkörperhormon sicherheitshalber vom Frauenarzt im Blut ungefähr sieben Tage nach dem Eisprung überprüft werden.

Kann ich eine Gelbkörperschwäche an der Zykluskurve erkennen?

Nur selten ist eine Gelbkörperschwäche, an der Zykluskurve zu erkennen. Die Temperatur ist dann in der zweiten Zyklushälfte oft nur knapp über der Coverline oder fällt sogar darunter. Ursache der Unfruchtbarkeit ist selten eine Gelbkörperschwäche. Um sie zuverlässig zu diagnostizieren, muss der Arzt eine Blutuntersuchung machen.

Kann ich mir irgendwo Beispielkurven anderer Frauen ansehen?

Manchmal ist es hilfreich, zur Einschätzung der eigenen Basaltemperaturkurve Vergleichsmöglichkeiten zur Hand zu haben. Wir haben einige der häufigsten Kurven hier für Sie zusammengetragen.

Warum habe ich keinen Eisprung?

Die hormonellen Ursachen eines ausbleibenden Eisprungs (Anovulation) sind häufig mit Unregelmäßigkeiten im Zyklus vergesellschaftet. Zur Feststellung möglicher Hormonstörungen werden alle an der Hormonproduktion beteiligten Systeme überprüft: Hypothalamus, Hirnanhangdrüse, Eierstöcke und andere hormonbildende Drüsen wie Schilddrüse und Nebennieren.

Folgende hormonelle Störungen sind bekannt und können erfolgreich therapiert werden:

  • Ausfall der Hirnanhangdrüse (Hypophyse)
  • Ausfall der Eierstöcke
  • Gelbkörperschwäche
  • Erhöhte männliche Hormone
  • PCO-Syndrom (PCOS)
  • Erhöhung des Prolaktins
  • Schilddrüsenstörungen

Wann ist der erste Tag der Menstruation?

Der erste Tag der Menstruation ist der erste Tag, an dem Sie rotes Blut sehen. Schmierblutungen gehören nicht dazu.

Wann muss ich die Basaltemperatur messen, wenn ich nachts nach drei Stunden Schlaf aufwache und dann noch mal drei Stunden weiterschlafe?

Die Basaltemperatur ist die Aufwachtemperatur, die nach mindestens fünf bis sechs Stunden Schlaf gemessen werden soll. Falls Sie mal zwischendurch aufwachen, messen Sie morgens unmittelbar nach dem Auswachen und vermerken die Besonderheit (nachts aufgewacht) auf Ihrer Kurve.

Wäre nur unser Eisprung besser sichtbar! Das dachten sich bestimmt schon viele Paare mit Kinderwunsch. Doch es gibt einen Weg: Die Basaltemperatur zeigt es Euch!

Da unser Eisprung und die damit veränderte Hormonlage einen Einfluss auf unsere Körpertemperatur hat, könnt Ihr durch Temperaturmessen die fruchtbaren Tage besser erkennen. Genau das fanden Wissenschaftler heraus und legten die Basaltemperaturmethode fest.

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Basaltemperaturmethode – Was ist das denn jetzt?

Klar, dass es mit Temperaturmessen zu tun hat, wissen wir nun schon. Es geht aber quasi darum, täglich einen Temperaturwert zu erhalten, der sich vergleichen lässt. Da sich unsere Körpertemperatur im Tagesverlauf ständig verändert, brauchen wir einen Anfangswert. Deshalb wird bei der Basaltemperaturmethode kurz nach dem Aufwachen gemessen.

Basaltemperatur messen – Wie geht’s?

Ihr beginnt mit dem Temperaturmessen am Anfang Eures Zyklus. Also am ersten oder zweiten Tag Eurer Periode. Jeden Morgen im Bett messt Ihr Eure Temperatur und schreibt sie auf. Also bitte das Thermometer auf dem Nachttisch platzieren und den Notizblock gleich daneben! Eure täglichen Messwerte tragt Ihr dann in ein Diagramm ein und so entsteht im Laufe Eures Zyklus eine Kurve.

Anhand dieses Kurvenverlaufs könnt Ihr dann Eure fruchtbaren Tage ablesen. Denn kurz vor Eurem Eisprung sinkt Eure Körpertemperatur und direkt danach steigt sie plötzlich um etwa 0,2-0,6 Grad an. Das klingt sehr wenig, aber im Kurvenverlauf ist das dann trotzdem deutlich zu sehen.

Was so einfach klingt, muss sich allerdings etwas einspielen. Ihr müsst drei Monate lang Eure Basaltemperatur festhalten. Anschließend könnt Ihr die Kurven vergleichen und bekommt ein Gefühl dafür, wann Eure fruchtbaren Tage sind. Nach einer Weile erkennt Ihr das Muster dann auch während Eures Zyklus wieder. So wisst Ihr rechtzeitig, wann Ihr Euch in einer fruchtbaren Phase befindet.

Anderer Kurvenverlauf als gedacht?

Mithilfe der Basaltemperaturmethode könnt Ihr auch herausfinden, ob ein Eisprung überhaupt stattfindet. Wenn Ihr Euch unsicher seid, dann nehmt die aufgezeichneten Diagramme mit zu Eurer Frauenärztin oder vielleicht kennt Ihr ja auch eine Hebamme, die Ihr fragen könnt. Sollte wirklich kein Eisprung stattfinden, müsst Ihr nicht ewig probieren schwanger zu werden, ohne dass es überhaupt eine Chance gibt. Wenn Eure Frauenärztin das anhand der Kurve sieht, kann sie mit Euch gleich besprechen, was getan werden kann. Es sei denn die veränderte Temperaturkurve lässt darauf schließen, dass es geklappt hat und Ihr schwanger seid. 🙂

Einflüsse auf den Messwert

Wenn Euer Körper mindestens fünf Stunden Zeit hatte sich auszuruhen, erhaltet Ihr einen Messwert, der sich gut vergleichen lässt. Natürlich kann so ein Messwert durch besondere Umstände beeinflusst werden. Zum Beispiel durch zu wenig Schlaf, Nachtschichten, wenn Ihr krank seid, durch zu viel Alkohol, Stress, Reisen, etc. … Deshalb ist es gut, wenn Ihr solche besonderen Umstände notiert. So könnt Ihr im Nachhinein Rückschlüsse auf Eure veränderte Kurve ziehen.

Temperatur messen – Thermometer oder Temperaturcomputer?

Noch ein paar Zeilen zum Temperaturmessen kann ich mir nicht verkneifen. Denn einige unter Euch sind vielleicht ähnlich ungeduldig wie ich und möchten am liebsten SOFORT anfangen, wenn sie sich zu etwas entschieden haben.

Natürlich ist nicht nur der Zeitpunkt wichtig, um einen vergleichbaren Temperaturwert zu erhalten, sondern auch das richtige Thermometer! Es gibt zum Beispiel spezielle Basaltemperatur-Thermometer. Aber wichtig sind v.a. folgende Dinge:

  • das Thermometer muss zwei Nachkommastellen anzeigen
  • die Temperatur muss mindestens 3 Min. lang gemessen werden (wenn das Thermometer früher piepst, einfach noch etwas länger warten)
  • immer an derselben Stelle die Temperatur messen
  • die Temperaturwerte unter dem Arm und im Ohr sind nicht genau genug!

Wer mehr Geld investieren kann oder mag, der kann sich einen Temperaturcomputer kaufen. Welchen Vorteil hat dieser kleinen Computer gegenüber dem normalen Thermometer? Er misst nicht nur die Körpertemperatur, sondern z. T. auch die Beschaffenheit des Muttermundes und des Gebärmutterhalsschleims. Zugegeben, letztere beiden Sachen klingen so, als ob man sie gar nicht wissen will. Aber Fakt ist, dass Ihr mit diesen zusätzlichen Infos Eure fruchtbaren Tage noch besser bestimmen könnt!

Daten verwalten – Kurve malen oder malen lassen?

Im Internet findet Ihr geeignete Diagramme, in die Ihr Eure Temperaturdaten eintragen könnt. Aber natürlich gibt es mittlerweile auch zahlreiche Apps, in denen Ihr Eure Daten verwalten könnt. Diese kleinen Programme rechnen Euch dann aus, wann etwa Eure fruchtbaren Tage sind.

Weiter unten habe ich Euch Links zu den bekanntesten Apps aufgelistet.

Begriffserklärungen – Was ist was?

Zum Schluss möchte ich Euch noch ein paar Begriffe erklären:

Die Basaltemperatur ist im Grunde die niedrigste Tagestemperatur Eures Körpers. Diese wird laut Wikipedia morgens gegen 4 Uhr erreicht. Da um diese Uhrzeit kein Mensch seine Temperatur misst, wird die Temperatur nach dem Aufwachen gemessen und als Basaltemperatur bezeichnet.

Basaltemperaturmethode bzw. Temperaturmethode

Bei der Basaltemperaturmethode wird morgens im Bett die Temperatur gemessen. Das Ergebnis wird täglich in einem Diagramm festgehalten und ergibt am Ende des Zyklus eine Kurve. Durch den Verlauf der Temperaturkurve könnt Ihr sehen, wann in etwa Eure fruchtbaren Tage sind.

Billings-Methode

Bei der Billings-Methode wird die Beschaffenheit des Muttermundschleims beobachtet und im Kalender notiert. Laut familienplanung.de rückt der Eisprung umso näher, je flüssiger und klarer der Schleim wird. Während der fruchtbaren Phase soll der Schleim Fäden ziehen. (Erzählt das bloß nicht Euren Männern!)

Bei der symptothermalen Methode werden zwei Methoden kombiniert: die Basal- bzw. Temperaturmethode und die Billings-Methode. So können die fruchtbaren Tage viel genauer bestimmt werden.

Wer sich weiter informieren möchte, der kann das hier tun:

Apps:

Natürliche Familienplanung – Temperaturkurven richtig auswerten

4.6 (39) Wertet man seine Basaltemperaturkurve richtig aus,steigt die Hoffnung auf einen positiven Test © clipdealer.com Autor: Dr. Elmar Breitbach – Zuletzt bearbeitet am: 25. Apr 2019 @ 11:21 Literatur und Quellennachweise

Richtiges Messen ist eine wichtige Voraussetzung, will man wirklich eine gute und genaue Aussage über seinen Zyklus haben. Die Temperaturkurven richtig auszuwerten ist ebenso wichtig. Sonst nützen einem die schönsten Kurven nichts. Und dafür gibt es festgelegte Regeln.

Die hier verwendeten Beispielkurven wurden mit unseren Online-Temperaturkurven erstellt. Das Tool berechnet automatisch den Zeitpunkt des möglichen Eisprungs, den Zeitpunkt der Menstruation oder dem für einen zuverlässigen Schwangerschaftstest.

Wie man die Aufwachtemperatur richtig misst steht hier und dann muss man sie nur noch entweder in unsere Online-Temperaturkurve eintragen oder ganz altmodisch auf Papier. Ein Formblatt für eine Basaltemperaturkurve zum Ausdrucken finden Sie hier.

So, und nun zur Auswertung der Temperaturkurven:

Die Coverline

Eine typische Basaltemperaturkurve mit Eisprung am 14. Zyklustag © wunschkinder.net

Die Coverline ist eine Linie, welche gerade oberhalb der gemessenen Temperaturen der Niedrigtemperaturphase gezogen wird1)Döring, G. K., & Socher, K. (1988). Erfahrungen mit einer sympto-thermalen methode zur Familienplanung. Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 48(02), 106-108.. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die ersten 4 Tage des Zyklus nicht mit einbezogen werden und auch keine erkennbaren Störungen (s. u.). Diese Linie beschreibt das obere Temperaturniveau der ersten Zyklushälfte.

Hier ist die Coverline horizontal blau dargestellt. In der zweiten Zyklushälfte (also nach dem Eisprung) liegen die Temperaturwerte üblicherweise durchgehend über dieser Linie.

Auch diese Linie wird von unserem Programm automatisch erstellt.

Die 3-über-6-Regel

  • An drei aufeinander folgenden Tagen muss die Temperatur höher sein, als die Coverline der Niedrigtemperaturphase innerhalb der letzten 6 Tage
  • Der Anstieg muss nur 0,1 °C betragen, an einem der drei Tage sollte er jedoch mindestens 0,2 °C über der Coverline liegen.

Drei Werte liegen über der Coverline. Ein Eisprung hat vermutlich stattgefunden © wunschkinder.net

Ob also ein Eisprung stattgefunden hat, kann frühestens 3 Tage nach dem Beginn des Temperaturanstiegs sicher gesagt werden. So, wie in dieser Abbildung dargestellt wird.

Verschiedene Typen des Temperaturanstiegs

Die ganz oben zeigt einen abrupten Anstieg der Temperatur, welcher typisch ist für einen Zyklus mit Eisprung und ausreichender Gelbkörperhormonproduktion. Weitere Typen des Temperaturanstiegs werden in den folgenden Abbildungen dargestellt

Normvariante – Basaltemperatur Anstieg über 2 Tage © wunschkinder.net

Hier findet man eine Temperaturerhöhung um 0,4 °C innerhalb von 2 Tagen. Das ist nicht der ideale Verlauf wie eingangs dargestellt, wird aber nicht als auffällig bewertet. Es handelt sich nur um eine Normvariante ohne Bedeutung.

Treppenkurve – langsamer Anstieg der Temperatur © wunschkinder.net

Bei der sogenannten Treppenkurve erfolgt der Anstieg langsamer und in mehreren Stufen. Das Temperaturniveau der zweiten Zyklushälfte wird also nicht in einem oder zwei Tagen erreicht, sondern in 3 oder 4 Tagen.

Sägezahnmuster – langsamer Anstieg der Temperatur © wunschkinder.net

Bei dem in Abbildung 5 gezeigten Sägezahnmuster wird die Coverline sogar noch einmal unterschritten. Bei der Auswertung der Temperaturkurve zeigt sich eine Verschiebung des Temperaturshifts (auf Deutsch: Der Anstieg der Temperatur erfolgt später). Bei den letzten beiden Mustern kann eine Gelbkörperschwäche vorliegen, die in dem zögerlichen Anstieg der Temperatur zum Ausdruck kommt.

Zykluslänge

Der Zeitraum nach dem Temperaturanstieg beträgt konstant 12-16 Tage, meist sind es 14 Tage. Die Beispielkurve 1 entspricht einem durchschnittlichen 28-Tage-Zyklus. Jedoch kann die Dauer der ersten Phase vor dem Eisprung sehr unterschiedlich sein. Dies kann bei einer einzelnen Frau auch von einem Zyklus zum nächsten der Fall sein. Interindividuell gibt es natürlich ohnehin erhebliche Unterschiede. Die Variationen betreffen in einem Zyklus mit Eisprung und normaler Gelbkörperphase jedoch immer nur die ersten Zyklushälfte.

Normaler Verlauf einer Temperaturkurve bei einem 31-Tage-Zyklus © wunschkinder.net

In diesem Beispiel findet der Eisprung am 17. Zyklustag statt und die zweite Zyklushälfte dauert „vorschriftsmäßig“ 14 Tage. Daraus resultiert ein 31-Tage-Zyklus. Es handelt sich dabei um eine Normvariante.

Ausreißerwert vor dem Eisprung

Einmaliger Ausreißerwert bei einer normalen Temperaturkurve © wunschkinder.net

Die Temperaturkurven auszuwerten bedeutet auch, Extremwerte richtig zu interpretieren. Eine solcher Ausreißer ist bedingt durch Schlafmangel, Alkoholgenuss oder andere Faktoren, die die Körpertemperatur beeinflussen können. Er ist definiert als ein einzelner Messwert, welcher seine unmittelbaren Nachbarn um 0,2 °C oder mehr überschreitet (=Spike). Ein solcher Einzelwert hat keinen Einfluss auf die Coverline, wenn die Kurve ansonsten eine eindeutige Charakteristik aufweist.

Ausreißerwert nach dem Eisprung

Ein Ausreißer kann auch nach dem Eisprung auftreten. Naturgemäß geht er dann nach unten und kann dann sogar die Coverline unterschreiten. Man nennt dieses Muster ein Fallback-Pattern – also einen Rückfall auf die Werte der ersten Zyklushälfte. Auch hier werden solche einmaligen Ereignisse nicht gewertet. Man kann daraus also keine Rückschlüsse auf die Gelbkörperhormonproduktion ziehen.

Anovulation (=kein Eisprung)

Temperaturkurve bei einem Zyklus ohne Eisprung. Ein Temperaturanstieg ist nicht erkennbar © wunschkinder.net

Ein ausbleibender Eisprung führt dazu, dass sich kein Gelbkörper entwickeln kann, was sich in der Temperaturkurve wiederum in einem fehlenden Temperaturanstieg niederschlägt. Eine solche Kurve wird als „monophasisch“ bezeichnet, im Gegensatz zu den biphasischen Kurven der Abb. 1-5.

Triphasische Kurve

Nun haben wir also die Begriffe monophasisch und biphasisch gelernt und können gleich daran anknüpfen. Es gibt nämlich auch triphasische Kurven. Hier kommt es nach dem Eisprung zu einem weiteren Temperaturabstieg, der dann auch anhält (also kein Ausreißer).

Dieser Temperaturanstieg findet meist eine Woche nach dem Eisprung statt. Man geht davon aus, dass es ein Zeichen für eine Einnistung sein kann (nicht muss!).

Wann findet der Eisprung statt?

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Was deine Basaltemperatur dir sagen will | Schwangerwerden Tipps

Deine Basaltemperatur kann dir unter anderem sagen, wann du Sex haben solltest, um schnell schwanger zu werden.

Mithilfe der Basaltemperatur schwanger werden

Tatsächlich – deine Basaltemperatur spricht zu dir und möchte dir sagen, wann du fruchtbar bist. Sie verrät dir, wann dein Eisprung ist und wann du Sex haben solltest, um mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden. Fairerhalber muss ich dazu sagen, dass die Basaltemperatur allein nur die halbe Miete ist bei der Bestimmung deiner fruchtbaren Tage – das zweite Teil des Fruchtbarkeits-Puzzles bilden dein Zervixschleim oder alternativ dein Muttermund. Um nun zu erfahren, wann du hoch fruchtbar bist, musst du die Sprache deiner Basaltemperatur (UND auch die Sprache deines Zervixschleims oder Muttermund) erst einmal verstehen lernen. Wenn du sie einmal verstanden hast, eröffnet sich ein neuer genialer Zugang zu deinem eigenen Körper, denn nicht nur wann deine hoch fruchtbaren Tage sind, sondern auch, ob du schwanger geworden bist oder nicht, verrät dir deine morgentliche Aufwachtemperatur. Sie ist quasi dein günstigster und zuverlässigster Fruchtbarkeitsanzeiger und Schwangerschaftstest der Welt! Wenn das nicht genial ist, dann weiß ich auch nicht.

Wenn du an bestimmten Tagen in deinem Zyklus morgens gleich nach dem du erwacht bist, deine Körpertemperatur messen und dir den Wert notieren würdest, dann kann dir diese Temperaturkurve sagen, an welchen Tagen die Eisprungphase ist. Bei Frauen gibt es nämlich eine Besonderheiten hinsichtlich ihrer Körpertemperatur – sie ist nicht an jedem Tag des Zyklus auf dem gleichen Temperatur-Niveau. Für mich war das 2009 die größte Erkenntnis des Jahrhunderts. Auch wenn es diese Erkenntnis unter den Menschen schon weitaus länger gibt. In den 1960er Jahren wurde erstmals herausgefunden, dass sich die Körpertemperatur der Frauen im Laufe des Zyklus verändern. Warum hab ich das dann also erst 2009 erfahren als ich bereits 23 Jahre alt war? Aber das ist eine andere Geschichte …

Meine Basaltemperatur spricht nun schon seit 2009 zu mir und ich bin Kurve für Kurve begeistert darüber, wie gut mein Körper mir alles ganz genau anzeigt, was gerade IN mir drin los ist. Mittlerweile habe ich zwei wundervolle Söhne unter anderem mit Hilfe meiner Basaltemperatur bekommen. Ich habe bei beiden Schwangerschaften gleich zu Beginn anhand meiner Basaltemperaturkurve festellen können, dass ich schwanger bin. Das war für mich jedes Mal ein wahnsinns Schauspiel.

Basaltemperatur wo messen?

Um die Sprache deiner Basaltemperatur best möglich verstehen zu können, musst du versuchen, so genau und so gleich wie möglich zu messen. Das heißt, du kannst dir einen von drei Messorten aussuchen, die dafür geeignet sind: Mund (unter der Zunge), Vulvina oder Po. Entscheidend ist nicht welchen Ort du wählst, sondern, dass du diesen Ort für einen gesamten Zyklus bei behältst. Am besten misst du dann deine Basaltemperatur morgens 3 Minuten im Bett liegend BEVOR du aufgestanden bist. Das ist wichtig, da du ja deine Körpertemperatur im Ruhemodus (Basal) wissen möchtest.

Basaltemperatur mit welchem Thermometer messen?

Dein Basalthermometer ist dein direkter Übersetzer, um mit deiner Basaltemperatur zu kommunizieren. Es zeigt dir immer den exakten Temperaturwert an, der aktuell in deinem Körper existiert. Je nach Wunsch in Grad Celsius oder Fahrenheit . Du kannst zum Messen ein gewöhnliches Basalthermometer verwenden, das allerdings zwei Nachkommastellen haben muss, falls du dich für ein digitales Thermometer entscheidest. Von sehr günstig bis relativ teuer hast du eine große Auswahl an Thermometern. Ich persönlich bevorzuge ein analoges Glas-Thermometer.

Basaltemperatur in Tabelle eintragen

Nach dem Messen morgens kannst du gleich aufschreiben, was deine Basaltemperatur zu dir gesagt hat. Es eignet sich dafür zum Beispiel ein symptothermales Zyklusblatt als PDF, in das du auch noch zusätzliche Zyklusbeobachtungen und -Informationen eintragen kannst. Einfach downloaden, ausdrucken und loslegen. 🙂

Basaltemperatur in eine App eintragen

Theoretisch kannst du auch eine App nutzen, um deine Basaltemperatur-Werte einzutragen. Es gibt eine unzählige Anzahl von Zyklus Apps – allerdings kann ich nur drei empfehlen. Alle anderen sind leider nicht gut geeignet, um damit deine wirklichen fruchtbaren Tage herauszufinden. Die drei Apps, die ich empfehlen kann, heißen: Ladycycle (Android), Lily (iPhone) und myNFP (iPhone). Je nach Geschmack und Gerät, das du besitzt, wählst du dir einfach eins aus.

So nun musst du dich entscheiden – willst du selber die Sprache deines Körpers und deiner Basaltemperatur komplett beherrschen? Willst du deine Körper-Kompetenz und -Wahrnehmung ins Unermessliche steigern? Oder möchtest du die neuen digitalen Möglichkeiten nutzen, kein Wort deiner Körpersprache verstehen und deshalb immer auf einen Dolmetscher angewiesen sein? Es ist deine Entscheidung. Oder du gehörtest zu denen, die eine Sprache perfekt beherrschen und trotzdem noch einen Dolmetscher um Rat fragen? 😉 Ich muss zugeben, dass ich anfangs auch zu Letzterem gehört habe 😉 . Mittlerweile trage ich je nach Laune mal ins Zyklusblatt oder mal in eine App ein. Auf der Grafik weiter unten siehst du, wie der Temperaturanstieg ausgewertet wird. Für eine genauere Erklärung empfehle ich dir unser eBook “Wann bin ich fruchtbar?”. Nach dem Lesen des eBooks bist du sozusagen wie eine Muttersprachlerin und verstehst alle deine Zyklusphasen und -besonderheiten.

An der Basaltemperatur eine Gelbkörperschwäche erkennen

Mit etwas Wissen über Zyklusdiagnostik kannst du durch die Dokumentation deiner Basaltemperatur feststellen, ob du eine Gelbkörperschwäche hast oder nicht. Eine zu kurze Temperaturhochlage gilt als Anzeichen für eine Gelbkörperschwäche. Sobald die Hochlage der Temperatur eine bestimmte Anzahl von Tagen unterschreitet, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du schwanger wirst. Wenn du aber weißt, dass es sich bei dir um eine Gelbkörperschwäche handelt, kannst du diese gezielt behandeln lassen und anschließend weiter probieren, schwanger zu werden.

Basaltemperaturkurve ausdrucken

Um die komplette Kurve sich übersichtlich anzusehen, kannst du dir aus deiner App deinen Zyklus als PDF per Email zuschicken lassen und dann einfach mit einem Drucker ausdrucken. Und schon kannst du deine wunderschöne und einzigartige Kurve bewundern. Die App wird dir eventuell eine bereits ausgewertete Kurve anzeigen. Falls du lieber die Variante mit dem selber per Stift ins Zyklusblatt eintragen gewählt hast, kannst du dir das leere Zyklusblatt vorher ausdrucken. Mit einem ausgefüllten Zyklusblatt kannst du dann deine Freundinnen beeindrucken und ihnen berichten, was deine Basaltemperatur dir sagen will.

Basaltemperaturkurve während der Periode

Während deiner Periode kann deine Basaltemperatur sehr Individuell verschiedenen sein. Zum einen gibt es Frauen, die haben ab dem ersten Blutungstag schon wieder eine niedrige Körpertemperatur. Das ist auch ein sehr zuverlässiger Anzeiger, dass deine Menstruation heute oder morgen kommt. Zum anderen gibt es aber auch Frauen, bei denen an den ersten Tagen der Periode immer noch eine höhere Temperatur gemessen wird und dann zum Ende der Blutung hin allmählich niedriger wird.

Basaltemperaturkurve Beispiele

In unserem eBook befinden sich viele Beispiele von Basaltemperaturkurven mit Auswertung und ausführlicher Erklärung natürlich. Damit du dir vorstellent kannst, wie das in etwa aussieht, zeige ich dir hier mal ein Beispiel im Folgenden. Hier siehst du, wie etwa die ersten zwei Wochen eine relativ niedrige Temperatur leicht hin und her schwankt. Dann in der Eisprungphase steigt die Basaltemperatur um einige Zehntel Grad an. Das gesamte Temperatur Niveau ist nun nach dem Eisprung höher als vorher.

Basaltemperaturkurve: Wann ist der Eisprung?

Das ist eine interessante Frage, die ich bereits in einem anderen Blogbeitrag behandelt habe. Kurz gesagt liegt der Eisprung in den allermeisten Fällen in diesem Bereich: zwei Tage vor bis einen Tag nach der ersten höheren Messung. Die erste höhere Messung ist hier als erstes grünes Viereck im Beispiel markiert.

Basaltemperatur und Zervixschleim

Allein deine Basaltemperatur zu dokumentieren, ist meiner Meinung beim Schwangerwerden nicht ausreichend. Gerade das Fruchtbarkeitszeichen Zervixschleim sagt dir eben schon viel eher an, wann es Sinn macht, Sex zu haben, um schwanger zu werden. Ich empfehle zum besten und eindeutigsten Verständnis deiner Körpersprache, deine Basaltemperatur und deinen Zervixschleim in Kombination zu beobachten und zu dokumentieren. Auch im Beispiel sehen wir wie der Zervixschleim der Frau nach verschiedenen Kategorien (f,S,S+) ausgewertet und interpretiert werden kann. Man muss zum Beispiel daraus einen eindeutigen Zervixschleimhöhepunkt mit H123 beobachten und auswerten können. Erst wenn Temperaturkurve und Schleimhöhepunkt auswertbar sind – kann man die fruchtbaren Tage exakt bestimmen. Die Auswertung eines solchen Höhepunktes des Schleimes wird in der Fachliteratur sowie meinem Buch erklärt.

Basaltemperaturkurve, wenn du schwanger bist und in der Schwangerschaft

Ja das ist wirklich super genial. Wenn du schwanger geworden bist, sagt es dir deine Basaltemperatur eindeutig, indem sie einfach nach dem Anstieg oben bleibt und manchmal sogar noch ein Stückchen höher geht. Das bleibt etwa die ersten drei Schwangerschaftsmonate so und danach kann es eventuell auch wieder etwas tiefer werden. Wenn die Geburtsphase beginnt, kann es übrigens auch wieder zu einem deutlichen Absinken der Basaltemperatur kommen. Es ist wichtig, dass die Auswertung der Temperaturkurve und die Bestimmung des Anstieges nach gewissen Regeln erfolgt, die in meinem Buch ausführlich erklärt werden.

Basaltemperatur während der Einnistung

Die Einnistung passiert ja etwa eine Woche nach dem Eisprung. Während dieser Phase des Zyklus beginnt dein Körper gerade damit, festzustellen, dass du schwanger bist! Auch während der Einnistung ist die Basaltemperatur im oberen Bereich.

Fazit: Was sagt dir deine Basaltemperatur?

Deine Basaltemperatur sagt dir, wann dein Eisprung war und ob du überhaupt einen Eisprung hattest im aktuellen Zyklus oder nicht. Wenn du nicht schwanger geworden bist, sagt sie dir sogar, dass deine Menstruation bald einsetzt. Und falls du im aktuellen Zyklus schwanger geworden bist, sagt sie dir natürlich auch, dass du schwanger geworden bist! Du brauchst also nicht einmal einen Schwangerschaftstest zu kaufen. 🙂

Ich wünsche dir angenehme fruchtbare Tage mit viel Liebe! 😀 & ❤
Deine Fruchtbarkeitsexpertin
Anne

Temperatur auswerten

Die NFP-Regeln zur Temperaturauswertung

Sie wissen, dass der Zyklus in eine (Temperatur-)Tieflage und in eine Hochlage unterteilt werden kann. Der Eisprung geschieht kurz vor oder beim Übergang der Temperatur von der Tieflage in die Hochlage. Die Tieflage entspricht der Follikelphase, die Hochlage der Lutealphase im Zyklus.

Dieser hormonell ausgelöste Temperaturanstiegs wird bei der symptothermalen Methode genutzt, um Rückschlüsse auf den Eisprung ziehen zu können. Sobald die Temperatur über mehrere Tage ansteigt, kann – in doppelter Kontrolle mit dem Zervixschleim – davon ausgegangen werden, dass ein Eisprung stattgefunden hat und ab nun die unfruchtbare Phase im Zyklus beginnt.

Der hormonell ausgelöste Temperaturanstieg ist ein sehr verlässliches Symptom:

Auf einen Eisprung folgt immer ein Temperaturanstieg. Wenn es keinen Temperaturanstieg gab, dann gab es auch keinen Eisprung (man nennt solche Zyklen anovulatorisch).

Die Regeln zur Temperaturauswertung

Um einen solchen Temperaturanstieg zu finden, brauchen Sie 6 niedrige zusammenhängende Temperaturwerte, auf die ein höherer Wert folgt. Ausgeklammerte Werte und Lücken im Zyklusblatt werden ignoriert. Sie dürfen sich aber nicht 6 beliebige niedrige Werte raussuchen. In den Beispielen weiter unten wird das verdeutlicht.

Temperaturauswertung eines Zyklus. Die Tieflage geht bis einschließlich Zyklustag 16, ab Tag 17 beginnt die Hochlage

Auf Papier-Zykluskurven wird dazu beispielsweise ein Lineal angelegt und geschaut, welcher Wert über 6 vorherige Werte hinausragt. Durch den höchsten dieser 6 niedrigen Werte wird eine Hilfslinie gezogen.

1. höhere Messung

Dieser höhere Temperaturwert, der auf 6 niedrige Werte folgt, wird 1. höhere Messung genannt (oder auch 1.hM bzw. ehM) und ist bei der symptothermalen Methode ein sehr wichtiger Begriff.

Tipp: myNFP zeichnet Ihnen bei der automatischen Auswertung die Hilfslinie erst ein, sobald die Temperaturauswertung abgeschlossen ist.

Um zu verifizieren, dass die 1. höhere Messung auch wirklich mit dem Eisprung in Zusammenhang steht, müssen Sie noch mindestens zwei weitere Werte überprüfen, so dass Sie insgesamt drei Werte haben, die über der Hilfslinie liegen.

Reguläre Temperaturregel

Reguläre Temperaturregel: Liegt der Wert am 3. Tag mindestens 0,2 °C über der Hilfslinie, gilt die Temperaturmessung als abgeschlossen.

Für die Temperaturauswertung gibt es außerdem zwei Ausnahmeregeln, da sich der Körper nicht immer entsprechend der Theorie verhält. Beide Ausnahmen dürfen jedoch nicht kombiniert werden!

Ausnahmeregel 1

Es kann sein, dass gerade der 3. Wert nicht um 0,2 °C höher liegt. Dann warten Sie einen weiteren Tag ab. Dessen Wert muss über der Hilfslinie liegen, braucht aber nicht unbedingt 0,2 °C höher zu sein.

Ausnahmeregel 2

Fällt der 2. oder 3. Wert auf oder unter die Hilfslinie, so ignorieren Sie diesen Tag und warten einen zusätzlichen Temperaturwert ab. Dieser zusätzliche Tag muss 0,2 °C über der Hilfslinie liegen.

Bildhaft ausgedrückt: Bei Ausnahmeregel 1 steigt die Temperatur über einen etwas längeren Zeitraum sanft an. Bei Ausnahmeregel 2 gibt es einen Ausreißer nach unten, der von einem steilen Anstieg gefolgt sein muss.

In Kombination mit der erfolgreichen Schleimauswertung wissen Sie dann, dass ein Eisprung stattgefunden hat und werden feststellen, dass sich Ihre Werte bis zur nächsten Periode konstant in einer Hochlage befinden. Wie Sie die Temperaturauswertung und die Schleimauswertung kombinieren, erfahren Sie im Artikel Temperatur + Zervixschleim kombinieren.

Beispiele zur Temperaturauswertung

Hier sind einige Beispiele zur Temperaturauswertung, die die Regeln veranschaulichen sollen. Die Kurvenverläufe sind bei fast allen Beispielen gleich, damit Sie besser vergleichen können, wo genau die Unterschiede liegen.

In den Beispielen wird nur der Temperaturverlauf ausgewertet. Für eine Auswertung der unfruchtbaren Phase nach dem Eisprung muss zusätzlich der Zervixschleim oder der Muttermund beobachtet und ausgewertet werden. Dazu später mehr im Artikel Temperatur und Zervixschleim kombinieren.

Beispiel 1: Reguläre Temperaturauswertung

Beispiel 1: Reguläre Temperaturauswertung

Hier wird die Temperatur nach der regulären Temperaturregel ausgewertet. Es gibt 6 niedrige Werte (blau markiert). Durch den höchsten dieser 6 niedrigen Werte wird die horizontale Hilfslinie gezogen (Zyklustag 11 und 16 sind gleich hoch).

Der Wert an Tag 17 liegt über der Hilfslinie und ist die 1. höhere Messung. Tag 18 liegt über der Hilfslinie und ist die 2. höhere Messung. Tag 19 liegt 0,2°C über der Hilfslinie (zwei Kästchen auf dem Zyklusblatt). Damit ist die Temperaturauswertung nach 3 höheren Messungen an Zyklustag 19 abgeschlossen (rote Zahlen = höhere Messungen, rote Linie = Ende der Temperaturauswertung).

Die dunklen Zahlen im unteren Bereich ab dem Tag. der 1. höheren Messung zählen die Hochlagentage.

Beispiel 2: 6 niedrige Werte dürfen Lücken enthalten sein

Beispiel 2: Temperaturkurve darf Lücken enthalten

Die 6 niedrigen Werte müssen zusammenhängen und dürfen nicht beliebig aus der Tieflage ausgewählt werden. Ausgeklammerte Werte und Lücken werden jedoch behandelt, als seien sie nicht vorhanden. Zyklustag 10 wurde ausgeklammert, weil dieser gestört ist und über das übliche Tieflagenniveau hinausragt. An Tag 13 wurde nicht gemessen. Tag 10 + 13 werden einfach übergangen und es gelten die Tage 9, 11, 12, 14, 15, 16.

Die Auswertung der Temperatur ist dann wie in Beispiel 1.

Beispiel 3: Ausnahmeregel 1

Beispiel 3: Temperaturausnahmeregel 1

Der Kurvenverlauf ist fast wie in Beispiel 1, nur dass der 3. Wert im Anstieg an Zyklustag 19 nicht 0,2°C über der Hilfslinie liegt, sondern nur 0,1°C. Damit muss ein zusätzlicher Wert abgewartet werden, der über der Hilfslinie liegen muss. Tag 20 liegt über der Hilfslinie (der 4. Wert braucht nicht 0,2°C darüber liegen) – damit ist die Temperaturauswertung an Tag 20 abgeschlossen.

Beispiel 4: Ausnahmeregel 1

Beispiel 4: Temperaturausnahmeregel 1

Genau wie Beispiel 3, nur dass diesmal der 4. Wert an Tag 20 weniger als 0,2°C über der Hilfslinie liegt. Das ist erlaubt bei Ausnahmeregel 1!

Beispiel 5: Ausnahmeregel 1 mit Lücke

Beispiel 5: Ausnahmeregel 1 mit Lücke

Die Temperaturkurve verläuft wie in Beispiel 4, nur dass hier innerhalb des Temperaturanstiegs an einem Tag nicht gemessen wurde. Dieser Tag wird behandelt, als sei er nicht vorhanden (wie immer bei Lücken und ausgeklammerten Werten). Die 4. Messung an Tag 21 liegt über der Hilfslinie. Damit ist die Temperaturauswertung an Tag 21 abgeschlossen.

Beispiel 6: Ausnahmeregel 2

Beispiel 6: Ausnahmeregel 2

Hier liegt der Temperaturwert an Tag 18 auf der Hilfslinie, weshalb ein zusätzlicher Wert abgewartet werden muss. Der 4. Wert muss 0,2°C über der Hilfslinie liegen. Das ist hier der Fall, weshalb die Temperaturauswertung mit Ausnahmeregel 2 an Tag 20 abgeschlossen ist.

Beispiel 7: Ausnahmeregeln dürfen nicht kombiniert werden

Beispiel 7: Ausnahmeregeln dürfen nicht kombiniert werden

Der Temperaturverlauf ist hier genauso wie in Beispiel 5 + 6, nur dass an Tag 18 der Wert nicht über der Hilfslinie liegt. Es muss ein zusätzlicher Temperaturwert abgewartet werden, der 0,2°C über der Hilfslinie liegt (Ausnahmeregel 2).

Der 4. Wert liegt jedoch nur 0,15°C über der Hilfslinie, weshalb die Temperatur an dieser Stelle nicht ausgewertet werden kann und die 1.hM nicht stimmt.

Beispiel 7 zeigt eine falsch ausgewertete Zykluskurve. myNFP verhindert eine solche Auswertung – die 1. höhere Messung und Hilfslinie wurden hier manuell gesetzt.

Beispiel 8: Korrekte Auswertung für Beispiel 7

Beispiel 8: Korrekte Auswertung für die Zykluskurve aus Beispiel 7

Die Zykluskurve aus Beispiel 7 lässt sich aber trotzdem auswerten, indem eine spätere Folge von Temperaturwerten betrachtet wird.

Die niedrigen Werte sind jetzt nicht mehr wie bisher an den Zyklustagen 11-16, sondern an 15-20. Die Hilfslinie geht durch den höchsten dieser Werte (= Tag 19). Die 1. höhere Messung tritt an Tag 21 auf, da dieser Wert über der Hilfslinie und damit über den 6 vorherigen Werten liegt.

Der 3. Wert liegt jedoch wieder nicht 0,2°C über der Hilfslinie. Dadurch muss Ausnahmeregel 1 angewendet werden. Ein zusätzlicher Temperaturwert wird abgewartet. Der 4. Wert an Tag 24 liegt über der Hilfslinie (er braucht nicht 0,2°C darüber liegen) und damit ist die Temperaturauswertung an Tag 24 mit Ausnahmeregel 1 abgeschlossen.

Beispiel 9: Korrekte Auswertung wandert immer weiter nach hinten

Beispiel 9: Korrekte Auswertung wandert immer weiter nach hinten

Läge der Wert an Tag 22 wieder auf oder unter der Hilfslinie, würde das erneut dazu führen, dass Ausnahmeregel 1 und 2 nicht kombiniert werden dürften und die Auswertung aus Beispiel 8 würde sich nochmals nach hinten verschieben.

Solche Fälle sind selten, kommen aber durchaus vor. Zwar lässt sich der Zyklus optisch in Tief- und Hochlage unterteilen, allerdings ist er nach den NFP-Regeln nunmal erst sehr spät auswertbar.

Beispiel 10: Krankheit nicht ausgeklammert

Beispiel 10: Krankheit nicht ausgeklammert

Dieser Zyklus wäre eigentlich sehr gut auswertbar. Tieflage und Hochlage sind klar erkennbar mit einem sehr eindeutigen Anstieg und 1. höheren Messung an Zyklustag 16. Hier wurde jedoch vergessen, die Temperatur an Zyklustag 9+10 auszuklammern, die durch Störfaktoren erhöht wurde. Dadurch gibt es keine 6 niedrigen zusammenhängenden Werte, sondern nur 5 an den Tagen 11-15. Folglich kann die Temperatur den Regeln nach nicht ausgewertet werden.

Beispiel 11: Instabiler Temperaturverlauf

Beispiel 11: Instabiler Temperaturverlauf, Messweise sollte optimiert werden

In diesem Beispiel verläuft die Temperatur sehr instabil. Der Temperaturverlauf ist nicht auswertbar und eine Hochlage ist auch nicht klar zu erkennen.

Die Anwenderin muss den gesamten Zyklus über Fruchtbarkeit annehmen. Sie sollte versuchen, die Messweise zu optimieren. Wird vaginal für mindestens 3 Minuten gemessen oder fälschlicherweise nur bis zum Piepton? Spielt die Messuhrzeit vielleicht eine Rolle? Ist die Batterie im Thermometer schon alt?

Das Schöne an der symptothermalen Methode ist, dass die Temperaturkurve in der Regel unmittelbares Feedback gibt, ob die Messweise in Ordnung ist oder nicht. Solche Zykluskurven sind in den allermeisten Fällen gar nicht auswertbar, statt dass es zu falsch angenommenen Auswertungen kommt.

Beispiel 12: Unklarer Anstieg

Beispiel 12: Unklarer Anstieg, Zyklus nicht auswertbar

Zwar ist in diesem Zyklus eine Hochlage erkennbar, allerdings ist diese aufgrund der großen Lücke und dem Abfall der Temperatur an den Tagen 24 und 25 nicht auswertbar. Für diesen Zyklus muss Fruchtbarkeit angenommen werden.

Tipp: Der Aufwand der Temperaturmessung nimmt mit der Zeit ab, je mehr Erfahrung Sie sammeln. Wie Sie an den Beispielen sehen, sind die Werte am Zyklusanfang für die Auswertung irrelevant. Sie sind für Sie als Anfängerin wichtig, um Ihr Tieflagenniveau kennenzulernen. Viele fortgeschrittene NFP-Anwenderinnen hingegen fangen erst später im Zyklus an zu messen (beispielsweise an Tag 9 oder 10), messen dann aber für 10 Tage sehr konsequent.

Sie sollten Lücken in der Zyklusmitte nach Möglichkeit vermeiden, weil das die Aussagekraft der Auswertung deutlich reduziert.

Beispiel 13: Unklarer Anstieg, aber auswertbar

Beispiel 13: Unklarer Anstieg, aber auswertbar

Diese Kurve ist fast genauso wie in Beispiel 12. Der Unterschied ist jedoch, dass es nur einen Temperaturabsacker gibt. Den Regeln nach ist das in Ordnung, so dass die Temperatur mit Hilfe von Ausnahmeregel 2 ausgewertet werden kann: Die 6 niedrigen Werte liegen an Tag 13-18, die darauffolgenden Lücken und der ausgeklammerte Wert werden ignoriert, Tag 22 ist dann die 1. höhere Messung.

Hier fällt der 3. Wert unter die Hilfslinie (an Tag 24), weshalb ein zusätzlicher Temperaturwert abgewartet werden muss, der 0,2°C über der Hilfslinie liegen muss. Das ist an Tag 25 der Fall und somit ist die Temperaturauswertung mit Ausnahmeregel 2 an Tag 25 abgeschlossen.

Da die Hochlage in diesem Beispiel sehr klar zu erkennen ist, gab es sicherlich auch einen Eisprung. Möglicherweise war der Eisprung jedoch viel früher und die Anwenderin hat durch die lückenhafte Messung „unfruchtbare Tage verschenkt“.

Temperaturauswertung im Alltag

Oft ist es leichter, eine vollständige Zykluskurve rückwirkend auszuwerten als wenn man mittendrin steckt. Tieflage und Hochlage sind im Nachhinein meist klar. Die Herausforderung für Anfängerinnen besteht darin, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welcher Temperaturanstieg tatsächlich hormonell durch den Eisprung ausgelöst wurde und welche Art von Temperaturanstieg zufällig durch Störfaktoren entstanden ist. Das schaffen Sie, indem Sie:

  • Ihr individuelles Tieflagenniveau kennenlernen
  • Lernen, welche Einflussfaktoren sich störend auf Ihre Temperatur auswirken
  • Lernen, welche Messweise für Sie am besten funktioniert

Daher wird Anfängerinnen empfohlen, in den ersten 3 Zyklen erst einmal zu beobachten, was überhaupt im Zyklus passiert, bevor in der unfruchtbaren Phase auf Verhütungsmittel verzichtet wird.

Machen Störfaktoren die symptothermale Methode unsicher?

In Massenmedien wird die symptothermale Methode oft fälschlicherweise als unsicher dargestellt, weil die Temperatur angeblich sehr leicht durch Störfaktoren beeinflusst wird. Nach dem Motto „einmal auf einer Party gewesen, Alkohol getrunken, später ins Bett und schon ist die Temperatur gestört, es wird falsch ausgewertet und man ist ungewollt schwanger“.

Lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Sie wissen: Gestörte Werte werden bei der symptothermalen Methode ausgeklammert. Dazu kommt, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Temperaturwerte 3-4 Tage in Folge exakt gleich gestört sind. Bei Krankheiten (mit Fieber oder erhöhter Temperatur) sind die Werte beispielsweise meistens derart stark gestört, dass es sofort auffällt.

Außerdem ist die Temperaturkurve allein nicht ausreichend. Für die Bestimmung der unfruchtbaren Zeit muss der Zervixschleim auch ausgewertet werden. Nur wenn beide Symptome zweifelsfrei auswertbar sind, dürfen Sie Unfruchtbarkeit annehmen.

Im Zweifelsfall gilt immer: Wenn Sie sich unsicher fühlen, warten Sie zusätzliche Werte ab und geben Sie sich erst später frei.

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 1

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 1

Heute ist Zyklustag 20 und die Temperaturauswertung gilt mit Ausnahmeregel 2 als abgeschlossen. Die 1. höhere Messung wurde regelkonform an Tag 17 festgestellt. Die Frage ist nun: Ist der Eisprung wirklich vorüber oder war Tag 17 möglicherweise gestört, wurde jedoch nicht ausgeklammert und die tatsächliche 1. höhere Messung ist möglicherweise erst an Tag 19 gewesen und nun muss noch Zyklustag 21 abgewartet werden?

Dazu folgende Überlegungen:

  1. Gab es potenzielle Störfaktoren oder nicht?
  2. Der Zervixschleim und ggf. weitere Symptome helfen Ihnen, besser einzuschätzen, ob Sie wirklich in der unfruchtbaren Phase sind oder nicht.
  3. Selbst wenn Tag 17 gestört ist und die 1. höhere Messung eigentlich erst an Tag 19 stattgefunden hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft am Tag der 2. höheren Messung bereits sehr gering.

Anfängerinnen würden im Zweifelsfall noch einen weiteren Tag abwarten. Fortgeschrittene NFP-Anwenderinnen kennen ihren Körper bereits gut und können diese Situation individuell besser einschätzen.

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 2

Temperaturauswertung im Alltag: Beispiel 2

Ähnlich verhält es sich mit diesem Beispiel. Zwar ist auch hier die Temperaturkurve auswertbar (mit Ausnahmeregel 1), allerdings ist der Anstieg sehr schwach und nicht gerade aussagekräftig. Auch hier gilt: Was sagt der Zervixschleim? Im Zweifelsfall warten Sie noch 1-2 zusätzliche Tage ab.

Temperaturauswertung ganz intuitiv

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass die Messung kompliziert ist und dass es so viele Auswertungsregeln zu beachten gibt. Lassen Sie uns daher noch einmal einen Schritt zurück treten und die ganze Temperatursache intuitiv betrachten und die Regeln mal eben vergessen.

Worum geht es überhaupt bei der Temperaturmessung? Wir wollen mit Hilfe der Temperatur feststellen, ob es einen Eisprung gegeben hat oder nicht. Wenn die Temperatur ansteigt, müssen wir uns fragen: War das jetzt ein Anstieg, der hormonell ausgelöst und vom Eisprung verursacht wurde oder gibt es andere Gründe dafür (Krankheit, Störfaktoren)?

Die Regeln sind gewissermaßen Detailfragen. Ja, die sind wichtig, aber letztendlich sind die NFP-Regeln eine Annäherung, um die Eisprung-Frage zu beantworten.

Anfängerinnen haben oft Angst, dass sie falsch auswerten. Bei der symptothermalen Methode dreht sich jedoch viel um die eigenen Erfahrungswerte. Mit der Zeit stellt sich ein Gefühl für die Fruchtbarkeit in Ihrem Zyklus ein, speziell für die Zeit nach dem Eisprung. Sie lernen immer mehr Details über Ihren Körper kennen. Manche fortgeschrittene NFP-Anwenderinnen messen nur noch stichprobenartig und bemerken beispielsweise aus einer Kombination von Libido, Brustsymptom und Stimmung, ob der Eisprung vorbei ist. Für diese spielt die Temperatur nur noch eine untergeordnete Rolle, quasi nur noch als Verifikation für andere Symptome.

Man könnte auch sagen: Die symptothermale Methode ist ein wissenschaftlich untersuchter, allgemeingültiger Weg, um Ihre individuellen Regeln zur Fruchtbarkeit zu entwickeln.

Lassen Sie sich nicht durch die Regeln erschlagen. Es ist wie bei einem Brettspiel: Nach ein paar Probeläufen geht das alles ziemlich intuitiv.

Weiterlesen: Temperatur und Zervixschleim kombinieren

Basaltemperatur: Natürliche Familienplanung

Mit der Messung deiner Körpertemperatur kannst du einfach und relativ sicher den richtigen Zeitpunkt für die Empfängnis errechnen.

Die Basaltemperatur ist die Körperkerntemperatur oder Basis-Temperatur, auf die sich der Organismus nachts im Schlaf herunterregelt. Eine tägliche Messung, morgens sofort nach dem Aufwachen, ergibt im monatlichen Verlauf eine Kurve mit unterschiedlichen Niveaus. Die gemessenen Temperaturschwankungen von 0,2 bis 0,6 Grad Celsius sind periodisch. Sie stehen bei der Frau in engem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus. Deshalb kann die Kurve auch recht genau Auskunft über die fruchtbaren Tage geben. So kannst damit ganz natürlich verhüten oder eine Empfängnis planen.

Mit der Basaltemperaturkurve kannst du ganz genau deien fruchtbaren Tage errechnen.

Hormone beeinflussen die Basaltemperatur

Ursächlich für die Schwankungen sind die wechselnden Spiegel der Hormone Östrogen und Gestagen, die während des etwa 28-tägigen, weiblichen Zyklusses auch die Körperwärme beeinflussen. Östrogen bestimmt die erste Zyklushälfte und verursacht ein leichtes Absinken der Temperatur. Gestagen erhöht die Temperatur in den folgenden 14 Tagen, etwa zwei Tage nach dem Eisprung. Das Gestagen wird nur gebildet, wenn es einen Eisprung gab. Denn das Hormon hat die Funktion, eine Schwangerschaft vorzubereiten und zu erhalten. Ein Temperaturanstieg durch das Gestagen ist also ein relativ zuverlässiges Zeichen für einen Eisprung und damit eine Empfängnisbereitschaft. Auch wenn der genaue Termin des Eisprungs mit der Basaltemperaturmessung nicht präzise vorausgesagt werden kann: Je mehr Messungen du im Vorwege gemacht hast und umso vertrauter du mit deinem eigenen Zyklus bist, umso enger kannst du deine fruchtbaren Tage eingrenzen.

Zyklus

Östrogene: Weibliche Geschlechtshormone

Weiterlesen Zyklus Weiterlesen

Wie verläuft die Basaltemperaturkurve?

Trotz individueller Feinheiten hat die leicht gezackte Basaltemperaturkurve einen charakteristischen Verlauf. Östrogen lässt die Temperatur abfallen: Der Kurvenverlauf zeigt in der ersten Zyklushälfte nach unten. An deren Ende, kurz vor dem Anstieg der Temperaturkurve, kommt es zu einem besonders markanten Tief. Das weist auf den Zeitpunkt kurz vor dem Eisprung hin. Die Basaltemperaturkurve steigt mit dem Eisprung für etwa 14 Tage stetig an. Mit einsetzender Menstruation fällt die Kurve wieder ab. Bleibt sie über den Zyklus hinaus hoch, bist du mit großer Wahrscheinlichkeit schwanger.

Woran erkennst du, dass die fruchtbaren Tage anstehen?

Bist du mit der Temperaturmessung geübt und mit deinen individuellen Werten etwas vertraut, ist es leicht einzuschätzen, wann deine fruchtbaren Tage sind. Die Empfängnisphase beginnt etwa 72 Stunden vor dem Eisprung und endet etwa zwölf Stunden danach. An der Temperaturkurve orientiert, ist die optimale Zeit für eine Empfängnis also ein bis zwei Tage, bevor die Kurve ansteigt und eventuell noch am ersten Tag des Anstiegs. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt sogar feste Kriterien, anhand derer du Rückschlüsse von der Basaltemperatur auf einen Eisprung machen kannst:

  • Ein Temperaturanstieg geschieht binnen maximal 48 Stunden, wenn ein Eisprung stattgefunden hat
  • An drei aufeinanderfolgenden Tagen sollte die Temperatur um mindestens 0,2 Grad Celsius höher liegen als an sechs Tagen davor.

Der richtige Moment

Eisprungrechner: fruchtbare Tage im Eisprungkalender berechnen

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Wie messe ich am zuverlässigsten die Basaltemperatur?

Um eine möglichst exakte Kurve und zuverlässige Kenntnisse über deinen individuellen Zyklus zu bekommen, gibt es bei der Temperaturmessung einige Dinge zu beachten:

  • Es ist sinnvoll am ersten Tag der Menstruation mit der Aufzeichnung zu starten, aber du kannst auch jederzeit mit dem Messen beginnen.
  • Die Temperatur sollte gleich morgens nach dem Aufwachen gemessen werden, wenn die Körperkerntemperatur noch messbar ist, am besten immer zur gleichen Zeit.
  • Mindestens sechs Stunden ruhiger, tiefer Schlaf sollte den Messungen vorausgehen, damit die Temperatur zuverlässig heruntergeregelt ist.
  • Messungen sollten immer mit demselben Thermometer durchgeführt werden, ein normales Fieberthermometer reicht dafür.
  • Die Messung sollte immer an der gleichen Körperstelle gemacht werden, am besten vaginal oder rektal.
  • Alkohol, Infektionen, Medikamente und Hormonpräparate verändern die Temperatur und können die Kurve verfälschen.
  • Auf Reisen kann die Temperatur ebenfalls verändert und das Ergebnis verfälscht werden.

Mit der einfachen Messung der Basaltemperatur kannst Du ganz natürlich ohne Chemie oder andere Hilfsmittel deine Familienplanung angehen. Alles, was du dazu brauchst, ist ein Thermometer, ein bisschen Übung und Disziplin.

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