Bakterien in der schwangerschaft

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Infektionen in der Schwangerschaft: Was für das Baby wirklich gefährlich ist

So sehr du dich bemühst, dein Ungeborenes zu schützen, gegen manches bist du einfach machtlos. Infektionen in der Schwangerschaft können jede Schwangere treffen. Das Wichtigste zuerst: Nicht jede Krankheit kann dem Baby schaden. Und nur die allerwenigsten Infektionen sind lebensbedrohlich. Keine Panik also vor Infektionen in der Schwangerschaft.

Bakterien oder Viren?

Grundsätzlich kann zwischen zwei Arten von Infektionen unterschieden werden:

  • Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden und
  • Infektionen, die durch Viren verursacht werden.

In der Regel sind bakterielle Erkrankungen für Mutter und Kind harmloser, da sie sehr gut mit Antibiotika behandelt werden können. Außerdem steckt sich das Baby mit dieser Art von Infektionen meist erst während oder nach der Geburt an: zum Beispiel mit B-Streptokokken. Werden bakterielle Infektionen in der Schwangerschaft also frühzeitig erkannt, können sie direkt behandelt werden und das Baby ist somit vor einer Ansteckung bei der Geburt geschützt.

Infektionen in der Schwangerschaft, die durch Viren verursacht werden, haben oft einen schwereren Krankheitsverlauf. Doch auch hier gilt: Du kannst vorbeugen. Und zwar mit der richtigen Impfung. Besonders gefährlich für das Ungeborene sind zum Beispiel Röteln oder Windpocken. Die meisten erwachsenen Frauen haben diese typischen Kinderkrankheiten bereits durchgemacht und sind gegen die Viren immun. Bist du dir nicht sicher, kann der Arzt das auch mit einem Test überprüfen. Wünschst du dir ein Kind, solltest du auf jeden Fall regelmäßig deinen Impfstatuts überprüfen und wenn nötig auffrischen lassen. So entsteht für dich und das Kind kein unnötiges Risiko während der Schwangerschaft.

1. Infektionen in der Schwangerschaft, die für das Baby meist ungefährlich sind

Grippe (Viren)

Nur die wenigsten Infektionen in der Schwangerschaft sind für das Baby lebensbedrohlich. Dazu zählt auch die Grippe. Das soll nicht heißen, dass die Grippe eine absolut harmlose Krankheit ist. Wenn sich eine Schwangere mit dem Influenza-Virus angesteckt hat, besteht durchaus ein größeres Komplikationsrisiko. Denn eine schwere Erkrankung der werdenden Mutter ist per se immer gefährlich für das Kind. Doch mit dem Virus anstecken kann sich das Ungeborene nicht. Die Gefahr besteht eher darin, dass die Grippe den Körper der Mutter zu sehr schwächt und damit die Entwicklung des Babys stört. Vor allem hohes Fieber ist für Mutter und Kind gefährlich. Vor einer Ansteckung kannst du dich aber gut schützen: Lass dich impfen. Die Impfung kann weder dir, noch dem Kind schaden.

Vorbeugen: Impfung oder für ein starkes Immunsystem sorgen

Blasen- oder Harnwegsentzündung (Bakterien)

Leider sind Frauen in der Schwangerschaft besonders anfällig für eine Blasen- oder Harnwegsentzündung (Bakterien). Schuld daran sind ein weiteres Mal die Hormone. In der Schwangerschaft sind die Harnwege geweitet, und Bakterien können so noch leichter in die Blase eindringen. Etwa jede fünfte Frau bekommt im Verlauf ihrer Schwangerschaft eine Blasenentzündung. Dann ist schnelles Handeln gefragt – vereinbare sogleich einen Termin beim Frauenarzt. Denn ohne die richtige Therapie kann sich aus der Blasenentzündung eine Nierenbeckenentzündung entwickeln. Außerdem steigt das Risiko für eine Früh- oder sogar eine Fehlgeburt. Nimm die Anzeichen also ernst.

Vorbeugen: Intim-Hygiene, Sex mit Kondom, viel Trinken und regelmäßig auf Toilette gehen

ABER ACHTUNG: Bei schwerem Krankheitsverlauf erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten!

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Grippeimpfung in der Schwangerschaft

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2. Infektionen in der Schwangerschaft, die für den Fötus gefährlich werden können

Alarmstufe Rot bei Röteln und Windpocken in der Schwangerschaft

Richtig gefährlich für das Ungeborene sind typische Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken oder Röteln. Steckst du dich damit in der Schwangerschaft an, kann der Virus das Baby sehr schwer schädigen oder sogar töten. Fehlgeburten können vorkommen.

Röteln (Virus), Windpocken (Virus), Masern (Virus)

Ein besonders großes Risiko geht von Röteln (Virus) und Windpocken (Virus) aus – besonders dann, wenn sich die werdende Mutter in einer frühen Phase der Schwangerschaft ansteckt. Die Viren werden von der Mutter über die Plazenta direkt auf das Baby übertragen. Sowohl Röteln als auch Windpocken schädigen die Organe schwer: Herzfehler, Hirnschäden, Fehlbildungen der Knochen und körperliche wie geistige Behinderungen. Leider haben die infizierten Babys auch eine sehr niedrige Lebenserwartung. Bei einer Infektion nach der 20. SSW sinkt das Risiko für das Kind allerdings deutlich. Die Organe werden nicht mehr so schwer geschädigt und auch die Überlebenschancen sind viel höher. Außer die Mutter steckt sich kurz vor dem Geburtstermin mit den Viren an. Dann kommt auch das Baby mit hoher Wahrscheinlichkeit krank zur Welt – sein Immunsystem kann den Viren nichts entgegensetzen.

Auch die Masern (Virus) gehören zu den schweren Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft. Zwar kommt es beim Baby nicht zu einer Organschädigung, allerdings ist das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt sehr hoch. Oft lösen Masern sehr hohes Fieber, schwere Lungenentzündungen bis hin zu Herzmuskelerkrankungen hervor. Wenn die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auftritt, kann das Baby mit Masern geboren werden. Da Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, können diese Erkrankungen lebensbedrohlich verlaufen.

Vorbeugen: Impfstatus überprüfen lassen und Impfen lassen

Toxoplasmose (Parasiten)

Die Toxoplasmose wird weder durch Viren noch durch Bakterien ausgelöst – Parasiten sind die Übeltäter. Und leider können die von Katzen auch auf uns Menschen übertragen werden. Bei gesunden Menschen läuft eine Ansteckung in der Regel ohne Beschwerden. Für Schwangere besteht allerdings ein erhöhtes Risiko. Gelangen die Parasiten in den Organismus der Mutter, dann können sie zu Missbildungen des Ungeborenen führen oder eine Fehlgeburt auslösen. Rein statistisch gesehen steckt sich zwar nur eine von 100 Schwangeren mit Toxoplasmose an. Doch bei einer Erkrankung gehen die Parasiten sofort auf das Ungeborene über – und das Risiko bleibt während der gesamten Schwangerschaft bestehen. Aber keine Angst, Familienkatzen müssen jetzt nicht ausziehen. Eine Ansteckung ist vorwiegend über den Kot möglich. Das Katzenklo säubern sollte aber bitte jemand anderes übernehmen. Aus dem gleichen Grund solltest du bei der Gartenarbeit immer Handschuhe tragen. Katzen verwenden das Blumenbeet gerne als Toilette und hinterlassen unschöne Überraschungen. Außerdem solltest du während der Schwangerschaft auf rohes Fleisch oder Fisch verzichten. Auch darüber kannst du dich mit Toxoplasmose infizieren.

Vorbeugen: Katzenklo nicht selber reinigen, kein rohes Fleisch (z.B. Mett- oder Teewurst, Rohschinken, Salami), ein roher, gebeizten oder geräucherter Fisch (z.B. Sushi, Thunfisch, Räucherlachs), Gartenarbeit nur mit Handschuhen

Listeriose (Bakterien)

Sehr selten ist eine Ansteckung mit Listeriose (Bakterien). Meist geschieht die Übertragung der Bakterien durch verseuchte Lebensmitteln. Häufig zu finden sind die Listerine in in Milch und Milchprodukten – hier vor allem in Rohmilchkäse – , in rohem Fleisch und Wurst, in geräuchertem oder mariniertem Fisch und in Schalentieren. Die Bakterien werden über die Plazenta auf das Kind übertragen und können dort eine Entzündung des Mutterkuchens verursachen. Deshalb bekommen viele Schwangere Frühchen. In einigen Fällen – vor allem, wenn du dich zu Beginn der Schwangerschaft ansteckst – kann Listeriose auch eine Fehlgeburt verursachen. Aber wie gesagt, eine Ansteckung ist wirklich sehr selten. Vorbeugend kannst du trotzdem auf folgende Lebensmittel verzichten:

Unser Tipp: Achte auf eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft und höre jetzt besonders auf deinen Körper. Ein gesundes Immunsystem ist gerade für werdende Mütter besonders wichtig. In unserer Rubrik Gesundheit findest du weitere nützliche Tipps für typische Schwangerschaftsbeschwerden – und was du bei einer Erkältung in der Schwangerschaft tun kannst.

3. Infektionen, die bei der Geburt ansteckend sind

Eine Reihe von Infektionskrankheiten sind während der Schwangerschaft für das Baby ungefährlich. Doch hat sich die Mutter mit den Bakterien oder Viren angesteckt, kann sie diese bei der Geburt auf das Baby übertragen: Diese Infektionen in der Schwangerschaft bei der Entbindung eine akute Ansteckungsgefahr für das Neugeborenen besteht. In der Gebärmutter ist der Fötus vor Viren und Bakterien in der Schwangerschaft geschützt. Doch bei der Geburt können die Krankheitserreger auf das Neugeborene übergehen. Welche Krankheiten für das Baby gefährlich werden können, liest du hier. Viele Infektionskrankheiten sind für das Baby während der Schwangerschaft ungefährlich. Allerdings kann sich dein Kind bei der Geburt mit den Viren und Bakterien anstecken. Da das Immunsystem des Neugeborenen noch nicht sehr stark ist, kann es den Eindringlingen wenig entgegensetzen: Eine für die Mutter leichte Infektion in der Schwangerschaft kann beim Baby schwere Krankheiten verursachen. So kannst du vorbeugen.

Scheidenpilz (Pilz)

Für den Fötus meist ungefährlich ist ein Scheidenpilz (Pilz). In der Schwangerschaft kann ein Scheidenpilz sogar recht häufig auftreten. Schuld daran ist der veränderte Hormonhaushalt. Dieser begünstigt das Wachstum von Hefepilzen in der Scheide. Während der Schwangerschaft besteht keine Ansteckungsgefahr für das Baby. Allerdings können die Hefepilze während einer vaginalen Geburt auf das Baby übergehen. Deshalb solltest du einen Scheidenpilz auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Merkst du typische Anzeichen wie Juckreiz und Brennen im Intimbereich sowie weißlich-krümeligen Ausfluss, solltest du unbedingt deinen Gynäkologen oder deine Frauenärztin um Rat fragen. Oft wird auch eine Pilzprophylaxe in der Schwangerschaft empfohlen. Dazu wird etwa in der 34. SSW ein Abstrich gemacht und auf Hefepilze untersucht. So kann das Baby vor einer Ansteckung geschützt werden.

Vorbeugen:
• Intim-Hygiene
• Sex mit Kondom
• Unterwäsche jeden Tag wechseln und gründlich reinigen

Herpes (Virus)

Ebenso lästig wie eine Scheideninfektion kann auch Herpes (Virus) sein. Einmal mit dem Virus angesteckt, kann Herpes ein Leben lang immer wieder ausbrechen. Die bekannteste Form von Herpes ist der Lippenherpes. Für die Schwangerschaft und auf für die Geburt hat der Lippenherpes praktisch keine Bedeutung. Gefährlicher ist der Genitalherpes, eine sexuell übertragbare Herpesform. Damit kann sich das Baby bei der Geburt anstecken. Gehirnhaut-, Lungen und/oder Leberentzündung können die Folge sein. Am größten ist das Ansteckungsrisiko für das Baby, wenn seine Mutter sich bis zwei Monate vor der Geburt mit dem Genitalherbes infiziert hat. Um das Baby zu schützen, wird in diesem Fall ein Kaiserschnitt gemacht.

Vorbeugen:
• Sex mit Kondom bzw. wenn Herpes akut, auf Sex verzichten
• Unterwäsche jeden Tag wechseln und gründlich reinigen
• für ein starkes Immunsystem sorgen

Hepatitis B <em>(Virus)</em>

Auch Hepatitis B (Virus) gehört zu den viralen Infektionskrankheiten. Allerdings ist das Baby während der Schwangerschaft gegen den Virus geschützt. Meist kommt es erst während der Geburt zu einer Ansteckung. Nur in den seltensten Fällen kann sich das Baby auch schon im Mutterleib infizieren. Dann kann das Fehlgeburtenrisiko steigen und auch ein niedrigeres Geburtsgewicht sowie einer Leberentzündung des Fetus können mit einer Infektion einhergehen. Routinemäßig wird bei allen werdenden Müttern im letzten Schwangerschaftsdrittel – etwa in der 32. SSW – ein Test auf Hepatitis-B-Viren gemacht. Fällt dieser positiv aus, dann wird das Baby direkt nach der Geburt gegen Hepatitis geimpft. Damit wird versucht, das Kind vor einer Ansteckung zu schützen.

Vorbeugen:
• Sex mit Kondom
• Vorsicht vor verunreinigtem Trinkwasser (exotische Länder)

B-Streptokokken (Bakterien)

Etwa 20 bis 30 Prozent aller Schwangeren haben B-Streptokokken (Bakterien). Diese gehören zu den häufigsten Bakterien, die den Genital- und Afterbereich besiedeln. In der Fruchtblase ist das Baby gut gegen diese Bakterien geschützt. Platzt diese, wenn die Geburt losgeht, dann können die Streptokokken auf das Neugeborene übergehen. Da Babys Immunsystem den Eindringlingen noch nichts entgegen setzen kann, breiten diese sich im ganzen Körper aus.

Eine sogenannte Neugeborenensepsis (Blutvergiftung), Lungen- oder Hirnhautentzündung können die Folge sein. Aber eine Streptokokken-Infektion kann relativ gut mit Antibiotika behandelt werden. Die allermeisten Kinder tragen keine bleibenden Schäden davon und werden wieder gesund. Ist bekannt, dass sich die Schwangere in den letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit B-Streptokokken infiziert hat, dann können die Ärzte vorbeugen. Der Mutter wird mit Beginn der Geburt ein Antibiotikum verabreicht, das auch in den Blutkreislauf des Babys gelangt. Damit wird es vor einer Ansteckung geschützt. Allerdings muss eine Erkrankung der Mutter mit einem Abstrich getestet werden – empfohlen wird der Streptokokken-Test zwischen der 35. SSW und der 37. SSW. Diese Vorsorgeuntersuchung ist freiwillig und zählt damit zu den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Du musst die Untersuchungskosten also selbst zahlen.

Vorbeugen:
• Intim-Hygiene
• Sex mit Kondom
• wer häufig an Harnwegsinfektionen leidet ist besonders anfällig

Clamydien (Bakterien)

Mit in die routinemäßige Schwangerschaftsvorsorge aufgenommen wurde ein Test auf Clamydien. Clamydien sind Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Statistisch lässt sich bei fünf bis zehn Prozent aller Erwachsenen eine Infektion mit Clamydien nachweisen. Die Infektion tritt also verhältnismäßig häufig auf. Direkte Ansteckungsgefahr für das Baby besteht nicht. In seltenen Fällen kann es zu verfrühten Wehen und einem vorzeitigem Blasensprung kommen. Doch Clamydien können sehr gut auch während der Schwangerschaft behandelt werden. Du bekommst spezielle Antibiotika verschrieben, die für das Baby absolut ungefährlich sind. Wird eine Infektion nicht behandelt, dann steckt sich dein Kind mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Geburt an. Die Bakterien können dann schwere Lungen- und Augenentzündungen auslösen.

Vorbeugen:
• Intim-Hygiene
• Sex mit Kondom
• regelmäßige Kontrolle beim Frauenarzt

Auch wenn sich dein Baby mit einer dieser Infektionskrankheiten ansteckt, lassen sie sich gut beahndeln. Dauerhafte Organschäden oder gar Fehlbildungen verursachen diese Krankheiten nicht, da die Erreger erst nach der Geburt übertragen werden.

Infektionen in der Schwangerschaft

Infektionen in der Schwangerschaft werden durch Krankheitserreger hervorgerufen. Prinzipiell unterscheiden sich die Erreger nicht von denen, die auch eine nicht schwangere Frau infizieren können. Während für den gesunden Erwachsenen viele Infektionen jedoch ungefährlich sind und folgenlos ausheilen, kann bei schwangeren Frauen insbesondere das ungeborene Kind gefährdet sein.

Der aktuelle Stand

Infektionen, die für das Kind lebensbedrohlich sind, sind in Deutschland selten geworden. Dies ist unter anderem Impfungen, den Untersuchungen auf Infektionen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge und dem hohen Hygienestandard in Deutschland zu verdanken.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Ursachen von Infektionen in der Schwangerschaft

Es gibt viele Krankheitserreger, die eine Infektion in der Schwangerschaft auslösen können. Besonders anfällig ist die Schwangere für Scheidenpilzinfektionen und Harnwegsinfektionen durch Darmbakterien. Rechtzeitig behandelt, stellen sie in der Regel aber keine Gefahr für Mutter und Kind dar.

Folgende Erreger können insbesondere für das Kind gefährlich werden:

Eine Infektion der Mutter wird jedoch nicht zwangsläufig auf das Kind übertragen. Das Risiko und die möglichen Auswirkungen hängen von folgenden Punkten ab:

  • Einige Infektionen, die eine Frau im Vorfeld einer Schwangerschaft durchmacht, hinterlassen eine Immunität, welche Mutter und Fötus vor einer erneuten Infektion schützt. In Fällen wie beispielsweise der Toxoplasmose ist daher nur die Erstinfektion während der Schwangerschaft gefährlich für das Kind.
  • Das Risiko, dass eine Mutter die Infektion auf ihr Ungeborenes überträgt, hängt unter anderem vom Schwangerschaftsstadium ab. Für eine Toxoplasmose beispielsweise ist das Übertragungsrisiko im ersten Drittel der Schwangerschaft gering und steigt zum dritten Drittel stetig an.
  • Die Auswirkungen einer Infektion auf das Baby sind nicht nur abhängig vom jeweiligen Erreger, sondern auch vom Zeitpunkt der kindlichen Infektion. Während einige Erreger wie Toxoplasmen und Röteln-Viren dem Baby in den ersten Wochen der Schwangerschaft am meisten schaden können, gefährden andere Erreger das Kind stärker bei einer Infektion kurz vor oder während der Geburt.

Ansteckung

Der Übertragungsweg ist vom jeweiligen Erreger abhängig. So kann sich die Frau beispielsweise im Falle von Syphilis, Chlamydien oder Hepatitis-B-Viren durch Geschlechtsverkehr anstecken (sexuell übertragbare Krankheiten). Auch über den Kontakt zu anderen Körperflüssigkeiten wie Blut oder Urin können bestimmte Erreger übertragen werden. Erreger wie Listerien, Toxoplasmen oder Hepatitis-A-Viren werden mit verunreinigten Lebensmitteln aufgenommen. Der enge Kontakt zu Katzen beziehungsweise Katzenkot ermöglicht zusätzlich die Infektion mit Toxoplasmen. Röteln-, Masern- oder Mumpsviren beispielsweise werden über eine Tröpfcheninfektion weitergegeben.

Während der Schwangerschaft können die Erreger das Kind entweder über den Blutkreislauf der Mutter erreichen oder über die Scheide zum Kind aufsteigen. Auch während der Geburt kann sich das Kind anstecken, wenn es einen infizierten Geburtskanal passieren muss. Zudem können bestimmte Erreger nach der Geburt über die Muttermilch übertragen werden.

Symptome einer Infektion in der Schwangerschaft

Da eine Infektion in der Schwangerschaft durch zahlreiche Erreger verursacht werden kann, können auch die Beschwerden vielfältig sein.

Teilweise hat die schwangere Frau keine oder eher leichte Beschwerden. Letztere können sich abhängig vom Erreger unter dem Bild einer Grippe zeigen mit Krankheitsgefühl, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Durchfall oder geschwollenen Lymphknoten. Zudem können typische Hautausschläge auftreten, beispielsweise im Falle von Masern, Röteln oder Ringelröteln. Eine Erstinfektion mit Herpes-Viren im Intimbereich verursacht neben den typischen Schleimhautveränderungen in der Regel starke Schmerzen. Jucken und Brennen im Intimbereich weisen auf eine Pilzinfektion der Scheide hin, häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen auf eine Harnwegsinfektion.

Infektionen in der Schwangerschaft können außerdem zu vorzeitigen Wehen, einem vorzeitigen Blasensprung, einer Fehl-, Früh- oder Totgeburt führen. Abhängig vom Erreger und dem Infektionszeitpunkt während der Schwangerschaft können lebend geborene Kinder unterschiedlichste Symptome zeigen, von vollständiger Gesundheit und fehlenden Beschwerden über eine Blutvergiftung (Sepsis), Lungen- (Pneumonie), Leber- (Hepatitis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis) bis hin zu Fehlbildungen des Herzens, Augen- und Innenohrschäden sowie Entwicklungsstörungen des Gehirns oder der Gliedmaßen.

Diagnose einer Infektion in der Schwangerschaft

Erste Hinweise auf eine Infektion in der Schwangerschaft erhält der Arzt aus der ausführlichen Befragung der Frau zur Krankheitsgeschichte und den aktuellen Beschwerden (Anamnese). Die anschließende körperliche Untersuchung kann weitere wichtige Anhaltspunkte liefern. Ein Hautausschlag beispielsweise kann nach seiner Ausbreitung auf verschiedene Körperbereiche und sein Aussehen auf bestimmte Erreger hindeuten. Bei Verdacht auf eine Infektion im Genitalbereich entnimmt der Frauenarzt Abstriche von der Scheidenhaut und dem Gebärmutterhals und untersucht sie auf Erreger. Harnwegsinfektionen stellt der Arzt durch eine Untersuchung des Mittelstrahlurins fest.

Dringen Erreger in den Körper ein, reagiert das Immunsystem der Mutter mit der Bildung von speziellen Antikörpern gegen den Erreger. Diese Antikörper lassen nicht nur Rückschlüsse auf den verursachenden Erreger, sondern in der Regel auch eine Unterscheidung zwischen einer frischen oder alten (zurückliegenden) Infektion zu. Durch eine Blutuntersuchung werden die Antikörper nachgewiesen. Selten, wie beispielsweise bei einer Listeriose, ist auch der direkte Nachweis des Erregers aus Körperflüssigkeiten wie Blut oder Hirnflüssigkeit erforderlich.

Bei bestimmten Erregern ist es sinnvoll, eine Infektion des Kindes noch während der Schwangerschaft auszuschließen. Hierzu kann die Entnahme von Nabelschnurblut (Chordozentese) oder Fruchtwasser (Amniozentese) erforderlich sein. Hinweise auf eine kindliche Schädigung können unter Umständen auch Ultraschall-Untersuchungen des Kindes geben.

Therapie einer Infektion in der Schwangerschaft

Die Therapie von Infektionen in der Schwangerschaft richtet sich nach dem verursachenden Erreger. Bei bakteriellen Infektionen oder Toxoplasmose erhält die betroffene Frau Antibiotika, die bei rechtzeitigem Einsatz das Risiko einer Infektion des Kindes deutlich herabsetzen können. Virale Infektionen können insbesondere für das Kind ein Problem darstellen. In einigen Fällen, wie beispielsweise bei Röteln, kann sich die Mutter nach dem Kontakt mit dem Virus für einen begrenzten Zeitraum noch einer Therapie mit so genannten Immunglobulinen unterziehen, um eine Erkrankung des Kindes zu vermeiden. Abhängig vom Virus können zusätzlich auch so genannte Virustatika eingesetzt werden. Da einige Viren, wie Röteln-Viren oder eine Erstinfektion mit Zytomegalie-Viren, beim Kind zu schwersten Erkrankungen führen können, wird den Eltern gelegentlich auch zu einem Schwangerschaftsabbruch geraten.

In einigen Fällen werden auch dem Neugeborenen Immunglobuline gegeben. Bei einer Hepatitis-B-Infektion der Mutter beispielsweise wird das Kind direkt nach der Geburt sowohl passiv durch Immunglobuline als auch aktiv geimpft (passive und aktive Immunisierung). So kann ein Großteil chronischer Leberentzündungen vermieden werden.

Verlauf einer Infektion in der Schwangerschaft

Viele Infektionen in der Schwangerschaft stellen für die Mutter keine ernsthafte Gefahr dar und können gut behandelt werden. Nur sehr selten kommt es abhängig vom Erreger zu schweren Erkrankungen der Mutter. Bei einer Erstinfektion mit dem Windpocken-Virus beispielsweise können sich eine Lungen- und Hirnentzündung (Enzephalitis) mit einer hohen Sterblichkeit entwickeln.

Bestimmte Viren wie Herpes- oder Windpocken-Viren verbleiben nach einer Infektion lebenslang im Körper. Diese können eine erneute Infektion auslösen, die sich im Falle des Windpocken-Virus als schmerzhafte Gürtelrose zeigen kann.

Abhängig vom Erreger können Infektionen in der Schwangerschaft mit einer hohen Sterblichkeit des ungeborenen Kindes verbunden sein. Daher wird der Vorbeugung von Infektionen besondere Beachtung geschenkt.

Wie kann man einer Infektion in der Schwangerschaft vorbeugen?

Zur Vorbeugung von Infektionen in der Schwangerschaft stehen teilweise Impfungen zur Verfügung. Eine Frau sollte daher ihren Impfschutz, beispielsweise gegen Röteln oder Windpocken, idealerweise noch vor einer Schwangerschaft überprüfen lassen. Auch das eigene Verhalten kann für mehr Sicherheit in der Schwangerschaft sorgen. Auf bestimmte Lebensmittel wie Rohmilch- und Rohwurstprodukte sollte die Schwangere verzichten, um beispielsweise eine Listeriose zu vermeiden. Die Nahrungsmittel sollten gründlich gewaschen beziehungsweise durchgegart werden. Gartenarbeit sollte mit Handschuhen erledigt werden. Besteht keine Immunität gegen Toxoplasmen, ist zusätzlich im Umgang mit Katzen Vorsicht geboten. Die Hände sollten nach jedem Kontakt gründlich gewaschen werden. Vor sexuell übertragbaren Infektionen bieten Kondome einen gewissen Schutz.

Zudem wird die Schwangere im Rahmen der Schwangerenvorsorge unter anderem auf bereits bestehende, bedenkliche Infektionen untersucht. Wird eine solche rechtzeitig behandelt, kann das Kind unter Umständen vor einer Infektion geschützt werden. Teilweise ist zum Schutz des Kindes auch ein Kaiserschnitt erforderlich, wie beispielsweise bei HIV.

Blasenentzündung bei Kindern vorbeugen

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Wie gefährlich Windpocken in der Schwangerschaft für das ungeborene Kind sind, hängt vor allem vom Zeitpunkt der Infektion ab. Das Gesundheitsrisiko ist umso höher, je näher der voraussichtliche Entbindungstermin rückt. Grundsätzlich sollten Frauen deshalb bereits vor der Empfängnis ihren sogenannten Antikörper-Titer bestimmen lassen und gegebenenfalls den Impfschutz auffrischen.

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Windpocken in der Schwangerschaft: Selten, aber möglich

Auch wenn das Risiko, Windpocken in der Schwangerschaft zu bekommen, relativ gering ist, ist es nicht auszuschließen. Grund dafür ist eine sogenannte Immunitätslücke. Wie das Fachportal „Frauenärzte im Netz“ berichtet, sind fünf bis sieben Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen. Sie verfügen nicht über genügend Antikörper gegen das Windpockenvirus, weil Sie bisher noch keine Windpocken hatten oder unzureichend geimpft wurden.

Welches Gesundheitsrisiko für die Mutter besteht

Windpocken in der Schwangerschaft sind für erkrankte Mütter mit einem höheren Risiko verbunden als im Normalfall. Der Krankheitsverlauf ist zwar selten tödlich und in der Regel sind keine bleibenden Schäden zu erwarten. Dennoch können gesundheitsgefährdende Komplikationen auftreten. Dazu gehören vor allem Entzündungen der Lunge, des Mittelohrs, der Hirnhaut, der Niere oder des Herzmuskels.

Risiken für das Ungeborene

Wie schädlich Windpocken in der Schwangerschaft für das Kind sind, hängt vor allem vom Zeitpunkt der Infektion ab. Erkrankt die werdende Mutter vor der 22. Schwangerschaftswoche an Windpocken, kann das in seltenen Fällen zu einer Fehlgeburt führen. In ebenfalls sehr seltenen Fällen erleidet das Kind das sogenannte kongenitale Varizellensyndrom, das in der Hälfte aller Fälle tödliche Folgen hat. In anderen Fällen verursacht es bleibende Schäden beim Kind wie unter anderem Vernarbungen der Haut oder unterentwickelte Gliedmaßen.

Am geringsten ist das Gesundheitsrisiko für das Ungeborene, wenn seine Mutter sich zwischen der 22. Woche der Schwangerschaft und dem fünften Tag vor der Geburt infiziert. Die Mutter gibt hierbei ihre Antikörper über die Nabelschnur an ihr Kind weiter, sodass es bei der Geburt sogar über eine gewisse Immunität, den sogenannten Nestschutz, verfügt.

Geburtstermin: Gefährlichster Infektionszeitpunkt

Am größten ist das Risiko für das Kind, wenn die Windpocken in der Schwangerschaft kurz vor oder nach dem Geburtstermin auftreten. Der Zeitraum von vier Tagen vor der Geburt reicht nicht aus, um die Antikörper über die Nabelschnur auf das Kind zu übertragen. Erfolgt die Erkrankung der Mutter bis zu zwei Tagen nach der Geburt, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass auch das Kind nach weiteren sechs bis zehn Tagen erkrankt – ohne den notwendigen Nestschutz zu haben.

In acht Prozent dieser Fälle kommt es zu einem schweren Krankheitsverlauf. Das Immunsystem ist nicht gegen die Viren gerüstet, sodass für den Säugling das Risiko, beispielsweise an einer Lungenentzündung zu sterben, steigt. Auch eine Ansteckung des Säuglings mit Windpocken kurz nach der Geburt kann aus denselben Gründen lebensbedrohlich sein, so das Fachportal „Frauenärzte im Netz“ weiter.

Impfung: Windpocken in der Schwangerschaft vorbeugen

Um die genannten Risiken auszuschließen, sollten Frauen mit Kinderwunsch rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen treffen. Dazu gehört beispielsweise die Bestimmung des Antikörper-Titers, also der Konzentration von Antikörpern im Blut. Bei einer zu geringen Anzahl an Antikörpern sollte der Immunschutz durch eine Impfung aufgefrischt werden. Die Impfung sollte jedoch mindestens drei Monate vor der möglichen Empfängnis erfolgen, damit die verwendeten Lebendimpfstoffe – das heißt lebende, aber nicht vermehrungsfähige Viren – nicht auf das Kind übertragen werden. Wenn Frauen als Kind bereits selbst die Windpocken hatten, ist ein solcher Schritt jedoch überflüssig. Das ergab eine Untersuchung verschiedener Vorsorgechecks im Rahmen der Schwangerschaft im Auftrag des „Spiegel“. Wer die Krankheit einmal überstanden hat, ist im Regelfall sein Leben lang gegen Windpocken immun.

Bakterielle Scheideninfektion

Welche Behandlungen helfen bei bakterieller Vaginose?

(PantherMedia / luchschen) Eine bakterielle Vaginose kann Beschwerden wie unangenehm riechenden Ausfluss hervorrufen. Mit den Antibiotika Clindamycin und Metronidazol lässt sich die Scheideninfektion gut behandeln. Der Nutzen von Behandlungen mit Milchsäurebakterien ist bislang nur unzureichend untersucht.

Bakterielle Vaginosen sind sehr verbreitet. Ihre Ursache ist eine Veränderung der Scheidenflora, die dazu führt, dass sich bestimmte Bakterien (meistens sogenannte Gardnerellen) in der Scheide stark vermehren.

Die Infektion kann einen dünnflüssigen, grau-weißen Ausfluss mit unangenehmem Geruch verursachen. Häufig bleibt sie aber auch unbemerkt. Bei Beschwerden kann die Infektion wirksam mit Antibiotika behandelt werden. Dies gilt auch während der Schwangerschaft: Hier kann eine Behandlung zudem das durch die Infektion leicht erhöhte Risiko für Fehlgeburten senken.

Wie werden die Antibiotika angewendet?

Vaginose-Beschwerden werden normalerweise mit den Antibiotika Clindamycin oder Metronidazol behandelt – als Creme, Vaginalzäpfchen oder -tabletten sowie als Tabletten zum Einnehmen. Je nach Wirkstoff, Anwendungsform, Dosierung und Stärke der Beschwerden kann die Behandlung ein bis sieben Tage dauern. Die Ärztin oder der Arzt berät, welche Behandlungsform geeignet ist.

Wenn man Antibiotika nimmt, ist es wichtig, auf die richtige Anwendung zu achten. Das heißt vor allem, die Medikamente durchgehend anzuwenden: Ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung, etwa weil die Symptome schon abgeklungen sind, begünstigt die Entwicklung resistenter Keime.

Wie wirksam sind Antibiotika?

Clindamycin und Metronidazol sind bei Vaginose-Beschwerden sehr wirksam. Studien zur Behandlung mit Clindamycin-Creme zeigten:

  • Ohne Clindamycin waren ein bis zwei Wochen nach der Behandlung mit einem Scheinmedikament (Placebo) 50 % der Studienteilnehmerinnen beschwerdefrei.
  • Mit Clindamycin waren ein bis zwei Wochen nach der Behandlung 88 % der Studienteilnehmerinnen beschwerdefrei.

Mehrere Studien zeigen außerdem, dass Clindamycin und Metronidazol ähnlich wirksam sind: In den Studien, in denen diese Antibiotika miteinander verglichen wurden, waren über 90 % der Frauen nach der Behandlung beschwerdefrei – unabhängig davon, welchen Wirkstoff sie angewendet hatten.

Eine Vaginose kann nach einigen Wochen erneut auftreten. Dies geschieht recht häufig: Etwa die Hälfte aller Frauen hat ein Jahr nach der ersten Infektion erneut Beschwerden. Wenn es öfter zu bakteriellen Infektionen der Scheide kommt, ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt über Möglichkeiten einer vorbeugenden Behandlung zu sprechen.

In Studien wurde zudem geprüft, ob es sinnvoll ist, wenn der Partner oder die Partnerin ebenfalls Antibiotika nimmt. Das konnte die Heilung jedoch nicht beschleunigen. Es ist auch nicht nachgewiesen, dass eine Mitbehandlung des Partners vor Rückfällen schützt.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Durch die Antibiotika-Behandlung werden nicht nur Gardnerellen abgetötet, sondern auch nützliche Bakterien der Scheidenflora, die andere Erreger in Schach halten. Daher kann eine Antibiotika-Behandlung manchmal eine Pilzinfektion der Scheide (Candidose) auslösen. Dies passiert bei etwa 10 % der Frauen, die Clindamycin oder Metronidazol anwenden. Eine Candidose äußert sich typischerweise durch Juckreiz und einen dicklichen weißen Ausfluss. Sie kann ebenfalls mit Medikamenten behandelt werden.

Gelegentlich treten auch andere Nebenwirkungen auf. So führen Metronidazol-Tabletten bei etwa 10 % der Frauen während der Behandlung zu einem metallischen Geschmack im Mund. Seltener lösen sie Übelkeit und Erbrechen aus. Clindamycin ist sehr gut verträglich, wenn es als Creme angewendet wird und hat außer Pilzinfektionen keine anderen bekannten Nebenwirkungen.

Können Milchsäurebakterien helfen?

Milchsäurebakterien sollen dabei helfen, wieder eine gesunde Scheidenflora aufzubauen und schädliche Bakterien zu verdrängen. Behandlungen mit Milchsäurebakterien sind weniger gut untersucht als Antibiotika. Es gibt kaum Studien, in denen sie allein erprobt wurden. In der Regel wurden sie in Kombination mit Antibiotika angewendet. Dabei fanden sich bislang keine Belege dafür, dass eine Vaginose mit dieser Kombination besser abheilt. Über mögliche Nebenwirkungen dieser Mittel ist bisher wenig bekannt.

Kann man eine Vaginose in der Schwangerschaft behandeln?

Eine bakterielle Vaginose in der Schwangerschaft geht mit einem leicht erhöhten Risiko für eine Frühgeburt einher. Außerdem steigt das Risiko für eine späte Fehl- oder Totgeburt (zwischen der 13. und 24. Schwangerschaftswoche). Als Fehl- oder Totgeburt bezeichnet man die Geburt eines Kindes, das im Mutterleib gestorben ist.

Die Vor- und Nachteile einer antibakteriellen Behandlung wurden in einer zusammenfassenden Analyse der Cochrane Collaboration untersucht. Dazu hat eine Wissenschaftlergruppe insgesamt 21 Studien mit fast 8000 Schwangeren ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Antibiotika das Risiko für späte Fehlgeburten senken können:

  • Ohne Antibiotika kam es bei 2 % der Frauen zu einer späten Fehlgeburt.
  • Mit Antibiotika kam es bei 0,3 % der Frauen zu einer späten Fehlgeburt.

Auf das Risiko von Frühgeburten und vorzeitigem Reißen der Fruchtblase (vorzeitiger Blasensprung) hatten Antibiotika keinen Einfluss. Etwa 2 % der Frauen brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Es gibt keine Hinweise, dass die Antibiotika, die zur Behandlung von bakterieller Vaginose eingesetzt werden, längerfristige Nebenwirkungen haben oder dem Kind schaden.

Die meisten Studienteilnehmerinnen hatten keine Beschwerden. Ihre Infektion wurde im Rahmen anderer Untersuchungen während der Schwangerschaft festgestellt. Wenn eine bakterielle Vaginose in der Schwangerschaft Beschwerden verursacht, wird sie normalerweise ohnehin behandelt.

Quellen

Amaya-Guio J, Viveros-Carreno DA, Sierra-Barrios EM, Martinez-Velasquez MY, Grillo-Ardila CF. Antibiotic treatment for the sexual partners of women with bacterial vaginosis. Cochrane Database Syst Rev 2016; (10): CD011701.

Brocklehurst P, Gordon A, Heatley E, Milan SJ. Antibiotics for treating bacterial vaginosis in pregnancy. Cochrane Database Syst Rev 2013; (1): CD000262.

Huang H, Song L, Zhao W. Effects of probiotics for the treatment of bacterial vaginosis in adult women: a meta-analysis of randomized clinical trials. Arch Gynecol Obstet 2014; 289(6): 1225-1234.

Oduyebo OO, Anorlu RI, Ogunsola FT. The effects of antimicrobial therapy on bacterial vaginosis in non-pregnant women. Cochrane Database Syst Rev 2009; (3): CD006055.

Tan H, Fu Y, Yang C, Ma J. Effects of metronidazole combined probiotics over metronidazole alone for the treatment of bacterial vaginosis: a meta-analysis of randomized clinical trials. Arch Gynecol Obstet 2017; 295(6): 1331-1339.

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Schlagwörter: Bakterielle Vaginose, Fortpflanzung und Geburt, Frauengesundheit, Gardnerellen, Immunsystem und Infektionen, N76, R87, Scheideninfektion, Vaginose Aktualisiert am 25. Juli 2018 25. Juli 2018
Erstellt am 21. Dezember 2009
Nächste geplante Aktualisierung: 2021
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Infektionen, bakterielle

Bakterielle Infektionen können nicht nur die Mutter gefährden, sondern auch den Verlauf der Schwangerschaft komplizieren. Spontanabort oder Frühgeburt – meist nach vorzeitigen Wehen und/oder vorzeitigem Blasensprung – können die Folge sein. Bestimmte Erreger können auch auf das ungeborene Kind übergehen und den Fetus direkt schädigen.
Bakterielle Infektionen sind teilweise mit hohem Fieber assoziiert. Man vermutet ein gering erhöhtes Fehlbildungsrisiko, wenn Temperaturen über 39°C länger als 24 Stunden anhalten.
Vaginale Infektionen treten häufig in der Schwangerschaft auf, sind aber nur zum Teil bakterieller Genese.

Besonderheiten einer Therapie in der Schwangerschaft

Bakterielle Infektionen müssen auch in der Schwangerschaft adäquat und konsequent mit Antibiotika behandelt werden. Meistens stehen gut erprobte und für die Schwangerschaft unbedenkliche Mittel zur Verfügung. Die Schwangere sollte über die Notwendigkeit und Sicherheit der Antibiotikatherapie aufgeklärt werden. Auch bestimmte asymptomatische Infektionen sollten therapiert werden. Bei schweren, vital bedrohlichen Infektionen kann auch eine Therapie mit schlechter erprobten oder für die Schwangerschaft suspekten Antibiotika erforderlich werden. Der therapeutische Nutzen überwiegt in solchen Fällen meist das potentielle Risiko für das ungeborene Kind. Hohes Fieber sollte mit Paracetamol und physikalischen Maßnahmen (Wadenwickel, ausreichend Trinken etc.) gesenkt werden. Bis zur 28. Schwangerschaftswoche kann auch Ibuprofen zur Fiebersenkung eingesetzt werden.

Mittel der Wahl

Die Behandlung bakterieller Infektionen in der Schwangerschaft und Stillzeit stützt sich im Wesentlichen auf β-Lactam-Antibiotika. Penicilline und Cephalosporine sind für die Schwangerschaft am besten untersucht und auch in Kombination mit einem β-Lactamase-Hemmstoff Mittel der 1. Wahl. Als Alternative z.B. bei Allergie stehen Makrolide zur Verfügung.

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Viele Schwangere nehmen Medikamente während der Schwangerschaft ein. Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft und damit letztlich auch die Qualität dieser Internetseite beruhen größtenteils auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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Vaginale Infektionen

Vaginale Infektionen gehören zu den häufigsten behandlungspflichtigen Erkrankungen der Frau. In der Schwangerschaft betreffen diese nicht nur die Patientin, sondern können auch das Kind gefährden. Risiken ergeben sich aus einer möglichen Auslösung eines Aborts oder einer Frühgeburt, meistens im Zusammenhang mit vorzeitiger Wehentätigkeit oder vorzeitigem Blasensprung. Eine Infektion mit bestimmten Erregern kann darüber hinaus zur kongenitalen Infektion des Neugeborenen führen. Im Folgenden werden häufig auftretende Infektionen in der Schwangerschaft erläutert.

Die hier beschriebenen Infektionen sollten in der Schwangerschaft behandelt werden, auch wenn die Patientin keine Symptome hat.

Eine Chlamydia trachomatis Infektion in der Schwangerschaft kann zu gehäuftem Auftreten von vorzeitigem Blasensprung, Chorioamnionitis, Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht führen. Daher wird in Deutschland in der Frühschwangerschaft ein generelles Screening und bei Nachweis von Chlamydien eine antibiotische Therapie durchgeführt. Um eine gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden, ist es notwendig, dass auch der Partner auf Chlamydien getestet und gegebenenfalls behandelt wird.
Falls am Ende der Schwangerschaft eine unerkannte bzw. unbehandelte Infektion mit Chlamydia trachomatis vorliegt, kann es zur Übertragung auf das Kind kommen. Bei bis zu 50% der Neugeborenen tritt eine Einschlusskörperchen-Konjunktivitis und bei knapp 20% eine atypische Pneumonie auf. Eine kindliche Otitis media und Infektionen des Nasopharynx werden seltener beobachtet. Bei der Mutter kann eine Chlamydien-Infektion Infektion im Wochenbett zu einer Endometritis führen.

Auch eine bakterielle Vaginose erhöht das Risiko für vorzeitigen Blasensprung, vorzeitige Wehen und Frühgeburt. Daher sollte bei Verdacht auf bakterielle Vaginose möglichst früh in der Schwangerschaft ein Abstrich aus der Scheide entnommen und bei gesicherter Diagnose eine antibiotische Therapie eingeleitet werden. Dies gilt in besonderem Maße, wenn die Schwangere bereits eine Frühgeburt hatte.

Bei bis zu einem Drittel aller Schwangeren finden sich B-Streptokokken im Vaginalabstrich. Diese Bakterien können unter der Geburt auf das Kind übertragen werden und zu einer schweren Neugeborenensepsis führen. Eine Besiedlung mit B-Streptokokken verursacht meist keine Beschwerden und stellt für die Schwangerschaft selbst keine Gefahr dar. Deshalb ist in der Schwangerschaft in der Regel keine Behandlung erforderlich. Erst am Ende der Schwangerschaft, zwischen Schwangerschaftswoche 35 und 37, wird empfohlen, einen vaginalen Abstrich mikrobiologisch untersuchen zu lassen. Sollte dieses Screening positiv sein, ist eine Antibiotikaprophylaxe zum Zeitpunkt der Entbindung anzuraten. Diese ist ebenfalls empfohlen, wenn die Frau bereits ein Kind mit B-Streptokokken-Infektion geboren hat oder während der bestehenden Schwangerschaft eine Bakteriurie mit B-Streptokokken nachgewiesen wurde. Falls der B-Streptokokken-Status zum Zeitpunkt der Entbindung unbekannt ist, sollte eine Prophylaxe erfolgen, wenn einer der folgenden Risikofaktoren vorhanden ist: Drohende Frühgeburt, Zustand nach Blasensprung vor mindestens 18 Stunden oder mütterliches Fieber über 38°C. Nach derzeitiger Kenntnis kann unabhängig von den drei oben genannten Risikofaktoren auf eine Antibiotikaprophylaxe verzichtet werden, wenn das B-Streptokokken-Screening innerhalb von fünf Wochen vor der Entbindung negativ war.

In der Schwangerschaft treten vaginale Pilzinfektionen (Candidosen) häufiger auf, da die hormonellen Veränderungen das Wachstum von Hefepilzen in der Scheide begünstigen. Ungefähr 30% aller Schwangeren sind davon betroffen. In über 85% der Fälle liegt eine Besiedlung mit Candida albicans vor. Eine Candida-Infektion selbst stellt vermutlich kein erhöhtes Risiko für den Verlauf der Schwangerschaft dar, kann aber durch Veränderung des Scheidenmilieus indirekt dazu beitragen, dass sich eventuell gefährliche Keime leichter vermehren. Eine vaginale Hefepilzkolonisation am Ende der Schwangerschaft wird unter der Geburt in etwa 80% auf die Mundhöhle und den Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen übertragen. Um die Rate an „Mundsoor“ und „Windeldermatitis“ beim Neugeborenen zu senken, wird bei Nachweis von Hefepilzen während der letzten 6 Schwangerschaftswochen eine antimykotische Therapie empfohlen.

Bei einer unbehandelten Primärinfektion mit Herpes simplex Virus Typ 2 (Herpes genitalis) in Terminnähe, werden die Viren bei etwa 50% der Spontangeburten auf das Kind übertragen. Bei rezidivierendem Herpes genitalis ist das Ansteckungsrisiko für das Kind wesentlich geringer (ca. 1-5%). Da die neonatale Infektion mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden ist, sollte sowohl bei einer nachgewiesenen mütterlichen Primärinfektion als auch bei einem symptomatischen rezidivierenden Herpes genitalis eine systemische antivirale Therapie erfolgen. Bei einem aktiven Herpes genitalis zum Geburtstermin kann eine Kaiserschnittentbindung sinnvoll sein.

Eine Chlamydien-Infektion sollte mit Azithromycin behandelt werden. Als Alternative stehen Erythromycin oder Amoxicillin zur Verfügung. Da diese Antibiotika in der Regel gut wirksam sind, sollten die Reservemittel Ofloxacin und Levofloxacin nur in Ausnahmefällen verordnet werden. Doxycyclin, welches außerhalb der Schwangerschaft auch Mittel der 1. Wahl ist, sollte insbesondere nicht nach der 16. Schwangerschaftswoche eingenommen werden. Der Partner sollte ebenfalls behandelt werden.

Eine bakterielle Vaginose sollte in der Schwangerschaft mit Metronidazol oder Clindamycin therapiert werden. Bei der Behandlung einer Trichomoniasis gilt die systemische Gabe von Metronidazol als Therapie der Wahl.

Bei einer Infektion mit B-Streptokokken ist die intravenöse Gabe von Penicillin G Mittel der Wahl. Als Alternativen stehen Ampicillin i.v., Cefazolin i.v. und bei bestehender Allergie Clindamycin i.v. zur Verfügung. Da bei Clindamycin Resistenzen gegenüber B-Streptokokken beschrieben sind, sollte eine Resistenztestung erfolgen.

Bei einer vaginalen Pilzinfektion sind in der Schwangerschaft Clotrimazol und Miconazol Mittel der Wahl. Auch Nystatin ist unbedenklich, scheint aber während der Schwangerschaft weniger wirksam zu sein.

Die Primärinfektion mit Herpes simplex Typ2 sowie der rezidivierende symptomatische Herpes genitalis sollte systemisch mit Aciclovir behandelt werden.

Viele Schwangere nehmen Medikamente während der Schwangerschaft ein. Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft und damit letztlich auch die Qualität dieser Internetseite beruhen größtenteils auf der Auswertung von klinischen Erfahrungen.

Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen. Sie können dafür unseren Online-Fragebogen verwenden oder uns anrufen.

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Zytomegalie

Zytomegalie ist eine weit verbreitete Virusinfektion. Das Zytomegalie-Virus gehört zur Gruppe der Herpes-Viren. Es wird über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma, Urin, Blut und Muttermilch übertragen.

Etwa die Hälfte der Schwangeren trägt die Viren bereits in sich und hat Antikörper entwickelt – was die ungeborenen Kinder weitgehend schützt. Eine bis vier von hundert Frauen infizieren sich dagegen erstmals während der Schwangerschaft. In diesen Fällen besteht die Gefahr, das Virus noch in der Schwangerschaft, bei der Geburt oder später auf das Kind zu übertragen. Meist bleibt das jedoch ohne Folgen für das Kind.

Zwischen der Ansteckung und dem Beginn der Erkrankung liegen vier bis sechs Wochen. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion ohne wesentliche Krankheitsanzeichen. Allenfalls kommt es zu Symptomen wie bei einer leichten Grippe (Abgeschlagenheit, Fieber, Husten), weshalb die Zytomegalie-Infektion häufig nicht erkannt wird. Da das Virus wie alle Herpes-Viren lebenslang im Körper bleibt, ist ein Wiederaufflammen der Infektion möglich.

Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft kommt es in etwa vierzig von hundert Fällen zu einer Übertragung des Virus auf das ungeborene Baby, bei einer wiederaufgeflammten Infektion dagegen nur in etwa einem von hundert Fällen. Eine Erstinfektion bedeutet also ein deutlich höheres Risiko für das Kind.

Infizierte Kinder haben ein erhöhtes Risiko für Organschäden und neurologische Entwicklungsstörungen. Insgesamt kommt es bei 13 bis 58 von 100 infizierten Kindern zu Langzeitschäden. Die Risiken und Verläufe hängen von verschiedenen Faktoren ab: Besonders gefährlich für das ungeborene Kind ist eine Infektion im ersten Schwangerschaftsdrittel. In etwa 90 Prozent aller Fälle zeigen die infizierten Neugeborenen jedoch keine Symptome. Da später Hör- und Sehstörungen als Folge auftreten können, werden die Kinder, bei denen die Infektion nachgewiesen wurde, regelmäßig untersucht.

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie schon einmal eine Zytomegalie durchgemacht haben und so vor einer Erstinfektion geschützt sind, können Sie einen Test machen, der die Antikörper im Blut kontrolliert. Er gibt jedoch keinen sicheren Aufschluss darüber, ob das Kind infiziert ist. Zudem gibt es gegen Zytomegalie keine Behandlungsmöglichkeit, die wissenschaftlich abgesichert ist. Dieser Test ist daher keine Kassenleistung.

Für Schwangere ist daher Hygiene die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme. Dazu gehört vor allem häufiges Händewaschen. Hygiene ist auch dann besonders wichtig, wenn Sie beruflich viel mit kleinen Kindern und deren Ausscheidungen zu tun haben, wie zum Beispiel Krankenschwestern auf Säuglingsstationen und Erzieherinnen in U3-Kita-Gruppen. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben die Pflicht, auf die Einhaltung der entsprechenden Bestimmungen des Mutterschutzes am Arbeitsplatz zu achten.

Kleinkinder, die eine Zytomegalie-Infektion haben, zeigen häufig keine Symptome. Auch nach Beendigung einer Infektion können sie noch lange Zeit Viren ausscheiden. Deshalb sollten Schwangere auch kein Besteck und Geschirr mit einem Kleinkind teilen und vor allem Toilette oder Wickelplatz nach jeder Benutzung desinfizieren.

Nach der Geburt

Das Virus kann auch beim Stillen auf das Kind übertragen werden. Ein besonderes Risiko besteht für Frühgeborene. Deshalb kann es ratsam sein, bei einem positiven CMV-Antikörper-Nachweis auf das Stillen zu verzichten. Es ist aber auch möglich, die Muttermilch abzupumpen und zu pasteurisieren.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 22.03.2019

Infektionen in der Schwangerschaft: Infektionen mit Viren

Letzte Änderung: 21.09.2017
Nächste Aktualisierung von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Infektionen mit Viren sind in der Schwangerschaft problematischer als bakterielle Infektionen, da sie nicht mit Antibiotika behandelt werden können. Außerdem können sie bereits während der Schwangerschaft auf das Kind übergehen. Vielen viralen Infektionen können Sie aber schon vor der Schwangerschaft mit einer Impfung vorbeugen. Bereits bei bestehendem Kinderwunsch sollten Sie daher Ihren Impfstatuts überprüfen und wenn nötig auffrischen lassen. Nehmen Sie außerdem die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahr: Einige Infektionen mit Viren können auch während der Schwangerschaft behandelt werden.

Röteln

Die bekannteste Virusinfektion, die während der Schwangerschaft zu einer Schädigung des Kindes führen kann, ist die Rötelninfektion. Die klassische Rötelnembryopathie (eine vielfältige Organschädigung, die zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen kann) kann bei einer Infektion des Kindes bis zur 16. SSW, selten auch bis zur 20. SSW auftreten. Die Häufigkeit von Fehlbildungen hängt vom Zeitpunkt der Rötelninfektion ab, wobei das Risiko für Schädigungen mit zunehmender Schwangerschaftsdauer abnimmt.

Voraussetzung für eine Infektion des Kindes ist eine frische Rötelninfektion der Mutter zu Beginn der Schwangerschaft. Das Rötelnvirus schädigt die embryonalen Zellen und führt so zu schweren, bleibenden Fehlbildungen innerer Organe. Die typischen Symptome sind:

  • Herzfehlbildungen
  • Augendefekte
  • Hörschäden

Treten gleichzeitig eine geistige Verlangsamung, Leber- und Milzvergrößerung, ein niedriges Geburtsgewicht sowie Skelettveränderungen auf, spricht man vom erweiterten Rubella-Syndrom. Um dieser schwerwiegenden Erkrankung vorzubeugen, wird jede Schwangere auf Rötelnantikörper untersucht. Ist der Antikörpertiter hoch genug, besteht ein aktiver Rötelnschutz, das heißt, eine erneute Impfung mit Röteln ist nicht nötig.

Die meisten Menschen infizieren sich bereits im Kindesalter mit Röteln, ohne Beschwerden zu bemerken. Daher ist es sinnvoll, Mädchen mit Eintritt in die Pubertät auf Röteln-Antikörper zu untersuchen. Ist das Ergebnis positiv, wurde die Erkrankung bereits durchgemacht. Ist das Ergebnis negativ, sollte eine Röteln-Impfung erfolgen, um mögliche spätere Schwangerschaften nicht unnötig zu gefährden. Spätestens bei bestehendem Kinderwunsch ist es sinnvoll, einen solchen Test durchführen zu lassen.

Wenn sich trotz aller Bemühungen und Vorsicht eine Schwangere mit dem Rötelnvirus infiziert, hängt die weitere Vorgehensweise von der Schwangerschaftswoche ab. Bis zur 16. SSW ist ein Schwangerschaftsabbruch ernsthaft zu erwägen, da das Schädigungsrisiko für das Kind sehr hoch ist. Wird die Schwangerschaft fortgeführt, kann der Verlauf der Infektion abgemildert werden, wenn innerhalb von sieben Tagen Rötelnimmunglobulin gegeben wird. Ab der 22. SSW ist nicht mehr mit bleibenden Schäden beim Kind zu rechnen.

Ringelröteln

Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 übertragen. Ein Großteil der Bevölkerung infiziert sich als Kind mit dem Virus und macht die Infektion meist beschwerdefrei durch oder leidet unter erkältungsähnlichen Symptomen. Ringelröteln sind ungefährlich für Kinder und Erwachsene. Eine Übertragung auf das ungeborene Kind während der Schwangerschaft ist möglich und kann in wenigen Fällen (5-10%), besonders in der ersten Schwangerschaftshälfte, schwere Schäden zur Folge haben. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft kann eine Infektion mit Ringelröteln rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Die Behandlung einer Infektion mit Ringelröteln beim Ungeborenen erfolgt über eine sogenannte intrauterine Austauschtransfusion. Dabei tauscht der Arzt von außen – über eine Punktion der Nabelschnurgefäße durch die Bauchdecke der Mutter – das Blut des Kindes mithilfe einer Bluttransfusion aus.

Herpes

Eine weitere Gefährdung des Neugeborenen durch Viren besteht in einer Erstinfektion der Mutter mit Herpesviren im Genitalbereich (Herpes genitalis). Eine Erstinfektion mit Herpesviren erfolgt bei den meisten Menschen (ca. 85%) bereits im Kindes- oder Jugendalter – flammt eine solche Infektion in der Schwangerschaft erneut auf, ist die Gefahr für das Baby wesentlich geringer als bei einer Erstinfektion. Dennoch müssen Mutter und Kind in diesem Fall ärztlich überwacht werden.

Für eine wieder aufflammende Infektion gilt: Selten infiziert sich das Kind bereits während der Schwangerschaft, und auch während der Geburt werden die Viren eher selten übertragen.

Bei einer Erstinfektion liegt das Risiko wesentlich höher: Unter der Geburt infiziert sich jedes zweite Kind. Die Infektion kann schwere Folgen haben und auch tödlich verlaufen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich die Infektion schon während der Schwangerschaft behandeln. Zusätzlich wird das Kind zur Sicherheit per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.

Hepatitis

Während der Schwangerschaft ist das ungeborene Kind selten durch Hepatitis-Viren gefährdet. Es kann sich lediglich mit Hepatitis B infizieren. Die Infektion verläuft in der Regel aber unbedenklich, da es von der Mutter Antikörper erhält. Infizierte Kinder können die Erkrankung jedoch auf andere übertragen, daher untersucht man Schwangere routinemäßig auf eine aktive Hepatitis B. Infizierte Kinder erhalten dann gleich nach der Geburt eine Impfung.

HIV

Ist die Mutter HIV positiv, kann das HI-Virus (HIV) bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übergehen. Ist HIV bei der Schwangeren bekannt, gibt es jedoch Methoden, mit der sich die Übertragung vermeiden lässt. Ein HIV-Test gehört nicht zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft; wenn Sie einen Test machen lassen möchten, übernehmen diesen jedoch die gesetzlichen Krankenkassen. Bei positivem Ergebnis besprechen Sie die weiteren Schritte bitte mit Ihrem Arzt.

Zytomegalie

Zytomegalie wird von bestimmten Herpesviren (den Zytomegalie-Viren, CMV) übertragen. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft ist selten, etwa die Hälfte aller Schwangeren trägt das Virus bereits in sich. Das Risiko, die bestehende Erkrankung auf das ungeborene Kind zu übertragen, ist sehr gering. Das höchste Risiko für das Kind, sich anzustecken, besteht bei einer Erstinfektion der Mutter im ersten oder zweiten Trimester. Die Zytomegalie kann während der Schwangerschaft über die Plazenta, während der Geburt oder später über die Muttermilch (besonders bei Frühchen) auf das Kind übertragen werden.

Infiziert sich das Ungeborene trotz allem mit Zytomegalie, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit gesund zur Welt kommen und ist dann lediglich potenzieller Überträger des Virus. In seltenen Fällen können geistige und motorische Entwicklungsstörungen die Folge sein.

Beim Kind lässt sich Zytomegalie über eine Chorionzottenbiopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung nachweisen, bei der Mutter über den Urin oder den Speichel. Ein Test auf Zytomegalie gehört nicht zu den üblichen Tests im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft, kann aber auf eigenen Wunsch oder bei Verdacht durchgeführt werden. Für Schwangere ist es deshalb sinnvoll, einer Zytomegalie-Infektion vorzubeugen, indem sie besonders auf Hygiene achten, vor allem, wenn sie bei ihrer Arbeit mit den Ausscheidungen von kleinen Kindern in Kontakt kommen (z.B. Erzieherinnen).

Zytomegalie kann, auch in der Schwangerschaft, mit dem virenhemmenden Wirkstoff Ganciclovir behandelt werden. Diese Therapie wird aber nicht bei einer Erstinfektion empfohlen und auch nicht für das ungeborene Kind. Daher ist es besonders wichtig, dass Schwangere entsprechend vorbeugen.

Cytomegalie (Zytomegalie, CMV)

Das Cytomegalie-Virus (CMV) gehört zu den Herpes-Viren. Wie auch die Erreger von Lippenherpes oder Herpes genitalis bleiben Cytomegalie-Viren nach der Erstinfektion ein Leben lang im Körper.

In 90% der Fälle verläuft die Cytomegalie-Infektion völlig harmlos: Die meisten Kinder und Erwachsenen zeigen keine Symptome, wenige haben Grippe-ähnliche Krankheitszeichen wie Fieber, Halsschmerzen oder Müdigkeit. Auch bei Schwangeren ist eine Erstinfektion meist unauffällig und wird oft nicht erkannt.

Man nimmt an, dass in Europa etwa die Hälfte aller Frauen keine Cytomegalie-Infektion vor ihrer ersten Schwangerschaft gehabt hat. Wird eine Frau in der Schwangerschaft erstmalig mit CMV infiziert, ist dadurch in der Frühschwangerschaft die Rate an Fehlgeburten erhöht, während in der späteren Schwangerschaft die Infektion beim Kind in erster Linie zu Hörstörungen bis zur Taubheit führt.

Weltweit betrachtet, ist die Cytomegalie-Infektion die häufigste Ursache für im Mutterleib erworbene Schädigungen des Kindes. Schätzungen zufolge kommt eines von 200 Neugeborenen mit einer Schädigung durch eine Cytomegalie-Virusinfektion zur Welt.

Wie erfolgt die Übertragung?

Die häufigste Ansteckungsquelle für Schwangere sind Kleinkinder, die ohne Anzeichen einer Erkrankung das Cytomegalie-Virus in hohen Konzentrationen über Harn und Speichel ausscheiden. Via Schmierinfektion kann das Virus also auch durch Küssen auf die werdende Mutter übertragen werden. Eine Vorbeugung der Übertragung ist daher – realistisch betrachtet – kaum möglich.

Bei einer Schwangeren, die zuvor noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen ist, breitet sich das Virus über die Blutbahn im Körper aus. In der Folge kann es zu einer Infektion des Mutterkuchens und des Babys gelangen.

Wie wahrscheinlich ist Cytomegalie als Schwangerschaftskomplikation?

Etwa 1% aller Schwangeren infiziert sich erstmals mit Cytomegalie und läuft damit Gefahr, das Virus an das ungeborene Kind weiterzugeben. Statistisch gesehen, kommt es bei einer primären Infektion der Schwangeren in 30–40% auch zu einer Infektion des Kindes. Von diesen Kindern entwickeln 10–15% ein Cytomegalie-Syndrom mit schwerer gesundheitlicher Schädigung. Dazu zählen:

  • Wachstumsverringerung
  • Einblutungen in die Haut
  • Lungenentzündung
  • Gelbsucht
  • Hepatosplenomegalie (Vergrößerung der Leber und Milz)
  • Schädigung des Gehirns
  • Schwerhörigkeit oder Taubheit
  • Intrauteriner Fruchttod (Totgeburt)

85–90% der Kinder, die sich im Mutterleib infizieren, zeigen nach der Geburt keine schweren Symptome; jedoch entwickeln 5–10% von ihnen Hörstörungen, und in 90–95% kommt es zu sogenannten subklinischen, also kaum merkbaren Verläufen mit leichtem Hörverlust, Augenentzündungen oder minimalen geistigen Entwicklungsstörungen.

Welche Möglichkeiten bietet die vorgeburtliche Diagnostik?

Anders als bei Toxoplasmose wird eine Routinevorsorgeuntersuchung des Blutes auf CMV-Antikörper – unter anderem aufgrund fehlender epidemiologischer Zahlen – derzeit im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen nicht durchgeführt. Bei Verdacht oder hohem Risiko, mit dem Cytomegalie-Virus infiziert zu werden, ist es möglich, die Antikörper im Blut zu untersuchen.

Schwangere, die sich über ihren CMV-Antikörper-Titer informieren wollen, können diesen Bluttest auf eigene Kosten durchführen lassen; dies gilt natürlich auch für Frauen vor einer geplanten Schwangerschaft.

Bei klinischen Symptomen und Verdacht auf eine CMV-Infektion in der Schwangerschaft sollte im Rahmen einer allgemeinen Infektionsdiagnostik auch der CMV-Immunstatus bestimmt werden. Je nach dem Ergebnis der Laboruntersuchungen ( IgG- und IgM-Antikörper – IgM-Antikörper-Spiegel geben über eine akute Infektion Auskunft) kann eine CMV-Infektion ausgeschlossen werden, oder es muss eine weiterführende virologische Untersuchung veranlasst werden, um den Zeitpunkt der Infektion festzustellen.

Bei einer Infektion in der Schwangerschaft besteht das hohe Risiko einer fetalen Infektion. Als weiterführende Maßnahme zur sicheren Diagnostik oder zum Ausschluss einer fetalen Infektion kann eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) durchgeführt werden. Durch eine virologische Untersuchung aus dem Fruchtwasser kann eine Infektion ausgeschlossen oder bestätigt werden. Bei bestätigter Infektion sind weiterführende pränataldiagnostische Ultraschalluntersuchungen erforderlich und je nach objektivierbaren Krankheitserscheinungen des Kindes ist eine individuelle Therapie an einem pränataldiagnostischen Zentrum durchzuführen.

Wie kann man die Infektion behandeln bzw. ihr vorbeugen?

Aufgrund einer wissenschaftlichen Studie mit einem Hyperimmunglobulin sowie aufgrund der einschlägigen wissenschaftlichen Berichte zu diesem Thema ist es möglich, unter ganz bestimmten Voraussetzungen ein auf dem Markt befindliches, aber in der Schwangerschaft nicht explizit zugelassenes CMV-Immunglobulin unmittelbar nach Bekanntwerden einer Infektion anzuwenden.

Durch die Anwendung dieses Medikaments kann zwar eine Infektion des Fötus nicht verhindert werden, jedoch sind unter dieser Therapie bisher keine Fehlbildungen oder kindlichen Schäden aufgetreten. Derzeit läuft eine große Untersuchung in mehreren europäischen Ländern, die in wenigen Jahren über eine Therapie bei CMV-Infektion in der Schwangerschaft Aufschluss geben wird. Eine Impfung gegen Cytomegalie steht derzeit nicht zur Verfügung.

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Autoren:
Univ.-Prof. Dr. Herbert Kiss, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien
Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Herbert Kiss, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc

Stand der medizinischen Information: August 2012

Deutsches Grünes Kreuz; www.dgk.de (Zugriff im August 2012)
American Centers for Disease Control and Prevention; www.cdc.gov/cmv/index.html (Zugriff im August 2012)
Honsig C, Popow-Kraupp Th: Cytomegalievirus(CMV)-Infektion in der Schwangerschaft: Ein Update-Prävention. „Virusepidemiologische Information“ Nr. 04/11, Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien

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