Babys 4 monate

4 Monate – wie oft stillen?

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4 Monate – wie oft stillen?

Liebe Lena,
danke für das schöne Lob :-).
nur vier Mal Stillen innerhalb von 24 Stunden ist in der Tat recht ungewöhnlich für ein so
kleines Baby. Wie sieht es denn mit den nassen Windeln, der Gewichtskurve, dem
Längenwachstum und der Zunahme des Kopfumfanges bei deiner Tochter aus? Entwickelt sie
sich altersgerecht und gedeiht sie gut? Wenn dein Kind mit so wenigen Stillmahlzeiten gut
gedeiht, dann wirst Du nichts verändern müssen und dein Kind gehört zu den ganz wenigen
Babys, die mit einer derartig geringen Zahl von Stillzeiten auskommt.
Wenn dein Kind jedoch nicht genügend nasse Windeln hat und auch nur zögerlich zunimmt
(nicht mindestens 120 g pro Woche im Schnitt, ausgehend vom niedrigsten Gewicht
gerechnet), dann besteht ein Handlungsbedarf und Du musst öfter anlegen, eventuell sogar zum
Anlegen wecken. Es gibt nämlich ruhige Kinder, die so ruhig sind, dass sie sich selbst bei
Hunger nicht melden und diese „pflegeleichten“ Babys können dann zu wenig Nahrung
bekommen, nehmen nicht genügend zu usw. In einem solchen Fall, muss die Mutter regulierend
eingreifen und das Kind zu häufigerem Stillen anregen.
Wie gesagt, schau dir dein Baby an. Hier noch einmal die Kriterien für ein gut gedeihendes
Baby:
• mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass“ ist,
kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt
aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch
(kein Wasser, Tee, Saft usw.).
• in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später
sind seltenere Darmentleerungen normal)
• eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro
Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht
• eine gute Hautfarbe und eine feste Haut,
• Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs
• ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen.
Wenn dein Baby all diese Punkte erfüllt, dann dürfte alles in Ordnung sein.
LLLiebe Grüße
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 13.01.2011

Simple Frage: wie oft geht eigentlich so ein kleines Menschenkind an die Brust?

Könnte man ja mal die Mütter fragen. Und man würde allerhand erfahren: dass das von Baby zu Baby sehr unterschiedlich ist. Dass das von Jahreszeit zu Jahreszeit schwankt. Dass an heissen Tagen mehr Betrieb an der Brust herrscht als an kalten. Dass manche Säuglinge nachts häufiger zugange sind, andere tagsüber. Und dass die Kleinen so ihre Phasen haben, manchmal kaum zu bremsen, dann wieder entspannt und regelmäßig.

Kurz: man wird staunen, wie unterschiedlich Säuglinge zu ihren Kalorien kommen!

Erst recht wird man dann darüber staunen, was in den Lehrbüchern steht. Das Buch, aus dem ich selbst als Medizinstudent gelernt habe, sagt zum Thema Stillen das: „Nach wenigen Wochen hat sich meist ein konstanter Stillrythmus eingespielt (z.B. 4-stündiger Abstand).“ Whow! Phantastisch!

Und heute? Scheinen es die Babys noch immer gemütlich anzugehen. „Nach den ersten Lebenswochen“, so heisst es in einem vor kurzem im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Fortbildungsartikel zum Thema Stillen, „trinken die Säuglinge nur noch alle 3 bis 4 Stunden“. (Prell 2016)

Ouups, wie peinlich. Mal wieder einfach abgeschrieben…

Wer nun ins Grübeln kommt, ob diese Angabe überhaupt etwas mit echten Babys zu tun hat, wie sie echte Mütter in den Armen halten, darf weiter grübeln – Verweise auf wissenschaftliche Literatur fehlen komplett. Schon seltsam, wenn die Autoren gleichzeitig ihre Absicht verkünden, den jungen Ärzten „gesichertes Wissen“ zum Thema Stillen zu vermitteln…

Holen wir den Blick auf die Evidenz also nach, und schauen uns das Wissen zum Thema Häufigkeit des Stillens mit Blick auf die wissenschaftliche Literatur an.

Meine Bücher:

Und da kommt man wieder ins Staunen. Denn gesichert ist eigentlich das, was auch jede Befragung unter stillenden Müttern ergibt: wie unterschiedlich die Brusternährung von Säugling zu Säugling ausfällt!

Lesen wir etwa die Untersuchungen des US-amerikanischen Kinderarztes Melvin Konner, der in den 1970er Jahren als einer der ersten systematische Daten zur Stillhäufigkeit erhob – und zwar bei den damals noch als Jäger und Sammler lebenden Kung in der Kalahari. (Konner 1980) Dort stillten die Mütter sage und schreibe alle 10 bis 20 Minuten! Obwohl Konner damals annahm, er habe damit die „arttypische“ Stillhäufigkeit bei Homo sapiens beschrieben, so wissen wir heute, dass das häufige Stillen bei den Kung vor allem dem dortigen Klima mit seiner extremen Hitze und Trockenheit anzurechnen ist: um die beständigen Wasserverluste auszugleichen trinken die Kung-Babys immer nur kurz, dafür häufiger – so kommen sie in den Genuss der wässrigen Vormilch. Auch hierzulande landen Babys an heissen (und auch an „aktiven“) Tagen deutlich häufiger an der Brust als an kalten (oder an sonstwie „gechillten“) Tagen.

Diese Varianz ist auch aus einem anderen Grund wenig verwunderlich. Gut belegt ist, dass sich schon Säuglinge in ihrer „Futterverwertung“ extrem unterscheiden: manche Säuglinge trinken doppelt so viel Milch als andere – und das bei gleichem Wachstum! (Sievers 2002) Kein Wunder schlagen manche Babys ihr Lager näher an der Brust auf als andere. (Hinzu kommt noch das von Baby zu Baby sehr unterschiedlich ausgeprägte „nicht-nutritive Saugbedürfnis“ – Babys nutzen die Brust nun einmal nicht nur um Kalorien abzugreifen, sondern auch um Ruhe und Entspannung zu finden, etwa beim Einschlafen.)

Interessanterweise spiegelt die Stillhäufigkeit aber auch die Gelegenheiten im Alltag wieder. Babys, die bei der Mutter im Bett schlafen, trinken nachts deutlich häufiger. (McKenna 1994).

Wenig erstaunen dürfte auch, dass die Stillhäufigkeit stark von der Art der Beschäftigung der Mutter abhängt – das gilt sowohl für traditionelle Gesellschaften als auch heute in Europa. (Panter-Brick 1991)

Was ist normal? Die Zahlen

Aber noch einmal zu den Zahlen. Einige wenige Wissenschaftler haben tatsächlich das Naheliegende getan, und Mütter mit ihren Babys genau vermessen: wie oft wird so ein Baby gestillt? Wie viel trinkt es dann jedes Mal? Trinkt es immer an beiden Brüsten oder bevorzugt es eine Brust? Schauen wir uns einmal die Ergebnisse der australischen Arbeitsgruppe rund um Jacqueline Kent an, die in ihrem Labor jahrelang 1 bis 6 Monate alte, voll gestillte Säuglinge und ihre Mütter beobachten und vermessen liess (Kent 2006):

Die Säuglinge wurden im Schnitt 11,3 mal in 24 Stunden gestillt (manche nur 6 mal, andere bis zu 18 mal). Der durchschnittliche Abstand zwischen den Mahlzeiten betrug 2 Stunden und 18 Minuten. Dabei waren die Abstände aber extrem individuell: „Wir fanden heraus, dass manche Säuglinge schon eine Stunde nachdem sie bis zu 175 Gramm Milch getrunken hatten schon wieder an der Brust waren, während andere ganze 8 Stunden lang nicht gestillt wurden, obwohl sie zuvor nur 35 Gramm zu sich genommen hatten“. Bei 45% der Mahlzeiten bedienten sich die Babys aus nur einer Brust. Das Alter und Geschlecht der Babys hatte keinen Einfluss auf die Stillhäufigkeit. Ähnliche Resultate zeigen sich auch in anderen Studien. (Butte 1985 / Cregan 2002 / Hörnell 1999)

Soviel zu der Aussage, dass Säuglinge ab dem zweiten Lebensmonat „nur alle 3-4 Stunden“ an der Brust trinken. Wissenschaftlich gesichert ist etwas ganz anderes: dass die allermeisten Säuglinge eben NICHT alle 3-4 Stunden an der Brust trinken. Die allermeisten trinken deutlich öfter.

Das Rätsel um die Norm

Woher kommt dann diese Meinung? Warum ist sie so populär, dass selbst Experten sie nicht hinterfragen – und damit dem Stillen (ohne es zu wollen) alles andere als einen Gefallen tun. Schliesslich setzen sich die Mütter bei solchen Mondangaben früher oder später doch selbst auf die Anklagebank: was mache ich nur falsch, dass mein Kind sich so oft meldet? Dass es nicht so trinkt, wie die anderen Babys – die normalen Babys?

Der Muff von hundert Jahren – immer schön weiter erzählt

Woher also kommt sie, die schöne Ordnung mit dem 3-4 stündigen Stillabstand? Wer hat sie entdeckt (oder erfunden)?

Ich habe in einem anderen Blog-Beitrag am Beispiel der Beikost beschrieben, dass viele der „offiziellen“ Empfehlungen zum Leben mit kleinen Kindern eine Geschichte haben. Oft führt sie uns zu Quellen aus Zeiten, die wir nur vom Hörensagen kennen.

Das gilt auch für das Stillen. Schauen wir etwa in die Lehrbücher aus der Gründerzeit der Kinderheilkunde, also der Zeit des Deutschen Kaiserreichs. Dort steht zum Thema Stillen das: ein Baby solle nach der Neugeborenenzeit nicht mehr als 5 Brustmahlzeiten bekommen. Zur Begründung wird angeführt, dass der kleine Mensch nur so richtig erzogen werden könne. Die Gewöhnung an den von der Mutter vorgegebenen Rhythmus sei nämlich „die erste Erziehung zur Beherrschung der Triebe“. So schreibt es etwa der damals bekannteste und einflussreichste Kinderarzt Professor Adalbert Czerny. (Czerny 1922) Ausserdem bringe die strikte Taktung dem Kinde „den ersten Begriff der Subordination unter einen Vorgesetzten bei.“ Kurz, die Rationierung der Brustmahlzeiten, das war der Weg zur Tugend.

Kein Wunder, dass es dann nachts richtig dunkel wurde. Da sei eine 8-stündige Stillpause einzuhalten, schließlich solle der kleine Mensch bitteschön schlafen, damit er seine „Vorgesetzten“ nicht stört… Man kann sich denken, wie begeistert dieser Plan dann in der Nazizeit aufgenommen wurde, wo Abhärtung und Einhegung des kindlichen Willens noch ein Stückchen höher auf dem Lehrplan standen. Über den Bestseller „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer erreichten die preussischen Stillregeln ein Millionenpublikum: 5 mal am Tag, tagsüber alle 4 Stunden, nachts: 8 Stunden Pause, basta.

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Auch in der neuen Bundesrepublik galten die alten Regeln noch viele Jahre als Grundlage der Elternberatung. Als „gesichertes Wissen“ wurden sie von Psychologen, Ärzten und Krankenschwestern an die Eltern weitergereicht. In der Ausgabe des Haarer-Buches von 1951 etwa steht der Plan sogar mit genauen Zeitangaben. (Oh weh, jetzt schreit mein Baby, und es ist noch nicht 10:30… man muss sich das einmal vorstellen, aber es ist wirklich so: Eltern haben wirklich so ziemlich jeden Blödsinn mitgemacht, darin sind wir heute natürlich einen guten Schritt weiter ♥…)

Erst mit den Wirtschaftswunderjahren wurden die Experten milder. Johanna Haarer (ihr Eltern-Ratgeber aus der Nazizeit wurde tatsächlich unter entschärftem Namen bis 1986 immer wieder neu aufgelegt) stellt jetzt fest, dass viele Babys „nachts nicht durchhalten“ – und erlaubt den Müttern nun auch nachts noch mal die Brust zu reichen (EIN Mal, bitteschön!). Aus der alten Regel: 5 mal an die Brust, wurde also der Six-Pack: 6 mal am Tag. Stellt man in Rechnung, dass das Stillen ja auch ein bisschen Zeit braucht, so wird ein Schuh daraus: ein Baby wird jetzt alle 3 bis 4 Stunden gestillt.

Und das gilt bis heute, sogar im Deutschen Ärzteblatt. Da weht er munter, von Auflage zu Auflage, von Schreibtisch zu Schreibtisch: der Muff von 100 Jahren.

Mütter, habt Nachsicht

Ein (inzwischen leider verstorbener) Kinderarzt, der ehemalige Leiter des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung, Herr Prof. Friedrich Manz, hat schon vor 20 Jahren einen Artikel speziell für Kinderärzte veröffentlicht, in dem er genau nachzeichnet, wie stark die bis heute gängigen Vorstellungen vom Stillen eigentlich Mythen sind, die immer nur abgeschrieben wurden. (Manz 1997) So wie ich ihn kenne, hätte er auch angesichts des eingangs vorgestellten „Fortbildungsartikels“ nur milde gelächelt.

Und das dürfen alle tun, die Kinder nicht nur aus Büchern kennen. Es gibt da ja glücklicherweise noch einen anderen Weg, sich Infomationen zu beschaffen: der Blick auf das Kind. Seit die ersten Mütter ihre Babys durch die Savannen trugen, haben sie ihr Kind getragen. Sie haben es kennengelernt, in seiner Eigenart. Mit seinen Bedürfnissen. An diesem „Wissen“ haben sie sich orientiert. Und das bleibt bis heute eine tragfähige Strategie im Leben mit Kindern.

Baby-Entwicklung: Baby mit 4 Wochen

Die 4. Lebenswoche Deines Babys

Beim ersten Kind ist die U3 für die Eltern oft eine Premiere: der erste Besuch beim Kinderarzt oder der Kinderärztin! Diesmal steht die Entwicklung der Sinne im Vordergrund: Kann das Baby Gegenstände mit den Augen fixieren, zeigt es Schreckreaktionen nach lauten Geräuschen (zum Beispiel Händeklatschen)? Außerdem wird Dein Baby erneut gemessen und gewogen, um zu sehen, ob es gut gedeiht. Und es darf zeigen, was es kann, zum Beispiel in Bauchlage für kurze Zeit den Kopf heben. Hinzu kommt eine Ultraschalluntersuchung der Hüfte.
Die Kinderärztin wird Dich auch danach fragen, wie Dein Baby schläft und trinkt, und ob mit der Verdauung alles in Ordnung ist. Eine gute Gelegenheit, alle Fragen zu stellen, die Dir jetzt auf dem Herzen liegen, und außerdem den Arzt oder die Ärztin besser kennenzulernen.
Wichtig: Für alle U-Untersuchungen gilt: Werden sie zu früh oder erst nach Ablauf der festgesetzten Altersspanne durchgeführt, zahlt die Krankenkasse nicht mehr und die Vorsorgeuntersuchung muss privat beglichen werden. Für mehr Infos findest Du hier alle Vorsorge-Untersuchungen im Überblick.
Hast Du schon das Henry-Video der Woche gesehen? Der kleine Kerl ist jetzt seine Hüftschiene los und genießt es, in der Babytrage ganz nah bei seiner Mama zu sein. Gerade so kleine Babys sind aber auch im Tragetuch gut aufgehoben. Wie man das bindet (und wie erstaunlich einfach das geht) zeigt dieses Video:

Baby-Entwicklung: Das Baby im 4. Monat

Dein Baby interessiert sich nun für seine Umgebung und kann immer gezielter nach Dingen greifen. Außerdem brabbelt und lacht dein Baby nun viel. Wie du jetzt mit ihm spielen kannst.

Ende des 4. Lebensmonats kann dein Baby weit entfernte Gegenstände oder Personen fixieren und die Entfernung einschätzen. Seine Augenbewegungen sollten mittlerweile stabil sein, das heißt, es schielt nicht mehr und schaut nicht mehr überkreuz.
Dein Baby kann sinnliche Fähigkeiten miteinander verknüpfen und greift nach allem, was sichtbar und in Reichweite ist. Dabei greift es nicht mehr reflexhaft, sondern versucht gezielt nach einem Gegenstand zu fassen. Bis zum 6. Monat wird das dem Baby immer besser gelingen.

Mit vier Monaten kann dein Baby schon eine Rassel in der Hand halten und erzeugt damit fröhlich Geräusche. Es reagiert auch deutlich auf Geräusche aus allen Richtungen. Es kann zwar noch schlechter hören als ein Erwachsener, aber es kann Laute und Worte unterscheiden und reagiert vielleicht auch schon auf seinen Namen. Außerdem entdeckt es unterschiedliche Geschmäcker. Der Geruchssinn des Babys ist nun so weit entwickelt, dass es Vorlieben für bestimmte Gerüche zeigt.

Baby-Entwicklung: Muskulatur, Motorik und Koordination

Die Muskulatur von Rücken, Brust und Nacken hat sich entwickelt. Ihr vier Monate altes Baby kann den Kopf ohne große Anstrengung eine Weile selbständig halten, wenn es sich in Bauchlage auf die Hände und Arme stützt. Es kann sich schon vom Rücken auf den Bauch und/oder anders herum drehen. Sein Gewicht hat sich seit der Geburt ungefähr verdoppelt.

Dein Baby möchte mit deiner Unterstützung immerzu stehen. Dabei knicken seine Knie allerdings noch ein, da sie sein Gewicht noch nicht halten können. Dein Baby sollte dabei mit den ganzen Fußsohlen auf der Unterlage auftreten und nicht auf den Zehenspitzen tänzeln.

Die Grifftechnik deines Babys ist schon recht gut und es feilt weiter daran. Gegen Ende des 4. Monats kann dein Kind auf dem Rücken liegend bereits nach Gegenständen greifen, die ihm von der Seite hingehalten werden. Die Koordination zwischen Auge und Hand entwickelt sich weiter.

Baby-Entwicklung: Interagieren und Fördern im 4. Monat

Wenn dein Baby vier Monate alt ist, lacht und brabbelt es viel und ist sehr aktiv. Es interessiert sich für seine Umgebung und bewegt seinen Kopf und die Augen, wenn es irgendwo eine Aktivität bemerkt. Am liebsten liegt das Baby aufgerichtet, damit es seine Umgebung beobachten kann.

Wenn vertraute Personen den Raum betreten oder verlassen, reagiert das Baby freudig bzw. weint. Es möchte dich als Mama und/oder Papa jetzt immer in seiner Nähe wissen. Vertrauten Menschen streckt es die Ärmchen entgegen, damit sie es aufnehmen.

Dein Baby kann jetzt Gefühle, wie Abneigung und Freude, durch Wegdrehen, Ausstrecken der Arme oder verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen. Es ist nun sehr neugierig und du kannst schon ein bisschen mit ihm spielen. Lege ihm bspw. ein Tuch auf das Gesicht und ziehe es wieder herunter. Diese erste Form des Kuckuck-Spiels lieben die meisten Babys und werden das mit Lachen, vergnügtem Glucksen und Strampeln zeigen. Nach kurzer Zeit wird das Baby sich das Tuch bereits selbst vom Gesicht ziehen und freudig auf das „Kuckuck“ warten. Ansonsten interessiert es sich für alles, was es gerade greifen kann. Keine Brille, Halskette oder Haarsträhne ist vor seinen immer gezielter werdenden Griffen sicher.

Reiche dem Baby Spielsachen oder Gegenstände zum Spielen und Entdecken. Es lernt viel durch Tasten, Riechen, Schmecken und Schauen. Zeige ihm ein Spielzeug und bewege es hin und her. So regst du das Baby an, sich zu drehen. Spielzeuge, die Geräusche machen und sich bewegen sowie Puppen mit menschlichem Gesicht faszinieren das Baby dabei besonders.

Baby

Das Baby schläft nicht – was kannst du tun?

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Zwar ist dein Baby nun wieder ein bisschen wacher und lebendiger, aber es braucht noch neun bis 14 Stunden Schlaf am Tag.
Warst du schon beim Babyschwimmen? Das Baby kann sich in den ersten Lebensmonaten im Wasser wesentlich sicherer als auf dem Trockenen bewegen. Ihm gelingen dort Bewegungen, zu denen es sonst noch nicht in der Lage wäre.

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Entwicklung Baby – 4. Monat

Letzte Änderung: 28.06.2017
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Im 4. Monat beginnen Babys, den Gesichtsausdruck von Bezugspersonen nachzuahmen und ihre Stimme einzusetzen. Sie haben jetzt großen Spaß daran, in dieser Form mit den Eltern oder anderen nahestehenden Personen zu interagieren.

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Inhaltsverzeichnis

  • Grimassen schneiden
  • Weitere Informationen

Viele Säuglinge schlafen jetzt nachts drei bis vier Stunden am Stück. In den nächsten Wochen werden die Schlafintervalle in der Nacht allmählich länger.

Das kann Ihr Baby jetzt

Im 4. Monat können sich die meisten Babys sicher in Bauchlage auf die Ellenbogen aufstützen. Viele Babys lernen aus dieser Position heraus, sich zur Seite zu drehen. Nicht lange danach können sie sich dann ganz herumdrehen. Oft ist aber auch die Rückenlage Startposition für die ersten Drehversuche.

Daher beginnt jetzt die Zeit, in der Sie besonders achtgeben müssen, Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt auf erhöhten Flächen (z.B. Wickelkommode, Couch, …) liegen zu lassen. Denn auch wenn Ihr Baby nicht den Anschein erweckt, bald das Drehen zu erlernen, sollten Sie vorsichtig sein. Ganz unerwartet kann sich der Säugling unter Anspannung des ganzen Körpers plötzlich hoch- oder zur Seite schnellen. Wenn Ihnen Ihr Baby von der Wickelkommode, der Couch oder einer anderen erhöhten Stelle fällt, sollten Sie das immer ärztlich abklären lassen.

Etwa mit vier Monaten können Babys Gegenstände gezielt greifen und – meist mit beiden Händen – festhalten. Jetzt werden Dinge nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit den Händen genau untersucht und betastet (manuelles Erkunden). Das beidhändige Greifen können Sie gut beobachten, wenn Sie ein Spielzeug über Ihr Baby halten und abwarten. Es wird den Gegenstand zunächst mit den Augen fixieren und dann beide Arme gleichzeitig darauf zu bewegen, bis es das Spielzeug mit beiden Händen greifen kann.

Wie alt ist mein Baby / Kind?

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Das nimmt Ihr Baby wahr

Babys können im 4. Monat schon zwischen einem freundlichen und einem ärgerlichen Gesicht unterscheiden. Von einem fröhlichen Gesicht lässt es sich vermutlich zum Lächeln animieren. Ebenso kann es aber passieren, dass es sich bei einem ärgerlichen Gesicht ängstigt und zu weinen beginnt.

So reagiert Ihr Baby

Viele Babys reagieren im 4. Monat schon auf ihren Namen, indem Sie lächeln oder den Kopf zu der Person drehen, die sie angesprochen hat. Gegen Ende des 4. Monats beginnen viele Babys außerdem damit, den Gesichtsausdruck von Bezugspersonen nachzuahmen.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die genannten Entwicklungsschritte können daher nur Anhaltspunkte sein. Wenn Ihr Baby von dieser Entwicklung abweicht, ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.

Tipps für den 4. Monat

In diesem Monat imitiert Ihr Baby vermutlich mit Freude, was Sie ihm vormachen. Ob Sie die Augenbrauen heben, den Mund zu einem O formen, die Zunge herausstrecken oder andere Grimassen schneiden – vermutlich wird ihr Baby versuchen, es Ihnen nachzumachen und vor Freude lachen lachen.

Außerdem wird der Säugling nun seine „Babysprache“ gezielter einsetzen und darauf warten, dass Sie ihm antworten, wenn er mit Ihnen brabbelt. Lassen Sie Ihrem Instinkt freien Lauf: Die meisten Eltern antworten automatisch auch in der Babysprache und in der richtigen Tonhöhe. Unterhalten Sie sich öfter mit Ihrem Kind in der Babysprache – das ist der richtige Weg zum Spracherwerb.

Im 4. Monat können Sie Ihr Baby außerdem bei seinen ersten Drehversuchen unterstützen. Bewegen Sie dazu ein Spielzeug oder Ihre Hand so neben seinem Körper, dass es sich leicht drehen muss, um es gut erkennen und vielleicht sogar danach greifen zu können. Bewegen Sie das Spielzeug langsam weiter, so lange Ihr Baby versucht, es zu erreichen. Wechseln Sie hin und wieder die Seiten. Irgendwann wird sich das Baby hinter dem Spielzeug herdrehen können.

Aber:

  • Gönnen Sie Ihrem Kind zwischendurch ein Erfolgserlebnis, sonst verliert es schnell den Spaß an diesem Spiel. Überlassen Sie dem Baby öfter einmal das Spielzeug – es kann jetzt gezielt danach greifen und es gut festhalten.
  • Unterstützen Sie Ihr Baby nur, indem Sie es locken. Es ist nicht nötig, es mit der Hand zu schieben oder es am Spielzeug herumzuziehen, wenn es dieses gegriffen hat.

Gesunde Ernährung für Babys

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In den ersten Monaten ist Muttermilch das Beste für Säuglinge.

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Alternativ können Sie Ihrem Baby die Flasche geben.

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Etwa ab dem 5. Monat können viele Babys die Flasche auch schon selbst halten und sind mächtig stolz darauf.

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Dann wird es allerdings Zeit, auf eine Schnabeltasse umzusteigen, um das Baby von der Flasche zu entwöhnen.

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Ungefähr ab dieser Zeit können Sie auch mit der Beikost beginngen.

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Achten Sie ab der Beikost darauf, dass Ihr Baby genug trinkt.

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Grundsätzlich gibt es keine guten oder schlechten Lebensmittel. Auf die Menge kommt es an.

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Wichtig: Hochwertige Kohlenhydrate (Kartoffeln, Getreide) fürs Wachstum, …

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… Obst und vor allem Gemüse für die Vitamine, …

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… Fleisch und Fisch für Mineralstoffe, Vitamine und Eisen …

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… sowie Fett in Form von Öl, beispielsweise Rapsöl (nicht kaltgepresst).

© Jupiterimages/iStockphoto

Einige Lebensmittel sind aber im ersten Lebensjahr noch verboten. Dazu gehören Kuhmilch, …

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… Honig, …

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… Blähendes wie Erbsen, Linsen oder Bohnen, …

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… sehr kleine Lebensmittel, die in der Luftröhre stecken bleiben können, …

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… künstliche Süßstoffe oder zu viel Zucker, …

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… Essen, das scharf gewürzt oder gesalzen ist …

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… und Blattsalate – die können Babys auch mit den ersten Zähnchen noch nicht kauen.

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Besonders wichtig: Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen! Gesunde Kinder verhungern nicht vor dem gefüllten Tisch.

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Je weniger Sie Ihr Kind bedrängen, desto eher wird es selbstständig und gerne essen.

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Es gilt: Solange das Angebot gesund ist, sollte ein Baby essen dürfen, so viel es möchte.

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Etwa mit zehn Monaten können viele Babys alleine mit dem Löffel umgehen – mit einigen Pannen, versteht sich.

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Mit dem Essen spielen gehört zur Entwicklung dazu – lassen Sie Ihrem Kind die Freude.

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Wenn es nicht zu matschig werden soll: Bieten Sie Snacks an!

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Rohes Obst und Gemüse, …

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… Vollkornzwieback oder Knäckebrot …

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… und schon kann Ihr Kind das selbstständige Essen ausprobieren.

Das ist im 4. Monat wichtig

Wenn Sie diese nicht schon im 3. Monat wahrgenommen haben, steht im 4. Monat eine weitere Vorsorgeuntersuchung an:

  • U4: 3.-4. Monat

Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr – sie dienen dazu, Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen frühzeitig zu erkennen. Je früher Probleme erkannt werden, desto besser kann man sie behandlen. Außerdem können Sie diese Termine dazu nutzen, Unsicherheiten und Fragen direkt mit dem Kinderarzt zu besprechen.

Im 4. Monat ist es außerdem Zeit für folgende Impfungen:

  • 3. Impfung gegen Rotaviren (kann auch im 5. Monat erfolgen)
  • 2. Kombinationsimpfung

Bei der Kombinationsimpfung können Sie zwischen zwei Varianten entscheiden:

  • 6fach-Impfung gegen Polio, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Hepatitis B und Infektionen mit Haemophilus influenzae Typ B oder
  • 4fach-Impfung gegen Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf und Polio

All diese Impfungen können auch als Einzelimpfungen verabreicht werden.

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PEKiP-Ideen – für 4-Monate altes Baby

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Ideen für die Babybeschäftigung zuhause kann ich wunderbar im PEKiP-Kurs sammeln, den ich beim zweiten Sohn eigentlich nur machte, um Kontakte zu Mamas zu sammeln. Dieses Mal habe ich auch eine sehr tolle Mama-Gruppe erwischt, mit der ich mich auch treffe, während die PEKiP-Leiterin zur Kur ist – jede Woche bei einer anderen Mama. Wohnungshopping! Welche PEKiP-Ideen wir bekommen, schreibe ich detailliert auf. 🙂

PEKiP-Ideen für zu Hause

Inhaltsverzeichnis

PEKiP-Ideen für Zuhause

Vorbereitung und Materialien

Die Babys sollen zum Spielen und zur Bewegung animiert werden. Das geht am besten in warmer Umgebung, in der sie sich wohlfühlen. Sie werden bestenfalls nackt ausgezogen, damit keine störende Kleidung im Weg ist. Ohne Windel macht das Strampeln umso mehr Spaß! Da die Babys auf viel pullern, bietet sich entweder an, mehrere Moltontücher (Amazon-Werbelink) oder eine wasserdichte Unterlage zu verwenden. Eine Decke geht am Anfang auch, doch wenn sie mit dem Krabbeln anfangen, rutschen Decken schnell weg. Krabbelmatten oder (ungiftige) Yogamatten bieten sich da besser an. Sie sind abwischbar und halten auch den Bewegungen der Kinder stand. Unbedingt auf das Oeko-Tex-Label achten. Dieses hat z. B. die Yogamatte von Klargeist (Amazon-Werbelink).

Yogamatten sind billiger als Krabbelmatten!

Folgend liste ich Spielzeug und Ideen für Zuhause auf, die es auf Amazon (Amazon-Werbe-Links) zu kaufen gibt.

  • Buch: PEKiP – Babys spielerisch fördern
  • Tücher für sanfte Babyspiele
  • Ringrassel
  • O-Ball
  • Skwish Motorikschleife
  • Entchenball
  • Strandball
  • Messlöffel-Set

Mein Sohn liebte besonders den O-Ball und Rasseln. Doch auch einfache Dinge aus der Küche reichen den Babys. Z. B. kleine Messlöffel aus Plastik am Bund, ein kleiner Schneebesen, kleine Becher oder Igel-Bälle, die man vielleicht noch aus der Schwangerschaft Zuhause hat. Für die Babymassage bieten sich auch weiche Federn und ein schönes Öl an.

Keilmatte und Schalengriff als Stütze

Im PEKiP-Kurs gibt man als Mama oder Papa kleine Hilfestellungen. Sohn 2.0 war als jüngster Teilnehmer ein wenig schwach in der Bauchlage. Die Leiterin riet mir, ihn zunächst mit meinen Händen zu stützen. Er liegt auf dem Bauch und ich gebe mit beiden Händen im Schalengriff Hilfestellung. Ihm gefällt es, weil er länger schauen kann.

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Ein weiterer Tipp ist eine Keilmatte, alternativ ein Stillkissen. Darüber gebeugt, sieht die Welt auch auf der Erde anders aus – spannender. Ist auch kein Stillkissen vorhanden, kann das Baby leicht über ein gerolltes Handtuch oder den Oberschenkel gelegt werden. Bei Spuckbabys immer genug Tücher in Griffnähe haben Dies kann solange gemacht werden, bis es dem Baby nicht mehr gefällt. Durch die Stütze bekommt das Baby den Anreiz zur Bewegung. Mit gut gelaunten Kindern klappt das super, da sie dadurch einen anderen Blickwinkel bekommen.

Bunte Wassertüten – Greifen will gelernt sein

Witzig fand ich bunt gefärbte Wassertüten, mit denen die Babys spielen können. Idealerweise nutzt man warmes Wasser, färbt dieses mit Lebensmittelfarbe und sichert sie mit weiteren Tüten vor dem Auslaufen. Interessant ist das vor allem deshalb, weil die Tüte knistert, sich das Wasser bewegt und witzig anfühlt.

Zubehör für bunte Wassertüten

  • Lebensmittelfarbe (Amazon-Werbelink)
  • Tüten (Drogerie)

„Oh, eure Tüte lief aus.“, sagte eine Mama zu mir. Ich wunderte mich schon über die weiße Farbe. Die Tüte war jedoch heil, Baby 2.0 hat nur mal wieder gespuckt. Weiterer Vorteil der bunten Wassertüten als PEKiP-Idee: sie sind abwischbar bzw. leicht erneuerbar.

PEKiP-Ideen für Zuhause – Wassersäckchen zum Spielen

Singen und bewegen

Zum Abschluss singen wir immer ein Wind-Lied (Wind, Wind, fröhlicher Gesell). Dabei liegen die Kinder eng beieinander und wir Mamas wedeln stehend ein großes Tuch über ihren Köpfen. Je älter die Kleinen werden, desto spannender finden sie dies und lachen viel dabei. Am Liedende wird das Tuch auf die Kinder gelegt und das Kichern beginnt.

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Gleiche Abläufe helfen den Kindern bei der Orientierung!

Auch zwischendurch ist Singen sehr spannend für die Kinder. Sie können hören und später auch mit der Bewegung mitmachen. Gut ist, wenn man stets dieselben Lieder singt. Wer nicht singen kann, darf auch gerne eine Spieluhr oder eine CD zur Hilfe nehmen. Für die Kinder toll sind gleiche Abläufe. Ein Willkommenslied – wir beginnen mit dem PEKiP. Ruhigere Lieder bei Massagen, mit der die PEKiP-Übung Zuhause abschließen kann.

Mit unserem dritten Kind werde ich keinen PEKiP-Kurs besuchen, sondern mit ihr Zuhause die Übungen und Spiele machen.

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