Babyblues was hilft

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Baby Blues: 6 Tipps gegen das Stimmungstief nach der Geburt

Was genau ist der Baby Blues?

Eventuell stellen Sie in der ersten Woche fest, dass Ihnen ständig zum Weinen zumute ist, aber sie wissen nicht, warum. Die Realität, was Elternschaft eigentlich bedeutet, wird Ihnen langsam klar. Sie sind plötzlich ängstlich, gereizt, konzentrationslos und erschöpft – können aber trotzdem nicht gut schlafen. Diese typischen Symptome sprechen für einen Baby Blues, der auch „Heultage“ genannt wird.
Vermutlich trifft es Sie ganz unvorbereitet, denn kurz vorher hätten sie noch vor Stolz und Glück platzen können. Die gute Nachricht: Der Baby Blues ist meist nur eine Phase und verschwindet meistens so schnell, wie er gekommen ist.

Gefühlsschwankungen nach der Geburt sind keine Seltenheit

Fast jede zweite Frau leidet nach der Geburt unter einer depressiven Verstimmung.
Die Freude über das Kind wird von negativen Gefühlen überschattet.
Frauen mit Baby Blues sind keine Rabenmütter und müssen kein schlechtes Gewissen haben. Auch, wenn der Stimmungswandel oft völlig unerwartet und scheinbar grundlos eintritt, hat er ganz natürliche Gründe.
Nach der Geburt verändert sich beispielsweise der Hormonspiegel. Mit den Baby Blues Symptomen reagiert der Körper auf diese Umstellung. Auch Stress, Schlafmangel, das Erlebnis der Geburt und die Umstellung der Lebenssituation, können für das Wechselbad der Gefühle verantwortlich sein.

Dauer des Baby Blues

Auch, wenn Sie jetzt vielleicht noch den Eindruck haben, dass Ihr Stimmungstief nie wieder verschwindet. Es wird besser!
Der Baby Blues ist keine Krankheit und verschwindet für gewöhnlich spätestens nach zwei Wochen. Wenn Sie sich danach immer noch depressiv fühlen, kann dies ein Hinweis auf eine Postpartale Depression sein. Wenn Sie glauben, dass dies der Fall sein könnte, suchen Sie vorsichtshalber einen Arzt auf.

Tipps gegen den Baby Blues

Sie fragen sich, ob es etwas gibt, dass gegen den Baby Blues hilft? Probieren Sie doch einmal folgende Tipps aus!

1. Akzeptanz:

Die Erwartungen an Mütter und wie sie sich zu fühlen haben, sind hoch. Schließlich gibt es nichts schöneres, als die Geburt eines Kindes. Neben Stillen, Windeln wechseln und Haushalt, sollten Sie also am besten permanent strahlen. Die Realität sieht meistens anders aus. Niemand wird als Mutter geboren und Sie müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen. Sie sind gestresst und müde? Das ist vollkommen legitim.
Hören Sie auf, sich deswegen Schuldgefühle zu machen.

2. Lassen Sie ihren Gefühlen freien Lauf

Wenn Sie Ihre Gefühle akzeptiert haben, sprechen Sie ehrlich mit anderen darüber.
Lassen Sie sich trösten. Umgeben Sie sich mit verständnisvollen Menschen, bei denen Sie sich wohlfühlen und die Ihnen zuhören.
Wenn Sie sich danach fühlen, dann weinen Sie sich ruhig einmal richtig aus.

3. Arbeitsteilung

Sich ganz alleine um alles zu kümmern, kann eine große Belastung sein. Schließlich bleibt mit Kind immer irgendetwas auf der Strecke. Geben Sie ruhig ein paar Aufgaben ab, Sie müssen nicht alles alleine meistern. Wenn Ihnen keine Unterstützung angeboten wird, dann fordern Sie diese ein!

4. Raus in die Welt

Wenn Sie den ganzen Tag mit Ihrem Baby zuhause sitzen, kann Ihnen schonmal die Decke auf den Kopf fallen. Schnappen Sie sich Ihr Kind und den Kinderwagen und machen Sie einen Ausflug. Ein Kaffee mit einer Freundin, ein Spaziergang, oder ein kleiner Stadtbummel – Ablenkung vertreibt die Baby Blues Gedanken.

5. Schlafen Sie doch mal wieder aus!

Ich weiß, ausschlafen mit Baby. Das sagt sich ziemlich leicht. Fragen Sie Ihren Partner, ob er eine Nacht das nächtliche Aufstehen übernimmt. Wichtig ist, dass Sie über Ihr Baby nicht sich selbst vergessen.

6. Ausgang

Überlegen Sie, wer aus Ihrem Umfeld einmal Babysitter spielen würde. Auch, wenn Sie müde sind, ein Abend in „Freiheit“ kann Wunder bewirken. Machen Sie sich hübsch und gönnen Sie sich einen schönen Abend zusammen mit Ihrem Partner, oder einer Freundin. Das bringt Sie garantiert mal wieder auf andere Gedanken.

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Babyblues: Was tun beim Stimmungstief nach der Geburt?

Nach der Geburt leiden viele junge Mütter an dem sogenannten Babyblues – negativen Gefühlsschwankungen, die sich durch Sorgen, Gereiztheit, Ängste oder sogar Verzweiflung äußern können. Das Stimmungstief ist jedoch ganz normal und verschwindet in der Regel nach kurzer Zeit wieder. Diese Tipps können zusätzlich dabei helfen.

Gefühlsschwankungen nach der Geburt sind normal

Fast jede zweite Frau leidet Medienberichten zufolge nach der Geburt an dem gefürchteten Babyblues: Nach einigen Tagen ist die Freude über das Kind plötzlich verflogen und negative Gefühle dominieren den Gemütszustand der Betroffenen. Für Außenstehende und auch die jungen Mütter selbst kommt dieser Stimmungswandel oft völlig unerwartet und scheint keinen bestimmten Grund zu haben. Tatsächlich haben die Gefühlsschwankungen nach der Geburt aber verschiedene, ganz natürliche Ursachen.

So verändert sich nach der Geburt beispielsweise der Hormonspiegel, der bis dahin ganz auf die körperlichen Umstände während der Schwangerschaft ausgelegt war. Die hormonellen Veränderungen können sich stark auf die Stimmung einer frischgebackenen Mutter auswirken – vergleichbar mit den Gefühlsschwankungen, die auch zu Beginn der Schwangerschaft auftreten können. Aber auch der Stress, der durch die neue, ungewohnte Situation entsteht, kann den Babyblues auslösen. Haben betroffene Mütter dann auch noch Schuldgefühle wegen ihrer schlechten Stimmung, die sie statt des Babyglücks empfinden, kann sich der Zustand noch verschlimmern.

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So können Freunde und Familie helfen

Familie und Freunde sollten unterstützend auf die junge Mutter einwirken. Allerdings ist eine Aufforderung zur Freude und die Relativierung der negativen Gefühle hier fehl am Platz. Stattdessen brauchen betroffene Frauen Verständnis und Ablenkung oder einfach einmal die Gelegenheit, über ihre Sorgen sprechen zu können. Auch zu weinen und dabei den Gefühlen freien Lauf zu lassen, kann dann durchaus ein guter Tipp sein, weil es befreiend wirkt. Zudem entspannt es den Körper und hilft Müttern so dabei, Ihre Ruhe wiederzugewinnen.

Wichtig ist es zudem, die Pflege des Babys mit dem Partner zu teilen oder die Hilfe von Familienmitgliedern anzunehmen, und sich Auszeiten gönnen zu können, einen Spaziergang zu machen oder sich auf andere Weise zu entspannen.

Babyblues lässt sich durch noch mehr lindern

Ein guter Tipp soll es auch sein, nach der Geburt mehr Fisch zu essen und damit mehr Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen. Nach einem Bericht des Gesundheitsportals der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände vermuten kanadische Forscher der University of Montreal, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren, der durch die Schwangerschaft und durch das Stillen des Neugeborenen entstehen kann, im Zusammenhang mit dem Babyblues steht.

Und noch ein Tipp: Schon vor der Geburt ist es möglich, dem Babyblues durch eine intensive Vorbereitung auf die Geburt und die ungewohnten Strapazen danach vorzubeugen. Falls das nicht funktioniert, sollten betroffene Mütter nicht in Schuldgefühle verfallen, sondern sich klar machen, dass die Gefühlsschwankungen ganz normal sind. Gespräche mit anderen Müttern können in dieser Situation besonders hilfreich sein.

Dauer als Hinweis auf Babyblues oder postpartale Depression

Für gewöhnlich lässt der Babyblues spätestens nach zwei Wochen nach. Wer danach immer noch unter dem Stimmungstief leidet, sollte vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. In diesem Fall kann hinter den Gefühlsschwankungen auch eine postpartale Depression stecken, die nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bei 10 bis 15 Prozent aller Mütter auftritt.

Der Baby Blues

Eventuell stellen Sie ein paar Tage nach der Geburt fest, dass Ihnen ständig zum Weinen zumute und Ihre Stimmung völlig im Keller ist und Sie gereizt sind. Diese Stimmung nennt man den Baby Blues. (APNI 2007, PRODIGY 2008) Vermutlich trifft es Sie ganz unvorbereitet, denn kurz vorher hätten Sie noch vor Freude, Glück und Stolz platzen können.
Der Baby Blues kommt so häufig vor, dass man ihn als normale Erscheinung bezeichnen kann. (MIND 2010, PRODIGY 2008) Etwa acht von zehn Müttern bemerken Stimmungsschwankungen nach der Geburt. (Joy 2012)
Dies könnten Ihre Gefühle sein:

  • Sie sorgen sich um die Gesundheit Ihres Babys, obwohl es ihm gut geht (PRODIGY 2008)
  • Sie sind ängstlich
  • Sie können sich nicht konzentrieren
  • Sie sind erschöpft, können aber nicht schlafen (PRODIGY 2008)
  • Sie sind weinerlich, ohne zu wissen warum

Was löst den Baby Blues aus?

Man vermutet, dass der Baby Blues durch die hormonellen Veränderungen ausgelöst wird, die in der Zeit nach der Geburt im Körper einer jungen Mutter vor sich gehen (PRODIGY 2008). Ihr Körper hat einige größere Umstellungen zu bewältigen, die auch das Absinken des Adrenalinspiegels, der während der Geburt auf einem Hoch war, beeinhalten.
Die Schwangerschaftshormone gehen nach und nach aus Ihrem Körper, während er sich darauf einstellt, Muttermilch zu produzieren (MIND 2010). Ihr Appetit könnte sich verändern, aber es sind nicht nur körperliche Veränderungen, die jetzt bei Ihnen ablaufen. Ihre Gefühle könnten auch einige Berg- und Talfahrten durchmachen. Das Bewusstsein für die neue Verantwortung, die Sie für Ihr Baby haben, könnte Sie überwältigen.
Die Realität dessen, was Elternschaft eigentlich bedeutet, wird Ihnen vermutlich in den Tagen klar, wenn Sie mit Ihrem Baby die Klinik verlassen haben und die erste Zeit mit ihm allein zuhause sind. Egal wie glücklich Sie über Ihre neue Rolle als Mutter sind, wird es auch Momente geben, in denen Sie sich einfach gestresst und eingeengt fühlen.
Vielleicht sind Sie noch unsicher in der Pflege Ihres Babys und fühlen eine große Ernüchterung nach den Aufregungen der Geburt. Es könnte sein, dass Sie erschöpft sind, aber trotzdem nicht gut schlafen können. Dann hilft vielleicht ein kleines Schläfchen, wenn Ihr Baby ebenfalls schläft.

Wie lange werde ich unter dem Baby Blues leiden?

Eventuell haben Sie den Eindruck, dass das jetzt Ihr Schicksal ist. (MIND 2010) Aber dem ist nicht so! Verzweifeln Sie nicht, es wird besser – und das sehr schnell. Der Baby Blues ist keine Krankheit und wird nur ein paar Tage oder sogar ein paar Stunden dauern (NHS Choices 2012). Unter Umständen ist es zwischen dem dritten und fünften Tag am schlimmsten(PRODIGY 2008).
Der Baby Blues verschwindet in den nächsten Tagen von ganz alleine wieder, Sie müssen deshalb nicht zum Arzt/zur Ärztin gehen. (PRODIGY 2008) Mit der richtigen Mischung aus Erholung und der Unterstützung von Familie und Freunden wird es Ihnen bald wieder besser gehen. (APNI 2007)
Sollten Sie sich aber einen Monat nach der Geburt Ihres Babys immer noch depressiv fühlen, dann haben Sie möglicherweise eine Postpartale Depression (PND), auch Wochenbettdepression genannt. (MIND 2010) Wenn Sie glauben, dass das der Fall sein könnte, dann sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, die Ihnen Rat und Hilfe anbieten können.

Wie kann ich einer jungen Mutter mit Baby Blues helfen?

Wenn Sie der Partner, Verwandte(r) oder Freund(in) sind, dann versichern Sie ihr, dass es ganz normal ist, sich so zu fühlen. Mit folgenden Tipps könnten Sie ihr helfen:

  • Unterstützen Sie sie bei der Organisation ihres Alltags und helfen Sie bei der Entscheidung, was gleich getan werden muss und was warten kann.
  • Kochen Sie Ihr ein schönes Essen oder bereiten Sie Mahlzeiten zum Einfrieren vor.
  • Sorgen Sie dafür, dass sie sich ausreichend ausruhen kann.
  • Bestätigen Sie ihr immer wieder, dass sie eine großartige Mutter ist.
  • Halten Sie Besuche auf einem Minimum.
  • Wenn ihr zum Weinen zumute ist, lassen Sie sie weinen.
  • Hören Sie ihr zu. Massieren Sie sie mit sanften Berührungen, wenn sie das mag.

Und am wichtigsten: Geben Sie ihr das Gefühl, dass Sie immer für sie da sind und dass sie auch die Zeit hat, die sie für sich selber braucht (MIND 2010). Zuletzt überarbeitet: März 2019

Quellen

APNI. 2007. Post natal depression. The Association of Post Natal Illness.
Joy S. 2012. Postpartum depression. eMedecine.
MIND. 2010. Understanding postnatal depression. National Association for Mental Health.
NHS Choices. 2012. Postnatal depression: symptoms. NHS Choices, Health A-Z.
NICE. 2006. Routine postnatal care of women and their babies. National Institute for Health and Clinical Excellence, Clinical guideline, 37. London: NICE.

PRODIGY. 2008. Depression: antenatal and postnatal. PRODIGY Clarity, Clinical topic.
SIGN. 2012. Management of perinatal mood disorders. Scottish Intercollegiate Guidelines Network, National clinical guideline, 127

Die Tränen laufen, die Milch läuft, der Wochenfluss läuft, der Schweiß läuft und meine Wöchnerin schaut mich diesmal aus völlig verquollenen Augen an. Dieser Blick ist wie eine Mischung aus verwundetes Reh und peinlich berührt: Es ist Babyblues-Tag. Ich zücke eine Packung Taschentücher und setze mich zu ihr.

Der Babyblues – Ein Erklärungsversuch

Mit dem Geburtstag des Kindes beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Grade erst ist die Geburt – oft eine Grenzerfahrung – überstanden und aus einem Paar sind Eltern geworden. Dass die Verantwortung für einen neuen Menschen nun lebenslang da sein wird, realisieren Viele jetzt zum ersten Mal.
Zusätzlich wirkt das Neugeborene unendlich zart und zerbrechlich; die Euphorie der ersten Tage weicht Ängsten und Unsicherheiten. Heftige Hormonschwankungen der Wöchnerin kommen noch hinzu. Durch das Schlafdefizit und die neuen Routinen wie Wickeln und Stillen wirkt die Zeit auf einmal seltsam fließend.
Der Milcheinschuß wird von vielen Frauen als sehr unangenehm erlebt. An diesem Tag sind die Brüste sehr prall und berührungsempfindlich. Manchmal, wenn Frauen einen guten Milchspendereflex haben, läuft die Milch sogar ganz ohne Zutun aus den Brüsten.
Wöchnerinnen schwitzen in den ersten Tagen stark, da das eingelagerte Wasser – Ödeme adé! – nun ausgeschwemmt wird.
Der Wochenfluss ist in den ersten Tagen so stark, dass die Frauen ungefähr alle zwei Stunden zur Toilette gehen um die Binden zu wechseln.
Ganz ehrlich: das allein reicht doch eigentlich schon, um sich mal eine Woche lang vor aller Welt zu verstecken und heulend ins Kopfkissen zu beißen!
Doch als wäre es nicht schon genug des Schlimmen, erleben frischgebackene Mütter auch noch eine gewaltige, unberechenbare Welle der Emotionalität: Sie sind hypersensibel und sogar der Geruchssinn ist gesteigert.
Und nun erwartet die Umwelt eine ständig strahlende, glückliche, junge Mutter.
Eigentlich zum Heulen, oder?

Welchen Sinn hat der Babyblues?

Dass Wöchnerinnen so sensibel und „durchlässig“ sind, erhöht wahrscheinlich die Liebesbereitschaft für das Neugeborene. So wie auch die Geruchsempfindlichkeit dazu dient das Baby am Geruch zu erkennen und diesen gleichsam „auswendig“ zu lernen.
Durch das Weinen entspannt sich der Körper und kann die angestaute Anspannung abbauen. So finden die Frauen nach einem „Heultag“ oft endlich wieder einmal zu tiefem, erholsamen Schlaf. Das ist natürlich nur möglich, wenn jetzt auch der Partner mitspielt und Kind, Haushalt sowie Besuch in dieser Zeit in Schach hält.

Trifft das Alle?

Ungefähr 80% der Wöchnerinnen „leiden“ unter dem Babyblues, der oft am dritten Wochenbetttag beginnt. Dieser Zustand, der einen Tag bis zu ungefähr eine ganze Woche dauern kann, ist völlig normal und gehört zur Umstellung nach der Geburt.
Wenn du betroffen bist, lass dich nicht von deinen wirren Gefühlen verunsichern. Du musst weder jeden Tag überschäumend glücklich sein, noch dein Kind vom ersten Tag an abgöttisch lieben. Du bist trotzdem eine gute, ganz „normale“ Mutter!

Achtung: Depessionsgefahr!

In einigen Fällen (etwa 15%) kann dieser Zustand anhalten und gar extreme Formen annehmen. Dann ist eine ärztliche Abklärung, ob es sich um eine Wochenbettdepression handelt, dringend erforderlich.
Aber macht euch jetzt bitte nicht schon im Vorfeld verrückt!

Zurück zum armen Reh

Bei meinen Hausbesuchen mit Babyblues-Effekt hat es sich bewährt noch mal den Geburtsverlauf aufzurollen. Das ist auch ohne Babyblues eigentlich immer eine gute Idee, denn manchmal quälen sich die Frauen noch mit Ereignissen unter der Geburt herum, die sie nicht richtig verstanden, eingeordnet, oder verarbeitet haben.
Auch hilft es vielen Frauen zu wissen, dass sie mit dieser Erfahrung nicht alleine sind.
Und zu guter Letzt hilft es, wenn das Umfeld einfach sensibel reagiert und vor allem nicht zu sehr problematisiert.

In diesem Falle brach das verwundete Reh – grade noch schluchzend – plötzlich in herzhaftes Lachen aus. Ihr Mann kam, ganz mitleidig guckend, ins Zimmer. Dann holte er plötzlich einen Spiegel hinter dem Rücken hervor. Als sie sich dann selber als Häuflein Elend sah, konnte sie sich vor Lachen nicht mehr halten.
Er kannte seine Frau gut! Ich würde diesen Trick aber nicht unbedingt zur Nachahmung empfehlen. 😉

Baby-Blues und Wochenbettdepression

Dabei handelt es sich um eine depressive Verstimmung, die der Volksmund auch als „Heultage“ nach der Geburt bezeichnet. Circa zehn bis fünfzehn Prozent aller Mütter entwickeln in der Zeit nach der Entbindung eine Wochenbettdepression, auch postnatale Depression genannt.

Babyblues oder Wochenbettdepression?

Sofern die depressive Verstimmung wenige Tage nach der Geburt auftritt und nach etwa acht bis zehn Tagen von allein wieder verschwindet, handelt es sich um den Babyblues. Mediziner gehen davon aus, dass für dieses zeitweilige Stimmungstief die Hormonumstellung nach der Entbindung massgebend ist.

Sobald der weibliche Körper sein hormonelles Gleichgewicht wiedergefunden hat, verschwinden die leichten depressiven Verstimmungen ganz von allein wieder.

Eine Wochenbettdepression hingegen kann einige Tage, Wochen, vereinzelt sogar bis zu zwei Jahren nach der Geburt des Babys einsetzen, mehrere Wochen oder sogar Monate anhalten und schlimmstenfalls chronisch werden.

Symptome, Ursachen und Behandlung des Babyblues

Symptome

Circa 50 Prozent aller Wöchnerinnen zeigen am zweiten oder dritten Tag nach der Geburt folgende Auffälligkeiten:

  • psychische Empfindlichkeit
  • Energielosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Stimmungsschwankungen
  • erhöhte Reizbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit

Im weiteren Verlauf beschleicht die Frauen ein Gefühl des Versagens in Verbindung mit totaler Überforderung. Der Babyblues erreicht etwa vier bis sechs Tage nach der Entbindung seinen Höhepunkt, um dann um den zehnten Tag herum wieder abzuklingen.

Ursachen

Mediziner führen diese Reaktion auf den abrupten Abfall der Schwangerschaftshormone Progesteron und Östrogen unmittelbar nach der Entbindung zurück. Hinzu kommt die rein körperliche Beanspruchung der frischgebackenen Mutter.

Geburtsbedingte Wunden heilen und die körperlichen Rückbildungsprozesse benötigen Energie. Die Milchproduktion kommt in Gang und die Eierstöcke nehmen wieder ihre Funktion auf, was zu einer weiteren Veränderung im Hormonhaushalt führt.

Behandlung

Eine medizinische Behandlung des Babyblues ist zumeist nicht erforderlich. Den meisten Frauen hilft die unterstützende Beratung durch den behandelnden Frauenarzt oder die Hebamme. Der Partner und andere nahe stehende Menschen sollten ausserdem behutsam auf die der jungen Mutter zugehen, Gespräche und praktische Hilfe anbieten.

Die Praxis zeigt, dass emotionaler Rückhalt, Ermutigung und Unterstützung den meisten Frauen hilft, ihr zeitweiliges Stimmungstief weniger dramatisch zu erleben und schneller zu überwinden.

Symptome, Ursachen und Behandlung einer Wochenbettdepression

Eine ernsthafte Wochenbettdepression entwickelt sich im Gegensatz zum Babyblues eher schleichend. Sie kann direkt nach der Geburt beginnen. Typischerweise treten die ersten Symptome jedoch erst vier bis zwölf Wochen später auf. Zunächst ähneln die Beschwerden stark denen des Babyblues.

Sie gehen jedoch nicht nach wenigen Tagen vorüber, sondern belasten zunehmend die Mutter-Kind-Beziehung. Viele Frauen leiden unter Versagensängsten und Schuldgefühlen, weil sie sich auf das Muttersein so sehr gefreut hatten und nun ihrem Baby gegenüber keine Liebe empfinden können.

Dabei hatten sie sich doch nichts sehnlicher als ein Kind gewünscht. Nun sind sie enttäuscht und verwirrt. Gleichzeitig schämen sie sich, über ihre negativen Gefühle, Ängste und Sorgen zu sprechen.

Viele der betroffenen Mütter, aber auch „unwissende“ Angehörige sehen die Beschwerden als eine Begleiterscheinung des Anpassungsprozesses an die neue Lebenssituation. Dabei handelt es sich bei einer Wochenbettdepression um eine ernst zunehmende Erkrankung, für die niemand die Schuld trägt.

Auf jeden Fall spielt auch bei einer ernsthaften Wochenbettdepression die Hormonumstellung eine entscheidende Rolle. Hinzu kommen eventuell erlebte Traumata während der Geburt, chronischer Schlafmangel, Stillprobleme, Probleme in der Partnerschaft oder der hohe Anspruch der Frau an sich selbst bezüglich ihrer Mutterrolle.

Genetische Veranlagung, psychische Vorerkrankungen, Eisenmangel, oder Schilddrüsenstörungen können eine postnatale Depression ebenfalls begünstigen.

Diagnose

Es gibt einen wissenschaftlich erarbeiteten Fragebogen, den „Edinburgh Postpartum Depression Scale“ (EPDS). Dieser ist speziell für die Zeit nach der Entbindung konzipiert und stellt zehn Fragen zum emotionalen Wohlbefinden der Frau. Nach Auswertung der Antworten kann ein Psychologe auf das Vorliegen einer Wochenbettdepression schliessen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es im Falle einer Wochenbettdepression?

Im Unterschied zum Babyblues besteht bei einer länger andauernden Wochenbettdepression die Gefahr, dass das Kind infolge der gestörten Beziehung zu seiner Mutter Entwicklungsstörungen davonträgt.

Deshalb darf nicht nur allein die Mutter behandelt werden, sondern auch die gestörte Mutter-Kind-Beziehung. In Abhängigkeit von der Schwere und den Symptomen kommen folgende Behandlungsmöglichkeiten infrage:

  • psychotherapeutische Behandlung ohne Medikamente (Gesprächstherapie, Körpertherapie, Gruppentherapie)
  • psychotherapeutische Behandlung in Kombination mit Medikamenten, sogenannten Antidepressiva (Hier ist allerdings zu beachten, dass diese Medikamente in die Muttermilch übergehen und unter Umständen ein Abstillen erforderlich machen. Der Arzt wird deshalb vor Therapiebeginn eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse durchführen und die Eltern entsprechend beraten.)
  • Einbeziehung des Partners und anderer Familienangehöriger (Erlernen des Umgangs mit der Erkrankten, Entwickeln von Verständnis und Unterstützung)
  • Selbsthilfegruppe

Sollte eine stationäre Therapie erforderlich sein, besteht die Möglichkeit spezieller Mutter-Kind-Behandlungen.

Die erste Anlaufstelle für betroffene Frauen und deren Angehörige ist sicherlich der Frauenarzt oder die Hebamme. Falls die Mutter selbst oder auch ihr Partner die Bedenken, dass eventuell eine Wochenbettdepression vorliegen könnte, nicht „öffentlich“ äussern möchten, können sie sich auch an andere Beratungsstellen. Hier erhalten Betroffene nicht nur Beratung, sondern bekommen auf Wunsch auch Kontakte zu geeigneten Psychotherapeuten vermittelt.

Gibt es Möglichkeiten zur Vorbeugung?

Ganz verhindern lässt sich der Babyblues sicherlich nicht. Um die Begleiterscheinungen abzumildern, sollten Frauen möglichst schon während der letzten Schwangerschaftswochen ihre eigenen Erwartungen an das „Muttersein“ nicht zu hoch stecken.

Das gesellschaftlich vermittelte Bild von der dauerhaft sorglosen und überglücklichen Mutter stimmt mit der Realität nur selten überein. Ausserdem ist ein guter sozialer Rückhalt ganz wichtig. Ein psychisch starker Partner und die Familie können depressive Verstimmungen schneller überwinden helfen.

Der Verlauf einer Wochenbettdepression hängt massgeblich davon ab, wann sie erkannt wird. Anfangs lassen sich die Symptome zumeist nicht von denen eines selbstständig sich wieder auflösenden Babyblues unterscheiden. Viele Frauen versuchen auch, ihren Zustand zu verbergen und leiden viel zu lange. Besser ist es, sich den bestehenden Problemen und Beschwerden zu stellen und gegebenenfalls frühzeitig nach professioneller Hilfe zu suchen.

Können auch Väter den Babyblues oder eine Wochenbettdepression bekommen?

Was zunächst recht seltsam klingt, kann dennoch eintreten. Natürlich gibt es bei frischgebackenen Vätern keine Hormonumstellung. Trotzdem haben Studien zufolge etwa 10 Prozent aller jungen Väter nach der Geburt ihres Kindes Gefühle der Traurigkeit, diffuse Angst, kein Interesse an Sex oder leiden unter Schlafstörungen.

Die Symptome ähneln häufig verblüffend denen der an Wochenbettdepression leidenden Mütter. Wissenschaftler vermuten als Grund, dass viele Männer die Geburt ihres Babys als tiefen Einschnitt in ihr bisheriges Leben empfinden. Manche haben auch Angst vor der Zukunft. Sie geraten dadurch psychisch und emotional regelrecht aus dem Gleichgewicht. Hilfen, so wie für die Frauen, gibt es für diese Phase bei Männern jedoch nicht.

Babyblues und Depressionen nach der Schwangerschaft

Die meisten Paare freuen sich sehr darüber, wenn sie erfahren, dass sie Eltern werden – zumindest, wenn das Baby geplant und gewünscht ist. Dies bedeutet für beide neun Monate warten, für die Frau manchmal verbunden mit körperlichen Problemen, die eine Schwangerschaft so mit sich bringen kann. Es gilt Vorbereitungen für den Familienzuwachs zu treffen und dann ist es soweit : das unbeschreibliche Erlebnis der Geburt. Ist alles gut überstanden und das Baby endlich da, erwartet man Glücksgefühle und Euphorie bei der Mutter – doch manchmal kommt es anders und statt dessen : heulendes Elend, Überforderung und Versagensängste.

Grundsätzlich muss man hierbei zwischen dem sogenannten „Baby-Blues“ – im Deutschen kennt man dafür leider nur den unschönen Ausdruck „Heultage“ – und einer postpartalen ( = nach der Schwangerschaft ) Depression unterscheiden :

Der Baby-Blues ist ein Stimmungstief, das rund 90 % aller frischgebackenen Mütter trifft. Er zeigt sich meist am zweiten oder dritten Tag nach der Entbindung und klingt nach wenigen Tagen wieder ab. Der Hauptgrund ist in erster Linie die hormonelle Umstellung : der Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt , dafür produziert der Körper das Hormon Prolaktin, das für die Milchbildung verantwortlich ist. Dieser Wechsel kann zu Stimmungsschwankungen und großer Empfindsamkeit, verbunden mit häufigem Weinen, sowie zu Ängstlichkeit und leichter Reizbarkeit führen.

Doch sind oft nicht nur die Hormone schuld an dem Stimmungstief : das Baby fordert die ganze Kraft und Aufmerksamkeit der Mutter. Alle zwei bis vier Stunden verlangt ein Neugeborenes nach Nahrung – und so macht sich schon nach einigen Tagen bei der Mutter ein chronischer Schlafmangel bemerkbar, der zu andauernder Müdigkeit und Erschöpfung führt.

Dazu kommt bei noch unerfahrenen Müttern eine große Unsicherheit und Angst im Umgang mit dem Baby : warum schreit es, bekommt es genug Milch, hat man etwas falsch gemacht ?

Die fremde Umgebung im Krankenhaus und die vielen Besucher tragen häufig auch nicht gerade dazu bei, dass die Mutter die nötige Ruhe finden kann.

Viele Frauen fühlen sich auch körperlich noch sehr unwohl : postoperative Beschwerden nach einem Kaiserschnitt, schmerzende Brüste und ein Bauch, der nur noch ein schlaffer Hautsack ist. Selbst wenn man weiß, dass dies alles so nicht bleiben wird, können einem deshalb schon mal die Tränen kommen.

Viel tun, kann und muss man gegen den Babyblues aber nicht. Sobald sich der Hormonspiegel wieder eingestellt und sich Zuhause der Alltag mit dem Baby eingespielt hat, steht dem Mutterglück meist nichts mehr im Weg.

Wenn der Babyblues aber nicht aufhört, kann dies das Anzeichen für eine postpartale Depression sein , von der rund 10 bis 15 Prozent aller frisch gebackenen Mütter betroffen sind. Wie hoch aber die Zahl genau ist, weiß man nicht: Welche Frau gesteht schon gerne ein, dass sie statt dem ersehnten Mutterglück nur Frustration und Überforderung empfindet ? Eine postpartale Depression (PPD) ist eine ernst zu nehmende Erkrankung , die sowohl für die Mutter, aber auch für das Baby gefährlich werden kann und die unbedingt behandelt werden muss. Leider wird darüber so gut wie nie in der Öffentlichkeit gesprochen und diese Form der Depression ist kaum bekannt , auch wenn sie gar nicht so selten ist. Vermutlich, weil damit ein gesellschaftliches Tabu verletzt wird : Mütter müssen glücklich sein und ihr Baby über alles lieben ! Können sie das nicht, sind sie eben eine „schlechte“ Mutter. Selbst in den Kursen zur Geburtsvorbereitung werden Schwangere nur selten darauf vorbereitet, dass auch sie davon betroffen sein könnten oder bekommen Informationen darüber, wie sich diese Erkrankung äußert und wo man dann Hilfe finden kann.

Die PPD kann direkt nach der Entbindung beginnen, sie tritt jedoch häufig erst vier bis 12 Wochen später auf.

Typische Kennzeichen sind oft : große Müdigkeit und Erschöpfung, Gefühle von Traurigkeit und innerer Leere, häufiges Weinen, Ängste und Panikattacken, sowie extreme Reizbarkeit. Viele Frauen leiden unter Zwangsgedanken : sie fürchten, sie könnten ihrem Baby etwas antun. Auch Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen,Herzbeschwerden und Schwindel treten oft auf.

Als besonders belastend aber empfinden die Frauen ihre eigene Gefühlswelt : Glücksgefühle fehlen, sie spüren manchmal keine Liebe zu ihrem Kind, sondern Gleichgültigkeit oder sogar Ablehnung, sie haben keine Lust mit ihm zu schmusen oder es zu stillen. Sie schaffen es oft nicht, auf die Bedürfnisse des Babys einzugehen, können z.B. das Weinen ihres Kindes nicht richtig interpretieren. Dadurch kommt es zu Schuldgefühlen und Versagensängsten, im schlimmsten Fall zu Suizidgedanken, die womöglich das Baby mit einschließen.

Aber nicht nur deshalb ist eine ärztliche, sozialpädagogische oder therapeutische Betreuung zwingend notwendig, sondern auch, weil die so wichtige frühe Mutter-Kind-Beziehung beeinträchtigt wird. Dies wirkt sich langfristig negativ auf die kindliche Entwicklung aus, denn gerade im ersten Lebensjahr werden entscheidende Weichen für später gestellt : ob jemand als Erwachsener Bindungen meidet oder sich auf andere Menschen einlassen kann, ob jemand immerzu an sich zweifelt oder selbstsicher ist. Auch das Risiko später selbst an psychischen Erkrankungen zu leiden, ist bei Babys von depressiven Müttern um ein Vierfaches erhöht. Besonders häufig sind Essstörungen, Suchterkrankungen und Angststörungen, sowie ebenfalls Depressionen.

Die Ursachen für die postpartale Depression sind individuell sehr verschieden. Meist fließen hormonelle, körperliche, psychische, soziale und gesellschaftliche Faktoren ineinander, was zu einer Überlastungsreaktion führt. Grundsätzlich kann jede Frau nach einer Schwangerschaft daran erkranken, völlig unabhängig vom Bildungsstand, der sozialen Schicht oder vom Alter – auch Frauen, die schon Kinder haben.

Erwiesen ist ein erhöhtes Erkrankungsrisiko lediglich für Frauen, die ungewollt und unerwünscht schwanger wurden, die ein traumatisches Entbindungserlebnis hatten oder deren Kind krank oder zu früh auf die Welt kam.

Weitere Risikofaktoren sind schwierige soziale Verhältnisse, finanzielle Probleme, mangelnde Unterstützung durch den Partner und Beziehungsprobleme.

Oft erfahren Mütter viel zu wenig Unterstützung durch ihre Umwelt. Sie sind mit dem Haushalt, Geschwisterkindern und der Pflege des Babys schlichtweg überfordert und völlig auf sich allein gestellt. Gerade die sogenannten „Schrei-Babys“ bringen Mütter zur Verzweiflung. Die Frauen sind oft isoliert von der Außenwelt, die eigenen Eltern oder Geschwister leben häufig nicht in der Nähe, Freundinnen, die keine Kinder haben, ziehen sich zurück und der Partner ist in seinem Beruf eingespannt. Viele fühlen sich auch intellektuell unterfordert und die Bestätigung , die sie in ihrem früheren Berufsleben hatten und der Kontakt zu den Kollegen fehlt.

Hinzu kommt der gesellschaftliche Druck . Heute wird bei uns von jeder Frau erwartet, dass Schwangerschaft und Geburt spurlos an ihr vorbeizugehen haben und sie schon nach wenigen Tagen wieder fit und arbeitsfähig zu sein hat. Dazu tragen auch jede Menge „Vorzeigefrauen“ in den Medien bei. Vor allem die Werbung im Fernsehen suggeriert ein völlig falsches Bild : attraktive und stets gut gelaunte Mütter, die Haushalt und Kinderbetreuung perfekt im Griff haben und nebenbei noch beruflich erfolgreich sind. Dies führt dazu, dass viele Frauen bei ihrem ersten Kind oft überrascht sind, dass das Leben mit einem Säugling viel anstrengender und schwieriger sein kann, als sie sich das vorgestellt hatten. Und so kann schnell das Gefühl entstehen, sie wären die Einzige, die überfordert ist und eine schlechte Mutter – und alle anderen Mütter hätten solche Probleme nicht und würden nicht so „versagen“.

Deshalb werden vielen Frauen auch der eigene Perfektionismus, falsche Vorstellungen vom Muttersein und die eigene hohe Erwartungshaltung zur Falle. Oft erfolgreich im Beruf, müssen sie nach kurzer Zeit feststellen, dass der Begriff „ Perfektion“ und „Muttersein“ schon ein Widerspruch in sich ist. Nichts wird so laufen, wie geplant : manchmal klappt es mit dem Stillen nicht, das Baby lässt sich nicht beruhigen oder wacht alle halbe Stunde auf. Das nagt am Selbstbewusstsein. Zudem zermürbt die völlige Fremdbestimmtheit , weil der eigene Tagesablauf nur noch von den Bedürfnissen des Kindes geprägt wird – auch das ist für viele Frauen eine große Umstellung und Angst macht vor allem der Gedanke, dass das ja die nächsten Jahre so andauern könnte. Sie haben das Gefühl, selbst so langsam zu „verschwinden“.

Auch der Partner und Vater des Kindes leidet oft mit, auch wenn er selbst nicht erkrankt ist. Er kann sich vielleicht nicht in die Lage der Frau hineinversetzen, ist frustriert, hilflos und verunsichert, reagiert manchmal sogar verärgert über das Chaos daheim.

Wichtig ist, dass Angehörige und Freunde die Mutter jetzt nicht verurteilen oder Druck ausüben ( „reiß´ dich doch mal zusammen“), sondern erkennen, dass eine postpartale Depression keine Laune ist oder kein Anzeichen für mangelnde Fähigkeiten, sondern eine Erkrankung ! Auch sollte man die Situation nicht verharmlosen ( „du musst dich nur mal wieder richtig ausschlafen“) oder totschweigen, sondern die Initiative ergreifen und damit Mutter und Kind helfen.

Eine erste Ansprechpartnerin kann die Hebamme sein, selbst wenn die Hausbesuche bereits abgeschlossen sind. Auf Rezept sind bis zum 9. Monat nach der Entbindung Besuche möglich. Zudem kann die Mutter eine ( ärztliche verordnete ) Haushaltshilfe, Familien-oder Mütterpflegerin in Anspruch nehmen. Auch psychosoziale Beratungsstellen (z.B. Caritas und Diakonie ) und sozialpsychiatrische Dienste sind eine gute Anlaufstelle, die meist zeitnah und kostenfrei Termine anbieten. Hier sind überwiegend Sozialpädagogen und Psychologen tätig, die mit Beratungen und Gesprächen weiterhelfen. Sollte sich nach ca. 4 Wochen keine Verbesserung erkennen lassen, ist oft eine zusätzliche ambulante Psychotherapie notwendig, sowie eine medikamentöse Behandlung. Nur wenige Frauen müssen stationär versorgt werden, – meist dann, wenn bei der Mutter Suizidgedanken aufkommen oder das familiäre Umfeld zu belastend ist. Hierfür gibt es Kliniken mit speziellen Mutter-Kind- Abteilungen.

Aber auch der Partner, Freunde und Angehörige können etwas tun, um der frischgebackenen Mutter zu helfen. Selbst kleine Beiträge können viel bewirken : ältere Geschwisterkinder betreuen, Wäsche waschen / bügeln, einkaufen, kochen oder mit dem Kinderwagen spazieren gehen. Einfach die Betroffene von den vielen Alltagsaufgaben entlasten !

Wichtig sind für die Mutter in erster Linie mehr Ruhe, Schlaf und eine ausgewogene Ernährung mit kleinen, über den Tag verteilten Mahlzeiten ( und keine Diät ! ).

Auch körperliche Bewegung und ( mäßiger ) Sport wirken sich positiv auf den Serotoninhaushalt ( „Glückshormone“ ) aus, verbessern das Körpergefühl und helfen ganz nebenbei noch ein paar Kilos aus der Schwangerschaft wieder abzubauen. Zusätzliche Entspannungsverfahren, wie das Autogene Training oder die Muskelentspannung nach Jacobson, sorgen für mehr Ausgeglichenheit.

Dafür ist es nötig, dass die Mutter auch mal Pausen von der Babybetreuung bekommt und der Partner, andere Familienmitglieder und Freundinnen die Verantwortung für das Kind und dessen Pflege übernehmen. Zeit für sich selbst, für Treffen mit Freundinnen ohne das Baby. Zeit, in der die Mutter wieder Energie für den Alltag mit dem Kind auftanken kann.

Generell sollte man einschneidende Veränderungen in den ersten Monaten nach der Entbindung vermeiden. Jetzt ist nicht die richtige Zeit für einen Umzug, Renovierungen oder neue Aufgaben im Job, falls „frau“ wieder in den Beruf einsteigt. Vor allem Trennungen vom Partner sollten , wenn irgend möglich, nicht gerade jetzt vollzogen werden.

Aber etwas kann die betroffene Mutter auch selbst tun : versuchen, die hohen Erwartungen an sich herunterzuschrauben und viel gelassener zu werden im Umgang mit vermeintlichen Verpflichtungen und dem Haushalt. Wichtig ist es auch, sich von Menschen fernzuhalten, die sie nur kritisieren, unter Druck setzen und entmutigen. Vor allem aber mit Angehörigen und Freunden über den eigenen (Gefühls-) Zustand reden, um Hilfe bitten und annehmen, sowie rechtzeitig professionelle Unterstützung suchen und sich gegebenenfalls behandeln lassen !

Übrigens ist die postpartale Depression auch kulturabhängig. In anderen Ländern, in denen die Verantwortung und Betreuung für ein Baby traditionell auf viele Schultern verteilt wird oder Mütter mehr soziale Unterstützung erfahren, ist diese Erkrankung wesentlich seltener.

Werden bei uns nur die Babys regelmäßig vom Kinderarzt untersucht, ist es in einigen Ländern auch üblich, die Mütter noch eine zeitlang in Beratungsstellen regelmäßig zu betreuen. Nur so können rechtzeitig Komplikationen erkannt und behandelt werden.

Baby Blues: Hilfe gegen das Stimmungstief

Dass nach der Geburt depressive Verstimmungen statt Mutterglück auf der Tagesordnung stehen, ist ganz normal. Frauen mit Baby Blues sind keine Rabenmütter und müssen kein schlechtes Gewissen haben. Für das kurzzeitige Stimmungstief können verschiedene Faktoren verantwortlich sein.

Artikelinhalte auf einen Blick:

  • Was ist der Baby Blues?
  • Symptome
  • Ursachen
  • Wie lange dauert der Baby Blues?
  • Was hilft gegen Baby Blues?

Was ist der Baby Blues?

Fast jede zweite Frau leidet kurz nach der Geburt unter den Symptomen des Baby Blues. Die Anzeichen treten meist zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Entbindung auf. Die Zeit wird auch „Heultage“ genannt. Der Baby Blues unterscheidet sich von einer Wochenbettdepression: Es handelt sich um ein vorübergehendes Stimmungstief, das nach kurzer Zeit wieder von selbst verschwindet. Wie lange der Baby Blues andauert, ist unterschiedlich – von wenigen Stunden bis einige Tage oder selten ein bis zwei Wochen.

Tipps bei Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft

Symptome für Baby Blues: Was sind die Anzeichen?

Sie weinen ständig und haben Angst etwas falsch zu machen? Das klingt ganz nach Baby Blues. Typische Symptome sind außerdem:

  • Stimmungsschwankungen
  • Erschöpfung
  • Energielosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Reizbarkeit
  • Aggressivität
  • Traurigkeit
  • Ängstlichkeit

Ursachen für Baby Blues: Warum leiden Mütter nach der Geburt?

Für das Stimmungstief im Wochenbett kommen mehrere Faktoren als Ursachen infrage:

  • Hormonhaushalt: Nach der Geburt fallen der Östrogen- und Progesteronspiegel ab, während die Prolaktin-Produktion steigt. Mit den Baby Blues-Symptomen reagiert der Körper auf diese enorme Hormonumstellung.

  • Neue Lebensumstände: Untersuchungen zufolge spielen aber nicht nur Hormone eine Rolle. Auch der Schlafmangel, das überwältigende Erlebnis der gerade erfolgten Geburt, das Gefühl der neuen Verantwortung und die radikale Umstellung der Lebenssituation können für das Wechselbad der Gefühle mitverantwortlich sein.

  • Enzymanstieg: Einige Wissenschaftler führen den Baby Blues auf den Anstieg des Enzyms Monoaminoxidase A (MAO-A) zurück. Es baut die „Stimmungsmacher“ – die beiden Neurotransmitter Serotonin und Dopamin – im Gehirn ab. Ob die Gabe von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln das Auftreten eines Baby Blues verhindern kann, wurde bereits in Studien untersucht. Ein hinreichender Beweis konnte bisher allerdings nicht erbracht werden.

5 Wahrheiten über das Wochenbett

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Wie lange dauert der Baby Blues?

Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt – diese schwankenden Gefühle halten zum Glück nicht lange an. Der Baby Blues kann von wenigen Stunden bis zu einigen Tagen oder maximal bis zu zwei Wochen dauern. Die harmlose vorübergehende Verstimmung ist also noch kein Grund zur Sorge.

Aber Achtung: Hält dieser emotionale Zustand länger an oder machen sich Symptome einer Depression, Zwangs-, und Angststörungen oder Panikattacken bemerkbar, könnte es sich womöglich um eine behandlungsbedürftige postnatale Depression (Wochenbettdepression) handeln. Diese dauerhafte Traurigkeit und fehlende Bindung zum Kind tritt etwa bei fünf bis zehn Prozent aller Mütter auf. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an einer Wochenbettdepression leiden, sprechen Sie darüber: Vertrauen Sie sich Ihrem Partner, Ihrer Familie, Ihrer Hebamme oder Ärztin an.

Sechs hilfreiche Tipps gegen Baby Blues

Auch wenn der Baby Blues keine spezielle Behandlung erfordert, helfen einige Tipps und Tricks dabei, das Stimmungstief zu überwinden. Vor allem das soziale Umfeld spielt dabei eine große Rolle. Verständnis, Unterstützung und Geduld von Partner, Familie und Freunden sind sehr wichtig.

  1. Annehmen: Die Erwartungen der Außenwelt an eine Mutter sind hoch. Schließlich hat der Sprössling gerade das Licht der Welt erblickt und es gibt allen Grund zur Freude. Neben Stillen, Windeln wechseln und Wäsche waschen sollen Sie am besten auch noch um die Wette strahlen. Das mag im Kinofilm vielleicht so sein, in der Realität sieht es meist anders aus. Sie sind gestresst, müde und der Baby Blues bringt sie ständig zum Weinen – das ist vollkommen in Ordnung. Sie müssen deshalb keinerlei Schuldgefühle haben.

  2. Ausweinen: Sprechen Sie offen und ehrlich über Ihre Baby Blues-Gefühle und lassen Sie sich trösten. Umgeben Sie sich mit Menschen, bei denen Sie sich wohlfühlen und die Ihnen zuhören. Besserwisser dürfen Sie in den Tagen des Baby-Blues ruhig meiden.

  3. Arbeitsteilung: Ob Partner, Familie oder Freunde – geben Sie während des Baby Blues ruhig ein paar Aufgaben ab. Sie müssen nicht alles selbst erledigen. Holen Sie sich Hilfe und Unterstützung bei Ihren Liebsten. Vielleicht haben Sie vor der Geburt auch schon Vorbereitungen für das Wochenbett getroffen und wissen jetzt genau, auf welche Hilfe Sie bauen können. Und ganz wichtig: Verabschieden Sie sich vom Perfektionismus.

  4. Ablenkung: Schnappen Sie sich Kind und Kinderwagen und dann nichts wie ab nach draußen. Gehen Sie spazieren und machen Sie einen Abstecher zum Kaffeeklatsch mit der besten Freundin. Das vertreibt die typischen, schlechten Baby Blues-Gedanken. Positiver Nebeneffekt: Bei Ihrer Freundin können Sie sich bestimmt ein kleines Kompliment für Ihr Mama-Dasein abholen – eine Wohltat für die Seele.

  5. Ausschlafen: Besprechen Sie mit Ihrem Partner, wie Sie am besten zu einer Verschnaufpause kommen. Sie können Ihre Hebamme bei Baby Blues um Rat bitten. Sie erarbeitet mit Ihnen einen Lösungsvorschlag, damit Sie Ihre Kapazitäten besser verteilen und Sie selbst auch eine Mütze Schlaf bekommen.

  6. Ausgiebige Kuscheleinheiten: Einige Experten empfehlen, gerade in den Tagen des Baby Blues besonders viel Zeit mit dem Neugeborenen zu verbringen. Die vielen schönen Erfahrungen, die Sie in dieser gemeinsamen Zeit erleben, werden die negativen Gedanken – zum Beispiel an die Geburt – verdrängen und für eine intensive Mutter-Kind-Bindung sorgen.

Beziehungstipps für die Partnerschaft mit Baby

Heultage und Babyblues

© fotolia, pressmaster

Zwischen dem dritten und zehnten Tag nach der Geburt macht sich bei Müttern oft ein Stimmungstief bemerkbar: Die Mutter weint, obwohl sie nach der Geburt doch eigentlich glücklich sein müsste? „Heultage“ wird dieses Phänomen im Volksmund genannt.

Was es mit dem Babyblues im Wochenbett auf sich hat, erklären wir hier.

Es ist geschafft: Noch feucht vom Fruchtwasser und etwas verknautscht von der Geburt liegt ein rosiges Baby auf dem Bauch der strahlenden Mutter. Zugedeckt mit warmen Handtüchern kuschelt sich das Kind an seine Mama und versucht erstmals zu trinken. Die frischgebackenen Eltern strahlen und können ihr Glück kaum fassen: Neun Monate hatten sie auf diesen Moment gewartet, nun endlich liegt das Baby in ihren Armen.

Ab und an tastet die Hebamme vorsichtig auf den Bauch der Mutter, doch die ist so mit ihrem Baby beschäftigt, dass sie es kaum wahrnimmt. Noch ein letztes Mal tief Luft holen und pressen und die „Nachgeburt“, der Mutterkuchen ist draußen. Was die Mutter jetzt noch nicht ahnt, ist die Tatsache, dass sich das Fehlen des Mutterkuchens in ihrem Körper nach einigen Tagen durch ein starkes Stimmungstief bemerkbar machen wird.

Der Mutterkuchen hat nämlich nicht nur die Aufgabe das Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen, sondern es ist auch ein hormonbildendes Organ. Es war während der Schwangerschaft dafür verantwortlich, jede Menge Schwangerschaftshormone zu bilden. Doch mit der Nachgeburt ist dies plötzlich vorbei. Ein paar Tage befinden sich Restmengen des Hormons noch im Blut der Mutter, dann kommt es zu einem regelrechten Absturz der Werte – und die Mutter fällt in ein großes Hormontief.

Hormonschwankungen können sich auf das Gemüt auswirken – das merken viele Frauen auch während ihres Zyklus. Ein so heftiger Hormonumschwung wie Frauen ihn nach einer Geburt erleben, lässt die Mehrheit der Wöchnerinnen nicht kalt. Etwas am dritten Tag nach der Entbindung sind Mütter deshalb psychisch äußerst labil. Da muss der Partner nur ein „falsches Wort“ sagen und schon bricht alles zusammen. An diesem Tag den Klinikbesuch einfach auszulassen wäre jedoch vollkommen verkehrt. Gerade jetzt braucht die Frau ihren Partner.

Doch es sind nicht nur die Hormone daran schuld, dass die Tränen an diesem Tagen reichlich fließen. Zu diesem Zeitpunkt kommen nämlich noch andere Faktoren hinzu:

  • So sehr sich die Mutter auch dieses Kind gewünscht hat, nach wenigen Tagen wird ihr bewusst, dass nichts mehr so sein wird wie früher. Alle 2-4 Stunden, meldet sich das Menschenkind und fordert lauthals Nahrung und Pflege. Dies hält man in der ersten Begeisterungsphase gut durch, doch meist nach drei bis vier Tagen macht sich der Schlafmangel bemerkbar. Das Wissen, dass dieser Zustand die nächsten Wochen und Monate anhalten wird, trägt nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Während der Partner in der Nacht vermutlich geschlafen hat, kann die Mutter von Glück reden, wenn sie ab und zu zwei bis drei Stunden ohne Unterbrechung ruhen kann. Doch selbst wenn das eigene Baby dann schläft, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Mutter nun auch schlafen kann. Da kommt die Visite ins Zimmer, das Kind der Bettnachbarin schreit, das Essen wird verteilt und die Verwandschaft kommt Nachmittags vorbei. Lieb gemeint ist der Besuch bestimmt, doch den Wöchnerinnen tut er oft gar nicht gut. Denn so haben sie keine Möglichkeit, sich tagsüber auszuruhen.
  • In ihrer Krise rückt für viele Mütter in den Fokus, was sich jetzt durch das Baby alles ändern wird: die Pause im Beruf, verbunden mit finanziellen Einbußen und die Abhängigkeit vom Partner als Alleinverdiener, die Veränderung in Partnerschaft und Freundeskreis, die Tage und Nächte, deren Rhythmus das Kind bestimmt, die fehlende Freiheit, jederzeit tun zu können, wonach einem gerade ist.
  • Bei den meisten stillenden Müttern kommt an diesem dritten Tag nach der Geburt auch noch der Milcheinschuss hinzu: Nun sind die Brüste so geschwollen, dass schon leichte Berührung weh tut. Das Anlegen hat sich noch nicht eingespielt und abgesehen von den Schmerzen durch den Milcheinschuss haben viele Mütter Angst, dass das Stillen vielleicht nicht klappen könnte. Damit das Stillen möglichst gut anläuft, sollte die Frau viel Ruhe haben. Besucher sollten deshalb am besten erst zwei bis drei Wochen nach der Geburt anklopfen, wenn sich bei Mutter und Kind alles weitestgehend eingependelt hat.
  • Wer ohnehin empfindlich ist – und an diesem Tag sind es nahezu alle Frauen – der empfindet natürlich alle Probleme stärker. Daher tut auch die Naht nach einem Dammschnitt oder Dammriss nun besonders weh, eine Kaiserschnittnarbe erst recht.
  • Zu allem Übel ist dieser Tag auch beim Kind wie verhext: Ausgerechnet jetzt bekommen viele Babys die Neugeborenengelbsucht, einige mehr, andere weniger stark ausgeprägt. Dass ihr Kind nun schlapper ist und schlechter trinkt, dass es vielleicht sogar eine spezielle Therapie braucht oder möglicherweise auch noch in die Kinderklinik verlegt werden muss, diese Tatsache können die wenigsten Mütter in dieser schwierigen Phase wegstecken. Denn nichts ist für Mütter schlimmer als zu wissen, dass es dem Baby nicht gut geht. Da nützt es wenig, ihnen zu erklären, dass es sich nicht um eine Krankheit handelt, sondern – im gewissen Rahmen – zum Anpassungsvorgang an das Leben außerhalb des Mutterleibes gehört.
  • Auch Blähungen, unter denen einige Babys leiden, können Mütter zur Verzweiflung bringen. Wenn trotz liebevoller Zuwendung das Gebrüll nicht aufhört, fühlen sich die Frauen der Mutterrolle nicht gewachsen.
  • Typisch für diese Heultage sind auch Selbstvorwürfe der Mutter, etwa weil sie glaubt, unter der Geburt versagt zu haben, weil sie eine Rückenspritze brauchte, weil ein Kaiserschnitt gemacht wurde oder weil das Baby per Saugglocke oder Zange geholt werden musste. Dabei hat jede Frau Großes geleistet: Sie hat ein Kind zur Welt gebracht, der Weg dazu sollte eigentlich sekundär sein. Doch stolze Berichte von Frauen, die ihr Kind ohne jedes Zutun auf „natürliche“ Weise geboren haben, wollen Mütter, die eine schwierige Geburt hatten, nun überhaupt nicht hören.

Für den Babyblues gibt es zahlreiche Gründe: Vieles kommt auf Mütter an den „Heultagen“ zu. Deshalb sind liebevolle Zuwendung und Verständnis des Partners in dieser Zeit besonders wichtig. Am beste ist deshalb Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe.

Mit einer richtigen Wochenbettdepression, einer ernsten, behandlungsbedürftigen Erkrankung, haben diese Heultage nichts zu tun. Der Babyblues ist völlig normal, jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Wenn das psychische Tief jedoch länger anhält, extreme Versagensängste oder gar Selbstmordgedanken hinzukommen, sollte umgehend ein/e Arzt/Ärztin konsultiert werden. Diese Wöchnerinnen brauchen dringend Hilfe.

von Sabine Burchardt, Hebamme,

Zuletzt überarbeitet: März 2019

Zehn bis zwanzig Prozent der Mütter fallen nach der Geburt ihres Babys in ein tiefes emotionales Loch: die Postpartale Depression. Doch es gibt Auswege aus der Krankheit.

Angst vor dem eigenen Baby

Für Britta war es ein Wunschbaby. Aber dann kam alles anders: Statt Glücksgefühle waren nach der Entbindung Schlaflosigkeit und die Angst vor dem Baby. In ihr stieg die verzweifelte Panik auf. Ihr Baby Lena mochte nicht trinken, jede Mahlzeit war eine Tortur. Was sich zunächst anfühlte wie die normale Unsicherheit einer Erstgebärenden, entpuppte sich als handfeste Postpartale Depression. „Irgendwann habe ich mich gefragt: Was ist eigentlich, wenn Lena nicht mehr aufwacht, wenn sie heute Nacht einfach gestorben ist? Bin ich dann traurig?“ erzählt die Frau reglos. „Ganz ehrlich – ich wusste es nicht.“ Spätestens da war klar, dass sie unter Postpartale Depression litt. Für zehn Wochen zog Britta mit ihrer Tochter in den Hertener Schlosspark, in die Mutter-Kind-Station für Postpartale Depression. Hier bekam sie Medikamente und intensive Therapie. Heute geht es beiden gut.

Postpartale Depressionen sind keine Seltenheit

Lena, inzwischen zehn Monate, liegt auf dem Schoß ihrer Mama im Kinderzimmer. „Du kleines Mäuschen“, säuselt Britta in dem so typischen Mama-Singsang. Sie lächelt, versinkt mitten im Gespräch in den Anblick ihrer Tochter. Dieses Abtauchen in die Welt der Zwiesprache zum Baby musste Britta erst lernen nach ihrer Krankheit „Postpartale Depression“. Viele Menschen glauben, dass Mütter nach dem Gebären automatisch in einen Glückstaumel verfallen. Aber Ausnahmen sind gar nicht so selten: Zehn bis 20 Prozent aller Mütter entwickeln nach der Geburt oft einen anhaltenden Zustand der Erschöpfung, eine Postpartale Depression. Etwa 0,5 Prozent von ihnen erkranken im Wochenbett gar an einer Psychose mit schweren Angst-, Erregungs- und Verwirrungszuständen. Im schlimmsten Fall führt die „Postpartale Depression“ zum Mord oder Suizid.

Die Krankheit der traurigen Mütter

„Die Postpartale Depression ist eine sehr tragische Erkrankung“, verdeutlicht Dr. Luc Turmes, ärztlicher Direktor an der LWL-Klinik in Herten. Im Gegensatz zum auch als „Heultage“ bekannten „Babyblues“, den etwa 80 Prozent aller Mütter kurz nach der Geburt durchleben, ist die Postpartale Depression langatmiger und bleibt. Die Postpartale Depression hat einen ersten Häufigkeitsgipfel drei Monate nach der Geburt oder sogar bis ein Jahr danach. Es folgt nicht nur Trauer, sondern oft auch eine Beziehungsstörung zum Kind. Eine Postpartale Depression birgt die spätere Gefahr einer daraus resultierenden psychischen Störung des Babys. Denn 45 Prozent der Patienten in der Kinderpsychiatrie haben psychisch kranke Eltern.

Körpertherapie gegen Postpartale Depression

Darum betreibt Dr. Luc Turmes seit 2003 eine Mutter-Kind-Station, zwei Tagesklinkplätze und eine Spezialambulanz in seiner LWL-Klinik, um gegen „Postpartale Depression“ zu kämpfen. 70 Prozent und mehr als die Hälfte aller Babys, die hierherkommen, leiden unter einer Bindungsstörung. In einer gemeinsamen Körpertherapie gegen Postpartale Depression lernen die Frauen, ihr Kind zu verstehen. „Wir nennen das Baby-Lese-Stunde“, so Turmes. Bis sie hierherkommen, gehen die Frauen erst einmal durch die Hölle.

Wenn Mütter ihr Baby nicht lieben können

Britta, die seit 15 Jahren als Kinderkrankenschwester arbeitete konnte nicht fassen, dass sie unter Postpartaler Depression litt: „Immer wieder habe ich mir gesagt: Mein Gott, du bist doch Kinderkrankenschwester! Du weißt doch, wie das geht!“ Von wegen. Durch die Postpartale Depression ging plötzlich gar nichts. Sie kannte durch den Krankenhausdienst kurze Nächte gut. Doch jetzt schlief sie immer weniger. Auch wenn Lena im Kinderzimmer träumte, konnte Britta nicht zur Ruhe kommen. Allein der Gedanke daran, dass die Kleine wieder weinen würde anstatt zu trinken, versetzte sie in Panik. Typisch für die Postpartale Depression.

„Natürlich wusste ich, dass Babys weinen. Aber Lena kam beim Trinken einfach nicht zur Ruhe. Und ich konnte ihr nicht helfen“. Ihr Mann war ebenfalls hilflos, aber er konnte anders damit umgehen. Britta ahnte, dass dieser Zustand nicht normal war. „Du kannst zwar erschöpft sein. Aber du musst doch glücklich sein, wenn du das Kind anguckst! Das war aber nicht so. Da war nur Angst. Angst, ihr nicht gerecht zu werden. Angst davor, dass sie wieder schreit. Angst, dass sie nicht trinkt. Diese Angst war ein richtiges körperliches Symptom, ich fühlte mich, als würde mir die Luft abgeschnürt. Ich habe mich von der Natur betrogen gefühlt. Betrogen um das Glück, das ein Mutter und ihr Baby empfinden.

Babys spüren die Postpartale Depression der Mama

Lange wollte Britta die Krankheit Postpartale Depression nicht wahr haben. Viel zu lange hielt sie sich am Korsett des Funktionierens fest. Sie quälte sich morgens aus dem Bett und wickelte die Tochter. Die Postpartale Depression jedoch hinderte sie, dabei Liebe zu spüren. Und das merkte Lena. Irgendwann lächelte Lena ihre Mama nicht mehr an. „Das war schlimm. Wenn der Papa nach Hause kam, hat sie ihn freudig begrüßt, riss ihren zahnlosen Mund auf und strampelte mit Armen und Beinen. Aber mich hat sie nicht mehr angelacht.“

Jetzt war der letzte Antrieb weg. Die Postpartale Depression wurde stärker. Wer kennt sie nicht die Mütter, die mit schwarzen Rändern unter den Augen nach durchwachten Nächten am Bett des kranken Kindes verzückt säuseln: „Aber wenn es mich anlächelt, ist alles wieder in Ordnung.“ Keine Freude, keine Liebe. Britta wünschte sich alle Verpflichtungen, Ängste und die Trauer hinter sich zu lassen. Sie sehnte sich nach Ruhe. „Es gab nie die Gefahr, dass ich Lena etwas antue, auf keinen Fall“, sagt Britta. „Aber ich habe mir gewünscht, tot zu sein.“

Gegen die Krankheit anlächeln

Lena wollte ihrer Mutter nicht weh tun. Es liegt schlicht daran, wie das Gehirn funktioniert, am Geheimnis der Spiegelneuronen. „Die Nervenzellen, mit denen alle Kinder bereits geboren werden, sind die Erklärung für zwischenmenschliche Bindung schlechthin“, so Luc Turmes. Ein Baby, das sein Gegenüber anlächelt, bekommt im Normalfall ein Lächeln zurück. Dadurch baut es eine Beziehung auf. Wenn die Mutter jedoch eine Postpartale Depression hat, lebt sie in einem dunklen Gemütszustand und kann das Lächeln nicht erwidern.

Antidepressiva und Gesprächstherapie gegen Postpartale Depression

Britta brach eines Abends zusammen und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Da wusste sie plötzlich, dass sie professionelle Hilfe brauchte, um die Postpartale Depression zu bekämpfen. Sie ließ sich direkt zum Spezialisten bringen, in die Psychiatrie nach Herten.

Nach den ersten zwei Wochen ohne ihre Tochter, in denen sie medikamentös eingestellt wurde und akute Krisenbewältigung gegen die Postpartale Depression im Mittelpunkt stand, ging es langsam bergauf.

Hier traf Britta auf Frauen mit ähnlichen Problemen. In Einzel- und Gruppentherapie reflektierte sie ihren hohen Anspruch an die Mutterschaft. Sie lernte, dass Lena zwar den Takt ihres Lebens vorgibt, sie aber nur eine gute Mama sein kann, wenn sie auch mal an sich denkt. Jetzt, nach der Krankheit, schläft Lena eine Nacht in der Woche bei ihren Großeltern. „Vorher konnte ich Lena ja nicht abgeben. Vielleicht hing das damit zusammen, dass sie für mich selbst so eine schlimme Belastung war.“ Heute weiß sie, dass dies eher Freude als Bürde ist.

Endlich ein Leben ohne Postportale Depression

Heute, ohne Postpartale Depression, wird Britta noch einige Zeit mit Antidepressiva und Schlafmitteln leben, und sie weiß, dass es wieder graue Tage geben kann. „Aber ich kann damit umgehen“, sagt Britta. Heute sieht sie die Dinge positiv und ihr Herz macht einen Sprung, wenn Lena sie anlächelt. Zur Zeit der Krankheit kaum denkbar. „Es war wie eine Erlösung“, so Britta.

Gegenüber auf der anderen Seite des Flurs wärmt Britta in der Gemeinschaftsküche der Station für Postpartale Depression ein Gemüsegläschen auf. Britta setzt Lena auf einen Hochstuhl und bindet ihr ein Lätzchen um. „Jetzt kommt das lecker Möhrchen“, säuselt die Mama. Endlich versteht Britta Lena mit vollem Verstand und ganzem Herzen.

Stimmungstief nach der Geburt

Etwa drei Viertel aller Mütter erleben nach der Geburt eine Zeit der Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit, die meist drei bis sechs Tage nach der Entbindung einsetzt und damit oft mit dem Milcheinschuss einhergeht. Dieser Zustand wird als Babyblues oder postpartales Stimmungstief bezeichnet. Das Stimmungstief verschwindet innerhalb von Stunden oder Tagen wieder, ohne dass eine Behandlung nötig ist. Symptome sind erhöhte Emotionalität, Traurigkeit, Weinen, Stimmungsschwankungen, Besorgnis, Erschöpfung und Schlaf- und Appetitstörungen.

Dabei handelt es sich um einen natürlichen Anpassungsprozess der Frau von der Schwangeren zur Mutter und ist eine Reaktion auf die überwältigende Lebensveränderung die mit der Geburt eines Babys verbunden ist. Auf der körperlichen Ebene werden vor allem die enorme hormonellen Umstellungen, die nach der Geburt und mit dem Einsetzen der Milchbildung stattfinden, für das Stimmungstief verantwortlich gemacht.

Mehr zum Thema

Experteninterviews mit:

Prof. Dr. med. Anita Riecher-Rössler

Prof. Dr. med. Konrad Michel

Anne Schlunegger

Weiterführende Links:

www.postnatale-depression.ch,

Obwohl diese ausgeprägte Emotionalität oft als beängstigend und verunsichernd erlebt wird, hat sie auch positive Auswirkungen. Die Frauen erleben in dieser Zeit oft eine erhöhte Sensibilität. Eigene Gefühle und äussere Reize werden intensiver wahrgenommen. Bekannt ist beispielsweise, dass Wöchnerinnen besonders gut riechen können und ihr Kind am eigenen Duft erkennen. Diese erhöhte Sensibilität hilft der Mutter, dem Neugeborenen die Aufmerksamkeit und Liebe entgegen zu bringen, die es benötigt. Andererseits können Tränen helfen, nach dem oft euphorischen und aufgewühlten Zustand der Stunden und Tage nach der Geburt anhalten kann, den verdienten Schlaf zu finden.

Wichtig ist, dass Sie während dieser Zeit möglichst viel tatkräftige und moralische Unterstützung durch Ihren Partner, Ihre Familie und Ihre Freunde bekommen. Schweigen Sie deshalb nicht! Sprechen Sie über Ihre Gefühle, anstatt sie in sich aufzustauen. Weinen Sie ruhig, wenn Ihnen danach ist. Vor allem: Haben Sie keine Angst, dem falschen Klischee der glücklichen Wöchnerin nicht zu entsprechen. Denken Sie daran, dass es der Mehrzahl der Frischentbundenen genauso wie Ihnen geht! Nehmen Sie sich etwas Zeit für sich selbst. Gönnen Sie sich auch einmal eine Erholungspause, um Energie zu tanken. Gesunde Ernährung und leichte körperliche Übungen bauen ebenfalls Spannungen ab.

Zu beachten ist der Umstand, dass gesunde Wöchnerinnen oft gerade in dieser sensiblen Zeit aus der Klinik entlassen werden. Sorgen Sie deshalb vor, organisieren Sie vor der Entlassung Hilfe durch Ihr Umfeld und/oder durch eine Hebamme, die Sie zuhause begleiten und unterstützen kann.

Einige Kräutertees wirken seelisch unterstützend und stimmungsaufhellend, z.B. aus Johanniskraut, Melissenblättern, Hopfenzapfen, Herzgespannkraut, Frauenmantelkraut und Schafgarbenkraut.

Sollte das Stimmungstief länger als zwei Wochen andauern, besteht der Verdacht auf eine Wochenbettdepression. Sie sollten dann so bald wie möglich mit Ihrer Hebamme, Mütterberaterin oder Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin sprechen.

Häufige Frage zum Thema

Ich bin von der Geburt so enttäuscht. Aber andere konnten ja auch Kinder kriegen, ohne solche Probleme damit zu haben wie ich, oder?

Jede Frau steht an einem anderen Entwicklungspunkt und empfindet Dinge verschieden. Was für die eine eine herbe Enttäuschung ist, ist für eine andere nicht so schlimm. Oder sie merkt erst Jahre später, dass sie doch noch mehr daran nagt, als sie sich eingestehen wollte. Es liegt an jeder Frau…

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Wissen

Wochenbettdepression entsteht unabhängig von der Geburtsmethode

Übergewicht vor der Schwangerschaft – Depressionen danach

Plazentahormon zeigt Wochenbettdepression an

Blut zeigt Risiko für Stimmungstief

Auch junge Väter leiden

Newsticker

PandaMom | 29.10.2019

Oft gehen vor allem Müttern vor und nach der Geburt Gedanken des Zweifelns, der Unzufriedenheit, der Angst und Sorgen durch den Kopf. Sie setzen sich selbst unter Druck und fühlen sich grossen Erwartungen ausgesetzt, sind sowohl seelisch als auch körperlich erschöpft. Viele der Frauen schämen sich, über ihre Gefühle zu sprechen. An der TU Dresden wurde deshalb ein anonymes und kostenfreies Online-Selbsthilfeprogramm entwickelt. PandaMom bietet mittels Info-Texten, Audios, Übungen und Fallbeispielen Informationen und Unterstützung mit psychologischem Feedback. Dazu gehört auch, die eigenen Bedürfnisse nicht aus dem Blick zu verlieren, denn nur so können sie die stressige Zeit nach der Geburt ohne anhaltende Erschöpfung und depressive Symptome überstehen. Ausserdem gibt es im PandaMom-Forum die Möglichkeit zum anonymen Austausch. Teilnehmen können volljährige, schwangere Frauen ab der 27. SSW. Zur Anmeldung…

Heultage – Heulmonate | 17.01.2019

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen und jede achte Mutter benötigt Antidepressiva. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, welche Frauen ein besonders hohes Risiko für den „Entbindungsblues“ – die Heultage nach der Geburt – tragen. Aktuelle Daten liefern die Forscher nun anhand einer britischen Untersuchung mit rund 207.000 Frauen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. Am stärksten depressionsgefährdet sind junge und sozial schwache Mütter und solche mit Depressionen in der Vorgeschichte. Solche Frauen bekamen ihre Depression oft schon in den ersten sechs Wochen nach der Geburt, also früher als Mütter, die zuvor keine gravierenden Stimmungstiefs hatten. Diese Angaben könnten Ärzten helfen, Wochenbettdepressionen noch besser aufzuspüren und zu behandeln.

Mehr Schatten als Licht? Nach der Geburt kann aus ein oder zwei Heultagen und einem leichten Baby-Blues schnell eine postpartale Depression (PPD) werden. Schätzungsweise eine von sechs jungen Müttern ist davon betroffen, will es aber nicht wahrhaben und schämt sich für ihre Gefühle. Ein erster Schritt aus dem Dunkel kann eine Selbsteinschätzung mit 10 Fragen sein. Stellt sich anhand der Punktezahl dabei heraus, dass möglicherweise eine Wochenbettdepression vorliegt, ist fachliche Hilfe unbedingt notwendig. Der Fragebogen kann unter www.schatten-und-licht.de kostenlos heruntergeladen werden. (swissmom-Newsticker, 29.4.15)

Letzte Aktualisierung : 29-01-18, BH / swissmom-Hebammenteam

Baby Blues: Was du für dich tun kannst

Baby Blues, Heultage, Postpartum Blues

Es gibt viele Namen für das verbreitete Phänomen: In den ersten drei bis fünf Tagen nach der Geburt sind viele Mütter hochsensibel, ihre Stimmung schwankt stark, sie fühlen sich erschöpft, manchmal auch traurig, und die Tränen fließen eimerweise. Das klingt erst mal dramatischer, als es ist. Klassischerweise dauert der Baby Blues eben nur ein paar Tage, und dann verschwindet er auch wieder von selbst. Wenn du während deiner Periode normalerweise stark unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS) leidest, kennst du den Zustand in abgeschwächter Form ja auch schon.

Trotzdem gibt es aber einiges, das du während der – unglaublich schönen, aber auch wahnsinnig intensiven – Transformation zur Mutter für dich tun kannst. Katharina Goßmann mit den wichtigsten Fakten zum Baby Blues, wie du dich in dieser Phase unterstützen kannst – und wie du die deutlich gefährlichere Schwestererkrankung, die postnatale Depression, erkennst.

Ursachen des Baby Blues

Genau wie beim PMS ist eine Ursache des Baby Blues die dramatische Hormon-Umstellung in deinem Körper nach der Geburt. So wie es deinen Hormonhaushalt durcheinanderwirbelt, wirbelt es auch deine Emotionen durcheinander.

Wenn du eine schöne, natürliche Geburt hattest, ist es allerdings deutlich unwahrscheinlicher, dass du stark unter Baby Blues leiden wirst – ganz im Gegenteil kann es sein, dass du direkt nach der Geburt und auch in den Tagen danach auf einem hormonell bedingten Stimmungshoch segelst. Denn wenn Mütter das Gefühl haben, dass sie bei der Geburt „versagt” haben, erhöht das die Wahrscheinlichkeit der Heultage. Nicht, dass Frauen bei einer Geburt versagen können – ganz ehrlich, wenn am Ende Mutter und Kind wohlauf sind, ist das in jedem Fall eine perfekte Geburt! Trotzdem scheinen viele Frauen sehr konkrete Erwartungen an sich zu haben in Hinsicht auf die Geburt, und wenn sie die nicht erfüllen, wirkt sich das negativ auf ihr Befinden nach der Geburt aus. Aber dazu später mehr (s. Perfektion ist out).

Ein weiterer Faktor für den Postpartum Blues ist schlicht die körperliche Erschöpfung: Je nachdem, wie deine Schwangerschaft war, wie lang und schwierig die Geburt, je nachdem, wie dein neugeborener Schatz drauf ist (Stichwort: Schreibaby) fällt die unterschiedlich aus und beeinflusst so den Baby Blues. Wenn du eine entspannte Schwangerschaft hattest, eine einfache Geburt und dein Baby seine Tage mit Schlafen verbringt, reduziert das deine Erschöpfung und damit dein Risiko für Heultage beträchtlich.

Mamasté – Yoga nach der Geburt: Dein Rückbildungsprogramm Das Mamasté-Programm begleitet dich durch die Zeit der Rückbildung – und das schon ab dem Tag der Geburt. Wir haben mit Prä- und Postnatal-Expertin Juliana Afram und der Hebamme Lisi Sobotta dieses Yogaprogramm entwickelt, mit dem du deinen Körper bei der Rückbildung unterstützen kannst. Melde dich für unser 14-wöchiges Programm an! JETZT ANMELDEN

Was du für dich tun kannst nach der Geburt

Wie gesagt, der Baby Blues ist ziemlich verbreitet (und damit im wahrsten Sinne des Wortes normal) und verschwindet meist so schnell wie er gekommen ist. Wenn es dich also erwischt hat, dann kuschele mit deinem kleinen Schatz und heul dich aus. Du hast gerade ein Kind auf die Welt gebracht – wenn du jetzt nicht sentimental und erschöpft sein darfst, wann denn dann, bitteschön!

Es gibt aber einiges, was du in den Tagen nach der Geburt für dich tun kannst. Die folgenden Tipps verhindern bzw. lindern den Postpartum Blues und sorgen dafür, dass es dir und deinem kleinen Schatz nicht nur während der ersten Tage nach der Geburt, sondern während des gesamten ersten Jahrs gut geht!

1. Organisiere Unterstützung

Die Zeit nach der Geburt ist auf allen Ebenen ein großes Abenteuer: Dein Körper erholt sich von Schwangerschaft und Geburt, stellt deinen kompletten Hormonhaushalt um, produziert Muttermilch. Dein Geist muss sich, wenigstens beim ersten Kind, in einer komplett neuen Lebenssituation zurechtfinden. Und dein Herz und deine Seele müssen verstehen und akzeptieren, dass hier eine Liebe ohne doppelten Boden wächst, eine lebenslange Liebe, eine Liebe, wie du sie – wenigstens beim ersten Kind – noch nie erlebt hast (was sich übrigens auch mal daran zeigen kann, dass du erst mal wenig bis gar nichts fühlst für dein Kind). Ganz schön starker Tobak!

Deshalb ist es essenziell, dass du in den Tagen nach der Geburt NICHTS anderes tust, als im Bett/auf der Couch zu liegen, dich zu erholen und dein Kind kennenzulernen. Das Wochenbett heißt Wochenbett, weil du wochenlang im Bett liegen sollst! Konkret bedeutet das, dass der Haushalt, das Einkaufen und Kochen und die Versorgung älterer Kinder in dieser Zeit nicht in deiner Verantwortung liegen dürfen.

Wenn du das nicht vor der Geburt schon alles geregelt hast: Bitte deinen Partner oder deine beste Freundin darum, alle Aspekte des Alltags zu organisieren und die Aufgaben gegebenenfalls im Familien- und Freundeskreis zu verteilen. Falls dein Partner dazu spontan, eventuell auch gegen Widerstände beim Arbeitgeber, einen wochenlangen Urlaub oder eine Elternzeit durchsetzen muss – dann ist das eben so. Falls du kaum oder keine familiäre Unterstützung hast, bitte deine nettesten Nachbarn für dich einzukaufen, und rufe deine Krankenkasse an, damit sie dir eine kostenlose Haushaltshilfe besorgt. Wenn du dir Sorgen um dich oder dein Kind machst, Stillprobleme hast etc. und nicht von einer Wochenbetthebamme betreut wirst, kannst du auch deswegen bei der Krankenkasse nachfragen bzw. die nächste Elternschule kontaktieren und dich dort beraten lassen.

2. Sorge gut für dich

Indem du dir Hilfe holst, hast du schon mal den wichtigsten Schritt in Richtung Selbstfürsorge gemacht. Denn Selbstfürsorge ist für Mütter essenziell: Wenn du erschöpft, krank oder unglücklich bist, kannst du dein Kind nicht gut versorgen. Denke an die Sicherheitsanweisungen bei Flugreisen: Dort wird explizit darauf hingewiesen, dass du zuerst dir die Sauerstoffmaske aufsetzen musst – und dann erst deinem Kind!

Also sei ein gutes Vorbild für dein Kind und sorge dafür, dass du körperlich und seelisch in so gutem Zustand bist, dass dir das Leben mit deinem Baby Spaß macht:

  • Auf körperlicher Ebene solltest du dafür sorgen, dass du ausreichend Wasser und Kräutertee trinkst (Achtung: Falls du stillst, bitte keine milchhemmenden Kräuter wie Salbei und nichts Entwässerndes wie Brennessel!) sowie vollwertig und in Ruhe isst. Wenn du merkst, dass du im Baby-Trubel weder ans Essen noch ans Trinken denkst, stelle dir den Handywecker. Lass dir nahrhafte, leicht verdaubare Mahlzeiten vorkochen, die dann nur noch schnell aufwärmen musst.
  • Spezial-Tipp: In der traditionell chinesischen Medizin (TCM) wird für die Zeit nach der Geburt zum Kraftaufbau eine kräftigende, sehr lang gekochte Hühnerbrühe empfohlen. Falls dir das zu exotisch ist – die Suppe ist auch ohne chinesische Kräuter sehr effektiv. Vegetarierinnen/Veganerinnen können das Huhn einfach durch mehr Karotten, Brokkoli und Rote Bete und eine großzügige Dekoration mit Petersilie ersetzen.
  • Das andere große Thema ist Schlaf: Bis dein Baby nachts durchschläft, wird es wahrscheinlich noch eine Weile dauern. Also schlaf am besten immer dann, wenn dein Baby auch schläft. Schicke Oma/Opa/Tante/Onkel/FreundIn mit dem Baby auf Spazierfahrt und hole dann Schlaf nach. Wenn du stillst, lass den Baby-Papa nachts das Wickeln übernehmen. Wenn du mit Flasche fütterst, könnt ihr euch bei den nächsten sogar abwechseln.
  • Manche frischgebackene Mutter will ihr Baby keine Sekunde aus den Augen lassen und jedes Bedürfnis des kleinen Kerlchens sofort erfüllen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn du aber merkst, dass du nicht mal zehn Minuten in Ruhe duschen kannst, weil du deinen Schatz niemand anderem anvertrauen kannst, ist es Zeit, einen inneren Perspektivenwechsel einzuleiten. Der Papa, die Großeltern, die Patentanten und -onkels freuen sich auch über Quality Time mit dem neuen Erdenbürger – und du hast dadurch Zeit, mal in Ruhe einen Tee zu trinken, durch eine Zeitschrift zu blättern oder eben in Ruhe zu duschen.

3. Perfektion ist out

Unsere moderne Gesellschaft hat viele Vorteile, für frischgebackene Mütter aber auch einige Nachteile: Kaum eine Neu-Mama wird heutzutage noch von einem großen Familienverband unterstützt. Die meisten haben auch vor ihrer Geburt noch nie eine Frau im Wochenbett miterlebt. Gleichzeitig wird durch die sozialen Medien nur die fotogene Seite des Mutterseins transportiert.

Das alles sorgt dafür, dass viele Neu-Mamas eine eher unrealistische Vorstellung von der Zeit nach der Geburt haben und sich völlig überfordern. Das ist schade, denn wenn du diese Zeit als das akzeptierst, was sie ist – ein einzigartiger, ziemlich intensiver Ausnahmezustand – und ihn in allen Aspekten annimmst, dann wirst du eine herrliche, transformierende Phase der überbordenden Emotionen, des liebevollen Kennenlernens und eine völlig neue Körperlichkeit erleben.

Unser Tipp: Entspanne dich und nimm alles, wie es kommt. Staune, wie lange dein Bauch noch so groß bleibt, wie stark die postnatalen Blutungen sind, akzeptiere, falls du für eine kurze Zeit inkontinent bist. Erfreue dich an deinen riesigen Brüsten, und daran, dass du so viel Muttermilch produzierst, dass dein T-Shirt innerhalb von Minuten durchnässt – oder eben daran, dass du kein Riesenbusen-Milch-Wunder bist und ganz ohne Still-BH in deine normalen T-Shirts passt und bequem mit Flasche füttern kannst! Genieße einfach die Wochen und Monate nach der Geburt, auch wenn sie ausschließlich mit Stillen, Wickeln, Babyschmusen/-tragen/-schieben und Schlafen ausgefüllt sind.

Ach, und meide die sozialen Medien. Denn es ist völlig egal, wie fit, schlank, gepflegt andere Frauen nach der Geburt sind, wie schnell sie wieder in ihr Berufsleben einsteigen oder wie entspannt sie ihre 14 älteren Kinder versorgen. Das einzige, was zählt, ist, dass du deinen Alltag so gestaltest, dass es dir, deinem Baby und deiner Familie gut geht.

Baby Blues – oder postnatale Depression?

Im Gegensatz zum Baby Blues ist die postnatale Depression, auch Wochenbettdepression oder Postpartum-Depression genannt, eine ernstzunehmende Erkrankung, die auch mit Suizidalität einhergehen kann. Deshalb solltest du jedes Anzeichen ernst nehmen – speziell wenn du in einer schwierigen familiären oder sozialen Situation lebst oder durch psychische Vorerkrankungen bzw. traumatische Kindheitserfahrungen belastet bist.

Achtung: Die postnatale Depression beginnt oft schleichend und entwickelt sich nicht immer direkt nach der Geburt, sondern kann im gesamten ersten Jahr nach der Geburt entstehen.

Symptome der Postpartum-Depression

Die grundlegenden Symptome sind oft ganz allgemeiner Art – Schwindel, Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafprobleme und eine erhöhte Reizbarkeit. Bei vielen Frauen zeigt sich zudem ein allgemeines Desinteresse: Sie interessieren sich weder für ihr Kind noch für sich, ihre Familie oder Hobbys etc., die ihnen früher wichtig waren.

Ansonsten können folgende Symptome auftreten:

  • Freudlosigkeit oder Leeregefühle
  • Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld
  • Energie- und Hoffnungslosigkeit
  • Taubheitsgefühle und Zittern
  • Ängste und Panikattacken
  • ambivalente Gefühle gegenüber dem Kind

Was du bei Verdacht auf postnatale Depression tun kannst

Wenn du vermutest, dass du betroffen sein könntest, sprich so schnell wie möglich mit einem Menschen, dem du vertraust und leite mit dessen Hilfe sofort weitere Schritte ein: Setze unbedingt in deinem Alltag unsere drei Tipps für den Baby Blues um (s.o.), suche dir einen vertrauenswürdigen Arzt, der sich mit dem Thema auskennt und besprich mit ihm das weitere Vorgehen. Oftmals reichen ein paar Termine bei einem erfahrenen Psychotherapeuten, um die Welt (und das Leben mit Baby) in ganz anderem Licht zu sehen. Aber auch Selbsthilfegruppen bzw. offene Sprechstunden bei Elternschulen etc. können helfen.

Bei schweren Fällen kann eine medikamentöse Behandlung oder eine Einweisung in eine psychosomatische Klinik nötig sein. Hab bitte keine Angst vor solchen Maßnahmen! Weder wirst du ewig Psychopharmaka schlucken müssen noch dein Leben in einer Einrichtung verbringen – diese Maßnahmen sind nur dazu da, dich kurzfristig wieder auf die Beine zu bringen. Danach kannst du dann wieder besser für dich sorgen (s.o.). Und falls du dir Sorgen machst, ob eine gute Mutter Psychopharmaka schlucken darf oder ihr Kind für eine stationäre Behandlung kurzfristig beim Papa oder den Großeltern lassen darf: Dein Kind wird dir garantiert nicht böse sein, dass du kurzfristig deine Gesundheit in den Vordergrund stellst, um langfristig glücklich und gesund für dich und dein Kind da sein zu können.

Remember: Alles ist gut so, wie es ist. Was auch immer passiert, hat seinen Sinn. Du wirst das Kind schon schaukeln!

Baby Blues

Playlist

The Cranberries Buy This Song

FAVORITE (8 fans)

The Cranberries

The Cranberries are an Irish rock band formed in Limerick in 1989. The band consists of vocalist Dolores O’Riordan, guitarist Noel Hogan, bassist Mike Hogan and drummer Fergal Lawler. Although widely associated with alternative rock, the band’s sound also incorporates indie pop, post-punk, Irish folk and pop rock elements. more „

Year: 2006 2:37 116 Views

The easy, fast & fun way to learn how to sing: 30DaySinger.com

I wonder what’s happening to me Things are changing so dramatically I’ll search for you, you’re not really there Still I wonder knowing that you do care I shut up, I shut up, I shut up, I shut up I shut up, I shut up, I shut up now I shut up, I shut up, I shut up, I shut up I shut up, I shut up, I shut up now I shut up now, I shut up now I shut up now, I shut up now He is the best thing to come my way Perfect picture baby blues in my day He is the best thing to come around Sleeping in his cradle safe and sound I shut up, I shut up, I shut up, I shut up I shut up, I shut up, I shut up now I shut up, I shut up, I shut up, I shut up I shut up, I shut up, I shut up now I shut up now, I shut up now I shut up now, I shut up now Baby blues, baby blues Baby blues, baby blues Baby baby, baby blues Baby baby, baby blues Sha la la, sha la la, sha la la, sha la la Sha la la, sha la la, sha la la, sha la la Sha la la, sha la la, sha la la, sha la la Sha la la, sha la la, sha la la, sha la la Sha la la, sha la la, sha la la, sha la la Sha la la, sha la la, sha la la, sha la la

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Genre: Rock Style:

Sheet Music Playlist

Written by: Dolores Mary O’Riordan

What to Do When the Woman You Love Has Postpartum Depression

If your wife or partner has symptoms of postpartum depression, you might feel uncertain about what to do to help. It can be confusing and even frightening to see the mother of your child struggle with such intense, negative emotions when you thought this would be a joyous time.

It’s important to know that what she’s going through isn’t anyone’s fault—not yours, not hers, and not the baby’s. The good news is, you can help her get through it.

Postpartum depression, or PPD, is a family illness, says psychiatrist Samantha Meltzer-Brody, MD, MPH, of the UNC Center for Women’s Mood Disorders.

“Motherhood doesn’t happen in isolation,” she says. “The demands of caring for a new baby are intense, and all mothers need support during this vulnerable time. We are not meant to do this alone. Support from a loving partner is critical.”

If you love someone with postpartum depression, here’s what you need to know to help her.

Postpartum Depression is More Than “Baby Blues”

You may have heard of the “baby blues,” when women experience unpleasant emotional changes in the aftermath of delivery. Symptoms can include mood instability, feeling depressed, weepiness, sadness, irritability, anxiety, lack of concentration and feelings of dependency.

These symptoms happen to a lot of new moms—from 50 to 85 percent—but usually subside within a few weeks after delivery.

In contrast, the more severe postpartum depression occurs in about 10 percent of women who have given birth. PPD typically emerges over the first two to three months after childbirth but may occur at any point after delivery. Unlike the “baby blues,” symptoms of PPD last longer, typically for more than two weeks.

What Symptoms of Postpartum Depression Should I Look For in My Partner?

Symptoms of PPD include:

  • Feeling sad and depressed or crying a lot
  • Intense anxiety, rumination or obsessions
  • Loss of interest in usual activities
  • Feelings of guilt, worthlessness or incompetence
  • Fatigue, irritability or sleep disturbance
  • Change in appetite
  • Poor concentration
  • Feeling inadequate to cope with new infant
  • Excessive worry about baby’s health
  • Suicidal thoughts

Why is She Experiencing Postpartum Depression?

Dr. Meltzer-Brody is part of an international team of researchers studying whether there is a genetic basis to perinatal mood disorders. That is, are women with postpartum depression made more vulnerable because of their genes?

Dr. Meltzer-Brody’s research group, Postpartum Depression: Action Towards Causes and Treatment, launched a mobile app, PPD ACT, to screen women for postpartum depression through a series of questions.

Some women who take the screening will be asked to give a saliva sample through a kit they’ll receive and return by mail. Dr. Meltzer-Brody’s team will “scan” the DNA for each woman who submits a sample. If they do this for tens of thousands of women, they can identify if there are any genetic differences in women who experienced postpartum depression.

The idea is that a better understanding of hereditary or environmental causes of PPD will lead to better treatments and less suffering.

What Can I Do to Help Her With Postpartum Depression?

Of course, while scientists are at work trying to understand PPD for the future, families must deal with its very real consequences today. Here are some tips for helping a woman with postpartum depression:

Do:

Find support. Start with pactforthecure.com/resources.

Read up. Get educated on PPD.

Work as a team. Understand that postpartum depression is no one’s fault.

Don’t:

Invalidate. Don’t say things like, “You need to get over it.”

Shame or guilt her. Don’t say things like, “Stop feeling sorry for yourself” or “What’s the matter with you?”

Compare. Don’t talk about how well other new moms are doing in comparison to her.

The UNC Center for Women’s Mood Disorders can help your family make it through postpartum depression. If you need help, call (984) 974-5217 and choose option No. 3, or email [email protected]

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