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Co-Sleeping: Was mit Kindern passiert, die nicht alleine schlafen lernen

Die Erwachsenen sind das Problem

„Die Debatte um die Gefährlichkeit des Elternbetts in Deutschland ist von Zutaten geprägt, die eine echte Debatte erschweren: Ängste, Emotionen, kaum nachprüfbare Informationen“, sagte Kinderarzt Herbert Renz-Polster aus Baden-Württemberg. „Mit der schlimmsten Sorge, die Eltern haben können, nämlich dass sie ihr Kind schädigen könnten, wenn sie ihrem eigenen Herzen folgen, stehen viele Eltern in Deutschland heute alleine da“.

Diskussionen kommen möglicherweise gar nicht erst zustande, weil Eltern fürchten, für ihre Entscheidung verurteilt zu werden.

Eine Umfrage aus Großbritannien zeigte beispielsweise, dass ungefähr jede zweite Mutter ein Geheimnis daraus macht, dass sie ihr Baby mit ins Bett nimmt – aus Angst vor dem Urteil anderer Mütter.

Es ist also ganz offensichtlich an der Zeit, mit ein paar Vorurteilen über Familienbettkinder aufzuräumen.

1. Im Familienbett schlafen Kinder so, wie es die Natur vorgesehen hat

In der Nähe ihrer Eltern schlafen Babys und Kleinkinder am besten. Die Natur hat es so vorgesehenen, dass das Bindungssystem aktiviert wird, wenn ein Baby müde ist. Es braucht Nähe und sucht den Kontakt zu seinen Eltern.

Ein Blick in die Menschheitsgeschichte erklärt, warum das so ist: Ohne Schutz eines Erwachsenen hätten Babys damals nicht lange überlebt – schon gar nicht, während sie schlafen.

Unsere Kultur und unsere Lebensumstände hätten sich in den vergangenen 10.000 Jahren zwar dramatisch verändert, „aber dass Babys Schutz, Muttermilch und Körperwärme brauchen, ist gleich geblieben“, sagte Nicola Schmidt, Autorin des Buchs „artgerecht – Das andere Babybuch“.

Hinzu kommt, dass menschliche Babys physiologische Frühgeburten sind. Sie müssten eigentlich drei bis sechs Monate länger im Mutterleib bleiben, das geht aber nicht, weil ihr Kopf dafür zu groß ist.

„Sie sind noch nicht fertig, sie müssen nachreifen“, sagte Schmidt FOCUS Online. „Mindestens in dieser Zeit müssen wir den Kindern also alles geben, was sie brauchen und eigentlich noch viel länger, damit sie zu ihrem eigentlichen Reifestadium kommen können.“

Und dazu gehört besonders viel Nähe – gerade dann, wenn das Kind im Schlaf die Kontrolle über Körper und Sinne abgibt.

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2. Familienbettkinder haben entspanntere Eltern

„Auch Menschenmütter tragen das Erbe in sich, dann am besten zur Ruhe zu kommen, wenn ihr Kleines sicher und geborgen neben ihnen liegt“, schreiben Herbert Renz-Polster und Nora Imlau in ihrem Buch „Schlaf gut, Baby!“.

„Heute wissen wir, dass nicht nur kleine Kinder nachts aufwachen und sich versichern, nicht allein zu sein. Auch Mütter, die neben ihren Babys schlafen, wachen nachts regelmäßig kurz auf und überprüfen unbewusst, ob es ihrem Kind gut geht.“

Aber auch Väter profitieren vom Familienbett, denn ihr Schlaf wird nicht dadurch gestört, dass die stillende Mutter nachts aufsteht. Babys, die schnell versorgt werden, beruhigen sich auch viel schneller wieder, sodass weder Mutter noch Vater richtig wach werden und dann möglicherweise Schwierigkeiten haben, wieder einzuschlafen.

„Die ganze Familie bekommt mehr Schlaf“, bestätigt Sarah Ockwell-Smith, Kinderschlafexpertin und Autorin FOCUS Online. „Und es ist eine wundervolle Möglichkeit, eine Bindung zueinander aufzubauen.“

3. Familienbettkinder sind intelligenter

Co-Sleeping-Kinder werden Untersuchungen zufolge in der Nacht häufiger gestillt. Und das tut ihrer Gesundheit extrem gut.

„Babys sind von der Natur aus für Nachtstillen ‘gedacht’; denn nur nachts hatte die ‘Ur’- Mutter viel Zeit zum Stillen. Nachts ist auch das Prolaktin viel höher als am Tag, und das Oxytocin fließt besser“, erklärt Still-Beraterin Elisabeth Kurth auf ihrer Website.

Das Hormon Oxytocin beeinflusst unter anderem das Verhältnis zwischen Mutter und Kind. Prolaktin ist das Hormon, das für die Milchproduktion in der Brust verantwortlich ist.

Das nächtliche Stillen wirkt sich zudem positiv auf die Intelligenz des Kindes aus:

„Ich sag immer, nehmt die Kinder mit ins Bett, ihr spart euch hinterher den Nachhilfeunterricht. Denn Kinder, die häufig und lange gestillt werden, haben nach aktueller Studienlage einen bis zu zehn Punkte höheren IQ. Wir wissen nicht genau warum, aber es ist so“, sagte Schmidt FOCUS Online.

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4. Familienbettkinder schlafen sicherer

Viele Eltern haben Angst, dass der plötzliche Kindstod droht, wenn sie ihre Babys mit ins Bett nehmen.

Eine Studie des britischen Kindstod-Forschers Peter Blair zeigt jedoch, dass diese Angst unbegründet ist.

Die Studie beruht auf sehr guten und aktuellen Daten, und Blair kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Sofern alle bekannten Risikofaktoren vermieden werden, stellt das Schlafen mit Baby keine Gefahr dar.

Als Risikofaktoren gelten laut Schmidt dicke Kissen, zu weiche Matratzen oder Wasserbetten, aber auch Depressionen der Eltern, Drogen, Medikamente, postpartale Depression der Mutter, sowie extremes Übergewicht.

„Das Baby sollte an der äußeren Seite des Bettes neben der Mutter und auf Höhe ihrer Brust schlafen“, sagte Ockwell-Smith der Huffington Post. „Lange Haare sollten beim Co- Bedding zusammengebunden werden und Nachthemden sollten keine losen Bänder haben.“

Werden diese Faktoren beachtet, schlafen Babys im Bett der Eltern aber sogar sicherer als in ihrem eigenen Zimmer: „Wir wissen, dass in Co-Sleeping-Familien, wenn die Mutter stillt, das Risiko des plötzlichen Kindstods geringer ist als in anderen Familien“, sagte Schmidt.

Wem das Risiko des Co-Beddings, also des gemeinsamen Schlafens im Familienbett, zu hoch ist, sollte zumindest das Co-Sleeping in Erwägung ziehen.

Co-Sleeping bedeutet, dass das Baby im selben Zimmer wie die Eltern, aber im eigenen Bettchen schläft.

„Jeder sollte sein Kind im gleichen Zimmer schlafen lassen, es sei denn, er ist starker Raucher und raucht auch im Schlafzimmer. Denn Rauchen erhöht nachweislich das Risiko für plötzlichen Kindstod“, sagte Schmidt.

Babys nehmen auch im Schlaf die Gerüche, Geräusche und die Bewegungen wahr, die aus dem Elternbett kommen.

Das ist wichtig, weil es die Kleinen davon abhält, in einen zu tiefen Schlaf zu fallen. Forscher gehen davon aus, dass ein zu tiefer Schlaf gefährlich sein kann. Das Nervensystem der Kleinen ist noch nicht vollständig ausgereift, was es ihnen erschwert, auf Atemaussetzer oder andere gefährliche Situationen angemessen zu reagieren.

„Es ist besser, wenn die Babys – so wie es in den letzten 120.000 Jahren der Menschheitsgeschichte auch war – mit anderen zusammen schlafen, damit ihr Nervensystem in der Nacht nachreifen kann und es durch die Pheromone, die Gerüche, den Atem und die Bewegungen der Eltern geschützt wird“, sagt Schmidt.

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5. Familienbettkinder empfinden Schlaf als angenehm

Kinder, die im Bett der Eltern einschlafen dürfen, sind entspannter. Sie empfinden Schlaf als angenehme, kuschelige Erfahrung.

Babys, die zum Beispiel durch Schreienlassen „trainiert“ werden, damit sie alleine im eigenen Bett einschlafen, stehen dagegen die ganze Nacht unter Stress.

„Es ist anzunehmen, dass diese Anspannung die Kinder auch mit in den Schlaf begleitet, schließlich nehmen sie ja gerade auf der ersten Strecke des Schlafes die Welt noch mit einem halben Auge wahr“, schreiben Renz-Polster und Imlau.

„Messungen des Stresshormons Cortisol deuten tatsächlich darauf hin, dass Babys, die sich in den Schlaf schreien müssen, auch während der weiteren Nacht ‘unter Strom’ stehen.“

Babys, deren Ur-Bedürfnisse – und dazu gehört nun einmal die Nähe der Eltern – befriedigt werden, sind generell entspannter und entwickeln auch im Kleinkindalter eine positivere Haltung zum Schlafengehen.

6. Sie gewöhnen sich das Elternbett selbst ab

Wer offen zugibt, dass er seinen Kindern erlaubt, im Elternbett zu schlafen, sieht sich schnell mit Kritik konfrontiert. „Den kriegst du nie wieder aus dem Bett“, heißt es dann oft. Aber stimmt das wirklich?

„Es gibt zwei Effekte, die wir bei Co-Sleepern haben und die manche Leute vielleicht nicht so positiv finden: Sie schlafen häufig später als andere, trainierte Kinder alleine ein und sie schlafen später alleine durch“, sagte Schmidt FOCUS Online.

„Aber wenn Co-Sleeping-Kinder erst einmal aus dem Elternbett ausgezogen sind, dann kommen sie in der Regel auch nicht wieder.“

Auch Renz-Polster und Imlau empfehlen, es entspannt anzugehen. Irgendwann wolle jedes Kind im eigenen Bett schlafen. Mit etwa drei Jahren befänden Kinder sich in der sogenannten Autonomie-Phase und verspürten dann ganz automatisch den Drang, im eigenen Bett zu schlafen.

„Wollen Eltern mit ihrem Baby nur in den ersten Lebensmonaten die Matratze teilen, können sie ihr Kind am besten um den siebten Lebensmonat herum ans eigene Bett gewöhnen.

In diesem Alter haben Babys schon viel Urvertrauen entwickelt, fremdeln aber noch nicht: Ein guter Zeitpunkt, um sanft eine neue Abendroutine zu entwickeln.“

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7. Familienbettkinder sind keinesfalls verwöhnt

Ein weiterer Irrglaube, der sich beim Thema Kinderschlaf in die Köpfe geschlichen hat, betrifft die Angst vor dem Verwöhnen.

Erziehungsexpertin Schmidt hat darauf eine eindeutige Antwort: „Kinder unter zwei Jahren kann man nicht verwöhnen, denn zu viel Liebe gibt es nicht“, sagte sie FOCUS Online.

„Verwöhnen bedeutet ja, dass ich etwas tue, was das Kind auch selber könnte. Sicher schlafen kann das Kind nicht selbst und das heißt, wenn ich dafür sorge, dass das Kind sicher schläft, verwöhne ich das Kind nicht.“

Kinderarzt Renz-Polster ist offenbar derselben Auffassung. Er entkräftet das Gerücht durch einen sehr anschaulichen Vergleich:

„In werden die kleinen Menschlein gestillt, sobald sie einen Mucks machen. Wenn sie weinen, ist immer gleich jemand zur Stelle. Sie schlafen nachts an der Seite ihrer Mutter. Und getragen werden sie so ziemlich die ganze Zeit. Das volle Verwöhn-Programm! Und doch fehlt von verwöhnten Kindern jede Spur, im Gegenteil: die Kinder sind relativ früh selbstständig, übernehmen als Jugendliche Aufgaben für die Familie und kommen mit dem Leben gut klar.“

Der gemeinsame Schlaf aus Sicht der Evolution

Der gemeinsame Schlaf als Hilfe zur Selbstregulation

So unterschiedlich die menschlichen Kulturen rund um den Globus sind, in einem sind sie sich einig: Kleine Kinder gehören nachts in die Nähe ihrer Eltern. Mit einer Ausnahme: der modernen westlichen Welt. Da nehmen die meisten Eltern an, kleine Kinder sollten schon deshalb im eigenen Bettchen schlafen, weil sie sonst nicht selbstständig würden. Und auch die Kinderärzte bringen gewichtige Argumente vor: Der gemeinsame Schlaf mit den Eltern könne sogar gefährlich sein!

Wer hat Recht? Ist das gemeinsame Bett für kleine Kinder ein Vorteil oder ein Entwicklungshemmnis?

Was ist „normal“?

Nach Schätzungen schlafen hierzulande etwa zehn Prozent der Babys regelmäßig im Bett ihrer Eltern. Glaubt man Daten aus den USA, so nimmt das Phänomen eher zu. Dort schlief noch vor zehn Jahren nur jedes zwanzigste Kind im Bett der Eltern, heute ist es jedes sechste.

Was steht hinter der Wahl des Schlafplatzes? Die Wünsche der Kinder? Die Bequemlichkeit der Eltern? Und was ist wohl „von Natur aus“ vorgesehen? Versuchen wir den gemeinsamen Schlaf besser zu verstehen.

Warum Kinder beim Schlafen die Nähe ihrer Mutter bzw. vertrauter Erwachsener aus Sicherheitsgründen „erwarten“, wurde im letzten Kapitel ausführlich begründet. Der gemeinsame Schlaf scheint aber auch direkte körperliche Auswirkungen zu haben. So zeigen Studien im Schlaflabor: Gestillte Kinder, die bei ihrer Mutter schlafen, sind nachts doppelt so oft (und fast dreimal so lang) am Busen zugange wie ihre ebenfalls gestillten, aber getrennt von der Mutter schlafenden Altersgenossen. Der Forscher James McKenna konnte zeigen, dass bei der Mutter schlafende gestillte Säuglinge nachts immerhin ein Drittel mehr Kalorien zu sich nehmen als die im eigenen Bett schlafenden Säuglinge! Bis in die jüngste Zeit hinein dürfte ein solcher Zuschlag sowohl für die Ernährung als auch für das Immunsystem von Vorteil gewesen sein.

Die Nähe zur Mutter unterstützt auch andere wichtige Körperfunktionen des Babys. Wie wir in Kapitel 12 noch im Detail sehen werden, verhilft das Schlafen am Körper der Mutter jungen Babys nicht nur zu einem stabileren Herzschlag und Atmungsrhythmus, sondern hilft ihnen auch ihre Wärme besser zu halten. In den ersten Wochen und Monaten kann das Baby nämlich seine Wärme selbst noch nicht gut regulieren und ist zumindest unter klimatischem Stress – und der war vor der Zeit beheizter Häuser nur allzu real – von Auskühlung bedroht. Messungen zeigen, dass im eigenen Bettchen schlafende Säuglinge eine niedrigere Körpertemperatur haben als gestillte, bei ihrer Mutter im Bett schlafende Babys – Säuglinge scheinen den Körper ihrer Mutter also auch als wohlfeile Energiequelle zu nutzen.

Dabei regulieren sich Mutter und Kind wie über eine Art gemeinsamer Thermostat wechselseitig: Zu Beginn des Haut-zu-Haut-Kontaktes steigt die Hauttemperatur zunächst bei der Mutter, dann auch beim Baby über etwa eine Stunde ganz langsam an. Ist ein Plateau erreicht, sinkt die Hauttemperatur der Mutter wieder – um erneut anzusteigen, wenn die Hauttemperatur des Babys abfällt.

Damit spricht vieles dafür, dass die Mutter für das Kind an ihrer Seite eine Art Reifungsstütze ist, die dem vergleichsweise unreif geborenen Menschenkind erlaubt, seine körperlichen Funktionen rascher zu entwickeln.

Ob das gemeinsame Schlafen die Entwicklung insgesamt fördert, lässt sich dagegen weitaus schwerer belegen. Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die sicher nachweist, dass sich die mit ihren Müttern schlafenden Kinder besser entwickeln (eine solche Studie ist auch aus methodischen Gründen nicht möglich). Bekannt ist nur: Zumindest die Entwicklung frühgeborener Kinder verläuft eindeutig besser, wenn sie im körperlichen Nahbereich der Mutter schlafen können: Nicht nur sind ihre lebenswichtigen Körperfunktionen (Herzschlag, Atmung, Temperaturregulation, Sauerstoffversorgung) stabiler, sie gedeihen auch besser, wachsen schneller und entwickeln sich auch neurologisch günstiger, d.h. sie erreichen viele „Meilensteine“ ihrer Entwicklung früher.

Mutter und Kind – ein Schlafteam

Genau wie bei der Temperaturregulierung scheinen sich Mutter und Kind auch bei der Schlaftiefe intutiv abzustimmen. So zeigen nächtliche Messungen, dass die Babys und ihre Mütter viele Schlafstadien im gleichen Takt durchlaufen. Kein Wunder, dass neben der Gehirnaktivität auch Herzfrequenz, Muskelspannung und die Atmung in etwa synchron verlaufen!

Die „stützende“ Funktion eines Bettpartners wurde sogar in der Medizin genutzt, um Frühgeborenen zu einem besseren Schlaf zu verhelfen. Da sich die Mutter ja nicht zum Kind in den Inkubator legen kann, wurde ein „atmender Teddybär“ entwickelt, der im Rhythmus des Kindes atmet. Die Babys, die mit dem atmenden Bär schliefen, hatten einen regelmäßigeren, ruhigeren Schlaf als Kinder, die nur einen nicht-atmenden Teddybär an ihrer Seite hatten. Auch zeigte sich bei diesen Experimenten, dass die Babys im Schlaf von sich aus zu dem atmenden Bär Kontakt suchten – was sie bei dem nicht-atmenden Bär nicht taten. Die Forscher gehen deshalb auch hier davon aus, dass die rhythmische Stimulierung die Gehirnreifung der Kinder unterstützt. Es gibt sogar Hinweise, dass der „atmende Bär“ auch reifgeborenen Babys in den ersten sechs Monaten zu einem besseren Schlaf verhilft.

Videoaufnahmen mit Infrarotkameras zeigen zudem, dass selbst die Bewegungen von Mutter und Kind unbewusst aufeinander abgestimmt sind. Die meisten beobachteten Mutter-Kind-Paare liegen sich fast die ganze Nacht Gesicht zu Gesicht gegenüber. Dabei werden immer wieder schützende oder „ordnende“ Eingriffe der Mutter beobachtet. So lagert die Mutter ihr Baby beispielsweise nicht selten um und das selbst, während sie schläft! Dabei legt sie das Kind interessanterweise fast immer auf den Rücken, also in die inzwischen als sicherste Schlafposition erkannte Position – möglicherweise, weil das Stillen so leichter ist. Und immer wieder bekommt das Kind Zuwendung: Die Mutter klopft, streichelt, schaukelt und umarmt das Baby, auch Flüstern und Reden kommen vor. Die beständige sinnliche Kommunikation hat auch Einfluss auf die Schlafarchitektur des Kindes: Säuglinge, die im Nahbereich der Mutter schlafen, verbringen – verglichen mit Alleinschläfern – insgesamt weniger Zeit im Tiefschlaf und tauchen häufiger für kurze Zeit an die Schlafoberfläche.

Das klingt nicht gerade nach einem erholsamen Schlaf! Die Schlafforscherin Sarah Mosko ist der Frage nach der Schlafqualität in einem Experiment nachgegangen. In ihrem Versuch wurden vier Monate alte Babys von ihren Müttern abwechselnd in der einen Nacht zu sich ins Bett genommen und in der anderen Nacht in getrennten Zimmern zum Schlafen gelegt. Dabei wurden die Hirnstromkurven der Kinder aufgezeichnet und ihr Schlaf über eine Infrarotkamera beobachtet. Das Ergebnis: Wenn sie bei ihren Müttern schliefen, wachten die Babys zwar öfter für kurze Zeit auf, über die ganze Nacht gerechnet waren sie aber insgesamt eine kürzere Zeit wach, und sie weinten auch seltener. Auch die Mütter wachten zwar öfter auf, schliefen im Schnitt aber mindestens genau so lang, wenn sie ihr Baby bei sich hatten. Interessant dabei: Da bei den gemeinsam schlafenden Mutter-Kind-Paaren die Schlaf- und Traumphasen zwischen Mutter und Kind zu einem großen Teil aufeinander abgestimmt sind, werden die mit ihrem Baby schlafenden Mütter sehr viel seltener in der Phase des Tiefschlafs aufgeweckt!

Babys schlafen im Bett der Mutter also anders. Ihr Schlaf ist deshalb aber nicht von minderer Qualität. Sie wachen zwar häufiger auf, tauchen aber schneller wieder in den Schlaf zurück. Die Einzelschläfer dagegen wachen seltener auf – wenn sie aber aufwachen, dann richtig und mit gehörigem Protest. Für die Mutter gilt Ähnliches: Schläft sie mit ihrem Säugling, so ist ihr Schlaf zwar leichter, allerdings deshalb nicht weniger erholsam – weil sich ihre Schlafphasen auf den Schlaf des Kindes einstellen, wird sie seltener aus dem erholsamen Tiefschlaf gerissen.

Der gemeinsame Schlaf: Pro und Kontra

Gehören Kinder ins eigene Bett oder ins Bett der Eltern? Von den Befürwortern des Alleinschlafens hört man immer wieder vier Argumente:

  • Die von den Eltern bitter benötigte Privat- oder „Paarsphäre“ sei durch das mitschlafende Kind in Gefahr.
  • Der Schlaf sei im eigenen Bett erholsamer.
  • Babys gehörten in ihr eigenes Bett, weil sie sonst nicht selbstständig würden.
  • Und schließlich: Das Baby könne durch das Mitschlafen sogar gefährdet werden!

Gehen wir die Argumente der Reihe nach durch.

Gefährdet der gemeinsame Schlaf die Elternbeziehung?

In der Tat enthält das gemeinsame Schlafen von Mutter und Kind in einer ganz zentral auf die Zweierbeziehung zugeschnittenen Lebenswelt einiges Dynamit. Denn das Bett ist in unserem Kulturkreis nun einmal auch der Platz an dem Vertraulichkeiten ausgetauscht und die Paarbeziehung in körperlicher und emotionaler Hinsicht gepflegt wird. Schaut man sich in anderen Kulturen um, so ist offensichtlich, dass viele traditionelle Schlafarrangements von Mutter und Kind den Vater ausschließen (der schläft – etwa in Westafrika – in einer eigenen Hütte). Allerdings ist auch das richtig: Wo ein Wille ist, lässt sich unter heutigen baulichen und schlafmöbeltechnischen Bedingungen meist auch ein Weg finden, um zumindest das Platzproblem befriedigend zu lösen. Inzwischen bietet die Industrie sogar an das Elternbett ankoppelbare Bettchen für das Baby an.

Und was die emotionale Seite angeht: Der Beziehung der Eltern stellen sich nach der Geburt eines Kindes viele Hindernisse entgegen – von der Müdigkeit, über die schlichtweg fehlende Kraft bis hin zu den vielen neuen Wirbeln im Gefühlshaushalt der Eltern. Nicht wenige Eltern haben das Gefühl, dass ihre Zweierbeziehung regelrecht aufgebrochen wird und dass sie ein neues Fundament für die Beziehung finden müssen. Ob die Suche gelingt, dürfte nur wenig davon abhängen, ob das Kind nun mit den Eltern im Bett schläft oder nicht. Und auch die nach der Geburt eines Kindes oft beklagten Sex-Flaute liegt in den seltensten Fällen daran, dass das Baby stört – als vielmehr an der in den ersten Monaten nach der Geburt zumindest bei der Mutter ganz normalen Lustlosigkeit (wir werden auf das nachgeburtliche Familiendilemma in Kapitel 12 noch einmal zu sprechen kommen).

Welches Arrangement ist besser für den Schlaf?

Wie wir weiter oben gesehen haben, leidet der Schlaf durch das enge Zusammenschlafen nicht. Im Gegenteil: Der Schlaf des Babys als auch der seiner Mutter ist beim gemeinsamen Schlafen oft besser. Auch bewerten Mütter, die ihre Babys bei sich im Bett schlafen lassen, ihren eigenen Schlaf positiver als Mütter, deren Babys in einem separaten Zimmer schlafen. Heißt das, dass jede Mutter besser fährt? Durchaus nicht. Diese Ergebnisse geben nur die Situation bei „freiwilligen“ Schlafpartnern wider, sie gelten also für diejenigen Mütter, die sich bewusst für das Schlafen mit ihrem Kind entschieden haben. Eltern, die ihre Kinder ins Elternbett aufnehmen, weil „nichts anderes mehr hilft“, fühlen sich dagegen in ihrem Schlaf oft deutlich gestört. Letzteres scheint ein zunehmendes Problem zu sein.

Leider ist die Stimme des Vaters in den wissenschaftlichen Studien zum gemeinsamen Schlafen im Elternbett nur selten zu hören. Zu vermuten ist, dass für seine Schlafqualität Ähnliches gilt wie für die Mutter: Sieht er das Arrangement positiv, wird sein Schlaf wenig leiden, lehnt er es ab, so sind Stress und Konflikte vorprogrammiert.

Der gemeinsame Schlaf als falsches Signal in der Erziehung?

Nähe ist in den westlichen Industriekulturen eine zweideutige Angelegenheit – einerseits ist es das Ideal einer „guten“ Beziehung in der Partnerschaft und in der Familie schlechthin. Andererseits wird zu viel Nähe als psychologisch ungesund angesehen, als Selbstaufgabe oder als Verlust von Eigenständigkeit. Wir wollen uns in der partnerschaftlichen Beziehung möglichst nahe sein, dabei aber gleichzeitig unseren eigenen Raum nicht verlieren. Und das gilt auch für die Kinder: Wir wollen ihnen so viel Wärme, emotionale Unterstützung und Nähe geben wie nur möglich – wir halten es aber gleichzeitig für wichtig, ihre Selbstständigkeit zu fördern und sie nicht zu „verwöhnen“ – wenig überraschend, dass in diesem Zielkonflikt das gemeinsame Schlafen von Mutter und Kind ganz im Mittelpunkt steht.

Zu den Einflüssen des Schlafarrangements auf die emotionale Entwicklung des Kindes liegt wenig Gesichertes vor. Schließlich gehen gemeinsam schlafende und getrennt schlafende Mutter-Kind-Paare auch tagsüber unterschiedlich miteinander um, und das macht die Erforschung dieses Themas recht schwierig. Die Frage etwa, wie sich das Schlafen im Nahbereich der Mutter auf die Bindung zwischen Mutter und Kind auswirkt, ist im Grunde unbeantwortet. Bekannt ist lediglich aus Studien an Kindern, die in verschiedenen israelischen Kibuzzen aufwuchsen, dass sich eine sichere Bindung häufiger bei denjenigen Kindern einstellte, die bei ihren Eltern schliefen – ein Unterschied, der sich selbst noch bei Jugendlichen nachweisen ließ.

Schon ergiebiger ist eine andere Frage: Sind Kinder, die bei ihren Eltern schlafen, später im Leben weniger selbstständig? Aus evolutionärer Sicht ist die Antwort eindeutig: Dass möglichst frühes selbstständiges Schlafen ein wichtiger oder notwendiger Schritt für spätere Selbstständigkeit wäre, ist nicht plausibel. Auch die Forschung sieht keinen Hinweis, dass die Fähigkeit allein einzuschlafen einem Kind zu mehr sozialer Kompetenz oder psychologischer Unabhängigkeit verhilft. So zeigt eine aktuelle Studie an der Universität von Kalifornien, dass das Schlafen bei der Mutter weder die Fähigkeit, während des Tages allein zu sein, noch die Offenheit gegenüber neuen Situationen vermindert. In dieser Studie schnitten die bei der Mutter schlafenden Kinder in beiden Bereichen sogar besser ab als die getrennt schlafenden Kinder.

Schon in früheren Studien war festgestellt worden, dass die „geplant“ ins gemeinsame Bett aufgenommenen Kinder später die selbstbewusstesten Vorschulkinder sind und auch als Studenten ein höheres Selbstwertgefühl haben. Natürlich können solche Studien einen ursächlichen Zusammenhang nicht beweisen, aber sie unterstützen ein einleuchtendes Argument: Selbstständige Schläfer sind selbstständige Schläfer – und dadurch nicht unbedingt selbstständige Menschen.

Und selbst was den Schlaf angeht, scheint das „Erlernte“ nicht lebenslang vorzuhalten: 62 Prozent der heutigen amerikanischen Erwachsenen, die von ihren Eltern wahrscheinlich meist nach dem Motto „Schlaf-süß-aber-allein“ in den Schlaf gebracht wurden, geben gegenwärtig Schlafprobleme an.

Das geteilte Bett als gesundheitliches Risiko?

Schon im Mittelalter war das Ersticken der Säuglinge an der Seite ihrer Mutter bzw. ihrer Amme ein Thema. Das Phänomen des „zu Tode Liegens“ war zu manchen Zeiten sogar so häufig, dass ein Holzgestell erfunden wurde, das Ammen unter Strafe der Exkommunikation um das schlafende Baby herum anbringen mussten! Allerdings hatte diese Maßnahme keinen Einfluss auf die Sterblichkeit. Heute gehen Historiker und Ethnologen davon aus, dass sich hinter der gerade im 18. Jahrhundert grassierenden Epidemie des „Zu-Tode-Liegens“ letzten Endes Kindstötung bzw. „nachträgliche Familienplanung“ verbarg. Der Erstickungstod, so der naheliegende Verdacht, war die Spitze eines Eisbergs aus unqualifizierter Fremdbetreuung in einer Zeit, in der Säuglinge massenhaft an Ammen abgegeben und damit letzten Endes aufgegeben wurden (eine hervorragende Zusammenfassung ist dem Buch Mutter Natur der bekannten Verhaltensforscherin Sarah Blaffer Hrdy zu entnehmen).

Wenn heute von den Risiken des gemeinsamen Schlafens von Erwachsenen und Säuglingen geredet wird, dann geht es nicht mehr um die Gefahr des „Zu-Tode-Liegens“, sondern um den „Plötzlichen Kindstod“ – auch SIDS (sudden infant death syndrome) genannt. Am SIDS sterben derzeit in Deutschland etwa zwei von 1000 Säuglingen, am häufigsten zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat. Die genaue Ursache ist bis heute unbekannt. Sicher ist, dass äußere Erstickung durch Erdrücken dabei keine Rolle spielt. Vielmehr wird angenommen, dass die jungen Säuglinge durch ungünstige Einflüsse in ihrer Schlafumgebung ihre Atmung nicht mehr ausreichend steuern können. Dafür spricht, dass der plötzliche Kindstod allein durch die heute übliche Lagerung auf dem Rücken oder auf der Seite in den meisten Ländern um mehr als 70 Prozent (in Skandinavien sogar um bis zu 90 Prozent) zurückging.

Bekannt ist auch, dass der Plötzliche Kindstod in den westlichen Industrieländern, wo Babys routinemäßig alleine schlafen, sehr viel häufiger ist als dort, wo Babys nachts bei ihren (stillenden) Müttern schlafen. Das könnte daran liegen, dass der gemeinsame Schlaf, wie wir gesehen haben, dem Kind bei der Regulierung seiner noch unreifen Atmung hilft, oder auch damit, dass stillende Mütter ihre bei ihnen schlafenden Säuglinge automatisch auf dem Rücken oder auf der Seite lagern. Bekannt ist zudem, dass Säuglinge, die in einem eigenen Zimmer schlafen, gegenüber Säuglingen, deren Bettchen im Zimmer der Eltern steht, ein erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod haben.

Wie kommt es dann, dass das gemeinsame Schlafen von Mutter und Baby als Risiko für SIDS genannt wird? Ja, dass manche Kinderärzte – und sogar die renommierte American Academy of Pediatrics – sich sogar generell gegen ein Zusammenschlafen von Säuglingen und ihren Eltern aussprechen?

Auf die Umstände kommt es an

Unter bestimmten Umständen kann das gemeinsame Bett tatsächlich eine Gefahr für das Baby darstellen. Und diese Umstände sind in unserem Kulturkreis gar nicht so selten. So haben Säuglinge, die im Bett rauchender Mütter schlafen, im Vergleich zu allein schlafenden Kindern ein vielfach höheres SIDS-Risiko. Das gilt auch für Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben. Es wird geschätzt, dass von den jährlich etwa 300 SIDS-Fällen in Deutschland mindestens ein Drittel auf dieses Konto geht.

Auch Säuglinge, die bei durch Suchtmittel oder Alkohol beeinträchtigten Müttern schlafen, sind gefährdet – wahrscheinlich deshalb, weil die weiter oben beschriebene schützende intuitive Kommunikation im Schlaf nicht greifen kann. Für den US-Bundesstaat Alaska etwa zeigte eine aufsehenerregende Studie, dass bei allen im gemeinsamen Bett aufgetretenen Kindstod-Fällen Suchtmittelmissbrauch im Spiel war! Weitere Risikofaktoren sind das Schlafen auf sehr weichen oder unebenen Unterlagen (etwa Sofa oder Wasserbett) sowie die Verwendung von Kissen, Fellen oder anderem weichen Bettzeug. Unter solchen Schlafbedingungen, so die Vermutung, könnte sich die Atemluft „aufstauen“ und zu einem schleichenden Atemstillstand führen. Auch starkes Übergewicht der Mutter ist möglicherweise ungünstig.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch ein weiterer Zusammenhang: Das Risiko für den Plötzlichen Kindstod ist auch dort höher, wo eine nichtstillende Mutter mit ihrem jungen Säugling schläft. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die schützende intuitive Kommunikation im Schlaf bei einer nicht stillenden Mutter weniger ausgeprägt ist. Dafür spricht der Befund, dass auch das Schlafen mit dem Vater oder Geschwisterkindern mit einem gesteigerten SIDS-Risiko für den Säugling einhergeht.

Schaut man diese Risikofaktoren an, so wundert nicht, dass SIDS sehr viel häufiger in sozial benachteiligten Schichten vorkommt. In einer neueren Studie etwa betraf SIDS zu drei Vierteln Säuglinge von Müttern in der untersten Einkommensgruppe, 85 Prozent dieser Mütter rauchten in der Schwangerschaft und nur 26 Prozent hatten überhaupt versucht, ihr Kind zu stillen.

Dieser soziale Einfluss macht die wissenschaftliche Erforschung des SIDS-Risikos sehr schwierig. Denn das gemeinsame Schlafen von Säuglingen und Müttern findet unter extrem unterschiedlichen Bedingungen statt: Während viele Mütter es zum leichteren Stillen nutzen und dem Kind dabei ein gesundes Schlafumfeld bieten können, nutzen andere Mütter die praktischen Vorteile des Nebeneinanderschlafens im Rahmen eines ungünstigen Lebensstils (Rauchen, Alkohol, Drogen), in einem riskanten Schlafumfeld (Sofa, Wasserbett) und vor allem: ohne ihr Kind zu stillen. Wegen dieser sehr unterschiedlichen Verhältnisse müssen Daten aus statistischen Untersuchungen sehr vorsichtig interpretiert werden.

Fazit: Ein sicherer Schlaf ist für Babys heute sowohl im eigenen Bett als auch im Elternbett möglich, wenn die Regeln für ein sicheres Schlafumfeld befolgt werden. Für das Schlafen mit der Mutter heißt das: Das Baby schläft bei einer gesunden (nicht durch Alkohol, Drogen oder Beruhigungsmittel beeinträchtigten), stillenden, nicht rauchenden Mutter. Es gibt keine einzige Untersuchung, die einen nachteiligen Effekt des gemeinsamen Schlafens nachgewiesen hätte, wenn Mutter und Kind in diesem „vorgesehenen“ Schlafumfeld schlafen.

Dagegen scheint es möglicherweise ungünstig zu sein, wenn ein Baby allein in einem separaten Zimmer schläft – jedenfalls haben solche Kinder statistisch ein erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod.

Das Schlafen von Kleinkindern im Elternbett kann dagegen generell als sicher gelten – in dieser Altersgruppe können Kinder auch problemlos bei Geschwistern schlafen, wie dies in vielen Kulturen völlig normal ist.

Schlafarrangements sind Kompromisse

Auch wenn es im Zeitalter sicherer und warmer Häuser keinen objektiven Grund mehr gibt, warum Mutter und Kind nachts zusammen schlafen sollten, so setzt dies die subjektiven Erwartungen der Kinder nicht unbedingt außer Kraft – sie leben ja mit ihren Emotionen gewissermaßen noch in der Steinzeit. Für sie ist das Schlafen bei den Eltern der „Normalzustand“.

Auf welche Seite schlägt sich das evolutionäre Denken? Ist das gemeinsame Schlafen von Mutter und Säugling immer das Beste, weil das Kind dies „erwartet“? Auch hier läuft es auf das bereits Angesprochene hinaus: Eltern haben ihre eigenen Interessen, und deren Berücksichtigung ist nicht von vornherein schlecht, vielmehr ist auch dies Teil der evolutionären Tagesordnung. Eltern sollten also die zu erwartenden Belastungen und Belohnungen kennen und dann nach denjenigen Kompromissen suchen, die am besten zu ihrem Lebensumfeld, ihren Kräften und Lebensentwürfen passen.

Dieser Beitrag stammt aus dem Buch „Kinder verstehen. Born to be wild – wie die Evolution unsere Kinder prägt“ (Kösel Verlag 2009) – mit freundlicher Genehmigung des Autors Dr. Herbert Renz-Polster. Auf der Webseite www.kinder-verstehen.de finden sich weitere Informationen zum Thema. Die wissenschaftlichen Aussagen sind in dem Buch jeweils durch kurze Anmerkungen belegt. Diese finden sich auch unter www.kinder-verstehen.de/anmerkungen.html.

Weitere Beiträge des Autors hier in unserem Familienhandbuch

  • Dauerbrenner verwöhnen
  • Wie Kinder selbstständig werden. Die Sicht der evolutionären Anthropologie
  • Kinderschlaf in Einrichtungen – Ein bedürfnisorientierter Leitfaden

Autor

Dr. med. Herbert Renz-Polster, geb. 1960, ist Kinderarzt und Wissenschaftler am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg.

Ganze Völkerstämme von Kindern sind jede Nacht barfuss unterwegs, um im Bett ihrer Eltern Unterschlupf zu finden. Für diese Erkenntnis braucht es keine Studien, da genügt eine kleine Umfrage im Quartier vollkommen. Fast alle Eltern haben dafür Verständnis. Wer seinen Kindern allerdings offiziell einen Schlafplatz im eigenen Bett einräumt, macht sich schnell zum Hippie. Können die nicht loslassen? Spielen sie sich als kleines Naturvolk auf? Oder haben sie kein Geld für Kinderzimmermöbel?

Für reichlich Gesprächsstoff bei den Nachbarn ist jedenfalls gesorgt. In der Schweiz ist das gemeinsame Schlafen (Co-Sleeping) wenig etabliert. Nur etwa 5 Prozent der Einjährigen verbringen die Nacht im Bett der Eltern, bei den Vierjährigen sind es immerhin 13 Prozent. Dann flacht das Interesse wieder ab, und noch etwa 2 Prozent der Zehnjährigen schlafen dauernd bei Mama und Papa. Die Zahl der Kinder, die sporadisch und unangemeldet im Elternbett landen, ist jedoch viel höher.

Fast die Hälfte aller zwei- bis siebenjährigen Schweizer Kinder schlüpfen mindestens einmal pro Woche ins Elternbett. Diese aktuellen Zahlen aus Langzeitstudien des Kinderspitals Zürich zeigen unser zwiespältiges Verhältnis zum gemeinsamen Schlafplatz. Es ist doch ziemlich überraschend, dass Vierjährige häufiger in Mamas Arm schlafen als Neugeborene. Und mit den leeren Kinderbetten, die nachts wie stille Vorwürfe in den Wohnungen herumstehen, könnte man eine Leiter bis tief in den Nachthimmel bauen.

Mit schlechter Erziehung haben die nächtlichen Völkerwanderungen jedoch nichts zu tun. Wenn sich die Kinder ab etwa zwei Jahren langsam von ihren Eltern ablösen und ihre Autonomie entwickeln, kann das nachts zu Verlassenheitsgefühlen führen. Zudem ist die Fantasie von Kleinkindern so bildhaft und real, dass sie im Dunkeln häufig Angst bekommen.

Schlafen ist eine kulturelle Angelegenheit

Trotzdem setzen sich viele Eltern unter Druck, dass ihr Kind möglichst bald allein schlafen sollte. Warum eigentlich? „Schlafrituale verraten viel über die Kultur eines Landes, aber wenig über unsere biologischen Schlafbedürfnisse“, sagt Oskar Jenni, leitender Arzt Entwicklungspädiatrie des Kinderspitals Zürich. In afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern ist der gemeinsame Schlafplatz üblich, während in den hoch industrialisierten Ländern der USA und in Europa getrennte Zimmer der Norm entsprechen.

Es gibt jedoch auch Industrienationen, in denen das Familienbett praktiziert wird. Bestes Beispiel dafür ist Japan. In Japan betrachtet man ein Neugeborenes als eigenständige Persönlichkeit, die lernen muss, sich in die Gemeinschaft einzufügen – eine gemeinsame Schlafstätte hilft ihm dabei. In den USA, wo das Familienbett weitgehend verpönt ist, wird ein Neugeborenes dagegen als abhängiges Wesen gesehen, das lernen soll, autonom zu leben. Im eigenen Bett, mit Nachtlicht und Teddy. Ebenso ist in Europa frühe Autonomie ein hohes Gut, und separate Kinderzimmer sind Standard. So planten die Architekten in den 70er- und 80er- Jahren, als viele der heutigen Eltern noch in den Windeln lagen, wie das Familienleben nachts auszusehen hatte: Hier das 14-Quadratmeter-Elternzimmer mit zwei Betten, zwei Nachttischchen plus Wandschrank, dort drei 9-Quadratmeter-Kinderzimmer mit Wiege, Gitterbett und Kommode.

Ganz ausgemistet sind diese ordentlichen Wohnlandschaften in unseren Köpfen nicht. Und wenn Grosseltern sich darüber mokieren, dass die heutigen Babys überallhin mitgenommen werden – sogar ins Ehebett – schwingt vielleicht sogar ein wenig Neid auf die Mütter von heute mit. Der amerikanische Kinderarzt William Sears hat nämlich in seiner Praxis eine Umfrage gemacht und festgestellt, dass die meisten Mütter ihr Baby nachts am liebsten zu sich nehmen würden.

Schluss mit dem Liebesleben?

Viele Kinder, die als Baby im Familienbett schlafen, verlassen es freiwillig im 2. oder 3. Lebensjahr. Autor und Kinderarzt William Sears meint, man müsse sich bei kleinen Kindern wegen der Abhängigkeit keine Sorgen machen. Ein Kind, das unbedingt bei den Eltern schlafen wolle, bekomme so schlicht ein elementares Bedürfnis gestillt. Es werde dann unabhängig, wenn es die entsprechende Reife dazu hat. „Eltern können ihren Kindern nicht Unabhängigkeit antrainieren, vielmehr sollten sie ihnen eine sichere und liebevolle Umgebung bieten, die es den Kindern ermöglicht, ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln“, so William Sears.

Und was ist mit den Bedürfnissen der Eltern? Wenn sie über Jahre gemeinsam mit ihren Kindern schlafen, leidet dann nicht ihr Sexualleben darunter? Ulrike Zöllner, Professorin an der Hochschule für Angewandte Psychologie in Zürich, beurteilt das Familienbett aus diesem Grund kritisch: „Kinder beeinflussen die Sexualität ihrer Eltern schon ohne diesen Familienschlaf sehr. Deshalb muss man genau anschauen, ob man sein Kind ans eigene Bett bindet, weil man sich vom Partner distanzieren will.“ Wenn das Kind im Bett die mangelnde Lust auf sexuelle Zweisamkeit mit dem Partner kaschieren soll, ist das sicher keine kluge Strategie. Eltern sind darum gut beraten, offen und ehrlich darüber zu sprechen, ob ein Familienbett für beide akzeptabel sein könnte – und das auch noch nach einigen Wochen Praxis.

Abgesehen von der möglichen Einschränkung im Liebesleben befürchten viele Eltern aber auch, sie könnten ihr Kind im Elternbett gefährden. So warnt die Vereinigung der amerikanischen Kinderärzte ausdrücklich vor dem Familienbett, und in Europa getrauen sich viele Fachleute nicht mehr, es zu propagieren. Weil neuere Studien einen Zusammenhang zwischen dem gemeinsamen Schlafen und dem plötzlichen Kindstod sehen. Die Schweizer Kinderärzte geben deswegen jedoch keine Warnung ab. Der Luzerner Kinderarzt Georg Magyar meint: „Es gibt klare und eindeutige Richtlinien für den gemeinsamen Schlaf. Wieso sollte ich abraten? Ein Polizist zieht Autofahrer auch nicht aus dem Verkehr, wenn sie angeschnallt sind und korrekt fahren, nur weil immer etwas passieren kann.“

Erstaunliche Studienergebnisse

Das Familienbett hat sich in den letzten Jahren zu einem Lieblingsobjekt der Forschung entwickelt. Deshalb weiss man heute einiges über das Verhalten von Eltern und Kind während des Schlafs. Der amerikanische Forscher James McKenna stellte in seinem Schlaflabor fest, daß die Säuglinge im Familienbett die meiste Zeit mit dem Gesicht zur Mutter schlafen. Seine bemerkenswerteste Beobachtung: Die Schlafphasen von Mutter und Kind gleichen sich an, wenn sie nebeneinander liegen. Die Mutter wird also vom weinenden Kind nicht aus dem Tiefschlaf gerissen, sondern sie gleitet gleichzeitig mit ihm sanft in eine leichtere Schlafphase hinüber. Beide schlafen grundsätzlich weniger tief, als wenn sie in zwei Zimmern liegen würden, und ihre Antennen sind auf Stand-by geschaltet. Mit ein Grund, warum man nicht Angst haben muss, das Baby im Schlaf zu erdrücken.

In Filmaufnahmen war zu beobachten, dass sich Kind und Mutter im Schlaf exakt so bewegen, dass es nie zu einer bedrohlichen Situation kommt. Das funktioniert allerdings nicht, wenn die Eltern übermüdet in einen bleiernen Schlaf fallen und wenn Alkohol oder Medikamente im Spiel sind. Für eine Mutter ist der gemeinsame Schlafplatz bestimmt komfortabler als die getrennten Zimmer. Sie kann ihr Baby im Halbschlaf stillen und es beruhigen, ohne dafür immer aufzustehen und eine halbe Stunde wach zu sein. „Mit Kindern wird man pragmatisch und unorthodox“, weiss die Hebamme Barbara Schwärzler. Etwas praktische Fantasie braucht es auch dann, wenn sich ein zweites Kind anmeldet.

Schlafen wie im Pfadilager ist nicht jedermanns Sache, und ein älteres Kind wegen des Neuankömmlings auszuquartieren zieht Eifersucht geradezu an. Da viele Kinder nicht gerne alleine schlafen, kann ein gemeinsames Kinderzimmer die Lösung sein. Autor und Kinderarzt Remo Largo empfiehlt das Schlafen mit Geschwistern in seinem Buch „Babyjahre“ ausdrücklich, damit sie sich nachts nicht verlassen fühlen: „Kinder, die mit ihren Geschwistern schlafen, suchen nur ausnahmsweise das elterliche Schlafzimmer auf.“

Familienbett ist tabu

  • wenn Eltern rauchen
  • bei Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum
  • bei extremer Übermüdung,
  • auf Wasserbetten, weichen alten Matratzen, Klappbetten und Sofas.

Regeln für ein sicheres Familienbett

Das Baby auf den Rücken legen und es vor Überwärmung schützen. Am besten ist ein Babyschlafsack. Das Kind nicht zusätzlich mit dem eigenen Duvet zudecken. Die Elterndecken sollten leicht sein und das Schlafzimmer ungeheizt.

  • Keine Kissen in Babys Kopfnähe
  • Schlafen Sie möglichst dem Kind zugewandt
  • Schläft Ihr Baby allein im Elternbett, muss es abgesichert werden (z.B. mit einem Stillkissen) oder in ein Babybett gelegt werden
  • Kein Haustier im Familienbett
  • Keine Lücken zwischen Wand und Bett oder zwischen den Elternbetten, in die das Neugeborene hineinrutschen könnte
  • Ein Neugeborenes nicht neben ein Geschwister betten
  • Ein Neugeborenes nicht zwischen die Eltern legen, sondern neben die Mutter

Co-Sleeping: So schlafen alle gut und sicher im Familienbett

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Eltern strikt dazu geraten wurde, ihr Kind am besten direkt nach der Geburt an das eigenen Bettchen zu gewöhnen. Heute weiß man – oder besser, gesteht man es den Kleinen zu – dass das Alleinesein zum schlimmsten zählt, was sie in ihren ersten Lebenstagen und -monaten erleben können. Und genau deshalb entscheiden sich immer mehr Eltern für das Familienbett und gegen das eigene Kinderbettchen.
Und auch mit zunehmendem Alter der Kinder praktizieren viele Familien das Co-Sleeping, also das gemeinsame Schlafen in einem großen Familienbett. Damit alle Familienmitglieder zu jeder Zeit sicher und gut schlafen können, gibt es beim Familienbett ein paar Dinge, die man beachten sollte.

So wird das Familienbett zum sicheren Schlafplatz für alle

Ganz oben auf der Liste für das ideale Familienbett steht natürlich die Sicherheit für das Baby oder auch ein älteres Kind. Und dabei geht es nicht nur um den Schutz vor dem Hinausfallen. Auch Matratze, Bettlaken oder das Kissen können gefährlich für Babys werden. Idealerweise sieht ein Familienbett wie folgt aus:

1.Die Matratze für das Familienbett sollte gewisse Standards erfüllen. Soll das Baby beispielsweise in der Mitte zwischen Mama und Papa liegen, ist es wichtig, dass es keine Lücke gibt. Also besser keine zwei Matratzen für das Familienbett, sondern eine große durchgehende. Zu weich sollte sie nicht sein und auch groß genug, damit alle genug Platz und Bewegungsfreiheit haben.

2. Das Bettlaken sollte möglichst straff gespannt sein, damit sich Arme und Beine des Kindes nicht darin verfangen können.

3. Je nachdem, wo das Bett im Schlafzimmer steht, sollte darauf geachtet werden, dass es keine Lücken gibt, in die das Kind hineinrutschen könnte. Steht das Bett also an der Wand, sollten eventuelle Zwischenräume ausgestopft werden. Auch ein flexibles Bettgitter, wie es bei größeren Kindern gern als Schutz vor dem Hinausfallen verwendet wird, kann eine Lücke zwischen Bettrahmen und Matratze entstehen lassen, die für Babys gefährlich werden kann. Auch der Abstand der Sprossen eines solchen Gitters sollte nicht zu groß sein, damit sich das Baby nicht darin verfängt.

4. Vor allem dann, wenn das Baby noch klein ist, sollten keine Kissen in seiner Nähe liegen. Es besteht immer die Gefahr, dass es eines heran und über das Gesicht zieht.​ Das selbe gilt für Decken. Babys schlafen in den ersten Monaten am besten in einem Kinderschlafsack.

Gut schlafen im Familienbett

Ein Familienbett ist nicht für jedermann und jede Familie geeignet. Während es beispielsweise am Anfang und mit einem kleinen Baby wichtig ist, dass Mama bzw. Papa nicht zu fest schlafen, um schnell auf die Bedürfnisse des Kindes reagieren zu können, ist es definitiv von Nachteil einen leichten Schlaf zu haben, wenn ein zappeliges zwei- oder dreijähriges Kind des Nachts neben einem liegt.
Achtung ist auch geboten, wenn es eine starke Gewichtsdifferenz zwischen den Eltern gibt. Ist eines der Elternteile übergewichtig und liegt das Baby neben ihm, besteht die Gefahr, dass das Kind rüber rollt und sich aus dieser Lage nicht mehr befreien kann. In einem solchen Fall ist es sicherer für das Baby, in einem Beistellbettchen direkt neben dem Elternbett zu schlafen.
Eltern sollten versuchen, im Familienbett möglichst duftfrei zu schlafen, denn Babys haben einen sehr feinen Geruchssinn. Das gilt für das Waschmittel, aber auch für Cremes, Lotions und Parfüms von Mama und Papa. Je natürlicher der Geruch, desto eher fördert es die Eltern-Kind-Bindung, denn Babys erkennen Mama und Papa am Anfang am Geruch.
Die Temperatur im Schlafzimmer ist ebenfalls wichtig für einen guten Schlaf. Je mehr Personen sich das Familienbett teilen, desto schneller wird es warm. Achtet darauf, dass es im Schlafzimmer nicht zu warm und nicht zu kalt ist. Ideal sind 18 Grad Celsius. Mit Hilfe von saisonalen Babyschlafsäcken schwitzen die Kleinen nicht im Sommer und frieren nicht im Winter.

Übrigens: Haustiere wie Hunde oder Katzen gehören nicht ins Familienbett. Und auch auf Alkohol und Zigaretten sollte man unbedingt verzichten, wenn man sich das Bett mit Kindern teilt.

Bis wann können Kinder im Familienbett schlafen?

Es gibt eigentlich kein festes Alter, an dem Eltern ihr Kind oder ihre Kinder aus dem Familienbett werfen sollten. In der Regel ergibt sich das von ganz alleine. Wenn die Kinder sechs, sieben oder acht Jahre alt sind und immer selbstständiger werden, fragen sie auch nach einem eigenen Bett bzw. Zimmer.
Wer jedoch nicht gut schlafen kann, wenn das Kind im Familienbett liegt, unabhängig vom Alter des Kindes, der sollte überlegen, ob es nicht für alle angenehmer ist, dass Kind an sein eigenes Bett zu gewöhnen. Wenn es die Bewegungen des Nachwuchses sind, die einen immer wieder aus dem Schlaf reißen, dann genügt ein eigenes Bett neben dem Elternbett.

Wenn es jedoch die Geräusche des Kindes sind, die einen immer wieder nachts aufwecken, dann sollte man über ein eigenes Zimmer nachdenken. Denn am Ende zählt, dass alle gut schlafen können.

Familienbett kaufen oder selber bauen?

Entscheidend dafür ob ihr ein Familienbett kauft oder selber baut ist der Platz, den ihr zum Schlafen benötigt. Während es einigen Paaren samt Nachwuchs nichts ausmacht, sich eine 1,40 m Matratze zu teilen, kommen andere auch mit einer 1,80 m Matratze nicht richtig zur Ruhe.
Mittlerweile hat sich der Einzelhandel allerdings auf Familien eingestellt. Heute ist es kein Problem mehr, ein Familienbett in den Maßen 280 x 200 Meter zu kaufen. Allerdings kostet so eine Bettkonstruktion auch ein bisschen mehr.

Wer also Geld sparen möchte und trotzdem nicht aufs Familienbett verzichten mag, der baut selbst. Die einfachste Variante lässt sich aus Paletten und Matratzen bauen. Wer gerne ein paar mehr Zentimeter über dem Boden schläft, der sollte nicht ganz ungeschickt im Umgang mit Werkzeug sein. Aber auch hier finden sich im Internet jede Menge Ideen, Anleitungen und Tipps.

Quellen & Informationen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aurklärung (BZgA)
  • Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppe Bundesverband
  • Hebammenblog.de

Auch auf gofeminin.de:

Wenn dein Kind um DIESE Uhrzeit schlafen geht, bleibst du länger gesund!

8 geniale Tipps, mit denen dein Kind abends besser einschläft

Der Brief eines Babys, das lernen soll, alleine zu schlafen

Wie lange schläft das Kind denn noch im Familienbett? Vom selbstbestimmten Auszug

„Wenn ihr euer Baby im Familienbett schlafen lasst, dann kriegt ihr es da nie wieder raus!“ Dieser Satz hallt immer noch nach, wenn ich mich mit meiner Familie ins Bett kuschle. Oder wenn ich morgens meine Kinder beobachte, wie sie noch friedlich und mit roten Backen schlafen, weil es abends wieder spät geworden ist. Ja, ich finde es ganz wunderbar im Familienbett, und nun stellt euch vor, meine große Tochter ist nun freiwillig ausgezogen. Das ist natürlich auch wunderbar. Von Unkenrufen und Reifeprozessen.

Schlechtes Gewissen als Babymama – aber es ging nicht anders

Peanut war von Geburt an ein richtiges Klammerkind. Mal kurz ablegen ging überhaupt nicht, auch nicht, wenn ich direkt nebendran saß. Babydecken waren bei uns irgendwann Katzenterritorium, denn das Baby lag und saß immer nur auf mir oder dem Papa. Nach ein paar Monaten konnten wir sie dann ganz langsam daran gewöhnen, dass sie uns wenigstens beim Nachtschlaf neben sich duldete. Als sie etwa ein halbes Jahr alt war, setzte sie im Halbschlaf immer einen Fuß auf mein Bein, damit ich auch ja nicht unbemerkt aufstehen konnte. Ein rührendes Bild, das ich nie vergessen werde. Die Abstände zwischen ihr und mir wurden immer ein wenig größer, aber nie so, wie es die anderen gern gehabt hätten.

Das Rudel ruht

Die anderen, das waren einige aus der Familie, dem Umfeld, Bekanntenkreis. Die anderen machten sich große Sorgen um das Baby (plötzlicher Kindstod) und um uns (Betthupferl bis zum Schulabschluss). Wir bekamen regelmäßige Nachfragen, Zeitungsartikel und Geschichten mit dem Tenor, dass man sich zeitig darum bemühen müsse, sein Kind dem elterlichen Bette zu entwöhnen. Als Peanut 2 wurde, kauften wir ihr ein richtiges Kinderbett, in dem sie nach wochenlanger Gewöhnungszeit auch schlief – angestellt an das Familienbett. Irgendwann wurde uns das aber alles zu eng, als nämlich Little Pea mehr Platz brauchte, und wir wechselten zu einem XXL Matratzenlager Floorbed. Jeder hatte genug Platz, auch wenn sich einer quer legte. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass wir ein richtiges Rudel sind, und das war irgendwie cool.

Vom selbstbestimmten Auszug ins Kinderzimmer

Ganz ehrlich, ich habe mir eigentlich gar keine Gedanken mehr darüber gemacht, dass das Familienbett nicht ok sein könnte oder irgendwann enden müsse. Ich bin davon ausgegangen, dass es noch eine Weile dauert, und dass jedes Kind für sich entscheidet, wann es ein eigenes Bett haben möchte – und wenn es dann nicht klappt, wäre das auch ok gewesen. Blöd war eigentlich nur, dass ich abends beide gleichzeitig ins Bett bringen musste, und dann pitchten sie sich oft gegenseitig hoch und ärgerten sich dann, wenn das Licht aus war. Das war nicht immer so gewesen, aber momentan ist sowieso eine langwierige Streitphase angesagt.

Und dann kam Peanut eines Tages und wollte testweise auf einer Isomatte vor dem Familienbett schlafen. Das fand sie cool, vor allem, weil sie dann weg von ihrer Schwester war. (Die beiden waren sonst nebeneinander.) Nach ein paar Tagen wollte sie wieder auf ihren alten Platz. Dann kam sie auf die Idee, dass sie im Kinderzimmer schlafen wollte. Irgendwie entdeckt sie gerade das allein sein. Dort liegt auf dem Boden eine kleine Matratze, also konnte sie sich ausprobieren. Ich rechnete nicht damit, dass es klappen würde und ließ sie einfach mal machen.

Verrückt, mein Mädchen, das sonst immer Händchen halten wollte zum Einschlafen, sagte mir im Dunkeln gute Nacht und warf den Papa raus, der eigentlich Einschlafbegleitung machen sollte. Und dann hörte ich bis zum nächsten Morgen nichts mehr. Ich fand es so megamäßig süß, wie sie dann vor Stolz strahlte, als ich sie am Morgen aufweckte. Und dann verkündete sie, dass sie jetzt endlich ein Hochbett bräuchte.

Die magische 5?

Ich finde es schon richtig krass, dass es jetzt doch vermeintlich von jetzt auf gleich geklappt hat. Manche Dinge sind wohl doch einfach nur eine Frage der Reife. Bei Ami und Mo hatte ich übrigens auch mitbekommen, dass die Kinder im 5. Lebensjahr irgendwann alleine schlafen wollten und das auch geklappt hatte, einfach so. Vielleicht ist das ja einfach ein gutes Alter dafür, wer weiß. In Japan schlafen die Familien glaube ich auch die ersten 5 Jahre zusammen.

Schade, dass ich mich nicht zurückbeamen kann in die Zeit um Peanuts Geburt herum, um mir selbst eine Runde den Rücken zu stärken. Aber vielleicht liest den Artikel ja jemand, der sich ebenfalls fragt, ob das mit dem Familienbett so eine gute Sache ist (oder den Druck von außen verstärkt abbekommt). Da passt das Zitat so gut „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“.

Love & Peace,

eure Frida

Anfang des Jahres haben Anke und Camillo Helene ihr eigenes Bett sowie das ihres 16 Monate alten Sohnes Noah aus der Wohnung verbannt und durch ein Familienbett ersetzt. Es ist zwei Meter breit und soll für die drei Familienmitglieder reichen. Für wie lange? Das bestimmt Noah. Überhaupt hat der kleine Noah mit den roten Haaren, kristallblauen Augen und weißen Speckärmchen sehr viel zu entscheiden. Etwa, wie lange Anke ihn noch stillen wird, oder ob er lieber im Tuch durch die Stadt getragen werden oder doch selbst laufen möchte.

Der Trend, dem die junge Familie aus dem hessischen Darmstadt folgt, nennt sich attachment parenting. Erziehung, so die Idee, soll dann besonders erfolgreich sein, wenn die Eltern eine möglichst starke Bindung zu ihren Kindern aufbauen, indem sie sich nach deren Bedürfnissen richten. Ihr Begründer war der amerikanische Kinderarzt und achtfache Vater William Sears.

Die Idee ist zwar nicht neu, aber als Bewegung ist attachment parenting in Deutschland noch relativ jung. Ihre Anhänger – vor allem Mütter – sind in allen sozialen Medien sowie in zahlreichen Foren und Blogs aktiv. Auch Helene erzählt seit ein paar Wochen auf ihrer eigenen Website von ihrem Leben mit Noah, teilt Gedanken und gibt Tipps für Produkte, Rezepte und Literatur.

Wer sich durch die Fülle an sogenannten Mamiblogs, Foren und Facebookgruppen klickt, erkennt, dass die schreibenden Attachment-Mütter ein gemeinsames Feindbild haben – besonders das 2006 erschienene Ratgeberbuch Jedes Kind kann schlafen lernen von der Psychologin Annette Kast-Zahn. „Allein schon der Gedanke, dass jemand ein Kind alleine weinen lässt, bis es erschöpft einschläft, treibt mir die Tränen in die Augen“, schreibt eine Nutzerin auf der Facebook-Seite des Vereins Rabeneltern.org.

Jedes Kind kann schlafen lernen ist der meistverkaufte deutsche Elternratgeber aller Zeiten. Eine Gruppe Leser dankt in den Amazon-Bewertungen Kast-Zahn aus tiefstem Herzen, die andere warnt nachdrücklich vor dem Kauf. Dazwischen gibt es wenig.

Ein Problem der westlichen Mittelschicht

Heidi Keller, Entwicklungspsychologin an der Hebrew University in Jerusalem, hält dieses Phänomen für typisch für die westliche Mittelschicht. Keller erforscht die Erziehungsmethoden auf allen Kontinenten, vor allem in zwei verschiedenen Milieus: in der westlichen Mittelschicht und bei traditionell lebenden Bauern. „Während Eltern in Kamerun ihre Kinder wie selbstverständlich erziehen, kommt hier alle paar Jahre ein neuer Ratgeber auf den Markt, der die Debatte mit einer gegensätzlichen Meinung anheizt“, sagt Keller.

Im deutschen Fernsehen etwa schickte von 2004 bis 2011 Die Super Nanny Katharina Saalfrank auf RTL bockige Kinder auf die stille Treppe – jüngst hat die Diplom-Pädagogin allerdings ein völlig gegensätzliches Buch mit dem Titel Du bist ok, so wie du bist: Das Ende der Erziehung herausgebracht.

Die hitzigsten Debatten werden wohl unter Müttern und unter Freunden ausgetragen. Nicht selten muss sich Anke Helene gegen unbekannte Menschen verteidigen, weil sie ihrem Sohn – der laufen kann und die ersten Wörter spricht – noch immer die Brust gibt. Freunde sagen ihr, sie solle den Jungen nicht so viel tragen, sonst lerne er nicht laufen. Sie wendet sich deshalb häufig an Gleichgesinnte im Internet.

Babyschlaf: Kinderbett oder Elternbett?

Ein geeignetes Bett für den Nachwuchs hat bei der Einrichtung des Kinderzimmers oberste Priorität. Es soll bequem, kindersicher und optisch ansprechend sein. Doch ist der Sprössling erstmal auf der Welt, wird das Babybett häufig nur selten genutzt. Mama und Papa haben ihren Nachwuchs auch nachts lieber im Blick und nah bei sich. Die Lösung: Das Baby darf mit im Elternbett übernachten. Eine Sache an der sich die Geister scheiden. Viel zu gefährlich sagen die einen, gut für die Eltern-Kind-Bindung sagen die anderen. Doch welche ist die wirklich bessere Variante – eigenes Kinderbett oder Elternbett? Wir haben die Vor- und Nachteile gegenübergestellt.

Elternbett – Das sind die Vorteile

Wo soll mein Baby schlafen? Eine Frage, die viele Eltern beschäftigt. Wichtig ist: Wer sich dafür entscheidet den Sprössling mit ins Elternbett zu nehmen, sollte dies freiwillig und aus Überzeugung tun. Häufig entscheiden sich Mama und Papa für diese Variante, weil sie keine andere Lösung sehen und das Baby im Kinderbett zu unruhig ist. Doch gerade dann leiden Eltern darunter und finden selbst nicht mehr zur Ruhe. Die Vorteile vom Schlaf im Elternbett sind folgende:

Identischer Schlafrhythmus

Mutter und Kind entwickeln eher einen gemeinsamen Schlafzyklus, wenn sie von Anfang an im gleichen Bett schlafen. Das hat den Vorteil, dass häufig länger und ruhiger geschlafen wird.

Entspannter Schlaf für Eltern und Kind

Gerade am Anfang sind Sorgen um den Neuankömmling normal. Vor allem wenn das Baby alleine in einem anderen Raum schläft. Unruhige und eher schlaflose Nächte sind da vorprogrammiert. Mama und Papa haben in vielen Fällen mehr Ruhe, wenn sie den Nachwuchs auch nachts bei sich haben.

„Durchschlafen“ wird zum Kinderspiel

Langes Schreien und das andauernde aus dem Bett quälen gehören der Vergangenheit an. Will das Baby beruhigt werden, reicht es sich umzudrehen und den Nachwuchs wieder in den Schlaf zu streicheln. Auch das nächtliche Stillen kann bequem im Bett geschehen.

Elternbett – das sind die Nachteile

In der Diskussion Kinderbett oder Elternbett sehen viele Skeptiker das „Gemeinsam-Schlafen“ kritisch. Liegt das Baby mit im Elternbett, schlafen Mama und Papa vor allem zu Beginn eher unruhig. Schließlich wird auf jede Bewegung und jedes Geräusch des Kindes genau geachtet. Hinzu kommt, dass das Elternbett für einige Zeit kein Ort der Zweisamkeit mehr sein wird. Gegen das gemeinsame Schlafen im Elternbett spricht aber vor allem, dass es auch für den Nachwuchs selbst Nachteile geben kann. So können eine große Bettdecke und viel Körperwärme zur Überhitzung führen. Gerade bei Frühchen oder Babys mit geringem Geburtsgewicht steigt damit das Risiko des Plötzlichen Kindstods. Andere kritisieren wiederrum, dass sich Kinder auch später nur schwer an ihr eigenes Bettchen gewöhnen und länger brauchen selbstständig zu werden.

Das spricht für ein eigenes Babybettchen

Die Nachteile des Elternbetts sprechen gleichzeitig für das Schlafen im eigenen Babybettchen. Natürlich müssen sich Mama und Papa ab und an aus dem eigenen Bett quälen, um den Sprössling zu beruhigen. Allerdings müssen sie später nicht durch eine langwierige Umgewöhnungsphase. Auch die sowieso schon seltene Zweisamkeit wird zumindest in der Nacht gewahrt.

Grundsätzlich gilt aber: Jedes Elternpaar muss seinen eigenen Weg finden. Hier kommt es auch stark auf die individuellen Bedürfnisse und Persönlichkeit des Babys an. Eine gute Zwischenlösung: Stellen Sie das Babybettchen, sei es ein Beistellbett oder ein Gitterbettchen, in der Anfangsphase einfach mit in das Eltern-Schlafzimmer. Funktioniert das Durchschlafen irgendwann gut, kann es allmählich in das eigene Kinderzimmer umgezogen werden.

Geuther: Kinderbetten für einen entspannten Babyschlaf

Wenn es um die Schlafstätte von Babys geht, sollten Eltern keine Kompromisse eingehen. Denn egal ob Kinderbett oder Elternbett: Die Sicherheit hat in Sachen Babyschlaf oberste Priorität. Kinderbettchen von Geuther sind genau für dieses Anliegen konzipiert. Alle verwendeten Lacke, Stoffe und Folien sind speichel- sowie schweißfest und schadstofffrei. Somit erfüllen Geuther Kinderbetten höchste Gesundheitsanforderungen. Neben voll ausgestatteten Kinderzimmern sind außerdem Spiel- und Hochbetten, Lauf- und Treppengitter, Hochstühle sowie Pflegeprodukte enthalten. Erste Wahl bei der Herstellung der Möbel ist massives Buchenholz für ein gutes Raumklima.

Höhenunterschied Elternbett – Babybett

Hallo
ich hoffe ihr könnt mir mit guten Tipps helfen. Meine Kleine ist jetzt 3 Monate alt. Und Anfangs haben wir uns das so gedacht, dass die kleine Maus in Uhrem Kinderbett bei uns im Schlafzimmer schläft. Also ein richtiges Kinderbett. ist glaub 140x70cm. Einerseits schläft die kleine da irgendwie gar nicht gern da drin. Habens schon oft probiert..Sie ist voll dagegen.
Einerseits kann ichs auch verstehen. Weil: Das Kinderbett ist von der Höhe her mit der Matraze ca. 10-15cm höher als das Elternbett. Und wenn man den Lattenrost vom Babybett eine Stufe runterstellt, ist es ca. 20cm tiefer als das Elternbett. Also wie es ist,ist es doof.
Wenn sie im Bett liegt und sich bewegt und umherwiegelt, dann ist sie schon öfters einfach so in mein Elternbett runtergekippt. Was natürlich auch nicht toll ist.
Weiter hat das Elternbett einen breiten Rahmen, so dass zw. Babymatraze und Elternmatraze nur der harte Rahmen ist, ich zieh dann zwar immer die Babymatraze etwas rüber, aber das ist auch keine Lösung auf Dauer.
Jetzt überleg ich mir, ob ich doch noch ein Babybay kaufe oder eine Wiege.
Was würdet ihr mir empfehlen.
Ich hoffe ihr habt tolle Tipps..

Baby Beistellbett selbst bauen – günstig & einfach!

Es ist süß und es ist praktisch für alle frischgebackenen Mamas – ein Baby Beistellbett! Direkt ans Elternbett herangeschoben, ermöglicht es das Baby nachts schnell zu versorgen, ihm Nähe zu geben oder es zu stillen. Auch uns war noch vor der Geburt unsere Sohnes klar, dass wir eins benötigen. Bei der Suche nach geeigneten Modellen fielen uns allerdings zwei Dinge negativ auf: Zum einen sind die meisten Baby Beistellbetten recht klein, also wirklich eher nur im ersten Jahr zu gebrauchen. Wir wollten unseres gern darüber hinaus nutzen. Und zum anderen der Preis – den fanden wir bei fast allen Herstellern zu hoch (gerade wenn man bedenkt, dass die Kinder da sehr schnell herauswachsen).
Schnell war die Idee geboren: Baby Beistellbett selbst bauen! Und das geht dank Ikea viel einfacher als es sich anhört. 😉

Aus Ikea Babybett wird ein günstiges Beistellbett!

Dank unseres Lieblingsschweden können wir ein passendes Beistellbett in Handumdrehen zaubern und benötigen dafür nur eins: das günstige Babybett Sniglar in der Größe 120x60cm aus dem Ikea Standard Sortiment.

Kostenpunkt: 39 Euro
Maße Liegefläche: 120cm x 60cm

Wer keinen Ikea in der Nähe hat und das Beistellbett trotzdem nachbauen möchte, kann das Babybett auch online beziehen: Babybett Sniglar 120x60cm bei Amazon*. Allerdings ist es dabei teurer als direkt im Geschäft.

68,90 EUR Bei Amazon ansehen* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Es handelt sich um ein ganz einfaches Babybett aus Holz. Mit ein paar Änderungen können wir daraus ein Beistellbett bauen, das mit 39 Euro zum einen unschlagbar günstig ist, länger verwendbar (unser Sohn schläft mit 2,5 immer noch drin) und dabei absolut seinen Zweck erfüllt.

Baby Beistellbett selbst bauen: das Werkzeug

Für den Auf- bzw. Umbau werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Akkuschrauber
  • Wasserwaage
  • Stichsäge
  • Schleifpapier
  • Holzbohrer mit 5mm und 8 mm Stärke
  • Metermaß
  • Bleistift

Für geschickte Hobby-Heimwerker ist der Umbau innerhalb von max. 2 Stunden erledigt. Es sind keine komplizierten Handgriffe dabei und so kann eigentlich jeder so ein Baby Beistellbett selbst bauen!
Im nächsten Abschnitt erklären wir jeden Schritt genau, damit gar nichts mehr schief gehen kann.

Hinweis: Diese Bauleitung ist für Elternbetten mit einer maximalen Kantenhöhen von 43cm geeignet.

Baby Beistellbett selbst bauen: der Aufbau

Schritt 1: Babybett nach Anleitung aufbauen, dabei eine lange Seite auslassen (diese Seite bleibt offen, und wird später ans Elternbett grenzen). Bei der Liegefläche auf einer Seite die Befestigungsstifte weglassen.

Schritt 2: Liegefläche am Bett einhaken (die Seite mit den Befestigungsstiften).
Das Beistellbett an das Elternbett heranschieben und die Liegefläche mit Hilfe einer Wasserwaage waagerecht ausrichten. Jetzt die Höhendifferenz zwischen der Liegefläche und Bettkante messen.

Schritt 3: Um beide Betten auf gleich Höhe zu bringen, muss man die Füße des Babybetts um dieses eben abgemessene Länge kürzen. Dazu zeichnet ihr euch mit dem Stift einen Strich ein und sägt mit der Stichsäge das entsprechende Stück ab.

Schritt 4: Danach die Kanten abschleifen, damit keine Holzspäne herausstehen und alles schön glatt ist.

Schritt 5: Jetzt müssen die beiden Seitenteile noch eingekürzt werden, damit sie nicht über die Liegefläche hinausragen. Dazu die Länge des überstehenden Seitenteils abmessen.


Schritt 6: Diese abgemessene Länge zeichnet man auf der Ober- und Unterseite der Seitenteile an.

Schritt 7: Nun entsprechend der Markierung absägen.

Schritt 8: Jetzt steht noch ein kleines Holzstück ab, welches wir nicht brauchen. Dieses wird auch abgesägt.

Schritt 9: Nun die Beine wieder an die Seiten befestigen.
Dazu die Beine auf die Seitenteile platzieren und mit einem Bohrer (5mm) die Löcher für die Schrauben vorbohren (Auf genügend Bohrtiefe achten).
Anschließend mit den Originalschrauben verschrauben.

Schritt 10: Um die Liegefläche auf der losen Seite abzustützen, muss eine Querstrebe angebracht werden. Darauf wird später die Liegefläche aufgelegt.

Schritt 11: Dazu die übrig gebliebene lange Seite nehmen und die Gitterstäbe absägen. Die Kanten wieder abschleifen.

Schritt 12: Nun die Liegefläche wieder mit Hilfe einer Wasserwaage in die waagerechte Position bringen und die Unterkante der Liegefläche an der Innenseite der Beine markieren.

Schritt 13: Unterhalb der Markierung mit einem Bohrer (8mm) ein Durchgangsloch durch die Bettbeine bohren, damit die Querstrebe mit den Originalschrauben wieder festgemacht werden kann. Hierbei auf die Position des Bohrlochs achten (ca. 1,5cm unterhalb der Markierung), damit die Querstrebe an der richtigen Stelle sitzt.
Zu guter Letzt die Querstrebe verschrauben und die Liegefläche auflegen.

Und so sieht unser fertiges Baby Beistellbett aus:

Baby Beistellbett selbst bauen: Befestigung am Elternbett

Folgendes Material wird benötigt, um das Baby Beistellbett sicher am Elternbett zu befestigen:

  • 2 Gardinenwinkel (Die Länge ist hierbei abhängig von der Breite der Bettkante des Elternbetts)
  • Klebefilz
  • 2 kleine Holzschrauben

Vergewissert euch vor dem Kauf der Gardinenwinkel, dass sie lang genug sind, um am Elternbett eingehakt und mit dem Beistellbett verschraubt zu werden.

Die Innenseiten des Gardinenwinkel werden nun mit Filz beklebt, damit das Elternbett nicht zerkratzt wird.

Nun das Beistellbett ans Elternbett ranschieben, Gardinenwinkel am Elternbett einhaken und das andere Ende der Gardinenwinkel mit dem Rand der Liegefläche verschrauben.

Wenn nun die Matratze drauf liegt, sind die Winkel fast nicht mehr sichtbar und das Beistellbett kann nicht mehr verrutschen.

Baby Beistellbett selbst bauen: Sicherheit des Babys

Worauf man bei einem Beistellbett, welches man länger als nur die ersten Monate im Bettchen schlafen lassen möchte, ist besonders die Höhe der Gitterstäbe. Denn irgendwann ziehen sich die Kleinen hoch und schwupps kann es natürlich gefährlich werden, wenn sie rausklettern oder sich einfach aus dem Beistellbett hinaus lehnen.
Als unser Sohn anfing sich hochzuziehen haben wir das Beistellbett also sofort niedriger gemacht bzw. den Boden weiter unten angebracht. Das Problem war somit behoben und er konnte oben nicht mehr herausklettern. Zwar entsteht ein Höhenunterschied zum Elternbett und man liegt somit nicht mehr auf einer Höhe mit dem Kind. Ab einem gewissen Alter muss das aber gar nicht störend sein. Demian liegt jetzt ein bisschen tiefer als wir, aber da er nachts nicht gestillt wird, durchschläft und uns so gut wie nie braucht, dient das Beistellbett eher als Erweiterung zu einem Familienbett.

In jedem Fall ist bei kletterfreudigen Kindern Vorsicht geboten und ggf. sollte man dann auf ein anderes, altersgerechtes Bett umsteigen, um die Sicherheit des Kindes nicht zu gefährden.

Matratze fürs Baby Beistellbett

Bei der Auswahl der Matratze muss man bedenken, dass die Babymatratze press an das Elternbett geschoben wird. Je nach Modell des Elternbettes entsteht höchstwahrscheinlich ein Spalt zwischen Babymatratze und dem Gitter, den ihr auf dem Foto erkennen könnt. Dieser kann mit einer Decke oder Kissen ausgestopft werden, so dass er absolut nicht stört. Möchte man das Bett länger nutzen und stellt irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt den Boden wieder niedriger, passt die Matratze wieder perfekt ins Bett.

Bei dem Kauf der Matratze fürs Baby Beistellbett sollte man darauf achten, dass die Dicke der Matratze zu der des Elternbettes passt, damit kein spürbarer (bzw. störender) Höhenunterschied entsteht.
Hier findet ihr eine große Auswahl an verschiedenen Baby Matratzen *.

Ikea Beistellbett fürs Baby: eine Alternative zum klassischen Familienbett

Für uns ist dieses Beistellbett eine wunderbare Alternative zum klassischen Familienbett. Dieses kam bei uns so nie in Frage, da wir alle besser schlafen, wenn wir etwas Abstand von einander haben. Dass das Baby bzw Kind aber aus dem Schlafzimmer „ausziehen“ soll, war auch nie ein Thema. Also mussten wir einen Weg finden, wie wir alle in einem Zimmer schlafen und das Bett entsprechend vergrößern. Mit dem selbstgemachten Beistellbett klappt es hervorragend. Unser Sohn schläft mit seinen 2,5 Jahren nach wie vor neben uns, aber hat einen eigenen Schlafplatz und kann nachts nicht zu uns rüber rollen.
Wenn bald unser zweites Baby auf der Welt ist, bekommt es genau so ein Bett auf der anderen Seite des Elternbettes. Somit haben wir unser Bett für die ganze Familie vergrößert und haben dennoch alle unseren Freiraum. Für uns die optimale Lösung, mit der wir glücklich sind und vor allem sehr gut schlafen!

Und wer nun im absoluten Baufieber ist, kann sich gleich ans nächste nützliche Teil aus dem Haus IKEA machen: Baut einfach unseren Ikea Learning Tower nach! Oder kennt ihr das Pikler Dreieck? Auch dafür haben wir eine Bauanleitung für zuhause!

Wir wünschen gutes Gelingen!

Steffen & Alina

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Baby im Elternbett: Darauf sollten Sie achten

Für manche Eltern ist von Anfang an klar, dass das Baby bei ihnen schlafen soll und sie setzen sich schon vor der Geburt mit der Frage auseinander, wie sie sich entsprechend arrangieren können. Viele jedoch richten voller Vorfreude ein Kinderzimmer ein – und merken dann, dass das Baby auch nachts Nähe braucht und erst zur Ruhe kommen kann, wenn es bei Mama und Papa schlafen darf. Gerade wenn man sich die Dinge ursprünglich anders vorgestellt hatte, ist die Verunsicherung jeweils gross: Wird durch das Schlafen im Elternbett nicht die Sicherheit des Kindes gefährdet?

Die Diskussion um das Familienbett wird oft sehr emotional geführt. Damit ist leider niemandem gedient, am allerwenigsten den Eltern, die sich fragen, wie sie dem Bedürfnis ihres Kindes nach nächtlicher Nähe am besten gerecht werden können. Hier soll es nicht um Pro oder Contra Familienbett gehen, sondern alleine um die Frage, worauf Sie bezüglich der Sicherheit achten sollten, wenn das Baby bei Ihnen schläft.

Im englischen Sprachraum hat sich in den letzten Jahren der Slogan „Stay close – Sleep apart“ (Bleib in der Nähe – Schlafe getrennt) durchgesetzt. Damit soll ausgedrückt werden, was diverse Untersuchungen bestätigen: Dass ein Baby im ersten Lebensjahr in seinem eigenen Bettchen aber in direkter Nähe zu den Eltern am sichersten schläft – also beispielsweise in einem Babybalkon oder einem Gitterbett, das gleich neben dem Elternbett steht. So bekommen Sie jederzeit mit, wenn das Baby Sie braucht und das nächtliche Stillen wird erleichtert, es besteht jedoch keine Gefahr, dass dem Baby zu warm wird oder dass es unter Ihre Bettdecke rutscht.

Manche Eltern machen aber die Erfahrung, dass ihr Kind erst dann ruhig schläft, wenn es ganz nahe bei ihnen im Elternbett sein darf. Was dann? Für diesen Fall gibt es ganz klare Empfehlungen, die Sie berücksichtigen sollten, damit die Sicherheit Ihres Kindes gewährleistet ist:

  • Die Matratze muss fest und nicht allzu weich sein. Sie soll so ins Bettgestell passen, dass keine Spalten entstehen, in die das Baby rutschen könnte. Gänzlich ungeeignet fürs Familienbett sind Wasserbetten und stark durchgelegene Matratzen, in denen sich Kuhlen bilden können.
  • Auch im Elternbett sollte das Baby stets auf dem Rücken liegen zum Schlafen.
  • Am sichersten schläft das Baby in seinem eigenen Schlafsack.
  • Das Leintuch muss straff sitzen, so dass sich das Baby nicht darin verheddern kann.
  • Unnötig viele Kissen stellen eine Gefahrenquelle dar. Das Baby selber braucht noch gar keines, die Eltern sollten sich mit dem begnügen, was sie brauchen, um bequem schlafen zu können. Stofftiere, Felle und Fransendecken gehören nicht ins Bett.
  • Haustiere haben im Familienbett nichts zu suchen.
  • Grössere Geschwister sollten nicht im gleichen Bett schlafen wie das Baby.
  • Der sicherste Platz im Elternbett ist nicht in der Mitte zwischen Mama und Papa, sondern am Rand, neben der Mutter. Untersuchungen haben gezeigt, dass Väter oft tiefer schlafen und deshalb unter Umständen nicht bemerken, dass sie das Baby durch ihre Schlafposition gefährden.
  • Viele Babys werden schneller mobil, als man denkt. Darum sollten Sie schon von Anfang an dafür sorgen, dass das Bett ausreichend gesichert ist, um Stürze zu verhindern.
  • Im Schlafzimmer sollte es nicht zu warm sein. Eine Temperatur von 16 bis 18° Celsius gilt als optimal. Das Baby sollte zum Schlafen kein Mützchen tragen, da sonst die Gefahr von Überhitzung besteht.
  • Das Schlafzimmer muss rauchfrei sein. Wenn Sie oder Ihr Partner rauchen, sollten Sie auf das Schlafen im Familienbett verzichten.
  • Drogen und Alkohol sind für Sie und Ihren Partner ein absolutes Tabu, wenn Sie das Bett mit dem Baby teilen. Dies gilt auch für Medikamente, welche die Wahrnehmung beeinträchtigen.

Manche Experten weisen darauf hin, dass es sicherer ist, das Baby im Elternbett schlafen zu lassen, als irgendwann nachts mit ihm das Sofa oder einen Sessel aufzusuchen, damit der Partner seine Ruhe hat. Wenn Sie vor lauter Übermüdung einnicken, ist das Baby unter Umständen durch eine ungünstige Schlafposition oder die Sofapolster erst recht gefährdet.

Letzte Aktualisierung : 21-11-19, TV

Wenn die Dreijährige nachts aufwacht, darf sie sich natürlich zu Mama und Papa ins Bett kuscheln. Die elterliche Nähe gibt Nähe und Geborgenheit. Und Säuglinge? Auch die lieben es, ganz dicht bei ihren Eltern zu schlafen. „Je mehr ein Kind spürt, dass eine vertraute Person in der Nähe ist, umso geborgener und beschützter wird es sich fühlen,“ erklärt die Hebamme und Fachautorin Birgit Laue.

Allein im Kinderzimmer schlafen nur wenige Babys

Die wenigsten Eltern lassen ihre neugeborenes Kinder heute noch allein im Kinderzimmer schlafen. Denn die Nähe gibt nicht nur Geborgenheit, sie ist auch praktisch. Immerhin wachen kleine Menschen in den ersten Lebensmonaten häufig auf und möchten gestillt oder gefüttert werden. Sind die Eltern in unmittelbarer Nähe, kann das Füttern im Halbschlaf stattfinden und der Schlaf schnell fortgesetzt werden.

Schlafen im Familienbett (© Thinkstock)

Die Vorstellung, dass ein winziger Mensch, der bisher noch ganz eng mit der Mutter verbunden war, gleich nach der Geburt allein schlafen muss, erscheint heutigen Eltern befremdlich. Doch lange Jahre galt es als normal, dass Säuglinge zunächst im Säuglingszimmer der Geburtsklinik schliefen und später im eigenen Zimmer. Furcht vor der Trennung und der Dunkelheit? Dass das Kind erst laut schreien musste, bis die Eltern es hörten – das war kein Thema.

Geblieben sind aus dieser Zeit allerdings schon einige Bedenken, die gerade Ältere jungen Eltern mit auf den Weg geben, wenn diese ihr Baby ganz eng bei sich haben möchten. Werden Babys, die mit ihren Eltern in einem Raum oder sogar in einem Bett schlafen, nicht verwöhnt? Ist es für die Eltern als Paar nicht schlimm, wenn es keine exklusive Zweisamkeit mehr gibt?


Argumente für ein Familienbett

Mit dem Begriff „Familienbett“ ist gemeint, dass Eltern und Kind sich ein Bett teilen. Der klare Vorteil liegt auf der Hand: das Baby kann ohne viel Aufwand gestillt oder beruhigt werden. Dass die Nähe ein „Verwöhnt werden“ sein könnte, gilt längst als widerlegt. Nora Imlau zitiert in ihrem Buch „Das Geheimnis zufriedener Babys“ den bekannten Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley: „Ich habe noch von keinem 18-jährigen gehört, der mit seiner Freundin in der Besucherritze übernachten wollte!“ Die meisten Kinder ziehen irgendwann freiwillig aus dem elterlichen Bett aus.

Co-Sleeping im Familienbett – Pro und Kontra (© Thinkstock)

Simone, Mutter von zwei Töchtern, hatte sich zunächst wenige Gedanken gemacht. Es ergab sich einfach, dass ihre älteste Tochter nach dem Stillen nachts im Bett liegen blieb. „Sie hat recht schnell beschlossen, dass für uns drei das Familienbett die ideale Lösung ist. Ich fand es auch wirklich immer wunderbar – Franziska kuschelte in der Mitte und mein Mann und ich waren ihr und uns ganz nah. Das war prima beim Stillen und auch beim Kuscheln.“ Für Simone war der klare Vorteil des Familienbettes der gute Schlaf. „Ich habe so auch schon in den ersten Monaten sehr gut geschlafen, denn ich habe im Halbschlaf gestillt und bin gleich wieder eingedöst. Und auch das Baby schlummerte gleich wieder satt und zufrieden ein.“

Antje Kräuter, Psychologin und Stillberaterin und Stillgruppen-Leiterin bei der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen Bundesverband e.V. (AFS) ist langjährige Elternberaterin. „Es spricht sehr vieles für das Familienbett“, sagt sie. „In sehr vielen Kulturen wird es als ganz normal und selbstverständlich angesehen, dass Babys bei ihren Müttern schlafen.“ Es sei einfach praktisch, da sich bei gestillten Babys, die gemeinsam mit ihren Eltern in einem Bett nächtigen, die Schlafphasen von Mutter und Kind – und oft auch vom Vater anpassten.

Es spricht sehr vieles für das Familienbett.

Antje Kräuter verweist auch auf aktuelle Studien, wie etwa der von Helen Ball aus England, die deutlich zeigten, dass Mütter im Familienbett fast immer seitlich schliefen, dem Baby zugewandt. „So sorgt sie instinktiv für Sicherheit, denn so liegt das Baby flach auf der Matratze und nicht zu dicht an den Kopfkissen. Knie und Arm der Mutter bilden eine Barriere für das Baby, so dass es im Bett nicht nach unten oder oben rutschen kann. Vater oder Mutter können sich durch diese Schlafposition auch kaum versehentlich auf das Baby legen.“

Auch Hebamme Birgit Laue weiß von aktuellen Studien, die belegen, dass das Risiko des plötzlichen Kindstodes im Familienbett verringert ist. Dies bestätigt Antje Kräuter. „Die Tatsache, dass in Kulturen wie Japan oder Hong-Kong, in denen Co-Sleeping selbstverständlich ist, im internationalen Vergleich mit den niedrigsten SIDS (plötzlicher Kindstod) überhaupt haben, spricht für sich.“ Einig sind sich die Expertinnen darin, dass jede Familie für sich Vor- und Nachteile besprechen sollte – und dass sich an wichtige Regeln gehalten werden sollte.

Wichtig Voraussetzungen für das Familienbett:

  • Beide Elternteile möchten gemeinsam mit dem Kind in einem Bett schlafen
  • Die Schlafunterlage muss fest sein. Wasserbetten oder sehr weiche, ausgelegene Matratzen sind ungeeignet
  • Das Bett hat keine Spalten oder Ritzen, in die das Kind rutschen kann
  • Das Baby liegt im eigenen Schlafsack und hat weder Decke noch Kissen
  • Das Kind wird auf keinen Fall mit unter eine Decke genommen
  • Ist ein Elternteil Raucher, nimmt starke Medikamente oder hat Alkohol getrunken, ist das Familienbett tabu

Und was spricht gegen ein gemeinsames Bett für alle?

Kinderärzte wie der Facharzt Dr. Peter Voitl sagen hingegen eher: „Säuglinge sollen im elterlichen Schlafzimmer, aber im eigenen Bett schlafen.“ Denn das Familienbett gilt, darin sind sich die„Gemeinsame Elterninitiative plötzlicher Säuglingstod“ und die medizinische Fachverbände „Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe“ (DGGG) und „Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin e.V. (DGJK)“ einig, als Risikofaktor für die Sicherheit des Kindes. Die Schlafempfehlungen der Fachverbände sind daher deutlich: im eigenen Bett, im Schlafsack und in Rückenlage.

Säuglinge sollen im elterlichen Schlafzimmer, aber im eigenen Bett schlafen.

Grundlage dieser deutlichen Empfehlung ist die Tatsache, dass das Risiko des plötzlichen Kindstodes erhöht im gemeinsamen Bett erhöht ist, wenn eines der Elternteile raucht, Medikamente nimmt oder viel Alkohol konsumiert, denn dann werden Schutzmechanismen „deaktiviert“.

Es gibt aktuelle Studien, die einen engen Zusammenhang zwischen den SIDS und einem geteilten Bett sehen. Doch auch hier sehen Kritiker, dass vieles so nicht ganz eindeutig ist. Vor allem aber gibt es Studien, die belegen, dass Babys, die bei ihren Eltern schlafen, länger gestillt werden – und das wiederum senkt das Risiko.

Immer in der Nähe (© Thinkstock)

Wichtig ist, dass sich Eltern einig sind und sich mit der Schlafpraxis wohlfühlen. Hat ein Elternteil Bedenken, sollte dem auch Raum gegeben werden. Das Argument der Ruhe ist durchaus nicht von der Hand zu weisen – denn manche Babys sind sehr unruhige Bettgenossen. Es gibt auch genügend Erwachsene, die nicht neben ihrem Säugling schlafen mögen, weil sie Angst haben, sie könnten ihm im Schlaf weh tun. Dass diese Angst unbegründet ist, mag der Kopf verstehen, wenn das Bauchgefühl aber schlecht ist, dann sollte die Familie eine andere Lösung finden.

Manche Mütter und Väter möchten auch eher ungern ein Familienbett, weil sie befürchten, dann nie wieder einen Ort der Zweisamkeit zu haben. Denn das Ehebett ist doch auch ein Rückzugsort für das Liebespaar, aus dem nun ein Elternpaar wurde! Auch hier gilt: wer sich mit dem geteilten Bett unwohl fühlt, sollte darauf verzichten. Allerdings ist es einfach so, dass das Baby das Liebesleben seiner Eltern auch dann beeinflusst, wenn es im eigenen Bettchen schläft. Elterliche Unlust liegt meist weniger an der passenden Bettstätte für ein romantisches Stelldichein, als an Schlafmangel und wenig Zeit zu zweit.

Welche Lösung ist die beste?

Jede Familie muss das für sich entscheiden. Simone, bei der das erste Kind so selbstverständlich im Familienbett schlief, handhabte es beim zweiten Kind anders. „Unsere kleine Tochter schlief nachts sehr unruhig und wurde schnell wach. Wenn wir schlafen wollten, mussten wir uns mit ihr hinlegen. Kam ein Elternteil später, wurde sie wieder wach und schrie. Sie bewegte sich auch viel im Schlaf – und lag gern quer im Bett.“ Weder Mutter noch Vater kamen zu Ruhe und die kleine Helena war oft quengelig. „Es ging so einfach nicht, daher haben wir beschlossen, dass Helena ihr eigenes Bett – bei uns im Schlafzimmer – bekommen sollte. Zu viert haben wir dann oft morgens im großen Bett gekuschelt. Das machen wir heute noch gern.“

Allein oder im Familienbett schlafen? (© Thinkstock)

Nicht für jeden ist das Familienbett ideal. Es gibt Babys, die nicht so ein ausgeprägtes Nähegefühl haben, Erwachsene, die selbst schlecht und unruhig schlafen, wenn das Baby mit im Bett schläft und ältere Geschwister, die unter Umständen so eifersüchtig werden, dass auch sie wieder mit ins Bett möchten, sodass es eng wird.

Für Eltern, die die Nähe zum Kind möchten, sich jedoch scheuen, den Winzling auf Dauer im elterlichen Bett übernachten zu lassen, gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Die eine wird von vielen Familien schon lange praktiziert: das Baby schläft mit im Zimmer der Eltern, aber in einer eigenen Wiege oder im Kinderbettchen – so wie es die Kinderärzte empfehlen.

Ein Beistellbett als praktischer Kompromiss (Foto: inhabitots.com)

Die andere Alternative hat sich erst in den letzten Jahren etabliert: so genannte „Babybalkone“, also kleine Beistellbetten oder auch Anbaubetten an das Bett der Eltern. Aus ärztlicher Sicht sind sie für die Kinder sicherer. Für Eltern sind sie sehr praktisch, da auch hier ein nächtliches Aufstehen nicht mehr nötig ist. Und für Babys? Da ja ein Elternteil immer dicht bei ihnen schläft, sicher eine sehr kuschelige Lösung.


Babybett im Elternschlafzimmer – Ja oder Nein?

Werdende Eltern stehen früher oder später vor der Entscheidung: Soll das Baby mit im elterlichen Schlafzimmer oder lieber in seinem eigenen Kinderzimmer schlafen? Die Auswahl des Schlafplatzes sollte gut überlegt sein, um die optimale Basis für die Gesundheit des Kindes und für ein harmonisches Miteinander zu schaffen.

Schlafgeräusche der Eltern sind gut für das Baby

Wir alle machen Geräusche beim Schlafen. Wir husten oder schnarchen, wir wälzen uns hin und her. Oder wir müssen nachts noch einmal auf die Toilette. Wer Angst hat, dass Babys Schlaf dadurch gestört werden könnte, der kann beruhigt sein. Es ist zwar tatsächlich so, dass Babys weniger tief schlafen, wenn sie die Schlafgeräusche der Eltern hören. Studien zufolge ist dies aber gut für den Säugling, denn es vermindert das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Wichtig ist dabei aber, dass das Baby sein eigenes Bettchen oder Beistellbett hat. Denn das Schlafen im Bett der Eltern kann zu einer Überwärmung führen und erhöht dadurch das Risiko.

Es gibt verschiedene Varianten von Babybetten, die sich für das Elternschlafzimmer eignen. Babywiegen wirken durch ihre Schaukelfunktion entspannend. Hier entscheidet der eigene Geschmack und das Platzangebot.

Beistellbetten – Das Baby ganz nah bei sich haben

Viele Eltern schlafen ruhiger und fühlen sich sicherer, wenn sie das Baby in ihrer Nähe wissen. Wer nachts besorgt ist, ob mit dem Säugling alles stimmt, der muss nicht extra aufstehen und in ein anderes Zimmer laufen, um nach dem Rechten zu sehen. Steht das Babybettchen nah am Elternbett, sind außerdem die Wege kurz. Das Kind kann schnell beruhigt und getröstet, gefüttert oder gestillt werden. Das gilt insbesondere für Beistellbetten (Anstellbetten), die direkt am Elternbett angebracht werden.

Das Baby im Kinderzimmer

Schläft das Baby von Anfang an im eigenen Zimmer, hat das auch Vorteile. Viele Babys schlafen länger und fester, wenn sie nicht durch Umgebungsgeräusche gestört werden. Eine sichere Überwachung ist durch ein Babyphone trotzdem möglich. Auch wenn einer der Partner früh aufstehen muss, kann es für das harmonische Familienleben zuträglich sein, wenn das Baby im eigenen Zimmer schläft. So kann sich der eine Partner dort um das Kind kümmern, es beruhigen und trösten, während das andere Elternteil weiterschlafen kann. Im betten.de Online-Shop finden Sie die passende Einrichtung für das Babyzimmer und erhalten Tipps zur Möbelauswahl.

Ab wann können Geschwister in ein gemeinsames Zimmer?

Sollen Geschwisterkinder sich ein Zimmer teilen, sollte man berücksichtigen: Einige Babys sind nachts laut. Die Eltern müssen vielleicht mehrfach zum Füttern, Stillen oder Trösten ins Zimmer kommen, wodurch das ältere Kind aufwachen kann. Außerdem können ältere Geschwister auf die Idee kommen, sich alleine um das Baby zu kümmern, zum Beispiel indem sie Kuscheltiere oder Decken ins Bettchen legen. Was gut gemeint ist, kann bei einem Baby jedoch zu Überwärmung führen. Hier sollte man auf sein Bauchgefühl hören, welcher Zeitpunkt der richtige für den Umzug ist.

Zusammenhang zwischen Schlafplatz und plötzlichem Kindstod

Der plötzliche Säuglingstod (auch genannt: plötzlicher Kindstod oder Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) ist die große Angst aller Eltern. Studien zeigen, dass es Faktoren gibt, die das Risiko senken können. Einige davon haben auch mit dem Schlafplatz des Babys zu tun:

  • Überwärmung durch zu weiche Matratzen und warme Decken kann den plötzlichen Kindstod begünstigen. Daher sollte das Baby lieber nicht mit im Elternbett schlafen.
  • Schlafen Säuglinge im Zimmer der Eltern und nicht alleine, dann sinkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Wissenschaftler nehmen an, dass die Schlafgeräusche der Eltern diesen positiven Einfluss haben.

Auf einen Blick: Vor- und Nachteile des Babybettchens im Elternschlafzimmer

Vorteile:

  • Kurze Wege, um Trost zu spenden, zu füttern oder zu stillen
  • Risiko für plötzlichen Kindstod wird gesenkt
  • Eltern fühlen sich sicherer, wenn sie das Kind im Blick haben
  • Beistellbettchen machen direkte Nähe möglich, ohne dass das Baby direkt im Elternbett liegt

Nachteile:

  • Babys schlafen oft weniger tief und lang
  • Muss ein Partner arbeiten, wird er durch die Versorgung des Babys eher wach
  • Lautes Reden, abends Fernsehen und selbst Lesen (Nachttischlampe) sind im
    Schlafzimmer eventuell nicht mehr möglich

Weitere interessante Links zu diesem Thema:

  • Familienbett – Was spricht dafür und was dagegen?
  • Babys Erstausstattung – Tipps zur Möbelauswahl
  • Die richtige Schlafumgebung für das Baby

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  • Babyzimmer

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Bettgitter

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Baby-Bettgitter für Dein Kind – damit auch Du nachts gut schlafen kannst

Bettgitter dienen der Sicherheit Deines Babys beim Schlafen. Sie sorgen dafür, dass es sicher im Bett bleibt, auch wenn es sich nachts viel bewegt. So kannst auch Du beruhigt den Abend genießen und schlafen, während Dein Kind gut beschützt in seinem Bettchen schlummert.

Einige Bettgitter lassen sich auch dazu nutzen, das Kinderbettchen in einen Laufstall umzufunktionieren. Dieses lässt sich ganz unkompliziert durch ein tragbares Bettgitter erreichen. Tragbare Bettgitter, die man einfach unter die Matratze klemmt, sind zudem auch auf Reisen sehr praktisch und flexibel einsetzbar. Doch Bettgitter dienen nicht nur als Verschlussgitter zum Schutz der Kleinen während des Schlafes oder des Spielens. Es gibt auch Modelle, die als Verlängerungsseite an das Kinderbett anschließbar sind und so die Matratzenfläche erweitern. Bettgitter für das Baby bieten vielseitige Einsatzmöglichkeiten und sind in vielen verschiedenen Formen, Materialien und Varianten erhältlich.

Welches ist das passende Bettgitter für Dein Baby-Bettchen?

Baby-Bettgitter sind deshalb so wichtig, weil Kleinkinder selbst bei geringer Fallhöhe ein wesentlich größeres Verletzungsrisiko haben als Erwachsene. Das liegt vor allem am unterschiedlichen Verhältnis zwischen Kopf und Körper. Bei Säuglingen liegt es bei 1:4, während der Kopf bei Erwachsenen lediglich ein Achtel des Gesamtkörpergewichts ausmacht, daher ist die Verletzungsgefahr am Kopf bei Säuglingen größer. Ein Bettgitter dient also dem Schutz vor ernsthaften Verletzungen und sollte in jedem Fall Bestandteil der Kinderzimmerausstattung sein. Wenn Du dich für ein Bettgitter für Dein Baby entscheidest, dann achte noch vor anderen Kriterien wie Farbe oder Form darauf, dass es sich sicher am Kinderbettchen befestigen lässt. Es gibt verschiedene Mechanismen, die an die jeweilige Konstruktionsweise des Babybettchens bzw. des Bettgitters angepasst sind:

  • Die „klassische“ Variante eines Bettgitters ist ein Verschlussgitter, das manchmal bereits Bestandteil des Kinderbettchens ist. Dieses Baby-Bettgitter ist in der Regel einfach und ohne Werkzeug am Bett anzubringen oder abzunehmen. Besonders wenn Du ein Babybettchen neu kaufst, solltest Du nach Modellen mit passendem Bettgitter Ausschau halten. So bilden Bett und Bettgitter auch optisch eine Einheit.
  • Bettgitter, die sich flexibel an ganz unterschiedlichen Kinderbettchen anbringen lassen, sind meist L-förmig konstruiert. Zur Befestigung wird die Halterung des Bettgitters einfach unter die Matratze geschoben. Durch die spezielle Konstruktion der Bügel ist ein zuverlässiger senkrechter Halt des Gitters gewährleistet.
  • Das Bettgitter als Verlängerungsseite: Eine innovative Idee sind Gitter, die gleichzeitig als Verlängerungsseite für das Babybett dienen. Wenn Du es ausklappst erweitert sich die Liegefläche des Bettes um die Breite des Gitters. So hat Dein kleiner Liebling mehr Platz zum Strampeln. Oder nutze das Bett gleichzeitig als Wickelfläche, indem Du eine Wickelunterlage darauf legst. Achte beim Kauf auf die Kompatibilität mit dem Kinderbett bzw. darauf, dass das Bettgitter über ein Polster in der Stärke der Matratze verfügt.
  • Das Bettgitter als Erweiterung zum Elternbett: Einige Hersteller bieten Babybetten als Erweiterung für Elternbetten an. Besonders wenn die Kleinen nicht im eigenen Bettchen getrennt von den Eltern schlafen wollen, empfiehlt sich diese Lösung. Das Kinderbett wird dazu an das Elternbett „angebaut“. Es besitzt also auf drei Seiten ein festes Bettgitter und öffnet sich auf die Schlaffläche der Eltern hin. Auf der Seite des Elternbettes sorgt ein zusätzliches Bettgitter, das klappbar ist, dafür, dass das Bett geschlossen werden kann, wenn die Eltern nicht im Raum sind.

Das Bettgitter: klappbar, tragbar, variabel anschließbar

Meist kauft man das Bettgitter für das Baby und das Babybett zusammen. Die Entscheidung hinsichtlich der richtigen Ausstattung für das Kinderzimmer geht dabei über die bloße Funktionalität hinaus. Natürlich muss das Babybettchen sicher und bequem sein. Aber das Kinderzimmer insgesamt sollte auch eine warme und behagliche Atmosphäre ausstrahlen. Hochwertig verarbeitete Babybettchen und Bettgitter gibt es z. B. von babybay®. Die filigranen Buchenholzkonstruktionen sind hochwertig verarbeitet und bestechen durch ihre harmonisch abgerundete Form. Auch der norwegische Hersteller Stokke® überzeugt mit hochwertiger Verarbeitung, ausgewählten Materialien und innovativem Design. So verfügen die Stokke Sleepi-Bettchen über zahlreiche Features wie eine höhenverstellbare Matratze oder eine Bettkonstruktion, die mit den Kleinen mitwächst. Darüber hinaus hast Du bei baby-walz eine große Auswahl an Babybetten und zugehörigen Bettgittern weiterer namhafter Hersteller.

Halte bei der Entscheidung für ein Kinderbett und ein dazu passendes Bettgitter für Dein Baby vor allem zwei Dinge vor Augen: 1. Das Kinderbett muss sicher sein. Ein Bettgitter ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung zu einem bereits bestehenden Kinderbett oder ein sinnvoller Aspekt bei einem Neukauf. Und 2. wird das sicherste Kinderbettchen wird Dir keine Freude machen, wenn sich Dein Baby darin nicht wohl fühlt. Sorge mit dem richtigen Kinderbett und dem dazu passenden Bettgitter dafür, dass sich Dein Kind geborgen und sicher fühlt. Auf diese Weise schaffst Du die besten Vorrausetzungen, damit auch Du nachts gut schlafen kannst.

Rausfallschutz fürs Bett – sicherer Schlaf für dein Kind

Rausfallschutz für das Bett – Was ist das überhaupt?

Ein Rausfallschutz für das Bett verhindert, dass dein Kind im Schlaf aus dem Bett fallen kann. Die meisten Bettgitter sind für Kinder ab einem Alter von 18 Monaten bis 5 Jahre geeignet. Die Bettschutzgitter werden an der Bettseite angebracht, sodass die Kinder sicher schlafen können. Die meisten Kleinkinder schlafen in einem Gitterbett. Sollte dein Kind öfter im Elternbett schlafen, kannst du mit einem Rausfallschutz dafür sorgen, dass es auch dort vor dem Rausfallen geschützt wird. Die Bettgitter lassen sich bequem und schnell auf- und abbauen. Einige Modelle können nach unten geklappt werden, damit ein leichter Ein- und Ausstieg möglich ist.

Tipp: Ein Rausfallschutz fürs Bett ist in verschiedenen Höhen und Längen zu bekommen. Achte vor allem auf die Höhe des Bettgitters, wenn dein Kind älter als 18 Monate ist.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
  • Schützt Kleinkinder vor dem Rausfallen aus dem Bett
  • Für Kinder ab 18 Monate bis 5 Jahre
  • Schnelles Auf- und Abbauen
  • Einsatz für Kinderbett, Jugendbett, Elternbett
  • Tragbare Bettgitter auch für Reisen
  • Feste Bettschutzgitter sind für den Einsatz auf Reisen ungeeignet

Fester oder mobiler Rausfallschutz– für jeden Einsatzzweck das passende Bettgitter

Es gibt 2 Ausführung: Feste Bettschutzgitter und tragbare Gitter. Für welche Variante du dich entscheidest, hängt von dem Einsatzzweck ab.

Festes Bettgitter – für den Einsatz zuhause

Die festen Gitter sind meistens aus Holz gefertigt. Am unteren Rand des Gitters sind zwei Halterungen angebracht, die unter die Bettmatratze geschoben werden. Durch das Gewicht der Matratze bekommt der Rausfallschutz Stabilität. Damit das Bettgitter noch stabiler ist, wird es am Lattenrost mit einem Gurt befestigt. Manche Modelle sind mit Gelenken ausgestattet, sodass sich das Gitter herunterklappen lässt. Diese Art ist in erster Linie für den Einsatz zuhause gedacht. Die Halterung lässt sich bei manchen festen Gittern einklappen, sodass er sich bei Nichtgebrauch besser verstauen lässt. Möchtest du jedoch ein Bettgitter, dass du auch auf Reisen mitnehmen kannst, empfiehlt sich ein tragbares Modell.

Tragbares Bettgitter – Rausfallschutz zum Mitnehmen

Ein tragbarer Rausfallschutz hat einen Rahmen aus Metall oder Kunststoff sowie einen Kunststoffbezug. Der Bezug ist abnehmbar und der Rahmen wird mittels Stecksystem auf- und abgebaut. Im abgebauten Zustand hältst du ein handliches Paket in den Händen, das sich in der Reisetasche oder im Koffer verstauen lässt. Zudem haben diese Bettgitter ein geringes Gewicht, sodass es sich problemlos überall hin mitnehmen lässt. Ein tragbarer Rausfallschutz kann im Kinderbett, im Elternbett, im Wohnwagen und Wohnmobil sowie im Hotelbett eingesetzt werden. Übernachtet dein Kind bei den Großeltern, ist auch das Gitter auch dort schnell aufgebaut. Diese tragbaren Bettgitter werden ebenfalls mit der Halterung unter die Matratze geschoben und mit einem Gurt oder anderen Möglichkeiten am Lattenrost befestigt.

Tipp: Möchtest du den Rausfallschutz auch für das Hausbett oder für ein Boxspring Bett nutzen, sollte das Bettgitter entsprechend hoch sein. Da die Matratzen im Kinderbett flacher sind als die im Elternbett oder Boxspring, muss das Gitter für hohe Matratzen geeignet sein.

Materialien

Die festen Bettgitter sind meistens aus Holz gefertigt. Dazu wird Massivholz verwendet, das entweder naturbelassen bleibt oder lackiert wird.

Tipp: Bei einem lackierten Rausfallschutz solltest du darauf achten, dass die verwendeten Farben und Lacke schadstofffrei sind.

Tragbare Bettgitter haben einen Rahmen aus Metall oder Kunststoff. Der Rahmen ist mit einem Kunststoffbezug bezogen. Der Vorteil dieser Materialien ist das geringere Gewicht, sodass sich dieser Rausfallschutz auf Reisen mitnehmen lässt.

Welche Größe ist die richtige?

Ein Rausfallschutz fürs Bett ist in unterschiedlichen Höhen und Längen erhältlich. Es gibt Bettgitter mit einer Höhe ab 36 cm. Soll er auch im Elternbett benutzt werden, muss das Gitter mindestens 50 cm hoch sein. Warum? Weil Matratzen für Erwachsene in der Regel höher sind als die für Kleinkinder. Da der Rausfallschutz unter die Matratze geschoben wird, würde bei einem 36 cm hohen Gitter keine wirkliche Sicherheit für dein Kind bestehen. Bettgitter sind ab einer Länge von 100 cm bis 150 cm zu bekommen. Für das Kinderbett reicht ein 100 cm langes Modell aus. Um dein Kind auch in anderen Betten vor dem Rausfallen zu schützen, empfiehlt sich eine Länge von 150 cm.

Tipp: Mit einer Länge von 150 cm und einer Höhe von mindestens 50 cm lässt sich das Bettgitter für jedes Bett einsetzen. Mit diesen Maßen bist du auf der ganz sicheren Seite.

Die wichtigsten Kaufkriterien – Stabilität und praktische Handhabung

Ein Rausfallschutz muss vor allem eine sehr gute Stabilität vorweisen. Daneben sind weitere Kriterien wichtig, damit dein Kind sicher und geschützt schlafen kann.

Kaufmerkmale Worauf solltest du achten?
Material
  • Bettgitter sind aus Holz oder Metall/ Kunststoff zu bekommen. Möchtest du einen tragbaren Rausfallschutz fürs Bett, den du an verschiedenen Betten einsetzen und auf Reisen mitnehmen kannst, solltest du auf ein Gitter aus Metall/ Kunststoff zurückgreifen. Diese lassen sich handlich zusammenpacken und haben ein geringeres Gewicht.
  • Bei den tragbaren Modellen sollte der Bezug abnehmbar und waschbar sein.
Größe
  • Wir empfehlen ein Gitter mit einer Länge von 150 cm und einer Höhe von 50 cm. Solch ein Rausfallschutz lässt sich auch für hohe Matratzen verwenden.
Verarbeitung
  • Bei Holzgittern müssen die Kanten und Ecken abgerundet sein
  • Auch tragbare Modelle sollten abgerundete Ecken und Kanten aufweisen
  • Er muss einen stabilen Rahmen haben
  • Die Halterung, die unter die Matratze geschoben wird, muss lang genug sein, um Stabilität zu gewährleisten
  • An der Halterung sollten sich Befestigungsmöglichkeiten für die Fixierung am Lattenrost befinden

Die wichtigsten Hersteller von Rausfallschutz-Betten

Hersteller Besonderheiten
Ikea Der schwedische Konzern Ikea wurde im Jahre 1943 gegründet. Ikea ist in 29 Ländern mit rund 355 Einrichtungshäusern vertreten (Stand: 2017). Das Unternehmen offeriert Einrichtungslösungen für Erwachsene und Kinder.
Safety 1st Das Unternehmen Safety 1st bietet Sicherheitsvorrichtungen für Babys und Kinder an. Neben Bettschutzgitter werden unter anderem Treppenschutzgitter, Türschutzgitter angeboten. Alle Produkte dieser Firma drehen sich um den Schutz von Kindern und Babys im Alltag.
Reer Das schwäbische Unternehmen Reer wurde im Jahre 1922 von Robert Reer gegründet. Bereits von Anfang an drehte es sich bei dieser Firma um das Thema Kindersicherheit. Das Unternehmensmotto lautet bis heute: Mehr Sicherheit für Kinder.
Flexa FLEXA ist ein dänisches Unternehmen, welches sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf von Einrichtungslösungen für Kinder spezialisiert hat. Die 1972 gegründete Firma bietet Inneneinrichtungen für Kinder und Babys an.

Weitere empfehlenswerte Hersteller sind: Leander, Kura, Micasa.

Rausfallschutz für Betten – vier beliebte Bettgitter

Rausfallschutz in XXL von ABUS

( Rezensionen)

Besonderheiten

  • 150 cm breites Bettgitter
  • Mit 42 cm ein extra hohes Schutzgitter
  • auch ideal als Rausfallschutz im Elternbett
  • gut verstaubar für Urlaubsreisen
  • Bezug lässt sich waschen
  • Farbe: Weiß
  • schadstofffrei

Das tragbare Bettgitter in Weiß weist eine Breite von 150 cm auf. Somit lässt sich dieser Rausfallschutz fürs Bett auch im Elternbett verwenden, wenn dein Kind bei dir schlafen möchte. Durch das Stecksystem ist das Schutzgitter schnell auf- und abgebaut. Es lässt sich zudem in der Reisetasche und im Koffer verstauen, sodass es auf Urlaubsreisen mitgenommen werden kann. Der Rausfallschutz ist mit einem strapazierfähigen Seidenstoff überzogen, der sich bei 30 Grad waschen lässt. Du kannst das Bettgitter mit der Unterseite unter die Matratze schieben oder am Lattenrost befestigen. Bei Boxspringbetten wird er nur eingeklemmt und laut Kundenberichten ist er auch sehr stabil. Als besonders praktisch beschreiben Nutzer den Umklappmechanismus: Das Gitter kann nach unten geklappt werden, sodass leichter aus dem Bett ein- und ausgestiegen werden kann. Zudem ist der Fallschutz nicht im Weg, wenn du das Bettgitter am Elternbett nutzt.41,95 € inkl 19% MwSt

50 cm hohes Bettgitter von Reer

( Rezensionen)

Besonderheiten

  • Für Kinder ab 18 Monate bis 5 Jahre
  • 50 cm hoch
  • Breite: 100 cm oder 150 cm
  • Halbtransparente, weiche und knisterfreie Bespannung
  • Farbe: Cappucino/ Sand
  • Schneller Auf- und Abbau durch Stecksystem
  • Lässt sich handlich verstauen

Das 50 cm hohe Bettgitter ist in den Größen 100 cm und 150 cm zu bekommen. Der Kunststoffbezeug kann abgenommen und gewaschen werden. Der Rausfallschutz fürs Bett lässt sich mittels Stecksystem schnell auf- und abbauen. Die Einzelteile können in einer dazu gehörigen Tasche leicht verstaut werden. Er ist mit robusten und breiten Füßen versehen, sodass das Gitter stabil auf dem Lattenrost steht. Reer bietet drei Möglichkeiten für die Befestigung, sodass das Gitter nicht verrutschen kann: Du kannst das Bettgitter mit Gurt oder Klettband am Lattenrost befestigen oder mit Schrauben fixieren.ab 24,99 € inkl 19% MwSt

Dunkelgrauer Rausfallschutz mit Netzteil von Froggy

( Rezensionen)

Besonderheiten

  • Länge: 120 cm
  • Höhe: 42 cm
  • Für Matratzen der Stärke von maximal 15 cm
  • Bezug mit Netzgewebe
  • Umklappbar für besseren Ein- und Ausstieg
  • Abgerundete Ecken

Auch dieses Modell lässt sich ohne Bohren befestigen: Die Halterung wird auf den Lattenrost gelegt und der Umspanngurt fixiert. Zum Schluss wird die Matratze wieder ins Bett gelegt und schon kann das Kind gesichert im Babybett, Kinderbett oder Elternbett schlafen. Das Bettgitter lässt sich einfach und schnell herunterklappen. Das Gitter lässt sich in wenigen Minuten auf- und abbauen und ebenso einfach transportieren. Der Rahmen des Rausfallschutzes besteht aus Metall. In dem Kunststoffbezug wurde ein Netzgewebe integriert, damit für bessere Durchsicht gesorgt werden konnte. 31,99 € inkl 19% MwSt

Umklappbares Bettschutzgitter für hohe Matratzen von Roba

( Rezensionen)

Besonderheiten

  • Für Kinder zwischen 1,5 und 5 Jahre
  • Umklappbarer Rausfallschutz aus Metall und Kunststoff
  • Für Matratzen der Höhen 14 bis 25 cm
  • In drei Längen erhältlich
  • Farbe: Beige

Das insgesamt 45 cm hohe Schutzgitter wurde aus robustem Polyester-Canvas hergestellt. Die verwendeten Materialien frei von Schadstoffen und zertifiziert. Für den leichten Ein- und Ausstieg ins Bett kann der Rausfallschutz umgeklappt werden. Das Gitter wird mit Klettgurten am Lattenrost befestigt. Das Gewicht der Matratze sowie der Bettrahmen sorgen für weitere Stabilität. Das Modell ist für hohe Matratzen bis 25 cm geeignet. Es steht in den Längen 100 cm, 135 cm und 150 cm zur Verfügung. € inkl 19% MwSt

Kann man einen Rausfallschutz fürs Bett selber machen?

Ein Bettgitter aus Holz lässt sich selber bauen. Der Rahmen sowie die Längsstreben sind sicherlich einfach herzustellen. Damit jedoch ein sicherer und stabiler Rausfallschutz fürs Bett entsteht, muss die Halterung lang und robust genug sein. Hier liegt also der Knackpunkt, denn die Hersteller von Bettgittern müssen hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards einhalten. Zudem wird jedes einzelne Modell getestet. Um Sicherheit zu gewährleisten, solltest du dein selbst gebautes Bettgitter am Bettrahmen fixieren. Der Nachteil dabei ist: Der Rausfallschutz lässt sich nicht schnell und einfach auf- und abbauen. Ebenso lässt sich das Gitter nicht nach unten klappen, sodass das Ein- und Aussteigen ins Bett etwas kompliziert ist. Und zudem kann ein fest fixiertes Bettgitter nicht auf Reisen mitgenommen werden. Ein hochwertige Modell aus dem Handel kostet zwischen 30 und 40 Euro und bietet deinem Kind einen optimalen Schutz.

Selber bauen ist immer gut, aber in diesem Fall würde sich der Geld- und Zeitaufwand nicht lohnen. Du bekommst für einen günstigen Preis ein Modell, welches den höchsten Standards bezüglich Sicherheit und Qualität genügt.

Wie fühlen sich die Kids damit?

Kleine Kinder schlafen ruhiger und tiefer, wenn sie sich geborgen und sicher fühlen. Mit einem Bettgitter wird schon alleine optisch dafür gesorgt, dass ein höheres Sicherheits- und Geborgenheitsgefühl entsteht. Kinder, die bereits die Erfahrung gemacht haben, nachts im Schlaf aus dem Bett zu fallen, haben danach oft Probleme mit dem Einschlafen. Liegen sie mit einem Gitter geschützt im Bett, können sie wieder schneller einschlafen und vor allem den tiefen Schlaf genießen, der für die Gesundheit wichtig ist.

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