Baby windet sich

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Baby-Signale: So verstehen Sie, was Ihr Kleines braucht

Hunger

Ist ein Baby hungrig, wird es zuerst unruhig und quengelt. Später fängt es an zu schreien. „Eltern sollten dann aber noch andere Dinge berücksichtigen, bevor sie schlussfolgern, dass ihr Kind Hunger hat“, sagt Wollwerth de Chuquisengo. „Zum Beispiel, wann das Kind das letzte Mal gefüttert wurde.“ Anfangs brauchen Säuglinge alle eineinhalb bis vier Stunden Nahrung. Außerdem hilft es, Gesicht und Körper des Kleinen zu betrachten: Hat es Hunger, ist sein Körper eher angespannt. Hält man ihm einen Finger an die Lippen, beginnt es sofort, heftig und gierig daran zu saugen. Streicht man direkt neben dem Mund über seine Wange, bewegt es suchend den Kopf und öffnet seinen Mund.

Müde

Wenn das Baby müde ist, dreht es sich weg. Dazu reibt es sich eventuell die Augen oder Ohren. Vielleicht versucht es auch, an seinen Fingern zu saugen, um sich zu beruhigen. Es wird quengelig und fängt erst nach einer Weile an zu weinen. Sein Körper ist schlaff, die Augen fallen halb zu. Steckt man ihm einen Finger in den Mund, saugt es sanft und beruhigend daran. „Anfangs werden Säuglinge nach eineinhalb bis zwei Stunden Wachsein wieder müde“, sagt Wollwerth de Chuquisengo. „Halten die Eltern das Kleine länger wach, kann es das überreizen.“

Überreizung

Ist dem Kleinen alles zuviel, quengelt es zunächst und wendet den Kopf ab – zum Beispiel beim Spielen. Es möchte nicht mehr beschäftigt werden, sondern braucht Ruhe. Bekommt es sie nicht, kann es heftig und schrill anfangen zu schreien. Häufig drücken sich überreizte Babys auch ins Hohlkreuz durch, der Körper ist stark angespannt. „In diesem Fall brauchen die Säuglinge die Unterstützung der Eltern, um sich zu beruhigen“, sagt Wollwerth de Chuquisengo. Am besten nimmt Mutter oder Vater dazu das Kind in den Arm und schirmt es von der Außenwelt ab.

Schmerzen

Hat das Baby Schmerzen, schreit es plötzlich und schrill. Sein Körper ist stark angespannt. Wenn die Schmerzquelle erkennbar ist, können die Eltern sie beseitigen. Ist unklar, warum das Kind heftig weint, vermuten Eltern oft, dass es Bauchweh hat. „Das ist aber bei Weitem nicht immer so“, sagt Wollwerth de Chuquisengo. „Denn heftiges Weinen kann auch bedeuten, dass das Baby überreizt ist.“ Wenn das Bäuchlein tatsächlich gebläht ist, können sanfte Massagen oder entblähende Mittel helfen. „Laien können aber eigentlich kaum erspüren, ob sich Luft im Bauch befindet oder der Körper des Kindes bloß angespannt ist“, sagt Wollwerth de Chuquisengo. Deshalb rät sie: Schreit das Baby über längere Zeit viel, ohne dass die Eltern wissen warum, sollten sie sich Hilfe vom Arzt holen.

Volle Windel

Wenn das Baby weint, kann auch eine volle Windel ein Grund dafür sein. Ob es gewickelt werden muss, können Eltern dann zum Beispiel durch das Ausschlussverfahren vermuten: Wenn das Kleine weder hungrig noch müde sein kann, könnte das Problem in der Windel liegen. Als nächstes gilt: nachschauen. Das sollten die Eltern ohnehin regelmäßig tun, denn nicht jedes Baby empfindet eine volle Windel als störend. „Es gibt Kinder, denen macht das gar nichts aus“, sagt Wollwerth de Chuquisengo. „Andere sind da wiederum sehr empfindlich.“

Zu heiß oder zu kalt

Auch, wenn dem Kleinen zu heiß oder zu kalt ist, schreit es. Eltern können seine Temperatur am besten überprüfen, indem sie ihm eine Hand in den Nacken legen: Wenn sich die Haut dort warm und verschwitzt anfühlt, ist dem Baby zu heiß, fühlt sie sich übermäßig kühl an, ist ihm zu kalt. „Eltern sollten am besten immer mal wieder nachschauen, ob ihr Kleines schwitzt oder friert“, rät Wollwerth de Chuquisengo. Achtung: Die Hände und Füße des Säuglings anzufassen reicht nicht aus, um seine Körpertemperatur zu kontrollieren. Sie sind meist eher kalt.

Aufmerksamkeit

Will das Baby Aufmerksamkeit, quengelt es. Ob die Eltern mit ihrer Vermutung richtig lagen, merken sie, sobald sie sich ihm zuwenden: Dann beruhigt sich das Kleine rasch, konzentriert sich auf sein Gegenüber und sucht Blickkontakt. So signalisiert es, dass es aufnahmebereit ist und beschäftigt werden möchte. Jetzt ist für Mutter und Vater die beste Zeit, um mit ihrem Kind zu spielen.

Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

Bei fast jedem – ob Säugling, Kind oder Erwachsener – kommt es im Laufe des Tages zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre. In den allermeisten Fällen bleibt das unbemerkt und folgenlos. Aber bei einigen Säuglingen ist die Ursache des Reflux ausgeprägter, sie spucken gar nach jeder Mahlzeit richtig und überstrecken sich sehr stark.

In besonders schlimmen – aber glücklicherweise seltenen – Fällen kann durch den Rückfluss das Gedeihen des Kindes beeinträchtigt werden. Auch kann es zu vermehrten Infekten der Lunge kommen, weil Speisebrei aspiriert wird (aspirieren=Verschlucken von flüssigen oder festen Stoffen in die Lunge). In diesen schweren Fällen spricht man von GERD – Gastro-Esophageal Reflux Disease. Diese Kinder gehören dann definitiv in die Hände eines erfahrenen Kindergastroenterologen, also eines auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisierten Kinderarztes.

Eigentlich gilt aber die alte Regel: Speikinder sind Gedeihkinder. Durch den Speichel sieht die Menge an ausgespuckter Milch nämlich oft nach deutlich mehr aus, als sie ist und die Kinder erhalten trotz der Spuckerei genug Nahrung. Zwei Drittel aller Babys leiden mehr oder weniger stark unter Reflux.*

Wenn Babys nach dem Füttern schreien, sich überstrecken und spucken, steckt häufig Reflux – Rückfluss von bereits verschluckter Nahrung in die Speiseröhre ¬– dahinterFoto: Corbis

Bei Babys ist der Muskel, der normalerweise den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre verhindert, noch nicht so gut ausgebildet. Gänzlich verschließt er den Mageneingang auch bei größeren Kindern und Erwachsenen nie, es kann immer ein kleines bisschen zurückfließen, ohne dass das problematisch ist. Bis zu 66% aller Babys haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Refluxsymptomatik, bei den allermeisten Kindern reguliert sich das Problem bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres von ganz alleine, ohne dass weitergehende Therapien notwendig sind. Schlimm ist ein Reflux also meistens nicht. Oft ist schon eine deutliche Besserung sichtbar, sobald mit der Beikost begonnen wird – die naturgemäß nicht mehr so flüssig ist und schon alleine deshalb nicht so leicht den Weg zurück nach oben findet.

Was Sie tun können, wenn Ihr Baby Reflux-Beschwerden hat

Leidet ein Säugling unter ausgeprägten Symptomen, etwa häufiges und starkes Überstrecken des Oberkörpers (aufgrund von Schmerzen in der Speiseröhre durch zurückfließenden Speisebrei und Magensäfte), kann man mit einigen Maßnahmen Linderung verschaffen.

1. Die richtige Position

Sinnvoll ist in jedem Fall eine Fütterung des Babys in halb aufrechter Position, damit schon rein physikalisch weniger zurück in die Speiseröhre fließen kann. Ob eine leichte Oberkörperhochlagerung im Bett einen Vorteil bringt, wird kontrovers diskutiert – wahrscheinlich hat es keinen Effekt.

2. Bessere Bäuerchen

Hilfreich ist es, mehrmals zu bauern, so dass es möglichst nicht zu einer Druckerhöhung im Magen durch dort gefangene Luft kommt. Es hat sich bewährt, 10 Minuten nach dem letzten Bäuerchen nach der Mahlzeit ein weiteres zu versuchen. Manchmal hat sich die Luft im Magen dann so verteilt, dass sie leichter entweichen kann.

3. Weniger Rückfluss durch Andicken der Milchnahrung

In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein, die Milch etwas anzudicken (zum Beispiel mit einem Präparat, das als pflanzliches Dickungsmittel Johannisbrotkernmehl enthält). Die Verwendung solcher Präparate sollte aber immer mit dem Kinderarzt abgesprochen werden und keinesfalls zum Beenden des Stillens an der Brust oder gar zum Abstillen führen. Es gibt auch mehrere Formulanahrungen, die gegen Reflux helfen sollen – meist sind sie auch mit Johannisbrotkernmehl versetzt, um die Milchnahrung etwas dickflüssiger zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, wenn Sie unsicher sind, ob so etwas für Ihr Kind in Frage kommt. Eine mögliche Nebenwirkung der angedickten Nahrung kann härterer Stuhlgang sein. Dann muss die Dosis reduziert werden.

Babysprache und Babysignale beobachten und verstehen

Babys kommunizieren immer

Schon lange bevor dein Baby sprechen lernt, kann es mit dir kommunizieren. Bereits kurz nach der Geburt zeigt es dir durch Laute und Gesten an, was es braucht. Das bekannteste Babysignal ist das Schreien. Doch es gibt auch weitere Babyzeichen.

Dein Baby überstreckt den Kopf? Es winkelt die Beine an oder zieht an seinen Ohren? Die sogenannte Babysprache zu verstehen hilft dir, zu erkennen, was dein Kind braucht.

Das Baby richtig kennen lernen

Das Baby schreit ohne Grund, obwohl es frisch gewickelt und gestillt ist? Das Baby schreit beim Trinken? Es findet keinen Schlaf oder quengelt stundenlang? Mit vielen solcher Situationen sind besonders frisch gebackene Eltern oft überfordert. Erfahrene Familienmitglieder oder eine Hebamme können hier eine große Stütze sein.

Am wichtigsten ist in diesen Situationen Geduld. Sowohl mit deinem Baby, als auch mit dir selbst. Höre auf deine Intuition und folge deinem Gefühl. Allein schon, wenn du einfach Zeit mit deinem Kind verbringst, es beobachtest und genau hinsiehst, wirst du seine Signale immer besser zu deuten wissen. Von Tag zu Tag lernst du dein Kind besser kennen. Du wächst mit ihm zusammen und lernst auch, seine Babysprache besser zu verstehen.

Wie spricht ein Baby?

Kurz nach der Geburt machen bei einem Baby Geräusche einen Großteil der Kommunikation aus. Schreien, Jammern und Weinen signalisieren, dass etwas nicht stimmt. Aber auch ganz einfache Bewegungen und Gesten zeigen die Bedürfnisse an.

Besonders im ersten Lebensjahr macht ein Baby viele Entwicklungssprünge. Je älter dein Kind wird, desto feiner und variantenreicher wird auch seine Babysprache. Ab einem Alter von ca. 6 Wochen kann dein Kind scharf sehen und sein Gegenüber erkennen. Es nimmt dann Blickkontakt auf.

Mit der Zeit lernt es dann, die menschliche Mimik zu erkennen und zu deuten. Es kopiert die Gesichtsausdrücke der Eltern, um zu kommunizieren. Diese ahmen wiederum intuitiv die Mimik des Babys nach. Diesen Vorgang nennt man Spiegeln. Er hilft deinem Baby, seine Mimik zu verfeinern. Diese gewinnt in der Kommunikation dann zunehmend an Bedeutung.

Nicht allen Babysignalen kann man eine pauschale Bedeutung zuordnen. Man sollte sie immer der Situation entsprechend deuten.

Weinen oder Schreien bei Babys

Weinen und Schreien sind die Universalsprachen des Babys schlechthin. Ein Baby schreit nie ohne Grund. Schmerzen, Hunger, Krankheit, Angst oder auch Müdigkeit können dafür verantwortlich sein. Auch Fremdeln kann ein Grund für Weinattacken sein.

Nicht immer sind Eltern in der Lage, die Ursache herausfinden. Dein Baby schreit abends hysterisch? Weder Schmerz, noch Hunger oder sonstige Umstände scheinen schuld daran? Dann gibt es manchmal keinen anderen Weg, als zu akzeptieren, dass du die Ursache nicht behandeln kannst. Nimm dein Baby auf den Arm, spende ihm Wärme und Trost. Auch wenn du das Schreien damit nicht abstellen kannst, es hilft deinem Baby, seine momentane Krise zu durchstehen.

Schreien und Weinen sind Universalzeichen eines Babys

Dein Baby überstreckt sich und schreit? Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass es Schmerzen hat. Wenn es weint und die Füße anzieht, steckt Bauchweh dahinter. Wenn sein Schreiverhalten gänzlich anders ist als sonst, kann auch eine Krankheit der Grund sein. Zum Beispiel: Ein Baby schreit abends hysterisch stundenlang und lässt sich nicht beruhigen. Das kann einfach an Unwohlsein oder Überreiztheit liegen. Dennoch ist es u.U. ratsam, nach Symptomen Ausschau zu halten und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen.

Wenn ein Baby quengelt oder schreit, kann es auch sein, dass ihm zu warm oder zu kalt ist. In den ersten drei Lebensmonaten können Kinder die Körperwärme nicht gut halten. Auch im Sommer sollten sie stets dünne Bekleidung tragen. Schluckauf und ein kühler Nacken können sichere Zeichen dafür sein, dass es dem Kind zu kalt ist. Wenn das Baby quengelt, ein rotes Köpfchen hat und der Nacken sehr warm ist, dann ist ihm zu heiß.

Hat mein Baby Bauchschmerzen?

In den ersten Wochen nach der Geburt muss sich der Magen deines Babys erst an Muttermilch oder Säuglingsmilch als Nahrung gewöhnen und es kann oft zu Blähungen kommen. Diese lösen meist Schmerzen aus. Das Baby quengelt oder kreischt und zieht die Beine an den Bauch. Wenn es zusätzlich beim Trinken viel Luft geschluckt hat, können Koliken auftreten. Besonders häufig geschieht das in den ersten 3 Lebensmonaten. Daher die Bezeichnung Dreimonats-Koliken.

Koliken treten meist abends auf. Das Baby schreit nach dem Stillen hysterisch. Es pupst, überstreckt sich oder zieht die Beine an. Oft läuft der Kopf rot an. Koliken sind schmerzhaft, aber harmlos. Ein Patentrezept dagegen gibt es nicht, aber du kannst verschiedene Dinge ausprobieren, um Abhilfe zu schaffen. Zum Beispiel sanft den Bauch deines Babys massieren. Oder es bäuchlings auf dem Arm, im sogenannten Fliegergriff, tragen. Auch das Tragen in einer Babytrage oder einem Tragetuch kann helfen.

Das Baby sieht weg

Ein Babyzeichen, das schnell übersehen wird, ist das Wegdrehen des Kopfes oder das Vermeiden von Blickkontakt. Die Bedeutung ist nicht schwer zu entschlüsseln: Dein Kind möchte in Ruhe gelassen werden und braucht eine Pause von äußeren Reizen. Das kleine Babygehirn, das beständig neue Synapsen verknüpft, ist überfordert.

Es ist wichtig für die Entwicklung des Kindes, dass sich die Eltern früh mit ihm beschäftigen. Sie reden und spielen mit ihm oder schneiden Grimassen. Auch Verwandte oder Freunde wollen das tun. Besonders in den ersten Lebensmonaten sind Kinder damit jedoch schnell überfordert. Ebenso empfindlich reagiert ein Baby auf Geräusche und grelles Licht. Bei Überreizung zeigt ein Baby auch folgende Anzeichen: Es kreischt oder quengelt unvermittelt. Es strampelt mit Armen und Beinen. Vielleicht ballt es auch die Hände, bekommt Schluckauf oder schreit abends hysterisch, scheinbar ohne Grund.

Überreizte Babys brauchen schnell Ruhe

In diesem Falle reduziere die Reize und gönne deinem Kleinen eine Auszeit. Auch auf den Arm nehmen oder Stillen kann bei Überreizung helfen. Wenn dein Baby jedoch Blickkontakt hält, ist es neugierig. Es sucht nach Kontakt. In seiner Babysprache teilt es dir mit, dass es von dir beschäftigt werden möchte. Dann kannst du mit deinem Baby sprechen oder spielen.

Hunger: das Baby nuckelt an der Faust

Dein Baby nuckelt an seiner Faust? Das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht zahnt es oder will sich damit beruhigen. Zumeist ist das Nuckeln an der Faust jedoch ein untrügliches Signal für Hunger. Ein weiteres Hungerzeichen beim Baby: Es wendet den Kopf zur Seite. Dieses Babyzeichen hat seinen Ursprung in dem instinktiven Suchen nach der Mutterbrust. Wenn dein Baby dabei schmatzt, kannst du dir sicher sein, dass es gefüttert werden möchte.

Dein Baby schreit nach dem Stillen? Vielleicht hat es noch nicht genug getrunken. Biete ihm noch einmal etwas an. Hunger kann sich für kleine Kinder wie Schmerz anfühlen. Es überstreckt sich und schreit dann. Auch dies kann ein Hungerzeichen beim Baby sein. Schreien nach dem Stillen könnte jedoch auch auf Übelkeit oder Reflux hindeuten.

Strampeln und zucken beim Baby

Strampeln in Verbindung mit Lachen oder fröhlichen Lauten zeigt, dass dein kleiner Schatz sich wohl fühlt. Wenn ein Baby quengelt, zappelt oder zuckt, ist oft Angst oder Stress der Grund. Unerwartete Geräusche, Ereignisse und Bewegungen können es leicht erschrecken. Das Baby überstreckt sich dann und schreit. Seine Bewegungen „fliegen auseinander“ und es atmet hektisch. Dies sind sichere Babyzeichen dafür, dass dein kleiner Schatz Geborgenheit und Ruhe braucht.

Beim Schlafen kommt es oft zum Moro Reflex Wenn Babys beim Schlafen zusammenzucken, ist das kein Grund zur Sorge. Ein Baby erschreckt im Schlaf, wenn es heftig träumt oder ganz kurz vor dem Einschlafen ist. Genauso wie beim Erwachsenen auch, können dann Arme oder Beine kurz zucken. Meistens handelt es sich dabei um den natürlichen Moro Reflex (in Rückenlage zucken die Hände ruckartig). Pucken kann hier Abhilfe schaffen, damit es sich nicht selbst aufweckt.

Dein Baby zappelt beim Stillen? Dass muss nichts Ungewöhnliches heißen, kann aber in der Babysprache ein Zeichen dafür sein, dass es noch nicht wach oder hungrig genug zum Stillen ist. Wenn der Stillprozess ganz plötzlich unruhig wird, kann es auch sein, dass ein Bäuerchen Abhilfe schafft. Ein Baby zappelt beim Stillen auch, wenn es nicht richtig angelegt ist. Geräusche und eine ungewohnte Umgebung können es ebenso ablenken.

Augen reiben, Ohren ziehen – ist dein Baby müde?

Wie bei uns Erwachsenen ist Augen reiben auch bei Babys ein Zeichen für Müdigkeit. Genauso wie das an den Ohren Ziehen. Allerdings kann dieses in der Babysprache auch ein Hinweis auf Überreizung sein. Ein unruhiges Baby zieht an seinen Ohren, um sich zu beruhigen.

Auf Ohrenschmerzen deutet dieses Zeichen sehr selten hin. Kinder unter zwei Jahren können die Quelle von Schmerzen nicht richtig orten. Es kann jedoch auch ein Babysignal für Erkältung sein. Größere Babys und Kleinkinder spielen auch gern mit ihren Ohren, weil das für sie interessant ist.

Glucksen und Brabbeln

Lange bevor dein Baby sprechen lernt, kommuniziert es mit anderen Lauten. Klingen diese glucksend und sind begleitet von einem aufmerksamen Blick, dann drückt dies Neugierde aus. Dein Kind ist aufnahmebereit, die Welt um sich herum zu entdecken.

Macht dein Baby Geräusche, die sich wie ein Brabbeln anhören, dann hat etwas sein Interesse geweckt. Beobachte es aufmerksam. So kannst du sicher feststellen, was seine Aufmerksamkeit auf sich zieht und ihm bei der Erkundung helfen. Wenn die Töne tiefer und dringlicher werden, können Hunger und Unruhe dahinterstecken.

Je mehr du mit deinem Kind kommunizierst, desto mehr wird es deine Laute kopieren. Mit Glucksen und Brabbeln formt es Ausdrücke, die sich bestimmten Dingen zuordnen lassen. Das ist eine wichtige Vorstufe dafür, dass dein Baby Sprache erlernt.

Das erste Lächeln

In der Babysprache bedeutet ein Lächeln, dass sich das Kleine wohlfühlt und zugehörig zu den Personen, die es anlächelt. Lächeln kann bei älteren Babys aber auch einen entwaffnenden Charakter haben und als Schutzmechanismus dienen, z.B. als Reaktion, wenn die Eltern etwas verbieten.

Zu einem sozialen Lächeln ist ein Baby frühestens ab der sechsten Lebenswoche fähig. Wenn du schon früher ein Lächeln an deinem Schatz bemerkst, dann handelt es sich um eine unbewusste Muskelbewegung. Dieses Phänomen wird auch Engelslächeln genannt.

Babys erstes Lachen verzückt Elternherzen

Tics beim Baby: seltsame Babyzeichen

Ungefähr 10 bis 15 Prozent der Grundschüler entwickeln Tics. Dies sind Bewegungen und Laute, die oft wiederholt werden. Auch bei Säuglingen oder Kleinkindern können Tics vorkommen. Dein Baby schmatzt in einem fort vor sich hin? Es bohrt ständig in den Ohren oder dreht den Kopf schnell hin und her? Blinzelt es unwillkürlich oder zucken seine Mundwinkel? Das ist kein Grund zur Sorge. Meistens verschwinden diese Tics von allein wieder.

Bei Kleinkindern können Tics in Ruhephasen auftreten, wenn sie im Alltag zu vielen Reizen ausgesetzt sind. Am besten können Eltern darauf mit Gelassenheit und Verständnis reagieren. Sollte dieses Verhalten länger als zwölf Wochen andauern, empfiehlt es sich, zum Kinderarzt zu gehen. Eine Therapie zur Heilung ist nur selten nötig.

Wie kommt es zu Missverständnissen?

Teile der Babysprache sind allgemeingültig. Doch es gibt auch viele Zeichen, die individuell und situationsabhängig sind. Da kommt es schnell zu Missverständnissen zwischen Eltern und Kind. Vor allem in den ersten Wochen solltest du dich davon nicht irritieren lassen. Je mehr du dich mit deinem Kind beschäftigst, desto vertrauter werdet ihr miteinander. Schnell wirst du eine Intuition dafür entwickeln.

Häufige Missverständnisse gibt es zum Thema Schlafen. Nur weil andere Babys im Bekanntenkreis schnell einschlafen, muss das nicht auf dein Kind zutreffen. Einige Kinder können schon früh alleine schlafen, andere benötigen sehr lange eine Begleitung dabei. Dein Baby kreischt oder zappelt im Bett oder auf dem Arm? Das kann ein Zeichen sein, dass die nötigen Bedingungen noch nicht geschaffen sind.

Kinder reagieren unterschiedlich auf verschiedene Situationen. Manche kommunizieren energisch, andere zurückhaltend. Besonders im ersten Lebensjahr entwickelt sich ein Kind rasend schnell. Und ebenso schnell ändern sich auch bestimmte Bedürfnisse und die Art, sie mitzuteilen.

Fazit

Noch bevor dein Baby sprechen kann, kommuniziert es mit Signalen. Diese zeigen, dass das Kind etwas braucht oder etwas nicht stimmt. Babysignale bestehen aus Lauten, Bewegungen, Gesten oder Mimiken. Wenn du deinem Kind viel Zeit schenkst und es aufmerksam beobachtest, wirst du viele davon entschlüsseln können. Dadurch kannst du besser auf die Bedürfnisse des Babys eingehen. Je besser du deinen kleinen Schatz verstehst, umso vertrauter wird eure Bindung.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

https://www.familie.de/baby/babysprache-das-baby-verstehen-lernen-802184.html https://www.baby-und-familie.de/Entwicklung/Baby-Signale-So-verstehen-Sie-was-Ihr-Kleines-braucht-151879.html https://www.babyartikel.de/magazin/babysprache

Als diplomierter Drehbuchautor arbeite ich seit zwölf Jahren für TV, Theater und Web als Autor, Regisseur und Texter. Schreiben liegt mir im Blut. Durch die Auseinandersetzung mit verschiedensten Themengebieten bereichere ich mein Wissen. Ich bin selbst Vater und setze mich intensiv mit dieser Lebensaufgabe auseinander. Die Mitarbeit bei babysicherheit24.de bietet mir die Gelegenheit, andere Eltern an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Babys Sprache verstehen

Babys können nicht sagen, wie ihnen zumute ist – aber es mit ganzem Körpereinsatz zeigen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Körpersignale ihres Babys verstehen

Wer genau hinsieht, weiß schnell, ob sein Baby mit ihm kommunizieren möchte, ob es Hunger hat oder Bauchweh, ob es gerade sehr aufmerksam ist oder müde. Zunächst erkennen Eltern den Zustand ihres Babys daran, ob und wie es schreit – oder ob es zufrieden wirkt.

Babysprache: Das Baby verstehen lernen

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Babys können sich auf verschiedene Arten mitteilen

„Ein Baby kann sich sehr vielfältig ausdrücken, zum Beispiel über seine Motorik, die Mimik und den Blickkontakt“, sagt Diplom-Psychologin Bärbel Derksen vom Familienzentrum der Fachhochschule Potsdam. „Das sind Grundmuster, die angeboren sind.“ So setzen selbst Neugeborene schon den ganzen Körper ein, um sich ihrer Umwelt mitzuteilen. Sie strampeln und schauen interessiert, wenn sie kommunikationsbereit sind. Spreizen sie die Finger oder bewegen sie sich nicht, sind das sichere Zeichen dafür, dass die Kleinen eine Verschnaufpause brauchen. Oft kommen mehrere Signale zusammen. Will ein Baby nur seine Ruhe haben, weil es sich überfordert fühlt, dreht es das Köpfchen weg, spannt den ganzen Körper an und windet sich, als wollte es weglaufen. Meist sind gerade Neugeborenen die ganzen Reize zu viel, die sie umgeben und die ihnen Mama und Papa bieten. Denn für die Kleinen ist ja alles noch ganz neu!

Babys reden mit Blicken

Am Aufregendsten ist zunächst der Blickkontakt. „Mit etwa sechs Wochen ist das Sehvermögen so gut entwickelt, dass ein Baby scharf sehen und damit auch das Gegenüber fixieren kann“, sagt Prof. Manfred Cierpka vom Universitätsklinikum Heidelberg, der den Elternkurs „Das Baby verstehen“ entwickelt hat. Den Blickkontakt zu halten und zu kommunizieren, kostet das Neugeborene aber viel Energie. Wendet es den Blick ab, ist das ein Weg, um sich selbst zu beruhigen. Nach einigen Sekunden hat sich das Kleine aber meist erholt und blickt wieder interessiert und aufnahmebereit zur Mutter. Übrigens: Ein Säugling kann seinem Gegenüber minutenlang in die Augen schauen oder mit dem Blick an etwas haften bleiben. Die Dauer des sogenannten Blickverhaltens nimmt aber bis zum Erwachsenenalter ab. „Wir schauen uns ja als Erwachsene nur noch kurz in die Augen“, sagt Psychiater Cierpka. Dafür kann das Baby sich immer länger auf etwas konzentrieren, etwa auf ein Spielzeug: sind es bei wenige Wochen alten Babys nur etwa fünf Minuten, kann es im Alter von sechs Monaten schon eine halbe Stunde sein.

Babys schlafen durch weniger Reize leichter ein

Der größte Wunsch der Eltern ist meist, dass das Baby den Übergang vom Wachzustand zum Schlaf so schnell wie möglich allein meistert. Das klappt auch – mit etwas Geduld und Zeit. Manfred Cierpka rät: „Wenn die Eltern eine Zeit lang die Reizzufuhr zu den Einschlafzeiten drosseln, Licht- und akustische Reize reduzieren, das Kind nicht übermäßig schaukeln und nicht mehr zu viel mit ihm sprechen, kann es lernen, einen eigenen ,Abschalt-Mechanismus‘ zu entwickeln.“ Um ein schreiendes Baby zu beruhigen, das weder Hunger hat noch eine nasse Windel, reicht meist, es in den Arm zu nehmen. Der Körperkontakt mit Mama oder Papa wirkt bei den meisten Kindern Wunder. Man kann auch ruhig mit dem Kind reden oder beruhigende Geräusche einsetzen (vielleicht liebt es den Singsang der Spieluhr oder das monotone Rattern der Waschmaschine). Auch die Mahlzeiten sollten harmonisch ablaufen, gerade wenn Babys etwas nach zwölf Monaten das Essen der „Großen“ bekommen. Am schönsten ist es fürs Baby, wenn die ganze Familie dann gemeinsam an einem Tisch sitzt. Und wenn der kleine Gourmet etwas nicht mag oder satt ist: Bitte niemals zum Essen zwingen. Geben die Eltern dagegen Hilfe und Unterstützung zu einem Zeitpunkt, an dem das Kind sie benötigt, fördert das den guten Kontakt. „Und damit auch die Grundlagen gemeinsamer Interaktion“, erklärt der Psychologe Jörn Borke.

Beobachten ist das A und O

Manche Signale sind eindeutig – so das Augenreiben bei Müdigkeit. Andere Zeichen, etwa die der Erschöpfung, kennt man von sich selbst. Auch wir sagen nicht unbedingt, wenn wir gestresst sind, sondern ziehen uns zurück. Und so wie die Großen zeigen Babys ihr Befinden mehr oder weniger stark: „Bei manchen Kindern ist es sehr einfach zu erkennen, ob sie hungrig oder müde sind. Andere Kinder sind eher schwer lesbar“, sagt Borke. Manchmal kann dann ein Elternkurs helfen, die Signale des Kindes besser zu verstehen. Hier wird anhand von Videoaufnahmen gezeigt, was ein Baby in welcher Situation meinen könnte. Auch Situationen mit dem eigenen Baby werden aufgezeichnet und besprochen, was Eltern meist sehr hilft. „Der Wahrnehmungsfokus ändert sich. Das ist so, als würde man gezielt z.B. auf Mütter mit Kinderwagen achten – sofort sieht man mehr als früher“, erklärt Bärbel Derksen, die selbst bei der Beratungsstelle „Vom Säugling zum Kleinkind“ Mütter berät. Allerdings: Es ist nicht schlimm, wenn Eltern ihr Kind nicht immer sofort perfekt verstehen. Kleine Missverständnisse gehören zu jeder Kommunikation dazu. „Das ist ganz normal“, sagt Jörn Borke.

Wenn das Baby schreit

Wenn ein Baby sich nicht wohlfühlt, schreit es. Damit zeigen Babys, dass sie Hunger oder eine volle Windel haben oder einfach über etwas erschrocken sind. Eltern können bald je nach Klang des Schreis die Bedürfnisse ihres Babys erkennen. Das ist auch gut: Es hört früher mit dem Schreien auf, wenn seine Mutter schnell und angemessen darauf reagiert. Aber natürlich sollte ein Baby auch mal schreien dürfen. Hebamme Silvia von Büren betont: „Es ist eine seiner wichtigsten Kommunikationsmöglichkeiten und darf das auch ganz klar sein, wenn alle körperlichen Bedürfnisse abgedeckt sind. Schreien ist schließlich auch ein Verarbeitungsprozess, der das Baby entlastet!“

Verhalten bei Schreibabys

Eine Ausnahme bilden Schreibabys. Das sind Kinder, die mehr als drei Stunden täglich an mehr als drei Tagen pro Woche schreien, und das mehr als drei Wochen hintereinander. Um sie zu beruhigen, sollten Eltern Hilfe in Anspruch nehmen, z.B. von der Hebamme oder dem Kinderarzt. Manche Babys sind von Geburt an eher unruhig. Das kann mit einer schweren Geburt zusammenhängen, mit Spannungen in der Partnerschaft – oder mit dem angeborenen Temperament. „Solche Kinder haben eine vergleichsweise kürzere Aufmerksamkeitsspanne, sind leichter irritierbar und brauchen länger, um in den Schlaf zu finden“, sagt Cierpka. Oft weinen sie auch schneller, weil sie überreizt sind und nur noch schlafen wollen. Da ist es besonders wichtig, auf die Baby-Signale zu reagieren. „Wenn man zum Beispiel mehr auf die Müdigkeitszeichen achtet, die Kinder früher schlafen legt und sie auch länger schlafen lässt, wirken die Eltern dem hohen Erregungsniveau durch ein eher beruhigendes Antwortverhalten entgegen.“ Oft hilft den überreizten Babys, wenn man den Raum abdunkelt und alle möglichen Reize wie etwa störende Geräusche von ihnen fernhält. Neugeborene sollten generell etwa alle ein bis anderthalb Stunden eine Runde schlafen.

Das Baby entwickelt eigene Mitteilungs-Strategien

Wie Tom. Er ist unruhig. Der eine Woche alte Junge hat die Augen geschlossen und rudert mit den Ärmchen etwas unbeholfen vor seinem Gesicht herum. Der Mund ist geöffnet, ab und zu streckt der Kleine die Zunge heraus. Dann schafft er es: Nachdem er zunächst beide Händchen im Mund hatte, findet er den Daumen der linken Hand und saugt daran. Und – beruhigt sich. „Selbstregulation“ heißt diese Fähigkeit der Säuglinge. Sollen Eltern das unterstützen, etwa indem sie die Hand des Kleinen gleich zu seinem Mund führen? „Nein, denn das würde die selbstregulatorischen Bemühungen des Säuglings unterlaufen“, sagt Cierpka. Braucht ein Baby Unterstützung, um sich zu beruhigen, zeigt es das seinen Eltern selbst: durch Schreien oder verstärkte Unruhe-Signale. Für andere Aufgaben, die Babys bewältigen müssen, kann die Unterstützung der Eltern aber sehr hilfreich sein, um die Selbstregulierung zu erlernen, erklärt Diplom-Psychologe Jörn Borke. Er nennt als „große Regulationsaufgaben“ des ersten Lebensjahres

  • Schlafen (Übergang wach-schlafen-wach),

  • Schreien (Übergang Aufregung-Ruhe),

  • Essen (Übergang Hunger-essen-satt).

Was tun bei Missverständnissen?

Das alles passiert automatisch. „Aber manchmal hat man keinen Blick für die Signale des Kindes. Zum Beispiel, wenn man gerade ins Wickeln vertieft ist, ohne die Kommunikationsversuche des Babys zu bemerken“, erklärt Psychologin Bärbel Derksen. Oder man missversteht die Signale und denkt beispielsweise, das Baby lehne einen ab, wenn es den Blick abwendet. So kann sich ein negativer Kreislauf in Gang setzen: Die vermeintlich abgelehnte Mutter redet umso mehr auf ihr Kind ein, was das Kleine aber nur noch mehr anstrengt. Woher können solche Missverständnisse kommen? „Manchmal ist das implizite Beziehungswissen durch die eigenen Kindheitserfahrungen überlagert. Durch unbewusste Erwartungshaltungen oder Einstellungen gegenüber dem Baby werden die Wahrnehmung und die Interpretation des Verhaltens des Säuglings verzerrt“, erklärt Manfred Cierpka.

Babys brauchen mehr Zeit

Die Schweizer Hebamme Silvia von Büren hat zwanzig Jahre Erfahrung mit Eltern-Kind-Kommunikation und sagt: „Die Missverständnisse zwischen Eltern und Baby sind zahlreich, haben aber oft einen gemeinsamen Nenner. Die Geschwindigkeit! Wenn Eltern sich und dem Baby mehr Zeit geben würden, wäre vieles einfacher. Sie würden ihr Kind anders wahrnehmen und entsprechend reagieren. Erst wenn sich ein langsames Tempo zwischen Eltern und Baby eingestellt hat, haben Eltern Zugang und die Verbindung zu ihrem intuitiven, natürlichen inneren Wissen.“

Rhythmus und Wiederholungen bei Babysprache

Mutter und Vater müssen auf das Blickverhalten ihres Babys Rücksicht nehmen: „Wenn der Erwachsene es versteht, auf den Rhythmus des Kindes einzugehen, entsteht ein Wechselspiel. Er lässt dem Kind Zeit, wenn es sich erholt, und wendet sich ihm zu, wenn es aufmerksam ist“, erklärt Cierpka. Eigentlich machen Eltern das alles intuitiv richtig. „Sie verwenden vereinfachte, prototypische Verhaltensformen, um sich dem Baby verständlich zu machen, wie etwa Sprechen in Babysprache und Übertreibungen der Mimik.“ Denn der Blick aus Babyaugen genügt, damit die Mutter ihr Verhalten ändert. Sie lächelt zum Beispiel, öffnet die Augen weit, zieht die Augenbrauen hoch und nickt, während das Baby brabbelt. „Das ist eine mimische Übertreibung, genau wie die Babysprache“, erklärt Cierpka. Aber so kann das Baby den Gesichtsausdruck und seine Bedeutung besser verstehen.

Babysprache setzt auf Wiederholungen

Auch die vereinfachte Babysprache mit ihren Wiederholungen, den doppelten Lauten wie „dada“ und der steigenden Sprechmelodie ist genau auf das kindliche Ohr und die Aufnahmefähigkeit abgestimmt. Sie passt sich sogar den jeweiligen Bedürfnissen an: Ist das Baby müde, wird die Sprache der Mutter gedehnter und tiefer. So erfährt das Kleine, dass bestimmte Sprachmelodien zu bestimmten Empfindungen gehören. Und mit kleinen „Brabbel“-Gesprächen fördern Eltern erste Sprachexperimente. Zum Beispiel, indem sie die Laute ihres Babys imitieren und dabei leicht abwandeln, etwa in einer anderen Tonlage gaggeln und giggeln. Das spornt das Kleine an, neue Laute zu produzieren, es fühlt sich bestätigt – ein kleiner Dialog entsteht oder, wie die Münchener Psychiaterin Mechthild Papousek es ausdrückt, „ein Kreislauf positiver Gegenseitigkeit“.

Umwelt babygerecht benennen

„Hilfreich kann dabei auch sein, auf Initiativen des Kindes zu warten, diesen dann zu folgen und in säuglingsgerechter Weise zu benennen, was im und um das Kind herum gerade passiert. Zum Beispiel: ,Ja, jetzt freust du dich’“, sagt der Diplompsychologe Jörn Borke, der die Babysprechstunde der Universität Osnabrück leitet. So kann das Kind langsam alles um sich herum besser verstehen. Und es entsteht auch ein gutes Verhältnis des Babys zu seinen Bezugspersonen. „Das Bedürfnis eines Kindes nach Kontakt ist groß. Darüber baut sich eine funktionierende Bindung zwischen Mutter und Kind auf. Und eine sichere Bindung ist eine Schutzfunktion fürs Baby“, erklärt Derksen. Außerdem werden Kinder auf diese Weise selbstbewusster – und weinen weniger. Mit zunehmendem Alter kann sich das Baby seinen Eltern immer besser mitteilen. Schon im Alter von sechs Wochen lächelt es die Mama bewusst an, wenn ihm das Plaudern gerade Spaß macht, und um den fünften Monat herum bildet es Lautketten wie r-r-r oder dla-dla, wenn es sich besonders wohlfühlt.

Blähungen beim Baby: Wenn der Bauch schmerzt

Woran erkennen die Eltern bei ihrem Kind eine Blähung?

Bei etwa 20 bis 30 Prozent aller ansonsten völlig gesunden Neugeborenen kann es zu unvermittelten, ausdauernden Schreiattacken kommen, deren Ursache bislang noch nicht eindeutig geklärt ist.

Einige Babys haben recht heftig mit der Luft im Bauch zu kämpfen und ein Bäuerchen nach jeder Mahlzeit ist für sie Pflicht. Andere haben dagegen kaum Probleme.

Es kann passieren, dass der Säugling plötzlich aufhört, an der Brust zu saugen oder aus der Flasche zu trinken. Stattdessen verzieht er das Gesicht und beginnt zu weinen. Auch lautstarker Protest, bei dem sich das Baby windet und Grimassen schneidet, sobald es die Mutter nach dem Stillen hinlegen möchte, kommt häufig vor. Dies kann zwar auf Blähungen beruhen, oft aber müssen die Babys einfach nur Pipi. Lesen Sie mehr darüber in unserem windelfrei Artikel.

Diese belastende Situation, die vielen Eltern auch als Dreimonatskolik oder unter dem Begriff „Schreibaby“ bekannt ist, führen manche Experten auf eine verstärkte Neigung zur Blähung infolge des noch nicht vollständig ausgereiften Verdauungssystems des Babys zurück

Bekommen Flaschenbabys häufiger Blähungen als gestillte Kinder?

Hebammen bestätigen: Die Problematik „Blähung“ ist bei Stillkindern in der Tat weniger ausgeprägt, als bei Neugeborenen, die bereits nach wenigen Tagen mit der Flasche gefüttert werden. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass gestillte Kinder den Milchfluss der Brust bis zu einem gewissen Maß selbst kontrollieren können, vergleichsweise langsamer saugen und deshalb weniger Luft schlucken.

Ein weiterer Grund: Wenn Säuglinge richtig an die Brust angelegt werden, passt die Anatomie des kleinen Mundes mit der Brust perfekt zusammen. Die Luft hat keinen Platz mehr.

Ein Flaschenbaby schluckt aufgrund der Saugerkonstruktion bedeutend mehr Luft. Deshalb sollten Eltern während des Fütterns folgende Dinge beachten:

  • Die Neigung der Flasche ist dann optimal, wenn die Milch die Luft aus dem Sauger vollständig verdrängt hat.
  • Das Baby nicht in liegender Haltung, sondern in halb-aufrechter Position füttern.
  • Nach jeder Mahlzeit das Kind in Ruhe aufstoßen lassen (Bäuerchen).

Abhilfe können auch hier entsprechende Sauger bieten, die der weiblichen Brustwarze nachempfunden sind, zum Beispiel die Medela Calma von der Firma Medela.

Achtung! Auch gestillte Babys müssen oftmals ein „Bäuerchen“ machen. Insbesondere wenn die Mutter einen starken Milchspendereflex hat und das Kind schnell trinkt.

Wie können Eltern ihrem Baby helfen, ein Bäuerchen zu machen?

Grundsätzlich gilt: Eltern sollten keine übertriebene Angst vor einer Blähung haben. Es gibt drei Haltungen, um dem Baby das Aufstoßen zu erleichtern:

Über der Schulter

Während Babys Po sicher von einer Armbeuge gestützt wird, liegt sein Köpfchen über Mamas oder Papas Schulter. Die freie Hand streicht oder klopft nun sanft auf den Rücken des Kindes.

Der Fliegergriff

Das Baby liegt in Bauchlage auf dem Unterarm des Erwachsenen, wobei das Köpfchen wird mit der Hand abgestützt wird.

Aufrecht im Sitzen

Dabei sitzt das Baby aus dem Schoß eines Elternteils. Sein Rücken zeigt zum Bauch des Erwachsenen. Nun unter Babys Armen hindurchgreifen und seinen Oberkörper leicht nach vorn neigen. Die freie Hand kann leicht den Rücken streicheln oder sanft abklopfen.

Am besten probieren die Eltern aus, welche Haltung für sie selbst und ihr Baby am angenehmsten ist. Und sollte sich das Bäuerchen einmal besonders viel Zeit lassen, hilft es meistens, die Position zwischendurch zu wechseln.

Wegen Blähung zum Arzt?

Die meisten Babys wachsen aus der schwierigen Phase ganz einfach heraus. Sobald sie agiler werden und sich selbst fortbewegen können, sind die Zeiten von Blähungen infolge von zu viel Luft im Bäuchlein vorbei.

Neugeborene, die unter heftigen Blähungen leiden oder Babys, die von einem Tag auf den anderen auffällige Beschwerden entwickeln, sollten jedoch unbedingt einem Kinderarzt vorgestellt werden. Hier einige Symptome, die einen raschen Arztbesuch notwendig machen:

  • Blähung mit Schreiattacken nach jeder Mahlzeit
  • flüssiger, schaumiger oder spritzender Stuhlgang
  • extrem fester Stuhlgang (Hasenkot)
  • Trinkverweigerung
  • das Baby nimmt nicht zu

Hier könnte hinter den Blähungen in Verbindung mit den anderen Auffälligkeiten eine ernsthafte Krankheit stecken, die vom Kinderarzt abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden muss.

Wichtig! Je jünger das Baby, umso weniger Zeit sollte zwischen dem Auftreten der Beschwerden und dem Arztbesuch vergehen.

Eltern, die aufgrund der Probleme Angst bekommen oder unter Spannung geraten, sollten mit ihrem Baby ebenfalls zum Arzt gehen. Gerade Mütter und Väter von Schreibabys benötigen oft professionelle Beratung und Unterstützung. Schon wenige Sitzungen oder der Besuch einer Schreiambulanz können deutliche Entlastung bringen.

Tipps zur Vorbeugung und Behandlung

  • Dass stillende Mütter auf blähende Nahrungsmittel verzichten sollten, ist oft gehörter Rat, kann aber durch keine Evidenz bewiesen werden. Das gleiche gilt für Stilltees. Wenn er Ihnen schmeckt, können Sie ihn aber natürlich trotzdem trinken.
  • Beim Füttern mit dem Fläschchen darf sich kein Schaum vom Schütteln mehr darin befinden.
  • Manchmal lohnt es sich mit der Lochgröße im Flaschensauger zu „experimentieren“, um so wenig Luft wie möglich eindringen zu lassen.
  • Leichte, kreisende Bauchmassagen im Uhrzeigersinn, eventuell mit Kümmelöl, entspannen Babys Bauch. Ein hörbarer „Pups“ verweist darauf, dass sich die Blähung im wahrsten Sinne „in Luft aufgelöst“ hat.
  • Hebammen empfehlen gegen häufige Blähungen gern auch homöopathische Mittel, wie etwa Chamomilla, ein Extrakt der Kamillenpflanze. Auch Kümmelzäpfchen sind geeignet.

Sofern der Kinderarzt eine Nahrungsunverträglichkeit feststellt, wird er Spezialnahrung empfehlen. An dieser Stelle verbieten sich jegliche Experimente im Alleingang von selbst. Eine entsprechende Nahrungsumstellung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht!

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