Baby will ständig brust

Inhalte

Der normale Verlauf der Stillzeit

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC |
Dein Baby verhält sich nicht so, wie es in den Büchern beschrieben wurde!
Wer hat Recht? Das Baby oder die Bücher?

Babys sind anpassungsfähig. Es wird Dir vielleicht gelingen, das Verhalten Deines Babys zu „korrigieren“, damit es Deinem Lieblingsbuch entspricht.

Aber Dein Baby verhält sich so, wie es sich verhält, weil Babys schon immer so waren.

Folgendes ist wahrscheinlich seit Tausenden von Jahren für das Säugetier Mensch „normal“ gewesen:

In einer normalen Schwangerschaft gab es keine großen Mengen von Allergien auslösenden Nahrungsmitteln so wie in der heutigen Zeit.

Wenn es in Deiner Familie starke Neigungen zu Allergien gibt, ist es vielleicht besser, wenn Du Milchprodukte, Eier und eventuell Erdnüsse vermeidest, wenigstens während der letzten drei Monate.

Es gibt Belege, dass das Vermeiden dieser Lebensmittel in dieser Zeit und in der frühen Stillzeit helfen kann, das Kind vor der Entwicklung von Überempfindlichkeiten zu schützen.

Eine normale Geburt fand an einem ruhigen, abgeschiedenen Ort statt, an dem die Mutter sich wohl fühlte.

Sie erhielt keine Medikamente, die die normale Fähigkeit des Neugeborenen zu stillen und zu interagieren störten.

Wahrscheinlich wurde die Geburt von einer erfahrenen Frau begleitet – einer „Doula“, die die Gebärende bemutterte.

Studienergebnisse deuten darauf hin, dass eine Klinikentbindung für die durchschnittliche Frau nicht sicherer ist, als eine Hausgeburt, die von einer Hebamme geleitet wird, und dass eine Periduralanästhesie (PDA) keinen größeren Effekt auf das Wohlbefinden der Gebärenden hat, als die Anwesenheit einer Doula.

Der normale Beginn der Beziehung zwischen Mutter und Neugeborenem entwickelte sich, ohne dass das Baby überhaupt von der Mutter getrennt wurde.

Innerhalb der ersten Lebensstunde – aber wahrscheinlich nicht sofort nach der Geburt – begann das Baby die Brust zu suchen.

Nachdem es vielleicht eine Stunde oder länger gesaugt hatte, ruhten sich Baby und Mutter zusammen für einige Stunden aus.

Dann fing das Baby wieder an zu stillen, wahrscheinlich verbrachte es in den ersten Tagen die meiste Zeit an der Brust.

Da die Mutter durch häufige Beobachtung von anderen stillenden Müttern wusste, wie das Baby zum Stillen gehalten wird, war es unwahrscheinlich, dass sie beim Stillen Schmerzen hatte.

Schmerz ist ein Signal, dass etwas verkehrt ist und geändert werden muss.

Zum normalen Leben einer Mutter gehörte es, das Baby während des Tages am Körper zu tragen und nachts mit ihm gemeinsam im Bett zu schlafen.

Kein Kinderwagen, kein Kinderbett, kein Kinderzimmer, nur die Wärme des mütterlichen Körpers und die ständige Verfügbarkeit ihrer Milch.

Die Mütter verrichteten ihre tägliche Arbeit, mit häufigen, kurzen Unterbrechungen zum Stillen – wahrscheinlich waren es mehrere pro Stunde, die jeweils nur ein paar Minuten dauerten, meistens gaben sie bei jeder Mahlzeit nur eine Brust.

Von den Babys wurde nicht erwartet, dass sie zwei, drei oder vier Stunden ohne zu stillen auskamen und sie fühlten sich daher gewöhnlich weder sehr hungrig, noch überfüllt, sondern hatten ständig ein wohliges Gefühl im Bauch.

Die Vorstellung, dass zwei Stunden der durchschnittliche Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten ist, basiert in Wahrheit auf einem Wunschdenken, nicht auf der Biologie des Menschen.

Einige Babys können tatsächlich so lange warten, manch Andere werden aber schlecht zunehmen und sich frühzeitig abstillen, wenn ihre Mahlzeiten zwei Stunden oder länger auseinander liegen.

(Häufiger zu stillen ist meistens für die Mutter sowohl angenehmer als auch einfacher. Genau wie gelegentliche kurze Unterbrechungen bei der Arbeit weniger störend und erholsamer sind, als nur eine einzige lange Pause in der Mitte eines langen Arbeitstages.)

Jedes Mal, wenn es saugt, erhält das Baby Kalorien – kein Hinhalten des Babys mit einem Schnuller, der ihm keine Nährstoffe bietet – und Neugeborene verbringen viel Zeit mit Stillen.

Andererseits, wenn ein Baby ständig saugen möchte und offensichtlich die Brust nie loslässt, weil es danach satt ist, liegt dies vielleicht daran, dass es die Brust nicht effektiv entleert.

Dann sollte sich eine Stillexpertin das Stillen anschauen.

Das normale Abstillen erfolgte wahrscheinlich irgendwann im Alter von zweieinhalb und sieben Jahren.

Das bedeutet, dass Körper, Knochen und Persönlichkeit eines Einjährigen auf eine Ernährung ausgerichtet sind, die überwiegend aus Muttermilch besteht, nicht überwiegend aus fester Kost.

Das Stillen wurde so allmählich weniger, dass oft weder die Mutter, noch das Kind, genau wussten, wann das allerletzte Stillen stattfand.

Das normale Stillen war etwas Angenehmes für Beide – Mutter und Baby. Wenn es nicht so gewesen wäre, warum hätte eine Mutter sich darum bemühen sollen?

Wenn Stillen für Dich unangenehm ist, wende Dich an eine Stillexpertin. Ihr beide habt ein Recht darauf, das Stillen zu genießen.

Original: „The Normal Course of Breastfeeding“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, September 2004

Fragen an die Hebamme: Was ist Clusterfeeding?

Auch im Kontext Stillen gibt es immer wieder Begriffe, über die man stolpert, aber vielleicht gar nicht so genau weiß, was eigentlich damit gemeint ist. So fragen mich immer wieder Mütter, was denn „dieses Clusterfeeding“ bedeutet. Denn aus dem Englischen übersetzt heißt „to cluster“ unter anderem anhäufen oder ansammeln. Sammelt das Baby also Milch? Und wenn ja, wo und wie?

Tatsächlich wird der Begriff in Bezug auf das Stillen dazu verwendet, das meist abendliche häufige Stillen in kurzen Abständen zu beschreiben. Dieses Verhalten tritt vor allem bei noch kleinen Babys in den ersten Wochen auf. Zum einen ist zu diesem Zeitpunkt der Magen noch recht winzig. So können nur kleinere Milchmengen aufgenommen werden. Da die Muttermilch sehr gut verdaulich ist, meldet sich das Baby aber schon nach kurzer Zeit erneut. Auch der Umstand, dass das Stillen und Verdauen für kleine Babys sehr anstrengend ist, bedingt, dass sie dabei einschlafen und sich aber dann entsprechend häufiger melden.

Dieses Stillverhalten wird übrigens auch als Lagerfeuerstillen bezeichnet. Die meisten Mütter sitzen bei diesem abendlichen Stillmarathon wahrscheinlich nicht mehr am Feuer. Aber es empfiehlt sich trotzdem, es sich dabei schön gemütlich zu machen. Auch Essen und Trinken für sich selbst sollte in greifbarer Nähe sein. So kann die Stillende ebenfalls entspannt essen, während das Baby sein ganz eigenes Mehrgangmenü genießt. Immer wieder wird das Baby beim Stillen einschlafen, um kurz darauf wieder mit einem erneuten Stillbedürfnis aufzuwachen. Auch für die Mutter ist es sinnvoll, in diesen Momenten zu entspannen und vielleicht auch etwas zu dösen. Günstig ist es darum auch, wenn bequem im Liegen gestillt werden kann.

Zufüttern kann kontraproduktiv sein

Oft sind Mütter verunsichert und sorgen sich, ob ihre Milchmenge auch ausreicht, wenn sich ihr Baby in so kurzen Abständen meldet. Und sich eigentlich gar nicht so richtig entfernt von der Brust ablegen lässt. Doch dieses Stillverhalten ist ganz normal. Es sorgt dafür, dass sich die Laktation gut einspielt. Durch das häufige Saugen wird bei der Mutter nämlich reichlich das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das für die Milchbildung zuständig ist. Da das Hormon verzögert wirkt, wird somit bereits die Milchbildung für den folgenden Tag gesichert.

Oft folgt dem abendlichen Stillmarathon dann eine längere Schlafphase von bis zu fünf Stunden. Das Clusterfeeding ist also ein ganz normales Verhalten. Es wirkt sich positiv auf die Milchproduktion aus. Würde an dieser Stelle zugefüttert werden, könnte das sogar negative Auswirkungen auf eine ausreichende Milchbildung haben.

Wenn tatsächlich Bedenken bezüglich einer nicht ausreichenden Milchmenge vorhanden sind oder die Gewichtsentwicklung sowie die Ausscheidungen auf mögliche Probleme hinweisen, sollte man fachlichen Rat einholen. Mit der Hebamme oder Stillberaterin kann gemeinsam geschaut werden, welche Maßnahmen zur Milchmengensteigerung sinnvoll sind. Auch bei einem tatsächlichen Zufütterungsbedarf sollte immer individuell geschaut werden, womit und auf welchem Wege dies geschieht. Jede Zufütterung kann Auswirkungen auf das Stillen haben.

Muttermilch und Nähe tanken

Auch der Einsatz eines Beruhigungssaugers sollte gerade in den ersten Wochen wohl überlegt werden. Dieser kann zur Reduzierung der Milchmenge beitragen kann. Beim Saugen wird das Hormon Cholecystokinin ausgeschüttet, was beim Baby das Gefühl von Sättigung und Schläfrigkeit bewirkt. Dies geschieht auch beim Saugen an einem Schnuller. Nur bekommt es dabei keine Kalorien. Das Baby hat sich dann über seinen eigentlichen Hunger „hinweggeschnullert“. Das kann ungünstige Auswirkungen auf die Gewichtsentwicklung haben.

Das abendliche Dauerstillen hat also seinen Sinn und hilft dabei, die Milchmenge entsprechend dem Bedarf des Kindes zu steigern und anzupassen. Und neben der Sicherung der Milchbildung tankt das kleine Baby zusätzlich noch Nähe. Diese hilft ihm, die vielen neuen Tageseindrücke und Reize zu verarbeiten.

Warum dein Baby manchmal ständig stillen möchte und wie Du damit umgehen kannst

Also kein gleichmäßig über den Tag verteiltes 2, 3 oder gar 4 stündiges Schema! Und: Es stört die Mütter kein Bisschen, sie finden das ganz normal. Ich wage sogar zu vermuten, dass sie ganz besorgt wären, wenn ein Baby lediglich alle 4 Stunden trinken wollen würde. Danach gefragt wie oft und wie lange Ihr Baby trinkt könnten diese Mütter höchstwahrscheinlich überhaupt gar keine Antwort geben, außer vielleicht „es darf trinken wann es möchte“, denn sie tragen es immer bei sich und sobald es trinken möchte, trinkt es eben. Das Ganze in Zahlen oder Regeln zu packen erscheint Müttern in Papua Neu Guinea vermutlich schlichtweg absurd.

Warum machen Babys das?

Ganz klar, wir sind kein Naturvolk und in unserem Alltag gibt es ganz andere Randbedingungen. Aber ich habe in der Überschrift versprochen, dass ich Dir erkläre WARUM Dein Baby manchmal einfach öfters trinken möchte.

Das eben Beschriebene ist einer der Gründe: Babys sind entwicklungsgeschichtlich genau so „gestrickt“ wie die Kinder die bei Naturvölkern auf die Welt kommen. Sie sind „Traglinge“ die einen relativ kleinen Magen haben, welchen sie mit mehr oder weniger häufigen kleinen Mahlzeiten füllen. Diese Mahlzeiten bestehen aus leicht verdaulicher Muttermilch und wandern rasch durch Magen und Darm. Zusätzlich wächst der noch recht unreife Babykörper in den ersten Wochen so schnell wie später nie wieder und natürlich braucht Dein Baby hierfür eine Menge Energie. Diese Energie zu decken, wird schwierig bis unmöglich, wenn es dauerhaft nur alle 4 Stunden trinken darf oder über seinen Hunger hinweggetröstet wird, weil man denkt „das kann doch nocht schon wieder hungrig sein!“. Manchmal braucht es einfach mehr Deiner Milch. Dabei regt es zusätzlich dazu dass es öfters trinkt praktischerweise auch die Milchbildung für die nächsten Tage verstärkt an.

Nützlicher Hunger auf Milchvorrat

Der Hunger Deines Baby wird außerdem anfangs zu einem Teil von dem Hormon Cholecystikinin (CCK) gesteuert. Beim Saugen steigt der Wert an und sagt ihm nach ca. 20 Minuten dass es satt ist. Sobald der Wert aber nach 10-20 Minuten wieder sinkt, fühlt Dein Baby dass es wieder Hunger hat. Dieser Ablauf kann sich manchmal mehrfach wiederholen, bis Dein Baby danach in eine längere Schlafphase fällt. Das macht auch Sinn, denn Muttermilch ist sehr leicht verdaulich und passiert Magen und Darm recht schnell (etwa in 90 Minuten). Durch dieses Clusterfeeding füllt Dein Baby seinen Bauch quasi auf Vorrat auf für eine längere Schlaf oder Ruhephase.

Und was nun?: Der beste Plan ist kein fester Plan

Auf diese „Programmierung“ Deines Babys reagierst Du am besten, indem Du Dein Baby ohne ein festes Schema trinken lässt wann und wieviel es möchte. Ich weis, für die meisten Mütter, vor allem beim ersten Kind, hört sich das verunsichernd unberechenbar an. Aber Du wirst feststellen, dass dieses flexible „Nicht-Schema“ Deinen Tagesablauf viel entspannter macht, als Du es denkst. Denn so kann Dein Baby sich an Deinen Tagesplan anpassen und nicht andersherum. Denn genau das passiert, wenn man versucht einem festen Stillmahlzeiten-Schema zu folgen. Plötzlich fängt man an, die eigenen Dinge und Vorhaben zu verschieben oder gar abzusagen, weil es nicht ins Trinkschema des Babys passt.

Genau so ist es mit der Dauer der Trinkmahlzeit. Klar gibt es auch hier Anzeichen, die zeigen können, dass Dein Baby mit der Mahlzeit fertig ist, am deutlichsten zum Beispiel, es schläft ein und lässt los. Aber dem sollte man sich nicht bedingungslos unterwerfen. Manchmal ist man sich einfach nicht sicher. Es ist nicht schlimm, wenn man dann einfach das Baby von der Brust löst. Wenn es noch nicht genug war, wird Dein Baby sich melden und es bekommt einen kleinen Still-Nachschlag.

Lieber öfters anlegen, als Marathon-Stillen

Oft sehe ich Mütter die Ewigkeiten stillen und natürlich frustriert sind. Ich glaube es steckt meist die Hoffnung dahinter, dass die Babys dann länger schlafen. Ganz abwegig ist der Gedanke zwar nicht, denn beim „Clusterfeeding“ haben wir ja ein ähnliches Phänomen. Aber es ist doch ein deutlicher Unterschied, ob man das Baby nach vielleicht 25 Minuten von der Brust löst und gegebenenfalls 15 Minuten später doch nochmal anlegt oder ob man über eine Stunde „durchstillt“, sowohl vom eigenen Erleben, als auch von der hormonellen Seite. Die Milchproduktion wird besser angeregt, wenn man öfters anlegt und nicht wenn man Marathon-Stillt.

Von der Coolness anderer Säugetiermütter lernen

Die amerikanische Stillberaterin Diane Wiessinger hat 2006 in dem Artikel „How babies eat“ einen treffenden Vergleich mit stillenden also säugenden Tiermüttern unter anderem in folgenden Beispielen so formuliert:

„Wenn eine Gorillamutter mit ihrem Baby an der Brust eine Banane nicht erreicht, löst sie es einfach von der Brust. Sie sorgt sich nicht darum, ob es vollgetrunken ist oder nicht. Wenn es unruhig wird, legt sie es wieder an, nachdem sie sich die Banane genommen hat.
Hunde denken nicht über Milch nach; sie säugen, weil es sich gut anfühlt und die Welpen vom Kläffen abhält.“
Von dieser entspannten Einstellung können sich Menschenmütter etwas abschauen.

Übrigens, das mit dem oft abendlichen „Clustern“ geht vorbei. Babys zeigen dieses Muster nicht die ganze Stillzeit hindurch. Ab wann genau sie das nicht mehr tun kann man aber leider nicht exakt vorhersagen, da es eine recht individuelle Entwicklung ist.

24h-Clusterfeeding, gibt es das Auch?

Wenn Dein Baby nicht nur einzelne Phasen am Tag hat in denen es clusterfeedet, sondern dieses Muster den ganzen Tag und die Nacht über zeigt, kann das unter anderem ein Zeichen dafür sein, dass Dein Baby Deine Brust nicht effektiv entleert. Das heißt, es kann vorkommen, dass Du zwar genug Milch hast, Dein Baby aber noch Schwierigkeiten dabei hat, diese auch effektiv aus Deiner Brust zu entleeren. Es kann aber auch viele andere Gründe geben.

Das ist dann aber auf jeden Fall eine Situation, in der Du Dir Hilfe von einer Stillberaterin oder Hebamme suchen solltest. Oft kann man Durch kleine Änderungen an der Position oder an Eurem „Stillschema“ schon helfen. Aber wenn das nicht ausreicht, kann sie Dir auch helfen, herauszufinden an was es sonst noch liegen könnte.

In diesem Sinne: Entspannt stillen!

Artikel (Englisch): „How babys eat“ von Diane Wiessinger, 2006

Außerdem empfehle ich allen Eltern die mehr darüber erfahren möchten, warum Babys und Kleinkinder sich verhalten wie sie sich verhalten, die Lektüre folgenden Buchs:„Kinder verstehen“ von Dr. Herbert Renz-Polster

Danke, dass du dir Zeit für meinen Blog genommen hast.

Letztens schrieb mich eine Mama an. Wir unterhielten uns über ein Thema, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann. Eine Zeit, in der das Baby nur noch gestillt werden wollte.

Was es mit diesem Dauerstillen auf sich hat und wie man diese Zeit „überlebt“, darüber schreibe ich im heutigen Beitrag.

Clusterfeeding oder auch Dauerstillen

Ich weiß es noch ganz genau. Ich war mitten im Wochenbett. Saß im Bett. Mein Hintern schon total wund vom ständigen Sitzen und Stillen. Ich durfte das Bett nicht verlassen (außer für Toilettengänge und dergleichen). Noch dazu hing da ständig jemand an meiner Brust und trank und trank und trank.

Meine Hebamme kam regelmäßig vorbei, um sich nach uns zu erkundigen. Mit mir zu reden. Über meine Freuden, aber auch über meine Fragen, Sorgen und Probleme.

Und plötzlich, mitten im Reden, breche ich in Tränen aus und sage ihr, wie schwer dieses dauerhafte Stillen ist. Immer dieses nervöse An- und wieder Abgehen. Ich hatte das Gefühl, dass mein Baby gar nicht satt wird. Weil er STÄNDIG und IMMERZU an meiner Brust war. Sobald er sich löste, wollte er gleich wieder gestillt werden. Es war zum Verrückt werden!

Und meine Hebamme verstand mich so gut und tröstete mich liebevoll. Doch ihre Antwort lautete:“Das nennt man Clusterfeeding. Das ist ganz normal.“

Ehrlich gesagt, war es mir zu peinlich, zu fragen, was Clusterfeeding bedeutet. Ich nickte also mit nassen Augen und suchte dann später, als meine Hebamme weg war, nach dem Begriff.

Im Internet wurde unser aktueller Zustand genau beschrieben. Das Baby stillt stundenlang. Wenn es dann endlich gesättigt ist, geht es schon nach kurzer Zeit wieder von vorne los. 15 Minuten Pause. 2 Stunden stillen. So in etwa lief das bei uns auch ab. Wow. Auch wenn es mir nicht direkt half, war es so schön zu erfahren, dass ich nicht die einzige mit diesem „Problem“ war.

Unsicherheiten

Weil mein Baby echt ständig und dauernd und überhaupt und immerzu gestillt werden wollte, kamen dann auch recht schnell die Zweifel in mir hoch. Reicht meine Milch aus? Wird der Kleine eventuell gar nicht satt davon?

In meiner Familie wurde entweder gar nicht oder nur nach Zeitplan gestillt. Entweder weil man es nicht wollte oder weil man einfach kein Vertrauen darin hatte, dass ein Baby nur von Milch satt werden könne. Alle 3 Stunden wurde gestillt, weil man sich so den Tag besser einteilen konnte. Klar, dass in diesen Fällen die Milch irgendwann wirklich nicht mehr reichte. Von meiner Familie wurde ich also eher verunsichert als bestärkt.

Wozu Clusterfeeding gut ist

Als ich mich etwas weiter belas, erfuhr ich, dass das Clusterfeeding (oder auch „gehäufte Stillmahlzeiten“) sehr nützlich ist. Unsere Muttermilch ist leicht und schnell verdaulich. Und da ein Baby immens wächst, braucht es entsprechend Energie. Da die Milch aber sehr rasch seinen kleinen Magen und Darm passiert, muss halt schon nach kurzer Zeit wieder Nachschub geliefert werden.



Ein Nebeneffekt: Dadurch, dass das Baby vermehrt angelegt wird, wird auch die Milchproduktion angeregt.

Wenn man sein Baby also – wie z.B. in meiner Familie – nach Zeitplan stillt, kann sich die Brust nicht auf den tatsächlichen Bedarf des Babys einstellen. Wenn nicht oft angelegt wird, sondern nur sagen wir mal alle 3 h, dann ist klar, dass die Milch irgendwann wirklich nicht mehr ausreicht. Das ist aber kein natürliches, sondern ein künstliches Problem.

Das gleiche passiert, wenn man seinem Baby statt der Brust einen Schnuller gibt. Erst einmal bekommt das Baby nicht die Milch, die es eigentlich benötigt, zum anderen „merkt“ die Brust, dass weniger gestillt wird. Die Nachfrage regelt das Angebot. Weniger Nachfrage gleich weniger Milchproduktion. Es wird weniger Milch produziert und die Milch kann sich nicht optimal auf das Baby einstellen.

Ein Grund mehr, weshalb wir unser Kind ohne Schnuller aufwachsen lassen.

Umgang mit Clusterfeeding

Ok. Ich hatte verstanden: Clusterfeeding ist’ne gute Sache. Das half mir schon etwas. Trotzdem empfand ich es immer noch als anstrengend. Da bin ich ganz ehrlich. Also was tun, um nicht komplett durchzudrehen?

Weg mit den Uhren

Was bringt es mir zu wissen, dass mein Baby gerade 2 Stunden gestillt wurde? Oder dass es mittlerweile schon 01:00 Uhr morgens ist? Es brachte mir nichts als Stress.

Deshalb verbannte ich die Zeit. Ich nahm die Batterien aus dem Wecker. Das nervige Ticken hörte endlich auf. Ab damit in die Schublade.

Ich nahm es fortan einfach hin, dass das Stillen so lange dauerte. Und mein Baby schnurpste indes genüsslich weiter.

Rhythmus anpassen

Das Beste, was ich machen konnte: Ich passte meinen Rhythmus dem meines Babys an. Wenn der kleine Mann schlief, versuchte ich auch eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Versuchte, wohlgemerkt. Dadurch, dass ich noch nicht so geübt im Anlegen war, brannte stets Licht bei uns, damit ich gut sehen konnte. Bei Licht zu schlafen, ist echt nervig. Ständig wachte ich auf.

Aber selbst, wenn ich mich nur ausruhte, war das nächtliche Aufstehen leichter zu bewältigen. Und mit der Zeit passte sich unser Baby dann unserem Rhythmus an.

Kopf freibekommen

Schlimm waren auch die tausend Gedanken, die da noch nebenbei im Kopf schwirrten. Unser Schlafzimmer war mitten im Umbau und sah aus wie Sau (neben dem Rest der Wohnung). Nur leider konnte ich nicht aufstehen und mal schnell den Bohrer schwingen. Ich musste darauf warten, dass mein Mann das irgendwann erledigte. Nur der hatte ja auch nicht immer Zeit.

Dann war noch dies zu tun, das zu erledigen, dieses und jenes bereiteten mir Sorgen usw. Mein Kopf war voller Ideen und Einfälle und Gedanken und das stresste ungemein. Was mir half: Aufschreiben. Blatt Papier und Stift bereitlegen und sobald da wieder was aufblitzte, schrieb ich es auf. Ich hatte wieder den Kopf frei, weil ich nicht ewig dran denken musste, um es ja nicht zu vergessen.

Entspannen

Schon in der Schwangerschaft litt ich unter extremem Schlafmangel. Ich war sowas von geladen, das glaubst du nicht. Und nach der Geburt wollte es kein Ende nehmen. Ich fand einfach keinen Schlaf.

Dann installierte uns mein Mann einen Lautsprecher im Schlafzimmer, aus dem „White Noise“ zu hören war. Das ist einfach nur Rauschen, mehr nicht. Aber ich schlief damit plötzlich super gut! Ich kann es dir nur empfehlen! Im unteren Video kannst du ja mal reinhören…

Zeit vertreiben

Und wenn ich stundenlang stillte, musste ich mir ja auch irgendwie die Zeit vertreiben. Wenn ich also nicht geschlafen habe, habe ich z.B. Musik gehört, Bücher gelesen (Smartphone hatte ich zu der Zeit noch nicht), gegessen (was ich in diesem Moment, in dem ich diesen Beitrag schreibe, ebenfalls mache), mein Baby beobachtet… Ja… sowas halt. Da vergeht eine Menge Zeit.

Und – ich weiß nicht, ob das was für dich wäre – ja, ich habe auch ferngesehen. Manche sagen, das Baby bekommt alles, was um es herum geschieht, mit, auch im Schlaf. Kann sein. Aber ich bekam den Kleinen an manchen Tagen gar nicht (!) von der Brust ab. Kein kurzer Besuch auf der Toilette möglich, ohne dass er sofort wach wurde und weinte. Dazu noch selten Besuch. Es drehte sich alles ums Baby (was auch ok war), aber ich brauchte etwas, das die Zeit schneller verfliegen ließ.

Keine Sorge: Sobald der kleine Mann wach war, war auch der Fernseher aus. Und als sich der kleine Mann für seine Umgebung interessierte, war der Fernseher fortan aus und staubte vor sich hin. Bis wir das Ding letztendlich komplett abbauten, weil es nicht mehr gebraucht wurde. Wir haben Tablet und Computer; das reicht auch und nimmt nicht so viel Platz weg.

Was ich damit sagen will: Was auch immer es ist, das dir die Zeit angenehmer macht, mach es. Du bist auch nur ein Mensch mit Bedürfnissen.

Unterstützung

Mein Mann half mir, wo er nur konnte. Er brachte Essen und Trinken. Leistete mir ab und an Gesellschaft. Dann musste er wieder arbeiten und war weg. Oder er war zu Hause und arbeitete am Computer weiter.

Einsam sein, ist ein mieses Gefühl. Ja, schon klar, mit Baby bist du nicht einsam. Aber irgendwie doch. Ich brauchte auch mal eine Freundin, mit der ich reden konnte. Ja, hauptsächlich über den kleinen Wonneproppen, aber auch über andere Dinge. Wie es ihr geht, was sie macht. Dann konnte sie mein Baby halten und ich mal kurz alle Viere von mir strecken. Essen machen. Duschen. So ganz banale Dinge, die mir aber sehr wichtig waren. Das verschaffte mir kleine Verschnaufpausen. Ruhe-Inseln.

Vielleicht hast du ja auch das Glück, dass dich deine Familie unterstützen kann. Bei mir ging das leider nicht. Alle um mich herum waren arbeiten. Ich hatte dann Glück, dass einige meiner Freundinnen studierten und deshalb ab und zu mal auch tagsüber Zeit hatten. Was hätte ich mich gefreut, wenn mich jemand (außer meinem Mann) im Haushalt unterstützt hätte.

Hauptsächlich ging es mir aber nicht um den Haushalt, sondern eher um nette Gesellschaft. Ein liebes Gesicht. Aufmunternde Worte. Und vielleicht sogar ein anderes Thema als Baby, Stillen und Windelinhalte.

Körpergefühl

Mein Baby schlief – zumindest erinnere ich mich so – fast die ganze Zeit. Und trank. Sobald ich mich bewegte, wachte es auf. Weinte. Wollte weiter trinken. Wieder schlafen.

Heute, weiß ich, hätte ich mir mein Baby einfach schnappen können. Im Tragegurt hätte es dann ggf. weiter trinken und auch einschlafen können. Oder zuschauen können, was ich denn da so treibe.

Damals war ich übervorsichtig und hatte Angst. War auch noch so unsicher im Umgang mit dem Baby. Die Sicherheit kam dann erst nach und nach, als ich keine Lust mehr auf Rumsitzen hatte und spazieren ging, obwohl es mir meine Hebamme nicht empfohlen hatte. Und von da an da ging es langsam bergauf. Ich hörte auf meinen Körper und handelte danach, statt mir von anderen sagen zu lassen, was gut für mich sei.

Und sicher wäre mein Baby nicht gleich verhungert, wenn ich es kurz abgedockt hätte, um aufstehen und mich bewegen zu können. Es hätte vielleicht gemeckert und dann im Tragen weiter getrunken. Und wir wären beide glücklich gewesen, denn jeder hätte in dem Moment gehabt, was er braucht.

Sollte ich also jemals ein zweites Kind bekommen, merke ich mir: Ich passe mich dem Rhythmus meines Babys an, ja, aber ich gebe mich dabei nicht ganz auf und höre auch darauf, was mir mein Körper mitteilt.

Lies auch

  • 9. Juli 2016Unsere Kinder können so putzig und zuckersüß sein. Wie sie … Weiterlesen “

Trinkt mein Baby genug? Unsicherheiten beseitigen

Gerade weil es mein 1. Baby war, ich noch völlig unerfahren und sowieso von allen Seiten verunsichert (jeder sagt was anderes), brauchte irgendwie Gewissheit. Darüber, dass mein Baby satt ist. Ich hatte zwar das theoretische Wissen, dass dieses Dauerstillen „normal“ und sinnvoll ist. Aber trotzdem brauchte ich Sicherheit, dass wirklich alles gut war.

Was oben rein geht…

Meine Mutter stillte meine Schwester und mich damals nach Zeitplan. Bei meiner Schwester reichte die Milch irgendwann wirklich nicht mehr. Als ich dann kam, fuhr sie mit dem Stillen nach Zeitplan fort. Sie war so unsicher, ob ich jetzt genügend zu mir genommen hatte, dass sie mich jedes Mal vor und nach dem Stillen auf die Waage legte. Und, ganz ehrlich, als ich das hörte, hatte ich keine Lust auf diesen Stress. Bei aller Unsicherheit. Aber wenn mein Baby gerade eingeschlafen ist, dann gehe ich nicht das Risiko ein, es aufzuwecken, weil ich es jetzt wiegen muss.

Meine Hebamme riet mir, immer darauf zu achten, dass mein Baby regelmäßig pullern und kackern musste. Fertig. Was oben rein geht, muss schließlich unten wieder rauskommen (zumindest zum Teil). Und schon wusste ich, dass mein Baby genug zu sich genommen hatte.

Langsam, aber sicher

Ein weiterer Punkt, der mir Stück für Stück Sicherheit gab: Das Baby nimmt zu. Langsam, aber stetig.

Anfangs habe ich mein Baby jeden Tag gewogen, um dann am nächsten Tag zu wissen, ob es zu- oder doch abgenommen hatte. Ganz ehrlich: Das war keine gute Idee. Nur Stress. Was war ich in Panik, wenn der Kleine am nächsten Tag ein paar Gramm (übertrieben formuliert) weniger wog. Mein Mann holte mich dann zurück auf den Boden und riet mir, jede Woche zu wiegen. So habe ich es dann auf einmal die Woche beschränkt und später komplett weggelassen. Wird bei den U’s sowieso durchgeführt.

Wir passen nicht alle in den Rahmen

Ich habe mich nie an diesen Perzentilen orientiert, sind es letztendlich doch alles nur Durchschnittsangaben. Sie beziehen nicht ein, wenn die Eltern beispielsweise wie wir recht klein sind. Dann wird man bei der U1 gleich gefragt, ob man während der Schwangerschaft geraucht hat, weil der Kleine so klein ist. Wurde ich tatsächlich gefragt! Ich dachte, ich hör nicht richtig.

Sobald ein Kind nicht zur Norm gehört, muss gleich etwas nicht stimmen. Das kann u.U. tatsächlich möglich sein, doch i.d.R. ist doch bei den meisten alles völlig in Ordnung. Wenn sich einer den Stress machen will, gerne. Ich entschied, nicht weiter zu prüfen, ob er zunahm oder abnahm oder sich „im Rahmen“ befand.

Damit will ich sagen: Stress vermeiden, wo es nur geht.

Die richtige Anlegetechnik

Auf Stillkinder.de las ich, dass das stundenlange Stillen mitunter ein Anzeichen dafür sein kann, dass das Baby die Milch nicht so gut heraus bekommt und sich dies auch in seiner Gewichtsentwicklung zeigt. Wer weiß, vielleicht war das der Grund für dieses tagtägliche Dauerstillen und die darauf folgenden Stillprobleme bei uns.

Um jegliche Zweifel auszuräumen, kann es zumindest nicht schaden, eine Stillberaterin zu Rate zu ziehen. Wenn du eine Stillberaterin in deiner Nähe suchst, kannst du dich an den Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V. , die La Leche Liga oder Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen Bundesverband e.V. wenden.

Dauerstillen oder auch Clusterfeeding 3.4 (67.41%) 54 votes Wenn dir der Artikel gefallen hat, setz ein Lesezeichen oder teile ihn mit Freunden. 183 Shares

By Kelly Bonyata, BS, IBCLC

It is very common for babies to be fussy and nurse very often in the evenings, particularly in the early months.

My daughter had a fussy time every evening for a couple of months (yes, it does go away!). I spent weeks camped out on the end of the sofa with a constantly nursing and/or fussy baby every evening from about 6 to 10 PM.

With my son, we didn’t have the luxury of being able to sit down. Alex was unhappy and crying unless he was upright and being walked around at this time of day (and sometimes this only helped him to be less unhappy). He would occasionally have a very fussy time during the day, too. Nursing rarely helped to calm his fussiness (unlike with my daughter), so I usually didn’t have that tool to work with (though I always tried). His fussiness was such that I looked into other causes (such as food sensitivity), but we never determined any reason for it and he was all smiles the rest of the time. The fussiness gradually went away between 3 and 4 months, as is the norm, but the first few months were hard. Nowadays, the typical comment that I hear about him is “Is he always this happy?” So remember: this, too, will pass…

Cluster feeding, also called bunch feeding, is when babies space feeding closer together at certain times of the day and go longer between feedings at other times. This is very common, and often occurs in the evenings. It’s often -but not always- followed by a longer sleep period than usual: baby may be “tanking up” before a long sleep. For example, your baby may nurse every hour (or even constantly) between 6 and 10 PM, then have a longish stretch of sleep at night – baby may even sleep all night.

Cluster feeding often coincides with your baby’s fussy time. Baby will nurse a few minutes, pull off, fuss/cry, nurse a few minutes, pull off, fuss/cry… on and on… for hours. This can be VERY frustrating, and mom starts wondering if baby is getting enough milk, if something she is eating is bothering baby, if EVERYTHING she is doing is bothering baby… It can really ruin your confidence, particularly if there is someone else around asking the same questions (your mother, your husband, your mother-in-law).

This behavior is NORMAL! It has nothing to do with your breastmilk or your mothering. If baby is happy the rest of the day, and baby doesn’t seem to be in pain (as with colic) during the fussy time – just keep trying to soothe your baby and don’t beat yourself up about the cause. Let baby nurse as long and as often as he will. Recruit dad (or another helper) to bring you food/drink and fetch things (book/remote/phone/etc.) while you are nursing and holding baby.

Does this mean that baby needs more milk than I can provide?

No. Don’t give baby a bottle — supplementation will only tell your body that you need LESS milk at this time, and that will not help matters. Also, keep in mind that formula fed babies experience fussy periods in the evening, too — fussy evenings are common for all young babies, no matter how they are fed. The Academy of Breastfeeding Medicine spells this out in their supplementary feeding guidelines:

There are common clinical situations where evaluation and breastfeeding management may be necessary, but supplementation is NOT INDICATED including… The infant who is fussy at night or constantly feeding for several hours.

Why do babies fuss in the evening?

One frequently-heard explanation for baby’s fussiness in the evenings is that milk volume tends to be lower in the evening due to the natural cycling of hormones throughout the day. However, Dr. Peter Hartmann, a breastfeeding researcher, has said that in the women he has studied, milk volume is not low at this time of day. Even if milk volume is lower in the evening, fat content is typically higher in the evening (particularly if baby is allowed to control this via cue feeding), so the amount of calories that baby is getting should not be significantly different. Milk flow can be slower in the evening, which may be frustrating for some babies.

Doctors often attribute evening fussiness to baby’s immature nervous system (and the fussiness does end as baby gets older, usually by 3-4 months). However, Dr. Katherine Dettwyler (who does research on breastfeeding in traditional societies) states that babies in Mali, West Africa and other traditional societies don’t have colic or late afternoon/evening fussiness. These babies are carried all day and usually nurse several times each hour.

So perhaps none of these explanations is a complete answer to baby’s evening fussiness. For many babies, the fussy time seems to be characterized by a need to have small quantities of milk at frequent intervals, combined with lots of holding, cuddling and movement. Babies who are offered as much expressed milk or formula as they will take by bottle often behave in exactly the same way in the evenings. Baby takes a small amount and dozes (and fusses), then a little more, and so on. Perhaps babies “remember” mom being very active during her pregnancy at these times, and want to be held, rocked, and nurtured constantly again.

Perhaps babies simply need to nurse more often at this time — rather than consume more milk.

Soothing techniques for the fussy times

  • Wear baby in a sling or baby carrier. This will free one or both hands for other tasks (fixing dinner, caring for other children) while you hold, soothe and nurse your baby.
  • Change of pace. Let dad have some “baby time” while mom takes a shower or simply gets some time to herself to relax and regroup after a long day.
  • Go outside. Relax baby (and mom too) with a walk, or just sit and enjoy the outdoors. Try this a little before baby’s regular fussy time.
  • Soothe with sound. Sing, hum, talk, murmur shhhh, listen to music, or use ‘white noise.’ Try different types of sound, different styles of music and singers with different types of voices.
  • Soothe with rhythmic motion. Walk, sway, bounce, dance, swing, or even try a car ride.
  • Soothe with touch. Hold or bathe baby, try baby massage.
  • Reduce stimulation. Dim lights, reduce noise, swaddle baby.
  • Vary nursing positions. Try side lying, lying on your back to nurse with baby tummy to tummy, etc.
  • Nurse in motion (while rocking, swaying, walking, etc.).
  • Combine rhythmic motion with soothing sounds.
  • Avoid scheduling, even more so in the fussy evening hours.
  • More soothing techniques.

More resources for fussy babies

@ KellyMom

  • My baby is fussy! Is something wrong? What is normal, reasons for fussing, and comfort measures for baby.
  • My baby is gassy. Is this caused by something in my diet?
  • The Distractible Baby
  • Is your baby nursing all the time?

@ other websites

  • Fussy babies – is it the arsenic hour? from the Australian Breastfeeding Association
  • Cluster Feeding by Lisa Hassan Scott, from the September 2014 Breastfeeding Today
  • Infant fussiness from Mother-2-Mother.com
  • The Pitfalls of Supplementing a Breastfed Baby by Cheryl Taylor White
  • Fussy periods and wonder weeks from the Australian Breastfeeding Association

Helpful books

The Happiest Baby on the Block: The New Way to Calm Crying and Help Your Baby Sleep Longer
by Harvey Karp, MD

The Fussy Baby Book: Parenting Your High-Need Child From Birth to Age Five
by William Sears, MD and Martha Sears, RN, IBCLC

2.1Kshares

Inside: Cluster feeding tips for newborns that will help even seasoned mothers. The cluster feeding newborn stage lasts a while, but you can master it and with a little sleep training, have a happy baby.

Newborns are perfectly snuggly and sweet and warm and wonderful.

But it can be hard to survive.

If they won’t sleep well, don’t seem to be eating well, and are irritable due to gas pain, overtiredness, or teething… then you can feel like you’re slowly starting to lose your mind from lack of sleep and complete world upheaval.

A common phenomenon with little ones… cluster feeding.

Cluster feeding (n): A breastfeeding pattern when baby groups several feeding sessions in a short window of time. It can happen for a number of reasons, which we’ll dive into below.

4 Likely Scenarios:
  1. Baby cluster feeds at night, but not during the day.
  2. Baby cluster feeds both day and night.
  3. Baby “cluster feeds” but never takes full long feeds.
  4. Baby cluster feeds sometime in the late afternoon/early evening period (5 pm to 11 pm).

The Do’s & Dont’s of A Cluster Feeding Newborn

Cluster feeding can really feel difficult or confusing, but I want to assure you that these newborns days are intense yet they will pass and the habits you start now can create a strong foundation then fade out naturally into a mutually beneficial routine.

Good Reasons Cluster Feeding Works

So first of all, you’ll end up cluster feeding at some point in the day with your newborn. Their tummies are tiny and they need to fill them up at regular intervals.

This is actually a good thing and you can use the cluster feeding rhythm to your benefit in a way that means baby gets more sleep and you do too.

Read: End Baby’s Witching Hour — In 4 Simple Steps

Reasons Cluster Feeding Is Beneficial:
  • Your baby gets lots of nourishment in a shorter period of time which is beneficial during the late afternoon/early evening hours when milk quality can be low.
  • Baby can sleep longer stretches after cluster feeding periods.
  • Mom can sleep longer stretches after cluster feeding periods.
  • Milk supply can be kept up with regular feeding.
  • Cluster feeds help babies get through growth spurts with adequate milk supply.

Read: Dreamfeed: The Why, The How, & When To Stop

Newborn Night Cluster Feedings: Day Night Confusion?

If your baby cluster feeds at night, but not during the day then sweet baby probably has some day night confusion going on.

The goal is to make those cluster feeds during daytime hours so they’re sleeping longer stretches at night. If baby wants to nap for 4 hours during the day… well… don’t let him!

Follow my newborn sample routine or do what works for you, but know that if you let baby sleep long stretches during the day he will be up every hour at night.

Read: What To Do When Baby Is Feeding Every Hour (& Not Sleeping!)

The way forward?

Purposefully cluster feed in late afternoon and early evening and make sure baby is taking full feeds. This means at least 10 minutes per breast if you’re nursing.

Read: How To Fix Day/Night Confusion In 3 Nights Or Less

How To Stop Cluster Feeding At Night (If You’re Ready)

Whew.

Ain’t no mama want to be up every hour at night. The good news is you don’t have to be. Even if you are feeding every hour through the night, you can shift that and begin getting longer stretches at night.

What’s the only way to stop cluster feeding at night?

Make sure baby is getting as much milk as they can throughout the day.

Don’t let baby snack while nursing. 10 minute feeds throughout the day mean baby will be up all night because baby is hungry and needs milk.

When you start giving baby full feeds throughout the day (this will mean you’ll have to do jump through some hoops to keep baby up) and baby settles into a predictable routine then they’ll sleep longer stretches at night.

Read: 8 Reasons You’ve Got A Whiny Baby (And How To Fix It!)

Purposefully cluster feed in the late afternoon period when the milk supply is at its lowest quality (4 pm onwards) so that baby’s tummy is as full as it can be.

This will promote deeper sleep.

Eventually, even if baby wakes frequently at night for feeds, if you are not giving long full feeds throughout the night baby will get it.

Related Reads:

  • Baby Bedtime: 4 Essential Elements For Success
  • How To Get Your Newborn To Sleep Well From Day One
  • Newborn Baby: Your Daily Guide With Calming Tips That Work

Are You Cluster Feeding Your Newborn Both Day And Night

If baby is cluster feeding both day and night there are only a few likely alternatives.

  • Milk supply is low and baby is starving.
  • Baby is going through a growth spurt and is starving.
  • Baby is only “snacking” and not taking full feeds or getting to the hindmilk rich in nutrients because he just takes a bit then stops.

The best way to help baby stop cluster feeding day and night is to determine which issue you’re having.

If it’s milk supply then continue feeding until your supply is up or supplement with formula (see the lactation expert).

If baby is going through a growth spurt then there’s nothing to do but wait it out and feed baby as much as possible to keep them full and get your supply up to meet the demand.

What to do if baby only “snacks”

  • Keep baby awake during feeds by taking off their clothes except diaper. You can also rub their feet, cheeks, or hands with a baby wipe or keep trying to stimulate them to stay awake long enough to feed.
  • Do not put baby down to sleep if they fall asleep while nursing unless they just won’t wake up. Keep trying to feed baby even if it takes a bit of time so they’ll get as much as they can.
  • Don’t let baby just hang out nursing if they aren’t actually feeding.
  • Give the baby a pacifier (the pacifier I recommend that stays in baby’s mouth) if they wake and want to nurse right after having nursed a short time ago. They might just need to satisfy the sucking urge and this will help. Also, the next time they feed after this will mean they’ll take more milk and keep your supply up. “Snacking” can contribute to a lower milk supply because baby is never emptying a breast and getting the rich milk.

Eventually by doing those things baby will stop snacking and start taking fuller feeds which will naturally result in longer times between feeds.

Read: The Ultimate Newborn Sleep Schedule: Week By Week

Cluster Feeding In The Early Evening

The prime time to have cluster feeding sessions is the late afternoon early evening.

As I previously said, the milk supply can be lower in quantity and quality at this time due to the stresses of the day, so feeding baby every 2 hours for a few hours will help keep your supply up, will keep the little one happy, and will set them up to sleep longer stretches at night.

Your evening routine might look something like this.

4:30 p.m. Nurse and nap

6:30 p.m. Nurse and catnap (or skip nap)

8:30 p.m. Nurse and bed

10:30 p.m. Dreamfeed

By purposefully cluster feeding in the right time you’ll help everyone sleep more at night while keeping your precious one topped up on milk.

How To Cluster Feed Your Baby (Summary)

  • Feed every 1.5 to 2 hours during the early evening.
  • Give baby plenty of milk before their bedtime so they are satisfied and sleep longer.
  • Cluster feed during the DAY so you don’t find yourself having to cluster feed at NIGHT.
  • Drop the cluster feeds when baby is no longer interested in one of the feeds.

If you want to get started with cluster feeding, use my free downloadable checklist!

Need sample routines for babies 6 weeks and older?

By now, you know how to handle the early days, but what after? Here is the good news: you’ve set your baby up for a foundation of success.

Now all you need to do is continue to find routines that work for you and your baby as they grow up and begin getting bigger and bigger.

Sob.

After having 5 babies with 5 different personalities, I know a thing or two about finding a good schedule.

This is why I’ve created a book of sample routines and schedules for babies ages 6 weeks up to 5 years.

The book includes information on how long to let baby stay awake, how much play time is good for each age, what to do with baby when baby is awake but not quite mobile, and even how to manage toddler and baby joint routines.

Chapters covered in Rhythms, Routines & Schedules include:

Section One: Sample Schedules

  • 6 Weeks to 3 Months Old
  • 3-6 Months Old
  • 7-9 Months Old
  • 9-12 Months Old
  • 12-18 Months Old
  • 2-3 Years Old
  • 4-5 Years Old

Section Two: Tips and Tricks

  • Tips for Managing the Day With Multiple Children
  • Daily Rhythms for an Only Child Ages 1-4 Years Old
  • Daily Rhythms for Multiple Small Children Ages 0-5
  • Sample Bedtime, Mealtime, and Playtime Routines
  • Tips for Keeping Kids Busy Throughout the Day

For more sample routines, mom tested and approved schedules for babies ages 6 weeks and up, check out Rhythms, Routines & Schedules right now.

Cluster Feeding FAQ

“How long does cluster feeding last?”

Cluster feeding typically will happen until around 5 or 6 months of age. Once baby is around 5 months (see the 5 month old schedule here) and they are eating solids, there isn’t as much of a need for cluster feeding. Cluster feeding solves the problem of lower quality milk in the evenings, and helps top up baby’s tummy so they sleep longer stretches.

“I have a very hungry baby who is just turned 2 weeks of age. And I seem to be feeding much more during the late afternoon evening periods. This can start anywhere from 4 pm to 10-11 pm. Do you have any advice on how to satisfy my hungry baby. Sometimes I feel she isn’t getting enough with the amount of feeds she’s having.”

If baby is acting super hungry – which could be an indication of a growth spurt – then I always recommend doing round the clock cluster feeding for a day or two. If it’s milk supply, that’ll help it. If it’s hunger or growth spurt, that’ll help it.

If baby won’t take the feeds, likely baby isn’t that hungry and it’s something else. That’s how you’ll be able to troubleshoot.

“My baby is 3 weeks old and feeds every 2.5 hours, including at night. Is it too early to try waking him to cluster feed to see if he will sleep for longer stretches at night?”

If baby is sleeping well throughout the late afternoon and early evening and night, no need to cluster feed. If baby is waking up multiple times at night, basically “accidentally cluster feeding” then you’ll want to try and make it happen earlier.

Unless you don’t mind waking up frequently at night. But you probably do because this is what happens when we do that for prolonged periods.

I’ve created a free email series just for you! If you struggle with creating an easy flowing routine or rhythm in your home… this is it. I’ve gathered all my easiest routine hacks into one free series and, best of all, you can get a big sneak peak into our book that has over 25+ routines for babies ages 6 weeks to 5 years. This series will help you:

  • find a routine and rhythm for your child
  • learn how to juggle multiple routines (for 2 or 3+ kids)
  • know what is and isn’t working so you can make one tweak that’ll change your day

Click here to sign up for my free email series or simply click on the image below.

Rachel

New to this community? Start here, friend.

Cluster feeding benefits and challenges

Here are some benefits and issues associated with cluster feeding:

Benefits of cluster feeding

Cluster feeding helps provide the nourishment that your baby needs during a growth spurt. It also helps soothe and calm a fussy baby. When cluster feeding, your baby is cozy in the arms of their parent. This provides security and comfort and satisfies their emotional requirements.

Cluster feeding also promotes better sleep, and your baby may sleep longer after filling up their stomachs with milk.

Cluster feeding may also boost mothers‘ milk supply. When your baby eats more frequently, your breasts may produce more milk in response. In fact, some mothers encourage cluster feeding to increase their milk production.

Cluster feeding challenges

Cluster feeding may drain you both emotionally and physically. Many parents who cluster feed their babies feel frustrated and exhausted. Some mothers may think they’ve failed if they aren’t able to breastfeed. You may worry about not having enough milk if your baby takes a long time to settle down. It may also feel like your breasts are empty. There’s always milk in your breasts, though, and they don’t become completely empty.

During newborn cluster-feeding sessions:

  • Your baby may have shorter periods of sleep or rest between feedings.
  • Your baby may eat for a couple of minutes and then pull on and off on your breast.
  • Your baby may cry and become fussy.

6 tips for healthy cluster feeding

Here are some tips for healthy cluster feeding:

1. Find a breastfeeding partner

A breastfeeding partner is someone who can bring you drinks and snacks and keep you entertained during the cluster-feeding episodes.

2. Drink enough

Breastfeeding your baby is a thirsty job. You may feel parched and thirsty, especially during episodes of newborn cluster feeding. If you have a newborn constantly nursing, make sure to drink lots of fluids to stay hydrated. Drink plenty of water. It’s helpful to have a glass of water nearby when you start feeding your baby. Make sure to drink water every couple of hours throughout the day.

3. Be prepared

Babies generally develop a routine around cluster feeding. You may notice that your baby is eating every evening between 6 and 10 pm. Once you are aware of this, you can make your plans for the day accordingly. However, some babies start cluster feeding abruptly. Try to be flexible, and listen to your baby’s demands.

4. Eat well

To produce enough milk to fulfill your baby’s needs, your body requires lots of fuel. Eat small meals throughout the day. Some examples of nutritional snacks are whole-wheat crackers and hummus, peanut butter and apple slices, and almonds. These can help keep your energy up during newborn cluster-feeding episodes. Don’t skip meals!

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.