Baby weint wenn es mama sieht

Frühe Eltern-Kind-Bindung – wie gehe ich feinfühlig mit meinem Kind um?

1. Eltern erzählen

„Unsere Tochter Lisa ist 12 Monate alt. Eigentlich habe ich sie den ganzen Tag bei mir. Meistens spielt sie bei uns im Wohnzimmer. Doch wenn ich das Zimmer verlasse, um z.B. in die Küche zu gehen, fängt sie sofort an zu weinen. Wenn ich wieder komme, beruhigt sie sich, Gott sei Dank, recht schnell, freut sich, mich zu sehen und spielt wieder weiter. Ist das normal, dass sie immer weint, wenn ich gehe? Die Tochter meiner Freundin ist da ganz anders. Wenn die Mama mal nicht da ist, spielt sie ruhig alleine weiter.“ Heidi K. (26 J.)

„Unser Vincent (acht Monate) ist eigentlich ein fröhliches und offenes Baby. Er hat sich auch immer ganz brav von allen herumtragen lassen und hat keine Angst vor Fremden gezeigt. Und wir waren so richtig stolz auf sein offenes und fröhliches Wesen! Doch seit Kurzem wirkt er ganz verändert. Er weint und ist ängstlich, wenn sich ihm Fremde nähern. Er wirkt wie ausgewechselt. Wir wissen nicht, wie wir uns verhalten sollen.“ Joshua B. (38 J.)

2. Was bedeutet Bindung?

Wenn Eltern über den Begriff Bindung (englisch: attachment) nachdenken, fallen ihnen spontan Begriffe wie Beziehung, Liebe, Fürsorge und Nähe ein. Es wird schnell deutlich, dass man nur an wenige Menschen in seinem Leben wirklich gebunden ist. Die einzigartige Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern gehört zu diesen wenigen und nimmt gleichzeitig eine Sonderstellung unter ihnen ein. Doch was bedeutet Bindung?

Bindung entsteht in der alltäglichen Begegnung von Eltern und Baby. Ein feinfühlig aufeinander abgestimmter Austausch etwa beim Füttern, Wickeln, Spielen, erhöht das gegenseitige Vertrauen und führt dazu, dass sich das Baby und die Eltern besser kennen lernen und das Baby sich bei seinen Eltern vertraut und sicher fühlen kann. Bindung könnte man also mit einem sicheren und gefühlvollen Band zwischen Elternteil und Kind vergleichen, das diese über Raum und Zeit unsichtbar miteinander verbindet.

Die Entwicklung der Bindung zwischen Eltern und Kind beginnt bereits in der vorgeburtlichen Zeit und wird entscheidend durch Erfahrungen während der Schwangerschaft und der Geburt sowie während der ersten Lebensmonate beeinflusst. Obwohl jedes Baby zwangsläufig eine Bindung zu seinen Eltern entwickelt, unterscheiden sich die Qualitäten der Bindung. Aus der Qualität der Bindung des Babys an seine Eltern lässt sich ziemlich genau ableiten, wie sich das Baby als Erwachsener im Umgang mit anderen Menschen und mit Problemen verhalten wird. Ein Kind, das seinen Elternteil als feinfühlig und unterstützend erfährt, wird vermutlich auch sich selbst als liebenswert und kompetent erleben.

Demnach sind sicher gebundene Babys, die eine sichere Qualität an Bindung aufweisen, im Jugendalter eher in der Lage, beispielsweise ihre aggressiven Impulse zu kontrollieren. Im Gegensatz zu unsicher gebundenen Kindern zeigen sie häufiger ein hohes Selbstwertgefühl und großes Selbstvertrauen, sind sozial kompetent und verfügen über einen besseren Umgang mit Problemen in schwierigen Situationen. Vernachlässigte Kinder hingegen entwickeln eine negative innere Vorstellung von sich selbst als wenig liebenswert und wenig akzeptiert und können sich schlechter vertrauensvoll auf Beziehungen einlassen.

Eine Bindung entsteht durch die Interaktion des Babys mit dem Elternteil. Nach dem ersten Lebensjahr kann man einen von vier verschiedenen Bindungsstilen beim Baby beobachten: Den sicheren, den unsicher-vermeidenden, den unsicher-ambivalenten und den desorganisierten/desorientierten Bindungsstil.

Sichere Bindung

Sicher gebundene Babys weinen, wenn ihre Mama sie alleine lässt. Weinen ist dann ein Ausdruck ihrer Angst, die sie im Augenblick der Trennung erleben. Da sie nicht wissen können, ob ihre Mama zurückkommt, fühlen sie sich allein, hilflos, ohnmächtig und bekommen noch mehr Angst.

Sicher gebundene Babys rufen ihre Mutter, folgen ihr nach und suchen unmittelbar die Nähe zu ihr, sobald sie Angst bekommen. Sie können ihre Bindungsbedürfnisse sehr deutlich zeigen und entwickeln aufgrund von elterlicher Feinfühligkeit in ihrem Innern ein großes Vertrauen darauf, dass ihre Mutter wiederkommt und sie trösten wird, etwas indem sie sie auf den Arm nehmen wird. Für sicher gebundene Kinder erfüllt die Mutter die Rolle eines “sicheren Hafens” , der immer Schutz bieten wird und zu dem man zurückkehren kann, wenn man Angst hat.

Unsicher-vermeidende Bindung

Unsicher-vermeidend gebundene Babys scheinen eine kurze Trennung von ihrer Mama nicht zu bemerken. Sie zeigen bei ihrer Rückkehr wenig Emotionen. Sie vermeiden Nähe und Kontakt, drehen z.B. den Körper weg und wenden ihrer Mama den Rücken zu. Sie beschäftigen sich vielmehr mit ihrem Spiel. Diese Kinder haben gelernt, ihre Gefühle nicht zu zeigen, da ihre Mama dies wahrscheinlich nicht mag. Diese Mütter verhalten sich ihrem Kind gegenüber wenig feinfühlig.

Unsicher-ambivalente Bindung

Diese Babys reagieren über, wenn ihre Mama das Zimmer verlässt. Sie schreien, weinen und klammern sich an ihr fest. Sie haben gelernt ihre Angst in dramatischer Form zu zeigen. Wenn ihre Mutter wieder zurückkommt sind die Kinder nur schwer zu beruhigen und zeigen zusätzlich gegen die Mutter gerichtete ärgerlich-aggressive Verhaltensweisen. Sie befinden sich nach der Trennung im Konflikt zwischen Nähebedürfnis und Aggression.
Desorganisierte/desorientierte Bindung

Diese Babys zeigen bei der Rückkehr ihrer Mama auffällige Verhaltensweisen, wie Erstarren im Verhalten, stereotype motorische Bewegungen, oder widersprüchliche Verhaltensweisen, wie etwa indem sie zur Mutter freudig nach deren Rückkehr hinlaufen, aber auf halbem Wege stehen bleiben, sich umdrehen und sich auf den Boden werfen und toben.

Besonders ausgeprägt ist dieses Bindungsmuster bei Kindern mit Missbrauchserfahrungen und bei besonders wenig feinfühligen Müttern. Wie sich eine Bindung gestaltet, ob das Baby sicher oder unsicher an die Eltern gebunden ist, bestimmen Eltern weitgehend mit. Doch wie können Eltern unterstützend auf ihr Baby einwirken, damit es sicher gebunden ist?

3. Erziehungsalltag

Wenn Eltern auf die vom Baby geäußerten Signale und Bedürfnisse eingehen, nennt man ihr Verhalten feinfühlig. Feinfühliges Elternverhalten bedeutet, das Baby gut zu beobachten, seine Bedürfnisse zu erkennen und entsprechend auf sie zu reagieren. Das elterliche Verhalten gilt dann als feinfühlig, wenn Eltern die kindlichen Signale wahrnehmen, sie richtig interpretieren und auf diese sofort und angemessen reagieren. So bekommt das Baby das Gefühl, dass Eltern es liebevoll und zuverlässig versorgen und ihm genau das geben können, was es gerade braucht.

Normalerweise verfügen Eltern über ein intuitives Verhaltensrepertoire, auf das sie zurückgreifen können, um ihr Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen. Meistens erkennen sie intuitiv die Bedürfnisse ihres Babys und reagieren entsprechend feinfühlig darauf. Das Kind antwortet mit Wohlbefinden, später mit Lächeln und mit Blickkontakt, was bei den Eltern wiederum Zufriedenheit auslöst und sie zu positiven Signalen, wie Lächeln, Sprechen und Zärtlichkeit bewegt. Wenn das Baby unzufrieden ist, quengelt oder schreit, versuchen Eltern, das dahinter stehende Bedürfnis herauszufinden. Wenn das Bedürfnis gestillt ist, sendet das Baby meistens wieder positive Signale aus. Bindung entsteht jedoch bei diesem Austausch nicht nur, weil Eltern Bedürfnisse ihres Kindes erfüllen. Bindung entsteht, weil Eltern in einen feinfühligen Kontakt zu ihrem Baby treten. Sie unterhalten sich mit ihrem Baby und das Baby antwortet, obwohl es noch nicht sprechen kann. Es sind die Gesten, Blicke und Berührungen, mit Hilfe derer sich sowohl Eltern als auch Kinder verständigen und mitteilen. Je besser es gelingt, sich feinfühlig aufeinander abzustimmen, desto wahrscheinlicher ist der Aufbau einer sicheren Bindung.

Trotzdem kann es Eltern helfen, zu wissen, welches Verhalten bei Ihrem Baby ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit auslöst und ihm so eine positive Entwicklung ermöglicht. Was Sie tun können, um Ihrem Baby Geborgenheit zu vermitteln, erfahren Sie im nächsten Kapitel.

4. Neue Wege gehen

Kinder verstehen lernen

Beispiel 1 im ersten Kapitel

Seien Sie ein sicherer Hafen für ihr Baby!

Wenn sicher gebundene Babys – wie in unserem Beispiel Lisa – weinen, dann ist dies ein Ausdruck ihrer Angst, die sie im Augenblick der Trennung erleben. Da sie nicht wissen können, ob ihre Mama zurückkommt, fühlen sie sich allein, hilflos, ohnmächtig und bekommen noch mehr Angst. Sicher gebundene Babys rufen ihre Mutter, folgen ihr nach und suchen unmittelbar die Nähe zu ihr, sobald sie Angst bekommen. Sie können ihre Bindungsbedürfnisse sehr deutlich zeigen und entwickeln aufgrund von elterlicher Feinfühligkeit in ihrem Innern ein großes Vertrauen darauf, dass ihre Mutter wiederkommt und sie trösten wird, etwa indem sie sie auf den Arm nehmen wird. Für sicher gebundene Kinder erfüllt die Mutter die Rolle eines “sicheren Hafens” , der immer Schutz bieten wird und zu dem man zurückkehren kann, wenn man Angst hat. Als Heidi zurückkommt, sucht Lisa sofort die Nähe ihrer Mutter. Sie freut sich, dass ihrer Mama wieder da ist. Nachdem sie von ihrer Mutter getröstet wurde, kann sie sich von ihr lösen und weiterspielen. Unsicher gebundene Babys verhalten sich in solchen Situationen anders.

Es gibt drei Varianten unsicheren bzw. desorientierten Bindungsverhaltens:

  • Das Kind vermeidet bei der Rückkehr der Mutter Nähe und Kontakt zu ihr und wendet sich ganz dem Spiel zu.
  • Das Kind reagiert so über, dass es nach der Rückkehr der Mutter über längere Zeit nur schwer zu beruhigen ist.
  • Das Kind zeigt bei der Rückkehr auffällige Verhaltensweisen, wie Erstarren im Verhalten, stereotype motorische Bewegungen, oder widersprüchliche Verhaltensweisen, wie etwa indem es freudig zur Mutter nach deren Rückkehr hinläuft, aber auf halbem Wege stehen bleibt, sich umdreht und sich auf den Boden wirft und tobt.

Wenn Sie merken, dass das Verhalten Ihres Babys zu einer der drei Varianten neigt, sollten Sie unbedingt lernen mit Ihrem Baby feinfühlig umzugehen. Wie Sie das tun können, erfahren Sie in den Lösungsvorschlägen.

Sich selbst beobachten

Beispiel 2 im ersten Teil

Fremdeln als Ausdruck für die Festigung der Bindung.

Ein Ausdruck der sich entwickelnden Bindung ist das so genannte Fremdeln, das bei fast allen Babys um den achten Lebensmonat auftritt. Vincents Vater, Joshua, braucht dadurch nicht verunsichert zu sein. Das Fremdeln ist ein wichtiger neuer Schritt in der Entwicklung seines Sohnes und Ausdruck für die Festigung der Bindung Vincents an Joshua. Ab dem achten Lebensmonat wird die Sinneswahrnehmung des Babys differenzierter. Das Kind ist von nun an fähig, zwischen Vertrautem und Fremdem zu unterscheiden. Verliert es den Vater aus dem Blickfeld, fehlt ihm die Gewissheit, dass sein Vater immer noch in der Nähe ist. Vincent wechselt vom blinden Vertrauen zu einem gesunden Misstrauen gegenüber Neuem. Vincent bleibt stets in der Nähe von vertrauten Menschen. Dieser natürliche Schutzmechanismus bewahrt den gerade mobil werdenden Vincent vor Situationen, denen er alleine nicht gewachsen wäre.
Schenken Sie Ihrem Kind Geborgenheit!

Joshua sollte versuchen, die Veränderung seines Sohnes als gesund und seinem Entwicklungsstand angemessen zu betrachten. Er könnte noch mehr auf die Bedürfnisse seines Sohnes eingehen und einfühlsamer sein. So kann das Vertrauen zwischen den beiden mehr wachsen. Durch die Erfahrung von Geborgenheit und Sicherheit wird Vincent bald innerlich erfassen, dass sein Vater auch noch dann für ihn da ist, wenn er nicht ihn, sondern einen Fremden sieht.

5. Lösungsvorschläge

Die Erforschung der Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehungen hat gezeigt, dass das elterliche Einfühlungsvermögen in das Baby einen zentralen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Beziehungsentwicklung hat. Positive Gefühle der Eltern gegenüber ihrem Kind tragen wesentlich zur Entstehung einer sicheren Bindung bei. Meistens erkennen Eltern die Gefühle ihres Babys intuitiv und können feinfühlig auf seine Grundbedürfnisse reagieren. Doch wie können Eltern sich ihrem Kind gegenüber noch feinfühliger verhalten?

Seien Sie möglichst aufmerksam

Grundsätzlich sollten sich Eltern immer mit all ihrer Aufmerksamkeit ihrem Baby widmen, damit sie seine Bedürfnisäußerungen wahrnehmen können. Praktisch heißt das, dass sie sich in allen Situationen, in denen sie dem Baby nah sind, wie beispielsweise dem Stillen, auch gedanklich, emotional und im Verhalten auf das Kind konzentrieren sollten, um auch schwächere Signale des Säuglings empfangen zu können. Dies geht am besten, wenn die Mutter mit dem Baby Blickkontakt hält.

Versuchen Sie, die Äußerungen des Babys richtig zu deuten

Erst mit der Zeit lernen Eltern zu unterscheiden, ob das Baby wegen Hunger, vor Schmerzen oder aus Langeweile weint. Dabei sind sie zunächst auf die Phase des Ausprobierens angewiesen. Hilfreich dabei ist, sich in die Situation des Kindes hineinzufühlen. Überlegungen wie: „Jetzt habe ich mit dem Baby schon lange gespielt. Weint es, weil es nun Hunger hat, oder ist es jetzt müde?“, helfen Ihnen dabei.

Reagieren Sie den kindlichen Bedürfnissen entsprechend

Wenn Eltern ein kindliches Bedürfnis wahrnehmen, sollten Sie adäquat darauf reagieren. D.h. sie sollten mit dem Baby spielen, wenn es sich langweilt und das Baby füttern, wenn es Hunger hat. Ein Baby nach einem Zeitplan zu füttern, entspricht nicht seinen Bedürfnissen. Ebenso wenig mit dem Baby zu spielen, wenn es Hunger hat.

Reagieren Sie unmittelbar auf die Bedürfnisäußerung des Babys

Eltern sollten sofort auf die Bedürfnisäußerung ihres Kindes reagieren. Das Baby kann nämlich in den ersten Lebensmonaten nicht warten. Den gegenwärtigen Zustand der „Nichterfüllung eines Bedürfnisses“ nimmt es als unveränderlich und ewig wahr. Da sich jedoch alle seine Bedürfnisse lebensnotwendig anfühlen, verzweifelt es, wenn keine prompte Reaktion von der Bezugsperson kommt. Das Baby muss erst noch lernen, dass ein Bezug zwischen seinem Verhalten und der Antwort der Eltern besteht. Nur durch schnelles Reagieren kann man dem Baby das Gefühl vermitteln, dass es durch sein Verhalten in der Umgebung etwas bewirken kann.

Holen Sie sich Hilfe

Wenn Sie professionelle Unterstützung bei dem Umgang mit Ihrem Baby brauchen, empfehlen wir Ihnen einen SAFE® Kurs zu besuchen. SAFE® wurde von dem Münchner Bindungsforscher und Privatdozent Dr. med. Karl Heinz Brisch entwickelt. In insgesamt 10 ganztägigen Seminaren von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des 1. Lebensjahres des Babys erhalten Eltern von Experten der Universitätskinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München Informationen über die kindliche Entwicklung, ein Video-Feinfühligkeitstraining zur Stärkung der elterlichen Kompetenzen und die Möglichkeit, sich über eine Hotline jederzeit fachliche Hilfe holen zu können.

Es bietet Eltern auch die Möglichkeit, bei eigenen traumatischen Kindheitserfahrungen psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen und somit den Teufelskreis einer Weitergabe von erlebten Traumatisierungen an ihr Kind in Form von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung zu durchbrechen.

Mehr Informationen zum Projekt SAFE

Mein Baby weint wenn es mich sieht

Hallo Petra,
Dein Kleiner liebt Dich über alles. Und auch wenn es komisch klingt, er weint gerade bei Dir, weil er Dich liebt. Warum? Weil Du für ihn die allerallereinzigste bist, die ihm helfen kann, wenn ihm nicht wohl ist! Babies lächeln in dem Alter noch nicht aus Wohlbefinden, sondern haben nur ein sogenanntes "soziales Lächeln", mit dem sie andere Menschen positiv stimmen. Meine Kleine kann lächeln und schimpfen gleichzeitig. Und deshalb lächeln sie zuallerletzt bei der Mama, weil sie einfach das riesige Urvertrauen haben, daß sie es bei ihr nicht müssen, sondern daß Mama ihnen einfach immer hilft und sie sich sofort mit allen Problemen an sie wenden können.
Ich war auch die allerletzte die angelächelt wurde. Der Papa, die Oma, der Wandteppich, die Sonne von der Spieledecke und mein Busen kamen zuerst. Aber irgendwann hat sie vom Nuckeln hochgeguckt und mir ganz selig ins Gesicht gelächelt – und das war der größte Moment überhaupt Der Moment kommt bald, freu Dich drauf
LG Mitzl

Trennungsangst Baby

Trennungsangst Baby

Trennungsangst kommt bei so gut wie jedem Kind vor. Babys fangen zu weinen an, wenn vertraute Menschen sich kurz aus der direkten Umgebung entfernen. Dies kann sein, wenn Sie Ihr Kind zur Kindertagesstätte bringen, oder ins Bett, oder wenn es nachts aufwacht und merkt, dass es ganz alleine ist.

Meistens gibt es ein oder zwei bestimmte Personen, bei denen sich das Kind vertraut fühlt, während es sich vor allen anderen Menschen ein wenig fürchtet. Es will zum Beispiel plötzlich nicht mehr zu Opa auf den Schoß oder drückt sich an seine Mutter wenn die Frau hinter der Kasse mit ihm redet.

GRÜNDE für eine trennungsangst

Die Angst kann vom einen auf den anderen Tag auftreten und ist eine ganz normale Phase in der Entwicklung des Kindes. Fast jedes Kind hat damit zu kämpfen. Einige Kinder werden es damit jedoch, je nach Charakter, leichter haben als andere.

Ihr Kind wird immer mehr verstehen, aber vieles auch noch überhaupt nicht. Es sieht jetzt schon den Unterschied zwischen bekannt und unbekannt. Es kann bekannte Gesichter von unbekannten unterscheiden, und merkt, dass es in der Kindertagesstätte anders ist als zu Hause.

Gleichzeitig versteht es noch nicht, dass man manchen unbekannten Menschen auch vertrauen kann, das muss es noch lernen. Und aus einer sicheren Position in Ihrer Nähe kann es das am besten. Am liebsten will es daher bei Ihnen bleiben und findet es nicht schön, wenn Sie verschwinden. Es versteht auch noch überhaupt nicht, dass Sie, wenn Sie aus dem Sichtfeld verschwinden, auch wenn es nur für kurze Zeit ist, nicht komplett verschwunden sind und wieder zurückkommen.

WANN KOMMT DIESE ANGST VOR?

Im Alter von 8 bis 18 Monaten ist diese Angst meist am stärksten. Sobald das Elternteil auch nur kurz aus dem Sichtfeld verschwindet, fängt das Kind an zu weinen. Diese Angst kann bis ins Alter von 3 Jahren bleiben. Im Alter von 4 Jahren wird Ihr Kind zunehmend eine kurze Trennung von den Eltern vertragen. Die Umgebung wird vertrauter, Ihr Kind kann sich, indem es mit Ihnen spricht, viel besser ausdrücken und wird selbstständiger.

WIE GEHT MAN UM MIT Trennungsangst?

Es ist natürlich ein schönes Gefühl für Sie als Elternteil, dass Ihr Kind nur bei Ihnen sein will, aber es kann auch sehr anstrengend sein, wenn Sie sich keinen Schritt von ihm entfernen können, ohne dass es zu weinen anfängt. Auch ist es frustrierend, wenn das Kind vor allem an einem Elternteil hängt und vom anderen nichts wissen will. Versuchen Sie zu verstehen, dass dies eine Phase ist, die ganz normal ist und wahrscheinlich auch von selbst wieder geht.

Es ist allerdings wichtig, diese Angst als Elternteil Ernst zu nehmen. Trösten Sie Ihr Kind, wenn es Angst hat oder in Panik ist, das gibt ihm ein sicheres Gefühl. Natürlich wird es irgendwann lernen, dass es auch anderen Menschen vertrauen kann, aber geben Sie ihm die Zeit. Sie können es nicht dazu zwingen.

Andererseits spüren Kinder es auch sehr gut, wenn Eltern selbst Schwierigkeiten mit der Angst des Kindes haben und zu krampfhaft damit umgehen. Wenn Sie Ihr Kind in eine Kindertagestätte bringen, halten Sie den Abschied kurz. Bleiben Sie nicht zu lange beim Baby und schauen Sie nicht noch mal nach, wie es ihm geht. Das macht es für das Kind nur schwieriger.

Trennungsangst baby: Einige praktische Tipps:

  • Wenn Sie zu Hause aus dem Sichtfeld Ihres Kindes sind, lassen Sie es Ihre Stimme hören. Sie können auch ein Liedchen singen oder einfach Geräusche machen. Vertraute Geräusche können das Kind beruhigen und ihm helfen, die Angst zu überwinden.
  • Sagen Sie dem Kind, was Se machen werden, und halten Sie sich auch an Abmachungen. Sagen Sie z.b. Bescheid, wenn Sie den Müll raus bringen. Das Kind kann anfangen zu weinen, aber gehen Sie trotzdem. Sie kommen dann zurück, auf diese Art und Weise wird das Kind lernen darauf zu vertrauen, dass Sie sich an die Abmachungen halten. Ihr Kind übt so das Alleinsein.
  • Tipps für Kinder, die sich nicht trauen alleine schlafen zu gehen, finden Sie unter Schlafen. Sie können zum Beispiel noch kurz im Flur herumräumen, sodass es Sie hört wenn Sie aus dem Sichtfeld sind, oder die Wecker-Methode benutzen. Hierbei kommen Sie am Anfang alle paar Minuten wieder, um das Kind zu trösten, damit es weiß, dass Sie nicht ganz weg sind.
  • Halten Sie sich an feste Rituale, zum Beispiel beim Bringen des Kindes zum Babysitter. (z.B.: Jacke ausziehen, noch kurz mit dem Kind mit seinem Lieblingsspielzeug spielen, dem Kind sagen, dass Sie jetzt gehen und mittags wiederkommen, Abschied nehmen, Weggehen.) Lassen Sie die Betreuerin das Baby dann trösten wenn es nötig ist.
  • Hat das Baby eine Vorliebe für ein bestimmtes Elternteil, versuchen Sie mal, das Kind vom anderen Elternteil trösten zu lassen, wenn beide in der Nähe sind. Sie können sich daneben stellen und das Kind zusammen trösten. Es kann sein, dass es seine Arme zum „Lieblingselternteil“ ausstreckt, lassen Sie das nicht zu. Bei einer Betreuerin können Sie ebenso verfahren.

Dresden (dpo) – Es ist einfach zum Verzweifeln! Schon seit Wochen liegt die hochschwangere Sandra Burkert aus Dresden nachts stundenlang wach, weil ihr ungeborener Sohn Maximilian (8. Monat) einfach nicht aufhören will zu schreien.
„Lange halte ich das nicht mehr aus“, erklärt Burkert, während sie müde die Augen schließt. „Das letzte Mal, dass ich mehr als eine Stunde am Stück geschlafen habe, ist schon fast drei Wochen her. Der Kleine hört einfach nicht auf zu brüllen.“
Warum Maximilian, der laut ihrer Frauenärztin in knapp einem Monat entbunden werden soll, ständig weint, weiß die 31-Jährige nicht. „Die Hebamme sagt, manche Babys schreien eben mehr als andere“, so Burkert, aus deren Bauchgegend wieder einmal laut hörbares Geschrei dringt. „Ich habe langsam schon alles ausprobiert, um ihn zu beruhigen. Aber man hört ja, wie gut das klappt.“

Am offenen Mund ist klar erkennbar, dass Maximilian auch beim letzten Ultraschall schrie..

Am Anfang habe es noch geholfen, wenn sie den Bauch sanft hin- und her schaukelte, bis Ruhe einkehrte. Manchmal sang ihr Mann auch Schlaflieder in ihren offenen Rachen, bis nur noch das leise Schnarchen des Kleinen zu hören war.
Doch inzwischen lässt sich Maximilian gar nicht mehr beschwichtigen.“Mein Mann nimmt zum Schlafen einfach Ohrstöpsel, aber bei mir sind die leider wirkungslos, weil das Geschrei ja von innen kommt“, erklärt Burkert.
Kein Wunder, dass die werdende Mutter die Geburt ihres Sohnes kaum noch erwarten kann. „Vermutlich wird er danach immer noch schreien wie verrückt, aber dann kann ich ihn wenigstens in einen anderen Raum legen und ignorieren. Oh, haben Sie das gehört? Jetzt hat er gerade ein Bäuerchen gemacht. Vielleicht kann er ja jetzt endlich schlafen.“
Idee: fed; dan, ssi; Fotos: ; Erstveröffentlichung: 23.3.17

Weinen und Schreien – Babys erste Ausdrucksmöglichkeiten

Der wichtigste Gund: Ihr Baby will Ihnen irgendetwas mitteilen. Am unterschiedlichen Schreien werden Sie schnell herausfinden, warum es auf sich aufmerksam machen möchte:

Körperliche Bedürfnisse

  • Hunger
    Normalerweise verlangt ein Baby je nach Entwicklungsphase alle zweieinhalb bis vier Stunden nach einer Stillmahlzeit. Mit etwa zwei und mit sechs Wochen erlebt das Baby einen besonderen Wachstumsschub. Ab diesem Zeitpunkt braucht es mehr Milch und verlangt innerhalb von ein bis zwei Tagen rund alle zwei Stunden nach Ihrer Brust. Weint Ihr Kind aus einem anderen Grund, kann das Saugen an der Brust nur vorrübergehend beruhigen.
  • Übermüdung
    Oft ist das Baby abends von einem langen Tag müde und erschöpft, gleichzeitig jedoch zu aufgeregt, um sich zu entspannen oder einschlafen zu können. Es jammert vor sich hin, reibt sich die Augen oder schreit. Eine ruhige Stimme, die leise mit ihm spricht oder etwas vorsingt, kann beruhigend wirken.
  • Überreizung
    Die Eindrücke und Einflüsse der Umgebung können zu Unbehagen und Irritationen führen. Sowohl Kälte als auch Wärme, grelles Licht oder laute Geräusche können das Wohlbefinden Ihres Babys stören. Mit sanften Worten, Körperkontakt oder im Bettchen kann es sich wieder beruhigen.
  • Verdauung
    Auch Blähungen/Koliken und Bauchschmerzen rufen beim Baby weinen hervor. Diese Beschwerden sind meistens darauf zurückzuführen, dass die Verdauung erst richtig in Gang kommen muss. Bei Bauchkoliken kann das Schreien ausgeprägt sein. Es krümmt sich dann zusammen. Oft ist ein geblähter Bauch auch auf das Luftschlucken beim vielen Schreien zurückzuführen. Beruhigende Bauchmassagen, eine Wärmflasche, Tragen im „Fliegergriff“ oder ein warmer Fencheltee helfen.
  • Schmerzen
    Auf schmerzhafte Reize reagieren Neugeborene mit Weinen und ungezielten Abwehrbewegungen. Dieses Weinen hört sich anders an als sonst. Sie sollten einen Arzt um Rat fragen.
  • Wundsein
    Wunde Hautstellen sind unangenehm, schmerzhaft und können Ihr Baby zum Weinen bringen. solche Hautreizungen sind jedoch meistens nur vorrübergehend. Mit der passenden Pflege und beruhigenden Maßnahmen können Sie Ihrem Kind helfen.
  • Alltägliche Prozeduren
    An- und Ausziehen, Nasen- oder Augentropfen, das Baden können schon mal Widerstände hervorrufen, die sich im Weinen äußern. Ein bißchen Ablenkung und Beruhigung kann schon hilfreich sein. Vielleicht ist auch einfach nur die Windel voll, oder die Kleidung sitzt zu eng oder unbequem.

Was bekommt das Ungeborene alles mit?

Gewicht der Mutter hat großen Einfluss auf das Kind

Beispiel Gewicht: In den vergangenen Jahren zeigten viele Stu­dien, dass es einen großen Einfluss auf das Kind hat, wie viel die Mutter vor und während der Schwangerschaft wog. Kinder von sehr übergewichtigen Frauen mit einem Body-­Mass-Index (BMI) von mehr als 30 laufen Gefahr, später selbst dick zu werden. Das Gleiche gilt für Kinder von Müttern, die unter Schwangerschaftsdiabetes leiden. Durch die gestörte Insulinproduktion der Mutter wird das Ungeborene quasi mit zu viel Zucker überschwemmt. Die Bauchspeicheldrüse des Kindes muss folglich mehr Insulin bilden, um den hohen Blutzuckerspiegel zu bewältigen. Das wiederum regt das Wachstum des Fettgewebes an. „Ein pränataler Jojo-Effekt“, sagt Stepan dazu.

Baby profitiert von gesunder Ernährung

Offenbar beeinflusst die Ernährung der Mutter sogar, wie leis­tungsfähig der Nachwuchs später sein wird. Das zeigte eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. Forscher fütterten einen Teil ihrer Versuchsmäuse mit fettreicher Nahrung, die anderen Nager erhielten fettarmes Futter. Das Ergebnis: Die Nachkommen der fettreich ernährten Mütter waren später bei einem Ausdauertest nur halb so fit wie die anderen. Die Leistungsschwäche, so die Erklärung, hinge vermutlich mit Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels zusammen.

Dick werden nicht nur die Kinder von schwergewichtigen Müttern. Auch solche, die zu klein auf die Welt kommen, weil sie etwa über die Plazenta nicht optimal versorgt wurden, tragen ein größeres ­Risiko für Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So ergab eine britische Studie, dass Kinder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 2500 Gramm im späteren Leben häufiger unter Bluthochdruck leiden. Eine mögliche Erklärung: Schädigungen an der Niere, die durch die Mangelversorgung im Mutterleib entstanden sind.

Ärzte können Risiken gegensteuern

Die gute Nachricht: „Die ­fetale Programmierung lässt sich zum Teil abwenden“, sagt Stepan. Er rät allen sehr übergewichtigen Müttern, schon vor der Schwangerschaft abzunehmen. „Leichtes Übergewicht ist dagegen kein Problem“, so der Forscher. Bei einem Schwangerschaftsdiabetes ist es wichtig, ­gute Blutzuckerwerte zu erreichen – dann wirkt er sich auch nicht auf das Kind aus. Leicht geborene Kinder wurden früher möglichst schnell hochgepäppelt. Davon raten Ärzte wie Stepan heute ab: „Wir wissen inzwischen, dass das kontraproduktiv ist, weil der Körper sich an eine viel zu ­hohe Kalorien­aufnahme gewöhnt.“

Stress und Schadstoffe sind schädlich fürs Kind

Was Forscher heute auch wissen: Schon Ungeborene sind kleine Seelchen. Sie speichern ab, wenn es ihrer Mutter nicht gut geht, diese zum Beispiel etwas Belastendes erlebt, unter zu viel Stress leidet oder psychisch krank ist. „Wie es der Mutter geht, spielt eine wichtige ­Rolle für die spätere Stressregulation des Kindes“, sagt Dr. Margarete Bolten von der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik der Universität Basel. Will heißen: Ist die Mutter gestresst, führt das dazu, dass das Kind später eher unruhig und weinerlich reagiert, häufiger schreit und schlechter schläft als an­dere Kinder. Messbar schütten diese Kinder mehr Stresshormone aus als andere – ein Effekt, der lebenslang anhalten und später zu psychischen Problemen, etwa Depressionen, führen kann.

„Alko­hol, Nikotin und andere Drogen wirkten sich ähnlich aus“, erklärt ­Margarete Bolten. Studien zeigen aber auch: Die vorgeburtlichen Erfahrungen lassen sich im späteren Leben abmildern. Geht eine Mutter beispielsweise feinfühlig auf die Bedürfnisse ihres neugeborenen Kindes ein, dann lernt es mit der Zeit auch, seine Gefühle besser zu kontrollieren. Auch wenn sich viel im Mutterleib entscheidet: „Die Prägung nach der Geburt ist mindestens so nachhaltig wie während der Schwangerschaft“, sagt die Expertin.

Alles probiert – und das Baby schreit immer noch…

Wenn Sie nicht herausbekommen, warum Ihr Baby weint, versuchen Sie einfach, es zu trösten. Es gibt nicht immer einen Grund! Nehmen Sie es in den Arm, entweder aufrecht oder in der Wiegeposition. Manche Babys lieben es, wenn man sie über die Schultern legt oder in der Fliegerstellung (Bauch auf Ihrem Unterarm) hält. Schaukeln Sie es sanft. Massieren Sie das Bäuchlein oder Köpfchen. Wärmewickel und Kirschkernkissen können die Verspannung lösen.

Sprechen oder flüstern Sie ihm ins Ohr oder singen Sie ihm etwas vor – versuchen Sie, es abzulenken. Sie können auch einen Spaziergang oder eine Fahrt mit dem Auto unternehmen. Auch Ihr kleiner Finger oder ein Nuggi zum Saugen kann helfen. Vergewissern Sie sich jedoch, dass er sauber ist und tauchen Sie ihn keinesfalls in Zucker oder Honig.

Interviews

Schreisprechstunde für Babys und Kleinkinder

Experten-Interview von Dr. med. René Glanzmann

Craniosakral-Therapie

Experten-Interview mit Brigitte Meissner

Erlebnisbericht einer betroffenen Mutter

Osteopathie

Experten-Interview mit Emanuel Donckels.

Wenn das Baby dann immer noch nicht zu weinen aufhört, kann es sein, dass Ihr Kind überstimuliert ist und sich selbst nicht mehr beruhigen kann. In solchen Situationen ist es manchmal die beste Lösung, das Baby ruhig im Arm zu halten oder es in sein Bettchen zu legen. Berühren Sie mit der einen Hand sein Köpfchen, die andere legen Sie ihm auf den Bauch. Nehmen Sie das schreiende Kind nicht sofort wieder hoch, auch wenn es Ihnen schwer fallen wird. Um Überstimulation zu vermeiden, sollten Sie in Zukunft Ihr Kind noch besser auf Zeichen von Müdigkeit beobachten. Wenn es gähnt, sich die Augen reibt, unruhig und quengelig wird oder den Blickkontakt zur Bezugsperson verliert, ist es Zeit zum Schlafen.

Manche Kinder fühlen sich wohler und schreien weniger, wenn sie eng in ein Tuch eingewickelt werden, „Pucken“ genannt. Die Hebamme Sue Schmid entwickelte zu diesem Zweck ein Schmetterlingstuch. Ihren persönlichen Bericht finden Sie hier.

Als Schreibaby bezeichnet man ein Kind, das täglich mehr als drei Stunden, an mindestens drei Tagen pro Woche und mehr als drei Wochen lang schreit und seine Eltern – bei aller Liebe – an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringt. Wenn Ihr Baby dazu gehört: Geben Sie sich nicht selbst die Schuld! Wenn Sie alles versucht haben, um es zu beruhigen und dabei keinen Erfolg hatten, haben Sie nicht zwangsläufig etwas falsch gemacht. Sie sind deshalb keine schlechtere Mutter als jede andere, deren Kind weniger schreit. Auch Ihr Kind kann nichts dafür – manche Babys schreien oder weinen einfach mehr als andere.

Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Auf keinen Fall dürfen Sie versuchen, Ihr Baby durch Schütteln zur Ruhe zu bringen. Ein lebensgefährliches Schütteltrauma kann die Folge sein! Wenn Sie sich erschöpft fühlen, bitten Sie Ihren Partner, Freunde oder Verwandte, zeitweilig nach dem Kind zu sehen. Wenn Sie allein mit dem Kind sind, legen Sie es in sein Kinderbettchen, vergewissern Sie sich, dass alle Gefahrenquellen ausserhalb seiner Reichweite sind, und gehen Sie in ein anderes Zimmer. Sie müssen Abstand gewinnen und sich etwas Erholung gönnen, das hat überhaupt nichts mit Vernachlässigung Ihrer Mutterpflichten zu tun! Hören Sie Musik, machen Sie sich einen Tee oder rufen Sie einen Freund oder eine Freundin an. Lassen Sie das Kind aber nicht lange allein – nur so lange es nötig ist, um wieder ein bisschen Kraft zu schöpfen. Wenn das Weinen einfach nicht aufhören will, sollten Sie eine Mütterberaterin oder einen Arzt/eine Ärztin konsultieren.

Wenn Sie sich als Eltern zunehmend überfordert fühlen und einfach nicht mehr weiter wissen, hilft es oft, sich einfach anonym aussprechen zu können. Für solche Fälle gibt es z.B. den 24-Stunden-Elternnotruf: 0848 35 45 55 zum normalen Festnetztarif, www.elternnotruf.ch. Hilfe gibt es auch bei der Fachstelle für Säuglingsfragen unter www.schreibaby.ch und bei der privaten Elterninitiative www.schreibabyhilfe.ch (mit Forum).

Ein Faltblatt mit vielen Tipps „Hilfe! Mein Baby hört nicht auf zu schreien“ kann unter Einsendung eines frankierten Rückantwortcouverts bei der Stiftung Kinder und Gewalt, Postfach 1235, 3110 Münsingen bestellt werden.

Video

Dr. Robert Hamilton, Kinderarzt in Santa Monica, Californien, demonstriert einen Haltegriff, mit dem in kürzester Zeit ein schreiendes Baby beruhigt werden kann – „The Hold“:

Häufige Fragen zum Thema

Wenn das Baby nur nürzt, wie lange darf man abwarten?

Stimmt es, dass man Babys ruhig schreien lassen soll, damit sich die Lungen kräftigen?

Helfen Bernsteinketten gegen die Schmerzen, wenn mein Baby zahnt?

Newsticker

Weisses Rauschen schädigt Gehör: Verzweifelte Eltern greifen manchmal zu Geräten oder Apps, die ein konstantes Hintergrundgeräusch produzieren. Auch als „white noise“ oder „rosa Rauschen“ bezeichnet, erinnert das Geräusch an einen Fernseher mit Testbild oder das Surren eines Föhns. Mit diesem Trick kann man in vielen Fällen ein Baby zum Einschlafen bringen. Eine neue kanadische Studie warnt jetzt vor der Gefahr eines Hörschadens. Die 14 verschiedenen Testgeräte überstiegen bei maximaler Lautstärke deutlich die erlaubte Grenze von 50 db, das ist lauter als in einer Autowaschanlage. Eltern sollten deshalb die Geräte niemals maximal aufdrehen und auf keinen Fall in das Babybett oder direkt daneben legen. (swissmom Newsticker, 30.3.2014)

Letzte Aktualisierung : 06-11-19, BH

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.