Baby schläft nicht

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Was tun, wenn das Baby nicht schläft?

Vielen Babys fällt das Einschlafen schwer.

© /Anna Jurkovska

Das Sandmännchen hat keinen guten Job gemacht: Das Baby schläft nicht ein und schon gar nicht durch, schreit viel oder ist mitten in der Nacht hellwach. Die Eltern können sich kaum noch auf den Beinen halten. Tagsüber ist das Baby dann müde und weinerlich. Lesen Sie hier, wie Sie den Schlaf Ihres Babys besser verstehen und ihm helfen können, schneller einzuschlafen und gut durchzuschlafen.

Wie schlafen Babys?

Schlaf ist nicht gleich Schlaf. Babys durchlaufen wie Erwachsene zwei unterschiedliche Schlafphasen: die Leicht- oder Traumschlafphase und die Tiefschlafphase. Bei Neugeborenen und kleinen Säuglingen überwiegen die Leichtschlafphasen. Charakteristisch für diese Schlafphase sind die schnellen Bewegungen der Augen hinter geschlossenen Lidern, englisch „Rapid Eye Movement“ – weshalb der Schlaf auch REM-Schlaf genannt wird. Zudem geht der Atem schnell und unregelmäßig, und die Gliedmaßen können zucken. Der Schlaf ist nur leicht, äußere Einflüsse können ihn schnell stören. Erst wenn das Kind in die Tiefschlafphase übergegangen ist, wecken Geräusche, beispielsweise durch Unterhaltungen oder das klingelnde Telefon, meist nicht. Im Tiefschlaf atmet das Baby langsam und gleichmäßig und bewegt sich kaum.
Leicht- und Tiefschlafphasen wechseln sich immer wieder ab. Bei Schlafphasenwechseln können Babys sehr leicht aufwachen, da jede Änderung der Schlaftiefe einen Weckreiz für das Gehirn darstellt. Tagsüber findet der Schlafphasenwechsel nach ca. 30-45 Minuten statt. Nachts wechseln die Schlafphasen alle 2 Stunden.

Kurz aufwachen ist ganz normal

Zwischen zwei Schlafphasen kurz wach zu werden, ist ganz normal. Auch Erwachsenen passiert das ständig. Weil wir meist sofort die Augen schließen und weiterschlafen, erinnern wir uns am nächsten Morgen nicht mehr daran. Kleine Babys, die sich mit dem Einschlafen noch schwer tun, brauchen rasche aber moderate Unterstützung, um wieder einzuschlafen und in die nächste Schlafphase zu gelangen. Ältere Babys können schrittweise lernen, sich selber zu helfen, indem es beispielsweise eigenständig seinen Daumen, Schnuller oder sein Kuscheltier im Bett findet. Auf jeden Fall möchte jedes Baby so aufwachen, wie es eingeschlafen ist – alles andere ist irritierend.

Wie viel Schlaf braucht ein Baby?

Jedes Kind ist eine individuelle Persönlichkeit und das Schlafverhalten zu einem Teil genetisch bedingt. Einige Babys sind von Geburt an Lang- und Vielschläfer, während andere mit deutlich weniger Stunden Schlaf auskommen. Hinzu kommt, dass das Schlafbedürfnis und der Schlafrhythmus von Babys sich im ersten Lebensjahr immer wieder ändern. Daher sind unsere Angaben zu Schlafstunden und -mustern nur als grobe Orientierung zu sehen.

  • Babys Schlaf im 1. Monat
    Das Neugeborene führt in den ersten Lebenswochen den Schlaf-Wach-Rhythmus fort, den es noch aus dem Mutterleib gewohnt ist: Es kennt noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht und verteilt seine Schlaf- und Wachphasen gleichmäßig über 24 Stunden. Insgesamt kommen Neugeborene so auf 17 bis 18 Stunden Schlaf. Natürlich nicht am Stück – nach spätestens drei bis vier Stunden wacht der Säugling auf.
  • Babys Schlaf im 2.–3. Monat
    Das Baby lernt langsam, Tag und Nacht zu unterscheiden und einen sogenannten Tag-Nacht-Rhythmus zu etablieren. Der Tagschlaf nimmt zugunsten des Nachtschlafs allmählich ab. Im Durchschnitt schlafen die meisten Säuglinge 16 bis 17 Stunden täglich, davon ungefähr 10 Stunden in der Nacht. Tagsüber werden Wachphasen von ein bis zwei Stunden von ca. 4 bis 5 kleinen Nickerchen abgelöst.
  • Babys Schlaf im 4.–6. Monat
    Langsam kristallisiert sich ein regelmäßiger Schlafrhythmus heraus: Aus häufigen kleinen Schläfchen werden länger andauernde Schlafperioden von ungefähr zwei bis vier Stunden, die meist in der Nacht liegen. Tagsüber braucht das Baby nur noch drei kurze Tagschläfchen von jeweils etwa ein bis eineinhalb Stunden. So kommt es im Durchschnitt auf 14 bis 15 Stunden Schlaf pro Tag.
  • Babys Schlaf im 7.–9. Monat
    Das Baby schläft nun immer verlässlicher zu bestimmten Zeiten und vorwiegend nachts. Der Gesamtbedarf an Schlaf liegt bei rund 13 bis 14 Stunden. Davon sollten elf Stunden auf den Nachtschlaf fallen. Am Tag sind zwei Nickerchen üblich, die möglichst nicht länger als ein bis eineinhalb Stunden dauern sollten. Denn je mehr ein Kind tagsüber schläft, desto weniger Schlaf braucht es nachts – und andersherum.
  • Babys Schlaf im 10.–12. Monat
    Der durchschnittliche Schlafbedarf liegt in diesem Alter bei 12 bis 13 Stunden. Die meisten Kinder halten tagsüber noch zwei Nickerchen von jeweils etwas mehr als einer Stunde. Andere entscheiden sich jetzt schon für einen Mittagsschlaf und bleiben sonst tagsüber wach.

Durchschnittlicher Schlafbedarf von Babys 0-12 Monate

Woran merke ich, dass mein Baby müde ist?

Ein Baby, das noch nicht richtig müde ist, wird sich mit dem Einschlafen schwertun. Doch auch übermüdete Babys finden nur schwer in den Schlaf und schlafen meist oberflächlicher. Deshalb ist es wichtig, das sogenannte Schlaffenster zu erkennen. Als Schlaffenster bezeichnet man den Zeitpunkt, in dem Babys von einer aktiveren in eine ruhigere Phase übergehen und deshalb besonders gut einschlafen können.
Verpasst man diesen Zeitpunkt, kippt wohlige Müdigkeit schnell in gereizte Übermüdung um – und in diesem Zustand fällt es dem Baby schwer, sich selbst zu beruhigen und einzuschlafen. Gerade bei sehr kleinen Babys sollte man darauf achten, dass sie nicht länger als ein bis zwei Stunden am Stück wach sind. Andernfalls prasseln zu viele neue Eindrücke auf sie ein, und sie reagieren überreizt. Aus dem Quengeln wird schnell Schreien, welches das Einschlafen erschwert oder unmöglich macht. Daher ist es ganz wichtig, bei Neugeborenen und sehr kleinen Säuglingen nicht auf ausgeprägte Müdigkeitssignale zu warten, sondern frühzeitig für einen Entspannungszustand zu sorgen, aus dem heraus das Einschlafen leichter fällt.

Anzeichen, dass sich ein Schlaffenster öffnet:

  • Hat glasige Augen und wendet seinen Blick ab
  • Gähnt oder quengelt
  • Ballt seine Fäuste, reibt sich die Augen oder zieht an den Ohren
  • Bewegungen werden deutlich unkoordinierter

Warum schläft mein Baby nicht durch?

Zunächst: „Durchschlafen“ bedeutet nicht, dass ein Baby vom abendlichen Zubettgehen bis zum morgendlichen Aufstehen die ganze Nacht ununterbrochen schläft – das wären bis zu zwölf Stunden. Es ist völlig normal, dass ein Säugling nachts aufwacht, weil die Schlaftiefe sich ändert oder weil es hungrig ist. Durchschlafen bedeutet lediglich, dass Säuglinge nachts immer häufiger eine Mahlzeit zwischen zwei Schlafzyklen auslassen und fünf bis sechs Stunden am Stück schlafen.
Ab einem Alter von sechs Monaten können Babys theoretisch nachts ohne Stillen oder Fläschchen auskommen. Dann ist ihr Magen groß genug, um tagsüber ausreichend Nahrung aufzunehmen. Theoretisch – praktisch beginnen viele Kinder erst wesentlich später, nachts ohne Nahrung auszukommen. Auch deshalb, weil Stillen oder Fläschchengeben mehr als Nahrung, nämlich auch Geborgenheit und Nähe bedeuten und gleichzeitig eine gewohnte Einschlafhilfe darstellen.
Anhaltende Durchschlafprobleme im zweiten Lebenshalbjahr sind in der Regel Wiedereinschlafprobleme. Beim normalen Aufwachen zwischen den Schlafphasen schafft es das Baby nicht, von allein wieder in den Schlaf zu finden. Hier geht es, genau wie bei Einschlafproblemen, darum, dem Baby zu helfen, alleine schlafen zu lernen. Nützliche Hinweise dazu finden Sie im Abschnitt „Tipps für besseren Babyschlaf“.

Wenn beim Baby plötzlich Durchschlafprobleme auftreten

Ein Baby, das gelernt hat durchzuschlafen, wacht plötzlich wieder (häufiger) nachts auf und verlangt nach seinen Eltern – auch das kommt nicht selten vor. Neben Hunger und Durst können kurzzeitige Einschnitte wie Zahnen, Krankheit oder Wachstums- und Entwicklungsschübe zu unruhigen Schlafphasen und Veränderungen im Schlafverhalten führen. Wichtig ist hier, wenn möglich, zuerst einmal die Behandlung der Ursache.

Tipps für besseren Babyschlaf

Es gibt kein generelles Programm oder Patentrezept für guten und erholsamen Schlaf: Jedes Baby hat andere Bedürfnisse und demnach andere Probleme, wenn es um das Thema Schlafen geht. Dennoch gibt es einige allgemeine Tipps, die zu einem guten Schlafklima und einem besseren Schlafverhalten beitragen können:

  • Feste Zeiten und Abläufe etablieren
    Das Leben eines Neugeborenen ist aufregend genug – deshalb sind Routinen wichtig. Ein Tagesablauf mit altersgerechten Wachzeiten, Schlafphasen, Aktivitäten und Mahlzeiten gibt einem Baby Sicherheit und Geborgenheit. Kinder, die an einen regelmäßigen Rhythmus und gleich bleibende Schlafenszeiten gewöhnt sind, schlafen besser. Zur Einstimmung ist es hilfreich, die Zeit vor dem Schlafengehen ruhig, reizarm und mit einem immer wiederkehrenden Einschlafritual, wie z. B. Baden, Singen oder Vorlesen, zu gestalten.
  • Tag und Nacht unterscheiden
    Das Baby muss erst lernen, was Tag und Nacht bedeuten. Helfen Sie ihm dabei, indem Sie es tagsüber in hellen Räumen bei normaler Geräuschkulisse schlafen lassen, nachts dagegen in seinem Bett in dunkler, geräuscharmer Umgebung. Alle nächtlichen Aktivitäten sollten reizarm ablaufen: Stillen bzw. füttern Sie das Baby bei gedämpftem Licht, sprechen Sie wenig und wickeln Sie nur wenn es unbedingt nötig ist. Alles zusammen macht es dem Baby einfacher, einen Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln und längere Schlafphasen in der Nacht zu meistern.
  • Füttern und Einschlafen trennen
    In den ersten Lebenswochen schlafen Babys noch oft beim Füttern ein – das ist ganz normal. Doch ab einem Alter von etwa drei Monaten sollte man langsam versuchen, das Zubettgehen davon zu trennen. Die Brust oder das Fläschchen sollten nicht das Schlafsignal sein. Denn dann neigt das Baby dazu, diese auch nachts beim Aufwachen zwischen den Schlafphasen einzufordern, weil es gelernt hat, nur damit in den Schlaf zu gleiten.
  • Eigenständiges Einschlafen unterstützen
    Alle Kinder werden nachts mehrfach wach. Daher ist es die Aufgabe der Eltern ihren Kindern eine Strategie zu vermitteln, wie sie mit den nächtlichen Aufwachsituationen umgehen können. Das, was Eltern regelmäßig tun, lernen und erwarten die Kinder. Also sollten Sie das größere Baby nicht in den Schlaf tragen oder in den Schlaf stillen, sondern daran gewöhnen dort einzuschlafen, wo es auch aufwacht. Denn alle Kinder checken im Schlafphasenwechsel die Situation und wollen so aufwachen, wie sie eingeschlafen sind. Daher ist es wichtig, eine Einschlafroutine mit Wiedererkennungswert zu etablieren. D.h. die Eltern gestalten die Phase vor dem Einschlafen immer gleich und sorgen dafür, dass das Baby schlafbereit wird. Das darf gerne auf dem elterlichen Arm geschehen – durch Halten, sanfte Bewegung und leises Singen kann sich das Baby entspannen und „schlafnah“ in sein Bett gelegt werden. Mit immer weniger elterlicher Unterstützung lernt das Baby dann schrittweise alleine einzuschlafen. Auch beim nächtlichen Erwachen sollte das Kind möglichst nicht aus dem Bett genommen werden. Beruhigende Worte und die bereits tagsüber geübte „Weiterschlafsprache“ können ihm helfen, sich auch nachts wieder zu beruhigen und erneut in den Schlaf zu finden. Hat es sich tagsüber – außerhalb des Bettes – in Tröst- und Beruhigungssituationen, schon an einen Schlafbegleiter, wie beispielsweise ein Schmusetuch, Kuscheltier oder Schnuller, gewöhnt und kann diesen selbstständig handhaben, hilft dies auch in der Nacht zum Weiterschlafen.
  • Keine zu langen oder späten Mittagsschläfchen
    Wenn ein Baby tagsüber bereits viel schläft, ist schon ein großer Teil seines Schlafkontingentes aufgebraucht. Nachts ist das Schlafbedürfnis dann nicht mehr so groß – das Baby wacht entweder sehr früh morgens oder mitten in der Nacht auf und ist dann zu munter, um wieder einzuschlafen. Achten Sie daher bei nächtlichen Schlafproblemen auf die absolute Dauer der Tagschläfchen und wecken Sie Ihr Baby ruhig sanft, wenn es tagsüber stundenlang schläft. Außerdem sollte ein Mittagsschlaf nicht zu spät liegen, denn dann ist das Kind verständlicherweise zur Bettgehzeit nicht richtig müde. Ab dem 4. Monat sollten mindestens zwei bis drei Stunden Abstand zwischen dem letzten Tagesschlaf und dem Abendschlaf liegen.
  • Nächtlichem Hunger vorbeugen
    Ab einem Alter von sechs Monaten kann ein Baby theoretisch nachts ohne Nahrung auskommen. Doch das kann nur funktionieren, wenn es tagsüber ausreichend viele Kalorien zu sich nimmt. Wichtig ist vor allem, dass es bei der letzten Mahlzeit vor dem Schlafenlegen ausgiebig trinkt. Versuchen Sie das vorzeitige Einschlafen an Brust oder Flasche zu vermeiden, denn sonst ist der Schlafdruck, welcher normalerweise das Einschlafen erleichtert erst mal weg und das eigentliche Einschlafen gestaltet sich deutlich schwieriger.
    Einige Eltern machen auch gute Erfahrungen damit, ihr Kind für eine späte Mahlzeit noch einmal zu wecken, bevor sie selbst ins Bett gehen. Der sogenannte „Dreamfeed“ kann einige Stunden mehr an zusammenhängendem Schlaf schaffen. Manche Kinder müssen dazu nicht einmal geweckt werden, sondern trinken im Schlaf.
  • Vermitteln Sie Sicherheit und Geborgenheit
    Kleine Kinder schlafen am besten in einer vertrauten Umgebung, in der sie das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit haben. Eine gute Lösung ist es daher, wenn das Baby in den ersten Monaten in einem Beistellbett im Elternschlafzimmer schlafen kann. Gerade bei Neugeborenen kann Pucken beim Einschlafen und Durchschlafen helfen. Pucken ist eine spezielle Wickeltechnik, bei der das Kind fest in eine Decke eingehüllt wird. Die Enge erinnert es an die Zeit in der Gebärmutter und gibt ihm Halt und Sicherheit. Sie verhindert ebenfalls in den ersten Wochen, dass das Baby durch den Moro-Reflex (Schreckreflex) so heftig zuckt, dass es davon wach wird.

Tipps für sicheren Babyschlaf

Die richtige Schlafumgebung kann die kindliche Schlafregulation ebenfalls fördern. Und viel wichtiger: Sie minimiert das Risiko eines plötzlichen Kindstods. Für einen guten und sicheren Babyschlaf sollten Sie im ersten Jahr Folgendes beachten:

  • Schlafstätte – ganz nah im eigenen Bett
    Sicherheit und Geborgenheit: Beides gibt ein Babybett, das im Schlafzimmer der Eltern steht. Die Atemgeräusche der Eltern wirken beruhigend, doch trotz der Nähe kann das Baby nicht in eine Matratzenritze oder unter die Decke der Eltern rutschen. Besonders für stillende Mütter sind kleine Babybeistellbetten, die man an das Elternbett „andocken“ kann, praktisch. Und wann ist es Zeit fürs Schlafen im eigenen Zimmer? Es gibt dafür keinen vorgeschriebenen Zeitpunkt. Eine gute Gelegenheit für den „Umzug“ ins eigene Zimmer ist, wenn das Baby nachts gelernt hat selbstständig wieder ein zuschlafen, weniger elterliche Unterstützung braucht und länger am Stück schläft– also irgendwann nach dem sechsten Monat.
  • Schlafsack – gegen Überhitzung und Ersticken
    Verzichten Sie im Bettchen Ihres Babys auf Kissen und Bettdecke. Unter zu viel Stoff droht Überhitzung und Sauerstoffmangel. Am besten ist das Kind in einem Schlafsack aufgehoben, der auf die Jahreszeit und die Größe des Kindes abgestimmt ist. Wenn Sie sich doch für eine Decke entscheiden, achten Sie unbedingt darauf, dass die Decke am Ende der Matratze fest eingeschlagen wird und das Kind mit den Füßen am untersten Ende des Bettchens liegt. So kann es im Schlaf mit dem Kopf nicht unter die Decke rutschen.
  • Rückenlage – für ungestörtes Atmen
    Legen Sie Ihr Kind auf dem Rücken schlafen, nicht auf dem Bauch. In dieser Position können Babys am besten atmen, und die Gefahr des plötzlichen Kindstodes ist minimiert.
  • Raumtemperatur – wohltemperiert und gut gelüftet
    Die perfekte Raumtemperatur zum Schlafen liegt bei 16° bis 18° Celsius. Wichtig ist außerdem, das Zimmer, in dem Ihr Kind schläft, regelmäßig stoßzulüften, also für ein paar Minuten bei geöffnetem Fenster zu lüften. Zugluft ist unbedingt zu vermeiden. Und Zigarettenrauch sowieso.

Was braucht ein Baby für guten Schlaf? Wir haben Schlafberaterin und Ärztin Dr. Daniela Dotzauer gefragt!

Zusammenfassung
Der Schlafbedarf und der Schlafrhythmus von Babys ändern sich im ersten Lebensjahr. Neugeborene müssen erst lernen, ihren Schlaf zu regulieren. Sie haben einen anderen Rhythmus als Erwachsene und können zuerst noch nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden. Ihr Schlaf ist in den ersten Monaten zudem sehr leicht, weil sie einen hohen Anteil an REM-Schlafphasen haben. Dass Babys in den ersten Monaten nachts aufwachen und Hunger haben, ist normal. Erst ab dem sechsten Monat kann ein Baby theoretisch ohne Mahlzeiten durch die Nacht kommen. Doch auch dann ist es für Babys nicht einfach, allein in den Schlaf zu finden und beim Aufwachen zwischen den Schlafphasen selbstständig wieder einzuschlafen. Fürs Zubettgehen ist es wichtig, die Müdigkeitszeichen des Babys zu erkennen, sein Schlaffenster zu nutzen und ihm eigene Einschlafstrategien beizubringen. Auch wenn jedes Kind ein individuelles Schlafverhalten hat, gibt es allgemeine Maßnahmen, die Schlafprobleme lösen und beim Ein- und Durchschlafen helfen können.

Das Baby schläft nicht – was kannst du tun?

Hilfe, das Baby schläft nicht! Da müssen leider alle Eltern durch, zumindest in den ersten Monaten. Manche Babys haben aber länger Probleme mit dem Einschlafen. Das sind mögliche Ursachen.

Das Baby will nicht schlafen und du bist nur noch ein Häufchen Elend? Willkommen in der schlaflosen Parallelwelt als Eltern. Ja, das war nicht die erbauende Antwort, die du dir erhofft hattest. Aber so traurig das für jede betroffene Mama und jeden Papa auch klingen mag, in den ersten Monaten ist das leider völlig normal. Neugeborene schlafen meist nie mehr als drei bis vier Stunden am Stück – ganz egal, wie spät es gerade ist. Babys halten sich einfach nicht an unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Aber das können sie auch gar nicht. Sie müssen das Schlafen, genauer gesagt das nächtliche Schlafen, tatsächlich erst lernen.

Nicht immer schläft dein Baby so ruhig

Leider haben manche Babys unabhängig von diesem Lernprozess Probleme beim Einschlafen: Auch wenn es müde ist, das Baby will nicht schlafen. In den seltensten Fällen sind die Ursachen organisch. Gleichwohl es immer wieder Phasen geben kann, in denen Babys wegen Krankheit oder wegen eines Wachstumsschubes nur sehr schwer zur Ruhe kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Zahnen. Selbst gute Schläfer sind dann nachts wieder häufiger wach.

Probleme beim Einschlafen

Es kann also ganz verschiedene Ursachen haben, warum Babys manchmal nicht schlafen wollen. Deswegen gibt es auch keine allgemeingültige Antwort darauf, was du tun kannst. Du musst selbst auf Ursachenforschung gehen. Immerhin kennst du dein Kleines am besten. Allerdings ist es schon so, dass viele Babys mit Schlafproblemen Regulationsstörungen haben. Das heißt, sie können sich nur schwer selbst beruhigen und können nicht so leicht von Aktivität auf Schlaf umschalten.

Die Umweltreize der wachen Stunden sind noch zu präsent und müssen erst verarbeitet werden. Merkst du, dass dein Baby nach einem aktiven Tag sehr quengelig wirkt, solltest du es vor dem Schlafenlegen auf jeden Fall von weiteren Reizen abschirmen. Geh jetzt alles mit Ruhe an und nimm dir extra viel Zeit zum Schmusen. Am besten in einem abgedunkelten Raum mit sanftem Licht. Es kann auch helfen, das Mobile vorübergehend abzuhängen (falls du eines hast). Das lenkt dein Kleines nur wieder vom Wesentlichen ab: dem Schlafen.

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Grundsätzlich sind feste Einschlafrituale immer eine gute Idee: Babys lieben Routine. Am Abend, aber auch am Tag. „Wenn ein Baby sehr unruhig ist und nur schwer einschlafen kann, ist Reizabschirmung ganz wichtig. Ein möglichst gleichmäßiger Tagesablauf mit Spaziergängen und festen Zeiten fürs Spielen und Baden können ihm helfen“, sagt der Freiburger Psychologe Ulrich Rabenschlag. Dabei geht es natürlich nicht darum, die verschiedenen Aktivitäten pünktlich auf die Minute durchzuziehen, sondern das Baby an die Wiederkehr der Vorgänge zu gewöhnen. „Vertrautes schafft Vertrauen“, ergänzt der Neurobiologe Gerald Hüther.

Gutes Bonding ist entscheidend

Das gilt natürlich auch für die Schlafumgebung. Babys schlafen am besten in einer vertrauten Umgebung, in der sie sich sicher und geborgen fühlen. In der ersten Zeit ist das möglichst nah bei Mama und Papa. Das liegt unter anderem daran, dass ein Kind erst mit etwa zehn Monaten in der Lage ist, zu begreifen, dass Dinge und Mamas(!) auch existieren, wenn sie gerade nicht im Blickfeld sind. Eine mögliche Ursache für die Einschlafprobleme deines Babys kann also schlicht fehlende Nähe sein. Daher wird auch oft die Empfehlung ausgesprochen, das Baby in den ersten Monaten vor allem nachts in einem Beistellbett im Elternschlafzimmer schlafen zu lassen. Vorausgesetzt du rauchst hier nicht, denn das kann wiederum das Risiko des plötzlichen Kindstods erhöhen.

Auch das Pucken kann Babys sehr gut beim Einschlafen helfen. Beim Pucken werden Babys fest in eine Decke gewickelt. Das erinnert sie an die Geborgenheit der Gebärmutter und gibt ihnen damit Halt und Sicherheit. Logisch, dass es so auch leichter fällt, zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.

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Auf der folgenden Seite findest du noch einen Überblick, wie sich der Schlafrhythmus des Babys und damit auch seine Bedürfnisse nach und nach verändern. Wie viel Schlaf Babys grundsätzlich brauchen, das liest du hier: Wieviel Schlaf braucht ein Baby?

Gerne wird aus dem Therma Babyschlaf eine Wissenschaft gemacht. Aber jedes Baby hat letztendlich andere Bedürfnisse und demnach auch andere Probleme, wenn es um das Thema Schlaf geht. Daher möchten wir dazu ermutigen, auszuprobieren. Finde heraus, was für dich und dein Kleines am besten funktioniert. Schließlich kennst du es am besten.

Der Schlafrhythmus des Babys

Der Schlafrhythmus des Babys ändert sich stark im Laufe des ersten Lebensjahres – und damit auch seine Bedürfnisse. Wir erklären, wie dein Babys seinen Schlafrythmus findet.

Das Schlafbedürfnis deines Babys wird sich immer wieder ändern, vor allem im ersten Lebensjahr, aber auch darüber hinaus. Das bedeutet, dass dein Baby auch seinen Schlafrythmus immer wieder ein bisschen verändern wird. Die wichtigste Info vorweg: Jedes Baby tickt anders. Habe also Geduld herauszufinden, was für dich und dein Baby am besten passt.

Babys Schlafrhythmus bis zum 3. Monat

Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt verbringt das Baby vorwiegend mit Schlafen: im Schnitt etwa 16,5 Stunden pro Tag. Allerdings schläft es meist nicht länger als drei bis vier Stunden am Stück. Und zwar ganz unbeeindruckt davon, ob es gerade Tag oder Nacht ist. In den ersten Monaten kann man also eher von einem Schlaf-Wach-Rhythmus sprechen, als von einem Tag-Nacht-Rhythmus. Für dich bedeutet das leider unruhige Nächte. Dennoch solltest du auf keinen Fall versuchen, das Baby tagsüber lange wach zu halten in der Hoffnung, dass es nachts länger schläft. Solche Versuche gehen meist nach hinten los. Dein Baby wird am Abend völlig übermüdet sein und so nur noch schlechter in den Schlaf finden. Du kannst aber versuchen, das Baby an eine gewisse Tag-Nacht-Routine zu gewöhnen: z.B. dass dein Baby nachts in einem abgedunkelten, ruhigen Raum schläft, tagsüber auch bei Tageslicht und mit Umgebungsgeräuschen.

Babys Schlafrhythmus bis zum 6. Monat

Ab etwa dem vierten Monat verlagert sich der Schlaf langsam in die Dunkelheit und die nächtlichen Schlafphasen werden stetig länger. Bei dieser Umstellung kannst du dein Kind sanft unterstützen, mit Einschlafritualen. Versuche am besten, am Abend eine Routine zu entwickeln, wenn du das Baby ins Bettchen bringst. Stille oder füttere es in Ruhe, nimm dir danach Zeit zum Kuscheln, Vorlesen oder Vorsingen. Allerdings solltest du nach wie vor keine festen Schlafenszeiten erzwingen. Pass dich den Bedürfnissen deines Kindes an. Merkst du die ersten Anzeichen von Müdigkeit, wird es Zeit, das Kleine ins Bett zu bringen. Will es dennoch nicht schlafen, liegt es meist daran, dass das Baby nur schwer zur Ruhe finden kann. Probiere es dann zum Beipsiel mit dem Pucken. Auf viele Babys wirkt das sehr beruhigend, weil es sie an die Zeit in Mamas Bauch erinnert.

Babys Schlafrhythmus ab dem 6. Monat

Ab wann Babys durchschlafen können, hat etwas mit der Hirnreifung zu tun. In der Regel ist das frühestens ab dem 6. Monat der Fall. Allerdings solltest du bedenken, dass die Kleinen dann meist trotzdem nicht mehr als sechs bis acht Stunden am Stück schlafen können. Dennoch kann man jetzt von einem Tag-Nach-Rhythmus sprechen, wie wir ihn kennen. Du kannst jetzt also auch feste Schlafenszeiten einführen, an die sich dein Baby gewöhnen kann. Natürlich solltest du dabei aber so flexibel sein, dass du nach wie vor auf die Schlafbedürfnisse des Kindes eingehst. Wie du dein Baby beim Durchschlafen unterstützen kannst, haben wir hier zusammengefasst ➤ Durchschlafen: Die besten Tipps fürs Baby.
Hier noch ein paar Tipps, wie die ideale Schlafumgebung für Babys bis ein Jahr aussehen sollte:
• Baby schläft im eigenen Schlafsack – ohne Kissen und Decke
• Keine Kissen, Schmusetücher und Kuscheltiere im Bettchen
• Temperatur bei 16 bis 18 Grad
• Keine Zugluft
• Kein Zigarettenrauch
Diese offiziellen Empfehlungen helfen auch, das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu verringern.

Situation 2: Probleme beim Einschlafen

Markus (10 Monate) schreit mittags anderthalb Stunden und schläft nicht ein, obwohl er sehr müde ist. Auch abends will er nicht in sein Bett. Schläft er endlich, schlummert er zehn bis zwölf Stunden am Stück. Morgens wacht er kurz auf und schläft dann, ohne gefrühstückt zu haben, noch mal bis 9 Uhr weiter. Wickeln lässt Markus sich nur unwillig.

Dr. Rabenschlag: Markus könnte zu den Kindern gehören, die ungern flach auf dem Rücken liegen, weil das ihr Gleichgewichtszentrum im Gehirn zu stark stimuliert. Ihnen wird dabei schwindelig.
Ganz typisch: Legt man sich so ein Kind über die Schulter, schläft es fast ein. Wickeln und betten Sie Markus in Schräglage (Keil unterschieben) und führen sie ihn schrittweise an das flache Liegen heran. Dazu können Sie sich tagsüber mit ihm auf der Brust aufs Sofa legen, dann betten Sie ihn neben sich. Außerdem sollten Sie ihm morgens beim Aufwachen gleich etwas zu essen geben, sonst kommt er in die Unterzuckerung.
Ihr Sohn soll morgens nicht noch mal einschlummern, weil das zu Durchschlafstörungen führen kann. Für ihn ist ein strukturierter Tagesablauf mit regelmäßigen Pausen wichtig (siehe Melina). Gut, wenn Sie möglichst oft mit Markus in seinem Zimmer spielen, damit er es nicht nur als Ort erlebt, an dem er schläft.
Falls er am Abend schreit, können Sie immer wieder zu ihm ins Zimmer gehen und ihn beruhigen: Die Mama geht jetzt raus und kommt wieder, vielleicht schläfst du dann schon. Das wiederholen Sie so lange, bis er eingeschlafen ist. Dann können Sie auch anfangen, aus dem Zimmer zu gehen. Jedes Mal kündigen Sie an, dass Sie zurückkehren:
Staffieren Sie sein Bettchen so aus, dass es attraktiver ist als Ihres, etwa mit einem Kuscheltier, das auf Markus aufpasst. Ein Kuscheltier genügt: Es gibt mehr Schutz als viele. Bei der Nachtwache können Sie sich mit Ihrem Mann abwechseln, allerdings nicht innerhalb einer Nacht. Und halten Sie sich an Ihr Programm, machen Sie keine Ausnahmen.

Schlafrhythmus kaputt? Ändern, umstellen oder normalisieren bzw. wiederherstellen, wir klären auf mit hilfreichen Tipps!

So tickt unsere innere Uhr

Ein natürlicher Schlafrhythmus basiert auf unserer inneren Uhr. Falls Du den Tag voller Energie begrüßen möchtest, ist es unverzichtbar, Deinen individuellen Rhythmus zu kennen. Erst wenn dieser mit Deinem tatsächlichen Schlafverhalten harmoniert – und beide im gleichen Takt schlagen -, schaffst Du die Basis für eine erholsame Nacht. Und für einen aktiven Tag, um den Herausforderungen Stand zu halten. Allerdings korreliert diese Wunschvorstellung nicht selten mit den Tücken des Alltags und unser Schlafrhythmus gerät aus dem Takt. Du möchtest einen gesunden Schlafrhythmus wiederherstellen? Wir möchten Dir daher wertvolle Tipps mit an die Hand geben, wie Du Dein Schlafpensum Deiner inneren Uhr anpassen und Deinen Schlafrhythmus normalisieren bzw. auch in schwierigen Zeiten in Balance bringen kannst.

Definition Schlaf-Wach-Rhythmus

Bevor wir die interessanten Fakten unseres ‚rhythmischen Schlafes‘ im facettenreichen Zusammenspiel durchleuchten, noch eine Definition für alle wissenschaftlich Interessierten unter Euch: Der Schlaf-Wach-Rhythmus beschreibt den zirkadianen (tagesrhythmischen) Wechsel der Schlaf- und Wachphasen sowie den Zusammenhang zwischen den beiden Phasen. Diese Definition verdeutlicht, dass sich ein optimaler Schlafrhythmus direkt auf unser Wohlbefinden am Tag auswirkt.

Biologische Uhr versus innerer Wecker

Unser Körper erkennt auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung – ganz ohne Weckfunktion oder Erinnerung per Smartphone an die nahende Nachtruhe -, wann es Zeit zum Schlafen bzw. Aufwachen ist. Um diesen Aspekt zu visualisieren, kannst Du Dir Milliarden biologischer Uhren im Miniaturformat vorstellen, die den Takt unseres Lebens bestimmen. Dieses facettenreiche Zusammenspiel aus Hormonen, freigesetzten Energien und Co. erklärt, warum wir nicht einfach so die Nacht zum Tag machen und unseren Schlafrhythmus austricksen können. Du möchtest Deine Schlafqualität verbessern und Deinen Schlafrhythmus ändern? Dieser Wunsch funktioniert nur, wenn Du den Takt Deiner – individuell für Dich programmierten – biologischen Uhren berücksichtigt.

Leistungsspitzen im Laufe des Schlaf-Wach-Rhythmus

Ein Blick hinter die Kulissen unseres Schlaf-Wach-Rhythmus verdeutlicht, dass der Takt unserer körperlichen Funktionen ebenfalls in Abhängig der inneren Uhr schlägt. Während nachts beispielsweise physiologische Regenerationsprozesse auf Hochtouren laufen, unsere Atmung flacher wird und unser Blutdruck sinkt, sind wir tagsüber auf Leistung gepolt. Wenn unsere Leistungskurve zwischen drei und vier Ihr nachts den Tiefpunkt erreicht, sind Energiespitzen hingegen typischerweise zwischen zehn und 12 Uhr nachmittags – und gegen 17 Uhr – zu verzeichnen.

Tagsüber erleben viele von uns gegen 14 Ihr ein Leistungstief. Interessanterweise konnte eine wissenschaftliche Untersuchung an freiwilligen Probanden in einem lichtlosen Raum übrigens aufdecken, dass unsere Uhr nicht einem 24-Stunden-Rhythmus, sondern einem 25-Stunden-Rhythmus folgt.

Individuelle Unterschiede – Von Morgenmuffeln, Nachteulen & Lerchen

Du möchtest Deinen Schlafrhythmus umstellen oder Deinen Schlaf und Dein Wohlbefinden während des Tages verbessern? Dann gelten nicht nur die Empfehlungen zur optimalen Schlafdauer von durchschnittlich sieben Stunden, die oben beschriebene Leistungskurve und eine rückenfreundliche Matratze sondern auch Deine Persönlichkeit. Diesbezüglich sollte Dein individuelles Energielevel während des Tages sogar die Hauptrolle spielen, wenn es um den optimalen Schlaf-Wach-Rhythmus geht. Während Personen, die morgens putzmunter aus den Federn – oder ganz im Trend eines veganen Lifestyles aus den Synthetikfasern – springen und so manchen Morgenmuffel vom WG-Zimmer gegenüber ungefragt zuquatschen, als Morgen-Typ oder Lerche betitelt werden, läuft der Eulen-Typ erst im Laufe des Tages zu Hochtouren auf.

Falls die Lebenssituation es zulässt, sollten sich Lerchen nicht so spät betten, um den Morgen – auf Wunsch schon vor Sonnenaufgang – taufrisch zu begrüßen und Nachteulen den Tag erst mit einem Frühstück zur Mittagszeit starten. Entsprechend kann ein Morgenmuffel bis in die Nacht leistungsfähig bleiben, wenn die Lerche bereits im Tiefschlaf versunken ist.

Optimaler oder gar perfekter Schlafrhythmus?

Für einen idealen Schlafrhythmus lautet die Devise, die äußeren Faktoren, sprich den vereinbarten Arbeits- oder Vorlesungsbeginn möglichst harmonisch mit Deiner individuellen Konstitution – morgenfrische Lerche oder „morgenmuffelnde‘ Nachteule – zu kombinieren. Während kleine Abweichungen des optimalen Schlafrhythmus – aufgrund des Wochenendes oder im Urlaub – durchaus okay sind und einfach zum Leben dazu gehören, wird es schwierig, wenn ein ausgeprägter Morgenmuffel – der sich nach dem frühen Aufstehen extrem müde fühlt -, bereits um 8 Uhr im Büro antreten muss. Trotz kulinarischer Highlights wäre eine meisterliche Backlehre oder der Frühstücksservice im Hotel vor Sonnenaufgang sicherlich noch weniger geeignet. Während so mancher Freiberufler den Luxus besitzt, seine Arbeitszeiten flexibel seinem Schlafrhythmus anzupassen, müssen zahlreiche Angestellte, Schüler und Studenten reihenweise in den sauren Apfel beißen.

Süße Träume im Einklang mit Deinem Schlafrhythmus

Die Qualität bzw. der Erholungswert Deines Schlafs hängt übrigens direkt mit Deinem individuellen Schlafbedürfnis bzw. der Schlafdauer – tendenziell sechs bis acht Stunden – und von Deinem natürlichen Schlafrhythmus zusammen. Um Deine Schlafqualität zu optimieren, sind regelmäßige Schlafzeiten ideal. Natürlich lässt sich diese Empfehlung – die auch Experten als eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gesundes Schlafverhalten sehen – nicht konsequent umsetzen.

Während so mancher Student gelegentlich die Nacht zum Tag macht, geht der Wunsch nach regelmäßigen Schlafzeiten auch für frischgebackene Eltern nur selten in Erfüllung. Diesbezüglich nimmt auch der Schlafrhythmus von einem Baby eine Sonderrolle ein, da sich in der ersten Lebensphase alles ums Füttern bzw. Stillen, Windelwechseln und Schlafen dreht. Insbesondere der Schlafrhythmus von Neugeborenen zeigt, dass wir nie wieder so viel Schlafen wie zu Beginn unseres Lebens.

Auch der Schlafrhythmus bei Nachtschichten bedarf einer besonderen Beachtung, da die Arbeit während der Nacht nicht mit unseren biologischen Uhren im Gleichklang schlägt. Während Schichtarbeiter, deren natürlicher Schlafrhythmus permanent aus dem Takt gerät, sogar gesundheitliche Probleme riskieren, können auch Fernreisen – samt berüchtigtem Jetlag – Deinen Schlafrhythmus durcheinander würfeln.

Fernweh meets Schlafrhythmus – Tipps gegen den Jetlag

Dich zieht es in die Ferne und Du möchtest Deinen Urlaub in vollen Zügen genießen, ohne Dich in den Laken des Hotels hin und her zu wälzen? Da sich Deine innere Uhr nicht einfach umprogrammieren lässt, wird Du vermutlich mit dem ungeliebten Jetlag – dem Feind des natürlichen Schlaf-Rhythmus – Bekanntschaft machen. Während sich dieser ungefragte Reisebegleiter nicht abschütteln lässt, kannst Du allerdings Anpassungsschwierigkeiten reduzieren bzw. den Jetlag verkürzen. Auch wenn sich Dein Schlafrhythmus ändern wird, möchtest Du Deinen Urlaub schließlich genießen und nicht verschlafen. Gleiches Szenarium gilt natürlich auch für Personen, die beruflich viel zwischen den Kontinenten pendeln und sich keine Energietiefs bei Präsentationen und Verhandlungen leisten können.

Je nachdem, wann Du im Land Deiner Träume – oder Deiner Arbeit – ankommst, kannst Du Dich einem möglichst ausbalancierten Schlafrhythmus zuliebe darauf einzustellen. Landet Dein Flieger am Abend oder in der frühen Nacht, wäre es von Vorteil, nicht im Flugzeug einzuschlummern, sondern Dich voller Vorfreude mit spannenden Reiseführern – oder Deinem Vortrag – wach zu halten und Dich erst am Ziel zu betten. Falls Du am Tag ankommst, würden wir Dir empfehlen, möglichst bis zur gewohnten Zeit wach zu bleiben. Schwieriger fällt es vielen Reiselustigen, sich bei einer nächtlichen Ankunft ins Bett zu legen, wenn es daheim eigentlich noch hell ist. Falls möglich, kannst Du Dich auch auf den Zeitunterschied einstellen und Dich – in Abhängigkeit der jeweiligen Zeit am Reiseziel – bereits ein paar Tage vorab zwei Stunden eher oder später betten, um Deinen Körper sanft auf den sich ändernden Schlafrhythmus vorzubereiten.

Ansonsten bleibt noch ein Griff zum Schlaf-Trunk von sleep.ink, für die Ruhe nach einem Jetlag zum Beispiel. Bei sleep.ink gibt es den Schlafdrink bzw. Schlaf-Trunk aus Sauerkirsche sowie natürlichen Pflanzenextrakten und Melatonin zur Verkürzung der Einschlafzeit und Hilfe bei Problemen wie besipeilsweise nach einem Jetlag.

Ein Nickerchen über den Wolken – Dem Jetlag davonfliegen

In puncto Jetlag und Schlafrhythmus hat es sich bewährt, bei Flügen nach Westen – also gegen die Zeit – im Flieger nicht zu schlafen. Bei Flugreisen gern Osten kann Dich ein Nickerchen über den Wolken dabei unterstützen – vor allem bei einer morgendlichen Landung-, um am Urlaubsziel erst abends schlafen zu gehen. Falls nötig, hilft Dir ein kurzer Mittagsschlaf am Strand bei Meeresrauschen, den Tag trotz Müdigkeit zu überstehen. Bereits am zweiten Urlaubstag lautet die Devise, Deinen Tagesablauf an der Ortszeit zu orientieren und Deinen neuen Schlafrhythmus zu festigen.

Da Alkohol den Jetlag übrigens zusätzlich verstärken kann, solltest Du während des Hinflugs auf Bier und Co. verzichten und stattdessen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser achten. Also besser erst am exotischen Cocktail nippen, wenn Du die Anpassungsprobleme überwunden hast und sich Dein Schlafrhythmus normalisiert hat.

Unser Schlafrhythmus, die innere Uhr, nach der sich unser Schlaf-Wach-Zyklus richtet, trägt maßgeblich dazu bei, wie wir uns am Morgen und über den Tag hinweg fühlen. Es ist nämlich oft nicht allein die Schlafdauer, die darüber entscheidet, ob wir uns morgens schlapp und träge oder fit und ausgeruht fühlen. Vielmehr kann auch ein gestörter Schlafrhythmus für den Blues nach dem Aufwachen und lästige Tagesmüdigkeit verantwortlich sein. Wie sich der optimale Schlafrhythmus finden und auch eine „defekte“ innere Uhr wieder neu stellen lässt, zeigen wir hier.

Schlafrhythmus – das Wichtigste in aller Kürze

  • Ein stabiler Schlafrhythmus lässt sich meist leicht und ganz natürlich finden
  • Schichtdienst, Fernreisen und andere äußere Umstände können unseren Schlafrhythmus durcheinander bringen
  • Ändern wir unsere Schlafgewohnheiten plötzlich, leidet die Erholsamkeit unseres Schlafs oft darunter
  • Mit ein paar einfachen Techniken, lässt sich der Schlafrhythmus meist wiederherstellen

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Feste Schlafzeiten für guten Schlaf

Feste Schlafzeiten und ein regelmäßiger Schlafrhythmus fördern guten, gesunden Schlaf ganz wesentlich. Glücklicherweise stellt sich eine persönliche Schlafroutine bei vielen Menschen ganz wie von alleine ein. Oft ergibt sich der Rahmen für feste Schlafenszeiten nämlich aus Familie, Arbeit und sonstige Verpflichtungen und Gewohnheiten. Wer beispielsweise jeden Morgen um 8 Uhr bei der Arbeit sein oder sein Kind in den Kindergarten bringen muss, geht üblicherweise ganz automatisch um 23 Uhr herum ins Bett. Schließlich wissen die meisten, dass wir uns erst nach mindestens 7 Stunden Schlaf wirklich ausgeruht fühlen.

Kommt es einmal – etwa am Wochenende oder im Urlaub – zu kleineren Abweichungen von diesem Rhythmus, hat das meist keinen großen Einfluss auf die Erholsamkeit unseres Schlafs. Wird der einmal gefundene persönliche Schlafrhythmus im Großen und Ganzen eingehalten, schlafen wir meist gut und erholsam.

Wie genau der optimale Schlafrhythmus dabei aussieht, kann individuell verschieden sein. Zwar schlafen die meisten Menschen hierzulande etwa 7 Stunden pro Nacht, einige kommen aber auch mit einer deutlich kürzeren Nachtruhephase aus. Entscheidender als die genaue Schlafdauer ist ohnehin der Umstand, ob wir uns nach dem Aufwachen am Morgen und über den Tag hinweg ausgeruht und leistungsfähig fühlen.

Fühlen wir uns allerdings auch nach mehr als 7 Stunden Nachtschlaf nicht erholt und stattdessen abgeschlagen, kann es sein, dass unser Schlafrhythmus – trotz der langen Schlafdauer – gestört oder aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ist das der Fall, sollten wir versuchen, unseren Schlafrhythmus zu optimieren.

Was unseren Schlafrhythmus durcheinander bringt

Jeder Mensch hat einen eigenen, ganz individuellen biologischen Rhythmus. Das ist beispielsweise anhand unseres Hormonhaushalts, der Körpertemperatur oder auch anhand des Appetits feststellbar. Ganz automatisch fühlen wir uns zu bestimmten Tageszeiten fit und leistungsbereit, während wir uns etwa am späten Nachmittag oder Abend automatisch müde und weniger konzentrationsfähig fühlen. In der entspannten Phase am Abend fällt es uns außerdem leichter einzuschlafen.

Müssen wir morgens üblicherweise sehr früh aufstehen, beginnt die entspannte Phase früher am Abend und wir gehen automatisch früher zu Bett, um am Morgen fit und ausgeruht zu sein. So pendelt sich ein ausgewogener Schlafrhythmus meist auf ganz natürliche Weise ein. Wird dieser jedoch verschoben, kann sich daraus eine Störung des Schlaf-Wach-Zyklus ergeben.

Gründe für eine solche Verschiebung können etwa

  • Überspringen mehrerer Zeitzonen bei einer Fernreise (Jetlag)
  • Variierende Arbeitszeiten (Schichtarbeit)
  • „Durchmachen“ der Nacht oder auch „Durcharbeiten“ der Nacht

sein.

In Folge dieser Verschiebungen fühlen wir uns dann zu „unangebrachten“ Uhrzeiten müde, schläfrig oder sind appetit- und antriebslos. Auch Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein können auftreten.

Hält die Störung des Schlafrhythmus länger an, können sich daraus auch gravierendere Probleme ergeben:

Gerät unsere innere Uhr über einen längeren Zeitraum hinweg aus dem Takt, können sich daraus sogar Depressionen und viele weitere negativen Auswirkungen eines damit verbundenen Schlafentzugs ergeben. Der Schlafentzug selbst ergibt sich insbesondere daraus, dass die morgendliche Weckzeit im Falle eines gestörten Schlafrhythmus nicht mehr mit den Wachzeiten zusammenpasst.

Den Rhythmus wieder-herstellen oder normalisieren

Um den eigenen Schlafrhythmus zu normalisieren, ist es wichtig, zuerst einmal einen natürlichen und ganz persönlichen Schlafrhythmus zu finden. Ist dieser jeweils gefundene, persönliche Schlafrhythmus jedoch einmal durcheinander geraten, gibt es einige Selbsthilfemethoden, um ihn wieder ins Gleichgewicht zu bringen:

Einen persönlichen Schlafrhythmus finden

Nicht allein Schlafdauer und Schlafqualität entscheiden darüber, ob wir uns morgens fit und ausgeruht fühlen. Auch das Zeitfenster unserer Schlafenszeit kann das Schlaferlebnis positiv oder negativ beeinflussen. Viele Menschen sind morgens und vormittags besonders leistungsfähig – umgangssprachlich werden sie auch Morgen- oder Lerchen-Typen genannt. Eine andere Gruppe hingegen wird erst am Nachmittag und bis in den Abend hinein aktiv und leistungsfähig – dementsprechend wird diese Gruppe auch Nacht- oder Eulen-Typ genannt. Wer sich selbst eher zu den Lerchen zählt, kann zum Finden des idealen Schlafrhythmus versuchen, früher ins Bett zu gehen und auch entsprechend früh aufzustehen. Eulen hingegen fahren mit einem leicht nach hinten verschobenen Schlaffenster meist besser.

Auch der Suche nach einem persönlichen Schlafrhythmus kann darum einmal versucht werden, die Schlaf- und Aufstehzeiten über einige Wochen hinweg zu variieren und so das ideale Zeitfenster zu ermitteln. Je nach Typ, kann das Schlaf-Zeitfenster dabei versuchsweise 30 bis 60 Minuten nach vorne bzw. nach hinten verschoben werden.

Den Schlafrhythmus wiederherstellen

Ist der persönliche Schlafrhythmus aufgrund äußerer Umstände oder innerer Vorgänge aus dem Gleichgewicht geraten, gibt es mehrere Techniken, um ihn wieder ins Gleichgewicht zu bringen:

Technik 1: Das kontinuierliche Einhalten regelmäßiger Schlaf- und Aufstehzeiten

Das bedeutet, dass sich auch auf Reisen die Einschlaf- und Aufstehzeiten an der Uhrzeit am Heimatort orientieren. So kann das Durcheinandergeraten des Schlafrhythmus auf kurzen Reisen vermieden werden. Bestehen allerdings berufliche Verpflichtungen oder dauert die Reise länger, ist diese Technik nicht immer praktikabel.

Technik 2: Schlaftabletten einnehmen

Kurzzeitig auftretende Störungen des Schlafrhythmus sowie Probleme beim Ein- und Durchschlafen können durch die Einnahme leichter Schlafmittel meist gut in den Griff bekommen werden. Zu bedenken ist allerdings, dass Medikamente immer ein gewisses Abhängigkeitsrisiko mitsichbringen und ihre Einnahme besser mit einem Arzt besprochen werden sollte.

Technik 3: Absichtlicher Schlafentzug

Zugegeben, hierbei müssen wir uns ein bisschen quälen und ganze 24 Stunden wach bleiben. Am nächsten Abend sollte das Einschlafen durch die überlange Wachzeit dann jedoch leicht gelingen und auch das Durchschlafen sollte kein Problem sein. Wichtig ist allerdings, dass der Wecker am folgenden Morgen wieder zur gewohnten Zeit klingelt und wir pünktlich aufstehen sollten. Wird die gewohnte Schlaf- und Wachzeit in den folgenden Tagen dann konsequent eingehalten, sollte sich der Schlafrhythmus nach wenigen Tagen wieder normalisiert haben.

Der besondere Schlafrhythmus von Babys

Gerade in den ersten Lebensmonaten werden Babys nachts mehrfach wach. Das ist normal und für ihre Entwicklung besonders wichtig. Schließlich verbringen Babys den Großteil ihres Schlafs nur in leichten Schlafphasen, um bestimmte Bedürfnisse wie etwa Hunger trotzdem wahrnehmen zu können.

Bis etwa zum sechsten Lebensmonat ist das mehrmalige Aufwachen durchaus normal. Hält es jedoch länger an, ist das für Eltern oft nicht nur kräftezehrend, sondern manchmal auch besorgniserregend. Schließlich liest und hört man doch immer wieder, dass Babys ab dem 6. Lebensmonat auch ohne Stillen oder Fläschchen eine ganze Nacht durchschlafen könnten. Doch was bedeutet „durchschlafen“ überhaupt?

Bleibt das Baby nach einigen Monaten nicht ruhig und zufrieden bis zum Morgen in seinem Bettchen liegen, ist die Sorge vieler Eltern oft groß, es könnte etwas mit dem Schlafrhythmus des Kindes nicht stimmen. Zu bedenken ist jedoch: „Durchschlafen“ bedeutet bei Kindern zwischen sechs und zwölf Monaten, dass sie etwa sechs bis acht Stunden durchgehend schlafen.

Wird das Baby also gegen 19 Uhr zu Bett gebracht, ist ein Aufwachen gegen 3 Uhr in der Nacht darum normal – auch wenn dann nach dem Verständnis der Eltern noch nicht von Durchschlafen gesprochen werden kann. Wird das Kind anschließend nach einiger Zeit wieder ins Bett gebracht und schläft entsprechend seines Schlafbedarfs weiter, ist das nächtliche Aufwachen lediglich Ausdruck einer normalen Schlafentwicklung.

Entsprechend werden auch Kinder im Alter zwischen etwa sechs und zwölf Monaten meist noch etwa zweimal pro Nacht wach. Das bedeutet in diesem Lebensalter allerdings noch lange nicht, dass der Schlafrhythmus des Kindes gestört wäre. Erst dann, wenn Kinder auch im Alter von über zwölf Monaten noch mehrere Male pro Nacht aufwachen, sollte eventuell über ein Gespräch mit dem Kinderarzt nachgedacht werden.

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Verzögerte Schlafphase: „Ich bin eine Nachteule“

Nadja Töpper, 35, Projektmanagerin:

„Abends habe ich die besten Ideen, fühle mich manchmal wacher als den ganzen Tag über. Morgens dagegen bin ich nicht gesprächig, kann nicht so gut denken und komme nur ganz schlecht aus dem Bett. Ich bin ein absoluter Nachtmensch. Wenn ich frei entscheiden könnte, würde ich nachts zwischen ein und zwei Uhr ins Bett gehen und zwischen zehn und elf aufstehen.

Schon als Baby habe ich immer glücklich bis neun Uhr morgens geschlafen. In der Schule bin ich oft zu spät gekommen, weil ich nie zu normalen Zeiten einschlafen konnte. Ich habe den Wecker nicht gehört, war den ganzen Tag müde – aber abends um zehn wieder topfit. Während des Studiums habe ich im Tour-Management einer Band gearbeitet. Oft waren wir bis um sechs in der Frühe unterwegs, das war perfekt für mich.

Danach hatte ich einen sehr stressigen Job. In der Zeit habe ich überhaupt keinen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus hinbekommen. Ich konnte abends schlecht abschalten, und dann war auch immer so viel los: Man macht Sport, trifft sich mit Freunden, geht essen – und ist irgendwann wieder völlig wach. Zwischendurch habe ich sogar darüber nachgedacht, mir einen Nachtjob zu suchen, damit ich nicht ständig gegen meinen Rhythmus leben muss.

Inzwischen muss ich morgens nicht mehr so früh anfangen. Ich habe auch gelernt, mir Auszeiten zu nehmen, weil ich sonst unproduktiv werde und schlecht gelaunt bin, und ich kann mir zum Glück inzwischen die Wochenenden freihalten. Weil ich jetzt weniger Stress habe, schlafe ich besser und bin deshalb nicht so müde. Außerdem kommt es mir so vor, als wenn die Probleme mit meinem Schlafrhythmus abnehmen, je älter ich werde.

Dennoch beschäftigt mich das Thema immer wieder. Denn wirklich früh ins Bett gehen kann ich auch heute nicht, und es kommt auch vor, dass ich bis um halb fünf am Morgen an einem Buch hängen bleibe.“

Dr. Tilmann Müller vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Münster rät: Nur Disziplin hilft weiter

In der Theorie gibt es zwei Sorten von Menschen: Eulen und Lerchen. Die einen sind Nachtschwärmer und Morgenmuffel, die anderen Frühaufsteher und Abends-bald-Schlappmacher. „Im echten Leben sind die meisten Menschen allerdings Mischtypen“, sagt Tilmann Müller, promovierter Psychologe und Leiter der Schlafsprechstunde an der Klinik für Neurologie der Universität Münster.

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Auf der Webseite von Tilmann Müller finden sich weitere Informationen, darunter Adressen von Schlaftherapeuten. www.schlafgestoert.de

Doch es gibt auch extreme Fälle. Während ausgeprägte Morgenmenschen im Alltag meist wenige Probleme haben, wird es für Nachtmenschen schwierig, denn ihr Schlafstil kollidiert oft mit den üblichen Arbeitszeiten. Fachleute nennen diese Art der Schlafstörung Delayed Sleep Phase Syndrome – das Syndrom der verzögerten Schlafphase.

Dass Körper und Kopf bei verschiedenen Menschen zu ganz unterschiedlichen Zeiten auf Touren kommen, liegt an der inneren Uhr. Sie sitzt im Hypothalamus, dem unteren Bereich des Zwischenhirns, und wird Nucleus suprachiasmaticus genannt. Der Bereich steuert so genannte Circadiane Rhythmen („circa dies“, lateinisch für „ungefähr ein Tag“). Diese Rhythmen zeigen sich bis in die einzelne Zelle; Hormone und Botenstoffe folgen ihrem Takt, die Körpertemperatur steigt und fällt in stetigem Wechsel. So wird der Körper vor dem Aufwachen wärmer, man fühlt sich wach. Zwischen 12 und 15 Uhr sinkt die Körperwärme um einige zehntel Grad, das Mittagstief schlägt zu. Und auch vor dem Schlafengehen sinkt sie wieder, man fröstelt vor Müdigkeit.

Das innere Zeitmaß kennt keinen 24-Stunden-Rhythmus, sondern bewegt sich eher im 25-Stunden-Takt. Das ergaben Studien am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, bei denen die Forscher Versuchspersonen für einige Tage ohne Uhr in einem Bunker leben ließen, der vollständig von Tageslicht und Außengeräuschen abgeschirmt war.

„Wir müssen die innere Uhr also mit der Tageszeit und dem Alltag synchronisieren, und zwar mit Zeitgebern von außen“, erklärt Müller: So stoppt helles Licht beispielsweise die Produktion des Schlafhormons Melatonin und holt den Organismus in den Tag. Aber auch feste Essenszeiten helfen. Oder feste Zeiten fürs Aufstehen und Ins-Bett-Gehen. Und da liegt meist das Problem für die Menschen, die normalerweise vor ein, zwei Uhr nachts nicht einschlafen können: „Solche ausgeprägten Abendtypen sind Zeitgeberschwächlinge. Sie reagieren ganz schwach auf äußere Signale. Wenn man sie lässt, gehen sie heute um ein Uhr ins Bett, morgen um zwei und übermorgen um drei.“

Abhilfe bietet nur strikte Disziplin. Müller: „Wer wirklich etwas gegen das Problem tun will, muss jeden Tag um die gleiche Zeit schlafen gehen und um die gleiche Zeit aufstehen. Auch am Wochenende und im Urlaub. Nur so kann man die innere Uhr einstellen.“ Die meisten Abendtypen machten den Fehler, sich unter der Woche früh aus dem Bett zu quälen, am Wochenende aber auszuschlafen. „Der Körper hat dann einen Mini-Jetlag. Sonntagabend kann man nicht einschlafen, Montagmorgen kommt man nicht raus.“ Eine kalte Dusche in der Frühe, Gymnastik oder ein kurzer Spaziergang bei Tageslicht am Morgen können helfen, im Winter unterstützen helle Lampen den Start. Auch feste Essenszeiten sind wichtig. Und Nachtmenschen sollten nicht zu spät zu Abend essen. „So eine Umstellung auf ganz klare Zeiten klingt erst mal scheußlich. Aber man kann sich daran gewöhnen“, sagt Müller – er ist selbst ein ausgesprochener Nachtmensch.

Auch mit diesen Maßnahmen lässt sich die innere Uhr nicht umprogrammieren, sondern nur an den Alltag anpassen: „Soweit wir das wissen, ist lebenslange Disziplin notwendig. Sobald man lockerlässt, kommt das alte Muster wieder.“ Einzige Hoffnung: das Alter. Die meisten Menschen sind in ihrer Jugend eher Abendtypen, doch mit der Zeit verlagert sich ihr Rhythmus weiter nach vorn.

Zum Schlaftherapeuten müssen nur solche Nachteulen, die die Sache auch mit viel Disziplin nicht in den Griff bekommen oder tagsüber ständig kaputt sind. Für ganz schlimme Fälle haben die Therapeuten ein letztes Mittel: „Wenn jemand immer erst gegen vier Uhr einschlafen kann, stellen wir seine innere Uhr nach vorn um: Er geht erst um fünf schlafen, dann um sechs und so weiter – bis er bei einer normalen Schlafenszeit angelangt ist“, erklärt Müller; denn es sei leichter, immer später ins Bett zu gehen als immer früher. Er warnt aber auch: „Diese Radikalkur sollte man wirklich nur unter professioneller Anleitung machen.“

Abhilfe bietet nur strikte Disziplin. Müller: „Wer wirklich etwas gegen das Problem tun will, muss jeden Tag um die gleiche Zeit schlafen gehen und um die gleiche Zeit aufstehen. Auch am Wochenende und im Urlaub. Nur so kann man die innere Uhr einstellen.“ Die meisten Abendtypen machten den Fehler, sich unter der Woche früh aus dem Bett zu quälen, am Wochenende aber auszuschlafen. „Der Körper hat dann einen Mini-Jetlag. Sonntagabend kann man nicht einschlafen, Montagmorgen kommt man nicht raus.“ Eine kalte Dusche in der Frühe, Gymnastik oder ein kurzer Spaziergang bei Tageslicht am Morgen können helfen, im Winter unterstützen helle Lampen den Start. Auch feste Essenszeiten sind wichtig. Und Nachtmenschen sollten nicht zu spät zu Abend essen. „So eine Umstellung auf ganz klare Zeiten klingt erst mal scheußlich. Aber man kann sich daran gewöhnen“, sagt Müller – er ist selbst ein ausgesprochener Nachtmensch.

Auch mit diesen Maßnahmen lässt sich die innere Uhr nicht umprogrammieren, sondern nur an den Alltag anpassen: „Soweit wir das wissen, ist lebenslange Disziplin notwendig. Sobald man lockerlässt, kommt das alte Muster wieder.“ Einzige Hoffnung: das Alter. Die meisten Menschen sind in ihrer Jugend eher Abendtypen, doch mit der Zeit verlagert sich ihr Rhythmus weiter nach vorn.

Zum Schlaftherapeuten müssen nur solche Nachteulen, die die Sache auch mit viel Disziplin nicht in den Griff bekommen oder tagsüber ständig kaputt sind. Für ganz schlimme Fälle haben die Therapeuten ein letztes Mittel: „Wenn jemand immer erst gegen vier Uhr einschlafen kann, stellen wir seine innere Uhr nach vorn um: Er geht erst um fünf schlafen, dann um sechs und so weiter – bis er bei einer normalen Schlafenszeit angelangt ist“, erklärt Müller; denn es sei leichter, immer später ins Bett zu gehen als immer früher. Er warnt aber auch: „Diese Radikalkur sollte man wirklich nur unter professioneller Anleitung machen.“

Tag-Nacht-Rhythmus muss Neugeborenes erst lernen

Endlich ist es so weit, das Baby ist da! Doch wird die erste Zeit nach der Geburt des Kindes für die Eltern meist etwas unruhig und stressig, denn bei einem Neugeborenen tickt die innere Uhr noch anders, es kennt keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht, da dies in Mamas Bauch ja auch keine Rolle gespielt hat. Also muss das Baby den Tag-Nacht-Rhytmus beim schlafen erst lernen. Außerdem muss ein Neugeborenes alle drei bis vier Stunden gestillt oder ihm ein Fläschchen mit Milch gegeben werden, da sein Magen noch relativ klein ist und es nicht viel Nahrung auf einmal zu sich nehmen kann. Überdies fragen sich viele Eltern, wie viel Schlaf ihr Baby braucht.

© iStock, Peopleimages

Neugeborenes Baby muss Tag-Nacht-Rhythmus erst lernen

Ein Baby schläft in den ersten Lebensmonaten täglich etwa 16 Stunden. Es muss einen eigenen Schlafrhythmus finden und lernen, dass hauptsächlich die Nacht zum Schlafen da ist. Damit das Kind eine Orientierung hat, ob es Tag oder Nacht ist, sollten Eltern darauf achten, dass es tagsüber nicht in einem abgedunkelten Zimmer schläft, sondern bei Tageslicht. Bei guter Witterung kann das Baby auch ohne weiteres in den Kinderwagen gelegt werden und im Freien schlafen. Entweder bei einem Spaziergang an der frischen Luft oder, sofern die Möglichkeit besteht, an einem sicheren Platz im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Frische Luft ist gesund für Kinder und fördert gleichzeitig den Schlaf in der nächsten Nacht. Natürlich haben auch schon Babys verschiedene Schlafphasen, vom leichten Schlaf bis zum Tiefschlaf.

Nachts braucht das Kinderzimmer dennoch nicht stockfinster zu sein. Ganz praktisch ist ein Nachtlicht für die Steckdose oder gedämmtes Licht, das ist für ein Baby angenehm, wenn es in der Nacht aufwacht. Wenn Sie das Kleine dann nachts Stillen bzw. Füttern und die Windeln wechseln sollten Sie auch da auf angenehme Lichtverhältnisse achten, das Baby in aller Ruhe versorgen und nur leise mit ihm reden, damit es danach nicht putzmunter und aufgedreht ist, sondern möglichst ausgeglichen und müde wieder einschläft. Sollte das Baby doch noch einwenig quengeln, so lassen Sie es einfach, damit es lernt, dass man nachts schläft.

Falls das Kleine jedoch unruhig ist und heftig schreit, so sollten Sie das Kind beruhigen, indem Sie es auf den Arm nehmen, es streicheln, mit ihm schmusen und ihm leise ein Lied vorsingen. Durch den Körperkontakt und die Zuwendung fühlt sich das Baby in der Regel geborgen und wohl und wird nach kurzer Zeit wieder schläfrig. Es ist ganz natürlich, dass ein Neugeborenes viel Aufmerksamkeit braucht und sich nach körperlicher Nähe der Mutter oder auch des Vaters sehnt. Dieses Verhalten hat auch in den ersten Lebensmonaten nichts mit Verwöhnen zu tun, sondern ist ganz verständlich und normal. Es stellte sich auch heraus, dass Kinder, die tagsüber ausreichend Zuwendung und Aufmerksamkeit bekommen im Allgemeinen wesentlich ausgeglichener sind.

Baby unterstützen beim Schlafrhythmus finden durch abendliches Bettgeh-Ritual

Wenn Ihr Baby dann ein paar Monate alt, gesund und munter ist, so achten Sie rechtzeitig darauf, dass Sie es abends möglichst spät nochmals Wickeln, ihm einen Schlafanzug oder einen Babyschlafsack (in passender Größe) anziehen, es Stillen oder ihm das Fläschchen geben und es anschließend ins Bettchen bringen, so dass es dann satt und zufrieden einschlafen kann. Dieser Ablauf sollte zu einem abendlichen Bettgeh-Ritual werden. Sie können dieses Einschlafritual beispielsweise zwischen 22.00 und 24.00 Uhr legen, je nach dem, wenn Sie selbst schlafen gehen möchten. Kinderärzte empfehlen Babys zum schlafen nicht in Bauchlage, sondern auf den Rücken oder in Seitenlage zu legen. Im Laufe der Zeit gewöhnen sich Babys dann normalerweise an den Tag-Nacht-Rhythmus beim schlafen.

Wo soll das Baby in den ersten Monaten schlafen?

Häufig stellt sich bei frischgebackenen Eltern die Frage, wo das Baby in den ersten Monaten schlafen soll? Den meisten Müttern und Vätern ist es am liebsten, wenn das Babybett im Elterschlafzimmer steht. Sofern Sie eine Wiege aus Holz oder einen Stubenwagen für Ihr Baby haben sind Sie ja flexibel und das Baby kann tagsüber z.B. im Wohnzimmer oder Kinderzimmer und nachts im Schlafzimmer der Eltern schlafen, so kann es immer in Ihrer Nähe sein. Ganz klar fühlen sich die meisten Babys nachts im Bett der Eltern pudelwohl, sie genießen die Vertrautheit und fühlen sich geborgen in der Nähe der Mutter. Und auch für eine stillende Mama ist es bequem, denn sie muss in der Nacht nicht extra aufstehen, um ihr Baby zu Stillen. Ob es gut oder schlecht ist, wenn ein Baby nachts im Elternbett schläft ist umstritten. Viele Kinderärzte warnen davor, weil es im Bett der Eltern für ein Baby oft viel zu warm ist und es bei dem Kind dann leicht zu einer Überhitzung kommen kann.

Sie brauchen sich keine Sorgen machen, wenn Ihr Kind mit seinen Schlafgewohnheiten nicht ganz der Norm von gleichaltrigen Babys entspricht und etwas länger braucht, bis es Durchschlafen kann. Die Zeit, wann ein Kind schläft ist nicht so wichtig, es sollte eben täglich etwa 16 Stunden Schlaf haben. Sollte das Kleine ein wirklich auffälliges Schlafverhalten haben, so sollten Sie Ihren Kinderarzt darüber informieren.

So nach und nach sollten sich Kinder allerdings an eine feste Schlafenszeit gewöhnen, denn unregelmäßig schlafen führt bei kleinen Kindern zu Stress und Verhaltensauffälligkeiten.

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6 Wochen alt und verwechselt Tag und Nacht….

Unsere Maus (10 Wochen) hat es mit 8 Wochen das erste Mal geschafft zumindest von 21 Uhr bis 3 Uhr zu schlafen. Das klappt allerdings auch nicht jede Nacht und in den letzten drei Tagen hat sie tagsüber mehr geschlafen als Nachts – irgendwie ändert sich das Schlafverhalten immer wieder und wir lassen uns jeden Tag/jede Nacht überraschen
Soweit ich weiss entwickeln sie mit ca drei Monaten erst einen Tag-Nacht-Rhythmus, aber gewisse Strukturen sollte man einhalten – sagt die Hebi – um ihnen dabei zu helfen.
Unsere Kleine geht gegen 21 Uhr ins Bett (mit Schlafanzug und Schlafsack). Dann ist „Nacht“ bis ca morgens um sieben. Das bedeutet:
Zimmer abdunkeln, höchstens ein kleines Licht zum Stillen.
Gar nicht oder nur leise reden, oft helfen auch Sccchhh-Geräusche beim einschlafen.
Nicht gross Spielen oder irgendeinen Heckmeck machen, sondern mit so wenig wie möglich und nötig beim Einschlafen helfen (auf den Arm nehmen und wiegen, Hand auf den Bauch legen, Händchen halten etc)
Bei uns ist es besser, wenn ich sie nicht hochnehme, sondern sie auf der Matratze liegen bleibt, da sie beim Weglegen immer hellwach wird
Sie ist auch Nachts gerne mal 2 Stunden wach (vorletzte Nacht zB von 1 bis halb 3 Und von zwanzig vor 5 bis halb 7). Ich sitze oder liege dann neben ihr, streichel sie, gebe ihr den Schnuller und warte, dass sie wieder einschläft.
(Alles natürlich vorausgesetzt, dass sie nicht weint – dann nehm ich sie in den Arm und schuckel oder wiege sie, bis die Augen wieder zugehen)
Es ist unheimlich anstrengend und es hilft nur, sich bei der ersten Schlafphase direkt mit hinzulegen und tagsüber Schlaf nachzuholen. Wir haben zum Glück „gute“ und „schlechte“ Nächte, so dass ich immer wieder „auftanken“ kann
Aber: Es scheint immer besser zu werden – mit kleinen Rückschritten – und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie irgendwann mal nach dem nächtlichen Stillen einfach wieder einschläft und „einsieht“, dass die Nacht zum Schlafen da ist
Lg Lia

Wenn die Nacht zum Tag wird

Schlafprobleme sind weit verbreitet: 70 Prozent aller Kinder im Alter bis zu zwei Jahren wachen nachts ein- bis mehrmals auf. Vom dritten bis zum fünften Lebensjahr stören immerhin noch 50 Prozent aller Kinder die elterliche Nachtruhe, so das Ergebnis einer Schweizer Studie.

Wissen gibt Gelassenheit: Babys schlafen anders

Babys müssen sich erst an den Schlaf-Wach-Rhythmus der Eltern gewöhnen. Eine von britischen Schlafforschern durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass nur zehn Prozent aller zwölf Wochen alten Babys fünf Stunden durchschlafen können.

Ob ein Kind ein guter oder ein schlechter Schläfer ist, ist wie sein Schlafbedarf biologisch determiniert – zumindest in den ersten Lebensmonaten. Das lässt sich durch pädagogische Maßnahmen nicht beeinflussen. Die meisten „Schlafstörungen“ im ersten Lebensjahr sind in Wirklichkeit Ausdruck der normalen Schlafentwicklung.

Ab der 36. Schwangerschaftswoche tritt ein Wechsel von Schlaf- und Wachphasen auf, davor befindet sich das Ungeborene in einer Art Dämmerzustand. Gegen Ende der Schwangerschaft schläft das Baby im Bauch durchschnittlich 16 von 24 Stunden. Sein Schlaf besteht je zur Hälfte aus traumlosem Tiefschlaf und aus dem so genannten REM-Schlaf. Damit werden Phasen schneller Augenbewegungen (REM: Rapid Eye Movements) bezeichnet, die typisch für das Träumen sind.

Bei Erwachsenen überwiegen Leicht- und Tiefschlaf – nur noch 20 Prozent sind REM-Schlaf. Auch die Schlafrhythmen von Mutter und Kind unterscheiden sich deutlich. Während bei Erwachsenen eine Schlafphase (Durchlaufen von Leicht- und Tiefschlaf bis zur Traumphase) etwa 90 Minuten dauert, sind es beim Baby anfangs nur 45 bis 50 Minuten. Auch fallen Erwachsene nach dem Einschlafen relativ schnell in den Tiefschlaf, und erst am Ende jeder 90-minütigen Schlafperiode träumen sie. Für manche Säuglinge beginnt der Schlaf dagegen mit einem Traum – mit der Folge, dass die -Kleinen Angst bekommen und schreien. Betroffene Eltern haben dann das Gefühl, ihr Kind wehre sich regelrecht gegen das Schlafen. Dieses Problem löst sich jedoch mit fortschreitender Differenzierung des Gehirns innerhalb des ersten Lebensjahres von allein.

Auch der Schlafbedarf von Babys ist individuell sehr unterschiedlich. Einige kommen mit zwölf Stunden am Tag aus, andere brauchen 20 Stunden. Nicht selten überschätzen Eltern den Schlafbedarf ihres Kindes und sind frustriert, dass ihr Schatz die Nacht zum Tag macht.

Es ist völlig normal, dass Babys und Kleinkinder sechs- bis siebenmal pro Nacht, jeweils im Anschluss an eine Traumphase, kurz aufwachen. Durchschlafprobleme sind also genau genommen Wiedereinschlafprobleme.
Die Kleinen müssen erst lernen, sich in den Schlaf fallen zu -lassen. Das fällt Kindern, die abends schon alleine einschlafen können, nachts wesentlich leichter als jenen, die dazu jedes Mal Mamas oder Papas Hilfe brauchen.

Das Abendritual: Bitte recht „langweilig“

Ganz gleich, ob Ihr Kind noch ein Baby ist oder aber schon in den Kindergarten geht: Es gibt einige Regeln, die Sie beachten sollten, damit es gut einschlafen kann.

  • Lassen Sie den Tag ruhig ausklingen. Beginnen Sie schon etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen mit der Einstimmung darauf. Fernsehen, Toben und Aufregungen sind jetzt tabu.
  • Das Abendritual sollte jeden Tag gleich ablaufen. Das gibt Ihrem Kind Sicherheit und bereitet es schon auf den Schlaf vor. Abendessen, Ausziehen, Zähneputzen und Waschen oder Baden sollten stets in der gleichen Reihenfolge sowie jeden Abend etwa zur gleichen Zeit erfolgen.
  • Das abendliche Kuscheln, Singen, Vorlesen, Erzählen (und ggf. Beten) sollte nicht länger als 30 Minuten dauern. Ist Ihr Kind noch ein Baby, genügen anfangs zehn bis 15 Minuten – mehr würde es nur überfordern!

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