Baby schlaf 10 monate

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Ab wann schlafen Babys durch?

Babys kommen unreif auf die Welt und unterscheiden noch nicht zwischen Wach- und Schlafzuständen. Zwischen Schlafen und Wachsein befinden sie sich zudem häufig in Tiefschlafphasen, in denen in ihrem Körper viele Reifungsprozesse geschehen. Bei Neugeborenen ist es normal, dass sie alle zwei Stunden aufwachen, um zu trinken.

Die Zeit zwischen den Mahlzeiten ist entscheidend

Die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten oder dem Schöppeln werden allmählich immer länger je älter Ihr Baby wird. So werden Sie wahrscheinlich in der vierten Lebenswoche des Babys etwa alle drei Stunden, in der 8. bis 12. Woche nur noch etwa alle vier Stunden füttern.

Bei Babys, die weniger als 5 kg wiegen, beträgt die Zeit zwischen den Mahlzeiten allerhöchstens 5 Stunden. Sie müssen also damit rechnen, mindestens einmal – wenn nicht öfter – während der Nacht zum Füttern geweckt zu werden. Das gilt insbesondere während der ersten sechs Wochen, wenn das Kind erst noch lernen muss, Tag und Nacht voneinander zu unterscheiden.

Ein Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt sich

Im Alter von drei Monaten (ca. 100 Lebenstage) können – statistisch gesehen – 70% aller Säuglinge durchschlafen, wenn sie kurz vor dem Zubettgehen noch einmal die Brust oder die Flasche bekommen. Der Tag-Nacht-Rhythmus zeigt Wirkung. Die Babys registrieren, dass im Hellen alle um sie herum wach sind und im Dunklen alles still ist und nichts passiert. Sie schlafen dann etwa sechs Stunden am Stück. Das mag Ihnen kurz vorkommen, aber so ist das Durchschlafen von Experten definiert.

Das Schlafverhalten eines sechs Monate alten Babys entspricht schon mehr dem eines Erwachsenen, auch wenn es noch häufig unruhige Phasen hat (v.a. Traumphasen). Mit einem Jahr sollten alle Kinder in der Lage sein, zumindest in den meisten Nächten acht Stunden am Stück zu schlafen.

Auch der Elternschlaf spielt eine Rolle

Bedenken sollte man immer, dass eine objektive Beurteilung des Schlafverhaltens ihres Babys durch die Eltern kaum möglich ist. Wenn ein Baby sehr unruhig schläft und die Eltern einen leichten Schlaf haben, werden sie immer eher meinen, dass ihr Kind nicht durchschläft. Eltern mit etwas robusterem Schlaf hingegen gehen über kurzes „Nürzen“ problemlos hinweg und glauben, sie hätten ein besonders ruhiges Kind.

Häufige Fragen zum Thema

Wenn das Baby nur „nürzt“, wie lange darf man abwarten?

Wenn Ihr Baby nur nürzt, also unzufriedene Laute von sich gibt, dürfen Sie ruhig warten, bis es schreit. Es lernt so, sich selbst ein wenig zu beschäftigen. Und Babys in einem gewissen Alter haben manchmal auch einfach nur Spass am Töne machen, das heisst noch nicht, dass sie einschreiten müssen.

vollständige Antwort lesen Wie schafft man es, dass ein Baby nachts durchschläft?

Beobachtungen haben gezeigt, dass sich Säuglinge nach ein paar Wochen auf den Tag-Nacht-Rhythmus einstellen. Die meisten Babys haben im Alter von 6 Monaten einen regelmässigen Rhythmus gefunden. Dafür braucht das Kind aber auch Fixpunkte wie das Aufstehen morgens, das Zubettgehen abends,…

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Nachtmahlzeiten?

Nicht selten braucht ein Kind noch länger als sechs Monate eine Nachtmahlzeit. Das hängt stark davon ab, wieviel Ihr Kind pro Mal trinken mag. Bedenken Sie auch, dass Ihre Milchproduktion zurückgehen kann, wenn die Nachtpause zu lang wird.

Wenn Sie Ihrem Kind Flaschenmilch geben, kann Sie Ihr Partner entlasten, indem Sie sich beim nächtlichen Füttern abwechseln. Dies ist aber auch möglich, wenn Sie stillen. Ihr Partner kann z.B. aufstehen, das Kind gegebenenfalls wickeln und es Ihnen ans Bett bringen. Sie können jedoch auch im Voraus Milch abpumpen, kühl stellen oder sogar einfrieren. Muttermilch hält sich eingefroren bis zu sechs Monate. Ihr Partner kann Ihrem Kind während der Nacht eine frisch aufgewärmte Schoppenflasche mit Muttermilch geben. Dies kann insbesondere dann eine grosse Hilfe sein, wenn Sie krank sind und Ruhe brauchen. Denken Sie aber daran, dass Nuggi und Schoppenflasche desinfiziert sein müssen und dass abgepumpte Muttermilch nicht länger als drei Tage im Kühlschrank (bei 4 – 6° C) aufbewahrt werden sollte.

Sie werden sehr schnell herausfinden, wann es am besten ist, Ihrem Kind die Brust oder einen Schoppen zu geben. Jedes Kind ist anders und bei manchen dauert es etwas länger, bis sie einen eigenen Rhythmus entwickelt haben.

Problematisch wird es, wenn Ihr Kind Zähne hat und nachts alle drei Stunden trinken will, denn auch Muttermilch (und Schoppen) enthalten Milchzucker, eine Grundlage für Karies. Zahnpflege ist dann bereits ab dem ersten Milchzähnchen wichtig.

Häufige Fragen zum Thema

Darf man ein Baby zum Stillen wecken?

In besonderen Situationen kann es notwendig sein, Kinder zum Stillen zu wecken. Das ist der Fall, wenn Kinder nicht genügend an Gewicht zunehmen. Auch bei Neugeborenen mit Gelbsucht (erhöhte Bilirubinwerte) muss auf regelmässiges Stillen geachtet werden, denn ein Mangel an Flüssigkeit und Nahrung…

vollständige Antwort lesen Meine Tochter strampelt manchmal so wild im Schlaf. Ist das normal?

Es besteht kein Grund zur Beunruhigung, wenn Ihr Baby während des Schlafes heftig strampelt. Dadurch werden seine Muskeln und auch seine grauen Zellen trainiert. Eltern sollten nicht bei jedem Strampeln oder kurzem Augenöffnen zum Bettchen laufen.

Prof. Annette Karmiloff-Smith vom Institute of…

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Newsticker

Ruhe durch Brei | 15.09.2018

In der Hoffnung auf ruhigere Nächte führen manche Eltern die Beikost schon früher ein als von Experten empfohlen. Britische Forscher haben nun an Daten von über 1.200 Kindern untersucht, ob dies den Schlaf tatsächlich verbessert. Babys, die schon nach dem 3. Monat zusätzlich zum Stillen langsam Beikost in Form von Baby-Reis, später Joghurt erhielten, schliefen etwa eine Viertelstunde länger und wachten weniger häufig in der Nacht auf (nur 1,74-mal gegenüber zweimal) als Babys, die in den ersten sechs Lebensmonaten ausschliesslich gestillt wurden. Da der Babyschlaf einen direkten Einfluss auf die Lebensqualität der Eltern hat, sind die bisherigen Empfehlungen in Grossbritannien zu überdenken. Bis dahin raten die Forscher jedoch, die geltenden Richtlinien zu befolgen. In der Schweiz lautet die offizielle Empfehlung, bis zum 6. Monat voll zu stillen und Säuglingen vor dem 5. Monat keine Beikost zu geben. Ein früherer Beikostbeginn sei mit späterem Übergewicht assoziiert. Auch bezüglich Allergien sei ein Beginn mit 4 – 6 Monaten am günstigsten fürs Kind.

Letzte Aktualisierung : 21-11-19, BH

Praktikable Schlafgewohnheiten von 0 bis 3 Monaten

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Stillen von Anfang an

Tipps für alle stillenden Mütter.

Wie viel Schlaf braucht mein Neugeborenes?

Neugeborene schlafen viel – in den ersten Wochen ungefähr 15 bis 18 Stunden am Tag und in den Monaten danach täglich etwa 15 Stunden, wobei es da große Unterschiede geben kann, denn jedes Kind hat einen individuellen Schlafbedarf. Ihr Neugeborenes schläft aber nicht ununterbrochen – meist nur maximal drei bis vier Stunden am Stück – und das sowohl tagsüber als auch nachts.
Der Schlafzyklus Ihres Babys ist kürzer als Ihrer. Es verbringt mehr Zeit in der REM-Phase. Das ist ein leichter Schlaf, der sogenannte Traum-Schlaf, aus dem man schnell aufwacht. Ihr Baby braucht das, weil sich in seinem Gehirn gerade so viele Dinge abspielen und es auch häufiger Nahrung braucht als Erwachsene.
Für Ihr Baby ist das eine wichtige Phase, aber für Sie bedeutet das, dass Sie unter Schlafmangel leiden werden. Denn wenn Ihr Baby wach wird, braucht es Sie und Ihre Aufmerksamkeit oder die Ihres Partners. Auch nachts muss einer von Ihnen aufstehen, um Ihr Baby zu füttern oder es zu wickeln.
Aber: Wenn Ihr Baby im Beistellbett neben Ihnen schläft, dann funktioniert das Stillen oft auch gut im Liegen. Neben den nötigen Tätigkeiten wie Füttern und Wickeln, wenn die Windel voll ist, sollten Sie aber nachts Ihrem Baby wenig „Input“ geben – lassen Sie es möglichst dunkel und reden Sie wenig und leise, um den Unterschied zwischen Tag und Nacht deutlich zu machen.
Nach sechs bis acht Wochen wird Ihr Baby tagsüber öfter wach sein und nachts längere Zeit am Stück schlafen. Aber es wird auch nachts immer noch Hunger haben. Und: Auch in den folgenden Monaten ist es völlig normal, wenn Ihr Baby nachts alle 3 – 4 Stunden Milch trinken möchte. Im zweiten Lebenshalbjahr sollte es, wenn es gesund und normalgewichtig ist, auch mal eine nächtliche Essenspause von ca. 5 Stunden, ab ca. 10 Monaten auch 6 Stunden, schaffen können. Es gibt aber immer wieder Wachstums- und Entwicklungsschübe, in denen Babys öfter wach werden und mehr Hunger oder Durst haben. Auch bei Krankheit oder Hitze ist das der Fall.
Es gibt Babys, die können schon im Alter von acht Wochen durchschlafen, aber viel wahrscheinlicher ist es, dass ein Kind einige Monate oder Jahre braucht, um das zu lernen. Übrigens: „Durchschlafen“ bedeutet nicht, dass ein Baby 12 Stunden ohne Unterbrechung schläft. Vielmehr ist gemeint, dass es nachts eine Mahlzeit „ausfallen“ lässt: Wenn ein Baby tagsüber alle 2 Stunden trinkt, aber nachts 4 Stunden am Stück schläft, schläft es damit quasi schon „durch“. Manchmal wird auch ab 5 – 6 Stunden von „Durchschlafen“ gesprochen. Machen Sie diesbezüglich keinen Druck: Wesentlich ist nicht ein Schlaf ohne Unterbrechungen – sondern, dass Eltern und Kind insgesamt genügend Schlaf finden und die Unterbrechungen nicht allzu häufig sind. .

Wie ermutige ich mein Baby zu guten Schlafgewohnheiten?

In den ersten Wochen kann Ihr Baby sich vermutlich nicht länger als ein bis zwei Stunden am Stück wachhalten. Wenn Sie länger als diese Spanne warten, um es ihm in seiner Wiege gemütlich zu machen, wird es übermüdet sein. Dann fällt es ihm schwerer, einzunicken. Helfen Sie Ihrem Neugeborenen also nach etwa ein bis anderthalb Stunden Wachzeit, wieder zur Ruhe zu kommen.
Lernen Sie in den ersten Wochen, die Zeichen zu deuten, dass Ihr Baby müde ist. Es:

  • reibt sich die Augen
  • fummelt mit der Hand am Ohr
  • bekommt dunkle Ringe unter den Augen
  • weint beim kleinsten Anlass
  • starrt blicklos in die Gegend
  • gähnt und strampelt viel
  • verliert das Interesse an Gesichtern und seinen Spielsachen
  • wird ganz still und leise

Es kann auch sein, dass es sein Gesicht an Ihrer Brust vergräbt, um von Geräuschen oder Bewegungen wegzukommen.
Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, dann legen Sie Ihr Baby in sein Bettchen. Schon bald werden Sie einen sechsten Sinn für den Rhythmus Ihres Babys entwickelt haben. Dann wissen Sie instinktiv, wann es Zeit für sein Nickerchen ist. Ab etwa 8 – 12 Wochen zeigt sich oft ein gewisser Rhythmus. Allerdings kann sich der Rhythmus durch Entwicklungsschübe, Infekte, etc. auch immer mal wieder verschieben, sodass Sie flexibel und offen für die Signale Ihres Kindes bleiben sollten.
Lehren Sie den Unterschied zwischen Tag und Nacht.
Einige Babys sind Nachteulen und vielleicht ist Ihr Baby hellwach, wenn Sie gerne schlafen möchten. In den ersten Tagen und Wochen können Sie dagegen wenig tun. Aber Sie können mit ein paar Tricks Ihrem Baby nach und nach deutlich machen, wann Tag und wann Nacht ist:
Wenn es tagsüber munter ist:

  • Wechseln Sie morgens beim Aufwachen seine Kleidung, um zu zeigen: Ein neuer Tag hat begonnen.
  • Spielen Sie während des Tages mit ihm und unternehmen Sie etwas zusammen. Überfordern Sie es aber nicht – Babys brauchen nach Interaktionen mit den Eltern immer wieder Pausen, in denen sie einfach ruhig durch die Gegend schauen oder kuscheln.
  • Sprechen Sie beim Stillen oder Füttern mit ihm, singen Sie ihm vor
  • Lassen Sie viel Licht in die Wohnung und ins Zimmer
  • Lassen Sie Ihr Baby Alltagsgeräusche wie Waschmaschine und Radio hören
  • Wecken Sie es sanft, wenn es bei einer Tages-Fütterung einnickt

Nachts dagegen:

  • Ziehen Sie ihm abends seinen Schlafanzug und den Schlafsack an, um das Ende des Tages zu signalisieren
  • Bleiben Sie möglichst still, während Sie Ihr Baby füttern.
  • Halten Sie Licht und Geräusche gedämpft, sprechen Sie nicht zu viel

Geben Sie ihm die Chance, alleine einzuschlafen.
Wenn Ihr Baby drei bis vier Monate alt ist, können Sie mit ihm schrittweise üben, mit zunehmend weniger Hilfe in seinem Bettchen einzuschlafen. Kuscheln Sie mit ihm, bis es schläfrig und ruhig wird. Legen Sie es hin, wenn es müde, aber noch wach ist. Versuchen Sie dann, Ihre Hilfe beim Einschlafen nach und nach zu reduzieren – z.B. im Bett streicheln und summen oder singen. Später können Sie versuchen, nur noch neben dem Bett zu stehen und zu summen und ausprobieren, wie früh Sie das Zimmer verlassen können. Lassen Sie Ihr Baby aber nicht einfach schreien – das schadet dem Urvertrauen und Ihr Baby kann noch nicht verstehen, dass Sie ganz in der Nähe sind.
Babys kann man nicht verwöhnen, aber natürlich formen wir durch unser Verhalten Gewohnheiten. Wenn Sie Ihr Baby also jedes Mal in den Schlaf wiegen, erwartet es dieses Ritual auch weiterhin.
Aus diesem Grund sind einige Schlafexperten dagegen, Babys in den Schlaf zu wiegen. Man sollte aber dabei unterscheiden, wie alt das Baby ist: In den ersten drei Lebensmonaten ist es völlig normal, wenn ein Baby auf dem Arm einschläft. Auch danach ist das problemlos, aber wenn das Baby ab 3 – 4 Monaten das Einschlafen im Bett gar nicht kennenlernt, gibt es manchmal nachts Probleme mit sehr häufigem Aufwachen. Ein guter Mittelweg kann es sein, es immer mal wieder zu versuchen, Ihr Baby schläfrig, aber noch nicht schlafend, in sein Bett zu legen. Wenn Sie es aber zwischendurch mal wiegen, ist das nicht schlimm.
Wenn Sie einen festen Schlafrhythmus einführen wollen, dann ist es ab etwa einem Alter von zwei bis drei Monaten auf Dauer hilfreich, wenn Sie jeden Abend das gleiche Ritual fürs Zubettgehen vollziehen.

Welche Schlafprobleme könnte es in den ersten Monaten geben?

In den ersten Monaten müssen Sie sich auf einige nächtliche Schlafunterbrechungen gefasst machen. In den ersten Wochen kann es Ihnen helfen, Ihr Baby zu pucken. Viele Babys finden das unglaublich beruhigend.
Viele Eltern machen sich in den ersten Wochen große Sorgen um den Plötzlichen Kindstod. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie die Risiken für den Plötzlichen Kindstod senken können.
Lesen Sie mehr über Gute Schlafgewohnheiten von 3 bis 6 Monaten.
Zuletzt überarbeitet: Juni 2019

Wie viel Schlaf braucht ein Baby?

Der Schlafrhythmus eines Säuglings verändert sich mit seinem Wachstum. Dabei ist das Schlafbedürfnis bei jedem Kind unterschiedlich und viele Mütter sind unsicher, ob ihr Kind genug Schlaf bekommt. Du fragst dich, wie viel Schlaf ein Baby für eine gesunde Entwicklung braucht? Wir geben dir einen Überblick zu den verschiedenen Wachstums- und Altersstufen.

Der Schlafrhythmus eines Babys

Jedes Baby hat seinen ganz eigenen Schlafrhythmus. Doch dieser ist nicht angeboren, obwohl der Säugling bereits im Mutterleib einen gewissen Schlaf-Wach-Rhythmus hat. Ein Neugeborenes muss vor allem den Wechsel von Tag und Nacht noch lernen. Auch ein erholsamer Schlaf will gelernt sein, denn dieser ist ebenfalls nicht angeboren und der Säugling braucht Zeit, um sich an den Schlaf außerhalb des Mutterleibs zugewöhnen.

Sobald das Baby auf der Welt ist, lernt es, sich auf den Tag-Nacht-Rhythmus einzustellen und regelmäßige Essenszeiten zu entwickeln. Dabei kann es natürlich vorkommen, dass sich seine Schlafzeiten sogar täglich ändern und sich die Wachzeiten ebenfalls verschieben. Vorhersagen lässt sich das pauschal also nicht, wann ein Baby schläft und wann es wach ist. Natürlich muss sich auch die Familie erst auf den neuen Tagesablauf einstellen. Je geregelter du deinen Tagesablauf planst, desto eher wird sich auch das Baby daran gewöhnen, zu bestimmten Zeiten zu essen und zu schlafen.

Wie viel Schlaf braucht ein Baby? Unsere Tabelle zeigt dir die Richtwerte.

Wie viel Schlaf braucht ein Baby in welchem Alter? – Der Überblick

Es ist nicht möglich, eine exakte Stundenanzahl vorauszusagen, da wirklich jedes Kind unterschiedlich ist und ein individuelles Schlafbedürfnis hat. Es ist jedoch so, dass ein Neugeborenes zunächst auch tagsüber viel schläft und sich der Tagschlaf erst innerhalb des ersten Lebensjahres mehr und mehr auf die Nacht verlagert. Auch hier kann es nochmal unterschiedlich sein, vielleicht schläft dein Baby nachts bereits mit 3 Monaten durch und braucht dafür am Tag weniger Schlaf. Die folgenden Werte sind daher nur Richtwerte. Wenn dein Kind davon abweicht, brauchst du noch keine Angst haben, dass es nicht genug Schlaf bekommt. Im Normalfall holt sich der Körper den Schlaf, den er braucht.

Alter Schlaf am Tag Schlaf in der Nacht Schlaf insgesamt (mindestens)
1 Monat 7 Stunden 8 Stunden 15 Stunden
3 Monate 5 Stunden 10 Stunden 15 Stunden
6 Monate 3 Stunden 11 Stunden 14 Stunden
9 Monate 3 Stunden 11 Stunden 14 Stunden
12 Monate 2 Stunden 11 Stunden 13 Stunden

Zusätzlich zum Schlaf am Tag kommen natürlich noch kleine Nickerchen hinzu, die dein Kind zwischendurch macht, wenn du es spazieren fährst, viel mit ihm im Tragetuch unterwegs bist oder nach dem Stillen. In den ersten Lebenswochen wird das Baby fast den ganzen Tag nur schlafen, meistens wird es in Abständen von vier Stunden wach, in denen es trinken wird und du es wickeln kannst. Ca. ab dem 4. Monat lernt es dann langsam sich an Tag- und Nachtzeiten zu gewöhnen und es wird tagsüber immer länger wach bleiben. Ab ca. sechs Monaten schlafen die meisten Kinder nachts ca. 11 Stunden, wachen aber zwischendrin teilweise auf.

Wenn dein Baby dem Alter entsprechend an Gewicht zunimmt, aktiv ist und sich normal entwickelt, ist es auch nicht bedenklich, wenn es von den Angaben hier abweichen sollte. Wenn du darüber besorgt bist, dass dein Baby zu viel oder zu wenig schlafen könnte, dann frage am besten deinen Kinderarzt um Rat und lass den Säugling untersuchen. Er kann dir am besten sagen, ob alles in Ordnung ist. Eine pauschale Angabe zur Frage „Wie viel Schlaf braucht ein Baby?“ gibt es also nicht.

Es ist völlig normal, dass Babys nachts oft wach werden, weil sie Hunger haben, gewickelt werden müssen oder intensiv geträumt haben.

Die richtigen Einschlafrituale finden

Damit dein Baby einen guten Tag- und Nachtschlaf-Rhythmus findet, kannst du es unterstützen. Gewöhne ihm früh bestimmte Nachtrituale an und bringe es immer zur gleichen Zeit und auf die gleiche Art und Weise zu Bett. Ob und wann das Baby einschläft, kann ganz unterschiedlich sein. Manche Babys brauchen sehr viel Nähe und Zuneigung, um einzuschlafen, bei anderen Kindern reicht ein Schlummerlied. Manche Eltern haben Einschlaftricks entwickeln, um ihr Baby zum Schlafen zu bringen. Ob das bei deinem Kind auch funktioniert, musst du einfach mal ausprobieren. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten.

Es gibt auch Kinder, die es gewöhnt sind bei den Eltern zu schlafen. Wenn du das Kind allerdings schon früh in sein Bettchen legst, gewöhnt es sich besser daran, allein zu schlafen. Um es dennoch bei dir zu haben und schnell zu reagieren, stellst du das Bettchen am besten in das Elternschlafzimmer. Als Mutter kennst du dein Kind selbst genau am besten und wirst herausfinden, was es braucht. Wichtig ist aber auch, ihm geregelte Abläufe vorzugeben und davon nicht abzuweichen, dann lernt es auch besser, sich an solche Rhythmen zu gewöhnen.

Video: Das erste Jahr deines Babys und seine Entwicklungsschritte

Wann läuft ein Baby? Wann bekommt es den ersten Zahn? Im Video erfährst du, was im ersten Babyjahr wann ungefähr passiert.

Jedes Baby hat ein unterschiedliches Schlafbedürfnis. Diese Richtwerte zeigen dir etwas, wie sich der Babyschlaf im ersten Lebensjahr meistens entwickelt. Du fragst dich, ab wann dein Baby eigentlich was sehen kann? Wir haben dazu eine übersichtliche Tabelle, die zeigt, ab wann Babyaugen etwas erkennen können.

So kann Baby schlafen – Fakten und Tipps

Zurück aus dem Krankenhaus mit einem neuen kleinen Familienmitglied. Das ist völliges Babyglück und zugleich das totale Chaos. Alle Routinen sind wie weggeblasen. Zu den merkwürdigsten Zeiten isst man, schläft man und ist wach. Rund um die Uhr! Gibt es eine Gebrauchsanweisung dafür, dass das Baby schlafen lernt?

Gut zu wissen: 10 Tipps für einen guten Schlaf – für dich und dein Baby

Maria Sahlin arbeitet seit vielen Jahren als Hebamme und gibt zunächst einen beruhigenden Hinweis.

„Sei nicht beunruhigt, es wird alles besser. Es ist vollkommen normal, dass am Anfang alles kräftezehrend und turbulent wirkt. Versuche, in dieser ersten Zeit dem Rhythmus des Kindes zu folgen. Lass dich auf das Baby ein, denke von einem Tag zum anderen und folge dem kurvenreichen Weg.“

Wieviel muss ein Baby schlafen?

In den ersten Wochen schlafen Neugeborene mehr als Erwachsene. Der Schlafbedarf eines Neugeborenen liegt im Durchschnitt bei 16 bis 22 Stunden pro Tag. Das ist sehr unterschiedlich bei den Kindern, kann aber auch von Tag zu Tag bei ein und demselben Kind variieren.

Lass dich auf das Baby ein und denke von einem Tag zum anderen.

„Als frischgebackene Eltern denkt man vielleicht am Anfang, dass man so etwas wie eine Routine gefunden hat, doch oft passiert es, dass sich die Abläufe ändern. Auch die Länge der Schlafperioden kann sich ändern. An manchen Tagen sind die Wach- und Schlafphasen länger, an anderen will das Baby vielleicht öfter aber dafür kürzer schlafen.“

Unbedingt lesen: Wie andere Eltern es geschafft haben, mehr Schlaf zu bekommen

Die Schlafphasen von Neugeborenen sind kurz

Neugeborene schlafen normalerweise etwa 18 bis 20 Stunden pro Tag. Das klingt wie ein lockeres Leben für die frischgebackenen Eltern. Doch warum empfinden viele Eltern gerade in der ersten Zeit einen großen Mangel an Schlaf?

„Das hat mit der Länge der Schlafphasen zu tun“, erklärt Maria Sahlin. „Ein Neugeborenes schläft eine Weile, ist eine Weile wach und schläft dann wieder ein. Und in den ersten Wochen kann das rund um die Uhr so gehen. Nach und nach passt sich das Kind ‚unserem‘ Tagesrhythmus an und kann längere Zeit am Tag wach bleiben. In der Nacht kann dann das Baby mehrere Stunden am Stück schlafen.“

Folge in der ersten Zeit dem Tempo des Kindes.

Genau wie bei Erwachsenen besteht der Schlaf des Babys aus verschiedenen Phasen mit tiefem und mit flachem Schlaf.

„Neugeborene schlafen nicht die ganze Zeit tief, sondern wechseln zwischen Tiefschlaf, Dösen und flachem Schlaf. Entsprechend kann das Kind wach und fröhlich oder wach und quengelig sein und schreien oder weinen.“

Aus dem Nähkästchen geplaudert: 4 Jahre kaum Schlaf

Der Schlaf des Babys wird von Hunger und Sattheit gesteuert

In den ersten Wochen sind für das Baby Schlafen und Essen das Wichtigste. Das Essen erfordert viel Energie und davon wird das Baby müde und schläft ein. Wenn das Baby wieder wach wird, liegt das oft daran, dass es hungrig ist.

Babys schlafen nach ihrer eigenen Uhr und immer dann, wenn sie Schlaf brauchen. Nach vier bis sieben Wochen geschieht eine Veränderung, wenn das Baby anfängt, neugierig auf seine Umgebung zu werden. Dann muss es vielleicht erst beruhigt werden, bevor es schlafen kann.

Mehr lesen: Stillen und andere Herausforderungen in den ersten Monaten

Der Schlafrhythmus aus dem Mutterbauch setzt sich fort

Vieles, was mit der Geburt eines Kindes zu tun hat, hat die Natur sehr gut eingerichtet, doch dass ein Kind mit einem anderen Tagesrhythmus als dem seiner Eltern geboren wird, ist nicht so clever. Warum das so ist, wissen wir immer noch nicht richtig.

„Neugeborene folgen ihrem eigenen Schlafrhythmus aus dem Mutterbauch, manchmal eine Woche nach der Geburt, manchmal viele Monate lang“, erklärt Maria. „Im Bauch ist das Baby vor allem spät abends und nachts wach und viele schlafen früh am Morgen und vormittags.“

Das kann für viele Eltern eine echte Herausforderung sein.

Neugeborene haben einen anderen Tagesrhythmus, was nicht so clever geregelt ist.

„Natürlich kann es frustrierend sein, ein Baby zu bekommen, das hellwach ist, wenn man selbst schlafen möchte. Doch hab Geduld mit dem Schlafen – das Baby wird mit der Zeit nachts länger schlafen. Ein Einjähriger hat seinen Neugeborenen-Rhythmus garantiert abgelegt.

Wie Babys schlafen, dafür gibt es keine direkte Gebrauchsanweisung.“ Doch Maria Sahlin gibt gern einige Tipps für frischgebackene Eltern.

Überlebenstipps für junge Eltern die keine Tipps mehr hören können

Verwöhn dein Baby mit Nähe. Das macht es ruhig, gibt ihm Sicherheit und fördert die Bindung.

9 Tipps zum Thema Baby und Schlafen

  1. Hab Verständnis für die Umstellung, die dein Neugeborenes erlebt hat. Geboren zu werden ist das Größte, das wir in unserem Leben mitmachen müssen. Statt weiter sicher und umsorgt im Bauch der Mutter zu liegen und immer satt zu sein, muss dein Neugeborenes plötzlich selbst atmen, schreien und Zeichen geben können, wenn es hungrig ist. Das ist eine Anpassung, die Zeit braucht.
  2. Bereite dich vor und denk positiv. Versuche, dich mental darauf vorzubereiten, dass die erste Zeit hart wird, was den Schlaf betrifft. So ist das für die allermeisten Eltern mit einem Neugeborenen. Versuche stattdessen positiv zu denken und sei dankbar für die Stunden Schlaf, die du tatsächlich bekommst. Als junge Eltern bekommen wir auch einen Kick durch bestimmte Hormone und bewältigen dadurch den Schlafmangel in der ersten Zeit besser als wir vielleicht gedacht haben.
  3. Lass dein Baby den Rhythmus beim Schlafen vorgeben. Rechne nicht damit, dass sich das Baby sofort an deinen Tagesrhythmus anpasst. Folge daher in der ersten Zeit dem Tempo des Kindes. Ein Tag ist oft nicht wie der andere. Nach einer anstrengenden Nacht ist es wahrscheinlich, dass die nächste leichter wird.
  4. Ruhe dich aus, wenn dein Baby schlafen will. Die meisten Neugeborenen schlafen früh morgens und am Vormittag. Sorge dafür, dass du dich dann ausruhen kannst. Stell dein Handy aus und drehe den Wecker zur Wand.
  5. Respektiere und akzeptiere Veränderungen. Im ersten Lebensjahr passiert ungeheuer viel in der Entwicklung des Kindes und deshalb ist es auch nur natürlich, dass sich die Schlafmuster des Kindes ändern. In einer Woche schläft dein Baby vielleicht gut, in der nächsten schlechter. Das ist ganz normal.
  6. Unterscheide klar Tag und Nacht. Lege feste Abläufe für den Abend fest, die du jeden Tag zur selben Zeit ausführst. Das kann das Baden und eine Babymassage, gedämpfte Beleuchtung und ruhige Musik sein. Nachts sollte es dunkel und leise sein. Schalte die Lampe nicht unnötig an und lass den Fernseher und Musik ausgeschaltet. Wechsle nicht unnötig die Windel, wenn sie nicht voll ist. Vermeide es, Licht anzumachen und laut zu sprechen, wenn du stillen oder füttern musst.
  7. Wechselt euch ab, um Schlafpausen zu bekommen. Wenn du einen Partner hast, solltet ihr euch die Mühen aufteilen und einen Schlafplan aufstellen. Wenn ihr mehrere Kinder im Haus habt, helft einander und wechselt euch ab, sodass eine/r mit den größeren Kindern wach ist und eine/r mit dem Baby schlafen kann.
  8. Trag dein Neugeborenes nahe. Dein Neugeborenes braucht in der ersten Zeit viel Nähe. Ein Baby kann durch Nähe nicht verhätschelt werden. Stattdessen macht es das Baby ruhig, gibt ihm Sicherheit und fördert die Bindung.
  9. Bleib ruhig und geduldig. Der Tagesrhythmus deines Kindes wird sich mit der Zeit ändern. Ein Einjähriger hat seinen Neugeborenen-Rhythmus garantiert abgelegt. Denk daran, dass alle Menschen verschieden sind und sich in unterschiedlichem Takt entwickeln. Das gilt auch für Babys. Die Babyzeit ist eine kurze Phase im Leben. Versuche, nicht die Perspektive zu verlieren.

Dein Baby 2 Monate nach der Geburt

Ab der fünften Lebenswoche ist Dein Kind schon kein Neugeborenes mehr. In der Entwicklung ist es schon fitter geworden und es nimmt seine Umwelt aufmerksamer wahr. Du als Mami stößt nun bestimmt auch langsam an Deine Grenzen. Wann hast Du das letzte Mal ausgeschlafen?

Im Video: 11 aufregende Meilensteine im ersten Jahr

Wahrscheinlich ist es schon länger her und Du fühlst Dich ausgelaugt. Nutze die Unterstützung Deiner Familie. Dein Partner, Deine Eltern, die Schwiegereltern und Freundinnen sind für Dich da und viele freuen sich, wenn sie Dich unterstützen können. Wenn ein Baby 2 Monate alt ist, kann es in der Regel bereits einige Stunden ohne Dich auskommen, sodass Du Dich auch einmal richtig entspannen kannst. Du kannst die Freizeit sicherlich dringend gebrauchen. Nutze die Zeit für Dich oder unternehme einmal wieder etwas mit Deinem Partner.

Baby, 2 Monate: Motorik

Mit 2 Monaten wird der Greifreflex ausgeprägter.

Die motorischen Fähigkeiten von Deinem Baby 2 Monate nach der Geburt haben sich bereits sehr verbessert. Dein Baby ist inzwischen in der Lage sein Köpfchen kurz im 45 Grad Winkel anzuheben, denn die Muskeln entwickeln sich und können nun immer mehr Gewicht halten. Zusätzlich wird Dein Baby nun auch anfangen, kräftig mit Beinen und Armen zu strampeln. Das kann sogar dazu führen, dass Dein Kleines sich auf diese Weise das erste Mal alleine in eine bestimmte Richtung bewegt. Auf dem Rücken liegend kann es sich nun so mit den Beinen abstoßen, dass es ein wenig nach hinten robbt. Auch der Greifreflex wird bei Deinem Baby 2 Monate nach Entbindung immer ausgeprägter. Allerdings ist alles noch ein wenig unkoordiniert und es geht so mancher Griff ins Leere. Die Fingerchen werden für Dein Baby im 2. Monat hochinteressant und genau untersucht. Dabei spielt auch der Mund eine bedeutende Rolle. Dein Baby wird versuchen, alles in seinen Mund zu stecken, was es in die Finger bekommt, um es besser untersuchen zu können. Das gilt für Finger genauso wie für Spielzeug. Ab sofort solltest Du also besonders gut aufpassen, dass Dein Baby gut 2 Monate nach der Geburt nichts Gefährliches in die Finger kriegt.

Baby, 2 Monate: Sinneswahrnehmung

Mit 2 Monaten kann Dein Baby immer mehr erkennen.

Der Sehsinn ist bei Deinem Baby gut 2 Monate nach der Geburt noch nicht sonderlich gut ausgeprägt. Es ist zwar nicht blind wie ein Maulwurf, aber im Moment erkennt es nur Dinge, die ca. 30 cm von seinem Gesicht entfernt sind. Es kann aber schon Gesichter unterscheiden und weiß sehr genau, wer seine Mama ist und wer nicht und ist nun auch schon in der Lage Personen eine Zeit lang mit den Augen zu fixieren und zu verfolgen. Auch das Babyspielzeug wird nun bereits interessiert beobachtet von Deinem Baby. 2 Monate nach Entbindung kann Dein Kleines sich jedoch nur für wenige Sekunden am Stück konzentrieren. Am meisten reagiert Dein Baby in dieser Phase übrigens auf Gegenstände in kräftigen und bunten Farben. Doch auch Geräusche werden bereits lokalisiert und Dein Baby wird mit den Augen nach der Geräuschquelle suchen. Klappernde Geräusche, wie beispielsweise ein Schlüsselbund, werden Dein Baby mit 2 Monaten besonders begeistern. Wenn Dein Kind jedoch im 2. Monat noch nicht darauf reagiert, solltest Du unbedingt Deinen Kinderarzt aufsuchen.

Baby, 2 Monate: Kommunikation

Das erste Lächeln ist das Schönste.

Jetzt ist Dein Baby 2 Monate auf der Welt und Du wirst langsam merken, dass es Dir sehr aufmerksam zuhört, wenn Du mit ihm sprichst. Es kann auch gut passieren, dass Dein Baby mit 2 Monaten nun anfangen möchte zu antworten. Natürlich kann es noch keine verständlichen Laute bilden, aber ein Gurren oder ein kehliger Ton können dem Kleinen bereits entweichen. Im Gegensatz zu Lauten, die Dein Baby vorher produziert hat, ist dieses Lallen bereits eine bewusste Imitation der Laute, die Mami und Papi von sich geben. Sämtliche Dinge werden nun von Deinem Kleinen kommentiert und es wird Dir bereits mit Lauten antworten, wenn Du mit ihm sprichst. Außerdem wird Dein Baby eine Fähigkeit erlernen, die ihm Tür und Tor öffnen wird: Es beginnt zu lächeln und damit wirst Du für viele Anstrengungen belohnt werden. Hat Dein Baby 2 Monate nach der Geburt schon gelächelt?

Baby, 2 Monate: Ernährung

Ernährung spielt nach wie vor eine große Rolle.

Wer groß und stark werden möchte, muss essen. Dies gilt ganz besonders für ein Baby 2 Monate nach der Geburt. Doch keine Angst, dass Dein Kleines zu wenig Muttermilch oder Premilch zu sich nimmt: Die meisten Babys machen in dieser Zeit nach wie vor lautstark auf sich aufmerksam, wenn sie Hunger haben. Du als Mutter wirst beim Weinen auch häufig zuerst an Hunger denken. Oft weint Dein Baby 2 Monate nach Entbindung aber aus den unterschiedlichsten Gründen. Je mehr Dein Kleines sich entwickelt, desto unterschiedlicher werden auch die Gründe für das Weinen. Gut, dass die meisten Mütter intuitiv am Schreien ihres Kindes feststellen können, was den Kleinen denn fehlt. Kannst Du bereits Unterschiede beim Schreien feststellen?

Baby, 2 Monate: Gesundheit

Die U3 ist eine wichtige Kontrolluntersuchung.

Die U3 steht an für Dein Baby. 2 Monate nach der Geburt sollte diese in etwa stattfinden, wenn nicht sogar bereits etwas früher. Untersucht werden die Organsysteme des Babys und die Hüftgelenke. Außerdem besteht die Möglichkeit auf eine Ultraschalluntersuchung, bei der nach Fehlbildungen in Hüfte und Umgebung gesucht wird. Stellt sich hier heraus, dass die Hüften Deines Babys noch nicht weit genug entwickelt sind, kommt Ihr im 2. Monat wohl nicht um eine Spreizhose herum. Dieses orthopädische Hilfsmittel hält beide Hüftgelenke und spreizt die Beine. Das Wachstum der Gelenkpfanne soll dadurch gefördert werden. In den meisten Fällen führt diese Behandlung zu einem Erfolg und Dein Baby wird in seinem späteren Leben keine Einschränkungen bei der Bewegung zu befürchten haben. Beurteilt werden auch die motorische, geistige und soziale Entwicklung sowie die Reflexe und Sinnesorgane von Deinem Baby 2 Monate nach der Entbindung. Bei Sichelfüßchen oder einer schiefen Halshaltung können Deinem Baby Massagen verordnet werden. Wenn Du Dich als Mami noch nicht dazu entschlossen hast, ob Du Dein Kind impfen lassen möchtest, kannst Du Dich nun von dem Kinderarzt informieren lassen.

Baby, 2 Monate: Pflege

Dein Baby produziert nun viel Ohrenschmalz.

Wenn Dein Baby 2 Monate alt ist, produziert es unter Umständen sehr viel Ohrenschmalz: Das verleitet die Mamis häufig dazu, es zu entfernen. Dies ist eigentlich nicht nötig, denn das Ohr hat eine Selbstreinigungsfunktion und das Schmalz wird selbstständig nach außen befördert. Wenn das Ohr dennoch gereinigt werden soll, dürfen keine Wattestäbchen benutzt werden. Einerseits, weil das Schmalz sonst noch tiefer in den Gehörgang geschoben wird und diesen verstopfen kann, andererseits kann das Trommelfell Deines 2 Monate alten Babys verletzt werden. Wenn Du ein Taschentuch oder einen feuchten Lappen nimmst und den Gehörgang grob sauber hältst, reicht das für Dein Baby mit 2 Monaten völlig aus. Darüber hinaus ändert sich in der Pflege nicht sonderlich viel, wenn Dein Baby 2 Monate alt wird.

Baby, 2 Monate: Schlaf

Dein Baby braucht nun ausreichend Schlaf.

Auch wenn Dein Baby 2 Monate alt ist, ist ausreichender Schlaf immer noch sehr wichtig. Allerdings ist es nach wie vor nicht üblich, dass ein Baby 2 Monate nach der Geburt bereits ganze Nächte durchschläft. Häufiges Aufwachen aus Hunger oder einfach nur, um sich ein wenig an Dich zu kuscheln, sind in dieser Zeit noch vollkommen normal. Sollte Dein Baby jedoch längere Zeit durchschreien und sich mehrere Nächte hintereinander einfach nicht von Dir beruhigen lassen, kann es gut sein, dass es an Dreimonatskoliken leidet. Gut 15 bis 30 Prozent aller Säuglinge leiden bis zum dritten Monat an diesen Schreiattacken. Wenn dieser Zustand länger anhält, empfiehlt es sich therapeutische Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, damit es bald nicht nur Deinem Baby besser geht, sondern auch Du und Dein Partner in Zukunft wieder mehr Schlaf kriegt. Ob es sich wirklich um Koliken handelt, ist heutzutage übrigens umstritten. Auch Gelenkblockaden, die durch die Geburt oder bereits im Mutterleib entstanden sind, können Dein Baby zum Schreien veranlassen. Es ist daher immer ratsam, auch einen Orthopäden oder Osteopathen ins Boot zu holen.

Baby, 2 Monate: Spielen und Fördern

Wenn Dein Baby 2 Monate alt ist, wird es immer öfter Deine Aufmerksamkeit fordern. Diese solltest Du ihm selbstverständlich geben. Oft wird empfohlen, das Kind eine Weile schreien zu lassen: „Das stärkt die Lungen“ – eine Weisheit, die heute lange überholt ist. Häufige Aufmerksamkeit hat nichts mit Verwöhnen zu tun. Dein Baby ist 2 Monate nach der Geburt noch ein hilfloses Wesen, dass die Unterstützung seiner Mami braucht. Deshalb kann es am Anfang kaum genug Aufmerksamkeit für Dein Baby geben. Auf aufwendiges Babyspielzeug kannst Du in dieser Zeit jedoch noch getrost verzichten. Mit 2 Monaten reichen die neuen Sinneseindrücke noch vollkommen aus, um Dein Baby beschäftigt und interessiert zu halten. Wichtig ist jedoch, dass Du die Ruhephasen Deines Babys einhältst – was den meisten Mamis nach vielen schlaflosen Nächten wohl nicht schwer fallen wird. Verwechsle Aufmerksamkeit nicht mit Überforderung und genieße die Pausen, die Dir Dein 2 Monate altes Baby schenkt.

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Babys Schlaf ab 1 Monat alt

Vielleicht gehören Sie zu den wenigen, glücklichen Eltern, deren Baby bereits mehrere Stunden in der Nacht durchschläft – also rund vier bis sechs Stunden –, bis es wieder Hunger hat.

Aber leider tun dies die wenigsten Babys in diesem Alter. Viele wachen noch immer nach drei bis vier Stunden auf und haben dann schon wieder Hunger. Vor allem brauchen Stillbabys öfter Milch als Schoppenkinder, denn die Muttermilch wird schneller verdaut. So hat ein Stillbaby rascher wieder Hunger als ein Baby, das den Schoppen erhält.

Machen Sie sich aber auf jeden Fall darauf gefasst, dass Sie noch ein ganzes Weilchen in der Nacht aufstehen müssen, weil Ihr Baby Hunger hat. Erst ab dem 4. Monat wird der Magen Ihres Babys so gross sein, dass die Nahrung für rund sieben Stunden reicht. Und ab dem 6. Monat hat sich das Gehirn soweit entwickelt, dass es keine Nachtnahrung mehr braucht.

Sie können aber jetzt Ihrem Baby helfen, einen Wach-Schlaf-Rhythmus zu entwickeln.

Rituale für einen gesunden Wach-Schlaf-Rhythmus

Vielleicht haben Sie bereits im ersten Monat mit einem Zu-Bett-Gehen-Ritual begonnen. Dann führen Sie dieses nun weiter – konsequent. Es wird noch ein Weilchen dauern, aber die klare Struktur von Tagaktivität und Nachtruhe hilft ihm, rascher einen gesunden Wach-Schlaf-Rhythmus zu erlernen. Hier finden Sie Beispiele für gute Zu-Bett-Gehen-Rituale.

Ihr Baby wird rund 15 Stunden pro Tag schlafen. Da es nun aber in den Wachphasen immer aktiver wird, nehmen die Schlafenszeiten während des Tages langsam ab. Nutzen Sie die wachen Zeiten, um mit Ihrem Baby zu sprechen, spielen und schmusen, so erhöhen Sie die Chance, dass es in der Nacht längere Schlafphasen hat.

Wenn Ihr Baby in der Nacht aufwacht

Gehen Sie nicht gleich bei jedem Geräusch ans Bett Ihres Babys und nehmen es auf. Ihr Kind wird, wie Sie auch, in der Nacht öfters ein Geräusch von sich geben, vielleicht sogar aufwachen, ohne dass es Hunger hat. Wenn Sie es sofort hochnehmen, dann wird es nie lernen, wieder von alleine einzuschlafen. Warten Sie also ab, ob es nicht von alleine wieder einschlummert.

  • Wenn Ihr Baby in der Nacht weint, obwohl es nicht hungrig ist, können Sie Ihr Baby trösten und sanft in den Schlaf wiegen oder singen – je nachdem, welches Zu-Bett-Gehen-Ritual es gewohnt ist. Lesen Sie auch die 12 Tipps & Tricks, Ihr Baby zu beruhigen
  • Wenn Sie Ihr Baby in der Nacht füttern, machen Sie dies im abgedunkelten Zimmer.
  • Sprechen Sie nicht mit Ihrem Baby, oder flüstern Sie höchstens.
  • Wechseln Sie die Windeln in der Nacht nur, wenn es wirklich nötig ist.
  • Verzichten Sie auf ausgedehntes Kuscheln und Schmusen und machen Sie auch keine Spiele mit Ihrem Baby, wenn Sie es wickeln.

Hilfe: Baby, 20 Wochen alt, ständig müde und überreizt – schläft aber kaum!

Hallo zusammen!
Meine Kleine ist eine wahnsinnig schlechte Schläferin!
Nachts wacht sie alle 2-3 Stunden (manchmal auch stündlich!) auf und ist – vermutlich wegen fehlendem Schlaf in der Nacht – tags schon morgens sehr schnell und dann eigentlich ständig, d.h. spätestens nach einer Stunde wach sein, extrem müde!
Sie ist ca. um 7 Uhr wach, dann lasse ich sie erst noch eine Weile neben mir liegen, gegen halb 8 stehen wir auf, ich wickel und wasch sie etc und gegen halb 9 hat sie dann hunger. Ich stille sie also, sie schläft dabei ein, aber schon nach 30 minuten ist sie wieder wach. Und so geht das dann den ganzen Tag weiter!
Um neun ist sie also wieder wach, gegen 10:30 Uhr pack ich sie dann in den KiWa und geh mir ihr raus, sie schläft dann wieder nur 30 Minuten.
Insgesamt kommen wir tagsüber auf 5-6 Schläfchen á 30 Minuten, abends geht sie um ca. 19 Uhr ins Bett.
Das Einschlafen abends zieht sich oft in die Länge, weil sie entweder immer wieder aufwacht (nach ein paar Minuten) oder einschläft aber nach einer Stunde dann nochmal Hunger hat und an der Brust 30-40 Minuten nuckelt. Wenn sie dann irgendwann endlich schläft, schläft sie manchmal nur 2-3 Stunden, will dann also wieder trinken oder ist einfach „nur so“ wach, wälzt sich zum Beispiel im Bett und macht sich dann damit erst richtig wach. Irgendwann liegt sie dann hellwach im Bett, „redet“ ne Weile so vor sich hin, bis sie irgendwann nörgelig wird.
Das gemeine ist, dass unsere Nächte von der 5.-13. Lebenswoche richtig super waren, sie also von 20-6 Uhr geschlafen hat, mit 2-3 mal kurzem stillen zwischen durch. Das war aber leider nur eine kurze Phase…
Ich habe schon alles versucht: sofort bei Müdigkeit ins Bett legen, warten bis sie völlig „überm Punkt“ ist, in ihrem Bett schlafen lassen, auf dem Arm schlafen lassen, Tragetuch, Manduka, Stubenwagen, Familienbett (nachts), feste Tagesstruktur, Reize immer weiter runter fahren (keine Musik etc., kein ständiges Bespaßen, auch nicht ständig ein neues Spielzeug), das Gegenteil also ausgiebige Spielstunden, monotone Geräusche zum Einschlafen und während des Schlafs (z.B. laufender Föhn oder tickender Wecker), mehr Dunkelheit im Schlafzimmer usw.
Nichts hilft! Die Kleine ist ständig müde, manchmal gähnt sie schon 15 Minuten nach dem letzten Schläfchen wieder und meistens wird sie dann sehr schnell extrem nörgelig und quakt, reibt sich die roten Augen, beginnt zu weinen. Ich muss sie also immer wieder ins Bett bzw. in den Schlaf bringen, sie fühlt sich offensichtlich unwohl! Trotzdem klappt das Einschlafen nur wenn sie mind. eine Stunde wach war. Die Zeit dazwischen ist entsprechend anstrengend!
Ich mache mir echt Sorgen! Sie ist oft so überreizt, obwohl bei uns alles recht ruhig abläuft (feste Tagesstruktur, keine Geschwister, nicht jeden Tag Besuch/Ausflüge etc.).
KiA, Hebamme, Osteopath alle möglichen Leute habe ich schon gefragt – konnten mir bislang nicht helfen bzw haben alle Tricks nie länger als 2-3 mal funktioniert.
Habt ihr noch Tipps für mich? Hat jemand ähnliche Probleme?
Ich danke schon mal für eure Antworten!

Essen. Schlaf Kindlein, schlaf… Jetzt schlaf endlich!!! Ab dem sechsten Lebensmonat hoffen viele Eltern auf Erholung. Aber wie klappt das?

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Zum Thema Babyschlaf sind unzählige Ratgeber geschrieben worden. Es soll sogar Eltern geben, die 50 dieser Ratgeber gelesen haben. Drei der Bücher werden hier vorgestellt und mit Ihnen die elf größten Irrtümer darüber, wie Babys richtig einschlafen und durchschlafen. Wir haben Baby/Eltern-Therapeutin Cornelia Fröhlich über die größten Irrtümer zum Babyschlaf gefragt.

1. „Die meisten Kinder schlafen durch.“

Falsch. Dass Babys durchschlafen, ist ein Ausnahme und nicht die Regel. Im Alter von vier bis sechs Wochen schlafen 6 Prozent der Kinder durch. Vom dritten bis vierten Lebensmonat sind es 36 Prozent. Nur 39 Prozent der Zweijährigen schlafen durch und unter den Vierjährigen sind es 38 Prozent. Diese Zahlen stammen aus dem Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ von Annette Kast-Zahn und Dr. med. Hartmut Morgenroth.

Faktencheck: Helfen diese Hausmittel beim Einschlafen?

2. „Je weniger ein Baby tags schläft, desto besser schläft es nachts.“

Ebenso falsch. So seltsam es klingen mag: Müde Kinder schlafen häufig schwerer ein. Sie können sich schlecht selbst regulieren. Selbstregulation ist die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen, beschäftigen und mit kleinen Frustrationen wie der abendlichen Trennung umzugehen, so schreibt Christine Rankl in ihrem Buch „Endlich durchschlafen“.

3. „Wenn man mit dem Baby herumtollt, schläft es gut ein.“

Grober Irrtum. Das Baby ist dann so aufgeregt, dass es nicht einschlafen kann. Es hilft, es schon in den letzten vier Stunden vor dem Zubettgehen ruhig angehen zu lassen und das Kind langsam auf die Nachtruhe vorzubereiten, sagt Cornelia Fröhlich.

4. „Wenn ein Kind Sie nachts nicht weckt, dann schläft es durch.“

Das ist eine Begriffsverwirrung. Das Kind hat dann zwar einen gesunden Schlaf, es wacht aber dennoch zwischen 3 und 5 Uhr auf, schaut sich möglicherweise ein bisschen um und schläft dann geruhsam weiter. Das ist super, betont Fröhlich. Kinder, die ihre Eltern nachts wecken, haben Schwierigkeiten, nach der ersten kompletten Schlafphase wieder einzuschlafen. Es handelt sich also um Einschlafprobleme und nicht um Durchschlafprobleme.

5. „Autofahren ist eine wirksame Einschlaf-Hilfe.“

Stimmt nicht. Monotone Bewegungen wie das Autofahren fördern nicht die Selbstregulation, also die Anpassung des Babygemüts an die Schlafsituation. Gleichförmiges hilft dem Kind nicht, selbst in den Schlaf zu finden, sagt Cornelia Fröhlich. Die Probleme fangen an, wenn die erste Schlafphase vorbei ist. Dann wacht das Baby auf und merkt, dass etwas in seiner Umgebung sich verändert hat und fordert lautstark nach weiteren Bewegungen. Nebenbei: Für die Eltern ist es unpraktisch, jedes Mal, wenn das Kind nicht einschläft, es in das Auto zu legen und es um den Block zu fahren.

Schlafwandler nicht wecken? – Faktencheck zum Thema „Schlaf“

  • Manche Menschen träumen nicht. „Irrtum“, sagt Jürgen Zulley, „alle Menschen träumen.“ Und zwar die typischen wilden, bizarren Geschichten, an die man sich manchmal erinnert, nicht nur einmal pro Nacht, sondern alle 90 Minuten. Der erste Traum ist etwa zehn Minuten lang, über die Nacht werden Träume länger. Am Morgen dauern sie etwa 30 Minuten, erklärt der Schlafforscher. Nur erinnern kann man sich oft nicht dran – und hat dann das Gefühl, nicht geträumt zu haben.
  • Mit Träumen verarbeitet man die Erlebnisse des Tages. Alles Spekulation, sagt der Experte – „dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege: Warum wir diesen Traumschlaf haben und was Träume bedeuten, können wir wissenschaftlich nicht erklären.“
  • Nur wer durchschläft, schläft gut. Ganz im Gegenteil, tröstet der Experte: Nachts aufwachen ist völlig normal, im Schnitt wird jeder Mensch 28 Mal wach. „Das ist die Botschaft für Schlafgestörte! ,Um Himmels Willen, jetzt geht das wieder los’, denken die häufig, wenn sie wachwerden, regen sich auf – und können nicht wieder einschlafen.“ Wer sich nicht aufregt und innerhalb von drei Minuten wieder einschläft, vergisst in der Regel, dass er oder sie wach war – und hat den Eindruck, durchgeschlafen zu haben. Früher waren die Menschen einmal in der Nacht auch länger wach, ganz ohne sich drüber aufzuregen: „Meist so gegen 3 Uhr, da war es sogar üblich, sich anzuziehen und vor die Tür zu gehen.“
  • Acht Stunden Schlaf sind besonders gesund. Falsch. „Viele Menschen denken, dass sich das Maß der Erholung über die Schlafdauer erklärt. Doch beim Schlaf gilt: Quantität ist nicht gleich Qualität“, erklärt der Psychologe. Wichtig für die Erholung ist vor allem der Tiefschlaf: „Ich kann schlafen, so lange ich will – wenn ich keinen Tiefschlaf habe, bin ich nicht erholt.“ Deutsche schlafen im Durchschnitt sieben Stunden pro Nacht. Der Statistikmensch geht um 23.04 ins Bett, braucht 15 Minuten zum Einschlafen und steht um 6.18 Uhr auf. Damit sind die Deutschen im europäischen Vergleich Kurzschläfer, „in mediterranen Ländern schläft man länger“, weiß Zulley. Das sei kulturell bedingt – in Deutschland habe viel schlafen ein schlechtes Image. Sieben Stunden sind der Durchschnitt, alles zwischen fünf und 9 Stunden könne normal sein, sagt Jürgen Zulley: „Man hat dann genügend Schlaf gehabt, wenn man am Tag überwiegend ausgeschlafen und fit ist – abgesehen vom Mittagstief, das ist normal.“
  • Wir schlafen immer weniger. Eine weit verbreitete Annahme – die nicht stimme, sagt der Schlafforscher: „Man schläft nur immer schlechter.“ Das habe mit dem höheren Tempo des Lebens zu tun, der weiter steigenden Reizflut – im Arbeitsleben wie in der Freizeit. Tatsächlich hätten Arbeiter zu Zeiten der Industrialisierung weniger geschlafen: „Die kamen oft erst um 23 Uhr von der Schicht mussten um 4 Uhr wieder aufstehen.“
  • Wer auf der Seite oder auf dem Bauch schläft, schnarcht nicht. Stimmt nicht, aber man schnarcht weniger als in Rückenlage. Wenn jemand auf dem Rücken liegt und sich entspannt, rutschen Kiefer und Zunge nach hinten – das befördere das Schnarchen, erklärt Jürgen Zulley. Die Bauchlage kann der Experte dennoch nicht empfehlen, „weil dann die Atmung auf jeden Fall eingeschränkt ist.“ Schnarchen entsteht durch eine Einengung der Atemwege, und die lässt sich am besten in der „eingerollten Seitenlage rechts“ vermeiden – das ist die Position, die der Forscher zum Schlafen empfiehlt.
  • Der Schlaf vor Mitternacht ist der erholsamste. „Das stimmt nur, wenn wir die biologische Mitternacht annehmen“, sagt der Psychologe, der seit Jahrzehnten im Bereich der Chronobiologie, also der inneren Uhr forscht: „0 Uhr ist dabei so was von bedeutungslos.“ Die innere Uhr hat zwischen 3 und 4 Uhr morgens Mitternacht: Dann wird die größte Menge Melatonin ausgeschüttet, eines der Hormone, die die innere Uhr regeln. Wer vor diesem Zeitpunkt rund vier Stunden geschlafen hat, tut sich selbst viel Gutes. Fest steht auch, das Schlafen am Tag nie so erholsam ist wie in der Nacht: „Unser Organismus stellt um auf den Tag- und den Nachtmodus“, erklärt Zulley; gesteuert sei der Rhythmus vor allem durch das Tageslicht und durch Hormonausschüttungen.
  • Schlafwandler soll man nicht wecken. Falsch. Es sei nicht einfach, aber manchmal sehr angebracht, Schlafwandler zu wecken, erklärt der Psychologe, „denn es gibt keine schlafwandlerische Sicherheit“. Menschen, die sich im Tiefschlaf aus dem Bett bewegten, könnten durchaus die Treppe herunter oder gar aus dem Fenster fallen. Schlafwandeln kommt besonders häufig bei Kinder vor.
  • Bei Vollmond schläft man schlecht. Irrtum, sagt Jürgen Zulley: „Mondphasen haben überhaupt keinen Einfluss auf den Schlaf, das belegen viele, viele Studien.“
  • Man kann Schlaf nicht nachholen. Doch, kann man – zumindest begrenzt. Tatsächlich funktioniere das automatisch, wenn man mal ein, zwei Nächte zu wenig geschlafen habe, weiß der Schlafforscher. Regelmäßig in der Woche zu wenig zu schlafen und zu versuchen, das dann am Wochenende aufzuholen, sei großer Stress für den Körper – auch wenn es sich möglicherweise erst nach Jahren niederschlage. Während des Schlafens laufen verschiedene körperliche Prozesse ab, die ihre Zeit brauchen – die Verdauungsphasen, die Stärkung des Immunsystems, die Regeneration der Zellen und der Gedächtnisspeicher, etwa: Wenn man dauerhaft zu wenig schläft, kommen diese Prozesse durcheinander.
  • Frauen brauchen mehr Schlaf als Männer. Ob sie mehr Schlaf brauchen, ist den Forschern nicht klar. Aber: „Frauen schlafen mehr“, weiß Zulley, „das ist belegt – warum, wissen wir nicht.“
  • Zu viel Schlaf verkürzt das Leben. Das stimmt tatsächlich. „Warum, weiß man allerdings nicht“, sagt Jürgen Zulley. Und: Zu wenig Schlaf ist genauso schlecht. „Zu wenig Schlaf macht krank, dumm und dick“, bringt der Experte es plakativ auf den Punkt. Wie viel ist zu wenig? Das ist relativ schwer zu umreißen, weil die individuellen Bedürfnisse so unterschiedlich sind. Regelmäßig vier bis fünf Stunden Schlaf oder weniger hält Zulley für gefährlich. Und ergänzt: „Meine Empfehlung ist, gar nicht so sehr auf die Schlafdauer zu achten, sondern darauf, ob man am Tag fit ist.“ Wenn das nicht der Fall ist, hat man möglicherweise nicht mal zu kurz geschlafen, sondern nur zu wenig erholsamen Schlaf gehabt. Die längste Lebensdauer haben Menschen, die etwa sieben Stunden schlafen.
  • Wer eine heiße Milch mit Honig trinkt, kann besser einschlafen. Auch das stimmt. „Ein warmes Getränk ist entspannend“, weiß Zulley. Außerdem enthalte Milch den beruhigenden Stoff Tryptophan – wenn auch in eigentlich zu kleiner Menge, um besonders zu wirken. „Aber da hilft auch der Glaube und das Ritual.“ Generell sei Entspannung der Königsweg in den Schlaf: „Man sollte gar nicht versuchen zu schlafen, sondern zu entspannen“, erklärt der Experte. Man könne sich zum Beispiel einen bestimmte Uhrzeit setzen, nach der nichts mehr besprochen oder durchdacht werden soll, was mit Arbeit und Problemen zu tun hat. Ein Schritt zu besserem Schlaf, denn: „Viele Menschen müssen ihre Schlafkultur erst wieder entwickeln.“
  • ZUR PERSON: Schlafforscher Jürgen Zulley beschäftigt sich seit 40 Jahren mit Schlafforschung, Chronobiologie und Klinischer Psychologie. Der Psychologe behandelt Schlafstörungen, war langjähriges Vorstandsmitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), der European Sleep Research Society (ESRS) und der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS). Neben vielen wissenschaftlichen Texten hat Zulley auch mehrere für Laien verständliche Bücher übers Thema Schlafen geschrieben, zum Beispiel „Mein Buch vom guten Schlaf: Endlich wieder richtig schlafen.“

6. „Ablenkung durch Mobiles hilft beim Einschlafen.“

Mobiles sind keine sinnvollen Einschlafhilfen. Das Einschlafen bei Geräuschen oder bei sich drehenden Mobiles ist anerzogen und nicht unbedingt schlaffördernd. Licht schadet allerdings nicht beim Einschlafen kleiner Kinder.

7. „Schlaf kommt von alleine, Routinen sind unwichtig.“

Das ist so nicht richtig. Routine gibt Sicherheit. Ab einem gewissen Alter (circa sechs Monate) weiß das Kind, was auf das Anziehen des Schlafsacks, die Gute-Nacht-Geschichte und den Gute-Nacht-Kuss folgt. Trennen kann sich das Kind am besten, wenn es sich sicher fühlt. Deshalb ist es wichtig, Rituale einzuführen, wie das Gute-Nacht-Lied, die immer gleiche Zubett-Geh-Zeit und das Dimmen des Lichts. Das Kind lernt: „Jetzt kann ich sicher einschlafen.“

8. „Ein Baby sollte schlafend ins Bett gelegt werden.“

Beliebter Fehler. Das Baby sollte nicht im Arm der Mutter oder des Vaters einschlafen und dann zum Schlafen gelegt werden. Nicht schlafend, sondern wach soll das Baby ins Bett gelegt werden. Dadurch lernt es, alleine einzuschlafen. Andernfalls wacht es nach der ersten Schlafphase wieder auf und fordert die gemütliche Position in Mamas Arm wieder ein.

9. „Man kann kleine Kinder verziehen – auch beim Thema Schlaf.“

Das ist ein Irrtum. Babys brauchen noch soviel Schutz und emotionale Nähe wie möglich. Kinder sollten sich ausdrücken dürfen, auch wenn sie einschlafen wollen. Ihre Gefühle müssen wahrgenommen werden. Cornelia Fröhlich betont, dass man sogar mitweinen darf, und dass man auf jeden Fall auf das Baby und das eigene Bauchgefühl in der Einschlafsituation hören soll.

10. „Babys sollten möglichst rasch lernen, alleine einzuschlafen.“

Für Kinder im Babyalter ist der Ansatz nicht geeignet. So etwas kann zu Trennungsängsten führen, denn die Babys verstehen noch nicht, warum sie die Mutter verlässt. Ab zwei Jahren ist es möglich, das Kind in seinem Zimmer zum Einschlafen alleine zu lassen, sagt Fröhlich. Dann versteht es bereits, was geschieht, wenn Rituale es langsam zum Schlaf führen. Es hat dann gelernt: „Wenn ich aufwache sind die Eltern auch wieder da.“

11. „Babys müssen, wenn sie nachts schreien, hochgenommen werden.“

Es ist nicht einfach dies zu unterlassen, jedoch für das Baby besser. In der Baby-Schlaf-Forschung mit Frühchen in der Babystation hat sich das sogenannte Minimal-Handling als besonders gut für Wachstum und Gehirnentwicklung erwiesen. Damit ist gemeint, dass das Baby in und zwischen den Schlafphasen besonders wenig berührt wird. Die Mutter oder die Babypfleger sind in der Nähe und legen wenn nötig die Hand auf die Brust des Babys, nehmen es jedoch nicht aus der Wiege.

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Lern-Programme: Wie Kleinkinder endlich durchschlafen lernen

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„Und, wie war deine Nacht?“ Dieser Satz ist unter Müttern kleiner Kinder so häufig wie ein „Hallo!“. Denn über den Schlaf ihrer Kinder können sich Eltern stundenlang austauschen – oder eher: ausheulen. Das eine Kind wird alle drei Stunden wach, weil es vermeintlich Hunger hat, das andere findet 4 Uhr morgens eine prima Spielzeit. Kein Wunder, dass das Interesse an Schlaf-Lern-Programmen groß ist. Ein Allheilmittel sind sie aber nicht.

Schlafstörung macht Kinder quengelig

Gibt es einen Monat lang mindestens dreimal pro Woche beim Einschlafen oder nachts Geschrei, sind die Kinder tagsüber quengelig und die Eltern geschafft, könne von einer Schlafstörung gesprochen werden, erklärt Alfred Wiater, Schlafmediziner am Krankenhaus Porz am Rhein in Köln.

Für Stephan Eichholz zählt vor allem der Leidensdruck der Eltern: Es sei normal, dass Kleinkinder nachts aufwachen. Wecken sie ihre Eltern aber regelmäßig und sind die nach vielen Nächten mit wenig Schlaf übermüdet, „wird das zu einer Schlafstörung“, sagt der Leiter des Kinderschlaflabors im Städtischen Krankenhaus Dresden-Neustadt.

Schlaftagebuch kann helfen

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Zunächst sollten Eltern ein Schlaftagebuch für ihr Kind führen. Ist der Nachwuchs nachts hellwach, liegt das möglicherweise daran, dass er tagsüber zu viel schläft. Das lässt sich so überprüfen. Im Schnitt braucht ein 12 Monate altes Kind nachts 11,5 Stunden Schlaf, tagsüber etwa 2,5 Stunden. Außerdem empfiehlt sich ein Gesundheitscheck beim Arzt. In seltenen Fällen sorgen körperliche Beschwerden für schlechten Kinderschlaf. Meistens aber hat er andere Gründe.

„Mit einem halben Jahr kann ein Kind in der Regel durchschlafen“, sagt die Psychologin Angelika Schlarb von der Universität Tübingen. Die Schlafprogramme sollen Kindern genau das beibringen.

Das wohl bekannteste Schlaftraining ist die Ferber-Methode, die auf den Schlafmediziner Prof. Richard Ferber aus Boston zurückgeht. Kernstück ist ein fester Behandlungsplan. Das Kind wird abends nach einem Einschlafritual wach in sein Bett gelegt. Die Eltern verlassen das Zimmer. Weint das Kind, kommen sie nach wenigen Minuten zurück, versuchen kurz, es zu beruhigen, und gehen wieder. Die Abstände zwischen den Beruhigungsversuchen werden immer weiter ausgedehnt.

Kinder nicht sofort beruhigen

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Auf dieser Methode basieren verschiedene Schlafprogramme: Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin rät Eltern, in der ersten Nacht erst 2, dann 5, 10 und schließlich 15 Minuten verstreichen zu lassen, bevor sie ihr Kind im Bett beruhigen. Ab der vierten Nacht erhöht sich der Abstand auf 30 Minuten. Im Bestseller „Jedes Kind kann schlafen lernen“ werden die Schreizeiten auf maximal 10 Minuten verkürzt. Bei der „Freiburger Sanduhrmethode“ bleiben die Eltern höchstens 9 Minuten weg.

Die Schlafprogramme sind unter Eltern hoch umstritten. Manche schwören auf sie, weil ihr Kind nach wenigen Nächten durchschläft. Andere berichten von Dramen, etwa von Kindern, die so hysterisch brüllten, dass sie sich übergeben mussten.

Ein Vorwurf ist, dass das Vertrauen der Kinder durch das lange Schreien-Lassen gestört werden kann. Alfred Wiater rät, Schlaftrainings nicht starr umzusetzen. „Falls sich die Problematik darunter weiter verstärken sollte, machen sie keinen Sinn.“ Außerdem sollten Eltern das Training nur dann anwenden, wenn sie davon überzeugt sind.

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Einen individuelleren Ansatz verfolgen Wissenschaftler aus Tübingen mit dem Schlafprogramm Mini-KiSS. Es richtet sich an Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahre und dauert sechs Wochen. Die Eltern lernen, wie sie ihrem Kind bei Schlafproblemen helfen können, wie sie am besten auf nächtliches Schreien reagieren – und selbst mit der Belastung fertig werden. Inzwischen wird das Programm auch online angeboten.

Warum schreit ein Kind nachts?

Am Anfang steht die Frage, warum ein Kind nachts schreit. Ruft es nach seinem Personal, das ihm etwas bringen soll? Probiert es aus, wie viel Macht es über seine Eltern hat? Schreit es aus Angst oder aus Gewohnheit?

Diese Unterscheidung sei wichtig, sagt Angelika Schlarb. Ein Kind, das vor Angst schreit, dürfe nicht allein gelassen werden. „Kommen die Eltern nicht, kann sich die Angst verstärken, und das kann zu depressiven Symptomen führen.“

Einem ängstlichen Kind könne es helfen, nachts Licht brennen zu lassen. Stofftiere können um das Bett herum postiert werden und aufpassen. Schreit ein Kind nachts, um seine Macht zu testen, sollten Eltern ihm tagsüber ab und zu seinen Willen lassen, rät Schlarb.

Kinder nicht sofort aus dem Bett holen

Im Laufe des Trainings lernen Eltern, was sie in der Nacht besser nicht tun sollten: Zum Beispiel, beim ersten Pieps des Kindes aufspringen, statt abzuwarten, ob es alleine wieder einschläft. Oder es aus dem Bett zu nehmen, statt dort zu beruhigen. „Denn dadurch wird es erst richtig wach“, sagt Eichholz. Spielen und fernsehen sind nachts tabu. Und kein Elternteil muss sich zwingen, mitten in der Nacht noch eine Geschichte vorzulesen oder stundenlang neben dem Kinderbett zu sitzen.

Die Tübinger Wissenschaftler haben ihr Programm jetzt evaluiert. Nach sechs Wochen lagen die Kinder nachts weniger lang wach, sie schliefen insgesamt länger, bekamen seltener eine Flasche und wurden weniger herumgetragen. Nur in einem Punkt fiel der Erfolg mager aus: Viele der Kinder schliefen immer noch im Elternbett. „Eltern scheint es schwerzufallen, sich davon zu trennen“, sagt Schlarb.

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