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6-fach-Impfung bei Babys: Inhaltsstoffe, Abstände und Nebenwirkungen

von Dr. Maria Niki Aigyptiadou
verfasst am 08.02.2017

Schreien kann eine Nebenwirkung der 6-fach Impfung sein (©fotolia-76250824-chalabala)Sie fragen sich, wieso Sie Ihr Baby gegen Krankheiten impfen lassen sollen, die es in Deutschland fast nicht mehr gibt? Sie befürchten, dass Sie Ihr Baby mit einer Impfung in Gefahr bringen? Lesen Sie hier, gegen welche Erkrankungen die 6-fach Impfung schützt und mit welchen Risiken Sie rechnen müssen.

  • Gegen was schützt die 6-fach Impfung?
  • Wie oft impfen? Ablauf, Abstände und Auffrischungen
  • Inhaltsstoffe
  • Enthalten die Impfstoffe zu viel Aluminium?
  • Nebenwirkungen
  • Fazit: Ist die 6-fach Impfung sinnvoll?

Gegen was schützt die 6-fach-Impfung?

Die 6-fach-Impfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird, schützt Ihr Baby gegen folgende Erkrankungen:

  • Diphtherie: Das Krankheitsbild ähnelt zu Beginn einer Infektion der Atemwege, die zur Schwellung im Halsbereich führt. Die Schwellung kann die Atemwege komplett verschließen und zum Ersticken führen. Das Diphtherie-Bakterium ist toxisch und verursacht Schäden der inneren Organe, wie zum Beispiel Herzentzündungen und Nervenlähmungen. Es ist beim Niesen, Husten oder Sprechen leicht übertragbar, was in der Vergangenheit zu tausenden Toten geführt hat.
  • Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt: Der Erreger ist im Erdboden verbreitet. Nach einer Ansteckung durch Wunden, Kratzer oder Stiche äußert sich Tetanus mit Krämpfen der Gesichts- und Brustmuskulatur, die zum Erstickungstod oder zu Herzversagen führen können.
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis): In der ersten Phase äußert sich die Erkrankung mit grippeähnlichen Beschwerden, danach folgen Erbrechen und starke Kopfschmerzen. Die Poliomyelitis verursacht bleibende Lähmungen der Arm- oder Beinmuskulatur oder der Sprech-, Schluck- und Atemmuskeln. In der Vergangenheit haben epidemische Wellen von Poliomyelitis in Deutschland tausende Menschen anden Rollstuhl gefesselt.
  • Keuchhusten (Pertussis): Die Erkrankung äußert sich zu Beginn mit andauernden, grippeähnlichen Symptomen und danach mit quälenden, oft nächtlichen Hustenanfällen, die 4 bis 6 Wochen anhalten. Bei ungefähr einem Prozent der erkrankten Babys unter sechs Monaten führt die Erkrankung zum Atemstillstand und zum Tod.
  • Haemophilus influenzae Typ b: Der Krankheitserreger führt zu Hirnhautentzündung, Entzündung des Kehldeckels, Lungenentzündung oder Blutvergiftung. Im ersten Lebensjahr drohen lebensgefährliche Komplikationen.
  • Hepatitis B: Ein Baby erkrankt selten an Hepatitis B, aber wenn das passiert, dann leidet es ein ganzes Leben lang daran. 90 Prozent der mit Hepatitis B infizierten Neugeborenen werden nie gesund. Während die akute Phase mit grippeähnlichen Symptomen, Übelkeit und Erbrechen verläuft, wird die Leber für immer geschädigt.

Eine 5-fach-Impfung schützt gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten und Haemophilus influenzae Typ b, aber nicht gegen Hepatitis B.

Die Auffrischung findet fünf bis sechs Jahre nach der ersten Impfung statt (© contrastwerkstatt -fotolia)Wie oft impfen? Ablauf, Abstände und Auffrischungen

Der 6-fach-Impfstoff wird ab dem zweiten Lebensmonat gespritzt. Der Arzt verabreicht drei Dosen mit einem Abstand von mindestens einem Monat. Im zweiten Lebensjahr sollte eine Auffrischung erfolgen.

Für einen lang anhaltenden, sicheren Schutz sollten die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten im Alter zwischen 5 und 6 Jahren nochmals aufgefrischt werden. Danach einmal alle 10 Jahre.

Inhaltsstoffe

Die Kombinationsimpfstoffe wurden speziell für Säuglinge entwickelt. Sie enthalten Bestandteile von toten Krankheitserregern, um das Immunsystem anzuregen, Antikörper gegen alle sechs Erkrankungen zu bilden. Im Grunde genommen täuscht der Impfstoff das Abwehrsystem, indem er eine Infektion vorspielt.

Der Impfstoff kann die Erkrankungen aber gar nicht auslösen, weil er nur tote Bakterien- und Virenteile enthält. Letztere enthalten auch in diesem Zustand wichtige Merkmale, die zur Bildung der Antikörper führt. Sollte danach ein lebendiger Krankheitserreger auftauchen, stürzten sich die Antikörper blitzschnell auf ihn und zerstören ihn. Man muss sich das wie bei einer Feuerwehrübung vorstellen: Das Feuer gibt es gar nicht, aber dank der Übung ist die Rettung möglich, sollte sie in Zukunft notwendig sein.

In der Europäischen Union gibt es zwei zugelassene 6-fach-Impfstoffe. Sie enthalten unter anderem auch Aluminium. Der Aluminiumzusatz sorgt dafür, dass eine künstliche Entzündung an der Einstichstelle entsteht, die die Abwehrantwort verstärkt.

Enthalten die Impfstoffe zu viel Aluminium?

Man kritisiert, dass 6-fach-Impfungen zu viel Aluminium enthalten. Aluminium in größeren Mengen kann das Nervensystem beschädigen und wurde mit Erkrankungen wie Autismus und Alzheimer in Verbindung gebracht. Welche Menge zu viel für den Körper eines Kleikindes ist, ist nicht wissenschaftlich geklärt.

Wir nehmen täglich Aluminium mit unserer Nahrung auf. Zur Ausleitung von Aluminium werden unter anderen Silizium, Apfelsäure, Magnesium und Folsäure empfohlen. Silizium, das in Getreide wie Hafer, Hirse und Gerste enthalten ist, ist vermutlich ein Gegenmittel für Aluminium. Apfelsäure, die in Äpfeln, Trauben, Quitten und Beeren steckt, führt zur erhöhten Ausleitung von Aluminium über den Urin.

Eine optimale Magnesiumversorgung verhindert die Ablagerung von Aluminium im Gewebe, wobei zu viel Kalzium die Aluminiumablagerung im Gewebe begünstigt. Folsäure, die in grünem Blattgemüse, Kohl, Kräutern, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten enthalten ist, reduziert Aluminiumakkumulationen im Körper ebenfalls.

Inwiefern die tägliche Einnahme von Aluminium durch die Nahrung mit der einmaligen Injektion einer Impfung gleichzustellen ist, kann die Wissenschaft nicht sagen.

Nebenwirkungen

Die 6-fach-Impfung erspart fünf zusätzliche Einzelimpfungen, führt aber nicht zu 6-mal mehr Nebenwirkungen. Häufig kommt es zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, die manchmal schmerzhaft ist.

Weitere Reaktionen sind Fieber, Schnupfen, Erkältung, Lymphknotenvergrößerung und Durchfall. Kopf- und Gliederschmerzen sowie Reizbarkeit führen dazu, dass das Baby schreit, weint und unruhig ist.

Fieber ist eine sehr seltene Nebenwirkung der 6-fach Impfung (© granata68 – fotolia)Diese Reaktionen klingen in der Regel in ein bis drei Tagen nach der Impfung ab. Bei weniger als einem von 10.000 geimpften Babys kommt es zu Fieberkrämpfen oder allergischen Reaktionen. Selten ist das Baby nach der Impfung müde, schläft nur und trinkt nicht.

Nachdem ungefähr drei Millionen Kinder 6-fach-Impfstoffe erhalten hatten, verstarben im Jahr 2000 fünf Kinder in Europa innerhalb von 24 Stunden nach der Impfung. Die Kinder waren zwischen 4 und 23 Monate alt.

Nach ausführlichen Untersuchungen kamen die verantwortlichen Experten zu dem Schluss, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Kindstod nicht belegt ist. In den Jahren 2001 bis 2003 wurden ungefähr 7,2 Millionen Impfdosen gespritzt, auf die 488 Impfreaktionen gemeldet wurden.

Fazit: Ist die 6-fach Impfung sinnvoll – ja oder nein?

Auf diese Frage geben Experten eine eindeutige Antwort: ja!

Die 6-fach-Impfung ist sinnvoll, weil sie Ihr Kind vor leicht übertragbaren, schwer verlaufenden und potentiell lebensbedrohlichen Erkrankungen schützt. Impfungen verleihen nicht nur einen individuellen, sondern auch einen kollektiven Schutz der Bevölkerung gegen Epidemien, die in der Vergangenheit zahllose Opfer forderten.

Die Erkrankungen, die in Deutschland wegen den Impfungen selten geworden sind, plagen andere Länder dieser Erde nach wie vor. Lassen wir unsere Kinder nicht mehr impfen, gefährden wir ihre und unsere Gesundheit, weil sie sich auf Reisen anstecken könnten.

Mehr wissenschaftliche Daten und Transparenz zum Thema Aluminiumgehalt in Impfungen wäre wünschenswert, damit Eltern keine Angst haben müssen, Ihre Babys zu impfen.

Risiken und Nebenwirkungen bei Schutzimpfungen

Es kursieren viele Vorurteile gegenüber Impfungen, so dass manche Eltern nicht sicher sind, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen. Diese Vorbehalte beruhen aber oft auf veralteten Informationen oder Übertreibungen bezüglich der Nebenwirkungen und Komplikationen. Ein Impfstoff darf erst zugelassen werden, wenn bewiesen ist, dass sein Nutzen allfällige Risiken bei weitem überwiegt. Und ein zugelassener Impfstoff wird kontinuierlich weiterentwickelt und daher, was das Verhältnis von Wirkung zu Nebenwirkung betrifft, immer besser, je länger er auf dem Markt ist. Die Gefahr, dass ein Kind im ersten Lebensjahr am plötzlichen Säuglingstod stirbt, ist deshalb etwa tausend Mal höher als eine Schädigung durch eine Impfung.

Die empfohlenen Schutzimpfungen für Ihr Kind – Der Schweizer Impfplan

Impfreaktionen

Leichte Nebenwirkungen sind in den ersten ein bis zwei Tagen aber recht häufig. Der Körper mobilisiert seine Abwehkräfte, die Impfung erfüllt also ihren Zweck– sie ist „angegangen“. Das können zum Beispiel eine lokale Rötung und/oder Schwellung an der Impfstelle und gewisse Allgemeinbeschwerden wie Unwohlsein, Unruhe, Müdigkeit und Fieber sein. Treten Fieberkrämpfe oder Reaktionen auf, die Sie beunruhigen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Ärztin benachrichtigen.

Impfkomplikationen und Impfschäden

Einige Impfungen rufen auch Symptome hervor, die in sehr geschwächter Form der Krankheit selbst ähneln, vor der die Impfung später schützt (Impfkomplikation oder „Unerwünschte Impferscheinung“ UIE). Ernste Komplikationen sind jedoch ausgesprochen selten und treten etwa einmal unter 100.000 Impfungen auf. Und noch seltener ist ein bleibender Impfschaden, der eine Behandlung und ggf. auch eine Entschädigung erfordert. Unerwünschte Nebenwirkungen von Schutzimpfungen gehören seit 1987 zu den meldepflichtigen Krankheiten. Zu melden sind grundsätzlich alle schwereren Reaktionen oder Ereignisse, die innerhalb von acht Wochen nach einer Impfung auftreten und nicht eindeutig durch eine andere Ursache bedingt sind.

Zur Verträglichkeit der einzelnen Impfstoffe:

  • Die Diphtherie-Pertussis-Tetanus-Impfung wird heute mit einem Impfstoff durchgeführt, der nur noch Einzelbestandteile des Keuchhusten-Erregers enthält (azellulärer Impfstoff). Die Verträglichkeit ist dadurch sehr viel besser geworden. Impfreaktionen sind sehr selten.
  • Die Haemophilus-influenzae-Typ-b-Impfung, die Hepatitis-B-Impfung und die Polio-Impfung sind sehr gut verträglich. Sehr selten kommt es zu Unwohlsein oder leichtem Fieber.
  • Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung kann vereinzelt nach etwa 5-12 Tagen eine kurze Impfkrankheit (nicht-ansteckender Ausschlag, evtl. Fieber) verursachen, die nach zwei bis drei Tagen überstanden ist. Manchmal kommt es zu einer leichten Mumps-Erscheinung, d.h. einer Schwellung im Kiefer-Ohr-Bereich

6 Argumente gegen Impfbedenken

Häufige Frage zum Thema

Bedeutet Fieber nach der Impfung, dass sie gut angegangen ist?

In vielen wissenschaftlichen Studien hat man die Immunantwort auf Impfungen bei Kindern gemessen. Dabei zeigte sich kein Zusammenhang damit, ob gute Impfantikörper vorhanden waren und das Kind Fieber hatte. Insofern ist Fieber zur Entwicklung eines guten Impfschutzes weder erforderlich noch…

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Newsticker

Babys Immunsystem | 04.09.2018

Viele Antibiotika können im ersten Lebensjahr beeinflussen, wie gut Impfungen angehen. In einer australischen Studie mit neugeborenen Mäusen kommen die Forscher zum Schluss, dass Antibiotika die Wirksamkeit von Schutzimpfungen bei Säuglingen beeinträchtigen können. Die antibiotischen Wirkstoffe veränderten zudem die Bakterienkulturen im Darm – die dann nicht mehr zur Entwicklung des körpereigenen Abwehrsystems beitragen. Vorsicht sei deshalb angebracht, wenn Säuglinge oder stillende Mütter Antibiotika erhalten sollen, denn auch über die Muttermilch können sie zum Kind gelangen. In Australien erhält etwa die Hälfte aller Säuglinge Antibiotika. Der Verbrauch ist dort einer der höchsten der Welt.

Letzte Aktualisierung : 05-11-19, BH

Sechsfachimpfung beim Säugling – die häufigsten Fragen

Kombinationsimpfstoffe können gegen bis zu sechs Krankheitserreger auf einmal gerichtet sein. So schützt eine Sechsfach-Impfung, die bei fast jedem Säugling und Kleinkind standardmäßig angewendet wird, vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und dem Bakterium Haemophilus Influenzae Typ b (Hib). Überfordert eine solche Impfung das Baby? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen? familie.de hat bei einem Kinderarzt nachgefragt …

Die Impfung soll relativ früh durchgeführt werden. Warum?
Mit dem vollendeten zweiten Lebensmonat erhält der Säugling die erste Impfung, die zweite und die dritte jeweils nach vier Wochen. Abgeschlossen wird die Grundimmunisierung zu Beginn des zweiten Lebensjahres. Es ist wichtig, dass die Babys möglichst früh geimpft werden, denn im Alter von fünf bis sechs Monaten haben sie die Leihimmunität der Mutter, den sogenannten Nestschutz, vollständig verloren. Die Impfung ist die wirksamste und nachhaltigste medizinische Maßnahme. Dank Impfungen können uns und unseren Kindern viele Infektionskrankheiten erspart bleiben.

Sechs auf einen Streich! Eine Impfung gegen sechs Keime, ein Standard bei Säuglingen.

Stellt eine Sechsfach-Impfung nicht eine Überbelastung für das Immunsystem dar?
Da das kindliche Immunsystem problemlos auf tausende von Antigenen reagieren kann, ist die Sorge einer Überlastung unbegründet. Die Belastung für das Kind ist bei einer Sechsfach-Impfung sogar deutlich geringer als bei mehreren entsprechenden Einzelimpfungen. Ohne Kombinationsimpfstoffe müsste man sich im Kindesalter mehr als 30 empfohlenen Einzelimpfungen stellen. Dass Kombinationsimpfstoffe das kindliche Immunsystem nicht schwächen, konnte inzwischen auch in einer Vielzahl von Studien dokumentiert werden.1
Wie wichtig ist Ihnen eine umfassende Studienlage bei der Sechsfach-Impfung?

Dr. Hofmann ist Kinderarzt in Würzburg und berät Eltern täglich zum Thema Impfung.

Ein breiter Erfahrungsschatz ist mir sehr wichtig. Ich verwende daher den Impfstoff, mit dem schon langjährige Erfahrungen vorliegen. Ich schätze dabei eine nachgewiesene gute Verträglichkeit und ihre Wirksamkeit. Der Impfstoff kann problemlos im gleichen Zeitfenster mit den üblichen Standard-Kinderimpfstoffen verabreicht werden, zusätzliche Arzttermine und lästige Wege für die Eltern entfallen damit.
Sind nach der Impfung Nebenwirkungen zu erwarten?
Impfreaktionen, wie zum Beispiel Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle, Schmerzen und Fieber können bei über 10 Prozent der Babys auftreten. Diese Impfreaktionen sind aber nur ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem auf die Impfung anspricht. Daher gibt es keinen Grund zu Besorgnis.
Warum ist der Schutz durch die Impfung so wichtig?
Dank relativ guter Impfraten erkranken heute nur noch wenige Kinder in Deutschland beispielsweise an Kinderlähmung oder Diphtherie. In anderen Ländern sind solche Krankheiten dagegen noch sehr verbreitet. Daher könnte es ohne eine konstant hohe Durchimpfungsrate immer wieder zum Ausbruch einer Epidemie kommen.
Es gab den Verdacht, dass nach der Sechsfach-Impfung ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod besteht. Müssen sich Eltern Sorgen machen?
Im Jahr 2000 wurden zwei Sechsfachimpfstoffe zugelassen. Plötzliche und unerwartete Todesfälle von Kindern im Alter von bis zu 2 Jahren kurz nach einer Sechsfachimpfung erweckten den Verdacht, es könne ein Zusammenhang zwischen Sechsfachimpfungen und dem Risiko für einen plötzlichen, unerwarteten Tod bestehen. Die anschließend duchgeführte TOKEN-Studie sollte mögliche Zusammenhänge klären. Die gute Nachricht ist: Der Verdacht konnte nicht bestätigt werden.2 Zwar wurden ausschließlich plötzliche, unerklärte Todesfälle untersucht – es wurden keine Daten über die allgemeine Kindersterblichkeit nach Impfungen erhoben –, trotz dieser Einschränkung kann man aber feststellen: Das Risiko, innerhalb einer Woche nach Impfung plötzlich und unerklärt zu versterben, ist bei sechsfach geimpften Kindern nicht erhöht. Eltern brauchen sich darüber keine Sorgen zu machen.

U1 bis U11: Was passiert bei den Vorsorgeuntersuchungen?

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1Nach Otto SE, et al. J Infect 2000, 41, 172–175
2Die Studie wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) inhaltlich und finanziell gefördert. An der Finanzierung waren zusätzlich die beiden pharmazeutischen Firmen Sanofi Pasteur MSD und GlaxoSmithKline Biologicals beteiligt. Es war vertraglich festgelegt, dass die Sponsoren der pharmazeutischen Industrie weder Einfluss auf das Design und die Durchführung der Studie noch Zugang zu den Daten hatten.

Impfung und Impfreaktion: Worauf Sie bei Ihrem Kind achten sollten

Impfstoffe gelten in Deutschland allgemein als gut verträgliche Arzneimittel. Doch wie jedes andere Medikament haben auch Impfstoffe Nebenwirkungen. Es kann zu leichten Impfreaktionen kommen, die lediglich zeigen, dass sich der Körper mit dem Impfstoff auseinandersetzt und die körpereigene Abwehr Ihres Kindes aktiv ist. In seltenen Fällen kommt es nach einer Impfung aber auch zu stärkeren bis sehr starken Komplikationen.

Normale Impfreaktionen: Kein Grund zur Besorgnis

Bei etwa 10 % aller geimpften Kinder kommt es nach einer Impfung zu einer Impfreaktion. Zunächst ist das kein Grund zur Besorgnis. Solange es sich nur um leichte Krankheitsanzeichen handelt, können Sie in Ruhe abwarten, bis die Reaktion vorüber ist. Berichten Sie dem Kinderarzt jedoch beim nächsten regulären Besuch von der Reaktion Ihres Kindes auf die Impfung (siehe Tabelle 1).

Impfkrankheit: Anzeichen verschwinden meist nach wenigen Tagen

Nach Impfungen, bei denen ein abgeschwächter Lebendimpfstoff verwendet wird, kann es 7 bis 14 Tage nach der Impfung zu abgeschwächten Symptomen der Erkrankung kommen. Das ist beispielsweise bei der Masern-Mumps- Röteln-Impfung der Fall. Nach ihr können ein leichter rötlicher Ausschlag („Impfmasern“), eine Schwellung im Kiefer-Ohr-Bereich, leichtes Fieber oder Gelenkschmerzen auftreten. Diese Anzeichen verschwinden meist nach wenigen Tagen und sind nicht ansteckend.

Impfkomplikationen: Möglichst bald den Kinderarzt aufsuchen

Reagiert Ihr Kind dagegen ausgesprochen heftig auf die Impfung, z. B. mit hohem Fieber, Fieberkrämpfen, schrillem Schreien oder einer anderen schweren Erkrankung, spricht man von einer Impfkomplikation. Gefürchtete schwere Impfkomplikationen sind das Guillain-Barré-Syndrom, eine Entzündung im Bereich des Nervensystems mit nachfolgenden Lähmungen, oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Glücklicherweise sind Komplikationen sehr selten, die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1:1.000.000. Falls Sie die folgenden oder andere schwere Krankheitszeichen bei Ihrem Kind beobachten, sollten Sie möglichst bald einen Kinderarzt aufsuchen (siehe Tabelle 2).

Mein Tipp:

Schüßler-Salze können helfen, den Körper Ihres Kindes für die Impfung zu stärken. Zur Vorbereitung auf die Impfung empfehle ich drei Wochen zuvor:

morgens 4 Tabletten Nr. 11 Silicea D12

Abends 4 Tabletten Nr. 4 Kalium chloratum vor dem Schlafengehen.

am Impftag selbst:

im 2-stündigen Wechsel je 2 x 1 Tablette Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 und 2 x 1 Tablette Nr. 4 Kalium chloratum D6

Anschließend weitere 4 Wochen beide Mittel im täglichen Wechsel 2 x 1 Tablette geben.

Mögliche Nebenwirkungen

„Wird es meinem Kind auch gut gehen?“, „Tue ich hier wirklich das Richtige?“ – Solche oder ähnliche Gedanken haben die meisten Eltern, wenn sie ihren erst zwei Monate alten Säugling impfen lassen – zumal der Protest des kleinen Patienten manchmal unüberhörbar ist.

Diese Gefühle sind ganz normal, schließlich sorgen Sie sich als Eltern Tag und Nacht um das neue Leben in Ihrer Mitte, und zu Beginn seines Aufenthaltes auf dieser Welt ist Ihr Kind ganz besonders schutzbedürftig.

©Alexandr-Vasilyev – Fotolia.com

Ängste und Schmerzen beim Impfen verringern

Der Schmerz während der Impfung ist zwar meist weniger schlimm als befürchtet – dennoch kann der Einstich Ihr Baby erschrecken und ältere Kinder kann die Spritze in Angst und Panik versetzen. Diese Tipps helfen Ängste und Schmerzen Ihres Kindes zu verringern:

  • Vermitteln Sie möglichst Ruhe und Gelassenheit. Vermeiden Sie falsche Versprechungen (z.B. „Das tut überhaupt nicht weh!“).
  • Halten Sie Ihren Säugling oder Ihr Kleinkind während der Impfung im Arm oder auf dem Schoß. Sie können Ihr Baby stillen oder ihm einen Schnuller geben. (Unmittelbar vor und nach der Rotavirus-Impfung sollte jedoch nicht gestillt werden). Nach dem Impfen können Sie Ihr Kind durch Wiegen und Schaukeln beruhigen.
  • Ältere Kinder sollten bei der Impfung möglichst aufrecht sitzen, je nach Alter am besten auf Ihrem Schoß. Wer schon einmal bei einer Impfung aus Angst vor der Injektion oder nach langem Stehen „umgekippt“ ist, sollte im Liegen geimpft werden.
  • Das Drücken der Hand von Vater und Mutter während der Impfung, Spielzeug oder auch das Aufblasen eines Luftballons direkt vor und nach der Impfung kann von den Schmerzen ablenken.
Was sind Nebenwirkungen?

Durch Impfungen können Sie Ihr Kind schon früh vor verschiedenen Infektionskrankheiten schützen. Die Sorge vor möglichen Impfreaktionen ist aber verständlich. Impfstoffe sind verträgliche Arzneimittel, sie können jedoch wie alle Medikamente Nebenwirkungen haben. Welche dies sind und wie Sie sich im Verdachtsfall am besten verhalten, erläutern wir Ihnen nachfolgend.

Häufig kommt es zu vorübergehenden Impfreaktionen, die zeigen, dass der Organismus sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt (weitere Informationen unter „Wie Impfungen wirken“). Zu den Lokal- und Allgemeinreaktionen nach einer Impfung zählen:

  • Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Impfstelle, die meist ein bis drei Tage andauern
  • Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein, Übelkeit oder Unruhe, die ebenfalls ein bis drei Tage anhalten
  • Schwellungen der Lymphknoten in der Nähe der Impfstelle
  • Anzeichen einer „Impfkrankheit“ ein bis drei Wochen nach der Verabreichung abgeschwächter Lebendimpfstoffe, beispielsweise ein Hautausschlag nach Masern-, Mumps-, Röteln- und Windpocken-Impfung oder milde Magen-Darm-Beschwerden nach Rotavirus-Impfung.

Über das Ausmaß einer üblichen Impfreaktion hinausgehende gesundheitliche Schädigungen werden als Impfkomplikationen bezeichnet. Diese sind wesentlich seltener. Unter „Schutzimpfungen“ sind für jede Impfung die möglichen Nebenwirkungen aufgeführt.

Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung

Wenn nach einer Impfung jemand gesundheitliche Beschwerden hat, wird oft angenommen, die Impfung sei die Ursache. Das kann sein. Ein zeitlicher Zusammenhang bedeutet jedoch nicht unbedingt einen ursächlichen Zusammenhang. Unzählige Menschen bekommen Tag für Tag Fieber oder Durchfall oder brechen sich ein Bein – und viele von ihnen sind zuvor geimpft worden. Die Frage ist nicht, ob nach einer Impfung unerwünschte Ereignisse wie Krankheiten auftreten, sondern ob es nach Impfungen vermehrt zu solchen Ereignissen kommt und ob sich diese aus dem Wirkmechanismus des Impfstoffs erklären lassen oder aufgrund einer besonderen „Empfindlichkeit“ des Geimpften auftreten. Nur dann kann angenommen werden, dass es sich um eine Nebenwirkung der Impfung handelt.

Bei Verdacht auf eine Impfkomplikation ist unbedingt eine sofortige ärztliche Abklärung und Diagnostik in die Wege zu leiten.

Mögliche Folgen bei fehlerhafter Impftechnik

Bei Impfungen sind grundsätzlich auch Entzündungen, Blutungen oder Verletzungen z.B. eines Nerven möglich, wenn die Impftechnik fehlerhaft war. Gelangt Diphtherie- oder Tetanus-Impfstoff unmittelbar vor dem Einstich außen an der Impfnadel und somit in den Stichkanal, können in Einzelfällen harmlose Knötchen an der Injektionsstelle entstehen, die Sie über Wochen bis Monate bei Ihrem Kind fühlen.

Wie Sie aus eigener Erfahrung und aus Ihrem Bekanntenkreis wissen, kommen solche Fehler aber praktisch nicht vor. Kinderärzte und -ärztinnen sind speziell im Impfen ausgebildet und verabreichen täglich viele Injektionen.

Was ist mit Allergien?

Allergien nehmen zu und Sie als Eltern möchten natürlich alles tun, um Ihrem Kind dieses Leiden zu ersparen. Wir haben gute Nachrichten für Sie:

Es gibt keine Belege dafür, dass Impfstoffe Erkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen begünstigen. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Studien haben gezeigt, dass in der ehemaligen DDR, wo sehr viel geimpft wurde, deutlich weniger Allergien auftraten als im ehemaligen Westdeutschland, wo weitaus weniger geimpft wurde. Nach der Wende nahmen in Ostdeutschland Allergien zu, während gleichzeitig die Impfquoten sanken.

Heuschnupfen, Hausstauballergie, Milchunverträglichkeit – alle diese häufigen Allergien spielen beim Impfen keine Rolle. Ebenso spricht eine Hühnereiweiß-Allergie nicht grundsätzlich gegen Impfungen. Vorsicht geboten ist allerdings, wenn Ihr Kind an einer nachgewiesenen schweren Hühnereiweiß-Allergie leidet, so dass beispielsweise Zunge und Lippen anschwellen, wenn sie mit Ei in Berührung kommen. Dieser Typ Allergie ist jedoch sehr selten. Impfungen gegen Gelbfieber, Influenza (Virusgrippe), FSME und Tollwut sollten dann nicht bzw. unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und besonderer Überwachung erfolgen. Sie sollten in diesem Fall vorab mit Ihrem Impfarzt oder Ihrer Impfärztin Rücksprache halten.

Auch wenn eine bestätigte Allergie gegen Antibiotika vorliegt, sollten Sie vor einer Impfung mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber sprechen.

Eine Studie bei Erwachsenen hat ergeben, dass schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) auf Bestandteile eines Impfstoffs nur in einer Größenordnung von einer Reaktion auf 300.000 Geimpfte auftreten; solche schweren Reaktionen sind somit eine Rarität. Sie setzen in der Regel sofort nach der Injektion ein oder innerhalb der ersten Stunde.

Was tun bei Verdacht auf Nebenwirkungen?

Wenn Sie nach einer Impfung ungewöhnliche Krankheitszeichen bei Ihrem Kind beobachten, nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Kinderarzt bzw. Ihrer -ärztin auf. Damit Ihr Kind die richtige medizinische Hilfe erhalten kann, wird abgeklärt, ob die Beschwerden möglicherweise auf die Impfung zurückzuführen sind oder ob andere behandlungsbedürftige Ursachen und Erkrankungen zugrunde liegen, die zufällig in zeitlicher Nähe zur Impfung aufgetreten sind.

Da Fieber eine der häufigsten Impfreaktionen ist, lohnt es sich, wenn du dich im Vorfeld darüber informierst. Dieser Artikel klärt Dich darüber auf, bei welchen Impfungen Fieber auftritt, wie hoch es klettern kann, wie lange Dein Baby mit Fieber nach der Impfung kämpfen muss und ob es für Dein Baby gefährlich ist.

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Fieber als Impfreaktion

Tritt Fieber nach einer Impfung auf, musst Du Dir normalerweise keine Sorgen machen. Es gilt als normale Impfreaktion und zeigt an, dass der Körper Deines Babys auf die Impfstoffe reagiert. Es bilden sich Antikörper. Das Immunsystem ist intakt und arbeitet.

Andersherum musst Du Dir aber auch keine Gedanken machen, wenn Fieber nach einer Impfung ausbleibt. Wenn es nach dem Impfen zu keinem Fieber kommt, bedeutet nicht, dass die Impfung nicht wirkt.

Fieber als Schutzmechanismus des Körpers

Fieber ist eine gute Abwehrwaffe des Körpers gegen Krankheitserreger, da viele bei höheren Temperaturen absterben. Es kommt erst zu erhöhter Temperatur, wenn das nicht ausreicht zu Fieber. In schweren Fällen zu sehr hohem Fieber.

Bei Impfungen tritt dies so gut wie gar nicht auf, da beim Impfen entweder inaktive Impfstoffe oder abgeschwächte Lebendimpfstoffe verwendet werden.

Fieber ist also keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom. Demnach ist es weder ansteckend, noch muss es bekämpft werden.

Impfen trotz Fieber?

Hat Dein Baby Fieber, wenn es geimpft werden soll, wird der Kinderarzt den Termin verschieben. Der Grund ist einfach zu verstehen. Dein Baby ist damit beschäftigt einen Krankheitserreger abzuwehren. Eine Impfung, besonders mit Lebendimpfstoffen wäre eine zusätzliche Belastung.

Impfungen nach denen häufig Fieber auftritt

Bei Lebendimpfstoffen kann das Fieber zeitversetzt auftreten, es kann vorkommen, dass das Hochfiebern gar nicht mit der Impfung in Zusammenhang gebracht wird.

Bei Totimpfstoffen kann Fieber sofort auftreten, deshalb scheint Fieber nach diesen Impfungen häufiger zu sein. Welche das jeweils sind, erkläre ich Dir gleich.

Wird jedoch ein größerer Zeitraum nach Impfungen verglichen, stellt sich heraus, dass Fieber als Nebenwirkungen bei allen Impfungen ungefähr gleichermaßen auftreten kann.

Tatsächlich war Fieber als Nebenwirkung bei früheren Impfungen, welche heute nicht mehr zu den Standardimpfungen gehören, häufiger.

Individuelles Fieber-Risiko

Wie und ob es zu Fieber nach einer Impfung kommt, hängt weniger vom Impfstoff oder der Krankheit gegen die geimpft wird ab. Eine größere Rolle spielt das Immunsystem Deines Babys. Jedes Baby reagiert anders auf Impfungen. Einige bekommen immer Fieber, andere nur manchmal oder auch nie.

Impfreaktionen bei den beiden wichtigsten Impfungen

6-fach Impfung

Bei dieser Impfung wird gegen Diphtherie, Tetanus, Hepatitis B, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hib. Alle 6 Erkrankungen können ungeimpft einen schweren Verlauf bis hin zum Tod nehmen.

Verwendet wird bei der Impfung ein Totimpfstoff. Fieber und andere Impfreaktionen wie Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle können schon am ersten Tag abends nach der Impfung auftreten oder auch bis zu 3 Tage später.

Meist ist Dein Baby 1 Tag später schon wieder munter und die Temperatur normal.

MMR-Impfung

Diese Impfung schützt gegen Mumps, Masern und Röteln. Sie wird ab etwa 1 Jahr empfohlen. Geimpft wird Dein Baby mit abgeschwächten Lebendimpfstoffen. Aus diesem Grund kann das Fieber erst später auftreten, vergleichbar mit der Inkubationszeit der jeweiligen Erkrankungen.

Typischerweise kommt es nach etwa 7 Tagen zu kurzzeitigem Fieber.

Weitere Nebenwirkungen des Impfens

Am häufigsten tritt kurz nach der Impfung eine Schwellung und Rötung an der Einstichstelle auf. Dies hat weniger mit dem Impfen als viel mehr mit dem Einstich selbst zu tun. Zusätzlich sind die meisten Babys etwas quengliger als sonst. Sie weinen häufig, mögen vielleicht nicht so gern essen oder wollen oft herumgetragen werden. Auch die Nächte nach einer Impfung können etwas unruhig sein.

Zu den Nebenwirkungen nach Lebendimpfstoffen gehören die für die jeweilige Krankheit typischen Hautausschläge. Sie treten in einer abgemilderten Form auf und sind nicht behandlungsbedürftig. Sie verschwinden bald wieder von allein.

Zu den schweren Nebenwirkungen gehören Fieberkrämpfe oder allergische Reaktionen bis hin zum Schock. Diese sind eine Reaktion auf die verwendeten Zusatzstoffe in der Impfdosis. Da einige Impfstoffe auf Hühnerei kultiviert werden, solltest du deinem Kinderarzt mitteilen, wenn du den Verdacht hast, dass Dein Baby schon einmal auf Hühnereiweiß allergisch reagiert hat.

Auch bei Babys mit geschwächtem Immunsystem kann eine Impfung heftigere Reaktionen hervorrufen, das Fieber kann dabei besonders hochsteigen.

Wann tritt Fieber nach einer Impfung auf?

Dies ist ganz unterschiedlich. Zum einen hängt es vom Immunsystem Deines Babys ab, zum anderen jedoch auch vom Impfstoff. Bei Totimpfstoffen kann die Reaktion noch am gleichen Tag erfolgen oder auch bis zu 3 Tage später.
Bei Lebendimpfstoffen kann die sofortige Reaktion ausbleiben und das Fieber tritt erst nach 1 bis 2 Wochen auf.

Wie lange dauert das Fieber beim Baby?

Auch dies ist unterschiedlich. Häufig wirst du beobachten, dass Dein Baby abends fiebert und am nächsten Morgen schon wieder normale Temperatur hat. Es kann aber auch bis zu 3 Tage dauern bis bei Deinem Baby das Fieber wieder gesunken ist.

Anzeichen für Fieber beim Baby

Dein Baby fühlt sich wärmer als gewöhnlich an. Es kann zudem gerötete Wangen und glänzende Augen bekommen. Außerdem kann es sich so unwohl fühlen, dass es vermehrt quengelt oder aber, es wird durch das Fieber ermüdet und schläft viel. In diesem Fall ist es das Beste, das Baby das Fieber verschlafen zu lassen.
Weiteres Anzeichen ist ein erhöhtes Trinkbedürfnis, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen.

Fieber messen

Bei Deinem Baby misst du das Fieber am besten mit einem Digitalthermometer im Po. Dort kannst du die Temperatur am genauesten messen. Zur groben Abschätzung sind auch Ohr- oder Stirnthermometer hilfreich.

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Temperaturbereiche: Ab wann spricht man von Fieber?

  • bis 37,5°C normale Körpertemperatur
  • bis 38,5°C erhöhte Temperatur
  • ab 39,0°C hohes Fieber

Dies sind allerdings nur Richtwerte. Für Dich kann es sinnvoll sein, bei Deinem gesunden Baby die Temperatur zu messen, um herauszufinden, wie hoch seine persönliche Normaltemperatur ist.

Maßnahmen bei Fieber

Wenn Dein Baby müde ist, bringe es zum Schlafen in einen kühlen Raum, ziehe ihm nicht so viel an und decke es nicht zu. Die Körpertemperatur reguliert sich dann allein.

Auch wenn Dein Baby aktiv ist, spielt oder isst, solltest Du es auf keinen Fall zu warm anziehen. Es sollte jederzeit die Möglichkeit haben, überschüssige Körpertemperatur loszuwerden.

Wenn es vermehrt schwitzt, musst du ihm die nasse Kleidung ausziehen. Zwar wird durch das Trocknen an der Luft Verdunstungskälte erzeugt, doch kann diese Dein Baby auch krank machen, besonders in Verbindung mit Zugluft.

Gib Deinem Kind viel zu trinken, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen. Wenn es nicht essen mag, dann muss es das nicht.

Da die Körpertemperatur nach dem Impfen selten sehr hochsteigt, sind weitere Maßnahmen kaum notwendig. Es ist jedoch möglich, Deinem Baby Wadenwickel zur Temperatursenkung zu machen. Dafür muss es warme Beine haben, nur dann wird die Wärme auch abgeleitet.

Fiebersenkende Mittel

Sie wirken grundsätzlich gut und senken zuverlässig die Körpertemperatur Deines Babys. Allerdings solltest du bedenken, dass das Fieber eine wichtige Reaktion des Immunsystems ist und es deshalb gar nicht zwingend gesenkt werden sollte.

Fiebermittel solltest du eher dann anwenden, wenn du das Gefühl hast, dass Dein Baby auch Schmerzen hat.

Ein Rezept bekommst du vom Kinderarzt, manchmal schon direkt bei der Impfung.

Fieberndes Baby und Spaziergänge

Es ist wichtig, dass dein Baby viel Ruhe hat, wenn es fiebert, schließlich muss sein Körper gerade Höchstleistung erbringen. Doch spricht nichts dagegen, Dein Baby mit nach draußen zu nehmen und mit dem Kinderwagen einen Spaziergang zu machen. Tageslicht und frische Luft tun dem Baby gut. Achte darauf, es nicht zu warm anzuziehen und Zugluft zu vermeiden.

Wenn du dir Sorgen machst

Steigt das Fieber trotz der Gabe fiebersenkender Mittel sehr hoch, mag Dein Baby gar nichts mehr zu sich nehmen, wirkt es schlaff oder schreit durchgehend, fragst du dich vermutlich, ob etwas Ernstes dahinter stecken kann.

Suche in diesem Fall unbedingt den Kinderarzt auf, der Dein Baby gründlich untersuchen soll und auch wird.

Fieberkrampf

In sehr seltenen Fällen kommt es bei Babys und Kleinkindern zu einem sogenannten Fieberkrampf. Dabei krampft und zuckt das Kind am ganzen Körper, wird vorübergehend blau oder ganz schlaff. Das passiert bei weniger als 5% der Kinder und ist für die Eltern ein furchtbares Erlebnis. Die meisten denken, ihr Kind würde sterben. Nach 2-3 Minuten ist ein einfacher Fieberkrampf meist vorüber, ein komplizierter Fieberkrampf kann bis zu 15 Minuten dauern. Im Alter von 8 Monaten bis 5 Jahre ist dieses Phänomen in aller Regel nicht gefährlich für Dein Kind, auch wenn es anders aussieht.

Beim ersten Mal solltest Du trotzdem den Rettungsdienst rufen und Dein Kind wird mit ins Krankenhaus genommen, zur Routine-Untersuchung. Während des Fieberkrampfs kannst Du nichts unternehmen, um ihn zu stoppen. Bleib bei Deinem Kind und sieh auf die Uhr, wie lange der Krampf tatsächlich dauert.

Ein Fieberkrampf wird nicht durch hohes Fieber verursacht, sondern durch einen schnellen Fieberanstieg. Je schneller das Fieber steigt, desto wahrscheinlicher wird ein Fieberkrampf.

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Ist die Sechsfachimpfung beim Säugling wirklich nötig?

Die Sechsfachimpfung ist bei jungen Eltern nicht unumstritten. Der Grund: Gelegentlich werden nach der Impfung sehr heftige Nebenwirkungen beobachtet. Viele Eltern fragen sich deshalb besorgt, ob diese Impfung wirklich notwendig ist und ob die Belastung durch die Impfstoffe nicht zu viel für den kleinen Körper des Säuglings ist. Denn nach der Empfehlung der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts soll die Sechsfachimpfung beim Säugling bereits im dritten Lebensmonat durchgeführt werden. Der Grund: Nach zwei Monaten verlieren die Kleinkinder die Leihimmunität der Mutter, den sogenannten Nestschutz. Das bedeutet, dass der Körper des Kindes nun auf sich allein gestellt ist, wenn es darum geht, Schadstoffe und Krankheitserreger abzuwehren.

Was ist die Sechsfachimpfung?

Bei der Sechsfachimpfung handelt es sich um eine sogenannte Kombinationsimpfung, bei der mehrere Teilimpfungen zusammengefasst werden. Dadurch wollen Mediziner die Zahl der Injektionen insgesamt möglichst gering halten. Bei der Sechsfachimpfung werden dem Säugling Totimpfstoffe injiziert, die sich im kleinen Körper nicht vermehren können. Schützen soll die Sechsfachimpfung gegen folgende Krankheiten:

Tetanus oder Wundstarrkrampf

Der Tetanus-Impfstoff in der Sechsfachimpfung ist für den Säugling ein Schutz vor dem Bakterium Clostridium tetani, das die Infektionskrankheit Wundstarrkrampf verursacht, die in vielen Fällen tödlich verläuft. Das Bakterium befindet sich vorwiegend im Erdreich und gelangt durch offene Wunden in den Körper. Weil die Tetanusimpfung seit den frühen 1980er Jahren durchgeführt wird, konnte die Zahl der Wundstarrkrampf-Fälle in Deutschland auf weniger als 20 pro Jahr gesenkt werden.

Diphtherie

Bei der Diphtherie handelt es sich um eine ansteckende Infektionskrankheit, welche durch eine Infektion der Atemwege mit dem Bakterium Corynebacterium diphtheriae hervorgerufen wird. Gefährlich ist diese Erkrankung für die Patienten insofern, als dass das Bakterium Gifte ausscheidet, welche zu einer Entzündung des Herzmuskels führen können. In Westeuropa tritt Diphtherie zwar nur noch selten auf, weil die Krankheit in Osteuropa aber noch relativ weit verbreitet ist, besteht ohne die konsequente Durchimpfung die Gefahr, dass sie sich auch in Westeuropa erneut ausbreitet.

Keuchhusten

Diese hochansteckende Infektionskrankheit wird durch die beiden Bakterien Bordetella pertussis oder Bortadetella parapertussis verursacht. Keuchhusten kann Entzündungen in Lunge oder Gehirn, im Extremfall sogar einen Atemstillstand zur Folge haben. Nachdem zu Beginn der 1990er Jahre der Impfstoff gegen Keuchhusten eingeführt wurde, konnte die Zahl der Behandlungen im Krankenhaus um 75 Prozent gesenkt werden.

Polio oder Kinderlähmung

Bei Polio – auch bekannt als Kinderlähmung – handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die von Viren ausgelöst wird. Das Virus greift die Nervenzellen an, welche im Rückenmark für die Steuerung der Muskeln verantwortlich sind. Dadurch kann es zu typischen Lähmungserscheinungen und bleibenden Schäden kommen. Zwar ist Polio in Europa nahezu ausgestorben, jedoch sind die auslösenden Viren in Asien und Afrika noch äußerst weit verbreitet.

HIB (Haemophilus influenzae)

Entzündungen im Nasen-Rachenraum werden vom Haemophilus influenzae B-Keim ebenso verursacht, wie Lungen- und Mittelohrentzündungen. Ein Großteil der Hirnhautentzündungen bei Säuglingen wurde ebenfalls von diesem Erreger verursacht, bevor der Impfschutz eingeführt wurde. Weil einige Stämme des Keims inzwischen eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt haben, bietet die Impfung den sichersten Schutz vor einer Infektion.

Hepatitis B

Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit der Leber, die weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten gehört. Ausgelöst wird die Krankheit durch das Hepatitis B-Virus, welches durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. In bis zu zehn Prozent der Fälle kann die Krankheit einen chronischen Verlauf nehmen, was für Säuglinge besonders verhängnisvoll ist. Denn eine chronische Hepatitis B-Erkrankung im Kindesalter erhöht die Wahrscheinlichkeit auf ernsthafte Leberschäden erheblich.

Wann soll die Sechsfachimpfung beim Säugling verabreicht werden?

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, die Sechsfachimpfung auf vier Teilimpfungen aufzuteilen, die zwischen dem zweiten und dem 14. Lebensmonat verabreicht werden. Die ersten drei Impfungen sollten mit einem mindestens vierwöchigen Abstand verabreicht werden, während bis zur vierten Impfung sechs Monate verstreichen sollten. Darüber hinaus sollte in späteren Lebensjahren eine regelmäßige Auffrischung des Impfschutzes erfolgen. Bei Kindern erfolgt dies üblicherweise zwischen dem 6. und 7. sowie zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr. Erwachsene sollten den Impfschutz in einem zehnjährigen Turnus auffrischen.

Nicht geimpft werden sollte, wenn der Säugling an einem akuten Infekt leidet, der behandelt werden muss. In diesem Fall sollte die Impfung nicht vor Ablauf von zwei Wochen nach vollständiger Genesung durchgeführt werden. Kommt es zu starken Impfreaktionen oder ist eine Unverträglichkeit gegen einen der Impfstoffe bekannt, sollte der Kinderarzt zu einem alternativen Impfstoff greifen.

Hat die Sechsfachimpfung bei Säuglingen Nebenwirkungen?

Obwohl die Sechsfachimpfung als sehr gut verträglich gilt, können dennoch unangenehme Begleiterscheinungen nach der Impfung auftreten. So kann es innerhalb von drei Tagen nach der Impfung zu Rötungen, Schwellungen und einer Berührungsempfindlichkeit an der Einstichstelle kommen. Vor allem Schwellungen können nach der Auffrischungs-Impfung stärker ausfallen. Diese Begleiterscheinungen bilden sich jedoch üblicherweise schnell wieder zurück.

Weiterhin kann es innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung zu grippeähnlichen Symptomen, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder einer leichten bis mäßigen Erhöhung der Körpertemperatur kommen. In seltenen Fällen kann der Säugling auch unter Fieber leiden. Auch diese Symptome klingen rasch und ohne weitere Folgen ab. Zu den Komplikationen können auch allergische Reaktionen gehören. in diesen Fällen muss für die Auffrischungen zu einem anderen Impfstoff gegriffen werden. In Einzelfällen kann kurzzeitig außerdem eine Hypoton Hyporesponsive Episode auftreten. Hierbei ist der Säugling nicht ansprechbar und hat einen schlaffen Muskeltonus. Auch wenn dieser Zustand schnell vorüber geht, kann in diesem Fall eine Konsultation beim Kinderarzt nicht schaden.

Einige besorgte Eltern bringen die Sechsfachimpfung oft mit dem plötzlichen Kindstod in Verbindung, da dieser in einem Drittel der Fälle zwischen dem zweiten und dem vierten Lebensmonat einsetzt. Diese Bedenken sind allerdings grundlos, wie eine britische Studie aus dem Jahr 2001 bestätigt. Hier konnten die Mediziner nachweisen, dass keinerlei Zusammenhang zwischen Impfung und plötzlichem Kindstod besteht und die Impfung sogar einen Schutz davor darstellt.

Obwohl diese Datenlage als gesichert gilt, sind die Bedenken vieler Eltern gegen die Impfung nach wie vor groß. Umso wichtiger ist die gute Aufklärung durch den Arzt vor der Impfung. Wenn Sie sich schlecht beraten fühlen, können Sie natürlich auch jederzeit eine zweite Meinung einholen und sich anderweitig Informationen beschaffen, etwa durch den Austausch mit anderen Eltern.

Haben Sie vielleicht schon Erfahrungen mit der Sechsfachimpfung gemacht, die Sie mit anderen Eltern teilen wollen? Ihre Meinung zu diesem kontroversen Thema können Sie hier ausführlich schildern.

Nebenwirkungen Impfung: Nebenwirkungen der Impfung sind gering

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Jedes Medikament, also auch Impfstoffe, können auch sogenannte Nebenwirkungen haben. Dazu zählen Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle. Aber auch Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen gehören dazu.

Auch mit leichtem Fieber, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit ist in den ersten drei Tagen nach der Impfung zu rechnen. Mediziner sprechen nicht von Nebenwirkungen, sondern von Anzeichen eines aktiv gewordenen Immunsystems. Lebendimpfstoffe können in seltenen Fällen zu einem Ausbruch der Krankheit führen, gegen welche geimpft wurde. Das ist bei drei bis fünf Prozent der Impfungen gegen Masern der Fall, wenn so genannte „Impfmasern“ auftreten. Nebenwirkungen der Impfung beinhalten dann die Symptome der Krankheit, beispielsweise leichter Ausschlag oder Fieber.

Impfen ist für viele Eltern ein umstrittenes Thema, und die Diskussion darüber wird mitunter zum Glaubenskrieg. Impfung würde das Kind krank machen, Allergien verstärken, viel kosten, nichts bringen – so lauten einige der populären Argumente. Problem: Dass eine Impfung wirkt, merkt man in der Regel eben nicht und könnte sie mithin für überflüssig halten. Vielen Eltern ist gar nicht bekannt, dass die Erreger von Krankheiten wie Mumps, Masern oder Keuchhusten in Deutschland noch weit verbreitet sind.

Nebenwirkungen bei Impfung sind selten

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Zuständig für die Impfempfehlungen ist die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut (RKI). Sie hat einen Impfkalender entwickelt, der für Kinder den Schutz gegen zwölf Krankheiten vorsieht. Die Impfung wird von der Kasse bezahlt. Sehr schwere Nebenwirkungen sind, so besagen zahlreiche Studien, sehr selten oder nicht nachweisbar.

Nach RKI-Umfragen sind drei bis fünf Prozent der Eltern sogar erklärte Impfgegner – oft aus weltanschaulichen Gründen. Das Arsenal der Fundamental-Opposition reicht von Büchern wie „Impfen ist Gotteslästerung“ bis zu organisierten „Masern-Partys“, auf denen sich Kinder vorsätzlich infizieren und abhärten sollen. Angeführt wird die Schar oft von einzelnen Homöopathen. In der Mehrheit sind aber auch die Homöopathen keine Impfgegner. Deren Berufsverbände setzen eher auf die „freie informierte Impfentscheidung“, wie der Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands.

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In Zukunft sollen Kleinkinder in Österreich gleichzeitig zur üblichen 6fach-Kombi-Impfung auch gegen Pneumokokken geimpft werden. Medienberichten (Standard, ORF.at, Kleine Zeitung) zufolge hat die erweiterte Impfung keine negativen Effekte. Auch wenn ein leicht erhöhtes Fieber-Risiko nach der erweiterten Impfung besteht, würde eine Pneumokokken-Infektion eine größere Gefahr darstellen. (aktualisiert 10.3.2014)

Zeitungsartikel: Neue Gratisimpfungen für Kinder (Kleine Zeitung, 22. 8. 2011), Kinderimpfprogramm wird erweitert (Standard, 22. 8. 2011), Ausweitung bei Kinderimpfungen (ORF Online, 22. 8. 2011)
Frage: Welche Vor- und Nachteile hat die gleichzeitige Impfung von Kleinkindern mit dem üblichen Sechsfach-Impfstoff (gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hepatitis B und Haemophilus influenzae B) und einem Pneumokokken-Impfstoff? (Leser-Anfrage)
Antwort: Die gleichzeitige Impfung mit Pneumokokken- und Sechsfach-Impfstoff bewirkt im Vergleich zur alleinigen Sechsfach-Impfung einen im Wesentlichen gleichwertigen Impfschutz vor den 6 Erregern. Das etwas erhöhte Risiko für Fieber nach der Impfung steht einem zusätzlichen, beinahe vollständigen Schutz vor einer Infektion mit Pneumokokken und Infektion gegenüber.
Beweislage:
Mittlere wissenschaftliche Beweislage für die sichere Wirksamkeit

Ab dem kommenden Jahr, so Medienberichte, will das österreichische Gesundheitsministererium zwei weitere Impfungen für Kinder kostenlos zur Verfügung stellen. Bisher finanziert der Staat hierzulande neben der Sechsfach-Impfung für Kleinkinder (gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hepatitis B und das Haemophilus influenzae B Bakterium (HiB)) bereits die Kombinations-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln sowie die Rota-Viren-Schluckimpfung. Neu hinzukommen sollen die Immunisierung gegen eine Meningokokken-Art und gegen Pneumokokken.

Können Impfungen schaden…

Die Vorstellung, Impfungen könnten ihrem Kind mehr Nachteile bringen als helfen, verunsichert viele Eltern. Tatsächlich haben Impfstoffe, wie alle Arzneimittel, neben der erhofften Wirkung auch unerwünschte Nebenwirkungen.

Eine Impfung unterstützt den Körper quasi bei der Selbstverteidigung gegen Krankheitserreger. Sobald ein schädlicher Keim in den Körper gelangt, produziert das Immunsystem mit Hilfe weißer Blutkörperchen speziell auf den Eindringling maßgeschneiderte Antikörper. Diese helfen, den Erreger zu bekämpfen und bleiben auch lange danach noch als Schutz gegen spätere Infektionen mit demselben Keim im Blut.

Nebenwirkungen wie Fieber, Schwellungen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Übelkeit oder Schwellungen der Lymphknoten sind normale Anzeichen der gewollten erhöhten Aktivität des Immunsystems nach der Impfung. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Überreaktion des Immunsystems bis hin zu einem allergischen Schockzustand (anaphylaktischer Schock, rund 1-10 Fälle pro 1 Million) kommen . Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es selten auch zu kollapsähnlichen Zuständen kommen, die allerdings nur kurze Zeit anhalten und nicht lebensbedrohlich sind. Ihre Häufigkeit liegt zwischen 1 von 1400 und 1 von 100.000 .

Prinzipiell durchläuft jeder Impfstoff – wie alle Medikamente – ein strenges Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA, in welchem unter anderem dessen Sicherheit und Unbedenklichkeit nachgewiesen werden muss. Treten nach erfolgter Zulassung weitere bisher unbekannte Nebenwirkungen auf, müssen diese der EMA gemeldet werden und können schließlich zur Änderung oder Aufhebung der Zulassung führen.

In der Vergangenheit wurden Impfstoffe immer wieder verdächtigt, für verschiedene schwere Erkrankungen wie Autismus, Epilepsie (Krampfanfälle), Multiple Sklerose oder Plötzlichen Kindstod verantwortlich zu sein. Eine evidenzbasierte Übersichtsarbeit des deutschen Paul Ehrlich Instituts aus dem Jahr 2009 zeigt, dass es für diese Vermutungen keine Hinweise gibt. So sinkt das Risiko für Plötzlichen Kindstod beispielsweise sogar nach Impfungen (Details siehe ). Ein vor wenigen Tagen in den USA veröffentlichter 600-seitiger evidenzbasierter Bericht über Impfschäden fand für diese und ähnliche Mutmaßungen ebenfalls keine Bestätigung.

… oder ist der Nutzen weit größer?

Die Diphtherie ist dank des Schutzes durch die Sechsfachimpfung bei Kleinkindern bei uns heutzutage praktisch unbekannt. Dennoch handelt es sich bei Diphtherie um eine schwere bakterielle Infektion, die mit Schwellungen der Atemwege bis hin zur Erstickungsgefahr sowie möglichen Langzeitschädigungen von Herz und Nerven einhergeht und nachwievor in manchen Ländern verbreitet ist

Als sich beispielsweise Anfang der 1990er die Sowjetunion auflöste, kam es in den Nachfolgestaaten zu einem plötzlichen Anstieg an Diphteriefällen mit insgesamt 140 000 Erkrankungen, darunter 4000 Todesfälle. Grund war die aus verschiedenen Gründen stark gesunkene Durchimpfung der Bevölkerung. Erst nach Bemühungen von offizieller Seite konnte die Epidemie im Zuge eines verstärkten Impfprogramms wieder eingedämmt werden.

Auch andere Kinderkrankheiten, gegen die sich die Sechsfach-Kombinationsimpfung für Kleinkinder richtet, sind hierzulande praktisch nicht mehr verbreitet. Dazu gehört der Tetanus-Erreger, dessen Infektion starke Krämpfe (Wundstarrkrampf) auslösen, die nicht selten (in 1-2 von 10 Fällen) zum Tod führen können. Auch Keuchhusten (Pertussis), das Hepatitis B Virus (verursacht Leberentzündungen, die chronisch werden können), Kinderlähmung (Polio) sowie das Haemophilus influenzae B (HiB) Bakterium (kann Hirnhautentzündungen und in Folge Langzeitschäden des Gehirns verursachen) gehören zu den Erregern, gegen die die Sechsfach-Kleinkinderimpfung größtenteils vollständigen Schutz (bei zumindest 95 von 100 Geimpften) bietet.
Die Impfung gegen (manche, aber nicht alle) Meningokokken welche ebenfalls Hirnhautentzündungen sowie Blutvergiftungen auslösen und zum Tod führen können, ist erst ab dem 12. Lebensjahr vorgesehen.

Ergebnis: Pneumokokken- und Sechsfach-Impfung

Neben Mittelohr- und Lungenentzündungen können auch Pneumokokken ernste Hirnhautentzündungen auslösen. Pneumokokken-Infektionen sind besonders dann gefährlich, wenn das Immunsystem bereits geschwächt, oder wie bei Kleinkindern noch nicht vollständig ausgebildet ist.

Die Nebenwirkungen der Sechsfachimpfung und der Pneumokokkenimpfung für Kleinkinder sind relativ ähnlich. So ist bei mehr als einem von 10 Kleinkindern mit Müdigkeit, Fieber über 38°C, Schwellungen, Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle sowie ungewöhnlichem oder langanhaltendem Schreien oder Übelkeit mit Erbrechen zu rechnen. Bei mehr als einem von 100 Kindern kann das Fieber auch über 39,5°C ansteigen. Bei Fieber kann es selten auch zu Krampfanfällen kommen, bleibende Schäden durch solche Fieberkrämpfe sind aber nicht belegt .

Einer systematischen Übersichtsarbeit zufolge steigt das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen nach einer Kombinationsimpfung aus Sechsfach-Immunsisierung plus Pneumokokken-Impfung geringfügig an. Statistisch gesehen müssen die Eltern etwa jedes 12. kleinen Patienten, der zusätzlich gegen Pneumokokken geimpft wird, mit einer stärkeren Reaktion an der Einstichstelle (Schwellung, Schmerzen, Rötung), erhöhter Müdigkeit und stärkerem Auftreten von Fieber rechnen als dies bei der Sechsfach-Impfung alleine ohnehin schon zu erwarten wäre.

Zusammenfassend zeigt sich durch die gleichzeitige Verabreichung von Pneumokokken- und bisheriger Sechsfach-Impfung kein verminderter Schutz vor den Erregern, während das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen geringfügig ansteigt.

(AutorIn: B. Kerschner, Review: M. Strobelberger, K. Thaler)

Information zu den wissenschaftlichen Studien

Tozzi u. a. (2007)
Studientyp: Systematische Übersichtsarbeit
Anzahl der eingeschlossenen Studien: 4 (davon 2 zu Sechsfach-Impfstoff und Pneumokokken)
Teilnehmer insgesamt: 1420 Kleinkinder.
Vergleich: Wirksamkeit und Sicherheit der Sechsfachimpfung verglichen mit Sechsfachimpfung plus Pneumokokken-Impfung gemeinsam.

Titel: “Can hexavalent vaccines be simultaneously administered with pneumococcal or meningococcal conjugate vaccines?“. Human Vaccines.2007;3(6):252-259. (Studie im Volltext)

Nebenwirkungen nach einer Impfung bei Kindern behandeln!

Wie häufig treten Nebenwirkungen bei Kindern wirklich auf?

Je geringer die akute Bedrohung durch eine Erkrankung ist, umso kritischer werden Nebenwirkungen der entsprechenden Schutz-Impfung gesehen. Bei uns erfahren Sie, wie häufig Nebenwirkungen nach dem Impfen sind und wie Sie mit Schüßler-Salzen Nebenwirkungen nach dem Impfen behandeln.

Unter einem Impfschaden versteht man eine schwere, eventuell auch bleibende Krankheit, die von einer Impfung verursacht wurde. Seitdem in Deutschland nicht mehr gegen Pocken und Tuberkulose geimpft wird, der risikoreichere Ganzkeim-Impfstoff gegen Keuchhusten durch den verträglichen azellulären (nur aus einzelnen Bakterienteilen bestehenden) Impfstoff ersetzt wurde und die Impfung gegen Kinderlähmung nur noch mit abgetöteten Erregern durchgeführt wird, sind Meldungen von Impfschäden rückläufig.

Mit Schüßler-Salzen die Nebenwirkungen vom Impfen behandeln

Hat Ihr Kind Nebenwirkungen nach dem Impfen, ist es z. B. nach einer Impfung unruhig, schreit es vermehrt und/oder hat es mäßiges Fieber (bis 38,5 °C), können ihm folgende Schüßler-Salze in der Potenzierung D6 (jeweils 1-2-stündlich 1 Tablette) helfen:

  • Kalium chloratum (Biochemie Nr. 4):
    wichtiges Entgiftungsmittel, wirkt gegen Entzündungen
  • Silicea (Biochemie Nr. 11):
    Nervenmittel, wirkt entgiftend und leitet Entzündungsprodukte aus

Ist die Impfstelle etwas gerötet, geschwollen und empfindlich, können Sie 3-mal täglich vorsichtig biochemische Salbe Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) auftragen (nicht einmassieren!).

Was tun, wenn Ihr Kind nach einer Impfung Beschwerden hat?

Natürlich liegt es für Sie als Eltern nahe, bei Beschwerden einen Zusammenhang mit der Impfung zu vermuten. Wenden Sie sich als erstes an Ihren Kinderarzt. Er kümmert sich zum einen um die erforderliche medizinische Versorgung Ihres Kindes, zum anderen muss die Ursache der Beschwerden abgeklärt werden. In vielen Fällen ist nämlich gar nicht die Impfung „schuld“, sondern eine andere Krankheit, die nur zufällig in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten ist.

  • Mein Tipp: Kühlen hilft, um Nebenwirkungen beim Impfen zu reduzieren!
    Kühlen Sie die Impfstelle bei einer Lokalreaktion (z. B mit einer Kältekompresse – nur in den Kühlschrank, nicht ins Gefrierfach legen!). Nicht länger als 10 Minuten kühlen und nie auf bloßer Haut (entweder über Strampler oder in Gästehandtuch eingewickelt).

Wissen für Eltern: Alles rund ums Impfen!

Unsere Übersichtstabelle mit Möglichen unerwünschten Nebenwirkungen nach einer Schutz-Impfung und viele weitere wertvolle Informationen zum Thema Impfen finden Sie in unserem gleichnamigen Spezialreport, den Sie in unserem, Shop anfordern können.

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