Baby mit eltern

Sehfähigkeit
 Was und wie Babys sehen

Das beidäugige Sehen entwickelt sich ab der neunten Lebenswoche: Die von beiden Augen gelieferten Informationen verschmelzen nun zu einem Bild und das Baby kann nun auch räumlich sehen. Das Kind erkennt jetzt Gegenstände, die bis zu zweieinhalb Meter weit weg sind. Babys verfolgen nun nicht mehr nur Bewegungen und Gegenstände mit den Augen sondern fangen auch an, nach ihnen zu greifen. Hände und Füße werden interessanter, landen im Mund und werden ausprobiert. Somit wird auch die Hand-Augen-Koordination trainiert. Das menschliche Gesicht bleibt jedoch immer noch das interessanteste Objekt für die kleinen Erdenbürger. Mittlerweile ist das Baby bemüht, die Unterschiede in der Mimik seines Gegenübers herauszufinden. Es versucht, Zusammenhänge zwischen seinem eigenen Verhalten und den mimischen Reaktionen seiner Eltern zu erkennen. Der Gesichtsausdruck seines Gegenübers ist für das Kind eine wichtige Quelle und vor allem für die Entwicklung der eigenen Gefühle nützlich. Fühlt sich das Baby gut und der Vater lächelt ihm zu, lernt es, dass sein eigenes Gefühl positiv ist. Außerdem regt der Gesichtsausdruck zur Nachahmung an. Auch später beim Sprechen lernen läuft beim Kleinkind viel über die Mimik der Erwachsenen. Besonders leicht zu erkennen sind Lippenbewegungen und Gesichtsausdrücke, wenn sie von den Eltern übertrieben werden: Ein breites Lächeln oder aufgerissene Augen lassen das Baby schneller erkennen, ob sie jemand freut oder überrascht ist. Auch lernt das Kind in dieser Zeit, über seine Augen zu kommunizieren. Beispielsweise schaut es seinen Eltern in die Augen und bewegt seinen Körper um auf Befinden und Bedürfnisse hinzuweisen. Der Blickwechsel zwischen Elternteil und Spielzeug sagt „Ich möchte das haben, kann es aber noch nicht eigenständig erreichen“. Reagieren Eltern auf diese Kommunikation und reichen dem Kind das Spielzeug, fühlt sich das Baby verstanden und ist glücklich. Gegenstände werden nicht nur angeguckt und verfolgt, sondern auch in den Mund gesteckt. So lernt das Baby schnell, Gegenstandskategorien zu unterscheiden. In diesem frühen Stadium ist das meistens der Unterschied zwischen „Kann man essen“ und „Kann man nicht essen“. Auch das Farbsehen ist gut ausgebildet und erreicht im vierten Lebensmonat fast den Stand des Farbensehens bei Erwachsenen.

Babys erstes Lebensjahr

Die Entwicklung eines jeden Kindes ist einzigartig, so individuell wie das Kind selbst. Schon die Kleinsten offenbaren ihren Charakter: Die einen sind aufgeweckt und aktiv, andere ruhig und zurückhaltend. Und alle meistern einzelne Entwicklungsschritte in ihrem eigenen Tempo. So müssen Gleichaltrige nicht zum selben Zeitpunkt sitzen, sprechen oder laufen. Genauso wenig lassen sich Fortschritte fristgerecht abhaken. Übersichtstabellen geben lediglich Durchschnittswerte an. Daher sind Kommentare wie „Ihre Tochter sitzt noch nicht? Da würde ich mir aber Sorgen machen!“ unangebracht.

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Babys erstes Lebensjahr: individuell und einzigartig

Mutter und Vater haben selbst am ehesten die Möglichkeit, ihr Kind mit all seinen Eigenheiten, Verhaltensweisen und Bedürfnissen kennen zu lernen – wann es schreit, ob es mit oder ohne Licht einschläft und welchen Brei es gerne isst. Das ist eine gute Voraussetzung dafür, instinktiv zu beurteilen, ob bzw. wann etwas nicht stimmt. Haben Eltern das Gefühl, dass sich ihr Kind auffällig verhält, sollten sie nicht zögern, den Rat eines Kinderarztes oder einer anderen Fachperson einzuholen.

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Riechen, Schmecken, Tasten

Alle fünf Sinne sind bei der Geburt schon hellwach, allerdings unterschiedlich ausgeprägt. Geschmacks- und Geruchssinn funktionieren bereits gut. Das feine Näschen trifft sogar Unterscheidungen: So erkennen Babys ihre Mütter sofort nach der Geburt, denn die Brustwarzen geben denselben Duftstoff ab, den die Säuglinge bereits aus dem Fruchtwasser kennen. Der Tastsinn ist lange vor der Geburt ausgereift. Das Baby hat sich im Bauch schon selbst an den Händen gehalten und sein kleines Gesicht gestreichelt. Vor allem über Körperkontakt und zärtliche Berührungen erfährt der Säugling nach der Geburt Sicherheit und Geborgenheit.

Hören

Schon vor seiner Geburt ist ein Baby „ganz Ohr“: Die Stimmen seiner Eltern, Mamas Herzschlag und das Rauschen ihres Blutes sind Geräusche, die es im Bauch wahrnimmt. In den ersten Tagen nach der Geburt hört das Neugeborene wegen des Fruchtwassers in seinen Ohren noch gedämpft. Langsam gewöhnt es sich an die neuen Geräusche. Schon in der ersten Lebenswoche unterscheidet es aber die Stimme seiner Mutter von anderen. Zwischen dem fünften und sechsten Monat reagiert es auf weiter entfernte Klänge und wird bei fremden Geräuschen unruhig. Wie die Sehfähigkeit ist auch das Hören bedeutend für die Entwicklung des Kindes – insbesondere die Sprachentwicklung hängt stark davon ab. Denn ein Kind, das nicht hört, kann nicht sprechen lernen. Auch wenn ein Hörtest unauffällig war, sollten Eltern den Hörsinn ihres Kindes kontinuierlich überwachen. Erfahre mehr über die Entwicklung des Hörens und des Sprechens in unserem Spezial „Sprechen lernen„.

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Sehen

Babys können sofort sehen – allerdings noch undeutlich. Das Zusammenspiel der Augen muss sich ebenso wie die Sehschärfe erst noch einstellen. Babys beste Sehschärfe liegt zunächst in einem Abstand von 20 bis 30 Zentimetern vom Auge. Intuitiv nehmen die Eltern mit ihrem Gesicht den richtigen Abstand ein, wenn sie sich ihrem Kind zuwenden. Anfangs interessiert sich das Baby vor allem für sich bewegende, freundliche Gesichter. Im Alter von drei bis vier Monaten entwickelt sich das räumliche Sehen. Babys erkennen Gegenstände, die weiter entfernt sind, und beginnen nach Dingen zu greifen, um sie anzuschauen. Bunte Sachen werden jetzt richtig interessant! Zwischen dem siebten und achten Monat beginnen sie richtig neugierig auf ihre Umgebung zu werden, sehen Dinge außerhalb ihrer Reichweite und strecken mit einem fröhlichen Krähen die Ärmchen danach aus. Über das Sehen erfährt auch die geistige, motorische und sprachliche Entwicklung einen Schub: Je mehr das Baby sieht, desto mehr will es auch erkunden und buchstäblich „begreifen“. Erfahre mehr über die Entwicklung des Sehens in unserem Beitrag „Wann kann ein Baby sehen?„.

Sprechen

Ein Kind liebt es, vertraute Stimmen zu hören. Die Eltern unterstützen so seine Hörfähigkeit und wecken gleichzeitig die Lust am eigenen Sprechen. Zuwendung erfährt ein Säugling auch über die Sprache, wenn Eltern ganz alltägliche Handlungen wie Wickeln mit Worten begleiten. Das ist für das Kind genauso wichtig wie körperliche Nähe. Im Alter zwischen zwei und drei Monaten erprobt das Baby mit Freude quietschend, glucksend und brummend seine Stimme. Nur wenige Monate später äußert es verständliche Laute und macht auf sich aufmerksam. Ungefähr ab dem siebten Monat beginnt es Doppelsilben wie „da-da“ zu bilden und plappert eifrig drauflos. Gegen Ende des ersten Lebensjahres versteht es einfache Aussagen wie „Wo ist die Oma?“. Das lang ersehnte erste Wort formulieren Kinder meist, wenn der erste Geburtstagskuchen auf dem Tisch steht.

Fühlen

Unbehagen oder Wohlgefühle verspürt ein Baby schon früh. Mit sechs Wochen zeigt es deutlich Freude und lernt ab zirka zwei Monaten, sein Schreien je nach Bedürfnis zu variieren: Müdigkeit, Hunger und Bedürfnis nach Aufmerksamkeit oder Trost? Eltern müssen Babys Gefühle wahrnehmen und ihm helfen, mit ihnen umzugehen. Dadurch lernt das Kind, seine Gefühle richtig zu interpretieren. Durch ein feinfühliges Verhalten der Eltern entwickelt sich eine sichere Bindung zwischen Kind und Eltern, die sich positiv auf seine gesamte Entwicklung auswirkt. Intensive Gefühle wie „Fremdeln“ stellen sich zwischen dem sechsten und achten Monat ein.

Denken

Babys lernen mit der Zeit, Seh- und Tasteindrücke miteinander zu verknüpfen. Durch selbstständiges Tun erfahren sie, wie sie eine Rassel bewegen müssen, um ihr ein Geräusch zu entlocken. Sie begreifen nach und nach Ursache und Wirkung. Dadurch wird ihr Entdeckergeist noch mehr geweckt und sie versuchen, dieses Wissen auf andere Bereiche zu übertragen. Mit acht bis neun Monaten stellt der Nachwuchs zudem fest, dass Gegenstände und Personen nicht zwangsläufig verschwunden sind, nur weil sie sie nicht mehr sehen können. Spiele, bei denen sich Menschen verstecken und plötzlich mit einem „Kuckuck“ hinter einem Kissen wieder auftauchen, lassen sie fröhlich juchzen.

Greifen

Kaum reicht man einem Säugling den Finger, greift er zu. Was zunächst ein Reflex ist, muss das Kind trainieren, bis es etwas bewusst festhalten kann. Mit vier bis fünf Monaten greift es bereits gezielt nach Gegenständen. Etwas später wird es alles, was es in die Hände bekommt, in den Mund stecken, um es genau zu untersuchen. Ungefähr mit einem Jahr setzen Babys ihre Hände schon geschickt ein und fassen einen Ball sogar mit beiden Händen. Gezieltes Loslassen lernen Kinder erst in den darauf folgenden Monaten. Um ihre Geschicklichkeit auszubilden und ihrer Lust auf Neues nachzukommen, ist es sinnvoll, Babys viele unterschiedliche Materialien und Formen kennen lernen und erfühlen zu lassen.

Motorik

Besonders bei der motorischen Entwicklung unterscheiden sich Babys voneinander. Während eines alle Etappen nacheinander abarbeitet, durchläuft ein anderes mehrere Entwicklungsschritte fast parallel. Folgende Etappen liegen auf Babys Weg: Mit etwa drei Monaten hält das Kind in der Bauchlage den Kopf selbst hoch. Zwischen dem dritten und siebten Monat kann es sich schon eigenständig drehen; dann versucht es, sich alleine fortzubewegen und frei zu sitzen. Sich aufsetzen, an Möbeln hochziehen, an ihnen entlanghangeln und schließlich frei gehen – das lernt das Kind zwischen dem neunten und 20. Monat. Keine Sorge: Auf dem Weg zum aufrechten Gang können die Fortbewegungsarten des Kindes schon mal ein wenig merkwürdig aussehen – es probiert eben alles aus! Eltern sollten ihr Kind aber nicht einfach hinsetzen oder -stellen. Wenn das Kind bereit dafür ist, bringt es sich Sitzen, Aufstehen und Laufen schon früh genug selbst bei.

Entwicklung Baby – 1. Monat

Letzte Änderung: 08.04.2016
Nächste Aktualisierung von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Schon im Mutterleib hat ein Säugling bis zum Tag seiner Geburt eine Menge Fertigkeiten entwickelt, die sich im Laufe der nächsten Monate weiterentwickeln und erweitern. Im 1. Monat heißt es aber erst einmal: ankommen!

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Inhaltsverzeichnis

  • Die ersten vier Wochen
  • Weitere Informationen

Das Baby benötigt in den ersten vier Wochen seine ganze Energie, um sich an die neue Umwelt zu gewöhnen. Während der Schwangerschaft war es in der Enge der Gebärmutter vor Kälte, Schmerzen, Hunger, lauten Geräuschen und vielen anderen Sinneseindrücken geschützt und eng mit der Mutter verbunden. Nach der Geburt dauert es noch eine lange Zeit, bis das Baby begreift, dass es ein eigenständiges Wesen ist.

Die ersten vier Wochen im Leben eines Säuglings dienen daher dem Ankommen in der fremden Welt. Am wichtigsten ist es in dieser Zeit, dass die grundlegenden Körperfunktionen ihre Arbeit erfüllen: Atmung, Kreislauf, Verdauung und Körpertemperatur müssen gleich nach der Geburt stabilisiert und aufrechterhalten werden.

Außerdem müssen Babys nach und nach folgende Komponenten ihrer neuen Umwelt anpassen:

  • Im Laufe der ersten Wochen muss der Säugling einen eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus finden (der nicht unbedingt dem Tag-Nacht-Rhythmus entspricht).
  • Die Motorik muss verbessert werden (Koordination von Bewegungen, Körperhaltung, …).
  • Das Baby muss nach und nach lernen, seine Befindlichkeiten zu regulieren, also etwa sich zu beruhigen, wenn es unruhig ist.
  • Es muss lernen, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten – dafür ist es nötig, Dinge zu beobachten und auf Geräusche zu lauschen.

All das stellt einen fortwährenden Prozess dar, der mit der Zeit immer mehr verfeinert und ausgebaut wird und Säuglinge zu Beginn massiv fordert. Erst im dritten Monat hat sich das Baby so weit angepasst, dass es damit beginnen kann, seine Umgebung genauer zu erkunden. Neugeborene hingegen können nur über fünf bis zehn Minuten aufmerksam sein – danach sind sie erschöpft. Wenn Sie Ihr Baby genau beobachten, können sie sehen, dass seine Augen dann an Glanz verlieren und es den Blick abwendet.

Damit das Neugeborene nicht von Außenreizen überflutet wird, greift ein natürlicher Schutzmechanismus: Es schläft 16 bis 20 Stunden am Tag, in Intervallen von ein bis vier Stunden, um sich nicht zu überfordern. Es gibt aber auch Säuglinge, die Probleme mit dieser Regulation haben (Schreibabys).

Auch die Ausdruckmöglichkeiten des Säuglings sind in den ersten Tagen nach der Geburt noch begrenzt. Dennoch kann er von Anfang an grundlegende Gefühle und Bedürfnisse äußern, entweder durch Schreien oder aber durch eine bestimmte Körperhaltung.

Fühlt das Neugeborene sich wohl, zeigt es das durch Laute und – noch unkoordinierte – Bewegungen. Beim schlafenden Säugling ist schon früh im ersten Monat das sogenannte Engelslächeln zu beobachten, welches jedoch keine Gefühlsregung im eigentlichen Sinne ausdrückt. Ein erstes richtiges Lächeln beim wachen Kind werden die Eltern nach etwa zwei bis vier Wochen beobachten können. In dieser Zeit lächelt das Kind meist spontan ohne einen bestimmten Reiz von außen.

Mit dem Baby nach Hause – die erste gemeinsame Zeit!

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Die erste gemeinsame Zeit mit dem Neugeborenen können Sie entspannt genießen, wenn Sie ein paar Punkte beachten.

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Die Nachsorge-Hebamme ist Anlaufstelle Nummer eins bezüglich Babyfragen. Hören Sie zuerst auf Ihr Bauchgefühl, aber scheuen Sie sich nicht, ihre Hilfe anzunehmen.

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Auch wenn alle das neugeborene Baby möglichst bald sehen möchten: In der ersten Zeit brauchen Sie viel Ruhe!

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Viele Eltern müssen in der ersten Zeit lernen, auch einmal Dinge liegen zu lassen. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Kind, der Rest kommt von alleine, wenn sich alles eingespielt hat.

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Die richtige Kleidung: Lieber ein bisschen zu kühl als zu warm! Der Nacken sollte warm sein, aber nicht heiß oder verschwitzt.

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Stillen will gelernt sein, sowohl von der Mutter als auch vom Kind. Der richtige Trinkrhythmus stellt sich erst nach einer Weile ein.

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Babybett oder Familienbett: Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Klar ist: Babys brauchen viel Nähe.

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Babys benötigen in der ersten Zeit wenig Pflegeprodukte. Lassen Sie sich beim ersten Bad von der Hebamme helfen.

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Neugeborene müssen im Schnitt alle drei Stunden gewickelt werden, damit der Po nicht wund wird.

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Babys schreien, das ist normal. Wirkliche Schreikinder jedoch können Eltern an ihre Grenzen bringen.

Das nimmt Ihr Baby wahr

Die Wahrnehmung des Säuglings ist in den ersten vier Wochen noch eingeschränkt. Er braucht sehr lange, um einen Reiz aufzunehmen und zu verarbeiten und ermüdet rasch. Verständlich, denn nach der Geburt muss das Neugeborene erst einmal lernen, mit der Fülle von ungedämpften Geräuschen klarzukommen, die nun auf es einströmen. Besonders plötzliche, laute Geräusche erschrecken es schnell. Wenn das Baby ausgeschlafen und aufmerksam ist, mag es aber hohe Töne besonders gerne – die meisten Eltern sprechen ihren Säugling daher instinktiv in einer höheren Stimmlage an.

Im Laufe der Zeit muss das Baby dann lernen, die unterschiedlichen Geräusche zu filtern, voneinander zu unterscheiden und darauf zu reagieren. Sie können Ihr Kind dabei unterstützen, indem Sie viel mit ihm sprechen, kommentieren, was Sie gerade tun, und bestimmte Rituale einführen, wie beispielsweise ein wiederkehrendes Schlaflied, wenn Sie das Baby ins Bett legen.

Auch der Geruchs- und Geschmackssinn ist bei Neugeborenen gut entwickelt: Babys erkennen ihre Mutter nach der Geburt am Geruch und können schon verschiedene Geschmacksrichtungen unterscheiden.

Von Geburt an kann ein Säugling sowohl sehen als auch hören – allerdings beides in eingeschränkter Form. Kurz nach der Entbindung nimmt ein Baby die Umgebung nur unscharf wahr – am deutlichsten erkennt es Dinge, die sich etwa 20 bis 25 Zentimeter vor seinem Gesicht befinden. Neugeborene betrachten gerne Gesichter – besonders die der Eltern, die automatisch die optimale Entfernung einhalten, wenn sie mit ihrem Baby sprechen.

Zudem können Neugeborene keine Farben sehen, sondern ausschließlich Grautöne. Allerdings erkennen sie unterschiedliche Formen, Muster, Kontraste und Helligkeiten.

Hören können Babys schon, bevor sie auf die Welt kommen. Im Mutterleib klingen die Geräusche gedämpft, dennoch lernt das Ungeborene schon dort beispielsweise die Stimme der Mutter kennen und erkennt diese später auch wieder.

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Reflexe & Bewegungen

Neugeborene verfügen außerdem über eine Reihe angeborener Reflexe: So beginnt Ihr Kind instinktiv zu saugen, sobald Sie mit dem Finger seinen Gaumen berühren. Das hat es bereits im Lauf der Schwangerschaft mit den eigenen Fingern geübt. Darüber hinaus ist der Greifreflex sehr ausgeprägt – auch das konnte das Baby schon im Mutterleib erproben, indem es mit der Nabelschnur oder den eigenen Fingern und Zehen spielte. Wenn Sie mit Ihrem Finger die Handfläche Ihres Babys berühren, wird es feste die Hand schließen. Sowohl der Saugreflex als auch der Greifreflex verschwinden, je bewusster das Baby seine Bewegungen steuert.

Bis dahin dauert es aber noch ein paar Wochen: Im 1. Monat sind die Bewegungen des Säuglings noch ungezielt, es strampelt mit den Beinen, rudert mit den Armen, kann den Kopf noch nicht selbstständig halten und seine Lage nicht verändern. Das ändert sich erst, wenn die Muskeln mit der Zeit kräftiger werden und das Verständnis für das Umfeld wächst.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die genannten Entwicklungsschritte können daher nur Anhaltspunkte sein. Wenn Ihr Baby von dieser Entwicklung abweicht, ist das zunächst kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.

Tipps für die ersten vier Wochen

Am besten ist beim Neugeborenen der Tastsinn ausgeprägt: Während der Schwangerschaft war das Baby durch die Enge in der Gebärmutter und das Fruchtwasser permanent Berührungen ausgesetzt. Mit den Händen erkundete es die Nabelschnur oder lutschte am Daumen. Neugeborene behalten dieses Verhalten bei, indem sie zum Beispiel die Hand oder einzelne Finger in den Mund stecken.

Babys brauchen Körperkontakt

Die fehlende Berührung und Enge des Mutterleibs müssen mithilfe der Eltern ausgeglichen werden: Tragen und halten Sie Ihr Baby besonders in den ersten Wochen möglichst viel und nutzen Sie alltägliche Abläufe, um immer wieder Körperkontakt zum Neugeborenen aufzunehmen. So können Sie beispielsweise die tägliche Babypflege mit einer Massage verbinden und beim Stillen oder Fläschchengeben intensiv kuscheln.

Viele Babys werden gerne fest in Decken gewickelt (sog. Pucken), um die Geborgenheit der Gebärmutter nachzuempfinden – lassen Sie sich am besten von der Nachsorgehebamme zeigen, wie das geht, und achten Sie darauf, ob sich Ihr Baby mit dem Pucken wirklich wohl fühlt.

Das ist im 1. Monat wichtig

Im 1. Monat stehen folgende Vorsorgeuntersuchungen an:

  • U1: direkt nach der Geburt
  • U2:-10. Lebenstag
  • U3:-5. Lebenswoche

Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr – sie dienen dazu, Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen frühzeitig zu erkennen. Je früher Probleme erkannt werden, desto besser kann man sie behandlen. Außerdem können Sie diese Termine dazu nutzen, Unsicherheiten und Fragen direkt mit dem Kinderarzt zu besprechen.
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Baby 8,5 Monate mag lieber immer zum Papa

Hey ihr Lieben,
bitte steinigt mich jetzt nicht direkt, denn ich weiss, dass es auch toll ist, dass unser Sohn so ganz vernarrt auf den Vater ist, aber trotz allem kann das einem Mutterherzen sehr weh tun.
Seit 2 Wochen ist es so, dass wenn der Kleine den Vater sieht, ich total abgeschrieben bin. Er will von meinem Arm weg auf seinen, wenn ich ihn nehmen will hat er am Anfang sogar geweint (dass macht er jetzt nicht mehr).
Alles ist mit dem Papa einfach toller und lustiger. Viele sagen dass es daran liegt, dass er den Vater nur abends sieht, aber was ist denn damit, dass die Mutter die vertrautere Person ist, weil sie den ganzen Tag da ist?
Wir haben einen pflegeleichten Sohn der sich auch immer gut allein beschäftigen konnte, so dass ich nebenher noch immer den Haushalt machen konnte. Jetzt habe ich leider mein Verhalten schon dahingehend verändert, dass ich mit dem Kleinen fast den ganzen Tag spiele und alles andere liegen lasse, in der Hoffnung dass er mich auch „wieder so lieb hat wie den Papa“. Aber am Ende des Tages ist er wieder der Held und die ganze Mühe umsont. Und irgendwie mag ich mein „Erziehungsverhalten“ gar nicht ändern, nur um mich quasi bei Ihm beliebt zu machen.Alles komisch was man so denkt…
Kennt das jmd? Und kann mir jmd sagen ob das Kind auch bald auf alle Fälle ne Mutterphase bekommt? …manchmal denke ich es hat zu wenig Kontakt zu mir aufgebaut, weil ich den kleinen nicht stillen konnte
Bitte nicht falsch verstehen, mein Verhältnis ist super zu ihm, er ist mein Ein und Alles und nichts ist wichtiger!!! Aber vielleicht fehlt ihm was??
Danke für eure Meinungen, lg, Mareike

Papa-Phase: Wenn Mama abgeschrieben ist

Papa ist der Beste. Mama ist blöd. Fast alle Kinder stecken irgendwann in der Papa-Phase. Die Phase, in der der Vater angesagt ist, kann sich sogar wiederholen. Das steckt dahinter.

Manche Mütter nehmen’s locker, wenn das Kind in der Papa-Phase steckt, andere sind totunglücklich. Eins ist sicher: Wenn ein Kind nur noch nach dem Vater verlangt, hat das nichts damit zu tun, dass die Mutter abgewiesen wird. Im Gegenteil: Die Zuwendung zum Vater ist absolut positiv zu sehen. Es kann mehrere Ursachen für die Papa-Phase geben.

Autonomie: Die Papa-Phase mit 1 – 2 Jahren

Erst vor kurzem erzählte mir eine Freundin totunglücklich von der aktuellen Misere: Ihre Zwillinge (fast 2) wenden sich von ihr ab. Sie rufen ausschließlich nach „Papa, Papa“. Sie als Mutter wurde sogar weggestoßen. „Was habe ich bloß falsch gemacht?“, fragt sie sich. „Ich als Mutter reiße mir den A*** für die beiden auf und dann wollen sie nur zum Papa.“ – Die Antwort: Sie hat gar nichts falsch gemacht. Die Papa-Phase ist ganz normal. Das Kleinkind wendet sich von der ersten Bezugsperson ab und richtet sämtliche Wünsche an die ihr ebenfalls vertraute Person. Aber: Papa ist eben nicht die Person, die das Kind ausgetragen, gestillt, Tag für Tag gewickelt und getröstet hat. Und doch ist er absolut vertraut im Leben des Kindes. Das Kleinkind zeigt damit, dass es langsam zum autonomen Wesen wird. Vielmals geht dieses Verhalten auch mit der Trotz-Phase einher. Das Kind braucht seine Bezugsperson Nummer 1 nicht mehr ständig um sich herum. Der Radius vergrößert sich, das Kleinkind entdeckt sich selbst und sagt manchmal auch schon „Ich“. Übrigens: Insbesondere Zwillinge brauchen ein bisschen länger als Einlings-Kinder, um die Autonomie-Phase zu erreichen. Sie müssen sich nicht nur von der Mutter lösen, sondern müssen auch erkennen, dass die Schwester/der Bruder eine andere Person ist.

Wildes Spielen: Die Papa-Phase mit 2 – 4 Jahren

Wenn sich der Spieltrieb immer weiter ausbildet, ist es gut möglich, dass Papa wesentlich höher im Kurs als Mama steht. In vielen Familien spielt die Mutter anders mit dem Kind als der Vater. Beim Papa geht es wilder zu. Die Schaukel schwingt höher, der Papa wirbelt seine Tochter oder seinen Sohn schnell durch die Luft oder liefert sich wilde Verfolgungsjagden und Kitzelattacken. Mit Mama ist öfter mal lesen, basteln oder Memory spielen angesagt.

Geschlechterrolle: Die Papa-Phase ab 3 Jahren

Ab etwa drei Jahren sind sich Kinder darüber bewusst, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt. Manche Töchter binden sich in dieser Zeit noch mehr an die Mutter und manche Söhne an ihre Väter. Auch dies ist eine mögliche Begründung für die Vater-Phase.

Wenn die Papa-Phase bleibt

Auch diese Variante erleben viele Väter: Manchmal ist es schlicht und einfach genetisch bestimmt, dass Papa und Sohn oder Tochter sich besonders nahe sind. Oftmals ist dieses unsichtbare Band von Beginn an zwischen dem Vater und seinem Kind. Und: Es wird für immer bestehen bleiben. Die beiden verstehen sich blind. Die Mutter ist dennoch nicht außen vor. Jedes Familienmitglied findet seine Rolle und jeder hat einen wichtigen Stellenwert.

Klare Regeln: So verhalten sich Mama und Papa am besten

Wie reagieren? Schlecht wäre, wenn der Vater sich der Mutter zuliebe vom Kind abwendet. Genauso schlecht wäre es aber auch, wenn Vater und Kind die Mutter ausschließen. Als Vater sollte man sich auf jeden Fall auch in dieser Phase an die geltenden Familien-Regeln halten, um der Mutter nicht in den Rücken zu fallen. Übrigens: Spätestens wenn das Kind Ruhe und Schutz sucht, kehrt es wieder in Mamas Arme zurück.
Ganz wichtig: Nehmen Sie die Abwendung von der Mutter nicht persönlich. Wenn Ihr Kind „Mama ist blöd“ sagt, ist dies auch nicht hart zu bewerten. Ihr Kind ist eben noch nicht in der Lage Sprache korrekt anzuwenden. Auch wenn die Ablehnung hart erscheint, ihr Kleines wird damit mehr und mehr zu einem selbstständigen Menschen.

Knigge & Co

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Plötzlich Papakind, wenn Mama gar nicht mehr zählt

Plötzlich Papakind, wenn Mama gar nichts mehr zählt

Süß ist dieses kleine Mädchen, also wirklich niedlich. Sie singt, schaukelt und spricht. Sie hüpft, rennt und buddelt auf den Spielplätzen unserer Umgebung und dann ruft sie „Papa“. Immer wieder und wieder ruft sie „Papa komm“. Papa ist aber noch im Büro und so gehe ich hin und werde nur mit einem barschen „Mama weg“ mal wieder zur Seite gestoßen.

Mama geht natürlich nicht weg und begleitet am Ende das Kind auch nach Hause, aber der Rückweg ist zäh und langsam und von „Papa kommt gleich“ gezeichnet. Seit Wochen setzt mir der andauernde Mama Streik zu. Immer wieder heißt es „Papa da“ „Papa Arm“ und „Papa liebe dich“. Sobald ich aber den Raum betrete, wird nur gebrüllt „Mama weg“ „Mama nein“ und „Papa lieb“. Obwohl Papa und ich schon bereits mehrere Male dem Kind erklärt haben das wir alle zusammen gehören und das Mama ein wichtiger Teil der Familie ist und sie ganz doll lieb hat schreit das Kind derzeit immer weiter nur „Mein Papa“ und lässt mich hier stehen, gefühlt allein im Regen.

“Papa Arm?” “Mama weg!”

Gerade heute hat der allerliebte Papa nur noch „Guten Morgen“ gesagt und ist dann auf die Arbeit verschwunden. Die Kleinste ließ sich lange nicht weinend von der Wohnungstür wegnehmen und war dann nur mit ganz viel streicheln von der Tür zu bewegen.

Im Internet finden sich überall nur wunderbare Texte zum Thema „Mamakind“ aber Texte in denen es darum geht wie man sich fühlt als Mutter wenn einen das Kind sozusagen seit Wochen links liegen lässt, findet man da nicht.

Man fühlt sich abgenabelt – ganz plötzlich

Sicherlich geht es den Vätern nicht anders als den Müttern, man fühlt sich allein und traurig und irgendwie abgenabelt. Ja, ich sitze hier und fühle mich seltsam abgeschnitten von meinem kleinen Kind. Es wird groß, trifft allein Entscheidungen, zieht gerade den Papa bei wichtigen Dingen des Lebens vor. Eine gute Wahl hat sie da getroffen, die kleine Madame, die beste Wahl.

Ich kann wohl gerade nur danebenstehen und diesem kleinen Menschen beim groß werden zuschauen und offen bleiben. Mich immer wieder selbst ins Spiel bringen, ihr zeigen wie sehr ich das Kind liebe und ab und zu daran denken, dass diese „Papakind“ Phase sicherlich auch eines Tages wieder vorbeigeht.

Alu

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