Baby LED weaning

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Baby-led Weaning: Beikost-Methode in der Kritik

Worum geht’s hier?

Darum, wie Babys daran gewöhnt werden, „normales“ Essen zu sich zu nehmen und nicht nur Mutter- oder Flaschenmilch. Bei dieser so genannten Beikosteinführung gibt es einen neuen Trend: „Baby-led Weaning“ nennt sich die Methode, übersetzt heißt das „Baby-gesteuertes Abstillen“. Sie wurde in Großbritannien von der Gesundheitsberaterin Gill Rapley entwickelt.

Was ist neu an dieser Methode?

Bislang wird Eltern in der Regel empfohlen, nach etwa einem halben Jahr mit dem Zufüttern von Brei zu beginnen. Dieser soll dann nach und nach die Milchmahlzeiten ersetzen.

Das Baby-led Weaning geht davon aus, dass das Baby selbst steuern sollte, wann es vom Stillen genug hat und normale Lebensmittel zu sich nehmen will. Statt Brei soll man lieber Fingerfood anbieten, also zum Beispiel gekochte Möhren, Brokkoli, Kartoffeln, Nudel oder frisches Obst. Das Baby soll sich das Essen selbst nehmen, also nicht gefüttert werden.

Gill Rapley geht davon aus, dass Kinder sowieso lieber das essen wollen, was der Rest der Familie zu sich nimmt und so ein gesünderes Essverhalten lernen.

Klingt doch gut. Woher kommt nun die Kritik am Baby-led-Weaning?

Unter anderem vom deutschen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Die Ärzte warnen davor, dass Kinder durch diese Methode womöglich nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt würden.

Für eine gute Versorgung sei ein ausgewogenes Nahrungsmittelangebot wichtig, heißt es in einer offiziellen Erklärung des Verbandes. „Dieses kann bei Säuglingen, die ‚von der Hand in den Mund‘ leben, auf der Strecke bleiben. So kann es zum Beispiel sein, dass das Kind nicht genug Eisen aufnimmt. Denn die Eisenspeicher der Babys sind schon kurze Zeit nach dem Abstillen praktisch leer. Wenn das Kind dann nur an einem Stück Fleisch saugt, bekommt es kaum Eisen.“

Die Ärzte empfehlen, sich stattdessen weiterhin an dem bewährten Ernährungsplan zu orientieren. Heißt: Brei füttern, dann nach und nach andere Lebensmittel einführen.

Aber wenn das Baby nun mal lieber Brokkoli mümmelt als Pastinakenpampe?

Ja, genau das ist auch das Argument der Befürworter. Nora Imlau, Autorin und Expertin für Babyentwicklung, kritisiert die einseitige Darstellung der Kinderärzte. „Babys haben ein angeborenes gesundes Gefühl dafür, wann sie feste Kost brauchen und welche Lebensmittel ihnen in welcher Menge gut tun“, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. Aber natürlich müssten Eltern auch beim Baby-led Weaning die Babys, ihr Verhalten und ihr Gewicht beobachten und einen möglichen Mangel ausgleichen.

Worauf sollen verunsicherte Eltern denn nun hören?

Unsere Empfehlung: auf ihren gesunden Menschenverstand! Sicherlich ist es nicht klug, die recht dogmatische Ur-Rapley-Methode stur durchzupeitschen, wenn das Baby gar keine Lust auf Fingerfood hat und das Essen nur auf den Boden wirft. Und wenn ihr nach 14 Monaten Stillen das Gefühl habt, dass es jetzt aber auch mal gut ist, dann stillt ihr eben ab.

Lassen sich die Methoden denn auch kombinieren?

Klar, warum nicht? Viele Eltern werden feststellen, dass eine Mischform sogar sehr praktikabel ist. Also Fingerfood anbieten plus pürierte Spaghetti-Bolognese. Am Ende geht es ja auch um die Vielfalt des Essens – und dessen Qualität: „Die Qualität der Ernährung kleiner Kinder steht und fällt mit der Qualität der Lebensmittel, die sie bekommen. Es ist möglich, Babys mit Breien unausgewogen zu ernähren, und es ist natürlich auch möglich, Babys mit Fingerfood ungesund zu ernähren“, erklärt Nora Imlau. „Nicht die Art des Beikostststarts ist also für mögliche suboptimale Ernährungsgewohnheiten verantwortlich, sondern die Lebensmittelauswahl.“

Und was ist nun mit dem Eisenmangel!?

Den sollte man im Blick behalten. Denn Eisen ist wichtig fürs Wachstum. Es steckt nicht nur in Fleisch, sondern auch in Getreide wie Hafer oder Hirse. Beides kann das Baby natürlich in Brei-Form besser zu sich nehmen. Wenn ihr da unsicher seid, sprecht mit eurem Kinderarzt.

Übrigens: Solange ihr noch parallel zur Beikost stillt (was beim Baby-led Weaning ja meist länger der Fall ist), müsst ihr euch darum nicht allzu sehr sorgen. Denn über die Muttermilch bekommt das Kind ausreichend Nährstoffe. Und Spaß am Brokkoli kann es trotzdem haben.

Die letzten Tage und Wochen sind mir einige Artikel begegnet, in denen Kritik an BLW ausgeübt wird. Mehr oder weniger gut begründet und meist einfach nur schlecht recherchiert. Oft reißerisch aufgemacht und geschrieben wie eine schlechte Klatschkolumne. Clickbait par excellence! Was ist der Sinn dieser Artikel? Sollen Sie uns BLW-Mamis Angst machen und Unsicherheiten schüren? Steckt tatsächlich, wie schon einige mutmaßen, die Gläschenindustrie dahinter, die Angst hat, dass die gerade wieder so aktuell gewordenen Beikostform ihre Umsatzzahlen schrumpfen lässt?

BLW ist gefährlich für mein Kind?

Ich hab jedenfalls genug davon. Genug davon, dass wir uns dadurch verrückt machen lassen. Genug davon, falsche Behauptungen über BLW zu lesen und unbegründete Kritik an baby-led weaning widerlegen zu müssen. Genug davon, dass mir als Mama unterstellt wird, dass ich mein Kind gefährde, indem ich es selbst essen lasse. Einfach genug davon, dass Menschen, die sich nicht einmal ausführlich zur Recherche ihres hetzerischen Artikels mit baby-led weaning beschäftigt haben, geschweige denn von der praktischen Umsetzung im Alltag Ahnung haben (da sie entweder gar keine Kinder haben oder sich für die Beikosteinführung mit Brei entschieden haben) mir sagen, dass BLW gefährlich für mein Kind ist.

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Denn das ist es nicht! Die Kritik an BLW ist größtenteils ein riesiger Quatsch und die Art, wie das gemeinsame Essen am Familientisch dargestellt wird, noch viel mehr.

Baby-led weaning Kritik in der Presse

Aus diesem Grund möchte ich heute das Thema BLW Kritik aufgreifen und meine Gedanken dazu festhalten. Ich möchte, dass du auf dich vertraust, deinen Kopf einschaltest und nachdenkst, dich informierst. Aber ich möchte auch, dass du dich nicht verrückt machst und dich nicht verunsichern lässt und aus Angst auf einen klassischen Beikostplan zurückgreifst. Sei mutig und vertraue auf dich und dein Kind! BLW ist einfach und völlig natürlich. Baby-led weaning ist ein entspannter Weg der Beikost.

Sowohl im Spiegel, als auch auf Seiten wie echtemamas.de oder auch auf der Seite von Brigitte Mom sind Artikel aufgetaucht, die das Thema BLW Kritik beziehungsweise breifrei als neuen Ernährungstrend thematisieren. Der von Brigitte beschäftigt sich allerdings etwas neutraler mit dem Thema baby-led weaning Kritik und lässt auch Gegenstimmen aufkommen. Baby-led weaning quasi als Blödsinn zu bezeichnen, wie im Artikel von echtemamas, das finde ich einfach nur frech und respektlos. Und auch ein Artikel wie vom Spiegel geschrieben, das ist einfach nur ein Angriff auf alle die, die sich für einen alternativen Weg der Beikost entschieden haben und nicht klassisch (nur) Brei füttern möchten.

Kritik an der BLW Kritik

Ich bin froh, dass es allerdings auch im Gegensatz dazu positive Stimmen zu BLW gibt und gut recherchierte Blogs und einen tollen Austausch in Facebookgruppen. So hat zum Beispiel auch Nora Imlau auf ihrer Facebookseite ihre Gegenstimmte zum kritischen Spiegel Artikel laut werden lassen. Eine weitere Gegenstimmte zum Thema Baby-led weaning Kritik Spiegel hat Alice verfasst und wir durften sie auf dem Blog festhalten. Wer weiß, vielleicht erscheint ja sogar ein Auszug als Leserbrief im Spiegel.

Nun aber nochmal meine Gedanken zu den verschiedenen Kritikpunkten und falschen Behauptungen.

Baby-led weaning Kritik

Ein paar der baby-led weaning Kritkpunkte und Behauptungen, die gerne genommen werden, möchte ich aufgreifen und meine Gedanken dazu festhalten.

Das Baby bekommt nach dem Stillen Fingerfood und wird gefährdet da es gar nicht selber essen kann

Dies ist völliger Quatsch! Diese Aussage war wohl eine der, die mich am meisten aufgeregt hat. Denn wenn man sich einmal genauer mit dem Thema BLW beschäftigt, was wohl die Autorin des Spiegel Artikels nicht getan hat, dann erfährt man, dass baby-led weaning übersetzt so etwas bedeutet wie „baby-geleitetes Abstillen“, was ja impliziert, dass das Baby weiter gestillt wird und nicht abrupt aufgehört wird und das Baby dann von heute auf morgen feste Kost vorgesetzt bekommt. So nach dem Motto „Friss oder stirb“, sieh zu, wie du damit zurechtkommst. Ganz im Gegenteil. Das Besondere an BLW ist ja, dass es eine langsame Beikosteinführung ist und nach und nach ganz schonend immer mehr Nahrung vom Baby aufgenommen wird. Und zusätzlich wird eben gestillt. Das Baby ist also während der Eingewöhnung bzw. der Gewöhnung an feste Kost weiter durch die Muttermilch optimal mit allen Nährstoffen versorgt. Manche Mamas stillen anfangs vor den Mahlzeiten. Bei K war es so, dass wir gar keine festen Regeln hatten, dass sie auch in unterschiedlichen Abständen an die Brust wollte. Zu Beginn der Beikosteinführung hat sie einfach bei uns auf dem Schoss gesessen und wenn wir gegessen haben Bestandteile unseres Gerichts zum kennen lernen bekommen. Das war vielleicht mal eine Nudel, ein Stücken Gurke, etwas gegarte Karotte oder ein Apfelschnitz, den ich extra für sie etwas gedünstet hatte. Ihre Hauptnahrung war aber in dieser Zeit noch die Muttermilch! So hat sie also weder gehungert, noch verzweifelt in die Melone gebissen oder einen Nährstoffmangel gehabt. Sie hat einfach Zeit bekommen, ganz langsam und in ihrem Tempo kennenzulernen, was Essen bedeutet, was es heißt satt zu werden, wenn man isst oder was Trinken ist. Sie hat verschiedene Lebensmittel in unterschiedlichen Farben, Formen, Gerüchen und Konsistenten mit verschiedenen Geschmäckern kennengelernt.

BLW macht Spaß

Es hat ihr Spaß gemacht, die Lebensmittel auf eigene Faust – oder besser gesagt in der eigenen Faust – zu erkunden und zu probieren. Ich als Mama war als Unterstützung da und habe ihr die Lebensmittel so bereitgelegt, dass sie damit etwas anfangen konnte und nicht gefrustet davor gesessen hat. Natürlich keine riesen Stücke, die sie nicht greifen kann. Klar, dass sie anfangs keinen Apfel am Stück bekommen hat, den sie nicht hätte halten können. Und klar auch, dass ich mich vorher mal informiert habe, auf welche Lebensmittel ein Baby besser verzichten sollte. Denn das setze ich bei baby-led weaning genauso wie bei Breikost natürlich schon auch voraus, dass das Baby keine salzigen oder scharfen Speisen bekommt. Dass der Nachtisch statt einem Eis oder Schokopudding lieber ein Stückchen Obst oder zuckerfreie Kekse sind. Und dass man seinen Grips anstrengt, den gesunden Menschenverstand walten lässt und nicht nur hirnlos irgendwas an das Baby weiter gibt.

Wenn du unsicher bist, wie du Obst und Gemüsesticks am besten zubereiten kannst, helfen dir unserer Artikel Obststicks für BLW Einsteiger und Gemüse für BLW Einsteiger bestimmt weiter.

Durch BLW erleidet das Baby einen Nährstoffmangel

Nein, das tut das Baby meiner Meinung nach nicht. Den wenn ich mich für baby-led weaning entscheide, dann entscheide ich mich vielleicht auch dafür, noch über das erste Lebensjahr hinaus weiter zu stillen. So ist es bei uns ja wie oben geschrieben auch. Die komplette Zeit der Beikosteinführung hat K weiter über die Muttermilch alles an Nährstoffen bekommen, was für sie wichtig war und ist. Sie ist ein wohlgenährtes Kind und zeigt keinerlei Mangelerscheinungen. Es mag sein, dass sie in der anfänglichen Zeit nicht alle oder nicht ausreichend Nährstoffe über die Nahrung zu sich genommen hat. Aber dann haben wir das eben durchs Stillen ausgeglichen. Aber wenn man die baby-led weaning Kritik so formuliert, weil man nicht verstanden hat, dass die Beikost nicht nach dem Abstillen beginnt sondern Stillen und Beikosteinführung parallel verläuft, dann muss man natürlich davon ausgehen, dass das Baby nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Aber wie meine Oma schon immer sagt, „wer lesen kann ist klar im Vorteil“ … Ein bisschen genauere Recherche vorab wäre sicher hilfreich gewesen.

Verantwortungsbewusste Eltern

Weiter gehe ich davon aus, dass wir als Eltern, egal ob wir uns für Brei oder breifrei bzw. eine selbstbestimmte Beikost entscheiden, unser Kind beobachten und merken, wenn etwas nicht stimmt. Wenn das Gewicht stagniert oder wir das Gefühl haben, das etwas nicht stimmt. Der gesunde Menschenverstand eben.

Dazu gehört für mich auch, dass ich auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achte und Lebensmittel wähle, die eine gute Qualität haben. Für mich beinhaltet das auch, dass wir Bioprodukte kaufen, für K auf industriellen Zucker verzichten, regionale und saisonale Lebensmittel vorziehen, wenn möglich sogar aus unserem eigenen Saisongarten, auf Fertigprodukte verzichten und frisch, gesund und ausgewogen kochen.

Das Baby bekommt einen Eisenmangel

Naja, ich denke auch diese Kritik an BLW ist etwas fadenscheinig. Natürlich braucht mein Baby Eisen. Aber ist es dafür wirklich nötig, dass ich es dafür mit (industriellem) Brei füttere, in dem püriertes Fleisch enthalten ist?! Ich sage NEIN! Denn auch so kann ich als BLW Mami sehr wohl dafür sorgen, dass mein Baby ausreichend mit Eisen versorgt wird. Denn nicht nur in Fleisch ist Eisen enthalten. Im Artikel „Gehört zu breifrei Fleisch?“ findest du eine Auflistung von Lebensmitteln, die ebenfalls einen hohen Eisenwert haben wie Haferflocken oder Hirse.

Außerdem (die Aussage stammt aus dem Artikel von Brigitte Mom) sagen Kinderärzte, dass die Eisenspeicher des Babys nach dem Abstillen quasi leer sind. Das mag ja vielleicht sein, aber wenn ich abgestillt habe, dann ist meine Tochter längst soweit, dass sie nicht nur an einem Stück Fleisch saugt, sondern schon ordentliche Portionen verputzt. Wir stillen übrigens „immer“ noch. K ist jetzt fast 16 Monate alt und eine wirklich gute Esserin, aber nachts oder wenn sie Nähe braucht, dann möchte sie gerne gestillt werden. Wer sich zu dem Thema Eisenmangel genauer einlesen möchte, der wird zum Beispiel bei das gewünschteste Wunschkind fündig.

Das Baby wird nicht satt durch Fingerfood

Ja, das mag vielleicht sein, dass das Baby wenn es anfängt, feste Nahrung zu sich zu nehmen und mit der Beikost beginnt, davon nicht satt wird. In unserem Artikel „Muss das Baby von Beikost satt werden?“ gehen wir noch viel ausführlicher darauf ein. Aber man sollte sich immer vor Augen führen, dass es „Bei“kost und nicht „Anstatt“kost heißt. Fakt ist, ja, das Baby mag nicht satt werden von etwas Fingerfood. Aber das ist ja auch eben nicht der Hauptgedanke von BLW. Denn hier bestimmt das Baby das Tempo, indem die Beikost eingeführt wird. Anders, als wenn Babys mit Brei gefüttert werden. Das ist dann quasi das durch die Eltern gesteuerte Abstillen. Und versteh mich jetzt bitte nicht falsch, ich möchte keineswegs Kritik an der Entscheidung äußern klassisch Brei zu geben. Ich sage nur, dass dies für uns nicht der richtige Weg war und ich baby-led weaning als den für uns besser geeigneten Beikostweg betrachte. Genauso akzeptiere ich aber auch, wenn es Eltern gibt, die sich (aus welchen Gründen auch immer) dafür entscheiden das Baby mit Brei zu füttern. Oder eben Füttern und selber essen lassen mischen. Denn auch das ist ja sehr wohl möglich, dass das Baby gefüttert wird und zusätzlich selber ihm angebotene Speisen essen darf. Ja, ich finde es besser, wenn das Baby nicht gefüttert wird und selbst entscheiden kann, nach eigenem Tempo. Aber es steht mir absolut nicht zu jemanden zu verurteilen, weil er oder sie sich nicht für diesen Weg entscheidet. Und auch das muss ja nicht nur von den Eltern ausgehen. Genauso, wie es Kinder gibt, die Brei verweigern, so mag es auch Babys geben, für die eine selbstbestimmte Beikosteinführung von Beginn an nichts ist. Die vielleicht lieber gefüttert werden möchten und Brei bevorzugen.

Was ich allerdings nicht für gut heiße, das ist, wenn das Baby vor Beikostreife den Brei förmlich eingeflößt bekommt, obwohl es dazu noch gar nicht bereit ist.

Warum wird baby-led weaning kritisiert?

Ich denke, es ist auch immer unheimlich wichtig, zu schauen, von wem die Kritik an baby-led weaning kommt und wer dahinter steckt. Ist es nicht doch vielleicht so, dass gewisse Forschungsinstitute voreingenommen sind und Forschungsgelder von Breiherstellern und der Industrie bekommen? Natürlich äußern diese sich dann anders und vielleicht auch kritisch gegenüber einer Beikostform, die ohne Brei und Gläschen auskommt. Denn da könnte es ja sein, dass die Fördergelder in Zukunft knapper ausfallen oder gar wegfallen. Das sagt auch Nora Imlua, dass das deutsche Forschungsinstitut für Kinderernährung von Firmen wie Danone oder Hipp finanziert wird.

Ein letzter Satz zur baby-led weaning Kritik

Zusammenfassend möchte ich dir einfach nochmal Mut zusprechen, wenn du dich vielleicht hast verunsichern lassen durch den Spiegel Artikel oder andere kritische Stimmen zu baby-led weaning. Breifrei und baby-led weaning ist weder ein Hexenwerk, noch eine Gefahr für dein Baby. Es ist der einfachste und natürlichste Weg mit der Familienkost am Familientisch.

„Baby-led Weaning“: Kinderärzte warnen vor neuem Ernährungstrend

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Darf es ein Bissen weich gekochte Möhre sein? Oder doch etwas Omelett? Oder lieber ein Stück Fisch? Wer junge Eltern mit Baby bei den Mahlzeiten erlebt und dabei den üblichen Brei erwartet, dürfte sich mittlerweile häufiger mal wundern. Anstelle von püriertem Gemüse, das ab und an mit Fleisch oder Fisch angereichert und löffelweise an das Kind verfüttert wird, sucht sich das Kind selbstständig aus einem kleinen Nahrungsmittelangebot aus, was es gerne essen möchte. Mit der Hand darf es das Essen ertasten und ausprobieren und das Brokkoliröschen selbstständig in den Mund schieben.

Anhänger des britischen Ernährungstrends Baby-led Weaning – zu Deutsch „babygesteuertes Abstillen“ – lassen das Kind selbst bestimmen, wann es welche Lebensmittel zum ersten Mal in seinem Leben ausprobieren will. Dabei wisse es instinktiv, welche Nährstoffe ihm gerade fehlen, und greife „automatisch“ zu den richtigen Lebensmitteln, so die These. Wenn es nicht mehr essen möchte, kann es seinen restlichen Hunger mit Muttermilch oder Milchflasche stillen.

Hebammen bieten spezielle Kurse an, in zahlreichen Internetforen werden Tipps zum Fingerfood für Babys ausgetauscht. So berichtet zum Beispiel „Hanna“ auf der Webseite www.baby-led-weaning.de vom Beikoststart ihrer Tochter mit 6,5 Monaten. Zunächst habe sie es mit Brei ausprobiert, doch ihre Tochter aß nicht mehr als drei, vier Löffel. „Ihre Laune und meine Laune wurden von Nahrungsaufnahme zu Nahrungsaufnahme immer schlechter“, erzählt sie. Mit Baby-led Weaning habe sich das nun geändert: „Seither wird mal mehr, mal weniger gegessen – aber wir haben jetzt schon Kalbsschnitzel, Ravioli und Risotto ausprobiert.“

Bekommt das Kind zu wenig Nährstoffe?

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Laut Hebammenverband sind allerdings ein paar Voraussetzungen nötig, bevor es losgehen kann: Das Baby sollte deutliches Interesse an Lebensmitteln zeigen, die Nahrung selbst zum Mund führen und mit wenig Unterstützung selbst sitzen können. Auch der Zungenstreckreflex, mit dem feste Nahrung wieder aus dem Mund befördert wird, sollte verschwunden oder zumindest stark abgeschwächt sein. Meist sind Kinder mit etwa sechs Monaten reif genug, um Beikost aufzunehmen.

Auch beim Essen selbst seien ein paar Regeln zu beachten: Die Nahrungsmittel in handliche Größe schneiden und immer etwas Auswahl bieten. Ein Stück Brokkoli, ein Stück Kohlrabi und Kartoffeln böten eine gute Basis für den Start.

Doch das Ernährungskonzept ist umstritten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte lehnt es ab. Für eine gute Versorgung sei ein ausgewogenes Nahrungsmittelangebot wichtig, sagt Bundessprecher Hermann Josef Kahl. „Dieses kann bei Säuglingen, die von der ‚Hand in den Mund‘ leben, auf der Strecke bleiben.“ Ein möglicher Mangel könne zum Beispiel bei Eisen entstehen.

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Denn schon kurze Zeit nach dem Abstillen sei der Eisenspeicher des Kindes praktisch leer. „Wenn das Kind dann nur an einem Stück Fleisch saugt, bekommt es kaum Eisen“, warnt der Kinderarzt. Zudem hätten motorisch ungeschickte Kinder das Nachsehen. Wer das Brokkoliröschen alleine kaum in den Mund geschoben bekomme, esse unter Umständen weniger als er eigentlich bräuchte, um satt zu werden. Außerdem bestehe die Gefahr, sich zu verschlucken.

Förderung schon beim Essen

Nora Imlau, Fachjournalistin für Familienthemen, sieht das anders: „Babys haben ein angeborenes gesundes Gefühl dafür, wann sie feste Kost brauchen und welche Lebensmittel ihnen in welcher Menge guttun.“ Der selbstbestimmte Beikoststart habe viele Vorteile. „Das Baby erlebt sich als kompetent, schult seine Hand-Augen-Koordination und trainiert sein natürliches Sättigungsgefühl. Vor allem ist das Baby-led Weaning in Kombination mit dem Stillen ein ausgesprochen sicherer, respektvoller Weg, Babys an feste Kost heranzuführen.“

Auch der Hebammenverband mit Sitz in Karlsruhe kann die Ängste nicht nachvollziehen. Wenn die Hinweise ausreichend beachtet werden, sei das Risiko, dass sich das Kind verschluckt, nicht höher als bei anderen Methoden auch. Das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Lebensmittel lege den Grundstein für eine gesunde Ernährung, heißt es in einer Stellungnahme.

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In der Wissenschaft ist man unentschieden. So fanden Forscher der Universität von Nottingham in einer Studie heraus, dass Baby-led Weaning zu gesünderen Essgewohnheiten führt und die Kinder später seltener unter Übergewicht leiden als jene, die konventionell mit Brei gefüttert wurden. Eine Untersuchung der Universität von Glasgow wiederum ergab, dass diese Beikostform zu Mangelerscheinungen führen könnte.

Die Berliner Hebamme Jana Friedrich rät in ihrem „Hebammenblog“ deshalb auch, das Thema möglichst undogmatisch anzugehen und eine Mischung anzubieten – mal Fingerfood, mal Brei und solange das Kind es möchte natürlich auch Milch.

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Baby-led weaning

Was ist Baby-led weaning?

Baby-led weaning (BLW) ist eine vom Baby geführte schrittweise Entwöhnung von Säuglingsmilch zu fester Nahrung. Es bedeutet, dass wir bei dieser Methode den Brei und Lernlöffel beiseite lassen und es dem Baby selbst überlassen, sich zu füttern.
Viele Eltern folgen einfach BLW ohne darüber nachzudenken. Dies ist besonders beim zweiten oder späteren Kindern der Fall. Babys ahmen gern ihre älteren Geschwister nach. Häufig versuchen sie, sich Essen vom Teller anderer Kinder zu nehmen. Dabei sind sie glücklich, dass sie sich selbst wie ihr großer Bruder oder ihre Schwester füttern können.

Wie beginne ich mit BLW?

Wenn Sie es mit BLW versuchen wollen, so bieten Sie Ihrem Baby eine Auswahl an nahrhaftem Fingerfood an, das für sein Alter geeignet ist. Starten Sie, wenn Sie und Ihre Familie auch beim Essen sind. Das ist eine gute Möglichkeit für Ihr Baby, an den Mahlzeiten teilzunehmen.
Die einfachsten Fingerfood-Angebote für ein kleines Kind sind die, die sich gut mit der ganzen Hand greifen lassen wie zum Beispiel gekochter Brokkoli oder Karotten. Dies erklärt sich daraus, dass Ihr Baby bei seinen ersten Versuchen mit fester Nahrung noch nicht den Pinzettengriff beherrscht. Das lernt es erst in den nächsten Monaten. Es kann also im Moment Essen nur in seiner Faust festhalten.

Am Anfang spielt Ihr Baby vermutlich nur mit dem Essen. Es hält vielleicht einige Stückchen in seiner Faust und lutscht daran. Fahren Sie damit fort, Ihrem Baby Muttermilch oder Muttermilchersatz zwischen den Mahlzeiten zu geben. Wenn Ihr Baby allmählich mehr feste Nahrung zu sich nimmt, können die Milchmahlzeiten langsam reduziert werden.

Was sind die Vorteile von BLW?

BLW gibt Ihrem Baby die Möglichkeit, Nahrungsmittel allein kennen zu lernen. Das bedeutet, dass es von Anfang an mit verschiedenen Nahrungsstrukturen zurechtkommt (Rapley 2006).
Eltern, die BLW ausprobiert haben, sind im allgemeinen leidenschaftliche Verfechter dieser Methode. Sie sagen, dass ihre Babys alles essen und dass ihnen das hilft, die Probleme beim Übergang zu fester Nahrung zu umgehen (Reeves 2008). Aber obwohl es eine Menge von anekdotenhaften Berichten über BLW gibt, hat man noch keine offiziellen Studien durchgeführt.
Eine Studie hat jedoch gezeigt, dass Babys, denen es von Anfang an erlaubt wurde, sich selbst zu bedienen, eher bereit sind:

  • an gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen
  • frühzeitig eine große Auswahl an Nahrungsmitteln zu essen

Wenn Ihr Baby dazu bereit ist, ist es wichtig, ihm Nahrung mit weichen Stücken zu geben, die es kauen kann. Babys, denen diese Art Nahrung erst gegeben wird, wenn sie bereits 10 Monate alt sind, werden sie eher ablehnen. Sie sind unter Umständen weniger dazu bereit, neue Konsistenzen oder Geschmacksrichtungen zu probieren, wenn sie älter werden (Northstone et al 2001).
BLW spart auch Zeit bei der Zubereitung. Sie müssen keinen Brei herstellen.

Welches sind die negativen Aspekte von BLW?

Selbst die leidenschaftlichsten Anhänger von BLW geben zu, dass dieser Vorgang sehr viel Schmutz verursacht und sehr viel Nahrung verschwendet wird. Wenn ein Großteil des Essens Ihres Babys auf dem Fußboden landet, so ist die Menge der Nährstoffe, die es aus der Nahrung aufnehmen kann, natürlich begrenzt (Reeves 2008).
Der deutsche Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät von dieser Ernährungsmethode ab, da man möglicherweise die Kinder mit Finger-Food nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen kann. Babys finden es vielleicht schwierig, auf manchen Dingen wie gut durchgekochtem Fleisch, das eine gute Quelle für Eisen ist, zu kauen. Von sechs Monaten an braucht Ihr Baby Eisen aus der Nahrung, da die Muttermilch ihm nicht mehr genug geben kann und die Speicher allmählich weniger werden. Diese sollten mit der ersten Nahrung der Beikost wieder aufgefüllt werden.
Soll Ihr Kind vegetarisch ernährt werden, ist es schwierig, eisenreiches Getreide (Hirse, Hafer) als Fingerfood zu reichen. Hier ist der Brei eine optimalere Variante. Auch das empfohlene Fett in Form von Öl oder Butter kann nicht als Fingerfood gegeben werden. Dieses müsste dann mit einer Trinkmahlzeit oder einem Brei gereicht werden.
Brei und pürierte Nahrung sind offensichtlich eine Brücke zwischen flüssiger und fester Nahrung. Sie können leicht sehen, wie viel Ihr Baby isst, wenn Sie es mit einem Löffel füttern. Im Alter von sechs Monaten können Babys Nahrung von einem Löffel mit Hilfe ihrer Oberlippe nehmen und müssen sie nicht mehr absaugen. In diesem Alter geht der Saugreflex langsam verloren. Im Alter von acht Monaten können Babys kauen und stückige Nahrung hinunterschlucken.
Der offizielle Rat lautet, dass man seinem Baby zu Beginn der Entwöhnung breiige oder pürierte Nahrung und auch Fingerfood geben sollte (DH 2003, EUNUTNET 2006, WHO 2008). Das empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Ernährungswissenschaftler tendieren auch zu der Meinung, dem Baby verschiedene Konsistenzen anzubieten, also weiche Nahrung und Fingerfood.

Wird mein Baby nicht ersticken, wenn wir BLW ausprobieren?

Es ist absolut verständlich, wenn Sie sich Sorgen darüber machen, dass Ihr Baby ersticken oder würgen könnte. Anhänger von BLW sind der Meinung, dass Babys, die aufrecht sitzen können, keine Probleme haben sollten. Die Tatsache, dass Babys selbst die Menge, die sie essen, handhaben und kontrollieren und das Essen in den Mund schieben, wenn sie bereit sind, bedeutet, dass die Gefahr des Erstickens gering ist. Denken Sie daran, Ihr Baby niemals allein zu lassen, wenn es isst.
Eine neue Studie mit der sogenannten BLISS-Methode (Baby-Led Introduction to SolidS), die von 2013 bis 2016 in Neuseeland durchgeführt wurde, hatte ergeben, dass die Babys, die durch das BWL-Konzept an feste Nahrung herangeführt wurden, keiner erhöhten Erstickungsgefahr ausgesetzt waren. Babys mit sechs Monaten würgten zwar häufiger als Kinder, die mit Brei gefüttert werden, aber mit acht Monaten dann seltener als Kinder der breigefütterten Kontrollgruppe.

Eignet sich BLW für Brust – und Flaschenbabys?

Die meisten Eltern, die BLW ausprobieren, haben ihre Kinder gestillt und sehen es als eine natürliche Verlängerung des Stillens an. Wenn Ihr Baby gestillt wird, muss es hart dabei arbeiten und seine Kiefer und Zunge gebrauchen, um an die Milch zu gelangen. Die Muskeln, die es beim Stillen benutzt, geben ihm einen Vorsprung, wenn es lernt zu kauen.
Ein anderer Grund, warum Brustkinder sich leichter an BLW gewöhnen, ist das Füttern nach Bedarf. Babys, die bei Bedarf gestillt werden, können die Aufnahme von Kalorien, so wie sie sie brauchen, regulieren (Gillman et al 2001). BLW ist einfach eine Fortsetzung dieser sich selbst regulierenden Nahrungsaufnahme.
Offenbar gibt es jedoch keinen Grund, dass Flaschenkinder nicht auch auf diese Weise mit fester Nahrung beginnen können. Bieten Sie Ihrem Baby abgekochtes Wasser, das Sie gekühlt haben, zwischendurch und zu den Mahlzeiten an.

Gibt es irgendwelche Gründe, weshalb ich BLW nicht ausprobieren sollte?

Sprechen Sie mit Ihrem / Ihrer Ärztin oder Ihrer Hebamme, bevor sie BLW ausprobieren, wenn Folgendes auf Sie zutrifft:

  • Es gibt in Ihrer Familie eine Vorgeschichte von Allergien, Verdauungsproblemen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Ihr Baby hat spezielle Bedürfnisse und kann nicht gut kauen oder es hat Schwierigkeiten, das Essen in die Hand zu nehmen und zu seinem Mund zu führen
  • Ihr Baby wurde zu früh geboren

Wo kann ich mehr zu diesem Thema finden?

Tauschen Sie sich mit anderen Fans von BLW in der BabyCenter Community aus.
Einführung von Beikost: Übergang zur Erwachsenenkost
Beikost nach Bedarf – Kann Fingerfood die Breimahlzeiten im zweiten Lebenshalbjahr ersetzen?Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund
Zuletzt überarbeitet: März 2019

Quellen

Carruth BR, Zeigler PJ, Gordon A, et al. 2004. Developmental milestones and self-feeding behaviours in infants and toddlers. Journal of the American Dietetic Association 104(1):51-56
DH. 2003. Infant feeding recommendation. Department of Health.
EUNUTNET. 2006. European Network for Public Health Nutrition. Infant and young children feeding: standard recommendations for the European Union. EC/WHO: Trieste.
FSA. nd. Eat well, be well. Starting solid foods. Food Standards Agency. www.eatwell.gov.uk
Gillman M, Rifas-Shiman C, Camargo C, et al. 2001. Risk of overweight among adolescents who were breastfed as infants. Journal of the American Medical Association 285:19
Northstone K, Emmett P, Nethersole F. 2001. The effect of age of introduction of lumpy solids on foods eaten and reported feeding difficulties at six months and 15 months. Journal of Human Nutrition and Dietetics 14:43-54
Rapley, G. 2006. Baby-led weaning, a developmental approach to the introduction of complementary foods. In Hall Moran, V and Dykes, F. eds. Quay Books, London. Maternal and infant nutrition and nurture: controversies and challenges 275-298
Reeves S. 2008. Baby-led weaning. Nutrition Bulletin 33:108-110
WHO. 2008. Expert question: up to what age can a baby stay well-nourished just by being breastfed? World Health Organisation. www.who.int

Baby-led Weaning

Autorin: Dr. Gill Rapley |
Baby-led Weaning (BLW) – auch genannt: Beikost nach Bedarf – ist eine dem gesunden Menschenverstand entsprechende, einfache und freudvolle Weise, deinem Baby zu helfen, sich an euer Familienessen zu gewöhnen.

Was ist Baby-led Weaning?

Baby-led Weaning ist die Einführung fester Nahrung, die den Babys erlaubt, selbständig zu essen – so dass es nicht nötig ist, das Baby mit dem Löffel zu füttern oder Nahrung zu pürieren.

Das Baby sitzt mit der Familie am Tisch und beteiligt sich an den Mahlzeiten teil, indem es anfangs mit den Händen und später mit Besteck isst, wenn es dazu bereit ist.

Baby-led Weaning

  • Erlaubt es dem Baby, den Geschmack, die Beschaffenheit, die Farbe und den Geruch der Nahrung selbst zu erkunden;
  • fördert seine Unabhängigkeit und sein Selbstvertrauen;
  • hilft ihm, sein Hand-Augen-Koordination und seine Fähigkeit zu kauen zu entwickeln;
  • macht wählerisches Essverhalten und Kampf ums Essen unwahrscheinlicher.

Alle gesunden Babys können ab etwa sechs Monaten anfangen, selber zu essen. Was sie dafür brauchen, ist nur, die Gelegenheit zu bekommen.

Warum ist Baby-led Weaning sinnvoll?

Baby-led Weaning basiert auf der normalen Entwicklung von Babys im ersten Lebensjahr.

Das Immun- und das Verdauungssystem von Babys sind noch nicht bereit für andere Nahrung, bis sie etwa sechs Monate alt sind – Muttermilch (oder industrielle Säuglingsnahrung) ist alles, was gesunde Babys bis dahin benötigen.

In der Vergangenheit, als feste Nahrung bereits im Alter von drei oder vier Monaten eingeführt wurde, musste die Nahrung püriert und mit dem Löffel gefüttert werden.

Mit sechs Monaten sind die meisten Babys in der Lage aufrecht zu sitzen, kleine Nahrungsstücke mit den Fingern aufzunehmen, sich in den Mund zu stecken und zu kauen – mit anderen Worten: Sie können sich selbst füttern.

Wenn mit der Einführung von fester Nahrung gewartet wird, bis das Baby sechs Monate alt ist, kann die „Püree-Phase“ übersprungen werden. Es ist dann also nicht mehr notwendig, erst mit Brei zu beginnen.

Was ist mit dem Risiko des Verschluckens?

Schon als der Beginn der Beikost bereits mit etwa vier Monaten empfohlen wurde, wurden Eltern ermutigt, mit etwa sechs Monaten „Finger-Food“ anzubieten, um ihrem Baby zu helfen, seine Kaufähigkeiten zu entwickeln.

Baby-led Weaning unterscheidet sich darin, dass es neben „Finger-Food“ kein Füttern mit dem Löffel gibt.

Wenn die grundlegenden Sicherheitsregeln beachtet werden, ist Verschlucken bei Baby-led Weaning nicht wahrscheinlicher als mit der herkömmlichen Methode feste Nahrung einzuführen.

Tatsächlich kann es dem Baby sogar helfen, sicher essen zu lernen, wenn ihm ermöglicht wird, selbst zu kontrollieren, was in seinen Mund gelangt.

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Wie fangen wir mit Baby-led Weaning an?

  • Setz dein Baby aufrecht hin, so dass es zum Tisch schaut. Entweder auf deinem Schoß oder in einem Hochstuhl. Achte darauf, dass es stabil sitzt und seine Hände und Arme frei bewegen kann.
  • Biete deinem Baby Nahrung an, statt sie ihm zu geben – leg sie vor ihm hin oder lass es sie selbst aus deiner Hand nehmen, so dass es seine eigene Entscheidung ist.
  • Beginne mit Nahrungsmitteln, die sich gut aufnehmen lassen – fingerdicke Stäbchen oder lange Streifen sind anfangs am besten. Führe neue Formen und Konsistenzen allmählich ein, damit dein Baby herausfinden kann, wie es damit umgehen muss.
  • Lass dein Baby bei deinen Mahlzeiten dabei sein, wann immer es geht. Soweit möglich – so lange es passt – biete ihm die gleiche Nahrung an, die du auch selbst isst, damit es dich imitieren kann.
  • Wähle Zeiten, in denen dein Baby nicht müde oder hungrig ist, damit es sich konzentrieren kann. Mahlzeiten sind in dieser Phase zum Spielen und Lernen da – es bekommt weiterhin alle Nährstoffe, die es benötigt aus der Milch, die es trinkt.
  • Fahre fort, die Brust oder die Flasche so wie bisher anzubieten – sie ist immer noch die Hauptnährstoffquelle für dein Baby, bis es ein Jahr alt ist. Wenn es weniger braucht, wird es seine Milchmahlzeiten von alleine reduzieren.
  • Biete deinem Baby während der Mahlzeiten Wasser an, damit es trinken kann, falls es möchte. Wenn es nicht trinken will, heißt das, dass es nicht nötig ist.
  • Treibe dein Baby nicht an und lenke es nicht ab, während es sich mit dem Essen beschäftigt – erlaube ihm, sich Zeit zu lassen und sich darauf zu konzentrieren.
  • Stecke deinem Baby kein Essen in den Mund und versuche nicht, es zu dazu zu bringen, mehr zu essen als es möchte. (Daher auch der deutsche Begriff „Beikost nach Bedarf“.)

Welche Nahrungsmittel kann ich meinem Baby anbieten?

Du kannst die meisten gesunden Nahrungsmittel mit deinem Baby teilen.

Zum Beispiel sind Obst, gegartes Gemüse, Fleisch, Käse, hart gekochte Eier, Brot, Reis, Nudeln und die meisten Fischarten geeignet.

Starte mit Nahrungsmitteln, die sich gut in Stäbchen oder lange Streifen schneiden lassen.

Deinem Baby eine Vielzahl von Nahrungsmitteln anzubieten, gibt ihm die Gelegenheit unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen kennenzulernen und stellt sicher, dass es alle Nährstoffe bekommt, die es braucht.

Welche Nahrungsmittel sollte ich vermeiden?

  • Nahrungsmittel, die extra Salz und Zucker enthalten (Lies die Zutatenliste sorgfältig – viele Nahrungsmittel, wie etwa Baked Beans, Gebäck und Soßen, enthalten viel Salz),
  • „Fast Food“ und Fertiggerichte,
  • Honig, Schalentiere, Haifisch, Marlin und rohe Eier.

Tipps

  • Erwarte nicht, dass dein Baby anfangs viel isst. Viele Babys essen in den ersten Monaten beim Baby-led Weaning nur kleine Mengen. Diese anfänglichen Mahlzeiten sind für dein Baby mehr zum Erforschen und Lernen als zum Essen.
  • Richte dich auf ein gewisses Chaos ein! Breite ein sauberes Tuch oder eine Folie unter dem Platz deines Babys aus, um den Fußboden zu schützen – und damit ihm Stücke zurückgeben kannst, die heruntergefallen sind.
  • Halte es vergnüglich. Dann wird dein Baby begeistert sein, neue Nahrungsmittel zu probieren und sich auf die Mahlzeiten freuen.

So ist dein Baby sicher

  • Sorge dafür, dass dein Baby beim Essen aufrecht sitzt.
  • Vermeide Nüsse, ganze und in Stücken.
  • Schneide kleine Früchte, wie zum Beispiel Oliven und Kirschen, in zwei Hälften und entferne alle Kerne.
  • Lass niemanden außer deinem Baby selbst Essen in seinen Mund stecken.
  • Erkläre allen Personen, die sich um dein Baby kümmern, wie Baby-led Weaning funktioniert.
  • Lasse dein Baby NIEMALS mit Essen allein.

Notiz
Falls es in deiner Familie Unverträglichkeiten oder Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel oder Verdauungsstörungen gibt, oder du irgendwelche Bedenken in Bezug auf die Gesundheit oder Entwicklung deines Babys hast, solltest du vor der Einführung von fester Nahrung mit deinen Gesundheitsfachleuten sprechen.
Original: Baby-led Weaning von Dr. Gill Rapley und Tracey Murkett
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, August 2016
Beitragsbild: Mark Evans via photopin (license)
Fotos: Reese Double Fisting, Udo n‘ Pasta Face via photopin (license)
Hier sind auch Buchtipps* und weitere Linktipps zu Baby-led Weaning (BLW).
* = Affiliate-Link: Wenn du darauf klickst und dann etwas kaufst, erhalte ich vom Händler eine kleine Vergütung – ohne höhere Kosten für Dich. Danke dafür! 🙂
Ich empfehle hier nur, was ich kenne und für gut und sinnvoll halte.

Fürs Liken, Teilen und Pinnen sage ich herzlich Danke!

Was ist Baby led weaning (BLW)?

Baby led weaning, kurz BLW, heißt auf Deutsch „die vom Baby geführte Entwöhung“. Das Baby darf sich also selbst schrittweise von der Mutter- oder Flaschenmilch in Richtung fester Nahrung entwöhnen. BLW ist eine Alternative zum allseits bekannten Breifüttern. Dieser Ansatz erlaubt dem Baby selbst zu bestimmen, wie viel und was es essen möchte. Die Beikost ersetzt die Muttermilch nicht sondern ergänzt sie. Das Baby entscheidet eigenständig, wann es zu essen anfangen will und wann es keine Brust mehr braucht und entwöhnt ist. Das kann natürlich von Kind zu Kind sehr unterschiedlich sein.

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“ (Maria Montessori)

Viele glauben Baby led weaning heißt, dem Baby keinen Brei sondern einfach nur Fingerfood zu geben. NEIN. Da steckt schon viel mehr dahinter!

In erster Linie geht es um die Selbstbestimmung und Selbstkontrolle, die man dem Baby beim Essen gibt. Das Baby bestimmt selbst, was und wie viel es essen möchte. Dies ist möglich, indem die Beikost aus handgerecht zubereitetem Essen besteht, welches das Baby selbst zum Mund führen kann. Aber auch Brei oder Reis, die nicht so handlich sind, schaffen Babys hervorragend mit ihren Händchen zum Mund zu führen.
Beim Krabbeln-, Laufen- und Sprechenlernen ist es für uns selbstverständlich dem Kind die Selbstbestimmung zu geben. Beim Essenlernen wollen aber viele Eltern die Kontrolle übernehmen. Dabei muss das Essen genauso geübt werden, wie Krabbeln-, Laufen und Sprechenlernen. Indem man dem Baby Fingerfood anbietet, gibt man dem Baby die Gelegenheit das Essen zu Üben.
Bei BLW steht nicht das Abstillen im Vordergrund, sondern gerade in den ersten Wochen und Monaten das spielerische Entdecken und Erfahren von Nahrung.

Viele Eltern folgen einfach BLW ohne darüber nachzudenken. Dies ist besonders beim zweiten oder späteren Kindern der Fall oder wenn das Baby ein absoluter Breiverweigerer ist. Babys ahmen gern ihre älteren Geschwister nach. Häufig versuchen sie, sich Essen vom Teller anderer Kinder zu nehmen. Dabei sind sie glücklich, dass sie sich selbst wie ihr großer Bruder, ihre Schwester oder wie Mama und Papa füttern können.

BLW bringt eine Reihe an Vorteilen für die Entwicklung des Babys mit sich. Selbstvertrauen und Eigenständigkeit des Kindes werden gestärkt, die Hand-Augen-Mund-Koordination wird täglich mehrmals geübt, und dadurch die Geschicklichkeit des Kindes geschult. Die Kaumuskulatur wird ausgebildet, die Appetitkontrolle gefördert und vieles mehr. Mehr zu den Vorteilen findest du im Artikel Vorteil von Baby led weaning (BLW).

Die meisten Babys zeigen ihren Eltern, sofern man sie lässt, dass sie bereit sind, feste Nahrung zu probieren. Sie greifen einfach nach Essbarem und nehmen es in den Mund. Tipps für die Beikosteinführung findest du im Artikel Wie funktioniert Baby led weaning (BLW)?

Mit meinen Beiträgen möchte ich euch Mut machen und euch die Sicherheit vermitteln, die ihr für baby-led weaning braucht. Das habe ich mit dem Einsteiger Gemüse baby-led weaning begonnen und möchte jetzt gerne mit dem richtigen Zeitpunkt für baby-led weaning weiterführen. Ich weiß, dass es da anfangs oft sehr viele Unsicherheiten gibt, die aber meiner Meinung nach gar nicht nötig sind. Dieser Beitrag soll in aller Kürze Klarheit schaffen und von euch gerne immer wieder als Leitfaden herangezogen werden. Wer sich umfassender informieren will, schaut mal unter meinem Beitrag zur Beikostreife.

Das Baby zeigt euch den richtigen Zeitpunkt

Auch wenn das Baby noch sehr klein ist, beginnen viele Mütter schon, sich darüber Gedanken zu machen, wie das Baby gefüttert werden kann und soll. Gibt es Brei oder doch breifrei? Leider kann zu viel überlegen auch nicht immer alle Zweifel ausräumen und die Ängst bleiben bestehen. Dennoch, natürlich darf man auch, wenn das Baby erst 3 Wochen alt ist, schon über die Beikost nachdenken. Ich bin da aber anfangs gar nicht zu gekommen. Die ganze Situation, das Mama und plötzlich eine Familie sein ist so neu. K hat meine ganze Aufmerksamkeit gehabt und wir haben uns erst um den 5. Monat rum mit der Beikostfrage auseinander gesetzt. Wichtig ist beim Thema Beikost nur, dass man entspannt an die ganze Sache heran geht und sich nicht schon im Vorneherein verrückt macht. Aber das ist ja eigentlich bei allen (Baby) Themen so … Am wichtigsten ist meiner Meinung nach: das Baby gibt den richtigen Zeitpunkt an, in dem es euch die Beikostreifezeichen zeigt. So lange das Baby völlig desinteressiert am Familientisch dabei ist, ist es noch nicht reif für Beikost. Ganz egal ob es 6 oder 8 Monate alt ist.

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Beikostreifezeichen

Auch wenn viele sich wünschen würden, dass man ein genaues Alter des Babys angibt, ab wann es mit der Beikost starten kann, so ist dies nicht möglich und definitiv der falsche Weg. Weder kann man pauschal sagen, dass das Baby mit 6. / 7. / oder 5. Monaten bereit ist für Beikost, da sich jedes Baby unterschiedlich entwickelt. Deshalb ist es die einfachste Lösung, sich an den Beikostreifezeichen zu orientieren. In alle Kürze wäre diese:

  1. das Baby schaut interessiert nach, wie Mama & Papa essen, zeigt deutliches Interesse und ahmt Kaubewegungen nach.
  2. es greift nach essbaren Sachen von Mama & Papas Teller und führt es zum Mund
  3. das Baby kann sich vom Rücken auf den Bauch drehen
  4. es kann alleine oder mit Hilfe sitzen
  5. dein Baby kann das Köpfchen stabil alleine halten
  6. der Zungenstreckreflex ist verschwunden

Zwei Irrglauben, die nicht erfüllt sein müssen:

  • Das Baby braucht keine Zähne, um beikostreif zu sein und feste Nahrung essen zu können
  • Es muss den Pinzettengriff nicht beherrschen

Der richtige Zeitpunkt ist nicht …

… dann wenn es der Kinderarzt vorgibt. Weder kennt er dein Baby, noch weiß er, was das Baby zuhause alles macht und wie es sich verhält. Er sieht jedes Kind nur bei den Vorsorgeuntersuchungen, was viel zu wenig ist, um ihm Beikostreife zu oder abzusprechen. Bitte lasst euch von keinem Arzt verunsichern, der meint, das Baby müsste jetzt (mit 4 oder 5 Monaten) endlich mal mit Brei beginnen. Das Baby kann sein komplettes erste Lebensjahr von Muttermilch (oder Pre) satt und versorgt werden. Das ist eben von Kind zu Kind unterschiedlich.

… dann wenn es die Nahrungsmittelhersteller vorgeben. Auch wenn bunte Gläschen und Packungen, Pre-nahrung oder Quetschies es suggerieren, ganz alleine das Baby gibt den Takt und den Zeitpunkt vor. Auch wenn es manchmal einfach erscheint, sich davon leiten zu lassen, so würde ich dir empfehlen nicht zu sehr auf das zu hören, was von außen kommt. Denn auch die Nahrungsmittelhersteller kennen dein Baby lange nicht so gut wie du.

… wenn es Schwiegermütter und die eigenen Mütter sagen. Auch wenn man sich noch so sehr über ihre Unterstützung freut, auch sie kennen dein Baby nicht so gut wie du und sollten sich die Aufforderung, jetzt endlich mal Brei zu füttern, am besten sparen. Auch hier muss ich noch einmal schreiben, dass wir mit unseren Familien total „Glück“ haben. Von Anfang an wurde unsere Entscheidung total akzeptiert und neugierig nachgefragt, was geht und wie und was K nicht haben darf. Unsere Mamas haben selbst begeistert neue Rezepte ausprobiert und stolz präsentiert. Ich freue mich immer, wenn K eine kleine „Extrawurst“ also Alternative zu unserem Kuchen oder Nachtisch bekommen hat.

Ab wann kann/darf das Baby was essen?

Ganz oft werde ich bei meinen Bloggerichten gefragt, ab wann genau das Baby dieses und jenes essen darf. Das kann ich genauso wenig beantworten, wie der Kinderarzt empfehlen kann, jetzt sofort mit Brei zu starten. Sicher beobachtest auch du dein Baby beim Essen. Wenn es bisher lediglich gedünstetes Obst und Gemüse bekommen und auch davon noch wenig gegessen hat, ist es sicher zu früh für einen Babypizza. Wenn es aber richtig fleißig isst, gerne neues ausprobiert, gut kauen und schlucken kann, darf es natürlich auch mit 7. Oder 8. Monaten schon eine Babypizza essen. K hat mir ziemlich genau gezeigt, auf was sie Lust hat und dass sie jetzt bereit für „aufwendigere“ Gerichte ist. Behaltet einfach immer im Hinterkopf, was das Baby bisher schon gegessen hat und ob ihr den Eindruck habt, dass es schon wunderbar klappt mit der Beikost. Dann gibt es fast nichts, was das Baby nicht essen darf. (Natürlich von ungeeigneten Lebensmitteln einmal abgesehen.) Weiter antworte ich gerne, dass ich „Vollständige Gericht“ oder Waffelrezepte etc. nicht ab einem bestimmten Monat empfehlen möchte. Für mich ist bei der Beikosteinführung wichtig, dass das Baby Zeit bekommt sich langsam ran zu tasten und nach und nach neue Lebensmittel mit den verschiedenen Farben, Formen, Gerüchen, Geschmäckern und Konsistenzen kennenlernen darf. Eine mögliche Unverträglichkeit oder Allergie erkennst du besser, wenn du nach und nach Dinge anbietst. Dabei musst du nicht wie z.B. bei einem Beikostplan mehrere Tage Pause machen bevor du ein neues Lebensmittel anbietest. Es geht nur darum, dass du bei einer allergischen Reaktion klarer erkennen kannst, welches Lebensmittell diese ausgelöst hat, wenn du die Dinge nach und nach anbietest. Isst dein Baby direkt ein Gericht mit 5 verschiedenen Gemüsesorten und vielen Gewürzen unr reagiert beispielsweise mit einem Ausschlag, so wird es schwierig herauszufinden, auf was die Reaktion erfolgt ist.

Auch hat es natürlich mit der Größe und Form der angeboteten Speisen zu tun, wann dein Baby diese gut essen kann, aber das habe ich ja oben schon beschrieben.

Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dabei, dir ein paar deiner vielleicht bestehenden Sorgen und Unsicherheiten zum Beikoststart zu nehmen. Findest du etwas anderes auch wichtig? Wie hast du den richtigen Zeitpunkt bemerkt? Wurde dir das Essen aus den Hand geschnappt? Erfahrungen andere Mamis findest du bei den Erfahrungsberichten breifrei.

Als erstes möchte ich sagen, dass natürlich jeder sein Baby so füttern kann, wie er oder sie möchte. Hier erkläre ich nur die Methode, die wir verwenden und beschreibe, was für unsere Familie funktioniert.
———

Normalerweise, aber was ist schon „normal“, fängt man ja an, seinem Baby so im 5. Lebensmonat Beikost zu geben. Beim BLW (Baby-led weaning) sind ein paar Punkte zu beachten, wenn man dem Baby gleich Stücke geben will. Außerdem erkläre ich noch einmal ausführlich das Prinzip und die Regeln beim BLW.

Wann kann man mit BLW (Baby-led weaning) anfangen?

Wie erkenne ich, dass mein Baby bereit für Beikost ist? Prinzipiell als Richtlinie gilt – ab dem 6. Monat, noch besser im 7. Lebensmonat kann man generell damit anfangen.

  1. Das Baby sollte sitzen können, oder zumindest gestützt aufrecht sitzen können weil das Baby beim Essen aufrecht sitzen MUSS (gestützt von einem Erwachsenen auf dem Schoß oder aufrecht in der fest gestellten Wippe)
  2. Das Baby sollte die Hand-Mund-Koordination beherrschen
  3. Am Besten wäre natürlich, mit der Einführung von Beikost so lange zu warten, bis das Baby sich selber etwas von Mamas oder Papas Teller schnappt, zum Mund führt und anfängt zu kauen.

Das Baby isst begeistert!

Das BLW- Prinzip

  • Wie schon oben erwähnt sitzt das Baby aufrecht mit dem Gesicht Richtung Tisch. Entweder sitzt es im Hochstuhl oder auf dem Schoß eines Erwachsenen. Eine ganz aufrecht gestellte Wippe (bei der die Wippfunktion ausgeschaltet ist) kann auch verwendet werden.
  • Dem Baby wird das Essen angeboten, nicht gegeben. Falls ihr ein bisserl früh dran seid mit der Beikost hat das Baby wahrscheinlich noch etwas Mühe, die Stücke zu greifen, dann könnt ihr es ihm auch in die Hand geben. Aber wichtig ist, dass man dem Baby NIE ETWAS IN DEN MUND GIBT. Es isst selbst und bestimmt die Geschwindigkeit auch selbst. (Wenn das Baby noch nicht mit dem vorigen Bissen fertig ist und ihr schiebt noch was rein, ist die Erstickungsgefahr einfach sehr hoch.)
  • Am Besten ist es, wenn man das Baby einfach mit zum Familientisch nimmt und es auch essen lässt, wenn alle anderen auch essen. Dann lernt es am Besten, kann beobachten und sich ganz und gar mit seinem Essen beschäftigen und spielen.
  • Es ist wichtig, nur dann dem Baby Essen anzubieten, wenn es nicht total müde, satt oder hungrig ist. Am Besten ist irgend eine Zeit dazwischen. Dann kann es sich auch aufs Essen konzentrieren.
  • Das Baby darf jedes Nahrungsmittel verweigern. Man bietet es einfach zu einem späteren Zeitpunkt wieder an.
  • Das Baby darf entscheiden, wie viel es essen will. Es wird nicht mit dem Löffel dazugefüttert. Da noch weiter nach Bedarf gestillt oder Fläschchen gegeben wird, bekommt das Baby genügend Nährstoffe und Kalorien dadurch.
  • Beim Essen sollte nicht „gehudelt“ werden, das heißt, es sollte mit Ruhe gegessen werden und man sollte nicht gestresst sein und das Baby drängen schneller zu essen.
  • Dem Baby wird während dem Essen immer wieder mal ein Schlückchen Wasser angeboten.
  • Anfangs werden weiches Obst und Gemüse in leicht greifbaren Streifen angeboten. Härteres Essen wir gedünstet oder leicht gekocht, damit es das Baby auch ohne Zähne nur mit den Kauleisten gut kauen kann.
  • Für das Baby gefährliche Nahrungsmittel wie zB. Nüsse, Rosinen etc. werden nicht angeboten. (wegen der Erstickungsgefahr)
  • Breiige oder flüssige Speisen wie zB. Suppe, Joghurt oder Grießbrei werden dem Baby auf dem Löffel gereicht, sodass es selber lernen kann, sich mit dem Löffel zu füttern.

Spinat schmeckt guuuut!

Hier findet ihr weiter Artikel zu diesem Thema:

BLW – Einführung
BLW – Wann anfangen & Regeln
BLW – Was das Baby anfangs isst (6-8 Monate)
BLW – Brei und Suppe

Baby-led Weaning: Fingerfood statt Babybrei!

Füttern war gestern! Jetzt darf euer Baby selbst entscheiden, was es essen will – beim sogenannten Baby-led Weaning (kurz BLW), der vom Baby selbst geführten Einführung der Beikost.

Baby-Led Weaning, kurz BLW, ist eine tolle Erfahrung für euer Kind und eine große Sauerei für euch.

Erst Muttermilch (oder Fläschchen), dann Brei und irgendwann im ersten Jahr dann endlich richtig was zum Beißen. Diese Ernährungsformel für Babys und Kleinkinder war lange allgemeingültig und wird auch heute oft noch so praktiziert. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Wer aber Lust hat, beziehungsweise so wie ich ein Baby hat, dass ganz heiß auf Mamis und Papis Essen ist, kann das mit dem Brei auch überspringen und direkt mit Fingerfood einsteigen. Beim sogenannten Baby-led Weaning, was übersetzt so viel bedeutet wie „Baby geführte Entwöhnung“, kurz BLW, darf euer Baby selbst bestimmen, wann es was probieren möchte. Und Selbstbestimmung finden Kinder immer gut – auch schon die ganz Kleinen!

Baby-led Waening als Revolution in der Kinderernährung?

Mit dem Ratgeber „Baby-led Weaning“ von Gill Rapley und Tracey Murkett, für 22 € z. B. über Amazon* fing die kleine Ernährungsrevolution für Babys an. Dieser neue Ansatz wurde in vielen Familien die vom Baby bestimmte Beikost aber schon seit langem ohne Plan und ganz nebenbei praktiziert – nur hatte es keinen Namen. Vor allem wenn bei euch auch noch ein älteres Geschwisterchen mit am Familientisch sitzt, lässt sich BLW kaum verhindern. Denn bei Kindern ist es nunmal meist so, dass das Kleine will, was das Große isst. Und warum soll dann der Junior nicht auch mal probieren, wie ein Stückchen Brokkoli schmeckt?

Wer Baby-Led Weaning aber noch nicht kennt oder genauer wissen will, wie diese Methode funtioniert, für den haben wir hier alle Infomartionen auf einen Blick:

Wie funktioniert Baby-led Weaning?

Nichts einfacher als das! Euer Baby sitzt mit am Familientisch und darf selbst bestimmen, was es probieren möchte – natürlich nur für Babys geeignete Speisen mit wenig (besser ohne) Salz, Zucker oder Gewürze. Anfangs wird es nur mit dem Essen spielen, ein bisschen lutschen – satt wird es davon am Anfang natürlich noch nicht werden. Deshalb ist nach wie vor wichtig zu stillen oder mit Milchnahrung zuzufüttern. Auch BLW ist nur Beikost! Nach und nach wird euer Baby dann von selbst seine Milchmahlzeiten reduzieren. Richtig an den Familienmahlzeiten teilnehmen, kann euer Kind ab einem Jahr und älter. Aber auch dann reichen die gegessenen Mengen oft noch nicht aus, um auf Muttermilch oder Fläschchen zu verzichten.

Hi Brei!

Beikostplan: Wann sollte man am besten mit den drei Breimahlzeiten beginnen?

Weiterlesen Hi Brei! Weiterlesen

Sauerei inklusive!

Ein wichtiger Punkt bei Baby-led Weaning: Es darf gemantscht und experimentiert werden! Und was das mit sich bringt, ist klar: Es wird eine kleine (vermutliche aber eher eine größere) Sauerei geben. Das Essen landet auf dem Boden, im Gesicht, in den Haaren, den Ohren und der Nase, der Kleidung und ganz oft auch auf euch (Stichwort „Erste Wurftechniken“). Da heißt es: cool bleiben! Mit einem Lätzchen, z. B. dem süßen dreier Set für 14 €*, einer abwaschbaren Unterlage auf dem Tisch, z. B. das lässig Little Monster Set für ca. 14 €* und einer bunten oder transparenten Bodenschutzmatte unten drunter, z. B. ab 25 €* lässt sich das Chaos etwas eindämmen und hinterher leichter entfernen. Auch wichtig: bruchsicheres Kindergeschirr, z. B. das süße Geschirrset Lalavi für ca. 20 €* Etwas mehr Arbeit und Sauerei als klassische Breifütterei macht BLW aber schon – dafür sorgt es aber auch für viele süße und witzige Momente, die das Experimentieren mit Essen so mit sich bringt.

Wann sollte man mit BLW anfangen?

Die meisten Babys zeigen ungefähr ab dem sechsten Monat Interesse an Essen. Wenn euer Baby interessiert zu sieht, wie ihr euch Nahrung in den Mund schiebt und dabei selbst den Mund aufreißt oder gar versucht, nach eurem Essen zu schnappen, dann ist es bereit für Baby-Led Weaning. Ist euer Baby jünger als sechs Monate und zeigt noch keine Beikostreifezeichen, dann solltet ihr ihmnoch kein Fingerfood in die Hand geben, da das Verdauungssystem noch nicht in der Lage ist, die Nährstoffe zu verwerten. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO rät, Babys bis zum sechsten Monat voll zu stillen oder ausschließlich mit Milchnahrung zu füttern und erst dann allmählich mit der Umstellung zu starten.

Was spricht für Baby-led Weaning?

Babys lieben es, Dinge selbst zu entdecken. Und sie lieben es, genau das zu machen, was die Großen am Tisch auch tun. Beim Füttern mit dem Löffel ist aber Mama oder Papa der Chef. Sie bestimmen, wann das nächste Löffelchen auf den kleinen Mund zugeflogen kommt. Und wenn die Hälfte wieder rauskommt, schauen sie manchmal leicht säuerlich. Außerdem fehlt das haptisch, das Anfassen, einer der wichtigsten Sinne eures Babys in diesem Alter. Dazu kommt: Die Erwachsenen essen ganz andere, viel spannendere Dinge. Für euer Bab ist es eine tolle sinnliche Erfahrung, zu lernen, wie unterschiedlich sich Nahrung im Mund und in den Händen anfühlt.
Angeblich probieren Kinder bis etwa zum ersten Geburtstag nahezu alles – was ich persönlich allerdings nicht bestätigen kann – erst im zweiten Lebensjahr werden sie langsam wählerisch. BLW ist also eine gute Chance, eurem Kind im ersten Lebensjahr interessante, wohlschmeckende und gesunde Nahrungsmittel kennenlernen zu lassen!

Babybrei Rezepte zum Nachkochen

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Was spricht gegen Baby-led Weaning?

Wenn Babys vom sechsten Monat an als kleine Selber-Esser mit am Familientisch sitzen, ist eines sicher: Ordentlich und gesittet geht es dabei nicht zu. Denn anfangs wird das meiste der Nahrung nur probiert und angematscht, aber nicht gegessen – und muss nach der Fingerfood-Party oft weggeschmissen werden.

Viele Eltern entscheiden sich auch für ein gemischtes Modell, bei dem es Brei und Fingerfood gibt. Am Ende muss müsst ihr einfach selbst entscheiden, was für euch und euer Baby am Prakitkabelsten ist. Manche Babys verschucken sich leichter als andere und manche Eltern versetzt dies leichter in Panik als andere. Auch kann oder will sich nicht jeder die Zeit zum ständigen Putzen der Küche und des Kindes nehmen. Schaut also einfach wie es für euch als Familie am besten passt und lasst es euch dann schmecken, egal ob als BLW oder Brei.

Fingerfood für Baby-Led Weaning: Frisches Obst und Gemüse in handgerechten Stücken.

Was kommt auf den Tisch?

Ganz so einfach wie Baby-Led weaning klingt, ist es dann aber doch nicht. Denn nicht alle Speisen von euerem Tisch sind für euer Baby geeignet. Wir verraten euch, was ihr ohne Bedenken in den Mund eure Kindern wandern lassen dürft und von was euer Baby lieber die Patschehändchen lassen sollte:

Gut geeignet für den BLW-Start:

  • Vorgegartes weiches Gemüse (z.B. Karotte, Kartoffel, Zucchini, Pastinake, Kürbis)
  • Reife Apfel- oder Birnenschnitze (Tipp: du kannst auch Apfelschnitze kurz in die Mikrowelle legen, um sie weicher zu machen)
  • Melonenstücke
  • Bananenstücke
  • Rohe Salatgurke
  • Trauben (halbiert)
  • Babymais
  • Zuckererbsten
  • Blumenkohl- und Brokkoliröschen (roh oder vorgegart)
  • Spezielle Snacks für Babys

Nicht geeignet für den BLW-Start:

  • Nüsse (erst ab dem dritten Lebensjahr!)
  • Gesalzene Speisen
  • Stark gewürzte Gerichte
  • Fertiggerichte
  • Aromatisierte und gewürzte Snacks
  • Räucherfleisch und Fisch
  • Gezuckerte Lebensmittel
  • Honig (erst ab dem ersten Lebensjahr)

Verschluckt sich das Baby nicht?

Untersuchung haben gezeigt, dass die Gefahr des Verschluckens ist nicht größer ist, als wenn das Baby mit Brei gefüttert wird. Ob sich ein Kind leicht verschluckt, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Wenn sich euer Kind superleicht verschluckt und beim Baby-Led Weaning nich mehr aus dem Husten herauskommt, solltet ihr mit dem Fingerfood vielleicht nocht etwas warten. Mir hat es viel Sicherheit gegeben, einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kinder zu besuchen, in dem man auch gelernt hat, auf solche Situationen zu reagieren.
Interessant: Bei Erwachsenen wird der Würgereiz ganz hinten auf der Zunge ausgelöst. Bei Babys liegt der Punkt des Würgereizes viel weiter vorne im Mund. Das heißt, ein Baby beginnt viel zu früher zu würgen – lange bevor die Gefahr besteht, dass sich ein Stück Nahrung vor der Speiseröhre querlegt. Durch den Würgereiz lernen Babys früh, sich nicht zu verschlucken. Manche Babys verschlucken sich natürlich dennoch, während andere beim BLW permanent am Würgen sind. In beiden Fällen würden wir mit dem Fingerfood noch etwas warten.

Gesundheit

Erste Hilfe fürs Baby bei Atemnot und Erstickungsgefahr

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Muss ein Baby Zähne haben, um mit BLW zu beginnen?

Manches Baby hat mit sechs Monaten schon die ersten Beißerchen, andere wiederum noch nicht. Aber auch zahnlosen Babys könnt ihr schon Fingerfood in die Hand geben, wenn es Interesse daran zeigt. Es wird nicht mit den Zähnen, sondern mit dem Gaumen „kauen“ – und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass euer Baby bereits die Beikostreifezeichen zeigt, dann kann es mit oder ohne Zähne losgehen.

Weitere Buchtipps zum Thema Baby-led Weaning

Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg von Gill Rapley und Tracey Murkett für 22 €*

Baby Led Weaning: Das breifrei Kochbuch für die ganze Familie. Hilfreiche Tipps für die Beikost 100 BLW Rezepte von Food Balance für 9,95 €*

BABY LED WEANING: BABY ISST SELBER – Das breifrei Kochbuch – Über 100 BLW Rezepte für Babys, Kleinkinder und die ganze Familie – Beikost ganz easy von Luisa Zuckerhut für 8,99 €*

Baby-led weaning – Breifrei mit der Beikost starten: 101 gesunde und leckere Rezepte für Babys von Stefanie Münch für 12,95 €*

Einmal breifrei, bitte!: Die etwas andere Beikost von Loretta Stern und Eva Nagy für 15,99 €*

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Du hast dich entschieden, bei Deinem Baby breifreie Beikost einzuführen. Nun fragst Du Dich vielleicht, wie genau das funktionieren soll? Womit anfangen bei Baby Led Weaning? Mit welchem Nahrungsmittel und in welcher Form?

Beikost: Womit anfangen am besten?

Vorne weg sei gesagt, dass der Anfang der Beikost mit Baby Led Weaning denkbar einfach ist. Du kannst (fast) nichts falsch machen und musst auch wenig berücksichtigen.

Wie anfangen mit dem Baby?

Ist mein Baby schon bereit für Beikost?

Häufig findet man als Altersangabe „für den ersten Brei“ ein Alter von 4-6 Monaten. Diese Angabe ist veraltet, mittlerweile empfehlen die meisten offiziellen Stellen, mindestens 6 Monate voll zu stillen bzw. nur Flaschenmilch zu geben. Erst nach dem 6. Lebensmonat sollte Dein Baby zum ersten Mal mit fester Nahrung in Berührung kommen. Die wenigsten sind vorher tatsächlich bereit dafür.

Ab wann ist der Baby bereit für Baby Led Weaning?

Doch wie kannst Du wissen, dass Dein Baby bereit ist für Beikost? Wann sollst Du anfangen mit Baby Led Weaning? Immerhin kann es das ja noch nicht sagen. Folgende Anzeichen können dabei helfen:

  • Dein Baby kann selbständig und frei sitzen
  • Es greift nach Dingen und befördert sie zielsicher zum Mund
  • Es macht auf Spielzeug kauende Bewegungen
  • Dein Kind greift nach Essen und schiebt es sich in den Mund

Diese Situationen dagegen bedeuten nicht, dass Dein Baby zusätzliche Nahrung benötigt:

  • Dein Baby beobachtet interessiert, wie andere essen. Tatsächlich beobachten Babys den ganzen Tag so viel wie möglich von dem, was andere tun. Auch essen.
  • Nächtliches Aufwachen. Alle Babys wachen in relativ kurzen Abständen (30-45 Minuten) aus dem Schlaf auf. Manche finden selbständig wieder zurück, ohne die Augen zu öffnen, andere weinen und rufen nach der Mutter. Das hat nichts mit Hunger zu tun.
  • Weniger Gewichtszunahme. Auch das ist ein absolut normaler Prozess. In den ersten Lebenswochen wachsen Babys meist rasend schnell. Mit 4-6 Monaten stagniert dieses Wachstum. Wenn du Angst hast, dass Dein Baby nicht genügend Kalorien zu sich nimmt, solltest Du statt dessen häufiger anlegen bzw. mehr Flaschenmilch füttern.

Erstes Essen: Womit starten bei BLW?

Wenn Du also denkst, dass Dein Baby bereit ist, kannst Du ihm das erste Mal etwas Fingerfood anbieten. Wenn es sonst selbständig sitzen kann, kannst Du es dazu in den Hochstuhl setzen, ansonsten einfach auf dem Schoss sitzen lassen. Für den Anfang eignet sich alles an Obst und Gemüse, was beim Anfassen nicht zermatscht, aber sich im Mund langsam auflöst / zerkleinern lässt.

Du musst auch keine Angst davor haben, dass Dein Baby sich verschlucken kann und erstickt. Da hat die Natur nämlich schon Schutzmechanismen etabliert.

Beispiele für einfaches, gut geeignetes erstes BLW-Food:

  • geschälte Banane
  • gedünsteter Apfel
  • weiche Birne
  • gedünstete Kartoffel, handlich geschnitten
  • stark gedünstete Karotte als Sticks
  • gedünsteter Brokkoli oder Blumenkohl
  • nicht zu stark gedünsteter oder gebratener Kürbis
  • gebratene Zucchinischeiben

Mit diesem neuen „Spielzeug“ lässt Du Deinem Baby dann die Zeit, die es braucht, um es zu untersuchen. Denn anfangs ist das Essen vermutlich nicht mehr als Spielzeug – erst allmählich wird Dein Kind gefallen daran finden, es auch zu schlucken. Übrigens lösen sich viele Nährstoffe auch schon im Mund, wenn Dein Baby lange darauf herumkaut. Der Speichel enthält sehr viele Enzyme, die diesen Prozess vorantreiben.

Mehr musst Du also nicht tun. Zeit lassen, abwarten und nicht eingreifen. Sei nicht enttäuscht, wenn er / sie anfangs nach wenigen Minuten genug hat oder das Interesse weniger groß war, als erwartet. Versuche es einfach nach einigen Tagen wieder und dränge Dein Kind nicht weiter.

Was brauche ich und worauf muss ich sonst noch achten?

Lätzchen

Vor allem, wenn das Essen Flecken hinterlassen könnte, kannst Du die Kleidung des Babys mit einem Lätzchen schützen. Weil vermutlich mit dem ganzen Körper „gegessen“ wird, empfehlen sich sog. Ärmellätzchen (Amazon Affiliate Link) oder Ganzkörperlätzchen. Wenn Du Dein Baby auf dem Schoss hältst, zieh etwas an, was ohnehin in die Wäsche sollte und idealerweise schwarz ist bzw. Flecken bekommen darf. Manche Mütter haben spezielle Kleidung dafür, die sie immer wieder anziehen und um die sie sich keine Sorgen machen.

Hochstuhl

Wenn Dein Baby schon im Hochstuhl sitzen kann, ist eine Hochstuhl mit Tablett (Amazon Affiliate Link) anfangs sehr praktisch. Das Tablett reicht bis an den Körper des Babys, sodass herunterfallendes Essen gleich wieder darauf landet. Die meisten dieser Tablette sind abnehmbar und einfach zu reinigen. So kann das Baby gleich vom Tablett essen und Geschirr landet nicht samt Inhalt auf dem Boden.

Boden

Den Boden kann man entweder danach kurz wischen oder vorher entsprechend präparieren. Dazu eignet sich eine alte Tischdecke mit entsprechender Beschichtung, die man danach abwischen kann. Manche Eltern benutzen auch Zeitungspapier oder ein großes Bettlaken, das man ausschütteln und hin und wieder waschen kann.

Auf Pinterest merken:

Baby Led Weaning, also die selbstbestimmte Beikosteinführung ohne Brei, fördert die Selbständigkeit, Feinmotorik und das Selbstvertrauen und schult die kindlichen Sinne. Eltern müssen weder extra kochen, noch das beikostreife Baby füttern. So können alle gemeinsam am Familientisch sitzen und gemeinsam Essen.

Im großen Baby Led Weaning Guide von Mini and Me findest du die wichtigsten Infos zum Thema, eine Liste idealer Lebensmittel für den Start sowie einfache Rezepte. Außerdem zeige ich dir Esslernprodukte von MAM, die den wichtigen Entwicklungsschritt zum selbständigen Essen unterstützen.

Was ist Baby Led Weaning (BLW)?

Baby Led Weaning bezeichnet die Einführung breifreier Beikost nach Bedarf.

Das Baby bestimmt selbst, was und wie viel es an angebotener Nahrung zu sich nimmt. Die meisten Kinder sind mit ungefähr mit einem halben Jahr bereit für die erste Beikost.

Beschäftigt man sich mit Baby Led Weaning, ist es wichtig zu bedenken, dass es nicht gleichbedeutend mit Abstillen ist: Bei breifreier Ernährung ist es wichtig, dem Kind die Zeit zu geben, die es braucht, um sein Essen selbst be-greifen zu können.

Schnell geht hier in den seltensten Fällen etwas, das ist aber auch nicht der Sinn der Sache.

Exkurs: WHO Gesundheitsempfehlungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys bis zum vollendeten 6. Lebensmonat ausschließlich zu stillen und dann langsam die erste Beikost einzuführen.

Für die Gesundheit von Kind und Mutter empfiehlt sie außerdem, das Kind bis zum 2. Lebensjahr und darüber hinaus – sofern Mutter und Kind das möchten – zusätzlich zur festen Nahrung zu stillen.

Diese Empfehlung gilt für alle Länder dieser Welt und nicht, wie manchmal fälschlich angenommen, nur für Dritte Welt Länder.

Beikost ohne Brei ist natürlich auch möglich, wenn das Baby bereits abgestillt ist oder gar nicht gestillt wurde und Prä-Nahrung den Großteil seiner Ernährung ausmacht. Auch hier bestimmt das Baby selbst, wann es die Milchnahrung (die noch lange Zeit den Großteil der aufgenommenen Nahrung ausmacht) durch feste ersetzt.

Die Vor- und Nachteile von Baby Led Weaning

Die Vorteile der breifreien Beikost sind zahlreich. Eine umfangreiche Auflistung, Rezepte, sowie alle anderen Informationen, die man braucht, um Beikost selbstbestimmt einzuführen und gut informiert zu sein, findest du beispielsweise im Breifrei Kochbuch* von Loretta Stern und Anja C. Gaca, das ich dir an dieser Stelle gerne empfehlen möchte.

Das Kind

  • bestimmt selbst, was und wie viel es isst.
  • kann Hunger und Sättigung selbst erfahren.
  • lernt, Geschmäcker zu differenzieren.
  • isst mit der Familie.
  • trainiert Feinmotorik und Mundmuskulatur.
  • kann auch unkompliziert unterwegs versorgt werden.
  • muss nicht gefüttert werden.
  • kann am Tisch essen wie die Großen.

Für die kindliche Entwicklung hat Baby Led Weaning keine Nachteile.

Wenn man es aber gerne ordentlich hat und sich bei der Vorstellung, Nahrungsmittel vom Boden einzusammeln, die Nackenhaare aufstellen, ist Baby Led Weaning für die Eltern wohl nicht die beste Methode, um Beikost einzuführen.

Lässt man sein Kind wirklich selbst experimentieren, muss man sich auf Essensreste auf dem Boden, auf dem Hochstuhl, auf Babys Kleidung, in den Haaren und so weiter einstellen.

Ich bin sehr froh, dass wir uns für diese wichtige Entwicklung Zeit genommen haben. Auch, wenn es organisatorisch nicht jedesmal möglich ist, auf Brei zu verzichten, so kann BLW dennoch in den Alltag integriert werden. Eben dann, wenn es passt.

Abgesehen von all den Vor- und Nachteilen macht es einfach nur richtig Spaß, seinem geliebten Kind beim Herumprobieren zuzusehen. Ich selbst habe es als so ungemein bereichernd empfunden – ich würde es niemals anders machen wollen.

Ist mein Baby beikostreif?

  • Beikostreife setzt voraus, dass das Baby den Kopf selbständig halten und mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen kann.
  • Es muss in der Lage sein, das Essen selbständig zum Mund zu führen.
  • Der Zungenstoßreflex ist nicht mehr vorhanden. Schiebt das Kind jeden Löffel Beikost also wieder aus dem Mund, ist es noch nicht so weit.
  • Außerdem zeigt dein beikostreifes Baby großes Interesse am Essen der anderen
  • und kann sich vom Rücken auf den Bauch drehen.

Viele Eltern haben Angst davor, dass ihr Baby sich verschlucken könnte. In der Regel werden Babys zu große Stücke wieder nach vorne befördern und ausspucken. Das geschieht, weil der Würgreflex bei so kleinen Kindern noch sehr weit vorne liegt. Beim Füttern mit Babybrei kann es wie beim selbständigen Essen passieren, dass Babys sich verschlucken. Wer unsicher ist, hält mit Kinderärztin oder Hebamme Rücksprache oder besucht einen Erste-Hilfe-Kurs.

Lass dein Baby beim Essen nicht unbeaufsichtigt!

Los geht’s: Wissenswertes für den Start

Am besten nähert man sich dem Thema wohl mit der Einstellung, vorerst gar nichts zu erwarten. Es geht ums Kennenlernen, ums Ausprobieren im ganz eigenen Tempo des Kindes. Ohne Druck hat das Kind den nötigen Raum, selbst zu erkunden.

Um entspannt auszuprobieren und das Ganze auch für Eltern entspannt zu halten, ist es wichtig, dass das Kind nicht müde oder hungrig ist, wenn es seine ersten breifreien Erfahrungen macht.

Vor allem anfangs wird einiges am Boden und auch überall sonst – außer im Mund des Kindes – landen. Darauf sollte man vorbereitet sein und auch zeitlich in der Lage, es zuzulassen.

Es ist wichtig, dass das Baby immer aufrecht sitzt und die Mahlzeiten auch selbst essen darf. So entwickelt es einen sicheren Umgang mit seiner Nahrung. Das Tempo, in dem Still- bzw. Fläschchenmahlzeiten reduziert werden, sollte das Kind selbst bestimmen dürfen und nicht vorher festgelegt werden.

Unerlässlich und wichtig für Babys Sicherheit ist in jedem Fall, bei der Nahrungsaufnahme anwesend zu sein und es nicht alleine zu lassen. Außerdem sollte vorher überprüft werden, ob die einzelnen Zutaten, wie oben beschrieben, einfach am Gaumen zerdrückt werden können. Die meisten Gemüsesorten müssen also gedünstet oder gekocht werden, bevor sie zum Verzehr durchs Baby geeignet sind. Die Schale – beispielsweise von Äpfeln oder Pfirsichen – sollte vorab entfernt werden.

Wichtig ist, rundliche Nahrungsmittel – wie etwa Heidelbeeren oder Trauben – nicht unverarbeitet anzubieten, da diese leichter in den Hals rutschen können.

Da das Kind ja selbst bestimmen soll, was und wie viel es davon isst, gilt es, ein möglichst breites Repertoire an verschiedenen Lebensmitteln anzubieten.

Nahrungsmittel-Liste und Hinweise zur Zubereitung

Beikosteinführung heißt nicht automatisch: Hier ein Löffelchen Pastinake, und hier ein wenig Apfelmus.

Beschäftigt man sich mit der Thematik und findet heraus, welches Lebensmittel ab welchem Alter und – vor allem – in welcher Form angeboten werden kann, öffnet das ein neues Feld voller spannender Erfahrungen.

Achtest du von Anfang an darauf, deinem Kind ein möglichst breit gefächertes Angebot unterschiedlicher Lebensmittel zu machen, sind das die besten Voraussetzungen für eine ausgewogene Ernährung. So hat es die Möglichkeit, verschiedene Geschmäcker und Haptiken kennen- und mögen zu lernen.

Ist dein Kind nicht von Anfang an Feuer und Flamme für ein bestimmtes Nahrungsmittel, bedeutet das nicht, dass es das per se nicht mag. Einfach immer wieder mit auf den Teller legen und beobachten, ob nicht doch noch Begeisterung dafür aufkommt.

Diese umfassende Liste soll einerseits aufzeigen, welche unterschiedlichen Nahrungsmittel es gibt und auf der anderen Seite auch Infos und Ideen für ihre Zubereitung liefern. Sie ist natürlich nicht vollständig.

Nicht jedes Lebensmittel passt zu jedem Kind in jedem Alter.

Hast du Ergänzungen und Anregungen, freue ich mich sehr, wenn du andere Leserinnen und mich in den Kommentaren daran teilhaben lässt!

Gemüse:

Die meisten Gemüseorten können entweder ein paar Minuten gedünstet oder in etwas Öl oder Butter angebraten werden, bis sie die richtige Konsistenz haben. Weiches Gemüse darf roh auf den Teller. Serviert wird es entweder in ganz kleine Stückchen geschnitten oder als etwa 5 cm lange Streifen, die Babys leicht greifen können.

Je nach Sorte und Vorlieben können etwas Zwiebel-, Knoblauch- oder Paprikapulver, Zimt, Kümmel, Thymian, Petersilie und Co. sowie ein paar Tropfen Zitronensaft und Olivenöl für zusätzlich Geschmack und Abwechslung sorgen. Vielleicht schmeckt auch etwas darüber gestreuter Parmesan!

  • Brokkoli
  • Paprika
  • Zucchini
  • Spargel
  • Karfiol
  • Kirschtomaten
  • Radischen
  • Süßkartoffel
  • Pastinaken
  • Karotten
  • Erbsen
  • Gurke
  • Bohnen
  • Kürbis
  • Kartoffeln
  • Aubergine

Obst:

Obst sollte reif sein, solches mit harter Schale (wie etwa Äpfel oder Pfirsiche) wird geschält. Um das Baby selbst essen zu lassen, kann eine Frucht entweder ganz klein und fein oder in etwa 5 cm lange, längliche Stücke geschnitten werden, die das Baby selbst greifen und halten kann.

Hartes Obst kann kurz in etwas Öl angeschwitzt werden, um die passende Konsistenz zu erlangen.

Vor allem bei rundlichen oder ovalen Formen (wie etwa bei Heidelbeeren und Weintrauben) ist es sehr wichtig, diese nicht ganz zu lassen, sondern in die Hälfte zu schneiden oder zu vierteln.

  • Äpfel
  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Pfirsiche
  • Nektarinen
  • Pflaumen
  • Himbeeren
  • Ananas
  • Kiwi
  • Mandarinen
  • Orangen
  • Brombeeren
  • Bananen
  • Weintrauben
  • Mango
  • Birnen
  • Kirschen
  • Melonen
  • Avocado
  • Papaya

Kohlehydrate und Eiweiß:

Lebensmittel sollten Babys unbedingt in Bio-Qualität und bevorzugt aus regionalem Anbau angeboten werden. Vor allem bei tierischen Produkten sollte auf die biologische Herkunft geachtet werden.

  • Ei (durcherhitzt)
  • Hühnchen, Pute
  • Käse in dünnen Scheiben
  • Bohnen (vierteln, mit Kümmel)
  • Kichererbsen
  • Tofu
  • Fisch, Shrimps
  • Rotes Fleisch
  • Linsen
  • Reis
  • Nudeln
  • Couscous
  • Bulgur
  • Toast
  • Waffeln
  • Pfannkuchen
  • Reisbällchen
  • Quinoa

Unsere liebsten Esslern-Produkte von MAM

Für uns war Baby Led Weaning eine große Bereicherung. Trotzdem habe ich meine Tochter auch ab und zu gefüttert – entweder aufgrund von Zeitmangel oder auch, wenn sie das wollte.

Ich fand es schön zu beobachten, wenn meine Tochter mit ihren kleinen Händen ihre Nahrung erkundete. Damit sie aber alles, wenn sie mochte, auch „wie die Großen“ machen konnte, lagen Löffel und Gabel für sie bereit.

Die Esslern-Produkte von MAM begleiten Kinder bei ihren ersten Experimenten mit fester Nahrung von Anfang an und wachsen mit. Sie sind praktisch und helfen Eltern und Babys, sich schnell an die neue Form der Ernährung zu gewöhnen.

Esslernbesteck

MAM bietet – je nach Alter des Kindes – drei verschiedene Sets an Esslernbesteck an.

Den Anfang macht das Dipper Set, das es Babys, die noch nicht schaufeln können, mit seiner gerippten Struktur erleichtert, auch wirklich etwas Essbares auf die Gabel bzw. den Löffel zu bekommen.

Die wärmeempfindlichen Spitzen der Heat Sensitive Spoons wechseln die Farbe, wenn das Essen zu heiß ist. Eine praktische Erfindung, die Temperaturmessgeräte unnötig macht. Ich möchte sie nicht mehr missen! Unsere Tochter isst heute noch sehr gerne mit diesen Löffeln.

Das dritte Set, Baby’s Cutlery, besteht aus Löffel, Gabel und einem sicheren Messer. Die Gabel verfügt über leicht angespitzte Zinken.

Esslerngeschirr

Wie beim Besteck, so ist auch jedes Teil beim MAM Esslerngeschirr durchdacht.

Die Snack Box ist super für unterwegs, weil durch den Schutzring nichts rausfallen, auch kleine Kinder sie aber selbst öffnen können. Bei meiner Tochter ist sie deshalb seit Monaten hoch im Kurs und kommt immer mit bei Ausflügen.

Auch die Feeding Bowl verwenden wir oft und gerne – hauptsächlich ebenso für unterwegs, oder wenn meine Tochter auf der einen Seite Joghurt und auf der anderen Seite das Müsli extra löffeln möchte. Durch den Griff ist sie einfach zu halten, sowohl fürs selbstessende Kind als auch für fütternde Eltern.

Baby’s Bowl und Plate ist nicht nur optisch schön, sondern auch sehr praktisch. Die tiefe Form der Schüssel erleichtert das Aufschaufeln und kann später für Suppen und ähnliches verwendet werden, wenn der Untersetzer dann seine Funktion als Teller erfüllt. Kleine Essanfänger profitieren zudem von der rutschfesten Unterseite.

Alle drei Produkte sind vielseitig einsetzbar und begleiten Kinder deshalb sehr lange. Das find ich super, weil man nicht alle paar Monate wieder etwas Neues anschaffen muss.

Alle Produkte der MAM Esslern-Serie sind zudem bruchsicher, nach höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entwickelt, frei von Weichmachern und können einfach im Geschirrspüler gereinigt werden. Sowohl die Feeding Bowl, die Snack Box als auch Baby’s Bowl & Plate können in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden.

2 einfache, gesunde Baby Led Weaning Rezepte

Mini Guglhupf mit Beeren (ohne Mehl und Zucker)

Ein gesundes, zuckerfreies Dessert, das sich auch wunderbar für zwischendurch eignet und der ganzen Familie Spaß macht. Das nenne ich ein perfektes Beispiel für ein Baby Led Weaning Rezept, das wunderbar an jeden Familientisch passt. Und super schnell zubereitet ist es außerdem!

  • 2 Bananen
  • 4 Eier
  • 1 Packung Beeren deiner Wahl

Zubereitung:

  1. Das Backrohr auf ca. 190 Grad vorheizen.
  2. Bananen und Eier mixen, bis sich eine glatte Masse ergibt.
  3. Beeren unterrühren.
  4. Gefettete Förmchen mit dem Teig füllen.
  5. Im Backrohr für etwa 12 Minuten backen und genießen!

Spinat Joghurt Drops (schnell schmelzend, ohne Zucker)

  • 1 Becher Joghurt
  • 2 Bananen
  • 1 Tasse Blattspinat (oder eine andere Zutat deiner Wahl)

Zubereitung:

  1. Joghurt, Bananen und Spinat mixen. Dabei nicht zu viel Joghurt nehmen, damit die Masse nicht zu dünnflüssig wird.
  2. Ein Backblech (oder eine andere Unterlage, die in dein Gefrierfach passt) mit Backpapier belegen.
  3. Die Masse in einen Spritzsack füllen und auf das Backblech kleine Tropfen mit ausreichend Abstand spritzen. Die Tropfen sollten groß genug sein, dass das Baby sie einfach greifen kann.
  4. Für etwa zwei Stunden einfrieren.
  5. Die gefrorenen Drops vorsichtig vom Backpapier in ein Gefäß zur Aufbewahrung im Gefrierfach schütten.

Die Drops schmelzen schnell, deshalb solltest du deinem Baby immer nur ein paar anbieten und den Rest gleich wieder tiefkühlen. Im Gefrierfach sollten sie mindestens 2 Wochen lang haltbar sein, koste aber immer unbedingt, bevor du sie deinem Baby reichst.

Baby Led Weaning bietet viele Vorteile für das Baby und die Familie.

Nähert man sich der Sache undogmatisch und neugierig, steht der selbstbestimmten Beikost beim Familientisch in der Form, wie sie zu deiner Familie passt, nichts mehr im Weg.

Hast du Erfahrungen, Infos oder Rezepte, die du gerne teilen möchtest? Ich freue mich darauf in den Kommentaren!

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  • Ältere Artikel mit eigenen Erfahrungen:
    • Mini mag Apfel: Über die Beikosteinführung
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Quellen und weiterführende Lektüre:

Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit meiner Partnerin MAM und enthält Werbung. Er spiegelt meine ehrliche Meinung wider – ich empfehle nur Produkte, von denen ich selbst überzeugt bin. Mehr zur Transparenz?

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Ein einfacher Weg, die breifreie Beikosteinführung zu starten

Mit was starte ich breifrei am besten? Diese Frage habe ich mir bevor es so richtig mit der Beikosteinführung los ging auch oft gestellt.

Das Tolle an der breifreien Beikosteinführung ist, dass es keine bestimmte Reihenfolge oder die richtige oder falsche Vorgehensweise gibt. Erlaubt ist, was gesund ist und sich gut essen lässt. Es gibt keine Vorgaben, wie bei der klassichen Beikosteinführung mit Brei zuerst eine Mahlzeit und Wochen später eine nächste zu ersetzen. Ihr könnt einfach starten und es euch gemeinsam schmecken lassen.

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Aber aus unserer Erfahrung möchte ich dir einige Lebensmittel vorschlagen, die sich aufgrund ihres Geschmacks und ihrer Konsistenz hervorragend zum Beikoststart mit breifreier Ernährung eignen.

  1. Was eignet sich zum breifrei Start?
    • Obst
    • Gemüse
    • Sonstiges
  2. Breifrei Abendessen
  3. Was eignet sich nicht zur breifreien Beikosteinführung?
  4. Welche Grundzutaten solltest du zuhause haben?

Eine Liste mit Lebensmitteln die für das Baby zu Beginn bzw. für das erste Jahr ungeeignet sind, findest du unter Punkt 4 oder als „Basics“ im Downloadbereich.

  1. Was eignet sich zum Start?

Am besten eignen sich einige der Lebensmittel, die die Mama selber auch gerne ist und schon während der Schwangerschaft und beim Stillen gegessen hat. Denn diese Sachen kennt das kindliche Immunsystem bereits über das Fruchtwasser und dann die Muttermilch. Das Baby lernt schon im Mutterleib verschiedene Geschmäcker kennen. Im 5. Schwangerschaftsmonat entwickelt sich der Geschmackssinn und über das Fruchtwasser, welches das Baby schluckt lernt es bereits verschiedene Geschmäcker kennen. Das Fruchtwasser schmeckt süßlich und je nachdem, was die Mutter isst, verändert sich der Geschmack leicht. So wird oft vermutet, dass man als Mami bereits den späteren Geschmack des Babys mitbestimmt. Das würde in unserem Fall bedeuten, dass unsere Kleine von Natur aus eine Abneigung gegen Oliven, Pilze und Paprika haben müsste. Das haben wir bisher allerdings noch nicht getestet… Denn Paprika z.B. gehören zu den für das Baby anfangs nicht geeigneten Lebensmitteln.

Aber mit was kann man denn nun gut anfangen, wenn man dem Baby breifreie Kost anbieten möchte? Eigentlich sind hier so gut wie keine Grenzen gesetzt. Im Folgenden findest du einige Obst- und Gemüsesorten aufgelistet, die sich sehr gut eigenen und deinem Baby angeboten werden können.

Prinzipiell solltest du das Essen so zubereiten, dass dein Baby es (auch wenn es den Pinzettengriff noch nicht beherrscht) gut greifen kann. Optimal ist die Größe, wenn zum Beispiel das Stückchen Birne, wenn dein Baby es mit dem Fäutschen umschließt, oben und unten noch ein bisschen rausschaut.

Du wirst aber sicher merken, dass dein Baby den Pinzettengriff recht bald beherrscht und gezielter nach Dingen greifen kann. K hat im Laufe der letzten 3 Monate ihre eigenen Technicken entwickelt und schieb manche Lebensmittel beispielsweise gezielt an den Rand ihres Tabletts um besser danach greifen zu können.

  • Obst

Weiche und saftige Obstsorten eigenen sich super. Anderes, festes Obst kann etwas weichgekocht oder leicht dampfgegart werden. Für den Start eignen sich zum Beispiel

  • Avocado, ist meiner Meinung nach eins der besten Einsteigeressen für die Beikosteinführung mit breifreier Kost. Du halbierst die Avocado und schneidest kleine Schnitze heraus. Avocado ist sehr gehaltvoll, so dass auch am Anfang, wenn dein Baby nur winzige Mengen aufnimmt Nährstoffe und Kalorien in dem kleinen Körper ankommen.
  • Birne, je nachdem ob es eine weiche oder feste Sorte ist, würde ich die Birne in Schnitze schneiden und eventuell etwas garen
  • Apfel, schneide ich immer in Spalten und dämpfe ihn etwas, damit er süßer und weicher wird.
  • Wassermelone, ist ein tolles Einsteigerobst, gerade an sehr warmen Tagen. Du kannst sie aus dem Kühlschrank gekühlt anbieten und sie besitzt sehr viel Feuchtigkeit. Ich schneide sie in kleine Würfelchen, gerade so groß, dass sie noch gut in den Mund passen. Aber auch nicht zu klein, damit K sie noch gut greifen kann.
  • Honigmelone, kannst du auch in Schnitze schneiden.
  • Banane, hier hast du mehrere Möglichkeiten. Entweder du schneidest Scheiben ab die du in der Dicke variieren kannst. Oder du lässt die Banane mit Schale, schneidest ein Stück ab und entfernst dann nur einen Teil der Schale, so dass dein Baby die Banane mit der Hand an der noch verbliebenen Schale festhalten kann. Oder du gibst deinem Baby einfach eine halbe Banane oder ein großes Stück direkt in die Hand beziehungsweise legst sie deinem Baby hin.
  • Mango, ist etwas glitschig, aber probiere es ruhig mal mit fingerfood geeigneten Stückchen aus. Dein Baby bekommt das sicher gut hin.
  • Blaubeeren, die habe ich am Anfang immer mit den Fingern ein bisschen platt gedrückt bevor ich sie K angeboten habe. Ich war besorgt, dass sie sich daran verschluckt. Inzwischen weiß ich, dass sie die Beeren selber auseinander nimmt.
  • Gemüse

Auch hier sind nur wenige Grenzen gesetzt. Es empfiehlt sich das Gemüse zu schälen und in Sticks oder auch Pommes zu schneiden. Die Stücke sollten so groß sein, dass sie, wenn dein Baby sie in der geschlossenen Faust hält, oben und unten ein kleines Stückchen raus schauen. Wenn du das Gemüse geschnitten hast dünstest du es in einem kleinen Topf mit Wasser. Den Deckel lässt du drauf. Alternativ kannst du die Stücke auch im Dampftopf garen oder ein Asiakörbchen verwenden.

Wie beim Obst gibt es auch hier viele Sorten, die sich gut eignen. Ich möchte dir einige aufzählen

  • Karotten
  • Zucchini
  • Kürbis, Butternut oder Hokkaido (dieser kann mit Schale gegessen werden)
  • Gurke
  • Kartoffel
  • Süßkartoffel
  • Brokkoli, hier wäschst und putz du den Brokkoli, schneidest keine Röschen ab und garst diese. Du kannst auch super kleinere Portionen einfrieren. Denn dein Baby wird zu Beginn nicht mal ein kleines Rösschen verputzen.

Einige Lebensmittel lassen sich super einfrieren. Aus anderen kannst du zum Beispiel für dich eine Suppe machen.

Welche Lebensmittel bei unserer Kleine gut angekommen sind und auch jetzt noch hoch im Kurs stehen, kannst du in Teil 5 meiner breifrei-Reihe nachlesen.

  1. Breifrei Abendessen

Am Anfang habe ich mich häufig gefragt, was ich K zu den typischen Mahlzeiten wie Frühstück, Mittag- und Abendessen anbieten soll. Dabei habe ich manchmal nicht daran gedacht, dass sie überhaupt noch gar nicht so viel auf einmal essen kann und auch keine riesen Auswahl an verschiedensten Lebensmitteln auf ihrem kleinen Tablett liegen haben muss.

Was zum Beispiel könnte ein typisches breifrei Abendessen sein? Was esst ihr zu Abend? Bei uns gibt es abends oft das typische Abendbrot. Also tatsächlich Brot, belegt mit Wurst oder Käse und Gurken, Tomaten oder eine Salat dazu. Warum soll nicht auch unsere Kleine abends Brot und Gemüse bekommen? Mein erster Brotbackversuch wäre fast schon gescheitert bevor er richtig begann. Denn ich hatte gar nicht mehr genug Mehl und mein Getreide um neues zu mahlen war auch leer. So entstand dann ein wirklich leckeres Restebrot, das auch K sehr gut geschmeckt hat.

  1. Was eignet sich nicht zur breifreien Beikosteinführung?

Was darf mein Baby nicht essen? Das habe ich mich anfangs oft gefragt und wenn sie jetzt mit neuen Lebensmitteln Kontakt hat bin ich manchmal noch unsicher. Aber eigentlich kannst du jetzt direkt starten und breifrei kochen. Breifrei Rezepte werde ich dir mehrmals die Woche in meinem Blog empfehlen.

Neben den Lebensmitteln, die sich hervorragend für den Start eignen gibt es auch solche, die du vermieden solltest da sie deinem Baby schaden können.

  1. Welche Grundzutaten solltest du zuhause haben

Welche Zutaten solltest du zuhause vorrätig haben, wenn du dich für die breifreie Beikosteinführung für dein Baby entscheidest?

Eigentlich braucht ihr ja gar nicht wirklich etwas Besonderes, um direkt loslegen zu können und leckere Rezepte auszuprobieren.

Gerade am Anfang wird euer Baby keine aufwendig zubereiteten Menüs verschlingen. Ihr werdet sicher anfangen nach und nach verschiedene Gemüse- oder Obststicks anzubieten.

Was genau die breifreie Beikost überhaupt ist kannst du in den anderen Beiträgen meiner breifrei-Reihe nachlesen. Du findest dort Informationen dazu, was breifrei ist, welches die Vorteile von breifrei sind und wie du die breifreie Beikosteinführung starten kannst. Auch über meine Erfahrungen werde ich dir berichten.

Aber nun möchte ich euch eine Liste an die Hand geben, mit Zutaten, die ich häufiger verwende, wenn ich für K leckere breifrei-Rezepte wie Waffeln, Zucchini-Kürbis-Muffins, Kürbis-Sticks oder Pancakes nachkoche und -backe.

BASICS

  • Ganz viel frisches Bio-Obst wie (abwechselnd) z.B.
    • Banane
    • Apfel
    • Birne
    • Mango
    • Melone
    • Pfirsich
    • Blaubeeren
  • Und natürlich auch ganz viel Bio–Gemüse wie (natürlich auch hier nicht alles auf einmal) z.B.
    • Avocado
    • Gurke
    • Karotte
    • Kartoffeln
    • Kürbis
    • Süßkartoffel
    • Brokkoli
  • Mehl: am liebsten verwende ich frisches selbstgemahlenes Dinkelmehl, aber es gibt auch glutenfreies Mehl, das ihr benutzen könnt
  • Backpulver, Natron
  • Gries, auch hier nehme ich am liebsten feinkörnigen Dinkelgries
  • Feine Haferflocken
  • Kurze, etwas breitere/dickere Vollkornnudel, die gut gegriffen werden können
  • Eier (außer ihr entscheidet euch für vegane Beikost)
  • Frische/getrocknete/tiefgefrorene Kräuter wie z.B.
    • Rosmarin
    • Thymian
    • Oregano
    • Basilikum
  • Rapsöl

Basics

Eine ausgewogene Ernährung sorgt für eine optimale Zufuhrt von den 14 wichtigsten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen für dein Baby.

6 Dinge über Baby-led Weaning, die du wissen solltest

Baby-led Weaning ist eines DER großen Themen im Bereich Babyernährung der letzten Jahre. Und der Trend, sein Baby schon mit wenigen Monaten selbst entscheiden zu lassen, was es zu sich nimmt, ist heiß diskutiert. Wir haben für euch die wichtigsten Fakten über diese Art der Babyernährung zusammengestellt.

Baby-led Weaning ist ein Weg zur Einführung in die Familienkost

Mit etwa 8 Monaten sind Babys soweit, dass sie langsam anfangen können, am „großen“ Tisch mitzuessen. Das, was die anderen Familienmitglieder essen, nennt sich Familienkost. Und der Übergang zu festem Essen ist eine unheimlich wichtige Phase, denn jetzt werden die Weichen für das zukünftige Essverhalten gestellt. Es ist also nicht ganz unerheblich, was alles auf den Tisch kommt. Das Ganze geschieht natürlich in vielen kleinen Schritten.

Hier mal ein Biss in das Gemüse, dort eine Nudel – so lernen die Kleinkinder langsam aber stetig, sich das neue Essen zu erschließen. Der Übergang vom Brei, den die meisten vorher bekommen haben, ist fließend. Baby-led Weaning setzt genau da an: Die Breiphase wird übersprungen, die Babys bekommen sofort festere Nahrung. Und suchen sich, wenn man die strenge Variante befolgt, auch selbst aus, ob sie heute Avocado oder doch lieber Kartoffeln wollen.

Baby-led Weaning ersetzt die Breiphase

Das ist einer der höchst umstrittenen Punkte. Denn bei Baby-led Weaning in der puren Form würde man dem Baby tatsächlich keinen Brei geben und nach dem Vollzeit-Stillen sofort mit fester Nahrung beginnen, die meist als Fingerfood gereicht wird. Ernährungswissenschaftler und Kinderärzte weisen darauf hin, dass dieses Konzept nicht für Kinder mit gerade einmal 6 Monaten geeignet ist und man davon Abstand nehmen sollte – auch unsere Experten sind sich in dem Punkt einig.

Vielmehr wird es aber meist ohnehin so sein, dass Baby-led Weaning parallel zur herkömmlichen Beikost und dem weiteren Stillen eingeführt wird.

Baby-led Weaning zeigt dem Baby die Lebensmittel in ihrer natürlichen Form

Ein wichtiger Punkt im Konzept. Lebensmittel sollen so wenig wie möglich verarbeitet sein, so dass die Babys einen realen Bezug zum Essen und den unterschiedlichen Geschmäckern und Konsistenzen bekommen. Es ist jedoch unabdingbar, dass die Eltern darauf achten, dass das Essen auch im Magen des Kindes landet – und dass nicht nur damit gespielt und gemanscht wird. Um das altbekannte Füttern, das man auch vom Brei kennt, kommt also ohnehin niemand herum.

Eine frühe Förderung von Kaumuskulatur und Motorik ist wichtig.

Bekommen Kinder Brei, macht man es ihnen sehr einfach, das Ganze zu essen und zu schlucken. Die Fans von Baby-led Weaning meinen: zu einfach. Und daran liegt etwas sehr Wahres: Denn eine frühe Förderung des Kauens und der Motorik ist wichtig.

Sprich: Babys, die ihr Essen zerkauen und danach greifen müssen trainieren diese Fähigkeiten einfach mal so nebenbei. Das Ganze erreicht man aber auch, wenn man ab einem gewissen Alter (etwa 8 Monate) beginnt, das Baby langsam in die Familienkost zu integrieren, denn auch hier bekommen sie nach und nach stückigere Kost – und sie werden auch danach verlangen, wenn sie sehen, was die anderen auf dem Teller haben, insbesondere wenn ältere Geschwister mit am Tisch sitzen. Denn denen eifert man einfach immer gerne nach.

Fingerfood können schon Babys bekommen

Es ist der Kernansatz von Baby-led Weaning: Die Babys nehmen sich selbst, was auf dem Teller liegt. Dabei benutzen sie in der Regel die Finger. Aber auch abseits von strengem Baby-led Weaning ist Fingerfood ein wichtiges Thema. Generell wird es ab einem Alter von 10 Monaten empfohlen, man aber bereits ab etwa 7 Monaten mit sanft gedämpftem Gemüse starten. Auch Vollkornnudeln sind eine Leibspeise für viele Babys.

Gedämpftes Obst wie Äpfel und Birnen schmeckt kleinen Essern ebenfalls. Die klassischen Baby-Snacks zum Kaufen wie Getreidestangen eignen sich am dem 10. Monat. Ideal sind sie mit einem Dip, beispielsweise aus püriertem Obst (wenn es schnell gehen soll oder für unterwegs eignen sich auch ein gekauftes Fruchtpüree, die sogenannten „Quetschies“).

Schwarz oder weiß gibt es nicht

Bei aller Kritik: Der Ansatz von Baby-led Weaning enthält viel Wahres und Sinnvolles. Schlecht ist immer nur der radikale Weg – ganz oder gar nicht bringt keinem etwas, am allerwenigsten den Babys. Sieht man genau hin, bieten die Ideen, die Baby-led Weaning beinhaltet, eine tolle Ergänzung für den Speiseplan der Babyernährung. Denn sich dogmatisch an Brei-Fahrpläne zu achten, während das Baby schon nach dem Butterbrot auf dem Teller der Mama lechzt, bringt auch nichts.

Unser Tipp: Augen auf und aufs sprichwörtliche Bauchgefühl hören. Als Eltern ist man heutzutage gefangen in der Lawine an Informationen, die einen täglich überrollt. Und jeder weiß immer alles besser. Daher: Aufs Kind achten und darauf, was es möchte.

Zu gegebenem Zeitpunkt mit der Beikost starten, immer wieder mal auch stockigere Kost einfließen lassen, dem Baby Varianten anbieten, es probieren und schmecken lassen. Ein entspannter Umgang mit Lebensmitteln und Essen kann Kindern nur gut tun.

Viele weitere Informationen findet ihr in unserem großen Experten-Interview zum Thema Baby-led Weaning. Auch Tipps zur Einführung in die Familienkost haben wir euch in einem Artikel zusammengestellt.

Baby Led Weaning: So führt ihr die breifreie Beikost ein

Was ist „Baby Led Weaning“ (BLW)?

Der Ausdruck heißt wörtlich übersetzt „Baby-geführtes-Entwöhnen“. Es bedeutet, dem Baby bei der Einführung von Beikost „freie Hand“ zu lassen. Das heißt, das Baby wird an Beikost herangeführt, ohne dass man ihm den typischen Brei anbietet. Vielmehr soll es sich beim gemeinsamen Familienessen immer wieder „bedienen“ und möglichst viele unterschiedliche Lebensmittel ausprobieren.

Wann ist mein Baby bereit für BLW?

Die beste Vorbereitung für BLW ist Stillen. Empfohlen wird, Babys möglichst sechs Monate voll zu stillen. Danach sind gesunde Babys meist „beikostreif“ und können feste Nahrung probieren. Für Babys mit Erkrankungen und für Frühchen sollte man zusammen mit dem Kinderarzt genau abstimmen, wann der richtige Zeitpunkt für Beikost ist. Gerade bei Frühchen, die vor der 37. Woche geboren sind kann es sein, dass sie noch etwas länger brauchen bis sie normales Essen verdauen können.
Wenn das Baby den Kopf halten, mit Unterstützung (zum Beispiel auf dem Schoß) aufrecht sitzen kann und Essen mit der Hand fassen und selbstständig zum Mund führen kann, ist es in der Regel bereit für BLW. Ein untrügliches Zeichen ist auch, dass das Baby großes Interesse an dem zeigt, was die Familienmitglieder essen. Außerdem sollte der Zungenstreckreflex mit dem kleinere Babys feste Nahrung automatisch mit der Zunge aus dem Mund schieben nicht mehr aktiv sein.

Checkliste: Mein Baby ist bereit für Beikost wenn …

  • es den Kopf halten kann
  • mit etwas Unterstützung aufrecht sitzen kann
  • es mindestens sechs Monate voll gestillt wurde
  • am Familientisch Interesse an dem zeigt, was die anderen essen
  • Essen mit der Hand fassen und zum Mund führen kann
  • der Zungenstreckreflex nicht mehr aktiv ist

Ja, diese Gefahr besteht. Darum ist es wichtig, mit der Entwicklung des Babys mitzugehen. Nur wenn das Kleine schon aufrecht sitzen und greifen kann, ist es reif für diese Art der Beikosteinführung. Grundsätzlich sollte man bei verschiedenen Nahrungsmitteln aufpassen und sie dem Baby nicht anbieten: Weintrauben, Heidelbeeren und Nüsse zum Beispiel sind gefährlich und sollten auf keinen Fall gegeben werden, ebenso Erbsen, Mais und geschälte Bohnen. Da das Baby relativ selbstbestimmt Essen in den Mund schiebt und daran nuckeln kann ist jedoch das Risiko sich zu verschlucken in aufrechter Sitzposition nicht größer als beim klassischen Füttern mit dem Löffel.

Diese Nahrungsmittel sollten nicht gegeben werden (Verschluckgefahr):

  • Nüsse
  • Weintrauben
  • Heidelbeeren
  • Erbsen
  • Mais
  • geschälte Bohnen

Wie bietet man dem Baby die neue Kost an?

Sinnvoll ist es, die Lebensmittel so zuzuschneiden, dass das Baby sie gut greifen kann. Alles was in Form eines Sticks geschnitten ist, ist für kleine Händchen gut geeignet. Das können Obst- oder Gemüsesticks sein, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbisstückchen, Polenta, ein Stück Fleisch (zum Nuckeln) oder auch ein Stück Hackfleisch. Kleine Happen dagegen sind wenig sinnvoll, da sie schwer zu Greifen sind. Babys sind neugierig und experimentieren gern. Je vielfältiger das Angebot ist, desto größer die Chance für das Kleine ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen auszuprobieren. Es soll Babys geben, die sogar eingelegte Gurken ganz schmackhaft finden

Diese Nahrungsmittel eignen sich zum Start von BLW:

  • Obststicks („harte“ Obstsorten wie Birnen oder Äpfel besser etwas vorgaren und schälen, damit Baby sich nicht an der Schale verschluckt)
  • Gemüsesticks (Gurke, vorgegarte Karotte oder Kürbis, Zucchini…)
  • gekochte Kartoffel- oder Süßkartoffelstücke
  • Kürbis
  • Polenta (vor allem wenn sie bissfest ist)
  • Nudeln
  • zuckerfreier Pfannkuchen
  • Fleisch (auch Hackfleisch; zum Nuckeln im Stück)
  • salzfreies Eieromelette

Welche Lebensmittel sind für Babys nicht geeignet?

Fast Food und sehr zuckerhaltige, salzige oder stark gewürzte Speisen sollten auf keinen Fall in Babys Speiseplan auftauchen. Anfangs kommt die Babyportion ungewürzt auf den Tisch, auch damit das Kleine die unterschiedlichen Geschmäcker unverfälscht wahrnehmen kann. Harte Gemüsesorten (Karotten zum Beispiel) sollten kurz vorgegart werden, Obst anfangs auch nur geschält geben, damit nicht eine Pfirsich- oder Apfelschale am Gaumen festklebt und das Baby sich verschluckt. Bei Gurken bitte darauf achten, dass der Teil mit Kernen vorab weggeschnitten wird. Achtung bei Zitrusfrüchten, sie können bei manchen Babys einen „wunden Po“ verursachen.

Braucht mein Baby zusätzlich etwas zu Trinken?

Babys, die weiterhin gestillt werden, brauchen nicht zusätzlich etwas zu Trinken wenn sie auf Beikost umgestellt werden. Sie decken den Flüssigkeitsbedarf über die Muttermilch. Babys, die Fläschchennahrung bekommen, sollte man zusätzlich Wasser anbieten, denn die Fertigmilchpräparate können den Flüssigkeitsbedarf meist nicht decken.

Wie wecken wir Babys Interesse an fester Nahrung?

Das passiert meist ganz von allein, solange das Baby Gelegenheit hat beim gemeinsamen Essen der Familie dabei zu sein. Wenn es soweit ist, wird es automatisch die größeren Familienmitglieder – und vor allem die größeren Geschwister – imitieren wollen und nach einem Stück Möhre, Brot, Fleisch oder einer Nudel greifen um sich das in den Mund zu stecken und daran zu lutschen. Natürlich kann man dem Kleinen auch immer wieder etwas anbieten und es kosten lassen. Je mehr Geschmacksrichtungen Babys ausprobieren, desto größer ist später ihr Speiseplan.

BLW ist auch umstritten – warum?

Das Ernährungskonzept des BLW sorgt immer wieder für Diskussionen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. lehnt diese Art der Ernährung für Babys sogar generell ab. Für eine gute Versorgung sei ein ausgewogenes Nahrungsmittelangebot wichtig, sagt Bundessprecher Hermann Josef Kahl. Die Mitglieder des Verbandes fürchten, das sei beim Essen „von der Hand in den Mund“ nicht gegeben, weil Babys zu wenig Eisen und andere wichtige Nährstoffe bekämen.
Weitgehend widerlegt wurde diese Theorie bereits in den 1930er Jahren von der Kinderärztin Clara Davis aus Cleveland. Sie führte eine Studie mit gerade abgestillten Säuglingen im Alter von 6 bis 9 Monaten zu deren Nahrungswahl durch. Monatelang wurde dabei genau notiert, was die Kinder aus freien Stücken an angebotenen Nahrungsmitteln wählten und aßen.

Die Kinder gediehen sehr gut, waren guter Laune und viel aufgeweckter als jene, die in derselben Kinderstation vom Fachpersonal mit herkömmlichen Babybreis gefüttert wurden. Davis Forschungen gerieten in Vergessenheit, dabei initiierte sie die bisher größte Studie zu diesem Thema (Davis CM; Results of the self-selection of diets by young children. Canadian Medical Association Journal 1939). Unter anderem zeigte die Studie auch, dass Babys nach dem Abstillen ganz unterschiedliche Essvorlieben entwickeln.

Welche sind die drei wichtigsten Tipps, die man Eltern bei der Umstellung geben kann?

Anja Constance Gaca ist Hebamme und gibt spezielle BLW-Kurse, außerdem betreibt sie den Blog „Von guten Eltern“ und hat zusammen mit Loretta Stern „Das breifrei Kochbuch“ herausgebracht. Wir haben Sie um die wichtigsten Tipps zur breifreien Beikosteinführung gebeten:

1. Geduld mitbringen und genau wie bei anderen Entwicklungsschritten das eigene Kind nicht mit anderen Kindern vergleichen.

2. Mit dem Kind zusammen essen, was sich bei BLW meist automatisch ergibt. Aber auch breigefütterte Kinder möchten mit ihrer Familie zusammen am Tisch sitzen und beobachten und nachahmen, was ihre Eltern tun.

3. Kein Stress am Esstisch und für eine „Essanfänger“-freundliche Umgebung sorgen! Es ist ganz normal, dass Kinder mal mehr und mal weniger essen, genau wie wir auch. Essen ist für Kinder eine ganz neue Erfahrung, die sie mit allen Sinnen erleben und begreifen wollen. Auch breigefütterte Kinder wollen meist gerne mitmachen und mit einem eigenen Löffel agieren oder die Händchen in den Brei tauchen. Dieses Erleben ist wichtig und gehört mit dazu. Der Essplatz sollte also unkompliziert zu reinigen sein, genauso wie die Kleidung, die das Kind dabei trägt.

Das ganze Interview zum Thema Baby Led Weaning mit Anja Constance Gaca lest ihr hier.

Was muss ich bei BLW noch beachten?

  • Das Baby bitte nie allein mit dem Essen lassen.
  • Essen niemals zu heiß anbieten.
  • Die Erwartungen der Eltern dürfen nicht zu groß sein. Es kann durchaus passieren, dass das Baby die ersten zwei, drei Mal gar nichts essen will.
  • Treibt das Baby nicht an, es wird sein ganz eigenes Tempo finden. Dem Baby ist nicht damit geholfen, wenn ihm jemand Essen in den Mund steckt. Es soll den „Mechanismus“ selbst entdecken.
  • Bitte keine Nahrungsmittel mit Zucker- oder Salzzusatz anbieten.
  • Das Baby wird anfangs das Stück Essen, das es gekostet hat nicht aufessen. Das muss es auch nicht.
  • Wenn das Baby etwas ablehnt, kann man das Lebensmittel ruhig noch einmal anbieten. Oft ändern Babys täglich ihre Meinung, so wie sich auch bei uns die Lust nach verschiedenen Speisen täglich ändert.
  • Wenn es in deiner Familie Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt, ist ein Gespräch mit dem Arzt oder der Hebamme sinnvoll vor der Einführung von BLW.
  • Das Baby sollte nach wie vor so oft gestillt werden (oder die Flasche bekommen) wie es möchte.

Wo finde ich Rezepte und zusätzliche Infos zur BLW?

„Das breifrei Kochbuch“ bietet viele Rezepte in allen möglichen Geschmacksrichtungen, die die Autorinnen (s. o.) extra für Babys zusammen gestellt haben (erschienen im Kösel Verlag).

Viele Tipps und Informationen gibt es auch auf der Seite baby-led-weaning.de . Hier findest du außerdem auch weitere Rezepte für einfache, breifreie Babykost.

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