Baby hustet in der nacht

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Husten bei Babys und Kindern: Ursachen, Behandlung und Tipps für die Nacht

30. September 2019 22 Min.

Husten gehört bei Babys und kleinen Kindern zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Dahinter stecken besonders oft Atemwegsinfektionen, die durch Viren ausgelöst werden. Welche Ursachen es außerdem gibt, wie sich ein Reizhusten von einem produktiven Husten unterscheidet und was Sie tun können, um Ihrem Kind zu helfen, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

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  • Entstehung Husten
  • Mögliche Grunderkrankungen
  • Hustenarten
  • Behandlung
  • Tipps für die Nacht
  • Wann zum Arzt?

Wie entsteht eigentlich Husten?

So unangenehm Husten auch ist, er erfüllt einen wichtigen Zweck: Gelangt ein Fremdkörper in die Atemwege oder hat sich dort infolge eines Infekts Schleim angesammelt, hilft der Husten, uns davon zu befreien. Es handelt sich dabei also um einen Schutzmechanismus des Körpers.

Die reflexartige Reaktion wird durch die Stimulation von Schleimhaut-Rezeptoren eingeleitet, die beispielsweise in hoher Dichte am Kehlkopf und im Rachen sitzen. Die Rezeptoren fungieren als eine Art Sensor, die bestimmte Reize wahrnehmen und sie über das Nervensystem an das Gehirn weiterleiten. Dieses aktiviert dann die am Husten beteiligten Muskeln im Bereich des Zwerchfells, der Stimmritze (spaltförmiger Raum zwischen den Stimmlippen) und des Kehlkopfs.

Im Allgemeinen können hustenauslösende Reize folgenden Kategorien zugeordnet werden:1

  • temperaturbedingt: beispielsweise durch das Einatmen von kalter Luft
  • mechanisch: dazu gehören eingeatmete Fremdkörper (wie Staub) oder Nahrungsbestandteile sowie eine übermäßige Ansammlung von Schleim
  • chemisch: hierzu zählen unter anderem reizende Gase
  • biologisch: darunter fallen sogenannte Entzündungsmediatoren (verschiedene Signalstoffe, die beispielsweise während einer Infektion oder einer Allergie ausgeschüttet werden und die Entzündungsreaktion vorantreiben)

Gut zu wissen:

Physikalisch betrachtet ist Husten ein ruckartiger Luftausstoß, der dadurch zustande kommt, dass sich im Brustkorb ein Druck aufbaut, während die Stimmritze im Kehlkopf zunächst verschlossen ist. Das Öffnen der Stimmritze führt dann zu einem explosionsartigen Entweichen von Luft zusammen mit dem Sekret und anderen Partikeln, die sich in den Atemwegen gesammelt haben.

Ursachen für Husten: Welche Krankheit steckt dahinter?

In den meisten Fällen ist Husten bei Babys und Kindern das Symptom einer Erkrankung, die mit einer Schleimhautentzündung in den Atemwegen einhergeht. Diese umfassen neben der Lunge selbst auch die Teile des Körpers, die die Luft zur Lunge führen (Hals-Nasen-Rachenraum, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien). Darüber hinaus kann aber auch eine allergische Reaktion, beispielsweise gegenüber Pollen, oder das versehentliche Verschlucken beziehungsweise Einatmen von Substanzen, den Hustenreflex auslösen.

Diese Erkrankungen können für Husten bei Babys und Kindern verantwortlich sein:

  • Erkältung
  • Keuchhusten
  • Bronchitis
  • Lungenentzündung
  • Pseudokrupp
  • Asthma

Wie lange dauert Husten an?

Eine pauschale Antwort lässt sich hier nicht geben, denn die Dauer ist immer abhängig von der jeweiligen Ursache. Während Husten, der beispielsweise aufgrund von Verschlucken entsteht, von relativ kurzer Dauer ist, kann erkältungsbedingter Husten bis zu zwei Wochen anhalten.2 Sollte der Husten länger als 4 Wochen bestehen, wird empfohlen, diesen ärztlich untersucht zu lassen, um ernstere Erkrankung der Atemwege auszuschließen.3

Erkältung (grippaler Infekt)

Die viral bedingte Entzündung der oberen Atemwege (Nase, Rachen, Nebenhöhlen) zählt im Kindesalter zu den häufigsten Ursachen für Husten. Bis zu acht Mal im Jahr können Kinder sich eine Erkältung zuziehen.4

Zu den bekanntesten Symptomen gehören neben Husten auch

  • Halsschmerzen,
  • Schnupfen sowie
  • eine erhöhte Temperatur (37,6 bis 38,5 Grad)2.

Ist Ihr Baby jünger als drei Monate, sollten Sie bereits ab einer Körpertemperatur von 38 Grad ärztlichen Rat einholen. Anderenfalls ist ein Arztbesuch notwendig, wenn das Fieber auf über 39 Grad steigt.5 Ärztlicher Rat ist aber ebenfalls dann zu empfehlen, wenn die erkältungsbedingten Symptome besonders stark ausgeprägt sind oder länger als eine Woche anhalten.6

Gut zu wissen:

Auch eine Grippe (Influenza) geht mit Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen und Fieber einher. Im Gegensatz zur Erkältung sind diese allerdings stärker ausgeprägt und treten plötzlich auf. Bei Verdacht auf eine Grippe, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Er kann eine eindeutige Diagnose stellen und die geeignete Behandlung verordnen.

Keuchhusten (Pertussis)

Typisch für diese Atemwegserkrankung, die vor allem im Kindesalter auftritt, ist ein anfallsartiger, nächtlicher Reizhusten. Die Ursache ist eine Infektion durch das Bakterium Bordetella pertussis, gegen das eine effektive Impfung zur Verfügung steht. Da bei dieser Krankheit eine Meldepflicht besteht, sollten Sie bei Anzeichen für Keuchhusten mit Ihrem Kind in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung erfolgt dann meist mithilfe von Antibiotika.

Bronchitis (bronchiale Schleimhautentzündung)

Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien (Teile der Atemwege, die von der Luftröhre abzweigen). Wenn Ihr Baby oder Kind an Bronchitis leidet, stellt die produktive Hustenart mit Auswurf oft das Hauptsymptom dar. Verschiedene Krankheitserreger können für diese Erkrankung verantwortlich sein. Meist liegt jedoch eine virale Infektion vor (beispielsweise durch Rhinoviren). Da der Durchmesser der Luftkanäle in den Atemwegen von kleinen Kindern noch verhältnismäßig gering ist, kann die Schwellung der Schleimhäute im Rahmen der Entzündung zu Schwierigkeiten beim Atmen führen. In diesem Fall sollten Sie dringend mit Ihrem Kind zum Arzt zu gehen.

Lungenentzündung (Pneumonie)

Im Gegensatz zur Bronchitis sind bei der Lungenentzündung nicht die Bronchien, sondern die kleinen Lungenbläschen (Alveolen) beziehungsweise das Lungengewebe betroffen. Die Erkrankung ist sehr schwerwiegend und kann sich durch

  • produktiven Husten,
  • Fieber und
  • Atembeschwerden bemerkbar machen.

Als Ursache der Krankheit kommt die Infektion durch verschiedene Arten von Bakterien, Viren oder Pilze infrage. Wenn Ihr Kind schwer Luft bekommt oder sich seine Lippen blau verfärben, rufen Sie unverzüglich einen Notarzt. Doch auch wenn sich der Husten nicht bessert oder mit Fieber (ab 38,5 Grad Celsius) einhergeht, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um eine mögliche Lungenentzündung rechtzeitig zu erkennen.7

Pseudokrupp (akute stenosierende Laryngotracheitis)

Heftige, trockene Hustenanfälle sind bei kleinen Kindern mitunter auch ein Hinweis auf Pseudokrupp (Krupphusten). Ein weiteres typisches Kennzeichen ist ein pfeifendes Atemgeräusch, das durch die Verengung der Atemwege entsteht.

Die akute stenosierende Laryngotracheitis wird durch Schleimhautentzündungen im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder ausgelöst und kann bei Babys und Kindern bis zum Alter von fünf Jahren zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. Kinder, die Anzeichen von Pseudokrupp zeigen, gehören deshalb in ärztliche Behandlung.8 Mögliche Ursachen sind neben viralen und bakteriellen Infektionen auch allergische Reaktionen.

Asthma (chronische Atemwegserkrankung)

Anders als die bereits genannten Erkrankungen ist Asthma nicht die Folge einer Infektion durch Krankheitserreger. Die Ursachen für Asthma sind zwar noch nicht abschließend geklärt, allerdings befinden sich die Atemwege von Asthmatikern in ständiger Entzündungs- und Abwehrbereitschaft. Bestimmte Einflüsse wie eine Allergie (Reaktion auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen oder Hausstaubmilben) sorgen für eine heftige Abwehrreaktion. Die Atemwege verengen sich krampfartig und es wird vermehrt Schleim gebildet. Das wiederum führt zu Husten und Atembeschwerden. Ein schwerer Asthmaanfall kann mit Atemnot einhergehen und einen medizinischen Notfall darstellen, der schnellstmöglich ärztlich behandelt werden muss.

Sollten Sie bei Ihrem Kind Asthma vermuten, gehen Sie mit ihm zum Arzt. Dort erhalten Sie nicht nur alle wichtigen Informationen zur Behandlung von Asthma, sondern lernen zudem den richtigen Umgang mit der Erkrankung.

Hinweis:

Nicht immer ist eine Krankheit die Ursache. Wenn Ihr Kind abgesehen vom Husten keinerlei zusätzliche Symptome zeigt, können ebenfalls reizende Stoffe in der Lebensumgebung (beispielsweise Zigarettenrauch) für den Husten verantwortlich sein.

Außerdem bewirkt auch ein verschluckter oder eingeatmeter Fremdkörper plötzlich einsetzenden Husten und Atemnot. Es besteht Erstickungsgefahr, rufen Sie sofort den Notarzt!

Reizhusten oder produktiver Husten? Das sind die Unterschiede

Grundsätzlich werden bei Erwachsenen, ebenso wie bei Kindern, zwei Haupttypen von Husten unterschieden:

  • Unproduktiver Husten: Besser bekannt ist er als trockener Reizhusten – diese Form tritt bei Babys und Kindern vor allem zu Beginn einer Atemwegserkrankung auf und zeichnet sich gegenüber der zweiten Form dadurch aus, dass es keinen Auswurf (Abhusten von Schleim) gibt. Unproduktiver Husten ist oft besonders schmerzhaft. Typisch sind außerdem nächtliche Attacken, die den Schlaf des Kindes stören.
  • Produktiver Husten: Im Verlauf einer Infektionskrankheit, die die Atemwege betrifft, verändert sich der Husten oft – er wird produktiv (mit Auswurf). Grund dafür ist eine zunehmende Bildung von Sekret durch die Schleimhäute und die Ansammlung des Schleims in den Bronchien. Durch den Husten versucht der Körper das überschüssige Sekret mitsamt den darin enthaltenen Krankheitserregern loszuwerden. Häufig setzt sich jedoch der zähe Schleim in den Atemwegen fest und lässt sich nur schwer abhusten. Gerade für Babys und Kinder ist produktiver Husten deshalb besonders anstrengend.

Was Ihrem Kind hilft, richtet sich nach der Art des Hustens

Zur Behandlung von Husten stehen generell zweierlei Medikamententypen zur Verfügung – und zwar entsprechend der Art des Hustens. Denn das therapeutische Ziel bei Reizhusten ist ein anderes als bei produktivem Husten.

  • Hustenblocker (Antitussiva): Medikamente aus dieser Gruppe hemmen den Hustenreiz und werden ausschließlich bei unproduktivem Husten (ohne Auswurf) eingesetzt. Für Babys und kleine Kinder ist die Einnahme bestimmter Hustenblocker (beispielsweise mit dem Wirkstoff Codein) jedoch verboten, da sie gefährliche Atemaussetzer auslösen können.
  • Schleimlöser (Expektorantien): Diese Mittel dienen der Verflüssigung des zähen Sekrets und sollen das Abhusten erleichtern. Eine Unterdrückung des produktiven Hustens ist nicht sinnvoll und würde zu einer Ansammlung von festsitzendem Sekret in den Atemwegen führen. Der zähe Schleim beeinträchtigt dann nicht nur die Atemfunktion, sondern wird auch zur Brutstätte für weitere Krankheitserreger.

Sprechen Sie vor der medikamentösen Behandlung von Husten bei Ihrem Kind mit dem Arzt. Wenn möglich sollte bei Babys und Kindern ganz auf Husten-Medikamente verzichtet werden – alternativ können Eltern auf bewährte Hausmittel setzen.

Tipps und Hausmittel gegen Husten bei Babys und Kleinkindern

Ob zur Schleimlösung oder gegen den Hustenreiz – bei kleinen Kindern ist im Hinblick auf Medikamente generelle Zurückhaltung geboten. Das Motto lautet: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Oftmals sind dabei pflanzliche Wirkstoffe und Hausmittel gegenüber synthetischen Mitteln vorzuziehen. Um Ihrem Baby das Husten zu erleichtern, können folgende Hausmittel und Tipps helfen:

  • Selbstgemachten Hustensaft für Kinder verwenden. Dazu benötigen Sie: 1 Teelöffel getrockneten Thymian, 1 Teelöffel getrockneten Salbei, ¼ Liter Wasser, 100 Gramm gehackte Zwiebel und 100 Gramm braunen Zucker. Geben Sie alle Zutaten in einen Topf und bringen Sie sie zum Köcheln. Lassen Sie die Mischung so lange kochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Anschließend drücken Sie den Sud durch ein Sieb. Vom so gewonnenen Hustensaft können Sie Ihrem Kind, wenn es im Kindergartenalter ist, drei Mal täglich je einen Esslöffel geben. Bei Babys ist hingegen auch selbsthergestellter Hustensaft nicht uneingeschränkt anwendbar. Fragen Sie daher erst einen Arzt um Rat.9
  • Ab einem Alter von zwei Jahren dürfen Halswickel angewandt werden.10 Bei Husten kann ein kalter Halswickel wohltuend sein, da er zur Kühlung der entzündeten Partien beiträgt. Ein warmer Wickel mit beispielsweise Kartoffeln eignet sich vor allem nachts: Das Lebensmittel ist ein idealer Wärmespeicher und gibt diese über einen längeren Zeitraum ab.
  • Achten Sie darauf, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Trockene Heizungsluft kann die angegriffenen Atemwegsschleimhäute Ihres Kindes zusätzlich reizen und den Husten verschlimmern. Daher gilt: Lüften Sie regelmäßig und erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum, in dem Sie beispielsweise spezielle Luftbefeuchter aufstellen.

Zusätzlicher Tipp:

Lassen Sie im Bad für einige Minuten heißes Wasser in die Dusche oder Badewanne laufen. Wenn sich genügend Dampf gesammelt hat, können Sie Ihr Kind für etwa 15 Minuten ins Badezimmer setzen und die feuchte Luft einatmen lassen. Dadurch kann sich der Schleim in den Atemwegen etwas lösen und Ihr Kind besser atmen.11

Alternativ können Sie auch eine Dampfinhalation über einer mit heißem Wasser gefüllten Schüssel durchführen. Aber Vorsicht, es besteht Verbrühungsgefahr. Warten Sie daher, bis das Wasser etwas abgekühlt ist.

  • Geben Sie Ihrem Nachwuchs viel zu trinken. Dadurch wird das zähe Sekret, das sich in seinen Atemwegen festgesetzt hat, etwas verflüssigt und das Kind kann den Schleim besser abhusten. Zusätzlich wird der Hustenreiz gelindert, wenn man den Rachenbereich durch häufiges Trinken feucht hält. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt für Babys zwischen 0 und 4 Monate täglich 620 Milliliter (ml) Flüssigkeit, bei Säuglingen bis 12 Monate 400 ml und bei Kindern im Alter von 1 bis 4 Jahre 820 ml.12
  • Kräutertees sind ein bewährtes Hausmittel zur Bekämpfung von erkältungsbedingtem Husten. Für ältere Kinder sind zum Beispiel Malvenblüten-, Thymian-, Hohlzahnkraut- oder Wollblumentee geeignet. Babys sollten nur die letzten beiden Teesorten erhalten.6 Bei Unsicherheiten fragen Sie vorher den Kinderarzt.
  • Tee mit Honig hat sich zur Linderung von Reizhusten bewährt. Für Kinder wird die Zugabe allerdings erst ab einem Alter von einem Jahr empfohlen, da Honig ein Bakterium enthalten kann, das für die Kleinen möglicherweise gefährlich ist.13

Vor der Anwendung von Hausmitteln sollten Sie beachten, dass einige Maßnahmen für Babys ungeeignet sind. Daher ist es ratsam, vorab Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt zu halten. Das gleiche gilt für Naturarznei. Für Kinder ab einem Jahr sind beispielsweise pflanzliche Hustenreizstiller aus der Eibischwurzel geeignet. Hinweise zur Einnahme von Arzneimitteln für Kinder entnehmen Sie stets der Packungsbeilage oder Sie fragen Ihren Arzt oder Apotheker.

Schokolade gegen Husten – zu schön, um wahr zu sein?

Forscher wollen in Schokolade einen Stoff entdeckt haben, der gegen Husten hilft und so arm an Nebenwirkungen ist, dass er sogar für Babys geeignet sein könnte. Verantwortlich hierfür soll ein Bestandteil der Kakaobohne sein: Theobromin.

Die Substanz hemmt den Hustenreiz und übersteigt laut Studienergebnissen in seiner Wirksamkeit sogar den Arzneimittelstoff Codein, der typischerweise in Hustenstillern vorkommt. Während Codein bei Kindern aufgrund der teils schweren Nebenwirkungen (beispielsweise Atembeschwerden) nicht verwendet werden darf, bleiben bei Theobromin derartige Probleme fern.14 Einen Haken hat die Sache allerdings: Obwohl die Forschungsergebnisse für die Entwicklung eines neuen Medikaments auf der Basis von Theobromin relevant sind, bessert sich der Husten nicht durch ein gelegentliches Stück Schokolade. Um eine echte Wirkung zu erzielen, müsste täglich mindestens eine Tafel Bitterschokolade gegessen werden.

Ihr Kind hustet nachts? So können Sie ihm helfen!

Warum der Hustenreiz ausgerechnet zu nächtlicher Stunde stärker ist, kann verschiedene Gründe haben: Beispielsweise ist bei einer Erkältung mit Schnupfen nicht selten die Nase verstopft, was die Atmung erschwert. Folglich atmet das Kind durch den Mund, wodurch die empfindlichen Schleimhäute in Mund- und Rachenraum weiter austrocknen und gereizt reagieren – es kommt zum Hustenanfall. Eine ähnliche Reaktion ruft zum Beispiel eine zu trockene Raumluft im Schlafzimmer hervor.

Das Ärgerliche daran: Besonders nachts kann ein hartnäckiger Husten zur Qual werden und dem betroffenen Kind den Schlaf rauben. Dabei tragen gerade Ruhe und Erholung entscheidend zur Genesung bei. Um den Husten Ihres Kindes nachts zu lindern, sollten Sie folgende Tipps ausprobieren:

Viel Flüssigkeit hilft dem Kind auch nachts gegen den Husten

Ob es nun trockener oder produktiver Husten ist, der Ihrem Kind nachts den Schlaf raubt, die wichtigste Gegenmaßnahme ist in jedem Fall eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr.

  • Ist der Husten trocken, wird die Schleimhaut befeuchtet und der Hustenreiz gelindert.
  • Handelt es sich um Husten mit Auswurf, dient die Flüssigkeit dazu, das zähe Sekret zu lösen und so die Atemwege zu befreien.

Um nachts eine Besserung des Hustens zu erreichen, geben Sie Ihrem Baby vor dem Schlafengehen zu trinken – Wasser oder bestimmte Kräutertees eignen sich am besten. Säuglinge, die noch gestillt werden, sollten häufiger die Brust bekommen, wenn sie krank sind. Älteren Kindern können Sie für nachts auch ein Getränk ans Bett stellen.

Gut zu wissen:

Viele kennen Kamillentee als Hausmittel bei Erkältungskrankheiten. Doch gerade bei trockenem Reizhusten ist dieser nicht die beste Wahl. Kamille besitzt zwar eine beruhigende Wirkung, kann jedoch die Schleimhäute austrocknen und dadurch den Hustenreiz verstärken.

Wie das Raumklima nachts den Husten bei Babys und Kindern beeinflusst

Um dem Hustenreiz entgegenzuwirken, sollte im Kinderzimmer ein angenehmes Raumklima herrschen. Mit den folgenden Tipps können Sie das erreichen:

  • Heizen Sie das Kinderzimmer nachts nicht zu sehr. Die optimale Schlaftemperatur liegt bei kühlen 16 bis 18 Grad Celsius.15 Packen Sie das Kind zum Schlafen lieber in einen etwas wärmeren Pyjama oder langärmligen Body sowie Söckchen.
  • Zimmerpflanzen (beispielsweise Farne) können dabei helfen, die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zu erhöhen.
  • Auch elektrische Luftbefeuchter sind eine Möglichkeit. Sie erzeugen Wasserdampf und verteilen diesen im Zimmer. Achten Sie aber darauf, diese regelmäßig und sorgfältig zu reinigen, andernfalls können sich darin Bakterien ansiedeln.

Ein weiterer bekannter Tipp zur Verbesserung des Raumklimas ist Lüften. Das kurzzeitige Öffnen des Fensters ist wichtig, um verbrauchte, mit Kohlenstoffdioxid angereicherte Luft durch Frischluft zu ersetzen. Besonders wenn Ihr Kind krank ist und nachts viel mit Husten zu kämpfen hat, sollten Sie durch Stoßlüften vor dem Zubettgehen den Raum von Schadstoffen und der mit Keimen belasteten Luft befreien.

Weitere Tipps für eine hustenfreie Nacht

Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr und einem guten Raumklima kann zudem die Schlafposition Ihres Kleinkindes einen positiven Einfluss auf die Häufigkeit des Hustens in der Nacht ausüben. So wird das Atmen erleichtert, wenn der Kopf beim Schlafen etwas höher gelagert wird. Das gilt jedoch nicht für Babys, denn hier kann ein Kissen zu gefährlichem Atemrückstau (die eigene Atemluft wird erneut eingeatmet, weshalb man weniger Sauerstoff erhält) führen.

Auf das Einreiben der Brust mit ätherischem Öl vor dem Zubettgehen sollten Sie zunächst verzichten und vorher Ihren Kinderarzt um Rat fragen. Denn bestimmte Öle, beispielsweise aus Kampfer, Eukalyptus, Thymian oder Pfefferminz, können für Säuglinge und kleine Kinder gefährlich werden. Bei falscher Dosierung und Anwendung sind Schleimhautreizungen, aber ebenfalls lebensbedrohliche Verkrampfungen des Kehlkopfes möglich.

Husten beim Baby – direkt zum Arzt?

In der Regel lässt sich Husten zu Hause gut behandeln. Allerdings sollten Sie bei Babys immer zuerst von einem Arzt abklären lassen, was der Beschwerde zugrunde liegt. Doch auch bei älteren Kindern ist medizinische Hilfe notwendig, wenn:

  • der Husten bei Ihrem Kind häufig wiederkehrt
  • sich der Husten (beispielsweise bei einer Erkältung) nach einer Woche nicht bessert16
  • zusätzlich zum Husten ein pfeifendes Atemgeräusch auftritt

Zudem ist es wichtig, den Nachwuchs aufmerksam zu beobachten und besonders nachts mehrmals den Gesundheitszustand zu kontrollieren. Der Grund: Infolge einer infektionsbedingten Entzündung der Atemwege kommt es zur Schwellung der Schleimhaut und einer verstärkten Schleimproduktion. Da die Luftwege bei Säuglingen und kleinen Kindern noch sehr eng sind, kann die Schwellung der Schleimhäute die Luftzufuhr erschweren und zu Atemnot führen.

Atemnot können Sie an den folgenden Anzeichen erkennen:

  • schnelle Atmung
  • Atemgeräusche wie Pfeifen, Rasseln oder Keuchen
  • Blaufärbung der Lippen oder der Augenlider
  • Unfähigkeit Laute zu erzeugen oder zu sprechen
  • sehr plötzlich einsetzender Husten

Wenn Sie bei Ihrem Kind eines dieser Warnzeichen bemerken, sollten Sie unverzüglich den Notarzt kontaktieren.

Starker Reizhusten oder Atemnot können Alarmsignale für ernsthafte Erkrankungen der Lunge sein. Erfahren Sie hier, wann starker Husten gefährlich wird.

Starker Reizhusten oder Bronchitis?

Handelt es sich um einen trockenen, starken Reizhusten – meist zu Beginn der Erkältung – oder um einen „produktiven“ Husten mit Schleimauswurf?

Bei trockenem starken Reizhusten ist es sinnvoll, den Hustenreiz zu unterdrücken. Sonst wird auf Dauer die Bronchialschleimhaut geschädigt und der Husten verschlimmert sich. Als Hustenstopper eignen sich krampflindernde Pflanzentees z. B. Eibisch oder Fenchel ebenso wie Lutschtabletten mit dem Wirkstoff Dextromethorphanhydrobromid. Alle Mittel gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

Krankheiten & Behandlung Typische Bronchitis-Symptome sind Reizhusten und Auswurf

Bei einer akuten Bronchitis ist es besser, den Auswurf zu fördern. Mit dem Schleim wird der Körper nämlich auch die Erkältungsviren los. Die Mittel der Wahl sind Salben mit ätherischen Ölen genauso wie hustenlösende Tees, z. B. mit Primel oder Süßholz. Auch Kapseln mit Eukalyptusextrakten, synthetischem Acetylcystein oder Ambroxol (Apotheke) lösen festsitzenden Schleim.

Starker Husten – wann zum Arzt?

Verschlimmern sich die Beschwerden oder sind Sie nach zwei Wochen noch immer nicht gesund, unbedingt zum Arzt gehen.

Nur ein starker Husten oder schon eine Lungenentzündung?

Unbehandelt kann sich aus einer harmlosen viralen Bronchitis eine bakterielle Lungenentzündung entwickeln. Typische Anzeichen sind Luftknappheit, Abgeschlagenheit und ein starkes Krankheitsgefühl. Es gibt aber auch in seltenen Fällen eine stumme Form, die bis auf den starken Husten nahezu symptomfrei verläuft. Bei Verdacht deshalb sofort zum Arzt gehen.

Nachdem der Hausarzt Ihre Lunge abgehört hat, wird er in der Regel Blut abnehmen. „Problematisch wird es, wenn zu den typischen bronchitischen Beschwerden schmerzhafter starker Husten hinzukommt. Außerdem weist gelb-grünlicher oder gar blutiger Auswurf in Kombination mit Atemnot auf eine Lungenentzündung hin. Zusätzlich kann der Patient blaue Lippen haben“, erklärt Dr. Michael Barczok vom Lungenzentrum Ulm.

Krankheiten & Behandlung Lungenentzündung-Symptome variieren nach Verlaufsform

Um sicherzugehen, lassen Ärzte meist ein Röntgenbild von der Lunge anfertigen. Bei 800.000 Deutschen wird diese Krankheit jährlich festgestellt. Dann ist eine schnelle medikamentöse Behandlung mit Antibiotika notwendig, um bleibende Schäden zu verhindern. Was viele nicht wissen: Noch immer sterben Menschen an einer nicht erkannten Lungenentzündung – sie steht auf Platz 6 der Todesursachen.

Lungenfibrose durch Zigaretten und Feinstaub

Doch es gibt noch zahlreiche weitere Erkrankungen der Lunge. Wenn Sie rauchen oder an Ihrem Arbeitsplatz viel Staub einatmen, kann sich das Atmungsorgan entzünden. Als Folge davon vermehrt sich das Bindegewebe (Fibrose) zwischen den Lungenbläschen. Typisches Warnsignal: Das Atmen fällt immer schwerer. Zuerst wird die Luft nur knapp, wenn man sich bewegt, später auch beim Sitzen. Der Körper schafft es nicht mehr, die Lunge ausreichend zu dehnen. Dadurch sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut. Falls der Arzt eine Fibrose feststellt, kann er ein entzündungshemmendes Medikament verordnen. Spätestens jetzt ist der Griff zur Zigarette tabu.

Asthma: Plötzlich bleibt die Luft weg

Asthma-Patienten leiden neben Luftnot häufig auch an starkem Husten. Ein Medikament in Form eines Sprays löst die Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur Foto: iStock/Wavebreakmedia

Umwelteinflüsse spielen neben erblichen Faktoren auch bei Asthma eine Rolle. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten. Plötzlich spielt das Immunsystem bei verschiedensten Reizen verrückt. Feuchte Luft, Parfüm oder Kälte genügen, um einen Anfall mit starkem Husten und Luftnot auszulösen. Betroffene haben das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen, weil sich die Atemwege verengen. Bei Verdacht auf Asthma führt der Arzt eine Lungenfunktionsprüfung durch. Zur Behandlung eignen sich anti-entzündliche und Bronchien erweiternde Medikamente. Vorbeugend helfen Inhalationen; beim akuten Anfall spezielle Kortison-Präparate.

Die besten Tipps bei starkem Husten: So schützen Sie Ihre Lunge

Vor allem Raucher sind von Lungenerkrankungen wie COPD betroffen Foto: IStock/Kuzma

1. Rauchen: Erst gar nicht anzufangen oder schnell mit dem Rauchen aufhören ist immer noch die beste Möglichkeit, Ihre Lunge zu schützen. Denn 80 Prozent aller Personen, die an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden, waren oder sind Raucher. Deshalb wird dieses Leiden umgangssprachlich auch Raucherlunge genannt.
2. Untersuchungen: Bei Vorsorgeterminen sollte Ihre Lunge untersucht werden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er einen Lungenfunktionstest machen kann. So können verborgene oder gerade erst beginnende Funktionsstörungen rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.
3. Atemübungen: Mit gezieltem Atemtraining können Lunge und Bronchien intakt gehalten werden. Eine gute Atemübung für zwischendurch: Stellen Sie sich aufrecht hin. Atmen Sie tief ein und strecken Ihre Arme zuerst nach vorne und dann nach oben. Halten Sie die Spannung ein paar Sekunden lang. Beim Ausatmen lassen Sie die Arme wieder langsam sinken. Damit trainieren Sie die Muskulatur, um die Atemleistung zu verbessern.

COPD: Wann Husten nicht mehr harmlos ist

Was im Volksmund als „Raucherlunge“ bezeichnet wird, ist eine unheilbare Krankheit mit schleichendem, qualvollem Verlauf. COPD, so das medizinische Kürzel, ist weltweit die fünfthäufigste Todesursache. Lungenärzte schätzen, dass in Deutschland jeder Achte über 40 betroffen ist. Tückisch ist, dass COPD oft zu spät erkannt wird. Doch je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser kann man die Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern. Lesen Sie hier, wie man eine beginnende COPD an den „AHA“-Symptomen erkennt.

Husten ist keine Bagatelle

Wer raucht, hustet halt öfter – so denken viele und nehmen erste Warnzeichen der Lungenerkrankung nicht ernst. Husten im Herbst und Winter wird ohnehin als normale Erkältung verbucht. Aber Husten ist keine Bagatelle, sondern eine Abwehrreaktion der Lunge. Wer viele Jahre lang raucht oder am Arbeitsplatz ständig Staub ausgesetzt war, zerstört damit die Flimmerhärchen in der Schleimhaut der Bronchien. Sie transportieren in ständiger Bewegung Schleim, Keime und Schadstoffe aus der Lunge. Ist ihre Funktion gestört, verschleimen und verengen sich die Bronchien, und die Lunge versucht, sich durch Husten zu befreien. Schleichend verschlimmern sich die Beschwerden. Husten tritt immer häufiger auf und ist vor allem am Morgen oft quälend, weil sich über Nacht Schleim in den Atemwegen angesammelt hat. Regelmäßiger Husten, vor allem mit gelblich oder bräunlich gefärbtem Auswurf, ist ein Alarmzeichen.

Außer Atem bei der kleinsten Anstrengung

Ein weiteres Symptom wird ebenfalls oft verkannt: Bei körperlicher Anstrengung kommt man schnell außer Atem. Das wird oft auf das Alter oder mangelnde Fitness geschoben. Bei einer fortschreitenden COPD werden die Patienten immer kurzatmiger und haben schon bei leichter körperlicher Belastung und sogar im Ruhezustand Atemnot. Dass die Atemwege verengt sind, kann man auch hören. Typisch sind Rasselgeräusche oder ein pfeifender Atem. Jeder Atemzug gerät mehr und mehr zu einem Ringen nach Luft. Die Lunge, im gesunden Zustand einer elastischen Traubenrebe gleich, bläht sich zum überspannten Ballon, der sich kaum noch entleeren und damit den Körper nicht mehr recht mit Frischluft versorgen kann.

Bei AHA-Symptomen sofort zum Arzt

Die drei Hauptsymptome der COPD, nämlich Auswurf, Husten und Atemnot bei Belastung, fassen Ärzte unter dem Kürzel „AHA-Symptome“ zusammen. Wer darunter leidet, sollte so schnell wie möglich vom Arzt abklären lassen, ob eine COPD vorliegt. Unbehandelt führt die Krankheit zum vorzeitigen Tod. „Der Tod wäre ein sehr unangenehmer – einer durch Ersticken“, erklärt Tobias Welte, Direktor der Abteilung Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Sofort mit dem Rauchen aufhören

Hauptursache einer COPD ist das Rauchen, auch wenn im Einzelfall Umweltgifte wie Schwefeldioxid und Stäube am Arbeitsplatz die Krankheit auslösen können. Neun von zehn Patienten haben geraucht oder tun es noch. Je länger und mehr Glimmstängel verbraucht werden, desto größer die Gefahr. „Schon mit der ersten Zigarette kommt es zu einer akuten Entzündung, die dann chronisch werden kann. So entsteht eine COPD“, stellt Jens Hohlfeld, Lungenspezialist am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover, klar. „Nichts ist so wichtig für COPD-Patienten, wie sofort mit dem Rauchen aufzuhören“, schärft Lungenspezialist Welte den Betroffenen ein. Dadurch wird die Zerstörung der Lunge verlangsamt, mithin sogar aufgehalten. Das Atmen fällt leichter und der hinderliche Schleim schwindet.

Gefürchtete Atemnotattacken

Heilbar ist die Erkrankung trotzdem nicht. Für die Betroffenen ist das oft ein schwer zu verdauender Schock. Aber eine COPD lasse sich nur mit Medikamenten behandeln, die zeitlebens genommen werden müssten, sagt Welte. Diese Therapie ist der einzige Weg, um den Atemnotattacken zu entrinnen, bei denen sich die Erkrankung nachhaltig verschlechtert. Diese Anfälle heißen „Exazerbationen“ und sind gefürchtet. Denn je häufiger sie einen Patienten ereilen, desto schlechter steht es um seine Gesundheit. Klinikaufenthalte bleiben nicht aus und mit ihnen wächst unvermeidlich die Angst vor der nächsten Atemnotphase.

Medikamente erleichtern das Atmen

Alle COPD-Patienten erhalten Arzneien, welche die Bronchien erweitern und das Atmen deutlich erleichtern. Im milden Stadium der Erkrankung genügen kurz wirksame Bronchodilatoren. Mit dem Voranschreiten wechseln die Mediziner zu langanhaltend wirksamen Präparaten. Bei schwerem Verlauf geben sie zusätzlich Steroide wie Cortison in Form eines Sprays. Seit wenigen Monaten ist erstmals auch ein Medikament namens Roflumilast gegen die zugrundeliegende Entzündung der Lunge auf dem Markt. Klinischen Studien zufolge nehmen die Exazerbationen damit um bis zu 21 Prozent ab und die Atemwege erholen sich etwas.

„Couch-Potatoes sterben früher“

Da die schubartige Verschlechterung der Erkrankung durch Infektionen ausgelöst wird, rät Welte zusätzlich, sich regelmäßig gegen Grippe und Pneumokokken, dem Erreger der Lungenentzündung, impfen zu lassen. Dann verläuft die Krankheit milder. Mit der Diagnose COPD geraten allerdings viele Betroffene in einen Teufelskreis: Weil Anstrengung den Atem raubt, meiden sie Bewegung. Sie büßen dadurch an Fitness und Muskelmasse ein. „Training ist aber ganz entscheidend, um das Voranschreiten der Krankheit einzudämmen“, mahnt Welte und formuliert es drastisch: „Couch-Potatoes sterben früher.“ Er empfiehlt eine Stunde Bewegung täglich, etwa Schwimmen oder Spazierengehen, so dass Herz und Kreislauf angeregt werden. Medikamente und gezieltes Atemtraining helfen, damit beim Sport die Luft nicht dünn wird.

  • Krankheiten: Die richtige Behandlung von Husten

Medikamente haben inzwischen weniger Nebenwirkungen

Vor der lebenslänglichen Medikamenteneinnahme müsse man sich nicht fürchten, beruhigt Werner von Wulffen, Pneumologe am Comprehensive Pneumology Center in München, das von der Stiftung „AtemWeg“, einer Organisation zur Erforschung von Lungenkrankheiten, unterstützt wird: „Die meisten Arzneien werden heute inhaliert. Sie haben wesentlich weniger Nebenwirkungen als Tabletten, weil sie im Atemsystem bleiben und kaum in den Körper übergehen.“ Bronchienerweiternde Medikamente aus der Klasse der Betamimetika können zwar beispielsweise den Herzschlag beschleunigen. Solche Nebenwirkungen seien aber mit den Langzeitfolgen von einstigen Cortisontabletten nicht zu vergleichen, sagt von Wulffen.

Akute Bronchitis

Mehrheitlich verläuft die akute Bronchitis leicht. Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht zwingend. Allgemeine Massnahmen wie bei einer Erkältung und Hausmittel reichen in der Regel aus. Allerdings können Medikamente die Beschwerden erträglicher machen und die Genesung unterstützen. Bei schweren Verläufen und Komplikationen sind sie unverzichtbar. Selbstverständlich entscheidet die Ursache mit über die Therapie. Bei Husten durch Reizstoffe (z.B. Zigarettenrauch), Lufttrockenheit, Kälte oder Allergene steht im Vordergrund, diese Auslöser zu meiden oder abzuschaffen (z.B. Rauchstopp, Luft befeuchten). Sonst richtet sich die Behandlung fast immer nur gegen die Symptome. Selbst wenn Bakterien beteiligt sind, ist es nur selten nötig, Antibiotika einzusetzen.

Allgemeine Massnahmen

  • Um ihren Körper zu schonen, sollten Betroffene ausreichend schlafen, viel ruhen sowie Belastungen und Stress meiden.
  • Damit die Schleimhäute genügend Sekrete bilden können und diese nicht zu zäh werden, sollten Betroffene ausreichend trinken.
  • Um Schleimhäute nicht zusätzlich durch Trockenheit zu reizen, sollte die Raumluft angenehm feucht (ca. 50 bis 60% Luftfeuchtigkeit) sein.
  • Raucher sollten während der Erkrankung ganz auf Zigaretten verzichten oder den Konsum zumindest so weit wie möglich verringern.

Hausmittel und Selbsthilfe

Die Inhalation mit warmem Wasserdampf hilft dabei, dass Sekrete flüssiger werden und sich lösen. Am besten wirkt Dampf mit einer Temperatur um 45 °C. Viele Betroffene geben Salz (1 Teelöffel auf 1 Liter) oder Kamille ins Wasser. Auch ätherische Öle wie z.B. Eukalyptus- oder Pfefferminzöl kommen als Zusätze infrage. Ob sie die Wirkung verbessern, ist nicht erwiesen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten Eltern auf Inhalationen und ätherische Öle verzichten, weil sie hier Risiken mit sich bringen können.

Das Abklopfen der Brust kann Hustenschleim lockern und lösen. Üblicherweise legen sich Betroffene dazu auf den Bauch, wobei der Kopf auch etwas tiefer liegen kann. Eltern, Partner oder andere Vertraute klopfen dann den Rücken locker auf der Höhe der Lunge zu beiden Seiten der Wirbelsäule ab. Man kann diese Behandlung mehrmals täglich machen, wenn sie nützlich erscheint.

Husten- und Erkältungstees sowie -bonbons halten die Schleimhäute feucht und sollen die Heilung unterstützen, wenn sie pflanzliche Substanzen enthalten. Fertige Teemischungen sind in der Apotheke erhältlich. Man kann ebenso herkömmlichen Fencheltee verwenden. Heisse Getränke und Bouillons haben generell einen leichten schleimlösenden Effekt – ähnlich wie Inhalationen.

Bei Reizhusten kann es helfen, richtig zu atmen und gebremst zu husten. Beides entlastet die Bronchien. Richtig atmen bedeutet hier, langsam und tief Luft zu holen und gleichmässig auszuatmen. Wer in die Faust hustet, schafft eine Art Luftpolster, das bis in die Bronchien reicht und dort zusätzliche Reizungen mildert.

Brustwickel können die Beschwerden lindern und fühlen sich oft angenehm an. Wenn der Schleim festsitzt, wirken warme oder heisse Wickel, z.B. mit zerdrückten Kartoffeln, gehackten Zwiebeln oder Wasser mit Zitronensaft, am besten. Quarkwickel werden traditionell bei Reizhusten eingesetzt. Kühle Brustwickel sollen bei fiebrigem Husten die Temperatur senken. Den Erkrankten muss vor der Behandlung warm sein, und ihre Füsse sollten es während der gesamten Behandlungszeit auch bleiben. Wenn sie frösteln, sollte man die Behandlung beenden.

Buchweizenhonig hat in einer Studie mit Kindern ihren Husten sehr gut gedämpft und liess die Kleinen besser schlafen. Zur Anwendung kann man ein bis zwei Löffel des Honigs langsam im Mund zergehen lassen. Alternativ ist es möglich, den Honig mit Getränken (z.B. Hustentees) einzunehmen. Sie sollten nicht wärmer als 25 °C sein, damit die Hitze keine wertvollen Wirkstoffe zerstört.

Babys unter zwölf Monaten darf kein Honig verabreicht werden, da ihr Immunsystem gegen mögliche Verunreinigungen mit Pilzsporen noch nicht gewappnet ist.

Schleimlöser, Hustenstiller und Co.

Hustenstiller unterdrücken oder bremsen den Hustenreiz. Sie sollten nicht bei feuchtem, schleimigem Husten zum Einsatz kommen, sondern nur bei trockenem, wenn er richtig plagt, also etwa die Erholung beim Schlafen stört. Einige Pflanzen, wie z.B. Eibisch, Spitzwegerich, Malve, Huflattich und Isländisch Moos, enthalten Stoffe, die trockenen Husten lindern. Unter den synthetischen Wirkstoffen sind die stärksten chemisch mit Opium verwandt (z.B. Dextromethorphan und Codein). Andere wie etwa Pentoxyverin verursachen dafür seltener unerwünschte Wirkungen.

Husten- oder Schleimlöser (Expektoranzien) sollen den Hustenschleim verflüssigen, damit er sich besser abhusten lässt. Laut einer Übersichtsstudie senken diese Mittel auch die Gefahr, dass eine akute Bronchitis chronisch wird. Erkältete nehmen sie am besten morgens ein und trinken tagsüber reichlich. Neben gut verträglichen Hustenlösern aus Pflanzen (z.B. Efeu, Thymian, Anis, Primel und Süssholz), pflanzlichen Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen (z.B. Myrtol und Cineol) gibt es auch synthetische Wirkstoffe (z.B. Acetylcystein und Ambroxol). Sie sind für Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit bestimmte Erkrankungen nicht oder nur eingeschränkt geeignet. Auch wegen möglicher Nebenwirkungen empfiehlt sich hier eine fachliche Beratung.

Viele gängige Mittel, die Fieber senken, hemmen auch Entzündungen und lindern Schmerzen. Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Diclofenac führen häufiger zu Magen-Darm-Beschwerden als der Wirkstoff Paracetamol. Kinder sollten wegen besonderer Risiken kein ASS einnehmen.

Antibiotika helfen nicht gegen Viren, die meistens eine akute Bronchitis verursachen. Selbst eine einfache bakterielle Bronchitis heilt üblicherweise ohne diese Mittel ab. Die Wirkstoffe sind lediglich erforderlich, wenn bakterielle Infektionen heftig verlaufen und Komplikationen drohen. Dann verstärken sich Symptome wie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl in der Regel erneut. Bei Patienten aus Risikogruppen (z.B. mit chronischen Lungenerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem) kann der Einsatz von Antibiotika früher angeraten sein.

Weitere Medikamente wie z.B. entzündungshemmende oder krampflösende Bronchospasmolytika verschreiben Ärzte manchmal, wenn Patienten mit starkem Reizhusten schon vorher geschädigte Bronchien hatten, krampfartige Hustenattacken auftreten oder die Atemwege teilweise verengt sind (Obstruktion).

Was Reizhusten lindern hilft

Atemwegserkrankungen wie eine chronische Bronchitis oder hartnäckige Atemwegsinfekte gehören in fachärztliche Behandlung. Was man begleitend zusätzlich auch selber gegen quälenden Hustenreiz tun kann, lesen Sie hier.

Ein akuter Husten dauert maximal drei Wochen. Anders verhält es sich bei hartnäckigem Dauer- und Reizhusten oder einer Bronchitis, chronisch obstruktive Hierbei handelt es sich um dauerhafte Erkrankungen der Atemwege. Sie gehören unbedingt in fachärztliche Behandlung. Doch man kann begleitend auch selber viel tun, um den quälenden Hustenreiz zu lindern.

Werden die Bronchien immer wieder belastet, kann es leicht zu einem trockenen Reizhusten kommen. Wird nichts dagegen unternommen, setzt sich der Husten fest und die Bronchien verschleimen immer mehr mit Hustensekret. Die Folgen: Dauerhusten, chronische Bronchitis und fortschreitende Atembeschwerden. Wer so vorbelastet ist, muss in der Erkältungszeit und auch noch an kalten Tagen im Frühjahr besonders vorsichtig sein. Denn festsitzender Schleim in den Bronchien ist der ideale Nährboden für Erkältungsviren. Das Hustensekret ist dabei so zäh, dass es selbst mit einem starken HustenstoßHustenstoß
Wenn zum Beispiel ein Krümel oder Staubkorn in den Kehlkopf oder die tieferen Atemwege gelangt, legen sich die Stimmbänder sofort unter starker Muskelanspannung aneinander, was zu einem reflexartigen Hustenreiz führt. Wie beim Einatmen wird das Zwerchfell angespannt und senkt sich ab. Die Lunge folgt dieser Bewegung, dehnt sich nach unten aus und saugt Luft von außen ein. Kurz vor Auslösung des Hustenstoßes wird der Kehldeckel verschlussartig über die Luftröhre abgesenkt, gleichzeitig werden die Bauchmuskeln angespannt. Dadurch wird das Zwerchfell nach oben geschoben, so dass der Druck im Brustraum ansteigt und sich ein Überdruck aufbaut. Mit einem kräftigen Ausatmungsstoß wird dann die verschlossene Stimmritze richtiggehend aufgesprengt und der Fremdkörper aus den unteren Atemwegen nach oben gerissen und zurück in den Rachen geschleudert. Dabei kann der Luftstrom eine Geschwindigkeit nahe der Schallgrenze erreichen. Man hört ein mehr oder weniger lautes Hustengeräusch. Auch das Aushusten von Luftröhrensekret und das Räuspern beruhen auf diesem Reflexmechanismus.
nicht abtransportiert werden kann. Es besteht das Risiko einer, oftmals lebensgefährlichen, Lungenentzündung.

Größtes Risiko für eine chronische Bronchitis ist das Rauchen. Bei jedem zweiten Raucher über 40 Jahre diagnostizieren die Ärzte diese Krankheit. Je mehr Zigaretten geraucht werden, desto höher ist das Risiko. Deshalb sind 90 % aller Erkrankten aktive oder ehemalige Raucher. In minderschweren Fällen, also da, wo die Lungen noch nicht völlig zu-geteert sind, kann ein sofortiger Rauchstopp in Verbindung mit einer medikamentösen Behandlung helfen, die chronische Bronchitis los zu werden. Dabei verschwindet der Husten meist schon vier Wochen nach der letzten Zigarette.

Eine weitere Gefährdung stellen Schadstoffe dar, die über die Atmung ins Lungensystem gelangen. Dadurch sind bestimmte Berufsgruppen, wie zum Beispiel Bergleute, besonders gefährdet, an einer chronischen Bronchitis zu erkranken. Werden die Beschwerden durch solche Schadstoffe oder Umweltgifte ausgelöst, ist ein Ortswechsel in einen Luftkurort eine mögliche Therapie.

Wenn Dauer- und Reizhusten hartnäckig sind oder eine chronische Bronchitis schon irreparabel ist, kann man mit natürlichen Mitteln den Hustenreiz lindern und erträglicher machen – das gilt auch für jeden akuten Erkältungshusten:

  • Richtige Luftfeuchtigkeit: Sorgen Sie für eine optimale Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen. Wichtig ist vor allem das Schlafzimmer. Ideal ist hier ein Wert zwischen 45 und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit.
  • Hustentee: Gibt es in Apotheken fertig zu kaufen. Kann man aber auch selber aus Salbei, Thymian, Pfefferminze und Spitzwegerich herstellen.
  • Hustensaft: Überwiegend werden hier Mono-Extrakte aus Efeublättern eingesetzt, um das zähe Sekret zu lockern und den Schleim in den Bronchien zu lösen. Das reicht aber bei einem hartnäckigen Reizhusten oder einer chronischen Bronchitis oft nicht aus. Besser sind Hustensäfte, welche bewährte Heilpflanzen wie Efeu, Thymian und Süßholzwurzel miteinander kombinieren. Dadurch wird der Hustenreiz effektiv gehemmt und die Bronchien werden beruhigt.
  • Hausmittel: Hustenbonbons lutschen. Brust und Rücken mit Gänseschmalz einreiben oder mit einem Quarktuch umwickeln. Brustwickel mit einem mit Zitronensaft getränkten Handtuch. Warme Milch mit Honig, alternativ mit Zwiebelsaft oder geriebenem Meerrettich. Füße warmhalten, denn kalte Füße verschlimmern den Husten. Die Schleimhäute befeuchten, indem man mit einer Salzlösung inhaliert oder gurgelt (1 TL Salz auf einen Liter Wasser).
  • Brustkorb abklopfen: Beim Husten mit Schleim sollte der Partner den Betroffenen abklopfen – etwa viermal von unten nach oben, jeweils einmal rechts, einmal links. Diese Erschütterungen des Brustkorbs lockern den Schleim.
  • Richtig Atmen: Bei Reizhusten hilft das richtige Atmen. Oft wird er nämlich durch zu schnelles und oberflächliches Atmen ausgelöst. Wer langsamer und tiefer Luft holt, kann seine Schleimhäute dadurch ein wenig entlasten.
  • „Zärtlich Husten“. Richtig zu husten, bedeutet „zärtlich“ zu husten. Das gilt für beide Arten von Husten: den produktiven und unproduktiven. Der unproduktive Husten ist trocken und quälend, beim produktiven löst sich Schleim. Während beim produktiven Husten häufiges – aber nicht zu heftiges – Husten zur Schleimlösung beiträgt, ist das beim trockenen Reizhusten anders. Ihm sollte man nicht freien Lauf lassen, sondern mit zärtlichem Husten begegnen. Dazu bildet man mit einer Hand eine Faust, in die man sanft hineinhustet. Dabei sollten sich die Wangen aufplustern. Dadurch bildet sich eine kleine Luftbarriere bis in die Bronchien hinunter. Das sorgt dafür, dass die Bronchialwände und ihre Verästelungen beim Husten nicht so stark aufeinanderprallen – denn das würde den Reizhusten noch verstärken.

Hustenreiz lindern mit Hausmitteln: so klappt’s

Wir empfehlen: Tempo Taschentücher sanft und frei Tempo sanft und frei verwöhnt die Nase und befreit den Atem auf natürliche Weise.

Kennst du das? Du hast die ganze Nacht wach gelegen. Nicht etwa, weil der Thriller am Vorabend so spannend war, sondern weil dich ein nerviger Reizhusten immer wieder aus den Träumen gerissen hat. Dabei muss es sich noch nicht einmal um eine Erkältung oder Grippe handeln – auch bei Allergien können gereizte Schleimhäute zu Husten führen.

Tatsächlich ist der Husten eine normale Reaktion deines Körpers, die die Krankheitserreger und den teilweise entstehenden Schleim aus den Atemwegen entfernt. Bestimmte Hausmittel gegen Reizhusten können deinen Körper unterstützen – und den lästigen Hustenreiz lindern.

Was hilft gegen Reizhusten? Hausmittel mit Zwiebeln

Zwiebelsaft mit Kandiszucker ist ein altes Reizhusten-Hausmittel, das sicherlich nicht jedem schmeckt. Wer aber seinen inneren Gourmet ignorieren kann, wird belohnt: Das ätherische Öl sowie die Flavonoide und schwefelhaltigen Verbindungen der Zwiebel töten Keime ab und wirken Entzündungen entgegen. So können sie auch den Reizhusten lindern.

Dieses Reizhusten-Hausmittel ist schnell zubereitet: Einfach eine gewürfelte Zwiebel mit Kandiszucker bei schwacher Hitze aufkochen, eine Weile ziehen lassen und dann den Sud durch ein Tuch oder einen Filter sieben und in regelmäßigen Abständen einen Teelöffel davon einnehmen, um den Hustenreiz zu lindern.

Hustenreiz lindern durch Inhalieren mit Salbei oder Wasser

Ein weiteres Hausmittel bei Reizhusten, das auch für die Nasenschleimhäute vorteilhaft ist, ist das Inhalieren. Wenn du kein Inhaliergerät zuhause hast, kannst du eine Schüssel mit kochendem Wasser füllen, dein Gesicht darüber halten (pass auf, dass du dich nicht verbrühst) und ein Handtuch über deinen Kopf und die Schüssel drapieren, damit der Dampf nicht gleich entweicht.

Salbeizusatz ist als Reizhusten-Hausmittel und Aufguss beim Inhalieren ideal, weil es deine Schleimhäute befeuchtet und beruhigt, was dazu beiträgt, den Reizhusten zu lindern – besonders, wenn der Husten trocken ist. Bei produktivem Husten reicht schon heißer Wasserdampf, um den Auswurf flüssiger zu machen.

Tipp

Du hast eine verstopfte Nase und Reizhusten? Was tun? Hausmittel sind unterwegs nicht immer einfach anzuwenden. Um deine Atemwege auf dem Weg zum Arzt oder beim Spaziergang um den Block zu befreien, kannst du ein Tempo sanft und frei Taschentuch vor deine Nase halten und tief einatmen. Die spezielle Kombination aus ätherischem Öl und Balsam befreit deine Atemwege, so dass du unterwegs aufatmen kannst.

Reizhusten – was tun? Hausmittel Nummer eins: trinken, trinken, trinken!

Hausmittel gegen Reizhusten sind nicht immer unumstritten. Oft haben dein Arzt, dein Apotheker und andere erfahrene Menschen – deine Oma beispielsweise – unterschiedliche Meinungen zur Effektivität von Honig und Co. Was hilft wirklich gegen Husten? Bei einem Hausmittel gegen Reizhusten sind sich aber alle einig, sogar deine Oma: Reichlich trinken! Das löst den Schleim und erleichtert das Abhusten. Auch bei trockenem Reizhusten hilft dieses Hausmittel schnell, da es deine Schleimhäute feucht hält.

Ideal ist ein Hustentee, der einen oder mehrere dieser Inhaltsstoffe aufweist:

  • Thymian: Er löst Schleim. Seine Flavonoide sind entzündungshemmend.
  • Anis und Schlüsselblume: Sie wirken unter anderem krampflösend und schleimlösend.
  • Eibisch, Efeu, Spitzwegerich: Sie können den Hustenreiz lindern.
  • Ingwer: Ein gutes Hausmittel bei Reizhusten, der trocken ist, denn Ingwer wirkt entzündungshemmend.

Wenn all das nicht hilft, könntest du auch an einer Bronchitis leiden. Klicke hier, um mehr zu erfahren.

Welche Hausmittel helfen gegen Reizhusten?

Schluss mit Reizhusten! Bildergalerie Hausmittel gegen Reizhusten, wie Sie den störenden Husten sanft stillen.

  1. Kartoffelwickel
  2. Eibisch
  3. Zwiebelsirup
  4. Kamille-Inhalation
  5. Isländisch Moos

Was kann man gegen Reizhusten tun?

Eine Erkältung dauert fast immer sieben Tage. Mehr als 200 Erkältungsviren hat die moderne Medizin mittlerweile identifiziert! Sie sind schuld daran, wenn wir uns mit einer verstopften Nase und schwerem Reizhusten herumplagen müssen. Glücklicherweise gibt es eine tolle Möglichkeit, die lästigen Symptome deutlich zu lindern – eine Inhalation mit ätherischen Ölen ist nicht umsonst eines der beliebtesten Hausmittel gegen Reizhusten.

Inhalation mit ätherischen Ölen wie z.B. Eukalyptus ist ein wirksames Hausmittel gegen Reizhusten Foto: istock/Anna-Ok

Sie befreit die Atemwege, löst den Schleim, reduziert lästigen Husten und unterstützt die Flimmerhärchen in der Nase bei ihrer Arbeit. Je nach Symptom können dabei unterschiedliche ätherische Öle zum Einsatz kommen: Eukalyptus und Kiefernnadeln bekämpfen die Erreger, beruhigen die Bronchien und lösen festsitzenden Schleim. Thymian ist ein hervorragendes Hausmittel gegen Reizhusten: Er lindert Beschwerden und wirkt entzündungshemmend.

Naturmedizin

Thymian-Tee: Doppelt wirksam gegen Husten

Wie inhaliert man richtig?

Und so funktioniert es: Alles was man braucht ist ein Kochtopf oder eine Schüssel, ein Handtuch, ein Liter heißes Wasser und das jeweilige ätherische Öl aus der Apotheke. Teebeutel oder lose Kräuter tun es auch. Den Kopf zwei Handbreit über der Schüssel positionieren und mit einem Handtuch überdecken. Dann durch den Mund ein- und durch die Nase wieder ausatmen. Dreimal täglich zehn Minuten sind ideal. Noch einfacher geht es mit Inhalatoren aus der Apotheke. Mehr Informationen zum Thema Inhalieren finden Sie in unserem Artikel „Richtig inhalieren: So wird’s gemacht.“

Husten oder Reizhusten – worin liegt der Unterschied?

Husten ist normalerweise ein wichtiger Reflex: Durch ihn werden Dinge, die die Atemwege unnötig belasten, gelöst und hinausbefördert. Zum Beispiel der Schleim, der sich bei einer Erkältung im Rachen und in den Bronchien bildet. Beim Reizhusten ist das anders. Dabei hat sich der Reflex verselbstständigt. Man hat andauernd das Bedürfnis zu husten, aber es kommt gar nichts raus.

Krankheiten & Behandlung Was ist Reizhusten (trockener Husten)?

Reizhusten ist trocken und hart, oft hartnäckig und mitunter sehr schmerzhaft. Falls die Beschwerden im Verlauf einer Erkältung auftreten, gibt es viele Hausmittel gegen Reizhusten, mit denen Sie die Beschwerden lindern können.

Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

„Aber er hustet immer noch!“– So oft habe ich es in diesen Monaten gehört. Eltern, die zum dritten oder vierten oder fünften Mal innerhalb weniger Wochen mit ihrem Kindergartenkind bei mir waren, weil es immer noch nachts hustet. Fieber haben die Kinder keines, sie sind auch fröhlich, spielen normal und essen gut. Typischerweise habe ich jedes Mal gesagt, dass die Lunge komplett frei ist, es sich also weder um eine Bronchitis, noch um eine Lungenentzündung, geschweige denn um Asthma handelt – was die Eltern mit „Angst, dass es chronisch wird“ meinten. Was ist also dann der Grund, weshalb das Kind nachts hustet?

Das Kind hustet nachts? Schuld sind Infekte aus dem Kindergarten

Meistens steckt nichts Schlimmes dahinter, wenn Kinder nachts husten – oft sind virale Infekte aus dem Kindergarten schuld, die von alleine wieder verschwindenFoto: Fotolia

Meistens steckt nicht nur ein Infekt dahinter, wenn das Kind nachts hustet, sondern mehrere hintereinander. Der eine war noch nicht ganz vorbei, schon kommt der nächste – man hat es nicht einmal bemerkt, dass das Kind sich schon wieder etwas Neues „eingefangen“ hat. Gerade die ersten beiden Kindergartenjahre sind dafür prädestiniert, dass die Kleinen beinahe wöchentlich mit einem neuen Infekt nach Hause kommen.

Oft läuft auch die Nase und insbesondere nachts, wenn das ganze Sekret vor allem hinten in den Rachen läuft und zusätzlich noch (weil die Nase dicht ist) vermehrt durch den Mund geatmet wird, was den Rachen trocken macht, kommt es dann zu Hustenattacken. Diese können teils sehr lang sein und sogar durch den irgendwann einsetzenden Würgereiz zum Erbrechen führen.

Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan: „Gerade die ersten beiden Kindergartenjahre sind dafür prädestiniert, dass die Kleinen beinahe wöchentlich mit einem neuen Infekt nach Hause kommen.“Foto: Privat

Ich weiß, dass es sehr unbefriedigend sein kann, wenn ich als Arzt immer sagen muss: „Es ist alles in Ordnung, es ist nur ein viraler Infekt, der von allein wieder verschwindet“. Lieber hätte man sicherlich manchmal Aussagen wie: „Ja, stimmt, das ist jetzt was anderes, da müssen wir nun diese und jene Therapie beginnen, erst dann wird es verschwinden.“ Aber sehen Sie es lieber von der anderen Seite: Ihr Kind hat nichts Schlimmes. „Nur“ viele lästige Infekte hintereinander. Und der Körper regelt das meist von allein. Viel kann und muss man nicht tun. Es braucht einfach Zeit und spätestens im Sommer wird es besser mit den Husten- und Schnupfenmonstern.

Das hilft Ihrem Kind bei Husten

Auch, wenn nichts Dramatisches dahinter steckt und das Husten irgendwann auch von allein wieder aufhört – Sie können ein paar Dinge tun, um Ihrem Kind Erleichterung zu verschaffen. Ist der Schleim sehr zäh, achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge – dann wird auch der Schleim flüssiger. Zusätzlich können Sie Inhalationen mit Kochsalz durchführen oder Ihr Kind abends baden – dann wird der Schleim durch den Dampf auch ein bisschen weniger zäh. Baby & Kleinkind Baby erkältet: Was hilft?

Soll ich Hustensaft geben, damit das Kind nachts nicht hustet?

Viele der angebotenen Hustensäfte lösen zwar den Schleim, führen aber oft auch dazu, dass noch mehr davon produziert wird. Sie sind also häufig gar nicht ratsam. Achten Sie darauf, dass die Nase frei ist, damit die Atemluft angefeuchtet wird. Ist die Nase dicht, wird durch den Mund geatmet und der die Schleimhäute im Hals trocknen aus, was zu Reizhusten führt. In den meisten Fällen genügt ein Meersalznasenspray, um die Nase freizubekommen, manchmal ist auch kurzfristig ein abschwellendes Nasenspray sinnvoll. Ist der Husten vor allem trocken, können Sie – sofern Ihr Kind über ein Jahr alt ist – einen Löffel mit Honig oder Tee mit Honig geben. Der Honig beruhigt die Atemwege und der Reizhusten wird gestillt.

Aber es spricht nichts dagegen, den Kinderarzt auch mehrmals aufzusuchen, wenn Sie unsicher sind, ob etwas Ernstes hinter dem langwierigen Husten steckt – lieber einmal mehr nachschauen, als einmal weniger. Auch, wenn wir in so vielen Fällen immer abwiegeln und sagen: „Alles ok, es dauert halt….“

Husten

Husten ist ein Schutzmechanismus des Körpers und sollte deswegen nicht medikamentös unterdrückt werden. In Ausnahmefällen, wenn der Husten quälend ist oder vor allem nachts auftritt und den Schlaf behindert, können nach Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt Medikamente gegeben werden, die den Husten unterdrücken (Hustenblocker, Antitussiva) oder lösen (Hustenlöser, Expektoranzien).

In jedem Fall sollte viel Flüssigkeit, vor allem warme Getränke wie Tee, getrunken werden, da so der Schleim in den Atemwegen flüssiger wird und leichter abgehustet werden kann. Dampfbäder und Inhalationen haben einen ähnlichen Effekt.

Um den vom Husten gereizten Rachen zu beruhigen, gibt es Hustensäfte, Sirups, Lutschpastillen, Hustenbonbons und Gurgellösungen, die die Hustenrezeptoren kurzzeitig betäuben. Die Wirksamkeit von diesen Hilfsmitteln ist bisher nicht durch wissenschaftliche Studien belegt.

Antientzündliche Substanzen (Kortikosteroide), die inhaliert oder in gesprayt werden, erleichtern den Husten bei Asthma.

Trockener Husten (Reizhusten)

Gegen trockenen Husten helfen häufig alte Hausmittel wie heiße Milch mit Honig oder frei verkäufliche Hustensäfte. Beruhigende, im Extremfall codeinhaltige Hustenblocker (Antitussiva), die den Hustenreiz unterdrücken, sind rezeptpflichtig und müssen vom Kinder- und Jugendarzt verschrieben werden. Sie sollten deshalb nur bei trockenem Husten angewendet werden und wenn der Husten gerade nachts den Schlaf sehr beeinträchtigt. Auch Auszüge von Heilpflanzen, etwa aus Eibischwurzel oder Isländisch-Moos können bei Reizhusten lindernd wirken.

Feuchter Husten (produktiver Husten)

Bei feuchtem oder produktivem Husten können Schleimlöser (Expektorantien) das Abhusten des zähen Schleims unterstützen. Der Wirkstoff Acetylcystein beispielsweise verändert die Struktur des Schleims, macht ihn weniger zäh und erleichtert so seinen Abtransport. Wirkstoffe wie Ambroxol oder Bromhexin regen die Produktion eines dünnflüssigen Schleims an. Expektorantien gibt es – abhängig natürlich vom Wirkstoff – in den unterschiedlichsten Darreichungsformen, als Saft, Kapseln, als Brausetabletten oder als Granulat zum Auflösen. Die letztgenannten Präparate haben den Vorteil, dass man zusätzlich zum Wirkstoff gleich auch Flüssigkeit zu sich nimmt.

Antibiotikatherapie ist keine primäre Hustenbehandlung und wird nur bei Hinweisen auf eine bakterielle Infektion vom Kinderarzt eingesetzt werden.

Nach einem Atemwegsinfekt reagieren die Bronchien oft noch einige Wochen überempfindlich, so dass in bestimmten Situationen schnell ein Hustenreiz entsteht, wie z.B. bei körperlichen Belastungen (Laufen), beim Einatmen von kalter Luft oder Schadstoffen wie Tabakrauch. Falls erforderlich verschreibt der Kinder- und Jugendarzt dann antientzündliche Substanzen.

Wichtiger Hinweis

  • Bei akuter Atemnot sofort den Notarzt rufen!
  • Säuglinge und Kleinkinder dürfen keine Medikamente bekommen, die Pfefferminzöl, Eukalyptusöl, Menthol oder Kampfer enthalten, weder äußerlich noch innerlich. Bei Kindern unter drei Jahren können solche Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen zu starken Atembeschwerden und sogar Erstickungsanfällen führen. Ätherische Duftstoffe wie Menthol können nämlich bei Kindern die Atemwege reizen und dann zu einer vermehrten Schleimbildung führen. Dadurch wird die Verengung und Verschleimung ihrer Atemwege, die ja aufgrund der Erkältung ohnehin schon entzündet und verengt sind, noch gesteigert. Das heißt: diese Erkältungsmittel bewirken bei Kindern keine Linderung der Beschwerden, sondern eine Verschlimmerung, die unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein kann.
  • Tritt bei Kleinkindern plötzlich und unvermittelt starker Husten auf, muss an das „Verschlucken“ eines Fremdkörpers gedacht werden und das Kind sofort bei einem Kinder- und Jugendarzt oder in einer Kinderklinik vorgestellt werden.
  • Es gibt spezielle Hustenmittel für Kinder, da Hustensaft bei ihnen anders dosiert werden muss.
  • In den Säften und Tropfen sollte kein Alkohol enthalten sein.
  • Bei Kindern sind häufig Erkältungskrankheiten Auslöser von Husten, aber auch Keuchhusten, Pseudokrupp und Anfänge einer asthmatischen Erkrankung können die Ursache sein, deshalb sollte ein Kind mit Husten frühzeitig vom Kinder- und Jugendarzt untersucht und behandelt werden.
  • Chronischer Husten, der über viele Wochen anhält, zum Teil auch trocken ist, kann ein Hinweis auf eine asthmatische oder allergische Bronchitis sein.
  • Husten, der mehr als zwei Wochen dauert und bei dem es keine hustenfrei Tage gibt, ist Anlass zur Sorge und sollte unbedingt vom Kinder- und Jugendarzt abgeklärt werden.
  • Hustenblocker, so genannte Antitussiva, dämpfen das Hustenzentrum und damit den Hustenreflex. Verwenden Sie diese Mittel jedoch nur bei „trockenem Husten“, bei Husten mit Auswurf würde ein Sekretstau entstehen.
  • Das Risiko für eine Lungenentzündung ist bei Kleinkindern unter 5 Jahren sowie und bei Abwehrgeschwächten erhöht, wenn sie Atemwegsinfekte haben. Es steigt aber auch bei Kindern, die in Raucherfamilien groß werden.
    Tritt Fieber evtl. zusammen mit Kurzatmigkeit auf, muss an eine Lungenentzündung gedacht werden.
  • Leidet ein Kind unter hartnäckigem Husten, sollten Eltern auch eine Keuchhustenerkrankung in Erwägung ziehen, wenn die letzte Impfung fünf bis zehn Jahre zurückliegt.

Husten

In den Herbst- und Wintermonaten kommt es wieder zu vermehrten Atemwegsinfektionen und die „Zeit des Hustens“ kommt. Husten ist ein unangenehmes Symptom für Kind und Eltern, das aber auch seinen Sinn hat. Durch Husten versucht der Körper die Atemwege zu reinigen und sich z.B. von Bronchialschleim oder Fremdkörpern zu befreien.

Verschiedene Arten von Husten

Trockener Husten (unproduktiver Husten oder Reizhusten)

Wie der Name sagt, ist dieser Husten unproduktiv, d.h., es erfolgt kein Auswurf. Er tritt vor allem zu Beginn von Erkältungskrankheiten auf, außerdem bei Bronchitis, Asthma bronchiale und wenn Fremdkörper in die Atemwege gelangt sind.

Feuchter Husten (produktiver Husten)

Beim produktiven Husten wird Schleim, der sich in den Atemwegen angesammelt hat, abgehustet. Er tritt meist in späteren Stadien von Erkältungskrankheiten, Bronchitis oder Lungenentzündung auf. Normalerweise ist der ausgehustete Schleim klar. Liegt eine bakterielle Infektion vor, so wird er gelblich und grünlich und verklumpt.

Ursachen für Husten

Eine Hustenerkrankung wird meistens durch Infektionen mit Viren (in mehr als 90% aller Fälle) der oberen und mittleren Atemwege im Rahmen eines grippalen Infekts ausgelöst und dauert nicht länger als 8 Wochen. Leichtes Fieber und Schnupfen treten deshalb in vielen Fällen zusammen mit Husten auf. Es gibt insgesamt über 200 Erkältungsviren. Auch Zweitinfektionen mit denselben Viren kommen recht häufig vor.

Der Husten bei einem grippalen Infekt ist zunächst trocken und wird dann „feucht“, wenn sich Schleim zu lösen beginnt (Dauer in der Regel 5 bis 7, seltener 10 bis 14 Tage). Nach der feuchten Phase kann es erneut zu einem trockenen Husten, vor allem in den Abend- und Nachtstunden kommen, der weitere 5 bis 6 Wochen anhalten kann. Manchmal kann sich zu einem viralen Husten eine bakterielle Infektion gesellen, man spricht dann von bakterieller Superinfektion (z.B. durch Pneumokokken, Staphylokokken).

Bei Kindern besteht die Gefahr, dass sie Fremdkörper, wie beispielsweise kleinteiliges Spielzeug, Radiergummis u. a. (Verschluckte Gegenstände) verschlucken. Ältere Säuglinge und Kleinkinder verschlucken sich vor allem beim Essen. Der verschluckte Fremdkörper wird meist sofort wieder ausgehustet. Wenn das nicht möglich ist und der Husten anhält, sollten Eltern auf jeden Fall ihren Kinder- und Jugendarzt aufsuchen.

Chronischer Husten

Dauert der Husten (evtl. mit Auswurf) länger als acht Wochen an, so bezeichnet man ihn als chronisch. Die Ursachen sollten in jedem Fall vom Kinder- und Jugendarzt abgeklärt werden. Die häufigsten Ursachen für chronischen Husten sind asthmatische Erkrankungen, chronische Bronchitis, chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Lungenentzündung, Keuchhusten (Pertussis) und auch ständiges Einatmen von Luftschadstoffen, wie Zigarettenrauch, können zu chronischem Husten führen.

Krupphusten / Pseudokrupp

Ein bellender Husten (meist plötzlicher Beginn in der Nacht), pfeifende Einatmung (Stridor YouTube Video Beispiel), Atemnot und auch Angstzustände sind typische Symptome für einen Krupphusten, der bei etwa fünf Prozent aller Kinder zwischen etwa sechs Monaten und sechs Jahren (aber auch bei älteren Kindern möglich) vorkommt. Auslöser ist zumeist eine Virusinfektion, aber auch Allergien, Tabakrauch oder verschmutzte Luft können den Husten verursachen. Die Schleimhaut im Kehlkopfbereich des Kindes schwillt an und entzündet sich, bei kleinen Kindern wird dadurch aber der Kehlkopfspalt noch enger und droht sich zu verschließen, was den typischen bellenden Husten und Atemnot verursacht.

Das wichtigste ist: bewahren Sie Ruhe! Panik überträgt sich auf ihr Kind und verschlimmert die Luftnot.
Wickeln Sie Ihr Kind in eine warme Decke und gehen Sie mit ihm an ein offenes Fenster, auf den Balkon oder auf die Straße. Frische kalte Luft wirkt abschwellend und verbessert die Symptomatik. Bei akuter Luftnot rufen Sie bitte immer einen Rettungswagen. Tritt keine Besserung ein, sollten Sie mit Ihrem Kind einen Arzt aufsuchen.

Woran erkenne ich, bei welchem Husten ich einen Arzt aufsuchen sollte?

  • Kleinkinder mit Fieber über 38,5 Grad.
  • Kleinkinder, die gar nicht mehr trinken oder deren Windel auffallend lange trocken bleibt.
  • Säuglinge und Kleinkinder, bei denen Husten schlagartig beginnt und nicht gelindert werden kann: In diesem Fall könnte ein verschluckter Fremdkörper Ursache für den Hustenreiz sein.
  • Kinder, die gelben oder grünen Schleim abhusten.
  • Bei jedem Husten, der länger als zwei Wochen dauert.
  • Bei schlechtem Allgemeinzustand oder schlechtem Trinkverhalten.
  • Bei beschleunigter Atmung (eine Ruheatemfrequenz größer 40 Atemzüge pro Minute)
  • Bei Geräuschen während des Ein- oder Ausatmens (gehen Sie dazu mit Ihrem Ohr an den Mund Ihres Kindes):
    • ein leises Knistern in der Ausatmung (wie Cappuccinoschaum oder Sprudelwasserbizzeln)
    • ein pfeifen bei der Ausatmung (Giemen)
    • ein Pfeifen / Ziehen bei der Einatmung (Stridor YouTube Video Beispiel)
    • bei keuchendem Husten bei Kindern im ersten Lebensjahr (RSV Husten YouTube Video Beispiel)
    • bei Atemaussetzern im Schlaf

Therapie

Husten ist ein Schutzmechanismus des Körpers und sollte deswegen nicht medikamentös unterdrückt werden.

In Ausnahmefällen, wenn der Husten quälend ist oder vor allem nachts auftritt und den Schlaf behindert, können nach Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt Medikamente gegeben werden, die den Husten unterdrücken (Hustenblocker, Hustenstiller, Antitussiva).

ACHTUNG: Hustenstiller (z.B. Capval, Sedotussin) dürfen jedoch nur gegeben werden, wenn ein trockener Reizhusten vorliegt. Bei feuchtem Husten sind diese Medikamente nicht indiziert (Sekretstau!).

In jedem Fall sollte viel Flüssigkeit, vor allem warme Getränke wie Tee, getrunken werden, da so der Schleim in den Atemwegen flüssiger wird und leichter abgehustet werden kann.

Um den vom Husten gereizten Rachen zu beruhigen, gibt es Hustensäfte, Sirups, Lutschpastillen, Hustenbonbons und Gurgellösungen, die die Hustenrezeptoren kurzzeitig betäuben sollen. Die Wirksamkeit von diesen Hilfsmitteln ist bisher nicht durch wissenschaftliche Studien belegt.

Für schleimlösende Hustensäfte (z.B. Ambroxol, Mucosolvan, ACC, Prospan, etc.) konnte eine Wirksamkeit in Studien ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

Antibiotikatherapie ist keine primäre Hustenbehandlung und wird nur bei Hinweisen auf eine bakterielle Infektion vom Kinderarzt eingesetzt werden. Dies ist in aller Regel nur in wenigen Ausnahmefällen (z.B. bei einer Lungenentzündung) notwendig.

Hausmittel

Gut gegen Husten hilft Honig, entweder im Tee, in warmer Milch oder bei Reizhusten auch pur auf dem Löffel eingenommen. ACHTUNG: Säuglinge (bis zum 1. Geburtstag) dürfen kein Honig essen, da Honig Botulinumtoxin enthalten und zu Atemlähmungen führen kann.

Auch gerne genommen wird Zwiebelsaft als altes Hausmittel gegen Husten. Dazu eine Zwiebel schälen, kleinschneide und die Stücke in ein Glas oder eine Tasse geben. Zwei bis drei Esslöffel flüssigen Honig darüber und das Ganze für mehrere Stunden oder am besten über Nacht ziehen lassen. Die so entstandene Flüssigkeit (Zwiebelsaft) mehrmals Täglich zum Husten stillen einnehmen.

Auch gut bei einer Erkältung hilft heiße Zitrone. Dazu eine Zitrone frisch auspressen, das ganze mit 80° heißem Wasser aufgießen und 1-2 Teelöffel Honig dazu geben. Bei kleineren Kindern bitte warten, bis das Getränk auf Trinktemperatur abgekühlt ist.

Wichtige Hinweise

  • Bei akuter Atemnot sofort den Notarzt rufen!
  • Säuglinge und Kleinkinder dürfen Präparate mit ätherischen Ölen weder äußerlich noch innerlich erhalten. Siehe Warnung: ätherische Öle. Bei Kindern unter drei Jahren können solche Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen zu starken Atembeschwerden und sogar Erstickungsanfällen führen.
  • Tritt bei Kleinkindern plötzlich und unvermittelt starker Husten auf, muss an das „Verschlucken“ eines Fremdkörpers gedacht werden und das Kind sofort bei einem Kinder- und Jugendarzt oder in einer Kinderklinik vorgestellt werden.
  • Es gibt spezielle Hustenmittel für Kinder, da Hustensaft bei ihnen anders dosiert werden muss.
  • In den Säften und Tropfen sollte kein Alkohol enthalten sein. (Vorsicht hier insbesondere bei homöopathischen Hustensäften)
  • Bei Kindern sind häufig Erkältungskrankheiten Auslöser von Husten, aber auch Keuchhusten, Pseudokrupp und Anfänge einer asthmatischen Erkrankung können die Ursache sein, deshalb sollte ein Kind mit Husten in unklaren Fällen frühzeitig vom Kinder- und Jugendarzt untersucht und behandelt werden.
  • Chronischer Husten, der über viele Wochen anhält, zum Teil auch trocken ist, kann ein Hinweis auf eine asthmatische oder allergische Bronchitis sein.
  • Husten, der mehr als zwei Wochen dauert und bei dem es keine hustenfrei Tage gibt, sollte unbedingt vom Kinder- und Jugendarzt abgeklärt werden.
  • Hustenblocker, so genannte Antitussiva, dämpfen das Hustenzentrum und damit den Hustenreflex. Verwenden Sie diese Mittel jedoch nur bei „trockenem Husten“, bei Husten mit Auswurf würde ein Sekretstau entstehen.
  • Das Risiko für eine Lungenentzündung ist bei Kleinkindern unter 5 Jahren sowie und bei Abwehrgeschwächten erhöht, wenn sie Atemwegsinfekte haben. Es steigt aber auch bei Kindern, die in Raucherfamilien groß werden.
  • Tritt Fieber evtl. zusammen mit Kurzatmigkeit auf, muss an eine Lungenentzündung gedacht werden.
  • Leidet ein Kind unter hartnäckigem Husten, sollten Eltern auch eine Keuchhustenerkrankung in Erwägung ziehen, wenn die letzte Impfung fünf bis zehn Jahre zurückliegt.

Tipps

  • Eine Erkältung dauert sieben Tage und mit Arzt eine Woche ☺
  • Abschwellende Nasentropfen zur Nacht verbessern den Schlaf der Kinder und fördern die Genesung
  • Ihr Kind sollte viel Flüssigkeit trinken, am besten Tee.
  • Vitaminreiche Kost ist hilfreich

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