Baby brabbelt nicht mehr

Unterschiede in der Entwicklung von Kleinkindern fallen den Eltern spätestens dann auf, wenn andere fragen: „Spricht es denn noch nicht?“ Die Psychologin Sabine Frevert ist beim Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung Expertin für Entwicklungsdiagnostik und hält Fortbildungen für Erzieher und Lehrer ab. Im Interview erklärt sie, warum Eltern von späten Sprechern trotz nervender Fragen entspannt bleiben können und sollten.

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Im Kopf sind die Wörter schon, nur wollen sie nicht immer herauskommen: Sogenannte „späte Sprecher“ suchen dann nach anderen Möglichkeiten der Kommunikation.

Süddeutsche.de: Das eine Kleinkind spricht in ganzen Sätzen, das andere hat gerade erst „Mama“ gesagt – und alle werden nervös, wenn es mit 14 Monaten noch immer nur krabbelt und brabbelt. Können Sie die Eltern beruhigen?

Sabine Frevert: Eltern müssen sich eines klarmachen: Bei jungen Kindern sind Unterschiede in der Entwicklung normal – bis zu einem gewissen Grad ist das völlig im Rahmen, auch bei der Sprachentwicklung. Manche sprechen schon mit zehn Monaten Zwei-Wort-Sätze, andere erst mit 14 Monaten ein paar Worte. Die meisten Kinder sagen mit eineinhalb Jahren etwa 50 Wörter und schalten dann bis zum zweiten Geburtstag einen Gang hoch. Wissenschaftler nennen das den „Wortschatzspurt“. Mit diesem Sprint beginnen die Kinder, Sätze mit zwei Worten zu bilden, zum Beispiel „Mama Schere“.

Süddeutsche.de: Wie viele Kinder fallen aus diesem Zeitraster?

Frevert: Relativ viele sind „späte Sprecher“, nämlich 14 bis 20 Prozent: Diese Kinder sagen mit 24 Monaten noch keine 50 Wörter. Die „späten Sprecher“ sollte man schon im Auge behalten – was aber nicht notwendigerweise bedeutet, dass sie Entwicklungsdefizite haben. Bis zum dritten Geburtstag hat die Hälfte von ihnen den Rückstand wieder aufgeholt und spricht eifrig. Die andere Hälfte sollte nun aber tatsächlich gefördert werden. Ob ein Kind sein Sprachdefizit mit drei Jahren aufgeholt hat, wird nicht mehr an der Menge der Wörter festgemacht. Wichtig ist dann der Satzbau, das Kind sollte jetzt in ganzen Sätzen sprechen können, zum Beispiel „Da steht Annes Fahrrad“.

Süddeutsche.de: Müssen diese Kinder zur Sprachtherapie?

Frevert: Zweijährige „späte Sprecher“ nicht unbedingt. Wichtig ist, dass sie im Alltag gefördert werden und die Eltern dabei gut beraten werden. Zum Beispiel von einem Logopäden oder beim Heidelberger Elterntraining, das speziell den Eltern von „späten Sprechern“ Tipps gibt.

Das Baby im 4. Monat

Seit 4 Monaten ist dein kleiner Schatz nun auf der Welt und die Entwicklung schreitet auch in diesen Wochen voran. Dein kleiner Schatz wird viel Neues erleben und aufregende Dinge entdecken. Vielleicht wird dein Racker im 4. Monat damit beginnen, erste Baby-Liegestützen zu machen. Auch das Drehen vom Rücken auf den Bauch können zu den neuen Hobbies deines Spatzes zählen. Vielleicht ist aber der 4. Lebensmonat deines Babys der Zeitpunkt, in dem die erste Breimahlzeit verschlungen wird oder sich das erste Zähnchen ankündigt.

Der 4. Lebensmonat deines Babys sind weitere 4 Wochen voller Überraschungen, Entwicklungen und Meilensteine. Sei gespannt und genieße die aufregende Zeit zusammen mit deinem Baby.

Körperlicher Zustand & physische Entwicklung des Babys im 4. Monat

Dein kleiner Zwerg wird größer und größer und legt auch im 4. Monat einiges an Gewicht zu. Wie groß und wie schwer Babys im Alter von 4 Monaten sind, lässt sich nicht allgemein sagen, denn jede Entwicklung eines Babys verläuft individuell. Dein Arzt wird feststellen, ob sich dein Kind entsprechend seines Alters entwickelt und alles im Normbereich ist. Generell wird ein 4 Monate altes Baby Bodys und Strampler in Größe 56-68 tragen. Das Gewicht im 4. Monat liegt bei Babys im Durchschnitt bei ca. 6400 bis 7200 g. Die Größe eines 4 Monate alten Babys hängt immer von der persönlichen Entwicklung ab, aber in der Regel wird dein Spatz ca. 3-4 cm wachsen.

Babys erster Husten & Schnupfen

Bei deinem kleinen Racker kann es trotz der mütterlichen Abwehrstoffe, die es durch die Muttermilch aufnimmt, zu viralen Infekten, wie etwa einer Erkältung, kommen. Husten und Schnupfen machen deinem Baby bereits mit 4 Monaten auch ganz schön zu schaffen und es wird vielleicht etwas häufiger schreien und schlechter durchschlafen. Denn durch eine verstopfte Nase lässt es sich einfach schlechter atmen. Wie du die typischen Erkältungssymptome wie Husten und Schnupfen im 4. Lebensmonat deines Babys am besten behandelst, kann dir dein Kinderarzt oder deine Hebamme verraten.

Kommt bei deinem kleinen kranken Spatz zu Husten und Schnupfen noch Fieber hinzu, dann solltest du unbedingt mit deinem 4 Monate alten Baby zum Arzt gehen und dich informieren lassen, wie du das Fieber wieder senken kannst. Sollt dein Baby auch mit 4 Monaten unter überdurchschnittlich starken Koliken leiden, dann kann dir der Kinderarzt oder deine Hebamme weiterhelfen.

Das Zahnen geht los

Im Alter von 4 Monaten gibt es bei einigen Babys einen Wachstumsschub und das Zahnen beginnt. Bis allerdings die ersten Zähnchen im Mund zu sehen sind, wird es noch ein wenig dauern. Der gesamte Prozess des Zahnens ist recht langwierig und beginnt nicht erst im 4. Lebensmonat deines Babys. Die Milchzähne werden bereits im Mutterleib angelegt und erst zum Ende des 2. bzw. zu Beginn des 3. Lebensjahres wird das Milchgebiss deines Sprösslings komplett entwickelt sein.

Anzeichen für das beginnende Zahnen im 4. Monat können sein, dass dein kleiner Sabberweltmeister noch mehr sabbert und spuckt als zuvor. Dreieckstücher sind super: Sie schauen nicht nur schön aus, sondern sorgen auch dafür, dass Babys Body trocken bleibt. Zudem ist es möglich, dass dein Baby mit 4 Monaten plötzlich viel mehr schreit, weil das Durchbrechen der Zähne nicht immer angenehm ist. Vielleicht schläft dein Baby aber auch plötzlich mehr als sonst, oder aber ist im Alter von 4 Monaten unruhiger als gewöhnlich.

All das können Anzeichen dafür sein, dass sich bei deinem Spatz die ersten Milchzähne einen Weg an die Oberfläche bahnen und das Zahnen im 4. Lebensmonat deines Babys beginnt. Für so einen kleinen Körper kann das schon mal anstrengend sein und das Gleichgewicht deines Lieblings ein wenig durcheinanderbringen. Aber keine Sorge, du kannst das Zahnen deines Spatzes bei eventuellen Beschwerden ein bisschen lindern:

Ein Beißring ist ideal, teilweise kannst du ihn vorher auch in den Kühlschrank legen, denn dann kann dein Sprössling darauf herumkauen, während das Zahnfleisch gleichzeitig gekühlt wird. Auch kalte Waschlappen können Symptome lindern. Harte Nahrungsmittel wie Möhren oder Äpfel eignen sich ebenfalls ideal dafür, um darauf herumzukauen.

Die Welt wird immer bunter

Je älter dein Baby wird, desto besser kann es verschiedene Farben und Farbschattierungen wahrnehmen. Ein farbenfrohes Mobile, eine kuschelige Krabbeldecke, ein unglaublich faszinierender Spielbogen oder die vielen bunten Stifte der großen Schwester sind unglaublich aufregend und zeigen deinem Baby die bunte Farbenwelt auf.

Beziehungsverhalten zwischen Baby & Eltern im 4. Monat des Babys

Auch im 4. Lebensmonat heißt es für dich und dein Baby: Kuscheln und ganz viel Nähe. Die Nähe und Aufmerksamkeit, die dein Baby von dir bekommt, sind nach wie vor für eine gesunde Entwicklung deines Kindes wichtig. Bei Mama und Papa ist es einfach am schönsten und dein kleiner Sonnenschein liebt es, in deiner Nähe zu sein.

Ein Vorgeschmack auf das Fremdeln

Bei fremden oder nicht ganz so vertrauten Personen kann dein Knirps im Alter von 4 Monaten schon einmal ein wenig skeptischer werden. Das ist ganz normal, daher solltest du deinem Kind bei weniger vertrauten Personen einfach ein wenig mehr Zeit zum Kennenlernen geben.

Das sogenannte Fremdeln ist ein ganz natürliches Verhalten und setzt bei Babys (mehr oder weniger stark ausgeprägt) zwischen den 6. und 8. Monat ein. Das Fremdeln dient dazu, dass dein Baby mit zunehmendem Alter und der dadurch bedingten voranschreitenden Entwicklung dazu in der Lage ist, zwischen Bekanntem und Unbekanntem zu unterscheiden. Dieses Verhalten ist angeboren und auch gesund, denn ein gesundes Misstrauen gegenüber neuen Menschen und unbekannten Situationen sorgt dafür, dass dein Baby immer in deiner Nähe bleibt und nicht jedem Menschen ein blindes Vertrauen entgegenbringt.

Kuscheln mit Mama & Papa

Durch das mögliche Zahnen, das bei deinem Baby im 4. Monat einsetzen kann, ist es möglich, dass dein Liebling mehr Körperkontakt und deine Nähe sucht. Schließlich versteht so ein kleiner Mensch noch nicht so ganz, was passiert und das Zahnen ist einfach etwas Ungewohntes für deinen Nachwuchs und auch nicht immer angenehm. Umso besser, dass du immer in Sicht- und Rufweite bist und deinem kleinen Spatz eine extra Streicheleinheit geben kannst.

Erste Entdeckungstouren

Auch wenn dein Fratz im 4. Lebensmonat vielleicht vermehrt deine Nähe sucht, kann und möchte sich dein Baby auch einmal alleine beschäftigen und die Krabbeldecke sowie die umliegenden Ecken des Wohnzimmers genau auskundschaften. Schließlich ist alles neu, ungemein spannend und verdient die ungeteilte Aufmerksamkeit deines Kindes. Es muss aber nicht immer das Kuscheltier oder der bunte Ball sein, sondern auch Stuhl- und Tischbeine sowie die eigenen Hände und Füße sind mehr als aufregend und haben Anerkennung und Beachtung verdient , daher müssen sie ausgiebig erforscht werden 🙂 .

Motorische Fähigkeiten des Babys im 4. Monat

Die motorischen Fähigkeiten deines Babys entwickeln sich auch im 4. Lebensmonat immer weiter. So wird deine kleine Sportskanone vielleicht schon fleißig ein paar Liegestützen machen, sich auf seine kleinen Ärmchen stützen und den Kopf heben. Dein Spatz trainiert damit nicht nur seine Muskulatur, sondern kann dadurch auch Dinge beobachten, die nicht zwingend in seinem Blickfeld liegen.

Motivation & Lob

Das Drehen vom Bauch auf den Rücken oder umgekehrt kann auch bereits im 4. Monat zu dem Fitnessprogramm deines Babys gehören. Für dich ist es bestimmt aufregend zu beobachten, wie dein Nachwuchs seinen Körper immer besser kennenlernt und dabei einen kleinen oder großen Entwicklungsschritt nach dem anderen erlebt. Für dein Baby wird es aber ebenso spannend sein und du kannst dich mit ihm zusammen freuen, wenn dein kleiner Champion wieder eine Rolle geschafft hat. Gerne kannst du dein Kind auch dazu animieren oder es loben, wenn es wieder eine Drehung auf den Rücken gemeistert hat.

Schlaf- & Schreiverhalten des Babys im 4. Monat

Je älter dein Kind wird, desto mehr passt es sich an einen Tag-Nacht-Rhythmus an. Wie lange und wie viel Babys mit 4 Monaten letztendlich schlafen, hängt von ihrer persönlichen und individuellen Entwicklung ab. Daher ist es auch möglich, dass das Schlaf- und Schreiverhalten durch Entwicklungsschübe oder aufkommendes Zahnen beeinflusst werden.

So ist es denkbar, dass dein Spatz plötzlich mehr schreit als gewöhnlich und dadurch auch weniger schläft als sonst. Schläft dein Baby im 4. Monat sehr unruhig und ist ein kleines Nervenbündel, das viel quengelt und schreit, hilft nur viel Geduld, Ruhe und Gelassenheit.

Bei anderen Babys hingegen kann es auch vorkommen, dass es im 4. Monat plötzlich mehr schläft als in den letzten Wochen. Das kann daran liegen, dass sich dein kleiner nachtaktiver Vampir langsam an den Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt oder er aber mehr Schlaf benötigt als früher. Dein Spatz wächst im 4. Monat einige Zentimeter und legt an Gewicht zu, das kann für einen kleinen Körper schon einmal etwas anstrengend sein. Und was hilft bei diesen ganzen Strapazen und Aktivitäten besser als Schlafen?

Spielverhalten & Sprachentwicklung des Babys im 4. Monat

Durch das Rollen, Drehen sowie das wachsende Interesse an der Umgebung, an Gegenständen und Spielsachen steigen die Beschäftigungsmöglichkeiten erheblich. Auf die Frage, was du mit deinem Baby alles im Alter von 4 Monaten machen und spielen kannst und wie du dich mit deinem Sprössling beschäftigen kannst, gibt es nur eine Antwort: Eine ganze Menge :).

Du kannst deinem Entdecker verschiedene Gegenstände und Spielsachen geben, mit denen es sich alleine oder gemeinsam mit dir beschäftigen kann. Liegt dein Spatz auf der Krabbeldecke oder im Laufgitter, kannst du ihm bspw. einen Ball, eine Rassel, ein Kuscheltier oder ein anderes Babyspielzeug geben. Jetzt kannst du ganz in Ruhe beobachten, was dein Kind damit alles anstellt. Dein Nachwuchs kann sich ruhig für eine gewisse Zeit auch einmal alleine beschäftigen und das Spielzeug in Augenschein nehmen.

Kreativität fördern

Liegt ihr zusammen auf der Kuscheldecke, dann kannst du dein Baby auch wunderbar dazu ermuntern, etwas mit dir zusammen zu spielen. Mit Babyspielzeug lassen sich tolle Geräusche machen, auch farbenfrohe Gegenstände sowie fliegende Mobiles und süße Hasen können Babys Aufmerksamkeit wecken. Wichtig ist dabei aber immer, dass du deinen Sprössling auch immer mal eine gewisse Zeitspanne alleine spielen lässt, das fördert Babys Kreativität und Entwicklung.

Weniger ist mehr

Bei Babyspielzeug gilt zudem, weniger ist mehr: Dein Kind muss nicht unzählige Spielzeuge haben, das führt nur schnell zu Langeweile. Du kannst für etwas Abwechslung sorgen, wenn du deinem Kind immer mal wieder ein anderes Spielzeug anbietest und nicht sofort die gesamte Spielkiste im Kinderzimmer auskippst.

Es muss aber nicht immer eine Babyrassel, ein Greifring oder ein Mobile sein, auch ganz gewöhnliche Alltagsgegenstände können für Babys im 4. Monat spannend sein. Waschlappen, eine frische Windelpackung oder der eigene Schnuller oder Body können ungemein interessant und aufregend sein. Alles, was in Babys Reichweite ist, wird bestaunt, mit klebrigen Patschehänden angefasst oder in den Mund gesteckt und vollgesabbert :).

Brabbeln & kurze Sätze

Auch im 4. Lebensmonat ist es erlaubt, als Eltern mit dem Baby in Babysprache zu sprechen. Kurze Sätze, übertriebene Betonung und langsames Sprechen der Erwachsenen ist für Babys im Alter von 4 Monaten besonders gut geeignet, da dies der Aufnahmefähigkeit des Babys entgegenkommt. Zudem kannst du auf die Mimik, Gesten und das Gebrabbel deines Babys reagieren, so lernt dein Kind allmählich den Sinn von Sprache und Kommunikation kennen. Zudem wird dein Baby auch dazu animiert, selbst Laute, die es hört, auszuprobieren und nachzuahmen und brabbelt fröhlich drauf los.

Ernährung des Babys im 4. Monat

Auch Babys Magen wächst, d.h. es kann mehr Nahrung darin aufnehmen und das Sättigungsgefühl hält durch die größere Menge an Muttermilch oder Säuglingsnahrung länger an, so dass du dein Baby im Alter von 4 Monaten nicht mehr zwingend alle 2 Stunden stillen musst. Die Stillmahlzeiten pro Tag nehmen ab und die Stillpausen werden dadurch länger. Wie oft du dein Baby stillen solltest bzw. wie viele Stillmahlzeiten es möchte, wenn es 4 Monate alt ist, hängt natürlich immer von deinem Baby ab. In der Regel spricht man bei einem 4 Monate alten Säugling von ca. 4-5 Mahlzeiten am Tag. Gibst du deinem Kind das Fläschchen mit Folgemilch, dann verhält es sich ähnlich.

Keine Sorge, dein Spatz wird auch bei größeren Stillabständen satt werden, sein Organismus passt sich nur immer mehr an den von älteren Kindern an. Durch die zunehmende Entwicklung deines Kindes kann es auch sein, dass seine wachsende Neugier dazu führt, dass er sich beim Stillen öfter ablenken lässt. Ist dies der Fall, solltest du dir zum Stillen ein ruhiges Plätzchen suchen und versuchen, die äußeren Einflüsse so gering wie möglich zu halten.

Beikosteinführung

Muttermilch ist besonders gut für dein Baby, aber zum Ende des 4. Lebensmonats kann – wenn du und dein Spatz das möchten – mit der Beikosteinführung bzw. mit dem ersten Brei aus Gemüse begonnen werden. Normalerweise startet man mit dem ersten Babybrei im 6. Monat, davor sollte dein Baby gestillt bzw. mit Folgemilch im Fläschchen gefüttert werden. Da sich jedes Kind aber anders entwickelt, gibt es hier selbstverständlich Ausnahmen.

Vielleicht ist dein Baby schon im 4. oder 5. Monat ganz erpicht darauf, etwas anderes als Muttermilch zu sich zu nehmen und möchte endlich den ersten Babybrei verschlingen. Dann kannst du auch bereits im 4. Lebensmonat damit beginnen, die Milchmahlzeit am Mittag durch einen leckeren Gemüsebrei zu ersetzen. Ob du den Brei selber kochen oder deinem Spatz Brei aus dem Gläschen geben möchtest, bleibt dir überlassen.

Wie der Ernährungsplan von Babys im ersten Lebensjahr aussieht, wie viele Breimahlzeiten dein Baby mit 4 Monaten essen sollte und wie viele Breimahlzeiten für dieses Alter üblich sind bzw. empfohlen werden, kannst du im babys10-Artikel zu Babynahrung und Kochen für Babys nachlesen. Dort findest du alle Informationen zur Beikosteinführung, zu der Baby-led-Weaning-Methode und dazu, was dein Baby mit 4 Monaten außer Milch trinken sollte. Leckere Rezepte für Babys Essen im 4. Lebensmonat sind natürlich auch dabei. Guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen! Ach ja, vergiss das Lätzchen und das passende Kindergeschirr nicht 🙂 .

Körperpflege des Babys im 4. Monat

Auch im 4. Lebensmonat deines Babys heißt es für dich Windelwechseln im Akkord. Gut, dass du eine Wickelkommode hast, in der du alles verstauen kannst. Auch der passende Windeleimer sorgt dafür, dass keine unangenehmen Düfte aufkommen und du nicht bei jeder vollen Windel zur Mülltonne tigern musst, sondern den Windelinhalt ganz einfach entsorgen kannst.

Wie oft du dein Baby mit 4 Monate baden solltest, hat sich im Vergleich zu den vorherigen Monaten nicht verändert. Es reicht vollkommen aus, wenn dein Spatz einmal die Woche in seiner Babybadewanne gebadet wird. Da dein Sprössling nun immer aktiver wird, kannst du vielleicht auch schon die eine oder andere Quietscheente mit in die Badewanne nehmen.

Welches Badewannenspielzeug für Babys im 4. Monat am besten geeignet sind, hat babys10 für dich getestet. Viel Vergnügen 🙂 . Liebt es dein Sprössling in der Babybadewanne zu planschen, dann wäre Babyschwimmen vielleicht eine tolle Möglichkeit, die Entwicklung deines Babys im 4. Monat zu fördern. Durch Gymnastikübungen in Bauchlage und auf dem Rücken wird die Muskulatur deines 4 Monate alten Babys trainiert und stimuliert. Auch eine wohltuende Babymassage wird dein Baby mit 4 Monaten lieben.

Ärztliche Untersuchungen im 4. Lebensmonat

Diesen Monat stehen keine Vorsorgeuntersuchungen an, wenn die U4 bereits im 3. Lebensmonat stattgefunden hat. Wenn nicht, dann wird es Zeit, die 4. frühkindliche Untersuchung im 4. Lebensmonat deines Babys wahrzunehmen, um seine körperliche Entwicklung zu begutachten. Hat dein Baby Fieber, ist es sehr stark erkältet oder leidet es an anderen Beschwerden, dann solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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Der Monat davor: 3. Monat

Der Monat danach: 5. Monat

4. Wachstumsschub ab der 19. Lebenswoche

Anzeichen für diesen Entwicklungssprung

Ein ziemlich grosser Sprung vom hilflosen kleinen Baby zu einem „gefühlten“ Kleinkind steht nun bevor. In dieser Zeit wächst das Baby besonders viel. Oft ist nach diesem Wachstumssprung die Mütze zu klein oder die Strampler passen nicht mehr. Ein häufiges Symptom sind auch sehr unruhige Nächte und ständiger Hunger. Dieser Wachstumsschub dauert bei vielen Babys vier bis sechs Wochen und ist somit der längste Wachstumsschub.

Was entwickelt sich beim Baby?

Ihr Baby möchte Dinge mit seinen Händen greifen und auch in den Mund stecken, um sie so untersuchen zu können (orale Phase). Es greift nur noch selten daneben, wenn es etwas anfasst, kann auch einhändig greifen und wechselt ein Spielzeug von der einen zur anderen Hand.

Die Kinder lernen nun, dass fliessende Übergänge mehrere Handlungen beinhalten können und so zu einem Ereignis werden. Der Ball, der vorher nur von A nach B gerollt ist, kann nun auch hüpfen und springen. Ihr Baby hat nun das grösste Vergnügen daran, Sie bei alltäglichen Dingen zu beobachten. Eine Mutter, die quer durch die Wohnung läuft und saugt, kann hierbei zum grossen Abenteuer fürs Kind werden. Es kann nun aber auch selbst eigene Ereignisse hervorrufen. Da wird die Rassel nicht mehr nur gegriffen, sondern direkt nach dem Greifen hin und her bewegt, damit sie Geräusche erzeugt. Oder ein Spielzeug wird laut auf den Tisch geschlagen oder auf den Boden geworfen.

Da Kinder nun die Abfolge verschiedener Ereignisse erkennen können, sind sie in der Lage zu begreifen, dass Gegenstände, die hinter dem Rücken verschwinden, nicht einfach weg sind. Sie fangen an, dem Gegenstand nachzuschauen und warten darauf, dass er wieder erscheint. Das ist der richtige Zeitpunkt, um in der gemeinsamen Spielzeit mit dem Kind Kuckuck-Spiele (gugus) zu spielen. Es wird begeistert zuschauen, wie Mama oder Papa oder aber Spielzeuge verschwinden und wieder auftauchen. Ein einfaches Taschentüchli über sein Gesicht gezogen bringt es zum Staunen.

Ihr Baby reagiert auf sein Spiegelbild, lacht darüber oder hat Angst wie vor einem Fremden. Fingerspiele sind hoch im Kurs. Die immer gleichbleibenden Bewegungen, Worte und die eventuell dazugehörige Melodie begeistern sie. Und bald versucht es, Handbewegungen oder Laute mitzumachen!

Kinder, die in der motorischen Entwicklung fit sind, können sich bereits jetzt vom Rücken auf die Seitenlage und vielleicht schon auf den Bauch drehen. Dies ist ebenfalls eine Abfolge fliessender Übergänge (Beine nach oben werfen, Hüfte drehen, Rückenmuskeln anspannen etc.). Wenn Ihr Baby auf dem Rücken liegt, strampelt es kräftig, reckt den Po in die Luft und will sich abstützen, was ihm aber noch nicht gelingt. Es schiebt sich vorwärts und rückwärts und zeigt damit, dass es bald krabbeln will. In Bauchlage kann es seine Arme ausstrecken.

Auch die Sprachentwicklung macht mit den neu erlernten “Ereignissen” einen weiteren Fortschritt. Babys in diesem Alter produzieren Laute in einer Abfolge, die schon fast wie Sätze klingen. Dabei kommen auch immer mehr Konsonanten vor. Lieblingsbeschäftigung ist nun auch, den Beikostbrei mit einem lauten „PFFFFFFFFF“ den Eltern entgegen zu spucken.

So unterstützen Sie Ihr Baby

Passen Sie in dieser Phase besonders gut auf, dass Ihr Baby sich keine Kleinteile, an denen es verschlucken könnte, oder giftige Dinge in den Mund steckt. Es ist jetzt also an der Zeit, Ihre Wohnung kindersicher zu machen.

Einführung der Beikost

Viele Eltern fangen jetzt mit der Beikost an. Darunter versteht man alle Lebensmittel in der Säuglingsnahrung, die nach und nach die üblichen Milchmahlzeiten (Schoppen oder Muttermilch) ersetzen. Das sollte möglichst langsam, Schritt für Schritt erfolgen. Für ein gestilltes Kind ist die Brust der Lebensmittelpunkt, eine vertraute Quelle für Nähe, Wärme und Trost. Wird sie ihm abrupt entzogen, kann seine kleine Welt ins Wanken geraten.

Das müssen Sie zu den Entwicklungssprüngen wissen

Letzte Aktualisierung : 30-12-19, CH/BH/JL

Sehvermögen: Das sehen Babys in ihrem ersten Lebensjahr

Habt ihr euch auch schon immer gefragt, wie viel von ihrer Umgebung Babys eigentlich wahrnehmen? Dass Neugeborene nur schemenhaft ihre Umwelt wahrnehmen wissen wir aus der Theorie – und man kann es auch an ihren noch recht unfokussierten Augen erkennen.

Aber wie sieht das für die Babys selbst aus? Und wie verändert sich ihre Sehfähigkeit im Verlauf der Monate? Das zeigt eine faszinierende Animation des britischen Augenklinik-Portals Clinic Compare:

„Die Entwicklung des Sehvermögens ist komplex“, sagt der britische Augenchirurg Romesh Angunawela, der die Animation mitentwickelt hat. Diese Entwicklung starte von dem Moment, in dem das Baby erstmals die Augen öffne. Doch zu dem Zeitpunkt sind die Kleinen ungefähr so blind wie Maulwürfe: Nach der Geburt können Kinder gerade mal acht bis zehn Zentimeter weit sehen.

„Am Anfang wandern die Augen des Kindes noch recht unkoordiniert herum, doch das legt sich schnell, und nach etwa drei Monaten können sie die Gesichter von Mama und Papa schon gut erkennen und diese fixieren.“ Und als wäre das nicht schön genug für die Eltern, lächeln viele Babys auch in dieser Zeit das erste Mal, weil sich die Muskeln im Gesicht nämlich parallel entwickeln. So schön!

Erst nach zwei Jahren ist die Sehfähigkeit voll entwickelt

Was viele Menschen nicht wissen: Erst im Alter von zwei Jahren ist die Sehfähigkeit eines Kindes voll entwickelt – und entsprechend groß ist dann das Interesse an der Umgebung. Jetzt kann das Kind endlich seine Welt mit allen Sinnen entdecken.

wie lange sehen kinder spiegelverkehrt und auf dem kopf?

wer lust hat sich daas durchzulesen 🙂 mir haben das schon mehrere leute gesagt,aber keiner konnte mir sagen wie lange das so bleibt..
Die Entwicklung des Sehens
Die geistige Verarbeitung der wahrgenommenen Bilder ist das Ergebnis komplexer Hirnleistungen, die beim Baby in den ersten Lebensmonaten entwickelt werden. Aus den weiter unten geschilderten anatomischen Gründen empfindet das Baby oder der Säugling seine Umwelt seitenverkehrt und auf den Kopf gestellt. Es kann sich räumlich noch wenig orientieren. Weiterhin ist in den ersten Lebenswochen das Nahsehen und das Fernsehen noch unscharf. Erst mit einem Lebensjahr ist das kindliche Sehvermögen in etwa ausgereift.
Übersicht des Sehvorgangs
Die Bilder, die wir erkennen, entstehen durch Lichtstrahlen, die das Auge durchdringen und auf die Sinneszellen der Netzhaut (Retina) treffen. Dort lösen sie elektrische Impulse aus, die über Nervenbahnen zum Sehzentrum im Hinterhauptslappen unseres Gehirnes geleitet werden. In diesem Hirnareal findet in Sekundenbruchteilen die komplizierte Bearbeitung und Auswertung der wahrgenommenen Bilder statt.
Das Sehorgan
Die Lichtstrahlen durchlaufen zunächst mehrere Bereiche unseres Auges, bevor sie auf die Netzhaut fallen. Sie durchdringen die Hornhaut, die vordere Augenkammer, die Augenlinse und den Glaskörper. Dabei werden sie durch die Hornhaut und besonders durch die elastische Augenlinse gebrochen (d.h.: nach innen abgelenkt). Die optische Brechung im Auge funktioniert, wie bei einer geschliffenen Linse, wie wir sie beispielsweise bei Brillen- oder Lupengläsern verwenden. Tatsächlich ist die Brechung der Sehstrahlen durch die Augenlinse so stark, dass alle Bilder auf den Kopf gestellt und seitenverkehrt auf der Netzhaut abgebildet werden.
Die Sehbahn
Die Nervenimpulse der Netzhaut werden über Nervenbahnen, der sogenannten Sehbahn ins Sehzentrum des Gehirns weitergeleitet. Interessanterweise werden die Sehimpulse teilweise seitengekreuzt und teilweise geradlinig weitergeleitet, je nach dem ob die Information in der Mitte des Gesichtsfeldes oder am äußeren Rand wahrgenommen wurde. Dies führt zu einer erheblichen Verbesserung unseres Sehfeldes, vor allem bei der räumlichen Wahrnehmung, dem sogenannten Stereosehen.
Das Sehzentrum
Der Bereich unseres Gehirnes, der für die Auswertung unserer Sehinformationen zuständig ist, befindet sich im sogenannten Hinterhauptslappen (Okziput). Dort werden die visuellen Informationen registriert und mit anderen Gehirnfunktionen abgeglichen. Im Rahmen dieser komplizierten Sehverarbeitung werden beispielsweise unsere Erinnerungen oder unsere emotionalen Stimmungen miteingebracht. Es findet also eine permanente Bilderbearbeitung statt, wie sie sie in vereinfachter Form von der Bildnachbearbeitung ihrer digitalen Fotos kennen. Hierbei werden die spiegelverkehrten und auf den Kopf gestellten Sehinformationen unserer Netzhaut in ihre tatsächliche Position zurückgekippt und -gedreht.

Ab wann können Säuglinge sehen? Die Welt mit Kinderaugen betrachten

31. März 2016 8 Min.

Das Stupsnäschen, die Pausbacken, der große Mund – es gibt viele gute Gründe, Babys niedlich zu finden. Ganz vorn dabei sind auch die großen Kulleraugen. Dass uns die Baby-Augen so riesig vorkommen, liegt nicht zuletzt an den Proportionen: Im Vergleich zum Kopf wirken Kinderaugen noch größer als die von Erwachsenen, weil die Augen im Gegensatz zum Rest des Körpers von Geburt an schon fast ausgewachsen sind. Doch wie entwickeln sich die Augen im Lauf des Lebens? Und sehen Kinderaugen die Welt wirklich anders?

Ab wann können Säuglinge sehen?

Am Anfang ist es dunkel – bis der Nachwuchs im Mutterleib zum ersten Mal seine Augen aufschlägt. Das passiert etwa in der 28. Woche der Schwangerschaft. Allerdings reicht es im kaum beleuchteten Bauch der Mutter nur zu einer Hell-Dunkel-Unterscheidung. Auch wenn das Baby geboren wird, erblickt es das Licht der Welt erst einmal recht verschwommen und unscharf. Immerhin kann es schon Licht, Formen und Bewegungen unterscheiden. Während der ersten Monate sieht der Säugling nur die ersten 20 bis 30 Zentimeter scharf – gerade genug, um das Gesicht desjenigen zu erkennen, der ihn gerade im Arm hält. Auch können die Augen des Kindes in dieser Zeit voneinander unabhängig umherwandern – das liegt daran, dass es noch nicht gelernt hat, die Augen auf ein bestimmtes Objekt zu fixieren.

Babys müssen das Sehen genauso erlernen wie das Sprechen und Laufen. Sie werden nicht mit allen visuellen Fähigkeiten geboren, die sie später im Leben brauchen. Die Fähigkeit, die Augen zu fokussieren, auch weit entfernte Dinge scharf zu sehen und beide Augen als Einheit zu benutzen und zu bewegen, muss erst geübt werden. Auch lernen Säuglinge erst noch, die Sinneseindrücke im Gehirn zu verarbeiten: Im Gehirn werden nicht nur Sinneswahrnehmungen registriert, sie werden auch mit bereits bekannten Seheindrücken abgeglichen . Nur dadurch ist es möglich, bereits Gesehenes wiederzuerkennen. Bei Neugeborenen sind diese Erinnerungsspeicher zunächst leer, alles ist neu und faszinierend.

Wie Kinder die Welt wahrnehmen

Bis der Sehsinn bei Babys voll ausgereift ist, vergeht etwa ein Jahr. In diesen ersten zwölf Monaten lernt es, die Augen zu koordinieren, den Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht einzuüben und den Farbsehsinn vollständig auszubilden. Doch die Entwicklung der Babyaugen ist nach dieser ersten Lernetappe noch lange nicht abgeschlossen. So wird beispielsweise der Abstand zwischen beiden Augen im Lauf des Wachstums um durchschnittlich 1,2 Zentimeter größer, die Augen wachsen im Vergleich zum Kopf kaum mehr mit. Neben dem Augenabstand ist auch das Gesichtsfeld bei Kindern noch etwas kleiner als bei Erwachsenen. Das Gesichtsfeld ist der Teil des Raumes, der bei unbewegtem Kopf und Auge wahrgenommen wird, zur Seite hin (Augenwinkel) wird dieser Bereich unscharf. Bei Kindern ist das Gesichtsfeld bis zu 30 Prozent kleiner und entspricht erst im Alter von zehn bis zwölf Jahren dem eines Erwachsenen. Dies hat entscheidenden Einfluss auf die Art, wie Kinderaugen den Raum um sie herum sehen und erleben.

Auf den Blickwinkel kommt es an

Haben Sie als Erwachsener schon einmal einen Ort besucht, an dem Sie seit Ihrer Kindheit nicht mehr gewesen sind? Einen alten Spielplatz etwa, einen Badesee oder auch Ihr Elternhaus? Und hatten Sie die Schaukel, den Weiher und das alte Dachfenster nicht auch viel größer in Erinnerung?

Das liegt hauptsächlich daran, dass wir früher kleiner waren und häufig von unten nach oben blicken mussten. Der Blickwinkel spielt vor allem bei der Wahrnehmung von Größe und Höhe eine wesentliche Rolle. So sieht etwa der Sprungturm im Freibad von unten vielleicht noch überschaubar aus. Beim Blick von oben ins Becken hinunter hat sich der ein oder andere wagemutige Turmspringer allerdings doch noch kurzfristig gegen das Abenteuer des freien Falls entschieden.

Sehen will gelernt sein

Das räumliche Sehen von Kindern ist aber nicht nur aufgrund des Blickwinkels ein anderes als das von Erwachsenen. Um Abstände, Entfernungen, Größen und Geschwindigkeiten einschätzen zu können, muss das beidäugige Sehen (stereoskopisches Sehen), das für die dreidimensionale Wahrnehmung verantwortlich ist, entwickelt werden. Hierfür sind zwei Dinge notwendig: Erstens müssen die motorischen Fähigkeiten des Auges perfektioniert werden, also die Koordination der Augenmuskeln, der Wechsel von Nah- auf Fernsicht und die Ausrichtung der Blickachse auf ein bestimmtes Objekt. Und zweitens müssen im Gehirn die nötigen Erfahrungswerte, Erinnerungen an Gesehenes und Vergleichspunkte gespeichert werden.

Kinder interpretieren beispielsweise den Schattenwurf eines Objektes anders als Erwachsene. Erwachsene haben im Lauf der Zeit gelernt, dass sich der Schatten auf der gegenüberliegenden Seite der Lichtquelle befindet. Hinzu kommt, dass man als Erwachsener aus Gewohnheit bereits davon ausgeht, dass das Licht von oben auf die Gegenstände fällt (Sonne, Deckenbeleuchtung). Weil dies in den meisten Fällen auch stimmt, fließt dieses ‚Vorurteil‘ in den Wahrnehmungsvorgang mit ein und ermöglicht so eine schnellere Einordnung des Gesehenen. Zur Veranschaulichung soll das folgende Foto eines Sandbunkers auf einem Golfplatz dienen:

Der Sandbunker wird als Vertiefung wahrgenommen, weil der auf dem Bild auftretende Schatten von oben in den Bunker hineinfällt. Stellt man dasselbe Bild einfach auf den Kopf, sieht es folgendermaßen aus:

Der Sehsinn geht gewohnheitsmäßig davon aus, dass das Licht von oben kommt. Derselbe Schattenwurf markiert hier also keine Vertiefung, sondern eine Erhebung oder Wölbung, weil wir die abgebildeten Lichtverhältnisse falsch interpretieren. Einer britischen Studie aus dem Jahr 2010 zufolge können mehr als die Hälfte aller Vierjährigen solche Bilder nicht unterscheiden. Sie sehen abwechselnd eine Erhebung oder Vertiefung, weil sie die Richtung der Lichtquelle noch nicht abgespeichert haben.

Die Wahrnehmung des Menschen ist also weitaus komplexer als das bloße Abbilden der Außenwelt. Das Gesehene wird erkannt, zugeordnet und interpretiert. Kinder müssen diese Fähigkeiten erst erlernen. Sie müssen also viele Erfahrungswerte sammeln, bis das Sehvermögen dem eines Erwachsenen entspricht. Dies ist etwa im Alter von zwölf Jahren der Fall.

Augenerkrankungen im Alter

Kaum ist der optische Apparat voll entwickelt, setzen schon die ersten Verschleißerscheinungen ein. Besonders anfällig ist dabei die Fähigkeit des menschlichen Auges, sowohl nahe als auch ferne Objekte scharf sehen zu können – die sogenannte Akkomodation. An diesem Vorgang sind die Augenmuskeln und die Linse beteiligt. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse allerdings an Elastizität, weshalb das Scharfstellen naher Objekte schwerer fällt. Die häufige Folge: Altersweitsichtigkeit. Dabei handelt es sich streng genommen nicht um eine Augenerkrankung im Alter, sondern um eine natürliche, altersbedingte Einschränkung der Sehkraft. Zu diesen natürlichen Abnutzungserscheinungen kommt im Alter ein erhöhtes Risiko für Augenkrankheiten hinzu. Zu den häufigsten zählen:

  • Grauer Star (Katarakt): Trübung der Augenlinse
  • Grüner Star (Glaukom): Erhöhter Augeninnendruck
  • Altersbedingte Makuladegeneration: Funktionsverlust der Netzhaut

Weshalb diese Krankheiten vor allem im Alter auftreten, ist nicht auf einen bestimmten Auslöser zurückzuführen. Als Ursachen kommen in Betracht: Bluthochdruck, Diabetes, nachlassende Versorgung des Auges mit Nährstoffen und Schädigungen der Augenoberfläche durch Sonneneinstrahlung. Da der Verlauf dieser Krankheiten zumeist schleichend ist, empfehlen sich ab dem 40. Lebensjahr unabhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt.

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