Baby auf bauch

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Wann kann ich mit der Bauchlage anfangen?

Sie können mit der Bauchlage sofort nach der Geburt anfangen. Versuchen Sie es zuerst mit den folgenden Bauchlage Positionen solange Ihr Baby noch nicht die Kraft hat den Kopf selbstständig zu heben:

  • Tragen Sie Ihr Kind im Fliegergriff (mit dem Gesicht nach unten und Ihrem Arm unter dem Bauch Ihres Babys)
  • Tragen Sie Ihr Baby über der Schulter hängend.
  • Legen Sie Ihr Baby über Ihren Schoß.
  • Legen Sie sich Ihr Baby auf Ihre Brust oder Ihren Bauch.

Diese Positionen geben Ihrem Baby Sicherheit und Geborgenheit und trainieren zur gleichen Zeit die Rücken- und Nackenmuskulatur für die nächste Phase der Bauchlage.

Wie kann ich meinem Baby die Bauchlage erleichtern? (Quelle ©O_Lypa / Getty Images)

Wie kann ich meinem Baby die Bauchlage erleichtern?

Es gibt immer Mittel und Wege wie Sie es Ihrem Baby erleichtern und angenehmer machen können sich in der Bauchlage aufzuhalten. Instinktiv versuchen Babys Ihren Kopf in der Bauchlage zu heben. Jedoch frustriert und verunsichert es viele Babys, wenn ihnen dazu die Kraft fehlt.

Fangen Sie einfach mehrmals täglich mit ein paar Minuten an und erhöhen Sie gegebenenfalls die Häufigkeit. Lassen Sie aber niemals Ihr Kind unbeaufsichtigt oder schreien.

  • Wählen Sie die Zeiten für die Bauchlage sorgfältig aus. Am besten ist es wenn Sie Tageszeiten auswählen an denen Ihr Baby ausgeglichen und fröhlich ist. Vermeiden Sie es Ihr Baby auf den Bauch zu legen wenn es hungrig oder müde ist – dann macht die Bauchlage bestimmt keinen Spaß.
  • Legen Sie Ihr Baby auf eine möglichst harte Unterlage oder Decke auf den Boden. Der härtere Widerstand gegen den Ihr Baby mit dem Brustkorb drückt erleichtert das Heben des Kopfes. Kurz gesagt: Ihr Kind kann sich gegen eine harte Unterlage besser abstoßen.
  • Für mehr Stützkraft können Sie auch eine Handtuchrolle oder ein eingerolltes Spucktuch unter den Brustkorb und die Achseln Ihres Babys legen.
  • Bringen Sie die Ellenbogen und Arme Ihres Babys direkt unter den Brustkorb. Dadurch können Babys in der Bauchlage zusätzliche Muskelkraft aus dem Schultergürtel rekrutieren, was das Heben des Kopfs immens erleichtert.

Ziehen Sie sämtliche Register der Bespaßung! Legen Sie eine Rassel hin, singen Sie oder stellen Sie ein aufgeschlagenes Babybuch vor Ihr Kind. Dabei ist auch wichtig, dass Sie sich auf dieselbe Ebene wie Ihr Kind begeben und sich auch auf den Boden legen oder setzten. Sonst kann es sein das sich Ihr Baby schnell allein gelassen und verlassen fühlt.

Ab wann fühlt sich mein Baby in der Bauchlage wohl?

Oft kann man es sich kaum vorstellen das dies einmal die bevorzugte Lage Ihres Babys sein wird, besonders wenn Ihr Baby noch sehr jung ist, die Bauchlage nicht mag oder keine Gelegenheit verpasst sich durch drehen aus der Bauchlage zu befreien.

Bleiben Sie trotzdem dran und trainieren Sie fleißig! Tragen Sie Ihr Baby viel im Fliegergriff und legen Sie es zum Spielen auf den Bauch.

  • 2. – 3. Monat: Ihr Baby sollte sich zunehmend wohl in der Bauchlage fühlen, vor allem wenn es viele Gelegenheiten gab sich auf dem Bauch aufzuhalten. Mit der Vollendung des 3. Lebensmonats sollten Babys sich mit einer gewissen Leichtigkeit auf dem Bauch aufhalten können. Dies bedeutet, dass Ihr Baby in der Bauchlage weniger mit seinem Körper und mehr mit der Entdeckung der Umwelt beschäftigt sein sollte.

  • 5. Monat: In diesem Alter können Babys sich mit ausgestreckten Armen weiter vom Boden abdrücken, sich drehen oder auf dem Bauch im Kreis bewegen.
  • 6. Monat: Babys können nun nach Gegenständen greifen und sind nicht mehr auf beide Arme für Stabilität angewiesen. Viele Babys liegen jetzt lieber zum Spielen auf dem Bauch. Bei den Babys die sich schon früh sehr wohl in der Bauchlage gefühlt haben, können jetzt schon die ersten Anzeichen für das Robben und Krabbeln auftreten z.B. sich nach Gegenständen so lange auszustrecken, bis diese erreicht werden oder die Knie und Hüften anwinkeln und den Po anheben.

Wie gewöhnen Sie Ihr Baby an die Bauchlage? Teil 1

Dein Baby in die Bauchlage: Freudvoll und natürlich

Dein Baby in die Bauchlage: Freudvoll und natürlich

Wenn du ein noch sehr junges Baby hast, dann kannst du es wahrscheinlich kaum erwarten, bis es sich das erste Mal dreht. Gerade am Anfang kann es dir vorkommen, als ob sich wochenlang nichts verändern würde, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Manche Babys unternehmen früher, manche später ihre ersten Versuche, sich zu drehen und sich freiwillig in die erstmal unbequeme Lage zu versetzen.

Du hast wahrscheinlich bereits gehört, dass du dein Baby regelmäßig auf den Bauch legen sollst, um mit ihm die Bauchlage zu üben. Kinderärzte erwarten im 4. bis 4. Lebensmonat, dass ein Kind den Kopf halten kann (Unterarmstütz in Bauchlage). Eine Studie, die die Häufigkeit und Dauer des Bauchlagentrainings im Zusammenhang mit der Fähigkeit, den Kopf zu halten, liegt meiner Kenntnis nach nicht vor.

Was passiert, wenn Babys nicht trainiert werden? Wann erreichen sie diesen Meilenstein?

Einer Untersuchung in einem Säuglingsheim von Dr. Emmi Pikler, hat folgende Statistik ergeben:

Der Durchschnitt liegt bei 24 Wochen (6 Monate). Vier weitere Untersuchungen kommen zu sehr ähnlichen Ergebnissen2)vgl. Pikler, Emmi: Lasst mir Zeit S. 41. Diese Erwartung stellen Kinderärzte in der U5 (6 bis 7 Monat), was sich mit der Durchschnittsangabe deckt.

Wovon hängt es ab, wann diese Fähigkeit erlangt wird?

1. Muskeltonus
Manche Kinder kommen mit einer gewissen Grundspannung auf die Welt und können schneller die Meileinsteine erreichen. Manche haben einen schwachen Muskeltonus. Darauf haben wir keinen Einfluss. Legen wir zwei Säuglinge direkt nach der Geburt nebeneinander, können wir zum Teil erhebliche Unterschiede erkennen.

2. Geburtsgewicht
Je geringer das Geburtsgewicht, desto später drehen sich die Kinder3)vgl. Pikler, S. 40.

3. Dauer der Entdeckung der Hände
Manche Babys sind lange damit beschäftigt, ihre Hände zu entdecken. Dieser Prozess endet im siebten Monat. Sie sind in der Rückenlage zufrieden: Schauen sich viel um, spielen mit ihren Händen und versuchen (erst) im sechsten Monat Gegenstände zu erreichen. Auch darauf haben wir nur wenig Einfluss.

4. Dauer der Zeit in der Rückenlage
Hat ein Kind ausreichend Zeit in der Rückenlage verbracht, seine Mitte gefunden, durch das ‚Strampeln‘ die gesamte Muskulatur ausreichend ausgebildet, wird es sich früher oder später zunächst auf die Seite, dann auf den Bauch drehen. Über die Bewegungsentwicklung von Kindern, die nie oder kaum auf den Rücken gelegt wurden, gibt es meiner Kenntnis nach keine Studien. Ich kann mich nur auf die Habilitationsschrift von Dr. Emmi Pikler berufen4)vgl. Pikler, Emmi: Lasst mir Zeit.

Zwischenfazit: Wie soll ich nun entscheiden?

1. Du kannst dem allgemeinen Rat folgen und die Bauchlage möglichst früh trainieren. Zum Ablauf des Trainings gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen. Mag Dein Baby diese Position nicht, wirst Du sein ‚Gemecker‘ mit Ablenkungsmaßnahmen ‚überspringen‘ müssen.
Du wirst mit dieser Entscheidung kaum Konflikte mit dem Kinderarzt bekommen. Erreicht Dein Baby diesen Meilenstein dennoch nicht in der erwarteten Zeit, wird dich der Kinderarzt wahrscheinlich ermutigen, die Bauchlage weiter zu üben.

2. Du kannst Dich auf Dein Bauchgefühl verlassen.
– Fühlst du dich mit dem Training wohl, ist Dein Baby während des Trainings zufrieden, kannst du damit fortsetzen.
– Fühlst du dich mit dem Training unwohl, verzieht dein Baby das Gesicht, weint oder meckert, kannst du dich für den Weg der freien Bewegungsentwicklung entscheiden. (Im Videokurs erfährst du detailliert, was du dafür brauchst.)

3. Du kannst Dich auf die inzwischen 60-jährige Forschung rund um Dr. Emmi Pikler verlassen. Du verzichtest darauf, Bewegungen zu üben, die Dein Kind von sich aus nicht erreichen kann.
Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse über Bewegungsentwicklung findest du hier.5)Emmi Pikler untersuchte vorwiegend Bedingungen für Gesundheit und nicht wie üblich Krankheit. Dieser damals evolutionärer Gedanke führte sie zu völlig neuen Blicken auf die kindliche Entwicklung.

Wie lange bleibt ein Baby in der Bauchlage?

Wie lange würdest Du im Handstand bleiben, wenn es für dich neu wäre? Trainierte Babys bleiben einige wenige Minuten in der ungewohnten Position, bis sie wieder zurückgedreht werden (müssen). Eine Untersuchung zu Verweildauer in der Bauchlage bei trainierten Säuglingen liegt meiner Kenntnis nach nicht vor.

In der freien Entwicklung bleibt ein Baby durchschnittlich 9 von 30 Minuten auf dem Bauch liegen. In dieser Zeit dreht es sich 9 Mal in diese Lage6)vgl. Pikler, S. 48.

Hilfe! Mein Baby dreht sich nicht

Wenn sich Dein Kind frei bewegen darf, mit einem Geburtsgewicht über 2500 g geboren wurde, einen zufriedenen Eindruck macht und im achten Monat immer keine Anzeichen für diesen Positionswechsel macht, ist eine neurologische Untersuchung und Abklärung der Gesamtentwicklung beim Kinderarzt Dein erster Schritt. Anja Werner und Monika Aly von der Pikler Gesellschaft Berlin machen eine umfassende Diagnostik.

Umgekehrt bedeutet es, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass sich ein Kind im achten Monat noch nicht auf den Bauch dreht. In der freien Entwicklung sind es ca. 3 bis 25% der Kinder. Allerdings ist meiner Ansicht nach eine umfassende Diagnostik, die vor allem das Spielverhalten in den Blick nimmt, sehr zu empfehlen.

Mein Baby weint in der Bauchlage!

Viele Babys weinen, wenn wir sie auf den Bauch legen, um diese Position zu üben. Warum eigentlich?

Schmerzen

Da die Schultermuskulatur noch nicht ausgebildet ist, hat dein Baby Schmerzen. Je länger es in dieser Position verweilt, desto mehr spannt sich seine Muskulatur an. Um dies nachzufühlen, schlage dir vor, dich hinzulegen und deinen Oberkörper mithilfe der Bauchmuskulatur anzuheben. Wie fühlt es sich nach einer Minute an? Wie nach zwei oder drei Minuten?

Atmung

Dein Baby kann in der Bauchlage nicht frei atmen.

Sichtfeld

Das Sichtfeld ist im Gegensatz zu der Rückenlage deutlich eingeschränkt. Dein Baby kann sich nicht umschauen.

Beweglichkeit

Die Gliedmaßen sind im Gegensatz zu der Rückenlage nicht mehr frei beweglich. Das irritiert die Kinder.

Das Baby mit einem Spielzeug vom Weinen ablenken?

Was erlebt Dein Baby, wenn du ein Spielzeug vor seinen Augen bewegst, wenn du es auf den Bauch gelegt hast? Welche Botschaft sendest du?

Vielleicht diese?

„Höre nicht auf deine Körpersignale, sondern auf die Reize der Außenwelt. Übergehe dich selbst.“

Dein Baby soll also die unbequeme Lage ertragen, die Nackenmuskeln sollen sich automatisch ausbilden und es muss noch das sich bewegende Spielzeug wahrnehmen und verarbeiten. Das alles gleichzeitig!

Wenn ich gerade diesen Text schreibe und mein Sohn mich gleichzeitig etwas fragt und das Telefon summt, werde ich ehrlich gesagt irgendwann wahnsinnig.

Überprüfe bitte, ob du dein Kind dieser Überforderung aussetzen willst.

Gestörtes Verhältnis zu Bewegung

Welches Verhältnis zu Bewegung haben wir eigentlich in unserer Kultur?

Meistens sehen wir schwitzende Übergewichtige oder schwitzende Sportler. Wir sind es gewohnt, dass wir abends müde ins Bett fallen.

Sich abends noch bewegen? Bloß nicht!

Welches Verhältnis entwickelt dein Baby zu Bewegung, wenn es in Positionen versetzt wird, für die die Muskulatur noch nicht ausgebildet ist?

Ich denke, dass es lernt, dass es normal ist, dass Bewegung mit Anstrengung verbunden ist und keinen Spaß macht. So wie wir es in unserer Kindheit durch eine geführte Bewegungsentwicklung verinnerlicht haben, dass Bewegung = Anstrengung ist.

Wir können uns nicht vorstellen, dass das Treppensteigen, das Laufen oder das Sitzen so optimiert ablaufen können, dass wir abends nicht dermaßen erschöpft sind.

Wenn ein Gepard mit 90-120 km/h läuft, ist sein Körper perfekt aufeinander abgestimmt.

Wenn ein Nashorn durch die Savanne stapft, wird jeder Muskel für diese Fortbewegungsart optimal eingesetzt.

Warum bewegen sich jedoch nur wenige Menschen so anmutig wie eine Gazelle oder stolz wie ein Pfau? Kinder, die sich frei entwickel, haben genau diese Bewegungsqualität.

Und Jetzt kommt das Beste: Freie Bewegungsentwicklung ist für Eltern und Kinder stressfrei und völlig kostenlos!

Flacher Hinterkopf, Bauchschläfer und plötzlicher Kindstod

Im Zusammenhang zwischen dem plötzlichen Kindstod und der Bauchlage sorgen sich einige Eltern in zweifacher Hinsicht:

  1. Wenn ein Baby viel Zeit in der Rückenlage verbringt (schlafend und wach), könnte es eine Abflachung des Hinterkopfes entwickeln. Viele Eltern schlussfolgern, das Baby möglichst viel zu tragen und die Bauchlage zu üben.
  2. Wenn ein Baby sich nachts auf den Bauch dreht, könnte es nicht ausreichend Luft bekommen. Viele Eltern schlussfolgern, das Baby nachts immer wieder zurückzudrehen oder die Drehung mit Kissen o. ä. zu verhindern. Das Bauchlagentraining sollte verstärkt fortgesetzt werden, um die Fähigkeit sich wieder zurückzudrehen, zu entwickeln.

Studien, pädagogische Ratschläge und Umgangsweisen sind eng miteinander verwoben und drehen sich um die Minderung des Risikos für den plötzlichen Kindstod. Schauen wir uns die neusten Forschungsergebnisse an.

Wird mein Baby einen abgeflachten Hinterkopf bekommen?

Einige Eltern stellen fest, dass ihr noch sehr junges Baby eine Lieblingsseite hat. Das ist in den ersten Wochen ganz normal – sagt die Psychologin Anna Tardos aus dem Pikler-Institut. Die Babys im Loczy wurden auf eine möglichst harte Unterlage gelegt, so dass sie den Kopf frei und leicht bewegen konnten. Man hat also den Kindern von Anfang an die Möglichkeit gegeben, sich ungehindert zu bewegen. Kein Kind hatte eine bleibende Kopfverformung.
In unserem Kulturkreis wird den Eltern geraten Maßnahmen zu ergreifen, um die Rückenlage wenigstens in der wachen Zeiten zu vermeiden. Eine Diskussion über den Zusammenhang zwischen zu weichen Unterlagen und der Beweglichkeit des Kopfes blieb bis heute aus. Dabei kann die ein einfacher Test helfen: Lege dich in eine Wasserbett und probiere den Kopf zu drehen. Probiere dich im Raum umzuschauen. Wechsle dann auf eine ’normale‘ Matratze.

Dein Baby fühlt sich auf einer zu weichen Unterlage wie einbetoniert. Ist dein Baby wach, kannst du es ab dem dritten Monat auf eine Sportmatte oder Tatamimatte legen, so dass es auf beiden Seiten etwas entdecken kann. 30% der wachen Zeit verbringt ein Baby damit, sich im Raum umzuschauen (70% der Zeit schaut es sich Gesichter an).

Eine neuere Studie bestätigte die Forschung von Emmi Pikler: Freie Bewegungsentwicklung mindert das Risiko für Plagiozephalie (Abflachung des Hinterkopfes) lautet das Ergebnis7)http://www.earlyhumandevelopment.com/article/S0378-3782(11)00167-8/fulltext. Ariane Cavalier und ihre Mitarbeiter gingen der Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem Schlaf auf dem Rücken, und dem Grad der Bewegungsfreiheit nach.

Die Forscher verglichen zwei Gruppen: In der ersten Gruppe wurden die Eltern direkt nach der Geburt über freie Bewegungsentwicklung aufgeklärt. Die Babys durften sich in den ersten vier Monaten ungehindert bewegen; in der Kontrollgruppe nicht.
Ergebnis: 13% der Babys, die sich ungehindert bewegen durften hatten DP. In der Kontrollgruppe waren es 31%!

Bei jeder weiteren Stunde Unbeweglichkeit verdoppelte sich das Risiko für die Abflachung des Kopfes (im dritten und vierten Monat).

Schlussfolgerung: Freie Bewegungsentwicklung senkt dramatisch die Ausbildung einer Schädelverformung, wenn die Eltern kurz nach der Geburt über Bewegungsfreiheit informiert werden.

Bauchschläfer: Mein Baby dreht sich im Schlaf auf den Bauch

Dreht sich ein Baby immer wieder im Schlaf auf den Bauch, werden wir es nicht verhindern können. Um den plötzlichen Kindstod unwahrscheinlicher zu machen, sollte u. A. das Bett von Kissen, Nestchen und Spielsachen freigeräumt sein8)https://www.nichd.nih.gov/sts/about/risk/Pages/reduce.aspx. Prof. Gerhard Jorch ist der Meinung, dass „die fehlende Aufwachreaktion mancher Kinder bei Sauerstoffmangel“ als Ursache für den plötzlichen Kindstod entscheidend ist. 9)http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1666017/Die-Bauchlage-ist-das-gr%C3%B6%C3%9Fte-Risiko/ Normalerweise entsteht nach einem Sauerstoffmangel Schnappatmung, die das Aufwachen verursacht. Bei plötzlichen Kindstod werden die Kinder jedoch nicht wach. Forscher vermuten, dass das Atemzentrum nicht genug ausgebildet sei 10)http://www.stern.de/gesundheit/kinderkrankheiten/erkrankungen/ploetzlicher-kindstod-schicksalsschlag-aus-heiterem-himmel-3762444.html.

Das Risiko für den mangelnden Reflex erhöht z. B. das Rauchen in der Schwangerschaft. Zu warme Zimmertemperatur und zu warme Kleidung (kombiniert mit einer Mütze) erhöhen ebenso die Wahrscheinlichkeit für die Senkung dieses Reflexes – so Jorch. Da die meisten Vorfälle in den kalten Jahreszeiten passieren, ist die Empfehlung, die Zimmertemperatur unter 20° C zu halten ernst zunehmen.

Die Empfehlung Babys auf dem Rücken schlafen zu lassen, hat zwar die Anzahl der Todesfälle dramatisch gesenkt, doch tappt die Ursachenforschung immer noch im Dunkeln.

Bis heute wird in diesem Zusammenhang empfohlen mit den Kindern in den wachen Zeiten die Bauchlage zu üben. Eine Studie, die die Wirksamkeit dieser Maßnahme auf den pltözlichen Kindstod untersucht, ist meiner Kenntnis nach bis heute ausgeblieben.

Erhöht das Bauchlagentraining sogar das Risiko für den plötzlichen Kindstod?

Die meisten Säuglinge, die plötzlich im Schlaf sterben sind 2 bis 4 Monate alt. Eltern wird empfohlen, mit ihren Kindern in den wachen Phasen die Bauchlage zu üben, damit sie sich im Schlaf selbständig zurückdrehen können.

Führt die Beschleunigung in der Bewegungsentwicklung dazu, dass Babys sich in einer Phase drehen können, in der bei einigen das Atemzentrum im Gehirn noch nicht ausgebildet ist, um bei Sauerstoffmangel und der nachfolgenden Schnappatmung wach zu werden?

In der freien Bewegungsentwicklung drehen sich nur 3 bis 25% der Kinder im vierten Monat auf den Bauch11). Die meisten Kinder tun dies erst später – in einem Alter, in dem das Risiko für den pltözlichen Kindstod geringer ist. Wie viele von ihnen sich im Schlaf auf den Bauch drehen, ist meiner Kenntnis nach nicht erforscht.

Meine These: Kinder, die in den wachen Phasen auf dem Rücken liegen und sich aus eigener Initiative frühstens ab dem vierten Lebensmonat auf den Bauch drehen, haben ein geringeres Risiko für den plötzlichen Kindstod. Das würde zumindest für die Kinder zutreffen, die aufgrund eines nicht ausreichend ausgebildeten Atemzentrums im Schlaf auf den Bauch verstorben sind.

Umgekehrt bedeutet es: Kinder, die sich erst nach dem vierten Lebensmonat auf den Bauch drehen können und dies auch im Schlaf tun, sind aus der risikoreichsten Phase raus.

Da die Forschung über die freie Bewegungsentwicklung bislang in der medizinischen, therapeutischen und pädagogischen Ausbildung ignoriert wird, wird es noch lange dauern, bis diese These überprüft wird.

Hat die Schlafposition Einfluss auf die motorische Entwicklung?

Umgekehrt hatten Ärzte und Eltern die Sorge, dass der Schlaf auf dem Rücken die motorische Entwicklung verlangsamen würde. Eine Studie konnte diese Sorge nicht bestätigen12)http://www.earlyhumandevelopment.com/article/S0378-3782(12)00267-8/fulltext.

Fazit: BEWEGUNGSFREIHEIT

Ich habe gesehen, wie sich Kinder entwickeln, die sich von Anfang an ungehindert bewegen durften. Unzählige Videoaufnahmen öffnen uns einen ganz neuen Blick auf die eigene Initiative, auf einen schier unendlichen Willen sich in risikoreiche Positionen zu bringen, immer wieder zu probieren. Ich erleben jeden Tag wie mein eigenen Sohn jede erdenkliche Möglichkeit zum Klettern oder Balancieren ergreift. Nachdem wenige Wochen nach seiner Geburt mein erstes Buch über freie Entwicklung gelesen habe, staunte ich, wie viel Willen ein Kind zeigen kann und wie wenig ich ihm zutraute. Nach sechs Jahren Mutterschaft ist freie Entwicklung gar kein Thema mehr. Unser vollstes Vertrauen in seine Entscheidungen, unsere Aufmerksamkeit und eine fragende Haltung sind uns ins Blut übergegangen. Wann unser Sohn mal endlich schwimmt, Fahrrad fährt oder liest, sind uns völlig fremde Fragen. Wir erfreuen uns an dem, was er macht, an seinen kleinen und großen Projekten, an seinem Sprachwitz, Lebensfreude, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit.

Die Filmaufnahmen aus dem Loczy sind für tausende von Menschen ein großes Erlebnis. Viele trauern ihrer eigenen Kindheit nach. Viele spüren plötzlich, wie sehr sich die Maßnahmen ihrer Eltern auf ihren Körper und ihre Persönlichkeit ausgewirkt haben. Viele gehen den Weg der Nachentfaltung.

Aus der Erfahrung als Autorin dieses Blogs weiß ich, dass einige Leser die freie Entwicklung ganz oder teilweise für großen Blödsinn halten. Ich weiß, dass es Kollegen gibt, die eine andere Meinung haben. Einige unterstellen der Pikler-Pädagogik Dinge, die beim genauen Hinschauen haltlos sind und dazu geführt haben, dass sich die Pikler-Gemeinschaft isoliert hat. Dieses Wissen ist nur wenigen Familien zugänglich.

Ich möchte den Eltern, die sich mit den gängigen pädagogischen Ratschlägen nicht gut fühlen, in ihrem Gefühl bestärken und einladen, sich auf den Weg der Bedürfnisorientierung und des Vertrauenswachstums zu machen; Ängste in Liebe zu verwandeln.

Erfahrungsbericht

Inzwischen erreichen mich fast täglich Erfahrungsberichte von Eltern, die sich für den Weg der freien Entwicklung entschieden haben. Ich möchte nun eine erfahrene Mama zu Wort kommen lassen:

Unser Sohn hat sich von Anfang an sehr viel bewegt. Es war für mich super spannend, das zu erleben. Ich hatte vorher null Ahnung von Babies (keins geplant) und bin daher ganz neu da ran gegangen. Über Rebecca Wild kam ich auf die freie Bewegungsentwicklung. Das hat uns das Leben so stark erleichtert. Für den Transport und zum Trösten, Einschlafen usw. haben wir ihn auch viel getragen bzw gehalten. Aber seine freie Zeit verbrachte er auf einer Decke am Boden in unserem Wohnzimmer. Bei ihm lief alles wie ihm „Lehrbuch“. Habe das Konzept dann auch in der Kita vorgestellt und eine Lernende hat ihre Abschlussarbeit dazu gemacht. Mein Sohn ist sehr gross, mit einem langen Rücken, und vielen Rückenproblemen in der Familie. Ich denke die freie Bewegungsentwicklung hat hier viel beigetragen, dass er heute eine für seine Grösse gute Haltung hat (plus später die freie Schule ohne Sitz-Zwang, und noch später das Kung Fu). Zum Beispiel hat er sich als Baby sehr lange nur auf dem Bauch fortbewegt, während seine kompakteren Altersgenossen bereits auf Knien und Händen „gingen“. Er hat eeeewig und sehr ausdauernd „Flugzeug“ gespielt (Kopf, Beine, Arme in der Luft), was vermutlich den Rücken trainiert hat. Als dieser stark genug war, ist dann alles fast gleichzeitig passiert: auf Knien und Händen fortbewegen, Aufsetzen, Aufstehen. Es war unglaublich schön, das so mitzuerleben, und hat mir viel Vertrauen in den inneren Entwicklungsplan gegeben. Sicher hätte es mich verunsichert, wenn nicht alles so optimal verlaufen wäre. Ich hatte ja null Erfahrung – und das Umfeld mussten wir uns selber schaffen. Sonst kannte das niemand, und wir mussten ihn ständig vor Übergriffen auf seine Souveränität schützen. Letzteres war der schwierige Teil, und zeitweise waren wir schon etwas isoliert mit unseren Ansichten. Schön, dass es heute breiter bekannt ist.

Literaturempfehlungen

Journal of Family Practice, Oct 2011, Vol. 60 Issue 10, p605-607, 3p,

Pediatrics Vol. 128 No. 6 December 1, 2011 pp. 1236 -1241

Amerikanische Kinder- und Jugendärzte warnen davor, mit dem Baby auf dem Bauch oder auf der Brust einzuschlafen, insbesondere auf einem Sofa oder in einem Sessel. Es besteht die Gefahr, dass das Kind erstickt.

Einer aktuellen Auswertung zufolge konnte die Zahl der Todesfälle durch Plötzlichen Kindstod zwar durch vorbeugende Empfehlungen, wie Babys nur auf dem Rücken schlafen zu lassen, deutlich reduziert werden. Doch ist die Zahl der Babys, die erstickten, versehentlich stranguliert, oder eingeklemmt wurden, in den USA von 1999 bis 2015 dramatisch gestiegen.

Ein Grund dafür ist, dass Eltern wieder häufiger zusammen mit ihrem Baby in einem Bett oder auf dem Sofa schlafen. Das berichtet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Die Oberfläche eines Sofas fällt beispielsweise häufig in eine Richtung ab, sodass Säuglinge leicht dorthin rollen und zwischen den Kissen eingeklemmt werden können. Auch auf einem Sessel kann ein Baby leicht in eine ungünstige Position rutschen.

Babys können im Bett der Eltern unter Bettzeug geraten

„Neben diesen Gefahren haben Säuglinge bis zu vier Monaten ein fünffach höheres Risiko, am Plötzlichen Kindstod zu sterben, wenn sie im Bett mit den Eltern schlafen“, sagt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim BVKJ. „Dort besteht unter anderem die Gefahr, dass sie unter Bettzeug geraten, sich nicht selbst befreien können und nicht genug Luft bekommen.“ Sicherer sei ein Säugling auf einer festen Matratze im eigenen Bett, das sich im Elternschlafzimmer befindet. Dort sollten Eltern ihn auf dem Rücken in einem passenden Schlafsack zum Schlafen hinlegen, rät der Experte.

Im Kinderbett sollte außerdem keine zusätzliche Bettwäsche, Decken, Kissen oder Plüschtiere liegen. Dann auch sie können das Erstickungsrisiko erhöhen. Schnüre sollten nicht in das Bett baumeln, damit sich das Baby nicht darin verwickeln und sich selbst strangulieren kann. Aus dem gleichen Grund sollten Babys beim Schlafen keinen Schnuller um den Hals gebunden oder mit einer Schnur an der Kleidung befestigt haben.

Vor dem Plötzlichen Kindstod gibt es keinen hundertprozentigen Schutz

„Beachten Eltern diese Vorsichtsmaßnahmen, können Schnuller Babys ohne Bedenken gegeben werden. Sie scheinen sogar vor dem Plötzlichen Kindstod zu schützen – warum ist nicht vollständig geklärt“, sagt Prof. Nentwich. Nach wie vor gibt es noch keinen hundertprozentigen Schutz vor dem Plötzlichen Kindstod, aber Eltern können für eine möglichst sichere Schlafumgebung ihres Babys sorgen, um das Risiko für den Plötzlichen Kindstod und andere schlafbezogene Risiken zu verringern.

Starben in Deutschland 1998 noch 602 Babys durch den Plötzlichen Kindstod waren es seit 2009 jährlich unter 200 Fälle.

  • Plötzlicher Kindstod: Warum stirbt ein gesundes Kind im Schlaf?
  • Belastung für die Nieren: Ab wann dürfen Babys Kuhmilch trinken?
  • Es schreit, strampelt, dreht den Kopf weg: Was will mein Baby mir sagen?

Die Bauchlage. Babys erstes Training.

Für viele Neugeborene ist die Bauchlage die angenehmste der Welt: Sie kommt der Haltung, die sie mehr als neun Monate lang im Bauch eingenommen haben, am nächsten. In der Bauchlage können sie sich richtig zusammen kuscheln und noch ein bisschen träumen.

Viele Eltern sind aber verunsichert und trauen sich nicht richtig, ihr Baby tagsüber auf den Bauch zu legen. Warum?

Die Bauchlage trainiert die Muskeln

Kinderärzte haben herausgefunden, dass die Rückenlage für ein schlafendes Baby am sichersten ist. Das Schlafen in Bauchlage gilt als großer Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod. Anders ist das am Tag, wenn das Baby wach und munter ist: Dann sollte es regelmäßig auf dem Bauch liegen und seine Muskeln trainieren. „In meine Praxis kommen Kinder, die mit acht Monaten nur auf dem Rücken gelegen haben“, sagt die Physiotherapeutin Verena Doennig-Wagener, die in ihrer Praxis in Hagen ausschließlich Babys und Kleinkinder behandelt. Sie betont, wie wichtig die Bauchlage für die Entwicklung des Babys ist.

Die meisten Neugeborenen drehen in der Bauchlage automatisch den Kopf zur Seite, instinktiv wissen sie, dass sie so am besten Luft bekommen. Die nächste Übung ist schon schwerer: Den Kopf anheben, ihn gegen die Schwerkraft behaupten und oben halten. Nicht alle Babys üben das entspannt und diszipliniert. Manche finden die Bauchlage richtig doof und beschweren sich lautstark – Mama oder Papa sollten sie trotzdem zu ein paar Minuten Training überreden.

Nicht alle Babys liegen gerne auf dem Bauch

Mit Anregung und etwas Unterstützung geht das gleich viel leichter und das Baby schafft es, immer länger in der Bauchlage zu bleiben. Zum Beispiel auf Mamas Brust oder ihren Oberschenkeln.

Auch ein Handtuch, ein Kissen oder ein gerollter fitdankbaby®-Gurt unter Babys Brust machen die Bauchlage erträglicher und das Baby kann seinen Kopf besser halten. Auch gut: Etwas Druck auf den Po geben oder die Hände vorne stützen. Babys sind anspruchsvoll, sie wollen unterhalten werden – das gilt erst recht, wenn sie keine großen Fans der Bauchlage sind. Spannendes Spielzeug im Gesichtsfeld oder Krabbelverse auf dem Rücken – etwa die „Kleine Schnecke“ – sorgen für die nötige Unterhaltung.

Wenn Mama den Rücken krabbelt, macht die Bauchlage mehr Spaß

Etwas größere Babys (sobald sie sich auf die geöffneten Hände stützen) finden dieses Bewegungsspiel toll:

Mama sitzt auf den Fersen, das Baby liegt in der Bauchlage auf ihren Oberschenkeln. Jetzt das Baby mit beiden Händen an seiner Brust stützen und nach vorne wandern lassen, bis die Babyhände Bodenkontakt haben. Das Baby soll die Arme durchstrecken und den Kopf heben. Wenn das gut klappt, das Baby immer weiter nach vorne bewegen. Dazu muss es den Rumpf oben halten. Später kann es auch nur noch an den Oberschenkeln gefasst werden.

Regelmäßiges „Training“ in der Bauchlage ist wichtig, denn nur so kräftigen die Kleinen Nacken- und Rückenmuskulatur. Und das ist wichtig für die nächsten Entwicklungsschritte: Drehen, robben, krabbeln, laufen. Auch einem flachen Hinterkopf kann man so vorbeugen.

Kampf gegen die Schwerkraft: Den Kopf oben halten

Die nächsten Entwicklungsschritte: Kopf heben, Hände aufstützen

Mit abgeschlossenen drei Monaten können Babys den Kopf heben und geradeaus schauen. Dabei stützen sie sich auf die Unterarme. Manche Babys pfeifen auf die Angaben aus Lehrbüchern und Entwicklungskalendern, sind entweder früher oder etwas später dran. Das sollte frisch gebackene Eltern nicht verunsichern: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Hallo Welt: Als nächstes stützt sich das Baby mit Händen oder Ellenbogen ab

Ist der Nacken stark und bleibt der Kopf oben, folgt der nächste Schritt: Das Baby stützt sich mit Ellenbogen und Händen ab. Mit etwa sechs Monaten kann es Arme und Beine von sich strecken und damit rudern. Die meisten bringen sich jetzt selbst von der Rücken- in die Bauchlage. Und sind nicht selten frustriert, wenn es mit dem Rückweg nicht auf Anhieb klappt. Aber auch das ist nur eine Frage der Zeit.

Der Vierfüßler: Vorstufe zum Krabbeln

Auch für den folgenden Entwicklungsschritt ist die Bauchlage wichtig: Denn wenn Babys in den Vierfüßlerstand, ins Robben oder Krabbeln übergehen, tun sie das aus der Bauchlage heraus.

Tipps für einen sicheren Babyschlaf

Schlafen sollten sie allerdings ausschließlich auf dem Rücken: Am besten im Gitterbett neben dem Elternbett, ohne Decken, Kissen oder Kuscheltiere. Ein warmer Schlafsack reicht. Mehr Informationen zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods gibt es auf dieser Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fitte Grüße,
Nadja

Die Bauchlage trainiert Babys Muskeln

Babys, die sich noch nicht selbst drehen können, schlafen am besten auf dem Rücken, da dies nach dem derzeitigen Wissensstand das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes verringert. Ist das Baby jedoch wach und bereit zu spielen, sprechen viele Argumente dafür, es zeitweise auf den Bauch zu legen: In den ersten Lebenswochen können Säuglinge überhaupt nur auf dem Bauch liegend ihren Kopf kurzfristig selbst anheben. Das gelingt gerade so weit, dass sie ihn zur anderen Seite drehen können. Ab dem dritten Lebensmonat schaffen die meisten Kinder es, sich aus der Bauchlage selbstständig mit den Armen hoch zu drücken und mit einem halben Jahr sind sie in der Lage, so auch nach einem Spielzeug zu greifen.

Bauchlage ist der Übergang zum Krabbeln

Die Bauchlage trainiert die Nacken- und Rückenmuskulatur des Babys, was letztlich den Übergang zum Krabbeln und Laufen erleichtert. Auf dem Bauch liegend kann das Baby den Raum aus einer überschauenden Position wahrnehmen. Zudem beugt der regelmäßige Lagewechsel einer Deformierung des noch weichen Babyschädels vor. „Der wache Säugling soll abwechselnd auf dem Bauch, auf dem Rücken oder in einer halb sitzenden Haltung sein“, rät der Schweizer Kinderarzt Remo H. Largo. Jede dieser Stellungen fördert die Motorik auf ihre Weise. Das beste Training liefert also die Vielfalt der Möglichkeiten.

Bauchlage: Warum sie wichtig für dein Baby ist – und manchmal gefährlich!

Soll mein Baby in Bauchlage schlafen? Nein! Soll mein Baby tagsüber die Bauchlage einnehmen? Unbedingt!

Uff, ein und dieselbe Position ist tatsächlich mal wichtig für dein Baby, mal gefährlich. Wir klären dich auf, warum du dein Baby von Geburt an regelmäßig in Bauchlage bringen solltest, warum es aber nicht auf dem Bauch schlafen sollte. Und wir geben dir Tipps, wie du das Training der Nackenmuskulatur in Bauchlage stetig erweiterst – ohne dein Kind dabei zu überfordern.

Inhalt dieses Artikels

1. Warum ist die Bauchlage wichtig für mein Baby?

Die Vorteile der Bauchlage: Sie ermöglicht deinem Baby tagsüber ein optimales Training für seine Nackenmuskulatur. Bald kann es seinen Kopf selbst heben, später verhelfen gestärkte Nacken- und Rückenmuskeln zum Drehen, Sitzen, Robben, Krabbeln und schließlich zum Gehen. Die Motivation für dein Baby, diese Meilensteine im Laufe seiner Entwicklung möglichst schnell zu meistern, ist in Bauchlage höher als in Rückenlage – das Blickfeld ist erweitert, interessante Dinge animieren dazu, sie schnellstmöglich erreichen zu wollen. Außerdem verhindert eine regelmäßige Bauchlage am Tage, dass sich der anfangs weiche Schädelknochen deformiert und dein Baby einen abgeflachten Hinterkopf bekommt.

Für die Bauchlage gilt dennoch: Nicht übertreiben, sondern die „Tummy Times“ in Mini-Schritten verlängern. Im weiteren Verlauf erfährst du mehr darüber, ab wann und wie lange ein Kind im jeweiligen Alter auf dem Bauch liegen sollte.

2. Wann kann die Bauchlage für mein Baby gefährlich sein?

Lege dein Baby im ersten Lebensjahr nachts zum Schlafen immer in Rückenlage ins Bett. Die gilt nach Expertenmeinungen am sichersten. Schläft dein Kind nachts in Bauchlage, erhöht sich damit sein Risiko, am plötzlichen Kindstod (englisch SIDS) zu sterben. Kommt dein Baby nachts wirklich nur in Bauchlage zur Ruhe? Dann versuche mal, es zu pucken. Eng umwickelt akzeptieren Babys die Rückenlagen meist. Allerdings sollte dein Baby gepuckt niemals in Bauchlage liegen. Alles übers Pucken erfährst du hier.

Auch tagsüber sollte dein Baby nie in Bauchlage für längere Zeit auf der Brust beziehungsweise dem Bauch von dir oder Papa schlafen. Es besteht Gefahr, dass der Elternteil selbst einschläft und das Baby durch eine Bewegung abrutschen und fallen, oder zerdrückt werden könnte. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass das Baby nicht genügend Sauerstoff bekommt, da es durch den Atemausstoß des Erwachsenen vermehrt Kohlendioxid einatmet und erstickt. Das kann auch passieren, wenn es alleine in Bauchlage im Bett liegt und sein Näschen in die Matratze oder ein Kuscheltier drückt.

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3. Mein Baby dreht sich nachts in Bauchlage. Was soll ich tun?

Die Bauchlage zu verhindern, sobald sich dein Baby nachts selbst auf den Bauch drehen kann, wird schwer. Keine Sorge, du musst dir in diesem Fall nicht stündlich den Wecker stellen, um es gegebenenfalls wieder auf den Rücken zu drehen. Wenn dein Baby in der Lage ist, sich zu drehen, kann es im Normalfall auch intuitiv den Kopf zur Seite wenden und dazu notfalls auch die Arme zu Hilfe zu nehmen. Achte aber darauf, dass im Bettchen nichts weiter liegt, in das dein Kind seine Nase pressen und somit ersticken könnte – also weder Kuscheltier noch Nestchen noch Kissen & Co. Diese Maßnahme beruhigt dich nicht und du machst selbst kein Auge zu, weil dein Kind sich nachts auf den Bauch dreht? Dann trainiere mit ihm tagsüber das Drehen vom Bauch auf den Rücken – nicht als fortlaufendes Rollen, sondern hin- und wieder zurück. Das macht es dann vielleicht auch nachts automatisch.

4. Ab wann kann ich mit meinem Baby die Bauchlage trainieren?

Auch wenn dein Kind erst ab etwa acht Wochen in der Lage ist, seinen Kopf zu heben, so kannst du es dennoch schon ab der Geburt behutsam in Bauchlage bringen. In den ersten Wochen legst du es dafür nicht auf einen festen Untergrund, sondern direkt auf deinen Bauch, dabei ruht sein Kopf auf deiner Brust. So liegt es weich, warm und geborgen und du förderst auch gleich die Bindung zwischen euch. Dein Baby wird nach und nach anfangen, von selbst seinen Kopf zu heben – schließlich möchte es dein Gesicht sehen. Dann ist es Zeit für Stufe zwei und du kannst mit deinem Baby die Bauchlage auf einer Krabbeldecke auf dem Boden weiter trainieren.

5. Baby in Bauchlage – so trainierst du die Bauchlage optimal

Wie lange du dein Baby in der Bauchlage lassen solltest, hängt vom Alter ab. Aber auch davon, wie früh du dein Baby an die Bauchlage gewöhnst. Starte mit ein paar Sekunden, beobachte, wann die Kräfte dein Baby verlassen, stoppe dann – und verlängere die „Tummy Times“ nach und nach.

Dein Baby trainiert am liebsten die Bauchlage, wenn es nach einem erholsamen Schläfchen eine aktive Phase hat und zudem rundum satt und zufrieden ist. Wichtig ist, dass du immer bei ihm bleibst, wenn sich dein Baby in Bauchlage befindet. Und achte stets darauf, ob es sich noch wohlfühlt, oder ob es seinen Kopf nicht mehr alleine halten kann und von der Situation überfordert ist.

6. Die folgenden Zeiten, wie lange du dein Baby in welchem Alter in Bauchlage lassen kannst, dienen also nur zur groben Orientierung:

Baby in Bauchlage – 0 bis 2 Monate

Liegt dein neugeborenes Baby in Bauchlage auf deinem Bauch, wird es irgendwann versuchen, seinen Kopf zu heben. Anfangs gelingt ihm das nur für ein paar Sekunden. Irgendwann wird dein Baby seinen Kopf automatisch länger in Bauchlage halten. Merkst du, dass es eigentlich in der Lage ist, den Kopf schon länger zu halten, aber zu früh aufgibt, dann motiviere es durch Ansprache und Mimik, etwas länger durchzuhalten. Während des Wickelns kannst du auch eine kurze Trainingseinheit auf dem Bauch einlegen– vielleicht sogar unten ohne, damit etwas Luft an den Windelbereich kommt. Im Fliegergriff kannst du dein Baby auch in Bauchlage tragen. Die Position, in der dein Baby mit seinem Bauch auf deinem Unterarm liegt, ist eine tolle Abwechslung, denn der Fliegergriff kombiniert die Bauchlage mit Bewegung.

Nach 6 Wochen kannst du dein Baby auch auf deine Oberschenkel legen, wenn du sitzt oder auf eine Krabbeldecke auf den Boden. Die Bauchlage ohne Hilfe der Ärmchen wird schnell anstrengend. Kann sich dein Baby noch nicht aus eigener Kraft auf den Unterarmen abstützen, unterstütze es mit einem eingerollten Handtuch, dass du vor seiner Brust unter die Achseln legst. Auch die Bauchlage, abgestützt auf einem Stillkissen, ist möglich – sofern das Stillkissen nicht zu voluminös ist. Es gibt aber auch spezielle sichelförmige Kissen, um deinem Baby die Bauchlage zu erleichtern. An Schlaufen kannst du daran meist noch Spielzeug befestigen, nach dem es greifen kann.

Der Kopf deines Babys ist noch lange Zeit der schwerste Körperteil.

Dennoch ist dein Kind am Ende des zweiten Monats meist in der Lage, seinen Kopf über ein bis zwei Minuten in Bauchlage zu halten. Es kann ihn dabei auch schon von der einen auf die andere Seite drehen. Wieder ein Erfolgserlebnis für dein Baby, weil es jetzt selbstständig sein Blickfeld erweitern kann.

Vielleicht musst du seinen Nacken schon nicht mehr stützen, wenn du es auf den Arm nimmst. Das wird dir vor allem auffallen, wenn du es mit Blick über deine Schulter trägst und es seinen Kopf aus eigener Kraft aufrecht hält. Achte aber in diesem Alter dennoch darauf, dass du dein Baby immer so in die Bauchlage legst, indem du es mit deiner Hand im Nacken stützt. Beispielsweise wenn du es auf der Krabbeldecke von der Rückenlage in die Bauchlage bringst. Sobald es seinen Kopf stabil von alleine halten kann, kannst du es auch über den Fliegergriff direkt in Bauchlage auf der Krabbeldecke ablegen.

Baby in Bauchlage – 3 Monate bis 4 Monate

Ab dem dritten Monat solltest du dein Baby zwei- bis dreimal täglich in Bauchlage bringen und die Zeiten weiter ausdehnen. Beobachte dein Kind weiterhin genau. Fängt es an zu quengeln, kannst du die Dauer durch Ablenkung etwas verlängern, dann lege aber eine Pause ein, um es nicht zu überfordern.

Wie lange du dein Baby in diesem Alter in Bauchlage lassen kannst, hängt vom Trainingsfortschritt ab. Mit Ende des vierten Lebensmonat kann sich dein Kind aber vermutlich 10 bis 15 Minuten in Bauchlage beschäftigen. Als Babyspielzeug für die Bauchlage eignen sich weiche, bunte oder raschelnde Dinge. Auch ein Spiegel zieht die Aufmerksamkeit deines Babys auf sich. Verlege die Krabbeldecke auch mal für einen Tapetenwechsel in ein anders Zimmer – und schon ist die Bauchlage wieder spannender. Im Sommer wird dein Baby die Bauchlage auf einer Picknickdecke im Garten oder Park aufregend finden. Wenn es dann noch am Rand liegt und Gras aus dem Boden zupfen kann, ist der Erlebnisfaktor perfekt. Viele Spielideen für Babys – auch in Bauchlage – findest du hier.

Gut zu wissen:

Bitte lege dein Kind nie auf einer erhöhten Fläche, wie Tisch, Couch oder Bett in Bauchlage ab – es könnte ab jetzt jederzeit anfangen, sich zu drehen. Je nach Höhe können die Folgen eines Sturzes erheblich sein.

Baby in Bauchlage – 5 bis 6 Monate

Mit Beginn des fünften Lebensmonats können sich Babys meist selbst drehen. Dabei ist die Drehung von der Bauch- in die Rückenlage oft leichter. Manche Babys sind stolz, wenn ihnen die Drehung vom Bauch auf den Rücken gelingt. Und im nächsten Moment frustriert, weil sie sich nicht direkt wieder in die interessantere Bauchlage bringen können. Hier kannst du nun das Training unterstützen, indem du die Rückwärtsbewegung sanft unterstützt oder mit einem attraktiven Gegenstand auf der gewünschten Seite winkst.

Ab dem sechsten Monat kann sich dein Baby schon zwischen 15 und 30 Minuten in Bauchlage beschäftigen. Als Babyspielzeug für die Bauchlage eignet sich nun auch eine Blechdose, auf die dein Baby mit einem Löffel schlagen kann. Der erzeugte Ton ist eine weitere Attraktion. Oder es dreht an Rädchen, die beispielsweise an einem Spielbogen befestigt sind.

Der Entdeckertrieb deines Babys ist nun vermutlich unersättlich. Je mehr sich dein Baby in der Bauchlage befindet, desto größer ist sein Ansporn, interessante Gegenstände durch Robben zu erreichen. Vielleicht gelingt es ihm aber auch zuerst, sich beispielsweise über einen Spagat in die Sitzposition hochzudrücken. Das Sitzen ist ein weiterer Meilenstein in seiner motorischen Entwicklung. Es ermöglicht ihm eine neue Perspektive und macht die Hände frei zum Greifen und koordinierten Spielen. Manche Babys bewegen sich dann ein paar Wochen gar nicht mehr groß, weil Sitzen für sie das Größte ist. Andere lassen sogar das Robben aus und bewegen sich im Sitzen vorwärts.

In welchem Alter sich ein Baby dreht, ob es erst robbt oder erst sitzt, ist ganz unterschiedlich. Kann das jüngere Baby deiner Freundin schon mehr als deins, mach dir keine Sorgen. Irgendwann lernen es alle – vergleichen bringt gar nichts.

Baby in Bauchlage – 7 bis 10 Monate

Sofern dein Kind sich jetzt noch nicht dreht, solltest du es so oft wie möglich in Bauchlage bringen, um es in seiner motorischen Entwicklung bestmöglich zu fördern. Spätestens wenn dein Kind sitzen kann, hat sich die Bauchlage erübrigt. Denn ab diesem Moment wird es nicht mehr in Bauchlage spielen wollen, sondern immer den Sitz zum Spielen bevorzugen.

Tausche am Kinderwagen die Babyschale erst gegen den Buggy-Aufsatz, wenn dein Kind aus eigener Kraft stabil sitzen kann. Und setze es auch erst dann aufrecht in einen Hochstuhl.

Die Bauchlage ist die Ausgangsposition fürs Robben und Sitzen. Danach folgen im Normalfall Krabbeln, Hochziehen, Stehen und schließlich Gehen. Es kann sein, dass dein Kind zwischen dem siebten und zehnten Monat krabbelt wie ein Weltmeister, andere können in dem Alter noch gar nicht sitzen. Wieder andere sind mit sieben Monaten noch nicht in der Lage, sich selbst zu drehen – das alles ist normal. Vor allem bei Frühgeborenen sollte bei der „Bewertung“ dieser Entwicklungsschritte ihr ursprünglich errechneter Geburtstermin berücksichtigt werden.

Lies hier, wie du dein Baby zum Krabbeln animierst.

7. Was soll ich tun, wenn mein Baby die Bauchlage nicht mag?

Die Bauchlage verlangt deinem Baby sehr viel Kraft ab. Es braucht schon etwas Motivation, damit das Training der Bauchlage nicht schnell in Frust endet, deshalb gehört Quengeln in der Regel dazu. Liegen Babys von Anfang an ständig in einer Babywippe auf dem Rücken, verspüren sie wenig Antrieb, sich zu bewegen. Sie können ja alles überblicken. Kein Wunder, dass besonders diese Kinder die Bauchlage oft als unangenehm empfinden – vor allem, je später sie in die Bauchlage gebracht werden. Mag dein Baby die Bauchlage überhaupt nicht? Unterstütze es, indem du ihm ein zusammengerolltes Tuch oder ein Spielkissen für die Bauchlage unter die Achseln schiebst. So abgestützt, akzeptiert dein Baby die ungewohnte Position wahrscheinlich eher.

Manche Babys, die die Bauchlage nicht mögen, drehen sich dafür umso schneller. Ihr Ansporn ist die Befreiung aus der ungeliebten Position. Die motorische Entwicklung dieser Kinder nimmt dennoch ihren normalen Lauf. Bei der U5 überprüft der Kinderarzt unter anderem die Abstützreaktion in Bauchlage. Sollte wirklich etwas auffällig sein, wird der Arzt zu weiteren Maßnahmen, wie Physiotherapie, raten.

8. Baby in Bauchlage wickeln

Dein Baby liebt die Bauchlage so sehr, dass es sich bei jeder Gelegenheit selbst auf den Bauch dreht? Dann macht es das vermutlich auch mit Vorliebe auf dem Wickeltisch – schließlich gibt es auch da viel zu entdecken. Lässt es sich partout nicht sanft auf dem Rücken halten, solltest du eine Wickeltechnik ändern und versuchen, dein Baby in Bauchlage zu wickeln. Oder du wechselst zu Windelhöschen, die sind in Bauchlage schnell übergezogen.

9. Perspektivwechsel: Lege dein Baby in Bauchlage in den Kinderwagen

Gestern war dein Baby im Kinderwagen noch zufrieden, doch plötzlich quengelt es nur noch. Sofern ihr zu Hause die Bauchlage gut trainiert habt, kannst du es ab einem Alter von etwa sechs Monaten in Bauchlage in den Kinderwagen legen. Das eröffnet ihm ganz andere Horizonte und somit ein neues Fahrgefühl.

Allerdings ist nicht jeder Kinderwagen für die Bauchlage gemacht. Es gibt Babyschalen, die zu tief sind, oder bei denen sich die Sonnenblende nicht vom Rand nach oben klappen lässt. Versuche dann einfach, die Liegefläche durch eine zusätzliche Matratze oder ein passend zugeschnittenes Stück Schaumstoff zu erhöhen. Aber nur so, damit dein Baby sich nicht seitlich raus rollen kann.

10. Baby in Bauchlage nach dem Stillen oder Essen

Am liebsten mag dein Baby die Bauchlage, wenn es ausgeschlafen und satt ist. Spuckt es allerdings einen Rest Milch oder Brei aus, wenn es die Bauchlagen nach dem Stillen oder Essen einnimmt, dann warte lieber eine halbe Stunde mit dieser Position. Hilfreich ist in jedem Fall, das Bäuerchen erst mal abzuwarten.

11. Bauchlage bei Krankheit: Bronchitis, Blähungen, Schnupfen

Grundsätzlich kann dein Baby auch mit Schnupfen oder Bronchitis in Bauchlage spielen, sofern es Freude daran hat. Sei in diesen Momenten stets bei ihm und beobachte, wie sehr die Krankheit es einschränkt und beende die Bauchlage, wenn du dir unsicher bist. Bei Blähungen kann die Bauchlage durch den permanenten Druck auf den Bauch sogar schmerzlindernd sein.

Egal ob Bronchitis, Schnupfen oder Blähungen – dein Baby sollte niemals in Bauchlage schlafen, wenn es sich noch nicht selbst in diese Position drehen kann.

Plötzlicher Kindstod: Babys sollten nicht auf dem Bauch schlafen

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Der Widerspruch zu den Empfehlungen internationaler Fachärzte kam von einem medizinischen Laien. Kriminalkommissar Roland Zumpe aus Delmenhorst bei Bremen äußerte vorsichtige Zweifel daran, dass die Bauchlage die optimale Schlafposition für Babys sei.

„Bedenken, ob die Eltern die moderne Empfehlung ‚Bauchlage‘ richtig anwenden, kommen jedoch auf, wenn in einem relativ kleinen Dienstbereich im Zeitraum von knapp zwei Jahren fünf Fälle bekannt wurden, in denen Säuglinge erstickt sind, ohne Erbrochenes eingeatmet zu haben“, schrieb der Polizist 1973 in der Zeitschrift „Kriminalistik“. „In allen Fällen hatten die Kinder mit dem Gesicht auf einem mehr oder weniger weichen, althergebrachten Babykissen oder einer weichen Decke geruht.“

Zwei Jahre vorher hatten Kinderärzte auf einer internationalen Tagung in Wien die Bauchlage als Schlafposition empfohlen. Dies bessere die motorische Entwicklung, fördere tiefen Schlaf und schütze das Kind davor, Erbrochenes einzuatmen, glaubten Experten damals.

Die Empfehlung war wissenschaftlich ungeprüft

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Danach stiegen die Fälle von Plötzlichem Kindstod (SIDS; Sudden Infant Death Syndrome) deutlich an. Die Empfehlung habe mehrere Zehntausend Kinder das Leben gekostet, konstatierte der Rechtsmediziner Jan Peter Sperhake vom Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf im Fachblatt „Rechtsmedizin“.

Aus heutiger Sicht schwer vorstellbar ist nicht nur die damalige, wissenschaftlich ungeprüfte Empfehlung, sondern auch der Umstand, dass sich dieser Irrglaube – trotz vieler Warnhinweise – in vielen Ländern jahrzehntelang hielt.

„Im Nachhinein ist es unglaublich, dass das so lange gedauert hat“, sagt Sperhake. „Aber wenn international angelegte Kampagnen einmal in der Welt sind, lassen sie sich nur schwer wieder rückgängig machen.“

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In der DDR wurde der Fehler rasch erkannt. Nach mehreren auffälligen Todesfällen erlaubte das Gesundheitsministerium schon im Frühjahr 1972 die Bauchlage für Kinder in Krippen nur noch im Wachzustand und unter Beobachtung.

In der Bundesrepublik widersprachen der Kinderarzt Gerhard Jorch und vier Kollegen der Lehrmeinung Ende 1991 im „Deutschen Ärzteblatt“: „Angesichts von jährlich mehr als 1000 solcher SIDS-Todesfälle allein in den alten Bundesländern muss die Frage gestellt werden, ob nicht auch hierzulande der Zeitpunkt für die Warnung vor der Bauchlage als bevorzugter Lagerung des Säuglings im Schlaf gekommen ist“, schrieben sie.

„Damals rief mich einer der führenden Kinderärzte in Deutschland an und sagte: ‚Nach diesem Artikel sind Sie verbrannt!‘“, erinnert sich Jorch.

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Der Kollege behielt unrecht. Jorch ist seit 1998 Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie der Universität Magdeburg. „Es gab schon lange Hinweise darauf, dass die Bauchlage gefährlich ist“, sagt Jorch. „Aber daraus ist nie eine Kampagne geworden.“

Das änderte sich erst nach der Wiedervereinigung – nicht zuletzt dank Jorchs Artikel im „Ärzteblatt“. In Zahlen: 1991 starben in Deutschland noch 1285 Babys am Plötzlichen Kindstod, die weitaus meisten davon im Westen. Danach fiel der Wert stetig. Im Jahr 2015 waren es laut Statistischem Bundesamt 127 Kinder – das entspräche bei stabiler Zahl der Kinder einem Rückgang um gut 90 Prozent.

Todesfälle, die medizinisch nicht erklärt werden können

Trotz der positiven Entwicklung: Noch immer zählt der Plötzliche Kindstod – neben angeborenen Fehlbildungen – zu den häufigsten Todesursachen von Kindern im ersten Lebensjahr. Und noch immer gibt das Phänomen Medizinern Rätsel auf.

Das liegt auch in der Definition begründet: „Vom Plötzlichen Kindstod spricht man dann, wenn ein Kind im ersten Lebensjahr unerwartet stirbt und man keine Ursache im herkömmlichen Sinn findet“, sagt Jorch. „Plötzlicher Kindstod ist keine Diagnose im eigentlichen Sinn, sondern eine Ausschlussdiagnose.“

Demnach umfasst das Phänomen Todesfälle, die medizinisch nicht erklärt werden können. Sobald es eine Diagnose gibt, kann es sich nicht mehr um Plötzlichen Kindstod handeln. Oft wird betont, dass Jungen stärker gefährdet seien als Mädchen. Jorch führt dies darauf zurück, dass Jungen generell etwas anfälliger für Gesundheitsprobleme seien. Laut Statistik starben 2015 genau 67 Jungen und 60 Mädchen an SIDS.

Weitere Risikofaktoren

Das gefährlichste Alter ist die Phase vom 2. bis 4. Lebensmonate. Jorch führt das darauf zurück, dass Kinder in diesem Alter mobiler werden. „Kinder fangen ab dem 2. Monat an, sich mehr zu bewegen“, sagt er. „Sie können sich dann in eine gefährliche Lage bringen, sich aber noch nicht daraus befreien.“

Sperhake hat eine weitere Erklärung: „Nach der Geburt ändert sich der Sauerstoffträger Hämoglobin bei Kindern“, erläutert der Mediziner. „Diese Übergangsphase erreicht im 3. Lebensmonat eine Talsohle.“ Ärzte sprechen von einer Dreimonats- oder Trimenon-Anämie. „Wenn es Kindern aus irgendeinem Grund an Sauerstoff mangelt und sie weniger Sauerstoffträger im Blut haben, sind sie besonders anfällig.“

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Neben der Schlafposition steigern weitere Faktoren das Risiko – insbesondere wird in betroffenen Familien überproportional oft geraucht. „Untersuchungen in den Jahren 1996 bis 2001 zeigten, dass über 20 Prozent aller Schwangeren rauchten, in der Gruppe der Mütter, deren Kinder an SIDS verstarben, hatten über 60 Prozent der Mütter während der Schwangerschaft geraucht“, schrieb das Robert-Koch-Institut (RKI) in einem Bericht zur Kindergesundheit. „Auch mütterliches Rauchen nach der Schwangerschaft ist mit einem erhöhten SIDS-Risiko assoziiert und erhöht zudem das Risiko für Säuglinge während der ersten Lebenswochen, wenn diese im Bett der Eltern schlafen.“

Dicke Decken und Kissen können gefährlich werden

Auch eine Überhitzung kann gefährlich werden, ebenso wie schwere und dicke Decken. „Ein großer Teil dieser Kinder stirbt nassgeschwitzt unter der Bettdecke“, sagt Jorch. Weiche Matratzen oder Kissen im Babybett seien ebenfalls riskant, betont Sperhake. Er nimmt in Hamburg immer wieder Orte in Augenschein, an denen Kinder gestorben sind. „Es geht darum, sich ein Bild der Umstände zu machen und Besonderheiten zu finden.“

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In einem Fall starb das Kind in einem „Krater“ im Bett. „Die Matratze war sehr weich, zudem fehlten darunter zwei benachbarte Latten, und der Säugling lag unter einer Erwachsenendecke“, sagt der Rechtsmediziner. „Das Kind konnte sich gar nicht befreien.“ Gerade in Bauchlage bergen Dellen in der Unterlage zudem die Gefahr, dass sich darin ausgeatmetes Kohlendioxid anreichert, das die Kinder dann einatmen.

Grundsätzlich geht Sperhake – wie andere Experten – davon aus, dass meist verschiedene Faktoren zusammenkommen müssen: eine kritische Entwicklungsphase, eine besondere Verletzlichkeit etwa durch Erbanlagen oder eine frühe Geburt sowie äußere Stressfaktoren, wie etwa eine Bauchlage.

Spielen Erbanlagen eine Rolle?

Unklar war bislang der Einfluss genetischer Faktoren, mit dem sich nun zwei Studien beschäftigten. So prüfte ein internationales Forscherteam den Einfluss einer seltenen Mutation im Gen SCN4A, die die Atemmuskulatur beeinträchtigt. Dazu untersuchten sie 278 Kinder europäischer Abstammung, die am Plötzlichen Kindstod gestorben waren, und 729 andere Menschen. Sechs der verstorbenen Kinder trugen die Variante, aber niemand aus der Kontrollgruppe, wie das Team um Michael Hanna vom University College in London im Fachblatt „The Lancet“ berichtet.

In der zweiten Untersuchung prüften US-Mediziner Dutzende Genmutationen, die die Anfälligkeit für Herzerkrankungen steigern. Von den 419 untersuchten Kindern hatten gut vier Prozent eine klinisch auffällige Variante. „Wir wissen jetzt, dass die große Mehrheit der SIDS-Fälle nicht von genetisch bedingten Herzerkrankungen herrührt“, sagt Studienleiter Michael Ackerman von der Mayo Clinic in Rochester (US-Staat Minnesota), dessen Studie im „Journal of the American College of Cardiology“ erschien.

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„Erbanlagen scheinen zwar eine Rolle zu spielen, aber keine besonders große“, sagt Sperhake. Jorch pflichtet bei: „Das würde in Deutschland nur wenige Fälle pro Jahr betreffen.“

Grundsätzlich raten Mediziner, Kinder im ersten Lebensjahr in einem Schlafsack schlafen zu lassen – im eigenen Bett, ohne Kissen oder Plüschtiere. Und vor allem: in Rückenlage. „Im Gegensatz zu der alten Bauchlage-Empfehlung ist dieser Rat wissenschaftlich abgesichert“, betont Sperhake.

Schlafen sollen Babys nur auf den Rücken. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ihr Euer waches Baby viel in die Bauchlage legt. Warum, erkläre ich Euch hier.

Bauchlage muss trainiert werden

Um die Entwicklung Eures Babys gut zu unterstützen, ist es in den ersten drei Monaten von Vorteil, wenn Ihr viel mit Eurem Baby kuschelt, viel Körperkontakt habt und mit ihm redet. Ab etwa acht Wochen geht es los, dass Euer Baby spielen will, Dinge berühren und vor allen Dingen alles schmecken möchte. Das Interesse für gut greifbares und leichtes Spielzeug ist da. Für eine gutes Körpergefühl wird es jetzt wichtig, dass Ihr Euer Baby in seiner aufmerksamen Wachphase auf eine Decke am Boden legt und zwar in Bauchlage. Die Bauchlage muss trainiert werden, für eine gute Körperkoordination. Da alle Babys nur noch in Rückenlage schlafen, was sehr gut zur Vermeidung des plötzlichen Kindstodes ist, werden die Rückenmuskeln zu wenig gefordert. Die Folge ist, dass Euer Baby ganz schnell in Bauchlage weinen wird, da ihm das zu anstrengend ist, denn sein Köpfchen ist der schwerste Körperteil.

Vorstufe zum Krabbeln

Am Anfang funktioniert die Bauchlage oft nur ein bis zwei Minuten. Wenn Euer Kind das Quengeln anfängt, dann legt Euch daneben und lenkt es mit Liedern und Spielen ab. So könnt Ihr langsam aber sicher die Zeit, welches Euer Baby in Bauchlage liegt, steigern. Denn nur ein Baby, was auf dem Bauch liegen kann, kann den nächsten Entwicklungsschritt bewältigen und sich vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt drehen. Dies ist dann die Vorstufe zum Krabbeln und dann zum selbständig hinsetzen. Babys, welche zu viel in Wippen, Autositzen, etc. sitzen oder immer in Rückenlage unter dem Spielbogen liegen, verspüren keinen inneren Antrieb sich zu bewegen, denn sie „überblicken“ ja alles. Der nächste Schritt ist dann oft der Gang zum Krankengymnasten.

Nehmt Euer Baby in jeden Raum, in welchem Ihr Euch aufhaltet, mit und legt einfach eine Decke oder ein Handtuch zum Schutz unter Euer Baby. Euer Kind ist glücklich bei Euch zu sein und Ihr könnt einigermaßen in Ruhe Euren Tätigkeiten nachgehen.

Hinweise auf Entwicklungsstörungen bei Ihrem Baby

Wenn sich die normale Entwicklung eines Kindes verzögert, ist es ratsam, den Kinderarzt oder die Kinderärztin zu konsultieren. Aber was ist noch normal, was schon nicht mehr?

Grundsätzlich gilt: Eltern sollten keine falsche Scheu haben und ihr Kind lieber einmal zuviel als einmal zuwenig in der Praxis vorstellen, durchaus auch zwischen den normalen Routineuntersuchungen zur Vorsorge. Wenn eine Bewegungsstörung (psychomotorische Retardierung) vom Kinderarzt frühzeitig erkannt wird, bestehen heute gute Chancen, dem Kind mit Hilfe spezieller Physiotherapie (Kinder-Krankengymnastik) eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.

Folgende Beobachtungen sollten Sie alarmieren:

  • Das Kind liegt immer schief. Eine gelegentliche schiefe Haltung ist allerdings normal im Babyalter.
  • In der Rückenlage hält das Baby seinen Körper ständig wie einen Bogen überstreckt.
  • Das Baby kann nur schlecht trinken.
  • Das Baby schreit schrill.
  • Es schläft wenig, ist sehr unruhig und schreit sehr häufig.
  • Das Baby reagiert auf jede kleine Störung übererregt und zittert sehr häufig.
  • Das Baby lässt sich in solchen Fällen auch von der Mutter nicht beruhigen.
  • Das Baby kann auch im zweiten Monat seinen Kopf noch nicht in der Bauchlage anheben oder zur Seite drehen.
  • Das Baby hält die Hand auch über die 13. Woche hinaus überwiegend gefaustet.
  • Das Baby liegt auch im 5. Monat noch ständig in einer unsymmetrischen Haltung.
  • Das Baby dreht auch im sechsten Monat den Kopf noch nicht eindeutig nach einer Geräuschquelle.
  • Das Baby greift im achten Monat noch nicht gezielt nach einem Spielzeug.

Letzte Aktualisierung : 05-11-19, BH

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