Baby 6 wochen schreit brust an

Stillstreik 4 Monate Zwillinge

Frage:
Meine Große habe ich 2,3 Jahre gestillt. Jetzt habe ich frühgeborene Zwillinge. Der eine, größere, hatte bisher nie Probleme mit dem Stillen. Der kleinere war zu schwach, ist nicht gediehen, hatte etliche Probleme, ist auch jetzt mit 4,5 Monaten erst bei 4,8 kg und Stillen war ein Krampf, Füttern generell. Ich habe leider bei beiden zufüttern müssen, einfach um auch mal abgeben zu können bzw. um Hilfe zu bekommen.
Zur Zeit gibt es also noch immer Flasche und Brust, für den Großen Brust und Pre, für den Kleinen abgepumpte Milch und Pre, selten Brust. Er trinkt höchstens im Schlaf an der Brust (nachts/morgens), sonst brüllt er, sobald er die Brust sieht – nicht gerade erbaulich für mich.
Das Problem ist, dass mir jetzt auch der große anfängt herumzuzicken. Es ist diese Phase, wo sie sich so leicht ablenken lassen. Abgedunkeltes Zimmer ohne Reize hilft nicht. Was er macht ist: gierig die ersten Schluck trinken, dann abdocken, andocken, 2 Schluck, abdocken, trödeln, andocken, Kopf drehen, abdocken, Schreien, usw. fast eine Stunde lang. Leider fehlen mir sowohl Zeit als auch Nerven für so was. Ich hatte gedacht, dass der MSR schuld sei für das Abdocken und Kopfdrehen, aber es passiert eher nachdem der erste Durst gestillt wurde, evtl. wenn er stärker saugen muss?
Daher meine Fragen:
1. woher kommt dieses ständige An-/Abdocken mit Kopfdrehen? Wie kann ich das verhindern bzw. das Stillen zügig voranbringen? In der Zwischenzeit schreit ja der zweite…
2. Ich habe es nie mehr als 30 Sek. geschafft, beide gleichzeitig zu stillen, weil einer ständig abfällt/die Brust verliert, die Position nicht stimmt, keiner da ist, um zu helfen usw. GIbt es da noch Tipps für Zwillinge?
3. Der kleinere scheint sich grad abzustillen, er nimmt nur noch nachts die Brust. Bisher habe ich mich nicht getraut Calma zu benutzen, weil er eh auf der 3 Perzentile war. Jetzt hat er es gewichtsmäßig bis zur 10. Perzentile geschafft. Kann ich es riskieren, dass er Calma zu anstregend findet und streikt? Was kann ich sonst tun, damit er sich nicht komplett abstillt?
Ich pumpe für ihn 2-3x am Tag, mehr kann ich aber nicht machen. Es macht mir auch sehr zu schaffen, dass mit ihm die Stillbeziehung nicht so klappt. Es kommt auch keine Ruhe rein, wie mit meiner großen Tochter, es gibt nicht dieses Gefühl, das Kind schläft jetzt satt und zufrieden an der Brust ein, ich muss fast immer vorher unterbrechen, weil sonstwas los ist, vom schreienden anderen Zwilling/Geschwister zur Post an der Tür usw. Und wenn ich nicht unterbreche, zappelt das Kind an der Brust…
Es tut mir leid, wenn alles so negativ klingt, es ist etwas schwierig mit 2 gleichzeitig und einem dritten Kind im Haus ohne Hilfe. Ich würde gerne mindestens 6 Monate stillen, d.h. noch 1,5 Monate durchhalten. Wäre dankbar für Tipps in dem Kontext.

von blah am 01.03.2017, 22:45 Uhr

Du hast Dein Baby vielleicht bereits mehrere Wochen oder Monate gestillt, warst auf einem sehr guten Weg und hattest das Gefühl, alles so langsam in den Griff zu bekommen. Und plötzlich, von einer Stillmahlzeit auf die andere, verweigert Dein Baby die Brust. Das ist gar nicht mal so selten und kein Grund zu verzweifeln. Oder gar an das Ende der Stillbeziehung zu glauben. Was es mit einem Stillstreik auf sich hat und welche Maßnahmen helfen können, um zurück zu einer guten Stillbeziehung zu kommen, erkläre ich Dir hier.

Inhalt

Von einem Stillstreik spricht man gewöhnlich, wenn das Baby eine oder beide Brüste plötzlich verweigert und nicht mehr trinken möchte. Bei manchen Kindern ist es ein Prozess, der schleichend beginnt mit immer schwierigerem Andocken, häufigem An-und Abdocken an der Brust oder dem “Anschreien” der Brust ohne den Versuch des Andockens.

Manchmal wird nur eine Brust “bestreikt”, manchmal beide gleichzeitig, manchmal auch erst die eine und dann die andere. Eine schwere Zeit für Mama und Baby und nicht immer ganz einfach auszuhalten.

Welche Gründe gibt es für einen Stillstreik?

Natürlich gibt es einige Dinge, die einen Stillstreik begünstigen. Oftmals gibt es aber gar keinen konkreten Grund. Und — das ist das Gemeine und Schwierige — dann eben auch keine richtig gute Therapie. Dennoch gibt es einige Punkte, die einen Stillstreik hervorrufen können. Hier die 6 wichtigsten Ursachen für einen Stillstreik

1. Veränderte Pflege- oder Reinigungsprodukte

Manchmal achtest Du nach dem Wochenbett nicht mehr ganz so penibel darauf, die Brust beim Eincremen mit der toll duftenden Bodylotion großzügig auszusparen oder auf den vertraut riechenden Weichspüler zu verzichten. Es gibt allerdings Babys, die sich von den Düften irritieren lassen und aus so einem einfachen Grund die Brust verweigern. Einfach, weil es ungewohnt ist und sie alles so haben wollen wie immer.

2. Geschmacksintensive Lebensmittel

Ähnlich verhält es sich mit bestimmten Lebensmitteln, die den Geschmack der Muttermilch verändern können. Z.B. Knoblauch, Fisch, Spargel oder bestimmte Kohlsorten. Prinzipiell ist man von den standardisierten Ernährungstipps für stillende Mütter Gott sei Dank weggekommen und die Empfehlungen lauten heute eher “probieren, was möglich ist”. Allerdings gibt es immer mal wieder Kinder, die bei bestimmten Lebensmitteln auf den veränderten Geschmack der Muttermilch mit einem Stillstreik reagieren.

3. Blockaden

Gerade bei frühen Stillstreiks in den ersten 6-8 Wochen solltest Du auch an Blockaden im Halswirbelbereich denken, die durch die Geburt hervorgerufen werden können. Manche Babys entwickeln deshalb eine Vorzugshaltung, haben eine Lieblingsseite oder verweigern bestimmte Postionen komplett. Das kann dazu führen, dass sie das Trinken an der Brust verweigern, weil ihnen die Haltung unangenehm ist.

4. Wachstums-und Entwicklungsschübe

Wenn Babys wachsen oder eine neue Phase der Entwicklung erreichen, kann das mit einem Stillstreik einhergehen. Gerade Babys, die beginnen, ihre Mobilität zu entdecken, können die Brust während eines Wachstummschubs mitunter verweigern.

5. Ausgeprägter Milchspendereflex

Auch wenn es eigentlich unlogisch klingt: Manchmal führt ein zu starker Milchspendereflex dazu, dass das Baby die Brust verweigert. Manche Babys mögen es nämlich gar nicht, wenn die Milch ihnen so entgegensprudelt und bekommen Probleme bei der Koordination von Saugen, Schlucken und Atmen.

6. Schmerzen im Mund

Manchmal können auch Schmerzen, z.B. durch durchbrechende Zähne, aber auch durch eine Pilzinfektion (Soor) im Mund dafür verantwortlich sein, dass das Baby nicht mehr trinken mag.

Was hilft bei einem Stillstreik?

Als Allererstes in solltest Du versuchen, Dir Hilfe bei Deiner Nachsorgehebamme oder einer Stillberaterin zu holen. Deine Hebamme begleitet Dich die ganze Stillzeit. Und es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, sie nach drei, vier oder acht Monaten noch einmal zu kontaktieren. Vor allem in einer solchen Situation, in der Du als Mama an Deine Grenzen stößt.

Hebamme oder Stillberaterin können durch eine genaue Anamnese und ein Beobachten des Verhaltens Deines Kindes an der Brust für Eure Situation und Problematik mit Dir gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten.

Im Rahmen dieses Artikels kann ich natürlich nur allgemeingültige Aussagen treffen, die eine persönliche Stillberatung in keinem Falle ersetzen können.

Abhängig von den Gründen für einen Sillstreik ergeben sich unterschiedliche Lösungsansätze:

  1. Verzichte auf parfümierte Reinigungs-und Pflegemittel, um irritierende Düfte als Ursache auszuschließen.
  2. Mache keine Experimente bei der Ernährung. Denke dabei auch an Lebensmittel, die saisonal konsumiert werden (z.B. Spargel), da reichen manchmal auch schon kleine Mengen.
  3. Ich empfehle auch sehr gerne einen Besuch beim Ostheopathen, selbst wenn es keine “sichtbaren” Einschränkungen oder Fehlhaltungen gibt. Manchmal reichen winzige Veränderungen aus, um eine Verbesserung zu erzielen.
  4. Ist ein Wachstumsschub der Grund (zu den klassischen Zeiten der Wachstumsschübe bei Babys gibt es massenhaft Literatur und auch der Kinderarzt kann dazu Auskunft geben), hilft nur “Aussitzen”. Oftmals ist der Spuk nach ein paar Tagen ganz plötzlich wieder vorbei und das Baby trinkt wieder, als wäre nie etwas gewesen.
  5. Bei einem ausgeprägten Milchspendereflex kann es helfen, das Baby in ungewöhnlichen Positionen anzulegen (z.B. “über Kopf”, also entgegen der Schwerkraft, oder im Vierfüßlerstand), da so der Milchfluß gebremst wird. Natürlich musst Du das nicht dauerhaft machen. Meistens reguliert sich das innerhalb einiger Tage und die Kinder kommen zunehmend besser zurecht. Auch kann es hilfreich sein, vor dem Stillen ein bisschen Milch vorsichtig auszustreichen, damit die Brust nicht mehr ganz so prall und voll ist und die Milch nicht so herausschießt.
  6. Bei Schmerzen im Mund, die durch Zahnen verursacht werden, können kühlende Beißringe, Veilchenwurzeln oder auch eine in der Apotheke erhältliche oder vom Kinderarzt verordnete Zahnungscreme oder -gel helfen. Auch homöopathische Mittel können dem Baby beim Zahnen Erleichterung verschaffen.
    Sollte ein Mundsoor der Grund für den Stillstreik sein, ist es wichtig, diesen umgehend zu behandeln. Infos und Tipps oder auch Gewissheit, ob es ein Pilz ist, bekommst Du von Deiner Hebamme oder dem Kinderarzt.

Stillstreik: Meine wichtigsten Tipps

Meine zwei wichtigsten allgemeinen Tipps, wenn Dein Baby nicht mehr an der Brust trinken will:

  1. Hol Dir Hilfe und halte durch!
    Ein Stillstreik kann Dich wirklich an den Rand der Verzweiflung bringen. Vor allem, weil Du dem Kind ja eigentlich etwas Gutes tun möchtest, aber Du den Eindruck gewinnt, das Stillen sei die reinste Qual.Leider sind Angehörige in dieser Situation nicht unbedingt die allerbesten Ansprechpartner, da oft der Tipp kommt: “Dann gib halt eine Flasche”. Das kann dann tatsächlich der Anfang vom Ende Eurer Stillbeziehung sein. Deswegen nimm Kontakt zu Deiner Hebamme oder Laktationsberaterin auf. Oder informiere Dich, ob es in Deiner Nähe begleitete Stilltreffs (Still-Cafés) oder Still-Ambulanzen gibt. Du stehst mit diesem Problem nicht alleine da, Du machst nichts falsch und Dein Kind lehnt weder Dich persönlich noch Deine gute Milch ab. Es stört vielleicht nur irgendeine Kleinigkeit, die wir Großen gar nicht sehen.
  2. Ich hatte in meiner Nachsorgetätigkeit schon häufig mit Stillstreiks in ganz unterschiedlicher Ausprägung zu tun. Und tatsächlich hat sich ein Großteil ganz von alleine gelöst, manchmal genauso plötzlich, wie es losging. Vielleicht hat es in manchen Fällen auch einfach gereicht, dass ich das Baby gewogen und angeschaut habe. Und sehen konnte, dass dieser Stillstreik nicht zu einem totalen Einbruch im Gewicht geführt hat und das Kind trotzdem quietschfidel und gut gediehen ist. Diese Angst steht ja bei einem Stillstreik auch immer im Raum. Da kann ich aus Erfahrung wirklich sagen, dass reife, gut entwickelte und gesunde Kinder da nicht so schnell Probleme bekommen, auch wenn ich die Sorge natürlich gut nachvollziehen kann.

Stillstreik: Nur eine Phase

Wichtig ist, dass Du Dir klar machst, dass ein Stillstreik nicht das Ende des Stillens bedeuten muss. Und dass es ganz viele Dinge gibt, die Du versuchen kannst, um Dir und auch Deinem Baby zu helfen. Also gib nicht gleich auf, mit Unterstützung bekommst Du einen Stillstreik normalerweise gut in den Griff!

Thema: Stillstreik bei 3 Monate altem Baby?

kann ein stillstreik sein.
aber dem geht meistens ein ereigneis, evtl eine umstellung, voraus. zb wiedereinsetzen der menstruation, das kann die mumi geschmacklich veraendern.
eine „allergische“ reaktion auf etwas was du gegessen hast, halte ich fuer unwahrscheinlich, eine allergie ist ja schon eine recht spezielle sache, und eine unvertraeglichkeit aeussert sich im allgemeinen anders (mein sohn hat es zb nicht vertragen, wenn ich ananas gegessen habe -> wunder po. der war bisher tatsaechlich nur nach ananas-genuss rot!).
kuck mal hier:
Hufige Stillprobleme und deren Behandlung
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„Bei einem Stillstreik geht die Ablehnung der Brust nach mehreren Mahlzeiten oder Tagen vorüber. Es kann dafür verschiedene Ursachen geben, wie z.B. Schnupfen, Mittelohrentzündung, eine Magen-Darm-Grippe oder die Rückkehr der Menstruation bei der Mutter. Manche Kinder verweigern während jeder Monatsblutung die Brust für einen Tag. Stark schmeckendes Essen, wie z.B. Knoblauch oder Pfefferminz, verändert den Geschmack der Muttermilch 8-12 bis zu 24 Stunden nach der Mahlzeit, und kann dadurch auch zur Verweigerung der Brust führen. Genauso ein veränderter Körpergeruch der Mutter z.B. durch ein neues Parfum oder Salbenapplikationen bei wunden Brustwarzen. Auch psychische Ursachen können einen Stillstreik hervorrufen. Solche Fälle wurden berichtet, wenn die Mutter wieder mit dem Arbeiten angefangen hatte, sich für längere Zeit vom Kind getrennt hatte, oder wenn die Mutter das Kind ausgeschimpft hatte, z.B. wenn es zubiss. Die Ursache des Stillstreiks kann nicht immer herausgefunden werden.
Während des Stillstreiks sollte die Brust ausgestrichen oder abgepumpt werden, um die Milchproduktion aufrechtzuerhalten und damit die Brust nicht zu voll wird. Die Milch sollte dem Kind mit einem Becher statt mit einer Saugflasche gegeben werden und zur Befriedigung des Saugbedürfnisses sollte nur die Brust (also auch kein Schnuller) angeboten werden. Es soll immer wieder versucht werden, dem Kind die Brust anzubieten; Wenn die Ablehnung groß ist, kann man durchaus einen Tag Pause machen. Im Halbschlaf nehmen die Babys die Brust häufig eher an, als im wachen Zustand.
Leider wird ein Stillstreik oft für ein endgültiges Desinteresse an der Brust gehalten. Wenn der Stillstreik jedoch überstanden wird, kann die Stillbeziehung noch lange beibehalten werden.“
evtl aber auch eine kombination aus starkem milchspendereflex und neugier auf die umwelt jenseits von mama (in der phase wurde bei uns fast nur noch nachts und beim mittagsschlaf gestillt…)?
vielleicht findest du dich ja bei was wieder…
abstillen wuerde ich wegen einem stillstreik nicht, wir hatten auch einen und stillen immer noch 😉

Kind verweigert Brust

Antwort auf:

Kind verweigert Brust

Liebe little_a,
ein acht Monate altes Kind stillt sich nicht selbst ab, es streikt eher an der Brust.
Für einen Stillstreik kann es viele Ursachen geben. Bekommt das Baby Zähne? Hat es eine Erkältung oder eine verstopfte Nase, so dass es beim Trinken behindert wird? Hat es Ohrenschmerzen, so dass ihm das Stillen wehtut? Wurde kontrolliert, ob ein Harnwegsinfekt vorliegt? Ist die Mutter aus irgendeinem Grund beunruhigt oder aufgebracht? Babys reagieren auf die Gefühle ihrer Mutter.
Gab es beim Stillen einen unliebsamen Zwischenfall? Wurde zum Beispiel gestillt während das Baby untersucht wurde und ist es dabei erschrocken?
Kurz: Gab es irgendwelche einschneidenden Veränderungen oder besondere Situationen
Manchmal lässt sich die Ursache auch nicht herausfinden und der Streik endet ebenso unvermittelt, wie er begonnen hat.
In jedem Fall ist es sinnvoll, das Kind von der Kinderärztin/arzt anschauen zu lassen, um sicher zu sein, dass keine medizinische Ursache für die Verweigerung vorliegt.
Am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Ich suche dir gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst.
Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps:
Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen.
Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind:
im Umhergehen stillen,
in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen,
im Halbdunkeln stillen,
im Halbschlaf stillen,
das Baby mit der Brust spielen lassen,
unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren,
alle künstlichen Sauger vermeiden,
das Baby massieren,
viel Körperkontakt (Haut auf Haut),
und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt.
Um deine Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Brust übervoll wird, sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Die so gewonnene Milch kann dem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode angeboten werden, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann passieren, dass sich dein Kind dann zur Flasche hin abstillt.
Wenn Du Säuglingsmilch geben möchtest, solltest Du Pre-Milch anbieten, die Erklärung ist ganz einfach: Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung.
Wenn Du dir die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschaust, dann kannst Du sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden.
Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind.
Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden.
Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei.
Ich hoffe, Ihr überwindet den Streik bald.
LLLiebe Grüße
Biggi Welter
Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung
von Denise Both, IBCLC
Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten:
· Säuglingsanfangsnahrung
· Folgenahrung
· Antigen Reduzierte Nahrung
Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe „Pre“ oder die Zahl „1“ im Namen.
Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden.
„1“ steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden.
Folgenahrung wird durch eine „2“ gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch.
Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung „HA“ erkennbar sind. „HA“ steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden.
Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).
LLLiebe Grüße
Biggi Welter

von Biggi Welter, Stillberaterin am 13.09.2010

Wenn Ihr Baby die Brust verweigert…

Irgendwann kommt bei fast jedem Kind der Zeitpunkt, wo es nicht mehr an der Brust trinken will. Diese Stillverweigerung ist nach dem ersten Lebensjahr ein natürlicher Entwicklungsschritt, sozusagen ein erster Schritt in die Selbständigkeit. Dann besteht kein Grund, die Brustmahlzeiten zu erzwingen. Entsprechend einfach lässt sich dann abstillen.

Verweigert aber ein junger Säugling scheinbar grundlos und plötzlich die Brust, sollte man nach der Ursache forschen. Vielleicht liegt ein unvermittelt anderer Geruch der Mutter vor, durch ein neues Parfum oder Körperpflegeprodukt oder weil die Menstruation wieder eingesetzt hat. Empfindliche Babys reagieren auch auf bestimmte Speisen, die die Mutter genossen hat, erst einmal ablehnend, weil dann die Brustmilch anders schmeckt. Ein weiterer Grund kann sein, dass sein Näschen verstopft ist und es beim Trinken kaum Luft bekommt.

Probieren Sie, Ihrem Baby abgepumpte Muttermilch mit dem Schoppen zu verfüttern und suchen Sie Rat bei Ihrer Mütterberaterin, einer Stillberaterin oder Hebamme. Will es auch die auf keinen Fall trinken, muss spätestens nach einem Tag auf künstliche Babynahrung zurückgegriffen werden.

Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH

StillstreikWenn das Kind die Brust verweigert

Wenn das Kind die Brust verweigert, liegen die Nerven der Mutter oft blank. Seien Sie aber nicht frustriert, sondern gehen Sie dem Stillstreik auf den Grund. Oft muss es gar nichts Schlimmes bedeuten.

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Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) empfiehlt, das Stillen auch nach der Einführung der Beikost noch so lange weiterzuführen, wie Mutter und Kind das möchten. Aber oft kommt es ganz anders, als man denkt – etwa, wenn das Kind die Brust verweigert.

Eine Brustverweigerung kann in ganz unterschiedlichen Phasen des Säuglingsalters auftreten. Mit Geduld und den nötigen Massnahmen ist es oft möglich, die Stillbeziehung wiederherzustellen. Nicht selten heisst es jedoch auch, das es Zeit ist abzustillen.

Das Baby verweigert das erste Trinken. (Bild: Design Pics/iStock, Thinkstock)

Brustverweigerung während der Stillzeit: Gründe und Massnahmen

Ihr Baby verweigert die Brust, obwohl Sie es nach der Geburt erfolgreich angelegt haben? Babys können durchaus eine Saugverweigerung entwickeln, wenn die Mutter nicht genügend Milch produziert. Das frustriert natürlich, da sie trotz „harter Arbeit“ nicht satt werden. Richtige und gemütliche Stillpositionen sind kurzfristige Mittel, um die Situation zu verbessern. Als langfristige Lösung empfiehlt es sich, den Milchfluss anzuregen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Saugverweigerung tritt in jeder Phase des Säuglingsalters auf: direkt nach der Geburt, nach erfolgreichem Anlegen oder im Laufe der Stillzeit.
  • Auch Flaschenkinder können das Saugen verweigern.

Und wenn nichts davon hilft, kann ein Besuch beim Kinderarzt aufschlussreich sein. Anatomische Gründe wie zum Beispiel ein verkürztes Zungenband können dem Baby das Saugen an der Brust erschweren. Weitere Gründe für den Stillstreik sind eine Infektion im Mund- und Rachenraum, Schnupfen, das Zahnen oder ein Soor-Infekt im Mund.

Nicht zu vernachlässigen sind ausserdem psychische Ursachen wie Überreizung, Lärm oder eine Anspannung der Mutter. Auch sehr stark gewürztes Essen kann den Geschmack der Muttermilch und den Körpergeruch der Mutter verändern, was beim Baby zur Ablehnung der Brust führen kann

Saugverweigerung bei Schoppenkindern

Auch Flaschenkinder verweigern manchmal das Trinken. (Bild: Pilin_Petunyia/iStock, Thinkstock)

Flaschenkinder haben es leichter als Stillkinder, weil sie für die gleiche Milchmenge deutlich weniger saugen müssen. Dennoch kann es auch bei ihnen zu einer Saugverweigerung kommen. Das ist etwa bei einer stark verstopften Nase oder Atemwegsbeschwerden der Fall.

Wenn das Baby krank ist, stark zahnt oder in einem Wachstumsschub steckt, dann nimmt auch der Appetit ab. In solchen Phasen sollten Sie darauf achten, dass Ihr Baby nicht dehydriert. Wenn es sehr wenig Milch aus der Flasche trinkt, dann bieten Sie ihm auch Flüssigkeit in Form von Tee und Wasser an.

Baby verweigert die Brust von Anfang an

Das Kind zu stillen, ist der Wunsch vieler werdender Mütter. Oft passiert es dann aber, dass das Baby die Brust der Mutter von Anfang an verweigert. War die Geburt sehr anstrengend, insbesondere nach einem Kaiserschnitt, sind die Kleinen meist so erschöpft, dass sie für das Saugen an der Brust zu schwach sind.

Und wenn der Frau während der Geburt auf intravenösem Weg Flüssigkeit zugeführt wird, können die Brustwarzen stark anschwellen oder abflachen. Das Baby hat es dann schwerer, an der Brust zu saugen, weil es die Warzen nicht mit dem Mund fassen kann. Dasselbe gilt, wenn Sie von Natur aus Hohl- oder Flachwarzen haben.

Sie können den Such- und Saugreflex Ihres Babys regelmässig anregen, indem Sie es immer wieder vorsichtig anlegen. Auch Bonding hilft, weil dabei viel Körperkontakt zwischen Mutter und Kind herrscht. Aber drücken Sie niemals Babys Kopf an die Brust, Ihr Baby entwickelt dadurch einen Abscheu gegen die Brust.

Weitere Informationen

Scheuen Sie sich nicht, im Zweifelsfall Hilfe zu holen. Eine gute Stillberatung finden Sie etwa bei La Leche League oder IBCLC.

Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock

Stillstreik: Wenn das Baby die Brust verweigert

Wenn das Baby plötzlich nicht mehr gestillt werden möchte und in den „Stillstreik“ geht, machen sich Mütter häufig große Sorgen. Ein Stillstreik kann viele Ursachen haben und ist phasenweise völlig normal. Hilfreiche Tipps, wenn Ihr Baby die Brust ablehnt.

Was tun, wenn das Baby in den Stillstreik geht?

Ein Thema, das Mütter häufig unter Druck setzt, ist das Stillen. Häufig braucht es seine Zeit, bis sich das Team Mutter – Baby aufeinander eingestimmt hat und selbst dann gibt es Phasen, wo das Baby plötzlich nicht mehr trinken möchte. In diesem Fall spricht man vom „Stillstreik“, der „Brustschimpfphase“ oder der „Brustverweigerung“.

Viele Mütter kämpfen mit Zweifeln, alles richtig gemacht zu haben oder machen sich große Sorgen, dass etwas mit ihrem Baby nicht stimmt. Dazu kommt die große Angst, das Baby könne nicht genügend Nahrung zu sich nehmen, wenn es nicht trinkt! Der wichtigste Rat hier lautet: Bewahren Sie Ruhe. Gerade zu Anfang der Stillphase läuft das Stillen oft etwas holprig und auch nach einigen Monaten kann es Phasen geben, in denen Ihr Baby plötzlich nicht mehr an Ihrer Brust trinken will. Die Brustverweigerung kann bis zu sechs Wochen andauern. Gerade im dritten Monat sind kurze Stillstreiks, die relativ rasch wieder in den normalen Stillablauf übergehen, häufig.

Daran erkennen Sie einen Stillstreik

Wichtig ist, dass Sie einen Stillstreik nicht mit dem Abstillen verwechseln. Folgende Punkte deuten auf einen Stillstreik beziehungsweise eine Brustverweigerung hin:

• Ihr Baby verweigert die Brust, indem es sichtbar ablehnend darauf reagiert. Es weint und schreit, sobald Sie es an die Brust halten oder unterbricht das Trinken nach wenigen Sekunden. Ihr Säugling wirkt unzufrieden und angespannt.
• Ihr Baby ist extrem unruhig beim Stillen und lässt immer wieder von Ihrer Brust ab, setzt erneut zum Trinken an, stößt sich wieder ab und wirkt zunehmend frustriert.
• Obwohl Sie es immer wieder versuchen, beruhigt sich Ihr Baby nicht und lehnt die Brust zum wiederholten Mal ab.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich wirklich um einen Stillstreik handelt, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme. Sie kann Sie beruhigen, Ihnen Hilfestellung und nützliche Tipps geben.

Das können die Gründe für die Brustverweigerung sein

Ein möglicher Grund für die Probleme beim Stillen kann sein, dass Ihr Baby Zähne bekommt. Während die Zähnchen langsam im Kiefer angelegt werden, ist Ihr Baby besonders schmerzempfindlich und weist deshalb die Brust zurück. Auch Erkältungskrankheiten können beim Baby zum Stillstreik führen. Wenn das Näschen verstopft ist, wird das Trinken unmöglich. Geben Sie zwei Tröpfchen Muttermilch in die Nasenlöcher Ihres Babys – das wirkt Wunder!
Am häufigsten tritt der Stillstreik im dritten Lebensmonat auf. Das liegt daran, dass sich Ihre Brust am Ende des dritten Monats verändert und sich für Ihr Baby anders anfühlt als bisher. Die Brust ist vor der Mahlzeit weicher als bisher, die Brustdrüsen sind nicht mehr so stark durchblutet wie direkt nach der Geburt und der Milchspendereflex verändert sich, was Ihr Baby irritieren kann.

Mutter & Kind

Animation zeigt, was beim Stillen wirklich passiert

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Eine weitere mögliche Ursache ist die sogenannte Saugverwirrung: Wenn Mütter das Stillen mit Fläschchen kombinieren, haben manche Babys zunächst Probleme, sich umzustellen. Das Ergebnis: Ihr Baby lehnt (zeitweise) Ihre Brust ab. Legen Sie Ihr Baby in diesem Fall wieder häufiger an die Brust.

In manchen Fällen ist die Form der Brustwarzen der Grund für die Ablehnung der Brust. Hohl- oder Flachwarzen können zu einer falschen Saugtechnik führen oder erschweren dem Baby, die Brust zu finden. In diesem Fall ist eine zurückgelehnte Stillposition zu empfehlen. Anwendungen mit kühlen Tüchern können ebenso helfen, die Brustwarzen weiter hervortreten zu lassen. Häufig werden Stillhütchen empfohlen, die jedoch nur zum Einsatz kommen sollten, wenn alle anderen Tricks scheitern, da sie die Milchproduktion hemmen können. Bei Flach- oder Schlupfwarzen kommen auch häufig Brustwarzenformer oder eine Niplette zum Einsatz. Diese erzeugen einen leichten Unterdruck, der den Warzen zu einer besseren Form verhelfen soll. Stillhilfen sind eine Möglichkeit, doch das richtige Anlegen und die richtige Stillposition sind entscheidender und führen wahrscheinlicher zum Erfolg.

Außerdem ist möglich, dass sich der Geschmack der Muttermilch verändert hat, zum Beispiel durch stark gewürztes oder knoblauchhaltiges Essen, exzessiven Sport oder die Einnahme von Medikamenten. Viele Babys reagieren zudem sehr empfindlich auf einen veränderten Körpergeruch. Benutzen Sie zum Beispiel seit kurzem ein neues Waschmittel, tragen Sie ausnahmsweise Parfüm oder haben Sie das Deodorant gewechselt, riecht Ihr Babys das sofort und verweigert gegebenenfalls deshalb die Brust.
Nicht zu vernachlässigen ist, wie Sie das Stillen erleben. Ihre Emotion übertragen sich auf Ihr Kleines und haben eine große Wirkung auf das Stillverhalten. Leiden Sie zum Beispiel unter wunden und verletzten Brustwarzen, wird das Stillen für Sie zur Qual – und das spürt Ihr Baby. Die Anspannung des Schmerzes beeinflusst die Stillbeziehung enorm und kann sogar zur Brustverweigerung führen. Lesen Sie hier, was Sie gegen wunde Brustwarzen tun können:

Baby

Wunde Brustwarzen beim Stillen

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Deshalb ist es so wichtig, Ruhe zu bewahren, auch wenn Ihr Baby die Brust verweigert. Die eigene Verunsicherung und Anspannung überträgt sich auf das Baby, was den Stillstreik verstärkt – ein Teufelskreis entsteht. Haben Sie Geduld mit sich und Ihrem Baby und vermeiden Sie grundlose Selbstvorwürfe. Brustverweigerung und Stillstreiks sind ein sehr häufiges Phänomen und können wie beschrieben eine Vielzahl an Ursachen haben, die nichts damit zu tun haben, ob Sie etwas falsch machen.

Das können Sie bei einem Stillstreik tun

Rein praktisch empfiehlt es sich, einem Milchstau und einer Brustentzündung durch Abpumpen der Muttermilch entgegen zu wirken. Das entlastet Sie und hält die Milchbildung aufrecht.
Ermutigen Sie Ihr Baby weiterhin, an der Brust zu trinken. Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre, einen ruhigen Raum, wo Sie ihr Baby ungestört stillen können. Vielleicht entspannt Sie und Ihr Baby sanfte Musik oder ein leises Glockenspiel? Auch eine Veränderung der Stillsituation kann Wunder bewirken. Eine Möglichkeit kann sein, Ihr Baby zu stillen, während Sie langsam umhergehen oder in einem Schaukelstuhl sitzen. Ein abgedunkelter Raum kann ebenfalls entspannend wirken. Geben Sie nicht auf und probieren Sie es weiter. Es handelt sich um eine Übergangsphase, die Sie und Ihr Baby gemeinsam meistern dürfen. Versuchen Sie trotz der Verunsicherung das Stillen geduldig und ruhig anzugehen. Hilfreich sein können auch gemeinsame Rituale, die die Bildung zwischen Mutter und Kind stärken, zum Beispiel liebevolle Kuscheleinheiten im Bett, Baden oder Spielen.

Baby

Tipps zum Stillen: ein Anfänger-Guide

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Eine große Hilfe ist die Unterstützung durch einen Partner und die Familie oder holen Sie sich Rat bei einer Hebamme, einem Stillberater oder Ihrem Arzt. Falls Sie Sorge habe, dass Ihr Baby nicht genügend Nahrung zu sich nimmt, suchen Sie einen Kinderarzt auf. Dieser kann Sie, indem er die Gewichtszunahme Ihres Babys kontrolliert, höchstwahrscheinlich beruhigen. Sprechen Sie über Ihre Sorgen, denn wer selbst drinsteckt, kommt häufig aus den Zweifeln nicht mehr heraus. Ein paar ermutigende Worte von außen helfen ungemein, auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen und sich nicht weiter hineinzusteigern. Vergessen Sie nie, dass es nicht Ihre Schuld ist, sondern einfach eine Phase der ersten Lebensmonate. Eine Stillberaterin kann Ihnen außerdem verschiedene Stillpositionen zeigen, die das Stillen für Sie und Ihr Baby erleichtern.

10 Probleme beim Stillen und wie du sie löst

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Mein Baby kriegt es einfach nicht hin!

Autorin: Diane Wiessinger, IBCLC |
Es gibt viele verschiedene Gründe, warum ein Baby anfangs das richtige Andocken und Saugen an der Brust anscheinend nicht hinkriegt.

Während Dein Baby lernt, wie es geht, musst Du dafür sorgen, dass …
1) es genug Nahrung bekommt;
2) Deine Milchproduktion in Gang kommt;
3) Du von einer Stillexpertin unterstützt wirst und
4) zuversichtlich bleibst!

Dein Baby wird lernen, wie es geht, genau wie die folgenden Babys es gelernt haben.

Emily kriegte es einfach nicht hin. Sie hat nach der Brustwarze gesucht, aber sie schien nicht zu begreifen, wie das Andocken funktioniert. Wie fast alle Babys, die nicht an der Brust trinken, konnte sie hervorragend an einem Finger saugen.

Ihre Mutter verbesserte ihre Stillposition und begann ihre Milch mit einer elektrischen Milchpumpe abzupumpen, um sicher zu stellen, dass ihre Milchproduktion ansteigt, unabhängig davon, ob Emily bald anfing zu stillen oder nicht.

Sie fütterte Emily zusätzlich künstliche Säuglingsnahrung mit der Flasche, um ihre noch immer niedrige Milchmenge auszugleichen.

Während der nächsten paar Wochen probierte sie unterschiedliche Stillpositionen, ein Stillhütchen, eine Ernährungssonde und zum Schluss hörte sie einfach für eine Woche ganz auf immer wieder zu versuchen sie anzulegen.

„Hör zu, Emily“, sagte der Vater zur Tochter, „Jeder auf der Welt saugt. Es gibt keinen Grund, warum Du es nicht auch kannst.“

Noch ein paar Tage mit dem Stillhütchen und Emily begann zu stillen. Es dauert noch einige Zeit, bis sie es vollständig beherrschte, also pumpte ihre Mutter weiter und bot ihr eine Abendflasche an.

Nach sechs Wochen waren die künstliche Säuglingsnahrung und die Pumpe nicht mehr notwendig.

Daniel kriegte es einfach nicht hin. Er versuchte immer wieder anzudocken und gab dann frustriert auf.

Nach nur einem Besuch von einer Laktationsberaterin haben Daniel und seine Mutter es „zusammen hingekriegt“.

Es war nur eine Frage der richtigen Stillposition.

Timothy kriegte es einfach nicht hin. Seine Mutter hatte „ideale“ Brustwarzen und reichlich Milch, aber Timothy konnte anfangs nicht angedockt bleiben.

Obgleich sie manchmal 275 ml bei einer Sitzung abpumpen konnte, war es, nachdem Timothy gelernt hatte anzudocken, so, dass er saugte und saugte und nicht einen Tropfen schluckte!

Während des ersten Monats wurde seine Stillfertigkeit besser und er begann gelegentlich zu schlucken. Mit sieben Wochen war Timothy meistens ziemlich geschickt an der Brust.

Seine Mutter pumpte noch ein paar Wochen für eine Extra-Abendflasche, aber dann fing Timothy an diese zu verweigern. Der Junge, der anfänglich nicht wusste, wie er stillen sollte, mochte am Schluss keine Flaschen mehr!

Laura kriegte es einfach nicht hin. Ihre Mutter konnte sie endlich mit Hilfe eines Stillhütchens anlegen. Zu Beginn gab sie zusätzlich abgepumpte Muttermilch in einer Flasche.

Aber Lauras Mama war bald in der Lage voll zu stillen, obwohl Laura mit Hütchen angelegt wurde. Nach sechs Wochen Stillen mit Hütchen und gelegentlichem Anbietens der Brust ohne das Hütchen war Laura in der Lage ohne Hütchen an der Brust ihrer Mutter zu trinken.

(Achtung: Bei manchen Müttern führt die regelmäßige Benutzung eines Hütchens ohne zusätzliches Pumpen zu einem Rückgang der Milchmenge. Verwende ein Stillhütchen nur unter Anleitung einer Stillexpertin.)

Ali kriegte es einfach nicht hin. Sie ging in den ersten Tagen gut an die Brust, trank aber nicht gut, bekam daher nicht genug Flüssigkeit und verweigerte letztendlich die Brust.

Ihre Mutter pumpte, fütterte sie mit der Flasche und probierte immer wieder sie anzulegen. Ohne Erfolg. Ali schrie nur oder schlief jedes Mal, wenn ihr die Brust angeboten wurde und hatte anscheinend keine Idee, wie sie die eher flachen Brustwarzen in den Mund nehmen sollte.

Nach fünf Wochen wechselte ihre Mutter zur Fingerfütterung mit einer Ernährungssonde, um sie von der Flasche zu entwöhnen und an das Gefühl von Haut zu gewöhnen.

Ein paar Tage später, vorausgesetzt sie wurde gefragt und nicht gezwungen, begann sie ein Stillhütchen mit einer Sonde zu akzeptieren, über die sie künstliche Säuglingsnahrung erhielt.

Nach ein paar Tagen mit dem Hütchen, fing sie einfach an zu stillen, erst an einer Seite, dann an beiden. Und so blieb es dann.

Minda kriegte es einfach nicht hin. Ihre Mutter hatte große, weiche Brüste mit Brustwarzen, die kein bisschen hervorstanden. Mindas Mama probierte viele Positionen, ein Stillhütchen und das Füttern mit einer Flasche.

Aber nach fünf Wochen war sie soweit aufzugeben. Als letzte Chance versuchte sie noch eine Ernährungssonde an der Brust und wie sich heraus stellte, schien dies das „Hier-Andocken-Signal“ zu sein, nach dem Minda gesucht hatte.

Es folgte eine weitere Woche mit Hochs und Tiefs, bis Minda zuverlässig und ohne Probleme stillte.

Alex kriegte es einfach nicht hin. Er kämpfte und schrie an der Brust und die Milchmenge seiner Mutter wurde sehr gering. Seine Mutter fütterte ihn mit einer Ernährungssonde am Finger und wechselte zwischen dem Füttern am Finger und dem Anbieten der Sonde an der Brust.

Sie benutzte eine Handpumpe und ergänzte ihre geringe Milchmenge mit Säuglingsnahrung.

Mit etwa vier Wochen ging Alex zeitweilig an die Brust. Plötzlich fiel bei ihm der Groschen. Seine Mutter fuhr fort ihn mit der Sonde zuzufüttern, während ihre eigene Milchmenge anstieg.

Ab dem Tag, an dem er richtig anfing zu stillen, lag Alex in den Armen seiner Mutter wie ein anderes Baby – entspannt und zufrieden, als hätte er das Paradies gefunden. Alex liebte es ein stillendes Baby zu sein.

Lisa kriegte es einfach nicht hin. Ihre Mutter sorgte mit einer Mietpumpe und Becherfütterung dafür, dass sie gut ernährt wurde.

Es war eine entmutigende erste Woche, mit viel verschütteter Milch und der Anstrengung des Pumpens.

Aber am Ende der Woche war Lisa ein absolutes Stillbaby.

Brandon kriegte es einfach nicht hin. Er hatte keine einzige gute Stillmahlzeit in der Klinik und konnte überhaupt nicht andocken, nachdem sie Zuhause waren, weil die Brüste seiner Mutter so gespannt waren.

Sie benutzte eine Mietpumpe, um ihre Brüste weich zu machen, und mit etwas Hilfe bei der Stillposition, dockte Brandon an und stillte wunderbar. Ohne die Unterstützung der Laktationsberaterin und mit Brüsten, die immer noch sehr voll waren, hatten sie wieder Schwierigkeiten.

Aber sie pumpte weiter und gab Brandon ihre Milch mit einer Pipette, wenn er nicht stillen konnte. Nach ein paar Tagen war die anfängliche Schwellung der Brüste vorbei und das Stillen war einfach.

Wenn das Anlegen für Dich und Dein Baby bisher schwierig war und ist, könnten Dir die Infos und Tipps aus dem Video-Kurs „Gut Anlegen“ helfen.

Shira kriegte es einfach nicht hin. Sie suchte, zog dann eine Grimasse und schob die Brustwarze ihrer Mutter weg.

Nach einer Woche des Probierens und Füttern von abgepumpter Muttermilch mit der Flasche, begann ihre Mutter ein Stillhütchen zu verwenden.

Während der nächsten Woche stillte Shira mit dem Stillhütchen und genoss es gewöhnlich, musste aber mit der Flasche zugefüttert werden. Manchmal verweigerte sie das Hütchen.

Dann begann ihre Effizienz mit dem Hütchen sich zu verbessern und sie fing an die nackten Brüste ihrer Mutter manchmal für einen Teil der Mahlzeit zu akzeptieren.

An einem Morgen, als sie etwa zwei Wochen alt war, wirkte sie auf ihre Mutter „verändert“ . Und von da an stillte sie gut.

Bruce kriegte es einfach nicht hin. Er konnte anscheinend die Brust seiner Mutter nicht in seinen Mund ziehen und dort halten.

Nach ein paar Tagen gelang es ihm mit einem Stillhütchen zu stillen, aber er wurde ebenfalls mit abgepumpter Muttermilch in Flaschen zugefüttert.

Tag für Tag verging und seine Mutter fragte sich, ob sie jemals das Hütchen und die Flaschen loswerden könnte, aber einen Tag bevor er vier Wochen alt war, fing er plötzlich im Badezimmer einfach an zu stillen. Einfach so!

Was die Mütter dieser Babys gemeinsam hatten, waren Tränen, Entschlossenheit, viel Hautkontakt mit ihren Babys und Unterstützung von einer erfahrenen Stillexpertin.

Jedes Paar ging einen anderen Weg zum Stillen. Manche Babys lernten es schnell, andere brauchten dazu lange, frustrierende Wochen.

Aber all diese Babys schafften es letztlich, das Stillen zu genießen. Und all ihre Mütter sagen, es war die Mühe wert.

Original: „My Baby Just Doesn’t Get It“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2000
Übersetzung: Regine Gresens, IBCLC, Juli 2004
Foto: AlohaHawaii via photopin cc

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