Baby 6 monate mädchen

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Ihr Baby im 6. Monat

Mitteilungsfreudig und empfangsbereit

Je nach Temperament wird es Ihr Baby lieben, sich auch mit Fremden viel und gern in seiner Babysprache auszutauschen. Auch wenn Babys im sechsten Monat schon erste Ansätze des Fremdelns zeigen, sind sie oft recht neugierig auf ihre Umwelt und schäkern gern mit Menschen, die Ihnen sympathisch sind.

Wie in den letzten Wochen auch, beobachten sechsmonatige Babys mit hohem Interesse ihre Umwelt. Besonders faszinierend ist es für viele Babys anderen, größeren Kindern beim Spielen zuzusehen. Das Nachahmen von Geräuschen, die Sie oder andere Gesprächspartner von sich geben, ist in dieser Zeit ein beliebtes Spiel für Ihr Baby.

Kleiner Tipp: Wenn Ihr Baby mal schlechte Laune hat, können Sie es mit einem Wasserglas und einem Strohhalm zum Staunen und Lachen bringen. Blasen Sie durch den Strohhalm Luft in das Wasserglas. Viele Babys haben sehr viel Freude an den optischen und akustischen Blubber-Effekten (Bitte beachten Sie dabei, dass das Wasserglas nicht zu voll sein sollte).

Links- oder Rechtsrum?

Während das Drehen vom Bauch in die Rückenlage und umgekehrt in den letzten Monaten nicht immer bewusst und zielgerichtet erfolgt ist, können Babys jetzt die Richtung bestimmen. Einige Babys sind sogar solche Meister im Herumdrehen, sodass sie ihre Spielzeuge in den kommenden Wochen nicht robbend oder krabbelnd, sondern erst einmal rollend erreichen.

Denken Sie zur Sicherheit Ihres Babys stets daran, sie auf erhöhten Positionen, wie auf der Wickelablage oder im elterlichen Bett nie unbeaufsichtigt zu lassen. Halten Sie auch immer eine Hand beim Wickeln auf dem Baby. Die gewonnene Bewegungsfreiheit kann an dieser Stelle für Babys sehr gefährlich werden. Das Herunterfallen von Tischen und Betten gehört statistisch gesehen zu den häufigsten, medizinischen Notfallsituationen bei Kindern unter 12 Monaten.

Falls Ihr Baby beim Wickeln teilweise so kräftig und temperamentvoll ist, dass Sie es nur schwer auf dem Wickeltisch halten können, legen Sie einfach die Wickelunterlage zur Sicherheit auf den Boden. Im Bett empfiehlt es sich, dass das Stillkissen als „Barriere“ genutzt wird.

Kleine Hände mit großem Forscherdrang

Das Wort „begreifen“ erhält in den ersten Lebensmonaten eines Menschen eine ganz besondere Bedeutung. Babys erfahren Ihre Umwelt in den ersten 12 Monaten in erster Linie über das Greifen sowie das Erkunden mit dem Mund. Im sechsten Lebensmonat hat sich die Augen-Hand-Koordination im Regelfall so gut entwickelt, dass das zielgerichtete Greifen kein Problem mehr ist.

Hinzu kommt die Erkenntnis, dass es bestimmte Ursache-Wirkungs-Effekte gibt. So sollten Sie sich nicht wundern, wenn Ihr Baby Sie immer wieder Dinge fallen lässt, die Sie wieder aufheben dürfen.

Erste Löffel-Erfahrungen

Der sechste Monat ist der Zeitpunkt, in dem vielen Kinder zum ersten Mal Brei probieren. Oftmals ist es Karottenbrei, der zwei Herausforderungen mit sich bringt. Erstens wird er mit einem Löffel gereicht und zweitens schmeckt er ganz anders als die gewohnte Pre- oder Muttermilch.

Zur eigenen Sicherheit haben Babys bis etwa zum fünften Monat einen angeborenen Reflex, der dazu führt, dass sie feste Gegenstände (wie einen Löffel) sofort wieder aus dem Mund herausschieben. Teilweise ist dieser Reflex auch noch im sechsten Monat vorhanden. Ist das der Fall, sollten Sie es einfach ein paar Tage später mit den ersten Zufütterungsversuchen probieren.

Viele Hebammen und Kinderärzte raten sowieso dazu, erst mit Beikost zu beginnen, wenn sich das Kind sichtlich dafür interessiert, was die Eltern oder größeren Geschwister am Tisch in den Mund stecken.

Buntes Kindergeschirr und Trinklernbecher können den Spaß und die Begeisterung für das Essen bei den kleinen Kindern anregen. Welche Trinklernbecher, sich fürs Trinken lernen am besten eignen, ist von Kind zu Kind verschieden. Ähnlich wie bei der Auswahl der passenden Schnullerform, sollten Sie es einfach gemeinsam mit Ihrem Baby ausprobieren. Für unterwegs sind Trinklernbecher mit Auslaufschutz sinnvoll.

Ein besonderer Reiz am Essen, besteht für einige Babys darin, endlich wie die Großen mitessen zu können. Der Kauf eines Hochstuhls für die gemeinsamen Mahlzeiten am Tisch, ist deshalb oft ein großes Ereignis. Er sollte allerdings erst benutzt werden, wenn das Kind selbstständig sitzen kann.

In den Anschaffungskosten zwar etwas kostenintensiver, sind Treppenhochstühle als mitwachsende Begleiter am Esstisch sehr beliebt. Mit jedem neuen Wachstumsschub können sie neu eingestellt und später sogar von großen Kindern und Erwachsenen genutzt werden. Für unterwegs gibt es auch mobile Sitzerhöhungen, die sich zusätzlich als praktische Tasche nutzen lassen.

Schlafprobleme ab dem sechsten Monat

Viele Babys finden ungefähr ab dem dritten oder vierten Lebensmonat einen Schlafrhythmus, auf den sich die Eltern gut einstellen können. Rund um den sechsten Monat kann dieser aufgrund verschiedenster Ursachen immer wieder gestört sein. Zu diesen Gründen zählen beispielsweise:

  • Krankheit,
  • fremde Schlafumgebungen (im Urlaub beispielsweise),
  • viele Eindrücke und Unregelmäßigkeiten am Tag,
  • Zahnungsprobleme sowie
  • die Lust neu erlernte Bewegungsabläufe auch nachts ausprobieren zu wollen.

Beginnen Sie spätestens jetzt damit, Zubettgeh- und Einschlafrituale einzuführen und zu festigen. Das gibt Ihrem Baby einerseits Sicherheit und Orientierung im Tagesablauf und führt andererseits dazu, dass Ihr Baby besser wieder einschlafen kann, sobald störende Faktoren wieder ausgeräumt sind.

QUAK-QUAK, WAU-WAU, MIAU – Wechselspiele und andere Spielideen

Kuscheltiere berühren, Gummibälle festhalten, nach spannenden Stoffen greifen, Liedern und Geschichten lauschen, mit dem Babytrainer spielen – ein sechsmonatiges Baby kann sich für vieles begeistern. Diesen Fakt sollten Sie nutzen.

Ab jetzt beginnt eine sehr aktive Zeit für Sie und Ihr Baby. Sowohl hinsichtlich seiner motorischen als auch sprachlichen Fähigkeiten werden sie fast täglich, gemeinsam mit Ihrem Baby, immer wieder Neues und Spannendes entdecken. Nun ist es auch einfach, ihrem Kind verschiedenes beizubringen. So können beispielsweise im Wechsel Laute aus dem Tierreich üben und diese auch gleich im Bilderbuch zeigen.

Nützliches für Babys 6. Monat

Beikost

Im sechsten Monat wird es langsam Zeit für die erste feste Nahrung. Je nach Alter enthalten die Gläschen verschiedene Inhaltsstoffe wie Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch. So wird das Baby langsam an das Essen der Erwachsenen herangeführt. Die Breie der renommierten Hersteller werden aus Bio-Produkten hergestellt und enthalten die für das Kind wichtigen Vitamine und Nährstoffe.

Nahrungszubereitung

Viele Eltern möchten die erste Nahrung für ihre kleinen Lieblinge gerne selbst zubereiten. Dampfgarer, Küchenmaschinen und Mixer sind dabei hilfreiche Helfer, um eine kindgerechte Kost möglichst einfach und schnell zuzubereiten. Im Dampfgarer wird die Nahrung nährstoffschonend gedünstet um im Mixer können leckere und gesunde Frucht- oder Gemüsepürees zubereitet werden.

Babynahrungsbehälter

Babynahrungsbehälter eignen sich hervorragend um eine größere Menge an selbst zubereiteter Babynahrung einzufrieren und so den Kochaufwand zu reduzieren. Auch für den Besuch bei Freunden oder den Großeltern kann die Babynahrung so einfach transportiert werden. Die praktischen Milchpulverportionierer helfen Eltern, das Fläschchen auch unterwegs immer im richtigen Verhältnis mischen zu können.

Babys 6. Monat

6. Monat – körperliche Entwicklung

Durchschnittlich wächst Ihr Baby im 6. Monat eineinhalb Zentimeter und legt rund 400 Gramm Gewicht zu. Dabei handelt es sich allerdings um Mittelwerte: Kinder entwickeln und wachsen in unterschiedlichem Tempo.

Ihr Kind wird mit sechs Monaten immer mobiler. Daher müssen Sie von nun an einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Mehr dazu lesen Sie unten im Abschnitt „Tipps für den 6. Monat.“

Motorik und Reflexe

Die Entwicklung Ihres Babys schreitet auch im sechsten Monat weiter voran. Bisher war ein Positionswechsel nur mit Ihrer Hilfe möglich. Bislang hat sich Ihr Kind eher unkoordiniert durch angestrengtes Strampeln fortbewegt. Das ändert sich nun stetig.

Ihr Baby erreicht im sechsten Monat einen neuen Meilenstein. Es kann sich selbst auf die Seite drehen. Vielleicht kann Ihr Baby in Bauchlage bereits nach Gegenständen greifen, um sie näher zu betrachten. Das Greifen klappt nun ganz gezielt. Ihr Baby kann mit sechs Monaten einen Trinkbecher halten und unternimmt erste Versuche, selbstständig zu trinken.

Die Entwicklung der Sinne

Ihr Baby hat mit einem halben Jahr bereits viele Eindrücke aus seiner Umgebung verarbeitet. Dass es seine Sinnesorgane nutzt, ist wichtig für die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik.

Die Sehfähigkeit, über die Ihr Kind mit sechs Monaten verfügt, fördert seine Körperwahrnehmung. Ihr Nachwuchs kann sich nur sicher und gezielt bewegen, wenn es den Raum und den eigenen Körper gut wahrnimmt. Deshalb ist es wichtig, im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen eine mögliche Beeinträchtigung der Sehkraft frühzeitig festzustellen.

Ihr sechs Monate altes Baby entwickelt seine körperbezogenen Sinne stetig weiter. Dabei spielt das Gleichgewichtsorgan im Innenohr eine entscheidende Rolle. Es ist ab der Geburt einsatzbereit, aber entwickelt sich über viele Jahre hinweg weiter. Lagerveränderungen, wie im Arm schaukeln, machen ihrem sechs Monate alten Baby Freude und helfen dabei, den Gleichgewichtssinn zu schulen.

Ihr Nachwuchs hat an seinen neuen Fähigkeiten und den Möglichkeiten, die sie eröffnen, große Freude. Es greift nun selbstständig zu Rasseln und erzeugt Töne oder versucht ein Hinterherzieh-Spielzeug mithilfe der Schnur zu bewegen.

Schmecken und Riechen sind eng miteinander verbunden. Mit Einführung der Beikost wird Ihr Baby völlig neue Sinneseindrücke erleben. Allerdings kann die ungewohnte Kost mit leichten Verdauungsbeschwerden einhergehen. Geben Sie Ihrem Kind Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen. Wenn Ihrem Kind mit sechs Monaten etwas nicht schmeckt, wird es das deutlich zeigen. Auch von unangenehmen Gerüchen wendet es sich ab.

Entwicklung Baby – 6. Monat

Letzte Änderung: 08.04.2016
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Im 6. Monat wollen die meisten Babys nicht mehr auf dem Rücken herumliegen. Sie versuchen, selbstständig ihre Umwelt zu erkunden oder protestieren lautstark, bis sie jemand auf den Schoß nimmt, von wo aus sie den besseren Überblick haben.

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Inhaltsverzeichnis

  • Fremdeln, Beikost und erste Zähne
  • Weitere Informationen

Im 6. Monat kündigen sich bei vielen Babys außerdem die ersten Zähne an. Fast immer sind es die mittleren Schneidezähne, die zuerst den Durchbruch schaffen.

Meist kündigt sich das Zahnen damit an, dass Ihr Baby deutlich mehr sabbert, die Faust in den Mund steckt oder ständig auf allem herumkaut, das es zu fassen kriegt – daher ist jetzt auch eine gute Zeit, um mit dem ersten Fingerfood und der Beikost zu beginnen. Da beim Zahnen die Kieferregion stärker durchblutet wird, röten sich nicht selten die Bäckchen. Der Kopf wird im Liegen besonders gut durchblutet, daher kann es sein, dass Ihr Säugling in dieser Zeit unruhig wird, sobald er liegt – die Nächte können nun besonders unruhig sein.

Ein großes Stück Brotrinde zum Kauen kann hier Linderung verschaffen. Außerdem kann man zahnenden Kindern elastische Kunststoffringe oder Veilchenwurzel aus der Apotheke anbieten.

Medikamente gegen Zahnungsbeschwerden sollten Sie Ihrem Kind nur geben, wenn es besonders starke Schmerzen oder anhaltendes Fieber hat. Besprechen Sie die Medikamentengabe immer vorher mit dem Kinderarzt.

Mitunter treten zeitgleich mit dem Zahnen Fieber und Durchfälle auf, wofür man lange Zeit das Zahnen verantwortlich machte. Dabei verhält es sich vermutlich eher umgekehrt: Zum einen verlieren viele Kinder mit einem halben Jahr durch Einführen der Beikost allmählich den Nestschutz der Muttermilch, sodass sich ihr Immunsystem zunehmend mit Infektionen aller Art auseinandersetzen muss. Da zahnende Babys alles, was sie in die Finger bekommen, in den Mund stecken und darauf herumkauen, ist das Risiko für eine Infektion nun außerdem höher.

Gymnastik mit Kindern

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Kinder wollen toben, rennen klettern – und halten sich so ganz von selbst fit.
Wenn aber die Bewegung mal zu kurz kommt, können Sie mit Gymnastik die Fitness Ihres Kindes (und vielleicht auch die eigene?) unterstützen.
Alle Übungen sollten langsam und nicht ruckartig durchgeführt werden!

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Gymnastik können Sie schon mit Säuglingen machen: Legen Sie sich auf den Rücken und Ihr Baby auf Ihre Schienbeine. Halten Sie es gut an den Händen fest und bewegen Sie Ihre Unterschenkel vorsichtig in alle Richtungen.
Das unterstützt die Entwicklung des Gleichgewichtssinns und regt Ihr Baby an, die Muskeln anzuspannen.

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Alternativ können Sie Ihr Baby auf einen Gymnastikball legen und diesen langsam in alle Richtungen bewegen.

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Wenn die Kinder größer sind, können sie alleine versuchen, in Bauchlage auf dem Gymnastikball zu balancieren.
Fortgeschrittene können den Ball leicht hin- und herrollen lassen, ohne herunterzufallen. Anfänger dürfen sich mit einer Hand am Boden abstützen.

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Auf dem Gymnastikball kann die ganze Familie trainieren:
Jeder legt sich bäuchlings auf den Ball und stützt sich mit den Händen am Boden ab. Die Beine sind gestreckt, die Füße stehen auf dem Boden.
Jetzt hebt jeder erst das linke, dann das rechte Bein 5 x an. Pause, dann die Übung wiederholen.

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Der Gymnastikball kann vielseitig eingesetzt werden: Das Kind liegt auf dem Rücken und klemmt den Ball zwischen die Beine. Nun hebt es die Beine mit dem Ball an (achten Sie darauf, dass der Rücken flach auf dem Boden aufliegt) und legt sie anschließend wieder ab.
5 x wiederholen.

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Anstelle eines Gymnastikballs sind Hüpfbälle für Kinder prima geeignet. Mit ihnen kann man nicht nur verschiedene Gymnastikübungen machen, sondern auch kreuz und quer herumhüpfen oder Wetthüpfen veranstalten.

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Kniebeugen: Wer kommt weiter in die Knie – Sie oder Ihr Kind?
Für Anfänger: Beugen Sie mit leicht geöffneten Beinen und geradem Rücken die Knie, soweit Sie können, und kommen Sie dann zurück in die aufrechte Position. Wiederholen Sie die Übung 10 x.
Für Fortgeschrittene: Beine geschlossen halten.

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Rumpfbeugen: Auch hier wird Ihr Kind Sie vermutlich schlagen, aber „Übung macht den Meister“.
Stellen Sie sich aufrecht hin und lassen Sie dann Oberkörper und Arme nach vorne fallen. Versuchen Sie, mit gestreckten Beinen die Hände möglichst weit Richtung Boden zu führen. Kurz halten, dann Wirbel für Wirbel langsam wieder aufrichten.

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Tut Rücken und Beinen gut: Aus der Bauchlage umfasst das Kind mit den Händen die Knöchel und hebt den Kopf. Die Knie sollten möglichst nah beieinander sein. Kurz halten.
Für Fortgeschrittene: Aus dieser Position wie ein Schiff auf dem Meer schaukeln.

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Jetzt geht’s in die andere Richtung: Aus der Rückenlage führen Sie und Ihr Kind jeweils die Beine über den Kopf nach hinten. Stellen Sie die Füße auf dem Boden ab, die Beine sind gestreckt. Stützen Sie den Rücken mit den Händen. Kurz halten. Das dehnt den Rücken!

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Und nochmal andersrum: Aus der Rückenlage Hände neben dem Kopf aufstellen und den ganzen Körper nach oben drücken (Brücke).
Für Fortgeschrittene: In dieser Haltung ein paar Schritte laufen.

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Eine weitere Dehnübung für die Beine: Ihr Kind sitzt aufrecht auf dem Boden, die Beine sind nach vorne gestreckt und geschlossen.
Mit geradem Rücken (darauf achten Sie, während Ihr Kind die Übung macht) führt das Kind die Hände möglichst weit nach vorne zu den Füßen.

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Dehnübung für die Seiten: Alle, die mitmachen möchten, stellen sich aufrecht hin, die Beine leicht geöffnet. Nehmen Sie die Hände über den Kopf und beugen Sie sich zu einer Seite.
Vorsicht, die andere Seite sollte nur leicht ziehen!
Kurz halten, dann mit der anderen Seite wiederholen.

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Auch auf dem Spielplatz können Sie Fitnessübungen einbauen: Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, an einem Klettergerüst entlangzuhangeln …

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… oder eine Rolle an einer Turnstange zu machen.

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Am gesündesten entwickeln sich Kinder aber nach wie vor, wenn sie nach Herzenslust an der frischen Luft toben können!

Das kann Ihr Baby jetzt

Viele Babys plappern um den 6. Monat unentwegt. Sie versuchen jetzt, Geräusche und einzelne Silben nachzuahmen.

Zum Ende des sechsten Monats können sich die meisten Babys selbstständig vom Bauch auf den Rücken drehen, manche auch schon vom Rücken auf den Bauch. Einige Kinder können nun auch für einen kurzen Moment aufrecht sitzen, wenn sie hochgezogen oder hingesetzt werden. Vielleicht kann Ihr Baby sich auch schon selbst zum Sitzen hochziehen – gewöhnlich folgt dieser Schritt aber erst in den kommenden Wochen.

Aber Achtung: Wenn es zuviel wird, kippt das Baby einfach um, daher sollten Sie immer in der Nähe sein. Verhelfen Sie Ihrem Baby auch nicht zu oft zum Sitzen: Solange es sich nicht selbstständig aufsetzen kann, ist die Wirbelsäule noch nicht kräftig genug und sollte nicht überstrapaziert werden!

Einige Babys versuchen sich im 6. Monat an ersten Fortbewegungsversuchen – meist indem sie sich durch den Raum rollen oder vielleicht schon auf den Unterarmen vorwärtsziehen. Zwischendurch stützen sie sich aus der Bauchlage heraus auf die Hände auf und blicken sich aufmerksam um – den Kopf können Babys im 6. Monat sicher halten und frei bewegen.

Im Sitzen oder in der Rückenlage untersuchen Säuglinge Gegenstände jetzt vorwiegend mit den Augen (visuelles Erkunden). Im 6. Monat greifen sie Dinge nicht mehr mit beiden Händen gleichzeitig, sondern mit einer Hand und wechseln Gegenstände auch von einer in die andere Hand. Der Kopf kann jetzt auch gut aus der Rückenlage angehoben werden. Außerdem wird Ihr Baby nun die Knie durchdrücken, wenn sie es (bitte nur kurz) zum Stehen hochziehen.

Wenn Sie Ihr Kind an den Familienmahlzeiten teilnehmen lassen, können Sie jetzt beobachten, dass es Nahrungsmittel selbstständig in die Hand nimmt und zum Mund führt. Es kann nun eigenständig essen – wenn auch nicht mit Besteck und sicher noch ohne Tischmanieren. Fördern Sie das selbstständige Essen, indem Sie ihm viel babygerechtes Fingerfood anbieten.

Das nimmt Ihr Baby wahr

Im 6. Monat lernen Babys mit jedem Tag in sprachlicher Hinsicht hinzu: Während Worte und Sätze bisher ohne Inhalt waren, beginnt Ihr Kind jetzt nach und nach, die Bedeutung einzelner Wörter zu verstehen. So können einige Babys nun schon „Mama“ oder „Papa“ den entsprechenden Personen zuordnen und wissen, wer gemeint ist. Aber auch alltägliche Gegenstände können nun immer besser unterschieden werden.

So reagiert Ihr Baby

Im 6. Monat wachen viele Säuglinge häufiger auf oder schlafen nur schlecht ein. Das kann zum einen daran liegen, dass möglicherweise die ersten Zähne durchbrechen. Zu dieser Zeit entwickelt sich aber auch die erste Trennungsangst. Je selbstständiger Babys werden, desto mehr emfinden sie sich als Individuum. Das setzt eine Abnabelung von engen Bezugspersonen in Gang, die das Baby einerseits motiviert, die Welt immer weiter zu erkunden. Andererseits ist dieser Schritt für viele Säuglinge beängstigend, sodass sie zu klammern und zu fremdeln beginnen.

Ein Entwicklungsschub bringt Babys (und später auch Kleinkinder) immer einen riesigen Schritt voran – sorgt aber gleichzeitig dafür, dass sie in dieser Zeit ganz besonders auf die Nähe der Eltern angewiesen sind, um die neuen Erfahrungen, Erkenntnisse und Fähigkeiten verarbeiten zu können.

In dieser Zeit wird Ihr Baby außerdem immer stärker protestieren, wenn ihm seine Lage nicht mehr gefällt. Oder es wird versuchen, selbstständig die Position zu ändern – oder beides.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die genannten Entwicklungsschritte können daher nur Anhaltspunkte sein. Wenn Ihr Baby von dieser Entwicklung abweicht, ist das kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie dennoch beunruhigt sind, besprechen Sie sich mit Ihrem Kinderarzt.

Tipps für den 6. Monat

Schon ab dem ersten Zahn steht Zähneputzen an! Am besten mit einer weichen Zahnbürste ohne Zahnpasta oder mit einem Fingerling, der wie ein Handschuh über einen Finger gestülpt wird.

Ob dem Kind bis zum zwölften Lebensjahr täglich eine Fluortablette verabreicht wird, um sein Gebiss vor Karies zu schützen, ist nach wie vor umstritten. Viele Fachleute halten eine ausgewogene Ernährung, mindestens zweimal täglich Zähneputzen sowie fluoridhaltige Zahncremes für ebenso wirksam.

Viele Zahnärzte empfehlen mittlerweile, dass Kinder nach dem Zähneputzen den Mund nicht ausspülen, sondern lediglich ausspucken (sobald sie das können). So kann das in der Zahnpasta enthaltene Fluorid seine Wirkung länger entfalten.

Wichtig ist vor allem, den Zuckerkonsum gering zu halten. Wer sein Kind beispielsweise an Flaschen mit zuckerhaltigem Babytee nuckeln lässt, riskiert, dass der Zucker in die Zahnanlagen eindringt und die Zähne Karies entwickeln, bevor sie herauskommen.

Wenn Ihr Baby sich die Zähne nur ungern putzen lässt, versuchen Sie, ein Spiel daraus zu machen. Viele Kinder lassen sich damit locken, dass Sie im Gegenzug gleichzeitig Mama oder Papa die Zähne putzen dürfen. Einige Babys bevorzugen zunächst auch einen weichen Fingerling gegenüber der härteren Zahnbürste oder putzen sich die Zähne selber. Letzteres ist natürlich nicht mit dem korrekten Zähneputzen zu vergleichen, übt das Putzen aber spielerisch.

Das ist im 6. Monat wichtig

Im 6. Monat, spätestens aber im 7. Monat steht die nächste Vorsorgeuntersuchung an:

  • U5: 6.-7. Monat

Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr – sie dienen dazu, Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen frühzeitig zu erkennen. Je früher Probleme erkannt werden, desto besser kann man sie behandlen. Außerdem können Sie diese Termine dazu nutzen, Unsicherheiten und Fragen direkt mit dem Kinderarzt zu besprechen.

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Baby-Entwicklung: Das Baby im 6. Monat

Im 6. Monat entwickeln sich die frühkindlichen Reflexe allmählich zurück. Deinem Schatz wachsen jetzt bestimmt schon die ersten Zähnchen. Und wenn dein Baby möchte, kannst du nun die Beikost einführen.

Erste Sitz- und Stehversuche, die es mit deiner Hilfe unternimmt, und immer mehr Krabbeltouren finden im 6. Monat statt. Dein Baby kann nun dreidimensional sehen und macht sich ein Bild von der Welt. Es hört dir zu und kann langsam auch Beikost bekommen.

Muskulatur, Bewegung und Koordination

Dein Baby wird immer mobiler. Kräftige Nacken-, Arm- und Rückenmuskeln ermöglichen das Drehen nun ohne große Anstrengung. In Bauchlage kann es sich mit sechs Monaten bei nach vorn gestreckten Armen auf die Hände stützen.
Wenn deinem Baby die ausgestreckten Hände anbietest, versucht es sich zum Sitzen aufzurichten. Wenn du es dann weiter hochziehst und zum Stehen bringst, belastet es die Füßchen mit seinem ganzen Körpergewicht.

Dein Kind probiert, sich an Möbeln und Gegenständen hochzuziehen. Dabei stützt es sich auf seine ausgestreckten Arme und beugt die Knie an. In dieser Stellung schaukelt das Baby vor und zurück und macht damit die ersten Bewegungen zum Krabbeln.

Dein Baby kann mit sechs Monaten dreidimensional sehen. Durch den räumlichen Weitblick sind von nun an die Weichen für die Erkrabbelung und Begehung der Umgebung gestellt. Die Koordination von Augen und Händen ist so weit entwickelt, dass das Baby mit beiden Händen bewusst und gezielt nach Gegenständen greift und diese von der einen in die andere Hand geben kann. Es kann Dinge außerdem fallenlassen und wieder aufnehmen.

Erste Zähne und Beikost

Eventuell zeigen sich bei deinem Baby nun die ersten Zähnchen. Es kann daher weinerlich und unruhig sein. An (kühlenden) Beißringen kann es seine gesteigerte Kau- und Beißlust beim Zahnen ausleben. Achte von Beginn an auf eine gesunde Zahnpflege bei deinem Baby.

Wenn dein Kind schon Interesse an Breinahrung zeigt, kannst du Ende des 5. bzw. Anfang des 6. Monats die Beikost einführen. Der Saugreflex deines Babys sollte sich nun auch soweit zurückentwickelt haben, dass es mit einem Löffel gefüttert werden kann. Als erste Beikost eignen sich Vollmilch- und Gemüsebreis am Abend als Ersatz für eine Still- bzw. Flaschenmahlzeit. Dein Baby entwickelt schnell Vorlieben für bestimmte Geschmäcker.

Jetzt geht’s los!

Beikostreife­zeichen: Wann dein Baby bereit für Beikost ist

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Beginnende Entwicklung der emotionalen Intelligenz

Ein weiterer Wachstumsschub sorgt im 6. Monat dafür, dass dein Baby immer mehr Gefühle zeigt. Vor allem Freude und Ärger kann es mit Gestik, Mimik und verschiedenen Lauten Ausdruck verleihen. Dein Baby kann mit sechs Monaten außerdem erkennen, wie sich andere Menschen fühlen. Wenn ein anderes Kind beispielsweise weint, kann es vorkommen, dass dein Baby sich dem anschließt. So beginnt die emotionale Entwicklung deines Kindes.

Das Fremdeln gegenüber anderen Personen wird nun immer stärker.

Fördern und Spielen

Dein Baby ist am liebsten die ganze Zeit mit dir zusammen und schafft sich durch Laute bewusst deine Aufmerksamkeit. Es versteht allmählich schon die Regeln für einen Dialog: Wenn du sprichst, hört das Baby dir zu und antwortet mit verschiedenen Sprechlauten. Sie können die Sprachentwicklung deines Babys durch Vorlesen und Unterhaltungen spielerisch fördern.

Am liebsten mag dein Baby Interaktionsspiele, wie Kuckuck und Verstecken. Auch Toben steht hoch im Kurs.

Ansonsten spielt dein Kind gern mit seinen Füßen und mit Dingen, die Geräusche machen. Rassel, Quietscheente, Spielzeug-Telefon sowie Spielzeuge mit Rädern, Türen und sonstigen beweglichen Teilen bieten nun spannende Beschäftigung.

Dein Baby steckt sich im 6. Monat nicht mehr alles in den Mund, sondern betrachtet und betastet die Gegenstände intensiv. Trainiere seine Feinmotorik und Koordination, indem du mit ihm Spielzeuge hin- und herreichst.

Vom 1. bis zum 5. Lebensjahr

Sprachentwicklung bei Kindern und Babys: Gemeinsam sprechen lernen

Weiterlesen Vom 1. bis zum 5. Lebensjahr Weiterlesen

Vorsorgeuntersuchung U5 – 6. bis 7. Lebensmonat

Zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat steht die U5 für dein Baby an. Dabei wird seine körperliche Entwicklung eingehend untersucht. Der Kinderarzt prüft, ob sich das Baby vor allem in der Motorik und Geschicklichkeit altersgerecht entwickelt hat. Spielerisch testet er, wie es bei Geräuschen und Ansprache reagiert und ob sich es aufsetzen möchte. Dein Baby sollte von sich aus Laute bilden und in der Lage sein, sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen.

Außerdem steht die nächste Impfung für dein Baby steht an, wenn du dich dazu entschlossen hast.

Video: Das kann dein Baby Ende des 6. Monats alles schon

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Entwicklungskalender: 6. Monat

Erschrickt es – zum Beispiel, weil sich ein Gegenstand unerwartet bewegt – oder klappt etwas nicht so gut, so wird es dies signalisieren und die Nähe der Eltern suchen. „Bestärken die Eltern ihr Kind jetzt und geben ihm Sicherheit, wird es sich später eher trauen, die Welt zu erkunden“, sagt Angela Roth.

Sehschärfe und dreidimensionales Sehen entwickeln sich

Auf dem Bauch liegend kann es sich jetzt in der Regel auf seinen gestreckten Armen abstützen. Um den sechsten Monat entwickelt sich das dreidimensionale Sehen Ihres Babys – und damit seine Fähigkeit, Entfernungen von Gegenständen abzuschätzen.

Das ist eine wichtige Voraussetzung für das Greifen: Im Laufe des sechsten Monats schafft es wahrscheinlich schon, Gegenstände immer zu ergreifen, wenn es das vorhat. Es nimmt Dinge mal in die rechte, mal in die linke Hand, oft auch in den Mund. Allmählich entdeckt es, dass es auch Füße besitzt. Viele Kinder führen diese nun zum Mund oder halten sie gerne fest.

Kind kann etwas noch nicht? Keine Panik!

Vielleicht kann sich Ihr Baby nun schon in beide Richtungen drehen – vom Bauch auf den Rücken und zurück. Dann ist es in der Lage, seine Position selbst zu bestimmen. Gratulation! „Eltern sollten sich aber nicht verrückt machen, wenn das Baby etwas noch nicht kann, was die meisten Gleichaltrigen schon beherrschen“, sagt Dr. Heinz Krombholz, Diplom-Psychologe am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) in München.

Das Alter, in dem Babys Bewegungsformen wie Drehen, Sitzen oder Krabbeln erlernen, könne erheblich variieren. Manche Kinder laufen schon mit zehn Monaten, andere lassen sich fast doppelt so lange damit Zeit. Die Reihenfolge ist jedoch meist dieselbe: Erst können sich Kinder aus der Bauch- in die Rückenlage und umgekehrt drehen, dann sitzen, krabbeln und laufen.

Allerdings lassen manche Babys einen Entwicklungsschritt aus. Zum Beispiel gehen einige direkt vom Robben ins Laufen über, ohne zu krabbeln. Auch das ist kein Grund zur Besorgnis. Falls Sie trotzdem Bedenken haben, wenden Sie sich am besten an Ihren Kinderarzt. Ob eine Entwicklungsverzögerung vorliegt, beurteilt er dann nicht mit Blick auf eine spezielle Fertigkeit des Kindes, sondern anhand seines Gesamtentwicklungsstandes.

Kommen die Zähnchen schon?

Je mobiler Ihr Baby wird, desto wichtiger ist: Lassen Sie es nirgends alleine liegen, wo es herunterfallen könnte. Experimente haben zwar gezeigt: Die räumliche Wahrnehmung von Säuglingen kann bereits ausreichen, um einen Abgrund als gefährlich zu erkennen. Trotzdem besteht weiterhin die Gefahr, dass das Kleine irgendwo herunterfällt. Denn es kann Gefahren noch nicht richtig einschätzen und seine Bewegungen noch nicht ausreichend kontrollieren, um heiklen Situationen selbst auszuweichen.

Ihr Baby kaut ständig verstärkt auf Dingen herum, produziert viel Speichel und ist weinerlich? Dann kündigen sich vielleicht die ersten Zähnchen an. Als Erstes brechen meist die mittleren unteren Schneidezähne durch. Aber auch das kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein.

Wunderkind aus England: Laufen mit sechs Monaten

Xavier King hat gerade laufen gelernt. Das ist an sich noch nichts ungewöhnliches, allerdings ist der kleine Brite gerade mal sechs Monate alt! Die meisten Babys lernen das Laufen mit zirka zwölf bis 18 Monaten. Sitzen konnte Xavier schon mit drei Monaten. Das Krabbelstadium hat er einfach übersprungen. Sollten Eltern, deren Kinder mit einem Jahr noch krabbeln jetzt in Panik verfallen? Dr. MartinWard Platt, Autor des Buches „Wunderbare Babyjahre – Das Beste für Ihr Kind“ kann hier beruhigen: „So früh zulaufen ist in der Tat sehr ungewöhnlich. Für die Eltern bedeutet das aber lediglich, dass sie früher als andere Eltern ihre Augen überall haben müssen.

Eigenes Entwicklungstempo

„Lass dein Kind seine Entwicklungsgeschwindigkeit selbst bestimmen“. Diesem Ratgebersatz ist jede Schwangere und jeder werdende Vater in den zurückliegenden vierzig Wochen begegnet. Doch mit der Geburt kommt die Zeit, in der die Eltern alleine bestimmen müssen, wie viel frühkindliche Förderung oder Selbstbestimmung sie ihrem Kind geben können und wollen. Für diese Entscheidung braucht es Vertrauen in den elterlichen Instinkt. Doch für junge Eltern ist es häufig schwierig sich darauf zu verlassen. Zu oft hören sie Sätze, wie „Er kann den Kopf noch nicht heben? Also meine konnte das ja schon im zweiten Monat“. Häufig folgt der Gang zum Kinderarzt – zu stark ist die Verunsicherung. Meistens sind die Sorgen aber unberechtigt und die Kinder haben ihre Stärken in anderen Gebieten. Schauen Sie in unserer Tabelle, welche Entwicklungsschritte im Rahmen sind und wann Sie sich mit einem Kinderarzt absprechen sollten.

Die körperliche Entwicklung

Im ersten Monat

Das Körperverhalten des Neugeborenen ist geprägt durch Reflexe. Den Saug-, Such- und Greifreflex muss es zum Überleben beherrschen.

Als Schreitreaktion bezeichnet man den Drang des Neugeborenen, hochgehoben unter den Achseln und auf gerader Unterlage leicht zur Seite geneigt, eine Art Schritt zu vollführen. In der Bauchlage kann der Säugling den Kopf kurz anheben, um ihn auf die andere Seite zu drehen. Meist liegt das Baby noch ziemlich zusammengekauert da und ahmt damit die Haltung im Mutterleib nach.

Im zweiten Monat

In der Bauchlage kann das Baby sich kurz abstützen und den Kopf nun schon für einige Sekunden hochhalten und 45 Grad drehen. Auch wenn es an beiden Händen in eine „Sitzposition“ gezogen wird, kommt der Kopf mit. Das bisher reflexartige Strampeln wird zunehmend koordinierter und kündigt die erste Drehung an. Die Händchen sind nicht länger zu Fäustchen geballt, sondern über fleißig das Greifen. Auch die gekauerte Haltung löst sich langsam auf.

Im dritten Monat

Wieder kann das Baby in Bauchlage den Kopf länger halten – ca. 1 Minute. Dabei stützt es sich auf den Unterarmen ab. Damit ist die Grundlagen zum Drehen von Rücken auf Bauch und umgekehrt gegeben, was jetzt ausgiebig geübt wird. Auch lernt das Baby nun nach Gegenständen zu greifen, die ihm zum Spiel gereicht werden. Loslassen kann es allerdings noch nicht.

Im vierten Monat

Das Aufstützen in Bauchlage, das Halten des Kopfes und das Greifen nach Spielzeug oder allem, was interessiert ist nun perfektioniert.

Das Baby findet es nun auch besonders wichtig die Beschaffenheit aller Gegenstände mit dem Mund zu testen. (Vorsicht, ab sofort Gegenstände außer Reichweite bringen, die nicht in Babyhände und vor allem Münder gehören.)

Im fünften Monat

Die wichtigste Übung für das Baby in dieser Phase sind Rollen und Sitzen lernen. Für sehr kurze Zeit kann das Baby schon aufrecht und selbstständig sitzen. Allerdings soll diese Übung nicht gefördert werden, um spätere Rückenleiden zu vermeiden. Das Rollen ist noch unbeholfen und benötigt Unterstützung auf den letzten Zentimetern. Hat das Baby das Rollen erst erlernt, erhöht sich sein Bewegungsradius unvorstellbar.

Im sechsten Monat

Das Baby versucht nun immer vehementer, sich zum Sitzen aufzurichten. Es sitzt erst einmal mit rundem Rücken. Ein Zurücklegen auf die Unterlage wird in der Regel mit Missmut aufgenommen. Wird das Baby an den Händen gehalten, übt es die Belastung der Füße bei gebeugten Knien durch Wippen. Häufiges Füße in den Mund stecken kann nun beobachtet werden.

Die geistige Entwicklung

Im ersten Monat

Die optische Wahrnehmung ist bis zu einer Entfernung von 20 – 25 Zentimetern möglich. Das Baby erfreut sich an bewegten Gegenständen, die ihm in diesem Abstand gezeigt werden. Es reagiert auf laute Geräusche und drückt sich durch Schreien und kehlige Laute aus.

Im zweiten Monat

Hält man in dieser Phase einen Gegenstand in Blickrichtung des Babys, kann es in der Folge die Bewegung des Gegenstands mit den Augen verfolgen und gegebenenfalls den Kopf drehen. Erste Vokale wie „o“, „u“, „ä“ sind vernehmbar.

Im dritten Monat

Alle optischen Eindrücke werden mit den Augen und möglichst weiter Drehung des Kopfes verfolgt. Geräuschquellen sind nach wie vor spannend. Allerdings wird das Baby nun zu einer eigenen Geräuschquelle, denn es bildet interessante Reihen von „R“ oder „ei“.

Im vierten Monat

Das Baby lernt immer besser zuzuhören, aber auch sich zu artikulieren. Die Buchstabensalven, die Eltern in dieser Zeit erwarten können, sind häufig speichelbegleitet und meist unterhaltsam.

Im fünften Monat

Weiterhin übt sich das Baby in der Aneinanderreihung von Silben zu Lautäußerungen, die in unterschiedlichstem Tonarten und Lautstärken vorgetragen werden.

Das Baby lernt langsam, dass gewisse Gesetze herrschen – wenn ich etwas los lasse, fällt es (und Mama hebt es auf). Ein Ball rollt, wenn ich ihn anstupse.

Im sechsten Monat

Die Hand- Auge Koordination funktioniert nun sehr gut. Das Baby als eigene Geräuschquelle „sagt“ meist in dieser Phase zum ersten Mal „ma-ma“ oder „pa-pa“ ohne damit sinnhaft gesprochen zu haben.

Durch das Kennenlernen des „Ichs“ lernt es immer mehr, dass es selbst ein handelndes Wesen ist und in der Welt etwas bewirken kann. Das Gefühl genießt das Baby!

Seelisch-soziale Entwicklung

Im ersten Monat

Der warme Hautkontakt zu den Bezugspersonen ist dem Baby wichtig und fördert seine Bindung und sein Vertrauen. Manchmal zeigt sich bereits in den ersten vier Wochen ein leichtes, reflexartiges Lächeln.

Im zweiten Monat

Der wichtigste Moment ist das strahlende Lächeln, das nur Babys Augen schaffen. Damit drückt es seine Verbundenheit zu den Bezugspersonen aus. Das Lächeln ist nun nicht mehr ein Reflex, sondern bewusste Äußerung.

Im dritten Monat

Aus dem stillen Lächeln ist jetzt ein herzhaftes und Herz erweichendes Lachen geworden. Das Baby reagiert auf Versteckspiele hinter Möbeln mit höchster Begeisterung.

Im vierten Monat

Aus dem „Ich will überleben“-Baby ist ein „Ich will überleben und Teil haben“-Baby geworden. Es fordert nun nach seinen Möglichkeiten Aufmerksamkeit der Bezugspersonen.

Im fünften Monat

Das Teilhabebedürfnis wird immer größer, zumal die Schlafzeiten weniger werden. Mit dem Ausstrecken der Ärmchen wird Bezugspersonen signalisiert, dass das Baby hochgenommen werden will. Die Abgrenzung zwischen bekannten und unbekannten Gesichtern ist nun möglich. Erstes Fremdeln wird erkennbar.

Im sechsten Monat

Das Fremdeln wird ausgeprägter. Besonders interessant sind nun bekannte Gegenstände, aber auch der „Andere“ im Spiegel. Das Schlafbedürfnis am Tag ist nun auf einen Vormittagsschlaf und einen späten Mittagsschlaf zurückgegangen. Dazwischen will das Baby Teilhabe im sicheren Zusammensein mit den Bezugspersonen.

Babys wollen sich entwickeln

Das Gute ist: Eltern brauchen eigentlich für die Entwicklung ihres Babys nichts weiter zu tun als abzuwarten, geduldig zu sein und ihm durch ihr Liebe die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Denn Babys wollen sich entwickeln. Der Kinderarzt Remo H. Largo schreibt in seinem Kinderbuch „Babyjahre“, dass Babys den „inneren Drang haben, zu wachsen und sich Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen.“ Er beruhigt junge Eltern und erklärt, dass ein gesundes wohlgenährtes Kind von ganz alleine den eigenen Entwicklungsstand erweitert und Schritt für Schritt Dinge, wie nach Gegenständen greifen, sich fortbewegen und sich sprachlich auszudrücken, lernt. Doch er fügt hinzu, dass Babys „dann am besten gedeihen, wenn sich die Eltern an seinen Bedürfnissen orientieren.“ Mehr sei keineswegs besser, sondern häufig zuviel, so Largo.

Ein Schritt vor, zwei zurück

Wie beim Tanz ist der Entwicklungsrhythmus des Babys stets einen Schritt nach vorne, zwei zurück. Kaum hat das Baby das erste bewusste Lächeln gezeigt, verfällt es wieder zurück in seine scheinbar teilnahmslose Betrachtung der Umgebung. Am einen Tag rollt sich das Baby grazil von einer Lage zur nächsten. Am nächsten Tag wiederum schreit es verzweifelt nach Hilfe, weil das Umdrehen einfach nicht gelingen will. An einem Morgen ist es stolz, den Breilöffel selbst gehalten zu haben, am nächsten pfeffert es ihn auf den Boden, weil es sich überfordert fühlt. In ihrem Buch „Oje ich wachse“ beschreiben die Autoren Hetty van de Rijt und Frans X. Plooji die Entwicklungsschritte wie auch -rückschritte in den ersten zwanzig Monaten als etwas Normales und Schönes und empfehlen den Eltern ohne Vorbehalte zu genießen.

Wenn es doch zu lange dauert

Bei den regelmäßigen U-Untersuchungen beim Kinderarzt sollten Eltern erwähnen, wenn sie unsicher mit der Entwicklung ihres Babys sind oder angemessene Frühförderungen beginnen wollen. Die Kinderärzte sind dankbar für Hinweise, auch wenn sie die Eltern meistens beruhigen können. Der Arzt wird allerdings auf Entwicklungsverzögerungen schließen, wenn das Baby nach dem dritten Monat noch nicht selbstständig den Kopf halten kann oder wenig auf Umgebungsgeräusche oder optische Reize reagiert. In der Regel wird dann eine zusätzliche Diagnostik begonnen und eine geeignete Fördermaßnahme auf Rezept verordnet.

Locker bleiben

Die Längen- und Gewichtsmasse bis zum 2. Lebensjahr

Ob Ihr Baby sich gut entwickelt, erkennt man unter anderem an der Körpergrösse und dem Gewicht. Wie viel Ihr Baby zunimmt, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich und hängt ab von der genetischen Veranlagung und der Art und Weise der Ernährung, ob es das erste oder zweite Kind ist, vom Geschlecht des Kindes, aber auch ein wenig vom Alter der Mutter.

Das Geburtsgewicht

In den ersten Tagen nach der Geburt verlieren Neugeborene etwas Gewicht. Das hängt mit der Ausscheidung von Körperflüssigkeit und Mekonium (Kindspech) zusammen, aber auch mit der körperlichen Anpassung an das Leben ausserhalb des Mutterleibs. Der kleine Körper ist nun selbst für die Körpertemperatur, die Nahrungsaufnahme und alle Stoffwechselvorgänge verantwortlich, was anfangs mehr Energie verbraucht, als Ihr Baby zu sich nimmt. So kann sich das Körpergewicht um bis zu 10 Prozent des Geburtsgewichts vermindern. Doch spätestens nach zwei Wochen haben die allermeisten Babys ihr Geburtsgewicht wieder erreicht.

Eine Faustregel: Das Geburtsgewicht

  • verdoppelt sich innerhalb von fünf Monaten und
  • verdreifacht sich bis zum 1. Geburtstag.

Tabelle: Gewicht und Länge in den ersten zwei Lebensjahren

Bis zum Beginn des zweiten Lebensjahres hat sich auch die Körperlänge bei der Geburt um etwa 50 % erhöht. Wie gross ein Kind letztendlich wird, wenn es ausgewachsen ist (Erwachsenengrösse), ist sehr stark genetisch bedingt, hängt also zu einem grossen Teil von der Körpergrösse der Eltern ab.

Die Wachstumsschübe

Die Gewichtszunahme und das Wachstum verläuft in Schüben. In diesen Phasen braucht Ihr Baby mehr Nahrung. Wachstumsschübe werden deshalb nicht ganz zu Unrecht häufig mit Essensschüben gleichgesetzt. Stillkinder wollen während eines Wachstumsschubs viel öfter an die Brust, manchmal bis zu 18 mal in 24 Stunden, sind dabei sehr unruhig und fast nicht sattzukriegen.

Legen Sie häufig an und dehnen Sie die Stillzeiten etwas aus, das gibt gleichzeitig eine beruhigende Extraportion Geborgenheit beim Körperkontakt, denn in den Wachstumsschüben brauchen alle Babys auch viel Zuwendung und Liebe. Vor allem aber wird die Milchproduktion gesteigert. Dies kann ein paar Tage dauern und muss kein Anlass sein, abzustillen oder zusätzlich einen Schoppen zu geben.

Die wöchentliche Gewichtszunahme

Als Richtwert gilt: In den ersten drei Lebensmonaten beträgt die wöchentliche Gewichtszunahme etwa 130 – 200g, im zweiten Vierteljahr 100 – 170 g, und im zweiten Lebenshalbjahr 70 – 120 g. Im zweiten Lebensjahr sind es dann noch etwa 40 bis 90 Gramm pro Woche. Diese Mengen können nur für gesunde und reif geborene Säuglinge verwendet werden, nicht aber für Frühgeborene, unterernährte Neugeborene oder Säuglinge mit bestimmten Krankheiten oder Behinderungen.

Wichtig: Die Entwicklung von voll gestillten und teilweise oder ausschliesslich mit künstlicher Flaschennahrung ernährten Babys verläuft unterschiedlich. Gestillte Kinder nehmen im ersten Monat sehr schnell zu und im Laufe des ersten Lebensjahres immer langsamer.

Bekommt mein Baby genug Milch?

Stillende Mütter sind oft unsicher, ob die Milchmenge ausreicht und das Baby genügend zunimmt. Das lässt sich mit der sogenannten Stillprobe (oder Wiegeprobe) herausfinden. Wiegen Sie den Säugling vor dem morgendlichen Stillen und 20 Minuten danach. Das geht sinnvollerweise aber nur mit einer elektronischen und geeichten Babywaagen (z.B. aus der Apotheke), die auf 5 g genau messen kann. Ziehen Sie das Kind zwischendurch nicht um und wechseln Sie nicht die Windeln. Am nächsten Morgen machen Sie es genauso. Das ergibt die tägliche Gewichtszunahme, für die wöchentliche Gewichtszunahme multiplizieren Sie diesen Wert mit 7 oder messen Sie eine Woche lang täglich. Für einen genauen Überblick sollte die Stillprobe über mehrere Tage durchgeführt werden. Eine Stillprobe sollte nicht einfach nur aus Neugier durchgeführt werden. Sie ist nur in seltenen Fällen und in Absprache mit Ihrer Mütterberaterin oder Hebamme wirklich angebracht!

Machen Sie sich auf keinen Fall nervös, indem Sie Ihr Baby täglich auf die Waage legen – bei manchen Müttern versiegt dann vor lauter Angst der Milchfluss. Es reicht vollkommen aus, das Baby einmal pro Woche zu wiegen. Macht das Kind einen zufriedenen Eindruck und zeigt es keine deutlichen Zeichen von Gewichtsabnahme, können Sie auf die Anschaffung (oder Miete) einer Babywaage ganz verzichten. Im Wochenbett kontrolliert noch die Hebamme das Gewicht des Kindes. Danach wird die Gewichtsbestimmung Ihre Mütterberaterin oder Ihr Kinderarzt, Ihre Kinderärztin im Rahmen der normalen Kontrolluntersuchungen übernehmen und eine individuelle Wachstumskurve (Perzentilenkurve) erstellen. Dabei wird auch der Kopfumfang gemessen und die motorische Entwicklung (Rollen, Sitzen, Krabbeln usw.) beurteilt.

Häufige Fragen zum Thema

Stimmt es, dass Frauen mit kleinen Brüsten nicht genügend Milch produzieren können?

Kleine Brüste geben nicht genug Milch – das ist ganz falsch. Es ist völlig egal, wie gross der Busen ist: Entscheidend ist die Menge an Drüsengewebe. Das kann bei einer Frau mit grossen Brüsten durchaus kleiner sein als bei einer mit kleinen oder mittleren Brüsten. Die Brust ist kein Milchreservoir…

vollständige Antwort lesen Muss mein Baby seinen Schoppen immer ganz leer trinken?

Auch der Appetit Ihres Babys kann schwanken, und jedes Baby hat individuell seinen eigenen Bedarf. Die auf der Schoppenpulver-Packung angegebenen Trinkmengen sind nur Durchschnittsangaben. Ein Rest im Fläschchen braucht Sie nicht zu beunruhigen. Zwingen Sie Ihr Baby nie, mehr zu trinken als es mag. …

vollständige Antwort lesen

Wann sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin sprechen?

Wann immer Sie Fragen zum Gewicht Ihres Kindes haben oder sich Sorgen machen, ob es genug Milch erhält, sollten Sie dies in der Kinderarztpraxis ansprechen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin aufsuchen,

  • wenn Ihr Kind auffällig wenig und kraftlos trinkt, viel spuckt oder erbricht;
  • wenn Ihr gestilltes Baby trotz häufigem Anlegen nicht richtig satt wird;
  • wenn Ihr Baby nicht recht wächst und gedeiht;
  • wenn Sie generell Bedenken zum Körpergewicht Ihres Babys haben.

Häufige Frage zum Thema

Ich glaube, mein Baby entwickelt sich langsamer als Gleichaltrige. Wann muss ich das untersuchen lassen?

Die routinemässigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt sollten eigentlich alle Arten von Entwicklungsverzögerungen, sowohl geistige als auch motorische, erfassen. Wenn Sie diese Untersuchungen wahrnehmen, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.

Die Entwicklungsunterschiede sind im ersten und…

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Interview

Dr. med. Stefanie Graf: „Wachstumsstörungen bei Kindern“

Prof. Dr. med. Urs Eiholzer: Zu klein bei der Geburt – Vorgeburtliche Mangelentwicklung (SGA)

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Detaillierte Perzentilkurven (Wachstumskurven) für verschiedene Entwicklungsparameter wie Länge, Gewicht, Kopfumfang finden Sie hier:

Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrums Zürich (als pdf),

Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (als pdf),

Homepage der World Health Organization WHO (nur auf englisch).

Wissen

So errechnen Sie die ungefähre Erwachsenengrösse Ihres Kindes

Welche Faktoren beeinflussen das Geburtsgewicht eines Kindes?

Babys sind in der Werbung zu dick

Mütter unterschätzen das Gewicht ihrer Babys

Newsticker

Der Türrahmen fürs Smartphone | 14.09.2016

Wer kennt sie noch, die horizontalen Striche am Türrahmen, versehen mit Datum und dem Namen des Kindes? Früher haben Eltern so das Wachstum ihres Kindes festgehalten – meistens am Geburtstag. Heute benutzt man dazu die neue App Child-Growth, entwickelt vom Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrum Zürich (PEZZ). Darauf können Eltern den Verlauf von Grösse, Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) ihres Kindes über einen gewählten Zeitraum verfolgen und die Werte mit denjenigen von gleichaltrigen Schweizer Kindern vergleichen. Dank der hinterlegten Normwerte ist sofort ersichtlich, ob das Kind sich richtig entwickelt. Falls nicht, könnte dies das Anzeichen einer chronischen Erkrankung sein. Child-Growth ist ab sofort gratis erhältlich und läuft unter iOS8 bzw. Android 4 und höher. Neben Deutsch existiert die App neu auch in Französisch und Englisch.

Letzte Aktualisierung : 03-02-20, BH

Laut Gewichtstabelle war mein Baby von Anfang an zu schwer. Und doch hat er sich bis heute völlig gesund und normal entwickelt. Die Gewichtstabelle fürs Baby, die Du unten findest, dient also immer nur als Anhaltspunkt – eine Abweichung bedeutet noch lange nicht, dass mit Deinem Baby etwas nicht in Ordung ist.

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Gewichtstabelle Baby: So schwer sind durchschnittliche Neugeborene und Babys

Im ersten Lebensjahr verdreifachen die meisten Babys ihr Geburtsgewicht. Das sind im Durchschnitt zwischen 3.300g und 3.500g. Alles zwischen 2.800g und 4.200g gilt als normal, d.h. es werden keine zusätzlichen Untersuchungen angestellt. Wenn das Geburtsgewicht darunter oder darüber liegt, müssen die Ärzte überprüfen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist – das ist meistens der Fall.

Natürlich muss das Geburtsgewicht auch im Verhältnis zur Körpergröße betrachtet werden. Durchschnittlich sind Babys bei der Geburt zwischen 50 cm und 52 cm groß. Natürlich gibt es aber viele, die kleiner oder größer sind. Diese wiegen dann auch entsprechend weniger oder mehr. Die angegebenen Werte sind, wie gesagt, nur Durchschnitte.

Gewichtstabelle Baby: Mädchen ab Geburt bis 1 Jahr

Alter in Monaten Alter in Wochen Normgewicht Minimal Normgewicht Maximal
1 Monat 4 Wochen 3.400g 5.000g
2 Monate 8 Wochen 4.300g 5.900g
3 Monate 12 Wochen 5.000g 6.600g
4 Monate 16 Wochen 5.600g 7.200g
5 Monate 20 Wochen 6.100g 7.700g
6 Monate 24 Wochen 5.800g 8.800g
7 Monate 28 Wochen 6.100g 9.100g
8 Monate 32 Wochen 6.400g 9.400g
9 Monate 36 Wochen 6.700g 9.700g
10 Monate 40 Wochen 7.000g 10.000g
11 Monate 44 Wochen 7.200g 10.200g
12 Monate 48 Wochen 7.400g 11.400g

Gewichtstabelle Baby: Jungs ab Geburt bis 1 Jahr

Alter in Monaten Alter in Wochen Normgewicht Minimal Normgewicht Maximal
1 Monat 4 Wochen 3.700g 5.300g
2 Monate 8 Wochen 4.800g 6.400g
3 Monate 12 Wochen 5.600g 7.200g
4 Monate 16 Wochen 6.200g 7.800g
5 Monate 20 Wochen 6.700g 8.300g
6 Monate 24 Wochen 6.400g 9.400g
7 Monate 28 Wochen 6.800g 9.800g
8 Monate 32 Wochen 7.100g 10.100g
9 Monate 36 Wochen 7.400g 10.400g
10 Monate 40 Wochen 7.700g 10.700g
11 Monate 44 Wochen 7.900g 10.900g
12 Monate 48 Wochen 7.100g 12.100g

Unterschiede in Größe, Gewicht und Körperbau entwickeln sich bei Babys übrigens schon im Mutterleib. In der ersten Hälfte der Schwangerschaft, also etwa bis zur 22. SSW, wachsen alle Föten gleich schnell. Danach zeigen sich langsam individuelle Unterschiede, die von der genetischen Anlage sowie von der Ernährung der Mutter, ihrem Alter abhängig sind, sowie davon, ob es das erste oder zweite Kind ist. Auch das Geschlecht des Kindes macht einen Unterschied, so sind Jungs im Durchschnitt schwerer als Mädchen. Ab der 34. SSW legen Babys im Mutterleib dann noch einmal richtig Fettpölsterchen an. Deshalb sind Babys, die zu früh zur Welt kommen, auch so viel leichter als termingerecht geborene Kinder.

Nach der Geburt verlieren Babys dann zunächst etwas Gewicht. Nach spätestens sechs Tagen sollte sich diese Entwicklung aber umkehren und zwei Wochen nach der Geburt sollte das ursprüngliche Gewicht wieder erreicht sein. Wie bei allen Durchschnittswerten hier gilt: Wenn das nicht der Fall ist, heißt das nicht, dass Dein Baby krank ist – aber es sollte überprüft werden, um sicher zu gehen.

Im ersten Lebensjahr geht die Gewichtskurve von Babys dann steil nach oben. Bis zu mehreren hundert Gramm pro Woche sind anfangs normal. Gleichzeitig jagt eine Wachstums- bzw. Entwicklungsschub beim Baby den nächsten. Diese Entwicklung wird im Kleinkindalter weniger rasant, dann nehmen Kinder weniger schnell Gewicht zu und wachsen auch weniger schnell.

>> Hier erfährst Du alles über die gesunde Gewichtsentwicklung bei Babys.

WHO Perzentilen-Gewichtskurve für Babys

Die oben dargestellte Gewichtstabelle für Babys enthält immer nur Durchschnittswerte. Das kann schnell zu Verunsicherungen führen, wenn Du ein Baby hast, das generell sehr schwer oder sehr leicht ist. Darum kannst Du auch auf der Gewichts- oder Perzentilekurve ablesen, wo Dein Baby sich im Vergleich zu Gleichaltrigen befindet.

Die Perzentile zeigt an, wie viel Prozent der Babys im selben Alter leichter bzw. schwerer sind. Das heißt, wenn Dein Kind wie meines bei Perzentile 99 liegt, gibt es kaum Kinder, die noch schwerer sind (lediglich 1%).

Wenn es dagegen auf der 10. Perzentile liegt, bedeutet das, dass 90 % der Kinder im selben Alter schwerer sind.

Wichtig bei der Gewichtskurve ist vor allem, dass ein Kind in etwa auf derselben Perzentile bleibt. Ein plötzlicher Sprung nach oben oder unten bedarf einer ärztlichen Überprüfung.

Du findest die WHO-Gewichtsperzentilen über folgenden Link:

Gewichts-Perzentile für Mädchen: Ab Geburt bis 6 Monate

Gewichts-Perzentile für Mädchen: Ab Geburt bis 2 Jahre

Gewichts-Perzentile für Jungs: Ab Geburt bis 6 Monate

Gewichts-Perzentile für Jungs: Ab Geburt bis 24 Monate

BMI von Babys

Am individuellsten lässt sich sagen, ob das Gewicht eines Kindes passt, indem Du sowohl Körpergröße, als auch Gewicht berücksichtigst. Der Quotient, der sich daraus ergibt, wird bei Erwachsenen, wie auch bei Kindern als BMI bezeichnet.

Die meisten BMI-Rechner für Erwachsene und Kinder funktionieren für Babys allerdings nicht, denn hier ist es besser sich an den statistischen Standards zu orientieren, die mit Hilfe einer Perzentile dargestellt werden.

Die Vergleichswerte werden statistisch erhoben und grafisch dargestellt.

Als Baby-BMI-Normalwert gilt der Bereich zwischen der 10. und 90. Perzentile.

  • Liegt der Wert deines Babys unter 10, hat dein Baby Untergewicht.
  • Liegt der Wert Deines Babys über 90, hat Dein Baby Übergewicht.

Wie interpretiert man die BMI-Perzentilenkurve?

Die BMI Perzentile zeigt Dir in Prozent an, wie viel der anderen Babys im gleichen Alter, unter Dem BMI Deines babys liegen.

Wenn Dein Baby auf der Perzentile 50 liegt, dann wiegen ca. 50% der Altersgenossen unter seinem Gewicht.

BMI Perzentilenkurve für Mädchen von 0 bis 2 Jahre

für Jungs von 0 bis 2 Jahre

Darum ist die Gewichtsentwicklung wichtig

Wenn Babys nur sehr langsam oder aber im Gegenteil sehr schnell an Gewicht zunehmen, machen sich viele Eltern Sorgen. Das ist absolut richtig und verständlich, denn auch wenn in den meisten Fällen alles in Ordnung ist, kann eine ungewöhnliche Gewichtsentwicklung doch Hinweise auf eine Erkrankung des Babys oder andere Probleme in der Ernährung geben.

Deshalb werden in jeder U-Untersuchung beim Kinderarzt Gewicht, Größe und Kopfumfang Deines Babys überprüft. Zusätzlich solltest Du auch selbst darauf achten, dass Dein Kind gesund und wohl genährt aussieht. Bei Unsicherheiten oder wenn Du den Verdacht hast, dass Dein Baby zu schnell oder zu langsam zunimmt, kontaktiere auf jeden Fall einen Arzt und lass das abklären.

Eine Babywaage brauchst Du dafür übrigens in den seltensten Fällen. Nur Früh- oder Mangelgeburten oder wenn Du das Gewicht Deines Kindes aus einem anderen Grund streng überwachen musst, benötigen eine tägliche Gewichtskontrolle.

Ansonsten reicht es in der Regel aus, Dein Baby und ohne Gewichtstabelle einfach zu beobachten:

  • Ist die Haut rosig und zart?
  • Trinkt es ausreichend?
  • Hat es zwischendurch längere Wachphasen?
  • Hat es genügend nasse Windeln pro Tag?

Alarmiert solltest Du sein, wenn Dein Baby sichtlich nicht zunimmt, häufig und viel spuckt, müde und lethargisch wirkt und wenig Nahrung zu sich nimmt.

Mangelnde Gewichtszunahme beim Baby

Ein möglicherweise zu geringes Gewicht auf der Gewichtstabelle ist schnell Grund zur Sorge. Das muss aber nicht sein. Wenn Dein Baby keine Anzeichen von Hunger zeigt und sich normal verhält, ist es wahrscheinlich auch gesund.

Wenn Dein Baby nicht richtig zunimmt und gleichzeitig häufig Hunger hat, solltest Du überprüfen, ob es vielleicht nicht wirklich satt wird. Wenn Du stillst, solltest Du häufiger anlegen und Dein Baby länger trinken lassen. Wie bei allen Stillproblemen kann Dir auch eine gute Stillberatung weiter helfen.

Bei Kindern, die mit der Flasche ernährt werden, kannst Du anhand der getrunkenen Menge ganz einfach überprüfen, wie viel Dein Baby trinkt.

Wenn Babys vorübergehend sehr viel oder gar keinen Hunger haben, ist das kein Grund zur Sorge. Vielleicht bereitet sich Dein Kind auf den nächsten Wachstumsschub vor und braucht deshalb zusätzliche Kalorien – oder es befindet sich in einem mentalen Entwicklungsschub und hat darum einfach wenig Hunger.

Auch Stress kann beim Baby dazu führen, dass es nicht richtig trinkt und dadurch nicht zunimmt. Direkter Körperkontakt kann Deinem Baby helfen, Stress abzubauen. Eine gute Babytrage oder ein bequemes Tragetuch können Deinem Baby diesen Körperkontakt ermöglichen, ohne dass Du in Deinem Alltag zu sehr eingeschränkt wirst. Übrigens gibt es auch stillfreundliche Tragehilfen.

Übermäßige Gewichtszunahme beim Baby

In Deutschland sind mittlerweile viele Kinder – auch schon Kleinkinder ab 3 Jahren – übergewichtig. Von 15% aller Kinder und Jugendlichen ist die Rede. Diese Schicksal wünscht sich natürlich kein Elternteil für sein Kind. Darum steht bei einer starken Gewichtszunahme im Babyalter häufig schon die Frage im Raum, ob das Rückschlüsse auf späteres Übergewicht zulässt.

Die kurze Antwort lautet: Nein, in aller Regel nicht. Vor allem, wenn Du Dein Baby stillst, musst Du Dir keine Sorgen machen. Der Babyspeck verschwindet meist, sobald Dein Baby sich durch Krabbeln und Laufen viel bewegt.

Mit Stillen kannst Du Dein Baby nicht überfüttern, denn die Muttermilch ist perfekt an die Bedürfnisse Deines Babys angepasst. Die Speckpölsterchen haben wahrscheinlich einfach eine genetische Ursache und bedeuten nur, dass Dein Kind gesund und fit ist.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Kind später übergewichtig wird, kannst Du sehr früh reduzieren. Zum Beispiel, indem Du ein gesundes Hunger- und Sättigungsempfinden zulässt.

Füttere Dein Baby nicht nach der Uhr, sondern nach Bedarf – egal, ob mit der Flasche oder aus der Brust.

Zwinge Dein Kind nie, zu essen oder zu trinken.

Einige Eltern glauben auch, dass die Beikosteinführung mit Baby Led Weaning ein gesundes Essverhalten fördert. Aber auch wenn Du Dein Baby mit Brei fütterst, solltest Du ihm nie mehr Nahrung aufzwingen, als es von sich aus verlangt. Das heißt, auch wenn nur noch vier Löffelchen übrig wären und es schade ist, den Brei zu entsorgen – die beliebten Ein-Löffelchen-für-Mama oder Flugzeug-Spielchen haben in Verbindung mit einem Kinderlöffel nichts zu suchen.

Achte außerdem auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung Deines Kindes. Denn die ersten sieben Lebensjahre prägen Dein Kind dahingehend fürs Leben. Außerdem brauchen Kinder viel Bewegung an der frischen Luft – und keine Medienzeit oder ähnliches.

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