B streptokokken neugeborene

Inhalte

Die Schwangerschaft und die Geburt unseres dritten Kindes verlief absolut unkompliziert. Das Baby war da, gesund und munter und ich wäre gerne so wie damals bei der Zweitgeborenen gleich nach Hause gegangen Von der Gefahr einer Neugeboreneninfektion wegen des grünen Fruchtwassers hatte ich bis dato noch nichts gehört. Aber genau wegen des grünen Fruchtwassers (im Mutterpass stand hinterher „dick grün“) ließen sie uns nicht nach Hause gehen sondern wir sollten 48 Stunden zur Überwachung da bleiben. Ok, was solls habe ich mir gedacht. Wird ja nichts passieren, der Kleine ist gut drauf, will trinken, kackert und pullert – alles super. Aber wir blieben natürlich und so bekamen wir am Tag der Geburt von der Familie im Krankenhaus Besuch, anstatt dass wir mit Neugeborenem nach Hause kamen.

Die erste Nacht wurde viel geschrien

Nachdem der erste Lebenstag unauffällig verlief (außer, dass es sehr heiß war und alle am Schwitzen waren), war die erste Nacht nicht so, wie ich es von den Schwestern kannte: Obwohl der Kleine offensichtlich beim Stillen schluckte und ausreichend Kolostrum da war, hat er die ganze Nacht sehr viel geschrien. Und selbst Herumtragen hat ihn nicht wirklich beruhigt. Das fand ich schon etwas komisch und erst da fiel mir auch auf, dass er bis dahin fast noch nicht die Augen aufgemacht hatte. Wobei ich beides nicht beunruhigend genug fand, um nachzufragen.

Bei der Kontrolle durch eine Schwester am nächsten Morgen zeigte sich eine leicht erhöhte Temperatur. Diese schien uns beiden bei den heißen Außentemperaturen aber auch erstmal nicht verwunderlich und ich sollte ihm etwas abgekochtes Wasser geben.

„Schauen Sie doch, die Atmung – der zieht doch die Rippen ein“

Nach Schichtwechsel der Schwestern kam eine recht herb rüberkommende ältere Schwester mit strengem russischen Akzent zur Kontrolle. Zunächst wurde ich angepflaumt, wieso ich dem Kind Wasser geben würde. Nach meiner Erklärung meinte sie, dass das nicht nötig sei. Schon beim ersten kurzen Besuch wies sie mich an, doch mal hinzuschauen, denn der Kleine würde beim Atmen doch die Rippen so stark einziehen.

Ich fand das nicht so wahnsinnig auffällig, aber ich bin ja auch nicht medizinisch geschult. Bei ihrer zweiten Visite hat sie seine Temperatur gemessen und der vorherigen Zugabe von Wasser zugestimmt, weil sie immer noch erhöht war. Sie forderte mich wieder auf, mir doch die Atmung anzuschauen. Es gefiele ihr gar nicht. Sie führte das aber nicht weiter aus und fragte auch nicht nach, was sie denn befürchtete weil ich zu dem Zeitpunkt noch das Gefühl hatte, dass es dem Kleinen absolut gut geht.

Einzig fand ich es weiter etwas auffällig, dass er bis dahin noch immer die Augen zu hatte.

Wir möchten Ihrem Kind doch lieber mal Blut abnehmen

Am frühen Nachmittag hatte die russische Schwester wohl endgültig Alarm geschlagen, denn da hieß es, dass sie dem Kleinen Blut abnehmen wollen um eine Infektion auszuschließen. Und selbst da war ich noch entspannt, ging es ihm doch in meinen Augen weiter gut.

Eine Stunde später stand eine der Frauenärztinnen im Zimmer und sagte gleich, dass sie keine guten Neuigkeiten hat: Der Entzündungswert ist sehr hoch, der Kleine hat die Neugeboreneninfektion und muss mit Antibiotikum behandelt werden. Da das Krankenhaus Havelhöhe, in dem ich entbunden habe, keine Kinderstation hat, hat sie bereits die Verlegung ins Waldkrankenhaus in Spandau veranlasst.

Obwohl ich von der Neugeboreneninfektion noch nichts gehört hatte, klang Verlegung wegen fehlender dauerhafter Kinderarztbetreuung beängstigend. Schon in den nächste 90 Minuten wollte eine Kinderärztin aus dem anderen Krankenhaus ihn abholen kommen. Nun wurde ich noch gefragt, ob ich entlassen oder selbst auch verlegt werden möchte: Rooming-in auf der Wöchnerinnenstation oder Kinderstation, kein Rooming-in, Entlassung, Verlegung, Krankentransport,…

Von dieser ganzen Diskussion darum habe ich nur noch die Hälfte mitbekommen, weil die Tatsache, dass mein Baby so krank ist, dass es verlegt werden muss, mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Ich gab lediglich zu verstehen, dass ich bei ihm sein will und dass sie bitte im Waldkrankenhaus nachfragen soll, wie das am besten zu bewerkstelligen ist.

Um Fassung ringend konnte ich meinem Mann am Telefon kaum genaue Auskunft geben, außer dass das Baby ins Waldkrankenhaus in Spandau verlegt werden muss und er sofort kommen soll. Zum Glück war unser altes liebes Au Pair gerade zu Hause zu Besuch bei den beiden Großen und blieb in dieser Notsituation wie selbstverständlich bei den Mädels.

Der nächste Schock: Die Abholung mit vier Mann

Von dem Auftritt der Mannschaft aus dem Waldkrankenhaus war ich echt erschrocken: 2 Fahrer in Uniform, die den Transport-Brutkasten schoben, der mit allem möglichen Überwachungsgeräten ausgestattet war, was ich beängstigend fand. Zudem die Kinderärztin und eine Schwester mit 2 großen Taschen voll Equipment, die nicht hektisch, aber dennoch sehr um Eile bemüht waren.

Sie untersuchten den Kleinen direkt vor Ort und weil sie einen Zugang legen wollte, sollte ich mich lieber in etwas Entfernung hinsetzen. Der Kleine schrie wahnsinnig und hörte überhaupt nicht mehr auf. Direkt dort spritzen sie bereits das erste Antibiotikum über den Zugang und hängten das zweite zum Durchlaufen an, was innerhalb von einer Stunde ganz langsam verabreicht wurde.

Zur Überwachung von Herz und Atmung wurden 3 Elektroden auf die Brust geklebt und die Sauerstoffsättigung über ein Kabel am Fuß kontrolliert. So verkabelt und immer noch schreien wurde mein Baby wie oben auf dem Foto zu sehen in den furchtbaren Kasten gelegt, dort festgeschnallt und weggeschoben.

Es hat mir schier das Herz zerrissen, ihn so von mir abtransportiert zu sehen! Zumal ich aus Platzmangel nicht mit im Krankenwagen fahren durfte, sondern alleine zurück blieb. Wenigstens konnte mein Mann mit unserem Auto hinterherfahren. Leider durfte ich wegen der Verlegung auch nicht in einem Privatauto von A nach B fahren und so musste ich noch fast eine Stunde auf meinen eigenen Krankentransport warten.

Ich war echt fertig und die Blicke der Wöchnerinnen, die Teile des Geschehens mitbekamen, halfen genau so wenig wie das zwanghaft fröhliche Gespräch, das mir der Mitarbeiter vom Krankentransport auf dem Weg ins Waldkrankenhaus zur Aufmunterung aufdrücken wollte…

Viel später erfuhr ich erst von meinem Mann, dass sie unser Baby sogar mit Blaulicht ins andere Krankenhaus gefahren haben! So eilig war es also!

Nach einer mir endlos vorkommenden Fahrt zum Waldkrankenhaus wollte mir die diensthabende Ärztin auf der Wöchnerinnenstation, wo ich erst einmal hingebracht wurde, genau erklären, was sie mit mir in den nächsten Tagen vorhaben. Ich bin wirklich selten unhöflich zu Fremden, die es gut mit mir meinen. Aber dieser Dame musste ich dann doch nach 2 Minuten erklären, dass mich das jetzt grad herzlich wenig interessiert und ich einfach nur zu meinem Baby will! Mein Mann war ja zum Glück kurz nach der Ankunft des Kleinen auch auf der Intensivstation angekommen und konnte mir schon einiges an Auskünften weitergeben:

Bei der Neugeboreneninfektion, unter der auch unser Baby litt, befinden sich die Erreger im Blut, es liegt also eine Blutvergiftung vor, die potentiell auf jedes Organ übergehen kann und unbehandelt sehr wahrscheinlich zum Tod des Neugeborenen führt. Daher ist es so wichtig, so schnell wie möglich mit der Antibiotika-Behandlung zu starten. Die Babies werden regelmäßig abgehört und das Gehirn per Ultraschall auf mögliche Hirnblutungen untersucht, die bei Neugeboreneninfektion gehäufter auftreten. Die niedrige Sauerstoffsättigung und die Atemsymptomatik (das Einziehen der Rippen) weißt auf eine Beteiligung der Lunge hin, welches aber auch schnell durch das Antibiotikum besser werden sollte.

Außerdem konnte mir mein Mann zum Beispiel auch das Hygiene-Protokoll auf der Intensivstation erklären: Uhren und Schmuck ab, Hände desinfizieren, Hände inklusive Unterarme waschen, noch mal desinfizieren. Wickeln nur mir Handschuhen und Schürze.

Erst da wurde mir so richtig bewusst, wie ernst die Neugeboreneninfektion eigentlich ist

Ich fühlte mich wie im falschen Film: Gestern hatten wir ein gesundes Neugeborenes Willkommen geheißen, der Familienbesuch hat es geküßt, gedrückt und geknuddelt und nur 24 Stunden später haben wir ein sehr krankes Neugeborenes, das wir nur nach ordentlicher Desinfektion berühren dürfen und das in einem geschlossenen Inkubator liegt! Das habe ich so dermaßen null erwartet mit einem reif geborenen Baby!

Weil die Sauerstoffsättigung nach Ankunft nicht optimal war, bekam der Kleine extra mit Sauerstoff angereicherten Sauerstoff in seinen deshalb geschlossenen Brutkasten und so lag er da, als ich ankam.

Der erste Anblick war ein echter Schock! Er lag da so ruhig und kam mir so angeschlagen vor. Dieser Monitor über seinem Bett, welcher Linien für seinen Herzschlag, die Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung aufzeichnete, und der immer mal einen orangen Alarm von sich gab, war sehr beunruhigend. Wobei beim orangen Alarm das Personal nur kurz auf den Monitor schaut und zumindest immer wenn ich da war, nicht weiter reagiert hat. Der orange Alarm ist eben so eingestellt, dass noch kein direkter Eingriff nötig ist und es scheint eher normal, dass sich einer der Werte mal im orangen Bereich befindet. Während ich nach wie vor irgendwie unter Schock stand, verstand das Team auf der Station es sehr gut, mir langsam meine Angst zu nehmen. Sie nahmen sich viel Zeit mir zu erklären, wie es weitergeht und haben mit einer Engelsgeduld alle meine Fragen beantwortet.

Ich durfte den Kleinen auch streicheln, habe dann allerdings irgendwann meine Hand von selbst wieder rausgezogen, als der Sauerstoffsättigungswert (durch die offene Klappe?) in den orangen Bereich gerutscht war. Der Kinderpfleger blieb allerdings total entspannt und meinte ich könne ihn ruhig weiter streicheln, man würde sehen, wie beruhigend das auf den Kleinen wirke. So saß ich erstmal noch eine Weile beim Baby und habe irgendwie versucht, das Geschehen des Nachmittags und Abends zu begreifen.

Irgendwann war es schon ziemlich spät und ich musste unbedingt noch eine Milchpumpe holen und dringend mit dem Abpumpen anfangen. Und so ließ ich den Kleinen mit gemischten Gefühlen „allein“ auf der Neo-Intensivstation zurück: Einerseits erleichtert, dass er nun optimal versorgt und überwacht wurde, andererseits sehr traurig, dass er die Nacht nun ganz alleine in dem Kasten verbringen musste.

Das tun, was ich in der Situation fürs Baby tun kann

Da ich meinem Kleinen nach der für ihn ja auch sehr anstrengenden Tortur erst einmal Ruhe gönnen wollte, tat ich aus das, was ich in dem Moment für ihn tun konnte: Den Milchfluss in Gang bringen. Und so habe ich abends und nachts mehrfach Muttermilch abgepumpt. Obwohl der Milcheinschuss noch nicht da war, bekam ich dank der elektrischen Milchpumpe einige Milliliter abgepumpt und konnte die Milch auf der Intensivstation abgeben, damit sie diese zuerst füttern und dann erst mit Fertigmilch nachfüttern. Dass ich mich beim Abpumpen wie eine Kuh beim Melken gefühlt habe, war in der Situation völlig nebensächlich.

Der erste Morgen auf der Intensivstation

Nach einer kurzen Nacht war ich schon sehr früh wieder beim Baby. Eine total nette Schwester empfing mich freudig, sagte, dass sie dem kleinen die Reste des grünen Fruchtwassers, das noch in sämtlichen Falten und den Haaren klebte – so gut es ging – entfernt hatte und ich ihn gerne mal anlegen könnte, weil er eh gerade wach wäre.

Ich darf ihn anlegen?!?

Ich war total überrascht und wahnsinnig froh, dass ich ihn stillen durfte, auch wenn ich viel Respekt vor den Kabeln hatte, die ich mit ihm auf dem Schoß hatte. Und ich hatte Angst, dass sein Sauerstoffsättigungswert gleich wieder absackt, sobald er normale Luft atmete. Aber siehe da, dieser blieb auch außerhalb des Kastens im grünen Bereich und wir genossen das Stillen Kuscheln und noch mehr Stillen sehr! Die Schwester drosselte danach auch die Zufuhr an extra Sauerstoff im Inkubator und sie machte am Ende ihrer Schicht noch mal einen Test und beschloss, dass kein zusätzlicher Sauerstoff mehr nötig war.

Ich war an dem Tag fast den ganzen Tag auf der Intensivstation und habe einfach nur mit meinem Kleinen gekuschelt und war bei ihm. Er hatte auch schnell wieder reichlich Interesse an der Brust und man hörte und sah, wie er schluckte.

Auch wenn ich bei den anderen beiden jeweils solch abrupte Milcheinschüsse hatte, dass ich ziemlich starke Schmerzen und zwei Melonen mit mir rumschleppte, passierte das diesen Mal nicht. Vielleicht weil ich zwischendurch auch noch mal abgepumpt hatte. Ich merkte den Milcheinschuss lediglich daran, dass der Kleine länger trank und öfter schluckte.

Wir machten an dem Nachmittag eine sogenannte Stillprobe, bei der der Kleine vor und nach dem Stillen gewogen wurde und siehe da, es war ein Unterschied von plus 60g, was die Schwester kaum glaubte.

So einigten wir uns auch darauf, dass mich die Nachtschicht anrufen sollte, wenn der Kleine Hunger hat, damit ich zur anderen Station rüberlaufen und ihn stillen konnte. In der Nacht wurde ich, obwohl der Kleine jeweils lange trank und definitiv auch viel getrunken hat, einige Male geweckt: Der total nette Kinderkrankenpfleger konnte mein hungriges Baby nicht beruhigen und war selbst verwundert über dessen gesunden Appetit 🙂

Ich war einfach nur so erleichtert über die schnelle Besserung des Kleinen, dass ich mich locker auch die ganze Nacht auf den etwas unbequemen Stuhl zum Stillen hingesetzt hätte!

Weil alles so gut aussah und der Kleine auch schon wieder zunahm, wurde bei der Visite am 2. Morgen beschlossen, dass er von der Intensivstation entlassen werden und wir gemeinsam auf die Kinderstation verlegt werden konnten. Was für eine Erleichterung!!!

Ich wurde offiziell von der Wöchnerinnenstation „entlassen“ und war anschließend als Begleitperson mit auf der Kinderstation. Bis zum Ende der Antibiotika-Therapie von insgesamt 10 Tagen mussten wir dort bleiben.

Die Sache mit den Zugängen bei Neugeborenen

Da die beiden Antibiotika bei Neugeborenen intravenös gegeben werden und diese Zugänge bei den ganz Kleinen oft nur eine kurze Haltbarkeitsdauer haben, muss man für die komplette Therapie im Krankenhaus bleiben. Der erste Zugang an der Hand hielt nur 24 Stunden. Als ein neuer gelegt werden musste, kam ich gerade zur Intensivstation und wurde gebeten, draußen zu warten. Durch zwei geschlossene Türen hörte ich meinen Kleinen herzzerreißend schreien! So schrill hatte ich vorher noch nie ein Baby schreien hören 🙁

Dieser Zugang wurde in den Fuß gelegt. Ab da war meine größte Sorge und erste Frage, wenn vor der Antibiotikagabe mit etwas Kochsalzlösung die Durchlässigkeit des Zugangs getestet wurde, ob der Zugang noch funktioniert!

Leider hielt auch der zweite Zugang nur 1,5 Tage. Als dann erneut ein Zugang gelegt werden musste, wollte ich zur Beruhigung des Kleinen dabei bleiben. Die junge Ärztin wollte den Zugang in eine Vene am Kopf legen, weil beide Hände und Füße von Zugängen oder den Versuchen, diesen zu legen und von Blutabnahmen schon völlig zerstochen waren 🙁

Von einer supernetten Schwester aus der Intensivstation wusste ich, dass der Zugang am Kopf für die Babies am schmerzlosesten ist und diese meistens auch besser halten, weil da einfach weniger Bewegung ist. Daher fand ich dieses Vorhaben nicht so schlimm. Allerdings war mir bis dahin nicht klar, dass nicht jeder Versuch klappt. Die Ärztin versuchte es an 3 verschiedenen Venen am Kopf, jeweils etwas oberhalb der Stirn. Erstaunlicherweise hat der Kleine das Gepiekse zunächst ziemlich entspannt mitgemacht (1-2 Tropfen Glucoselösung wirken Wunder). Nach dem dritten vergeblichen Versuch reichte es aber dann doch allen Beteiligten und die erfolglose Ärztin sprang auf um eine andere Ärztin zu holen.

Interessanterweise gab diese ihm nicht vorher die Glucoselösung und bat mich auch, ihn nicht zu beruhigen, weil sie die Vene besser trifft, wenn sie sich durchs Schreien des Babies vergrößert. Auch wenns nicht so schön war, ging die Strategie auf und sehr schnell war der Zugang gelegt und der Kleine Dank anschließendem Tropfen der Zuckerlösung wieder beruhigt.

Er bekam zum Schutz des Zugangs ein Netz-Mützchen auf den Kopf. Und das bei der Hitze!

Die übrige Behandlung der Neugeboreneninfektion

Der Zugang am Kopf hielt sage und schreibe bis zum Ende. 7 Tage wurde einmal am Tag das Antibiotikum Gentamicin verabreicht und 2 Mal täglich ein weiteres Penicillin für 10 Tage. Das sei die international anerkannte Standardtherapie erklärte man mir. Diese Kombination von zwei Antibiotika killt laut Aussage der Kinderärzte 95% der Bakterien, die die Neugeboreneninfektion auslösen. Da der Entzündungswert so hoch war, dass es sehr wahrscheinlich war, dass sich das Baby schon im Bauch angesteckt hat, hatte ich mehrfach bei verschiedenen Kinderärzten die mit uns zu tun hatten, nachgefragt, ob sie nicht bei mir auf die Suche nach dem Auslöser gehen wollen. Sie können den Neugeborenen nicht genug Blut abnehmen, um den Erreger sicher zu finden. Daher meine Idee, doch mein Blut zu untersuchen. Aber das wäre wegen der Gabe des breit angelegten Antibiotikums gar nicht nötig und es ist auch egal, was es am Ende für ein Erreger ist oder woher es kam – so die Aussage der Ärzte.

So blieb die Frage, woher die Infektion kam, leider unbeantwortet. Einen Streptokokkentest hatte ich 3 Wochen vor Geburt gemacht, aber da wurde nichts gefunden. Das wichtigste war aber natürlich, dass das Antibiotikum angeschlagen hat und alles soweit gut aussah.

Zur Vermeidung, dass sich der Kleine wegen des Antibiotikums einen Pilz einfängt, bekam er oral ein Medikament, das ihm ziemlich gut zu schmecken schien 🙂 Außerdem wurde im Krankenhaus auch noch die U2 gemacht sowie ein Hüftultraschall und ein Hörtest mit einem Gerät, das die Hirnströme misst und genauer ist als das, das üblicherweise für Neugeborenenhörtests verwendet wird. Das machen sie standardmäßig bei Kindern mit Neugeboreneninfektion, weil das Gentamicin die Haarzellen des Innenohrs irreparabel schädigen kann. Laut Wikipedia treten bei 1-3% der Patienten Hörschäden auf. Als ich davon erfahren habe, habe ich die verschiedenen Schwestern wuschig gemacht mit meinen Fragen rund um Gentamicin und die Wahrscheinlichkeit, dass mein Sohn Hörschäden davon übrig behält. Sie haben nur am 2. oder 3. Tag den Gentamicin Spiegel kontrolliert und ich hab immer mal nachgefragt, ob man den nicht weiter kontrollieren müsse, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Erst als eine junge Schwester extra für mich recherchiert hat und sagte, dass sie im Waldkrankenhaus noch keinen Fall von Hörschäden miterlebt hat und ihre deutlich erfahrenere Kollegen ebenso wenig, hat mich das beruhigt. Scheinbar wissen sie also, was sie machen denn sie haben oft Babies mit Neugeboreneninfektion im Haus. Ein Arzt sagte mal, dass ca. jedes zweite Baby auf der Neo-Intensiv deswegen dort wäre.

Zum Glück war der Test unauffällig und so konnten wir mir einem gesunden Baby 11 Tage nach der Geburt am Tag der Hochzeit meiner Schwester das Krankenhaus verlassen und sogar noch die Hochzeit mitfeiern!

Resümee über unsere Erfahrung mit Neugeboreneninfektion

Dass unser Baby so kurz nach der Geburt an der Neugeboreneninfektion erkrankt ist, war alles andere als schön und hat uns alle ganz schön aus der Bahn geworfen. Dank der super Betreuung im Krankenhaus und der raschen und sichtbaren Besserung des Kleinen waren die größten Sorgen nach wenigen Tagen zum Glück schon fast vergessen. Wir haben wirklich einfach sehr viel Glück gehabt. Zum Beispiel auch, dass der Kleine einen so guten Appetit hatte und dadurch die mega Hitze auch gut verkraftet hat. Außerdem war es ein Glücksfall, dass wir in Berlin und nicht in London waren. Dort hätte ich längst nicht so viel beim Baby sein können, wie eine Freundin zumindest vor 8 Jahren erleben musste. Und außerdem konnte mein Mann mit der Unterstützung meiner Familie die beiden Großen zu Hause ganz gut ohne mich wuppen, auch wenn sie mich und den Baby-Bruder sehr vermissten.

Auch wenn wir „gesund“ entlassen wurden, machte ich mir auch zu Hause viel mehr Sorgen um ihn und ich schätze, dass wird bei jedem Fieber oder Schnupfen auch weiterhin der Fall sein. So habe ich einige Tage immer noch die Temperatur gecheckt und auch noch Wochen später mal das Thermometer gezückt, wenn er mir etwas warm vorkam. Oder auch immer sehr genau auf die Atmung geachtet. Sehr lange fand ich die manchmal auch etwas auffällig, aber mein Mann beruhigte mich dann und meist war es gleich wieder ganz unauffällig.

Ich wundere mich zwar nach wie vor, dass der Kleine so viel schläft (auch noch mit 8 Wochen). Aber da er in den Wachphasen wirklich sehr wach und ein totales Strahlemännchen ist, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass er einfach gerne schläft. Und außerdem hat er ja in der Regel immer einen ziemlich vollen Bauch und Verdauen kann ja auch soooowas von anstrengend sein 🙂

Fühlt euch gedrückt, falls ihr gerade eine Neugeboreneninfektion durchlebt

Ich hoffe, ich kann mit unserer Erfahrung dem ein oder anderen, der mit einem Neugeborenen wegen einer Infektion auf der Intensivstation landet und hoch und runter googelt, mit diesem Post etwas Mut machen. Es ist wirklich nicht schön, was das Baby alles mitmachen muss und dass man als Mutter oder Vater nicht viel anderes machen kann, als da zu sein. Aber wenn alles normal verläuft wie bei uns, geht man am Ende mit einem kerngesunden Baby nach Hause.

Und was ich auch von allen Seiten im Krankenhaus immer wieder gehört habe, und was ich so schnell nicht vergessen werde:

Wie viele Schmerzen ein Baby auch immer bei den ganzen Untersuchungen und Behandlungen spürt; Solange die Mama da ist und das Baby hinterher tröstet, vergisst es die Schmerzen sofort und umso schneller, wenn es an der Brust getröstet wird. Ich kann das jetzt jedenfalls bestätigen: Muttermilch scheint wie ein Vergessensserum zu wirken!

Eure Uta x

Update 9 Monate später:

Der kleine Mann hat sich nach dem schwierigen Start zum absoluten Sonnenschein entwickelt! Daher nenne ich ihn hier auch den Grinsebären: Solange es genug Futter gibt, strahlt er in der Regel von morgens bis abends. Nur wenn die Zähnchen drücken, ist er etwas empfindlicher, als ich das von den großen Schwestern kenne, aber das dürfte wohl nicht mit der Neugeboreneninfektion zusammenhängen ;-). Ich merke auch keine höhere Infektanfälligkeit, wobei er bis dato auch noch recht viel gestillt wird.

Einen weiteren Hörtest mit 7 Monaten hat er zum Glück ohne Auffälligkeiten bestanden. Damit war die letzte verbliebene Sorge nach der Neugeboreneninfektion auch Vergangenheit!

Baby neugeborenen Infektion

Hallo,
ich möchte Dir ganz viel Mut machen. Meine beiden Kinder (geb. 2012 und 2016) hatten eine Neugeboreneninfektion und mussten auf Intensiv mit Antibiotika. Es ist unklar, ob es zwischen den Infektionen einen Zusammenhang gibt, ich war jedenfalls immer gesund (Streptokkoken getestet).
Das wichtigste vorneweg: Es ist keinerlei Beeinträchtigung o.ä. zurückgeblieben, alles war gut. Die Ärzte haben mir jetzt beim zweiten Kind erklärt, dass man oft nicht weiss, was für eine Infektion es ist, aber sehr wirksame Antibiotika zur Verfügung hat, die auch so schnell wirken, dass die Infektion oft nie so schlimm wird, dass man den genauen Erreger gar nicht bestimmen kann (wenn man Blutkulturen anlegt).
Unser erstes Kind wurde 2012 notfallmäßig in ein anderes Krankenhaus verlegt (mit 36 Stunden), hatte Fieber, Atemaussetzer, war schon grau, erhöhte Entzündungswerte. War sehr dramatisch und auch traumatisch für uns Eltern. Nach 7 Tagen konnten wir nach Hause. Unser Kind ist völlig gesund, sogar viel weniger infektanfällig als die meisten Kinder, die ich kenne. Dieses Erlebnis hat mich sehr mitgenommen, und ich habe lange gebraucht, um nicht ständig in Todesangst um unser Kind auszubrechen. Die Geburt war sekundärer Kaiserschnitt nach Einleitung bei ET+9.
Unser zweites Kind habe ich im März 2016 in einem Krankenhaus mit Neonatologie entbunden – spontan bei ET+5. Die wussten über unsere Vorgeschichte Bescheid und haben (eigentlich nur um uns zu beruhigen) Nabelschnurblut direkt nach der Geburt abgenommen und die Entzündungswerte waren wieder erhöht, leicht erhöhte Temperatur. Unser zweites Kind bekam auch Antibiose 5 Tage lang, aber war in einem insgesamt viel besseren Zustand, da die Infektion früher erkannt wurde. Nach 2 Tagen war der Monitor und Wärmebett weg und ich konnte ins Rooming-In. Nach 5 Tagen waren wir zuhause. Dieses Mal war alles viel entspannter für mich, Traumabewältigung vom ersten Mal sozusagen – weil ich mir dieses Mal sicher war, dass alles gut wird.
Kopfzugang hatten wir auch, sieht fies aus, war für uns aber wohl schlimmer als für unser Kind.
Ich hatte den Eindruck, dass die Kinderärzte mit Neugeboreneninfektionen viel Erfahrung haben und entsprechend routiniert damit umgehen.
Darum: Verlier die Zuversicht nicht.
Wenn Du noch Fragen hast, einfach fragen.
Sag mal Bescheid wies weiter ging!
So ich muss jetzt zum Kindchen, das wird grad wach.
Alles Liebe und Gute, c

Schwangerschaft: Erhöhte Entzündungswerte könnten Gehirnentwicklung des Ungeborenen beeinflussen

/ jm1366, stock.adobe.com

Berlin – Infektionen, Stress und Übergewicht können dazu führen, dass Entzündungs­werte ansteigen. In der Schwangerschaft besteht damit ein erhöhtes Risiko für psychia­trische Erkrankungen beim Neugeborenen. Insbesondere eine eingeschränkte Impuls­kontrolle scheint sich zu häufen, berichten Wissenschaftler der Charité – Universitäts­medizin Berlin in einer Studie mit 86 Frauen, die in Biological Psychiatry veröffentlicht wurde (2017; doi: 10.1016/j.biopsych.2017.05.027).

In Kooperation mit der University of California Irvine untersuchte das Forscherteam um Claudia Buß Frauen und ihr Ungeborenes insgesamt dreimal in jedem Trimenon ihrer Schwangerschaft. Neben Ultraschalldiagnostik und der Auswertung biologischer Proben wurden medizinische Komplikationen erfasst, ebenso das psychische Wohlbe­fin­den der werdenden Mütter. Innerhalb des ersten Monats nach der Geburt führten die Forscher eine Magnetresonanztomographie der Gehirne der Kinder während des natürlichen Schlafes durch. Im Alter von 24 Monaten folgte anhand spielerischer Übungen die Ermittlung der Impulskontrolle der Kinder.

Anzeige

„Wir haben festgestellt, dass bei erhöhten Interleukin-6-Konzentrationen nicht nur neonatale Veränderungen der Amygdala auftraten“, erklärt Buß. Im weiteren Verlauf habe sich gezeigt, dass diese Veränderungen mit einer geringeren Fähigkeit zur Impuls­kontrolle der jeweiligen Kinder im Alter von zwei Jahren verbunden waren. „Wir schließen daraus auf einen Zusammenhang zwischen erhöhten mütterlichen Entzün­dungswerten und einem erhöhten Risiko für psychiatrische Erkrankungen, die von einer mangelnden Impulskontrolle begleitet werden“, sagt die Psychologin von der Charité.

Aus dem Tiermodell ist bereits bekannt, dass Infektionen und Entzündungen bei trächtigen Tieren zu Veränderungen der Gehirnentwicklung ihrer Nachkommen sowie zu Verhaltensänderungen führen. Auch epidemiologische Studien untermauern die aktuellen Studienergebnisse. Sie weisen darauf hin, dass mütterliche Infektionen und andere klinische Phänotypen, die mit erhöhten Interleukin-6-Konzentrationen einher­gehen, wie beispielsweise Übergewicht, während der Schwangerschaft das Risiko für psychiatrische Krankheiten, wie Schizophrenie und Autismus, erhöhen können. © gie/aerzteblatt.de

Gefährliche Neugeborenensepsis durch Streptokokken B-Infektion

Eine Infektion mit B-Streptokokken kann bei Neugeborenen zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Eine vorsorgliche Antibiotika-Behandlung während der Geburt und ein schnelles Eingreifen bei ersten Krankheitssymptomen können dem aber gut vorbeugen.

Streptokokken B-Infektion vor oder während der Geburt

Streptokokken sind Bakterien, deren einzelne Untergruppen verschiedene Erkrankungen auslösen können. Scharlach zum Beispiel wird durch Streptokokken der Gruppe A verursacht. In der Geburtsmedizin sind aber vor allem die Streptokokken der Gruppe B relevant. Sie besiedeln bei zehn bis 30 Prozent aller Schwangeren den Darm, die Harnröhre oder die Vagina. Da das Immunsystem gesunder erwachsener Menschen die Bakterien aber gut in Schach halten kann, haben die Betroffenen in der Regel keine Symptome. Bei Schwangeren können sie manchmal zu einem Harnwegsinfekt führen. Weitaus ernster ist eine Infektion aber beim neugeborenen Kind.

Ist der Genitalbereich der Mutter mit B-Streptokokken besiedelt, können die Erreger bis zur Gebärmutter hinaufwandern. Aber keine Sorge, in der Fruchtblase ist Ihr Baby gut vor einer Infektion geschützt. Unter der Geburt jedoch, wenn die Fruchtblase platzt und sich das Baby durch den Geburtskanal schiebt, kommt es unweigerlich in direkten Kontakt mit den Bakterien. Aber: Kontakt heißt nicht gleich Infektion. Zu einer Infektion kommt es nur in etwa ein bis fünf Fällen pro 1.000 Geburten. Für Frühgeborene und Babys mit einem sehr geringen Geburtsgewicht ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch. Eine Infektion mit B-Streptokokken führt bei Neugeborenen mitunter zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Neugeborenensepsis).
Risikofaktoren für eine Neugeborenensepsis durch B-Streptokokken:
• positives Screening auf B-Streptokokken (35. – 37. SSW) bei der Mutter
• durch Streptokokken ausgelöste Harnwegsinfekte während der Schwangerschaft
• vorzeitiger Blasensprung (mehr als 18 Stunden vor der Geburt)
• Fieber der Mutter unter der Geburt (höher als 38°C)
• Frühgeburt (vor der 37. SSW)
• vorausgegangene Geburt eines infizierten Kindes
Aber: Sowohl der Ansteckung mit den gefährlichen Bakterien als auch einem tödlichen Ausgang der Infektion kann man heute medizinisch gut vorbeugen!

Frühform und Spätform der Neugeborenensepsis

Bei der Frühform (auch early-onset, EONS) spricht man von einer angeborenen Neugeborenensepsis. Zur Infektion kommt es noch vor oder während der Geburt. Bei der Frühform zeigen sich innerhalb der ersten 72 Stunden, meist schon in den ersten 24 Stunden nach der Geburt Symptome wie Atemstörungen, Blässe, Schlappheit, Haut-Ekzeme oder einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Häufig kommt es zur Lungenentzündung.
Bei der Spätform (auch late-onset, LONS) treten die ersten Symptome sieben Tage bis drei Monate nach der Geburt auf. Typische Krankheitsanzeichen sind dann Fieber, Trinkunlust, Unruhe und eine Empfindlichkeit gegenüber Berührungen. Im fortgeschrittenen Stadium der Sepsis kann es zu einer gespannten Fontanelle, hohem Fieber und Krampfanfällen kommen. Häufig verläuft die Spätform der Sepsis als Hirnhautentzündung (Meningitis).
Typisch für die Neugeborenensepsis, sowohl in der Früh- als auch in der Spätform, ist ein schneller Krankheitsverlauf: Vom scheinbar gesunden bis zum todkranken Kind vergehen oft nur Stunden. Deshalb ist es unerlässlich, dass bei einer Neugeborenensepsis sofort mit der medizinischen Behandlung begonnen wird.

Kleiner Pieks!

Neugeborenen-Screening: Warum dieser Bluttest beim Baby so wichtig ist

Weiterlesen Kleiner Pieks! Weiterlesen

Bei einer Neugeborenensepsis ist rasches Handeln gefragt!

Besteht aufgrund der Vorgeschichte (Risikofaktoren, siehe oben), der Symptome oder Blut- und Urinwerte Verdacht auf eine Neugeborebensepsis, muss unmittelbar mit der Behandlung begonnen werden. In den allermeisten Fällen ist die aufkeimende Erkrankung durch Antibiotika gut in den Griff zu bekommen und das Baby wird wieder gesund. Die Behandlung erfolgt stationär in einer Kinderklinik und dauert mehrere Tage.
Zur Vollständigkeit gehört an diese Stelle aber auch die Information, dass, sollte die Infektion zu spät erkannt und behandelt werden, es auch zu leichten bis schweren Langzeitfolgen und in seltenen Fällen sogar zum Tod des Säuglings kommen kann.

Sepsis vorbeugen durch Screening und Antibiotika-Prophylaxe

Zur Vorbeugung einer frühen Neugeborenensepsis können Schwangere zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche ein mikrobiologisches Screening machen lassen. Dabei wird ein Abstrich aus der Vagina und dem Po entnommen und im Labor auf eine B-Streptokokken-Besiedelung untersucht. Sollte der Test positiv ausfallen – werden die Bakterien also im Genital- und Analbereich der Schwangeren nachgewiesen – wird sie während der Geburt vorsorglich intravenös (Infusion oder Spritze) mit einem Antibiotikum behandelt. Dieses wird über die Plazenta an das Ungeborene weitergegeben und kann es vor einer bakteriellen Infektion schützen. Am besten kann das Antibiotikum wirken, wenn die Behandlung mindestens vier Stunden vor der eigentlichen Geburt beginnt. Geht die Geburt schneller, wird das Baby nach der Geburt gründlich untersucht und überwacht. Eine Antibiotikum-Behandlung vor dem errechneten Geburtstermin wäre übrigens sinnlos, da sich die Schwangere bis zur Geburt neu infizieren könnte.
Der Test auf B-Streptokokken zählt aktuell nicht zu den Mutterschafts-Richtlinien sondern ist eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), muss also selbst gezahlt werden. Er kostet maximal 30 Euro und wird von Ärzten und Hebammen dringend empfohlen.

Schwangerschaft

Schwangerschaftsvorsorge: Welche Leistungen zahlt die Krankenkasse?

Weiterlesen Schwangerschaft Weiterlesen

Sollten zu Geburtsbeginn keine Testergebnisse, dafür aber andere Risikofaktoren vorliegen, werden die Ärzte gegebenenfalls auch zu einer vorsorglichen Antibiotikabehandlung während der Geburt raten. Anders bei einem Kaiserschnitt: Hier ist das Infektionsrisiko für das Kind gering, eine vorsorgliche Antibiotikabehandlung durch die Mutter ist nicht notwendig.
Nach der Geburt wird der Gesundheitszustand des Neugeborenen in den ersten 48 bis 72 Stunden besonders engmaschig kontrolliert um schnell mit der Therapie beginnen zu können, sollte es zu Auffälligkeiten kommen.
Seit dieses Vorgehen bei einer B-Streptokokken-Besiedelung der Mutter als Standard-Maßnahmen eingeführt wurden, konnten die Fälle der Frühform einer Neugeborenen-Sepsis deutlich gesenkt werden.*
Der Spätform einer Sepsis nützen diese Maßnahmen allerdings nichts, da in diesem Fall die Ansteckung mit den Erregern erst nach der Geburt erfolgt. Hier kann nur auf eine besondere Hygiene geachtet werden, damit das Kind sich nicht infiziert. Achten Sie darauf, dass erkrankte Personen mit einer möglichen Streptokokken-Infektion (z.B. bei Scharlach, Mandelentzündung, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung…) dem Säugling nicht zu nahe kommen.

Röteln, Grippe & Co

Infektionen in der Schwangerschaft: Was für das Baby wirklich gefährlich ist

Weiterlesen Röteln, Grippe & Co Weiterlesen

Schwanger: Test auf B-Streptokokken sinnvoll?

Die Folgen: Das Baby kann eine Sepsis (Blutvergiftung) bekommen, an einer Lungenentzündung oder auch an einer Hirnhautentzündung erkranken. Mediziner unterscheiden zwischen sogenannten Früh- und Spätinfektionen. Erkrankt das Baby in den ersten sieben Lebenstagen, handelt es sich um eine Frühinfektion, die für die Hälfte bis zwei Drittel der Fälle­ sorgt. „Erste Symptome tauchen meistens innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt auf. Die Kinder haben in der Regel eine Blutvergiftung“, sagt der Kinderarzt. Erste Anzeichen können zum Beispiel sein: Die Haut des Säuglings wird grau. Herz- und Kreislauffrequenz sind auf­fällig. Das Baby trinkt schlecht, es bekommt eventuell Fieber. Abstriche aus Rachen, Ohren und von der Leiste spüren dann die Keime auf.

Spätinfektion innerhalb von drei Monaten möglich

Symptome der sogenannten Spätinfektion zeigen sich frühestens ab dem siebten Lebenstag, spätes­tens aber bis zum Ende des dritten Lebensmonats. Wie sich die Kinder bei dieser Variante anstecken, sei bislang noch unklar, sagt Kinderinfektiologe Berner. Es gibt drei Thesen:

  1. Die Keime kommen auch in den Brustdrüsen der Mutter vor.
  2. Die Keime werden zwar bei der Geburt übertragen, schlummern aber im Körper des Kindes.
  3. Übertragungen im Krankenhaus.

Die meisten Kinder, die in­folge einer Spätinfektion erkranken, bekommen eine Hirnhautentzündung. Alle betroffenen Babys werden mindestens 14 Tage lang mit einem Antibiotikum in der ­Klinik behandelt. Einige Kinder tragen trotzdem bleibende Schäden davon. Das können ­etwa ­­Entwicklungsverzögerungen oder -störungen sein, aber auch Krampfanfälle. „Fünf Prozent der Babys sterben. Das sind in Deutschland mehr als zehn Kinder im Jahr“, so Kinderinfektiologe Berner.

3 Bewertungen Streptokokken A Schnelltest Unsere Empfehlung: Der Schnelltest für Zuhause. Lassen Sie sich einfach und bequem von zu Hause aus auf Streptokokken testen.

Der Streptokokken Test ist für die Mutter wie auch für das Baby völlig ungefährlich. Bei einem Nachweis von B-Streptokokken erhält die werdende Mutter ungefähr vier Stunden vor der Geburt eine Infusion mit Antibiotika. Diese Infusion hilft der Mutter bei der Bekämpfung der Infektion. Damit kann verhindert werden, dass der Säugling sich mit den Streptokokken ansteckt. Ferner besteht die Möglichkeit zu verhindern, dass das Neugeborene unmittelbar mit einer Infusion in Berührung kommt.

Sofern der Verdacht auf eine Infektion mit Streptokokken besteht, macht ein Streptokokken Test durchaus Sinn. Denn das Immunsystem eines Neugeborenen ist noch äußerst schwach ausgebildet und könnte eine Streptokokken Infektion ohne Schaden zu nehmen kaum überstehen. Der Krankheitsverlauf kann sehr schnell voranschreiten und schlimmstenfalls sogar tödlich für den Säugling enden.

Gesetzliche Krankenkasse bezahlen einen Streptokokken Test in den meisten Fällen ausschließlich dann, sofern ein Verdacht auf eine Infektion mit Streptokokken vorliegt. Möchten Sie als Schwangere dennoch sichergehen, hiervon nicht betroffen zu sein, müssen Sie die Kosten entsprechend selbst tragen. In diesem Fall ist von einer sogenannten IGeL-Leistung die Rede. Zwischenzeitlich haben jedoch zahlreiche Krankenkassen den Streptokokken Test als Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft in ihren Leistungskatalog integriert. Es lohnt sich also, vor Inanspruchnahme des Tests bei der jeweiligen Krankenkasse nachzufragen.

Sichere Diagnostik mithilfe eines Scharlach-Tests

Abstrich für einen Scharlach-TestEin Scharlach Test eignet sich hervorragend zum Nachweis einer Streptokokken Infektion im Bereich des Rachens. Dabei lässt sich der Test sicher und einfach von jedem durchführen.

Scharlach gilt im allgemeinen als Kinderkrankheit. Jedoch können sich auch Erwachsene mit dieser Krankheit infizieren. Dies geschieht auch ohne unmittelbaren Kontakt zu Kindern. Eine überstandene Scharlach-Erkrankung ist nicht gleichzusetzen mit einem Schutz vor einer erneuten Infektion.

Da es unterschiedliche Streptokokken-Gruppen als Auslöser von Scharlach gibt, sind hierbei äußere Symptome für eine Diagnostik nicht ausreichend. Ein Streptokokken Scharlach-Test bringt Gewissheit. Binnen weniger Minuten liegt das Resultat vor. Bei einem Negativ-Ergebnis des Streptokokken Tests kann immer noch eine Scharlach Infektion erfolgen.

Begründet liegt dies vornehmlich in der nicht genauen Funktionsweise eines Scharlach-Tests. Deshalb werden Kulturen angelegt. Das Material hierfür gewinnt der Arzt aus dem Rachenabstrich.

Der Streptokokken Schnelltest

Streptokokken Schnelltest Beim Streptokokken Schnelltest handelt es sich um einen immunologischen Ein-Schritt-Membrantest. Damit lassen sich Strep-A Antigene aus Rachen Abstrichproben nachweisen. Wurde mithilfe des Schnelltests ein Nachweis des Erregers erbracht, kann eine Behandlung mittels Antibiotika schnellstmöglich eingeleitet werden. Dies ist besonders wichtig, wenn es sich bei der Infektion unter anderem um eine solche des Mittelohres oder eine Mandelentzündung handelt.

Vorteile eines Streptokokken Schnelltests

  • hohe diagnostische Sensitivität von 94,4 %
  • Spezifität: 97,3 %
  • komfortabel in der Anwendung
  • Probenmaterial anhand von Rachenabstrich-Proben
  • Qualitativ hochwertiger Nachweis von Strep-A Antigenen
  • hohe Zuverlässigkeit
  • Testergebnis liegt bereits innerhalb fünf Minuten vor

Bei Personen, die sich mit Streptokokken vom Typ A infiziert haben, lassen sich sehr oft Symptome wie Fieber, Beschwerden beim Schlucken und Hautausschläge beobachten. Erhalten diese Patienten frühzeitig ihre Diagnose und eine rechtzeitige Verordnung in Form von Antibiotika, wie beispielsweise Penicillin beim Nachweis von Streptococcus pyogenes, so lassen sich schwerwiegende Verläufe von Infektionskrankheiten vermeiden. Dazu zählen unter anderem

  • Scharlach
  • eitrige Mandelentzündungen
  • Entzündungen des Rachens
  • Pharyngitis
  • Seitenstrang-Angina
  • Otitis media.

Dank des Streptokokken Schnelltests liegt eine schnelle und sichere Methode zur Erkennung und Kontrolle des Streptokokken A-Antigens vor.

Anwendung

Anwendung eines Schnelltests Sie können den Streptokokken Schnelltest folgendermaßen durchführen: Entnehmen Sie zuerst eine Probe aus Ihrem Rachen. Den Abstrichtupfer geben Sie anschließend zu den Reagenzien.

Nun wird der Tupfer erneut ausgedrückt, um diesen wieder vollsaugen zu lassen. Lassen Sie die Proben für einen Zeitraum von rund einer Viertelstunde bei Zimmertemperatur ruhen. Anschließend drücken Sie den Tupfer letztmalig aus und entsorgen diesen.

Tauchen Sie nun den Teststreifen in das Extraktionsröhrchen und belassen Sie es für fünf Minuten dort. Nach den fünf Minuten können Sie das Resultat ablesen. Liegt eine Streptokokken Infektion vor, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Streptokokken in der Schwangerschaft

Zwar gehören Streptokokken zu einer großen Anzahl von Bakterien, die sich im menschlichen Organismus ansiedeln, ohne hier für gesundheitliche Probleme zu sorgen. Allerdings können diese gerade in der Schwangerschaft ernste Probleme hervorrufen. Ungefähr jede dritte Frau trägt Streptokokken des B-Typs in sich. Diese finden sich vermehrt im Bereich der Vagina wieder.
Streptokokken in der Schwangerschaft
Liegen bestimmte Voraussetzungen vor, können diese Streptokokken während der Geburt beim Neugeborenen schwere Infektionen hervorrufen. Aber auch die werdende Mutter kann hiervon betroffen sein, wenngleich dies eher selten der Fall ist. Medizinische Studien haben erwiesen, dass dies etwa bei einer von rund 2000 Geburten möglich ist.

Das Baby kann von B-Streptokokken infiziert sein, wenn

  • der Geburtsvorgang länger als 18 Stunden anhält
  • während der Wehen Fieber auftritt
  • ein durchgeführter Streptokokken Test positiv ausfiel
  • Frühwehen bereits vor der 37. Schwangerschaftswoche einsetzten.

Was ist zu tun, sofern Streptokokken festgestellt wurden?

Wenn B-Streptokokken den Körper des Menschen besiedeln, hat dies erst einmal auf die Schwangerschaft und ihren Verlauf keinen Einfluss. Auch die Entwicklung des Babys bleibt zunächst unbeeinträchtigt hiervon. Allerdings während oder auch nach der Geburt können Streptokokken beim Neugeborenen wie auch bei der Mutter Komplikationen hervorrufen. Zur Vermeidung derselben nehmen Ärzte bei Patientinnen, deren Tests positiv ausgefallen sind, mit dem Geburtsbeginn eine Antibiotika-Behandlung vor.

Dabei wird das Antibiotikum in Fällen, in denen die Fruchtblase platzt oder spätestens dann, wenn die Wehen begonnen haben, in regelmäßigen Abständen in die Armvene der werdenden Mutter verabreicht. Mit der Zufuhr des Antibiotikums wird aufgehört, sobald das Baby geboren wurde.

Zur Sicherung der Therapie mit Antibiotika während der Geburt macht es Sinn, vorab mit dem Frauenarzt oder der Hebamme einen Geburtsplan zu erstellen. In diesem sollte die Streptokokken Infektion vermerkt sein. Denn gerade bei den vielen Aufregungen während des Geburtsvorganges sowie den auftretenden Schmerzen, bedingt durch die Wehen, wird ein positiver Streptokokken Test zumeist schnell vergessen zu erwähnen.

Weitere Informationen zu Streptokokken in der Schwangerschaft finden Sie hier.

Streptokokken Übertragung

B-Streptokokken lassen sich hauptsächlich auf den Schleimhäuten des Darms sowie im denen im Bereich der Genitalien finden. Experten gehen davon aus, dass diese Streptokokken über Geschlechtsverkehr übertragbar sind. Für diese Vermutung gibt es bislang jedoch noch keinerlei eindeutige Nachweise.

Übertragen wird die Streptokokken Pharyngitis – kurz GBS – in den meisten Fällen durch Tröpfcheninfektion. Aber auch ein direkter Mensch zu Mensch-Kontakt kann hierfür verantwortlich sein. Eher seltener kommen kontaminiertes Wasser und Nahrungsmittel dafür in Frage. Eitrige Hautinfektionen durch eine Infektion mit Streptokokken entstehen in der Regel durch eine Schmier- oder Kontaktinfektion. Unabhängig vom Alter der betroffenen Personen begünstigt ein enges Zusammenleben die Verbreitung des Erregers. Dies ist beispielsweise in Heimen, Ferienlagern, Schulen oder auch Kasernen der Fall.

Streptokokken sind eine Großfamilie, zu der hunderte Mitglieder zählen. Diese führen zum Teil sehr geheimnisvolle Eigennamen. Einige davon sind

  • Streptococcus equisimilis
  • Streptococcus pneumoniae
  • Streptococcus sanguis.

Allein der Stamm der Streptococcus pneumoniae untergliedert sich bereits in 80 unterschiedliche Subtypen. Dieser wird auch kurz unter der Bezeichnung Pneumokokkus zusammengefasst.
Bakterien und Keime auf Händen
Seitens der Mikrobiologen werden Streptokokken nach unterschiedlichen Eigenschaften klassifiziert. So befinden sich mache Streptokokken im Besitz von Substanzen – Hämolysinen. Mit denen können sie Erythrozyten zerstören. Experten bezeichnen diesen Vorgang auch als Hämolyse. Werden Streptokokken auf Nährböden mit einem sehr hohen Blutgehalt gezüchtet, lässt sich ein unterschiedliches Verhalten der Hämolyse beobachten.

So kommt der α-Hämolyse die Bedeutung zu, dass sich Bakterienkolonien von einer grünen Zone umgeben. Demzufolge erfolgt keine komplette Vernichtung der Erythrozyten. Dahingegen bedeutet β-Hämolyse, dass sich die Kolonien von einem klaren bis teilweise leicht gelblich gefärbten Hof umgeben. Dies weist auf die komplette Zerstörung aller Erythrozyten hin. Bei einer vorliegenden γ-Hämolyse hat gar keine Hämolyse stattgefunden.
β-hämolysierende Streptokokken in ihrer Funktion als Krankheitserreger

In der Medizin sind die Gruppen B und A der β-hämolysierenden Streptokokken von maßgeblicher Bedeutung. Denn diese zeichnen sich als Auslöser für eine hohe Anzahl verschiedener Krankheiten verantwortlich.

Demzufolge sind Streptokokken der Gruppe A als typische Erreger mit Eiterbildung bekannt. Diese gehören zu den am häufigsten auftretenden Krankheitserregern bakteriellen Ursprungs im Kindesalter. Dabei können diese Bakterien ein umfangreiches Spektrum an Erkrankungen herbeiführen. Zu diesen zählen unter anderem

  • Entzündungen im Bereich der Schleimhaut des Rachens – Pharyngitis
  • Angina tonsillaris
  • eitrige Entzündungen der Haut – Phlegmone und Erysipel.

Ferner gesellen sich aber auch ernsthaft das Leben bedrohende Erkrankungen, wie zum Beispiel Scharlach oder auch lebensbedrohliche Blutvergiftungen, hinzu.
Pharyngitis – Entzündungen im Bereich der Schleimhaut des Rachens
Haben Sie eine Infektion mit den Bakterien der A-Gruppe überstanden, besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Bakterien nachkarten. Dann können diese unweigerlich zu schweren Erkrankungen der Nieren und rheumatischem Fieber führen.

Auch die Streptokokken der Gruppe B – Streptococcus agalactiae – sind als Auslöser von Blutvergiftungen und eitrigen Entzündungen beim Menschen bekannt. Ganz besonders gefürchtet sind derartige Streptokokken Infektionen, sofern Sie während der Geburt auf das Baby übertragen werden. In einem solchen Fall können eine Meningitis sowie eine Sepsis eine Bedrohung für das Leben des Neugeborenen die Folge sein.

Streptokokken bei Babys

B-Streptokokken finden sich für gewöhnlich bei Tieren. Aber auch bei Menschen siedeln sie sich an. Zum überwiegenden Teil befinden sie sich im Magen-Darm- sowie Urogenitaltrakt. Gegensätzlich zu Streptokokken des A-Typs sind B-Streptokokken mit einer speziellen Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen ausgestattet.
Fiber messen bei Streptokokken-Verdacht
Insbesondere die β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe B können für Babys im Verlaufe der Geburt ein hohes Risiko sein. Denn immerhin rund 40 Prozent der schwangeren Frauen tragen B Streptokokken in sich. Mit diesen können sie ihr Neugeborenes im Zuge der vaginalen Entbindung mit Streptokokken infizieren. Dies geschieht allerdings nicht nur durch die werdende Mutter selbst. Es kann auch durch die Hände der Hebamme passieren.

Zwar bleibt dieser Vorgang in zahlreichen Fällen für das Baby ohne nennenswerte Folgen, kann jedoch eine Meningitis, Pneumonie oder Sepsis nach sich ziehen. Mit dem Erscheinen jener Erkrankungen kann bereits innerhalb der ersten Tage unmittelbar nach der erfolgten Geburt gerechnet werden. Allerdings sind Experten auch Fälle von Erkrankungen bekannt, die erst nach mehreren Monaten auftraten.

Zu den Risikofaktoren für derart dramatische Erkrankungen, die sich auf die weitere Entwicklung der betroffenen Neugeborenen auswirken, können beispielsweise eine Frühgeburt wie auch ein vorzeitiger Blasensprung gehören. Jedoch können unter bestimmten Voraussetzungen derartige Fälle verhindert werden. Und zwar immer dann, wenn die Schwangere sich einen Abstrich im Damm- und Vaginalbereich abnehmen lässt sowie diesen auf das Vorhandensein von Streptokokken untersuchen lässt.

Fällt die Untersuchung positiv aus, kann die werdende Mutter unmittelbar vor der Entbindung durch die Einnahme eines Antibiotikums schwerwiegende Erkrankungen des Babys verhindern. Durch Antibiotika kommt es zur Vernichtung der Streptokokken.

Allerdings können Streptokokken aus der B-Gruppe nicht nur für das Baby Gefahren bergen. Auch erwachsene Personen können an

  • eitrigen Erkrankungen der Haut
  • Knochenentzündungen
  • Meningitis
  • Mittelohrentzündungen
  • Pneumonie

erkranken.
Das Leben des Babys – gefährdende Neugeborenensepsis

Hat sich das Baby mit Streptokokken infiziert, droht im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Blutvergiftung. Vorsorglich kann die werdende Mutter während des Geburtsvorganges eine Antibiotika-Therapie durchführen lassen. Auch ein schnelles Eingreifen während des Auftretens erster Krankheitssymptome kann einer Blutvergiftung beim Baby effektiv vorbeugen.

B-Streptokokken spielen in der Geburtsmedizin eine entscheidende Rolle. Zu finden sind diese bei etwa 10 bis 30 % aller werdenden Mütter, überwiegend

  • in der Vagina
  • im Darm
  • in der Harnröhre.

Das Immunsystem ist bei gesunden Erwachsenen jedoch sehr gut in der Lage, diesen Bakterien Herr zu werden. Aus diesem Grunde haben erwachsene Betroffene kaum Beschwerden. Ist eine Frau jedoch schwanger, können diese unter Umständen einen Harnwegsinfekt zur Folge haben. Entgegen des eher harmlosen Verlaufs bei erwachsenen Menschen kann eine Streptokokken Infektion beim Baby dramatischere Folgen haben.

Sofern der Genitalbereich der werdenden Mutter mit Streptokokken besiedelt ist, haben die Erreger es leicht, den Weg zur Gebärmutter zu finden. Glücklicherweise ist das noch Ungeborene in der Fruchtblase der Mutter gut geschützt. Erst bei der Geburt bei platzender Fruchtblase und sobald das Neugeborene durch den Geburtskanal den Leib der Mutter verlässt, kommt es unmittelbar in Berührung mit den Bakterien.

Berührung ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer Infektion. Diese bricht bei circa fünf von 1000 Geburten aus. Ein extrem hohes Ansteckungsrisiko besteht für Frühgeburten. Auch ein Neugeborenes, das mit einem äußerst geringen Gewicht zur Welt kommt, ist gefährdet. Infiziert sich das Baby mit Streptokokken, kann dies zu einer Neugeborenensepsis – der das Leben des Kindes bedrohenden Blutvergiftung – führen.

Zu den Risikofaktoren für eine Infizierung durch Streptokokken mit anschließender Neugeborenensepsis gehören

  • auftretendes Fieber der Mutter über 38 °C während der Geburt
  • bereits erfolgte Geburt eines mit Streptokokken infizierten Babys
  • erfolgtes positives Screening bei der Schwangeren in der 35. bis 37. Schwangerschaftswoche
  • Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche
  • frühzeitiger Blasensprung – länger als 18 Stunden vor dem Geburtsvorgang
  • Harnwegsinfekte, ausgelöst durch Streptokokken in der Schwangerschaft

Unterschieden wird zwischen der Früh- und der Spätform einer Neugeborenensepsis.

Von einer Frühform ist immer dann die Rede, wenn es sich um eine angeborene Neugeborenensepsis handelt. Dabei kommt es meistens noch vor der Geburt oder währenddessen zur Infektion. Als Symptome der Frühform zeigen binnen der ersten 24 bis 72 Stunden nach der Geburt

  • Blässe
  • Hautekzeme
  • Schwäche
  • sich verschlechternder Allgemeinzustand
  • Störungen der Atmung

Nicht selten tritt eine Lungenentzündung auf.

Währenddessen lassen die Symptome bei der Spätform etwas länger auf sich warten. Diese treten in der Regel erst nach sieben Tagen bis zu drei Monaten nach der Geburt ein. Erkennbar sind sie an

  • auftretende Unruhe
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Fieber
  • Trinkunlust.

Befindet sich die Neugeborenensepsis im fortgeschrittenen Stadium, können Symptome wie

  • gespannte Fontanelle
  • krampfartige Anfälle
  • sehr hohes Fieber

in Erscheinung treten. Sehr oft nimmt die Spätform einer Sepsis den Verlauf in Form einer Hirnhautentzündung.

Wichtiger Hinweis Charakteristisch für eine Neugeborenensepsis – unabhängig davon, ob es sich um eine Früh- oder Spätform handelt – ist der relativ schnelle Verlauf der Krankheit. Das zunächst gesund erscheinende Baby wird plötzlich todkrank. Und dies innerhalb sehr weniger Stunden. Aus diesem Grunde ist es von maßgeblicher Bedeutung, dass bei einer festgestellten Neugeborenensepsis umgehend mit einer medizinischen Therapie begonnen wird.

Streptokokken bei Kleinkindern

Fiber messen bei einem KleinkindUnsicherheit herrscht bei einer Vielzahl von Ärzten wie auch Eltern, wenn es um die Begriffe Angina, Streptokokken Infektion und Scharlach geht. Scharlach ist eine Streptokokken Infektion, die mit Hautausschlag einhergeht. Dabei handelt es sich um eine eitrige Halsentzündung, die auch unter der Bezeichnung Angina bekannt ist. Ausgelöst wird eine Angina nahezu ausschließlich durch eine Infektion mit Streptokokken.

Nachgewiesen werden können die Streptokokken durch einen Rachenabstrich. Dieser lässt sich in der Praxis leicht durchführen. Letztlich zeigt dieser, dass nur rund ein Fünftel sämtlicher Verdachtsfälle positiv ausfällt. Alle anderen Kleinkinder, die über Halsweh klagen und eine Rötung im Bereich des Rachens vorweisen, sind zumeist von einer Infektion – beruhend auf einer der beinahe unendlich anmutenden Erkältungsviren – betroffen.

In einem solchen Fall ist eine Therapie mit Penicillin nicht angebracht. Denn die Erkrankung kann oftmals immer völlig komplikationslos überstanden werden. Dabei liegt die Dauer von vorhandenem Fieber zwischen zwei bis drei Tagen.

Ansteckungsgefahr mit Streptokokken bei Kleinkindern

Möglicher Ansteckungsort für Streptokokken: Der KindergartenWie beim Erwachsenen auch stecken sich Kleinkinder über die bekannte Tröpfcheninfektion an. Diese ist bedingt durch einen sehr engen Kontakt mit anderen Keimträgern in unmittelbarer Umgebung des Kleinkindes. Dazu können neben der eigenen Familie auch

  • Krabbelstube
  • Kindergarten
  • Schule

zählen. Bis Ihr Kleinkind selbst erkrankt, vergehen in der Regel ein bis drei Tage. Dann lassen sich beim Kind Symptome wie hohes Fieber, Beschwerden beim Schlucken und auftretende Kopfschmerzen beobachten.

Gesellt sich zu diesen Symptomen zusätzlich ein roter, feinfleckiger Hautausschlag hinzu, der zudem im Bereich der Leiste beginnt, ist von Scharlach die Rede. Jedoch weisen nicht alle Erkrankungen einen typischen Verlauf auf. Gelegentlich kommen auch Röteln in Betracht.

Wie lassen sich Streptokokken Infektionen beim Kleinkind behandeln?

Kleinkinder, die sich mit Streptokokken infiziert haben, erhalten eine Behandlung mit äußerst zuverlässig wirkendem Penicillin. Einzig mit Problemen in Bezug einer gehäuften Neuansteckung bei Kleinkindern ist zu rechnen, wenn diese nach Abschluss einer Behandlung mit Antibiotika erneut den Kindergarten aufsuchen.

Bislang ist noch keine Impfmöglichkeit bekannt. Erkrankten Kindern kann eine einmalige Injektion der Tardocillinâ – Humpel-Spritze – empfohlen werden. Damit ist eine umgehende Heilung sowie ein bis zu vierwöchiger Schutz einer Wiederansteckung gewährleistet. Schon kurze Zeit später, zumeist nach drei Tagen, kann das Kind wieder den Kindergarten oder die Schule aufsuchen.

Erfolgt keine rechtzeitige Therapie, können zusätzliche Krankheiten binnen zwei bis vier Wochen auftreten. Dabei handelt es sich im Allgemeinen um sogenannte Autoimmunkrankheiten. Betroffen sein können die Gelenke, die Innenhaut des Herzens sowie die Nieren. Als Ursache kommt eine Entgleisung des Immunsystems in Frage, welches sich fälschlicherweise gegen die eigenen Körperzellen richtet. Um dem entgegen zu wirken, empfiehlt sich eine umfassende Nachuntersuchung.

Was Sie selbst bei einer Infektion mit Streptokokken tun können

Sie können selbst etwas tun, wenn bei Ihnen oder Ihrem Kind eine Streptokokken Infektion festgestellt worden ist.

Bettruhe bei Fieber Zunächst einmal sollten Sie sich rein körperlich schonen. Liegt Fieber vor, empfiehlt es sich, Bettruhe einzuhalten. Auch viel Schlaf hat sich bei Infektionen als äußerst hilfreich erwiesen. Zur Fiebersenkung können ferner Maßnahmen wie kalte Wadenwickel sowie das Trinken von hohen Mengen Mineralwasser und warmem Tee beitragen.

Einreibungen mit ätherischen Ölen oder Franzbranntwein fördern die Durchblutung und eignen sich hervorragend als vorbeugende Maßnahme gegen Infektionen. Gurgeln und Mundspülungen mit warmem Salbei- oder Kamillentee oder auch Salzwasser sind genauso wirksam wie das Inhalieren von Kamillentee oder Präparaten aus Kamille (in Apotheken und Drogerien erhältlich). Salzwasser lässt sich einfach selbst herstellen, indem pro Glas Wasser ein viertel Teelöffel Salz Verwendung findet.

Angebot 14 Bewertungen Franzbranntwein Fördert die Durchblutung, wirkt entspannend und hilft gegen Schmerzen.

Insbesondere in der feuchtkalten Jahreszeit ist auf das Tragen angemessener Bekleidung zu achten. Damit lässt sich einer Streptokokken Infektion effektiv vorbeugen.

Sofern eine Hautinfektion vorliegt, sollte auf das Kratzen verzichtet werden. Insbesondere Kinder können dem starken Juckreiz oftmals nicht widerstehen. Deshalb ist es empfehlenswert, dem Kind die Fingernägel so kurz wie möglich zu schneiden, um weitere Infektion zu vermeiden. In der Nacht empfiehlt es sich, Kindern Baumwollhandschuhe überzuziehen.

Liegen Entzündungsreaktionen vor, können verschiedene Enzympräparate die Symptome einer Entzündung lindern und für eine schnellere Heilung sorgen. Hierfür eignen sich unter anderem Bromelain in Form von Granulat oder auch Tabletten.

32 Bewertungen OPTIZYM plus Enzym-Komplex HOCHDOSIERTER ENZYMKOMPLEX mit einzigartiger 6-fach Kombination hochaktiver Enzyme aus Papain & Bromelain in Kombination mit Pankreatin, Rutin, Trypsin und Chymotrypsin. Ergänzt wird die einzigartige Rezeptur der OPTIZYM plus Filmtabletten zusätzlich durch Zink und Selen.

Sind die Gliedmaßen von einer Wundrose betroffen, müssen die Bereiche stets hoch gelagert werden. Eine zusätzliche Kühlung ist empfehlenswert, um einem Lymphstau entgegen zu wirken. Durch das Kühlen wird eine abschwellende und lindernde Wirkung erzielt.

Wunden lassen sich mithilfe von Lösungen oder Salben desinfizieren. Ist eine Wunde jedoch verschmutzt, ist von einer Selbstreinigung abzusehen. In diesem Falle empfiehlt es sich, einen Arzt zu konsultieren.

Insofern Scharlach durch eine Streptokokken Infektion diagnostiziert wurde, ist unbedingt Bettruhe einzuhalten – selbst bei leichten Fällen.

Wichtiger Hinweis Einen Arzt sollten Sie immer dann konsultieren, wenn zusätzlich zu den Symptomen hohes Fieber auftritt. Gleiches gilt für

  • auftretende Abgeschlagenheit
  • enorm geschwächtes Allgemeinbefinden
  • heftige Entzündungsreaktionen
  • Schüttelfrost

Treten Ohrenschmerzen auf und liegt der Verdacht auf eine Mittelohrentzündung nahe, ist auch umgehend die Konsultation eines Arztes erforderlich. Darüber hinaus sollten Sie auch dann einen Arzt aufsuchen, wenn die Schmerzen stärker werden oder sich weitere Beschwerden, wie zum Beispiel ein Aussondern von Sekret aus dem Ohr oder auch stetig steigendes Fieber hinzugesellen.

Lassen die Beschwerden im Verlaufe einer Behandlung nicht nach oder kommen weitere schwere Entzündungen im Bereich des äußeren Gehörganges dazu, sollte ebenfalls erneut ein Arzt konsultiert werden. Ganz besonders wichtig ist dies für Babys und Kinder.

Zu den weiteren Symptomen, die unbedingt von einem Arzt abzuklären sind, gehören:

  • eiternde Bläschen
  • 39,5 °C Fieber bei Erwachsenen
  • Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag, Ohrenschmerzen beim Kind
  • Fieber sowie Fieberkrämpfe bei Babys und Kleinkindern

Ein versteifter Nacken oder Kopfschmerzen können immer ein Hinweis auf eine mögliche Hirnhautentzündung sein und müssen zwingend von einem Arzt abgeklärt werden.

Hinweis: Alle Angaben und Daten wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Es wird jedoch keine Gewähr für deren Vollständigkeit und Richtigkeit übernommen. Die Website dient als Informationsquelle und ersetzt auf keinen Fall einen Arztbesuch!

Infektionen, die für die Perinatalperiode spezifisch sind (P35-P39)

  • Inklusive: Infektionen, die in utero oder unter der Geburt erworben wurden
  • Exklusive: Angeboren: Gonokokkeninfektion (A54.‑), Pneumonie (P23.‑), Syphilis (A50.‑), Asymptomatische HIV-Infektion (Z21), HIV-Krankheit (B20-B24), Infektiöse Darmkrankheiten (A00-A09), Infektionskrankheit der Mutter als Ursache von Tod oder Krankheit des Fetus oder Neugeborenen ohne Manifestation dieser Krankheit beim Fetus oder Neugeborenen (P00.2), Laborhinweis auf HIV (R75), Nach der Geburt erworbene Infektionskrankheiten (A00-B99, J09-J11), Tetanus neonatorum (A33)

P35.-: Angeborene Viruskrankheiten

  • P35.0: Rötelnembryopathie
    • Kongenitale Röteln-Pneumonie
  • P35.1: Angeborene Zytomegalie
  • P35.2: Angeborene Infektion durch Herpesviren
  • P35.3: Angeborene Virushepatitis
  • P35.8: Sonstige angeborene Viruskrankheiten
    • Angeborene Varizellen
  • P35.9: Angeborene Viruskrankheit, nicht näher bezeichnet

P36.-: Bakterielle Sepsis beim Neugeborenen

  • Inklusive: Angeborene Sepsis
  • P36.0: Sepsis beim Neugeborenen durch Streptokokken, Gruppe B
  • P36.1: Sepsis beim Neugeborenen durch sonstige und nicht näher bezeichnete
    • Streptokokken
  • P36.2: Sepsis beim Neugeborenen durch Staphylococcus aureus
  • P36.3: Sepsis beim Neugeborenen durch sonstige und nicht näher bezeichnete
    • Staphylokokken
  • P36.4: Sepsis beim Neugeborenen durch Escherichia coli
  • P36.5: Sepsis beim Neugeborenen durch Anaerobier
  • P36.8: Sonstige bakterielle Sepsis beim Neugeborenen
  • P36.9: Bakterielle Sepsis beim Neugeborenen, nicht näher bezeichnet

P37.-: Sonstige angeborene infektiöse und parasitäre Krankheiten

  • Exklusive: Diarrhoe beim Neugeborenen: infektiös (A00-A09), nichtinfektiös (P78.3), o.n.A. (A09.9), Enterocolitis necroticans beim Fetus und Neugeborenen (P77), Keuchhusten (A37.‑), Ophthalmia neonatorum durch Gonokokken (A54.3), Syphilis connata (A50.‑), Tetanus neonatorum (A33)
  • P37.0: Angeborene Tuberkulose
  • P37.1: Angeborene Toxoplasmose
    • Hydrozephalus durch angeborene Toxoplasmose
  • P37.2: Neugeborenenlisteriose (disseminiert)
  • P37.3: Angeborene Malaria tropica
  • P37.4: Sonstige angeborene Malaria
  • P37.5: Kandidose beim Neugeborenen
  • P37.8: Sonstige näher bezeichnete angeborene infektiöse und parasitäre Krankheiten
  • P37.9: Angeborene infektiöse oder parasitäre Krankheit, nicht näher bezeichnet

P39.-: Sonstige Infektionen, die für die Perinatalperiode spezifisch sind

  • P39.0: Infektiöse Mastitis beim Neugeborenen
    • Exklusive: Brustdrüsenschwellung beim Neugeborenen (P83.4), Nichtinfektiöse Mastitis beim Neugeborenen (P83.4)
  • P39.1: Konjunktivitis und Dakryozystitis beim Neugeborenen
    • Konjunktivitis durch Chlamydien beim Neugeborenen
    • Ophthalmia neonatorum o.n.A.
    • Exklusive: Konjunktivitis durch Gonokokken (A54.3)
  • P39.2: Intraamniale Infektion des Fetus, anderenorts nicht klassifiziert
  • P39.3: Harnwegsinfektion beim Neugeborenen
  • P39.4: Hautinfektion beim Neugeborenen
    • Pyodermie beim Neugeborenen
    • Exklusive: Staphylococcal scalded skin syndrome (L00.‑), Pemphigus neonatorum (L00.‑)
  • P39.8: Sonstige näher bezeichnete Infektionen, die für die Perinatalperiode spezifisch sind
  • P39.9: Infektion, die für die Perinatalperiode spezifisch ist, nicht näher bezeichnet

Prophylaxe der Neugeborenensepsis – frühe Form – durch Streptokokken der Gruppe B. Leitlinie des BVF, BVDfK, der DGGG, DGHM, DGPI, DGPM und GNPI. (S2k-Level, AWMF-Registernummer 024/020, März 2016)

  • Literatur

  • 1 Larsen JW, Sever JL. Group B Streptococcus and pregnancy: A review. Am J Obstet Gynecol 2008; 198: 440-450
  • 2 Berner R, Herting E, Hufnagel M. et al. Infektionen durch ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe B (GBS). DGPI-Handbuch 2013; 517-520
  • 3 Edmond KM, Kortsalioudaki C, Scott S. et al. Group B streptococcal disease in infants aged younger than 3 months: systematic review and meta-analysis. Lancet 2012; 379: 547-556
  • 4 Zangwill KM, Schuchat A, Wenger JD. Group B streptococcal disease in the United States, 1990: Report from a multistate active surveillance system. MMWR 1992; 41: 25-32
  • 5 Centers for Disease Control and Prevention. Perinatal Group B Streptococcal Disease after Universal Screening Recommendations – United States, 2003–2005. MMWR 2007; 56: 701-705
  • 6 Flügge K, Siedler A, Heinrich B. et al. Incidence and Clinical presentation of Invasive Neonatal Group B Streptococcal Infections in Germany. Pediatrics 2006; 117: e1139-e1149
  • 7 Bromberger P, Lawrence JM, Braun D. et al. The influence of intrapartum antibiotics on the clinical spectrum of early-onset Group B streptococcal infection in term infants. Pediatrics 2000; 106: 244-250
  • 8 Berner R. Infektionen durch Gruppe-B-Streptokokken in der Neonatalperiode. Mschr Kinderheilk 2003; 151: 373-383
  • 9 Schrag SJ, Verani JR. Intrapartum antibiotic prophylaxis for the prevention of perinatal group B streptococcal disease: experience in the United States and implications for a potential group B streptococcal vaccine. Vaccine 2013; 31 (Suppl. 04) D20-D26
  • 10 Verani JR, McGee L, Schrag SJ. Prevention of perinatal group B streptococcal disease – revised guidelines from CDC, 2010. MMWR Recomm Rep. 2010; 59: 1-36
  • 11 Schrag SJ, Zywicki S, Farley MM. et al. Group B streptococcal disease in the era of intrapartum antibiotic prophylaxis. N Engl J Med 2000; 342: 15-20
  • 12 Verani JR, Schrag SJ. Group B streptococcal disease in infants: progress in prevention and continued challenges. Clin Perinatol. 2010; 7: 75-92
  • 13 Libster R, Edwards KM, Levent F. et al. Long-term outcomes of group B streptococcal meningitis. Pediatrics 2012; 30: e8-e15
  • 14 Le Doare K, Heath PT. An overview of global GBS epidemiology. Vaccine 2013; 4: D7-D12
  • 15 Brimil N, Barthell E, Heindrichs U. et al. Epidemiology of Streptococcus agalactiae colonization in Germany. Int J Med Microb 2006; 296: 39-44
  • 16 Rodriguez-Granger J, Alvargonzalez JC, Berardi A. et al. Prevention of group B streptococcal neonatal disease revisited. The DEVANI European project. Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2012; 31: 2097-2104
  • 17 Anthony BF, Okada DM, Hobel CJ. Epidemiology of Group B Streptococcus: longitudinal observations during pregnancy. J Infect Dis 1978; 137: 524-530
  • 18 Centers for Disease Control and Prevention . Schrag S, Gorwitz R, Fultz-Butts K. et al. Prevention of Perinatal Group B Streptococcal Disease. MMWR 2002; 51: 1-25
  • 19 Martius J. Hämolysierende Streptokokken der Gruppe B in der Geburtshilfe (Standardkommission „Infektionen in der perinatalen Medizin“). Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe 1992; 1: 46-48
  • 20 Schuchat A, Whitney C, Zangwill K. Prevention of perinatal group B streptococcal disease: A public health perspective. MMWR 1996; 45: 1-24
  • 21 Martius J, Hoyme UB, Roos R. et al. Empfehlungen zur Prophylaxe der Neugeborenensepsis (frühe Form) durch Streptokokken der Gruppe B. Frauenarzt 2000; 41: 689-691
  • 22 ACOG Committee Opinion . Prevention of Early-Onset Group B Streptococcal Disease in Newborns. Obstet Gynecol 2002; 100: 1405-1412
  • 23 Schrag SJ, Zell ER, Lynfield R. et al. A population-based comparison of strategies to prevent early-onset Group B streptococcal disease in neonates. N Engl J Med 2002; 347: 233-239
  • 24 Baltimore RS, Huie SM, Meek JI. et al. Early-Onset Neonatal Sepsis in the Era of Group B Streptococcal Prevention. Pediatrics 2001; 108: 1094-1098
  • 25 Moore MR, Schrag SJ, Schuchat A. Effects of intrapartum antimicrobial prophylaxis for prevention of group-B-streptococcal disease on the incidence and ecology of early-onset neonatal sepsis. Lancet Infect Dis 2003; 3: 201-213
  • 26 Joseph TA, Pyati SP, Jacobs N. Neonatal Early-Onset Escherichia coli Disease. Arch Pediatr Adolesc Med 1998; 152: 35-40
  • 27 Committee on Infectious Diseases and Committee on Fetus and Newborn . Policy Statement – Recommendations for the prevention of Perinatal Group B streptococcal (GBS) disease. Pediatrics 2011; 128: 611-616
  • 28 Money D, Allen VM. The prevention of early-onset neonatal group B streptococcal disease. J Obstet Gynaecol Can 2013; 35: 939-951
  • 29 Homer CS, Scarf V, Catling C. et al. Culture-based versus risk-based screening for the prevention of group B streptococcal disease in newborns: a review of national guidelines. Women Birth 2014; 27: 46-51
  • 30 Royal College of Obstetricians and Gynaecologists. Prevention of early onset neonatal group B streptococcal disease. RCOG Guideline.2012: 36: 1–13 Update RCOG 2013; Comments_on_RCOG_2012_GBSupdate:1–4
  • 31 Bekker V, Bijlsma MW, van de Beek D. et al. Incidence of invasive group B streptococcal disease and pathogen genotype distribution in newborn babies in the Netherlands over 25 years: a nationswide suveillance study. Lancet Infect Dis. 2014; 14: 1083-1089
  • 32 Di Renzo GC, Melin P, Berardi A. et al. Intrapartum GBS screening and antibiotic prophylaxis: a European consensus conference. J Matern Fetal Neonatal Med 2015; 28: 766-782
  • 33 Rouse JD, Goldenberg RL, Cliver SP. et al. Strategies for the prevention of early-onset neonatal group B streptococcal sepsis: A decision analysis. Obstet Gynecol 1994; 83: 483-494
  • 34 Simonsen KA, Anderson-Berry AL, Delair SF. et al. Early-onset neonatal sepsis. Clinical Microbiology Reviews 2014; 27: 21-47
  • 35 Boyer KM, Gadzala CA, Kelly PG. et al. Selective intrapartum chemoprophylaxis of neonatal group B streptococcal early-onset disease: II. Predictive value of prenatal cultures J Infect Dis 1983; 148: 802-809
  • 36 American College of Obstetricians and Gynecologists Committee on Obstetric Practice . ACOG Committee Opinion No. 485: Prevention of early-onset group B streptococcal disease in newborns. Obstet Gynecol. 2011; 117: 1019-1027
  • 37 Fröhlicher S, Reichen-Fahrni G, Müller M. et al. Serotype distribution and antimicrobial susceptibility of group B streptococci in pregnant women: results from a Swiss tertiary centre. Swiss MedWkly 2014; 144: w13935 10.4414/smw.2014.13935 PubMed PMID: 24652673.62
  • 38 Thinkhamrop J, Limpongsanurak S, Festin MR. et al. Infections in International Pregnancy Study: Performance of the Optical Immunoassey Test for Detection of Group B Streptococcus. J Clinical Microbiol 2003; 41: 5288-5290
  • 39 Atkins KL, Atkinson RM, Shanks A. et al. Evaluation of Polymerase Chain Reaction for Group B Streptococcus Detection using an improved Culture Method. Obstet Gynecol 2006; 108: 488-491
  • 40 Natarajan G, Johnson YR, Zhang F. et al. Real-Time polymerase chain reaction for the rapid detection of Group B streptococcal colonization in neonates. Pediatrics 2006; 118: 14-22
  • 41 Haberland CA, Benitz WE, Sanders GD. et al. Perinatal screening for Group B Streptococci: Cost-Benefit analysis of rapid polymerase chain reaction. Pediatrics 2002; 110: 471-480
  • 42 Bergeron MG, Ke D, Menard C. et al. Rapid detection of Group B streptococci in pregnant women at delivery. N Engl J Med 2000; 343: 175-179
  • 43 De Cueto M, Sanchez M-J, Sampedro A. et al. Timing of intrapartum ampicillin and prevention of vertical transmission of group B streptococcus. Obstet Gynecol 1998; 91: 112-114
  • 44 Lin FYC, Brenner RA, Johnson YR. et al. The effectiveness of risk-based intrapartum chemoprophylaxis for the prevention of early-onset neonatal group B streptococcal disease. Am J Obstet Gynecol 2001; 184: 1204-1210
  • 45 Valkenburg-van den Berg AW, Houtman-Roelofsen RL, Oostvogel PM. et al. Timing of group B streptococcus screening in pregnancy: a systematic review. Gynaecol Obstet Invest 2010; 69: 174-183
  • 46 Florindo C, Damiao V, Silvestre I et al. Epidemiological surveillance of colonising group B Streptococcus epidemiology in the Lisbon and Tagus Valley regions, Portugal (2005 to 2012): emergence of a new epidemic type IV/clonal complex 17 clone. Euro surveillance: bulletin Europeen sur les maladies transmissibles = European communicable disease bulletin 2014; 19:
  • 47 Capanna F, Emonet SP, Cherkaoui A. et al. Antibiotic resistance patterns among group B Streptococcus isolates: implications for antibiotic prophylaxis for early-onset neonatal sepsis. Swiss medical weekly 2013; 143: w13778
  • 48 Frohlicher S, Reichen-Fahrni G, Muller M. et al. Serotype distribution and antimicrobial susceptibility of group B streptococci in pregnant women: results from a Swiss tertiary centre. Swiss medical weekly 2014; 144: w13935
  • 49 Ramus R, McIntire D, Wendel G. Antibiotic chemoprophylaxis for group B strep is not necessary with elective cesarean section at term. Am J Obstet Gynecol 1999; 180: S85
  • 50 ACOG Practice Bulletin . Prophylactic Antibiotics in Labor and Delivery. Obstet Gynecol 2003; 102: 875-882
  • 51 Brozanski BS, Jones JGJ, Krohn M. et al. Effect of a screening-based prevention policy on prevalence of early-onset group B Streptococcal sepsis. Obstet Gynecol 2000; 95: 496-501
  • 52 Gerards LJ, Cats BP, Hoogkamp-Korstanje JAA. Early neonatal Group B streptococcal disease: degree of colonization as an important determinant. J Infect 1985; 11: 119-124
  • 53 Faxelius G, Bremme K, Kvist-Christensen K. et al. Neonatal septicemia due to Group B streptococci – perinatal risk and outcome of subsequent pregnancies. J Perinat Med 1988; 16: 423-430
  • 54 Christensen KK, Dahlander K, Linden V. et al. Obstetrical care in future pregnancies after fetal loss in Group B streptococcal septicemia. A prevention program based on bacteriological and immunological follow-up. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 1981; 12: 143-150
  • 55 Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Betreuung des gesunden Neugeborenen im Kreißsaal und während des Wochenbettes der Mutter. AWMF-Leitlinien-Register, Nr 024/005. http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/index.html
  • 56 Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin. Bakterielle Infektionen bei Neugeborenen. AWMF-Leitlinien-Register, Nr 024/008. http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/index.html
  • 57 American Academy of Pediatrics Committee on Infectious Diseases and Committee on Fetus and Newborn . Revised Guidelines for Prevention of Early-Onset Group B Streptococcal (GBS) Infection. Pediatrics 1997; 99: 489-496
  • 58 Ottolini MC, Lundgren K, Mirkinson LJ. et al. Utility of complete blood count and blood culture screening to diagnose neonatal sepsis in the asymptomatic at risk newborn. Pediatric Infect Dis J 2003; 22: 430-434
  • 59 Schuchat A, Zywicki SS, Dinsmoor MJ. et al. Risk Factors and Opportunities for Prevention of Early-Onset Neonatal Sepsis: A multicenter Case-Control Study. Pediatrics 2000; 105: 21-26
  • 60 Trijbels-Smeulders M, Gerards LJ. MPC et al. Epidemiology of neonatal group B streptococcal disease in The Netherlands 1997–98. Paediatr Perinat Epidemiol. 2002; 16: 334-341
  • 61 Pintye J, Saltzman B, Wolf E et al. Risk Factors for Late-Onset Group B Streptococcal Disease Before and After Implementation of Universal Screening and Intrapartum Antibiotic Prophylaxis. J Pediatric Infect Dis Soc 2015
  • 62 Ohlsson A, Shah VS. Intrapartum antibiotics for known maternal Group B streptococcal colonization. Cochrane Database Syst Rev. 2014 CD007467
  • 63 Kaambwa B, Bryan S, Gray J. et al. Cost-effectiveness of rapid tests and other existing strategies for screening and anagement of early-onset group B streptococcus during labour. BJOG 2010; 117: 1616-1627
  • 64 Martinez de Tejada B. Antibiotic Use and Misuse during Pregnancy and Delivery: Benefits and Risks. Int. J. Environ. Res. Public Health 2014; 11: 7993-8009
  • 65 Håkansson S, Källén K, Bullarbo M. et al. Real-time PCR-assay in the delivery suite for determination of group B streptococcal colonization in a setting with risk-based antibiotic prophylaxis. J Matern Fetal Neonatal Med 2014; 27: 328-332
  • 66 Melin P. Neonatal group B streptococcal disease: from pathogenesis to preventive strategies. Clin Microbiol Infect 2011; 17: 1294-1303
  • 67 Hanson L, Vendevusse L, Duster M. et al. Feasibility of oral prenatal probiotics against maternal group B Streptococcus vaginal and rectal colonization. J Obstet Gynaecol Neonatal Nurs 2014; 43: 294-304
  • 68 Baker CJ. The spectrum of perinatal group B streptococcal disease. Vaccine 2013; 31 (Suppl. 04) D3-D6
  • 69 Chen VL, Avci FY, Kasper DL. A Maternal Vaccine against Group B Streptococcus: Past, Present, and Future. Vaccine 2013; 31: D13-D19

Infektionserkrankungen während der Schwangerschaft

Infektionserkrankungen während der Schwangerschaft möglichst vermeiden

Eine Reihe von Krankheitserregern ist in der Lage, die Entwicklung des Ungeborenen zu beeinträchtigen. Grundsätzlich sollte sich eine schwangere Frau von Menschen mit ansteckenden Krankheiten oder Symptomen wie hohem Fieber fernhalten. Besonders, wenn die eigentliche Erkrankung nicht bekannt ist, besteht Grund zur Vorsicht. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar hoch, dass es sich „nur“ um eine Erkältung handelt. Dies ist für Schwangere und ihr Ungeborenes in den allermeisten Fällen harmlos. Doch es gibt auch Hinweise, dass bei Müttern, die in der Frühschwangerschaft über längere Zeit hohes Fieber hatten, die Fehlbildungsrate leicht erhöht ist. Weiterhin werden durch Fieber Wehen ausgelöst. Schützen Sie sich deshalb soweit möglich vor einer Ansteckung und stärken Sie durch eine gesunde Lebensführung Ihre Abwehrkräfte. Lassen Sie vor der Schwangerschaft den Impfausweis überprüfen und alle Impflücken schließen.

Röteln

Insbesondere in der embryonalen Phase besteht das Risiko für Fehlbildungen des Herzens oder des Gehirns, Einschränkungen der Seh- oder Hörkraft beim Baby. Bei einer Ansteckung nach der 18. Schwangerschaftswoche ist die Gefahr auf eine Fehlbildung deutlich reduziert. Wenn nicht zwei Rötelnimpfungen oder Röteln-Immunität nachgewiesen werden kann, wird zu Beginn der Schwangerschaft der Röteln-Titer durch eine Blutuntersuchung geprüft.

Grippe

Eine Influenza ist eine schwere Erkrankung, vor allem für Menschen mit einer abgeschwächten Immunabwehr wie Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Menschen, die an Krankheiten leiden oder Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem schwächen, und für Ältere. Ausführliche Informationen im Artikel „Impfung gegen Grippe (Influenza) in der Schwangerschaft“.
Schwangeren soll nach Mutterschaftsrichtlinien die Impfung gegen Influenza empfohlen werden.

Windpocken

Bei Erkrankung im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine Windpockeninfektion in seltenen Fällen zum sogenannten angeborenen Varizellensyndrom (CVS) führen. Es kommt zu charakteristischen Fehlbildungen der Gliedmaßen, der Augen, des Gehirns und der Haut.

Parvovirus B19 (Ringelröteln)

Bei Verdacht auf Infektion muss das Baby zur Erkennung eines Hydrops fetalis engmaschig untersucht werden. Ein Hinweis auf eine akute Erkrankung kann bei Erhöhung des AFP-Wertes bei der Mutter bestehen. Die Erkrankung ist während des zweiten Schwangerschaftsdrittel besonders problematisch, da sich in dieser Zeit die fetalen roten Blutkörperchen bilden. Bei einer Virämie durch Ringelröteln können sich die roten Blutkörperchen auflösen. Das Kind kann bereits vor der Geburt durch Transfusion von roten Blutkörperchen handelt werden.

Masern

Masern sind eine schwere Infektionskrankheit, die in der Schwangerschaft zu problematischen Komplikationen wie hohem Fieber und schwerer Lungenentzündungen führen kann. Im Rahmen einer Ansteckung mit Masern während der Schwangerschaft kommen bis zu 25% der Babys zu früh zur Welt.
Wenn die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auftritt, so kann das Baby mit Masern geboren werden. Da Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben, können diese Erkrankungen lebensbedrohlich verlaufen. Fehlbildungen durch eine Maserninfektion sind nicht zu befürchten. Deshalb besteht keine Veranlassung für eine pränatale Diagnostik oder einen Schwangerschaftsabbruch, wenn eine Infektion während der Schwangerschaft auftritt. Das gilt übrigens auch für Masernimpfungen, die versehentlich in einer frühen Phase der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Mumps

Die Wahrscheinlichkeit einer Mumpserkrankung in der Schwangerschaft ist gering. Dies liegt daran, dass die meisten Frauen bereits gegen den Erreger immun sind. Erfolgt dennoch eine Ansteckung während des ersten Drittels, kann sich das Fehlgeburtsrisiko leicht erhöhen. Auf Fehlbildungen des Kindes gibt es keine Hinweise.

Hepatitis

Es ist zu unterscheiden zwischen Hepatitis A, B und C. Ansteckung mit einer Hepatitis A erfolgt in der Regel bei Reisen in Gegenden mit schlechten hygienischen Bedingungen durch Schmierinfektion. Besondere Gefahr besteht durch verunreinigtes Trinkwasser, Muscheln und alle Produkte, die mit Wasser und Fäkalien in Kontakt kommen. Bei Reisen in entsprechende Gebiete wird eine kombinierte Impfung gegen A und B empfohlen. Es liegen Hinweise auf eine Erhöhung des Frühgeburtsrisikos vor, insbesondere bei schweren Verläufen von Hepatitis A im letzten Drittel der Schwangerschaft. Die beiden anderen Hepatitis-Formen (B und C) sind durch Austausch von Körperflüssigkeiten (ungeschützter Geschlechtsverkehr; gemeinsam benutzte Injektionsnadeln, Verletzungen) übertragbar. Eine Erkrankung zieht meist eine chronische Erkrankung der Leber nach sich. Es besteht die Gefahr der Ansteckung des ungeborenen Kindes während Schwangerschaft (über die Plazenta) oder der Geburt (Blutaustausch). Fehlbildungen sind nicht zu erwarten. Jedoch geht eine Infektion mit Hepatitis B mit Fehlgeburtsrisiko und niedrigem Geburtsgewicht sowie einer Leberentzündung des Fetus einher. Schwangere werden nach der 32. Woche standardmäßig auf eine Hepatitis-Infektion untersucht. Ist die Mutter erkrankt, wird versucht, das Kind durch Impfung bei der Geburt vor Ansteckung zu schützen. Eventuell wird eine Behandlung des Kindes notwendig, um Schädigungen durch das Virus zu verhindern.

Zytomegalie-Infektion

Erreger ist ein Virus der Herpesfamilie (Zytomegalievirus), das nach einer Erstinfektion in den Körperzellen bleibt. Es handelt sich bei der Zytomegalie um die häufigste übertragene vorgeburtliche Erkrankung.

Herpes-Infektion

Herpes-Viren verursachen eine Vielzahl von Krankheitsbildern. Die bekannteste und weitverbreitetste Form ist der Lippenherpes (durch den Herpes-simplex-Virus Typ I). Auch Windpocken (Varizellen-Zoster-Virus), Gürtelrose (Herpes zoster), Pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus) und die Zytomegalie gehören zu den durch Herpes-Viren ausgelösten Erkrankungen. Für Schwangerschaftsverlauf und Geburt hat der Lippenherpes praktisch keine Bedeutung. Bei den sexuell übertragbaren Herpesformen (Genitalherpes, Herpes-simplex-Virus Typ II) besteht die Gefahr einer Fehlgeburt oder einer Ansteckung und schweren Erkrankung des Neugeborenen.

Streptokokken der Gruppe B bei Schwangeren und Neugeborenen

Was sind B-Streptokokken?

Gruppe-B-Streptokokken (GBS) sind ein Teil der normalen Bakterienflora des Menschen. Die Bakterien kommen sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor. In erster Linie findet man diese Bakterien im Magen- und Darmtrakt, aber sie können auch in der Mundhöhle und in der Scheide der Frau vorkommen. Schätzungsweise sind 10 % bis 30 % aller schwangeren Frauen Trägerinnen dieser Bakterien, meist ohne Beschwerden davon zu haben (asymptomatisch). Neuere Zahlen aus Deutschland zeigen eine Rate von 16 % aller Schwangeren als Träger von GBS.

Weniger als 1 % aller Schwangeren, bei denen GBS nachzuweisen sind, entwickeln Symptome und Beschwerden dieser Infektion. Bei den Frauen kann es zu einem Harnwegsinfekt, einem sogenannten Amnioninfektionssyndrom mit hohem Fieber und Unterleibsschmerzen sowie einer Infektion der Gebärmutter nach der Geburt kommen. Sehr selten entwickeln sich auch eine Infektion des Herzmuskels und/oder der Hirnhaut (Meningitis).

Wenn eine Schwangere GBS-Trägerin ist, können die Bakterien bei der Geburt auf das Kind übertragen werden. Dies geschieht in etwa der Hälfte aller Fälle der betroffenen Frauen und hängt nicht davon ab, ob die schwangere Frau selbst Beschwerden hat oder nicht. In den USA erkranken weniger als 1 von 1.000 lebendgeborenen Kindern (ca. 0,25 von 1000) an einer GBS-Infektion kurz nach der Geburt, weil in den meisten Fällen eine wirksame Therapie erfolgen kann. In Deutschland liegen die Zahlen etwas höher.1

GBS und Geburt

B-Streptokokken können als Teil der normalen Bakterienflora in der Scheide, dem Enddarm und in der Mundhöhle vorkommen. Der Verdauungstrakt ist der natürliche Bereich, in dem GBS vorkommt und auch die wahrscheinliche Quelle der Ausbreitung in die Scheide. GBS kann in der Scheide konstant, wiederholt oder auch gelegentlich vorkommen.

Es hat sich herausgestellt, dass für ein von GBS-infizierten Frauen geborenes Kind ein 25-fach höheres Risiko als bei Frauen ohne Nachweis von GBS besteht, frühzeitig eine GBS-Infektion zu entwickeln. Rund die Hälfte der Kinder von Müttern, bei denen diese Bakterien in der Scheide nachzuweisen sind, stecken sich bei der Geburt an. Insgesamt ist das Risiko für eine solche Infektion bei Neugeborenen aber niedrig.

Durch einen Abstrich aus der Scheide und dem Anus der Schwangeren lässt sich nachweisen, ob B-Streptokokken vorliegen oder nicht.

Wie wird die Infektion übertragen?

Unter den Schwangeren sind etwa 10 % bis 30 % Träger von GBS (Nachweis in der Scheide oder im Enddarm). Die Bakterien werden dann kurz vor oder während der Geburt übertragen, entweder in der Gebärmutter, im Geburtskanal bei der normalen Geburt oder durch Direktkontakt bei/nach der Geburt. Die Bakterien können auch nach der Geburt durch den Kontakt mit dem Pflegepersonal übertragen werden.

Gute Handhygiene bei den Schwangeren und dem Krankenhauspersonal ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass keine Bakterien auf das Neugeborene übertragen werden.

GBS-Infektion bei Neugeborenen

Die GBS-Erkrankung bei Neugeborenen unterteilt man in eine frühe und eine späte Infektion. Insbesondere der frühe Ausbruch ist gefährlich und kann schnell zur Neugeborenensepsis führen (also einer Ausbreitung der Bakterien im Blut), wodurch eine Intensivbehandlung des Neugeborenen notwendig wird.

Eine frühzeitig auftretende Erkrankung zeigt sich meist während der ersten zwei Tage nach der Geburt, kann aber noch bis zum 7. Tag auftreten. Die Infektion ist auch vor der Geburt möglich, wenn Bakterien in die Gebärmutter gelangt sind. Die Ursache dafür ist meistens, dass zwischen dem Abgang des Fruchtwassers (Blasensprung) und der Geburt längere Zeit (viele Stunden) verstreicht. Die frühen Anzeichen einer GBS-Infektion beim Neugeborenen sind oft undeutlich und unspezifisch: Fieber sowie Atembeschwerden wegen einer Lungenentzündung. Auch Knochen, Hirnhäute und Gelenke können betroffen sein, was aber selten vorkommt. Eine Hirnhautinfektion (Meningitis) entsteht bei etwa 10 % der Betroffenen. Die Infektion ist potenziell lebensbedrohlich; rund 4 % der betroffenen Neugeborenen sterben daran.

Neugeborene, die eine frühe Infektion überleben, können davon Gehör- oder Sehschäden, Probleme mit der Auffassungsgabe bzw. Schäden am Nervensystem zurückbehalten.

Eine spät auftretende Erkrankung zeigt sich zwischen der 1. und 12. Woche nach der Geburt. Hier wurden möglicherweise weniger Bakterien übertragen oder die Ansteckung erfolgte erst nach der Geburt. Der Krankheitsverlauf ist in diesem Fall weniger dramatisch. Typische Anzeichen sind Fieber und Reizbarkeit; es kann sich auch eine Meningitis entwickeln.

Wer sollte untersucht werden?

Während in einigen europäischen Ländern ein Abstrich aus der Scheide und dem Anus zur Routineuntersuchung jeder Schwangeren gehört, gibt es für Deutschland unterschiedliche Empfehlungen. In einer Richtlinie wird eine solche Untersuchung im letzten Abschnitt der Schwangerschaft zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche empfohlen, in einer anderen hingegen nicht. Daher übernehmen die Krankenkassen nicht immer die Kosten für eine solche Untersuchung.

Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass eine Untersuchung aller Schwangeren sicherer ist, um GBS-Infektionen beim Neugeborenen zu vermeiden, als nur die Untersuchung von Frauen mit Risikofaktoren bzw. Beschwerden.

Zeigt eine Schwangere jedoch Symptome wie einen Harnwegsinfekt oder andere Infektionen, wird in jedem Fall ein Abstrich gemacht, um ggf. B-Streptokokken nachzuweisen. Außerdem erfolgt in jedem Fall ein Abstrich mit Wattestäbchen aus Scheide und Enddarm, wenn eine Schwangere vor der 37. Schwangerschaftswoche einen Blasensprung erleidet. Es wird auch eine Urinkultur veranlasst. Lassen sich hier B-Streptokokken nachweisen, so erfolgt eine entsprechende antibiotische Therapie der Schwangeren.

Soll man GBS behandeln?

Mit einer vorbeugenden antibiotischen Behandlung der Mutter will man die eventuelle frühe Infektion eines Neugeborenen verhindern.

Die deutschen Empfehlungen besagen, dass eine Behandlung der besonders gefährdeten Frauen die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Bakterienübertragung auf das Neugeborene sind. Dabei behandelt man Gebärende bei Vorliegen folgender Risikofaktoren ab Wehenbeginn bzw. nach Blasensprung mit Antibiotika:

  • Frauen, die in einer früheren Schwangerschaft eine GBS-Infektion in der Geburtsperiode hatten.
  • Frauen, bei denen in der aktuellen Schwangerschaft GBS im Urin nachgewiesen wurde.
  • Frauen, deren Geburt entweder vor der 37. Woche droht/geschieht oder bei denen frühzeitig ein Blasensprung stattfand und bis zum Wehenbeginn eine längere Zeit liegt (mehr als 18 Stunden) – auch wenn nicht bekannt ist, ob die Schwangere GBS-Trägerin ist oder nicht.
  • Infektionsanzeichen oder Fieber (ab 38 °C) bei Frauen in Verbindung mit der Geburt
  • Bei einem geplanten Kaiserschnitt ist ein Antibiotikum in der Regel nicht notwendig.

Bei der Behandlung wird ein Antibiotikum in der Zeit vor der Geburt mehrmals intravenös direkt ins Blut gegeben. Man behandelt in erster Linie mit Penicillin, kann aber bei Unverträglichkeit andere Alternativen wählen.

Bei Neugeborenen mit Zeichen einer bakteriellen Infektion ist in jedem Fall unverzüglich die Diagnostik und Therapie zu beginnen und das Neugeborene in eine Kinderklinik zur weiteren Versorgung zu verlegen.1

Weitere Informationen

  • Meningitis
  • Lungenentzündung
  • Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft
  • Antibiotikatherapie
  • B-Streptokokken in der Schwangerschaft – Informationen für ärztliches Personal

Bei 20-36 % der Schwangeren finden sich im Genitalbereich Streptokokken der Serogruppe B.

Normalerweise sind diese Bakterien harmlos. Man findet sie auch auf der Haut und im unteren Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt (Magen-Darm-Trakt sowie Harntrakt und Geschlechtsorgane)

Bei folgenden Erkrankungen sind Streptokokken der Serogruppe B nachzuweisen:

  • Wundinfektionen
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Neugeborenensepsis
  • Zystitis (Blasenentzündung) und Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)

Die Diagnose Streptokokken der Serogruppe B kann mittels Vaginalabstrich (Scheidenabstrich) inkl. analem Abstrich festgestellt werden.

Besonderheiten in der Schwangerschaft

Bei der Geburt können die Streptokokken auf das Kind übertragen werden.

Dadurch kann entweder direkt nach der Geburt (early onset) oder erst im Verlauf der nächsten ein bis sechs Wochen (late onset) eine schwere Infektion des Kindes ausgelöst werden. Erstere tritt vor allem bei Frühgeborenen auf. Die late onset-Infektion kann auch durch das Pflegepersonal verursacht werden, die frühe Form wird immer durch die Mutter verursacht.
1 von 1.000 Neugeborenen erleidet eine Streptokokkeninfektion. Die Letalität (Sterblichkeit) liegt bei einem Viertel der Betroffenen. Sie wird vor allem durch die Meningitis (Hirnhautentzündung) dominiert.

Symptome und Beschwerden des Neugeborenen nach Frühinfektion:

  • Sepsis
  • Pneumonie (Lungenentzündung)
  • Meningitis
  • Neurologische Schäden

Bei einer Spät-Infektion besteht insbesondere für Frühchen ein hohes Mortalitätsrisiko (Sterblichkeitsrate).

Labordiagnostik

Jede Schwangere sollte zwischen der 35. und 36. Woche auf B-Streptokokken untersucht werden.

Die Untersuchung erfolgt mittels Vaginalabstrich (Scheidenabstrich) inkl. analem Abstrich (Erreger- und Resistenzbestimmung).
Hinweis! Durch einen möglichen Verzicht auf den analen Abstrich werden ca. 30 % der positiven Befunde verpasst.

Unabhängig von der oben genannten Untersuchung auf B-Streptokokken wird Schwangeren ein Infektionsscreening auf vaginale asymptomatische Infektionen mit Bakterien und Mykose-Erreger zwischen der 16. und der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche als Kassenleistung angeboten. Durch eine Studie konnte belegt werden, dass dieses Infektionsscreening die Frühgeburtenrate um bis zu 43 % senken kann .

Therapie

Werden B-Streptokokken nachgewiesen, kann die Gefahr einer Infektion des Kindes durch gezielte Gabe von Antibiotika unter der Geburt minimiert werden.
Die Antibiotika-Therapie ist erforderlich ist bei:

  • Frühgeburten vor vollendeter 37. Woche
  • Dauer zwischen Blasensprung und Entbindung von mehr als 12 Stunden
  • Fieber der Schwangeren während der Geburt über 38 °C
  • Streptokokken-Infektion bei früheren Geburten
  • Harnwegsinfektion durch B-Streptokokken in der Schwangerschaft
  • Anzeichen einer Infektion bei Mutter und/oder Kind

Ihr Nutzen

Mittels eines einfachen Vaginalabstrichs kann eine Infektion mit B-Streptokokken erkannt und das Risiko einer Ansteckung des Kindes wirkungsvoll minimiert werden.

Literatur

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.