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Hautausschlag

Hautausschlag: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Hautausschlag kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Es können beispielsweise Infektionen wie Windpocken oder Masern, Allergien und verschiedene Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis dahinterstecken.

Infektionskrankheiten

Das Dreitagefieber (Exanthema subitum) ist eine ansteckende Erkrankung, die durch Viren verursacht wird. Neben dem hohem Fieber entwickelt sich ein feinfleckiger, roter, juckender Hautausschlag auf Brust, Bauch und Rücken. Er kann sich auf Arme und Beine ausbreiten, verschwindet aber nach einigen Tagen wieder.

Scharlach (Scarlatina) ist eine typische Kinderkrankheit, die durch eine Infektion mit Bakterien (Streptokokken) verursacht wird. Typisch ist unter anderem der Hautausschlag, der durch die Giftstoffe der Bakterien verursacht wird. Er beginnt mit kleinen Rötungen in den Beugefalten der Achsel, am Brustkorb und in der Leistenregion und breitet sich über den ganzen Körper aus. Typischerweise bleiben nur ein kleines Dreieck zwischen Kinn und Mund sowie die Handinnenflächen und Fußsohlen ausschlagsfrei. Bei manchen Patienten fehlt der Ausschlag oder ist nur schwach ausgeprägt. Nach rund einer Woche, spätestens nach drei, verschwindet der Hautausschlag wieder vollständig.

Masern ist eine weitere Kinderkrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Sie ist hoch ansteckend und verbreitet sich rasant. Auch bei Masern ist ein Hautausschlag charakteristisch. Hinter den Ohren und an der Halsseite treten rote, unregelmäßige Flecken auf, die bald verschmelzen und den ganzen Körper überziehen. Es können kleinere Hautblutungen auftreten. Der Hautausschlag klingt nach etwa fünf Tagen ab.

Röteln werden durch eine Virusinfektion ausgelöst. Der Ausschlag beginnt hier hinter den Ohren mit kleinen hellroten oder leicht bräunlichen Flecken. Sie breiten sich auf Gesicht, Hals, Arme, Beine und dann auf den gesamten Körper aus. Anders als bei den Masern verschmelzen sie jedoch nicht. Auch juckender Hautausschlag tritt bei Röteln selten auf. Nach ein bis drei Tagen verschwindet der Ausschlag wieder.

Ringelröteln (Erythema infectiosum) ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parvovirus B19 verursacht wird. Charakteristisch ist hier der schmetterlingsförmige Hautausschlag, der sich aber nicht bei allen Erkrankten entwickelt. Der Hautausschlag bildet sich zuerst im Gesicht (Wangen, Nasenwurzel) und breitet sich nach einigen Tagen auf Arme, Beine (besonders die Streckseiten) und schließlich den gesamten Körper aus. Das Exanthem sieht aus wie eine Girlande und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Innerhalb von sieben Wochen kann der Ausschlag immer wieder auftreten.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird durch Coxsackie-Viren Typ A ausgelöst. Auf der Haut (Hände, Füße) bildet sich ein roter, juckender Hautausschlag mit Bläschen und Knötchen, der später in weißgraue Pusteln übergeht. Im Mund entstehen Bläschen und kleine, schmerzhafte Geschwüre (Aphthen).

Beim Pfeifferschen Drüsenfieber kann manchmal ein Hautausschlag entstehen. Dieser kann sich aber auch entwickeln, wenn man die Krankheit mit Antibiotika behandelt, zum Beispiel mit Ampicillin oder Amoxicillin. Man spricht dann von einem Arzneimittelexanthem.

Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die in der Regel durch Zecken übertragen wird. Auslöser der Lyme-Borreliose sind schraubenförmige Bakterien, sogenannte Borrelien. Um die Einstichstelle kann nach einigen Tagen ein roter Fleck entstehen, der sich nach und nach vergrößert und in der Mitte meist blass gefärbt ist. Ärzte bezeichnen dies als „Wanderröte“ oder Erythema migrans.

Windpocken (Varizellen) werden durch das hochgradig ansteckende Varizella-Zoster-Virus verursacht. Sie beginnen mit einem juckenden, roten Hautausschlag – meist am Rumpf und im Gesicht. Er breitet sich über den gesamten Körper aus, auch auf den behaarten Teil des Kopfs sowie Arme und Beine.

Die Schleimhäute (Mund, Bindehäute, Genitalien) können ebenfalls betroffen sein. Die roten Flecken verwandeln sich in flüssigkeitsgefüllte, stark juckende Bläschen, die nach und nach verkrusten. Der Hautausschlag verläuft in Schüben, sodass täglich neue rote Flecken zu den schon bestehenden Bläschen und Krusten dazu kommen. Es bildet sich ein sogenannter „Sternenhimmel“: ein buntes Bild aus Flecken, Papeln, Bläschen und Krusten, die schließlich abfallen. An den Schleimhäuten verwandeln sich die Bläschen in kleine Aphthen (= Schädigungen).

Gürtelrose (Herpes Zoster) ist ein schmerzhafter Hautausschlag, der durch das Varizella-Zoster-Virus hervorgerufen wird. Gürtelrose ist eine Zweiterkrankung: Beim Erstkontakt verursacht das Herpesvirus Windpocken, es überdauert nach Abklingen der Krankheit im Körper und kann auch nach Jahren noch wieder aktiv werden: in Form von Gürtelrose. Der typische Hautausschlag besteht aus Blasen auf einem geschwollenen, geröteten Untergrund.

Der Ausschlag verläuft gürtelförmig vom Rumpf in Richtung Brustbein um den Körper. Es kann aber auch zu Hautausschlag im Gesicht und am Ohr kommen. Nach zwei bis sieben Tagen platzen die Blasen auf, es entstehen kleine Wunden, die nach und nach von Schorf bedeckt werden. Nach zwei bis drei Wochen fällt der Schorf meist ab.
Genitalherpes (Herpes genitalis) wird durch Herpes-simplex-Viren verursacht. Im Genitalbereich bildet sich ein juckender Hautausschlag mit Bläschen und Rötungen.

Hautpilz (Soor) umfasst alle Krankheiten, die durch Pilze der Gattung „Candida“ verursacht werden. Der Hauptvertreter ist Candida albicans. Der Hautausschlag tritt besonders in Hautfalten (zum Beispiel Achseln, Analregion, Oberschenkel), an der Mund- und Rachenschleimhaut, in der Speiseröhre sowie in der Genitalregion auf.

Die Wundrose (Erysipel) ist eine lokal begrenzte, akute Entzündung der Lymphgefäße der Haut. Verursacht wird eine Wundrose meist durch bestimmte Bakterien (Streptokokken). Um die Eintrittsstelle der Bakterien in die Haut bildet sich die leuchtend rote Wundrose.

Die Grindflechte (Borkenflechte, Impetigo contagiosa) ist eine bakterielle Hautinfektion, die sehr ansteckend ist. Verursacher sind vor allem Staphylokokken, seltener Streptokokken. Typisch für den Hautausschlag sind asymmetrische, scharf begrenzte, goldgelbe, rot-gesäumte Krusten, die vor allem um Mund und Nase sowie an den Händen auftreten.

Krätze (Skabies) wird durch Milben verursacht, die einen stark juckenden Hautausschlag hervorrufen.

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Im zweiten Stadium der Syphilis tritt meist ein Hautausschlag auf. Zunächst sind es nur schwach-rosa gefärbte Flecken, die sich in derbe, kupferfarbene Knötchen (Papeln) verwandeln.

Eine durch Viren verursachte Leberentzündung (Hepatitis) geht manchmal mit einem Hautausschlag einher.

Fleckfieber (Läusetyphus) wird durch das Bakterium Rickettsia prowazekii ausgelöst, das durch Kleiderläuse übertragen wird. Es bildet sich nach wenigen Tagen ein fleckiger Hautausschlag, der am Rumpf beginnt und sich schnell auf Arme und Beine ausbreitet – Kopf, Hals, Hand- und Fußflächen bleiben jedoch ohne Exanthem.

Typhus ist eine schwere Durchfallerkrankung, die durch Bakterien (Salmonellen) verursacht wird. Auch hier können sich stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken bilden, die aber nicht jucken.

Auch beim Dengue-Fieber kann vorübergehend ein rötelähnlicher, juckender Hautausschlag auftreten. Auslöser dieser Tropenkrankheit ist das Dengue-Virus.

Allergien

Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Stoffe, die normalerweise völlig ungefährlich sind. Das Immunsystem bekämpft diese an sich harmlosen Stoffe und löst damit eine Allergie aus. Beispiele sind Pollen (Heuschnupfen), aber auch Nahrungsmittel oder chemische Stoffe wie Nickel oder Kobalt. Hautrötungen und juckender Hautausschlag sind häufige Anzeichen für eine allergische Reaktion vom Soforttyp. Das bedeutet, die Allergie beginnt wenige Sekunden bis Minuten nach Kontakt mit dem Allergieauslöser (mediz. Allergen).

Bei einer Spättyp-Allergie bilden sich erst nach einigen Stunden scharf begrenzte juckende Rötungen und Schwellungen. Je nach Schwere treten Wasserbläschen, nässende Stellen, Schuppen und Hautverkrustungen auf.

Die allergieauslösenden Stoffe können äußerlich direkt auf die Haut einwirken (wie UV-Strahlung, Kälte). Sie können aber auch von innen eine hautreizende Wirkung entfalten, indem sie eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen werden. Dies ist zum Beispiel bei Heuschnupfen sowie Nahrungsmittelallergien wie Nussallergie der Fall. Auch Medikmante können einen Hautausschlag und andere allergische Symptome hervorrufen.

Eine weitere typische Form der Spättyp-Allergie ist die Kontaktallergie (Kontaktdermatitis). Sie entsteht, wenn die Haut mit dem allergieauslösenden Gegenstand oder Material in Berührung kommt. Häufig sind das Duftstoffe oder Metalle wie Nickel. Oft reichen schon geringste Mengen davon aus, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. Die Haut juckt dann, schwillt an, nässt oder rötet sich. Der Hautausschlag (Ekzem) bildet sich meist an der Stelle, die mit dem Allergieauslöser in Berührung stand (Kontaktekzem). Vor allem Allergien gegen Duftstoffe sind auf dem Vormarsch. Die Symptome: raue, gerötete oder schuppende Haut und Juckreiz. Wirkt das Allergen länger auf die Haut ein, können Bläschen, Knötchen und schmerzhafte Einrisse entstehen.

Die Nesselsucht (Nesselausschlag, Urtikaria) zählt ebenfalls zu den allergischen Erkrankungen. Der Hautausschlag besteht hier aus roten Erhebungen. Sie sehen aus wie Mückenstiche oder wie nach einem Kontakt mit Brennnesseln (daher Nesselsucht).

Patienten mit einer Nesselsucht reagieren überempfindlich auf bestimmte innere (Nahrungsmittel wie Erdbeeren) oder äußere Reize (Kälte, Druck). Sie leiden unter starkem Juckreiz. Meistens vergehen sowohl die Quaddeln als auch der Juckreiz innerhalb eines Tages.

Sonnenlicht kann ebenfalls starke allergische Hautreaktionen auslösen. Es kommt zu quälendem Juckreiz, Bläschen oder Quaddeln (Sonnenallergie). Oft geschieht dies in Kombination mit Kosmetika wie Haut- und Sonnencreme oder Parfüm. Die Polymorphe Lichtdermatose (PLD) ist die häufigste aller Sonnenallergien. Sie tritt vor allem auf Hautpartien auf, die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind, etwa Dekollete, Schultern, Nacken, Streckseiten der Arme und Beine. Meist äußert sich die PLD mit Quaddeln, juckenden Flecken oder Bläschen.

Bei der Mallorca-Akne reagieren aggressive Substanzen, die sich durch das UV-Licht bilden, mit Inhaltsstoffen von Sonnenschutz- und Körperpflegemitteln oder dem körpereigenen Talg. Es entsteht eine Entzündungsreaktion in den Haarfollikeln. Auf der Haut – meist im Dekolleté – entstehen kleine, akneartige Pickelchen.

In Kombination mit Medikamenten wie Antibiotika, Entzündungshemmern, Entwässerungsmitteln oder Johanniskraut kann Sonnenlicht eine photoallergische Reaktion auslösen.

Auch der Sonnenbrand zählt zu den Exanthemen.

Hautkrankheiten

Hinter einem Hautausschlag können auch verschiedene Hautkrankheiten stecken, die nicht ansteckend sind. Beispiele:

Akne ist eine hormonbedingte Erkrankung, die vor allem von den männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) abhängt. Sie tritt häufig in der Pubertät auf. Typisch sind die weißen Knötchen, die manchmal auch einen schwarzen Punkt in der Mitte haben (Mitesser, Komedo). Entzünden sich die Knötchen, entsteht ein Pickel mit Eiterpfropf.

Der Kopfgneis (seborrhoisches Ekzem) ist ein harmloser Hautausschlag. Er entsteht durch eine Überproduktion der Talgdrüsen der behaarten Kopfhaut.

Neurodermitis (atopische Dermatitis, atopisches Ekzem) führt zu immer wiederkehrenden Hautentzündungen mit Juckreiz. Die Haut ist extrem trocken. Bei Babys zeigt sich die Neurodermitis als roter juckender Ausschlag vor allem im Gesicht. Das Ekzem breitet sich auf dem Hals über den Rumpf und zur Windelregion hin aus. Betroffen sind auch die Rückseiten der Arme und Beine. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann das Ekzem am gesamten Körper auftreten. Sehr oft sind das Gesicht – vor allem um Augen und Mund herum – sowie die Armbeugen und Kniekehlen betroffen. Aber auch der obere Teil des Oberkörpers und der Hals können befallen sein. Die Haut ist trocken, fleckig, rötlich und verdickt.

Milchschorf bei Babys kann der Vorläufer einer Neurodermitis oder Zeichen einer allergischen Veranlagung sein.

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche und immer wiederkehrende Hautkrankheit, bei der sich große Mengen an Schuppen auf der Haut bilden. Der Hautausschlag macht sich durch scharf begrenzte, rötliche und leicht erhabene Flecken bemerkbar. Diese sind mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt. Die Flecken können klein und punktförmig sein, aber auch größere Flächen bedecken. Zum Teil können sie auch jucken. Die oberflächlichen Schuppen lassen sich leicht abkratzen, die tieferen sitzen dagegen fester auf einer jungen, dünnen Hautschicht. Entfernt man auch diese Schuppenschicht, so treten kleine, punktförmige Hautblutungen auf.

Die Knötchenflechte (Lichen ruber planus) ist eine seltene Hauterkrankung, bei der sich stark juckende, rötliche Knötchen bilden, meist Innenseiten von Handgelenk und Knöcheln, Unterschenkel. Vermutlich ist eine Autoimmunreaktion verantwortlich.

Bei der Röschenflechte (Pityriasis rosea) bildet sich ein juckender Hautausschlag, der sich vom Rumpf bis zu Oberarmen und Oberschenkeln erstrecken kann.

Rosazea (Kupferfinne, Akne rosacea) ist eine Entzündung der Gesichtshaut, die chronisch und in Schüben verläuft. Die Krankheit kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Je nach Schweregrad zeigt sich eine anhaltende Rötung mit auffällig erweiterten Äderchen (Couperose) im Gesicht. Später kann ein Hautausschlag mit Knötchen und Eiterbläschen auftreten.

Andere Ursachen von Exanthemen

Ein Hautausschlag kann auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Arzneimittel, die Exantheme auslösen können, sind vor allem Antibiotika, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR – zum Beispiel ASS, Diclofenac, Ibuprofen), Kortison oder bestimmte Bluthochdruck-, Gicht-, Krebs- und Diabetesmedikamente.

Auch pflanzliche Mittel können Hautauschlag auslösen: Beispielsweise kann Korianderöl allergische Reaktionen hervorrufen. Das Gleiche gilt für Johanniskrautprodukte in Kombination mit Sonnenlicht, da es die Lichtempfindlichkeit erhöhen kann.

Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung. Typischs Symptom ist der schmetterlingsförmige Hautausschlag links und rechts der Nase (Schmetterlingserythem).

Auch die Psyche spielt bei Hautausschlägen eine Rolle, nicht umsonst heißt es im Volksmund: „Die Haut ist der Spiegel der Seele“. Beispielsweise können Stress und psychische Belastungen einen Hautausschlag auslösen oder verstärken.

Lässt sich keie Ursache für den Hautausschlag finden, sprechen Mediziner von einem „idiopatischen Exanthem“.

Ausschlag am Bauch


Medizinische Qualitätssicherung am 17. September 2018 von Dr. med. Nonnenmacher

Ein Ausschlag am Bauch ist sehr unangenehm und geht zum Teil mit einem quälenden Juckreiz einher. Der Ausschlag kann isoliert auftreten, aber auch Teil eines größeren Hautproblems sein.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Was ist Ausschlag am Bauch?
  • 2 Ursachen
  • 3 Krankheiten
  • 4 Diagnose und Verlauf
  • 5 Behandlung und Therapie
  • 6 Vorbeugung
  • 7 Quellen

Was ist Ausschlag am Bauch?

Ein Ausschlag am Bauch kann viele Ursachen haben. Häufig wird dieser von Juckreiz und Schmerzen begleitet.

Die Erscheinungsformen eines Ausschlages am Bauch sind vielfältig. Er kann in Form von plötzlich entstehenden juckenden Quaddeln, Blasen, roten Flecken, eitrigen Pusteln, großflächigen Rötungen, Schuppen und sogar kleinen punktförmigen Blutungen auftreten.

Nicht immer, aber relativ oft, kommt noch ein quälender Juckreiz hinzu. In diesem Fall wird der Ausschlag auch Ekzem genannt. Ein Ausschlag am Bauch kann in einigen Fällen aber auch sehr schmerzhaft sein und mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden sein. Oft ist der ganze Körper von den Hautproblemen betroffen. Immer sollte ein Ausschlag am Bauch dazu veranlassen, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen abzuklären.

Ursachen

Die Ursachen für einen Ausschlag am Bauch sind vielfältig. Die zwei Hauptursachenkomplexe sind Infektionskrankheiten und Allergien. Zu den Infektionskrankheiten mit Hautausschlag gehören besonders die Kinderkrankheiten Windpocken, Röteln, Ringelröteln, Masern und Scharlach.

Während Scharlach bakteriell bedingt ist, werden die meisten anderen infektiösen Kinderkrankheiten durch Viren verursacht. Auch Erwachsene können diese Erkrankungen zuweilen bekommen, wenn sie in der Kindheit noch nicht betroffen waren. Im Erwachsenenalter spielen meist aber andere Infektionen eine Rolle, wie beispielsweise alle viralen Formen der Hepatitis, Pilzinfektionen und das Wiederaufleben des Windpockenerregers Herpes Zoster.

Besonders bei einer Schwächung des Immunsystems kann der Herpes Zoster Virus an den entsprechenden Nervenbahnen zu entzündlichen Prozessen führen, die sich in einer sehr schmerzhaften Gürtelrose im Brust- und Bauchbereich äußern. In einigen wenigen Fällen ist auch der gesamte Körperstamm betroffen. Neben Infektionskrankheiten spielen besonders Allergien eine große Rolle. Diese können sich beispielsweise in einer Kontaktdermatitis bemerkbar machen.

So entsteht manchmal die Frage, ob beispielsweise das neue Unterhemd allergene Substanzen enthält oder welche Waschmittel eventuell unverträglich sind. Aber auch im Rahmen von allgemeinen allergischen Reaktionen auf Medikamente oder Nahrungsmittel treten häufig Hautausschläge auf. Besonders Antibiotika haben das Potenzial, öfter auch mal Allergien auszulösen. Nicht zuletzt soll noch erwähnt werden, dass auch Autoimmunerkrankungen und natürlich die genetisch veranlagte Neurodermitis oft Ausschläge am Bauch hervorrufen.

Krankheiten

  • Allergie
  • Windpocken
  • Röteln
  • Ringelröteln
  • Masern
  • Scharlach
  • Hepatitis
  • Pilzinfektion
  • Gürtelrose
  • Kontaktdermatitis
  • Neurodermitis
  • Autoimmunerkrankungen

Diagnose und Verlauf

Zur Diagnostik eines Ausschlages am Bauch wird der Arzt zunächst seine Erscheinungsform begutachten, denn bereits die Art der Hautirritationen kann einen Hinweis auf ihre Ursache geben. So deuten z.B. plötzlich auftretende Quaddeln auf einen allergischen Hintergrund hin. Sollten sich eitrige Pusteln entwickeln, wird der Arzt eine infektiöse Ursache vermuten.

Wichtig ist das Arzt-Patienten-Gespräch, in dem alle begleitenden Symptome besprochen werden. Auch die weitere Anamnese der früheren Krankengeschichte des Patienten gibt wertvolle Hinweise. Nicht zuletzt gehört zur Anamnese auch die Klärung einer möglichen familiären Belastung von bestimmten Erkrankungen. Das ist zum Beispiel bei einer Neurodermitis oder Psoriasis bedeutend.

Zur Bestätigung seiner Verdachtsdiagnose wird der Arzt dann die entsprechenden Laboruntersuchungen veranlassen. Dazu werden je nach Verdacht Abstriche an den entsprechenden Hautstellen entnommen oder Allergietests durchgeführt. Zur Abklärung von autoimmunologischen Ursachen für die Ausschläge am Bauch wird der Arzt auch Blutuntersuchungen veranlassen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung des Ausschlages am Bauch richtet sich nach dessen Ursache. Viral bedingte Kinderkrankheiten werden meist nur symptomatisch mit entzündungshemmenden und fiebersenkenden Mitteln behandelt. Gegen den quälenden Juckreiz werden kühlende und feuchte Kompressen angelegt. Wichtig ist die Verhinderung des Kratzens, weil durch die entstehenden Verletzungen auch noch Bakterien eindringen können, die gegebenenfalls zu Superinfektionen führen.

Bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika therapiert. Meist heilen die Kinderkrankheiten nach einigen Tagen von alleine wieder aus. Bei Gürtelrose werden Schmerzmittel eingesetzt, um die oft sehr starken Schmerzen zu lindern. Weiterhin kommen Virostatika zur Reduzierung der viralen Aktivität zum Einsatz. Andere Infektionserkrankungen, die nur am Rande die Haut betreffen, wie z. B. Hepatitis oder das Pfeiffersche Drüsenfieber, werden primär nach dessen Ursache behandelt, wobei nach Ausheilung auch die Hauterscheinungen verschwinden.

Bei allergisch bedingten Hautreaktionen besteht die Therapie im Vermeiden der entsprechenden Allergene. Während des Ausschlages werden oftmals kortisonhaltige Cremes und Salben angewendet. Bei Autoimmunerkrankungen steht die Therapie mit Immunsuppressiva und Kortison im Vordergrund. Sollte der Ausschlag am Bauch durch eine Neurodermitis bedingt sein, stehen je nach Ursache verschiedene Behandlungsmethoden, wie Entzündungshemmer, Lichttherapie, Vitamin E oder alternative Methoden, zur Verfügung.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung vor einem Ausschlag am Bauch können aufgrund der vielfältigen Ursachen keine konkreten Empfehlungen gegeben werden. Steht als Ursache eine Allergie fest, ist darauf zu achten, den Auslöser zu meiden. Ansonsten gilt auch für einen Ausschlag am Bauch, dass eine Stärkung des Immunsystems seine Wahrscheinlichkeit verringert.

Quellen

Hautausschlag (Exanthem)

Hautausschlag: Ursachen

Die Ursachen für einen Hautausschlag sind äußerst vielfältig. Ein Ausschlag ist ein Symptom, das im Rahmen vieler Erkrankungen vorkommt. Die häufigsten Hautausschlagursachen lesen Sie hier im Überblick:

Infektionskrankheiten als Ursachen

Ärzte kennen eine ganze Reihe von Infektionskrankheiten, die mit einem Ausschlag einhergehen – allen voran die typischen „Kinderkrankheiten“ („Kinderkrankheiten-Ausschlag“). Die Verursacher der Infektion sind meist Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten wie Milben und Flöhe. Folgende Infektionskrankheiten stehen mit einem Hautauschlag in Zusammenhang:

Windpocken (Varizellen)

Der Erreger der Windpocken (Varizellen) ist das Varizella-Zoster-Virus. Die typische Kinderkrankheit, gegen die es übrigens eine Impfung gibt, ist äußerst ansteckend. Neben Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, die ein bis zwei Tage vor dem eigentlichen Krankheitsausbruch beginnen, leiden Betroffene unter einem juckenden Hautausschlag und Fieber („Fieber-Ausschlag“). Kennzeichnend für die Windpocken ist ein Virus-Ausschlag mit Knötchen (Papeln), flüssigkeitsgefüllten Bläschen und Schorf in verschiedenen Entwicklungsstadien („Sternenhimmel“).

Der Windpocken-Ausschlag bildet sich zuerst am Körperstamm (Rumpf, Rücken) und im Gesicht, dann breitet er sich schnell auf andere Körperbereiche aus – sogar auf die Schleimhäute und die behaarte Kopfhaut. Der Hautauschlag ist unterschiedlich schwer ausgeprägt: Kleinere Kinder bilden meist weniger Bläschen als ältere Menschen. Durch das Aufkratzen der Bläschen können sich andere mit den Viren anstecken! Nach einigen Wochen heilt der Windpocken-Ausschlag wieder ab.

Der Auslöser dieser Infektionskrankheit und damit die Ursache für den Ausschlag ist das Masern-Virus. Am Anfang stehen hohes Fieber, Husten und Schnupfen sowie Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum und der Augenbindehaut. Erst drei bis sieben Tage später entsteht der typische Hautausschlag „Masern“ mit bräunlich-rosafarbenen Hautflecken; der Virus-Ausschlag beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Er ist mit einem erneuten Fieberanstieg verknüpft und klingt nach drei bis vier Tagen wieder ab; dann schuppt sich manchmal die Haut.

Die Verursacher sind Scharlach-Bakterien, die sogenannten A-Streptokokken. Am Anfang stehen Kopf- und Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schüttelfrost, Fieber, geröteter Gaumen und Rachen, entzündete Mandeln und geschwollene Lymphknoten am Hals. Nach ein bis zwei Tagen bildet sich ein nicht juckender Hautausschlag, der sich über die Achseln, den Brustkorb und die Leisten auf den gesamten Körper ausbreitet. Handinnenflächen und Fußsohlen bleiben vom Scharlach-Ausschlag verschont.

Der Hautausschlag besteht aus kleinen Bläschen oder Knötchen (Papeln) und entsteht durch die Einwirkung eines Bakteriengiftes. Nach sechs bis neun Tagen verschwindet der Scharlach-Ausschlag wieder. Einige Tage später schält und schuppt sich die Haut, vor allem an den Handinnenflächen und Fußsohlen. Typisch für Scharlach ist die „Himbeerzunge“: Zuerst ist die Zunge weiß belegt, nach einigen Tagen rötet sie sich himbeerfarben.

Die Ursache dieser Infektionskrankheit ist das Rötelnvirus. Nur etwa die Hälfte der Erkrankten entwickelt Symptome. Röteln beginnen mit erkältungsähnlichen Beschwerden wie leichtem Fieber und Atemwegsentzündungen. Der charakteristische Hautausschlag in Form von kleinen, hellroten Flecken nimmt seinen Anfang im Gesicht und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Nach ein bis drei Tagen klingt der Röteln-Ausschlag wieder ab.

Die Ursache der Ringelröteln sind Viren, genauer gesagt das Parvovirus B19. Oft verlaufen die Ringelröteln ohne Symptome oder diese sind nur mild ausgeprägt (Unwohlsein, geschwollene Lymphknoten, leichtes Fieber). Nur jeder fünfte bis sechste Infizierte entwickelt den typischen Hautausschlag. Etwa zwei Wochen nach der Infektion bildet sich eine gleichförmige Rötung auf beiden Wangen.

Kurze Zeit später entwickeln sich girlandenartige oder ringelförmige große rote Flecken auf Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Po. Der Auschlag juckt und schmerzt nicht, kann im weiteren Verlauf seine Form verändern und verblasst nach sieben bis zehn Tagen wieder.

Der Auslöser des Dreitagefiebers ist ein bestimmtes Herpesvirus, das sogenannte humane Herpesvirus Typ 6. Kennzeichnend für eine Infektion mit diesem Virus ist das Fieber. Meist bildet sich zudem ein roter Ausschlag, der sich innerhalb weniger Stunden ausbreitet. Der Dreitagefieber-Ausschlag entsteht in der Regel auf der Brust, dem Bauch und Rücken und kann sich auf die Arme und Beine, selten auf das Gesicht und die Kopfhaut ausbreiten. Nur selten juckt der Hautauschlag. Nach zwei bis drei Tagen klingt der Dreitagefieber-Ausschlag ab.

Pfeiffersches Drüsenfieber

Der Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers (infektiöse Mononukleose) ist das Epstein-Barr-Virus. Typisch für die Infektionskrankheit sind Fieber, Lymphknotenschwellung (vor allem Hals und Nacken) und Rachenentzündungen (Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Heiserkeit). Manchmal tritt auch ein entzündlicher Ausschlag auf.

Erkältung

Eine Erkältung (grippaler Infekt) zählt ebenfalls zu den möglichen Ursachen eines Ausschlags. Auslöser sind Erkältungsviren. Nicht zu verwechseln ist die Erkältung mit der echten Grippe (Influenza), deren Verursacher Grippeviren sind. Neben Husten, Schnupfen und Halsschmerzen entwickeln manche auch einen Erkältung-Ausschlag mir Rötungen, Quaddeln und Juckreiz. Er kann verschiedene Regionen des Körpers betreffen.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Die Erreger der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind meist Enteroviren der Gruppe A, zum Beispiel Coxsackie A-Viren. Die Infektionskrankheit beginnt in der Regel mit Fieber, Appetitlosigkeit und Halsschmerzen. Ein bis zwei Tage später entwickeln sich schmerzhafte Hautauschläge der Mundschleimhaut in Form kleiner, roter Flecken, die Bläschen und oftmals Geschwüre bilden. Betroffen sind allen voran die Zunge, Mundschleimhaut und das Zahnfleisch.

Innerhalb von ein bis zwei Tagen entwickelt sich manchmal ein nicht juckender Hautausschlag. Er zeigt sich als ebene oder erhöhte rote Flecken; manchmal bilden sich Blasen. Meist sind die Handflächen und Fußsohlen betroffen. Der Hautausschlag kann sich jedoch auch am Po, im Genitalbereich, an den Knien oder den Ellenbogen entwickeln und dann stark jucken. Nach fünf bis sieben Tage erholen sich die Patienten meist.

Gürtelrose (Herpes Zoster)

Bei einer Erstinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus erkranken Menschen an Windpocken. Das Virus schlummert danach aber in den Nervenendigungen. Wenn es reaktiviert wird, etwa aufgrund einer Immunschwäche, entsteht eine Gürtelrose. Dabei entwickelt sich ein gürtelähnlicher, stark schmerzender Hautausschlag. Der Gürtelrose-Ausschlag bildet sich an jener Hautregion, die vom jeweils betroffenen Hirn- oder Rückenmarksnerv versorgt wird.

Die Haut rötet sich und es bilden sich Bläschen, die in Gruppen zusammenstehen können. Einige Tage später platzen sie und bilden Krusten – manchmal auch Narben. Es kann sogar bis zu vier Wochen dauern, bis sich der Hautausschlag vollständig zurückgebildet hat.

Herpes genitalis und Lippenherpes

Es gibt zwei Arten von Herpesviren, die den Menschen Probleme machen und einen Herpes-Ausschlag verursachen: das Herpes Simplex Virus 1 (HSV 1) und das Herpes Simplex Virus 2 (HSV 2). Der Genitalherpes geht auf das Konto des HSV 2, der Lippenherpes auf das des HSV 1. Im Genitalbereich entwickelt sich ein juckender Geschlechtskrankheiten-Ausschlag mit Bläschen und Rötungen. Beim Lippenherpes bilden sich Fieberbläschen an den Lippen und auf der Mundschleimhaut als Herpes-Hautausschlag.

Hautpilz (Soor)

Unter dem Begriff Soor ordnen Ärzte alle Infektionen mit dem Hefepilz Candida ein (Candidose). Der bekannteste ist der Hefepilz Candida albicans. Der Hautausschlag wird in Form von Hautrötungen, Juckreiz und gelblich-weißlichen Belägen spür- und sichtbar. Der Pilz-Ausschlag bildet sich vor allem in den Hautfalten, in denen der Pilz ein feucht-warmes Milieu zum Wachsen und Vermehren vorfindet.

Beispiele sind die Achselhöhlen und Oberschenkelfalten (Hautsoor), die Genitalien (Genitalsoor), der Darm (intestinale Candidose), die Schleimhäute in Mund und Rachen (Mundsoor) oder die Speiseröhre (ösophageale Candidose).

Hautflechte

Die Hautflechte wird von verschiedenen Pilzen hervorgerufen, zum Beispiel Fadenpilzen (Dermatophyten), Hefepilzen oder Schimmelpilzen. Die Pilze befallen die Haut und (innere) Schleimhäute eines Menschen. Die befallenen Hautstellen zeigen Rötungen, die sich immer weiter ausbreiten. Hinzu kommen beim Pilz-Ausschlag Papeln und ein heftiger Juckreiz. Zudem schuppt sich die Haut später bei der Hautflechte.

Wundrose (Erysipel)

Die Wundrose entsteht aufgrund einer Infektion der Haut mit Bakterien, meist Streptokokken. Über kleinste Verletzungen dringen die Erreger in tiefere Hautschichten ein. Die Haut schwillt an und erwärmt sich. Es bildet sich ein schmerzhafter, hellroter Hautausschlag, meist an den Unterschenkeln und im Gesicht. Dazu kommen geschwollene Lymphknoten in der Nähe der Eintrittsstelle der Bakterien, Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Grindflechte

Die Grindflechte heißt auch Borkenflechte oder medizinisch Impetigo contagiosa. Auslöser der höchst ansteckenden Grindflechte, die allen voran kleine Kinder betrifft, sind Bakterien. Die Erreger dringen über kleinste Hautverletzungen ein und verursachen einen Ausschlag – Staphylokokken oder Streptokokken sind oft der Grund.

Es bildet sich ein juckender, roter, manchmal schmerzhafter Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen um den Mund und die Nase herum. Die Hautprobleme können sich auf die Hände, Arme und Beine ausbreiten. Aus den Bläschen entstehen mit der Zeit Krusten, die abfallen und ohne Narben abheilen.

Borreliose

Die Borreliose (Lyme-Krankheit, Lyme-Disease) kann sich entwickeln, wenn Sie von einer mit Borrelien (Bakterien) infizierten Zecke gestochen werden. Typisch für die Borreliose ist das Erythema migrans, die „Wanderröte“. Sie gilt als Hauptsymptom (bei rund 90 Prozent der Betroffenen) in der Frühphase der Borreliose. Meist bildet sich um die Einstichstelle herum eine kreisförmige Hautrötung, die nach außen wandert und sich vergrößert. In der Mitte ist die Haut blasser gefärbt. Die Wanderröte kann aber auch an einer anderen Hautstelle entstehen.

Krätze: unangenehmer Milben-Ausschlag

Die Ursache der Krätze (Skabies, engl. Scabies) ist die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei). Sie bohrt sich in die oberste Hautschicht und krabbelt dort umher. Besonders beliebt sind Orte, an denen die Haut dünn und an denen es warm ist. Beispiele sind die Falten zwischen den Zehen und Fingern, Streckseiten der Ellen­bogen­, Achselhöhlen, Brust­warzen­hof, Gürtel­linie, Po, Anal­falte, Leisten und Nabel, Knöchel­, die inneren Fuß­ränder und vor allem der Penis­schaft. Läng­liche Bläschen oder Knötchen am Penis­schaft sind ein sicherer Hinweis auf Skabies.

Der Kopf, Nacken sowie die Hand- und Fußflächen bleiben meist vom Krätze-Hautausschlag ausgespart. Bei Säug­lingen und Klein­kindern zeigen sich die Hautveränderungen auch am behaarten Kopf, im Gesicht sowie auf den Handflächen und Fußsohlen. Charakteristisch für den Krätze-Hautausschlag ist der heftige Juckreiz, der eine Reaktion des Immunsystems auf die Eier, den Kot und andere Ausscheidungen der Tierchen ist. Begleitend entwickelt sich oft ein Milben-Ausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen, Pusteln und rötlichen, stecknadelkopfgroßen Knötchen. Platzen die Bläschen auf, bilden sich anschließend Krusten.

Syphilis

Die Syphilis zählt zu den Geschlechtskrankheiten oder sexuell übertragbaren Krankheiten (STD). Verursacher ist das Bakterium Treponema pallidum. Der Geschlechtskrankheiten-Ausschlag unterscheidet sich je nach Stadium der Syphilis:

  • Im Frühstadium entsteht an der Eintrittsstelle des Erregers (meist die Geschlechtsorgane) ein derbes, hirsekorngroßes Knötchen, aus der sich ein schmerzloses Geschwür mit einem Wall und einer Vertiefung in der Mitte bildet.
  • Im zweiten Stadium der Syphilis sind fleckige, nicht juckende Hautausschläge am Rumpf oder an den Armen und Beinen typisch. Meist sind die Innenflächen der Hände und die Fußsohlen befallen. Aus den Flecken entstehen manchmal Knötchen und Schuppen.
  • Im dritten Stadium der Syphilis erscheint der Hautausschlag als tiefliegende, schlangenförmige Veränderungen und Geschwüre, die nach außen durchbrechen können. Oft sind Gesicht, Rumpf, Gesäß und Unterschenkel betroffen.

HIV-Infektion

Die Infektion mit dem HI-Virus geht in vielen Fällen mit einem Hautausschlag einher. Eine HIV-Infektion geht mit einem geschwächten Immunsystem einher: Der Körper ist anfälliger für Infektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen – und damit auch für Hautausschlag/HIV. Häufig sind zum Beispiel die Gürtelrose oder ein Soor.

Typhus

Typhus wird durch bestimmte Bakterien (Salmonellen) verursacht und geht mit schweren Durchfällen einher. Zwar typisch, aber selten ist ein Hautausschlag (Typhus-Ausschlag): Es bilden sich hellrote, stecknadelkopfgroße, nicht juckende Flecken, meist an der Bauchhaut.

Fleckfieber

Die Ursache des Fleckfiebers (Flecktyphus) ist eine Infektion mit dem Bakterium Rickettsia prowazekii. Infizierte Kleiderläuse übertragen die Bakterien. Am vierten bis sechsten Krankheitstag entwickelt sich meist ein Ausschlag, der am Rumpf beginnt und sich auf die Arme und Beine ausbreitet. Nur das Gesicht sowie die Hand- und Fußflächen bleiben frei.

Hautkrankheiten und Autoimmunerkrankungen als Ursachen

Neben Infektionskrankheiten gehen verschiedenen Hauterkrankungen mit unangenehmen Hautausschlägen einher. Beispiele für solche Ursachen sind:

  • Akne: Die Hauterkrankung betrifft vor allem Jugendliche, die sich in der Pubertät befinden. Bei der häufigen Akne vulgaris sprießen Mitesser, Pickel, Pusteln und Knötchen auf der Haut – meist auf der Stirn und am Kinn, aber auch auf dem Rücken und Dekolleté. Der Grund für die Akne ist meist die hormonelle Umstellung und eine angekurbelte Talgproduktion.
  • Schuppenflechte (Psoriasis): Die Zellen der Oberhaut vermehren sich bei dieser entzündlichen, stark juckenden Hauterkrankung viel schneller als normalerweise. Das Ergebnis sind glänzende, silbrig-weiße Schuppen, die auf geröteten Hautbereichen gut sichtbar sind. Die Schuppenflechte betrifft oft die Ellenbogen, Beine, Kopfhaut, Brust, den Po oder Rücken. Aber auch im Gesicht oder an den Händen kann sie sich zeigen.
  • Neurodermitis (atopisches Ekzem): entzündliche Hautkrankheit, die in Schüben verläuft; die Haut ist dabei extrem trocken. Der trockene Haut-Ausschlag juckt stark, rötet und schuppt sich. Neurodermitis bildet sich oft im Gesicht, auf der Kopfhaut und den Händen.
  • Milchschorf bei Babys gilt als frühe Form der Neurodermitis: Im Gesicht und auf der behaarten Kopfhaut bildet sich Milchschorf: weiße bis gelbliche Schuppenkrusten auf geröteter Haut.
  • Rosacea: Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung zeigt sich vor allem im Gesicht. Es ist gerötet, dann kommen Knötchen und Pusteln hinzu. Viele verspüren einen quälenden Juckreiz und Schmerzen, auch die Optik lässt viele Patienten erheblich seelisch leiden.
  • Röschenflechte (Pityriasis rosea): Die Hautkrankheit betrifft meist Jugendliche und junge Erwachsene. Auf der Haut entsteht eine ovale bis zu zehn Zentimeter große, rötliche Hautveränderung, an deren Rand sich Schuppen bilden. In Phase zwei bildet sich schubartig eine Vielzahl ähnlicher Hautveränderungen, die nach einigen Wochen abheilen. Die Ursache der Röschenflechte ist noch weitgehend unbekannt.
  • Aktinische Keratose: Vorstufe des Stachelzellkrebs (weißer = heller Hautkrebs); es bildet sich eine rötliche oder bräunliche Hautveränderung. Wenn man darüber streicht, fühlt sie sich rau und schuppig an wie Schmirgelpapier.
  • Kopfgneis (seborrhoisches Ekzem): Die ungefährliche, entzündliche Hautveränderung betrifft vor allem Babys. Auf der Kopfhaut entstehen fettige, fest anhaftende, gelb-bräunliche Schuppenkrusten. Eine Rolle scheint die gesteigerte Talgdrüsenaktivität zu spielen.
  • Windeldermatitis: Nässe in der Windel reibt die Haut auf und ein Ekzem entsteht.
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einem typischen schmetterlingsförmigen, roten Hautauschlag einhergeht. Sichtbar wird er auf den Wangen und am Nasenrücken. Allerdings ist der Lupus-Ausschlag nicht einmal bei der Hälfte der SLE-Patienten vorhanden. Der Autoimmunerkrankung-Hautausschlag betrifft gelegentlich auch andere Köperbereiche. UV-Strahlung gehört mit zu den möglichen Auslösern des Lupus-Ausschlags oder kann den Ausschlag verstärken. Bei Patienten mit Hautlupus (Diskoider Lupus Erythematodes) entsteht meist ein scheibchenförmiger, rötlich-schuppiger Hautausschlag;

Allergien und allergieähnliche Reaktionen als Ursachen für einen Hautausschlag

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überschießend auf Stoffe, die normalerweise harmlos sind. Beispiele sind Pollen (Heuschnupfen), Nahrungsmittel (Lebensmittelallergie), Kosmetika oder chemische Substanzen wie Nickel (Kontaktallergie). So entsteht ein allergischer Hautausschlag (allergisches Exanthem, „Hautallergie“, allergische Reaktion/Haut).

  • Allergisches Kontaktekzem: Durch eine allergische Reaktion beim Kontakt mit bestimmten Substanzen kommt es zu entzündlichen Hautveränderungen. Ein allergisches Exanthem bedeutet, dass sich die Haut rötet, nässt, anschwillt und juckt. Außerdem bilden sich bei einem Kontaktallergie-Ausschlag Bläschen und Schuppen. Häufige Kontaktallergene sind Metalle wie Nickel, Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Substanzen aus Reinigungs- und Putzmitteln, aber auch pflanzliche Stoffe, etwa Arnika.
  • Sonnenallergie: Die häufigste Form der Sonnenallergie ist die polymorphe Lichtdermatose, deren Auslöser das UV-Licht ist. Typisch für den Sonnenallergie-Ausschlag sind Quaddeln, juckende Flecken oder Bläschen, wenn die Haut noch nicht an die Sonne gewöhnt ist. Kosmetika und Parfüms verstärken möglicherweise den Sonnenallergie-Hautauschlag in Kombination mit UV-Licht.
  • Nesselsucht (Urtikaria): Sie ist keine typische Allergie, sondern vielmehr eine allergieähnliche Reaktion. Bestimmte Immunzellen der Haut, die Mastzellen, schütten Entzündungsbotenstoffe aus, vor allem Histamin. So entsteht ein Nesselsucht-Hautausschlag mit Juckreiz, Quaddeln, Hautrötungen und geschwollenem Unterhautgewebe. Optisch sieht die Haut aus, als hätten Sie mit Brennnesseln Kontakt gehabt (daher auch der Name).

Medikamente als Ursachen (Arzneimittelexanthem)

Manche Medikamente rufen als Nebenwirkung einen Hautausschlag hervor. Ärzte sprechen von einem Arzneimittelexanthem. Beispiele sind:

  • Antibiotika
  • Schmerzmittel wie Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Kortison (entzündungshemmendes Arzneimittel)
  • Arzneien gegen Bluthochdruck, Gicht, Diabetes

Weitere Ursachen für einen Hautausschlag

  • Insektenstiche: Nach einem Insektenstich (Mücke, Biene, Wespe, Hornisse) kann sich ebenfalls ein Hautausschlag entwickeln. Der Insektenstich-Ausschlag ist meist harmlos und klingt von selbst wieder ab.
  • Eichenprozessionsspinner: Bei diesen Schmetterlings­raupen ist Abstand angesagt! Die feinen, spitzen Härchen der Tiere können in die menschliche Haut eindringen, aber auch in die Augen und Atemwege gelangen. Auf der Haut rufen sie allergieähnliche Symptome hervor: Es bildet sich ein Eichenprozessionsspinner-Ausschlag mit heftigem Juckreiz, Hautrötungen, Quaddeln, Knötchen und Eiterbläschen.
  • Starkes Schwitzen: Wer viel schwitzt, etwa beim Sport, reizt manchmal auch seine Haut. Es bilden sich viele rote Pickel oder Bläschen. Umgangssprachlich heißen sie auch Hitzepickel, Schweißpickel, Hitzeausschlag oder Schweiß-Ausschlag.
  • Psyche: Nicht zu vergessen ist, dass auch die Psyche ein Auslöser von Hautauschlag sein kann. Nicht umsonst gilt die Haut als Spiegel der Seele. Möglich ist ein Ausschlag durch Stress, Ängste und psychische Belastungen.

Ein Auschlag ist meist unangenehm, ästhetisch unschön und belastet deshalb die Betroffenen psychisch. Das gilt vor allem, wenn er sichtbare Hautbereiche wie das Gesicht oder die Hände betrifft. Oft klingen die Hautprobleme wieder ab, wenn die Ursachen beseitigt sind.

Hautausschlag und Juckreiz in der Schwangerschaft ernst nehmen

4. April 2018 8 Min.

Jede fünfte Schwangere klagt über Hautjucken – speziell dann, wenn die Frau bereits vor der Schwangerschaft zu trockener Haut und Hautausschlag neigte. Vor allem Hautprobleme, die sich auf eine Autoimmunerkrankung wie Neurodermitis zurückführen lassen, verschlechtern sich oft während der Schwangerschaft und werden erst nach der Entbindung wieder besser. Es gibt aber auch Hautkrankheiten wie die Schuppenflechte, bei denen sich der Zustand während der Schwangerschaft deutlich verbessert und die Symptome nach der Geburt wieder zurückkommen.

Besonders häufig ist der Juckreiz in der Bauchgegend. Die Haut dehnt sich während der Schwangerschaft und reagiert daher gereizt. Milde, rückfettende Cremes oder spezielle Körperöle machen sie weicher und können Linderung verschaffen. Die durch die Dehnung entstehenden rötlich oder bläulich schimmernden Schwangerschaftsstreifen lassen sich trotz regelmäßigen Eincremens dennoch nicht immer vermeiden. Ihre Entstehung hängt eng mit der Beschaffenheit des Bindegewebes der Schwangeren zusammen. Ist das Jucken sehr stark, kommt Hautausschlag dazu oder tritt es an Stellen auf, die sich durch die Schwangerschaft sicher nicht dehnen, dann ist ein Gang zum Arzt ratsam. Hinter dem hartnäckigen Jucken können sich zum einen harmlose Reaktionen – zum Beispiel auf das Ultraschallgel –, zum anderen aber auch für Mutter und Kind gefährliche Krankheiten verbergen.

Ein Hautausschlag in der Schwangerschaft braucht die richtige Pflege

Juckende Haut nach dem Baden oder Duschen ist ein Hinweis darauf, dass sie zu trocken ist. Manchmal reagiert die Haut dann auch mit Hautausschlag. Helfen rückfettende Lotionen nicht mehr, kann die Schwangere den Juckreiz lindern, indem sie beispielsweise die juckenden Bereiche mit einem in verdünntem Apfelessig oder schwarzem Tee getränkten Baumwolltuch abtupft. Ein weiteres erfolgreiches Hausmittel gegen Juckreiz ist auch in der Schwangerschaft das Einreiben der juckenden Haut mit kaltem Quark. Äußert sich der Juckreiz sehr stark, macht es Sinn, auf pH-neutrale und parfümfreie Waschlotionen und auf Salben, die Dexpanthenol enthalten, umzusteigen. So wird auch in der Schwangerschaft die natürliche Wundheilung bei Hautausschlägen gefördert.

Vorbeugen: Trockene Haut kann unter Umständen auch zu trockenen, juckenden Brustwarzen führen. Im Hinblick auf das spätere Stillen lohnt es unter Umständen, für diese empfindliche Körperpartie schon jetzt pH-neutrale, parfümfreie Waschlotionen und milde Cremes zu verwenden.

Zeigen sich neben dem Juckreiz noch andere Symptome wie Hautausschlag in Kombination mit geröteten Hautstellen oder nässenden Ekzemen, dann ist eine atopische Schwangerschaftsdermatose wahrscheinlich, die oft bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel auftaucht. Es handelt sich dabei um Neurodermitis und kann eine Verstärkung von bereits vor der Schwangerschaft bestehenden Symptomen sein, ein Wiederaufflammen vergangener Beschwerden oder auch eine Erstreaktion.

Das PUPP-Syndrom als Auslöser von Hautausschlag in der Schwangerschaft

Das PUPP-Syndrom trifft in etwa jede 200. Schwangere, wobei Erstgebärende und Frauen, die eine Mehrlingsschwangerschaft erleben, eher gefährdet sind. Man geht davon aus, dass in diesem Fall fetale Zellen im mütterlichen Blutkreislauf eine Abwehrreaktion auslösen – eine Schwangerschaftsallergie sozusagen. Das PUPP-Syndrom beginnt in der zweiten Schwangerschaftshälfte ganz harmlos mit ein paar erhöhten Pünktchen am Bauch, die sich dann über den ganzen Körper verteilen – dabei Nabel, Hände, Füße und Gesicht aber auslassen. Der stark juckende Hautausschlag geht mit quaddelartigen Knötchen und Bläschen einher, die sich aber recht gut mit hautberuhigenden Salben behandeln lassen. Der Spuk verschwindet spätestens mit der Geburt; er tritt auch nicht zwingend bei der nächsten Schwangerschaft wieder auf und ist in der Regel nicht gefährlich für das Ungeborene oder die Mutter.

Schwangerschafts-Cholestase: Juckende Haut ohne Hautausschlag

Fängt es im letzten Schwangerschaftsdrittel plötzlich an, vor allem an Hand- und Fußflächen qualvoll zu jucken und breitet sich der Juckreiz auf dem ganzen Körper aus, ohne dass auf der Haut Veränderungen oder ein Hautausschlag sichtbar sind, dann kommt eine intraheptische Schwangerschafts-Cholestase in Betracht. Es handelt sich dabei um eine Leberfunktionsstörung. Diese Erkrankung ist zwar in Deutschland selten, erhöht aber das Risiko für eine Frühgeburt und kann, wenn sie nicht zeitig genug erkannt wird, tödlich für das Baby enden.
Kaum zu glauben: Während in Chile bis zu 15 Prozent der Schwangeren an einer Cholestase erkranken, trifft es in Europa – mit Ausnahme von Skandinavien – nicht einmal ein Prozent der Schwangeren. Woran das liegt, ist bis heute unklar.

Auf folgende Alarmzeichen sollten Sie neben dem Juckreiz in der Schwangerschaft achten:

  • Schlaflosigkeit
  • Übelkeit
  • Gelbfärbung der Haut und der Augen
  • weißlicher Stuhlgang

Weder Cremes noch Bäder helfen gegen den quälenden Juckreiz einer Schwangerschafts-Cholestase, da dieser seinen Ursprung unter der Haut hat. Linderung verschaffen eine kühle Umgebung, das Tragen leichter, weiter Stoffe und das Vermeiden von Speisen, die die Leber zusätzlich belasten. Es gibt zudem die Möglichkeit, medikamentös einzuschreiten. Ursodeoxycholsäure (UDCA) schaltet den Juckreiz aus und verringert vor allem das Risiko für das Kind. Sind die Lungen bereits ausgereift, dann empfehlen Fachleute, die Geburt so schnell wie möglich einzuleiten, da die Gefahr für das Baby von Tag zu Tag steigt.

Bei der Geburt selbst besteht für eine Frau mit Schwangerschafts-Cholestase ein erhöhtes Blutungsrisiko, das durch die Gabe von Vitamin K vermindert werden kann. Auch das Baby erhält Vitamin-K-Gaben. In den ersten Tagen nach der Geburt verschwinden die Symptome. Ist alles gut gegangen, dann ist nicht mit Spätfolgen zu rechnen. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit, bei einer weiteren Schwangerschaft wieder an einer Schwangerschafts-Cholestase zu erkranken, bei bis zu 70 Prozent.

Der Arzt muss die Gefahr von Juckreiz in der Schwangerschaft erkennen

Es gibt einige sehr seltene Erkrankungen, die sich ebenfalls durch Juckreiz in der Schwangerschaft bemerkbar machen. Dazu gehört zum Beispiel das Schwangerschafts-Pemphigoid, eine Autoimmunerkrankung, die nur bei etwa jeder 50.000sten Schwangerschaft auftritt. Sie beginnt frühestens im zweiten Trimester und zeigt sich zunächst durch juckenden Hautausschlag in Form von Knötchen und Bläschen rund um den Nabel, wobei die Blasen sich zügig ausbreiten. Die Krankheit ist sehr unangenehm, aber ungefährlich für Mutter und Kind. Ganz anders ist es bei einer Gestose, umgangssprachlich Schwangerschaftsvergiftung genannt, die fünf bis zehn Prozent der Schwangeren betrifft und die sich neben Kopfschmerzen und Bluthochdruck ebenfalls durch Juckreiz zeigt. Sie kann sowohl für die Mutter als auch für ihr Baby lebensgefährlich werden. Umso wichtiger ist es, unklare Symptome immer ärztlich abklären zu lassen.

Schwangerschaftsbedingte Hauterkrankungen

Harmlose Hautveränderungen, meist Pigmentstörungen, sind in der Schwangerschaft häufig. Dazu gehören die „Mutterflecken“ auf Nase, Hals und Wangen („Schwangerschaftsmaske“ oder Chloasma), die Nachdunklung von Muttermalen, Sommersprossen und Leberflecken und die „Linea nigra“ vom Bauchnabel aus senkrecht nach unten.

Einige ernsthafte Hauterkrankungen treten aber fast ausschliesslich in der Schwangerschaft auf, die sogenannten Schwangerschafts-Dermatosen. Allen gemeinsam ist als Hauptsymptom der starke Juckreiz. Bei der Diagnosestellung macht manchmal die Abgrenzung zu einer Hautallergie Probleme. Ein Beispiel dafür ist die in der Schwangerschaft nicht seltene Mundrose (periorale Dermatitis). Sind die Leberwerte im Blut erhöht, kann auch ein Gallenstau (Schwangerschafts-Cholestase) vorliegen.

Atopische Schwangerschaftsdermatose

Die atopische Schwangerschaftsdermatose ist die mit Abstand häufigste, aber auch harmloseste juckende Hauterkrankung in der Schwangerschaft. Meist sind Frauen betroffen, die früher selbst schon Ekzeme hatten oder in der Familie Atopien aufweisen. Sie beginnt oft schon im ersten Schwangerschaftsdrittel und betrifft vor allem das Gesicht, den Hals, das Decolleté und die Beugeseiten der Arme und Beine. Rezidive in folgenden Schwangerschaften sind nicht häufig. Dem ungeborenen Kind entsteht dadurch kein Schaden.

Polymorphes Exanthem (PUPP)

Das polymorphe Exanthem, auch als „pruritische urtikarielle Papeln und Plaques“ (PUPP) bezeichnet, kommt etwa einmal auf 160 Schwangerschaften vor und ist damit die häufigste Schwangerschaftsdermatose. Erstgebärende und Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften, aber auch Übergewichtige sind stärker gefährdet.

Immer beginnen die Beschwerden in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Es bilden sich rötliche, etwas erhabene Flecken aus, die am Bauch beginnen und sich auf Arme, Beine und Rumpf ausbreiten können. Die Nabelregion, Gesicht, Hände und Füsse bleiben immer frei. Die Plaques jucken einige Tage sehr stark, bevor sie sich wieder zurückbilden. Gleichzeitig werden ständig neue Plaques gebildet. Die Ursache ist bisher nicht genau bekannt; man vermutet, dass fetale Zellen im mütterlichen Blutkreislauf eine Art Immunabwehr auslösen. Auch eine Schädigung des Bindegewebes durch Überdehnung wird diskutiert. Das Wiederauftreten bei einer erneuten Schwangerschaft ist nicht wahrscheinlich. Glücklicherweise stellt die Erkrankung weder für die Schwangere noch für das Ungeborene eine Gefahr dar und heilt nach der Geburt völlig aus.

Die Behandlung beginnt mit einer mentholhaltigen Lotion, Creme oder Schüttelmixtur. Hilft das nicht, versucht man es mit Polidocanol-haltigen Salben und schwachen bis mittelstarken kortisonhaltigen Cremes. In schweren Fällen darf einige Tage lang ein Kortikosteroid (Prednison) gegeben werden.

Schwangerschafts-Prurigo

Der Prurigo gestationis (Schwangerschafts-Prurigo) tritt meist erst nach der 25. SSW auf. Ursache ist ein Anstieg der Gallensäuren im Blut. Die einzelnen rötlichen oder hautfarbenen Knötchen treten vor allem am Bauch und an den Gliedmassen auf und jucken stark. Werden sie aufgekratzt, entstehen hässliche Narben. Die Beschwerden können durch Vitamin B, UV-Bestrahlung und Einnahme von Ursodesoxycholsäure gemildert werden.

Schwangerschafts-Pemphigoid

Seltener ist das Schwangerschafts-Pemphigoid, falsch auch als Herpes gestationis bezeichnet, da es sich eigentlich um eine Autoimmunerkrankung und keine Infektion handelt. Es tritt fast immer im letzten Schwangerschaftsdrittel oder unmittelbar nach der Geburt auf, breitet sich meist rasch vom Nabel her über den Körper und die Arme aus und zeigt sich in stark juckenden rötlichen Quaddeln, die auch zu richtigen Blasen werden können. Auch die Handflächen und Fusssohlen können betroffen sein.

Einige wissenschaftliche Studien konnten ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten und Totgeburten in Zusammenhang mit dieser Hauterkrankung feststellen, andere verneinen dies. Beim Neugeborenen können ähnliche, aber mildere Hautveränderungen gefunden werden, die man sich durch die Übertragung von mütterlichen Antikörpern auf das Kind erklärt und die innerhalb von Wochen bis Monaten spontan abklingen. Das Pemphigoid bei der Mutter heilt zwar ebenfalls wenige Wochen nach der Geburt spontan ab, ein neuer Schub kann aber auch ausserhalb einer Schwangerschaft, zum Beispiel durch die Anti-Baby-Pille, ausgelöst werden. In Folgeschwangerschaften besteht ein erhöhtes Wiederholungsrisiko.

Impetigo herpetiformis

Die schwerste Form der Schwangerschaftsdermatosen ist die Impetigo herpetiformis. Sie tritt ebenfalls meist im zweiten oder dritten Trimenon auf und kann lebensbedrohlich werden. Zusätzlich zu den sich grossflächig ausdehnenden, juckenden Pusteln auf der Haut kommt es zu Schüttelfrost, Brechreiz, Durchfall und unter Umständen zum Herz- oder Nierenversagen.

Therapie der Schwangerschaftsdermatosen

Die Behandlung all dieser Hauterkrankungen beginnt mit juckreizstillenden, Kortison-freien Präparaten, z.B. Antihistaminika-haltigen Salben. Feuchte Umschläge und UV-Bestrahlung können zusätzliche Linderung bringen.

Bei Bedarf geht man zusätzlich auf bis zu mittelstarke Kortikoidcremes über. In ganz schweren Fällen darf Cortison auch in Tablettenform verabreicht werden. Corticosteroide sind in der Schwangerschaft nicht verboten! Es gibt viele Asthmatikerinnen, die dieses körpereigene Hormon während der gesamten Schwangerschaft als Spray oder Tabletten einnehmen müssen. In der Spätschwangerschaft wird Kortison sogar bewusst eingesetzt, um bei drohender Frühgeburt die kindliche Lungenreifung anzuregen. Kortison hat allerdings leider den Nachteil, dass es die Bildung von Schwangerschaftsstreifen fördert. Natürlich versucht man trotzdem in der Schwangerschaft, wenn möglich die verträglichsten Kortisontypen und die niedrigsten Dosierungen zu wählen. Prednison oder Prednisolon und moderne Soft-Steroide sind besonders hautverträglich und gehen nicht vollständig über den Mutterkuchen auf das Kind über. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte allerdings nicht mehr als 30% der Körperoberfläche täglich eingecremt werden.

Häufige Fragen zum Thema

Ich dachte, in der Schwangerschaft verschwinden Pickel und Mitesser. Aber meine Haut ist noch fettiger geworden.

Es ist nicht eindeutig vorhersehbar, wie die Haut auf die veränderte Hormonsituation in der Schwangerschaft reagiert. Trockene Haut kann fettiger werden. Und Frauen, die früher mit unreiner Haut oder Akne zu kämpfen hatten, haben plötzlich eine reine Pfirsichhaut.

Durch die Schwangerschaftshormone…

vollständige Antwort lesen Seit einigen Wochen habe ich sehr trockene, raue Haut. Was kann ich ausser Eincremen noch tun?

Gerade gegen Ende der Schwangerschaft wird die Haut oft sehr trocken. Versuchen Sie es mit Trockenbürsten (z.B. mit einem Luffa-Schwamm) oder einem mildem Hautpeeling, damit abgestorbene Hautschichten entfernt werden und die Haut besser durchblutet wird.

Gönnen Sie sich anschliessend ein warmes Vo…

vollständige Antwort lesen Darf ich meine Vitamin-A-haltige Hautcreme in der Schwangerschaft noch weiter benutzen?

Retinol ist reines Vitamin A und in einer Reihe von Feuchtigkeitscremes enthalten. Es oxidiert auf der Haut zu Retinolsäure, die einige Alterserscheinungen durch Lichteinwirkung verzögern oder rückgängig machen soll und angeblich auch gegen Cellulite hilft.

Vitamin A kann bei hochdosierter…

vollständige Antwort lesen Kann man als Schwangere einen allergischen Ausschlag mit einem Antihistaminikum behandeln oder sollte man da vorsichtig sein?

Für Schwangere mit Allergien gibt systemisch (also z.B. in Tablettenform) eingesetzte Antihistaminika, über die schon grössere Studien in der Schwangerschaft vorliegen und bei denen keine erhöhte Fehlbildungsrate bei den geborenen Kindern gefunden wurde. Das sind die Wirkstoffe Doxylamin, Clemastin…

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Letzte Aktualisierung : 14-01-20, BH

Atopische Schwangerschaftsdermatose

Symptome: Wie äußert sich eine atopische Schwangerschaftsdermatose?

In vielen Fällen tritt diese Hautkrankheit bereits im ersten oder zweiten Drittel der Schwangerschaft auf. Bei zirka 20 Prozent der Betroffenen macht sich die Dermatose als deutliche Verschlechterung eines schon zuvor bestehenden atopischen Ekzems bemerkbar. Bei etwa 80 Prozent der Patientinnen hingegen tritt das atopische Ekzem erstmalig auf oder zum ersten Mal seit der Kindheit.

Die atopische Schwangerschaftsdermatose äußert sich in etwa zwei Drittel der Fälle in Form flächiger Rötungen an den Stellen, die typisch für ein atopisches Ekzem sind. Diese sind Gesicht, Hals, Dekolleté, Ellenbeugen und Kniekehlen. Ein Drittel der Betroffenen hingegen leidet an hautfarbenen oder leicht geröteten Knötchen (Papeln). Diese können wenige Millimeter klein und in großer Anzahl regellos über Oberkörper, Arme und Beine verteilt sein. Oder sie messen bis zu einem Zentimeter und treten vor allem am Rücken und an den Streckseiten von Armen und Beinen auf. Alle Formen der atopischen Schwangerschaftsdermatose werden von starkem Juckreiz und trockener Haut begleitet.

Wenn eine Betroffene später wieder schwanger wird, leidet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut an einer atopischen Schwangerschaftsdermatose. Die Gesundheit des ungeborenen Kindes ist durch die Hautkrankheit nicht gefährdet.

Allerdings zeigt die atopische Schwangerschaftsdermatose an, dass die Mutter grundsätzlich zu Erkrankungen des atopischen Formenkreises neigt. Da diese Veranlagung an die nächste Generation weitergegeben wird, hat das Kind ein erhöhtes Risiko, im Laufe seines Lebens ebenfalls allergische Krankheiten wie Nahrungsmittelallergien, Asthma bronchiale oder Heuschnupfen zu entwickeln.

Diagnose: Wie stellt der Arzt eine atopische Schwangerschaftsdermatose fest?

Der Arzt fragt die Patientin, ob bei ihr selbst oder bei einem nahen Verwandten zu irgendeinem Zeitpunkt Hauttrockenheit oder eine Erkrankung des atopischen Formenkreises bestanden hat. Anschließend untersucht der Arzt die gesamte Haut mit dem bloßen Auge. Dabei sucht er auch nach Hautveränderungen, die auf eine der drei anderen Schwangerschaftsdermatosen hinweisen könnten. In unklaren Fällen entnimmt er Hautproben (Biopsien) zur feingeweblichen Untersuchung und veranlasst spezielle Blutuntersuchungen.

Behandlung: Was hilft bei atopischer Schwangerschaftsdermatose?

Wichtig: Arzt und Patientin müssen vor jeder Behandlung ausführlich besprechen, welche Therapie sinnvoll ist und welche Nebenwirkungen auftreten können.

Patientinnen mit atopischer Schwangerschaftsdermatose sollten es vermeiden, ihre Haut weiter auszutrocknen: Sie sollten lieber kurz duschen als ausgiebig baden und anstelle einer alkalischen Seife eine milde hautfreundliche Waschlotion verwenden. Außerdem sollten die Betroffenen morgens und abends sowie nach jedem Duschen die Haut mit einer rückfettenden Salbe oder Creme pflegen. Ist die Haut sehr trocken, empfiehlt es sich, das Hautpflegemittel noch öfter zu benutzen. Diese Basistherapie sollte langfristig erfolgen. Der Arzt oder Apotheker berät zur Auswahl geeigneter Produkte.

Damit die Hautveränderungen schneller abheilen, kann der Arzt – nach Abwägen von Nutzen und Risiken – ein mildes Kortisonpräparat (Glukokortikoid) in Form einer Salbe oder Creme verordnen. Ergänzend kann in der Hautarztpraxis eine Lichttherapie (Phototherapie) mit UVB-Strahlung durchgeführt werden. In besonders schweren Fällen kann es sinnvoll sein, für einige Tage zusätzlich ein Glukokortikoid, vorzugsweise den Wirkstoff Prednisolon, als Tablette einzunehmen. Wenn eine atopische Schwangerschaftsdermatose konsequent behandelt wird, bessern sich die Hautveränderungen meistens innerhalb einiger Tage.

Um den oft quälenden Juckreiz zu lindern, können die Betroffenen bei Bedarf, eventuell auch mehrmals täglich, eine Creme oder Lotion mit dem Wirkstoff Polidocanol auftragen. Die Anwendung gilt in der Schwangerschaft als unbedenklich. Besonders wirksam sind diese Mittel, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt und im kalten Zustand auf die Haut aufgetragen werden. Unterstützend können die werdenden Mütter bestimmte antiallergische Arzneimittel (Antihistaminika) einnehmen.

Bei all diesen Maßnahmen gilt die generelle Regel: nur nach Rücksprache mit dem Arzt!

Hautprobleme nach der Schwangerschaft: Ernährungstipps

Hautprobleme können ein Anzeichen für das Hormonungleichgewicht sein, das viele junge Mütter nach Schwangerschaft und Geburt erleben. Trockene, juckende Haut oder Ausschlag ist nach einer Entbindung nichts Ungewöhnliches, doch mit Hilfe bestimmter Lebensmittel kannst du deinen Teint wieder in Ordnung bringen.

Weitere Tipps für junge Mütter: Kegelübungen

Hier sind 5 Tipps für eine hautfreundliche Ernährung:

Hautprobleme nach der Schwangerschaft – 5 Tipps für eine hautfreundliche Ernährung

1. Kohl, Blumenkohl, Brokkoli.
Es enthält viele Antioxidantien und trägt dazu bei, dass die Leber überschüssige Hormone abbaut. Lies auch: Ernährung für junge Mütter nach der Schwangerschaft

2. Zitronen.
Eine gute Quelle für Vitamin C, das viele wichtige Funktionen und auch eine reinigende Wirkung hat, mit der du deine Haut verbessern kannst. Gibt einige Spritzer frisch gepressten Zitronensaft (nicht aus der Flasche) in Trinkwasser – ein erfrischendes Getränk für jeden Tag.

3. Omega-3-Fettsäuren.
Ja, diese Fettsäuren mögen ein alter Hut sein, doch wenn wir eine gesunde Haut und schönes Haar haben möchten, kommen wir nicht daran vorbei.

4. Beeren.
In Beeren wie Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren steckt viel vom wasserlöslichen Antioxidans Vitamin C, einem wichtigen Nährstoff für das Haarwachstum und gesunde Haut.

5. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel.
Ballaststoffe sind das Nahrungsmittel Nummer eins für eine gute Verdauung und sorgen außerdem für eine natürliche Reinigung. Mehr Ballaststoffe zu sich zu nehmen hilft dem Körper, Giftstoffe abzubauen und deinen Körper zu reinigen, indem eine regelmäßige Verdauung angeregt wird, was auch gut für die Haut ist. Die besten natürlichen Quellen für Ballaststoffe sind Vollkornmüsli, -pasta und -reis, frisches Obst und Gemüse (besonders ungeschält), Bohnen, Linsen und Mandeln.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Schmerzhaftes Stillen, abendliche Unruhe und Hirngespinste

PUPP-Syndrom: Juckender Ausschlag in der Schwangerschaft

Das PUPP-Syndrom ist eine der häufigsten Hauterkrankungen in der Schwangerschaft. Eine von 150 Schwangeren leidet im letzten Schwangerschaftsdrittel an diesem stark juckenden Hautausschlag.

Das PUPP-Syndrom: Hautausschlag mit ungeklärter Ursache

Das PUPP-Snydrom hat seinen Namen von der englischen Bezeichnung Pruritic Urticarial Papules and Plaques, auf gut Deutsch in etwa: juckende Quaddeln und Pusteln. Dieser entzündliche Hautausschlag tritt ausschließlich in der Schwangerschaft auf, meist im letzten Schwangerschaftsdrittel, und verschwindet in der Regel relativ schnell wieder nach der Geburt. Betroffen sind vor allem Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft und Frauen, die Mehrlinge erwarten.

Woher das PUPP-Syndrom kommt, ist bis heute nicht geklärt. Vermutet wird zum Beispiel eine hormonelle Ursache, da der Ausschlag ja vorwiegend in den letzten Schwangerschaftswochen auftritt und sich nach der Geburt von allein zurückbildet. Ebenfalls in der Diskussion steht das PUPP-Syndrom als Reaktion des Immunsystems auf die kindlichen Zellen im mütterlichen Blut.

Symptome des PUPP-Syndroms

Typisch für diese schwangerschaftsbedingte Hauterkrankung ist ein deutlicher Hautausschlag, der zunächst durch Rötungen und Pusteln in Erscheinung tritt. Oft bilden sich diese Flecken in den Schwangerschaftsstreifen und breiten sich von dort über den Bauch aus. Manchmal gehen sie von dort aus auch auf andere Körperteile über, wie den Po, die Oberschenkel oder die Arme. Die einzelnen Ausschlagsflecken können in etwa so groß sein wie Cent-Münzen, aber auch mehrere Zentimeter Durchmesser annehmen.
Einige Tage nach den ersten sichtbaren Auffälligkeiten kommt der Juckreiz hinzu, der zum Teil sehr stark sein kann und der das PUPP-Syndrom für die Betroffenen so lästig macht. Denn mehr als das ist der Ausschlag nicht: lästig. Er hat keine besondere Bedeutung für die Gesundheit von Mutter und Kind und klingt normalerweise nach der Geburt folgenlos ab. Dennoch sollte der Ausschlag behandelt werden, vor allem dann, wenn die werdende Mutter sehr unter dem Juckreiz leidet.
Im Video sehen Sie Fotos von Betroffenen:

Diagnose und Behandlung des PUPP-Syndroms

Das PUPP-Syndrom stellt der Arzt per Ausschlussdiagnose fest. Die typischen Merkmale der Hauterkrankung helfen ihm dabei:
• Rötlicher Ausschlag mit Erhebungen und Pusteln, beginnend am Bauch
• Starker Juckreiz
• Auftreten im letzten Schwangerschaftstrimester
• Keine Begleiterscheinungen wie Schwindel, Übelkeit oder Fieber
Der Arzt wird sicherstellen, dass es sich nicht um eine Schwangerschafts-Cholestase handelt, die ebenfalls mit Juckreiz einhergeht, aber gefährlicher für Mutter und Kind ist. Außerdem wird der Arzt einen Hautpilz sowie eine allergische Reaktion oder eine Gürtelrose als Ursache für den Hautausschlag ausschließen, bevor er die finale Diagnose PUPP-Syndrom stellt.
Da die Ursachen des PUPP-Syndroms unklar sind, können nur die Symptome, das heißt also vor allem der Juckreiz, behandelt werden. Hausmittel wie kalte Kompressen oder Kamille-Umschläge können den Juckreiz lindern, ebenso wie Feuchtigkeitsbehandlungen der Haut durch Lotionen und Öle. Hilft das nicht, können kortisonhaltige Salben oder Antihistaminika in Form von Tabletten, Tropfen oder Salben die ersehnte Linderung verschaffen. Diese sollten aber ausschließlich auf Anraten des Arztes und nicht in Eigenregie angewendet werden. Um mögliche andere Ursachen für einen juckenden Hautausschlag ausschließen zu können, ist immer ein Besuch beim Arzt nötig, der eine sichere Diagnose stellt und eine geeignete Therapie empfiehlt.

Schwangerschaft

Schwangerschafts-Cholestase: Gallenstau in der Leber

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Schwangerschaftsbedingte Hauterkrankungen

Behandlung

Die Behandlung all dieser Hauterkrankungen beginnt mit juckreizstillenden, Kortison-freien Präparaten, z.B. Antihistaminika-haltigen Salben. Feuchte Umschläge und UV-Bestrahlung kann zusätzliche Linderung bringen.

Bei Bedarf geht man zusätzlich auf bis zu mittelstarke Kortikoidcremes über. In ganz schweren Fällen darf Cortison auch in Tablettenform verabreicht werden. Corticosteroide sind in der Schwangerschaft nicht verboten! Es gibt viele Asthmatikerinnen, die dieses körpereigene Hormon während der gesamten Schwangerschaft als Spray oder Tabletten einnehmen müssen. In der Spätschwangerschaft wird Kortison sogar bewusst eingesetzt, um bei drohender Frühgeburt die kindliche Lungenreifung anzuregen.

Kortison hat allerdings leider den Nachteil, dass es die Bildung von Schwangerschaftsstreifen fördert. Natürlich versucht man trotzdem in der Schwangerschaft, wenn möglich die verträglichsten Kortisontypen und die niedrigsten Dosierungen zu wählen. Prednison oder Prednisolon und moderne Soft-Steroide sind besonders hautverträglich und gehen nicht vollständig über den Mutterkuchen auf das Kind über. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte allerdings nicht mehr als 30 Prozent der Körperoberfläche täglich eingecremt werden.

Polymorphe Schwangerschaftsdermatose – schon einmal gehört? Summer Bostock war dies kein Begriff, bis sie selbst erleben musste, wie schmerzhaft diese Krankheit sein kann.

So sehr litt diese junge Mutter unter polymorpher Schwangerschaftsdermatose

Während ihrer ersten Schwangerschaft verläuft für Summer zunächst alles ganz normal. Sie hat keine großartigen Beschwerden. Doch das ändert sich. Zuerst hält die werdende Mutter die stark verfärbten Male für Dehnungsstreifen. „Ich dachte, es sei normal, wenn auch ziemlich unfair“, erklärt sie gegenüber der Daily Mail.

Nur kurz darauf ist sich Summer jedoch sicher, dass etwas nicht stimmen kann. Der Ausschlag, der zwischen den Dehnungsstreifen an ihrem Bauch begonnen hatte, breitet sich über ihren ganzen Körper aus. Es bilden sich kleine Knötchen, ihre Haut juckt und schmerzt stark. Summer besucht viele Ärzte, doch niemand kann ihr wirklich helfen.

In der 37. Schwangerschaftswoche werden die Schmerzen so stark, dass Summer ins Krankenhaus eingewiesen wird. „Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht einmal duschen, weil die Berührung des Wassers auf meiner Haut einfach zu viel war. Ich musste mich übergeben, weil das Jucken so intensiv war und nachts konnte ich nicht schlafen“, erklärt die junge Frau.

Mit der Geburt ihres kleinen Sohnes hat der Schrecken dann aber ein jähes Ende. Kurz nach der Geburt bildet sich der Ausschlag zurück. „Am Tag danach war er so gut wie verschwunden“, sagt Summer.

Jetzt erzählt Summer von ihrer Geschichte, um andere Frauen vor der Hautkrankheit zu warnen und zur Aufklärung beizutragen. Glücklicherweise erlebte sie nichts dergleichen während ihrer zweiten oder dritten Schwangerschaft.

Damit du dich informieren kannst, haben wir hier die wichtigsten Infos zu polymorpher Schwangerschaftsdermatose zusammengetragen.

Was genau ist polymorphe Schwangerschaftsdermatose?

Polymorphe Schwangerschaftsdermatose heißt im Englischen Pruritic Urticarial Papules and Plaques of Pregnany (kurz: PUPP). Das bedeutet so viel wie „juckende, quaddelartige Knötchen und Plaques in der Schwangerschaft“. Damit wird ziemlich genau beschrieben, wie diese Hautkrankheit aussieht.

Bisher war es Medizinern nicht möglich, die genaue Ursache für die Krankheit herauszufinden. Allerdings wird vermutet, dass durch die starke Belastung des Bindegewebes in der Schwangerschaft Strukturen entstehen, auf die wiederum das Immunsystem mit Entzündungen der Haut reagiert. Betroffen sind insbesondere Frauen, die ihr erstes Kind bekommen. Doch auch Frauen, die Zwillinge oder Drillinge erwarten oder aber in der Schwangerschaft verhältnismäßig viel zugenommen haben, können unter polymorpher Schwangerschaftsdermatose leiden.

Was sind die typischen Symptome der Hautkrankheit?

Üblicherweise tritt die Hautkrankheit in den letzten Wochen vor der Geburt auf. Schwangere Frauen erleben dann häufig, dass plötzlich mehr Dehnungsstreifen am ihrem Bauch hinzukommen. Diese jucken, sind gerötet und schmerzen meistens. Im Verlauf der Hautkrankheit breitet sich der Ausschlag in Form von geröteten Knötchen immer weiter aus. Zuerst trifft es meistens weitere Teile des Bauches, den Po und die Oberschenkel.

Im Anschluss an diese Phase tauchen in den nächsten Wochen Papeln und Flecken an anderen Stellen des Körpers auf. Doch in diesem Fall kann sich die Haut auch ganz anders verändern und zum Beispiel schuppig werden. Auch die Bildung von Bläschen ist möglich.

Normalerweise leiden betroffene Frauen nur während ihrer ersten Schwangerschaft, nicht aber bei weiteren Schwangerschaften unter der Krankheit.

Gefährdet die Krankheit das Kind?

Von der Hautkrankheit geht für das ungeborene Kind keine Gefahr aus. Für die werdenden Mütter ist die polymorphe Schwangerschaftsdermatose aber mit Sicherheit ein unheimlicher Stressfaktor, da sie so unangenehm werden kann.

Was kann man gegen polymorphe Schwangerschaftsdermatose tun?

In einigen Fällen können kortisonhaltige Salben helfen. Auch rückfettende Cremes oder Bodylotion pflegen die Haut zusätzlich, zum Beispiel nach dem Duschen.

Manchmal werden auch Anti-Allergiemittel zur Behandlung einer polymorphen Schwangerschaftsdermatose eingesetzt. Wichtig ist aber in jedem Fall, zuerst das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen, bevor man womöglich auf eigene Faust versucht, das Leiden zu lindern.

Video: Ist Sex während der Schwangerschaft eigentlich schädlich für das Baby?

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