Ausschlag an den beinen kleinkind

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Was steckt eigentlich hinter Hautrötungen mit Fieber?

Welche Krankheit im speziellen Fall hinter den Hautrötungen mit Fieber steckt, lässt sich an weiteren Details meist erkennen.

Kinderkrankheiten

Viele der typischen „Kinderkrankheiten“ verursachen auch Veränderungen der Haut, die oft sogar den entscheidenden Hinweis für die Diagnose geben.

Röteln (Rubella). Die Charakteristik von Röteln sind linsen- bis erbsengroße, hellrote und nicht-konfluierende Flecken. Sie sind leicht erhaben, breiten sich vom Kopf nach unten aus und verblassen in umgekehrter Richtung. Daneben zeigen betroffene Kinder grippeähnliche Symptome. Schwieriger ist die Diagnose, wenn der Hautausschlag ausbleibt. Das ist etwa bei der Hälfte der Patienten der Fall. Wirklich gefährlich sind Röteln nur in der Schwangerschaft, wenn eine Röteln-Embryopathie droht. Junge Frauen sollten sich deshalb unbedingt impfen lassen.

Masern (Morbilli). Bei Masern sehen die typischen Anzeichen anders aus. Zuerst treten regelmäßig eine Konjunktivitis und weiße Koplik-Flecken an der Wangenschleimhaut auf. Zunächst lässt sich die Krankheit mit einer Erkältung verwechseln, doch kurz nachdem diese sich zu bessern scheint, steigt das Fieber erneut an und das Masernexanthem tritt auf: rote, anfänglich kleine Flecken, die sich auch vom Kopf nach unten ausbreiten und im Verlauf konfluieren. Bei Masern drohen Komplikationen wie Laryngitis, Otitis oder Pneumonie. Gefürchtet ist die Masernenzephalitis mit bleibenden Hirnschäden, die gelegentlich auch tödlich verläuft.

Scharlach (Scarlatina). Obwohl die Symptome von Scharlach einer Streptokokken-Angina ähneln, lässt er sich an Veränderungen von Haut und Schleimhäuten unschwer erkennen. Typisch sind die rote Himbeerzunge und das stecknadelkopfgroße, intensiv rote Exanthem, das sich von den Achselhöhlen und den Leistenbeugen aus über den Körper verteilt. Die hochroten Wangen heben sich von der hell bleibenden Mund-Kinn-Region ab.

Eine Antibiose verringert das Risiko von Komplikationen wie Glomerulonephritis und rheumatisches Fieber mit der Gefahr einer Endokarditis. Im Gegensatz zu anderen Infektionen werden Patienten gegen Scharlach nicht immun.

Windpocken (Varizellen). Die Varizella-Zoster-Virus-Infektion beginnt mit Fieber und Schlappheit. Erst danach setzt der typische, stark juckende Ausschlag an Haut und Schleimhäuten ein: kleine rote Flecken, die zu Bläschen werden, mit anfangs klarem, später trübem Inhalt. Die Bläschen trocknen dann ein und bilden Krusten. Typisch ist das Nebeneinander von roten Flecken, Bläschen und Krusten, der sogenannte Sternenhimmel.

Dreitagefieber (Exanthema subitum). Kennzeichnend ist hier hohes Fieber ohne erkennbare Ursache, das meist drei Tage dauert. Erst wenn das Fieber sinkt, bildet sich das kleinfleckige, sehr helle Exanthem. Es breitet sich vom Hals über Bauch und Rücken aus und bleibt nie lange, manchmal nur Stunden. Das Dreitagefieber betrifft meist Säuglinge und Kleinkinder.

Ringelröteln (Erythema infectiosum). An Ringelröteln erkranken vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder. Die Erkrankung beginnt mit leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Typisch ist die symmetrische, schmetterlingsförmige Rötung des Gesichtes. Von dort breitet sich das Exanthem wie eine Girlande über den Körper aus, besonders stark auf den Streckseiten der Arme und Beine. Ringelröteln heilen fast immer folgenlos aus, können aber bei Ungeborenen zu fetaler Anämie und Ödemen führen. Bei infizierten Schwangeren ist deshalb oft eine Austauschtransfusion nötig.

Phlegmone und Erysipel

Anders als bei den Kinderkrankheiten sind die Auslöser hier Bakterien: meist Staphylokokken oder hämolysierende Streptokokken. Sie gelangen über kleine Hautverletzungen, Rhagaden oder anders vorgeschädigte Haut in den Körper. Patienten mit Ödemen sind besonders gefährdet.

Phlegmone. Bei der Phlegmone verursachen die Bakterien eine eitrige Entzündung des Bindegewebes, die sich rasch entlang von Muskeln, Sehnen und Bändern – vorzugsweise an Hand und Bein – ausbreitet. Die betroffene Region schmerzt, schwillt an und ist unscharf begrenzt gerötet. Ein starkes Krankheitsgefühl mit hohem Fieber und Schüttelfrost geht mit der Phlegmone einher.

Erysipel (Wundrose). Anders als bei der Phlegmone breitet sich die Entzündung hier entlang der Haut-Lymphspalten aus. Auch ist das gerötete, geschwollene und schmerzhafte Areal scharf begrenzt – es sei denn, rezidivierende Erysipele haben die Lymphbahnen verödet. Das starke Krankheitsgefühl mit Fieber und Schüttelfrost ähnelt den Symptomen der Phlegmone.

Erythema migrans

Erythema migrans bezeichnet die Rötung der Bissstelle nach einem Zeckenbiss, die sich ringförmig vergrößert und innen wieder verblasst – daher der Name Wanderröte. Bei diesen Symptomen liegt wahrscheinlich eine Borrelieninfektion vor.

Erythema nodosum

Das Erythema nodosum (Knotenrose) ist eine allergische Überreaktion der Haut. Sie tritt beispielsweise auf bei Sarkoidose, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, rheumatischen Erkrankungen, Tbc, infektiösen Durchfallerkrankungen und Streptokokken-Infektionen. Auch Medikamente sind mögliche Verursacher. Es kommt zu Fieber und schmerzhaften Knötchen, die rötlich-violett bis gelblich-grün gefärbt sind. Sie entstehen vor allem an den Streckseiten der Unterschenkel, Knien und Sprunggelenken, seltener auch an Armen oder dem Gesäß.

Autoimmunerkrankungen

Dermatomyositis. Die Dermatomyositis führt zu allgemeinem Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen und Fieber. Hinzu kommen schuppende, violette Hautentzündungen im Gesicht, Dekolleté, an den Fingern, Ellenbogen, Knien und Knöcheln.

Lupus erythematodes. Hier treten die Hautveränderungen wie Rötungen, Pigmentveränderungen und Hornhautverdickungen an sonnenlichtexponierten Arealen auf. Auch Fieberschübe und Gelenkbeschwerden gehören zur Krankheit, die zudem Organe befallen kann. Bei der Hälfte der Patienten entsteht das Schmetterlingserythem, eine symmetrische Hautrötung, die sich über beide Wangen und den Nasenrücken zieht.

Andere Erkrankungen

Ein dunkelrotes, blutunterlaufenes, unregelmäßiges Exanthem an Armen, Beinen, Händen, Füßen oder in der Mundschleimhaut kann bei einer Sepsis, Meningitis, Endokarditis oder bei verschiedenen Tropenerkrankungen auftreten.

Eine allergische Vaskulitis mit Petechien und Fieber, im Kindesalter eine Purpura Schönlein-Henoch mit kleinsten Hautblutungen (Purpura), ist die Folge verschiedener Infektionen oder von Medikamenten wie NSAR und Antibiotika.

Beim Stevens-Johnson-Syndrom führt eine Autoimmunreaktion auf Infektionen oder Medikamente zu schmerzhaften Schleimhautblasen im Mund und Genitalbereich. Hohes Fieber ist typisch, auch das Allgemeinbefinden ist stark beeinträchtigt.

Sehr selten und lebensbedrohlich ist das Lyell-Syndrom, bei dem sich die Haut nach Antibiotika- oder Schmerzmitteleinnahme rötet und dann großflächig in Blasen vom Körper löst. Es heißt deshalb auch Syndrom der verbrühten Haut.

Reicht der Hautbefund nicht zur Diagnosestellung, führen klinische Untersuchungen rasch zur richtigen Diagnose.

Kinderkrankheiten mit Hautausschlag

Die Klassiker

Zu den klassischen Kinderkrankheiten mit Hautausschlag gehören zum Beispiel Masern, Windpocken, Scharlach und Röteln. Diese Kinderkrankheiten werden durch Viren und Bakterien ausgelöst und über Niesen und Husten (Tröpfcheninfektion) sowie die Hände übertragen.

In jedem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da viele der Kinderkrankheiten sehr ansteckend sind. Mittlerweile können Kinder mit einer Vierfach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (MMRV) geimpft werden.

Bei Babys und Kindern können aber auch Hautausschläge auftreten, die auf eine Allergie oder einen Milbenbefall zurückzuführen sind.

Überblick über die wichtigsten Kinderkrankheiten mit Hautausschlag

Dreitagefieber

Das Dreitagefieber tritt am häufigsten bei Babys zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat auf. Drei Tage lang hat das Kind hohes Fieber um die 40 Grad, das danach wieder schnell sinkt. Wenn das Kind nicht mehr fiebert, bildet sich häufig ein blassroter, unregelmäßiger Ausschlag an Kopf und Rumpf, der nach 2 Tagen schwächer wird.

Das Dreitagefieber wird durch Anhusten und Anfassen übertragen. Wenn der Hautausschlag beginnt, ist die Phase der Ansteckung vorbei. Die Inkubationszeit, das ist der Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Beginn der Krankheit, beträgt fünf bis 15 Tage.

Masern

Die Masern sind eine Viruserkrankung, die meistens mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen beginnen. Der typische Ausschlag mit hellroten Flecken zeigt sich etwa 4 Tage später und kann stark jucken. Der Ausschlag ist zuerst im Gesicht und hinter den Ohren zu sehen, später am Rumpf und an den Beinen.

Bei einer Masern-Erkrankung hat das Kind häufig sehr hohes Fieber, das auf über 40 Grad ansteigen kann und starken Husten. Das Kind ist während der Krankheit sehr geschwächt und lichtempfindlich. In dieser Zeit benötigt es viel Ruhe. Fieber und Ausschlag gehen etwa nach 4 Tagen wieder zurück.

Masern sind eine Viruserkrankung und hoch ansteckend, die Übertragung der Erreger erfolgt via Tröpfcheninfektion. Durch die Impfung sind die Masern bei uns relativ selten geworden. Inkubationszeit: ein bis drei Wochen.

Ringelröteln

Bei Ringelröteln handelt es sich um einen linsenförmigen, roten Ausschlag, der im Gesicht beginnt und sich über den ganzen Körper ausbreiten kann. In einigen Fällen entstehen so viele Flecken, dass sie ringförmig ineinanderfließen. Die Krankheitserreger sind Viren, die über die Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Schnupfen, leichtes Fieber, Kopf- und Halsschmerzen können die Krankheit ankündigen, der Hautausschlag tritt erst 10 Tage später auf. Nach etwa einer Woche klingt der Ausschlag wieder ab. Da die Ringelröteln für Kinder häufig sehr sanft verlaufen, ist eine Behandlung nicht nötig. Für Frauen in der Schwangerschaft können sie jedoch gefährlich werden. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Wochen.

Röteln

Röteln sind eine Viruserkrankung, die sich bei Kindern durch eine Schwellung der Lymphknoten hinter den Ohren ankündigt. Ein bis zwei Tage danach breitet sich ein hellroter, fleckiger Hautausschlag aus. Dieser beginnt häufig hinter den Ohren und breitet sich über den ganzen Körper aus.

Begleitet wird der Hautausschlag häufig von Fieber und dem schmerzhaften Anschwellen der Lymphknoten am Hals. Für Kinder ist die Erkrankung harmlos und die Flecken klingen nach ein bis drei Tagen wieder ab. Viele Kinder sind vor Röteln durch die MMR-Impfung geschützt.

Gefährlich sind Röteln jedoch für Frauen in der Schwangerschaft. In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft können Röteln schwere Missbildungen beim Ungeborenen hervorrufen. Inkubationszeit: zwei bis drei Wochen.

Scharlach

Scharlach ist eine Kinderkrankheit, die vor allem durch die sogenannte Erdbeer- oder Himbeerzunge gekennzeichnet ist. Sie tritt besonders häufig bei Kindern zwischen 3 und 8 Jahren auf. Die Zunge ist zunächst weiß, wird nach einigen Tagen rot und schwillt an.

Außerdem haben viele Kinder einen schlechten Mundgeruch. Scharlach beginnt häufig mit starken Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. 1 bis 2 Tage später erscheint bei Kindern der typische Hautausschlag mit stecknadelkopfgroßen, dichten Flecken, der sich von den Achseln und den Leisten über den ganzen Körper ausbreitet.

Die Krankheit klingt nach etwa 2 bis 6 Tagen wieder ab. Um die Halsschmerzen zu lindern, helfen Salbeitee und Halswickel. Scharlach wird durch Streptokokken-Bakerien übertragen, wobei die Ansteckung über die Tröpfchen- und Schmierinfektion erfolgt. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Tage.

Bei Scharlach werden die Kinder in der Regel mit Penicillin behandelt. Dadurch können Komplikationen wie eine Mittelohrentzündung oder ein Mandelabzess verhindert werden. Außerdem verkürzt sich die Ansteckungsgefahr bei der Gabe von Penicillin auf einen Tag. Ohne Penicillin sind Kinder mitunter bis zu zwei Wochen lang ansteckend.

Windpocken

Eine typische Kinderkrankheit sind Windpocken, die durch einen Virus ausgelöst werden. Sie werden häufig durch Niesen und Husten übertragen. Die Viren können aber auch eine Infektion über große Entfernungen auslösen, daher auch der Name „Windpocken“.

Etwa zwei Wochen nach der Ansteckung fühlt sich das Kind matt und bekommt Fieber. Windpocken können bei Kindern unterschiedlich stark verlaufen. Häufig bilden sich stark juckende Bläschen, die im Gesicht beginnen und sich dann auf Rumpf, Armen und Beinen ausbreiten.

Die Bläschen können aber auch die Schleimhäute, wie Mund, Augen, Rachen sowie die Genitalien befallen. Der Hautausschlag heilt nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Damit sich die Bläschen nicht entzünden und keine Narben zurückbleiben, sollte sich Ihr Kind nicht kratzen.

Um den Juckreiz zu lindern, können Sie die Bläschen mit verdünntem Kamillentee abtupfen oder mit einer Zinkcreme behandeln. Babys können im Rahmen einer Vierfach-Impfung gegen Windpocken geimpft werden.

Mund-Hand-Fuß-Krankheit

Bei der Mund-Hand-Fuß-Krankheit bilden sich im Mund, in den Handinnenflächen und an den Fußsohlen rötliche Flecken. Der Ausschlag juckt nicht und heilt nach etwa 10 Tagen wieder ab. Die Krankheit ist besonders unangenehm, da sich im Mund schmerzhafte Bläschen bilden können.

Kühle und flüssige Nahrungsmittel wie zum Beispiel Joghurt und Brei tun Ihrem Kind gut. Verzichten sollten Sie auf säurehaltige Lebensmittel, da sie die angegriffene Mundschleimhaut reizen. Fieber, Bauchschmerzen und Erbrechen können diese Krankheit begleiten.

Bei der Mund-Hand-Fuß-Krankheit handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch die Tröpfcheninfektion übertragen wird. Sie tritt vor allem in Spielgruppen und im Kindergarten auf. Die Inkubationszeit beträgt etwa 3 bis 6 Tage.

Hautausschlag bei Kindern: Weitere Ursachen

Nesselsucht

Typische Symptome der Nesselsucht sind starker Juckreiz und blassrote bis rote Quaddeln, die der Hautreizung nach dem Kontakt mit einer Brennnessel stark ähneln. Auslöser können zum Beispiel Kälte, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine aufkommende Infektion sein.

Die Nesselsucht kann auch von leichtem bis mäßigem Fieber begleitet werden. Um die Symptome, hier in erster Linie den Juckreiz, zu lindern, verschreiben Ärzte häufig Antihistaminika.

Allergien

Ein Hautausschlag kann bei Kindern auch die Reaktion auf eine Allergie sein. Abhängig von der jeweiligen Allergie tritt die Reaktion nach direktem Hautkontakt, in einigen Fällen aber auch verzögert, auf. Mit einem Allergietest kann ein Arzt klären, welche Substanz die Allergie ausgelöst hat.

Ringelflechte

Eine Ringelflechte lässt sich ganz deutlich durch einen ringförmigen Ausschlag auf Brust, Bauch oder Rücken erkennen. Die Außenseiten der Flechte können schorfig sein und stark jucken. Auslöser für die Ringelflechte ist ein Pilz, der zum Beispiel von befallenen Haustieren auf Kinder übertragen werden kann. Suchen Sie bei Verdacht auf eine Ringelflechte einen Kinderarzt auf.

Krätze

Anzeichen für die Krätze sind ein starker Juckreiz sowie ein unebener Hautausschlag, der durch kleine Milben hervorgerufen wird. Die Parasiten bohren sich unter die Haut des Kindes, legen ihre Eier ab und lösen dort eine Hautreaktion aus. Der Juckreiz wird durch Wärme verstärkt.

Die Krätze ist sehr ansteckend und wird durch direkten Hautkontakt übertragen. Behandelt wird der Milbenbefall häufig mit einer Salbe, die Ihnen Ihr Arzt verschreibt. Die Milben werden durch den Wirkstoff vernichtet und eine neue Infektion wird so verhindert.

Foto: Dave Thompson/picture alliance/empics

Durchfall, Erkältung, Bindehautentzündung – mit der Eingewöhnung in der Kita machen viele Kinder einen Infekt nach dem anderen durch. Ein krankes Kind muss zu Hause bleiben. Es soll sich auskurieren. Und es soll andere nicht anstecken.

Eltern und Erzieher wissen: Krippen und Kindergärten sind Brutstätten für Viren und Bakterien aller Art. Bedauerlicherweise kümmert die Kleinen nicht, dass sie verschnupft sind oder husten. Sie niesen dem Gegenüber beherzt ins Gesicht. Umso wichtiger ist es, kranke Kinder lange genug von anderen fernzuhalten. Aber wie lange ist genug? Die wichtigsten Kinderkrankheiten im Überblick.

1. Grippale Infekte

Bei Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen brauchen Kinder viel Flüssigkeit und Ruhe. Sie sollten so lange zu Hause bleiben, bis sie einen ganzen Tag lang richtig fit waren. „Wenn man abends sagen würde: ‚Heute hättest du wieder in die Kita gekonnt’, und das ohne fiebersenkende Medikamente, ist das Kind gesund“, erklärt Tanja Brunnert vom niedersächsischen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

2. Magen- und Darminfekte

Das A und O bei solchen Erkrankungen ist Flüssigkeit. „Je kleiner das Kind, desto gefährlicher ist ein Durchfall, weil es austrocknen kann“, sagt Bernhard Riedl, Hausarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München. Erst nach zwei Tagen ohne Symptome ist das Kind wieder gesund. Meldepflichtig sind Infektionen mit Rotaviren, Adeno- und Noroviren. Stellt ein Arzt eine solche Infektion fest, übernimmt er meist die Meldung beim Gesundheitsamt. „Die Eltern sind jedoch angehalten, den Kindergarten zu informieren“, erklärt Sabine Kosler, Fachberaterin für die Berliner Kindergärten der FRÖBEL Bildung und Erziehung.

3. Bindehautentzündung

Die Augen sind rot und tränen, die Lider verklebt. Im Augenwinkel sammeln sich Sekrete, die sich mit lauwarmem Wasser auswaschen lassen. Mit Hausmittelchen rücken Eltern solchen Entzündungen besser nicht zu Leibe. Stattdessen sollte ein Arzt feststellen, ob es sich um eine allergische, virale oder bakterielle Bindehautentzündung handelt. Bakterielle Entzündungen werden mit antibiotischen Augentropfen behandelt. Bekommt das Kind solche Tropfen, muss es in der Regel rund zwei Tage zu Hause bleiben.

4. Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Auf Fieber und grippeähnliche Symptome folgen oft schmerzhafte Bläschen im Mund und ein Ausschlag an Hand- und Fußinnenflächen, der unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Kinder sollten so lange zu Hause bleiben, bis die Bläschen abgeheilt sind. Das kann sieben bis zehn Tage dauern. Medikamentös behandeln lässt sich die Infektionskrankheit nicht.

5. Keuchhusten

Was mit Schnupfen und Husten beginnt, kann vor allem nachts zu quälenden Anfällen bei Kindern führen, bei Säuglingen sogar zum Atemstillstand. Mit Antibiotika sind Kinder fünf Tage ansteckend, ohne drei Wochen lang. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut rät, alle Babys gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Aber: Die Impfung schützt nicht zu hundert Prozent vor der Erkrankung. „Eltern denken bei geimpften Kindern häufig nicht an die mögliche Diagnose“, sagt Brunnert. Keuchhusten muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

6. Scharlach

Kinder mit Scharlach bekommen Fieber, Halsweh, erbrechen sich und haben Schluckbeschwerden. Die Zunge ist weiß belegt, schwillt an und rötet sich nach einigen Tagen zur typischen „Himbeerzunge“. Vom Oberkörper über Bauch und Beine breitet sich ein rötlicher Ausschlag aus. Mit Antibiotika muss ein Kind zwei Tage zu Hause bleiben, ohne drei Wochen lang. In Sachsen und Thüringen besteht Meldepflicht für Scharlach.

7. Windpocken

Über den ganzen Körper verteilen sich kleine rote Flecken, die zu juckenden Bläschen mit wässrigem Inhalt werden. „Am wichtigsten ist die Behandlung des Juckreizes, da sonst durch das Kratzen unschöne Narben entstehen können“, sagt Brunnert. Sind alle Stellen verschorft, können Kinder wieder in die Kita. Gegen den Windpockenerreger gibt es eine Impfung. Windpocken sind bereits bei Verdacht meldepflichtig.

8. Masern

Die Krankheit kündigt sich durch Husten, Schnupfen und Fieber an. Die Temperatur sinkt und steigt nach einigen Tagen wieder. Hinter den Ohren und im Gesicht beginnt der rote Ausschlag. Nach einem Masern-Ausbruch sollten Kinder vier Tage daheim bleiben. Es gibt eine Impfung, die noch bis zu drei Tage nach dem Kontakt zu Erkrankten nachgeholt werden kann. Bei Masern ist schon der Verdacht meldepflichtig.

9. Mumps

Mumps beginnt in der Regel mit Fieber, grippeähnlichen Symptomen oder Erbrechen und Bauchweh. Charakteristisch ist eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Gegen Mumps werden Kinder gemeinsam mit Masern und Röteln geimpft. Bis zu drei Tage nach dem Kontakt zu Erkrankten kann man die Impfung nachholen. „Die Impfung schützt vor dem Virus und der möglichen Komplikation einer Meningitis, die zu Schwerhörigkeit führen kann“, sagt Riedl. Eine mögliche Folge von Mumps sei auch eine Hodenentzündung bei Jungen, die zu Unfruchtbarkeit führen kann. Nach Ausbruch der Krankheit sollten Kinder neun Tage der Kita fernbleiben. Meldepflicht besteht bereits bei Verdacht.

10. Röteln

Nur bei der Hälfte der Erkrankten tritt roter Ausschlag neben Schnupfen und Fieber auf. Die Krankheit ist bis zu sieben Tage nach Ausbruch ansteckend. Röteln sind meldepflichtig.

Von Stefanie Michel (dpa)

© istockphoto, PhanuwatNandee

Aphthen sind kleine, überaus schmerzhafte Schleimhautschäden, die meist in Form von Bläschen im Mund auftreten. Etwas Stress, eine leichte Immunschwäche oder auch nur kurzfristige Hormonschwankungen reichen manchmal schon für die Entstehung dieser Bläschen an Mundschleimhaut und Zunge aus, die das Sprechen, Kauen und Schlucken stark erschweren können.

Aphthen: Definition und Symptome

Eine Aphthe, oft fälschlicherweise auch „Aphte“ geschrieben, ist eine rundlich-ovale schmerzhafte Schleimhautläsion, die akut auftritt und meist linsengroß ist. Der entzündliche Schleimhautdefekt ist von einem roten Hof umgeben, auf ihm ist ein weißlicher Belag aus Blutgerinnselfasern (Fibrin) zu erkennen. Zu den häufigen Symptomen gehören neben dem typischen Erscheinungsbild der Blasen auch ein Gefühl von Brennen oder ein Spannungsgefühl.

Aphthen entstehen einzeln oder in größerer Anzahl an der Mundschleimhaut, auf der Zunge (vor allem am Zungenrand) oder am Zahnfleisch, manchmal auch im Bereich von Rachen und Gaumen. Oft treten sie an mechanisch beanspruchten Schleimhautarealen in der Nähe von Eckzähnen oder Kontaktflächen zu einer Zahnspange auf, deshalb sind die Bläschen oft an der Lippe oder in der Wange zu finden. Seltener können Aphthen auch im Genitalbereich auftreten.

Aphthen sind sehr schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. Eine Aphthe heilt meist spontan ohne Narbenbildung nach einer Dauer von 10 bis 14 Tagen ab.

Ursachen und Entstehung von Aphthen

Aphthen sind nicht ansteckend – warum sie entstehen, ist noch ungeklärt. Im Moment geht man davon aus, dass eine immunologische Reaktion auf bestimmte Faktoren für die Aphthenausbildung verantwortlich ist.

Neben dem Zusammentreffen mit Magen-Darm-Beschwerden und vielen anderen Krankheiten (Erkältung, Morbus Crohn) stellen Betroffene ein vermehrtes Auftreten von Aphthen nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel (zum Beispiel Nüsse, Zitrusfrüchte) oder Medikamentengebrauch fest. Auch zyklusabhängige Hormonschwankungen und emotionale Belastungen wie Stress oder depressive Verstimmung können zu Aphthen führen.

Daneben können auch Eisen-, Folsäure- oder Vitaminmangel und der Gebrauch bestimmter Zahnpasten (mit den Inhaltstoffen Natriumlaurylsulfat oder Triclosan) das Auftreten auslösen.

Liegen Aphthen in der Familie?

Die sogenannten idiopathischen Aphthen, also Aphthen, deren Ursache nicht bekannt ist, treten oft familiär gehäuft und in unregelmäßigen Intervallen auf. Dabei werden zwei Typen unterschieden:

  • Beim häufigeren Minor-Typ kommen wenige kleinere Herde vor.
  • Beim selteneren Major-Typ sind die Aphthen größer, zahlreich und heilen nur unter Narbenbildung ab.

Andere Ursachen für Bläschen im Mund

Von dieser nicht-infektiösen Aphthenerkrankung unterscheidet man aphthenähnliche Schleimhautdefekte bei vielen Viruserkrankungen (Varizella-zoster-, Coxsackie-Viren). Bei der häufigen Herpes-simplex-Infektion der Mundschleimhaut heißt das Krankheitsbild Stomatitis aphthosa.

5 Fakten über Aphthen – © istockphoto, PhanuwatNandee

Behandlung von Aphthen

Da Aphthen zu Schmerzen bei jeder Mundbewegung führen, sind Sprechen, Kauen und Schlucken während des Aphthenbefalls äußerst unangenehm. Diese Beschwerden werden mit verschiedenen schmerzstillenden Mittel gelindert.

Daneben ist eine sorgfältige Mundhygiene besonders wichtig – so wird eine Infektion der Aphthen mit Bakterien verhindert und die Heilung etwas beschleunigt.

Viele Präparate wirken sowohl desinfizierend als auch lokal schmerzstillend, je nach Schmerzintensität kann so auf ein weiteres Schmerzmittel verzichtet werden. Hier sind vor allem zu nennen:

  • Mundspülungen mit Arnika, Malve, Salbei oder Kamille
  • Tinkturen aus Rhabarberwurzelextrakt oder Myrrhe
  • das Kauen von Heidelbeeren, die durch ihren Gerbstoffanteil entzündungshemmend wirken

Daneben sind die verschiedensten Gurgel- und Mundspüllösungen aus der Apotheke zur Desinfektion und Schmerzstillung hilfreich – auch Teebaumöl wird eingesetzt. Zur lokalen Schmerzlinderung werden auch anästhesierende Salben oder Gele benutzt, die – auf die Aphthe getupft – weniger Nebenwirkungen als eine Schmerztablette haben.

Die Anwendung von kortisonhaltigen Salben ist umstritten, da Wirksamkeitsstudien bisher zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen sind – Sie sollten diese nur nach Absprache mit Ihrem Arzt und nicht über einen längeren Zeitraum gebrauchen.

Aphthen mit Hausmitteln behandeln

Bei kleinen Aphthen hilft das Lutschen von Eiswürfeln. Der Genuss von stark gesalzenen oder gesüßten Nahrungsmitteln verstärkt häufig die Schmerzen, Milch mindert sie.

Von Betroffenen werden zur Behandlung auch einige Hausmittel empfohlen – da deren Wirksamkeit nicht durch Studien nachgewiesen ist, werden sie meist nicht vom Arzt empfohlen. Die Tipps reichen vom täglichen Verzehr einer halben rohen Zwiebel, über die Einnahme von Zink-, Kalzium- oder Folsäuretabletten, einer Eigenurinbehandlung bis zum Trinken von Zitronensaft oder Cola oder der sehr schmerzhaften Applikation von Salzkristallen – vielleicht ist aber einer dieser Ratschläge für Sie hilfreich, wenn andere Mittel versagen.

Vorbeugung von Aphthen

Betroffene sollen so weit wie möglich die Faktoren meiden, die Aphthen auslösen können: Den Verzehr von Nüssen oder zitrushaltigen Früchten sollten Sie einschränken und Ihr Immunsystem durch eine gesunde und vitaminreiche Ernährung stärken.

Daneben haben schwedische Wissenschaftler herausgefunden, dass sich bei der Hälfte aller Betroffenen Aphthen vermeiden lassen, wenn sie über einen längeren Zeitraum eine medizinische Zahnpasta benutzen, die pharmazeutisches Orangenöl und den Wirkstoff Glycyrrhizin enthält. Dieses Mittel ist inzwischen auch in Deutschland erhältlich.

Aktualisiert: 05.06.2018 – Autor: Nathalie Blanck; überarbeitet: Silke Hamann

Hautausschlag (Exanthem): Was haben die roten Flecken zu bedeuten?

Letzte Änderung: 10.04.2019
Verfasst von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin
Geprüft von Prof. Dr. Wolf-Ingo Worret • Dermatologe Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Rote Flecken, Quaddeln, Pusteln oder Bläschen, mit und ohne Jucken: Es gibt zahlreiche Formen von Hautausschlag. Oft stecken harmlose Ursachen dahinter. Doch gerade bei Kindern können die Ausschläge auch auf ansteckende Krankheiten wie Masern oder Röteln hindeuten.

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Sonne, Kälte, Hitze, Staub, Rauch, Seife, Allergene, Krankheitserreger: Die Haut kommt täglich mit unzähligen Reizen in Berührung. Normalerweise ist das kein Problem. Schließlich ist unser größtes Organ dafür zuständig, uns vor Eindringlingen und schädlichen Einflüssen zu schützen. Mitunter hinterlässt diese Aufgabe allerdings sichtbare Spuren: Ausschlag ist immer ein Zeichen dafür, dass die Haut sich gegen etwas wehrt.

Was ist Hautausschlag?
Hautausschlag ist ein Sammelbegriff für verschiedene, zeitlich begrenzte Hautveränderungen, die durch Entzündungen verursacht werden. Ärzte bezeichnen Ausschlag auch als Exanthem (von gr. exantheo = ich blühe auf).

Hautausschlag entwickelt sich typischerweise schnell und ist von vorübergehender Natur. Je nach Ursache kann er mit Begleitsymptomen wie Juckreiz, Schmerzen und Fieber einhergehen.

Im Gegensatz zum Ekzem, das einen eng begrenzten Hautbereich betrifft, erstreckt sich ein Exanthem über größere Hautbereiche. Die Hautveränderungen sind – anders als zum Beispiel bei Sommersprossen – erhaben, sie ragen also über die Hautoberfläche hinaus.

In welcher Körperregion der Hautausschlag entsteht, hängt von der Ursache ab. Bei manchen Erkrankungen bleibt der Ausschlag auf ein Körperteil begrenzt, bei anderen breitet er sich aus oder tritt er von Anfang an am gesamten Körper auf. Deshalb achtet der Arzt bei der Suche nach der Ursache auf das genaue Erscheinungsbild des Ausschlags und das Ausbreitungsmuster.

Meist erscheinen Exantheme symmetrisch auf, also auf beiden Körperseiten. Das ist zum Beispiel bei Röteln und Masern der Fall. Es gibt jedoch auch Beispiele für einseitig auftretenden Ausschlag, etwa das sogenannte unilaterale laterothorakale Exanthem im Kindesalter.

Die genaue Fachbezeichnung des Ausschlags richtet sich nach dessen Gestalt und Beschaffenheit: Tritt er in Form erbsengroßer, erhabener Verdickungen in Erscheinung – sogenannter Papeln – sprechen Dermatologen von einem papulären Exanthem. Bei Eiterbläschen, die man auch als „Pusteln“ bezeichnet, lautet der Fachbegriff „pustulöses Exanthem“.

Wenn Ausschlag in Schüben auftritt, ist auch ein „buntes“ Erscheinungsbild möglich. Ein Beispiel ist das Varizella-Exanthem, besser bekannt als Windpocken: Anfangs bilden sich rote Flecken, die sich dann in Bläschen umwandeln und später verkrusten.

Hautausschlag

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Hautausschlag (fachlich: Exanthem) betrifft meist große Teile des Körpers. Häufig ist er Folge einer Virusinfektion – hier sieht man den Ausschlag bei Röteln. © Dr.med.J.P.Müller/OKAPIA

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Eine weitere Kinderkrankheit, die zu Hautausschlag führt: Masern. © ulrich niehoff/Imagebroker/OKAPIA

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Bei einer Maserninfektion liegen dunkelrote Flecken dicht nebeneinander und „verbinden“ sich teils zu größeren Arealen. © NAS/Gregory K. Scott/OKAPIA

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Auch Windpocken gehen mit einem typischen Hautausschlag einher.

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Bei Windpocken sind die einzelnen Flecken unterschiedlich groß und treten in verschiedenen Zuständen nebeneinander auf (Flecken, Erhebungen, Bläschen, Schorf). Ärzte sprechen aufgrund dieses Aussehens von einem „Sternenhimmel“. © Christian Grzimek/OKAPIA

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Auch Bakterien können hinter einem Exanthem stecken. Sogenannte Streptokokken lösen zum Beispiel Scharlach aus. © Okapia/imagebroker/Ulrich Niehoff

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Eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken kann zu einem klein- oder großblasigen Hautausschlag führen, der sogenannten Impetigo contagiosa. Sie tritt meist bei Kindern auf. © Neufried/OKAPIA

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Neben Erregern können auch Reaktionen auf Arzneimittel (Penicillin etc.) zu einem Hautausschlag führen. Er betrifft weite Teile des Körpers, vor allem den Stamm, die Arme und die Beine.

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Diese sogenannten Arzneimittelexantheme ähneln oft dem Ausschlag, den man von Masern, Röteln oder Scharlach kennt.

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Quaddeln treten bei einer Nesselsucht (Urtikaria) auf. Die Größe des Exanthems variiert. Beispielsweise lösen Medikamente, Kälte und mechanische Ursachen eine Urtikaria aus. © Dr. med. J.P.Müller/OKAPIA

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Bei einer Schuppenflechte (Psoriasis) entwickelt sich der Ausschlag meist an den Ellenbogen, den Kniescheiben und am Haaransatz.

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Die Hautveränderungen bei Psoriasis nennt man Herde. Sie sind rötlich, scharf begrenzt und mit weißen Schuppen bedeckt. © Dr. med. J.P. Müller/OKAPIA

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Bei Neurodermitis ist die Haut rot und gereizt, oft an den Beugeseiten der Beine und Arme (Kniekehlen, Ellenbeugen). Mediziner sprechen hier von einem Ekzem. © Neufried/OKAPIA

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Auch Kontaktallergien führen zu Hautausschlag – häufig an den Händen. Der Fachbegriff lautet Kontaktekzem. © Dr. med. J. P. Müller/OKAPIA

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Nicht selten geht Hautausschlag mit Juckreiz einher.

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Hier sehen Sie die charakteristischen Bläschen einer Gürtelrose (Herpes zoster). Ursache sind wiederum Viren. © Okapia/imagebroker/Siegfried Grassegger

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Lippenherpes wird von einem anderen Virus ausgelöst und führt meist zu einem Ausschlag am Mund.

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Infizieren sich die betroffenen Stellen mit Bakterien, bilden sich eitrige, verkrustete Bläschen. Mehr zum Thema Hautausschlag …

Hautausschlag: Ursachen im Überblick

Häufige Auslöser für Hautausschlag sind Allergien und Infektionen. Auch eine Infektion mit Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten kann zu Hautausschlag führen.

Hautausschlag bei Kindern

Wenn Babys Hautausschlag entwickeln, handelt es sich meist um

  • Windeldermatitis,
  • Hitzepickel,
  • Kopfgneis (eine Form des seborrhoischen Ekzems) oder
  • Milchschorf (Frühform der Neurodermitis bei Babys, atopisches Ekzem).

Bei Kindern ist Hautausschlag oft ein Zeichen für

  • Neurodermitis oder
  • sogenannte Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln, Ringelröteln oder Scharlach.

Windeldermatitis entwickelt sich bei Babys, wenn die Haut im Genitalbereich und am Po durch die Feuchtigkeit in der Windel aufweicht und wund wird. Die gereizte Haut ist dann auch anfälliger für Infektionen, etwa mit dem Pilz Candida albicans.

Kinderkrankheiten mit Hautausschlag

Die meisten sogenannten Kinderkrankheiten gehen mit Ausschlag einher, der für die jeweilige Erkrankung charakteristisch ist. Daher kann das Erscheinungsbild des Hautausschlags bereits ein erster Hinweis darauf sein, um welche Erkrankung es sich handelt.

Die meisten Kinderkrankheiten verursachen Hautausschlag. Die Grafiken zeigen, welcher Ausschlag für Masern, Scharlach und Röteln typisch ist …

× … und welche Formen des Ausschlags für Windpocken, Ringelröteln und Dreitagefieber charakteristisch sind. ×

Hautausschlag bei Kindern sollte jedoch grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Nur ein Arzt kann eine sichere Diagnose stellen, beurteilen, ob das Kind ansteckend ist und – sofern möglich und nötig – Behandlungsmaßnahmen ergreifen.

Viruserkrankungen Hautausschlag Weitere mögliche Symptome Gibt es eine Impfung?
Masern purpurrote bis braune, teils leicht erhabene große Flecken; gehen ineinander über; beginnt meist hinter dem Ohr und an der Stirn, dann am Stamm, Armen, Beinen Fieber mit zwei Anstiegen; weiße Flecken auf der Wangenschleimhaut (Koplik-Flecken); Bindehautentzündung ja
Röteln rosafarbene bis rote, teils erhabene kleine Flecken; gehen nicht ineinander über; beginnt meist hinter den Ohren und im Gesicht, dann am Stamm, Armen, Beinen wenige Tage vor dem Hautausschlag Fieber, leichtes Krankheitsgefühl; geschwollene Lymphknoten am Nacken; Rötelninfektion gefährlich für Schwangere! ja

Windpocken

(Varizella-Zoster-Virus)

beginnt mit roten Flecken, die sich dann in Bläschen und teils Eiterbläschen umwandeln, später Krusten; alle Formen können zeitgleich bestehen (sog. Sternenhimmel); Befall der Kopfhaut Kopfschmerzen, Fieber, geschwollene Lymphknoten; Infektion mit Windpocken gefährlich für Schwangere! ja

Ringelröteln

(Humanes Parvovirus B19)

girlandenförmig, beginnt an den Wangen, breitet sich über Arme, Beine und dem Gesäß aus häufig Juckreiz, oft Rachenentzündung, Fieber, Krankheitsgefühl; Infektion mit Ringelröteln gefährlich für Schwangere! nein

Dreitagefieber

(Humanes Herpesvirus 6)

blassrosafarbene Flecken, vor allem am Körperstamm (nicht im Gesicht), die oft nur ein bis drei Tage anhalten plötzliches hohes Fieber über 3-4 Tage; während Fieber abklingt, tritt Ausschlag auf; Gefahr: Fieberkrampf! nein
Bakterielle Infekte Hautausschlag Weitere mögliche Symptome Gibt es eine Impfung?

Scharlach

(Streptokokken)

feinfleckige, erhabene gelbliche bis rote Hautveränderungen („sandpapierartig“); beginnt meist im Bereich der Leistengegend, der Oberschenkelinnenseiten oder der Achseln; breitet sich rasch aus; nach ca. 3 Wochen pellt sich die Haut „Himbeerzunge“; Fieber; Form der Mandelentzündung (sog. Angina lacunaris); tiefrote Rachenentzündung nein

Impetigo contagiosa

(Staphylokokken, Streptokokken)

oberflächliche Eiterblasen, die schnell platzen und honiggelbe Krusten bilden; klein- oder großflächiger Befall möglich Juckreiz; selten Fieber nein

Ausschlag im Gesicht: Was bedeuten die roten Flecken?

Beim Hautausschlag im Gesicht handelt es sich um

  • Allergien,
  • Neurodermitis oder
  • Eiterflechte (Impetigo contagionsum).

Darüber hinaus gibt es Kinderkrankheiten, die Hautausschlag im Gesicht hervorrufen, zum Beispiel Masern, Scharlach, Ringelröteln und Röteln. Bei diesen Erkrankungen tritt der Ausschlag meist zunächst am Kopf auf und breitet sich dann im weiteren Verlauf über den Körper aus. Bei Scharlach und Masern können auch die Schleimhäute im Mund betroffen sein.

Wenn der Ausschlag nur am Hals auftritt

Rote Flecken, die ausschließlich am Hals und oberhalb der Brust in Erscheinung treten, lassen sich häufig auf eine Kontaktallergie gegen Parfüm oder im Schmuck enthaltene Stoffe zurückführen. Vor allem bei Babys und Kindern bilden sich am Hals oft auch Hitzepickel.

Ausschlag am Bauch oder Rücken

Verschiedene Krankheiten können sich durch Ausschlag am Rumpf äußern. Häufige Ursachen sind

  • Gürtelrose und
  • Arzneimittelallergie.

Die Gürtelrose ist Folge einer Infektion mit dem Herpes-zoster-Virus. Sie verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sich der Ausschlag meist gürtelförmig entlang einer Nervenbahn ausbreitet und in der Regel auf Rücken und Bauch in Erscheinung tritt. Typischerweise sieht man rote Hautknötchen, die gruppenförmig angeordnet sind.

Rote Flecken, die relativ gleichmäßig über den gesamten Rumpf und möglicherweise auch auf Armen und Beinen verteilt sind, könnten hingegen auf ein Arzneimittelexanthem hindeuten. Bei manchen Menschen löst eine Therapie mit bestimmten Antibiotika (z.B. Penicillin, Sulfonamide und Aminoglykoside) Hautreaktionen aus. Bei Kindern führt auch das Antibiotikum Cotrimoxazol häufig zu Arzneimittelexanthemen. Auch bestimmte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) können bei Menschen mit entsprechender Intoleranz Ausschlag verursachen.

Rote Flecken am Bein: Rasurbrand, Biss oder Badedermatitis?

Häufige Ursachen für Hautausschlag an den Beinen sind etwa

  • Badedermatitis (Zerkariendermatitis),
  • Grasmilbenbisse,
  • Rasurbrand sowie
  • Neurodermitis.

Die Badedermatitis ist eine allergische Reaktion auf Zerkarien, Larven der in natürlichen Gewässern vorkommenden Saugwürmer. Zerkarien dringen normalerweise in die Haut von Wasservögeln ein, um dort weiterzuwachsen. Wenn sie sich in menschliche Haut bohren, ist dies eher ein Versehen. Die Tierchen selbst sterben nach kurzer Zeit ab. Beim Betroffenen bleiben jedoch für einige Tage oder Wochen rote, stark juckende Flecken zurück. Je nachdem, ob er nur durch das Wasser gewatet ist oder darin schwimmen war, tritt der Ausschlag nur an den Füßen und Beinen oder auch am gesamten Körper auf.

Wichtig: Zerkarien aus Deutschland sind meist harmlos. Wer sich die Badedermatitis im Ausland zugezogen hat, sollte aber lieber zum Arzt: Zerkarien aus tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Lateinamerikas oder Asien können eine sogenannte Bilharziose (Schistosomiasis) hervorrufen.

Mit Grasmilbenbissen (genauer: Bissen durch Grasmilbenlarven) muss rechnen, wer in den Sommermonaten barfuß durch die Natur läuft. Grasmilben verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie vor allem in niedrig wachsenden Pflanzen wie Gräsern sitzen. Die Bisse ihrer etwa 0,2 Millimeter kleinen Larven sind in der Regel ungefährlich, schmerzen und jucken aber häufig tage- oder sogar wochenlang.

„Rasurbrand“ ist der umgangssprachliche Begriff für die Pseudofolliculitis barbae. So nennen Ärzte den brennenden und meist juckenden Ausschlag, der nach dem Rasieren oder Epilieren auftreten kann. Er entsteht, wenn Haarstoppeln sich seitlich in die Haut bohren und die Haarfollikel reizen. Die Haut reagiert auf diesen Reiz wie auf einen eindringenden Fremdkörper: Sie entzündet sich.

Neurodermitis geht ebenfalls häufig mit entzündlichem Ausschlag an den Beinen einher. Dieser verursacht auch Juckreiz, unterscheidet sich ansonsten aber deutlich von Bissen, Rasurbrand und anderen Formen des Hautausschlags: Die roten Ekzeme sind trocken und schuppig und betreffen normalerweise nicht das gesamte Bein, sondern vor allem die Kniekehlen und meist noch andere Körperstellen wie etwa die Ellenbeugen und das Gesicht.

Kann Stress zu Hautausschlag führen?

Die Haut ist mehr als die Hülle und Oberfläche des Körpers: Über ein großes Nervengeflecht kommuniziert die Haut permanent mit dem Gehirn – und umgekehrt. Der enge Austausch zwischen den beiden Organen erklärt, warum sich starker psychischer Stress in Hautproblemen äußern kann und die Haut tatsächlich manchmal ein „Spiegel der Seele“ ist.

Stress ist zwar nie die alleinige Ursache von Hautausschlag. Der Zustand der Haut hängt von zahlreichen Einflüssen ab, sowohl äußeren als auch angeborenen. Als sicher gilt aber, dass Stress die Symptome bestimmter Hautkrankheiten wie etwa Psoriasis, Neurodermitis und Akne verstärken kann.

Dahinter steckt vermutlich eine Schutzreaktion des Körpers, die sich vereinfachend so erklären lässt: Der Körper wertet den erlebten Stress als Warnsignal für eine drohende Gefahr, etwa durch Krankheitserreger. Die Nervenenden in der Haut alarmieren daraufhin Immunzellen in der Haut, sogenannte Mastzellen. Diese setzen daraufhin eine Entzündungsreaktion in Gang, um potenzielle Eindringlinge abzuwehren.

Auf diese Weise kann Stress auch jene Entzündungen verschlimmern, die vielen Hautkrankheiten zugrunde liegen – und somit Ausschlag begünstigen.

Hautausschlag: Diagnose

Im Gespräch wird der Arzt zunächst erfragen, wann und an welcher Körperstelle der Hautausschlag zuerst aufgetreten ist. Für eine genaue Diagnose ist außerdem wichtig:

  • ob der Betroffene weitere Beschwerden verspürt, z.B. Juckreiz, Fieber, Übelkeit, Husten oder Schnupfen,
  • ob er Vorerkrankungen oder Allergien hat,
  • ob er bestimmte Medikamente eingenommen hat und
  • ob er Kontakt zu erkrankten Personen hatte – beispielsweise im Kindergarten zu an Windpocken oder Krätze erkrankten Kindern.

Je nach vermuteter Ursache können sich noch weitere Fragen ergeben.

Anschließend untersucht der Arzt den Betroffenen und sieht sich den Hautausschlag genau an. Dafür benutzt er eine Vergrößerungslupe, einen Holz- oder Glasspatel und gegebenenfalls weitere optische Geräte. Zudem tastet der Arzt häufig die Lymphknoten ab, wirft einen Blick in den Hals und misst die Körpertemperatur.

Um festzustellen, was genau den Hautausschlag verursacht hat, sind – je nach Befund – weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise:

  • Abstriche,
  • eine Biopsie (Gewebeentnahme aus der Hautveränderung),
  • Blutentnahmen und
  • Allergietests.

© Jupiterimages/iStockphoto Beispiel für Hautausschlag: Quaddeln

Was gegen Hautausschlag hilft

Bei Hautausschlag ist oft keine spezielle Therapie nötig: Bei Kinderkrankheiten wie Masern klingt der Ausschlag von selbst ab, wenn die Krankheit überstanden ist. War eine Kontaktallergie Ursache des Ausschlags, verschwindet dieser, wenn man das Allergen meidet. Oft sind aber antiallergische Salben und Tabletten notwendig.

Hautkrankheiten, die mit Ausschlag einhergehen, erfordern hingegen meist eine gezielte Behandlung, etwa mit

  • Salben oder Cremes,
  • Medikamenten zum Einnehmen,
  • Lichtstrahlen sowie
  • ergänzenden Maßnahmen (z.B. Ernährungsumstellung, Entspannungstechniken gegen Stress).

Viele Hautkrankheiten lassen sich nicht heilen. Häufig ist es jedoch möglich, den Ausschlag und die damit verbundenen Beschwerden (wie Juckreiz) gut in den Griff zu bekommen.

Hausmittel bei Hautausschlag: Sinnvoll oder nicht?

Im Internet sind unzählige Hausmittel gegen Hautausschlag zu finden. Die Tipps reichen von Apfelessig und Speiseölen wie Olivenöl über Heilkräuter wie Kamille bis hin zu Zinkpaste. Einige dieser Tipps mögen bei bestimmten Formen des Ausschlags tatsächlich helfen: Beispielsweise lässt sich Kopfgneis bei Säuglingen mit Olivenöl lösen, wenn man das Öl über Nacht an den betroffenen Stellen einwirken lässt und am nächsten Tag mit Babyshampoo abwäscht. Zinksalbe kann bei nässenden Ekzemen im Windelbereich lindernd wirken.

Allerdings eignet sich nicht jedes Hausmittel für jede Art des Ausschlags. Je nach Ursache können die Mittel die Haut zusätzlich reizen, allergische Reaktionen verschlimmern und den Ausschlag noch verstärken. Das Gleiche gilt für Cremes, Salben und Lotionen, die es in Drogerien oder Apotheken zu kaufen gibt.

Wichtig: Eine Selbstbehandlung ist daher immer mit Risiken verbunden. Sinnvoller ist es, den Hautausschlag zunächst ärztlich abklären lassen und den Arzt zu fragen, ob und welche Hausmittel helfen könnten.

Bei juckendem Hautausschlag ist das wirksamste Hausmittel mitunter das Meiden jeglicher Reize: Heißes Wasser, Seife und Pflegeprodukte, trockene Luft, Synthetik- und Woll-Kleidung: All das kann den Juckreiz verschlimmern.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Hautausschlag (Exanthem)“:

  • Hautausschlag und sonstige unspezifische Hauteruptionen

Onmeda-Lesetipps:

  • Lebensmittel, die das Hautbild verändern
  • Dermatologin Yael Adler im Interview

Quellen:

Online-Informationen aus Altmeyers Enzyklopädie: ww.enzyklopaedie-dermatologie.de (Abrufdatum: 21.2.2019)

Informationen des medizinischen Online-Nachschlagewerks Deximed: www.deximed.de (Abrufdatum: 21.2.2019)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 21.2.2019)

Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abrufdatum: 21.2.2019)

Sterry, W., Burgdorf, W., Worm, M.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2018

Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2018

Zerkarien-Infektionen: Was Apotheker über Badedermatitis wissen müssen. Online-Informationen der Deutschen Apotheker Zeitung: www.deutsche-apotheker-zeitung.de (Stand: 25.7.2017)

Peters, E. M. J.: Gestresste Haut? – Aktueller Stand molekularer psychosomatischer Zusammenhänge und ihr Beitrag zu Ursachen und Folgen dermatologischer Erkrankungen. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Vol. 14, Iss. 3, pp. 225-338 (März 2016)

Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Letzte inhaltliche Prüfung: 01.04.2019
Letzte Änderung: 10.04.2019

Windelausschlag

Windelausschlag kommt bei Babys sehr häufig vor. Insofern wird es Ihnen mit Sicherheit passieren, dass Sie irgendwann die Windel Ihres Kindes öffnen und feststellen, dass sein Po wund und gerötet aussieht.

Woran erkenne ich Windeldermatitis?

Wie Windeldermatitis aussieht, wird Ihnen wahrscheinlich schlagartig klar, wenn die Haut Ihres Babys im Windelbereich wie folgt aussieht: Ein Teil der Haut, der mit der Windel bedeckt ist (wahrscheinlich der Genitalbereich, die Po- und Oberschenkelfalten) wird rot und entzündet sein. Die betroffenen Bereiche können trocken oder nässend, auch glänzend sein und manchmal erhaben wirken.
Wird die anfängliche Dermatitis nicht behandelt, kann sie zu schlimmeren Formen ausarten, zum Beispiel zu Hefepilzinfektionen oder bakteriellen Infektionen.
Hefepilzinfektionen treten oft in Zusammenhang mit der Einnahme von Antibiotika auf. Antibiotika töten die nützlichen Bakterienstämme im Verdauungssystem ab. Diese sind jedoch notwendig, um das natürliche Gleichgewicht in der Darmflora zwischen den verschiedenen Mikroorganismen aufrechtzuerhalten.
Gewöhnlich beginnt eine Dermatitis mit kleinen roten Punkten, die schnell zu größeren roten Flecken werden können. Bakterielle Infektionen können zu Fieber führen. Die Ursachen hierfür sind gewöhnlich eitrige Entzündungsherde.

Wie entsteht der Windelausschlag?

Die Hauptursache ist Nässe im Windelbereich. Neugeborene urinieren oft und haben regelmäßig formlosen Stuhlgang. Die meisten saugfähigen Babywindeln hinterlassen Feuchtigkeit auf der empfindlichen Babyhaut.
Babyhaut ist dünn, durchlässig und hat nur eine geringe Schutzbarriere vor äußeren Einflüssen. Sie ist also immer in Kontakt mit Feuchtigkeit, auch wenn Sie Ihr Kind regelmäßig wickeln. Dies bedeutet, dass der Genitalbereich permanent einem Reizmilieu ausgesetzt ist. Ein Säugling, der zu lange eine volle Windel trägt, ist demnach einem größeren Risiko ausgesetzt, eine Windeldermatitis zu bekommen.
Säuglinge, die krank sind und Antibiotika nehmen müssen, können Durchfall (ein Nebeneffekt bei der Einnahme von Antibiotika) bekommen und dadurch wiederum Ausschlag im Genitalbereich entwickeln. Eine weitere Ursache kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit des Babys sein, zum Beispiel auf Zitrusfrüchte, die die stillende Mutter gegessen hat.

Wie kann man den Ausschlag behandeln?

Sie können den Windelausschlag selber behandeln. Er verschwindet normalerweise nach drei oder vier Tagen und beeinträchtigt Ihr Baby kaum.
So können Sie die Windeldermatitis behandeln:

  • Die wirksamste Methode ist das regelmäßige Windelwechseln. Versuchen Sie, die Haut trocken und sauber zu halten.
  • Forschungen haben ergeben, dass nur Wasser zur Reinigung meist nicht ausreicht. Verwenden Sie ein speziell auf Babyhaut getestetes Reinigungsmittel und, wenn Sie möchten, eine milde Pflegecreme mit Zink, das gegen die Entzündung wirkt – aber mit Konservierungsstoffen! Produkte ohne Konservierungsstoffe können eine Gefahr für die empfindliche Babyhaut darstellen, da sich schon nach einmaliger Benutzung die Bakterien in der Verpackung gigantisch vermehren.
  • Versuchen Sie, Ihr Kind möglichst oft ohne Windel zu lassen, denn frische Luft beschleunigt die Heilung. Im Sommer kann Ihr Baby draußen oder im Haus auf leicht zu säubernden Fußböden ohne Windeln spielen. Denken Sie daran, dass die Räume warm genug sind, damit Ihr Kind nicht friert.
  • Sie können versuchen, die Windelmarke oder Reinigungslotion gegen Produkte zu tauschen, die keine Duftstoffe enthalten. Dies hilft, falls der Ausschlag allergisch bedingt ist. Achten Sie bitte auch auf andere Inhaltstoffe, wie zum Beispiel Latex, und lassen Sie diese ggf. weg.

Hat Ihr Baby nach vier Tagen immer noch einen geröteten Po, so können diese Stellen sich ausbreiten und Schlimmeres hervorrufen. Dann sollten Sie, nach Absprache mit dem Kinderarzt, ein Antimykotikum (z.B. Anti-Pilzsalbe, wie Canesten) für einige Tage dünn auftragen.

Wie kann ich mein Kind wirksam vor Windeldermatitis schützen?

Das beste Mittel gegen diese Art der Dermatitis ist, die Haut trocken zu halten.
Um vorzubeugen, können Sie Folgendes tun:

  • Wechseln Sie die volle Windel so schnell wie möglich.
  • Reinigen Sie den Genitalbereich sehr sorgfältig nach jedem großen Geschäft und lassen Sie die Haut an der Luft trocknen.
  • Cremen Sie den Po Ihres Babys dünn mit einer speziellen Schutzcreme ein. Benutzen Sie kein Talkumpuder – der feine Staub wird leicht eingeatmet. Hebamme und Babycenter-Expertin Simone Uth: „Sie können die Stellen auch mit Muttermilch betupfen und dann trocknen lassen.“
  • Wickeln Sie nicht zu stramm. Die notwendige Luftzirkulation würde unterbrochen werden. Die Windeln und Kleidung Ihres Säuglings sollten unbedingt atmungsaktiv sein, damit die Haut am Po Luft bekommt.
  • Wenn Ihr Kind beginnt, feste Nahrung zu sich zu nehmen, geben Sie ihm immer nur ein neues Nahrungsmittel zur Zeit. Warten Sie dann ein paar Tage mit dem nächsten, und beobachten Sie, ob sich irgendetwas verändert. Dadurch ist es einfacher, die Allergie als Ursache für den Ausschlag auszuschließen.

Quellen

Baer EL, Davies MW, Easterbrook KJ. 2006. Disposable nappies for preventing napkin dermatitis in infants. Cochrane Database of Systematic Reviews Issue 3. Art. No.:CD004262. DOI:10.1002/14651858.CD004262.pub2. www.cochrane.org
CKS. 2008. Clinical topic: Nappy rash. Clinical Knowledge Summaries. cks.library.nhs.uk
Kazzi, AA. 2006. Pediatrics, diaper rash. e-medicine. emedicine.medscape.com
Cork, Michael J. (1,2), Simon Danby (2), Yiannis Vasilopoulos (2), Manar Moustafa (1,2), Alice MacGowan (2), Jibu Varghese (2), Gordon W. Duff (3), Rachid Tazi-Ahnini (2), Simon J. Ward(2). 1: The Pediatric Dermatology Clinic, Sheffields Children` s Hospital, Sheffiled, UK. 2: The Academic Unit of Biomedical Genetics-Dermatology, School of Medicine & Biomedical Sciences, The University of Sheffield, Sheffield, UK. 3: The School of Medicine & Biomedical Sciences, The University of Sheffield, Sheffield, UK
U Blume-Peytavi (1), MJ Cork (2), J. Faergemann (3), j. Szczapa (4), F. Vanaclocha (5), C. Gelmetti (6): Bathing and cleansing in newborns from day 1 to first year of life: recommendations from a European round table meeting, 2009 European Academy of Dermatology and Venereology
1 Department of Dermatology and Allergy, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Charitéplatz 1, Berlin, Germany
2 Academic Unit of Biomedical Genetics-Dermatology, The Medical School, University of Sheffield, Sheffield, UK
3 Department of Dermatology, Sahlgrenska University Hospital, Gothenburg, Sweden
4 Department of Neonatal Infectious Diseases, Poznan University of Medical Sciences, Poznan, Poland
5 Department of Dermatology, Hospital Doce de Octubre, Madrid, Spain
6 Department of Dermatology, Institute of Dermatologic Sciences, “Ospedale Maggiore Policlinico, Mangiagalli e Regina Elena”, Milan, Italy

Windelausschlag (Windeldermatitis): Wunder Po oder Wundsein im Windelbereich.

Der Windelausschlag ist v. a. bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 9–12 Monaten eine der häufigsten Hauterkrankungen; es gibt praktisch keinen Säugling, der nicht einmal daran leidet. Rechtzeitig bemerkt, löst sich das Problem durch eine intensivierte Hautpflege binnen weniger Tage von selbst.

Leitbeschwerden

  • Flächenhafte Hautrötung, sie beginnt meist um den Anus herum, dehnt sich auf Innenseiten der Oberschenkel und Bauch aus
  • Ausbildung kleiner Knötchen und Schuppungen
  • Offene, nässende, wunde Stellen
  • Schmerzender und juckender Po
  • Starkes Brennen beim Urinieren
  • Nach Ammoniak riechende Windeln
  • Bei zusätzlicher Pilzinfektion Pusteln und Knötchen, die in die Umgebung streuen.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Sie den wunden Po durch verstärkte Pflegemaßnahmen (siehe „Was Sie als Eltern tun können“) nicht „in den Griff“ bekommen.
  • sich der Zustand der Haut nicht innerhalb von 3–4 Tagen bessert, die Haut stark blutet oder andere Zeichen einer Pilzinfektion aufweist.
  • sich viele Knötchen bilden, die sich auch auf die bisher gesunde Haut ausbreiten; dies ist ein Hinweis auf eine zusätzliche Infektion durch Hefepilze.

Heute noch, wenn

  • sich Bläschen bzw. gelbe Krusten oder Fieber entwickeln; dies ist ein Hinweis auf eine zusätzliche Infektion durch Bakterien.
  • Hintergrund­informationen anzeigen

    Gesundheitsprobleme im Jugendalter

Die Erkrankung

Ursachen und Risikofaktoren

Auch wenn die Windel noch so saugfähig ist: Unter dem Windelpaket ist die zarte Kinderhaut durch die Feuchtigkeit immer stark belastet. Das feuchtwarme Milieu und das Reiben oder Scheuern der Windel reizt die empfindliche Hautoberfläche; sie wird anfälliger gegenüber unwillkommenen Keimen.

Kontakt mit Urin und Stuhl. Urin und Stuhl tun ein Übriges, um die Haut zu reizen. Kein Wunder, dass schon Durchfall oder ein versäumter Windelwechsel ausreichen, damit sich die Haut auch sichtbar entzündet, d. h. wund wird.

Ernährung. Auch wenn Gläschen mit neuer Nahrung beigefüttert werden oder wenn das Kind Fruchtsäfte oder Zitrusfrüchte, geriebenes Obst oder scharfes Essen bekommt, ist die Windeldermatitis häufiger. Ist das Wundsein nach einer Nahrungsumstellung aufgetreten, handelt es sich in aller Regel nicht um eine Allergie, sondern um eine natürliche Reaktion auf die neue Nahrung, die den Stuhlgang eine zeitlang verändert. Durch intensivierte Po-Pflege gewöhnt sich die Haut bald an die neue Nahrung. Auch saure und scharfe Speisen, die von der stillenden Mutter gegessen werden, begünstigen einen Windelausschlag.

Durchfall. Leiden Babys unter dünnflüssigem Stuhl, ist es schwierig, die Windel immer trocken zu halten. Hinzu kommt, dass der Stuhl aggressiv wirkt.

Mangelhafte Reinigung. Stuhl muss sofort entfernt werden, denn wird der Po nicht vollständig gereinigt, reagiert die Haut mit Entzündungen und evtl. auch allergisch.

Falsche Hautpflegemittel. Eine häufige Reinigung mit basischen Seifen (hoher pH-Wert) begünstigt einen Windelausschlag. Auch auf Salben, Cremes und Öle reagiert die empfindliche Haut allergisch, wenn sie Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Stoffwindeln. Diese sind ungünstig, zum einen saugen sie nur wenig Feuchtigkeit auf, zum anderen finden sich immer Waschmittel- oder Weichspülerrückstände darin.

Inhaltsstoffe der Windel. Eltern vermuten oft, dass ihre Säuglinge auf die Windel als solches allergisch reagieren. Studien zufolge sind die Windelmaterialien oder -inhaltsstoffe allerdings sehr selten Auslöser für den wunden Po.

Komplikationen

Oft kommt zum wunden Po noch ein weiteres Problem hinzu: Auf der geschädigten Haut siedeln sich leicht die im Darm bei jedem Kind vorkommenden Hefepilze (Candida albicans) an und machen aus dem Wundsein einen Windelsoor. Er ist daran zu erkennen, dass die Hautveränderungen nun nicht mehr scharf begrenzt sind, sondern sich Streuherde (einzelne Knötchen und Pusteln) in der Umgebung finden, etwa auf dem Bauch oder den Oberschenkeln. Oft schuppt sich beim Windelsoor auch die Haut am Rand des Ausschlags.

Bakterielle Infektionen. Sehr viel seltener sind die ernstzunehmenden bakteriellen Infektionen. Eine aufgepfropfte bakterielle Infektion, beispielsweise mit Staphylokokken, ist an den einzeln stehenden, von einem deutlichen roten Hof umrandeten Pusteln, Blasen oder Knötchen zu erkennen. Die Pusteln des Windelsoors sind viel kleiner, zahlreicher und haben keinen so ausgeprägten „zornig roten“ Hof.

Fieber. Breiten sich die Bakterien im Körper aus, kommt es zu Fieber. Dabei geht es dem Säugling meist ziemlich schlecht.

Diagnosesicherung

Anhand der Hautveränderungen wird der Kinderarzt einen Windelausschlag erkennen.

Abstrich. Besteht der Verdacht auf einen Befall mit Bakterien oder Pilzen, wird der Arzt evtl. einen Hautabstrich für mikrobiologische Untersuchungen vornehmen.

Behandlung

Bei offenen Stellen der Haut verordnet der Arzt desinfizierende oder gerbstoffhaltige Präparate (z. B. Chlorhexidin® oder Tannosynth®) zum Auftragen oder Aufpinseln, seltener auch als Bäder oder feuchte Umschläge. Solche Präparate trocknen die Haut und beugen einer Infektion vor.

Kortison. In schweren Fällen wird der Kinderarzt für kurze Zeit eine Kortisonsalbe zum Auftragen verschreiben, um die Entzündung einzudämmen. Allerdings sollten Sie Kortison nur auf Anweisung des Arztes und nur für die vereinbarte Behandlungsdauer anwenden.

Antimykotikum. Bei einer zusätzlichen Hautinfektion durch Pilze verordnet der Arzt pilztötende Salben oder Cremes (Antimykotika). In ausgeprägten Fällen – oder wenn gleichzeitig ein Mundsoor besteht – sind Antimykotika zum Schlucken notwendig, damit die Pilze des Darms nicht immer wieder die Windelregion befallen.

Antibiotika. Bei bakteriellen Hautinfektionen sind antibiotische Cremes notwendig. Vor allem kleine Babys müssen manchmal auch Antibiotika einnehmen.

Krankenhausaufnahme. Bei Fieber ist unter Umständen sogar eine intravenöse Antibiotika-Behandlung im Krankenhaus unumgänglich.

Der Apotheker empfiehlt

Was Sie als Eltern tun können

Der Windelausschlag verschwindet meist durch wenige, einfache Maßnahmen:

Licht und Luft an den Po.

Nichts geht über frische Luft. Lassen Sie Ihr Kind so oft wie möglich ein paar Stunden drinnen oder draußen strampeln, denn ein wunder Po heilt besser und schneller, wenn viel Licht und Luft an die Haut gelangt. Aber achten Sie darauf, dass es nicht friert.

Häufiger Windelwechsel.

Überprüfen Sie die Windel sooft wie möglich durch Riechen oder Hineinschauen, ob sich Urin oder Stuhl ansammelt. Wenn ja, wechseln Sie sofort die Windel.

Sanftes Reinigen der Haut.

Der Baby-Po darf nicht mit aggressiven Seifen gereinigt werden! Wasser oder Baby-Öl sind völlig ausreichend. Geben Sie etwas Wasser oder Öl auf ein Pflegetuch oder eine Stoffwindel und wischen Sie damit den Po sauber. Trocknen Sie ihn danach vorsichtig mit einem weichen Handtuch gut, aber sehr behutsam ab. Wenn auch vorsichtiges Tupfen dem Kind noch sehr wehtut, hilft es, die Haut warm trocken zu föhnen.

Wundschutzpasten, -salbe.

Für die Zeit des Wundseins sollten Sie statt der normalen Babycreme besser zinkhaltige Salben wie Desitin® verwenden. Sie schützen die Haut vor allem nachts vor Feuchtigkeit und wirken beispielsweise durch Zink gleichzeitig entzündungshemmend.

Stillen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass der Stuhl von gestillten Babys u. a. einen niedrigeren pH-Wert hat als der von „Flaschenkindern“. Stillen bietet offenbar einen gewissen Schutz vor einem Windelausschlag. Falls Sie also daran denken sollten, Ihr Kind abzustillen: Warten Sie besser noch eine zeitlang mit dem ersten Zufüttern.

Komplementärmedizin

Kamillenbäder.

Kamile beschleunigt die Heilung der Haut. Für ein Bad oder Sitzbad mit Kamille gießen Sie 1 l Kamillentee in das Badewasser.

Salben.

Zur Basispflege bei Windeldermatitis hat sich Calendula-Heilsalbe bei jedem Windelwechsel bewährt (z. B. Weleda Calendula Babycreme®). In der Apotheke bekommen Sie auch eine Salbe mit Zinkanteil und Pflanzenextrakt. In diesen Salben sind Extrakte z. B. von Calendula, Eichenrinde, Hamamelis oder Kamille enthalten. Babypuder sind ungeeignet, da sie verklumpen und dann die Haut eher aufscheuern als pflegen.

Scharfgarbentee.

Die empfindliche Haut kann mit warmem Schafgarbentee gereinigt werden (1 Teelöffel mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen).

Muttermilch.

Geben Sie ein paar Tropfen Muttermilch auf die wunde Hautstelle; das soll die Hautreizung lindern.

Autoren

Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung der Sektionen „Beschreibung“, „Symptome und Beschwerden“, „Wann zum Kinderarzt“, „Die Erkrankung“, „Diagnosesicherung“, „Behandlung“ und „Ihr Apotheker empfiehlt“: Dagmar Fernholz | zuletzt geändert am 07.10.2019 um 10:09 Uhr

Roter Ausschlag
 Das hilft dem wunden Po

  • Oberste Devise bei wundem Po: unten ohne! Lassen Sie Ihr Baby jetzt möglichst oft halbnackt strampeln, denn Luft ist bei wunden Popos Heilmittel Nummer eins.
  • Muss die Windel irgendwann doch wieder dran, sollte sie spätestens nach zwei bis drei Stunden gewechselt werden. Klar, dass jetzt bei jedem Windelwechsel ganz besonderes Fingerspitzengefühl angesagt ist.
  • Gehen Sie schon bei der Reinigung sehr sanft zu Werke. Reiben ist tabu, es wird nur noch getupft, am besten mit lauwarmem, dünnem Kamillensud. Danach vorsichtig mit Papiertüchern trocknen.
  • Ein wunder Po braucht spezielle Pflege. Viele Hebammen schwören auf einige Tropfen Muttermilch (an der Luft antrocknen lassen). Oder: einen Wattebausch mit Johanniskraut-Rotöl tränken und vorsichtig auftupfen.
  • Cremes oder Salben mit Zink verwenden, denn das Spurenelement beschleunigt die Heilung.
  • Sie können den kleinen Po aber auch auf Tauchstation schicken. Ein lauwarmes Bad in Eichenrindensud wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern kurbelt auch den Heilungsprozess an.
  • Streichen Sie versuchsweise nacheinander die kritischen Lebensmittel vom Speiseplan.

Entzündete Halsfalte beim Baby

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Auch dem zweiten Baby bleibt es nicht erspart: eine Entzündung der Halsfalte. Zu viel Babyspeck, der am Hals eher störend als niedlich ist. Und ebenso bei Baby 2.0 bin ich verunsichert, welches Hausmittel oder Salbe ich anwenden kann, damit eine schnelle Heilung erfolgt.

Vorsichtsmaßnahmen bei Entzündungen der Halsfalte

Das Kind wird jeden Tag gewaschen – auch am Hals. Dafür benötigt man zwei elefantenstarke Erwachsene, denn der kleine Sohn kann seinen kurzen Speckhals sehr gut vor dem Waschlappen verstecken. Das führt leider auch dazu, dass sich dort vermehrt Spucke, Milch und Babyschweiß sammeln. Nach dem Spucken wird der Hals natürlich sofort sauber gemacht, vor den Entzündungen schützt das leider nicht. Pflegen, pflegen, pflegen!

Als die erste Entzündung auftrat, wuschen wir ihn nur noch mit klarem Wasser, tupften die Stelle vorsichtig ab und trockneten sie ausführlich. Im Internet las ich noch vom Trocknen mit dem Föhn, das habe ich jedoch noch nicht ausprobiert, da das sicher auch schnell schief gehen kann, wenn es zu heiß ist. Zudem lassen wir das Baby viel in Bauchlage strampeln, sodass der Hals gestreckt ist und Luft rankommt. Im Anschluss pappte ich Wundschutzcreme von Weleda auf die betroffene Stelle am Hals.

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Wenn es nicht besser wird – zum Kinderarzt

Die Kinderärztin sah sich das beim letzten Untersuchungstermin an und verschrieb uns Multilind-Heilsalbe (Affiliate-Link). Selbes Spiel folgte: Waschen, abtupfen und dann die Salbe 3 x täglich auftragen. Ich traute mich kaum, den Babyspeck hochzuheben, weil ihm das sicher auch wehtut. Aber eingeschmiert werden muss das trotzdem.

Nach ein paar Tagen trat auch Besserung ein. Mit der Salbe und dem Trocknen der Stelle waren wir gut beraten. Die Stelle ist fast geheilt. Heute habe ich eine weitere wunde Stelle an der anderen Seite gefunden. Anscheinend kann man nicht wirklich vorbeugen, der Speck siegt immer (gute Ausrede für Diätfaule, haha). Es hilft also nur waschen, trocknen, schmieren und warten, bis der Hals endlich wächst und der Speck sich woanders verteilt. Bald folgt das Problem vielleicht auch noch am Hand-Arm-Übergang. Speckärmchen, Hallo!

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Ich tausche übrigens jedes bespuckte Tuch sofort aus, um jede Feuchtigkeit, die zu weiteren Entzündungen führen könnte, von ihm zu entfernen. Wer günstige Spucktücher sucht, sollte mal bei IKEA in die Handtuchabteilung gehen. Dort gibt es welche mit dem Namen „Tekla“ für 19 Cent (2015) – nun sind es 49 Cent. Ich war leicht geschockt, als ich im Internet Preise von 1,50 € pro Spucktuch (!) fand und bin froh über meine Geschirrhandtuchlösung. Beim ersten Baby haben die vorhandenen Tücher ausgereicht, jetzt haben wir definiert ein Spuckbaby, besonders anfällig für Halsfalten-Entzündungen…

Wunde Hautfalten beim Baby kommen oft in den Sommermonaten vor. Aber auch Babys die viel Schwitzen oder stark speicheln haben oft wunde Hautfalten am Hals.

Am besten helft ihr eurem Baby indem ihr es nackig auf Mullwindeln legt und so viel Reibung und feuchte Nässe vermeidet.

Ganz typische Stellen für wunde Hautfalten beim Baby sind,

  • der Hals
  • in der Ellenbeuge
  • unter den Armen
  • in der Kniefalte
  • und in der Pofalte.

Babys schwitzen zwar nicht so wie Erwachsene, aber ein ganz typisches Bild ist zum Beispiel wenn ihr im Sommer euer Baby aus den Kinderwagen hebt und die Haare am Hinterkopf ganz nass sind. Weil manche Babys ein starken Speichelfluss haben, wird die Halspartie besonders stark beansprucht. Feuchte Hautfalten reizen und können rot werden. Aber auch unter den Armen haben Babys in den ersten Lebensmonaten oft Wunde Hautfalten. Das liegt daran, dass sie die Arme sehr selten über den Kopf heben und so die Haut da immer aufeinander liegt. Aufgrund dessen kann die Haut nicht so gut atmen.

Damit helft ihr eurem Baby

Ein sabberndes Baby am Hals trocken zu halten ist nicht gerade einfach. Aber ein gutes Hilfsmittel sind hier die Dreieckstücher die ihr ohne großartiges umziehen, mehrmals am Tag austauschen könnt. An Beinen, Armen und dem kleinen Babypopo hilft es der Haut besonders, wenn ihr sie auch mal nackig lasst. Wichtig ist auch das ihr auf starke Reibungen verzichtet. Das Babybad solltet ihr ohne Seife zubereiten und am besten auch kein Waschlappen benutzten. Manchmal sind die Hände der Mama oder des Papas viel weicher als ein Lappen und beanspruchen die Haut viel weniger. Allerdings ist es wichtig die Hautfalten einmal am Tag von den angesammelten Hautresten und den Schweiß zu säubern. Das geht am besten mit lauwarmen Wasser.

Welche Creme zum eincremen der Haut sollte am besten verwendet werden?

Natürlich kommt es immer auf die Hautbegebenheiten eures Babys an. Denn eine gereizte, feuchte Haut bedarf einer speziellen Pflege. Vielleicht ist es am besten wenn ihr die Creme vor dem ins Bett bringen an den Stellen auftragt, die besonders beansprucht sind. Damit sie auch einwirken kann. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Linola Salbe für Neurodermitis Haut gemacht. Aber Ihr solltet erst mit eurem Kinderarzt sprechen bevor ihr herum experimentiert.

Manchmal hilft schon etwas Puder oder eine gewöhnlich Wundschutz-creme wie Penaten.

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Armes Baby: Entzündete, wunde Halsfalte und trockene Haut

Armes Baby: Entzündete, wunde Halsfalte und trockene Haut

In den letzten Tagen ist vielleicht dem einen oder anderen aufgefallen, dass es hier weniger zu lesen gibt. Das lag zunächst am 12-Wochen-Schub, der zum Glück nur 3 Tage dauerte, dann am Besuch meiner Eltern am Wochenende, und schließlich in der Tatsache begründet, dass der Rubbelbatz in letzter Zeit wahnsinnig schwierig geworden ist. Man kann ihn nur sehr selten ablegen, ohne dass er sofort losweint, und ein paar Mal am Tag brüllt er los, ohne sich beruhigen zu lassen. Mindestens 5 Minuten wie am Spieß. Wir denken, dass es unter anderem auch an seiner äußerst trockenen Haut liegen kann, die uns derzeit wirklich Probleme bereitet.

Inhaltsverzeichnis

Armes Baby: Halsfalte wund und entzündet

Weil diese Entwicklung einhergeht mit einer anderen, vermuten wir einen Zusammenhang: seit letzter Woche hat sich seine Haut, die schon immer etwas problematisch war, extrem verschlechtert. Das heißt konkret hat er folgende Hautprobleme bzw. Symptome:

  • sehr trockene, wunde Hautstellen am Oberkörper und an den Knien
  • sehr starken Milchschorf am kompletten oberen Kopf
  • trockene Haut und rote Pickelchen am Rest des Kopfes und im Gesicht und an den Ohren
  • leichte Entzündungen hinter den Ohren und in den Halsfalten

Und das, obwohl wir seit Wochen mehrmals täglich die Haut- und Halsfalten unseres Babys säubern und versuchen, seine Haut feucht zu halten.

Hilft Tinktur und Heilwolle gegen wunde Halsfalte?

Bei unserer U4 bei der Kinderärztin war diese, genau wie wir, etwas besorgt darüber und hat uns verschiedene Rezepte ausgestellt. Seitdem cremen wir ihn täglich mindestens einmal mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflegelotion (ohne Wirkstoff) ein – die trockenen Stellen und Hautfalten mehrmals.

Außerdem haben wir eine lila Tinktur, die enorm stark lila färbt (und zwar ALLES, was ihr in die Quere kommt), um damit die entzündeten Halsfalten und wunden Stellen hinterm Ohr zu behandeln. Diese Tinktur hilft vor allem sehr gut bei nässenden, offen Wunden der Babyhaut. Wir können sagen, sie wirkt wirklich ziemlich gut, da sie die wunden Stellen und die entzündete Halsfalte trocken hält und beruhigt

Zusätzlich verwenden wir noch Heilwolle (reine Schafwolle), die durch das Lanolin (Fett) pflegt und gleichzeitig die wunden Halsfalten trocken hält. Das Problem damit ist, dass die häufig wieder rausfällt. Für die Stellen hinter den Ohren haben wir sie deshalb für eine Nacht mit Tape befestigt, am nächsten Tag war es schon um Welten besser. Auf Empfehlung der Apothekerin, die das Problem mit ihrer eigenen Tochter auch hatte, verwenden wir außerdem Bepanthen Antiseptische Wundcreme.

Keine Kuhmilchprodukte wegen Allergie-Gefahr

Außerdem soll ich, erst einmal für die nächsten zwei Wochen, keinerlei Kuhmilch-Produkte essen. Theoretisch könnte die trockene Haut meines Baby nämlich auch eine allergische Reaktion darauf sein. Dank meiner Histaminintoleranz und der Schwangerschaft bin ich es ja gewohnt, bestimmte Lebensmittel zu meiden…

Hoffentlich keine Neurodermitis

Um nichts unversucht zu lassen, waren wir heute außerdem in einer Kinderarztpraxis mit Schwerpunkt Homöpathie. In der Hoffnung, dass die sich mehr Zeit nehmen und noch irgendwas tun können. Nach fast 3 Stunden warten (!) waren wir endlich dran. Die Diagnose stand fest, noch bevor sie sich den Rubbelbatz überhaupt angekuckt hatte: Neurodermitis. Ein paar Tipps, von denen ich die meisten schon kannte, Zwei verschiedene Info-Flyer, ein feuchter Händedruck und weg war die Ärztin wieder.

Wenn ich wollte könnte ich ein homöopathisches Anamnese-Gespräch vereinbaren, das mit viel Glück die Krankenkasse zahlt. Das würde dann eine Stunde dauern. Ansonsten soll ich Histaminliberatoren meiden (dank meiner Histaminunverträglichkeit weiß ich, was das ist) und ihm keine Wolle oder Synthetik anziehen, lieber nur Baumwolle.

Ernüchtert wurschtelte ich den Rubbelbatz wieder ins Tragetuch und wir haben die Arztpraxis verlassen.

Was wir sonst noch versuchen

Zusätzlich haben wir uns natürlich auch selbst Gedanken gemacht, wie wir das vielleicht besser in den Griff bekommen können. Wir werden künftig noch auf Öko-Waschmittel von Ulrich Natürlich umsteigen und sicherheitshalber (immerhin sind die stärksten Symptome am Kopf) das Bett mit einem Milben-Überzug versehen, den wir ohnehin schon im Haus haben.

Ulrich natürlich Waschmittel flüssig 5 Liter* “ Aktueller Preis „* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten Zuletzt aktualisiert am 3. Februar 2020 um 10:24 . Ich weise darauf hin, dass die Links zu externen Online-Shops weiterleiten, damit Du den aktuellen Preis und Verfügbarkeit erfährst. Ich nutze dafür Affiliate-Links und markiere diese hier als WERBUNG / ANZEIGE.

Außerdem werden wir mit ihm eine Darm-Kur mit Symbioflor oder Omni Biotic Panda machen, immerhin hängen Haut und Darm sehr eng zusammen und ich selber konnte damit gute Erfahrungen sammeln.

Immer, wenn er weint die letzten Tage, vermuten wir, dass seine Haut ihn juckt. Das versteht er natürlich nicht, er kann sich ja noch nicht bewusst kratzen. Stattdessen fuchtelt er wie wild mit den Armen und reibt sich dann mit den Händen das Gesicht, das er zu einer entsprechenden Grimasse verzieht. Uns tut er total leid und wir würden so gerne noch mehr tun. Zum Glück lässt sich die Situation durch tragen und ablenken ganz gut meistern. Noch. Natürlich haben wir große Angst, dass es noch schlimmer werden könnte.

Wenn jemand Erfahrung mit ähnlichen Symptomen hat oder eine Idee, was das noch sein könnte – immer her damit!

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