Ausschabung nach fehlgeburt

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Die Curettage (Abrasio, Ausschabung)

Bei einer Fehlgeburt in den ersten Schwangerschaftswochen wird in der Regel der ganze Embryo mit der Plazenta ausgestossen. Die Ultraschalluntersuchung zeigt dann eine leere Gebärmutter, einen „vollständigen Abort“.

Ab der 9. Schwangerschaftswoche etwa verläuft ein Spontanabort nicht mehr ganz so unkompliziert. Die Plazenta haftet fester an der Innenwand der Gebärmutter. Es bleiben daher häufiger Reste des Mutterkuchens oder auch des Embryos im Uterus („unvollständiger Abort“). Das kann unmittelbar zu starken Blutungen führen, weil sich die Gebärmutterwand nicht gut zusammenziehen und rückbilden kann. Später können fieberhafte Infektionen, Vernarbungen, Wucherungen (Polypen) und schliesslich auch Unfruchtbarkeit resultieren. Nach einer natürlichen Geburt ist in manchen Fällen ebenfalls eine Gebärmutterausschabung nötig, wenn sich die Plazenta nicht vollständig von der Innenwand der Gebärmutterhöhle gelöst hat (Placenta accreta oder unvollständige Lösung).

Wie wird die Ausschabung durchgeführt?

Eine Curettage (Kürettage, Kürette) ist kein grosser Eingriff und wird heute meist ambulant in gynäkologischen Abteilungen von Spitälern oder in Frauenarztpraxen durchgeführt. Die Patientin muss dafür nüchtern sein, sechs bis acht Stunden vor der Operation darf sie nichts gegessen sowie keine Medikamente eingenommen haben. Mit einem löffelartigen Instrument wird das verbliebene Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter entfernt. Aus diesem Grunde nennt man den Eingriff im Volksmund auch Ausschabung oder Auskratzung – das klingt aber weit schlimmer als es wirklich ist. Die Curettage dauert nur wenige Minuten, wird aber meist unter Vollnarkose durchgeführt. Der äussere Genitalbereich wird gesäubert und steril abgedeckt. Ein Spekulum wird in die Scheide eingeführt und der Muttermund wird geweitet. Die eigentliche Gebärmutterausschabung wird mit einer Kürette ausgeführt. Mit diesem löffelartigen, scharfkantigen oder stumpfen Instrument kann der Arzt die Gebärmutterschleimhaut und weiteres Material aus dem Gebärmutterhals vorsichtig abtragen. Manchmal wird die Gebärmutterhöhle auch mittels einer Saugcurettage (Absaugung) geleert. Das Gewebe wird dann meist zur Untersuchung ins Labor geschickt. Nach der Ausschabung überprüft der Arzt per Ultraschall, ob das Gewebe vollständig abgetragen wurde. Oft wird eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) zur Kontrolle angeschlossen.

Was muss man danach beachten?

Erst wenn die Patientin ganz wach und ihr Kreislauf stabil ist, darf sie nach Hause gehen. Es ist ratsam, sich abholen zu lassen oder ein Taxi nach Hause zu nehmen. Körperliche Schonung für ein paar Tage sollte selbstverständlich sein. Auch die Gebärmutter muss sich nach dem Eingriff erholen, die Wunde muss abheilen und die natürliche Schleimhaut muss sich wieder aufbauen. Ziehende Schmerzen im Becken, leichte Blutungen und bräunlicher Ausfluss sind bis zwei Wochen nach dem Eingriff normal. Da der Muttermund sich erst langsam wieder schliesst, besteht die Gefahr, dass Keime in die Gebärmutter eindringen und Infektionen verursachen können. Deshalb sollten Frauen nach der Abrasio zwei bis drei Wochen lang auf Vollbäder, Saunagänge, Schwimmen, Tampons und auch Geschlechtsverkehr verzichten.

Bei starken Schmerzen, Blutungen und Temperaturerhöhung müssen Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin informieren. Diese Symptome können Anzeichen für eine Verletzung des Gebärmutterkörpers, Infektionen oder zurückgebliebenes Gewebe sein. Je nachdem muss entweder mit Medikamenten oder einer erneuten Ausschabung behandelt werden.

Nach mehrmaligen Curettagen kann es zu Verwachsungen oder Verklebungen am Muttermund und in der Gebärmutterhöhle kommen. Daher ist rund einige Wochen nach einer Kürettage eine Gebärmutterspiegelung sinnvoll, v.a. wenn Kinderwunsch besteht. Sind Verklebungen vorhanden, können diese im Rahmen der Hysteroskopie frühzeitig gelöst werden.

Sobald die nach einer Curettage normalen Blutungen aufgehört haben, beginnt ein neuer Monatszyklus, der durchaus auch schon einen Eisprung enthalten kann. Mit der nächsten Schwangerschaft sollte man sich jedoch Zeit lassen – die psychische Verarbeitung braucht einige Wochen. Solange wird empfohlen, ein wirksames Verhütungsmittel einzusetzen.

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Letzte Aktualisierung : 20-11-19, BH

Fehlgeburt mit Ausschabung

Ich war im ersten Anlauf schwanger geworden, es war meine erste Schwangerschaft. In der 7. SSW war ich bei der Frauenärztin. Man sah schon eine Fruchthöhle und einen Embryo. Beim Herzschlag war sie sich nicht ganz sicher, also bekam ich einen weiteren Termin zwei Wochen später. Bei diesem Termin war alles super, Baby gewachsen und bewegte sich ein wenig, Herz schlug, alles in Ordnung. Nächster Termin in vier Wochen. Nach zwei Wochen bekam ich so ein komisches Ziehen Höhe des Bauchnabels. Ich bin dann sicherheitshalber nochmal zum Arzt gegangen. Es war nur die Vertretungsärztin anwesend, die aber auch lieber nochmal schallte. Und meinte dann, „Oh, Sie haben da ein Myom, wussten Sie das?“ Nein, wusste ich nicht. „Das kann schon mal Schmerzen verursachen, nehmen Sie ruhig Schmerzmittel, das schadet nicht. Das Baby ist aber gut gewachsen, 22 mm hat es jetzt, 9 mm hatten Sie letztes Mal.“ Ich dachte nur, beim letzten Mal hat sie doch was von 20 mm gesagt, aber ich wusste es nicht mehr genau und bin erstmal halbwegs beruhigt nach Hause. Dort habe ich dann das Internet durchwühlt nach Myomen, erfuhr, dass sie wirklich sehr schmerzhaft sein können, aber nicht unbedingt schaden müssen. Auf Schmerzmittel habe ich verzichtet, so schlimm war der Schmerz nicht. Mit mehr oder weniger Stechen Höhe des Bauchnabels vergingen die nächsten zwei Wochen. Ich war frohen Mutes, die magische 12. SSW war um, mir war nicht mehr schlecht und ich fühlte mich wohl, das Stechen ließ nach.
Beim nächsten Termin nahm ich meinen Mann mit, damit er auch mal was sieht. Als die Frauenärztin das Ultraschallgerät ansetzte, ahnte ich schon das Elend. Das Baby war noch genauso groß wie beim letzten Mal. Die Frauenärztin guckte von allen Seiten und sagte dann sehr mitfühlend, dass sie leider kein Herz mehr schlagen sieht. Etwas gewachsen sei es noch, 24 mm. Aber es lebte nicht mehr.
Ich habe nur gedacht, „Scheiße, nun ist es uns doch auch passiert“. Zum Glück war mein Mann bei mir. Weinen konnte ich nicht, der Schock saß zu tief. Die Frauenärztin erklärte mir dann noch, dass ich ins Krankenhaus müsse zur Ausschabung. „Sonst bekommen Sie Schmerzen und starke Blutungen.“ Die Arzthelferin fragte, ob ich selbst im Krankenhaus anrufen möchte oder ob sie das tun soll. Ich habe sie anrufen lassen. Danach sind wir nach Hause gefahren und ich habe meine Tasche gepackt. Dann sind wir ins Krankenhaus. Über einige Umwege kam ich dort zur Untersuchung auf die gynäkologische Station. Die Frauenärztin dort war ebenfalls sehr mitfühlend, hat auch nochmal geguckt und das Untersuchungsergebnis meiner Frauenärztin bestätigt. Nach einigem Hin und Her hat sie beschlossen, da ich ja keine Blutungen hatte, dass sie die Ausschabung auch ambulant vornehmen kann. Auf meine vorsichtige Frage, ob das denn weh tut, sagte sie „Nein, Sie bekommen eine Vollnarkose“. Irgendwie war ich dann doch ganz beruhigt. Ich hätte nicht mitbekommen wollen, wie das tote Kind aus mir herausgeholt wird. Sie sagte mir noch, dass sie das zwar routinemäßig einschicken, aber dabei meist keine Ursache gefunden wird. Außerdem erwähnte sie, dass es bei der OP vorkommen kann, dass sie versehentlich durch das weiche Gewebe in den Bauchraum durchstechen. Dabei passiere zwar meistens nichts, weil sich die Gebärmutter ja wieder zusammenzieht. Trotzdem müssten sie dann eine Bauchspiegelung machen um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist.
Als Nächstes musste ich zum Anästhesisten, noch diverse Formulare ausfüllen und durfte dann erstmal nach Hause, wo wir irgendwann am späten Nachmittag wieder ankamen. Wie ich den Abend und die Nacht verbracht habe, weiß ich nicht mehr genau.
Morgens hat mich mein Mann, der zum Glück Urlaub hatte, wieder ins Krankenhaus gebracht. Dort bekam ich so ein tolles OP-Hemd und Thrombosestrümpfe zum Anziehen und musste mit den anderen ambulanten OP-Anwärtern warten. Irgendwann bat mich die Schwester leise zur Seite und gab mir eine Vaginaltablette, die ich einführen sollte. Ich vermute, die war dazu da, den Muttermund weich zu machen. Sie sagte noch, es könne sein, dass ich Bauchschmerzen bekomme, dann solle ich bitte Bescheid sagen. Bei mir stellte sich aber nur ein leichtes Ziehen ein, so wie leichter Menstruationsschmerz. Blutungen hatte ich keine. Ich bekam noch eine weitere Tablette zum Schlucken, vermutlich ein Beruhigungsmittel. Jedenfalls wurde ich ziemlich müde und bin glaube ich sogar noch eine halbe Stunde eingeschlafen. Nach und nach wurden alle anderen Patienten abgeholt, nur ich musste immer noch warten. So gegen 10 Uhr war ich dann auch dran. Über mehrere Ebenen wurde ich in den OP gefahren, der sich in meiner Erinnerung irgendwo im Innersten des Krankenhauses befand, ohne jegliche Fenster. Ich habe immer nur gehofft, dass sie mich nicht verwechseln und mir nachher sonstwas fehlt. Das Ganze hatte sehr etwas von Massenabfertigung. Einen Moment lang wurde ich in einem OP abgestellt und mir wurde gesagt, es gehe gleich weiter, mein OP sei noch nicht frei. In diesem letzten Moment der Ruhe habe ich mich von meinem Kind verabschiedet.
Kurz darauf ging es auch schon weiter. Meine Anästhesistin stellte sich vor, sagte mir, sie passe gut auf mich auf und dann begannen sie auch schon, mir das Narkosemittel einzuleiten. Das Letzte, woran ich mich erinnere, ist „Ihnen wird jetzt etwas schwummerig“. Als Nächstes weiß ich wieder, dass ich im Aufwachraum von der Schwester begrüßt wurde, sie mir sagte, „schlafen Sie ruhig noch etwas“ und ich wieder in den Warteraum geschoben wurde. Ich blieb aber wach (es war so ca. 12 Uhr) und musste auf’s Klo. Die Schwester meinte „bevor Sie aufstehen, müssen Sie erst was essen. Aber ich bringe Ihnen gerne eine Pfanne.“ Ich habe dann beschlossen, abzuwarten, habe eine halbe Stunde später anstandshalber ein halbes Brötchen gegessen und durfte dann auf’s Klo. Ich hatte eine Einlage und eine Netzunterhose an, die Einlage war sehr blutig. Schmerzen hatte ich nicht, nur so ein Gefühl der Leere. Ich wusste, die Schwangerschaft ist jetzt vorbei.
Ich musste dann noch warten, bis die Ärztin kam um mit mir die OP zu besprechen. Sie kam erst so gegen 15 Uhr und sagte mir, die OP sei gut verlaufen. Daraus schloss ich dann, dass sie nicht durchgestochen hatten und dass alles in Ordnung war. Ich habe dann meinen Mann angerufen, damit er mich abholt. Den Rest des Tages habe ich ruhig verbracht.
Die Blutungen waren menstruationsstark und hielten etwa zwei Wochen an, wobei in der zweiten Woche nur noch abends etwas mehr kam. Tagsüber reichte eigentlich eine Slipeinlage aus, genervt hat mich, dass ich nie sicher sein konnte, wieviel nun noch kommt. Bei der Nachuntersuchung war alles in Ordnung, keine Reste mehr vorhanden. Meine Menstruation kam am 31. Tag nach der Ausschabung, also ein etwas verlängerter Zyklus, der allerdings bereits wieder einen Eisprung enthielt.
In der Woche nach der Ausschabung bekam ich dann auch etliche Heulkrämpfe. Insgesamt hat es ca. 3 Monate gedauert, bis ich einigermaßen drüber weg war. In diesen 3 Monaten hatte ich auch noch keine Lust, wieder schwanger zu werden. Außerdem meinte meine Frauenärztin, es sei besser, das Myom zu entfernen und schickte mich nochmal in eine Klinik, die auf sowas spezialisiert ist. Der Arzt dort befand allerdings, dass das Myom eigentlich keine Ursache für die Fehlgeburt gewesen sein konnte und meinte, er würde es nochmal mit Myom versuchen. Das Teil sitzt in der Hinterwand und ist nicht so leicht zu entfernen. Ambulant geht das schonmal gar nicht. Und da ich überhaupt keine Lust auf eine OP hatte und das Myom ansonsten total unauffällig ist, habe ich beschlossen, dass es erstmal bleibt wo es ist.
Nach 3 weiteren Monaten „üben“ war ich dann wieder schwanger und hatte eine komplikationslose Schwangerschaft. Mein Sohn ist jetzt 9 Monate alt und gesund und munter. Allerdings konnte ich die Schwangerschaft erst einigermaßen genießen, nachdem ich Kindsbewegungen gespürt habe. Vorher hatte ich immer Sorgen, ob das Kind noch lebt. Noch beruhigter war ich, als ich die 24. SSW erreicht hatte und das Kind somit lebensfähig war. Jede weitere Woche ließ mich mehr Zutrauen gewinnen. Mit Beginn des Mutterschutzes war ich dann auch endlich wirklich überzeugt, dass ich ein gesundes Kind bekommen würde. Mein Kleiner hat es auch tatsächlich bis ET-3 in mir ausgehalten. Und nach einem halben Jahr Vollstillen sind nun auch die letzten Zweifel, ob mein Körper in der Lage ist, ein Kind zu ernähren, beseitigt.

Ausschabung (Abrasio) nach Fehlgeburt

Nach einer Fehlgeburt können so noch vorhandene Teile von Mutterkuchen (Plazenta) und Embryo entfernt werden. Eine Ausschabung wird außerdem noch bei Krebserkrankungen durchgeführt oder wenn Gewebeproben zu diagnostischen Zwecken benötigt werden. Sie dauert in der Regel etwa eine Viertelstunde und findet unter Vollnarkose statt. Nach dem Eingriff ist für einige Tage körperliche Schonung empfehlenswert.

  • Was wird bei einer Ausschabung gemacht?
  • Ist eine Ausschabung nach einer Fehlgeburt immer notwendig?
  • Wird die Ausschabung nach einer Fehlgeburt auch ambulant durchgeführt?
  • Wie ist der Ablauf einer Ausschabung nach einer Fehlgeburt?
  • Kann man sich wegen der Ausschabung nach einer Fehlgeburt auch krankschreiben lassen?
  • Nach der Ausschabung nach Fehlgeburt: Schonung und leichte Schmerzen
  • Wann wieder schwanger werden?
  • Wann wird eine Ausschabung sonst noch empfohlen?
  • Welche Komplikationen kann eine Ausschabung mit sich bringen?

Was wird bei einer Ausschabung gemacht?

Bei der Ausschabung wird Gewebe aus der Gebärmutter entnommen. Nach einer Fehlgeburt befinden sich häufig noch Teile von Plazenta und Embryo in der Gebärmutter. Da dieses Gewebe sich in der Gebärmutter entzünden zu gefährlichen Infektionen führen kann, wird nach einer Fehlgeburt in der Regel eine Ausschabung durchgeführt, wenn kein vollständiger Abgang erfolgt ist. Dabei wird das Gewebe mit Hilfe spezieller Instrumente aus der Gebärmutter entfernt. Die Ausschabung erfolgt unter Vollnarkose und häufig ambulant.

Ist eine Ausschabung nach einer Fehlgeburt immer notwendig?

Nicht immer ist eine Ausschabung nach einer Fehlgeburt erforderlich. Grundsätzlich gilt: Wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, kann man zunächst abwarten, ob der Körper in den Tagen nach der Fehlgeburt das verbliebene Gewebe von allein ausstößt. Jede Frau hat also die Wahl, ob sie warten oder gleich eine Ausschabung vornehmen lassen möchte.

Manche Frauen wollen sich in der Zeit bis zum Abgang des letzten Gewebes von ihrer Schwangerschaft und ihrem ungeborenen Kind verabschieden. Eine Ausschabung erscheint ihnen trotz Fehlgeburt als zu abrupt und „kalt“. Auch das Spüren der körperlichen (Rück-)Veränderung kann dabei helfen, den Verlust besser zu verarbeiten und sich damit auseinandersetzen zu können. Andere Frauen wollen nicht länger an ihre nicht mehr bestehende Schwangerschaft erinnert werden und befürworten daher eine Ausschabung nach ihrer Fehlgeburt.

Vor allem bei frühen Abgängen in den ersten Schwangerschaftswochen (im ersten Schwangerschaftsdrittel), beispielsweise durch ein Windei , ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Embryo und Mutterkuchen mit einer starken Blutung komplett ausgestoßen werden. Manchmal wissen die Frauen zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts von ihrer Schwangerschaft und nehmen die Fehlgeburt als starke Menstruationsblutung wahr.

Stößt der Körper das verbliebene Gewebe nach einer Fehlgeburt nicht von vollständig allein ab, ist eine Ausschabung auf jeden Fall notwendig. Die Gewebereste in der Gebärmutter können sich sonst entzünden und zu gefährlichen Infektionen führen.

Wird die Ausschabung nach einer Fehlgeburt auch ambulant durchgeführt?

In den meisten Fällen kann die Ausschabung nach einer Fehlgeburt ambulant erfolgen. Viele Frauen ziehen nach einer Fehlgeburt eine ambulant durchgeführte Ausschabung vor, da sie sich zu Hause in der vertrauten Umgebung erholen und nicht noch in der Klinik bleiben möchten.

Viele gynäkologische Praxen und Kliniken führen Ausschabungen durch. Für den Eingriff erhält man eine Vollnarkose und muss daher noch einige Stunden in der Praxis oder Klinik zur Beobachtung verbringen. Treten keine Komplikationen auf, geht es in der Regel abends wieder nach Hause. Am Tag des Eingriffs darf man allerdings kein Auto mehr fahren und sollte sich noch schonen.

Wie ist der Ablauf einer Ausschabung nach einer Fehlgeburt?

Die Ausschabung nach einer Fehlgeburt ist ein kurzer Eingriff, der unter Vollnarkose und häufig ambulant vorgenommen wird. Nach ausführlicher Desinfektion des Genitalbereichs führt der Gynäkologe ein trichterartiges Instrument (Spekulum) in die Scheide ein. Nun kann er den Muttermund sehen, den er mit Instrumenten festhält, um ihn behutsam zu weiten. Dann kommt die Kürette zum Einsatz, ein löffelartiges Instrument mit mehr oder weniger scharfen Rändern. Mit ihr führt der Gynäkologe die Ausschabung durch. Er schabt die oberflächliche Gebärmutterschleimhaut und noch weitere vorhandene Gewebereste ab.

Auch dies soll möglichst vorsichtig geschehen, um Komplikationen wie Verletzungen der Gebärmutter zu vermeiden. Das entnommene Gewebe kommt anschließend zur Untersuchung in ein Labor. Hier kann die Ursache für die Fehlgeburt festgestellt werden. Bei einer Ausschabung aus diagnostischen Gründen wird das entfernte Gewebe im Labor histologisch untersucht.

Bei der Saugkürettage kommt statt der schaubenden Kürette ein Sauger zum Einsatz, mit dem das Gewebe aus der Gebärmutter abgesaugt wird.

Kann man sich wegen der Ausschabung nach einer Fehlgeburt krankschreiben lassen?

Normalerweise wird der Arzt wegen der Ausschabung eine Krankschreibung für einige Tage ausstellen. Nach einer Fehlgeburt fühlen sich viele Frauen zunächst ohnehin nicht in der Lage, wieder ganz normal zu arbeiten. In diesem Fall sollte man mit dem Arzt über eine längere Krankschreibung sprechen. Jede Frau geht mit einer Fehlgeburt anders um. Einigen hilft die Ablenkung durch ihren Beruf, andere können noch nicht sofort wieder in den Alltag zurückkehren.

Nach der Ausschabung nach Fehlgeburt: Schonung und leichte Schmerzen

Drei bis fünf Tage Blutungen und bis zu vierzehn Tage bräunlicher Ausfluss sind nach einer Ausschabung normal. Die Blutungen sind meist wesentlich geringer als nach einer Fehlgeburt ohne Ausschabung mit komplettem, natürlichem Abgang.

In diesem Zeitraum sind manchmal Schmerzen möglich, die einem Menstruationsschmerz ähnlich sind. Die Stärke der Schmerzen ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Treten in den Tagen nach der Ausschabung starke Schmerzen auf, ist es ratsam, sich noch einmal ärztlich untersuchen zu lassen.

In den ersten zwei bis drei Wochen nach einer Ausschabung sollte auf Baden, Schwimmen, Sauna und Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Durch den noch leicht gedehnten Muttermund kann es in dieser Zeit leichter zu Infektionen kommen. Auch auf Tampons sollte in dieser Zeit verzichtet werden.

Wann wieder schwanger werden?

Eine (erneute) Schwangerschaft nach der Ausschabung wegen einer Fehlgeburt wird oft erst nach drei Monaten empfohlen, viele Gynäkologen schränken die Frau heute in dieser Hinsicht jedoch nicht mehr ein. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass sich eine Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt schneller einstellt, wenn keine Ausschabung durchgeführt wurde.

Wann wird eine Ausschabung sonst noch empfohlen?

Diagnostische Gründe sprechen am häufigsten für eine Ausschabung. Bei Blutungsstörungen, auch bei übermäßigen Blutungen in den Wechseljahren, oder bei Verdacht auf eine Krebserkrankung wird eine Ausschabung diagnostisch durchgeführt. In den meisten Fällen stecken jedoch harmlose Ursachen hinter den Beschwerden. Desweiteren wird eine Ausschabung bei einem Schwangerschaftsabbruch durchgeführt.

Welche Komplikationen kann eine Ausschabung mit sich bringen?

Eine Ausschabung ist für Gynäkologen ein Routineeingriff. Trotzdem kann es bei einer Ausschabung manchmal durch das scharfkantige Werkzeug zu Verletzungen der Gebärmutter kommen. Auch die Narkose birgt gewisse Risiken, die aber zuvor mit einem Anästhesisten abgeklärt werden. Außerdem kann es in seltenen Fällen zu einer Thrombophilie: Blutgerinnung aus dem Gleichgewicht oder Infektionen kommen.

Ausschabung nach einer Fehlgeburt?

Diagnose Fehlgeburt: für betroffene Eltern ist sie ein Alptraum, für viele Ärzte leider traurige Routine. Entsprechend nüchtern fällt oft ihre Aufklärung über das weitere medizinische Vorgehen nach der Fehlgeburt aus. Nahezu standardmäßig wird in vielen Fällen ein Termin zur Ausschabung der Gebärmutter vereinbart. Doch diese ist – insbesondere in der Frühschwangerschaft – nicht immer unbedingt erforderlich.

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Was passiert bei einer Ausschabung nach einer Fehlgeburt?

Bei einer Ausschabung nach einer Fehlgeburt handelt es sich um einen kurzen operativen Eingriff, bei dem Reste des Embryos und des Mutterkuchens aus Deiner Gebärmutter entfernt werden. Somit sollen Infektionen und länger anhaltende Blutungen vermieden werden. Der Eingriff findet in der Regel ambulant und unter Vollnarkose statt. Dabei dehnt der Arzt zunächst Deinen Muttermund auf, um zur Gebärmutter zu gelangen und dort die verbliebenen Schwangerschaftsreste auszuschaben. Zur Ausschabung selbst verwendet er ein löffelartiges Instrument, das scharf oder stumpf sein kann. Bei Einsatz eines scharfen Löffels wird der Eingriff Abrasio genannt. Wird ein stumpfer Löffel verwendet, spricht man von einer Kürettage. Bei einer Saugkürettage wird die Ausschabung mithilfe eines elektrischen Absauggerätes durchgeführt. Durch Untersuchung des entnommenen Gewebes kann unter Umständen die Ursache für die Fehlgeburt festgestellt werden. Da eine solche Untersuchung jedoch sehr aufwändig ist, geschieht dies in der Regel nur, wenn Du bereits mehrere Fehlgeburten erlitten hast. Weitere Informationen zu den Ursachen für eine Fehlgeburt kannst Du auch unserem Artikel „Fehlgeburt: Wenn die Schwangerschaft frühzeitig endet“ erfahren.

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Nach Ausschabung Ruhe und Schonung

Nach einer Ausschabung solltest Du Dich auf jeden Fall schonen und nicht arbeiten oder Dich anderweitig körperlich betätigen. Leichte Blutungen in den nächsten Tagen sind normal und kein Grund zur Sorge. Sollten die Blutungen jedoch stärker werden, und Du zudem Fieber und Schmerzen bekommen, suche umgehend Deinen Arzt auf. In ganz seltenen Fällen kann bei einer Ausschabung die Gebärmutterwand verletzt werden. Auch wenn solche Verletzungen normalerweise ohne Komplikationen wieder verheilen, solltest Du den Heilungsverlauf kontrollieren lassen.

Ausschabung nicht immer nötig

Ob eine Ausschabung nach einer Fehlgeburt medizinisch erforderlich ist, hängt in erster Linie vom Stadium Deiner Schwangerschaft und der Form der Fehlgeburt ab. Besonders nach einer Fehlgeburt in den ersten sechs bis acht Schwangerschaftswochen sind die Chancen groß, dass die Schwangerschaftsfrucht mit einer starken Blutung innerhalb weniger Wochen komplett von alleine ausgestoßen wird. Oft ist es auch so, dass eine Frau bei einer Fehlgeburt in den ersten Wochen noch überhaupt nichts von ihrer Schwangerschaft weiß und die beschriebene Blutung, bei der man auch von einer „natürlichen Fehlgeburt“ spricht, mit ihrer Monatsblutung verwechselt.

Wurde die Schwangerschaft allerdings schon festgestellt, raten viele Ärzte nach einer Fehlgeburt zu einer Ausschabung, um Komplikationen zu vermeiden und die Schwangerschaft schnellstmöglich zu beenden. Die bewusste Entscheidung für oder gegen eine Ausschabung ist sehr individuell: Manche Frauen möchten in Ruhe Abschied von ihrer Schwangerschaft und ihrem ungeborenen Kind nehmen und ziehen somit eine „natürliche Fehlgeburt“ vor. Für sie ist dieser Schritt wichtig zur Verarbeitung und Bewältigung ihrer Trauer. Andere Frauen hingegen ertragen den Gedanken nicht, ihre Schwangerschaft bis zum Einsetzen der Blutung fortzuführen und möchten sich schnellstmöglich einer Ausschabung unterziehen.

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Wann ist eine Ausschabung unvermeidlich?

Auch wenn eine Ausschabung durch das Abwarten auf eine „natürliche Fehlgeburt“ umgangen werden kann, ist sie nicht grundsätzlich vermeidbar. Bei Vorliegen oder Eintreten der folgenden Umstände, ist eine Ausschabung notwendig:

Wann ist eine Ausschabung unumgänglich?

  • Nach einer Fehlgeburt in der achten bis zwölften Woche bleiben auch nach einer „natürlichen Fehlgeburt“ oft noch Reste des Mutterkuchens in der Gebärmutter zurück. Diese sollten auf jeden Fall entfernt werden, da sie einer erneuten Schwangerschaft entgegen stehen können.
  • Nach einer „natürlichen Fehlgeburt“ kontrolliert Dein Arzt die Werte des Schwangerschaftshormons humanes Choriongonadotropin (hCG), das für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist. Sinkt der Wert auch nach einer „natürlichen Fehlgeburt“ nicht deutlich ab, ist eine Ausschabung unumgänglich.
  • Auch bei einer sogenannten Blasenmole muss eine Ausschabung vorgenommen werden. Von einer Blasenmole spricht man, wenn das Ei zwar befruchtet wurde, sich jedoch kein Embryo entwickelt hat. Mehr zu den unterschiedlichen Formen der Fehlgeburt kannst Du in unserem Beitrag „Abort: Formen und Unterschiede einer Fehlgeburt“ erfahren.
  • Wenn die Blutung nach einer „natürlichen Fehlgeburt“ länger als eine Woche anhält und mit starken Schmerzen verbunden ist, ist eine Ausschabung oft nicht zu vermeiden.
  • Wenn nach der zwölften Schwangerschaftswoche keine Herzaktivität mehr bei Deinem Ungeborenen festgestellt werden kann, ist es oftmals erforderlich, eine Geburt mit wehenfördernden Mitteln einzuleiten und durch eine Ausschabung abzuschließen.

Was kann nach Ausschabung und Fehlgeburt noch passieren?

Sollte bei Dir das Blutgruppenmerkmal „Rhesus negativ“, bei Deinem Partner hingegen „Rhesus positiv“ vorliegen, erhältst Du nach einer Fehlgeburt eine sogenannte Anti-D-Immunglobulin-Spritze. Diese Rhesusprophylaxe soll verhindern, dass im Hinblick auf eine erneute Schwangerschaft Komplikationen aufgrund einer Rhesus-Inkompatibilität von Mutter und Kind auftreten. Die Spritze wird bei Bedarf auch bei einer normal verlaufenden Erstschwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt verabreicht. In unserem Artikel „Rhesusunverträglichkeit: Ursachen und Folgen“ kannst Du mehr dazu erfahren.

Hebammenhilfe während oder nach einer Fehlgeburt

Während oder nach einer Fehlgeburt kannst Du auch die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen. Die Kosten für die sogenannte Hebammenhilfe werden von den Krankenkassen übernommen. Eine Hebamme kann Dir gegebenenfalls bei der Entscheidung behilflich sein, ob Du eine „natürliche Fehlgeburt“ abwarten möchtest oder eine Ausschabung vornehmen lässt. Zudem kann Dir eine Hebamme – neben der Beobachtung der Rückbildungsvorgänge nach der Fehlgeburt – vor allem seelische Unterstützung in Form von Gesprächen und Trauerberatung bieten. Das ist nach einem so schweren Schicksalsschlag wie einer Fehlgeburt besonders wichtig. In unserem Artikel „Trauer nach einer Fehlgeburt“ findest Du weitere hilfreiche Informationen zur Trauerbewältigung und zur Wichtigkeit der Verarbeitung.

Eine Ausschabung nach einer Fehlgeburt ist also nicht zwangsläufig notwendig. Wenn Du die Möglichkeit hast und es Dir bei der Verarbeitung Deiner Trauer hilft, kannst Du auch Abwarten, bis Deine Schwangerschaft auf natürlichem Wege endet. Einer neuen Schwangerschaft steht rein körperlich meist nichts im Wege. So ist es auch in der Regel schon vier bis acht Wochen nach einer Fehlgeburt möglich, wieder schwanger zu werden. Wichtig ist, dass Du vor einer erneuten Schwangerschaft die Trauer über den schmerzlichen Verlust verarbeitet hast und entsprechend auch auf Verhütung achtest. Nimm Dir die Zeit die Du brauchst, um neuen Mut zu fassen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Ausschabung nach Fehlgeburt: Notwendig oder überflüssig?

Nach einer Fehlgeburt wird häufig eine Ausschabung der Gebärmutter vorgenommen. Was sind die Gründe und muss die Prozedur wirklich sein?

Eine Fehlgeburt zu erleben, ist oft traumatisch. Die nachfolgende Ausschabung empfinden nicht wenige Frauen jedoch als zusätzlichen Schock. Sie fragen sich, ob man der Natur nicht einfach ihren Lauf lassen könnte. Was spricht für eine Ausschabung und warum sieht man dieses Thema in manchen Ländern anders?

Ausschabung nach Fehlgeburt: in Deutschland ein häufig vorgenommener Eingriff.

Ausschabung nach Fehlgeburt: Was passiert da eigentlich?

Bei einer regulären Geburt löst sich die komplette Plazenta aus der Gebärmutter und wird nach dem Baby ausgeschieden. Bei einer Fehlgeburt oder Totgeburt ist das jedoch meist anders. Bei der Ausschabung, auch Kürettage oder Curetage genannt, wird die Schleimhaut der Gebärmutter mit einem scharfen Instrument abgetragen, um alle Überreste zu entfernen. Die kleine Operation kann bei örtlicher Betäubung, auf Wunsch jedoch auch unter Vollnarkose durchgeführt werden.

Eine Ausschabung wird meist in der gynäkologischen Abteilung eines Krankenhauses oder in einer gynäkologischen Praxis, die solche Eingriffe vornehmen kann, durchgeführt. Vor der OP wird oft der Muttermund geweitet; dafür wird das Medikament Misoprostol verabreicht, entweder vaginal oder in Tablettenform. Der eigentliche Eingriff dauert nur zehn bis fünfzehn Minuten.

Nach einer Ausschabung sollte man mindestens einen Ruhetag einplanen, allerdings können körperliche Schwäche, Unwohlsein und psychische Folgen sehr viel länger anhalten. Es können Unterbauchkrämpfe auftreten; weitere mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen sind Entzündungen, leichte Blutungen und Ausfluss. Bei starken Blutungen, Fieber, übelriechendem Ausfluss oder länger als zwei Tagen anhaltenden Krämpfen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Fehlgeburt und andere Gründe für eine Ausschabung

Eine Fehlgeburt ist nicht der einzige Grund, warum Ärzte zu einer Ausschabung raten; sie wird zum Beispiel auch zu Diagnosezwecken durchgeführt. Andere Gründe sind:

  • Nach der Geburt, falls sich die Plazenta nicht vollständig abgelöst hat

  • Zur Entfernung von Polypen in Gebärmutter oder Gebärmutterhals oder von Blasenmolen (Tumor, der sich nach Einnistung einer fehlerhaft befruchteten Eizelle bilden kann)

  • Bei unklaren Blutungen (extrem starke Regelblutung, Zwischenblutung, Blutungen nach der Menopause)

  • Zur Diagnose von Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs

  • Zur Beendigung einer Schwangerschaft (Abtreibung)

Warum raten Ärzte zur Ausschabung nach Fehlgeburt?

Oft wird zu einer Ausschabung geraten, um eine Infektion oder Sepsis (Blutvergiftung) zu verhindern. Außerdem nutzt man diese Gelegenheit, um das abgetragene Gewebe zu untersuchen – gibt es bösartige Zellen oder bislang unbekannte Gründe für eine Fehlgeburt?

Während die Ausschabung nach Fehlgeburt in Deutschland sehr häufig durchgeführt wird, selbst wenn die Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft auftritt, sieht man in manch anderem Land weniger Handlungsbedarf. In Frankreich wird in der Regel erst einmal gewartet und beobachtet, wie sich die Gebärmutter der Frau nach einer Fehlgeburt entwickelt und ob wirklich Handlungsbedarf besteht.

In Großbritannien empfiehlt der staatliche Gesundheitsdienst NHS, zunächst ein bis zwei Wochen zu warten. Hat sich das Gewebe dann noch nicht von alleine gelöst, wird medikamentös nachgeholfen. Eine Ausschabung wäre erst die dritte Option, wenn alles andere nicht funktioniert hat.

Beeinträchtigt eine Ausschabung die Chancen auf eine erneute Schwangerschaft?

Experten und betroffene Laien diskutieren diese Frage seit vielen Jahren. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen wie diese US-Studie deuten darauf hin, dass die Aussichten, nach einer Ausschabung nach Fehlgeburt erneut schwanger zu werden, sich nicht verschlechtern.

Falls du Zweifel hast, wenn dein Arzt oder deine Ärztin zu einer Ausschabung nach Fehlgeburt rät, frage jedoch ruhig nach, ob dies in deinem Fall unbedingt nötig ist oder ob man erst einmal abwarten kann.

Ausschabung

Was ist eine Ausschabung?

Die Gebärmutter (Uterus) hat etwa die Größe einer Birne und ist von einer dicken Muskelwand umgeben. In ihrem Inneren befindet sich eine Höhle, die mit Schleimhaut ausgekleidet ist. Während der Menstruation wird diese Schleimhaut abgestoßen und mit der Menstruationsblutung ausgeschieden. Anschließend wird sie erneut aufgebaut und, sofern keine Schwangerschaft eintritt, mit der darauffolgenden Menstruation wieder ausgeschieden.

Bei einer Ausschabung (Abrasio) der Gebärmutter führt die Ärztin ein dünnes, scharfes Instrument oder einen Absaug-Katheter in die Gebärmutterhöhle ein, um Schleimhaut für eine Gewebeprobe zu gewinnen. Es handelt sich um einen sehr sicheren Routineeingriff. Eine Ausschabung kann wahlweise ambulant oder stationär erfolgen. Meistens handelt es sich um eine diagnostische Untersuchungsmethode, in einigen Fällen erfolgt sie aber auch als therapeutische Maßnahme. Eine Ausschabung kann starke Menstruationsblutungen für einen begrenzten Zeitraum (zwei bis sechs Monate) lindern, nicht aber dauerhaft beheben.

Sie kann als alleinige Maßnahme oder gemeinsam mit einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) erfolgen. Dabei untersucht der Arzt im Rahmen der Ausschabung die Gebärmutterhöhle mit einem Endoskop auf z. B. Polypen oder Myome, die direkt im Anschluss entfernt werden können. Ausschabungen werden nicht mehr ganz so häufig durchgeführt wie früher, da inzwischen unkompliziertere diagnostische Untersuchungsmethoden existieren. Eine Mini-Hysteroskopie zu diagnostischen Zwecken kann direkt während der gynäkologischen Untersuchung vorgenommen werden. Die Dicke der Schleimhaut lässt sich mittels Ultraschall bestimmen. Zur Regulierung von Blutungsstörungen kann, vor allem während der Wechseljahre, auch eine Hormontherapie erfolgen.

Wann wird eine Ausschabung vorgenommen?

Unregelmäßige Blutungen: Einige Frauen leiden unter unregelmäßigen Blutungen, z. B. Schmierblutungen mitten im Menstruationszyklus. Dauern die Schmierblutungen außerhalb der regulären Menstruation an, empfiehlt es sich, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Starke Blutungen: Anhaltende und starke Blutungenund jegliche Blutungen während der Wechseljahre oder danach können auf eine ernstzunehmende Erkrankung hinweisen und sollten daher stets abgeklärt werden, auch wenn dies nicht unbedingt sofort erfolgen muss. Selten besteht akuter Handlungsbedarf.

Gebärmuttermyome und Polypen: Myome und Polypen in der Gebärmutter kommen recht häufig vor, etwa 20 % aller Frauen sind betroffen. Es handelt sich um gutartige Wucherungen in oder auf der Gebärmutter. Die Symptomatik ähnelt mitunter stark den Beschwerden bei ernsthafteren Blutungsursachen. Daher kann eine genauere Untersuchung sinnvoll sein.

Endometriumkarzinom: Ein eventueller Krebstumor in der Gebärmutter sollte so früh wie möglich ausgeschlossen oder diagnostiziert werden.

Therapeutische Ausschabung: Als therapeutische Maßnahme kommt eine Ausschabung vor allem dann infrage, wenn die Ursache für die Blutungsstörungen bekannt ist. Sie kann nach einer Fehlgeburt oder einer Entbindung notwendig sein, wenn Teile der Fruchtblase oder des Mutterkuchens nicht abgestoßen wurden. Befinden sich Gewebereste in der Gebärmutter, so kann dies zu vermehrten Blutungen führen. Eine Ausschabung ist in diesen Fällen oftmals sinnvoll.

Wann wird keine Ausschabung vorgenommen?

Es gibt Situationen, in denen man bemüht ist, eine Ausschabung zu vermeiden, sofern sie nicht zwingend notwendig ist.

Vaginalinfektion: Bei einer bakteriellen Infektion im Intimbereich können Krankheitserreger mit den Instrumenten, die für die Ausschabung benötigt werden, in die Gebärmutter gelangen. Infiziertes Gewebe ist zudem besonders verletzungsanfällig. In diesem Fall sollte möglichst mit der Ausschabung gewartet werden, bis die Infektion mittels Antibiotikatherapie behoben wurde.

Störungen der Blutgerinnung: Bei einer Ausschabung setzt man voraus, dass der Körper die durch den Eingriff entstehende Blutung allein stoppen kann. Liegt eine Störung der Blutgerinnung vor, ist der Körper dazu in der Regel nicht in der Lage, eine Ausschabung sollte daher möglichst nicht bzw. nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen erfolgen.

Auch andere schwere Krankheitszustände wie Herz- oder Lungenerkrankungen sprechen wegen des erhöhten Komplikationsrisikos häufig gegen eine Ausschabung.

Welche Risiken gehen mit einer Ausschabung einher?

Blutungen: Starke Blutungen sind nach einer Ausschabung ungewöhnlich, können aber vorkommen, wenn die Gebärmutterwand bei dem Eingriff verletzt worden ist. Es kann auch passieren, dass ein unentdecktes Myom während der Ausschabung verletzt wird.

Infektionen: Es besteht stets ein gewisses Infektionsrisiko, wenn Instrumente in die Gebärmutter eingeführt werden. Die meisten Infektionen lassen sich allerdings mit Antibiotika gut behandeln.

Verletzung (Perforation) der Gebärmutter: Diese eher seltene Komplikation tritt häufig ein, wenn eine Infektion der Gebärmutter vorliegt, während der Eingriff durchgeführt wird.

Vernarbungen: Im Einzelfall kann es infolge einer Ausschabung zu Vernarbungen kommen, welche die Gebärmutter ausfüllen und auf diese Weise dazu führen können, dass die Menstruationsblutung ausbleibt und die betroffene Frau nicht schwanger werden kann.

Übersehene Erkrankungen: Forschungsstudien deuten darauf hin, dass im Rahmen einer Ausschabung lediglich 10–20 % der Gebärmutterhöhle ausgeschabt werden, weshalb ein erhöhtes Risiko besteht, dass bereits bestehende Erkrankungen übersehen werden. Aus diesem Grund wird eine Ausschabung inzwischen oftmals zusammen mit einer Hysteroskopie durchgeführt.

Vorbereitung

Je nach Narkoseart (Anästhesie) erhalten Sie von Ihrem Arzt folgende Anweisungen zur Vorbereitung auf die Ausschabung:

Vermeiden Sie die unnötige Einnahme von Medikamenten und Genussmitteln: Einige Tage vor dem Eingriff sollten Sie von der Einnahme von Salizylaten (z. B. Aspirin) absehen, da diese Wirkstoffe mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergehen. Auch Alkohol und Nikotin sollten gemieden werden.

Chronische Erkrankungen: Eventuell vorhandene chronische Erkrankungen sollten vor dem Eingriff idealerweise gut eingestellt sein. Dies ist wichtig, um unnötige Komplikationen während der Ausschabung zu vermeiden.

Essen und Trinken: Falls die Ausschabung unter Vollnarkose erfolgt, sollten Sie mindestens 6 Stunden vor dem Eingriff weder essen noch trinken oder rauchen. Details erfahren Sie von Ihrem Narkosearzt bei einem Vorgespräch.

Voruntersuchungen: Möglicherweise möchte Ihr Arzt am Tag des Eingriffs oder einen Tag zuvor die Ergebnisse bestimmter Blutuntersuchungen abwarten.

Durchführung

Betäubung oder Narkose

Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung erfolgen, was in Deutschland jedoch bislang nur sehr selten geschieht. In diesem Fall wird der Arzt bei der gynäkologischen Untersuchung je eine Betäubungsspritze an beiden Seiten des Gebärmutterhalses setzen. Diese Art der Betäubung wird als parazervikale Blockade bezeichnet; sie lindert die Schmerzen, die bei der Dehnung (Dilatation) des Gebärmutterhalses entstehen können. Andere Bereiche des Körpers werden nicht betäubt.

Vollnarkose Bei einer Vollnarkose merken Sie nichts, da Sie während des Eingriffs schlafen. Der Anästhesist und die Anästhesie-Krankenschwester überwachen die Narkose und Ihren Zustand während der Operation.

Dilatation

Die Ärztin führt einen dünnen Metallstab (eine Sonde) über die Scheide in die Gebärmutter ein, um Tiefe und Neigung (nach vorn oder nach hinten) der Gebärmutter zu überprüfen. So weiß sie, wie weit sie die Instrumente in die Gebärmutter einführen darf. Anschließend führt die Ärztin einen etwas dickeren Metallstab in den Gebärmutterhals ein und belässt ihn dort für einige Sekunden. Danach wird der Stab durch einen noch dickeren ersetzt. Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis die Gebärmutterhals-Öffnung ungefähr so breit wie ein Finger ist.

Gebärmutterspiegelung und Ausschabung

Im Anschluss an die Dilatation wird die Scheide mithilfe eines Spekulums (dem typischen gynäkologischen Untersuchungsinstrument) offen gehalten. Das Hysteroskop wird eingeführt; es ist am vorderen Ende mit einer Lichtquelle und einer Kamera versehen, sodass die Ärztin das Innere der Gebärmutter betrachten kann. Auf diese Weise lassen sich eventuelle Myome, Polypen oder Tumoren in der Schleimhaut erkennen. Durch das Hysteroskop kann die Ärztin die Instrumente zur Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) oder zur Entfernung von Wucherungen einführen. Anschließend kann sie die Kurette oder den Absaug-Katheter einführen und vorsichtig die Schleimhaut aus Gebärmutterhöhle und -hals entfernen. Das entnommene Gewebe wird zur histologischen Analyse in ein Labor geschickt. Nach der Ausschabung werden die Instrumente wieder entfernt.

Der gesamte Eingriff dauert etwa 10 bis 20 Minuten.

Nach der Operation

Vermutlich werden Sie unmittelbar nach dem Eingriff menstruationsartige Krämpfe verspüren. Bei den meisten Frauen dauern diese Krämpfe weniger als eine halbe Stunde, sie können aber auch über einen gesamten Tag oder sogar länger anhalten. In den Tagen nach dem Eingriff können schwache Blutungen auftreten.

In der Regel dürfen Sie nach der Ausschabung noch mindestens eine Stunde bzw. bis zum vollständigen Aufwachen liegen bleiben. Nutzen Sie diese Zeit, um sich von dem Eingriff zu erholen und zu entspannen. Zur Linderung der Krämpfe können Sie ein Schmerzmittel (z. B. Naproxen oder Ibuprofen) erhalten.

Worauf sollten Sie nach einer Ausschabung achten?

Bei Fieber, starken und anhaltenden Schmerzen oder Gebärmutterkrämpfen, die sich durch schmerzstillende Medikamente nicht lindern lassen, sowie bei andauernden und starken Blutungen (wenn Sie länger als sechs Stunden mehrmals stündlich die Binde wechseln müssen) oder bei unangenehmem Geruch aus der Scheide sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Verhaltensregeln nach Ausschabung

In den ersten zwei Wochen nach der Ausschabung sollten Sie keinen Geschlechtsverkehr haben. Auf Vollbäder, Schwimmbad- und Saunabesuche sollte ebenfalls verzichtet werden. Der gedehnte Gebärmutterhals benötigt etwas Zeit, um seine normale Form wiederzuerlangen. Bis dahin können Bakterien besonders leicht in die Gebärmutter gelangen und Infektionen verursachen.

Verzichten Sie auf Tampons und verwenden Sie stattdessen Einlagen. Wenden Sie keinesfalls Scheidenspülungen an.

Nehmen Sie die vereinbarten ärztlichen Nachsorgeuntersuchungen wahr.

Autoren

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W

Eine Gebärmutterausschabung gilt als Routineeingriff und ist einer der am meisten durchgeführten Eingriffe von Frauenärzten. Dabei kann sie sowohl aus diagnostischen als auch therapeutischen Gründen notwendig sein: Sie kann also vorgenommen werden, um ein Problem beziehungsweise eine Krankheit zu bestimmen oder zu behandeln.

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Gründe für eine Gebärmutterausschabung

Eine Kürettage kann in verschiedenen Fällen notwendig werden:

1. Entnahme der Schleimhaut zu diagnostischen Zwecken

In diesem Fall dient die Ausschabung der Gebärmutter nicht der Behandlung einer Krankheit oder eines Problems, sondern nur der Diagnose: Das bei dem Eingriff entnommene Gewebe der Gebärmutterschleimhaut wird im Labor untersucht, um Gründe für Beschwerden zu finden.

2. Blutungsstörungen

Bei zu starken, zu langanhaltenden Blutungen oder bei Blutungen, die außerhalb der Monatsblutung auftreten (Zwischenblutungen) wird eine Ausschabung der Gebärmutter vorgenommen, um das jeweilige Problem zu beheben.

3. Nach einer Fehlgeburt

Nach einer Fehlgeburt ist eine Gebärmutterausschabung in der Regel notwendig. Der gestorbene Embryo und die Plazenta müssen aus der Gebärmutter herausgeholt werden, um gefährliche Komplikationen zu verhindern.

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4. Nach einer Geburt

Auch nach einer gut verlaufenen Geburt kann eine Kürettage notwendig sein, wenn sich noch Reste der Plazenta in der Gebärmutter befinden. Sie kann sich andernfalls nicht wieder richtig zusammenziehen.

5. Bei einer Abtreibung

Ein Schwangerschaftsabbruch erfolgt in der Regel durch eine Gebärmutterausschabung – genauer gesagt: durch eine Saugkürettage, bei der Embryo und Plazenta aus der Gebärmutter entfernt werden.

6. Nach den Wechseljahren

Auch nach der Menopause kann es zu Blutungen kommen – das kann verschiedene, sowohl harmlose als auch ernsthafte Ursachen haben. In einigen Fällen kann eine Ausschabung der Gebärmutter die Probleme beenden.

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Was passiert bei einer Ausschabung der Gebärmutter?

Bei einer Gebärmutterausschabung wird die Gebärmutterschleimhaut oder Teile davon durch einen Gynäkologen in einem operativen Eingriff entfernt. Dabei werden mit verschiedenen Instrumenten Scheide und Muttermund so geöffnet, dass der Arzt die abzutragenden Schleimhäute der Gebärmutter sehen kann. Die Ausschabung selbst wird mit einer Kürette (einer Art chirurgischem Löffel), die über die Vagina in die Gebärmutter eingeführt wird, vorgenommen. Der Eingriff dauert nur ca. fünf bis zehn Minuten und findet in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose statt.

Obwohl eine Entfernung der Gebärmutterschleimhaut drastisch klingt, sollte man sich bewusst machen, dass der Körper den Zustand auch natürlicherweise gewöhnt ist: Die Schleimhaut wird jeden Monat in Form der Periode vom Körper ausgestoßen und anschließend wieder aufgebaut.

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Welche Risiken gibt es bei einer Kürettage?

Nach einer Ausschabung der Gebärmutter besteht die Gefahr von Blutungen, Schmerzen oder auch Infektionen. Allerdings ist das Risiko, dass derartige Komplikationen auftreten, eher gering, weshalb der Eingriff routinemäßig und in der Regel ambulant, sprich ohne stationären Aufenthalt durchgeführt werden kann.

Treten nach einer Gebärmutterausschabung Symptome wie starke Schmerzen oder Blutungen, eitriger und übelriechender Ausfluss, Fieber oder Schwäche auf, sollte umgehend ein Frauenarzt aufgesucht werden.

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Nach dem Eingriff: Wie lange dauert die Rückbildung der Schleimhaut?

Nach dem Eingriff können leichte Blutungen und leichte Unterleibsschmerzen auftreten – etwa vergleichbar mit Menstruationsbeschwerden. In der ersten Zeit nach der Ausschabung ist der Muttermund durch den Eingriff noch etwas geöffnet: Deswegen sollte man für drei Wochen auf Sex, Baden oder Schwimmen sowie auf Tampons und Saunabesuche verzichten. Ungefähr eine Woche lang sollte man sich außerdem auch insgesamt körperlich schonen, eine Sportpause von ca. zwei Wochen ist außerdem ratsam.

Der Körper wird die Schleimhaut wie nach einer Monatsblutung selbst wieder aufbauen. Allerdings kann es nach einer Gebärmutterausschabung vier bis acht Wochen dauern, bis die nächste Periode eintritt.

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