Ausgrenzung in der schule

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Ausgrenzung innerhalb der Klasse: Wie verhalte ich mich und wie helfe ich meinem Kind dauerhaft?

Bloß nicht oder auf jeden Fall?! Geht es um Streitereien unter Kindern, teilt sich die Elternschaft in zwei Lager: Die einen meinen, dass Kinder das unter sich ausmachen sollen, die anderen greifen sofort zum Telefonhörer und knöpfen sich die entsprechenden Kinder oder deren Eltern vor. Meiner Erfahrung nach ist es dringend nötig, dass Sie wachsam sind, wenn Ihr Kind von häufigen Hänseleien oder Ausgrenzungen erzählt. Mischen Sie sich aber zunächst nicht ein! Es ist auch nicht Ihre Aufgabe, für Ihr Kind Treffen mit Klassenkameraden zu vereinbaren oder gemeinsame Ausflüge mit anderen Familien zu planen. Versuchen Sie es stattdessen mit meinen folgenden Tipps.

1. Demonstrieren Sie Familienmacht!

So gern Sie es möchten: Sie können Ihr Kind nicht vor allem beschützen. Dennoch ist es nie allein, weil seine Familie hinter ihm steht. Zeigen Sie ihm das, indem Sie sich gemeinsam (mit Ihrem Partner) hinter ihm vor einen Spiegel stellen. Vielleicht setzt sich das Geschwisterkind noch auf Papas Schultern? Legen Sie Ihrem Kind jetzt die Hände auf die Schultern. Lassen Sie den Moment auf sich wirken. Machen Sie ein Foto, das Ihr Kind immer bei sich tragen kann und das ihm in brenzligen Situationen sicherlich Kraft gibt.

2. Vereinbaren Sie eine feste Mecker-Zeit!

Selbstverständlich soll Ihr Kind zu Hause von den Geschehnissen in der Schule erzählen und sich auch mal über Klassenkameraden beklagen dürfen. Vereinbaren Sie hierfür eine feste Viertelstunde am Tag ohne Schimpfwort Zensur, während der Ihr Kind auch laut werden darf. Fragen Sie gezielt:

  • Was ist heute gut gewesen?
  • Was ist nicht so gelaufen?
  • Hast du eine Ahnung, warum das so war?
  • Ist das schon häufiger vorgekommen?

3. Etablieren Sie eine Familien-Lobrunde

Erinnern Sie Ihr Kind daran, dass es ihm zwar derzeit nicht so gut geht, es aber dennoch Dinge kann oder besitzt, auf die es stolz sein kann. Hierzu kommen alle Familienmitglieder zusammen und sprechen einander reihum ein Lob für etwas aus, das man besonders gut kann oder das man in der letzten Zeit neu gelernt hat.

4. Schreiben Sie eine LiebesListe

„Keiner mag mich!“ Gehört dieser Satz ins Standardrepertoire Ihres Kindes? Dann geben Sie ihm ein Blatt Papier mit einer zweispaltigen Tabelle. In die eine Spalte kommen alle Personen, die es (angeblich) nicht leiden können, in die andere alle, die es mögen (Mama, Papa, Oma, Opa, Tante Ines usw.). Bestimmt wird es erstaunt sein, dass es gar nicht so klein und unbedeutend ist, wie es meint, weil es ein sehr sicheres Umfeld hat.

5. Die gute alte Zeit?!

Berichten Sie (und die Großeltern, Patentante etc.) Ihrem Kind immer wieder von Ihrer Schulzeit, die bestimmt auch nicht immer rosig war.

  • Mit wem waren Sie befreundet, als Sie im Alter Ihres Kindes waren?
  • Was haben Sie am liebsten zusammen gemacht?
  • Was hat Ihnen besonders an Ihrem Freund/Ihrer Freundin gefallen?
  • Waren Sie nur mit Mädchen, nur mit Jungen oder mit beiden befreundet? Warum?
  • Haben Sie sich auch mal ganz schlimm gestritten? Wenn ja, worum ging es dabei?

Bestimmt erkennt Ihr Kind, dass es gerade nichts Schönes erlebt, dass es aber auch nichts Außergewöhnliches ist, weil es jedem im Leben ab und zu so ergeht und es irgendwann überstanden sein wird.

6. Post für dich!

Wie wäre es mit einer Brieffreundschaft, um die Kontaktfreudigkeit Ihres Kindes zu steigern? Hierbei lernt es, sich im geschützten heimischen Rahmen auf jemanden einzulassen, ihm Fragen zu stellen und Fragen zu beantworten oder von sich zu erzählen. Obendrein hat es regelmäßig ein besonderes Erlebnis im Alltag, wenn ein Brief des Freundes im Postkasten liegt. Vielleicht kennt in Ihrem Bekanntenkreis jemand ein gleichaltriges Kind, das eine Brieffreundschaft pflegen möchte? Schauen Sie alternativ auf entsprechenden Suchseiten in Kinderzeitschriften (z. B. Geolino, Bimbo) oder im Internet

7. Führen Sie ein Gespräch mit dem Lehrer

Leidet Ihr Kind sehr unter der Situation, kann es hilfreich sein, den Lehrer nach seinen Beobachtungen zu fragen. Versuchen Sie, sachlich zu bleiben und seinen Schilderungen vorbehaltlos zuzuhören, und fragen Sie ganz konkret nach Tipps (z. B. die Teilnahme an einer AG, eine Therapie).

  • Wie beliebt ist Ihr Kind seiner Meinung nach bei einem Großteil seiner Klassenkameraden?
  • Neben wem sitzt es? Wie versteht es sich mit dem Mitschüler?
  • Könnte der Lehrer Ihr Kind neben einen Banknachbarn setzen, von dem er denkt, dass sich die beiden gut verstehen?
  • Mit wem verbringt es die Pausen?
  • Wie verhält sich Ihr Kind anderen gegenüber? Ist es aggressiv, oder verhält es sich sonst in einer Art, die auf Ablehnung stößt?

Unsere Tochter wird seit Jahren gemobbt bzw. gemieden und ausgegrenzt

Frau Petra ()
Unsere Tochter wird seit Jahren gemobbt bzw. gemieden und ausgegrenzt

Hallo,
wir wohnen in einem kleinen Ort in dem jeder jeden kennt.
Seit einer Erkrankung meines Mannes und daraus resultierenden gesundheitlichen Problemen
(die sichtbar waren) bei meiner Tochter, wird sie gemobbt bzw. gemieden und ausgegrenzt und gegen sie gehezzt. Verbal und eine Zeit auch im Internet.
Verstehen tun wir das als Eltern nicht.

Zuerst waren es hauptsächlich Mädchen aus ihrer Klasse. Darunter sogar mein Patenkind!
Ein Gespräch mit ihr und ihrer Eltern brachte nichts. Im Gegenteil! Eine Zeit lang war der
Kontakt zwischen uns und den Eltern sehr wenig.

Jetzt sind es auch die Jungs aus ihrer Klasse. Das Ganze passiert aber nicht nur in der Schule, sondern auch in der Freizeit.

Ihr Lehrer sieht das ganze nicht so tragisch und meint, in letzter Zeit sei der „Fall“ ja besser
geworden. Er kann das aber überhaupt nicht beurteilen, weil er es ja höchstens am Vormittag und da auch nur eine kurze Zeit mitbekommt. Wenn überhaupt! Vieles spielt sich in den Pausen ab. Ganz davon abgesehen, was am Nachmittag, Abend und am Wochenende passiert.

Da wird auch schon mal bei uns (nachts 2 Uhr) angerufen und anzügliche Bemerkungen gemacht.

Nächste Woche findet ein Elternabend (mit den Schülern) wegen der Schul-Abschlussfahrt statt. Ich bin drauf und dran dort einmal etwas zu sagen. Nur wie werden Schüler und Eltern reagieren? Mache ich alles noch schlimmer??
Unserer Tochter möchte nicht mit auf diese Klassenfahrt. Dem Klassenlehrer habe ich das auch schon gesagt. Nur ist er der Meinung, dass sie gar keine Wahl habe, es sei eine schulische Pflichtveranstaltung……. Und außerdem würde er das schon hinbekommen, dass
unsere Tochter dort nicht ausgegrenzt wird. Wie denn bitte? Wenn z.B. die bereits geplante Zimmeraufteilung der Mitschülerinnen nicht so geschieht, wie die sich das schon ausgemalt haben? Es bestehen feste Cliquen und da kommt nur jemand rein, wenn’s passt…….
Wenn nun deren schon abgesprochene Zimmertaufteilung auseinander gerissen wird, wird´s ja noch schlimmer für unsere Tochter!?!?

Wir haben diese Klassenfahrt bereits angezahlt, in den nächsten Tagen muss die Restzahlung erfolgen……. Wir haben eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen und hoffen, dass diese
auch greift, wenn unsere Tochter starke Bauchschmerzen (bekommt sie wirklich oft!!!) bekommt und darum nicht mitfahren kann.

Eine Mutter, eigentlich auch eine gute Freundin von mir und eigentlich sehr sozial eingestellt, empfahl mir, unsere Tochter nicht mit zur Klassenfahrt zu schicken. Sie würde das auch nicht an meiner Stelle tun. Es sei eine Zumutung für unsere Tochter, wenn sie mit so einer Klasse auf Klassenfahrt müsse. Nur ist auch ihr Sohn feste mit dabei, dass die Lage so ist, wie sie ist!

Er macht das Ganze nicht unbedingt im Vordergrund. Schon alleine weil er weiß, dass seine Eltern und wir relativ guten Kontakt haben. Aber er zieht die Fäden geschickt aus dem Hintergrund, stachelt andere an usw.
Mit seiner jüngeren Schwester (auch 3,5 Jahre jünger als unsere Tochter, was ja in dem Alter auch nicht normal ist), ist unsere Tochter befreundet. Sie gehen u.a. morgens zusammen zur Schule. Vor einigen Wochen wurde sie von dieser Schwester gebeten, doch unten im Hausflur auf sie zu warten, ihr Bruder möge es nicht, wenn unsere Tochter deren Wohnung betritt……
Als sie ein neues Zimmer bekam, konnte unsere Tochter dieses erst ansehen, wenn der Bruder nicht im Haus ist………. Wenn der eine beim anderen übernachten möchte, geht das nur bei uns, weil der Bruder………….. Das alles bekommen die Eltern nicht mit!

Sehr oft geht unsere Tochter mit Bauchweh (medizinisch abgeklärt und Ursache unbekannt) in die Schule. Auch hat sie so oft Bauchschmerzen. Z.B. wenn Sie in ihrer Freizeit jemanden sieht, der auch „dazu gehört“; oder aber auch bei allem was neu und unverhergesehen ist.

Bei vielen Dingen bin ich natürlich nicht dabei und zweifele manchmal, weil ich nicht weiß,
ob es nicht evtl. eine falsche Wahrnehmung unserer Tochter ist… Aber irgendetwas muss bzw. ist auch daran wahr. Zumal meine Schwester in der letzten Woche auch mitbekommen hat, wie man reagiert, wenn unsere Tochter in der Nähe auftaucht……..
Die „Kinder“ sind inzwischen in der 10ten Klasse!! Da sollte man meinen, dass so langsam der Verstand einsetzt!?! Die wollen demnächst alle eine Ausbildung machen. Aber ob die für so etwas reif sind?

Was soll ich machen? Auf dem Elternabend meine Meinung sagen? Wobei mir das nicht leicht fallen wird und ich vor Aufregung mehr als die Hälfte vergessen würde. Auf Rückfragen wüsste ich auch spontan nicht die richtige Antwort usw.
Soll ich einen Brief schreiben? Soll ich nichts machen???
Das Ganze belastet uns wirklich sehr!

Kinder: Mehr als die Hälfte der Kinder erfährt in Schule Ausgrenzung oder Gewalt

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Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen erfährt in der Schule Ausgrenzung, Hänseleien oder körperliche Gewalt. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. In Gesamt- und Sekundarschulen geben demnach 39 Prozent der Befragten an, mindestens zwei der genannten Übergriffe im vergangenen Monat erlebt zu haben. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete die Erkenntnisse als „gravierend“.

An Haupt- und Realschulen geben 35 Prozent und an Gymnasien 29 Prozent an, dass sie zwei oder mehr derartige Übergriffe erlebt haben. „Irritiert“ zeigen sich die Studienautoren von der hohen Zahl bei Grundschülern: 54 Prozent der Befragten geben an, von mindestens zwei Übergriffsformen betroffen zu sein. Gleichzeitig fühlt sich mehr als die Hälfte der Grundschüler in der Schule zu hundert Prozent sicher. Die Autoren mutmaßen, der Schweregrad der Übergriffe in der Grundschule sei niedriger als bei älteren Schülern.

Zudem fühlt sich ein Teil der Heranwachsenden insbesondere in der Schule nicht ernst genommen. Nur gut ein Drittel (34 Prozent) der 14-Jährigen kann dort nach eigenen Angaben mitbestimmen, bei den Achtjährigen ist es immerhin jeder zweite. Bei der Unterscheidung nach Schultypen sehen sich Gymnasiasten mit 13 Prozent am wenigsten beteiligt. Die Studienautoren warnen davor, diesen Trend auf die oft beschriebene Rebellion in der Pubertät zu schieben. Diese Haltung verhindere schon lange, Kritik der jungen Generation aufzunehmen und Macht entsprechend zu teilen.

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Kinder mit materiellen Sorgen haben den Ergebnissen zufolge zudem insgesamt ein schwächeres Sicherheitsgefühl und machen häufiger Gewalterfahrungen. Trotz der grundsätzlich guten Ausstattung etwa mit einem Handy machen sich demnach rund 52 Prozent der Heranwachsenden Sorgen um die finanzielle Situation ihrer Familie.

Diese Kinder werden der Studie zufolge häufiger gehänselt, ausgegrenzt und absichtlich geschlagen als Gleichaltrige ohne finanzielle Sorgen. Sie fühlen sich zu Hause, in der Schule und Nachbarschaft oft nicht sicher und haben außerdem weniger Möglichkeiten, Dinge mit ihren Freunden zu unternehmen, die Geld kosten.

Insgesamt sprechen mehr als drei Viertel aller befragten Kinder und Jugendlichen von einem hohen Sicherheitsgefühl in der Schule sowie ihrer Nachbarschaft. In der Frage schneidet das Zuhause am besten ab: Neun von zehn Befragten fühlen sich dort sehr oder zu gar zu hundert Prozent sicher. Allerdings geben auch drei Prozent an, sich nirgendwo sicher zu fühlen.

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Die Studie zeigt demnach auch, dass viele Kinder ihre Rechte nicht oder nicht richtig kennen. An Gymnasien haben 47 Prozent der Jugendlichen kein oder nur unsicheres Wissen über ihre Rechte, an Grundschulen sind es sogar 63 Prozent der Kinder. Studienautorin Sabine Andresen von der Universität Frankfurt am Main sieht dringenden Handlungsbedarf der Politik. Im 30. Jahr der UN-Kinderrechtskonvention sei es „ernüchternd“, dass Kinder und Jugendliche oft ihre Rechte auf körperliche Unversehrtheit sowie auf Beteiligung in Dingen, die sie betreffen, nicht kennen.

Familienministerin Giffey bestätigte die Erkenntnisse der Studie zu Gewalt und Mobbing. „Gewalt und Mobbing in der Schule gehen an niemandem spurlos vorbei“, erklärte sie. Die SPD-Politikerin warnte vor schlimmen Folgen „von der Schulverweigerung bis hin zum Selbstmord“.

Datengrundlage der Studie ist die aktuelle Welle der internationalen Kinder- und Jugendbefragung Children’s Worlds für Deutschland. Befragt wurden im Schuljahr 2017/2018 knapp 3450 Schüler von acht bis vierzehn Jahren.

Helge Schneider: „Außenseiter sein ist nicht das Schlechteste“

FOCUS-SCHULE: Stimmt es, dass Sie vom Gymnasium geflogen sind?
Schneider: Meinen Eltern wurde nahegelegt, mich da rauszuholen. Ich war so faul, dass man es kaum fassen kann. Ich habe es zum Beispiel abgelehnt, eine Schultasche zu benutzen. Ich hatte nur einen Kugelschreiber und ein gefaltetes Rechenblatt in der Gesäßtasche. Ich brauchte die Hände frei, wenn ich durch die Stadt streifte. Mein Vater hat mich zigmal vor die Schultür gefahren. Ich bin einfach durchmarschiert, zur Hintertür wieder raus.

FOCUS-SCHULE: Sie waren ein notorischer Schulschwänzer.
Schneider: Ich habe mit 14 beschlossen, Musiker zu werden. Da trat das Gymnasium stark in den Hintergrund. Später habe ich auch die Realschule abgebrochen und dann eine Lehre als Landschaftsgärtner geschmissen.
FOCUS-SCHULE: Hatten Sie Angst, unter die Räder zu kommen?
Schneider: Die gab es. Aber ich wusste immer, was ich machen wollte mit meinem Leben. Ich wollte genau das tun, was ich heute tue. Außenseiter war ich sowieso. Ich habe rote Haare. Außenseiter sein ist nicht das Schlechteste, wenn man die Gesellschaft von einer interessanten Warte aus beschreiben will.
FOCUS-SCHULE: Haben Sie da manchmal auch Einsamkeit verspürt?
Schneider: Auch das. Doch Einsamkeit ist nichts Schlechtes. Ich wäre nicht der Künstler, der ich bin, wenn ich diese Wege nicht durchlaufen hätte. Zufälle und Glück waren außerdem im Spiel. Viel Glück. Ist ja noch was geworden aus mir. Ich kann von dem, was ich tue, gut leben. Für mich und meine Familie sorgen.
FOCUS-SCHULE: Wie fühlen Sie sich mit einer so verwegenen Biografie? Könnten Sie als Vater mit einem Kind, das so ist wie Sie, gelassen bleiben?
Schneider: Mein Vater war in der Hinsicht kein schlechtes Vorbild. Er hat uns sein gerades und aufrichtiges Leben vorgelebt. Aber er hat nicht sich selbst in uns gesehen. Er hat nie versucht, meinen Willen zu brechen. Er hat mich gewähren lassen. Und er saß stolz in meinen Konzerten, als ich erste Erfolge hatte. Gleich vorn in der ersten Reihe.

FOCUS-SCHULE: Was konkret leben Sie Ihren Kindern vor?
Schneider: Ich zeige meinen Kindern, wer ich bin, was ich kann. Und was ich nicht kann. Wir machen zusammen Musik, wir spielen „La Bamba“. Ich sage ihnen aber bestimmt nicht: „So, jetzt nimm du die Gitarre, und spiel, wie ich es tue.“ Vielleicht finden sie Gefallen am Musikmachen. Vielleicht auch nicht. Na ja, ganz ehrlich: Wenn ein Sohn oder eine Tochter Schlagzeuger werden würde und ein anderer Saxophonist oder Saxophonistin, und wir würden alle zusammen in einer Band auf der Bühne stehen …
FOCUS-SCHULE: Was dann?
Schneider: Dann wäre ich schon sehr stolz.

Bist Du ein Außenseiter? Bist Du Anders? Fühlst Du Dich einsam?

Bist Du Anders? Fühlst Du Dich unverstanden? Bist Du ein Außenseiter?

In Deiner Familie, im Berufsleben, im Freundeskreis? Hast Du andere Interessen, gehst nicht konform mit den Vorstellungen der Anderen? Empfindest Du Situationen völlig anders und fühlst Dich dann kompett mitverstanden?

Das Bild hat mich inspiriert für diesen Artikel. Meinst Du, dass der dunkle Wolf ausgegrenzt wird, weil er eine dunklere Farbe hat? In der Tierwelt spielen Äußerlichkeiten keine Rolle. Jeder hat sein Wichtigkeit, seine eigene Position, und seine eigenen Fähigkeiten, die für die Gruppe gebraucht werden! Außenseiter gibt es fast nie, es würde das Überleben der Gruppe riskieren!

Es ist eine grosse Familie, ein Rudel, alle haben den gleichen Ursprung.

So wie wir Menschen auch!

Aber wie oft werden Menschen schon in der Kindheit abgewertet und abgelehnt. Einfach weil sie anders sind. Lebhafter, ruhiger, dünner, dicker, aus einem anderen Kulturkreis stammend,……!

Wie schnell wird man zum Außenseiter.

Schon im Kindergarten oder in der Schule hat man zu funktioneren. Meinem Sohn wurde eine rezeptive Sprachstörung bescheinigt. Nahegelegt, er soll eine Förderschule besuchen.

Vor kurzem hat er sein Abitur gemacht!

Er ist sehr sprachbegabt….!

Ich denke ihm war es zu doof, die Befehle auszuführen. Ich war dabei, – fand es auch albern.

Wieviele Menschen glauben an Diagnosen und akzeptieren die Schubladen?

Diese Menschen gehen in die Rolle des Außenseiters, weil sie meinen nicht mehr dazuzugehören!

Es bleibt wenig Platz für außergewöhnliche Menschen.

Wir haben so viele neue Worte für Diagnosen. Sind sie nicht ein Warnruf des Lebens? Früher in meiner Kinderzeit, gab es Kinder, die hatten sprichwörtlich Hummeln im Hintern, oder waren quecksilbrig. Sie brauchten keine Diagnosen oder Medikamente.

Sie sind heute wunderbare, kreative Menschen.

In einer genormten Welt braucht es das „Anders“ sein, Menschen, die das Eis der brechen, neue Wege gehen. Ist es nicht gerade das Anderssein, das unsere Welt bunter macht, Innovationen, Entdeckungen ermöglicht, neues, kreatives Potential freisetzt.

Waren nicht viele Erfinder und Entdecker, große Geister der Weltgeschichte, Außenseiter und „Anders“?

Warum wagst Du es nicht, herauszutreten aus der Norm?

Endlich Dich selbst zu zeigen!

Ist es immer noch die Angst aufzufallen, aus dem System ausgeschlossen zu werden? Die Angst Liebe und Akzeptanz zu verlieren? Verlieren wir das wirklich oder ist es nicht die Chance das Glück zu finden in sich selber, weil man sich lebt, akzeptiert und liebt als der oder die, die man ist?

Und glaube mir, gerade dann findest Du wirkliche Freunde! Weil Du echt und authentisch bist!

In welchem Bereich bist Du besonders?

Wo ist Dein noch unentdecktes Potential, das sich versteckt hinter Normen, Regeln, Glaubenssätzen?

Ich unterstütze und begleite Dich mit den, für Dich am besten geeigneten und effektivsten Coaching- oder Therapiemethoden!

Damit auch Du endlich Dein Potential im „Anders“ sein“ entdeckst!

Oder bist Du Durch Deine narzisstische Mutter so geprägt worden und hast Deine eigene Persönlichkeit nicht entwickeln können? weiterlesen….https://lebensmitte-endlich-stark.de/2017/08/08/narzisstische-mutter-sohn-oder-die-tochter-einer-narzisstischen-mutter/

Warum das Schwarze Schaf zu unserem Wortschatz gehört, ist schnell erzählt. In der Schafzucht gilt ein weißes Schaf seit jeher als wertvoller als ein schwarzes. Schwarze werden aussortiert und geschlachtet. Deshalb ist ein schwarzes Schaf der Außenseiter, der Sündenbock, der auf die schiefe Bahn Geratene, der, der aus der Reihe tanzt. Und manch einer wird diese Bezeichnung sein ganzes Leben nicht mehr los.

Woher kommt das? Warum stempeln wir Mitmenschen so ab? Was sind die Folgen und wie wird ein schwarzes Schaf wieder weiß?

„Dahinter verbergen sich oft tragische Schicksale, deren Ursprung immer in der frühen Kindheit zu finden ist“, sagt der Münchner Psychiater Peter Teuschel, der seit Jahren Betroffene therapiert. „Sie werden als Kinder in ihrer Familie ausgegrenzt und erhalten nicht die nötige Zuneigung und Aufmerksamkeit.“ Vor allem die Phase der frühen Kindheit bis zur Schulzeit gilt als entscheidend. Bis dahin sollten Kinder nämlich ein Urvertrauen entwickeln, das ihnen sagt: Ich bin erwünscht auf dieser Welt. Und ich bin gut so, wie ich bin. „Verantwortlich sind die Eltern“, meint Teuschel.

  • Das fiese Rollenbild und die Lösung

    Psychiater und Buchautor Peter Teuschel* empfiehlt, entweder allein oder in einer Therapie zunächst folgende Fragen zu klären: Welche Rolle habe ich in meiner Familie gespielt? Welche Ursachen gab es hierfür? Wie hat sich diese Rolle im Lauf der Jahre entwickelt? Inwieweit habe ich diese Rolle angenommen und gelebt? Als Nächstes kann ich mich dafür entscheiden, mich von dieser Rolle zu distanzieren und sie nicht mehr zu „spielen“.

    Danach definiere ich meine neue Rolle und wie sie aussehen könnte. Schließlich muss ich mich neu orientieren, also mein Leben und mein Umfeld anschauen und unter Umständen die Menschen meiden, die diese Rolle noch von mir erwarten, schlimmstenfalls auch die Familie. Teuschel: „Diesen oft schmerzhaften Prozess muss man zulassen und sich dann trösten, weil es ja nicht mehr zu ändern ist.“

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Er nennt viele Gründe, warum Eltern ihren Kindern diese Sicherheit nicht vermitteln können. Entweder sie sind jung und unreif, haben zu viel Stress, wie etwa im Beruf. Oder ein Elternteil fehlt z. B. durch Tod, Krankheit oder Scheidung. „Aber nicht jeder wird automatisch zum schwarzen Schaf, der in einem solchen Umfeld aufwächst, auch Charakter und persönliche Veranlagung tragen dazu bei.“

Da ist das schwache Geschwisterkind, oft das mittlere von dreien, das sich in der Hackordnung nicht durchsetzt. Oder der Künstler, der unverstanden in einer gar nicht künstlerischen Familie aufwächst. Auch ein Kind, das ungewollt als Nachzügler geboren wird, kann zum Sündenbock für die durchkreuzten Lebenspläne der Eltern werden. Teuschel weiß auch von Kuckuckskindern, deren (Stief-) Väter ihnen offen oder unterschwellig Missgunst zeigen. Und er kennt Väter, die ein Patchwork-Kind als Konkurrenz zur neuen Frau empfinden und mit Psychoterror bis hin zur offenen Gewalt arbeiten.

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Neid kann der Grund für die fiese Rolle in der Familie sein

Übrigens: Auch der erfolgreiche Überflieger kann zum schwarzen Schaf werden. Der, dem die Familie den Erfolg neidet oder von dem verlangt wird, allen immer beiseite zu stehen. Denn beide Rollen können belasten und überfordern.

Schwarze Schafe haben es auch als Erwachsene nie einfach: Sie zeigen ein geringes Selbstwertgefühl, sind oft depressiv und sehr unruhig. Letztlich suchen sie die Zuwendung, die sie als Kind nie bekamen. Was dann auch in einer Partnerschaft zum Problem wird. Auf Dauer ist der andere überfordert, weil seine Liebe nicht angenommen wird.

Auch im Job kann es Probleme geben. Schwarze Schafe versuchen hier, ihre fehlende Bestätigung zu bekommen – mit der Gefahr, maßlos bis zum Burnout zu arbeiten.

Hier berichten vier Betroffene über ihre fiese Rolle in der eigenen Familie:

  • Linda Balkert (21), Studentin: „Ich kämpfe mit meinen Geschwistern um die Liebe meiner Eltern“

    „Meine Schwester (24) ist Mamas Liebling. Mein Stiefbruder (17) ist der kleine Prinz, der sich jede Frechheit erlauben darf. Ich fühle mich dazwischen nicht genug wahrgenommen. Das spüre ich an vielen Kleinigkeiten: Für mich gibt’s Hausarrest, obwohl ich gute Noten habe. Bin ich krank, heißt es nur: ,Das wird schon wieder.‘ Seit ich 11 bin, fechte ich intensiv. Das war mein Versuch, mehr beachtet werden. Aber Mama kam fast nie mit zu Wettkämpfen oder unterstützte mich. Rede ich mit ihr über das Thema, streitet sie alles ab. Ich gehe jetzt zum Studium nach Holland, hoffe, dass sich durch den Abstand die Situation entspannt.“

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Hilfe, mein Kind ist ein Außenseiter

Nele ist in der vierten Klasse. Sie zählt die Tage bis zum Schulwechsel aus zwei Gründen: „Weil ich dann endlich von dieser Klasse weg bin und weil ich Angst habe vor der neuen Klasse.“ Während Nele erzählt, wischt sich ihre Mutter verstohlen über die Augen, lächelt dann schnell und sagt: „Das wird toll werden in der neuen Schule. Du wirst bestimmt schnell Freunde finden!“ Nele zuckt mit den Schultern. So richtig daran glauben kann sie nicht. Sie weiß gar nicht mehr genau, wann es anfing. Vielleicht in der 2. Klasse, vielleicht erst später. Irgendwie schossen sich plötzlich einige Jungs auf sie ein. Das hat sie so verunsichert, dass sie sich immer mehr einigelte. „Meine beste Freundin hat dann gesagt, dass ich eine Heulsuse geworden bin und hat sich andere Freundinnen gesucht“, erzählt sie traurig. Doch so alleine sich Nele auch fühlen mag, ihre Geschichte ist leider kein Einzelfall. Es geht sehr vielen Kindern wie ihr. Außenseiter zu sein, oder ein „Misfit“, wie man es heutzutage nennt, ist ein existenzielles Problem. In verschiedenen Studien kamen Sozialforscher zu dem Schluss, dass schon im Grundschulalter „Gute Freunde haben“ als wichtigste Glückszutat gilt.

Vorlaute und schüchterne Kinder haben es schwer

Warum Kinder zu Außenseitern werden, ist ganz unterschiedlich. Manche sind – wie Nele – einfach sehr unsicher und lassen sich deshalb schnell aus der Bahn werfen. Das macht sie wiederum zu leichten Opfern. Einmal in dieser Abwärtsspirale gefangen, kommen sie so leicht auch nicht mehr aus ihrer Rolle heraus. Aber auch die vorlauten Klassenclowns haben es in der Gruppe manchmal schwer. Je nach Gruppendynamik werden auch sie leicht zu Außenseitern. Je älter Kinder werden, desto größer ist der Druck, konform zu sein. Während einige wenige in ihrer Einzigartigkeit gut in der Gruppe bestehen, werden andere geächtet. Aber was kann man tun, wenn das eigene Kind irgendwie nicht „reinpasst“?

Auf keinen Fall mit den anderen Kindern „ein ernstes Wort“ sprechen

Wenn Kinder auf keinen Fall möchten, dass die Lehrer oder die Eltern sich die Klasse oder die betreffende Gruppe vorknöpfen, um mit ihnen über die Situation zu sprechen, liegen sie mit dieser Einschätzung goldrichtig. Psychologen raten von solchen „Klassengesprächen“ dringend ab, weil sie das Kind, um das es geht, noch mehr stigmatisieren. Auch die Einladung aller Klassenkameraden zur ultimativen Geburtstagsparty ist wenig hilfreich. Experten raten, lieber einzelne Freundschaften über Einladungen oder gemeinsame Aktivitäten zu stärken und das Selbstbewusstsein des Kindes über Hobbys oder innerhalb anderer Gruppen aufzumöbeln. Denn oft steht und fällt der gute Stand des Kindes in der Klasse auch mit dem eigenen Selbstwertgefühl. Und daran kann man zum Glück auch außerhalb der Schule arbeiten. Allerdings auf keinen Fall, indem man die Klassenkameraden schlecht redet.

Was Eltern tun können:

Nein, wir können und sollten unsere Kinder nicht vor jeder schwierigen Situation retten. Aber wir können für sie da sein. Je nach Alter sieht dieses „da sein“ unterschiedlich aus…

3 bis 6 Jahre – ruhig bleiben

Der Satz „Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen“ ist in diesem Fall eine gute Nachricht. Wenn Kinder im Kindergartenalter ausgeschlossen werden, kann man noch ganz gut beobachten, einordnen und auch ein bisschen Unterstützung geben im Umgang mit den Freunden. Auch die Erzieher werden das Kind darin unterstützen, in die Gruppe zu finden.

DO: Freundlich unterstützen

DON´T: Sätze wie „Kein Wunder, dass so keiner mit dir spielen will“ unbedingt vermeiden

6 – 9 Jahre – im Gespräch bleiben

Typischerweise kommen die ersten ernsthaften Probleme in der zweiten und dritten Klasse auf, wenn die Klasse sich gefestigt hat. Jetzt wird es schon schwieriger, zu erkennen, wo genau das Problem liegt, weil die Kinder sich auch außerhalb der Schule meist ohne Eltern beschäftigen und treffen. Ganz wichtig: Immer ein Ohr anbieten, aber nicht ausfragen. Lieber mal vom eigenen Tag erzählen, und zwar auch von den Momenten, die schief gingen. Das hilft dem Kind, sich auch selbst zu öffnen und von Problemen zu erzählen. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Und manchmal kommt man gemeinsam eher auf eine gute Idee, wie man sich schützen kann vor Gemeinheiten oder aber auch, wie man sich höflich und freundlich in einer Gruppe verhält.

DO: Genau hinhören, im Gespräch bleibe

DON´T: Schuld verteilen und den „Bösen“ suchen. Das hilft keinem weiter.

ab 10 Jahre – zusammen ins Kino gehen

Jetzt wird es endgültig kompliziert. Wenn die Kinder / Teenies sich miteinander und nebeneinander so rasant entwickeln wie in diesem Alter, muss das eigentlich anstrengend werden. Und zwar für alle. Hinzu kommt, dass in diesem Alter das Buhlen um die Gunst des anderen Geschlechts beginnt, was plötzlich eine Konkurrenzsituation entfacht. Da ist es dann fast schon egal, wie man aus dem Rahmen fällt. Wenn du zu schön, zu klein, zu groß, zu laut, zu leise, zu nerdig, zu reich, zu anders oder zu arm bist… jede Abweichung von der Norm kann zum Problem werden. Eine gute Therapie gegen das „alleine fühlen“: Filme. Es gibt ganz viele wirklich wunderbare Filme über das Gefühl, nicht dazuzugehören. Und immer tragen sie – so flach manche auch sein mögen – ein bisschen Wahrheit und eine Lösungsstrategie in sich.

Aktuell im Kino läuft passenderweise gerade der Film „Misfit“. Also warum nicht mal einen gemeinsamen Kinonachmittag planen? Nach dem Film fühlt es sich gar nicht mehr so falsch an, nicht ganz reinzupassen in die Masse… Versprochen!

DO: Gut zuhören und das Selbstbewusstsein stärken, indem du deinem Kind viel zutraust und es ernst nimmst in seiner Wahrnehmung.

DON`T: Zu Gesprächen zwingen, 1000 Lösungen anbieten, dauernd die „Pubertät“ thematisieren und problematisieren. Ist schwer genug, muss man nicht drauf rumreiten.

Thema: Hilfe-mein Kind ist ein Außenseiter!!

Hallo zusammen! Brauche mal euren Rat, weil ich langsam verzweifle.. Mein Sohn ist 9 Jahre, geht in die 3. Klasse und hat in der Schule lerntechnisch null Probleme.Nur mit den sozialen Kontakten hapert es gewaltig, er findet einfach keine Freunde. Schon im Kindergarten war er eher der EInzelgänger-Typ und hat meistens allein mit der Kindergärtnerin gespielt, aber kaum mit anderen Kindern. Irgendwann hat er dann sehr lange eine Freundin gehabt, was auch in erster Linie durch unsere Freundschaft mit den Eltern zustande kam. Mittlerweile sind aber alle Mädchen doof und die Kleine spielt auch lieber mit anderen Mädchen, ist also eher selten geworden, dass sie sich sehen. Und in seiner Klasse findet er einfach keinen Anschluss. Dazu kommt, dass ich voll berufstätig bin und an dem typischen Mütterklatsch vor der Schule auch nicht teilnehme, wodurch sich ja auch häufig Kontakte ergeben. Ich hatte eigentlich gehofft, dass in der Schule alles besser wird und er etwas aus seiner EInzelgängerrolle rauskommt, auch wenn er sicher nie so ein Cliquen- und Großgruppen-Typ wird, was aber ja auch gar nicht sein muss. ABer mittlerweile ist er in der 3. Klasse und wurde in den ganzen Jahren ganze 2 Mal zu einem Kindergeburtstag eingeladen. Es ruft nie ein Kind an, das sich mal mit ihm treffen möchte und er selbst mag auch nur 2 Jungen aus seiner Klasse. Aber alle KOntaktversuche mit den zweien gehen auch immer nur von unserer Seite aus, es kommt nie eine Gegeneinladung, und dazu kommt, dass der eine in die Ganztagsschule geht und daher in der WOche nie Zeit hat und bei dem anderen leider die Eltern alles abblocken, ist eine russische recht konservative Familie und sie wollen offensichtlich unter sich bleiben, klang mal so an. Seit einem Jahr geht er jetzt auch schon in einen Handballverein, aber auch da scheint er an niemanden heran zu kommen. Als ich das letzte Mal bei einem Spiel zugesehen habem hats mir fast das Herz zerrissen, alle anderen balgten und lachten miteinander und mein Kleiner stand immer nur irgendwie abseits am Rande.. Es liegt sicher nicht daran, dass ihn keiner mag, aber er geht auch in keinster Weise auf andere Kinder zu, zieht sich selbst immer total zurück und hält sich im Hintergrund, ich weiß gar nicht wieso! Wir haben es ihm bestimmt nicht vorgelebt, denn wir haben einen großen Freundeskreis und sind auch alles in allem eine sehr lockere Familie. Das macht mich ganz fertig, ich merke, dass es ihn irgendwie bedrückt, aber er kommt aus seiner Rolle nicht raus. Jeden Nachmittag sitzt er allein zu Hause oder bei Oma.. Jungs in dem ALter müssen doch spielen und mit anderen Dummheiten machen!! Könnte echt heulen, weil ich nicht weiß, was ich machen soll. Er tut mir so leid, aber bei allen Gespräche zu dem Thema mit ihm kommt nichts raus, er blockt ab und will nix davon hören. Kennt jemand ähnliches? Mache mir wirklich Gedanken… Güte, ist das lang geworden.. danke für bis zum Ende lesen..!

Erziehung: Hilfe, mein Kind ist ein Außenseiter

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Kiel (dapd). „Jetzt unternimm doch mal was mit den anderen!“ So reagieren viele Eltern, wenn ihr Kind sich vor Gleichaltrigen zurückzieht und verschlossen und traurig wirkt. Doch damit sei einem Außenseiter nicht geholfen, sagt Professor Armin Krenz – im Gegenteil. „Wenn ein Kind sich ausgeschlossen fühlt, erlebt es solche Aufforderungen als Druckmittel und bekommt Schuldgefühle, wenn es ihnen nicht folgt“, sagt der Experte vom Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik in Kiel.

Seit 37 Jahren arbeitet Armin Krenz therapeutisch mit Kindern und ihren Familien. „Häufig ist es so, dass Eltern den ganz großen Fehler machen, zu sehr für ihr Kind zu denken und ihm Impulse zu geben“, sagt er. Die Annahme, jedes Kind müsse soziale Kontakte aufbauen, sei ein verbreiteter Denkfehler. „Wichtig ist dagegen, dem Kind zu helfen, ein positives Selbstkonzept aufzubauen. Das heißt, dass das Kind merkt: ‚Ich bin trotzdem wer‘ oder ‚Ich kann auch etwas für mich machen'“, sagt Krenz.

Kinder, die sich selbst als Außenseiter wahrnehmen, versuchen laut Krenz oft, sich Freundschaften zu erkaufen – sie laden andere zum Eisessen ein oder beschenken sie, oft auch mit Geld aus Mamas Portemonnaie. „Das heißt, sie versuchen auf Teufel komm raus, Dinge in Gang zu setzen, von denen sie sich eine höhere Wertigkeit versprechen“, sagt der Pädagoge. Der Hang dazu, sich unter Beweis zu stellen und sich anzubiedern, provoziere die anderen erst recht, das Kind auszugrenzen. Für die Eltern sei dieses Außenseiterdasein nicht direkt erkennbar, sagt Krenz. „Kinder wollen häufig nicht darüber reden, weil es ihnen einfach peinlich ist.“ Viele dächten, sie seien selbst schuld daran, dass andere sie meiden.

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Kinder müssten vor allem ein positives Selbstkonzept aufbauen können. „Es ist die Voraussetzung dafür, dass ein Kind Selbstwertgefühl in sich entwickelt“, sagt Krenz. Dies könnten Eltern fördern, etwa indem sie sich für die Hobbys ihres Kindes interessieren. „Dann fühlt sich das Kind angenommen und merkt: ‚Zu Hause habe ich immer noch einen sicheren Hafen, wo ich verstanden und unterstützt werde.'“ Erst wenn es mit sich zufrieden sei, könne ein Kind anderen auf Augenhöhe begegnen. „Dann entspannt sich die Situation meist, und das Ausgrenzen wird weniger“, sagt Krenz. Vielen Eltern falle es jedoch schwer, der schrittweisen Entwicklung ihres Kindes Zeit zu geben.

„Meine achtjährige Tochter findet einfach keine Freunde. Ihre Lehrerin sagt, sie hätte sich gut in der Klasse eingefügt. Wir haben auch schon oft Mitschülerinnen zu uns eingeladen, aber es kamen nie Rückeinladungen. Niemand scheint Interesse an meiner Tochter zu haben. Andere Kinder verabreden sich und machen etwas gemeinsam, nur meine Tochter ist nie dabei. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Ich bin echt down.“ In einem Internetforum hat die junge Mutter ihr Herz ausgeschüttet. Sie erhält eine ganze Reihe Antworten. Ein paar Ratschläge sind darunter, aber meist melden sich andere Mütter oder Väter, deren eigene Kinder Schwierigkeiten haben.

Dass Eltern leiden, wenn sie merken, dass ihr Kind unbeliebt ist, ist verständlich. Vor allem, wenn man weiß, wie wichtig für die Kinder selbst ein funktionierendes Sozialleben ist. Eine Studie des Münchner Instituts für Jugendforschung ergab, dass schon Kinder vor allem Freunde für das Allerwichtigste im Leben halten. Bei Freunden aufgehoben, bei ihnen gleichberechtigter Partner zu sein, hat für sie eine ebenso große Bedeutung wie der Wunsch nach Geborgenheit in der Familie.

Alpha- und Omega-Figuren

Doch warum fällt es einigen Kindern leichter als anderen, sich diesen Wunsch nach einem Angenommensein von Freunden zu erfüllen? Klar ist: In einer Gruppe können nicht immer alle gleichermaßen begehrt sein. In jeder Gruppe gibt es sowohl dominante „Alphafiguren“ als auch „Omega-Figuren“, die eher am Rande stehen. Lassen sich zwischen diesen beiden Polen tatsächlich klare Grenzen und Kriterien ausmachen, wann ein Kind beliebt oder unbeliebt ist? „Nein“, sagt Schulpsychologin Ellen Glanz-Born. Man habe es eher mit einem Kontinuum zu tun, bei dem es auf die Situation ankomme. „Es gibt Kinder, die in der häuslichen Situation Spielkameraden haben, die aber in der Schulklasse deutliche Probleme haben.“ Während bis zum Schulalter die Kontakte der Kinder häufig durch das Netzwerk der Eltern bestimmt sei, sei eine Schulklasse eine „willkürlich zusammen gesetzte Gruppe“.

Für die Expertin des Schulpsychologischen Dienstes gibt es verschiedene Gründe, warum Kinder in einer solchen Gruppe zu Außenseitern werden. Sie unterscheidet individuelle und gruppendynamische Aspekte. Manchmal habe es tatsächlich mit den Eigenheiten und dem Verhalten eines Kindes zu tun, manchmal eher mit Prozessen in der Gruppe oder der besonderen Kultur des Umgangs in einer Klasse. Vor allem in der Pubertät gehe von der Gruppe ein großer Konformitätsdruck aus. Kinder, die „irgendwie anders als die Masse“ seien, würden von den Gleichaltrigen leichter ausgeschlossen.Was wiederum kein Muss ist: „Es gibt Kinder, die anders sind, aber trotzdem nie angefochten werden.“

Laute und schüchterne Kinder

Auch bei den Kindern, die durch ihr eigenes Verhalten ins Abseits geraten, unterscheidet Schulpsychologin Glanz-Born. Zum einen seien das oft expansive, laute und übergriffige Kinder, die die Grenzen der anderen nicht wahrnehmen. „Diese Kinder tun sich oft schwer, sich an die Regeln der Gruppe zu halten“, erläutert sie. Sehr schnell gerieten sie in die Rolle des Buhmanns in der Gruppe. Zum anderen seien es eher schüchterne und unsichere Kinder, die zum Außenseiter würden.

Im Kindergarten haben diese Kinder noch weniger Probleme. „Da fallen schüchterne Kinder noch nicht als unangenehm auf“, sagt Psychologe Privatdozent Dr. Jürgen Wagner vom Institut für empirische pädagogische Forschung der an der Universität Koblenz-Landau. „Das kippt erst in der 2. oder 3. Klasse“. Dann werde zunehmend zurückhaltendes Verhalten sozusagen als Makel betrachtet. Was aber nicht bedeute, dass stillere Kinder nicht von einzelnen anderen Kinder akzeptiert würden. Sie haben in der Gruppe Probleme. „Vor allem, wenn ein schüchternes Kind nicht durch eine andere besondere Eigenschaft angenehm auffällt, besteht die Gefahr, dass es eher in die Rolle des unbeliebten oder unbeachteten Kindes gerät“, sagt Wagner. „Dabei können die in einer Klasse bestehenden Verhaltensnormen eine erhebliche Rolle spielen“.

Selbstbewusstsein nimmt spiralförmig ab

Schüchterne und unsichere Kinder stecken für Schulpsychologin Glanz-Born oft in einem Dilemma. Weil sie von der Gruppe nicht wahrgenommen werden, suchen sie oft nach einer Möglichkeit, auf sich aufmerksam und sich für die Gruppe attraktiv zu machen. Es gebe Kinder, die etwa durch das Hervorheben ihrer guten Noten die Anerkennung der Gruppe suchten. „Das wird von den anderen Kindern aber oft als Prahlerei empfunden.“ In seiner Unbeholfenheit erfährt ein solches Kind also wieder die Ablehnung der Gruppe, was seine Angst und Unsicherheit vergrößert. Die Folge: Das Selbstbewusstsein nimmt weiter ab, weiteres Ausgeschlossensein wird provoziert. „So kommt ein Kind schnell in einen Teufelskreis“, beklagt Glanz Born.

In einer solchen Situation seien Eltern, Lehrer oder Erzieher gefragt. Für problematisch hält es die Schulpsychologin, wenn Lehrer offen mit der Klasse über die Probleme sprechen. „Das stigmatisiert das Kind erst recht“. Besser sei es, behutsam zu versuchen, das betroffene Kind in die Gruppenarbeit einzubinden und auf das Kind positiv aufmerksam zu machen, so Wagner.

Eltern rät Glanz-Born, ihr Kind aufmerksam zu beobachten. „Wenn ein guter Kontakt besteht, wird das Kind über seine Probleme sprechen.“ Gemeinsam sollten Eltern und Kind überlegen, warum es Schwierigkeiten in der Gruppe hat und ob es vielleicht einen eigenen Anteil an der Situation hat. Um das Problem zu lösen, sei es manchmal auch besser, sich psychologische Hilfe zu holen. Oft sei man als Eltern zu sehr befangen, um das Thema sachlich anzugehen.

Eindringlich warnen Experten vor Überaktivismus und übertriebenen Erwartungen. Die ganze Klasse zum Kindergeburtstag einzuladen, sei keine Lösung. „Das kann als Anbiederei empfunden werden. “, sagt Ellen Glanz-Born. Besser könne es sein, zunächst einzelne Kinder einzuladen, empfiehlt Wagner. Zu bedenken gibt der Psychologe auch, dass es Kinder gebe, die zwar in der Gruppe allein seien, sich aber nicht einsam fühlten, also kein Problem damit hätten. Auch der Anspruch, „dass mich alle mögen müssen“, sei irrational, so Glanz-Born.

Soziale Intelligenz: Wie gut kommt Ihr Kind mit anderen zurecht?

Was ist soziale Intelligenz?

Wenn Ihr Kind sich in andere hinein versetzen kann, deren Gefühle wahrnimmt und dieses Wissen auch in Handlungen umsetzt, dann kann es harmonische Verbindungen herstellen und man nennt dies soziale Intelligenz. Für soziale Intelligenz muss es aufmerksam zuhören und auch mimische Gesten richtig deuten können. In jeder Gruppe sind die Fähigkeiten der sozialen Intelligenz von großer Bedeutung, denn sie entscheiden über die Beliebtheit. Wir zeigen Ihnen die richtigen Erziehungs-Tipps, mit denen Sie soziale Intelligenz fördern.

Soziale Intelligenz: Lukas ist beliebt, wie macht er das?

Der achtjährige Lukas ist ein mittelmäßiger Schüler, der sich in seiner Klasse hoher Beliebtheit durch soziale Intelligenz erfreut. Die meisten Jungen finden ihn toll und möchten ihn gerne zum Freund haben. Dabei ist Lukas ein ganz normaler Junge, der gerne Witze macht und in einem Fußballverein spielt. Auffallend an Lukas ist, dass er sich durch seine soziale Intelligenz im Klassengeschehen besonders gut auskennt. Sehr früh kannte er die Namen aller seiner Mitschüler und wusste auch schnell über ihre Vorlieben und Abneigungen Bescheid. Lukas ist kontaktfreudig und immer zu einem Schwätzchen aufgelegt, er verfügt über alles, was soziale Intelligenz ausmacht. Die Informationen, die er nebenbei durch die Gespräche bekommt, speichert er mühelos ab. Es interessiert ihn ganz einfach, was im Leben der anderen passiert. So entgeht es ihm auch nicht, wenn ein Mitschüler wütend, traurig oder hocherfreut ist. Er hat durch soziale Intelligenz ein gutes Gespür dafür, die richtigen Dinge zu sagen oder den anderen in Ruhe zu lassen. Dabei wirkt er jedoch nie bemüht, sondern stets selbstbewusst und ausgeglichen.

Soziale Intelligenz fördern: Marie ist unbeliebt, was läuft schief?

Marie ist in der gleichen Klasse und hat große Probleme mit ihren Mitschülerinnen, da sie nicht über genügend soziale Intelligenz verfügt. Mit niemandem hat sie sich wirklich anfreunden können, denn schon nach kurzer Zeit ziehen sich die anderen Mädchen von ihr zurück. Bei Marie fällt auf, dass sie kein Gespühr für aktuelle Trends hat und sich mit ihnen auch nicht auseinandersetzt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und teilt mit den anderen weder das Interesse für bestimmte Musik, noch für moderne Kleidung oder angesagte Fernsehserien. Soziale Intelligenz hat Marie sich noch nicht antrainiert. Auch die aktuellen Themen des Schultages beschäftigen Marie nicht. Oft bekommt sie gar nicht mit, was die anderen Mädchen brennend interessiert. Wenn sie sich an Unterhaltungen beteiligt, findet sie meist weder den richtigen Zeitpunkt noch das richtige Thema. Und wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung läuft, kann Marie das Problem nicht ausdiskutieren, sondern ist schnell eingeschnappt und entzieht sich der Situation. Dieses Verhalten ist typisch für Kinder, die nocht nicht über genügend soziale Intelligenz verfügen.

Die soziale Intelligenz wird in der Familie geprägt

Meistens spiegelt sich das schulische Verhalten der Kinder bezüglich der sozialen Intelligenz auch in der Familie wider. Kinder, die ihre Gefühle nicht ausdrücken können, die nicht in der Lage sind, Probleme gewaltfrei zu lösen oder die vom emotionalen Zustand anderer nichts mitbekommen, werden auch im Umgang mit den Klassenkameraden Schwierigkeiten haben. Mit der Checkliste im Abonnenten-Teil können Sie überprüfen, inwieweit Ihr Kind soziale Intelligenz besitzt und damit gut gerüstet für den Umgang mit anderen Menschen ist.

Checkliste: Soziale Intelligenz (ja / nein)

  • Hat Ihr Kind häufig Wutanfälle?
  • Fängt Ihr Kind leicht an zu weinen?
  • Geht Ihr Kind rücksichtslos mit Spielzeug oder anderen Dingen um?
  • Lügt Ihr Kind häufig?
  • Schlägt Ihr Kind Sie manchmal?
  • Sucht Ihr Kind ständig nach Beachtung?
  • Hat Ihr Kind keine beständige Freundschaft zu anderen Kindern?
  • Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, seine Meinungen und Wünsche mitzuteilen?
  • Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, anderen zuzuhören und ihre Motive und Absichten zu verstehen?
  • Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, Anregungen oder Kritik anzunehmen?
  • Hat Ihr Kind immer wieder Probleme, in der sozialen Gruppe zurecht zu kommen?
  • Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, sich je nach Situation angemessen zu verhalten?

Auswertung: Wenn Sie mehr als 5-mal „ja“ in der Checkliste angekreuzt haben, ist die soziale Intelligenz Ihres Kindes noch ausbaubar. Versuchen Sie, seine Fähigkeit im Umgang mit anderen durch unsere Spieltipps zu verbessern.

PC und Fernsehen sind soziale Intelligenzkiller

Den Umgang mit anderen Menschen lernt ein Kind nicht vor dem Bildschirm. Der Austausch mit echten Personen und der Umgang mit anderen Kindern ist eine absolute Notwendigkeit dafür, Gestik, Mimik und Gefühle zu lesen und zu interpretieren. Kein Bildschirm kann den Eindruck eines echten Menschen erreichen, der nicht nur durch die Augen und Ohren, sondern auch durch die Interaktionen entsteht. Je seltener Kinder Situationen ausgesetzt sind, in denen sie sich intensiv mit anderen Personen arrangieren müssen, desto weniger wird ihre soziale Intelligenz gefördert.

So trainieren Sie zu Hause die soziale Intelligenz Ihres Kindes

1. Begrenzen Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes und achten Sie darauf, dass es Kontakte zu anderen hat. Es muss nicht immer ein Hobby sein, bei dem Ihr Kind einem Verein beitritt. Manche Kinder haben dazu einfach keine Lust, das können Sie ruhig tolerieren. Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind ausreichend Möglichkeiten hat, mit anderen Kindern zu spielen. Das gegenseitige Besuchen von Freunden ist dabei ebenso sinnvoll wie der Fußballverein, die Ballettgruppe oder die Kampfsportgruppe. Auf keinen Fall sollte Ihr Grundschulkind jeden Nachmittag zu Hause alleine vor dem Fernseher oder dem PC verbringen.

2. Üben Sie alternative Lösungsvorschläge zu finden, zum Beispiel mit einem Rollenspiel. Wählen Sie dazu eine familiäre Situation zwischen Ihrem Kind und einem Elternteil aus oder zwischen Geschwistern, die in der Vergangenheit zu Konflikten geführt hat. Spielen Sie die gleiche Situation nun mit verteilten Rollen. Beispiel: Leon will abends noch einen Comic lesen, seine Mutter besteht aber darauf, das Licht auszuschalten. Diese Situation wiederholt sich häufig und nicht selten fallen dabei laute Worte oder fließen Tränen, weil beide Parteien nicht gut auf die Bedürfnisse des anderen eingehen können. Das Spiel mit verteilten Rollen macht deutlich, wie sich der je-weils andere in seiner Situation fühlt. So können viel leichter Lösungsvorschläge gemacht werden, die dazu führen, dass sowohl Leon als auch seine Mutter ein bisschen gewinnen. Leon hat gleich eine Menge Vorschläge, wie seine Mutter künftig reagieren könnte.

  • Die Schlafenszeit wird generell um eine halbe Stunde hinausgeschoben.
  • Das Abendessen findet früher statt.
  • Leon darf jeden zweiten Abend etwas länger lesen, dafür macht er auch kein Theater mehr an den Abenden, wo er pünktlich ins Bett geht.

3. Trainieren Sie spielerisch, die Reaktionen auf bestimmte Handlungen vorauszusagen. Dieses Spiel können Sie wunderbar unterwegs machen, zum Beispiel wenn Sie mit Ihrem Kind einkaufen sind. Als Möglichkeiten bieten sich z. B. die folgenden Fragen an:

  • Was wäre, wenn die Kassiererin eine Ware des Kunden öffnet, zum Beispiel einen Schokoriegel, und sich davon ein Stück genehmigte. Welche Reaktionen kannst du dir vorstellen?
  • Was wäre, wenn die Schaufensterpuppen echte Menschen wären. Jedes Mal wenn ein Kunde sich ein Kleidungsstück ansieht, bewegt sich die echte Schaufensterpuppe und gibt einen Kommentar ab: „Die Hose würde Ihnen aber wunderbar stehen!“ Wie verhielte sich der Kunde?
  • Was wäre, wenn das Mädchen im Bus nicht nur leise vor sich hin summen würde, sondern guter Laune sein Lieblingslied laut hinausschmettern würde? Wie würden die anderen Leute im Bus wohl reagieren?

4. Sprechen Sie über Reaktionen und stellen Sie sich alternative Szenarien vor. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, familiäre Interaktionen etwas genauer zu betrachten. Sprechen Sie diese Vorkommnisse nach einer bestimmten Zeit mit Ihrem Kind noch einmal durch. Fragen Sie nach:

  • Was meinst du? Hätte Papa heute Morgen auch anders reagieren können, als wir gemerkt haben, dass der Wecker eine halbe Stunde zu spät geklingelt hat? Welche Reaktionen hättest du dir gewünscht?
  • Was meinst du? Auf die Note vier in deinem Diktat habe ich ein bisschen enttäuscht reagiert. Das hast du sicher gemerkt? Wie hätte ich mich deiner Ansicht nach auch verhalten können?
  • Als unsere Rennmaus gestorben ist, war ich ein paar Tage lang nicht besonders nett zu dir. Ich war traurig und wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Was meinst du? Wie hätte ich es besser machen können?

Das gemeinsame Spiel fördert die soziale Intelligenz

Eine große Vielzahl von Fähigkeiten werden während der gesamten Kindheit durch das gemeinsame Spiel gefördert. Das gilt auch für die soziale Intelligenz, denn in einem Gesellschaftsspiel müssen Regeln beachtet, Konflikte verbal ausgetragen, Rücksicht auf den anderen genommen und Niederlagen akzeptiert werden. Ihr Kind entwickelt beim Spielen soziale und psychische Fähigkeiten, sein Selbstvertrauen und seine Identität. Es misst seine Kräfte und lernt, sich und andere einzuschätzen. Diese Kompetenz wird auch im echten Leben Tag für Tag gefordert.

Soziale Intelligenz ist auch ein Stückchen Talent

Trotz aller Übungen und spielerischen Trainings gibt es Kinder mit mehr oder weniger stark ausgeprägter sozialer Intelligenz. Wie bei anderen Fähigkeiten auch ist eine genetische Basis bei jedem Menschen vorhanden. Aufbauend auf dieser Grundausstattung kann Ihr Kind mehr oder weniger große Erfolge im zwischenmenschlichen Kontakt verbuchen. Es ist eine knifflige Angelegenheit und nicht immer leicht, die sozialen Codes unterschiedlicher Situationen richtig zu erkennen. Dies gelingt auch Erwachsenen nicht immer. Ein Lächeln ist nicht immer ein Lächeln, es kommt nämlich ganz auf den jeweiligen Kontext an. Ein Lachen oder Lächeln kann beispielsweise freundlich, ironisch, abwertend, kritisch, falsch oder hämisch gemeint sein. Diesen zwischenmenschlichen Code zu entschlüsseln gelingt manchen Kindern leichter und manchen eben nicht so gut.

  • Mein Spieltipp: Nehmen Sie sich ein Fotoalbum und schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Bilder an. Versuchen Sie, anhand der Gesichtsausdrücke die Emotionen der Menschen einzuschätzen: Wut, Ärger, Angst, Trauer, Hoffnung etc. Das gleiche können Sie auch mit Zeitschriften oder eingefrorenen Fernsehbildern machen.

Dass Eltern leiden, wenn sie merken, dass ihr Kind unbeliebt ist , ist verständlich. Vor allem, wenn man weiß, wie wichtig für die Kinder selbst ein funktionierendes Sozialleben ist. Eine Studie des Münchner Instituts für Jugendforschung ergab, dass schon Kinder vor allem Freunde für das Allerwichtigste im Leben halten.

Kann ich etwas dafür tun“, fragt eine Mutter, „dass mein Kind nicht zum Außenseiter wir dass es Freunde findet, Freundschaften knüpft? Und eine andere will wissen, welche Eigenschaften es denn sin die ein Kind beliebt oder unbeliebt werden lassen. Dann muss plötzlich das Kind seine Eltern trösten. Und bleibt mit seinem Kummer allein. Grundsätzlich sind alle Feststellungen, die uns oder unserem Kind einen Schrecken einjagen, in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Vern Sie, anhand der Gesichtsausdrücke die Emotionen der Menschen einzuschätzen: Wut, Ärger, Angst, Trauer, Hoffnung etc. Das gleiche können Sie auch mit Zeitschriften oder eingefrorenen Fernsehbildern machen. Hilfee, mein Kind ist Unbeliebt ! Ich habe aber ein richtiges und sehr nervendes Problem mit meiner kleinen. Viele werden das jetzt als sehr normal empfinden und auch sagen, dass das noch normal in diesem alter sei ABer ist es nicht. Vielfach fühlen sich Kinder unbeliebt , obwohl sie es gar nicht sind.

So interpretieren sie Dinge in das Verhalten anderer, die gar nicht gegeben sind. In der Psychologie nennt man diesen Vorgang Gedankenlesen. Klasse und ist eher ein Ausenseiter. Mein Sohn Jahre alt, geht in die 6. Was genau darf die Lehrerin uns nicht sagen.

Bei ihm ist immer ein Integrationshelfer. Er und mein Sohn käbbeln sich gern mal aus Spaß in der Pause, aber dieser Junge geht sehr oft viel zu weit. Dazu muss ich sagen, dass sie autistische Züge hat, die die anderen nicht verstehen.

Sohn ist und benimmt sich auch fast immer unmöglich. Ich habe mir oft Vorwürfe gemacht,aber dann bekam ich eine Tochter(jetzt 6) und sie habe ich genau so erzogen -also sie ist ein gutes ,vorzügliches Kind ! Nicht alles liegt an Erziehung,nicht immer sind die Eltern schuldig! All jenen, die sich in ihrem Körper nach der Schwangerschaft nicht besonders wohl fühlen, die permanent ein Kind an der Brust haben und nicht oben drauf noch Nähe vom Partner ertragen, die ihn gar hassen, nur weil er arbeiten darf, während sie selbst daheim mit Kind den Haushalt schmeißen: Ihr dürft das alles fühlen.

Mein Kind macht sich äusserst unbeliebt. Lieber Dennis, wenn mein Kind seine Gefühle äußert, ist das wunderbar. Es zeugt von einem starken Selbstbewusstsein und der Tatsache, dass es weiß, was es will. Es scheut sich nicht, das zu äußern und ist in der Lage für seine Bedürfnisse und Wünsche zu kämpfen und einzustehen.

In der Schule gibts ständig Zoff, wenn er zu Freunden geht, kann ich mir hinterher anhören, das er sich nicht benehmen konnte, im Judo steht er nur noch am Rand und darf nicht mitmachen und auch hier daheim ist ständig Zoff. Das Verhalten ist natürlich sehr schlecht und sie wird irgendwann – ich denke sehr schnell – merken das sie sich unbeliebt macht. Was tun, wenn das eigene Kind im Kindergarten unbeliebt zu sein scheint und sich schwer tut, Freundschaften zu schließen? Ich bin immer im regen Austausch mit den Lehrern. Hier ein paar Erziehungstipps.

Da heißt es, er weiß immer alles besser, mischt sich überall ein und macht sich somit sehr unbeliebt. Als wir dann letztes Jahr in Kur waren, gab es nach einer Woche erneut Probleme. Das Kind mit dem er sich angefreundet hatte, wollte aufmal nicht mehr mit ihm spielen. Ihr Kind schläft durch, ist top fit, beschäftigt sich selbst und sie haben den tollsten Sex mit Ihrem Partner?

Der sicherste Weg, sich bei Eltern unbeliebt zu machen Davon können viele junge Eltern ein Lied singen: Unter die zahlreichen guten (ungebetenen) Ratschläge mischen sich auch (unerwünschte) Kommentare zu den Kindern und der Erziehung. Ein paar Klassiker gefällig? Jedes dritte Kind ist durch schlechte oder unzureichende Ernährung gefährdet 2Millionen Mädchen und Buben unter fünf Jahren sind durch schlechte und unzureichende Ernährung gefährdet. Die Zahl der Betroffenen sei alarmieren warnt das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF. Zehn originelle Fakten, Tipps oder Ideen rund um ein Thema – lassen Sie sich jeden Morgen zehnfach.

Kinder fühlen sich in Gruppen von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten sehr wohl. Wenn sich diese Gruppe gegen das Kind stellt, sind die Eltern gefragt. Aber ich finde trotz allem hat jedes Kind das Recht, sich in der Schule und auf dem Weg dorthin wohl zu fühlen. Sie die klare Erwartung, dass Ihr Kind etwas dazu beiträgt, dass es dem besagten Kind wieder besser geht: „Weißt du, ich glaube jeder einzelne kann etwas tun, wenn ein anderes Kind traurig oder bedrückt ist.

Sprüche, die Mütter anderen Müttern reindrücken „Was für ein Name! Dinge, die Sie beim ersten Babybesuch falsch machen können. Hüten Sie sich davor, vor anderen mit Ihrem Kind zu prahlen.

Ruby hat mit meine beste Freundin Leo wegenommen und jetz bin ich total unbeliebt und ich werde total gemobbt und sogar meine Schwester Xenia hasst mich. Und wo ich ich mit Leo befreundet war war ich schon beliebt.

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Das Gefühl unbeliebt zu sein, kann lähmend wirken. Wie du da wieder rausfindest und was du über Schulangst wissen solltest.

Es beginnt schleichend: Du hast das Gefühl die Anderen würden hinter deinem Rücken über dich sprechen. Bei Gruppenarbeiten im Unterricht bist du häufig eine der letzten Personen, die in eine Gruppe aufgenommen wird. Es haben sich vielleicht schon Mitschülerinnen und Mitschüler über irgendetwas an deinem Aussehen oder Auftreten lustig gemacht.

Die gute Nachricht zuerst: Das ist JEDER Person schon so gegangen. Eine Jede und ein Jeder kennt die oben beschriebenen Situationen. Selbst diejenigen, von denen du glaubst, sie seien Jedermanns Liebling. Nichtsdestotrotz kann es sein, dass du von deinen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden bewusst ausgeschlossen wirst. Wenn der Schultag zum Spießrutenlauf wird und du das Gefühl hast, keiner würde dich ernst nehmen, kann es passieren, dass du eine ausgewachsene Schulangst entwickelst. So nennen Psychologinnen und Psychologen dieses Phänomen, in dem man lieber überall anders als in der Schule wäre. Du brauchst jedoch nicht verzweifeln, es gibt Möglichkeiten, diese negativen Gefühle nach und nach abzubauen und wieder mehr Selbstvertrauen zu gewinnen.

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Nimm dich selbst ernst

Auch wenn die anderen Kinder und Jugendlichen vielleicht irgendetwas an dir nicht so toll finden: Du solltest dich so akzeptieren und gut finden, wie du bist. Denn nur, wenn du dich selbst akzeptierst, kannst du auch Selbstbewusstsein ausstrahlen. Das imponiert deinen Mitschülerinnen und Mitschülern und führt langfristig zu mehr Anerkennung. Dabei solltest du natürlich darauf achten, mit deinem Verhalten niemand anderes zu verletzen, indem du dich z. B. über ihn oder sie lustig machst. Aber sich mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen, ist das Beste, was du tun kannst.

Konzentriere dich auf deine Stärken und baue sie aus

Du hast für dich angenommen, dass deine Mitschülerinnen und Mitschüler dich in einer bestimmten Situation ausgrenzen. Dann kannst du als Nächstes versuchen, die positiven Aspekte darin zu finden: Du kannst dich auf dich konzentrieren. Du kannst eigene Ziele verfolgen und deine Stärken weiter hervorbringen. Du erkennst schneller, wer dir wirklich gut gesonnen ist und wer nur so tut, um selbst einen Vorteil daraus zu erhaschen.

Gib dir Zeit und sei mutig

Egal, wie unangenehm es vielleicht wirken mag: Versuche regelmäßig in die Schule zu gehen. An jedem Tag, an dem du dich nicht in die Schule wagst, wird die Angst davor, ausgeschlossen zu werden, noch größer. Dabei kannst du jeden neuen Schultag nutzen und dich schrittweise aus deinem Gedankentief herausarbeiten. Nimm dir wochenweise vor, kleine Zwischenschritte zu erreichen, z. B. dich im Unterricht zu melden, eine Hausaufgabe vorzutragen, jemandem im Schulalltag zu helfen, indem du z. B. einen Stift leihst, oder eine sympathische Person anzusprechen, ob ihr zusammen die Gruppenarbeit lösen wollt. Das ist dann bereits ein großer Schritt.

Sprich mit Vertrauenspersonen

Merkst du, dass du eine unangenehme Situation nicht mehr selbst ändern kannst, zieh dich daraus zurück. Du musst nicht um jeden Preis leiden. Ist es im Unterricht schwer sich dem zu entziehen, bitte deinen Lehrer oder deine Lehrerin um ein kurzes Gespräch unter vier Augen und erkläre, warum du jetzt gern lieber etwas anderes machen möchtest. Ist dein Lehrer oder deine Lehrerin nicht deine Vertrauensperson, suche dir Hilfe bei der Schulpsychologin / dem Schulpsychologen, dem Vertrauenslehrer / der Vertrauenslehrerin oder der Schulleiterin / dem Schulleiter. Sie können dir weiterhelfen, eine andere Lösung für dein Problem zu finden. Wenn du selbst nicht weißt, wie du vorgehen sollst, bitte deine Eltern um Hilfe.

Weitere Tipps haben wir in diesem Artikel zum Thema Schulangst gesammelt.

Mobbing in der Schule

2. Artikel: Mobbing in der Schule (Stangl-Taller)

Allgemeine Definition von Mobbing

Mobbing kommt vom englischen „mob“ für Meute, randalierender Haufen; „to mob“ heißt pöbeln. Doch nicht jeder Krach, jede Streiterei, Schikane oder Ungerechtigkeit ist Mobbing.

Der Begriff des „Mobbings“ bezeichnet eine Art Psychoterror, also einen Prozeß der systematischen Ausgrenzung und schwerwiegende Erniedrigung eines anderen Menschen, die von einer oder mehreren Personen fortwährend betrieben werden, was meist auch unter der Rubrik „Machtmissbrauch“ einzuordnen ist. Diese feindseligen Handlungen geschehen mit einer gewissen Regelmäßigkeit, also mindestens einmal die Woche und über eine bestimmte Dauer, d.h. mindestens ein halbes Jahr.

Der Begriff des Mobbing wurde in der Verhaltensforschung geprägt, dann in der Schulpsychologie (der schwedische Arzt Heinemann) und später allgemein benutzt. Heute wird der Begriff Mobbing überwiegend angewendet, um psychische Gruppengewalt im Arbeitsleben zu charakterisieren. Im Spiegel gab es 1997 einen Artikel mit der Überschrift „Was da abläuft, ist extrem“ und befasste sich mit der Problematik des Mobbing in der Schule.

Das Problem

Seit Jahren wird behauptet, daß die „Gewalt“ in der Schule „ständig zunimmt“, „immer brutaler“, „hemmungsloser“ oder „entregelter“ wird (Krumm & Lamberger-Baumann, 1996). In der empirischen Literatur finden sich hingegen eher „Entwarnungen“ als Bestätigungen dieser Behauptung. Früher hieß es „triezen“, „schikanieren“ oder „fertig machen“. Heute heißt es „Mobbing“ und ist durch diese Bezeichnung stärker in das Problembewusstsein der Menschen eingedrungen. Im Fernsehen werden Gesprächforen angeboten, es gibt viele Ratschläge und Selbsthilfe-Gruppen, Anlaufstellen und Beratungsstellen für Menschen, die gemobbt werden.

Mobbing in der Schule steht also für böswillige und bewusste Handlungen, die zum Ziel haben, den Mitschüler oder die Mitschülerin „fertig“ zu machen. Unter Fachleuten wird davon ausgegangen, dass einer von zehn Schülern in der Schule ernsthaft gemobbt, d. h. schikaniert wird und mehr als eine(r) von zehn schikaniert selber. Dieses Bild spiegelt sicherlich die harte Realität in der Schule wider, wobei sich nach einem Artikel des „Spiegel“ verschiedene Arten des Mobbings aufzeigen lassen:

  • Mobbing durch körperliche Gewalt wie Verprügeln, Sachbeschädigung, Erpressung oder Nötigung.
  • Verbales Mobbing: Schüler wegen ihres Verhaltens, ihres Aussehens, ihres in der Mode nicht up-to-date-Seins, ihrer Schulleistungen meist mit sehr bissigen Bemerkungen belegt. Dies geschieht auf dem Schulhof, wie auch im Unterricht selbst. Dies geschieht von Klassenkameradinnen(en) genauso wie von Lehrern. Die mildeste Methode dieses Mobbings ist das Lästern hinter dem Rücken, vieles geschieht aber auch direkt und laut. Äußerungen von Lehrern wie: „Aus dir wird nie etwas! Du bist so dumm wie Bohnenstroh!“ gehören zu solchem verbalen Mobbing ebenso, wie das Geraune und entnervte Stöhnen, wenn jemand etwas nicht versteht und sich mehrfach erklären lässt.
  • Das stumme Mobbing: Stillschweigendes Verachten, links Liegenlassen, Nichtbeachten bis Verachtung und Ausschluß aus der Gemeinschaft u. ä. ist in den Klassen und den Kursen recht normal. Diese Form ist demütigend und verletzend.

Von Mobbing betroffen sind Schülerinnen wie Schüler gleichermaßen. Die Herkunft spielt keine entscheidende Rolle, auch nicht der Bildungsgrad. Psychologische Studien ergaben keine einheitlichen Persönlichkeitsstrukturen, weder bei gemobbten noch bei mobbenden Personen. Eine Schüler-Initiative beschreibt im Internet:

„Eigentlich sollte die Schule ja ein Ort sein, an dem man sich wohlfühlt. Leider gilt das nicht für alle Schüler. Manche beschleicht schon am Wochenende oder am Morgen ein flaues Gefühl, wenn sie an die nächste Schulstunde denken. Der Grund hierfür sind nicht immer schlechte Noten, oftmals werden einzelne Schüler von ihren Klassenkameraden zuerst ausgeguckt und dann schikaniert. Meist stehen sie dann ganz alleine, weil ihnen niemand hilft und andere Kinder es sich nicht getrauen einzuschreiten. Lehrer merken oft nichts von diesen Vorgängen oder wollen sich nicht einmischen.“

Als besonders gefährdete Personen gelten SchülerInnen, die sich durch ein oder mehrere Merkmale von der Klasse abheben, z.B. durch eine Behinderung, die Sprache, einen anderen Sozialstatus, äußere Auffälligkeiten wie Kleidung, Haare, Verhalten z.B. ein Nichtraucher unter Rauchern oder umgekehrt oder weltanschauliche Ansichten. Auch die besonders Engagierten und Leistungsorientierten sowie die eher Introvertierten gehören häufig dazu.

Aber für die Täter müssen Überlegungen angestellt werden, denn diese entwickeln sich bei fortgesetztem aktivem Bullying mit einer um den Faktor vier erhöhten Chance zur späteren Straffälligkeit (Olweus 1993), weil die schon früh erworbenen oder konditionierten Strategien des Durchsetzens eigener Ziele mit aggressiven Mitteln kontinuierlich verstärkt werden, wenn nicht ein eindeutiges und konsequent verfolgtes System von Regel oder Sanktionen entgegengesetzt wird. Wer hier als Erwachsener seine Aktivität auf das Zuweisen von Verantwortlichkeit auf andere beschränkt, muß konsequenterweise mit den Folgen wachsender Aggressivität leben.

Wenn man Jugendliche befragt, fühlen sie sich oft von LehrerInnen seelisch mehr bedroht als von MitschülerInnen. Auch viele Erwachsene erzählen später im Rückblick weniger über mobbende oder aggressive Klassenkameraden als über solche LehrerInnen, unter denen sie gelitten haben. Nicht wenige erinnern sich noch nach Jahren mit Unbehagen, Angst oder Wut, wie sie unter schulischen Demütigungen litten. Manche berichten sogar, wie seelische Verletzungen sie dauerhaft beeinträchtigten., sodass die Schule für manche Kinder zum Schicksal werden kann. Jugendliche berichten von der Macht jener Lehrer, die sie mit missglückten Arbeiten vor der ganzen Klasse bloßstellen, sie vor den MitschülerInnen verächtlich machen, auslachen, ihre Noten öffentlich triumphierend bekannt geben, Kinder mit ironischen Bemerkungen beleidigen, sie ungefragt aufrufen (drannehmen), sie in eine peinliche Situation versetzen, sich abfällig über die „Dummheit“ einzelner Kinder äußern.

Eltern und LehrerkollegInnen fehlt aber oft der Mut, sich einzumischen, vielmehr wird Vieles geduldet, um den dann befürchteten Konflikt zu vermeiden. Mit Mut für Schulkinder einzutreten, fällt manchen Erwachsenen auch deshalb besonders schwer, da in vielen von ihnen die Autoritätsängste aus der eigenen Schulzeit tief verwurzelt sind.

Was ist alles Mobbing?

Zu den aktiven und körperlichen Mobbinghandlungen gehören

  • die körperliche Gewalt in unterschiedlichem Ausmaß,
  • die Erpressung von sogenannten Schutzgeldern,
  • der Diebstahl oder die Beschädigung von Gegenständen des Opfers,
  • das Zerstören des im Unterricht erarbeiten Materialien,
  • das Beschädigen und Stehlen von Kleidungsstücken und Schulmaterial,
  • das Knuffen und Schlagen auf dem Pausenhof und in den Gängen,
  • sexuelle Belästigungen.

Zu den passiven und psychischen Mobbing-Handlungen gehören

  • das Ausgrenzen von Schülerinnen und Schülern aus der Schulgemeinschaft,
  • das Zurückhalten wichtiger Informationen,
  • das Auslachen,
  • verletzende Bemerkungen,
  • ungerechtfertigte Anschuldigungen,
  • das Erfinden von Gerüchten und Geschichten über den Betroffenen (zunächst Diskriminierungen hinter dem Rücken, später umso offener),
  • das Verpetzen,
  • die Androhung von körperlicher Gewalt,
  • das Ignorieren und Schneiden des Opfers (stummes Mobbing).

Esther Lauper (2001) liefert eine detailierte Liste der möglichen Erscheinungformen

von SchülerInnen ausgehend

  • Hinter dem Rücken wird von jemandem schlecht geredet
  • Man fügt jemandem regelmässig Schaden zu (z. B. Hefter verschwinden lassen, Velo auseinandernehmen …)
  • Jemand wird vor andern lächerlich gemacht, blossgestellt
  • Ausschluss von sozialen Verbindungen und Anlässen, z. B. jemand wird nie zu einer Party eingeladen, darf nicht mitspielen, bei einer Gruppenarbeit nicht mitmachen …
  • Es werden falsche Gerüchte über eine Person verbreitet
  • Es werden Gerüchte über die Eltern, Herkunft u. ä. verbreitet
  • Man lässt jemanden nicht zu Wort kommen
  • Man macht sich über etwas Persönliches lustig (Nase, Frisur, Behinderung, Körperformen, …)
  • Es werden Andeutungen gemacht
  • Durch ständige Kritik wird Druck ausgeübt
  • Mitschüler/innen werden angepinkelt oder gezwungen, den Urin eines andern zu trinken
  • Mitschüler werden gehindert, nach Hause zu gehen.
  • Schuhe oder Kleidungsstücke von Mitschülern werden versteckt oder zerstört
  • Die Schulsachen werden beschädigt oder zerstört (z. B. Seiten zusammenleimen, Seiten herausreissen …)
  • Die Schulsachen u. a. werden mit Kacke beschmiert
  • Kinder, die sich mit dem Mobbing-Opfer solidarisieren werden unter Druck gesetzt
  • Ein Kind und sein Anliegen wird nicht ernst genommen
  • Wenn ein Kind fehlt, zu sagen, dass es schwänze
  • Briefliche Demütigungen mit Worten und Zeichnungen
  • Sexuelle Diffamierungen, Verleumdungen, Anspielungen und Provokationen. Auch sexuelle Übergriffe als Mittel der Demütigung
  • Andere körperliche Übergriffe wie stossen, schlagen, kneifen, pla-gen, treten, Bein stellen, streicheln, tätscheln …
  • Geheimnisse werden systematisch herumerzählt
  • Andere Kinder werden zu aggressiven Taten gegen das Mobbing-Opfer aufgehetzt
  • Schadenfreudiges Lachen und Auslachen
  • Jemand wird permanent als dumm hingestellt
  • Jemand wird beschimpft und beleidigt
  • Pseudowahrheiten oder Peinlichkeiten verbreiten, in die Klasse tragen
  • Spott
  • Erpressung (von Geld, Schweigen, andere Leistungen wie Znüni bringen…)
  • Bedrohung, Gewaltandrohung (mit und ohne Waffen)
  • Verletzungen
  • vorsätzlich zufügen als Mittel der Demütigung

von LehrerInnen ausgehend

  • Vor Übertritten wird eine folgende Lehrperson negativ beeinflusst („vor-informiert“)
  • Die Lehrperson stellt einen Schüler immer wieder bloss
  • Abschätzige Gesten, abwertende Blicke
  • Die Lehrperson witzelt über eine Schülerin
  • Die Lehrkraft gibt einen Spitznamen
  • Eine Lehrperson fragt immer dann nach einer Antwort, wenn sie weiss, dass der Schüler keine Antwort geben kann
  • Die Schülerin wird regelmässig übergangen, wenn sie sich selber meldet
  • Es werden Andeutungen zu den Eltern gemacht
  • Demütigungen in Worten und bezüglich verlangten Handlungen
  • Privates wird vor die Klasse gezogen, die Intimsphäre wird verletzt
  • Man lässt jemanden nicht zu Wort kommen
  • Probleme werden ignoriert, weggeredet, als inexistent dargestellt
  • Schuldzuweisung gegenüber dem Mobbing-Opfer
  • Durch ständige Kritik wird Druck ausgeübt
  • Eine Person wird nie gelobt
  • Eine Person kriegt Noten, die nicht der Leistung entsprechen
  • Ein Schüler wird gezwungen, Arbeiten auszuführen, die sein Selbstbewusstsein verletzen, oder die ihn vor der Klasse demütigen
  • Übertriebene Strafen ohne Relation zum sonstigen Strafverhalten der Lehrperson
  • Unangemessenes Drohen mit Konsequenzen
  • Das Lob, das das Kind verdienen würde, wird an andere weitergegeben
  • Verbale Beschimpfungen (z. B. Du bist eine halbtote Fliege)
  • Unwahre oder massiv übertriebene Aussagen werden gegenüber den Eltern über das Kind gemacht
  • Unzulässige oder schikanöse Vergleiche anstellen, verbunden mit einer Vorwurfshaltung
  • Hilfe verweigern
  • Schülerin nicht ernst nehmen
  • Spitznamen geben, auch Spitznamen übernehmen, die die Schüler sich geben
  • Schutz verweigern
  • Schutzzone verweigern
  • Körperliche Übergriffe wie treten, stossen, kneifen, schlagen, berühren, klopfen

Unangenehme Erfahrungen mit Lehrern

Ob sich Schüler durch eine Handlung eines anderen ‚gekränkt‘ oder ‚verletzt‘ fühlen, hängt von ihrer Situationsinterpretation, dem Verhältnis zum Angreifer, ihrer Empfindlichkeit u. ä. ab. Dennoch ist zunächst einmal der bekundete Kummer oder Schmerz durch den Angriff zu akzeptieren, unabhängig davon, ob er von einem Mitschüler oder von einem Lehrer ausging, und auch unabhängig von den Motiven der Täter. Selbst wenn die Handlung etwa eines Lehrers eine Reaktion auf einen Angriff, eine Unverschämtheit oder ‚Herausforderung‘ ist, muß die erlebte Verletztheit akzeptiert werden. Sie ist dann Ausdruck dafür, daß es dem Lehrer nicht gelang, dem Schüler verständlich zu machen, daß er auf eine Normverletzung des Schülers berechtigt mit ‚Gewalt‘ reagierte.

Es handelt sich bei den bekundeten Kränkungen nicht nur um solche, die schnell vergessen werden. Die ‚Generationenvergleiche‘ von Karazman-Morawetz & Steinert (1995b) zeigen es. Die Autoren haben den drei Altersgruppen neun Fragen gestellt:

Tabelle: Unangenehme Erfahrungen mit Lehrern in der Grundschule (GS) und in weiterführenden Schulen (WS) nach Altersgruppen und Geschlecht. Zustimmungen in Prozent

männlich

weiblich

Jugend

Erwachsene bis 40 Jahre

Erwachsene bis 60 Jahre

Jugend

Erwachsene bis 40 Jahre

Erwachsene bis 60 Jahre

GS

WS

GS

WS

GS

WS

GS

WS

GS

WS

GS

WS

vom Lehrer beleidigt

vom Lehrer beschimpft, angeschrien

vom Lehrer verspottet, bloßgestellt

vom Lehrer geschlagen

vom Lehrer ungerecht behandelt

Lehrer körperlich zudringlich

vom Lehrer ständig nicht beachtet

vom Lehrer Schuldgefühle gemacht

vom Lehrer schikaniert

alles nein

Ein großer Teil der Befragten erinnert sich an Kränkungen durch Lehrer auch aus der Grundschulzeit, also Kränkungen, die durchschnittlich 10, 22 und 40 Jahre zurückliegen. Mit der Entfernung von der Schulzeit werden die Zahlen kleiner: Die weniger schlimmen Erfahrungen werden wohl vergessen – es gibt aber Erfahrungen mit ‚Gewalt‘, Mobbing oder Schikane durch Lehrer, die nie vergessen werden!

Folgen von Mobbing

Experten schätzen, dass etwa 20 % der jährlichen Selbstmordfälle durch Mobbing ausgelöst werden. Mobbing in der Schule kann also sehr negative Folgen für den weiteren Lebensweg der betroffenen Schüler(innen) haben, nicht nur für die Opfer, sondern auch für die Täter. Häufig kommt es vor, dass die Täter noch unbeliebter in der Gemeinschaft sind als die Opfer, dass nur die Angst vor ihnen den Ausschluss aus der Gruppe verhindert.

Im überwiegenden Teil der Mobbing-Fälle sprechen Kinder und Jugendliche weder mit Eltern noch mit Lehrern über das Problem. Die Opfer haben Angst als Verräter und Petzer dazustehen und dann noch mehr Repressalien ausgesetzt zu sein. Die Täter haben Angst vor Bestrafung.

Mobbing kann in jeder Klasse auftreten, wobei die Häufigkeit des Auftretens ja abhängig ist von dem Phänomen der sozialen Gewalt und dem Sozial-Klima in der Klasse. Stimmt das Sozial-Klima in der Klasse, gibt es nur in seltenen Einzelfällen „Mobbing“, d. h.: je offener eine Klasse, Lehrer(innen) sowie Schüler(innen) mit dem Thema umgehen, desto geringer ist das Klima für „Mobbing“.

Da das Mobbing häufig aus zwischenmenschlichen Problemen resultiert, Mobbing deren Konsequenz ist, bildet Mobbing oft den Ausgangspunkt für eine kriminelle Karriere. Dies insbesondere dann, wenn die zwischenmenschlichen Probleme nicht thematisiert und anders gelöst werden können.

Deutliche Warnzeichen dafür, das Kinder gemobbt werden, können sein:

  • Die Kinder gehen nicht mehr allein in die Schule (der größte Teil des körperlichen Mobbings spielt sich auf dem Schulweg ab).
  • Die Kinder möchten gar nicht mehr in die Schule.
  • Häufiges Klagen über Kopfschmerzen.
  • Die Leistungen lassen rapide nach.
  • psychosomatische Symptome
  • zunehmende Isolation
  • verschwindendes Selbstbewusstsein und Absinken des Selbstwertgefühls

Studien haben gezeigt, dass von den Langzeitfolgen her Mädchen unter Mobbing in der Schule leiden als Jungen. Für Mädchen ist die Re-Integration in die Gemeinschaft einfacher, männliche Mobbing-Opfer finden in der Schule oft keinen sozialen Rückhalt mehr. Sie haben Angst vor körperlichen Übergriffen und leiden unter von Angst belasteten oder fehlenden sozialen Kompetenzen im Erwachsenen-Alter.

Für die Täter, bei denen sich häufig ein fehlerhaftes Gerechtigkeitsbewusstsein schärft, sind kriminelle Laufbahnen nicht selten, wenn dieses Bewusstsein nicht korrigiert werden kann.

In einer schwedischen Untersuchung wurden eine Vielfalt von psychosomatischen Beschwerden bei Mobbing-Opfern gefunden, die zur Information einmal aufgelistet werden sollen:

  • grübelnde Gedanken-Verläufe, wie Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Niedergeschlagenheiten, Apathie, Initiativlosigkeit, Gereiztheit, Ratlosigkeit, Aggressionen, Gefühle der Unsicherheit, Übersensibilität
  • psychosomatische Symptome wie Alpträume, Bauchschmerzen, Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kloß im Hals, Weinen, Einsamkeit, Kontaktarmut
  • Erschreckenssymptome, wie Druck auf der Brust, Schweißausbrüche, trockener Mund, Herzklopfen, Atemnot mit Asthma, Blutwallungen
  • Schmerzen des Rückens, des Nackens und der Muskeln
  • posttraumatische Störungen, insbesondere Schlafstörungen

Die Ursachen von Mobbing

Die Ursachen des Schulmobbings sind vielfältig. Dem Mobbing (zu mobben) liegen in der Regel Konflikte zugrunde, die unterschiedliche Auslöser haben können: Überforderung, Unterforderung, überzogenes Leistungsverhalten, Identifikationsverluste, gestörtes Klima an der Schule/in der Klasse.

In Schulklassen, in denen gestörte Lehrer-Schüler-Beziehungen herrschen, verschlechtert sich bald auch das Verhältnis der Schüler untereinander, sagt Ferdinand Eder, Dozent am Linzer Institut für Pädagogik und Psychologie. Ein Lehrer, der Schüler z. B. bloßstellt, gibt sie oft der Häme der Klassengemeinschaft preis. Auch Leistungsdruck paart sich mit schlechter sozialer Beziehung. Allerdings nutzt es hier wenig, einfach dem schlechten Lehrer Vorwürfe zu machen, der in der Regel in ein komplexes Schulsystem eingebunden ist. (z.B. Überforderung des Lehrers durch Personalmangel). Mobbing ist

  • ein Entlastungsventil für Aggressionen, wenn die Entlastung nicht anders ermöglicht oder die Aggressionen nicht verhindert werden können.
  • das Holen von Anerkennung, wenn sie nicht anders (zu Hause, in der Schule) gegeben werden kann.
  • Missbrauch von Macht (Lehrer und Eltern, Politiker und Sportler können dazu Vorbilder sein)
  • Angst, in der Schule zu versagen
  • für einige wichtig, die ein falsches Gemeinschaftsgefühl („Alle gegen einen“, „Gemeinsam sind wir stark“)
  • der Versuch, die eigenen Minderwertigkeitsgefühle an anderen auszulassen.
  • ist wahrscheinlicher, wenn die Täter selbst Mobbingopfer waren.

Die familiäre Situation von Kindern kann – wie gezeigt – auch für das Mobbing von der Schule von Bedeutung sein. Ein Beispiel:

„Die Bekleidung, nicht als Ursache, wohl aber als Auslöser, kann eine wichtige Rolle spielen. Die Altersschwelle für das Markenbewusstsein ist in den letzten Jahren merklich gesunken. Spätestens ab der 5. oder 6. Klasse müssen Markennamen auf Hosen, Rucksäcken oder Turnschuhen „stimmen“, sonst ist man nicht mehr „angesagt“. Ist es stimmig, ist man „cool“. Kleidung wird aber zunehmend auch zum sozialen Indikator für Gleichrangigkeit und Gleichförmigkeit. Das gleiche Äußere schafft Solidarität und gibt dem Einzelnen das Gefühl von Stärke. Wer nicht zu dieser Gruppe gehört, wer den Ansprüchen nicht genügt, wird zum Außenseiter. Hier schließt sich wieder der Kreis: Da viele Eltern ihren Kindern die in der Regel teueren Kleidungsstücke aus finanziellen Gründen heraus nicht kaufen können, wird der sozi-ökonomische Familienstatus eventuell schnell zur Mobbing-Grundlage.“

Auch „das Fremde“ oder „das Andere“ gehört zum Ursachen-Komplex für das Mobbing in der Schule. Unterschiede im Vergleich zur Mehrheit der jeweiligen Gruppe spielt eine Rolle: Die andere Nationalität, die andere Kultur, die andere Religion, die andere Sprache oder die andere Bekleidung können Mobbingverhalten begünstigen. Die Bekleidung spielt eine immer mehr wichtigere Rolle und die Altersschwelle für das Markenbewußtsein ist in den letzten Jahren gesunken, daß es sogar schon im Kindergarten beobachtet werden kann, aber spätestens ab der weiterführenden Schule müssen die Markennamen auf Hosen, Rucksäcken, Turnschuhen, Jacken, Pullovern und anderen Kleidungsstücken „stimmen“, sonst ist man nicht mehr „angesagt“ oder „cool“. Kleidung wird zunehmend zum sozialen Indikator, zum Erkennungszeichen untereinander. Uniformität des Äußeren unter Gleichgesinnten schafft Solidarität, gibt dem Einzelnen das Gefühl von Stärke. Es bilden sich bestimmte „Gruppenästhetiken“, wer diesen nicht genügt, wird schnell zum Außenseiter.

Die familiäre Situation, die soziale Situation, die Herkunft, bestimmte Verhaltensweisen oder Eigenschaften, soziale Indikatoren und ein oft nicht verbalisierter Verhaltenskodex, all das und noch ein größerer Facettenreichtum können es ausmachen, ob ein Schüler(in) auf der Sonnenseite oder auf der Opferseite manövriert.

Lösungen und Ratschläge

So vielfältig wie die Ursachen, die Symptome, die Folgen von Mobbing in der Schule sind, so vielfältig sind die Lösungsansätze. Lösungen finden sich einerseits in der Persönlichkeitsstärkung und der Stärkung in der sozialen Kompetenz von Kindern, innerhalb der Familie, in der Schulklasse, in der Schule selbst, im Schulsystem und in der Gesellschaft.

Die ersten Lösungsansätze sollten darin bestehen, dass verschiedene Mythen aufgelöst werden. Belinda Mettauer und Christopher Szaday von der Fachstelle Integrative Schulung im Kanton St. Gallen (CH) haben mit einer Plakataktion zum Thema „Mobbing: Hinschauen und Handeln“ sich mit 3 Mythen befasst:

  1. An unserer Schule gibt es kein Mobbing. Fälle von Mobbing, die bekannt werden, sind kein Einzelfall, und die Überzeugung, dass Mobbing unter Schülern(innen) nicht vorkommt ist falsch. Untersuchungen in verschiedenen Ländern zeigen, dass ein beträchtlicher Anteil der Schüler(innen) Mobbing direkt erleben oder Mobbing-Vorfälle beobachten.
  2. Mag sein, dass Mobbing an unserer Schule vorkommt, aber es ist harmlos. Schüler(innen) lösen Mobbing-Situationen selbst. Mobbing ist nicht harmlos. Ständig werden Schulutensilien zerstört, Brillen weggenommen und versteckt, Bedrohungen ausgesprochen und sogar Zimmer zu Hause verwüstet. Mobbing-Opfer erleben körperliche und/oder seelische Verletzungen und soziale Isolation. Kinder in Mobbing-Situationen brauchen Unterstützung von Außen, den Mobbing-Opfer können sich meist nicht mehr selbst wehren.
  3. Als Lehrer(in) kann ich nichts unternehmen gegen Mobbing. Die Lösung heißt jedoch: Hinschauen und Handeln. Schulen brauchen präventive Anti-Mobbing-Strategien und wirkungsvolle Lösungen im Umgang mit konkreten Mobbing-Vorfällen. Das gemeinsame Handeln in der ganzen Schule ist von größerer Wirkung als die Einzelaktion in den verschiedenen Klassen. Hauptanliegen sollte es allerdings nicht nur sein zu reagieren, sondern auch wirksam der Gewalt in verschiedenen Formen vorzubeugen.

Nach Mettauer und Szaday können Opfer folgendes tun:

  • An eine Person wenden, die helfen kann. Viele Opfer schämen sind, dass sie gemobbt werden und leiden still vor sich hin.
  • Klassenkameraden(innen): Schüler(innen) müssen erwachsenen Personen von Mobbing-Geschehen erzählen und diese Person sollte eine Person ihres Vertrauens sein. Sie sollten so stark sein nicht aufzugeben, bis ihnen jemand zuhört.
  • Lehrer(innen): Sie können Schüler(innen) ermutigen, über Mobbing-Vorfälle zu berichten. Opfer müssen geschützt und unterstützt werden, Täter(innen) sind zur Rede zu stellen und aktiv in die Lösung mit einzubeziehen. Klassenregeln sollten als präventive Maßnahmen gegen Mobbing vereinbart werden.
  • Eltern sollten die Warnsignale von Mobbing kennen. Sie ernstnehmen, z. B. wenn das Kind nicht mehr in die Schule gehen will, sich oft krank fühlt, Alpträume hat oder Schulsachen beschädigt nach Hause bringt. Bei Mobbing-Verdacht sollten sie die Schule informieren und fordern, dass gehandelt wird. Wird nicht gehandelt, sollten sie immer wieder vorstellig werden und sich auch an die nächsthöhere Instanz wenden. Jedoch sollten Eltern nicht direkt mit den Tätern(innen) Kontakt aufnehmen.
  • Schulen und Gemeinden: In der Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern sollten Anti-Mobbing-Strategien entwickelt werden. Schüler(innen) müssen sorgfältiger beaufsichtigt werden und Mobbing-Vorfälle dokumentiert werden. Schulen dürfen nie aufhören, gegen Mobbing zu kämpfen.

In vielen Schulen werden zunehmend soziale Kompetenz-Trainings und Trainings zur Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikationstrainings und Konfliktbewältigungstrainings durchgeführt. Gelernt wird das Verhalten in Gruppen. Darin enthalten sind Präventiv-Maßnahmen auch gegen Mobbing und Schikane. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die eben genannten Trainings – so wichtig sie auch sind – eine Alibifunktion erhalten und die Schulen keine weiteren Maßnahmen für notwendig halten. Es ist zu fordern, dass das soziale und pädagogische Leben innerhalb der Schule von jeglicher Gewalt befreit der Gewalt vorgebeugt, Kommunikation gelehrt und „soziales Lernen“ fester Bestandteil des Lehrplanes wird.

Mittlerweilen bieten zahlreiche Schulen auch Anti-Aggressionstrainings an. Hier können Täter stärker mit ihren Opfern und dem Unrecht, dass sie ihnen zugefügt haben, konfrontiert werden. Das bereits im Strafvollzug bewährte Training wird stärker an Schulen eingesetzt werden, wodurch den Tätern einerseits die Lust an Gewalttaten genommen, andererseits ihr Mitgefühl für die Opfer geweckt werden soll. Gelernt werden soll auch die offene und faire Konfrontation sowie eine konstruktive Art zu streiten. Toleranz wird gelernt und sich auf andere Menschen einzulassen, die vielleicht in das eigene Denkschema passen. Mut zur Veränderung, überwinden von Klischees sind Beweise von Stärke, von emotionaler wie auch sozialer Intelligenz.

In der Schule können die Themen des Klassenklimas, der Gewalt in der Klasse, des Mobbings und des sozialen Lernens Inhalt werden von Elternabenden und Vorträgen, Klassenkonferenzen, Projekttagen und als Themenbehandlung im Fachunterricht.

Sind Mobbing-Probleme erkannt, hilft es wenig, Täter zu ermahnen oder Opfer gar aus der Schule zu nehmen. Mobbing muss Thema der Klasse und der Schule werden. Der Konflikt muss ausgetragen werden.

Konkreter Hinweis für Schülerinnen und Schüler und deren Eltern:

  • Moralischen und menschlichen Rückhalt bei Verbündeten in der Klasse oder in anderen Klassen suchen.
  • Jeden Übergriff protokollieren (Mobbing-Tagebuch).
  • Mitschüler oder Lehrer schriftlich auffordern, das unerwünschte Verhalten zu unterlassen.
  • Hilft das nicht, an den Vertrauenslehrer oder die Schulleitung wenden, hat auch das keinen Zweck, die Schulaufsichtsbehörde einschalten.
  • Selbst ggf. professionelle Hilfe suchen (s.u.)

Ein wärmeres Schulklima zu schaffen, so endet der zu Beginn genannte „Spiegel“-Artikel, hat im Hinblick auf die kommende gesellschaftliche Eiszeit einen besonderen Wert.

Schüler(innen) schlagen in www.kidsmobbing.de/kids vor, Diskussionsmöglichkeiten in Schülermitverwaltungssitzungen, in Konferenzen, am „Pädagogischen Tag“, im Klassenzimmer, an Elternabenden, im Lehrerzimmer und an Projekttagen zu bieten. In Mobbingfällen sollte überprüft werden, was wirklich passiert ist, ob vorher bereits ähnliche Situationen gab, ob es jemand mit der gleichen Erfahrung gab. Und es sollen gemeinsame Aktionen und Maßnahmen gegen Mobbing an der Schule überlegt werden. Schulvereinbarungen bieten sich an sowie Veranstaltungen, bei denen dieses Problem besprochen werden kann. Die „Kids“: „Die meisten Menschen haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl, an das man appellieren kann, denn es gilt für alle. Man sollte sein Gegenüber so behandeln, wie man selbst gern behandelt werden möchte. Wenn du aber nicht mehr weiter weißt, dann ruf – uns an, denn wir sind für dich da.“

Entnommen aus: Mobbing in der Schule (Stangl-Taller)

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Cliquenbildung in der Schule

Eine Mädchenclique – Foto: © Christian Schwier

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • Cool sein in der Clique
  • Persönlichkeitsverfälschung und Cliquenbildung
  • Was können Eltern gegen die Cliquenbildung in der Schule tun?

Cool sein in der Clique

In einer Klassengemeinschaft finden sich Mädchen und Jungen des gleichen Alters zusammen. Jeder hat dabei einen ganz eigenen Charakter und unterschiedliche Interessen, in einigen Bereichen gibt es dabei Berührungspunkte. Je nachdem wie ausgeprägt die Berührungspunkte sind, können sich innerhalb einer Klasse verschiedene Gruppen bilden. Diese können für Außenstehende an Äußerlichkeiten, wie der Kleidung oder der Frisur zu erkennen sein, einige Gruppen zeigen aber auch keinerlei äußerliche Gemeinsamkeiten.

Eine Gruppe kann sich über gleiche Interessen im Bereich Musik oder Sport definieren, aber auch über gemeinsam Essgewohnheiten, religiöse oder politische Ansichten, um nur einige Beispiele zu nennen. So lange diese Gruppen sich innerhalb der Klassengemeinschaft nicht absondern, sondern weiterhin mit den anderen Schülern interagieren, ist dies ein völlig normaler Vorgang, der keinen Anlass zur Besorgnis gibt.
Anders sieht es aus, wenn sich aus diesen Gruppen heraus Cliquen bilden. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich klar vom Rest der Klasse abgrenzen und nach und nach zu einer Spaltung der Klasse in konkurrierende Cliquen beitragen können. Schreitet dieser Prozess fort und die Cliquenbildung in der Schule nimmt extreme Formen an, können einige Schüler sehr darunter leiden, indem sie ausgegrenzt werden. Das kristallisiert sich oft auf Klassenfahrten heraus.

Persönlichkeitsverfälschung und Cliquenbildung

Es ist nicht immer leicht, sich selbst treu zu bleiben. Was Erwachsene längst wissen, erfahren Schülerinnen und Schüler meist im Laufe ihres Schullebens. Um zu einer Gruppe oder Clique zu gehören, werden eigene Interessen und Vorlieben aufgegeben oder verändert. In einem gewissen Umfang handelt es sich dabei um einen ganz normalen Prozess. Neue Dinge werden ausprobiert und für interessant oder uninteressant befunden, manchmal wird die Meinungsbildung von der besten Freundin oder einem Kumpel beeinflusst, manchmal setzt sich die eigene Meinung durch.

Doch wenn es in einer Klasse zur Bildung verschiedener Cliquen kommt, ist das Entfalten einer eigenen Persönlichkeit auf einmal nicht mehr gefragt. Es zählt nur noch die Meinung der Clique und nichts anderes. Schüler, die Angst davor haben, zum Außenseiter zu werden, geben dafür eigene Interessen auf und interessieren sich plötzlich für Dinge, die von der Clique vorgegeben werden. Auf diese Weise kann es zu einer extremen Persönlichkeitsverfälschung kommen, nur um nicht am Rand der Clique zu stehen.
Besonders schwierig ist es für Schüler, die nicht bereit sind, ihre eigene Meinung aufzugeben, zu ihrer Persönlichkeit stehen oder die aufgrund irgendwelcher Merkmale, zum Beispiel Übergewicht oder Pickel, aus der Clique ausgegrenzt werden. Diese Schüler werden meist als Außenseiter bezeichnet und haben es im Schulalltag nicht leicht. Häufig werden sie Opfer der Cliquenbildung: Sie gehören nicht zur Clique und werden von dieser gehänselt. Viele Außenseiter versuchen daher, ihre Persönlichkeit von Grund auf zu ändern, um anerkannt zu werden. In einem solchen Fall hat die Cliquenbildung in der Schulklasse zu einer extremen Persönlichkeitsverfälschung geführt.

Eltern und Lehrer, die ein solches Verhalten erkennen, sind dringend angehalten zu handeln. Gespräche und Verhaltensübungen können dazu beitragen, den Konflikt zu lösen. Lässt sich keine Besserung erkennen, kann es für betroffene Schüler von Vorteil sein, über einen Klassen- oder Schulwechsel nachzudenken.

In vielen Cliquen ist das wichtig:

  • Schminken
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Marken Schulranzen
  • Klamotten
  • Handys
  • Musik

Was können Eltern gegen die Cliquenbildung in der Schule tun?

Erkennen Sie in der Klasse Ihres Kindes eine Cliquenbildung, die für Probleme im Schulalltag sorgt und einzelne Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung behindert, ist es Zeit einzugreifen. Sprechen Sie den Klassenlehrer an und weisen Sie ihn auf das Problem hin. Vermutlich ist es ihm bereits bekannt, doch durch die Unterstützung der Eltern fühlt sich auch der Lehrer in seinem Handeln bestärkt. Er hat die Möglichkeit, einen Elternabend einzuberufen, bei dem allen Eltern das Problem vorgestellt wird. Auch ein Schülergespräch kann angeregt werden. Doch wenn die Cliquenbildung bereits fortgeschritten ist, ist mit einem Gespräch häufig nicht mehr viel auszurichten. In diesem Fall können sozialpädagogische Maßnahmen helfen. In vielen Schulen werden bereits Sozialpädagogen oder Sozialarbeiter beschäftigt, sonst hat in vielen Fällen auch der Vertrauenslehrer über Fortbildungen entsprechende Kompetenzen gewonnen und kann eingreifen. Sogenannte Teambuilding-Maßnahmen, wie sie auch in Firmen eingesetzt werden, können auch in einer Klasse greifen. Wenn die Schüler erfahren und verstehen, dass sie einander brauchen, dass jedes Mitglied der Klasse wichtig ist und die Klasse durch seine Persönlichkeit bereichert, können die Auswirkungen einer Cliquenbildung auch in der Schule deutlich reduziert werden.
Text: D. S. (Pädagogin) / Stand: 02.02.2020
Bei Problemen in der Schule beraten Anwälte für Schulrecht Sie gern.

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