Augen und ohren

Auge und Ohr:

Die Sinnesorgane ergänzen sich

Die klassischen fünf Sinne des Menschen sind bestimmten Sinnesorganen beziehungsweise Körperteilen zugeordnet: das Hören den Ohren, das Sehen den Augen, das Riechen der Nase, das Schmecken der Zunge und das Tasten den Fingerspitzen.
Die Sinne des Menschen arbeiten nicht isoliert voneinander, sondern ergänzen sich. So werden beim Schmecken die Eindrücke der Geschmacksknospen auf der Zunge mit denen der Riechschleimhaut in der Nase kombiniert. Und beim Hören arbeiten Augen und Ohren häufig zusammen.

Auge und Ohr – die Zusammenhänge wurden eher zufällig entdeckt

Harry McGurk (1936 bis 1998) war ein britischer Psychologe, der sich auf die Erforschung der Informationsverarbeitung beim Menschen spezialisiert hatte. Als Dozent an der Universität von Surrey untersuchte er in den 1970er-Jahren die Sprachentwicklung von Kindern. Dabei synchronisierte sein Team für Testzwecke Videoaufnahmen mit neuen Audioaufnahmen und stellte zufällig fest, dass eine Reihe von Menschen weder den ursprünglich gesprochenen noch den neu synchronisierten Laut verstanden, sondern einen dritten. Die Forscher untersuchten das Phänomen genauer.1 Dazu spielten sie Versuchspersonen ein Video vor, in dem ein Mensch die Laute „ga ga“ sagt. Über die Tonspur hörten die Probanden aber die Laute „ba ba“. Ergebnis: Nahezu immer (zu 98 Prozent) verstanden die Versuchspersonen die Laute „da da“. Der Grund liegt darin, so die Schlussfolgerung von McGurk und seinen Kollegen, dass das Gehirn die auditorischen Informationen gemeinsam mit den optischen Eindrücken verarbeitet. Das kann die Wahrnehmung beeinflussen.
Der McGurk-Effekt gilt als der wissenschaftliche Beweis für die neurologische Zusammenarbeit von Auge und Ohr. Auch wenn der Mensch Gesprochenes ohne visuellen Eindruck versteht, so ist die Wahrnehmung und Verarbeitung besser, wenn das Gehirn die Sinneseindrücke kombinieren kann. Ein Mensch mit einer Hörminderung kann diese durch die optischen Eindrücke unter Umständen ausgleichen. Hat der Gesprächspartner seinen Satz bereits beendet? Wie passt das Gehörte zu Mimik und Gestik des Gegenübers? Es wird eine Form von unbewusstem Lippenlesen entwickelt.

Anzeichen für Schwerhörigkeit?

Wer das Gefühl hat, seinen Gesprächspartner nur dann zu verstehen, wenn er ihm ins Gesicht sehen kann, muss nicht gleich Anzeichen einer Schwerhörigkeit bei sich vermuten. Sein Gegenüber spricht vielleicht nur leise und undeutlich. Oder die Hintergrundgeräusche sind einfach zu laut, zum Beispiel in einer Diskothek. Das sollte aber auf gar keinen Fall ein Grund sein, diese Anzeichen nicht ernst zu nehmen. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, sein Gehör von einem Arzt oder Hörakustiker überprüfen zu lassen.
1 McGurk H, MacDonald J: Hearing lips and seeing voices, in: Nature volume 264, pages 746-748 (23 December 1976)

Fremdkörpergefühl im Auge

Fremdkörpergefühl im Auge: Das können Sie selbst tun

In den meisten Fällen ist für das Fremdkörpergefühl im Auge tatsächlich ein Fremdkörper verantwortlich. Recht häufig handelt es sich dabei um kleine Partikel, eine Wimper, ein Staubkorn oder ein kleines Insekt, das ins Auge und unter das Lid gelangt ist. Solche Partikel lassen sich in der Regel leicht wieder entfernen. Durch einen verstärkten Tränenfluss versucht das Auge selbst, den Fremdkörper heraus zu spülen. Reicht diese körperliche Reaktion nicht aus, können Sie:

  • das Auge mit Wasser ausspülen.
  • das Oberlid über das Unterlid ziehen und dabei mit den Augen nach oben blicken.
  • das Unterlid nach unten ziehen und den Fremdkörper im Auge mit feuchtem Wattestäbchen oder Taschentuch vorsichtig herausfischen. Keinesfalls damit im Auge reiben!

Landet etwas im Auge, beginnen wir meist reflexartig zu reiben. Dies sollten Sie allerdings möglichst vermeiden, da es die Hornhaut zusätzlich reizt. Gefährlich wird es vor allem, wenn spitze Gegenstände, Glas-, Holz- oder Metallsplitter ins Auge gelangen. Dann ist es dringend erforderlich, den augenärztlichen Notdienst aufzusuchen. Auch wenn ein Fremdkörper im Augapfel steckt, müssen Sie umgehend ins Krankenhaus: Niemals selbstständig herausziehen!

Vorsicht bei Augenerkrankungen

Ist kein Fremdkörper zu erkennen, ist meist eine beginnende Augenentzündung oder eine ernste Augenkrankheit der Grund für das Fremdkörpergefühl im Auge. Hat künstliche Tränenflüssigkeit oder eine frei verkäufliche Augencreme nach ein bis zwei Tagen noch nicht zu einer Besserung geführt, müssen Sie einen Augenarzt aufsuchen. Schnell kann sich sonst eine Situation entwickeln, die Ihr Sehvermögen bedroht.

Vorbeugen hilft!

Schützen Sie Ihre Augen! Manche Ursachen für das Fremdkörpergefühl im Auge lassen sich schon im Vorfeld vermeiden. Insbesondere gegen äußere Reize können Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille gegen UV-Strahlen oder mit einer geeigneten Schutzbrille bei Handwerks- und Gartenarbeiten oder vor Chemikalien schützen. Ihren Augen zuliebe sollten Sie an Ihrem Arbeitsplatz für Rauchfreiheit und eine gute Beleuchtung sorgen. Denn Reizung und übermäßige Beanspruchung führen ebenfalls oft zu einem Fremdkörpergefühl im Auge.

Erste Hilfe bei Kindern: Notfälle am Auge und andere Kopfverletzungen

Nicht nur Verletzungen, sondern auch schwere Erkrankungen können den Kopf bzw. das Gehirn betreffen und lebensbedrohlich sein. Daneben kommen – weitaus häufiger – kleinere „Unfälle“ wie Nasenbluten oder Fremdkörper vor.

Kopfverletzungen immer ernst nehmen!

Gerade Säuglinge und Kleinkinder mit ihrem überproportional großen Kopf holen sich hier schnell die eine oder andere Beule. Ein kleiner Trost: Wenn Ihr Kind sofort nach dem Sturz kräftig schreit, sind die entstandenen Kopfverletzungen selten bedrohlich, selbst wenn eine Beule oder eine Platzwunde zu sehen ist.

  • Bei einer Beule kühlen Sie die Stelle, am behaarten Kopf am besten mit einer Kühlkompresse, und geben Arnica D12, 3-mal 5 Globuli im Abstand von 10 Minuten. Auch sofort aufgetragene Traumeel® S Salbe kann diese Kopfverletzungen lindern und eine starke Schwellung sowie einen ausgeprägten Bluterguss verhindern.
  • Platzwunden am Kopf oder im Gesicht bluten oft stark, sind aber nur selten wirklich gefährlich und heilen in der Regel gut und schnell. Damit nach diesen Kopfverletzungen später nicht hässliche Narben entstehen, sollten Sie bei stark blutenden Wunden oder Wunden, die länger als einen Zentimeter sind, mit Ihrem Kind immer zum Arzt gehen. Decken Sie die Wunde mit einer keimfreien Kompresse ab, die Sie entweder mit Heftpflaster befestigen oder – am behaarten Kopf – mit einer Mullbinde fixieren.
  • Liegt Ihr Kind nach einem Sturz auf den Kopf reglos am Boden, überprüfen Sie Bewusstsein und Atmung und führen entsprechende Notfallmaßnahmen durch.
  • Ist Ihr Kind bei Bewusstsein, zeigt es aber Anzeichen für eine Gehirnerschütterung (etwa Bewusstlosigkeit nach dem Sturz – auch wenn sie nur von kurzer Dauer war!, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen) oder gar einen Schädelbruch (eventuell zusätzlich Blutung aus Ohr, Nase oder Mund), alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst. Lassen Sie Ihr Kind bis zu dessen Eintreffen nicht allein und legen Sie es auf den Rücken. Damit der Oberkörper um etwa 15 bis 30 Grad erhöht liegt, geben Sie Kissen, Taschen oder Kleidungsstücke unter Kopf und Rücken. Kontrollieren Sie immer wieder Bewusstsein, Puls und Atmung. Hilfreich ist die Gabe von Arnica D12, 3-mal 5 Globuli (lösen sich problemlos auf der Mundschleimhaut auf ) im Abstand von 10 Minuten.

Wichtig bei Kopfverletzungen:

Selten kann es nach einem Sturz zu einer verzögerten Blutung zwischen Hirnhaut und Schädelknochen kommen (epidurales Hämatom), die sich erst nach sechs bis zwölf Stunden durch zunehmende Schläfrigkeit und Erbrechen bemerkbar macht. Bitte überwachen Sie Ihr Kind 24 Stunden lang, auch wenn es anfangs keine Anzeichen einer Verletzung zeigte!

Kopfschmerzen: Welche sind gefährlich?

Kinder in den ersten Lebensjahren haben selten Kopfschmerzen, obwohl schon Zweijährige unter Migräneanfällen leiden können. Bei einer Erkältung oder hohem Fieber treten häufiger Kopfschmerzen auf (oft im Bereich der Stirn). Allerdings klagen erst größere Kinder darüber. Bei einem Baby oder Kleinkind tun Sie sich als Eltern schwer, Kopfschmerzen zu erkennen. Sie können lediglich auf Alarmzeichen achten, die auf eine Beeinträchtigung des Gehirns hinweisen:

  • plötzlich einsetzende und/oder sehr heftige Kopfschmerzen, die mit (hohem) Fieber einhergehen
  • starke Nackenschmerzen und Nackensteife: Kind überstreckt den Kopf in den Nacken, weil eine Beugung des Kinns auf die Brust die Schmerzen verstärkt (siehe Abbildung 22)
  • starke Lichtund Geräuschempfindlichkeit: Kind erträgt weder Lärm noch Helligkeit
  • bei einem Baby: vorgewölbte Fontanelle
  • Bewusstseinsstörungen: Kind hat Gedächtnisstörungen oder ist apathisch, eventuell sogar bewusstlos
  • Sehstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen: Kind geht unsicher, ist schwindelig.

Bei den genannten Anzeichen kann eine ernsthafte Erkrankung des Gehirns vorliegen, z. B. eine Hirnhautentzündung (Meningitis), die immer ein absoluter Notfall ist. Rufen Sie in diesen Fällen sofort den Arzt! Frühwarnzeichen für eine besonders bedrohliche bakterielle Hirnhautentzündung durch Meningokokken sind:

  • schwere Schmerzen in den Beinen, die das Kind am Stehen oder Laufen hindern
  • kalte Hände und Füße bei sonst erhöhter Temperatur
  • sehr blasse Haut bei dunkel gefärbtem Lippen-Umfeld.

Fremdkörper und Verletzungen im und am Auge

Beim Spielen im Freien, aber auch beim Roller- oder Radfahren haben Kinder schnell etwas im Auge.
Wenn ein weicher Fremdkörper wie etwa eine kleine Fliege oder eine Wimper ins Auge geraten ist, lassen Sie Ihr Kind in die dem Fremdkörper gegenüberliegende Richtung sehen. Befindet sich z. B. eine Wimper im Bereich des Unterlides, sollte Ihr Kind also nach oben sehen. Mit einem zusammengedrehten, nassen Papiertaschentuch oder einem feuchten Wattestäbchen können Sie den Fremdkörper eventuell wegtupfen. Wenn Ihr Kind nicht mitmacht, sollte es die Augen schließen, und Sie versuchen, den Fremdkörper mit dem Finger von außen zum inneren Augenwinkel hin auszustreichen. Auch eine Augenspülung mit lauwarmem Wasser ist hilfreich, aber bei Kindern wenig beliebt. Befindet sich ein harter Fremdkörper wie ein Metall-, Glas oder Holzsplitter im Auge, dürfen Sie selbst nichts unternehmen, sondern müssen sofort zum Augenarzt! Das gilt auch, wenn Ihr Kind Verletzungen am Auge hat, etwa weil ihm beim Spielen im Gebüsch ein zurückschnellender Ast ins Auge geraten ist. Gehen Sie grundsätzlich zum Augenarzt, wenn Sie einen Fremdkörper nicht entfernen konnten oder das Auge ständig tränt, schmerzt oder deutlich gerötet ist. Wird ein Besuch beim Augenarzt notwendig, verbinden Sie Ihrem Kind für die Fahrt dorthin beide Augen mit einer Kompresse (mit Mullbinde festwickeln).Würden Sie nur das betroffene Auge verbinden, würde sich das kranke Auge weiterhin mitbewegen, wenn Ihr Kind mit dem anderen Auge herumschaut. Beruhigen Sie Ihr Kind und lenken Sie es ab, denn so ein Augenverband ist für Ihr Kind eine beängstigende Situation.

Mein Tipp für die erste Hilfe bei Kindern:

Bei einem Fremdkörper im Auge geben Sie homöopathisch Arnica D12, anfangs 3-mal 5 Globuli oder 1 Tablette im Abstand von 15 Minuten, dann nach Bedarf alle ein bis zwei Stunden.

Erste Hilfe bei Kindern: Bei Nasenbluten sanft drücken

Zu Nasenbluten kommt es, wenn Blutgefäße in der Nase nach einem Sturz oder Schlag platzen, aber auch durch heftiges Schnäuzen oder Bohren in der Nase. Hat Ihr Kind Nasenbluten, sollten Sie seinen Kopf keinesfalls in den Nacken legen, da es sonst das Blut schlucken würde, was Übelkeit und Erbrechen hervorrufen kann. Beugen Sie den Kopf Ihres Kindes nach vorne, damit das Blut herauslaufen kann. Legen Sie ihm einen kalten Waschlappen in den Nacken und drücken Sie drei bis fünf Minuten lang sanft mit dem Finger gegen den Nasenflügel der blutenden Seite.

Phosphorus D12 hilft, die Blutung zu stoppen. Tritt das Nasenbluten durch einen Stoß oder Schlag auf, ist Arnica D12 das richtige Mittel. Geben Sie bei Bedarf 5 Globuli, wenn nötig auch mehrmals (bis zu 3-mal im Abstand von 10 Minuten).

Augenkrankheiten bei Kindern – ein Überblick

Gersten- oder Hagelkorn

Sind die Talg- und Fettdrüsen am Lidrand entzündet oder verstopft, sammelt sich Sekret oder Eiter innen oder außen am Lid, das sich leicht rötet und anschwillt. Für ein Gerstenkorn sind meist Bakterien verantwortlich. Das Auge schmerzt, manchmal juckt es. Ein Hagelkorn, das eher in der Mitte des Lides entsteht, macht meist kaum Beschwerden. Bei Kindern kommt es selten vor.

Das hilft: „Wärme“, empfiehlt Dietlind Friedrich. Wenn Eltern einen warmen Waschlappen oder eine warme Kompresse (z. B. Gelkissen) auf das Auge legen, weiten sich die Ausführungsgänge der Drüsen. Das Sekret verflüssigt sich und fließt ab. Auch Rotlicht kann dabei hilfreich sein. Bei Schmerzen oder zunehmender Rötung sollte das Kind zum Augenarzt. Er kann eine antibiotische Salbe verschreiben, falls dies notwendig ist.

Das sollten Sie beachten: „Man darf das Gerstenkorn auf keinen Fall selbst ausdrücken“, warnt Kinderärztin Niehaus. Sonst gelangen die Bakterien in das umliegende Gewebe, die Entzündung breitet sich aus. Das Korn bleibt nur harmlos, wenn es von selbst aufbrechen kann. Das dauert einige Tage.

Augenreizung durch Allergie

Ab dem Kindergartenalter kann auch eine Allergie Augenbeschwerden hervorrufen. Etwa ein Drittel der betroffenen Kinder reagiert auf bestimmte Allergene mit roten, tränenden Augen. Typische Anzeichen sind auch: Das Auge juckt, brennt und es fließt ein klares Sekret. Dazu läuft die Nase und das Kind niest oft.

Das hilft: Hier kann der Arzt antiallergische Tropfen oder Tabletten verschreiben. Ein Allergietest kann klären, welche Allergene die Auslöser sind. „Ist tatsächlich Heuschnupfen die Ursache, sollte das Kind nicht bei offenem Fenster schlafen“, rät Monika Niehaus. Ihr Tipp: Die Kleinen sollten abends duschen und die Haare waschen. Das verhindert, dass Allergene nachts auf die Augen wirken.

Das sollten Sie beachten: „Auch wenn das Auge noch so sehr juckt, sollten die Kinder nicht daran reiben“, sagt Ärztin Niehaus. Denn das reizt die Schleimhaut noch zusätzlich und verstärkt die Rötung.

Bindehautentzündung & Co
 Die häufigsten Augenkrankheiten

Symptome: Typische Anzeichen für eine Bindehautentzündung sind rote, tränende Augen. Auch jucken oder brennen die Augen und sondern ein klebriges, gelb-grünliches Sekret ab. Oft sind die Lider morgens verklebt. Es können beide Augen, aber auch nur eines betroffen sein.
Erkrankung: Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Ursachen haben:
Sie kann durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden. Dann spricht man von einer infektiösen Bindehautentzündung. Babys können sich während der Geburt bei der Mutter anstecken, ältere Kinder holen sich häufig im Kindergarten oder in der Schule eine Bindehautentzündung. Die Erkrankung verläuft meist harmlos, ein Besuch beim Arzt ist aber dennoch ratsam, da er Ihnen sagen kann, ob Ihr Kind ansteckend ist. Ist die Entzündung sehr langwierig oder treten Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit auf, sollten Sie ebenfalls unbedingt zum Augenarzt gehen.
Auch durch eine Allergie kann eine Bindehautentzündung ausgelöst werden. Dann tritt sie entweder saisonal – etwa bei einer Pollenallergie – auf oder das ganze Jahr über, z.B. bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben. Die allergische Bindehautentzündung ist nicht ansteckend. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich nicht die Augen reibt, denn dadurch steigt das Risiko, dass sich die Augen entzünden. Bei einer Pollenallergie hilft es auch, wenn Ihr Kind eine Sonnenbrille trägt und Sie mit einen feuchten Tuch regelmäßig die Pollen aus den Wimpern entfernen.
Eine dritte Form der Bindehautentzündung ist die mechanisch-bedingte. Sie wird durch reizende Stoffe wie Chlor und Seife oder einen Fremdkörper im Auge ausgelöst. Und auch durch Zugluft oder Rauch kann die Bindehaut gereizt werden.
Behandlung: Eine Bindehautentzündung als Laie eindeutig zu erkennen fällt schwer. Denn rote Augen können Symptome vieler Augenerkrankungen sein, die anders behandelt werden müssen. Daher sollten Sie besser den Augenarzt aufsuchen. Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung helfen antibiotische Augentropfen oder Salben, bei der allergischen antihistaminhaltige. Gibt der Arzt Entwarnung, kann man versuchen, die gereizte Bindehaut selbst zu beruhigen. Beispielsweise mit dem Augentrost (Euphrasia officinalis), der beruhigend und entzündungshemmend wirkt. Augentrost gibt es als Augentropfen, als Tee oder als Globuli.
Was Sie sonst tun können: Beruhigend wirken kühle feuchte Pads auf Augenlidern. Das klebrige Sekret entfernen Sie am besten mit einem feuchten Waschlappen – und zwar indem Sie vom von außen nach innen wischen. Und achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Kind sich regelmäßig die Hände wäscht, nachdem es die Augen berührt hat.

Augenentzündungen und Augentropfen

Neugeborene haben in den ersten Tagen nach der Entbindung häufig rote, entzündete und verklebte Augen, vor allem, wenn während der Geburt Blut oder Fruchtwasser in die Augen gekommen sind und sich dann ein gelbliches Sekret in den Augenwinkeln ansammelt. Normalerweise wird Flüssigkeit aus dem Auge von einem kleinen Kanal, dem Tränennasengang, aufgenommen. Ist er noch nicht völlig geöffnet, staut sich Flüssigkeit im Auge. Manchmal öffnet sich der Kanal erst nach der Geburt. Bis dahin kann man nur versuchen, die Augen sauber zu halten. In hartnäckigen Fällen sollte nachgeprüft werden, ob bei Ihrem Kind ein angeborener Verschluss oder eine Verengung des Tränennasengangs vorliegt.

In hartnäckigen Fällen sollte immer eine bakterielle Infektion, die man bei etwa 10% aller Neugeborenen findet, ausgeschlossen werden. Aus diesem Grunde wird eine Erregertestung durchgeführt. Eventuell werden dann antibiotische Augentropfen verschrieben.

Wenn keine bakterielle Infektion gefunden wird, können Sie die Augen mit einem in sterilem Wasser getränkten Baumwolltupfer oder Wattebausch vorsichtig reinigen. Tupfen Sie von der Aussenseite der Augen nach innen, also gegen die Nasenwurzel. Nehmen Sie jedes Mal einen frischen Tupfer.

Hebammen empfehlen bei einer Bindehautentzündung beim Baby, dass die stillende Mutter dem Kind einige Tropfen Muttermilch direkt von der Brust in das entzündete Auge träufelt. Muttermilch wirkt entzündungshemmend und kann daher die Heilung unterstützen.

Früher wurden bei jedem Neugeborenen Silbernitrattropfen in die Augen getropft, um vorsorglich eine gefährliche Augeninfektion (Blenorrhoe) bei möglicherweise bestehender und nicht bekannter Gonorrhoe (Tripper) der Mutter zu behandeln. Das bezeichnet man als Credé-Prophylaxe. Die Augentropfen können zu einer wenige Tage anhaltenden dunklen Verfärbung der Haut um die Augen und einer vorübergehenden chemischen Konjunktivitis (Bindehautentzündung) führen. Ernstere Nebenwirkungen der Augentropfen sind nicht zu erwarten. Trotzdem sind Geburtshelfer und Neonatologen inzwischen geteilter Meinung über den Nutzen dieser Therapie. Vor der Augentropfengabe werden die Hebamme oder der Arzt, die Ärztin auf jeden Fall Ihre Einwilligung einholen.

Wissen

Die angeborene Linsentrübung

Häufige Fragen zum Thema

Müssen unbedingt alle Neugeborenen an den Augen mit dieser Silbernitratlösung behandelt werden? Ich habe gehört, dass das sehr schmerzhaft sein soll.

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist nicht selten bei Neugeborenen – jedes zehnte hat schon bald verklebte Augen Sollte Ihr Kind in den ersten Lebenstagen eine eitrige Bindehautentzündung bekommen, wird sofort der Erreger bestimmt und dann gezielt mit antibiotischer Augensalbe behandelt.

… vollständige Antwort lesen Warum haben alle Neugeborenen blaue Augen?

Die Augenfarbe wird durch Pigmentzellen bestimmt, die sogenannten Melanozyten, die sich in der Regenbogenhaut (Iris) befinden. Diese Pigmentzellen bilden ein braunes Pigment, das Melanin. Melanin ist auch dafür verantwortlich, dass sich Haut und Haare dunkel färben. Sind viele Melanozyten vorhanden,…

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Letzte Aktualisierung : 04-11-19, BH

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