Aufräumen mit kindern

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Chaos im KinderzimmerWie Kinder aufräumen lernen

Kinderzimmer sind oft chaotisch. Überall liegt ausgekipptes Spielzeug, Mal- und Bastelsachen sind auf dem Bürotisch verstreut, und Kleider bedecken den Boden. Die Kinder scheinen sich an dieser Unordnung jedoch kaum zu stören. Zum Ärger der Eltern breiten sich Kleinkinder oft auch im Wohnzimmer und in der Küche aus und lassen alles dort liegen, wo es gerade hinfällt.

Vor allem Kleinkinder lieben es, verschiedene Spielsachen und Materialien hervorzuholen. Wenn sie alle Dinge um sich versammelt haben, entwickeln sie die besten Ideen. Kleinere Kinder beleben gerne ihr Spielzeug. Beispielsweise können in ihrer Phantasie alle Puppen zusammen mit den Kuscheltieren sprechen, und sie wohnen im Barbiehaus. Und wird eine Zeichnung gemalt, brauchen sie dazu natürlich alle Farb- und Filzstifte. Kinder haben häufig den Wunsch, die Spielsachen nach dem Spielen einfach so liegen zu lassen, um das Spiel später fortsetzen zu können.

Aber irgendwann geht’s ans Aufräumen. Aufräumen gehört jedoch nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen von Kleinkindern. Auch grössere Kinder haben mit dem Aufräumen noch ihre liebe Mühe. Unordnung ist dehalb nicht selten der Auslöser für Streit und Machtkämpfe zwischen Eltern und ihren Kindern.

Das Grundproblem besteht darin, dass die Ansichten von Eltern und Kindern, wie ein aufgeräumtes Kinderzimmer aussehen sollte, sehr unterschiedlich sein können.

Ausserdem muss Aufräumen erst gelernt werden. Deswegen müssen Eltern ihren Kindern erst zeigen, wie man Ordnung hält, und ihnen erklären, weshalb das Aufräumen wichtig ist.

Wieviel ein Kind schon selbst aufräumen kann, kommt ganz auf sein Alter und seine Entwicklung an. Doch schon kleine Kinder können durchaus beim Aufräumen helfen. Kleinen Kindern macht es Spass, in die Aufgaben des Alltags miteinbezogen zu werden. Das fördert ihr Selbstvertrauen.

Um Ihrem Kind das Aufräumen näher zu bringen, können folgende Ratschläge hilfreich sein:

  • Für selbstständiges Aufräumen ist es hilfreich, das Kinderzimmer mit Mobiliar in kindgerechter Höhe, mit praktischen stapelbaren Kisten und kleinen Regalen einzurichten.
  • Sortieren Sie das Spielzeug, sodass Ihr Kind weiss, wohin alles gehört. Für den ganzen Kleinkram, mit dem Ihr Kind ständig spielt, können Sie z.B. ein grosses Tuch anschaffen, auf dem Ihr Kind spielen kann. Danach wird es einfach zusammengerafft und in einer Kiste verstaut.
  • Haben Sie nicht zu hohe Ansprüche. Kleinkinder brauchen Hilfe beim Aufräumen ihres Zimmers. Denn mit dem Aufräumen eines ganzen unordentlichen Raumes sind sie hoffnungslos überfordert.
  • Kinder benötigten etwas Zeit, um ihr Spiel zu beenden. Deswegen sollten Sie schon 10 bis 15 Minuten vorher ankündigen, dass es bald Zeit zum Aufräumen ist.
  • Gehen Sie das Aufräumen mit Kleinkindern spielerisch an. Die Autos werden in die Garage gefahren, die Puppen schlafen gelegt. So macht Aufräumen auch noch Spass.
  • Geben Sie dem Kind klare kleine Aufträge. Z.B. kann es die Kuscheltiere in die Kiste versorgen oder alle Bausteine einsammeln.
  • Ab 4 Jahren können Kinder sehr gut selbst für Ordnung in grösseren Bereichen sorgen. Hier wären es dann die Malecke oder die Bücherecke, die Ihr Kind alleine in Ordnung bringen soll.
  • Loben Sie Ihr Kind, wenn es die Sache gut gemacht hat und zeigen Sie Freude über das aufgeräumte Zimmer.
  • Weniger ist manchmal mehr! Ein Kind muss nicht in Spielsachen ertrinken. Sortieren Sie gemeinsam mit dem Kind alte und kaputte Spielsachen aus. So schaffen Sie Platz. Manche Spielsachen können vorübergehend im Keller verstaut werden.
  • Kinderspiele erstrecken sich meistens über mehrere Tage. Bestehen Sie nicht darauf, dass die mühsam aufgebaute Ritterburg abends schon wieder verstaut werden soll. Allerdings sollte ein Gang zum Bett frei geräumt werden.
  • Räumen Sie nicht für Ihr Kind auf. Wenn Sie Ihr Kind wegen seinem Chaos tadeln, aber die Unordnung dann doch selber aufräumen, lernt Ihr Kind, dass Aufräumen offenbar nicht zu seinen Aufgaben gehört. Das rächt sich spätestens im Kindergarten.
  • Lassen Sie das Kind spüren, dass Ihnen diese Unordnung nicht gefällt. So können Sie beispielsweise die schöne Zeichnung nicht bewundern kommen, da Sie über die Legoteilchen laufen müssten, und die tun weh.
  • Helfen Sie nicht beim Suchen von Dingen. Findet Ihr Kind in seiner Unordnung etwas Wichtiges nicht, muss es eben selber suchen.
  • Spielkameraden sollten bei Aufräumen helfen. Das ist gerecht und macht nebenbei viel mehr Spass.
  • Legen Sie gewisse Regeln fest. Das erspart Ihnen den täglichen Kleinkampf. Z.B gehören Jacken und Schuhe an die Garderobe, Essen nicht ins Kinderzimmer, Zahnbürsten ins Glas, schmutzige Wäsche in den Wäschekorb, etc.
  • Vereinbaren Sie feste Aufräumtermine, am besten einmal täglich. Kleinkinder sprechen gut auf Routine an. Am besten eignet sich die Zeit vor dem Abendessen.
  • Werfen Sie selber keine Spielsachen oder Bastelarbeiten von Vorschul- oder Schulkindern weg, ohne dass Sie dafür ihr Einverständnis haben.
  • Seien Sie ein Vorbild! Wenn Sie in der Wohnung Ordnung halten, kann ihr Kind das Ihnen abschauen.
  • Und zu guter Letzt: Aufräumen ist nicht das Wichtigste! Ein perfekt aufgeräumtes Kinderzimmer ist kein kreativer Ort für ein Kind.

Aufräumen

„Wie sieht es hier denn aus?“ Der Boden ist übersät mit Bausteinen, schmutzige Kleidung liegt auf dem Bett, irgendwo steht ein halbvolles Saftglas… So sieht es in vielen Kinderzimmern aus. Und es treibt Mütter und Väter zur Verzweiflung.

Ein Glück, dass Kinderzimmer eine Tür zum Schließen haben. Trotzdem ist es nicht ganz einfach, über kindliches Chaos hinwegzusehen. Erwachsene können sich eben nicht so ganz vorstellen, dass sich ein Kind in einem völlig unaufgeräumten Zimmer wohl fühlen kann. Zumindest scheint es die meisten Kinder nicht zu stören.

Etwas anderes sind die gemeinsamen Räume der Familie. Klar muss sein: Alle leben zusammen und sollen sich wohl fühlen können. Das muss das Kind verstehen lernen. Es geht hier um ein Miteinander. Es ist einfach unfair, wenn eine Person (meistens die Mutter) hinter allen Familienmitgliedern herräumen muss. Für jeden Einzelnen ist es eine Kleinigkeit, seine Dinge in Ordnung zu halten. Das gilt selbstverständlich auch für die Eltern. Denn: Sie können von Ihrem Kind keine Ordnung verlangen, die sie selbst nicht halten.

Noch ein kleiner Trost für genervte Eltern: Die meisten Menschen schaffen es, irgendwann einmal ein Mindestmaß an Ordnung zu entwickeln. Oft geschieht dies ganz schnell: Die Freundin kommt zu Besuch…

Warum will mein Kind nicht aufräumen?
Wie kann ich meinem Kind Aufräumen beibringen?
Einige Aufräumregeln

Warum will mein Kind nicht aufräumen?

Viele Kinder entwickeln erst gute Ideen, wenn sie alle Dinge um sich versammelt haben. Gerade kleinere Kinder beleben Gegenstände. Beispielsweise können in ihrer Phantasie alle Kasperlfiguren zusammen mit den Kuscheltieren sprechen, dazu wird ein Haus aus Pappe gebaut. Und zum Anmalen werden alle Malkreiden benutzt.

Hier sollten Sie auf keinen Fall stören. Auch, wenn sich derartige Spielaktionen über mehrere Tage ziehen können. Aufräumen ist nicht das Wichtigste.

Etwas anderes ist es, wenn mit den vielen Dingen, die im Kinderzimmer herumliegen, überhaupt nicht gespielt wird. Die Eltern können oft nicht fassen, wie man sich da wohl fühlen kann. Sie beginnen aufzuräumen, und schon ist der größte Machtkampf im Gange.

Denn gerade für ältere Kinder spielt ein wichtiges Thema im Hintergrund mit: Das Ringen um Eigenständigkeit. Sie möchten über ihren eigenen Bereich bestimmen können. Wie ordentlich es das Kind in seinem Zimmer haben möchte, ist letztendlich seine Sache.

Wie kann ich meinem Kind Aufräumen beibringen?

Wie viel ein Kind selbst aufräumen kann, kommt auf sein Alter an.

Kleinere Kinder brauchen noch Hilfe. Mit dem Aufräumen eines ganzen Zimmers sind sie überfordert. Sie können aber sehr gut für Ordnung in bestimmten Bereichen (vielleicht in der Bauecke) sorgen.

Erklären Sie, was wohin geräumt wird: „Der Kasperl schläft in der Kiste.“ Räumen Sie gemeinsam mit dem Kind auf. Loben Sie Ihr Kind. Zeigen Sie Ihre Freude über das aufgeräumte Zimmer.

Werden die Kinder älter, kann ihnen Jahr für Jahr mehr Verantwortung für das Aufräumen übergeben werden. Spätestens mit 14 Jahren sind Kinder in der Lage, selbstständig Ordnung zu halten. Einzelne Tätigkeiten werden oft noch von den Erwachsenen übernommen.

Sagen Sie Ihrem Kind vorher Bescheid, wenn Sie in seinem Zimmer aufräumen. Wer hat es schon gerne, wenn in seinen Sachen herumgekramt wird?

Beim Thema Aufräumen ist Konsequenz ein wichtiges Stichwort: Schimpfen und dann doch alles selbst zu tun, führt dazu, dass das Kind auf Durchzug schaltet. Es lernt, dass zwar gemeckert wird, aber das Aufräumen sich von selbst erledigt.

Helfen Sie nicht beim Suchen von Dingen. Findet Ihr Kind beispielsweise ein wichtiges Arbeitsblatt unter einem großen Haufen Papier nicht, muss es eben suchen. Die Bemerkung „Das hab ich Dir doch gleich gesagt…“ bringt hier weniger als die Tatsache, dass das Kind selbst spürt, dass es so nicht geht.

Geschwister streiten oft ums Aufräumen. Besonders, wenn sie ein Zimmer gemeinsam nutzen. Teilen Sie die Arbeiten ein. Jedes Kind räumt auf, was es liegen gelassen hat. Oder: Ein Kind räumt Kleider auf, das andere Spielsachen…

Lassen Sie Ihr Kind spüren, wenn es Ihnen zu unordentlich ist. Sie werden beispielsweise gerufen, um eine Malerei anzusehen, können aber das Zimmer kaum betreten. Sagen Sie deutlich, dass Ihnen das so nicht gefällt und Sie nicht in dieses Zimmer gehen werden.

Oft sind alle Dinge im Kinderzimmer bereits so durcheinander, dass sich das Kind selbst nicht mehr wohl fühlt. Es verlagert dann gerne Aktivitäten in andere Räume. Da wird auf einmal in der Küche gemalt und gebastelt… Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es nicht noch weitere Räume in Beschlag nehmen kann. Also: Zimmer aufräumen.

Einige Aufräumregeln

Das Festlegen von Regeln erspart allen den täglichen Kleinkampf. Setzen Sie diese gemeinsam fest.

Die Regeln unterscheiden sich natürlich von Familie zu Familie. Einige Vorschläge:

  • Es muss eine gewisse Hygiene eingehalten werden. Alte Jogurtbecher, schmutzige Teller, verschmutzte Kleidung gehören nicht ins Kinderzimmer. Alles, was das Kind nicht aus seinem Zimmer trägt, wird auch nicht gewaschen.
  • An einem festgelegten Wochentag ist Aufräumtag.
  • Das Bad wird verlassen, wie man es vorgefunden hat.
  • Jacken gehören an die Garderobe.
  • Vor Erledigen der Hausaufgaben muss der Schreibtisch aufgeräumt werden.
  • Es wird nichts ohne das Wissen des Kindes weggeräumt.
  • Es wird nichts weggeworfen, ohne vorher das Kind gefragt zu haben.

An die Aufräumregeln müssen sich selbstverständlich alle Familienmitglieder halten.

Noch einige Tipps:

  • Kinder brauchen genügend Stauraum. Sie müssen genug Platz haben, um ihre Sachen unterzubringen. Sinnvoll sind Regale, Kisten und Schubladen. Größere Kinder bestimmen selbst, wo was hingehört.
  • Weniger ist mehr: Sortieren Sie gemeinsam mit dem Kind alte und kaputte Spielsachen aus. So schaffen Sie Platz. Ein Kind muss nicht in Spielsachen ertrinken. Viele Dinge können vorübergehend im Keller untergebracht werden.

Das Aufräumen der Kinderzimmer bzw. der Spielbereiche ist in vielen Familien ein großes Thema. Viele von euch werden folgende Situation möglicherweise gut kennen: Das Kinderzimmer eures Kindes sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Doch wenn es ums Aufräumen geht, schaltet euer Kind auf sture und weigert sich vehement. Wir möchten euch heute ein paar sinnvolle Tipps geben, wie ihr euer Kind vielleicht doch zum Aufräumen bekommt:

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Tipp 1: Spielzeug reduzieren

In vielen Kinderzimmern gibt es so viel Spielzeug, dass die Kinder schnell den Überblick verlieren. Bis zum Rand gefüllte Kisten mit Spielzeug sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Zuviel Spielzeug stellt eine Reizüberflutung dar, die euer Kind sogar von einem konzentrierten Spiel abhalten kann. Zudem geht das Ausräumen immer schneller als das wieder Einräumen. Eine geleerte Kiste oder Schublade wieder einzuräumen nimmt viel Zeit in Anspruch und kann euer Kind sogar überfordern. Hier gilt auf jeden Fall das Credo „Weniger ist mehr!“. Minimiert einfach die Auswahl an Spielzeug für eure Kinder und tauscht ab und an ein paar Dinge aus. So setzt ihr immer wieder neue Impulse und auch das Aufräumen fällt auf einmal nicht mehr so schwer.

Tipp 2: Gemeinsam aufräumen

Einer der wichtigsten Punkte ist es, sich die Zeit zu nehmen und gemeinsam mit den Kindern aufzuräumen. Stehen die Kleinen alleine vor dem riesigen Spielzeugberg, ist die Motivation schnell verflogen. Wie alles andere, müssen Kinder auch das Aufräumen lernen und von wem könnten sie es besser lernen als von Mama, Papa oder den großen Geschwistern?

Tipp 3: Aufräumen als Ritual

Rituale nehmen in der Erziehung von Kindern eine wichtige und sinnvolle Rolle ein, denn Rituale geben den Kindern Sicherheit und durch sie gehen einige Tätigkeiten, wie z.B. das Aufräumen, leichter von der Hand. Wenn es Zeit ist aufzuräumen, könntet ihr beispielsweise eine Glocke ertönen lassen, das Licht ausschalten oder ihr singt ein bestimmtes Aufräumlied.

Aufräumzeit, es ist soweit,

alle Kinder räumen auf,

die Großen und die Kleinen!

oder

Wer will die fleißigen Aufräumer seh’n,

der muss zu uns Kindern geh’n,

oh wie fein, oh wie fein,

wir räumen unsere Spielsachen ein!

Kinder lieben Aufräumlieder und sie lieben es auch die Glocke ertönen zu lassen. Und so schnell und einfach, habt ihr eure Kinder motiviert aufzuräumen.

Tipp 4: Spielerisch aufräumen

Aufräumen macht keinen Spaß, aber muss das so sein?! Kinder lieben es zu spielen, also warum nicht einfach das Aufräumen zu einem Spiel werden lassen? Man kann beispielsweise die Kinder dazu auffordern, erst alle blauen, dann alle roten und zu guter Letzt alle grünen Spielzeuge in die Kiste zu räumen, ihr werdet staunen wie schnell die Kleinen anfangen die richtigen Farben zu suchen. Oder ihr könntet die Spielzeuge der Kinder in Tiere „verwandeln“, alle Bauklötze sind jetzt kleine Fische und müssen schnell wieder zurück in den Teich, in diesem Fall in die Kiste. Kinder lieben auch kleine Wettkämpfe mit Mama oder Papa :

„Wer schafft es zuerst seinen Stapel mit Spielzeug in die Kiste zu räumen?!“, bestimmt sind eure Kleinen schneller als ihr. 😉

Tipp 5: Lob und Anerkennung

Wenn euer Kind es dann geschafft hat und es sind tatsächlich alle Spielsachen eingeräumt, dann ist die Zeit für viel Lob und Anerkennung gekommen. Wir wissen ja selbst, wie lästig die Hausarbeit oft ist und für die Kleinen fühlt es sich nicht anders an.

Ab und an dürft ihr eure Kinder natürlich auch für das Aufräumen belohnen und ihr geht beispielsweise ein Eis essen oder ihr schaut euch gemeinsam ein Bilderbuch an. Allerdings sollte es diese Belohnungen nicht nach jedem Aufräumen geben, die Kinder sollen lernen, dass ein aufgeräumtes Zimmer etwas Schönes ist, indem man sich auch gleich wieder viel wohler fühlen kann. Bekommt das Kind nach jedem Aufräumen ein Stück Schokolade, räumt es nicht mehr aus diesem Grund auf, sondern nur um die Schokolade zu bekommen.
Wir hoffen wir konnten euch mit unseren Tipps ein wenig weiterhelfen und, dass ihr beim nächsten Aufräumen genauso viel Spaß haben werdet wie eure Kleinen!

Stellt Eure Fragen!

Stapeln sich auch bei dir hin und wieder Briefe, Bücher und andere Dinge auf allen möglichen horizontalen Flächen, und so sehr du dich auch anstrengst, früher oder später regiert das kreative Chaos? Keine Sorge, das ist ganz normal und es geht dir wie den meisten Menschen. Unordnung ist jedoch kein unausweichliches Übel, und mit den richtigen Tricks kannst du quasi ganz nebenbei Ordnung halten.

In einer aufgeräumten Wohnung lebt es sich auch gleich viel angenehmer, wichtige Sachen finden sich einfach schneller. Deshalb steht in vielen Haushalten der regelmäßige Frühjahrsputz oder das große Entrümpeln auf dem Plan.

So eine Aktion kostet viel Zeit, Nerven und Schweiß. Wenn man sich aber ein paar Grundregeln aneignet, sammelt sich weniger an und die Unordnung entsteht gar nicht erst. Wie man dem Chaos vorbeugt und wie es gar nicht erst dazu kommt, das große Aufräumen ewig vor sich herzuschieben, verrate ich dir in diesem Beitrag.

1. Entschließe dich zu Minimalismus

Regelmäßiges Ausmisten befreit und gibt ein gutes Gefühl. Wenn man sich jedoch bewusst dazu entschließt, minimalistischer zu werden, entfällt auch das. Weniger Dinge, mehr Zeit fürs Wesentliche. So einfach ist das. Kannst du ohne nachzusehen sagen, was sich überhaupt in deinen Schränken, Schubladen und Regalen befindet? Welche der Dinge hast du in den letzten 12 Monaten wirklich gebraucht?

Mit ein bisschen Minimalismus kannst du dich von all dem nutzlosen Ballast befreien. Nimm dir am besten vor, weniger Gegenstände zu besitzen und genieße die Vorteile.

2. Neue Anschaffungen?

Überlege dir bei jedem neuen Kauf dreimal, ob du das Produkt wirklich benötigst. Wenn du es dennoch erwirbst, gewöhne dir folgende Regel an: Bei jeder neuen Anschaffung wird eine alte entsorgt. Damit wird das Anhäufen von Dingen von Anfang an unterbunden. Achte bei dem Neukauf außerdem auf die Qualität. Ein langlebiger Gegenstand macht mehrere Billigwaren überflüssig.

3. Die Ordnungsregeln

Mehr Ordnung entsteht, wenn jeder Gegenstand seinen festen Platz hat. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man fertig angezogen und unter Zeitdruck ist, aber der Schlüssel sich nicht finden lässt. Richte dir zum Beispiel für deinen Schlüsselbund einen festen Platz in der Nähe der Eingangstür ein. Gewöhne dir an, deine Schlüssel immer dort aufzubewahren.

Genauso kannst du es mit allen anderen Dingen machen, die sich gern spontan in verschiedenen Bereichen der Wohnung auftürmen: Briefe, Zeitungen, Klamotten, Einkäufe… Gib den Dingen einen festen Platz und halte dich daran.

Ordnung ist meistens eine Sache der Gewohnheit. Um es auch in Zukunft ein bisschen leichter zu haben und Unordnung ohne Mühe gar nicht erst entstehen zu lassen, befolge diese Regel für den Alltag: Wenn du etwas benutzt hast, lege es wieder zurück. Und zwar so, dass es beim nächsten Mal funktionsfähig, bzw. aufgefüllt ist.

4. Besser Aufräumen

Statt eine große Aufräumaktion, geht es mit kleinen Schritten viel leichter. Gewöhne dir grundsätzlich an, wenn du einen Raum verlässt, dich kurz umzublicken, ob du nicht gleich Dinge mitnehmen und oder ordnen kannst.

Grundsätzlich sind kleine Schritte besser und leichter umsetzbar, als das Planen großer Aufräumaktionen. Nimm dir am besten jedes Mal, wenn du keine großen Verpflichtungen hast, eine Kleinigkeit vor. Das kann jedes Wochenende oder zu den Feiertagen sein. Hauptsache man fängt an.

Beginne mit einer Schublade, einer Kiste oder einem Regalbrett. Dadurch wird das Erfolgserlebnis schneller erreicht und du behältst die Freude am Aufräumen.

Wenn du eine Schublade aufräumst, leere die Schublade komplett aus. Wenn es ein Regalbrett ist, nimm alles herunter. So schaffst du Platz, um alles neu zu sortieren und so manches Teil kommt vielleicht gar nicht wieder an seinen Platz zurück, weil du merkst, dass du es eigentlich gar nicht brauchst.

Bevor die Hälfte der Utensilien wieder direkt in die Schublade wandert, unterteile vorher alles in drei Häufchen:

1. Funktionsfähig und nützlich:

Hier wird alles gesammelt, was noch eine Funktion hat und was du auch selbst gebrauchen kannst.

2. Müll:

Alles was kaputt ist, kommt auf diesen Haufen.

3. Weitergeben:

Dinge, die noch funktionsfähig sind, aber nicht mehr gebraucht werden, kommen hier hin. Andere können damit bestimmt noch etwas anfangen. Du kannst sie in die nächste Tauschbox geben oder an Freunde verschenken, die vielleicht Verwendung dafür haben.

5. Die Drei-Viertel-Regel

Die Drei-Viertel-Regel besagt, dass eine Ablage bereits bei drei Vierteln voll ist. Das gilt für Ablage-Ordner genauso wie für Kleiderstangen. Fülle Ordner nur zu drei Vierteln, damit du sie noch bequem aufmachen und umblättern kannst. Kleidung lässt sich nach diesem Prinzip noch hin und herschieben und ansehen. Die restlichen Kleidungsstücke sollten aussortiert werden.

Falls deine Kleiderstange noch zu voll ist, kannst du diesen kleinen Trick anwenden, um dich der richtigen Kleider zu entledigen.

Wenn du diese Tricks zur Gewohnheit machst und regelmäßig anwendest, ist dem Chaos in der Wohnung und im Leben von vornherein vorgebeugt, fast ohne zusätzlichen Aufwand. Kennst du noch andere Ordnungstipps, die dabei helfen? Welche Regel findest du besonders wertvoll? Über einen Kommentar von dir freuen wir uns!

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Mehr Tipps für ein einfaches und aufgeräumtes Leben findest du in unserem Buchtipp:

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Zimmer aufräumen: Mit diesen Tipps schaffst du schnell Ordnung

Das Zimmer aufzuräumen und Chaos zu beseitigen zählt sicher für die wenigsten Menschen zu den Lieblingsaufgaben. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie du Unordnung schnell, einfach und mit Spaß beseitigen kannst.

Bestimmt kennst du das: Nur wenige Tage bist etwas nachlässig geworden und schon versinkt dein Heim im Chaos. Unordnung breitet sich kaum merklich aber rasant aus. Ist sie erstmal da, wird es immer schwerer, Herr über die Lage zu werden. Denn je größer das Chaos, desto geringer die Motivation, es zu beseitigen.

Während sich der innere Schweinehund noch gegen das Aufräumen sträubt, wächst bei dir vermutlich das Unbehagen. Denn Chaos und Unordnung lösen Stress aus. Sie sorgen dafür, dass du dich weniger gut konzentrieren und entspannen kannst.

Besonders wenn du nicht weißt, wo du beginnen sollst, fühlst du dich schnell überfordert. Damit das Aufräumen künftig schnell und effizient gelingt, haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt.

Zimmer aufräumen: Beginne mit den richtigen Schritten

Das Zimmer aufzuräumen und Unordnung zu beseitigen ist oft nicht gerade spaßig. Du musst also für die richtige Motivation sorgen. Einige Ideen:

  • Tanzbare Musik oder Lieder zum Mitsingen sind gut, um ins Handeln zu kommen und das Chaos anzugehen.
  • Ziehe die Vorhänge zur Seite, reiße die Fenster auf und lasse Licht sowie frische Luft ins Innere.
  • Fordere dich selbst heraus. Überlege dir, wie lang du zum Aufräumen brauchst, stelle die Zeit mit einem Timer und versuche dich zu unterbieten.

Jetzt solltest du motiviert sein und bereit zum Aufräumen. Wichtig, dass du eine Aufgabe nach der anderen erledigst und dich Schritt für Schritt durch das Chaos arbeitest. Ist deine ganze Wohnung betroffen, beginne mit dem Zimmer, das am wenigsten unordentlich ist. So kannst du schnell erste Erfolge verbuchen und bleibst motiviert.

Zimmer Schritt für Schritt aufräumen

Aufgeräumter Kleiderschrank: Kledierbügel könenn helfen, dass Chaos zu beseitigen.
(Foto: CC0 / / StockSnap)

Falls du mit dem Schlafzimmer beginnst, gehst du am besten folgendermaßen vor:

  1. Beginne nach und nach, Flächen freizuräumen. Fange zum Beispiel bei deinem Bett an oder arbeite dich im Uhrzeigersinn vor. Beseitige alle Gegenstände, die nichts in deinem Bett zu suchen haben. Wenn es mehrere Teile sind, kannst du sie auf einem Haufen auf dem Boden zusammentragen.
  2. Sobald überflüssiger Ballast verschwunden ist, räumst du den freigewordenen Bereich auf. Beziehe das Bett neu und richte es wieder ordentlich her.
  3. Das Gleiche gilt für Regale und Fensterbretter. Räume die Flächen frei und häufe alle Gegenstände auf dem Boden an. Nun hast du Platz, um die Bereiche zu reinigen und anschließend wieder neu zu organisieren.
  4. Die aufgehäuften Gegenstände kannst du jetzt gesammelt wegräumen, dadurch sparst du dir auch Wege. Sortiere alle Bücher sowie Zeitschriften zusammen und trage sie zum entsprechenden Regal, räume Geschirr weg und direkt in den Geschirrspüler, sortiere deine Wäsche.
  5. Wenn der Boden aufgeräumt ist, kannst du ihn reinigen und das Zimmer ist fertig.

Besonders nerven- und zeitaufreibend ist die Ordnung im Kleiderschrank. Überlege dir, ob du diesen Bereich separat angehst. Besonders bei Kleidung ist es oftmals nicht mit bloßem Aufräumen getan. Sortiere deine Wäsche nach folgenden Kriterien: schmutzig, kaputt, alt aber intakt und „normal“.

  • Schmutzige Wäsche kommt in den Wäschekorb.
  • Kaputte Wäsche kann oftmals noch repariert werden. Richte die Kleidung selbst wieder her oder gib sie einem Schneider.
  • Alte Kleidung, die noch intakt ist, die du aber nicht mehr tragen willst, kannst du abgeben. Verschenke, verkaufe oder spende die Kleidung.

Zimmer aufräumen: Tipps für mehr Ordnung

Zimmer aufräumen: Mit wenigen Tipps klappt es.
(Foto: CC0 / / Hans)

Chaos und Unordnung entstehen oftmals dann, wenn wir Gegenstände aus anderen Räumen zusammentragen oder wenn Dinge keinen eigenen Platz haben und im Weg stehen. Mit diesen Tipps kannst du dein Zimmer schnell aufräumen und langfristig Ordnung halten:

  • Schaffe Platz zum Aufräumen. Sammle alle Gegenstände auf einem Haufen und räume sie dann nach Kategorien an ihren richtigen Platz zurück.
  • Nimm jedes Mal etwas mit, wenn du das Zimmer wechselst. Räume das gebrauchte Geschirr in die Küche, wenn du dir eben ein Glas Wasser holen willst. Dadurch kannst du viel nebenbei aufräumen.
  • Sorge dafür, dass jeder Gegenstand einen Platz hat. Am besten ist es, wenn du die Dinge in Schränken oder Regalen verstauen kannst. Je weniger Gegenstände auf den freien Flächen stehen, desto aufgeräumter wirkt dein Zuhause.
  • Sortiere Ansammlungen von losen Gegenständen. Zum Beispiel kannst du Bürobedarf in der gleichen Box aufbewahren und Kleinteile wie Batterien, Glühbirnen und Co. in einem anderen Behältnis. Wenn du die Dinge nicht oft benötigst, kannst du sie auch in der Kammer oder im Keller verstauen.
  • Entledige dich überflüssigen Dingen. Über die Zeit sammeln sich im Wohnraum viele Gegenstände an. Damit es dir leichter fällt Ordnung zu halten, solltest du in regelmäßigen Abständen ungebrauchte oder unnütze Teile aussortieren. Unterstützung findest du hier: Minimalismus: 3 einfache Wege, dich vom Ballast zu befreien.
  • Wenn du Bereiche, Oberflächen oder das ganze Zimmer aufgeräumt hast, dann solltest du anschließend putzen. Dadurch bist du motivierter auch anschließend Ordnung zu halten.
  • Um langfristig ordentliche Zimmer zu haben, kann es helfen, eine Aufräum-Routine zu entwickeln. Gewöhne dir zum Beispiel an bereits am Morgen dein Geschirr zu verräumen, das Handtuch zum Trocknen aufzuhängen und vor dem Verlassen des Hauses dein Bett herzurichten.

Zimmer aufräumen mit Kind

Zimmer aufräumen: So macht es auch deinem Kind Spaß.
(Foto: CC0 / / Thaliesin)

Wie du es schaffst, dass auch das Kinderzimmer ordentlich bleibt, hängt vom Alter deines Kindes ab. Je nach Alter kannst du unterschiedliche Techniken anwenden. Je früher du beginnst, desto besser kann dein Kind lernen, selbstständig aufzuräumen und Ordnung zu halten.

Wichtig ist auch hier, dass die Gegenstände alle einen eigenen Platz haben, der für die Kinder gut zu erreichen ist. Bei losen Ansammlungen können transparente Boxen mit Deckeln helfen, um die Kleinteile aufzubewahren. Diese kannst du dann in Regalen oder unter dem Bett verstauen.

Wichtig ist es, eine Routine zu entwickeln. Zum Beispiel, dass das Zimmer vor dem Abendessen aufgeräumt wird. Dadurch kann sich dein Kind daran gewöhnen und es fällt ihm leichter sich daran zu orientieren.

  • Kinder im Kleinkindalter: Für ganz kleine Kinder ist es sinnvoll, aus dem Aufräumen ein Spiel zu machen. Häufe alle Gegenstände in der Mitte des Zimmers an. Hilf deinem Kind dabei die Gegenstände nach Kategorien zuzuordnen, wie Holzfiguren, Puppenkleider oder Bilderbücher. Gib dann klare Anweisungen, wie „Räume die Kuscheltiere ins Bett“. Besonders zu Beginn solltest du dein Kind unterstützen und aushelfen, wenn es nicht weiter weiß. Wenn es etwas richtig geräumt hat, lobe es.
  • Kinder bis 6 Jahre: Wenn besonders großes Chaos herrscht, unterstütze dein Kind dabei, sich im Uhrzeigersinn vorzuarbeiten. So wirkt die Unordnung nicht so überfordernd. Auch hier ist es sinnvoll, alle Dinge auf einem Haufen zu sammeln, dann zu kategorisieren und zu verstauen. Damit es Spaß macht, könnt ihr gemeinsam Singen oder einem Hörbuch lauschen.
  • Schulkinder: Auch bei Schulkindern kannst du ein Spiel daraus machen. Zum Beispiel: „Wer ist schneller, alle Legosteine zu verstauen?“. So lernt dein Kind, dass Aufräumen auch Spaß machen kann. Wenn dein Kind etwas gebaut hat, sich gerade mit einem Puzzle beschäftigt oder mit einem Puppenhaus spielt, gibt es einen tollen Tipp um trotzdem Ordnung zu behalten. Du kannst zum Beispiel eine stabile Platte oder einen Karton nutzen, auf dem dein Kind bauen oder puzzeln kann. Am Ende des Tages kannst du die Gebilde einfach verschieben und die Kleinteile wie gewohnt aufräumen.

Weiterlesen auf Utopia.de:

  • Death Cleaning: der schwedische Weg, Ballast loszuwerden
  • Marie Kondos Magic Cleaning: Mit der KonMari-Methode richtig aufräumen
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English version available: How to Clean Your Room: Tidy Up Quickly with These Simple Tips

Aufräumen mit Kindern – die besten Tipps

Bevor das Kind kommt, sind wir noch guter Dinge: „Das Baby braucht gar nicht so viel. Und wir misten auch regelmäßig aus. Spielzeug? Nein, wir achten darauf, dass es nicht zu viel wird. In unserer kleinen Wohnung ist ja auch gar nicht so viel Platz.“

Soweit die guten Vorsätze. Dann ist das Baby da, es wächst und Klamotten in diversen Größen sammeln sich an, Omas und Opis, Tanten und Onkels, Freunde und Verwandte schenken, was das Zeug hält – und am Ende ist die kleine Wohnung voll. Wenn dann das Kind irgendwann größer ist, eventuell ein zweites oder drittes kommt, platzt die Bude aus allen Nähten.

Aufräumen! Dringend! Aber wie? Wir haben da ein paar Tipps für euch, wie man mit Kindern und für Kinder ausmisten und aufräumen kann.

Aufräumen heißt nicht „Topgestyltes Kinderzimmer des Jahres“

Vorweg: Aufräumen und ausmisten heißt nicht, dass alles picobello sein muss, sodass jeden Moment ein Team von Schöner Wohnen kommen könnte, um eure Wohnung zu fotografieren – inklusive tiptop-gestyltem Kinderzimmer. Es geht vielmehr darum, dass ihr eine Wohnung habt, in der ihr euch wohlfühlt, in der ihr alles habt, was ihr braucht – und nicht noch 1000 Sachen, die euch nur den Platz und die Luft zum Atmen rauben.

Kinder wachsen und verändern sich – ständig

Beim Aufräumen mit Kindern liegt die größte Herausforderung darin, dass sie ständig wachsen, andere Klamotten und andere Sachen haben und immer wieder neue und andere Interessen entwickeln. Während wir früher oft nur einmal im Jahr ausgemistet haben, müssen wir es jetzt in regelmäßigen Abständen angehen. Wenn man sich dran gewöhnt hat, geht es immer schneller. Pluspunkt: Man fühlt sich erleichtert, dass man den Kram aussortiert hat.

Aber: Aufräumen mit Kindern heißt keineswegs, dass man es FÜR sie macht, sondern ab einem gewissen Alter auch MIT ihnen.

Hier sind ein paar Tipps für den Start:

  1. Früh anfangen: Ist Aufräumen und Ausmisten für Kinder früh eine Selbstverständlichkeit, bleibt das größte Drama (hoffentlich) aus. Babys können natürlich nicht aufräumen, aber ab zwei Jahren können Kinder schon ein bisschen „mithelfen“.
  2. Mit gutem Beispiel vorangehen: Wer möchte, dass seine Kinder nicht alles durch die Gegend werfen, muss mit gutem Beispiel vorangehen. Man kann seinen Kindern zeigen, was „aufgeräumt“ bedeutet und es ihnen vorleben. Das gilt beim Aufräumen genauso wie für andere Bereiche des Lebens.
  3. Einfache Regeln: Schon kleine Regeln helfen für Ordnung zu sorgen. Beispiel: Abends kommen die Legos in die Kiste. Das ist eine Regel, die auch kleine Kinder verstehen und die sie umsetzen können.
  4. Kleine Aufgaben: „Räum dein Zimmer auf!“ Diesen Satz hat wohl schon jeder mal von seinen Eltern gehört. Allerdings ist diese Aufgabe für viele Kinder viel zu groß. Wo bloß anfangen? Selbst Erwachsene scheitern an ihren eigenen „Ich räum die Wohnung auf“-Vorsätzen. Lieber kleine Aufgaben („Pack die Legos in die Kiste.“) verteilen, die konkret sind.
  5. Klamotten falten: Früh übt sich, wer einen ordentlichen Schrank haben möchte. Auch kleine Kinder können mit etwas Hilfe und Anleitung lernen, Klamotten zu falten. Und wenn man das ganze spielerisch angeht, wird ein großer Spaß draus.
  6. Ausmisten nach Kategorien: Aufräumexpertin Marie Kondo empfiehlt, nach Kategorien auszumisten. Und zwar fängt man mit den Dingen an, die einen nicht allzu großen sentimentalen Wert haben. Klamotten, dann Bücher und dann Dinge, die einem am Herzen liegen. Die zentrale Frage laut der Konmari-Methode ist: Bringt mir Gegenstand X Freude? Falls ja, darf er bleiben. Falls nein, kann er weg. Für Kinder muss man das Konzept übersetzen. Da geht es eher darum, ob sich die Decke gut anfühlt, man gern mit Spielzeug X spielt. Es ist natürlich herausfordernder diese Fragen mit Kindern durchzugehen statt einfach selbst die Entscheidung zu treffen. Da muss jeder seine persönliche Balance finden. Wenn es um das Ausmisten von zu kleinen Kinderklamotten geht, solltet ihr euch eher die Frage stellen, ob ihr sie noch braucht (bekomme ich noch ein zweites oder drittes Kind?) oder ob ihr glücklicher wäret, wenn ihr den Platz für andere Sachen zur Verfügung hättet. Ist die Kinderplanung durch, könnt ihr rigoroser ausmisten. Dass man meist viel zu viel Kram hat, ist das Schicksal, dass viele Eltern teilen. Eine Baby-Erstausstattung ist jedenfalls weniger umfangreich als man denkt.
  7. Ausmisten trotz ausreichend Platz: Nur weil man ausreichend und noch mehr Platz zur Verfügung hat, um Dinge zu lagern, bedeutet das nicht, dass man etwas behalten muss. Überlegt euch trotzdem bei allen Dingen genau, ob ihr sie wirklich braucht.
  8. Loslassen ist gut: Je früher Kinder lernen, dass es ok ist, Dinge wegzugeben, desto einfacher wird es, wenn sie älter werden.
  9. Wegbringen – und zwar konsequent: Nach dem Ausmisten kommt das Wegbringen. Überlegt euch, was ihr mit den Sachen machen wollt (Verkaufen, spenden, verschenken usw.) und setzt eure Planung sofort um. Stehen die Sachen tagelang in der Ecke, wird der Abschied mitunter schwerer und die Motivation lässt nach.

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„Konmari“-Methode: Hast du schon mal SO aufgeräumt?

Aufräumen mit und für Kinder wird nie ein Ende haben. Das muss man sich bewusst machen. Aber wer alles früh im Blick hat und regelmäßig ausmistet, hat es einfacher. Wirklich. Denn dann wird Ausmisten und Aufräumen eine Selbstverständlichkeit und keine große Aufgabe, die man immer und immer wieder vor sich herschiebt.

Die wichtigste Regel zum Schluss: Was kaputt ist, ist kaputt und sollte in den Müll wandern.

Aufräumen mit Kindern

Hier kollidieren in feinster Weise Erwachsenen- und Kindermaßstäbe, was Ordnung und Unordnung angeht und das heimische Kinderzimmer wird schnell zur Gefahrenzone. Dabei gelingt es ganz einfach, Kindern Ordnung zur Gewohnheit werden zu lassen. Wir haben die wichtigsten Regeln zusammengestellt.

Vorbild Eltern

Ein entscheidender Punkt ist, dass Kinder durch Nachahmung lernen, indem sie die Eltern kopieren. „Was den Kindern vorgelebt wird, prägt sie“, erklärt Psychologe Dr. Markus Schaer gegenüber der Süddeutschen. Eltern sollten neben Werten und Umgangsformen auch ein konstruktives Aufräumverhalten vorleben. Das sollte möglichst unangestrengt und vor allem selbstverständlich geschehen. Wenn das Kind sieht, dass Einkäufe direkt verstaut und Sachen nach Gebrauch wieder weggepackt werden, wird es diese Verhaltensmuster automatisch übernehmen. Wird das Aufräumen von den Eltern stets mit Augenrollen und Gemecker getätigt, nehmen Kinder es automatisch als lästige Aufgabe war. Auf keinen Fall sollte Kindern der Eindruck vermittelt werden, dass Aufräumen und Ordnung halten eine lästige Pflichtaufgabe ist. Stattdessen sollten sie lernen und erkennen, dass Ordnung halten das Spielen und Leben erleichtert und lästiges Suchen vermeidet. Eltern sollten für einen besseren Lerneffekt formulieren, was sie gerade machen: „Die Bücher kommen alle ins Regal und werden nach Größe sortiert“ oder „Benutztes Geschirr kommt in die Spülmaschine“.

Mit Kinderaugen sehen

Das Kinderzimmer ist geflutet von Hunderten von Bauklötzchen, das Kind erklärt freudestrahlend, es baue gerade eine eigene Stadt auf und die Eltern kriegen die Krise. Oft sind Eltern beim Anblick des scheinbaren Chaos kurz vorm Platzen. Hier hilft tiefes Durchatmen – und der Tipp, sich in sein Kind hinein zu versetzen. Mit Kinderaugen betrachtet, wird der Berg Bauklötzchen zur tollen Ritterburg, der Kissen- und Deckenhaufen entpuppt sich als fliegender Teppich und die Sandberge auf eben jenem sind leckere kleine Kuchen aus der Kinderzimmer-Bäckerei. Eltern vermeiden so, voreilig los zu schimpfen und das Kind damit in seiner kreativen Entwicklung zu bremsen. Außerdem verbessern sie so die Kommunikation und Interaktion mit ihm.

Kinderzimmer = Kinder-Zimmer

Eine Sache, die gerne vergessen wird und eklatant wichtig ist: Das Kinderzimmer ist ein Zimmer für Kinder, hier müssen andere Maßstäbe gelten als im Rest des Hauses. Für die Entwicklung eines Kindes ist es wichtig, sich kreativ betätigen und austoben zu können. Eltern sollten keine überzogenen Ordnungs-Standards vom Kind fordern, oftmals ist ihnen nicht klar, dass Kinder erst begreifen und lernen müssen, wie Ordnung funktioniert. Sie nehmen den turmhohen Berg von Bauklötzchen im Zimmer nicht als Chaos wahr, sondern als spannende Ritterburg und der chaotische Deckenhaufen ist in der kindlichen Vorstellung eine spannende Abenteuerhöhle. Wichtig ist das gemeinsame Üben mit den Eltern, um feste Aufräum-Rituale zu entwickeln, die dann zur Selbstverständlichkeit werden. Kernthese aller Familienratgeber ist, dass es nicht darum geht, dass das Kinderzimmer perfekt aufgeräumt ist, sondern der Familien-Alltag möglichst gut und reibungslos funktioniert. Dieser Rat sollte unbedingt beherzigt werden. Auch den Kindern wird schnell klar werden, dass effizientes Aufräumen den entscheidenden Vorteil bietet, am nächsten Tag nicht lange suchen zu müssen.

Kindern nicht hinterher räumen

Ute Glaser empfiehlt in Die Eltern-Trickkiste, Kindern nicht hinterher zu räumen. Einfach selbst schnell aufräumen, damit man nicht schon wieder endlos lange mit dem Kind diskutieren muss, ist kontraproduktiv. Stattdessen sollte von Klein auf ein Aufräum-System eingeführt werden, dass das Kind später übernehmen und anwenden kann. Es lernt, selbst für sein Spielzeug und Zimmer verantwortlich zu sein und das Ordnung schaffen nach dem Spielen wird zur Selbstverständlichkeit, die nicht erst mühsam eingefordert werden muss. Gleichzeitig werden die Kinder früh zur Selbstständigkeit erzogen, die sie auch außerhalb des Kinderzimmers beherrschen müssen.

Aufräumen ohne Zwang

„Aufräumen macht dann Spaß, wenn es ohne Druck und Erwartung passiert.“ Fräulein Ordnung Denise Colquhoun spricht in „Aufräumen mit Fräulein Ordnung“ aus, was bei der Erziehung unbedingt beherzigt werden sollte. Aufräumen und Ordnung sollten den Kindern auf keinen Fall durch Druck und Gemecker vermittelt werden. So würde beides schnell zu nervigen Pflichtaufgaben, die mit Stress und Widerwillen verbunden sind. Verfolgen Eltern stattdessen einen spielerischen Ansatz, sind Kinder mit Spaß und Freude dabei. Colquhoun empfiehlt, eine Aufräum-Routine ohne viel Druck zu schaffen, und Kinder dazu möglichst früh anzuleiten. Eine Musik-CD oder ein Hörspiel beflügelt Kinder beim Aufräumen ebenso wie das Singen von Aufräumliedern, die sie schon aus dem Kindergarten gewohnt sind. So wird das Einräumen nach dem Spielen entspannt eingeleitet, bekommt einen festen Platz im Tages- oder Wochenablauf und wird schnell zur spaßigen Routine. Natürlich kann das klar Schiff machen auch als Spiel oder Wettbewerb gestaltet werden. Wer ist schneller fertig, das Kind im Kinderzimmer oder die Mutter mit dem Abspülen? Wer kann schneller die Unordnung im Kinderzimmer auseinander puzzeln und in die richtigen Schubladen und Fächer packen? Aufräumspiele sorgen schnell für Ordnung – spielerisch und fast nebenbei.

Ausnahme Kunstwerk

Eltern sollten beachten, dass sie im Kinderzimmer bei aller Liebe zum Aufräumen auch ein paar Ausnahmen genehmigen. Dies betrifft die großangelegten künstlerischen Werke aus dem Kinderzimmer, selbst wenn die Ritterburg den halben Teppich einnimmt. Das kreative Ausprobieren ist für die Entwicklung des Kindes immens wichtig. Die Arbeit eines ganzen Bastel-Tages abends zu zerstören, ist kontraproduktiv. Für kleinere Kunstwerke sollten feste Flächen wie Fensterbänke oder ein Regalfach genutzt werden, so können sie angemessen präsentiert und einige Zeit stehengelassen werden.

Konkrete Aufräum-Aufträge formulieren

Kindern fehlt noch die Erfahrung beim Sortieren, Ordnen, Auf- und Wegräumen. Je nach Alter kann die Anweisung, das Kinderzimmer komplett aufzuräumen, schnell zur unmöglichen Aufgabe werden und überfordern. Besser ist es, wenn Eltern klare Arbeitsaufträge formulieren und präzisieren, was wohin gehört. Es hilft Kindern, wenn sie wissen, wo sie mit dem Ordnung schaffen beginnen sollen. Glaser empfiehlt das Aufräumen in kleinen Portionen, dabei muss jedoch das Alter des Kindes beachtet werden. „Je kleiner das Kind, desto kleiner die Portion“. Mit dieser Methode kann bereits sehr kleinen Kindern spielerisch das Prinzip Ordnung halten vermittelt werden: es lernt, dass Bauklötze in die bunte Kiste kommen, Bücher im Regal zu Hause sind und alle Puppen im Puppenwagen schlafen. Klare Aufräum-Aufträge garantieren Kindern ein schnelles Erfolgserlebnis. So ist auch gewährleistet, dass die Aufgaben in einer konkreten Zeitspanne erledigt werden können und das Kind nicht den ganzen Nachmittag daran sitzt. Positive Verstärkung und Lob sollten selbst bei kleinen Aufträgen nicht vergessen werden, denn das ist stolz auf das, was es schon allein weg geschafft hat und ist so gleichzeitig motiviert für das nächst Mal.

Kinder beim Aufräumen unterstützen

Das gemeinsame Aufräumen bietet entscheidende Vorteile für beide Seiten: das Kind kann sich Aufräumtechniken bei den Eltern abschauen und diese können gleichzeitig mal wieder staubputzen und ausmisten – natürlich nicht ohne vorherige Absprache mit dem Kind. Glaser gibt den Tipp, dies durchaus mit einem Handel zu verbinden: Elterliche Hilfe im Kinderzimmer wird angeboten, wenn das Kind im Gegenzug den Tisch deckt. Eltern sollten auch ihre Hilfe anbieten, dies kann eine gute Motivation für Kinder sein.

Belohnungen – ja oder nein?

Kinder sollten verinnerlichen, dass sie für sich selbst aufräumen, und nicht in erster Linie für Mama und Papa. Es ist aber trotzdem erlaubt, Kinder in Maßen damit zu belohnen, dass beispielsweise eine Geschichte vorgelesen wird oder sie sich nach einem Ausmisten einen Kinobesuch verdient haben. Fleiß- oder Aufgabenkärtchen sind eine gute Möglichkeit, der Aufräumbereitschaft der Kinder – auch innerhalb eines zeitlich festgelegten Rahmens – etwas nachzuhelfen.

Gut sortiert ist die halbe Miete

Ordnung halten fällt leicht, wenn alles seinen festen Platz hat. Dies gilt ebenso für das Kinderzimmer. Colquhoun empfiehlt gegen das tägliche Spielzeugchaos ein konsequentes Aufräum-Training und reichlich praktischen Stauraum. Daher sollten im Kinderzimmer ausreichend Schubladen, Boxen und andere Aufbewahrungsmöglichkeiten vorhanden sein. Kleinkram kann gut in Kartons gelagert werden. Meist sind sie umsonst erhältlich und können von den Kindern individuell beklebt oder bemalt werden. Versieht man sie mit einem Foto, weiß das Kind sofort, was in welchen Karton einsortiert wird. Die Zuordnung des Spielzeugs sollte gemeinsam mit dem Kind entwickelt werden. „Selbstbestimmung ist ein Schlüsselwort. Je mehr die Kinder mitentscheiden können, was in ihrem Zimmer wo wohnen darf, desto eher merken sie sich das“, erklärt Dr. Schaer. Wenn alles seinen zugewiesenen Platz hat, erlernen die Kinder das Aufräum- und Einordnungssystem schnell und problemlos und es geht nach dem Spielen leicht und wie von selbst von der Hand. Gleichzeitig lernen sie so auch, nach welchen Prinzipien Ordnung funktioniert und wie diese systematisiert wird: Wie ordne ich Bücher an? Wie sortiere ich Autos, Puppen und Bauklötze? Sortiere ich nach Form, Farbe oder Größe? Wenn sie älter sind, können Kinder auch ein eigenes, für sie sinnvolles Sortier- und Ordnungssystem entwickeln.

Regelmäßig ausmisten

Regelmäßiges Ausmisten verhindert undifferenziertes Horten von Spielzeug. Es bietet sich an, alles was durchgesehen und sortiert werden muss, in einer Kiste zu sammeln, die gemeinsam mit dem Kind an einem Tag in der Woche durchgearbeitet wird. Was ist kaputt, wofür ist das Kind zu alt, was wird nicht mehr gebraucht, womit wird gar nicht mehr gespielt, was kann gespendet werden? Auch hier muss darauf geachtet werden, dass Eltern nicht in Eigenregie ausmisten, sondern die Kinder miteinbezogen werden. Sie sollten selbst entscheiden können, was sie nicht mehr brauchen – ein wenig Überredungskunst verhilft meist auch Eltern zum gewünschten Erfolg. Der Anreiz, altes Spielzeug gegen einen Kinobesuch oder ein neues Spielzeug einzutauschen, motiviert übrigens ungemein.

Tabu heimliches Ausmisten

Heimlich hinter dem Rücken der Kinder aufzuräumen und auszumisten ist ein absolutes Tabu und bedeutet einen erheblichen Vertrauensverlust, warnt Glaser. Kinder identifizieren sich mit ihrem Besitz und was den Eltern billig und wertlos erscheint, kann für das Kind eine immense emotionale Bedeutung haben. Nur weil die Stocksammlung aus dem Wald nach Erwachsenenmaßstäben auf den Kompost und nicht ins Kinderzimmer gehört, bedeutet das nicht, dass dies eigenmächtig so entschieden werden darf. Besser ist es, diese in Absprache mit dem Kind draußen zu lagern.

Weniger ist mehr

Eine Regel, die Eltern unbedingt von Anfang an beherzigen sollten, und die verhindert, dass das Kinderzimmer überquillt: weniger Spielzeug bewusster kaufen. Colquhoun weist darauf hin, dass ein Kinderzimmer schließlich auch „praktischen Ansprüchen gerecht werden muss, damit es schnell aufgeräumt und saubergemacht werden kann.“ Ein sorgsam ausgewähltes Spielzeug-Kontingent sorgt dafür, dass das Kind die Übersicht behält und nicht überfordert wird – weder beim Spielen noch beim anschließenden Aufräumen. Eltern sollten zum Geburtstag des Kindes oder an Weihnachten die gerne großzügigen Verwandten rechtzeitig instruieren, was das Kind tatsächlich wünscht oder braucht. Achtet man zudem noch darauf, dass Kinder beim Spielen nicht alles auf einmal aus den Regalen und Schubladen zerren, sondern sich stattdessen auf ein oder zwei Spiele parallel konzentrieren, dämmt man die Gefahr des unkontrollierbaren Ausbreitens im Kinderzimmer rechtzeitig ein.

Kinder genießen es, Spielsachen auf-, aber nicht wieder abzubauen. Wie Eltern trotzdem und ohne Streit dafür sorgen können, dass Kinderzimmer aufgeräumt werden, erklärt Psychologe Markus Schaer. Er verrät auch, weshalb Eltern bei besonders unordentlichen Jugendzimmern auch mal ein Auge zudrücken können.

SZ.de: Wieso herrscht in manchen Kinderzimmern das Chaos, während in anderen kein einziger Baustein am Boden liegt?

Markus Schaer: Das liegt wohl eher an den Eltern, denn alle Kinder lieben das Chaos. Es gibt Haushalte, da liegt nichts herum, während in anderen erst einmal der Tisch freigeräumt werden muss, wenn Besuch kommt. Was den Kindern vorgelebt wird, prägt sie.

Wie viel Chaos brauchen Kinder, um kreativ spielen zu können?

Ein gesundes Maß, das hängt vom Alter ab. Für Ältere ist es toll, Spielsachen zu mischen, da kurven Autos um die Baustein-Stadt und ein Raumschiff fliegt auch noch drüber. So entdecken die Kinder erst Spielmöglichkeiten. Jüngere überfordert eine große Menge an Spielsachen eher, da ist es wichtig, dass sie sich auf wenige Dinge fokussieren können: Kleinkinder lieben etwa Würfel, in die sie runde, drei- oder viereckige Steine sortieren können. Da fängt das Aufräumen schon an.

Und macht dann noch Spaß. Wie können Kinder sich das bewahren?

Spaß am Aufräumen beginnt bei der inneren Haltung der Eltern: Wenn die gerne oder zumindest selbstverständlich wegräumen, überträgt sich das – genauso, wenn sie dabei ein langes Gesicht ziehen. Es hilft, wenn diese Eltern Ordnung halten als Herausforderung und nicht als Qual sehen, und sich zum Beispiel mit Musik aufheitern.

Ab wann sollte man Kinder anleiten, Ordnung zu halten?

Man kann Kleinkinder schon miteinbeziehen, die beim Sortieren oder Putzen helfen dürfen, darauf sind sie mächtig stolz. Je größer sie sind, desto eigenständiger räumen Kinder auf. Aber im Kindergartenalter brauchen sie dabei schon noch Unterstützung. Und selbst für Schulkinder ist die Aufforderung „Räum endlich mal auf“ viel zu pauschal.

Wie konkret müssen Eltern denn werden?

Selbst wer sagt, diese Ecke müsste aufgeräumt werden, ist noch zu allgemein. Es hilft den Kindern, wenn man einzelne Schritte benennt: „Leg die Steine in die Kiste und die CDs in den Schrank.“ Das ist auch ganz wichtig fürs Loben hinterher, übrigens für jedes Lob: Je konkreter, desto wirkungsvoller. Kinder wollen gesehen werden, also sollte man auch genau hinschauen und zum Beispiel sagen „Du hast die CDs ins Regal gestellt und alle Bausteine sind in ihrer Kiste. Da freue ich mich, so ein toll aufgeräumtes Zimmer zu betreten.“ In der Pädagogik wird das beschreibendes Lob genannt und funktioniert ungemein gut. Eltern berichten, wie die Kinder strahlen, je mehr Details sie würdigen.

Was halten Sie von Belohnungen nach der Mühe?

Das kann schon mal motivieren, sollte aber nicht zur Regel werden. Es muss ja nicht alles Unangenehme mit Belohnungen schmackhaft gemacht werden. Da ist die Anerkennung hinterher wichtiger.

Wie halten Kinder lieber Ordnung?

Selbstbestimmung ist ein Schlüsselwort. Je mehr die Kinder mitentscheiden können, was in ihrem Zimmer wo „wohnen“ darf, desto eher merken sie sich das. Mit Farben und Bildern kann man die Kisten und Schubläden zusätzlich kennzeichnen. Zu viel Spielzeug im Zimmer und übervolle Kisten erschweren es, eine Grundordnung aufrecht zu erhalten. Außerdem ist es wichtig, wann und wie sehr die Kinder aufräumen müssen: Haben sie zum Beispiel einen tollen Zoo mit Tieren aufgestellt, dürfen sie ihn beim Aufräumen stehenlassen. Kinder fühlen sich dadurch gesehen in ihren Kompetenzen und Bedürfnissen, das Aufräumen ist weniger negativ besetzt.

7 Tipps gegen Unordnung auf dem Schreibtisch

Buntstifte, Comichefte und Sammelbilder – alles liegt kreuz und quer auf dem Schreibtisch verstreut. Diese Unordnung lenkt von den Hausaufgaben ab. Gerade für Grundschüler ist es wichtig, Freizeit und Lernzeit klar zu trennen. Der Schreibtisch ist der erste Arbeitsplatz ihres Kindes. Je übersichtlicher die Ordnung, desto leichter fällt das Arbeiten. Wir sagen Ihnen, was zu beachten ist:

1. Arbeitsplatz einrichten

Hausaufgaben zwischen Mittagessen und Abendbrot? So sieht der Alltag vieler Schulkinder aus. Besser ist es, wenn Ihr Kind seinen eigenen Schreibtisch bekommt. Vergessen Sie nicht: Kindern nehmen einen großen Teil ihrer „Arbeit“ mit nach Hause. Umso wichtiger ist es, Kindern einen ruhigen Arbeitsplatz einzurichten, an dem sie konzentriert lernen und ihre Hausaufgaben erledigen können.

2. Ordnungshelfer anschaffen

Achten Sie schon bei der Gestaltung des Schreibtisches auf die richtigen Organisations-Helfer. Ordner, Stehsammler, Rollcontainer und Stiftebecher sorgen schnell und kinderleicht für Ordnung. So hat alles seinen festen Platz und Ihr Kind weiß, wo es Stifte und Hefte findet ohne lange zu suchen.

3. Routine pflegen

Pflegen Sie mit Ihrem Kind eine Ordnungs-Routine. Räumen Sie täglich gemeinsam den Arbeitsplatz auf, nachdem die Hausaufgaben erledigt sind. Zu Beginn ist es völlig in Ordnung, wenn Sie Ihr Kind dabei unterstützen, bis es selbst eine Routine entwickelt hat. Treffen Sie mit Ihrem Kind die Vereinbarung, dass der Arbeitsplatz abends aufgeräumt sein muss. So kann Ihr Kind am nächsten Tag direkt mit den Hausaufgaben loslegen.

4. Platz schaffen

Bücher und Hefte nicht am Schreibtisch aufbewahren! In einem Regal oder Roll-Container sind sie allzeit griffbereit. Arbeitsblätter finden in bunten Schnellheftern Platz. Extra-Tipp: Viele Lehrer ordnen den Unterrichtsfächern Farben zu. Behalten Sie diese Farb-Ordnung auch zu Hause bei.

5. Weg mit den Störenfrieden

Der Schreibtisch ist kein Spiel-Tisch! Comichefte, Gameboy und Kuscheltiere haben auf dem Schreibtisch nichts zu suchen. Richten Sie für diese Dinge gemeinsam mit Ihrem Kind eine Spielecke im Kinderzimmer ein. Hier können angefangene Bastelarbeiten, aufgebaute Ritterburgen oder Puppenhäuser nicht von den Schularbeiten ablenken.

6. Wohlfühlen macht kreativ

Auf dem Schreibtisch herrscht Ordnung, doch die Umgebung kann Ihr Kind nach Lust und Laune gestalten. Schließlich soll es sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlen. Hängen Sie gemeinsam Poster oder Bilder auf, die Ihr Kind motivieren.

7. Halten Sie die Finger still

Bricht doch mal das Chaos auf dem Schreibtisch Ihres Kindes aus, ist es wichtig, dass Sie Ihrem Kind nicht hinterherräumen. Der Lerneffekt für Ihr Kind bleibt sonst aus! Weisen Sie Ihr Kind besser auf die Unordnung und Ihre gemeinsame Vereinbarug hin, Ordnung zu halten. Und gehen Sie mit einem ordentlichen Arbeitsplatz als Vorbild voran!

7 Tipps für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch

4. Selektiere deine besten Helfer

Nun machen wir uns an den Arbeitsmaterialien zu schaffen. Also allem, was außer den Papier / Unterlagen Stapeln noch auf deinem Schreibtisch bzw. in der Nähe rumsteht.

Mein Motto dabei ist: Man braucht nicht viel um glücklich zu sein!
Gehe alle Arbeitsmaterialien der Reihe nach durch und behalte nur, was dir wirklich nützlich ist und gerne von dir benutzt wird.
Reduziere deine Sammlung von Stiften, Radiergummis, Brieföffnern, Mouse-Pads, Taschenrechnern und anderen Arbeitsmitteln. Behalte nur Gutes, Schönes und Praktisches und verschenke oder entsorge alles andere.
Außerdem sollte es von jeder Art nur ein Teil im direkten Zugriff geben. D.h. jede Stiftsorte bzw. -farbe nur einmal. Alles weitere kannst du entweder entsorgen/verschenken oder erstmal weiter weg, in einer Art Nachfüll-Archiv deponieren.
Nun bekommt jedes Arbeitsmittel einen sinnvollen, festen Platz zugewiesen. Dabei sollten Hilfsmittel, die du nicht TÄGLICH zur Hand nimmst, in Schubladen unter dem/ am Schreibtisch verstaut werden.
Nimm dir vor, Arbeitsmittel und Unterlagen sofort nach Gebrauch an die angestammten Plätze zurückzulegen.

5. Posteingang – Sollte, Müsste, Könnte, Machen

Lege dir eine Ablage auf Ihrem Schreibtisch zu: Ein Korb, ein Karton oder ein Ablagesystem mit mehreren Fächern. Die Inbox dient als Eingangskorb für den täglich eintrudelnden Papierkram. Post, Dokumente und Notizen liegen so nicht mehr verstreut auf dem Schreibtisch herum und stapeln sich in Türmen. Damit keine neuen Stapel entstehen, sortiere deine Post direkt nach dem Öffnen nach einem System. Wichtig ist, dass du dir Termine in den Terminkalender und Aufgaben, die sich aus den Briefen ergeben sofort in deine Todo-Liste einträgst. Anschließend stellst du dir nochmal kritisch die Frage, ob die Unterlagen aufgehoben werden müssen (mehr zu Aufbewahrungsfristen).

6. Die Haltung zählt

Aus der vermutlich bekannten Methode „Getting Things Done“ (GTD) habe ich einen sehr wichtigen Merksatz übernommen, den ich gern weitergebe. Solange wir nicht entschieden haben, ob Handlungsbedarf bei einer Sache besteht, ist es nur eine „Sache“ (im englischen Original von David Allen „stuff“). Wenn wir die Frage nach dem Handlungsbedarf verneinen, kann die Sache entweder in den Müll oder in die Ablage. Sollte jedoch Handlungsbedarf bestehen, muss man sich fragen ob es länger als 2 Minuten dauert, wenn man es sofort machen würden. Dann gehört es auf die ToDo-Liste oder als zu delegierende Aufgabe an jemand anderes. Produktivität fängt bei deiner Einstellung an!

7. ToDo-Liste

Führe eine ToDo-Liste – egal in welcher Form – um geordnet mit den Aufgaben, die sich aus deinen Unterlagen ergeben, umzugehen. Nutze die Unterlagen selbst nicht als Erinnerung (nach dem Motto „Ah, da war doch noch was! Darauf muss ich auch noch irgendwann reagieren“). Nur in einer ToDo-Liste kannst du dir einen Überblick über alle Aufgaben verschaffen und sie gegenüber einander priorisieren. Dadurch dass alles an einer Stelle notiert wird, kannst du auch nicht so leicht mehr etwas übersehen oder vergessen, als wenn es in der Mitte eines Stapels im Dornröschenschlaf liegt.

Erwecke deine Unterlagen in den Schreibtisch-Stapeln aus dem Dornröschenschlaf – sie haben keine Dornen! So erblüht deine Motivation passend zum Frühling!

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