Aufklärung für kinder

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Kindgerechte Aufklärung

Was Sie bei einem 4 Jahre alten Kind erwartet

Kindergartenkinder fangen an, sich mit ihrem Geschlecht zu identifizieren. Jungs möchten nicht für Mädchen gehalten werden und umgekehrt. Sie betrachten ihre Körper jetzt genauer, um die Unterschiede festzustellen: „Ich bin ein Junge, weil ich einen Penis habe. Onkel Ralf ist auch ein Junge, also muss er auch einen Penis haben. Tante Susanne hat keinen, weil sie ein Mädchen ist.“
Kindergartenkinder beginnen sich auch dafür zu interessieren, woher sie kommen und das Thema Schwangerschaft und Geburt fasziniert sie, besonders wenn ein Geschwisterchen unterwegs ist.
Es ist natürlich für ein Kindergartenkind, dass es mehr über seinen Körper – und Ihren – wissen will und sich nicht schämt, zu fragen (Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Eltern rot werden oder versuchen das Thema zu vermeiden). Gleichzeitig werden Kindergartenkinder die körperlichen Komponenten des Sex und die Gefühle erwachsener Liebender nicht verstehen und eine Diskussion über Erektionen, Perioden, Wehen oder andere Körperfunktionen wird sie eher verstören.

Wie Sie darüber sprechen können

Ruhig und entspannt bleiben.
Bleiben sie so sachlich wie möglich, wenn Ihr Kind etwas über Sex oder andere schwierige Themen wissen will, so dass Ihr Kind nicht das Gefühl bekommt, dass bestimmte Themen peinlich sind oder einem Tabu unterliegen.
Natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Die meisten Erwachsenen fühlen sich unsicher, wenn sie mit Kindern über Sex reden, weil sie es nicht gewohnt sind und sie Angst haben, zu viel zu erzählen, wenn das Thema erst mal auf den Tisch kommt. Die beste Taktik ist es, die Fragen ruhig und direkt zu beantworten, egal wie ungewöhnlich oder peinlich sie erscheinen.
Wenn diese Gespräche für Sie schwierig sind, proben Sie ihre Antworten vorher – im Kopf oder zusammen mit Ihrem Partner. Nutzen Sie die Fragen, die aufkommen, wenn Sie und Ihr Kind gerade ganz entspannt sind – beim Puzzeln oder während einer Teepause oder auch wenn Sie Ihr Kind ins Bett bringen. Auch das Auto ist ein guter Ort, um solche Dinge zu besprechen, weil Sie Ihre Augen auf der Straße haben und damit Augenkontakt vermeiden können – was es eventuell am Anfang leichter für Sie macht.
„Wichtig für Eltern ist es, schwierige Themen zu erklären, ohne besorgt zu klingen“, sagt der Psychologie-Professor Jerome Keagan von der Harvard University. „Das Kind bekommt den Tonfall mit, mehr als die Worte.“
Halten Sie es einfach.
Im Kindergartenalter sind die besten Antworten die kurzen und unkomplizierten. „Du fragst, wo du her kommst? Du bist in Mamas Bauch entstanden und dort bis zu deiner Geburt gewachsen.“ Auch wenn Sie nicht wie ein Arzt klingen wollen, sollten Sie die anatomisch korrekten Begriffe verwenden („Penis “ und „Scheide“, nicht „Pippi“ oder „Muschi“ ). Das hilft dabei, dem Kind das Gefühl zu geben, dass sexuelle Themen nicht peinlich sind.
Ein dreijähriges Kind wird sich vielleicht noch mit einer kurzen Antwort zufrieden geben, ein Vierjähriges hat im Zweifelsfall gleich die nächsten Fragen: „Ist Robert in Papas Bauch gewachsen? Wie kriegt ein Baby Essen, wenn es im Bauch ist? Wann kommt das Baby raus?“ Geben Sie so lange Antworten, wie Ihr Kind Interesse zeigt, aber überfordern Sie es nicht, wenn es eigentlich schon aufgehört hat, zu fragen und zu seinen Bauklötzen zurück will.

Unterstützen Sie sein Interesse.
Was immer Ihr Kind fragt, versuchen Sie nicht es abzuwürgen: „Wo hast du denn das her?“ oder die Unterhaltung mit den Worten zu stoppen: „Wir reden später darüber, jetzt ist es Essenszeit.“ So oder so, Ihr Kind wird daraus schließen, dass seine eigentlich natürlichen Fragen tabu sind und es sogar böse ist, sie nur zu denken. Loben Sie stattdessen seine Neugier: „Das ist eine gute Frage.“ (Dieses Satz gibt ihnen auch kurz Luft, Ihre Antwort zu überdenken). Im Anschluss ermutigen Sie Ihr Kind zu weiteren Fragen “ Du kannst mich immer fragen.“
Natürlich weiß man nie, wann oder wo solche Fragen aufkommen. Wenn Ihr Kind laut in der Schlange im Supermarkt fragt, was eine Vagina ist, geben Sie ihm leise Antwort und sagen Sie ihm, dass es am besten ist, Fragen über intime Dinge im Privaten zu besprechen. Auch wenn es peinlich für Sie wird, versuchen Sie, Ihr Kind nicht einfach zum Schweigen zu bringen. Ihr Kind benötigt Ihre Bereitschaft, ehrlich mit ihm umzugehen und ihm durch die Stromschnellen der Kindheit, der Pubertät und des Lebens zu helfen.
Nutzen Sie die alltäglichen Gelegenheiten.
Sie müssen auch nicht darauf warten, bis Ihr Kind fragt. Vielleicht haben Sie längst begonnen, über Sexualität und Vermehrung zu reden, als Sie die säugende Ziege im Zoo gesehen haben oder als Ihr Kind das kaputte Schwalben-Ei auf dem Bürgersteig gefunden hat. Viele Kinderbücher und -filme geben Gelegenheiten, über Babys und Geburt zu reden. Manche Eltern nutzen die Gute-Nacht-Geschichte, um mit Ihren Kindern Bilderbücher über Sexualität und Nachwuchs anzuschauen (ein Klassiker ist immer noch „Peter, Ida und Minimum“, ein Bilderbuch, das die Geschichte einer Familie mit zwei Kindern erzählt, die ein weiteres Baby erwartet – ausgezeichnet mit dem Deutschen Bilderbuchpreis ).
Bringen Sie Privatsphäre nah.
Ihr Kindergartenkind kann bereits verstehen, dass es „private Zeiten“ gibt und dass es klopfen muss, wenn eine Tür verschlossen ist. Beachten auch Sie diese Regel, wenn die Tür zum Kinderzimmer zu ist. Ihr Kind wird zwar noch keine Privatsphäre verlangen und auch im Bad lieber Begleitung haben, aber es wird eine Regel besser verstehen, wenn sich auch die Erwachsenen daran halten. Ihr Kind kann auch schon lernen, dass sein Intimbereich höchstens von Mutter und Vater, seinem Babysitter und dem Kinderarzt angefasst werden darf und auch nur dann, wenn es nach der Toilette oder beim Waschen Hilfe braucht, oder um eine Untersuchung durchzuführen.

Kinder fragen… Eltern antworten

„Woher komme ich?“
Diese hochphilosophische und zugleich banale Frage ist oft die erste Frage, die ein Kindergartenkind über das Leben hat. Eine gute, oben bereits erwähnte Antwort ist: „Du wurdest im Bauch deiner Mama gemacht und bist dort gewachsen, bis du soweit warst, geboren zu werden.“ Einige Kinder wollen dann vielleicht noch Details: „Ein Samen von Papa und ein Ei von Mama haben sich vereint und ein neues Kind gezeugt – Dich! Dann bist du in einer besonderen Hülle, genannt Gebärmutter, größer geworden und die war in Mamas Bauch.“
Einige weiterführende Fragen Ihres Kindes könnten dann sein: „Werden alle Babys so gemacht?“ – „Ja, alle Menschenkinder und auch viele Tierkinder werden so gemacht.“ Oder „Können Väter auch Kinder kriegen?“ – „Nein, nur weibliche Körper können Babys wachsen lassen.“
„Was ist Sex?“
Normalerweise stellen Kindergartenkinder diese Frage nur, wenn Sie etwas irgendwo aufgeschnappt haben – von älteren Kindern oder im Fernsehen.
Aber wenn die Frage kommt, schrecken Sie nicht zurück. Sagen Sie „Sex ist eine Art Kuscheln, das Mütter und Väter tun, um sich zu zeigen, dass sie sich lieben.“ Wenn Ihr Kind mehr darüber wissen will „Wenn Erwachsene sich sehr lieben, können sie mit Sex so eng zusammen sein, wie es geht und sich auf besondere Weise streicheln und küssen. Manchmal wird dann auch ein Baby daraus.“ Fragen, die dann folgen können sind: „Kann ich auch Sex haben? Warum hast Du Sex? Was heißt ‘Liebe machen’? Ist es Sex, was ihr im Bett macht?“
„Könnt Ihr mir zeigen, wie man Babys macht?“
Wenn ein besonders neugieriges Kind einmal von der „besonderen Art“ gehört hat, mit der Eltern kuscheln und küssen und ein Baby machen, will es vielleicht eine Vorführung haben. Bleiben Sie dann liebevoll, aber direkt:“ Nein, Erwachsene machen nur dann Babys, wenn sie Zeit für sich alleine haben.“
„Kann ich helfen, ein Geschwisterchen zu machen?“
Bei dieser Frage können Sie damit beginnen, Ihrem Kind etwas über die körperlichen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen zu erläutern. „Nein, Babys können nur von Erwachsenen gemacht werden, du bist noch nicht soweit. Aber du kannst es später auch.“ Ähnliche Fragen sind: „Kann ich ein Baby bekommen? Kriege ich ein Baby, wenn ich Mandy umarme? Warum machen wir kein Baby, wenn du mich am Abend umarmst?“ ( „Weil die Erwachsenen eine besondere Art haben, sich zu umarmen und zu küssen und weil nur Erwachsenen ein Kind bekommen können.“)
„Wie kommt das Kind aus deinem Bauch heraus?“
Kindergartenkinder lieben das Thema Schwangerschaft und Geburt und können sich alles Mögliche vorstellen – von der Mutter, die das neue Kind erbricht bis zum Vater, der die Mutter wie mit einem Reißverschluss aufmacht und das Baby herausholt. Die einfachste Antwort ist: „Nach einer langen Zeit wird das Baby zu groß für den Bauch der Mutter und muss dann geboren werden.“ Viele Kinder verstehen auch Folgendes: „Unser Baby wird dann geboren, wenn es mehr zu essen braucht, als es in Mamas Bauch kriegen kann und zu groß wird, um im Bauch zu bleiben. Dann fahren Mama und Papa zusammen ins Krankenhaus und die Ärzte helfen, das Kind auf die Welt zu bringen. Oma und Opa passen solange auf dich auf und nach ein paar Tagen kommen Mama und das neue Baby nach Hause und wir sind alle zusammen.“
Wenn Ihr Kind damit noch nicht zufrieden ist, hilft vielleicht die schon oben erwähnte Literatur.
Andere Fragen über die Schwangerschaft können sein: „Fühlt sich das Baby alleine im Bauch? Ist es hungrig? Schläft es auch im Bauch? Wie sieht es jetzt aus? Warum fällt es nicht heraus, wenn Mama auf die Toilette geht?“
„Was macht ihr da?“
Viele Eltern fürchten den Moment, in dem ihr Kind ins Schlafzimmer platzt, während sie Sex haben. Das kann passieren. Auch wenn es schwierig ist, darauf nicht verwirrt zu reagieren, bemühen Sie sich um Geradlinigkeit (und dann schließen Sie beim nächsten Mal die Schlafzimmertür ab). Sagen Sie beispielsweise: „Schatz, dein Vater und ich brauchen jetzt mal Zeit für uns alleine. Wenn du zurück in dein Zimmer gehst, komme ich gleich zu dir.“ Dann ziehen Sie sich an, nehmen ein paar tiefe Atemzüge und gehen Sie zu Ihrem Kind. „Wir haben uns geliebt, weil wir uns zeigen wollen, wie sehr wir uns mögen. Normalerweise ist die Tür verschlossen, aber diesmal haben wir das vergessen.“
Abhängig von der Reaktion ihres Kindes können Sie fragen: „Hat dich das gestört? Kann ich etwas für dich tun?“ Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind nicht verängstigt oder verstört ist und versichern Sie ihm, dass es nichts falsch gemacht hat (Nicht meckern: „Du hättest klopfen sollen!“). Je nachdem was Ihr Kind gesehen hat, kann die Reaktion Ihres Kindes von „Hat Papa Mama weh getan?“ bis zu einem neugierigen „Warum habt ihr solche Geräusche gemacht?“ oder einem „Habt ihr gerungen?“ reichen.
Wenn Ihr Kind unbesorgt erscheint, müssen Sie nicht weiter auf Einzelheiten eingehen, vor allem nicht bei jüngeren Kindern. Gegebenenfalls hat es nicht viel gesehen, weil es dunkel war oder Sie unter der Decke lagen. Es reicht dann zu sagen:“ Wir haben etwas besonders Schönes zusammen gemacht“ oder „Wir umarmen uns, weil wir uns lieben.“

Wo kommen die Babys her: Kinder aufklären – wann und wie?

Meist kommt die Frage zum unpassendsten Zeitpunkt: „Mama, wie kommt das Baby eigentlich in den Bauch?“ Wenn Kinder solche Fragen stellen, dann kommen Eltern oft ins Schwitzen und Stottern. Wann sollte man Kinder aufklären und vor allem wie kann das kindgerecht geschehen? Ein paar Ideen und nützliche Links, die Eltern bei dieser Aufgabe helfen können.

Kürzlich war es soweit: Mein Fünfjähriger fragte auf dem Nachhauseweg von der Kita plötzlich aus heiterem Himmel, wie denn die Babys in den Bauch der Mutter kämen. Da musste ich mich erstmal kurz sammeln um einen gute, altersentsprechende Antwort zu geben. Gut, dass ich zu dem Thema schon ein bisschen was gelesen hatte, so dass mich die Frage nicht völlig unvorbereitet traf. Dass man Kindern nicht irgendwelche Geschichten von Bienchen und Blümchen oder vom Storch, der die Babys bringt, erzählen sollte, versteht sich von selbst. Aber wie viel der Wahrheit kann man den Kleinen zumuten? Wie also klärt man sie richtig auf?
Helga Tolle ist Diplom-Psychologin und Trainerin mit dem Schwerpunkt „Sexuelle Entwicklung und Aufklärung von Kleinkindern“ in Bonn. Sie sagt, dass es ein Zu-Früh für Informationen nicht gibt, sofern Eltern eine Sache beachten: Die Kinder geben mit ihren Fragen den Zeitpunkt der Aufklärung selbst vor. Man muss sich also nicht mit dem Kind hinsetzen und ihm alles von A bis Z erklären. Es reicht, seine Fragen einfach zu beantworten und dann erstmal abzuwarten. Ist das Kind mit der Antwort zufrieden oder kommen weitere Fragen? Aufklärung orientiert sich also immer am Entwicklungsstand und am Interesse des Kindes. Eltern sollten keine Antworten auf Fragen geben, die das Kind gar nicht gestellt hat. Je älter es wird, desto mehr Details sind gefragt.

An den Fragen des Kindes orientieren

Als ich mit seiner Schwester schwanger war, begnügte sich mein damals dreijähriger Sohn noch mit der Antwort , dass das Baby in den Bauch kommt, weil sich Mama und Papa sehr lieb haben. Dieses Mal wollte er es genauer wissen. „Er sollte erfahren, dass der Papa der Mama seinen Penis in die Scheide steckt, wenn sie sich lieb haben, und dass das etwas Schönes ist“, erklärt Helga Tolle. Sie rät, ein älteres Kind auch immer zu fragen, was es denn schon darüber weiß. Die meisten Kinder haben eine ­eigene Vorstellung von den Dingen und die zu hören kann den Einstieg in ein Gespräch über Sexualität erleichtern. Generell gehe es darum, das Reale in einfachen Worten unkompliziert darzustellen, so Helga Tolle in einem Interview.

Wichtig sei, so Helga Tolle, dass man nie rein schematisch beschreibe, was passiert. „Bringen Sie unbedingt die Gefühlskomponente mit in Ihre Erklärungen“, rät sie Eltern. Man sollte den Kindern vermitteln, dass es etwas Schönes ist, wenn Mama und Papa miteinander Sex haben, dass das nicht weh tut sondern sich im Gegenteil gut anfühlt. So aufgeklärt können Kinder einen positiven Bezug zu ihrer Sexualität entwickeln. Und sie lernen, respektvoll darüber zu sprechen.

Kosenamen für Penis und Scheide sind okay, sagen Experten. Aber bevor das Kind in die Schule kommt, sollte es auf jeden Fall auch die richtigen Namen der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane kennen. Es sollte wissen, wie diese aussehen und wie ein Kind gezeugt wird. Sonst könnte es passieren, dass es auf dem Schulhof von anderen Kindern „aufgeklärt“ wird, dadurch verunsichert und im schlimmsten Fall sogar wegen seines Unwissens verspottet wird.

Aufklärungs-Geschichten und Videos für kleine Kinder

Nicht allen Eltern fällt es leicht, die richtigen Worte für die Aufklärung zu finden. Für euch habe ich bei Eltern.de eine Geschichte für Kleinkinder ab circa drei Jahren gefunden, die sehr schön alles von der Zeugung bis zur Geburt erklärt und die mit Zeichnungen von Janosch illustriert ist. Die könnte man seinem Kind auf seine Frage hin natürlich auch gut vorlesen. Lest sie vorher aber mal alleine um zu entscheiden, ob sie schon etwas für euer Kind ist oder nicht oder ob ihr einige Passagen lieber weglassen wollt.

Es gibt auch schöne Videos, wie diesen Dreieinhalbminüter vom Kika. Der Zeichentrickfilm aus der Perspektive eines Samens namens Willi ist weit weniger explizit als die Eltern-Geschichte und wirklich süß gemacht. Er erklärt, wie Kinder entstehen.

Es gibt auch ein Buch, auf dem der Film basiert. Es heißt „Wohin will Willi?“ von Nicholas Allan*, erschienen bei Lappan und kostete mal 12,95 Euro. Leider ist es nur noch gebraucht erhältlich. Es wird empfohlen ab vier Jahren.

Eine Alternative ist „War ich auch in Mamas Bauch?“* von Dagmar Geisler (Loewe, 9,90 Euro). Es ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet und informiert über den menschlichen Körper, Zeugung, Schwangerschaft und Geburt. Das Wissen wird darin in eine Liebesgeschichte eingebettet. Gelungen sind die Illustrationen, die alles erklären, aber Kinder nicht überfordern.

Auch „Bevor ich auf die Welt kam: Wie Babys entstehen“* von Katerina Janouch und Mervi Lindman (Oetinger, 12 Euro) ist gut geeignet, um erste Fragen von Kindern ab vier Jahren zu beantworten. Die besondere Beziehung zwischen Mama, Papa und dem Baby, das sie sich wünschen, steht im Vordergrund des Aufklärungsbuches, das sehr witzig geschrieben ist. Es geht nicht zu sehr in Detail, erklärt aber das, was Vierjährige durchaus schon wissen wollen und können. Auch Themen wie Adoption und künstliche Befruchtung werden angesprochen.

Foto: Mamaclever

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Aufklärung für Kleinkinder

Mit einfachen Worten, einer guten Portion Verständnis und ohne Schamgefühl lässt sich dieses Thema auch mit einem kleinen Kind besprechen. Es ist wichtig, dass Eltern die Aufklärung nicht erst zu Beginn der Pubertät ansprechen wollen – bis dann wissen die Kinder ohnehin schon (fast) alles.

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Ein Kleinkind muss noch nicht bis ins kleinste Detail alles erklärt bekommen. Gehe unkompliziert mit Fragen um – wann der Zeitpunkt gekommen ist für eine umfassendere Aufklärung wirst du als Mami oder Papi am besten spüren. Wie du dein Spross aufklären kannst, verraten wir dir hier:

Alles beim Namen nennen!

Das eigene Kind aufzuklären, ist für viele Eltern ein brisantes Thema – ist es doch etwas sehr Intimes. Dennoch werden die Fragen über Sex und Entstehung von Babys früher oder später auch von deinem Nachwuchs kommen.

Meist ab dem dritten Lebensjahr entdecken die Kleinen ihren Körper und sie stellen Unterschiede zwischen Buben und Mädchen fest. Schon bald darauf wirst du mit den ersten Fragen konfrontiert werden. Einmal Hand aufs Herz: Tust du dich auch so schwer, die Geschlechtsteile bei Jungen und Mädchen mit dem korrekten Namen zu nennen? Für Bein, Arm oder Kopf erfindet doch sonst auch keiner etwas anderes. Wenn du von Anfang an mit den richtigen Worten hantierst, entsteht kein peinliches Kichern. Je natürlicher und selbstverständlicher Eltern damit umgehen, desto einfacher lässt sich mit dem Kind über alles reden. Männer haben einen Penis und Frauen eine Vagina. Natürlich solltest du deinem Kind auch erklären, welche (Kose)Wörter ihr für die Geschlechtsteile auch noch verwendet. Bleib natürlich, aber lache auch, wenn etwas lustig wird. Dein Kind soll spüren und verstehen, dass dieses Thema etwas ganz normales ist.

Privatsphäre und Intimbereich der Kinder schützen

Es ist wichtig, dass du deinem Kind erklärst, dass der Intimbereich ein ganz privater Bereich ist, der andere nichts angeht. Eine gesunde Scham ist wichtig und schützt dein Kind. Respektiere dein Kind, wenn es z.B. den Wunsch äussert, dass es sich alleine umziehen möchte oder dass es ohne die Schwester auf der Toilette sein will.

Folgende Verhaltensregeln sollte dein Kind kennen und können ihm helfen:

  • Niemand hat das recht, Kinder zu berühren, wenn sie es nicht wollen
  • Kinder haben ein Recht „Stopp“ oder „Nein“ zu sagen, wenn sie jemand belästigt oder wenn ihnen jemand weh tun will
  • Wenn das „Nein“ (vom anderen Kind oder von Erwachsenen) nicht gehört wird, so soll es sich Hilfe von Mami, Papi oder einer anderen Bezugsperson holen

Wo kommen die Babys eigentlich her?

Kinder sind neugierig und natürlich möchten sie irgendwann wissen, wo sie herkommen. Ganz aktuell wird diese Frage, wenn ein Geschwisterchen unterwegs ist. Mögliche Antworten könnten sein:

  • „Das Baby entsteht in Mamas Bauch. Es wächst heran und wenn es gross genug ist, dann kommt es auf die Welt.“

Oftmals kommt unweigerlich die Frage, wie das Baby dort hineinkommt.

  • „Mama und Papa haben sich sehr lieb und wenn wir alleine sind und ganz lieb miteinander kuscheln, dann kann dabei ein Baby entstehen.“

Einige Kinder wollen nun natürlich wissen, ob sie auch schon Babys machen können:

  • „Nein, das geht erst, wenn du älter wirst und dein Körper sich weiter entwickelt hat.“

Oftmals empfinden Eltern die Aufklärung als viel peinlicher als die Kinder. Vielleicht helfen dir diese Tipps:

  • Deine Antworten sollten so klar und kurz wie möglich sein. Kinder in diesem Alter benötigen keine exakte Schilderung, sondern wollen nur eine Erklärung.
  • Wenn du sachlich und natürlich bleibst, wird dein Kind verstehen, dass dieses Thema kein Tabu ist und dass man darüber ganz normal reden kann.
  • Versuche kindgerecht zu erklären und verwende dennoch die Fachbegriffe (z.B. Das Baby wächst in der Gebärmutter. Dies ist zu vergleichen mit einem Nest, in dem das Baby sich wohl fühlt und ernährt wird.)

„Was ist Sex?“ – Cool bleiben und ruhig antworten

Oftmals kommt diese Frage auf, weil Kinder das Wort aufgeschnappt haben oder es von älteren Kindern gehört haben. Sex beschreibt eine besondere Liebe zwischen Mann und Frau. Wenn ein Baby entsteht, haben Mann und Frau Sex. Eine eigene Art von Kuscheln, die nur Erwachsene machen, wenn sie allein sind.

Bei der schönsten Nebensache der Welt ertappt! Wie reagiere ich richtig?

Du bist gerade mitten im innigsten Liebesspiel und plötzlich platzt dein Kind herein. Der Schock sitzt bei beiden Seiten tief. Lass dein Kind jedoch nicht mit diesem Eindruck allein. Evtl. bittest du es zunächst, etwas in der Küche zuholen und erkläre, dass du sofort zu ihm kommst. Jetzt ist es an der Zeit zu sagen, dass Mama und Papa Liebe gemacht haben und dass dies etwas Wunderschönes ist. Allerdings machen das Eltern nur, wenn sie allein sind. Gehe auf die wichtigsten Fragen ein, das kann auch mit kurzen Erklärungen sein.

Erziehungstipp bei Verwendung von Schimpfwörtern:

Nicht selten schnappen Kinder leider unschöne Wörter, wie z.B. „Fotze“ auf. Natürlich erschrickt man. Dennoch ist es hier ganz wichtig zu sagen, was damit gemeint ist. Stelle einfach eine Gegenfrage: „Weisst du, was das Wort bedeutet?“ „Das ist ein schlechtes Wort für das, was eine Frau zwischen den Beinen hat. Und das sagt man nicht zu einem Mitmenschen.“

Kinder verstehen dann sehr schnell, dass solche Schimpfwörter nicht nur schlecht sind, sondern schlichtweg dumm. So denn sie im Rahmen der Erziehung aufgeklärt wurden.

Kindgerechte Aufklärungsbücher helfen

Es gibt gute Aufklärungsbücher für jedes Alter! Kindgerechte Worte und Bilder unterstützen bei den Erklärungen – so kannst du alle Fragen einfach beantworten (z.B. Mein erstes Aufklärungsbuch vom Loewe Verlag / ab 5 Jahren).

Aufklä­rung: So macht man es richtig

Zahlreiche Mütter und Väter schieben das Thema Aufklärung immer wieder auf, behandeln es nur oberflächlich oder setzen auf die Information durch die Medien. Die Folge: Viele Jugendliche halten sich für umfassend informiert, wissen aber über wichtige Themen wie Homosexualität, Verhütung, Schwangerschaft und sexuell übertragbare Erkrankungen nicht ausreichend Bescheid.

Wann sag ich’s meinem Kind?

Eltern sind häufig unsicher, ab wann sie über welche Inhalte mit ihren Kindern sprechen sollen. Experten raten, die sexuelle Aufklärung als ständigen Teil der Erziehung zu begreifen und nicht als einmaliges ernsthaftes Gespräch, wenn das Kind schon größer ist.

Bereits mit zwei Jahren nehmen Kinder die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau wahr. Im dritten Lebensjahr beginnen Kinder in der Regel, Warum-Fragen zu stellen. Zunehmend werden dann auch die Themen Zeugung, Geburt und Sexualität interessant. Spätestens wenn ein Geschwisterchen kommt, fangen Kinder an zu fragen, wo das Baby auf einmal herkommt. Eltern sollten auf die Fragen der Kleinen antworten – möglichst ungezwungen und altersgemäß, sodass diese verstehen, was gemeint ist.

Ein guter Einstieg sind Geschichten über die eigene Herkunft. Kinder lieben es, erzählt zu bekommen, wie kräftig sie in Mamas Bauch gestrampelt haben und wie alle sehnlichst darauf gewartet haben, dass sie endlich auf die Welt gekommen sind. Aber auch, wie lieb sich Mama und Papa gehabt haben, als das Kind entstanden ist.

Am besten findet Aufklärung nebenbei statt und nicht als Lektion. Über spontane Fragen und Antworten wird das Kind schließlich auch über alle anderen Lebensbereiche aufgeklärt. Wenn die natürliche Neugier des Kindes auf diese Weise gestillt wird, wendet es sich auch später meist ohne Scheu an die Eltern. Als Faustregel gilt: Jedes Kind, das alt genug ist für eine Frage, ist auch reif genug für die Antwort.

Generell gilt:

  • Wenn ein Kind in die Schule kommt, sollte es wissen, woher die Babys kommen.
  • Gespräche über die Pubertät sollten stattfinden, bevor diese beginnt. Körperliche Veränderungen und Gefühlschaos können schon vor dem zehnten Lebensjahr einsetzen, deshalb sollten Eltern ihre Kinder entsprechend früh auf die Pubertät vorbereiten und über die bevorstehenden Veränderungen aufklären.

Warum ist frühe Aufklärung wichtig?

Eine frühzeitige, natürliche und ungezwungene sexuelle Aufklärung vermittelt einem Kind ein positives Gefühl gegenüber seinem Körper. So aufgeklärte Kinder halten Sex und Liebe für eine ganz normale Sache, die zum Leben dazugehört.Im Kleinkindalter bezeichnen Fachleute Aufklärung auch oft als Körpererziehung – denn es ist jetzt wichtiger, ein positives Körpergefühl weiterzugeben, als das Kind mit biologischen Details zu verwirren.

Auch später sollte Aufklärung keine reine Wissensvermittlung über Sexualität, Geschlechtsorgane und Zeugung sein – Einstellungen und Gefühle sind mindestens genauso wichtig. Außerdem ist es essentiell, dem Kind zu vermitteln, dass seine Gefühle und Grenzen respektiert werden müssen – gerade dann, wenn es Nein sagt.

Die Zeit der Doktorspiele

Im Vorschulalter fangen Kinder an, nicht nur ihren Körper zu erforschen, sondern bei „Doktorspielen“ auch den Körper anderer Kinder zu begutachten und anzufassen. Das ist völlig normal. Kinder ziehen sich gegenseitig aus, spielen „Heiraten“ und „Kinder machen“.

Wenn Eltern die Spiele der Kinder und ihren Wunsch nach Intimität respektieren und möglichst gelassen reagieren, wenn sie auf eine solche Situation stoßen, werden die Doktorspiele meistens uninteressant, sobald den Kindern die wichtigsten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen klar geworden sind.

Wenn das Kind bis jetzt noch nicht masturbiert hat, kann es sein, dass es nun von seinen Altersgenossen lernt, sich selbst zu berühren und zu befriedigen. Genitalspiele sind ein Zeichen einer gut verlaufenden psychosexuellen Entwicklung; sie sollten respektiert und keinesfalls sanktioniert werden.

Aufklärung in der Pubertät

Ziel der Aufklärung in der Pubertät sollte sein, dass Jugendliche verantwortungsvoll mit Verhütung und Sexualität umgehen können, wenn sie ihre ersten Erfahrungen machen. Sie sollten die Freuden der Lust entdecken können, ohne Angst zu haben oder sich und ihren Partner in Gefahr zu bringen.

Gerade beim Thema Verhütung ist die Hilfe der Eltern sehr wichtig. Da Jugendliche ihre ersten sexuellen Erfahrungen heute relativ früh machen, können sie Fragen der Verhütung oft noch nicht alleine regeln. Da sind der Rat und die Unterstützung der Eltern gefragt, ob beim Gang zum Gynäkologen, wenn es um die Verschreibung der Pille geht, oder bei der Aufklärung darüber, wie man ein Kondom richtig benutzt.

Dabei ist es entscheidend, dem Wunsch des Jugendlichen nach dem „ersten Mal“ offen und mit Respekt zu begegnen. Wer sein Kind vor schlechten Erfahrungen und ungewollter Schwangerschaft schützen will, sollte es durch seine Einstellungen und sein Verhalten bestärken und nicht zur Heimlichtuerei zwingen.

Hilfe für unsichere Eltern

Wem es schwerfällt, über Sexualität zu sprechen, der kann sich auf solche Gespräche vorbereiten. Es gibt viele empfehlenswerte Bücher zum Thema, zudem verschickt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sehr gute kostenlose Broschüren zu einzelnen Themen (siehe weiter unten).

Für kleine Kinder sind Bücher, die gemeinsam mit den Eltern angeschaut werden können, ein ideales Medium zur Sexualerziehung. Wenn ein Kind mehr Einzelheiten zum Thema wissen will, wird es nachfragen oder die Eltern können an seinem Verhalten ablesen, dass es noch nicht mit der Antwort zufrieden ist. Weniger geeignet sind Aufklärungsfilme, weil sie zu schnell sind und meist zu viele Informationen beinhalten, die das Kind noch nicht verarbeiten kann.

Wichtig ist es, bei Gesprächen nicht ums Thema herumzureden, sondern die Dinge klar beim Namen zu nennen. Kinder brauchen ehrliche und richtige Antworten auf ihre Fragen. Wenn Eltern unsicher sind, ist es das Beste, auch darüber mit dem Kind offen zu reden. Eltern, die Fragen über Sexualität ausweichen, machen es ihren Kindern schwer, solche Themen unbefangen anzusprechen.

Jugendliche interessieren sich meist für alle Themen, die mit Sexualität zu tun haben: Menstruation, Liebe, das erste Mal, Verhütung, AIDS, Homosexualität und vieles mehr. Es gibt für diese Altersgruppe eine Reihe von Broschüren und Büchern, die Antworten auf alle wichtigen Fragen geben. Auch auf speziellen Internetseiten können sich die Jugendlichen Rat holen, zum Beispiel auf dem BZgA-Angebot für Jugendliche „Loveline“.

Eltern können Jugendliche auch über die Beratungsmöglichkeiten aufklären, die zum Beispiel Pro Familia anbietet. Unbekannte, neutrale Berater mit ihrer professionellen Erfahrung können bei heiklen Fragen eine wertvolle Hilfe sein. Dort können sich Heranwachsende auch gemeinsam mit dem Freund oder der Freundin beraten lassen.

Literatur

Bücher für Kinder und Jugendliche

  • Broschüren und Medienpakete der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Über Sexualität reden“, „Wie geht’s? Wie steht’s?“, „Dem Leben auf der Spur“, Musiktheater „Nase, Bauch und Po“, „Sichergehn – Verhütung für sie und ihn“, „sex ’n’ tipps“. Hier online bestellen.
  • Ann-Marlene Henning, Tina Bremer-Olszewski: Make Love: Ein Aufklärungsbuch. Verlag Rogner & Bernhard, 2. Auflage 2012, ISBN 978-3954030026. Ein modernes Standardwerk zum Thema Sex für Jugendliche ab 14 Jahren.
  • Doris Rübel: Woher die kleinen Kinder kommen. Ravensburger Verlag, 2001, ISBN 3-473-33265-8. Gut gemachtes Sachbuch, das Kinder ab vier Jahren auf ein Geschwisterchen vorbereitet und nebenbei auch noch alles Wissenswerte über Liebe, Schwangerschaft und Geburt verrät.
  • Doris Rübel: Wieso? Weshalb? Warum? 1: Wir entdecken unseren Körper. Ravensburger Buchverlag, 2012, ISBN 978-3473328734, ab vier Jahren.

Bücher für Eltern

Regula Lehmann: Sexualerziehung? Familiensache! Just do it – bevor es andere tun! Brunnen-Verlag, Gießen, 2012, ISBN 978-3765515286, Praxisbuch für Eltern

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„Wie kommt das Baby in den Bauch?“ Nicht erst mit dieser Frage beginnt die Sexualaufklärung eines Kindes.

(Foto: Suprijono Suharjoto – Fotolia)

Manche Fragen bringen Eltern in Nöte: Wie kläre ich mein Kind richtig auf und was darf es in welchem Alter schon wissen? Diplom-Psychologin Helga Tolle rät Müttern und Vätern, das Interesse der Kinder als Chance zu sehen – und diese zu nutzen.

Süddeutsche.de: Irgendwann stellt jedes Kind diese Frage: „Wie kommen eigentlich die Babys in den Bauch?“ Wie detailliert sollte die Antwort der Eltern ausfallen?

Helga Tolle: Erst einmal müssen Eltern keine Angst haben, sondern können sich über das Interesse des Kindes freuen. Und dann sagen die Eltern, wie es ist: Bei ganz kleinen Kindern reicht die Erklärung, dass ein Kind im Bauch heranwächst, wenn sich „Mama und Papa ganz lieb haben“. Vier- bis Fünfjährige sind mit ihrer kognitiven Entwicklung schon viel weiter, da dürfen die Eltern durchaus erklären, dass der Mann den Penis in die Scheide der Frau steckt. Bei Sechs- bis Siebenjährigen kann man noch weiter differenzieren und den Zusammenhang zwischen Samen und Eizelle erläutern. Generell geht es darum, das Reale in einfachen Worten unkompliziert darzustellen.

Für Vierjährige ist diese Beschreibung schon sehr direkt, das fällt einigen Eltern sicher schwer …

Das dürfen die Eltern ihren Kindern gegenüber ruhig eingestehen und sagen, ich muss mir die Antwort noch ein wenig überlegen. Sie können vielleicht ein altersgerechtes Buch dazu besorgen, Bücher sind sehr gute Hilfsmittel bei dem Thema. Das sollten sie dann aber auch tun und das Kind nicht immer wieder vertrösten. Ebenso können Mütter und Väter zurückfragen: „Was hast du schon darüber gehört?“ Und dann auf dem Vorwissen aufbauen. Eltern müssen keine Angst davor haben, dass Kinder die Informationen nicht verarbeiten. Meistens ist das Thema weniger ein Problem der Kinder als der Eltern.

Doch Eltern werden auch mit Reaktionen ihrer Kinder konfrontiert, die die Vorstellung vom Geschlechtsakt „eklig“ finden …

Dem sollten die Eltern entgegnen, dass diese Reaktion ganz in Ordnung ist, schließlich ist das etwas, was nur Erwachsene machen. Außerdem dürfen die Eltern vermitteln, dass es nicht nur um den mechanischen Vorgang geht, sondern auch um Emotionalität. Kinder finden das Thema im Gegensatz zu den Eltern nicht schwierig, sondern spannend. Und wer sollte ihre Fragen beantworten, wenn nicht die Eltern? Das ist zudem eine Chance für sie, ihre Werte und bestimmte sexuelle Sichtweisen weiterzugeben: Zum Beispiel wenn sie es wichtig finden, dass nur Erwachsene miteinander schlafen, die sich wirklich liebhaben.

Müssen Eltern befürchten, dass ihre Kinder das neu Gehörte auch ausprobieren wollen?

Eltern setzen oft die triebgesteuerte Erwachsenensexualität mit der kindlichen Sexualität gleich, was ihnen Angst macht. Sie sollten aber vieles aus dem Blickwinkel des Kindes sehen. Grundsätzlich ist sexuelle Aufklärung von Kindern ja weitaus vielschichtiger, es geht auch um eigenes Körperempfinden. Die Neugier der Kinder darauf, wie Erwachsene miteinander umgehen und die Frage, wie Babys entstehen, sind nur ein Teil der Sexualerziehung. Wenn angezogene Kindergartenkinder zu zweit fröhlich einen Geschlechtsakt nachahmen, muss sich niemand Sorgen machen. Und wenn kleine Jungen merken, dass ihr Penis steif wird, ist das für sie ein harmloser Spaß und nicht wie bei Erwachsenen Teil der Befriedigung ihres Sexualtriebes.

Der Spaß wird manchen Eltern aber peinlich, wenn ihr kleiner Sohn nur noch mit einer Hand in der Hose herumläuft …

Sexualaufklärung heißt ja nicht, alles durchgehen zu lassen. Es geht auch um Schamgrenzen – nicht nur um die des Kindes, das sich vielleicht nicht mehr nackt zeigen will, was man respektieren sollte. Sondern ebenso um die Schamgrenzen der Eltern. Grundsätzlich ist Onanieren eine normale Form, den eigenen Körper kennenzulernen: Das fängt bei Babys mit dem zielgerichteten Berühren an, später rutschen Mädchen eben am Stuhl herum und Jungs haben die Hand in der Hose. Das bereitet den Kindern schöne Gefühle und ist nichts Böses. Weil ständiges Onanieren aber über die Schamgrenzen der Erwachsenen hinausgeht, sollten sie ihren Kindern sagen: „Ich weiß, dass das schön ist, aber jetzt möchte ich das nicht. Das kannst du allein in deinem Zimmer machen.“

Warum ist sexuelle Aufklärung so wichtig?

Nur wenn Kinder sexuell aufgeklärt werden, können sie ein positives Körpergefühl entwickeln. Sie müssen lernen, dass es völlig normal ist, sexuelle Bedürfnisse zu haben.

Ab wann sollte die Aufklärung für Kinder beginnen?

Sie sollten Ihre Kinder so früh wie möglich aufklären. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Informationen altersgemäß sind.

Wie kann ich Aufklärung für Kinder in den Alltag integrieren?

Das Thema Sexualität im Alltag und nicht als einmaligen Vortrag zu behandeln, hat sehr viele Vorteile. Beantworten Sie daher stets offen und ehrlich alle Fragen, die Ihr Kind in Bezug auf sexuelle Themenbereiche hat.

Spätestens wenn Ihr Kind ein Geschwisterchen bekommt tauchen Fragen wie „Wie kommt das Baby in deinen Bauch?“ oder „Was ist Sex?“ auf. Viele Eltern wissen in diesen Situationen nicht, wie sie auf die Fragen ihrer Kinder reagieren sollen. Vor Scham und Befangenheit schieben sie dieses Thema immer weiter auf. Dabei ist eine frühzeitige Aufklärung der Kinder sehr wichtig für die Entwicklung und das Körpergefühl.

Wenn Sie Ihr Kind aufklären, sollten Sie stets darauf achten, dass die Informationen altersgerecht sind. Daher geben wir Ihnen Tipps, in welchem Alter Sie Ihrem Kind was erzählen sollten, damit die Aufklärung gelingt.

1. Sexuelle Aufklärung ist für ein positives Körpergefühl enorm wichtig

Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, den eigenen Körper kennenzulernen.

Das Thema Sexualität hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Gesellschaft wird immer toleranter, sodass es möglich ist, individuelle sexuelle Bedürfnisse mitzuteilen. Allerdings haben viele Eltern immer noch große Scheu davor, ihr Kind aufzuklären und die Dinge beim Namen zu nennen. In vielen Familien wird dieses Thema daher nicht ausreichend behandelt.

Kinder beginnen jedoch bereits sehr früh damit, Fragen zu stellen. Um das Kind in seiner geschlechtlichen Entwicklung entsprechend zu begleiten, ist es wichtig, alle Fragen offen zu beantworten. Nur auf diese Weise können Kinder einen positiven Bezug zu ihrem Körper und der Sexualität aufbauen.

Eine gesunde Sexualität zu entwickeln, ist für Kinder enorm wichtig. Die psychosexuelle Entwicklung ist der Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Schon Kleininder sind neugierig, wie Ihr Körper aufgebaut ist und welche Berührungen positive Gefühle auslösen.

Indem Sie Ihr Kind frühestmöglich auf natürliche Weise aufklären, können Sie verhindern, dass Ihr Kind durch das Internet, die Medien oder die Pornografie aufgeklärt wird. Denn dort besteht die Gefahr, dass Sexualität als rein körperlicher Akt wahrgenommen wird, bei dem es kaum um Gefühle geht.

Tipp: Erklären Sie Ihrem Kind früh genug, dass die Darstellung von Sexualität in den Medien nichts mit der Realität zu tun hat. Nur auf diese Weise können Jungs und Mädchen lernen, respektvoll mit Ihrem Partner umzugehen.

2. Das Kind altersgemäß aufklären

Sexuelle Aufklärung für Kinder findet nicht nur zu einer bestimmten Zeit statt. Es ist ein Prozess, der sich über die gesamte Kindheit erstreckt. Die Informationen sollten mit fortschreitendem Alter immer detaillierter werden. Achten Sie aber auch darauf, dass Sie die Fragen Ihres Kindes hinreichend beantworten, damit es sich mit wichtigen Themen nicht alleingelassen fühlt.

Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) stellt viele verschiedene Materialien zur Verfügung, die Sie größtenteils kostenlos herunterladen können. Dabei ist stets angegeben, an welche Zielgruppe sich das jeweilige Material richtet.

Auch in diesem kleinen Zeichentrick-Film wird das Thema Aufklärung kindgerecht erklärt:

2.1. Sexuelle Erziehung bis zum dritten Lebensjahr

Bereits beim Wickeln können Sie einzelne Körperteile, inklusive der Geschlechtsorgane, benennen.

Neugeborene und Kleinkinder benötigen enorm viel Nähe, Wärme und Zuneigung. Durch die tägliche körperliche Pflege können Sie Ihrem Kind daher schon zeigen, dass sich Berührungen wunderschön anfühlen. Durch viel Körperkontakt können Sie Ihr Kind in der eigenen Körperwahrnehmung begleiten.

Bevor die Kleinen in den Kindergarten kommen, sollten Sie die eigenen Körperteile kennen und wenn möglich auch benennen können. Zu diesen zählen natürlich auch die Geschlechtsorgane. Zu Beginn können Sie diesen auch verniedlichende Namen geben, um sich selbst die Scheu davor zu nehmen, offen darüber zu sprechen. Da Kinder diese Begriffe jedoch noch nicht kennen, haben sie einen ganz anderen Bezug dazu als Erwachsene, sodass das Aussprechen der Begriffe für sie kein Problem darstellt.

2.2. Aufklärung für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren

Wenn Kinder im Kindergarten sind, sollten Sie sie bereits mit wichtigen Informationen zur Sexualität vertraut machen. Denn bereits Kindergartenkinder beginnen damit, teils sehr direkte Fragen zu stellen, die manche Eltern im ersten Moment sprachlos machen. Beantworten Sie diese Fragen zwar altersgerecht, aber so offen wie möglich.

Spätestens im Vorschulalter möchten Kinder ihren eigenen und den Körper ihrer Mitmenschen erkunden. In sogenannten Doktorspielen finden Sie heraus, dass Jungs und Mädchen unterschiedlich aussehen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Kinder die korrekten Bezeichnungen für alle Körperteile kennen. Darüber hinaus sollte das Kind vor Eintritt in die Grundschule, also ab 6 oder ab 7 Jahren wissen, wie ein Kind gezeugt wird.

Bereiten Sie Ihr Kind außerdem darauf vor, wie die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen vonstattengeht. So sind Jungs auf den ersten Samenerguss und Mädchen auf die erste Periode gefasst. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Kinder diese Informationen im Sexualkundeunterricht in der Grundschule bekommen.

Eine frühzeitige Aufklärung schützt Kinder auch vor Missbrauch und sexueller Gewalt. Nur wenn ein Kind den Unterschied zwischen normaler Nähe und sexuellen Handlungen kennt, ist es in der Lage „Nein“ zu sagen.

2.3. Körperliche Veränderungen im Alter von 9 bis 12 Jahren besprechen

Erklären Sie Ihrem Kind, wie wichtig Verhütung ist.

In unterschiedlichen Studien haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Pubertät bei Kindern immer früher beginnt. Bereits ab 10 Jahren wachsen die Brüste und es zeigt sich die erste Schambehaarung. Spätestens wenn Sie bei Ihrer Tochter weißen Ausfluss bemerken, sollten Sie das Gespräch suchen, um über die erste Periode zu sprechen.

Da die Kinder ab diesem Moment schon fortpflanzungsfähig sind, müssen Sie Ihr Kind über verschiedene Methoden der Empfängnisverhütung informieren. Kinder entwickeln zu dieser Zeit jedoch auch ein gesundes Schamgefühl, sodass es ihnen peinlich ist, mit ihren Eltern darüber zu reden. Stellen Sie in diesem Fall ein Aufklärungsbuch oder andere Materialien zur Verfügung, damit Ihr Kind sich alleine und in Ruhe mit diesem Thema beschäftigen kann.

Im weiteren Verlauf nehmen die körperlichen Veränderungen immer weiter zu. Je älter die Kinder werden, desto wichtiger ist ihnen die eigene Privatsphäre. Aus diesem Grund kann es für Kinder zwischenzeitlich schwierig werden, sexuelle Fragen zu stellen. Sie fragen daher lieber Freunde um Rat, wenn Sie Probleme haben.

2.4. Intensive Aufklärungsgespräche für Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren

Teenager beschaffen sich viele Informationen über Zeitschriften oder das Internet.

Dass Teenager schwierig sind und mit einem Durcheinander an verschiedenen Gefühlen zu kämpfen haben, ist allseits bekannt. Hier zahlt es sich besonders aus, wenn sie schon sehr früh und umfassend aufgeklärt wurden.

Da ein intimes Gespräch mit Jugendlichen manchmal sehr schwierig sein kann, sollten Sie Ihrem Kind umso deutlicher machen, dass Sie jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es Fragen oder Gesprächsbedarf gibt. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie die Intimsphäre wahren, wenn sich Ihr Kind diese wünscht.

Viele wichtige Informationen rund um die Sexualität bekommen Jungs und Mädchen auch bei einem Frauen- bzw. Männerarzt. In diesem Rahmen können Teenager Fragen loswerden, die sie ihren Eltern nicht stellen möchten.

3. Im besten Fall findet Aufklärung nebenbei statt

Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie jederzeit ein offenes Ohr haben.

Die Aufklärung für Kinder zu einer Lektion zu machen, ist zumeist keine gute Idee. Kinder möchten nicht dazu gezwungen werden, sich einen Vortrag zu den Themen Fortpflanzung und Empfängnisverhütung anzuhören. Entweder sind sie peinlich berührt oder sie finden die Informationen lustig, ohne sie ernstzunehmen.

Am besten und sinnvollsten ist es, wenn die Aufklärung bei Kindern nebenbei stattfindet. Beantworten Sie dazu stets diejenigen Fragen, mit denen sich Ihr Kind gerade beschäftigt. Befinden Sie sich gerade in einer ungünstigen Situation, sollten Sie dennoch, wenn auch nur kurz auf die Fragen antworten. So können Sie vermeiden, dass Ihr Kind das Gefühl bekommt, solche Fragen nicht stellen zu dürfen.

Durch viele kleine Alltagssituationen lernen Kinder, ihre Scheu davor zu verlieren, ihren Wissensdurst im Hinblick auf die Sexualität zu stillen. Kindern bzw. Jugendlichen sollte es keinesfalls peinlich sein, über Sex zu reden oder gar welchen zu haben. Es ist wichtig, dass sie wissen, dass Körperlichkeit und Sex etwas ganz Natürliches sind.

Tipp: Fällt es Ihnen schwer, über Sexualität zu sprechen, können Sie auch Beratungsstellen aufsuchen. In Kursen und Einzelsitzungen bekommen Sie Tipps und Informationen, wie Sie Ihr Kind bestmöglich begleiten können.

5. Mit Aufklärungsbüchern das Thema anschaulich gestalten

Mein erstes Aufklärungsbuch: Aufklärung für Kinder ab 5

  • 128 Seiten – 09.01.2012 (Veröffentlichungsdatum) – Loewe (Herausgeber)

9,95 EUR Bei Amazon kaufenVom Liebhaben und Kinderkriegen: Mein erstes Aufklärungsbuch

  • 40 Seiten – 06.02.2015 (Veröffentlichungsdatum) – Annette Betz ein Imprint von Ueberreuter Verlag (Herausgeber)

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  • 110 Seiten – 01.02.2004 (Veröffentlichungsdatum) – Ravensburger Verlag GmbH (Herausgeber)

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Kinder aufklären (leichter als man denkt)

Kategorie(n): Erziehung

Ich erinnere mich an einen Besuch bei Bekannten, eine klassische Familie wie sie in jedem Bilderbuch aussieht: Mutter, Vater, Sohn und eine Tochter. Ich unterhielt mich gerade angeregt mit der Mutter, als der Sohnemann (sitzend in der Badewanne) nach seiner Mama rief. Sie eilte zu ihm und wenige Sekunden später konnte man ein unterdrücktes Lachen hören und die Stimme der Mutter:

„Schaaatz? Kommst du mal? Dein Sohn möchte da was wissen, ich denke das ist dein Job!“

Schmunzelnd kam sie wieder zurück zu mir und erzählte mit roten Backen, der Kleine hätte da ein paar Fragen zu seinem spezifischen Geschlechtsmerkmal. Wir schwankten irgendwo zwischen peinlich berührt und amüsiert.

Das Thema Aufklärung ist tatsächlich immer wieder ein heikles Thema. Oftmals wissen die Eltern nicht, wie sie mit ihren Kindern in diesem Bezug umgehen sollen, schließlich ist das Thema Sexualität gerate zwischen Eltern und ihren Kindern häufig mit einer gewissen Scham belegt. Dabei ist das Ganze gar nicht so peinlich und seltsam, wenn man es nur richtig anstellt.

Ist eine Aufklärung heutzutage überhaupt noch notwendig?

Wo früher lediglich die BRAVO ihren Teil zur Aufklärung beitrugt, werden Kinder heute tagtäglich mehr oder minder mit Sexualität und Aufklärung konfrontiert. Schon im Nachmittagsfernsehen spielt Sexualität in Talk-Shows oder Reality-Soaps eine große Rolle. Viele Eltern glauben deshalb, dass ihre Kinder durch die Medien und ihre Freunde schon genug aufgeklärt werden und deshalb diesem „peinlichen“ Thema aus dem Weg gehen können. Doch leider irren sich hier die meisten.

Die Kinder entwickeln sich heutzutage immer früher und die Pubertät nimmt ihren Lauf schneller als man denkt. Deshalb ist sehr wichtig seine Kinder möglichst früh aufzuklären, denn der Körper ist oft viel weiter als der Geist, was nicht selten dazu führt, dass Kinder Dinge tun, die sie später bereuen.

Wie klärt man Kinder auf?

Wie man an heran geht, hängt mitunter ganz davon ab, welches Verhältnis man zu seinen Kindern hat. Jedes Kind reagiert außerdem anders auf das Thema. Auf jeden Fall sollte immer möglichst offen mit Sexualität umgegangen werden. Es nützt niemanden, wenn man verklemmt oder selbst äußerst peinlich berührt ist.

Wann sollte man mit der Aufklärung beginnen?

Im Grunde gehört die Aufklärung von Anfang an zur Erziehung. Man kann schon sehr früh seinen Kindern erklären wie man Babys macht. Selbstverständlich bedarf es hierbei noch keiner Details. Es genügt, den Kindern zu erklären, dass es dazu einen Vater und eine Mutter braucht und dass, wenn die beiden sich sehr lieb haben ein Baby entstehen kann. Sehr hilfreich sind oft auch Bücher zum Thema Aufklärung. Hier kann das Kind selbst entscheiden, wann es sich damit auseinander setzen möchte.
Vornehmen sollte man es sich auf jeden Fall sein Kind detaillierter aufzuklären, dennoch sollte man sich auf keinen bestimmten Tag versteifen. Oft bietet sich die Gelegenheit, wenn man gar nicht damit rechnet. Beim Fernsehen, einer Autofahrt oder sogar beim Essen. Diese Momente, wenn Kinder zu diesen Themen nachhaken und damit Interesse bekunden, müssen Eltern einfach ausnutzen.

Wie geht man bei der Aufklärung vor?

Oft ist es wichtig, seinen Kindern zu sagen, über was man jetzt sprechen möchte und nicht einfach mit der Tür ins Haus zu fallen. Ein einleitender Satz wäre zum Beispiel: „Mittlerweile bist du schon fast erwachsen. Ganz bestimmt weißt du schon sehr vieles. Ich würde aber gerne mit dir über das Thema Sex sprechen und mit dir Dinge klären, die dir vielleicht unklar sind oder bei denen du Fragen hast.“
Schon hier sieht man, wie sein Kind reagiert. Sollte es sich komplett gegen das Thema wehren, darf man das Gespräch nicht erzwingen. Das jeweilige Kind wird sicherlich später auf die Eltern zu kommen.

Manche Kinder, besonders in der Pubertät reagieren trotzig und behaupten bereits alles über Sexualität zu wissen. Statt sie dann an den Tisch zu zwingen, kann es besser sein, Lesematerial zur Verfügung zu stellen, dem sich die Kinder bei Interesse dann selbst widmen können. Denn, man sollte schon sicher gehen, dass Kinder (zu ihrem eigenen Schutze) über einige Dinge Bescheid wissen, bevor das Thema Sexualität zu einem Bestandteil ihres Lebens wird.

Dinge, die sie ihrem Kind persönlich oder schriftlich vermitteln sollten:

  • Man darf immer nein sagen, wenn man etwas nicht möchte
  • Es gibt Krankheiten vor denen man sich schützen muss
  • Wie kann man schwanger werden bzw. wie schützt man sich davor?
  • was passiert generell mit meinem Körper in der Pubertät?

Entspannt bleiben…

Auch wenn das Thema durchaus einen ernsten Hintergrund hat, darf man bei der Unterhaltung nicht zu steif und hart sein. Eine Herangehensweise mit etwas Humor lockert jede Unterhaltung auf und macht das ganze Gespräch angenehmer.

Grundsätzlich sollte man sich beim Thema Aufklärung vorher nicht zu viele Gedanken machen und stattdessen spontan und entspannt handeln. Wenn Eltern locker mit dem Thema Sexualität umgehen können, geben sie Kindern und Teenagern das Gefühl, dass sie jederzeit ganz entspannt mit Fragen auf sie zu kommen können. Zeigen Eltern, dass sie in Puncto Aufklärung extrem verspannt und unsicher sind, so ist es eher unwahrscheinlich, dass die Kinder den Austausch suchen.

Aufklärung für Kinder – Wie sag‘ ich’s meinem Kinde?

Aufklärung für Kinder – Foto: © fuxart

Aufklärung ist wichtig

Früher, da spielten 13-jährige Kinder noch mit ihren Autos oder Puppen. Heute interessieren sie sich in diesem Alter schon recht intensiv für das andere Geschlecht. Kinder werden immer früher reifer und uns als Eltern obliegt es, sie in Sachen Sexualität und Verhütung aufzuklären. Keine leichte Aufgabe – werden viele denken und das ist verständlich. In der heutigen Zeit wird viel offener mit dem Thema Sexualität umgegangen als das noch vor 20 oder 30 Jahren der Fall war. Und genau darum fällt es vielen von uns schwer über diese Dinge zu sprechen. Unsere Kinder werden zwar auch in der Schule aufgeklärt und sie erfahren so einiges aus den verschiedenen Medien – doch der richtige Umgang mit Sexualität und all den Gefühlen, die damit im Zusammenhang stehen, besprechen wir doch am besten selbst mit ihnen.
Klären Sie Ihre Kinder rechtzeitig auf! – Foto: © Benny Weber Aufklärung – sie beginnt nicht erst dann, wenn wir versuchen in einem Gespräch mit unseren Kindern den Geschlechtsverkehr und eine mögliche Schwangerschaft zu erklären. Aufklärung für Kinder beginnt viel früher, nämlich mit einem offenen Umgang bezüglich unserer Nacktheit. So erleben schon kleine Kinder, dass Frauen anderes aussehen als Männer. Irgendwann beginnen sie sich dann für die Unterschiede zu interessieren und fragen bei uns nach. Und wir gehen am besten ganz ehrlich mit diesen ersten Fragen um. Wenn Sie Mutter einer Tochter sind, so bereiten Sie Ihr Kind auf die Monatsblutung vor, damit es sich nicht erschreckt, wenn eines Tages Blut im Slip ist. Und wenn Sie einen Jungen haben, so erklären Sie ihm, dass es völlig normal ist einen Samenerguss zu haben und dass dies kein Grund ist sich zu schämen.
Sexualentwicklung von Kindern

Wie klärt man Kinder am besten auf?

Vielleicht haben wir in unserem Freundeskreis eine Familie, die ein Baby erwartet. Oder wir sind selbst wieder schwanger. Eine Schwangerschaft ist ein sehr guter Einstieg um mit unseren Kindern über Liebe, Sex, Schwangerschaft und Geburt zu sprechen. Warum wächst der Bauch? Wie ist das Baby da hinein gekommen? Und wie kommt es wieder raus? (Ein Geschwisterchen kommt) Bitte verzichten Sie auf irgendwelche Ammenmärchen – so im Stile von: Das Baby bringt der Klapperstorch. Die Kinder werden dadurch nur verwirrt und ehrlich gesagt – die meisten werden diese Ausrede sowieso nicht mehr glauben.
Der Buchhandel bietet inzwischen eine große Auswahl an guten Aufklärungsbüchern an. Wenn Sie sich selbst unsicher sind, welches Buch für Ihr Kind geeignet ist, dann scheuen Sie sich nicht und fragen Sie die Buchhändlerin um Rat. Manche Bücher erscheinen auf den ersten Blick sehr kompakt und voller Wissen. Erfahrungsgemäß hat sich trotzdem ein detaillierter Ratgeber bewährt. Am besten Sie gehen immer nur die Seiten mit Ihrem Kind durch, die gerade „aktuell“ sind. Spezielle Details, wie etwa die Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle, können dann verarbeitet werden, wenn Ihr Kind das Interesse daran zeigt.

Konzentrieren Sie sich bei Ihren Aufklärungs-Gesprächen nicht nur auf die sachlichen Dinge. Sprechen Sie mit Ihrem Nachwuchs auch über die Gefühle, die in Zusammenhang mit dem Sex stehen. Betonen Sie, wie wichtig es ist, dass man „es“ nur dann tut, wenn man sich wirklich liebt. Dass es ein wunderbares Gefühl ist, wenn man so miteinander vertraut ist und alles teilen möchte.
Natürlich besteht ein wesentlicher Punkt in Sachen Aufklärung in der Verhütung einer Schwangerschaft und dem Schutz vor möglichen Geschlechtskrankheiten. Betonen Sie wie wichtig dies ist und sprechen Sie über die verschiedenen Varianten der Empfängnisverhütung. Mütter von Mädchen können diese ganz sacht auf den ersten Besuch beim Frauenarzt vorbereiten. Die meisten Gynäkologen haben inzwischen so genannte „Mädchen-Sprechstunden“ eingerichtet und wenn Ihre Tochter das möchte, so können Sie sie gern dorthin begleiten.

Nachdem Sie unsere Tipps gelesen haben, gehen Sie bitte nicht mit Feuereifer an die Aufklärungsarbeit. Kinder mögen es nicht, wenn man sie unter Druck setzt oder gar festnagelt – so nach dem Motto: „Setz dich hin und hör zu, ich will dich jetzt aufklären“. Seien Sie einfach für Ihr Kind da, reagieren Sie sensibel auf sein Befinden und haben Sie für Fragen oder Probleme stets ein offenes Ohr. Denn nur in einer vertrauensvollen Atmosphäre werden sich Ihre Kinder öffnen und nur so können gute Gespräche entstehen.
Text: K. L. / Stand: 02.02.2020

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Kinder & Jugendliche:

Aufklärung & Sexualität: Wie kommt das Baby in den Bauch?

Was soll ich antworten und in welchem Umfang? Diese Frage kommt bei Eltern auf, wenn der Nachwuchs das erste Mal etwas über den kleinen Unterschied wissen will. Wir leisten Hilfestellung.

Kinder aufklären – nur wie?

Die Fragen nach den wirklich wichtigen Dingen werden gefühlt immer in unpassenden Situationen gestellt.“Wie kommt das Baby in den Bauch?“, diese Frage bringt Eltern erst mal ins Grübeln. Beate Martin leitet seit 25 Jahren als sozialpädagogische Psychologin Elternkurse bei Pro Familia und berät Kindergärten in Sachen Sexualerziehung. Ihre Erfahrung: „In den ersten Lebensjahren des Kindes denken Eltern, es sei noch zu früh, das Thema anzuschneiden. Sie wissen oft auch nicht genau, wie sie es anfangen sollen, weil es ja immer auch um eigene Gefühle geht.“ Sind die Kinder dann neun oder zehn Jahre alt, haben sie möglicherweise schon alles zum Thema Aufklärung über Freunde oder aus dem Internet erfahren.

Mama und Papa sollten immer ansprechbar sein

Christa Kursch-Anbuhl, seit 30 Jahren Familienberaterin, sieht mit Sorge, dass über permanent verfügbare Internetzugänge viel zu früh einschlägige Bilder in die Köpfe der Kinder gelangen können, bevor ihnen die Grundzüge der Sexualität erläutert werden. Die Expertin rät Eltern deshalb, ihren Kindern so früh wie möglich zu signalisieren, dass sie mit allen Fragen rund um Schwangerschaft, Geschlechtsverkehr und Geburt zu ihnen kommen können.

Kleinkind

Kinder „begreifen“ ihren Körper

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Sinnvoll ist es auch, sich auf das Thema Aufklärung vorzubereiten, um sofort reagieren zu können, wenn eine Frage kommt. Ein Aufklärungs-Bilderbuch können Sie so im Bücherregal platzieren, dass es zur Hand ist, wenn Ihr Kind Fragen stellt oder selbst darin blättern will. Ältere Kinder können dieses Angebot nutzen, ohne die Eltern einbeziehen zu müssen.

Verständnis & positive Gefühle bei der Aufklärung

Sexualität löst starke Gefühle aus. „DAS hast du mit Papa gemacht?“ fragen Kinder oft entgeistert, wenn man ihnen erklärt, wie das Baby konkret in den Bauch gekommen ist. Eltern sollten auf Ablehnung oder sogar leichten Ekel gefasst sein und feinfühlig reagieren, sagt Beate Martin. Sie rät dazu, dem Kind zu sagen, dass man seine Reaktion versteht. Aber auch, „dass Sex etwas ist, das Erwachsene eben gern machen und dass das Kind später, wenn es selbst erwachsen ist, anders darüber denken wird als heute.“
Hilfreich ist der Schwenk auf die Gefühlsebene. Formulierungen wie „Damals bist du entstanden und das war für Papa und mich ein wundervolles Gefühl“ verknüpfen die Erklärung des Zeugungsvorganges mit positiven Empfindungen.

Der liebe Gott hat mich nicht gemacht. Das warst du mit Papa. WIE habt ihr das eigentlich gemacht?

Auch Christa Kursch-Anbuhl hält es für wichtiger, Kindern zu vermitteln, dass Sex etwas Schönes ist, als sie mit Sachinformationen zu bombardieren. „Wenn Kinder sehen, dass ihre Eltern im Alltag nett und feinfühlig miteinander umgehen, werden sie Sex viel eher richtig einordnen können und als etwas Schönes erfassen.“

Welche Info in welchem Alter?

Kleinkinder und die meisten Vorschulkinder wollen in der Regel nur eine kurze Auskunft zur Frage „Wie kommt das Baby in den Bauch?“. Der Rat der Expertinnen: Kleine Informationseinheiten anbieten und dann auf weitere Fragen warten. Auf keinen Fall sollten Eltern Antworten auf Fragen geben, die gar nicht gestellt wurden.
Anders sieht es bei Schulkindern aus. Sie nutzen das Thema Sexualität gern, um die Reaktion der Eltern zu testen, indem sie provozieren. Hier ist in puncto Aufklärung Feingefühl nötig, um zu erspüren, was genau das Kind mit seiner Frage bezweckt. Es ist nicht selten, dass Neunjährige mit Bildern von sexuellen Handlungen konfrontiert werden, die sie komplett überfordern. Sie können dann nicht einmal eine konkrete Frage stellen, sondern nur merkwürdig formulierte Fragmente herausstottern. In solchen Situationen sollten Eltern nachfragen: „Warum beschäftigt dich das?“ oder „Was genau möchtest du wissen?“ Spürt man, dass es dem Kind gar nicht so recht klar ist, worum es gehen soll, hilft oft die Ideen-Formulierung weiter: „Meine Idee ist, dass du xy wissen möchtest. Wollen wir uns zusammen auf die Suche nach der Antwort machen?“

Familienleben

Das erste Mal – Tipps für die Aufklärung von Teenagern

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Eigene Sprache und Begriffe finden

Beim Sprechen über Sexualität sind selbst Eltern, die sonst vor keinem Thema zurückscheuen, oft merkwürdig blockiert. Christa Kursch-Anbuhl bestärkt Eltern darin, in ihrer eigenen Sprache, auch mit möglicherweise sehr originellen Bezeichnungen für die Geschlechtsorgane, zu bleiben. Wichtig sei nur, gegenüber den Kindern zu erwähnen, dass es noch andere Bezeichnungen gibt, um sie vor Spott zu schützen. „Es kommt nicht auf die medizinisch korrekten Begriffe an, sondern darauf, ohne Scheu und Verstellung über Sexualität zu sprechen. Da ist die eigene Sprache sehr hilfreich.“ Das kann eine blumenreiche, eine sehr sachliche, eine witzige oder für manche Ohren raue Sprache sein – Hauptsache, vertraut.

Aufklärungsbücher für Kinder und Jugendliche

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Trinken lernen leicht gemacht: Tipps und Tricks

Wenn Kinder das Trinken lernen sollen, geht häufiger etwas schief: Entweder wenden sie sich ab, verschlucken sich oder fangen schon beim Anblick des Bechers an, zu weinen. Wenn Eltern jedoch einige Tipps beachten, kommt die Flüssigkeit dort an, wo sie hin soll.

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Vom Fläschchen zum Becher: Ein schwieriger Weg

Nachdem Kinder lange Zeit an der Brust oder einem Fläschchen genuckelt haben, fällt ihnen die Umstellung auf selbstständiges Trinken häufig schwer. Kleine Kinder sind häufig noch nicht in der Lage, Flüssigkeit ohne fremde Hilfe aufzunehmen. Es gibt aber ein paar nützliche Tipps, wie Kinder leichter trinken lernen können. Normalerweise ist ein Baby ab dem zehnten bis zwölften Lebensmonat so weit, aus dem Becher zu trinken. Kann es bereits andere Gegenstände sicher mit den Händen greifen, wird es auch einen Becher festhalten können. Dabei gilt: Übung macht den Meister.

Tipp
Eltern wissen oft nicht, wie viel ihr Kind trinken sollte. Vor allem nach der dritten Breimahlzeit brauchen die Kleinen zusätzlich etwas Flüssigkeit. Als Richtwert gilt: Einjährige sollten etwa 600 Milliliter am Tag zu sich nehmen – am besten Wasser, heißt es in der Zeitschrift „Baby und Familie“.

Wie Kinder mit Bechern trinken lernen

Nutzen Sie dafür eine spezielle Schnabeltasse, den sogenannten Trinklernbecher. Das Baby kann die Flüssigkeit wie aus einer Flasche heraussaugen. Eine Dichtung verhindert, dass die Flüssigkeit austritt. Wie das Gesundheitsportal „Lifeline“ jedoch zu Bedenken gibt, kann Dauernuckeln schon bei Eineinhalbjährigen Zähne und Kiefer schädigen. Um Ihr Kind von Schnuller und Flasche zu entwöhnen, können Sie auch andere Gefäße wie einen Kunststoffbecher mit zwei Griffen zum Festhalten und abgerundetem Rand oder eine dickwandige Tasse verwenden. Tipp: Nehmen Sie als Trinkgefäß auf keinen Fall ein dünnwandiges Glas. Hier herrscht Verletzungsgefahr! Es könnte unter Umständen passieren, dass der Nachwuchs ein kleines Stück herausbeißt und dieses sogar verschluckt.

Weitere Tipps fürs Trinken lernen

Wer größere Überschwemmungen vermeiden möchte, während Kinder das Trinken lernen, sollte den Behälter zunächst selbst führen. Nehmen Sie sich gerade für die ersten Trinkversuche ausreichend Zeit. So kann das Baby in aller Ruhe lernen, selbstständig zu trinken. Das Baby sollte möglichst aufrecht auf Ihrem Schoß gehalten werden. Am Anfang sollte nur wenig Flüssigkeit zugeführt werden, damit sich das Kind nicht verschluckt. Tipp: Füllen Sie den Becher nur bis zur Hälfte und führen Sie ihn so an die Lippen des Kindes, dass diese mit der Flüssigkeit benetzt werden. Das Kinn kann währenddessen leicht angehoben und gestützt werden.

Damit Kinder das Trinken lernen, müssen sie positive Erfahrungen sammeln. Hören Sie deswegen rechtzeitig auf, wenn das Kind signalisiert, dass es nicht mehr durstig ist. Der Lernprozess beinhaltet auch Fehler und Missgeschicke: Anfangs wird sicher noch das Meiste danebengehen. Aber mit der Zeit wird das Kind die motorische Bewegung und das Schlucken ausführen können. Seien Sie nicht zu streng und versuchen Sie es geduldig immer wieder aufs Neue.

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Damit Babys gesund trinken lernen, ein Tipp für das richtige Getränk: Ungesüßtes, stilles Wasser eignet sich am besten. Es löscht den Durst, enthält weniger Zucker als Säfte oder gesüßter Tee und hinterlässt keine Flecken, wenn mal was daneben geht.

U3 – dritte Vorsorge

Zwischen der 4. und 5. Lebenswoche ist die dritte Vorsorgeuntersuchung fällig (frühestens ab der 3. Lebenswoche und spätestens bis zur 8. Lebenswoche, sonst muss die Untersuchung den Eltern als IGel-Leistung in Rechnung gestellt werden). Da in den meisten Fällen die ersten beiden Vorsorgeuntersuchungen in der Klinik stattfinden, ist die U3 die erste Untersuchung bei dem Kinder- und Jugendarzt. Der Kinder- und Jugendarzt kontrolliert, ob sich das Neugeborene in den vergangenen Wochen altersgerecht entwickelt hat. Gründlich überprüft er die Körperfunktionen, das Hörvermögen, die Augen (z.B., ob eine Linsentrübung vorliegt) und die angeborenen Reflexe. Bei der dritten Vorsorgeuntersuchung wird das Hüftgelenk mittels Ultraschall auf Entwicklungsstörungen oder Fehlbildungen hin untersucht.

In den meisten Fällen erkundigt sich der Kinder- und Jugendarzt über das allgemeine Verhalten des Kindes. Er fragt nach, ob es Probleme oder Auffälligkeiten beim Trinken, der Verdauung oder beim Schlafen gibt. Wichtig ist, dass die Eltern ihre Beobachtungen dem Kinder- und Jugendarzt mitteilen. Dadurch wird dem Arzt eine Beurteilung über den Gesundheitszustand erleichtert.

Der kleine Säugling sollte in den ersten zwei bis drei Monaten etwa 150 Gramm pro Woche an Gewicht zunehmen. Die Tagestrinkmengen in dieser Zeit liegen meist bei 15% des aktuellen Körpergewichts.

Der Kinder- und Jugendarzt berät Eltern zu Impffragen und informiert sie bei Bedarf u.a. zu folgenden Themen: Plötzlicher Kindstod, Unfallverhütung, Kariesprophylaxe, Umgang mit „Schreibabys“ und regionale Unterstützungsangebote. Mit der Einführung des neuen Gelben Heftes soll auch mithilfe einer Farbtafel die Farbe des Stuhls des Kindes beurteilt werden, die u.a. Hinweise auf eine Störung der Gallenwege geben kann.

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