Aufgaben einer hebamme

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Hebam­men: „Mütter aller Kinder“

Eine Hebamme ist immer dabei, wenn ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Doch nicht nur während der Geburt unterstützt sie die Mutter (und den Vater). Wochen vor und nach der Niederkunft steht sie mit Rat und Tat zur Seite.

Es gibt eine Menge zu entscheiden, bevor ein Kind auf die Welt kommt. Wo soll es geboren werden? Wie soll die Geburt vonstatten gehen? Ist der Vater dabei oder nicht? Eine Frage ist auch die nach der Hebamme. Man kann es dem Zufall überlassen, welche Hebamme gerade im Krankenhaus zur gegebenen Stunde arbeitet, oder man sucht sich eine sogenannte Beleghebamme als ganz private Geburtsunterstützung.

Beleghebamme oder doch normale Hebamme?

Es spricht eine Menge dafür, eine Beleghebamme zu buchen. Gerade Erstgeburten dauern im Schnitt an die zwölf Stunden, sodass man das wechselnde Personal des Schichtbetriebs eines Krankenhauses kennenlernt.

Eine Beleghebamme dagegen bleibt die gesamte Zeit bei der Schwangeren. Die Situation muss somit nicht jedes Mal neu geschildert werden, wie man sich fühlt, welche Ängste man hat. Die Beleghebamme kennt die Frau bereits aus der vorgeburtlichen Zeit, weiß, wie die werdende Mutter mit der Schwangerschaft umgeht, welche Bedenken sie hat und was sie auf keinen Fall möchte. In der Regel besteht zwischen Beleghebamme und werdender Mutter ein enges Vertrauensverhältnis.

Welche Leistungen bieten Hebammen bei der Schwangerenvorsorge?

Die Hebamme kann in Absprache mit dem betreuenden Gynäkologen einen Teil der Schwangerenvorsorge übernehmen. Sie kann möglichst früh Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf, zum Beispiel Lageanomalien, Mehrlingsschwangerschaften oder drohende Frühgeburten, erkennen.

Die Hebamme übernimmt Untersuchungen, prüft zum Beispiel Kindslage, Blutdruck, Größe, Gewicht oder berät in Ernährungsfragen. Eventuell untersucht sie den Muttermund, um festzustellen ob er noch fest geschlossen ist, oder sich schon auf die Geburt eingestellt hat. Die Herztöne des Babys misst sie mit einem dafür vorgesehenen Gerät, dem CTG (Kardiotokograf), per Ultraschall. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Hebamme über ein tragbares CTG verfügt: Dann besucht sie die Schwangere ganz einfach zu Hause.

Beratung in der Schwangerschaft

Zu jedem Zeitpunkt Ihrer Schwangerschaft können Sie mit der Hebamme Ihrer Wahl in Verbindung treten und sie um Rat fragen. Sie wird Sie zu allen Fragen der Schwangerschaft, der Geburt, des Wochenbetts und der Zeit danach beraten.

Sie weiß Bescheid über Ernährung und Lebensweise in der Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität, Möglichkeiten der Geburtsvorbereitung und die ersten Wochen mit dem Baby. Auch mit sozialen Hilfen in der Schwangerschaft und nach der Geburt kennt sie sich aus.

Auch bei Ihnen zu Hause

Bei Schwangerschaftsbeschwerden und Vorwehen hilft Ihnen Ihre Hebamme auch bei Ihnen zu Hause.

Schwangerschaftsbeschwerden können sich in vielfältiger Art äußern, zum Beispiel als Unwohlsein, Schmerzen oder Ängste. Auch der Verdacht auf vorzeitige Wehen, Blasensprung oder Geburtsbeginn sind Gründe für Hebammenhilfe. Bei vorzeitigen Wehen oder schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen (Gestose) betreut Sie Ihre Hebamme in Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt.

Was bieten Hebammen in Vorbereitungskursen an?

Hebammen bereiten Schwangere und ihre Partner in speziellen Kursen auf die Geburt und die Zeit danach vor.

Da diese sehr beliebt sind, sollte man sich frühzeitig anmelden. Zur Vorbereitung auf die Geburt können Sie zwischen verschiedenen Kursformen wählen, allein oder gemeinsam mit Ihrem Partner. Die TK übernimmt für den Partner 80 Prozent der Kurskosten, maximal 100 Euro. Voraussetzung ist, dass Sie beide bei uns versichert sind, der Kurs von einer zugelassenen Hebamme durchgeführt wurde und frühestens am 1. Januar 2019 begonnen hat.

In diesen Kursen werden Sie über körperliche und psychische Veränderungen während der Schwangerschaft informiert. Sie lernen Atem- und Entspannungsübungen zur Geburtserleichterung. Körperübungen stärken die Körperwahrnehmung und Ihre Mobilität. Gespräche rund um die Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett gehören zu den Kursinhalten. Nebenbei lernen Sie andere Frauen und Paare kennen, die auch ein Kind erwarten.

Was sind die Aufgaben einer Hebamme bei der Geburt?

Die Hauptaufgabe der Hebamme ist natürlich, das Kind gut auf die Welt zu bringen und die Mutter so zu unterstützen, dass die Geburt möglichst ohne Komplikationen verläuft.

Sie hilft, Ängste und Sorgen abzubauen und kann Risiken erkennen. Gleichzeitig wird die Hebamme alles tun, um die werdende Mutter auf den großen Moment vorzubereiten, indem sie ihr Möglichkeiten der Entspannung anbietet (etwa ein wärmendes Bad).

Voll auf die Geburt konzentrieren

Hat sich ein echtes Vertrauensverhältnis zwischen Frau und Hebamme aufgebaut, kann sich die werdende Mutter ganz fallen lassen und auf die Geburt konzentrieren. Die Hebamme wird sich um alles kümmern. Sie steht auch mit ihrem Erfahrungsschatz zur Seite, wenn es zu Komplikationen oder Diskrepanzen zwischen den Vorstellungen von Eltern und Ärzten kommt.

Übernimmt die TK die Kosten einer Entbindung zu Hause oder in einem Geburtshaus?

Auch die Kosten für eine Hausgeburt sowie die Kosten für eine ambulante Geburt in einem Vertragsgeburtshaus übernimmt die TK.

Wie können Hebammen Mutter und Kind zu Hause unterstützen?

Junge Eltern stehen vor einem Berg von Fragen, die die Hebamme oft beantworten kann: Warum schreit das Kind jetzt? Was sind das für Pickel auf der Haut? Wie reinige ich den Popo möglichst schonend?

Eine Hebamme kann Tipps geben, die sich jahrelang bewährt haben und die häufig in keinem Buch zu finden sind. Bis zehn Tage nach der Geburt haben Mütter Anspruch auf mindestens einen täglichen Besuch durch die Hebamme. Ab dem elften Tag bis acht Wochen nach der Geburt können bei auftretenden Fragen und Schwierigkeiten wie verzögerter Nabelheilung oder Stillproblemen noch 16 weitere Besuche der Hebamme erfolgen.

Stillbeziehung

Die Betreuung im Wochenbett bis zum Ende der Stillzeit gibt der Hebamme die Möglichkeit, die Frau in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen und in ihrer neuen Aufgabe als Mutter zu bestärken. Sie kann mögliche Probleme ansprechen und mit der Frau Lösungswege erarbeiten.

Die Hebamme spricht mit den Eltern über den weiteren Verlauf der Stillbeziehung. Die junge Mutter kann sich mit beginnenden Stillschwierigkeiten sofort mit ihrer Hebamme in Verbindung setzen. Dies setzt natürlich voraus, dass die Mutter über mögliche Anfangsschwierigkeiten Bescheid weiß. Ihre Hebamme wird sie über alles informieren, sie greift auf jahrelange praktische Erfahrung zurück.

Im Verlauf der Betreuung informiert die Hebamme auch über die Einführung der Beikost, sie kann auf Stillgruppen und Mutter-Kind-Gruppen hinweisen, in denen die Mutter noch mehr Hilfe und Unterstützung für den Alltag mit einem Neugeborenen erhält.

Was bieten Hebammen in Rückbildungskursen an?

Ähnlich wie die Vorbereitungskurse führen Hebammen auch sogenannte Rückbildungskurse durch. Durch die Geburt des Kindes hat sich im Körper der Frau vieles verändert. Um die Rückbildung zu fördern, gilt es nach der Geburt, den Beckenboden zu kräftigen. Es handelt sich dabei nicht, wie oft vermutet, um Abnehmkurse, um den aus der Form geratenen Bauch wieder in seinen Ursprungszustand zurückzuversetzen.

Wie finde ich meine Hebamme?

Werdende Eltern sollten sich möglichst frühzeitig um eine Hebamme kümmern – mindestens fünf Monate vor dem Termin.

Über unsere Arzt- und Therapeutensuche finden Sie ganz einfach eine Hebamme in Ihrer Nähe.

Alternativ hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) eine Liste aufgestellt, wie Schwangere eine Hebamme finden können:

  • Landesverbände der Hebammen
  • Krankenkassen
  • Apotheken
  • Ihr zuständiges Gesundheitsamt
  • Hebammenpraxen und Geburtshäuser
  • Gynäkologen und Geburtshelfer
  • Entbindungskliniken
  • Familienbildungsstätten
  • Die gelben Seiten
  • Hebammensuche im Internet

Hebamme: So hilft sie rund um Schwangerschaft und Geburt

In der Schwangerschaft

Die Schwangerenvorsorge übernimmt immer der Arzt? Das muss nicht sein. Werdende Mütter können auch eine Hebamme mit dieser Aufgabe betrauen. Sie kann fast alle Maßnahmen eigenständig durchführen: die Schwangerschaft feststellen, den Mutterpass ausstellen und die Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Eine Ausnahme bilden die Ultraschall-Untersuchungen: Diese müssen in einer gynäkologischen Praxis vorgenommen werden. Aber auch in einigen anderen Fällen ist die Konsultation eines Arztes unerlässlich. „Wenn bei der Schwangeren Unregelmäßigkeiten oder Komplikationen auftreten, dann wird sie auf alle Fälle für weitere Untersuchungen an einen Gynäkologen überwiesen“, sagt Susanne Teuerle, Geburtshelferin und Vorstandsmitglied des Hebammen-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen.

Zusätzlich bieten Hebammen oft Geburtsvorbereitungskurse an. Sie finden in Hebammenpraxen, Kranken- oder Geburtshäusern statt und werden in der Regel ab der 25. Schwangerschaftswoche empfohlen.

Arzt oder Hebamme?

Zu Beginn der Schwangerschaft sind sich viele Frauen unschlüssig, ob sie für die Vorsorge einen Arzt oder eine Hebamme wählen sollen. Sie fragen sich zum Beispiel: Bin ich im Notfall bei einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin medizinisch besser aufgehoben? Oder kann er/sie sich vielleicht gar nicht genug Zeit nehmen für meine Probleme und Ängste? Glücklicherweise müssen sich Schwangere in dieser Frage nicht strikt für eine Alternative entscheiden. Die werdende Mutter kann für einige Untersuchungen zum Gynäkologen gehen und für andere Teile die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen.

Vor allem aus emotionalen Gründen entscheiden sich viele Frauen dafür, schon früh eine Hebamme zu konsultieren. „In der Hebammenarbeit geht die Betreuung ja weit über den medizinischen Aspekt hinaus. Hebammen sind Ansprechpartnerinnen für alle Probleme und Sorgen, die eine Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett mit sich bringen“, sagt Teuerle.

Während der Geburt

Spätestens wenn das Kind kommt, steht dann jeder Schwangeren eine Hebamme zur Seite. Das Deutsche Hebammengesetz schreibt vor, dass bei der Geburt eine Hebamme anwesend sein muss. Hat die Frau nicht schon für die Betreuung in der Schwangerschaft eine Hebamme gewählt, die für die Geburt auf Abruf bereitsteht, übernimmt diese Aufgabe eine bei der Entbindungsklinik angestellte Kraft. Nur im Notfall darf der Arzt ohne Hebamme entbinden.

Bei einer normalen Geburt überwacht die Hebamme den Gesundheitszustand der werdenden Mutter, des Kindes und den Geburtsverlauf. Sie ist dazu berechtigt – wie es zum Beispiel bei Hausgeburten oder in einem Geburtshaus üblich ist – die Geburt völlig selbstständig ohne Arzt zu leiten. Gibt es Komplikationen, muss sie jedoch einen Arzt hinzurufen.

Im Wochenbett

Auch während der Wochenbett-Phase überwacht die Hebamme, wie es Mutter und Kind geht – im Rahmen von üblicherweise bis zu 16 Terminen innerhalb der ersten acht Wochen nach der Geburt. Sie kontrolliert das Abheilen des Nabels beim Neugeborenen und die Rückbildung von Gebärmutter und Beckenboden bei der Wöchnerin sowie die Wundheilung eventueller Dammverletzungen. Außerdem berät sie die Mutter zum Stillen und zur Pflege ihres Kindes.

„Die Hebamme begleitet die ersten Entwicklungen und überwacht ein Stück weit auch die Vorgänge zwischen Mutter und Kind. So kann sie sicherstellen, dass die Abläufe gut funktionieren, bei Bedarf Hilfestellungen geben oder beratend zur Seite stehen“, sagt Teuerle. Sie ist auch Ansprechpartnerin, falls die Mutter im Wochenbett unter psychischen Problemen leidet. Bei manchen Frauen tritt aufgrund der Hormonumstellung nach der Geburt der sogenannte Baby-Blues auf. In der Regel dauert er nur ein paar Tage. Im Extremfall kann er sich aber zu einer behandlungsbedürftigen Wochenbettdepression ausweiten.

6 wichtige Gründe, warum jede Schwangere eine Hebamme haben sollte

Die Nachricht schwanger zu sein, erzeugt unfassbare Glücksgefühle und Panik zugleich. Sobald man die Bestätigung vom Frauenarzt hat, dass tatsächlich ein Baby im eigenen Bauch wächst, hat man sofort ein nahezu unstillbares Bedürfnis sich über die Schwangerschaft und Babys erstes Jahr zu informieren. Zumindest ging es mir so.

Und egal, in welcher Woche man von der Schwangerschaft erfährt, man bekommt direkt den Rat, sich schnellstmöglich um eine Hebamme zu bemühen, um eine Chance auf eine Betreuung vor, bei und nach der Geburt zu bekommen und alle seine Fragen loszuwerden. Ich hatte extremes Glück und habe durch eine Empfehlung sofort eine Hebamme gefunden. Doch, wenn man sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhört, gibt es jede Menge Geschichten von unzähligen, vergeblichen Anrufen und Anfragen bei Hebammen, die schon komplett ausgelastet sind.

Warum gibt es immer weniger Hebammen?

Tatsächlich schrumpft die Anzahl der Hebammen in Deutschland immer weiter. Das liegt zum einen an den hohen Versicherungsbeiträgen für Hebammen (Haftpflicht über 6.200 Euro im Jahr), den Arbeitszeiten (Feiertag-/Nacht- und Schichtdienste) und den geringen Verdienstmöglichkeiten (pro Geburt um die 270 Euro ohne Nachtzuschlag).

Vor allem der Stellenwert von Hebammen ist in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern (z.B. Niederlande, Österreich oder Schweiz) weitaus geringer. Schon seit Jahren scheint der Berufsstand in Deutschland gefährdet, da sich die hohe Verantwortung und der körperlich und emotional anstrengende Arbeitsalltag nicht in der Vergütung widerspiegeln.

Während es früher noch viele Hebammen gab, die in Teilzeit Schwangere betreut haben, droht diese Sorte von Hebammen auszusterben. Hebammen, die nicht in Vollzeit arbeiten, können sich ihren Beruf oft nicht mehr leisten, vor allem, wenn sie selbst kleine Kinder haben. Denn, egal wie viele Stunden sie arbeiten, sie zahlen immer dieselbe Summe für die notwendige Haftpflichtversicherung. Daher haben viele Schwangere oftmals große Probleme eine Hebamme zu finden.

Vor allem, wenn euer Kind innerhalb der Sommerferien zur Welt kommen soll, kommt es beim Suchen einer Hebamme oftmals zu Engpässen, da auch Hebammen ihre Ferien planen und brauchen.

Angestellte Hebamme oder Beleghebamme: Was macht den Unterschied?

Freiberufliche Hebammen arbeiten frei praktizierend in Schwangerenvorsorge, bei Hausgeburten, Wochenbettbetreuung und Stillhilfe. Sie sind nicht an eine Klink oder an ein Geburtshaus gebunden. Sie können unterschiedliche Kurse anbieten.

Beleghebammen sind freiberufliche Hebammen, die durch einen Belegvertrag mit einer oder mehreren Kliniken ihre Mütter bei der Geburt in der Klinik begleiten und die Geburt dort selbst durchführen können. Sie können zusätzlich unterschiedliche Kurse anbieten und Vor- und Nachsorge bei den Müttern zu Hause betreiben.

Angestellte Hebammen entbinden in Kliniken und sind dort fest angestellt. Sie arbeiten meist im Dreischichtbetrieb. Haupteinsatzgebiet ist der Kreißsaal, aber auch auf der Wochenbettstation und in der Kinderklinik.

Familienhebammen haben zu ihrer Ausbildung als Hebamme eine Zusatzqualifikation erlangt. Sie sind geschult Schwangere, Mütter und Familien zu unterstützen, wenn sie sich in einer besonderen Situation befinden. Familienhebammen helfen beispielsweise bei Frühgeborenen, behinderten oder verstorbenen Kindern.

Doulas sind Frauen, die werdende Mütter auf ihrem Geburtsweg begleiten, jedoch keine medizinische oder Hebammenausbildung haben.

Betreuung durch eine Hebamme: Was zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkassen bezahlen die Vorsorge durch Hebammen im vollen Umfang. Bis auf die Ultraschalluntersuchungen kannst du alle Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft von deiner Hebamme machen lassen.

Sie kann dein Gewicht und deinen Blutdruck kontrollieren, deinen Urin auf Eiweiß und den Zuckergehalt untersuchen. Sie kann zudem verschiedene Blutuntersuchungen machen, nach den Herztönen deines Kindes hören, die Lage des Babys bestimmen und seine Größe überprüfen.

Auch der Geburtsvorbereitungskurs wird von der Krankenkasse bezahlt. Besonders schön ist dieser natürlich, wenn er von deiner Hebamme durchgeführt wird. Hier kannst du dich mit deinem Partner über alle wichtigen Infos rund ums Baby informieren.

Die Kosten für die Nachsorge werden ebenfalls von der Krankenkasse übernommen. In den ersten zehn Tagen kommt deine Hebamme einmal pro Tag zu dir nach Hause. In den ersten acht Wochen kannst du, falls nötig, noch 16 weitere Besuche nutzen. Auch bei Stillproblemen oder beim Abstillen steht dir die Hebamme zur Seite. Zudem zahlt die Krankenkasse deinen Rückbildungskurs.

Privat Versicherte müssen sich über ihre Leistungsansprüche zur Hebammenbetreuung bei ihrer privaten Krankenversicherung informieren.

6 Gründe, warum eine Betreuung durch die Hebamme so wichtig ist

Das Gefühl eine Hebamme zu finden, die einem mit Rat und Tat zur Seite steht, hat mich beruhigt und Sicherheit gegeben. Schon beim ersten Treffen war mir klar, dass ich bei ihr goldrichtig aufgehoben bin. Und sie hat mir direkt erklärt, dass die innere Einstellung eine entscheidende Rolle beim Schwangerschafts- und Geburtsverlauf spielt. Daher ein Hoch auf unsere Hebammen ohne die eine entspannte Schwangerschaft und sorgenfreie Geburt wohl undenkbar wären.

1. Deine Hebamme beantwortet wirklich ALLE Fragen

Das ALLERBESTE an einer Hebamme: Du kannst mit ihr wirklich über ALLES reden. Anders als bei Freundinnen, Schwestern oder der eigenen Mutter gibt es keine Peinlichkeiten, keine Schamgrenze und keine falsche Zurückhaltung. Bei deiner Hebamme wirst du wirklich jede Frage los.

Und du wirst schnell merken: Je mehr Infos du hast, desto entspannter und gelassener wirst du. Von der Ernährung in der Schwangerschaft, über den Einlauf bei der Geburt bis zu Dammriss und Inkontinenz. Es gibt garantiert keine Frage, die deine Hebamme noch nicht gehört hat und vor allem garantiert keine, die sie nicht beantwortet.

2. Die Hebamme hat viel mehr Zeit als der Frauenarzt

Während dein Frauenarzt einen ganz strikten Zeitplan hat und die nächsten Patienten schon im Wartezimmer hocken, hat man bei der Hebamme das Gefühl, dass sie wirklich Zeit für einen hat. Hier gibt es keine nächste Schwangere, die wartet oder ein Zeitlimit. Vielleicht fühlt man sich deswegen so gut aufgehoben und verstanden, weil in der Zeit mit seiner Hebamme nur man selbst und das Baby im Mittelpunkt stehen.

3. Die Hebamme ist jederzeit erreichbar

Sind das schon Vorwehen? Und warum blute ich plötzlich? Gerade bei dringenden Fragen, wie nicht definierbaren Schmerzen oder Blutungen ist ein Anruf bei der Hebamme goldwert. Bei ihr gibt es keine festen Sprechzeiten und sie kann einen direkt beruhigen oder eine Empfehlung fürs Krankenhaus aussprechen.

4. Bei deiner Hebamme gibt es keine peinlichen Situationen

Die Hebamme ist im besten Fall für dich eine echte Vertrauensperson. Vor ihr muss dir nichts peinlich sein, es gibt keine unangenehmen Themen. Auch körperlich gibt es nichts, wofür du dich genieren müsstest. Unansehnlicher Ausschlag am Rücken? Entzündete Brustwarzen? Für eine Hebamme gehört all das zu ihrem Alltag. Ähnlich wie ein Arzt, kennt sie keine Berührungsängste und das ist auch gut so.

5. Geburtbegleitung deines Vertrauens

Wenn du das Gefühl hast, die Geburt steht kurz bevor, ist das schon Aufregung genug. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und tief durchatmen. Wie gut tut es da, die Hebamme seines Vertrauens anzurufen, um zu fragen, ob man schon Richtung Krankenhaus soll oder sich lieber noch etwas Zuhause ausruht.

Im Krankenhaus angekommen, ist die Situation natürlich gerade für Erstgebärende extrem neu und verunsichernd. Umso schöner ist es, seine Hebamme zu sehen und von ihr in Empfang genommen zu werden. Man weiß jetzt einfach, dass alles gut werden wird, weil deine Hebamme garantiert nicht mehr von deiner Seite weicht und durch ihre Erfahrung genau weiß, was zu tun ist.

6. Deine Hebamme ist auch nach der Geburt noch für dich da

Wie sieht der Nabel des Babys aus? Was mache ich bei Milchstau und wann kann ich anfangen für meinen After-Baby-Body zu trainieren? Alle Fragen beantwortet deine Hebamme und hat noch viele weitere Ratschläge für dich. Aber auch psychische Sorgen, wie Baby Blues und Heultage kannst du mit deiner Hebamme besprechen.

Viele Hebammen bieten auch spezielle Kurse von Baby-Massage bis Rückbildungskurs an, die du wahrnehmen solltest, wenn dir der Sinn danach steht.

Mehr zum Thema Hebamme findet ihr bei onmeda.de.

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Was macht eine Hebamme?

Viele Erstgebärende wissen nicht, wie vielfältig heute die Aufgaben einer Hebamme bereits während der Schwangerschaft sind

Wohl deshalb suchen viele Frauen, sobald sie vermuten, schwanger zu sein, einen Gynäkologen auf und nehmen dort auch sämtliche Vorsorgeuntersuchungen vor. Erst kurz vor der Geburt oder für die Nachsorge kümmern sie sich um eine Hebamme. Dabei bieten heute beinahe alle Hebammen neben der Geburtshilfe auch alle Vorsorgeuntersuchungen, die Geburtsvorbereitung, Rückbildungsgymnastik und eine umfangreiche Stillbetreuung an.

Ausbildung und Qualifikationen einer Hebamme

Die Befähigung zur Ausübung ihrer Tätigkeit erlangen Hebammen in einer anspruchsvollen, wissenschaftlich fundierten Ausbildung. Dafür sind mindestens 1600 Theorie- und 3000 Praxisstunden erforderlich. Zusätzlich verfügen die meisten Hebammen, je nach Interessengebiet und regionalen Erfordernissen über Zusatzqualifikationen, wie etwa:

  • Akupunktur
  • Kursleiterausbildung Schwangerengymnastik, Schwangerenschwimmen und/oder Rückbildungsgymnastik
  • Babymassage
  • Babyschwimmen
  • Ernährungsberatung
  • Stillberatung

Bei aller Wissenschaftlichkeit sehen Hebammen ihren Beruf immer ganzheitlich und haben das Wohlergehen der gesamten Familie im Blick. Sie schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz und können deshalb bei der Bewältigung vieler Alltagsprobleme unterstützend zur Seite stehen.

Aufgaben einer Hebamme

1. Beratung und Vorsorge

Während der Schwangerschaft beantwortet sie Fragen und gibt Tipps, wie beispielsweise:

  • zur Lebensweise der werdenden Mutter
  • ihrer Ernährung
  • erläutert, welche Vor- und Nachteile verschiedene Geburtsorte (zu Hause, Klinik, Geburtshaus) haben
  • zum Ablauf der Geburt
  • zu den Themen Partnerschaft und Sexualität

Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der medizinischen Betreuung der werdenden Mutter und ihrem ungeborenen Kind. Sie händigt den Mutterpass aus und trägt alle Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen dort ein:

  • Gewicht
  • Blutdruck
  • Blut- und Urinwerte
  • Lage, Wachstum, Größe des ungeborenen Kindes
  • Herztöne
  • gegen Ende der Schwangerschaft: Wehentätigkeit

Bei Unregelmäßigkeiten oder besonderen Risiken wird sie der werdenden Mutter raten, einen Gynäkologen oder entsprechend spezialisierten Facharzt aufzusuchen.

Wichtig: Sofern die Schwangerschaft komplikationslos verläuft, kann die Hebamme alle gesetzlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen, inklusive Laboruntersuchungen durchführen. Lediglich die Ultraschalluntersuchungen darf ausschließlich ein speziell qualifizierter Arzt vornehmen.

Je nach persönlichen Vorlieben oder Erreichbarkeit besteht auch die Möglichkeit, die Vorsorgetermine zwischen Frauenarzt und Hebamme aufzuteilen. Beide arbeiten dann Hand in Hand. Auf die Kostenübernahme durch die Krankenkasse hat diese Entscheidung keinen Einfluss.

Die Hebamme kommt für die Vorsorgeuntersuchungen zu der Schwangeren nach Hause. Insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel kann dies eine große Erleichterung für die werdende Mutter sein.

2. Geburtsvorbereitung

Viele Hebammen haben ihr Aufgabengebiet ausgedehnt und bieten neben der reinen Vorsorge, der Geburtsbegleitung und der Wochenbettbetreuung:

  • Kurse zur Geburtsvorbereitung
  • Schwangeren-Yoga
  • Akupunktur
  • Gesprächsrunden, zu denen sich unter Anwesenheit der Hebamme werdende Mütter treffen, austauschen und Fragen stellen können.

3. Geburtshilfe

Es spricht für ihre hohe Qualifikation, dass in Deutschland bei jeder Entbindung eine Hebamme anwesend sein muss. Die Gegenwart eines Arztes ist dagegen nicht zwingend vorgeschrieben.

Die wichtigsten Aufgaben einer Hebamme bei der Entbindung bestehen darin:

  • die werdende Mutter zu empfangen und im Kreißsaal zu betreuen
  • die Wehentätigkeit und Herztöne des Kindes zu kontrollieren
  • die Gebärende bei der Entspannung zwischen den Wehen und der Atmung zu unterstützen
  • den Geburtsverlauf zu protokollieren
  • während des Durchtritts des Babys durch den Geburtskanal mit geeigneten Handgriffen den Damm zu schützen oder falls notwenig einen vorsorglichen Dammschnitt vorzunehmen
  • das Baby von der Nabelschnur zu trennen und seinen Gesundheitszustand zu untersuchen
  • die Nachgeburt sorgfältig zu begleiten und der jungen Mutter beim Anlegen des Babys zum Stillen zu helfen

Sofern die Schwangerschaft normal verlaufen ist und keine Allgemeinerkrankungen vorliegen, kann die Frau selbst entscheiden, ob sie ihr Baby in der Klinik, zu Hause oder in einem Geburtshaus zu Welt bringen möchte. Die Hebamme wird sie überall begleiten. Sollte es unter der Geburt zu unerwarteten Komplikationen kommen, welche die Gesundheit von Mutter oder Kind gefährden könnten, ist die Aufnahme in ein Krankenhaus jederzeit möglich.

4. Wochenbett und Stillzeit

Unmittelbar nach der Entbindung überwacht die Hebamme den Gesundheitszustand der jungen Mutter. Sie schaut regelmäßig nach ihr und greift sofort ein, wenn beispielsweise starke Blutungen auftreten oder sich die Vitalwerte, wie Blutdruck oder Herzfrequenz negativ verändern. Im Wochenbett überwacht sie die Rückbildung, den Heilungsprozess etwaiger Verletzungen des Damms und die Entwicklung des Wochenflusses.

Vor allem während der ersten Tage hilft die Hebamme bei der Pflege des Babys und beim Anlegen und Stillen. Besondere Aufmerksamkeit schenkt sie dabei dem Nabel des Neugeborenen und der Entwicklung seines Gewichts. Zusätzlich kann sie der frischgebackenen Mutter geeignete Übungen zur Beckenbodengymnastik zeigen. Die Hebamme kommt dabei zu der frischen Mutter nach Hause.

Was zahlt die Krankenkasse?

In aller Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen folgende Leistungen:

  • Vorsorgeuntersuchungen, inklusive der drei empfohlenen Ultraschalluntersuchungen
  • Kurs zur Geburtsvorbereitung
  • Geburt
  • Nachsorge: Bis zum zehnten Tag nach der Entbindung zahlt die Kasse einen täglichen Hebammenbesuch bei der jungen Mutter zu Hause. Auch danach werden bis zur achten Woche noch eine Reihe von Besuchsterminen übernommen. Sofern es Probleme beim Stillen gibt, bezahlen die meisten Kassen diesbezügliche Termine mit der Hebamme sogar bis zum Ende der Stillzeit.
  • Rückbildungsgymnastik, wobei der Kurs bis zum Ende des neunten Monats nach der Entbindung abgeschlossen sein muss.

Einige Krankenkassen übernehmen auch die Kosten für ein ausführliches Vorgespräch mit der Hebamme. Außerdem lohnt es sich, bei der Krankenkasse nach Zusatzleistungen zu fragen. Das gilt übrigens für gesetzliche und private Kassen gleichermaßen. Beispielsweise übernehmen manche Kassen einen Anteil der Kosten für den Aufenthalt im Geburtshaus oder für die Rufbereitschaft der Hebamme ab vier Wochen vor dem ermittelten Geburtstermin.

Hebamme

Nachfolgend werden Leistungen angeführt, für die die Sozialversicherungsträger die Kosten tragen. Für darüber hinausgehende Leistungen durch Hebammen, die außerhalb des Leistungskatalogs der Sozialversicherungsträger liegen, wie z.B. Beratung bei Kinderwunsch (präkonzeptionelle Beratung), Geburtsvorbereitungskurse, Stillgruppen, Ernährungsberatung, Beckenbodentraining, Rückbildungsmassage, Babymassage u.v.m. sind die Kosten zur Gänze selbst zu tragen. Weitere Informationen zu den Kosten der Hebammenbetreuung im Überblick erhalten Sie auf der Website des Österreichischen Hebammengremiums.

Betreuung in der Schwangerschaft

Während des Schwangerschaft

Im Zeitraum der 18. bis zur 22. Schwangerschaftswoche kann im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen eine Hebammenberatung in Anspruch genommen werden. Die Kosten hierfür sind durch die Sozialversicherungsträger abgedeckt. Die Hebammenberatung ist keine Voraussetzung für den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes.

Bei geplanter ambulanter Geburt

Plant die Schwangere eine ambulante Geburt (Entlassung aus dem Krankenhaus innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt), übernehmen die Sozialversicherungsträger die Kosten für zwei Hausbesuche bzw. Sprechstunden in der Hebammenordination während der Schwangerschaft.

Bei geplanter Hausgeburt

Plant die Schwangere eine Hausgeburt, übernehmen die Sozialversicherungsträger die Kosten für acht Hausbesuche bzw. Sprechstunden in der Hebammenordination ab der 22. Schwangerschaftswoche. Voraussetzung für die Beratung während der Schwangerschaft durch eine Hebamme mit Kassenvertrag ist, dass sich die schwangere Frau für eine Hausgeburt entschieden hat. Erfolgt die Geburt trotz einer geplanten Hausgeburt in einem Krankenhaus, müssen medizinische Gründe vorliegen, damit die Krankenkasse die Kosten der Hebammenbetreuung während der Schwangerschaft bezahlt. Besteht der Wunsch auf eine Wahlhebamme (Hebamme ohne Kassenvertrag), müssen die Kosten zunächst zur Gänze selbst getragen werden. Die Krankenkasse kann auf Antrag 80 Prozent der geltenden Tarife, die eine Hebamme mit Kassenvertrag erhalten würde, rückerstatten.

Geburtshilfe und -betreuung

Krankenhausgeburt

Die Kosten für die Entbindung in einem Krankenhaus sind durch die Sozialversicherungsträger abgedeckt. Dabei können alle notwendigen medizinischen Leistungen und geburtshilflichen Angebote in Anspruch genommen werden. Für eine normale Entbindung ohne Komplikationen ist die Pflege in einem Krankenhaus längstens für zehn Tage zu gewähren (vgl. § 161 ASVG). Die Geburtsbegleitung im Krankenhaus durch eine Wahlhebamme (Hebamme ohne Kassenvertrag), ist eine Privatleistung und muss daher selbst bezahlt werden – eine Erstattung durch die Sozialversicherungsträger ist nicht möglich. Weitere Informationen finden Sie unter Spitalsgeburt.

Hausgeburt, Geburt in der Hebammenpraxis

Voraussetzung für die Geburtsbetreuung durch eine Hebamme mit Kassenvertrag ist, dass sich die schwangere Frau für eine Hausgeburt bzw. für eine Geburt in der Hebammenpraxis entschieden hat. Besteht der Wunsch auf eine Wahlhebamme müssen die Kosten zunächst zur Gänze selbst getragen werden. Die Krankenkasse kann auf Antrag 80 Prozent der geltenden Tarife, die eine Hebamme mit Kassenvertrag erhalten würde, rückerstatten. Weitere Informationen finden Sie unter Hausgeburt.

Betreuung im Wochenbett

Mütter haben die Möglichkeit, in der Zeit des Wochenbettes eine Hebamme zur Pflege und Betreuung heranzuziehen. Um dies zu erleichtern, haben Mütter von Neugeborenen finanziellen Anspruch auf die Nachsorge durch eine Hebamme:

Vom 1. bis zum 5. Tag nach der Geburt sind die Kosten für täglich einen Hausbesuch durch eine Vertragshebamme durch die Sozialversicherungsträger abgedeckt. Bei Kaiserschnitt-, Früh-, und Mehrlingsgeburten werden die Kosten für täglich einen Hausbesuch bis zum 6. Tag nach der Geburt durch die Sozialversicherungsträger übernommen. Bei Bedarf werden durch die Sozialversicherungsträger bis zu sieben weitere Hausbesuche bzw. Sprechstunden in der Hebammenordination vom 6. Tag bis zu 8. Woche nach der Geburt übernommen. Dies kann erforderlich sein bei z.B. Stillproblemen, Dammverletzungen oder wenn sich die Gebärmutter nicht zurückbildet.

Hebammen, die keinen Vertrag mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger haben, sind privat zu bezahlen. Es besteht aber Anspruch auf Erstattung von bis zu 80 Prozent des Vertragstarifs (dies ist in der Regel nicht gleich jenem Betrag, welcher auf der Honorarnote steht) gegenüber dem Sozialversicherungsträger.

Aufgaben einer Hebamme vor, während und nach der Geburt

Schwangere Frauen lassen sich häufig schon Monate vor der Geburt von der freiberuflichen Hebamme ihrer Wahl begleiten. Die Hebamme hilft der werdenden Mutter, problemlos durch die Schwangerschaft zu kommen. Die Hebamme kann Untersuchungen durchführen, um den Schwangerschaftsverlauf zu verfolgen. Sie misst beispielsweise regelmäßig Körpergewicht und Blutdruck der Mutter und schaut mittels CTG (Cardiotokographie, so genannter Wehenschreiber) nach den Herzaktionen des Kindes und nach eventuellen Wehen. Die Untersuchungsbefunde werden im Mutterpass vermerkt, die Hebamme spricht mit der Mutter auch darüber. Weitergehende Untersuchungen werden aber vom Arzt durchgeführt.

In Fragen der Lebensführung kann die Hebamme Tipps geben, unter anderem zur Ernährung. Sie kann auch sagen, welche Aktivitäten die Schwangere machen darf und welche nicht. Bei Schwangerschaftsbeschwerden weiß die Hebamme Rat, wie sie gelindert werden können oder wann es notwendig ist, einen Arzt aufzusuchen. Sollte eine Schwangere wegen Komplikationen oder Risiken in einer Klinik bleiben müssen, führt die Hebamme dort die Betreuung weiter.

Hebammen führen Geburtsvorbereitungskurse durch. In diesen Kursen lernen Schwangere, wie sie sich in der Schwangerschaft verhalten sollten, wie die Geburt vor sich geht, und sie machen wichtige Bewegungs- und Atemübungen. Die leitende Hebamme zeigt den Schwangeren dort auch spätere Maßnahmen wie den richtigen Umgang mit dem Kind. Die Hebamme kann eventuell auch weitere oder ergänzende Kurse anbieten wie z. B. Schwangerschaftsgymnastik.

Geburtshilfe

Die im Allgemeinen wichtigste Tätigkeit der Hebamme ist die Geburtsunterstützung. In Deutschland muss bei jeder Geburt eine Hebamme dabei sein. Das trifft auch auf Risikogeburten zu, bei denen sie zusätzlich zum Arzt anwesend ist, sowie auf Kaiserschnitte. Ansonsten leitet die Hebamme eine Geburt oft alleine. In der Realität finden natürlich auch Geburten ohne Hebamme statt, weil der Zeitpunkt nicht gut zu planen ist. Wird das Kind etwa schon auf dem Weg zur Klinik geboren, ist dort normalerweise noch keine Hebamme zugegen. Bei dringlichen Notfällen holt ein Arzt bisweilen alleine das Kind zur Welt.

In allen anderen Fällen ist die Hebamme eine unentbehrliche medizinische Fachperson für die Geburt. Sie führt unterstützende Maßnahmen durch, um die Geburt für die Mutter zu vereinfachen. Die Hebamme kann bereits mit Worten eingreifen, so dass die Gebärende sich nach ihren Hinweisen richten kann. Auch menschliche Fähigkeiten sind für eine Hebamme wichtig, da sie die Gebärende beruhigen und ermutigen soll.

Wenn das Kind kommt, kann die Hebamme z. B. mithelfen, indem sie den Kopf fasst und hält. Sie sorgt für den Dammschutz, damit das Gewebe dort möglichst nicht reißt. Falls nötig, kann sie einen Dammschnitt ausführen und leichtere Wunden nach der Geburt vernähen.

Nach der eigentlichen Geburt nabelt die Hebamme das Kind ab. Von der Hebamme wird das Kind untersucht (erste Vorsorgeuntersuchung, U1) und weiter versorgt. Sie kann das Kind der Mutter in die Arme geben. Dann hilft sie der Mutter bei der Nachgeburt. Außerdem ist die Hebamme dafür zuständig, die Geburt zu protokollieren und die Untersuchungsergebnisse des Kindes einzutragen.

Erkennt die Hebamme im Geburtsablauf, dass es zu Schwierigkeiten kommt, dann ruft sie einen Arzt hinzu oder veranlasst bei Hausgeburten den Transport in die Klinik. Führt bei einer schwierigen Geburt ein Arzt die Maßnahmen durch, dann unterstützt sie ihn dabei. Sie geht dem Arzt unter anderem bei einer Zangen- oder Saugglockengeburt zur Hand, ebenfalls bei einer Schnittentbindung (Kaiserschnitt). Sie kann beispielsweise das CTG (Cardiotokographie) bedienen, um die kindlichen Herzaktivitäten und die Wehen aufzuzeichnen, oder sie kann Medikamente verabreichen.

Eine Hebamme ist rund um die Uhr in Bereitschaft. Im Krankenhausalltag können bei einer Entbindung im Kreißsaal die Hebammen wechseln, damit sie nicht irgendwann überarbeitet sind. Viele Hebammen bieten auch an, zu einer Hausgeburt in die Wohnung der Schwangeren zu kommen. Ein Geburtshaus ist eine Einrichtung, in der mehrere Hebammen Geburten durchführen können. Manche Hebammen ermöglichen der Mutter sogar eine Praxisgeburt in der eigenen Hebammenpraxis.

Nach der Geburt (Betreuung im Wochenbett)

Hebammen sind dafür zuständig, die Mutter und das Neugeborene in den ersten Wochen nach der Geburt zu betreuen. Das umfasst einerseits die Unterstützung bei alltäglichen Dingen und gesundheitlichen Problemen. Andererseits überprüft eine Hebamme auch, ob in der ersten Zeit alles in Ordnung ist. Sie untersucht mehrmals die Mutter und sorgt dafür, dass die Abheilung und Rückbildung nach der Schwangerschaft gut verläuft. Teilweise leiten Hebammen Kurse zur Rückbildungsgymnastik. Eine Hebamme kann sich auch um die Wundpflege kümmern. Die Hebamme schaut nach dem Kind und beurteilt, ob es gut versorgt wird. Sie kontrolliert, ob sich das Kind regelrecht entwickelt. Die Hebamme steht der jungen Familie bei, wenn es um Themen wie den richtigen Umgang mit dem Kind, die Hygiene, das Stillen oder die Ernährung des Kindes geht.

Die Hebamme kann außerdem psychologische Unterstützung bieten. Sie kann sich um die Mutter kümmern, wenn diese unter einer Wochenbettdepression leidet oder sich weitere seelische Schwierigkeiten ergeben. Selbst in dem Fall, dass die Schwangerschaft für das Kind nicht glücklich geendet ist, bietet die Hebamme ein Stück weit Unterstützung. Sie kümmert sich darum, dass die Mutter und ihr Partner eine solche Situation gut verarbeiten können, und gibt auch in anderen Lebensbereichen eine Hilfestellung.

Spezielle Angebote von Hebammen

Hebammen bieten häufig Leistungen an, die weit über ihr ursprüngliches Tätigkeitsgebiet hinausgehen. Oftmals setzen Hebammen alternative und sanfte Methoden ein. Sie können Verfahren wie Akupunktur, Hypnose (z. B. Hypnobirthing), Naturheilkunde, Homöopathie oder Laserbehandlungen anbieten.

Manche Hebammen sind darauf spezialisiert, Paare bei der Familienplanung zu unterstützen. Andere Hebammen beraten Schwangere und junge Mütter hinsichtlich der richtigen Ernährung. Einige kümmern sich um Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch wünschen beziehungsweise vornehmen. Es gibt noch weitere Hebammen, die sich jeweils mit einer besonderen Aufgabe im Rahmen der Schwangerschaft oder Geburt auseinandersetzen.

Eine besondere Hebamme ist zudem die Familienhebamme. Diese kümmert sich um Mütter oder Familien, die neben der Geburt und Betreuung des Kindes eine weitere schwierige Lebenslage durchstehen müssen. Familienhebammen helfen beispielsweise sozial benachteiligten Eltern und Kindern, alleinerziehenden Müttern, noch nicht volljährigen Müttern, Familien mit Suchtproblemen oder häuslicher Gewalt sowie Müttern mit einer Behinderung. Durch diese besondere Betreuung können Mutter und Kind leichter mit dem Alltag umgehen und werden nicht so stark sozial und emotional belastet. Die Tätigkeit der Familienhebamme erstreckt sich meist bis zu der Zeit, an dem das Kind ein Jahr alt wird.

Brauche ich eine Hebamme?

Wozu brauche ich eine Hebamme? Welche Hilfe in der Schwangerschaft kann mir eine Hebamme geben? Was macht eine Hebamme nach der Geburt? Und wofür ist eine Hebamme wichtig? Anlässlich des Internationalen Hebammentages am 5. Mai zeigt eine Kinderheldin auf, welche Rolle eine Hebamme in Schwangerschaft, nach der Geburt und im ersten Lebensjahr des Kindes spielt.

Vom Frauenarzt empfohlen

Aus Erfahrung und Beobachtung kann ich sagen, dass sich viele Frauen in der Schwangerschaft bei einer Hebamme melden, weil sie eine Wochenbettbetreuung suchen. Sie haben die Informationen darüber von ihren FrauenärztInnen. Irgendwie ist eine Hebamme (meist) eine Frau, die nach der Geburt nach Hause kommt und guckt, wie es dem Neugeborenen geht. Das ist richtig und gleichzeitig nur die halbe Wahrheit. Hebammen machen so viel mehr. Aber darauf komme ich später noch.

Manche Frauen sind skeptisch

Bei vielen Betreuungsanfragen oder im Austausch mit Paaren, die in naher Zukunft eine Schwangerschaft planen, wiederholen sich oft folgende Fragen: Was macht eine Hebamme eigentlich anders? Ich kann doch meine Schwester, meine Mutter oder meine Freundinnen fragen, wenn ich etwas wissen möchte? Außerdem kann ich ja auch noch googlen. Und im Moment hab ich eh keine Fragen.

Welche Qualifikation hat eine Hebamme?

Hebammen sind ausgebildete und qualifizierte Fachpersonen, die verpflichtet sind, sich ihr gesamtes Berufsleben hindurch fortzubilden. Bisher verlief der Weg in den Beruf über eine dreijährige staatliche Ausbildung. Mittlerweile kann Hebammenwesen als Bachelor und Master an bestimmten Universitäten auch studiert werden.

Hebammen und Geburt

Die Begleitung der Geburt ist eine der wichtigsten Aufgaben einer Hebamme. Sie ist die Expertin für die natürliche Entbindung und darf diese in Deutschland allein durchführen. Deshalb sind Hebammen in der Hausgeburtshilfe, in Geburtshäusern, als Beleghebammen oder als angestellte Hebammen in Kliniken bei jeder Geburt dabei. Wegen der anhaltenden Debatte um die Kostenübernahme für außerklinische Geburtshilfe durch die Krankenkassen taucht der Berufsstand der Hebammen immer wieder in den Medien auf. Meist wird auf den Mangel an Hebammen hingewiesen und welche Auswirkungen dieser für die betroffenen Familien hat.

Was macht eine Hebamme in der Schwangerschaft?

Der Aufgabenbereich der Hebamme umfasst die Betreuung von physiologischen Schwangerschaften inklusive der Vorsorgeuntersuchungen, die ergänzend zu denen beim Frauenarzt oder abwechselnd auch von den Krankenkassen bezahlt werden.

Schwangerschaftsbeschwerden

Außerdem ist es eine entscheidende Aufgabe von Hebammen in der Schwangerschaft, Dir bei typischen Schwangerschaftsbeschwerden Tipps und Hilfestellungen zu geben und Dir bei der Planung der Geburt, dem Wochenbett und dem zukünftigen Familienleben wichtige Informationen zu geben. Auch die Beantwortung zu individuellen Ängsten und Unsicherheiten gehören zum Aufgabengebiet einer Hebamme. Ebenso hat eine Hebamme wertvolle Informationen zum Verhalten während der Schwangerschaft parat, die immer das Wohl des Kindes und der Mutter in den Mittelpunkt stellen.

Was macht eine Hebamme nach der Geburt?

Wochenbettbesuche

Eine Hebamme nach der Geburt ist wichtig, um den Wochenbettverlauf medizinisch zu überwachen, den Beginn der Stillbeziehung zu unterstützen und die Eltern im Umgang mit dem Kind zu “schulen”. Hierfür kommen die Hebammen in der Regel nach der Geburt nach Hause. Für diese Wochenbettbetreuung hat eine freiberufliche Hebamme ein bestimmtes Kontingent an Besuchen, die sie mit der Krankenkasse abrechnen kann. Für einen Besuch veranschlagt die Krankenkasse ca 20 Minuten.

Beratung im Wochenbett

In der Realität sieht dieser Besuch allerdings oft anders aus als geplant. Die Familien haben meist so viele Fragen, die sich nicht um die medizinischen Dinge drehen. Da geht es um Fragen des Durchschlafens, Schreiens, welche Prophylaxemaßnahmen sinnvoll sind, wie die Familie die Geburt erlebt hat oder wie sich die Partnerschaftsbeziehung verändert und viele mehr. Mit all diesen Fragen kennt sich eine Hebamme aus. In der Arbeitspraxis findet sich allerdings manchmal einfach keine Zeit dazu, auf all die vielen Fragen im Detail einzugehen.

Und nach dem Wochenbett?

Die ambulante Hebammenbetreuung endet meist so ca. zwei bis drei Monate nach der Geburt. Aus meiner Erfahrung kommen aber gerade danach wieder viele Fragen auf. Durchschlafen, Probleme beim Stillen, obwohl es vorher immer so gut geklappt hat, Zahnen, Beikost usw. sind Themen, die wieder mit einer Hebamme besprochen werden können.

Die Frage kann ich natürlich nicht für Dich beantworten, aber ich kann Dir folgende Fragen stellen, die Dir bei der Beantwortung helfen können:

  • Kannst du beurteilen, ob die Informationen, die du von Deinen Verwandten und Bekannten oder von google bekommst, unabhängig sind und den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaften entsprechen?
  • Kannst du davon ausgehen, dass Personen, die ein bis vielleicht vier Kinder großgezogen haben, ebenso viel Wissen und Erfahrung haben, wie Frauen, die hunderte von Familien in der Schwangerschaft und danach begleitet haben?

Zwar ist das Kinderkriegen so alt wie die Menschheit und wird schon irgendwie gehen. Die Erkenntnisse darüber, was für Frauen, Familien und die Kinder am besten ist, entwickelt sich jedoch stetig weiter. So wissen wir heute viel genauer darüber Bescheid, welche Auswirkungen bestimmte Verhaltensweisen oder Praktiken haben und können diese vermeiden. Wie beruhigend ist es da, zu wissen, dass Du Dich bei Unsicherheiten an eine extra dafür qualifizierte Fachperson wenden kannst? Aus meiner Sicht bildet da beispielsweise das Angebot von kinderheldin eine ideale Ergänzung zur klassischen Hebammenbetreuung vor Ort. Ich wünsche Dir immer einen guten Draht zu einer Hebamme. Nicole Höhmann Sozialwissenschaftlerin & Hebamme bei Kinderheldin

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Zumindest noch.

Noch kann sie dir helfen. Vielleicht. Wenn du sie bald anrufst.

Denn: Zu oft sind die wenigen ihrer Art lange ausgebucht. Auf Monate!

Allerdings ist das in den ersten Wochen der Schwangerschaft – vor allem der ersten Schwangerschaft – vermutlich noch überhaupt nicht auf deinem “Schirm”.

Denn du hast jetzt gerade erst den positiven Schwangerschaftstest in den Händen gehalten. Oder auch zwei – oder drei.

Du bist aufgeregt – verwirrt. Himmelhochjauchzend – kotztütenübelbetrübt. Oder noch völlig gefangen in dieser Unwirklichkeit.

Eine Hebamme? Wozu?

Die brauchst du doch erst in 9 Monaten – denkst du.

Viel eher denkst du da an einen Arzt. Um eine Bestätigung zu bekommen, dass du wirklich schwanger bist – und die feine rosa Linie nicht nur ein Verdunstungsstreifen war. Nur er kann es dir bestätigen. Glaubst du.

Doch seine Termine sind auf die nächsten Wochen ausgebucht – erst dann ist ein Moment seiner wertvollen Praxiszeit frei für dich. Ob er sich mehr Zeit nehmen wird, als bei den schnellen Vorsorgeuntersuchungen? Das hoffst du sehr.

Deshalb halte einen Moment inne … und lies, was eine Hebamme für dich tun kann, wenn du es möchtest. Bereits jetzt.

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Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

1. Beratung in deiner Schwangerschaft

Völlig egal, ob du das Angebot einmal in Anspruch nimmst oder mehrfach – du kannst eine Hebamme grundsätzlich um ein Beratungstermin bitten.

Überhaupt ist dieser Beratungsanteil für dich vielleicht viel wichtiger, als du jetzt schon erahnst.

2. Begleitung in deiner Schwangerschaft

Der Großteil der Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren wird heutzutage von Ärzten übernommen. Eigentlich verwunderlich: ist eine Schwangerschaft doch ein in höchstem Maße gesunder und natürlicher Prozess!

Wenn du dich dafür entscheidest die Vorsorgeuntersuchung bei deiner Hebamme geschehen zu lassen, kann sie alle in den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehenen Untersuchungen durchführen.

Dazu gehört die Ermittlung deines Gewichtsverlaufes, des Blutdruckes, die Untersuchung von Urin, die Kontrolle des Wachstums deiner Gebärmutter und später auch die Lage deines Babys. Sie hört, gemeinsam mit dir, nach den Herztönen deines Babys und berät dich.

Ultraschalluntersuchungen werden in der Schwangerschaft 3x durch die Krankenkasse bezahlt. Diese können nur von einem Arzt durchgeführt werden – sind in den Mutterschafts-Richtlinien jedoch nicht vorgeschrieben.

In Zusammenarbeit mit einem Labor kann deine Hebamme – sofern diese besteht – auch weitere Laboruntersuchungen, die notwendig würden, veranlassen.

Eine Vorsorge bei deiner Hebamme verläuft ganz anders als in einer gynäkologischen Praxis (so nett dein Frauenarzt / deine Frauenärztin auch ist)!

Stell dir vor, dich treiben deine Gedanken und einige Sorgen um. Du hast schon eine ganze Weile im Wartezimmer deines Frauenarztes gewartet. Dazwischen haben die Helferinnen dein Gewicht, deinen Blutdruck und deinen Urin untersucht… noch ein kurzes Gespräch – ein konzentrierter Ultraschall, während dem du selbst vor lauter “gebannt-auf-dem-Bildschirm-nach-dem-pochenden-Herzlein-suchend” deine doch so wichtigen Fragen vergisst.

Deine Hebamme erwartet zum Termin mit dir nur: dich!

Viele Hebammen nehmen sich für deine Beratung eine komplette Stunde Zeit und halten sich diese auch so frei.

3. Hilfe bei Beschwerden in deiner Schwangerschaft

Kommt es doch zu unerwarteten Beschwerden in deiner Schwangerschaft, hilft dir deine Hebamme zuerst einmal – wo immer es geht – eine sanfte Möglichkeit zu finden, damit es dir besser geht.

Dabei schöpfen viele Hebammen aus den Vollen: Phytotherapie aus Pflanzen, Homöopathie, Akkupunktur, Aromatherapie.

Oder sie kann dir Tipps geben, wer sonst noch helfen kann. Ein Physiotherapeut? Ein Osteopath?

  • Viel leichter kommst du so auf die sanften Wege, die deinem Körper helfen bei Beschwerden in der Schwangerschaft schnell wieder zurecht zukommen.
  • Viel konkreter kannst du deinem Arzt dann sagen, wo es hakt, wenn du – mit der Bitte um Untersuchung und ein notwendiges Rezept – zu ihm kommst.
  • Viel effektiver kann dir dein Arzt jetzt helfen – denn du kannst ihm ja bereits sagen, was du schon alles versucht hast, um die Beschwerden zu lindern.

Mit deiner Hebamme an der Seite sind Beschwerden viel leichter zu bewältigen.

4. Vorbereitung auf die Geburt im Einzelgespräch

Eher selten üblich und recht unbekannt, aber dennoch möglich:

Wenn es in deiner Schwangerschaft notwendig geworden ist, dass du hauptsächlich liegst, kann die Vorbereitung auf die Geburt auch bei dir zu Hause stattfinden.

Dazu brauchst du eine schriftliche Anordnung deines Gynäkologen. Bei ihm bist du in einer solchen Situation meist in einer überwachteren Behandlung. Vielleicht hattest du Vorwehen oder ähnliches.

Wenn du “Bettruhe” einhalten sollst, um dich – und viel mehr deinen Babybauch – zu schonen, kann deine Hebamme mit dieser Verordnung mit dir 1:1 eine Vorbereitung auf die Geburt durchführen.

In einer solchen Situation ist es übrigens oft auch möglich, dass die Vorsorge als Hausbesuch stattfindet! Besprich das dann mit deiner Hebamme.

5. Vorbereitung auf die Geburt gemeinsam mit einer Gruppe

Viel bekannter hingegen ist der Geburtsvorbereitungskurs.

Hier bekommst du einen breiten Überblick, über die Situation der Geburt an sich.

Aber auch Wochenbett, Säuglingspflege und Stillen können thematisch angeschnitten werden.

Wie tief ihr in die einzelnen Bereiche eintaucht, ist dabei deiner Hebamme überlassen.

Die meisten Geburtsvorbereitungskurse finden über mehrere Wochen hinweg in kleinen Zeiteinheiten am Abend statt. Gerne wird darüber hinaus ein sogenannter Paarabend veranstaltet, bei dem auch die werdenden Väter willkommen sind.

Schön ist auch, dass man hier über Wochen die Möglichkeit hat Kontakte zu anderen werdenden Mamis zu knüpfen, die häufig noch über Jahre hinweg aufrecht erhalten werden.

Ist es für dich terminlich eher schwierig einen regelmäßigen Kurs wahrzunehmen?

Oder suchst du nach einer Alternative?

Dann kann ein Geburtsvorbereitungskurs am Wochenende eine prima Gelegenheit für dich sein. Der Schwerpunkt ist hier mehr inhaltlich. Gerne werden diese Kurse als Paarkurs angeboten. Hier steht weniger der Kontaktaufbau im Mittelpunkt, als viel mehr die Inhalte und die Teilnahme als Paar werdender Eltern.

6. Hilfe und Begleitung, wenn du Wehen bekommst

Hast du dich für die Durchführung deiner Vorsorgeuntersuchungen bei einer Hebamme entschieden, kannst du mit ihr besprechen, ob sie dich beim Geburtsbeginn ebenfalls unterstützen kann.

Manchen werdenden Mamis ist es sehr angenehm die erste Zeit der Geburt zu Hause zu verbringen.

Deine Hebamme kann dir sagen, zu welchen Konditionen dies möglich ist und ob zum Beispiel noch eine Rufbereitschaftspauschale auf dich zukommt.

7. Begleitung unter der Geburt zu Hause, in einem Geburtshaus oder in der Klinik

Irgendwann geht deine Geburt dann los.

Es gibt verschiedene Orte an denen du dein Kind mit einer Hebamme zur Welt zu bringen.

  • zu Hause
  • in einer Hebammenpraxis mit deiner Hebamme
  • im Geburtshaus mit einer Hebamme deines Geburtsteams
  • mit deiner Beleghebamme in einer Klinik
  • im Hebammen-Kreißsaal in einer Klinik im Schichtsystem
  • im Kreißsaal in einer Klinik mit Beleghebammen im Schichtsystem
  • im Kreißsaal in einer Klinik mit angestellten Hebammen im Schichtsystem
  • im OP einer Klinik per Kaiserschnitt

Dazu gibt es bestimmt noch weitere Variationen – aber diese einmal, um exemplarisch zu zeigen, wie bunt die verschiedenen Konstellationen sein können.

Das besondere in Deutschland:

Außer wenn deine Geburt überstürzt und unerwartet kommt, so dass keine Hebamme vor Ort sein kann, gilt immer die Pflicht für die sonstigen Begleiter: Sie müssen zu deiner Geburt eine Hebamme hinzuziehen.

Anders herum darf eine Hebamme dich bei der natürlichen Geburt begleiten, ohne dass sie einen Arzt hinzuziehen müsste. Das gilt für deine Geburt, wenn sie ohne medizinische Eingriffe oder verschreibungspflichtige Medikamente von statten geht.

Sie ist deine Ansprechpartnerin und hilft dir bei der Entscheidung, wenn du weitere Hilfe brauchst, die über ihre Kompetenz hinaus geht.

Dieses System funktioniert aber nur, so lange es freie Hebammen gibt, die uns begleiten können. Im Rahmen einer Anstellung kann es zu internen Weisungen und Ablaufrichtlinien kommen, die diese unabhängige Begleitung unterwandern.

8. Hausbesuche während deines Wochenbetts

Dass das Wochenbett diesen Namen trägt ist völlig zurecht so.

Es braucht nach der Anstrengung von Schwangerschaft und Geburt eine Weile bis du wieder alltagstauglich bist. Die Phase der Regeneration ist recht unterschiedlich.

Ein weiterer Aspekt ist in dieser Zeit auch wichtig: es ist die Phase in der auch dein Baby in dieser Welt ankommt und eure Teamqualitäten ihr Fundament legen. Da drehen sich alle Uhren etwas anders.

Die Betreuung durch deine Hebamme zu gewährleistet, dass die natürlichen Vorgänge deines Körpers normal verlaufen. Sie kann dir Hilfestellung geben, wenn das mal nicht der Fall ist.

Das Leben mit Baby wirft natürlich auch erst einmal alles über den Haufen und muss unter Umständen auch erst gelernt werden. Von deiner Hebamme erfährst du, was alles normal ist und was du tun kannst, um dein Baby zu versorgen, zu pflegen, zu verstehen und zu trösten.

Die Besonderheit der Hausbesuche ist dabei ganz wichtig, weil ihr so euren normalen Tagesablauf beibehalten könnt und keine unnötige Unruhe in diese Zeit kommt.

Aktuell empfehlen Hebammen, dass du dich schon in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft darum kümmerst, um eine Hebamme für dein Wochenbett zu sichern.

9. Anleitung zu Übungen, die nach der Geburt deine Rückbildung fördern

Einen Rückbildungskurs kannst du bei verschiedenen Anbietern wahrnehmen. Üblicherweise wird er dir von deiner Hebamme angeboten.

Nur bei ihr wird er auch zuverlässig von deiner Krankenkasse bezahlt. Leitet den Kurs eine Physiotherapeutin ist es wichtig, dass du dich vorher rückversicherst, dass deine Kasse die Kosten dennoch trägt – am besten schriftlich.

In der sogenannten Rückbildungsgymnastik übst du Bewegungsabläufe, mit denen du deinen Rumpf schonst und Übungen um den gleichen zu stärken.

Es geht nicht darum möglichst schnell wieder in Form zu kommen, sondern darum, dass die inneren Muskelschichten die gedehnt und belastet waren zu guter Stärke und Position zurückkommen. Erst wenn dies der Fall ist dürfen andere sportlich ausgerichtete Übungen wieder mehr Raum einnehmen.

10. Beratung, wenn du Probleme mit dem Stillen hast, auch nach dem Wochenbett

Während den 8 Wochen nach deiner Geburt, fallen alle Stillprobleme erst einmal unter die Versorgung durch deine Hebamme. Sie ist deine erste Ansprechparterin.

Aber auch danach ist sie deine Anlaufstelle, wenn es zu Problemen beim Stillen kommt. Sie kann dich dabei telefonisch oder persönlich beraten, wenn du sie um einen Termin bittest.

Ebenso kann sie dich weiter verweisen, denn sie hat in ihrem regionalen Netzwerk sicherlich Kontakte zu einer Kollegin, die sich speziell zum Stillen tiefergehend weitergebildet hat.

Kann sie dir nicht schnell genug – oder speziell beim aufgekommenen Problem nicht weiterhelfen, kannst du dich an eine Stillberaterin wenden. Dies ist leider üblicherweise nicht im Leistungskatalog deiner Krankenkasse enthalten. Manchmal werden die Kosten auf Antrag dennoch getragen.

11. Begleitung bei einer Fehlgeburt

Zu den wohl traurigsten Erlebnissen von werdenden Eltern gehört der Verlust ihres sehnlichst erwarteten Kindes.

Gerade in dieser Situation würdest du vor allem zweierlei brauchen: Zeit und Einfühlungsvermögen durch eine vertraute Person.

Beides kann dir (d)eine Hebamme geben.

Sie kann dich begleiten – völlig egal, ob dein Körper beim Abschied durch Medikamente unterstütz wird oder ob alles seinen dann von der Natur vorgesehenen Gang geht.

Deine Hebamme hilft dir einzuschätzen, ob du im weiteren Verlauf mehr ärztliche Hilfe benötigst. Sie hilft dir, deinem Körper und auch deiner Seele, diese letzten Schritte an der Seite deines Ungeborenen zu gehen.

Die Vorgänge einer sogenannten “kleinen Geburt” sind in unserer Gesellschaft aktuell weitgehend unbekannt, weil sie häufig frühzeitig in einem medizinischen Prozess enden. Deine Hebamme kann dir helfen diesen Weg in eurem Tempo zu gehen und zu begreifen.

Fazit.

Obwohl diese Hebammenleistungen schon lange zur Verfügung stehen, sind längst nicht allen diese Leistungen bekannt.

Darüber hinaus gibt es durchaus weitere Leistungen – am wohl bekanntesten ist die Akkupunktur in der Schwangerschaft – die du auf private Kosten in Anspruch nehmen kannst.

Die oben genannten Hauptpunkte sind alles Leistungen, die deine Krankenkassen auch bezahlt. Du hast Anspruch auf diese Leistungen. Doch HALT. Du hast nur Anspruch darauf, dass deine Krankenkasse sie bezahlt und du nicht privat auf dieser Rechnung sitzen bleibst.

Einen Anspruch darauf eine Hebamme zu finden, hast du jedoch nicht.

Dieser Punkt stürzt uns in das aktuelle Dilemma.

Immer mehr Hebammen geben Ihren Beruf auf, weil sie die Lücke zwischen wenig steigenden Einkünften durch die Leistungen die sie erbringen und stark steigenden Kosten für zum Beispiel ihre vorgeschriebene Haftpflichtversicherung, nicht mehr tragen können. Eine Einigung auf politischer, gesellschaftlicher oder Versicherungs-Ebene ist – aktuell Mitte 2015 – nicht in Sicht.

Alternative Lösungen werden zwar auch von manchen Hebammen angedacht, sind bisher aber noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss.

Damit du die wertvolle Arbeit deiner Hebamme selbst erleben kannst, kümmere dich schon recht bald um eine gute Betreuung. So kannst du ihre Begleitung schon in der Schwangerschaft in Anspruch nehmen und du kennst sie bereits gut, wenn dein Baby schlussendlich landet.

Wusstest du, was Hebammen alles für uns tun? Teil den Artikel mit deinen Freundinnen, damit sie in ihrer ersten Schwangerschaft schon Bescheid wissen und gleich eine Hebamme finden.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich berate Frauen in der Vorbereitung auf die Stillzeit, helfe beim Lösen von Stillproblemen und darüber hinaus in allen Phasen der Stillzeit, beim Tandem-Stillen und bis hin zum Abstillen.

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20 Gründe, warum unser Kind eine Hebamme braucht

Etwa 3500 freiberufliche Hebammen gibt es in Deutschland – noch. Explodierende Versicherungskosten bedrohen den Berufsstand in seiner Existenz. (Hier geht‘s zu einem Feature über die Situation von Hebammen.) Nicht nur die Hebammen, auch Eltern sind alarmiert. Eine Online-Petition, die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe eine Lösung des Problems verlangt, hat inzwischen rund 200.000 Unterschriften gesammelt. Auch die Elternzeitler und Mutterschutzler und Mütter unserer Redaktion haben gute Erfahrungen mit ihren Hebammen gemacht. Aus dem eigenen Erfahrungsschatz sammeln sie deshalb:

Die 20 ultimativen Gründe, warum auch unser nächstes Kind eine Hebamme braucht

1. Hebammen verwandeln Ängste in Vorfreude . (In schweren Fällen verbieten sie sogar das Googlen.)

2. Hebammen haben die besten Tipps zur nachgeburtlichen Gewichtskontrolle. („Iss! Du stillst. Allein schon das verbrennt 400 Kalorien am Tag.“)

3. Ohne Hebamme würde man niemals von Paderborner Pups-Globuli erfahren.

4. Einfrieren? Vergraben? Garen und essen? Ohne Hebamme kommt einem nie in den Sinn, auch nur ansatzweise darüber nachzudenken, was man mit seiner Plazenta machen möchte. Mit Hebamme kann man nun ganz sicher sagen, dass man darüber auch weiterhin nicht nachdenken möchte. Auch wenn man sogar homöopathische Medikamente daraus machen lassen könnte.

5. Die Hebamme erspart auch in Stunden größter Not die Apotheken-Umschau. Sie heilt Rückenweh, Übelkeit und Hormon-Amokläufe. Sogar Blasenschwäche.

6. Hebammen bestärken uns darin, das gute alte Ratgeberbuch wegzuwerfen, mit dem wir in den 70ern selbst erzogen worden sind. (Das mit dem Tipp, Kinder öfter mal in Persil zu baden.)

7. Im Arztkoffer sind Medikamente, im Hebammen-Koffer steckt auch eine gute Salami – zumindest wenn eine werdende Mutter sich gerade auf diesen Heißhunger kapriziert.

8. Hebammen können Bäuche auch ohne Kontaktgel und Apparatepark untersuchen – nur mit den Händen.

9.Hebammen reden uns den Wahn der perfekten Familie aus. Das Kind schreit, der Schlaf fehlt, das Paar übt sich im Elternsein, und die Hormone der Mama spielen russisch Roulette. Die geerdete Hebamme beruhigt die Nerven; sie kennt das Chaos der anderen.

10. Hebammen retten Leben. Zum Beispiel weil sie sehen, dass die Nachgeburt sich nicht komplett gelöst hat.

11. Wenn alle lachen, weil mit der Schwangerschaft auch das Stricken beginnt, tröstet die Hebamme. Sie strickt nicht nur. Sie erklärt sogar die Geburt mit einer selbst gestrickten Gebärmutter.

12. Sobald das Kind das ist, findet man Hirse cool, steht auf Breichen aus Ökogemüse und sucht nach guten Looks in Fair-Trade-Öko-Wolle aus regionalem Anbau. Die Hebamme sieht es genauso und hilft, dass Babys besserer Menschen werden als wir selbst.

13. Hebammen ist keine Frage zu doof, kein Anliegen zu peinlich, keine Uhrzeit zu spät.

14. Hebammen wissen: Schlafende Babys pfeifen, röcheln und grunzen – und sterben deshalb trotzdem nicht gleich den Erstickungstod. Man muss gar nicht 24 Stunden wachen und lauschen!

15. Wenn zwei Omas sieben widersprüchliche Tipps zur Aufzucht und Pflege vortragen, ist die Hebamme ein zuverlässiger Schiedsrichter.

16. Neugeborene sind winzig. Jeder sieht sofort, dass so kleine Wesen beim Baden und Wickeln unweigerliche durchbrechen. Denkt man. Die Hebamme zeigt, dass Babys robuster sind, als viele große Menschen denken.

17. Während man selbst noch sein rätselhaftes Baby anstaunt, fühlt die Hebamme sich in seine Bedürfnisse ein, legt ihm beim Baden ein Tuch auf den Bauch, das an die Plazenta erinnert, und verordnet, die Socke mit der kratzenden Naht auf links zu ziehen.

18. Wenn die Ärzte zum dritten Mal wechseln, ist die Hebamme immer noch da.

19. Für die Hebamme sind Kinder Menschen und kein Sammelsurium von Symptomen. Weil sie auch die Eltern sieht, sind niedrige Ohren und hohe Augen bei ihr Familienähnlichkeit und nicht sofort ein gefährlicher Gen-Defekt.

20. Kaum einer liebt seine Ärzte. Die Hebamme liebt man. Niemanden sonst vertraut man so schnell, keinen lässt man so unumwunden in Bereiche des eigenen Lebens schauen, die kaum ein Mensch zuvor gesehen hat.

Wofür brauche ich eine Hebamme?

Wofür brauche ich eine Hebamme?

Mein Bild von Hebammen war bisher kein durchweg positives. Ich habe mir Hebammen immer ein bisschen vorgestellt, wie Prenzlauer-Berg-Familien: gebildet, wohlhabend, ausgeglichen, glückliche Familienmenschen und sich durchweg als perfekte Menschen fühlend. So perfekt, dass es für Außenstehende schwer zu ertragen ist. Vor allem als Schwangere hat man viele Ängste und Unsicherheiten und das letzte, was ich da brauchen kann, ist jemand, der nicht nur alles weiß, sondern mich das auch spüren lässt. Ganz nach dem Motto: „Egal, was du als Mama machst, so gut wie ich wirst du es niemals hinkriegen“.

Wozu brauche ich also eine Hebamme?

Es heißt ja, dass man ab der 15. SSW (für mich also: jetzt) eine suchen sollte. Die Hebamme macht dann Schwangerschaftsvorsorge – genau wie mein Arzt – hilft bei Beschwerden und Problemen in der Schwangerschaft und steht vor allem mit Rat und Tat zur Seite. Viele Frauen schildern, dass sie zu ihrer Hebamme großes Vertrauen aufbauen (möchten) und diese regelmäßig konsultieren. Hebammen bieten außerdem Geburtsvorbereitungskurse an sowie Rückbildungskurse nach der Entbindung. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kommt die Hebamme regelmäßig, um nach Mutter und Kind zu sehen. Bei einer Klinik-, Geburtshaus- oder Hausgeburt kann sie ebenfalls dabei sein.

Das klingt ja alles gar nicht schlecht. Aber möchte ich dafür in Kauf nehmen, dass sich jemand in meine Schwangerschaft „einmischt“, und ich ständig das Gefühl habe, da sitzt mir jemand gegenüber, der es besser machen würde, als ich? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich noch zusätzlich jemanden brauche, dem ich mich in der Schwangerschaft anvertrauen möchte. Immerhin habe ich meinen Verlobten, der mir immer zur Seite steht und dem ich absolut vertraue. Dann ist da noch meine Mama, die nach vier Kindern wohl so einiges über Schwangerschaften weiß, sowie andere Freundinnen mit Kindern, die ich fragen kann. Und bisher hatte ich ehrlich gesagt nicht so viele Fragen. Die meisten beantwortet ja ohnehin das Internet recht zufriedenstellend.

Warum ich trotzdem eine Hebamme hatte

Weil das meine erste Schwangerschaft ist, und ich den Gedanken, dass nach der Geburt jemand kommt und mit fachmännischem Blick beurteilt, ob es meinem Baby gut geht, ich ja ohnehin einen Geburtsvorbereitungskurs wahrnehmen möchte und mein Gynäkologe praktischerweise jeden Mittwoch Vormittag einer Hebamme ein Zimmer in der Praxis zur Verfügung stellt für eine Schwangeren-Sprechstunde, habe ich trotzdem ein Gespräch bei der Hebamme vereinbart. Und wieder einmal im Leben habe ich gelernt, Vorurteile sind gut und wichtig, aber werden eben oft nicht bestätigt.

Das erste Gespräch mit unserer Hebamme

Uns gegenüber saß eine ganz normale Frau, tendentiell sogar etwas wortkarg und so gar nicht besserwisserisch. Nachdem wir uns gesetzt hatten, fragte sie, was sie für uns tun könne. „Hm, das wissen wir auch nicht so genau, was können Sie denn für uns tun, das ist meine erste Schwangerschaft?“ (sehr schlauer Spruch von mir). Daraufhin wurde kurz erläutert, welche Leistungen eine Betreuung beinhalten kann. Von uns wurde offensichtlich nicht erwartet, als gute Eltern auch nur eine davon wahrzunehmen. Wir sollten uns das einfach nur überlegen und Bescheid geben, wenn wir uns für etwas entschieden haben. Nach ca. 7 Minuten war das Gespräch vorbei. Den einzigen Rat, den wir mitbekommen haben war der, momentan alles locker anzugehen und es uns gut gehen zu lassen. Die Zeit, in der wir Dinge planen und erledigen müssen, würde noch kommen. Jetzt können wir aber noch weiter in den Tag hinein leben. Da war für mich klar: Das ist meine Hebamme!

Hebammenmangel in Schulferien

Es gibt eigentlich nur einen Haken: Unser Geburtstermin ist im Juli, wenn Kinder Schulferien haben. Die meisten Hebammen haben ebenfalls Kinder im Schulalter und daher in dieser Zeit Urlaub. Deshalb kann sie uns während der Geburtszeit und danach nicht betreuen, kann uns aber als Vertretung eine sehr erfahrene und kompetente Kollegin zusichern. Sollten wir das nicht wünschen, würde sie uns raten, schnellstmöglich nach einer Kollegin Ausschau zu halten, die keine Kinder hat. Damit sollten wir aber schnell anfangen, da wie gesagt die meisten Hebammen Kinder haben. Für mich natürlich viel zu viel Stress und die andere Lösung ist sowieso völlig in Ordnung für mich.

Allen Müttern, für die die persönliche Bindung und Betreuung durch eine Hebamme wichtiger ist, als mir, kann ich nur raten, sich früh genug darum zu kümmern und vor allem an das Problem in den Schulferien zu denken!

Weitere Infos findet ihr unter Anderem hier.

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Ich bin für Sie da:

Was macht eine Hebamme

Die Hebamme ist DIE Fachfrau in der Zeit der Schwangerschaft, der Geburt selbst und der Zeit nach der Geburt. Jede schwangere, gebärende, entbundene oder stillende Frau kann Hebammenhilfe in Anspruch nehmen. Folgende Leistungen bieten die Hebammen an:

Beratung und Information

Ihre Hebamme berät Sie kompetent zu den Themen Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillen und den Umgang in den ersten Wochen und Monaten mit Ihrem Baby.

Vorsorge für Schwangere

Außer der Ultraschalluntersuchung kann auch die Hebamme alle im Mutterpass vorgesehenen Untersuchungen vornehmen. Klären Sie mit ihr in Ruhe Fragen nach Ihrer Befindlichkeit. Die Hebamme kontrolliert Ihr Gewicht, Ihren Blutdruck, die Lage und Größe Ihres Kindes und auch die Herztöne werden von der Hebamme kontrolliert. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrer Hebamme und/oder bei Ihrem Gynäkologen wahrnehmen.

Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden

Die Hebamme kommt zu Ihnen nach Hause, wenn Schwangerschaftsbeschwerden auftreten. Diese Beschwerden können sich in vielfältiger Form äußern, wie zum Beispiel Schmerzen und Übelkeit, vorzeitige Wehen, Wassereinlagerungen und auch Ängste in Verbindung mit der Schwangerschaft sind ein Grund, die Hebamme zu konsultieren.

Geburtsvorbereitung

Wie Sie sich auf die Geburt vorbereiten, hängt ganz von Ihren individuellen Wünschen ab. Hebammen bieten verschiedene Formen der Geburtsvorbereitung an, zum Beispiel Autogenes Training, Yoga, Bauchtanz oder Geburtsvorbereitung nach Reat oder Lamaze. Diese Kurse bereiten Sie auf die Geburt, die erste Zeit mit Ihrem Baby und auf Veränderungen in Ihrem Körper und Ihrer Psyche vor.

Geburtshilfe

Eine normale Geburt kann eine Hebamme in eigener Verantwortung leiten. Folgende Möglichkeiten können Sie wahrnehmen:

  • Klinikgeburt
  • Ambulante Geburt
  • Hausgeburt
  • Geburt im Geburtshaus

Die Hebamme begleitet Sie in allen Phasen der Geburt. Sie unterstützt Sie beim Atmen und bei der Entspannung und findet mit Ihnen zusammen die für Sie besten Möglichkeiten für die Geburt.

Ihre Hebamme wird Ihnen helfen, Sie beobachten, Sie untersuchen und dokumentieren wie es Ihnen und Ihrem Kind geht. Außerdem wird Sie gerne Ihre Fragen zum Geburtsablauf, zur Überwachung und zu medizinischen Unterstützungsmaßnahmen beantworten. Des weiteren steht sie Ihnen zur Seite, wenn Sie das erste Mal Ihr Kind stillen und Sie nimmt die erste Vorsorgeuntersuchung beim Kind vor.

Wochenbettbetreuung

Die Hebamme unterstützt Sie auch nach der Geburt. Bis Ihr Kind 12 Wochen alt ist, können Sie die Hebamme um Rat und Hilfe bitten.

Für die Mutter umfasst die Wochenbettbetreuung:

  • Den allgemeinen Zustand der Mutter beobachten
  • Kontrolle der Rückbildung der Gebärmutter und der Wundheilung
  • Wochenbettgymnastik
  • Anleitung zur Pflege des Kindes
  • Beratung im Umgang mit Ihrem Kind
  • Hilfe beim Stillen und bei Stillschwierigkeiten
  • Beratung in Fragen der Ernährung und der Familienplanung

Wochenbettbetreuung beim Kind:

  • Versorgung des Nabels
  • Überwachung des Trinkverhaltens und des Gewichts
  • Überwachung der Allgemeinentwicklung
  • Kontrolle des Zustandes des Kindes
  • Beobachtung von Hautfarbe und Hautzustand
  • Durchführung von Früherkennungsmaßnahmen

Still- und Ernährungsberatung

Jede Mutter kann sich bis zu 1 Jahr nach der Geburt Rat und Hilfe bei Ernährungs- und Stillproblemen oder zum Abstillen/Zufüttern bei der Hebamme holen.

Rückbildungsgymnastik

Die Hebamme bietet Kurse zur Rückbildungsgymnastik an. Beginnen Sie mit der Gymnastik 6 bis 12 Wochen nach der Geburt. Inhalte sind:

  • den Beckenboden kennenlernen und durch gezielte Übungen stärken
  • die Bauch- und Rückenmuskulatur kräftigen
  • durch den Aufbau und die Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur einer Gebärmuttersenkung vorbeugen
  • Schulter- und Nackenverspannungen ausgleichen
  • Erfahrungsaustausch mit anderen Müttern
  • Entspannung und Stressabbau

So hilft die Hebamme vor, während und nach der Geburt

Schwangerschaft und Geburt sind einschneidende Erlebnisse. Um für Mutter und Kind die Zeit möglichst risikolos und schön zu gestalten, bietet unter anderem die Hebamme Unterstützung. Welche Aufgaben sie übernimmt, lesen Sie hier.

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Was leistet die Hebamme?

Im Rahmen der Geburtsvorbereitung sollten sich die werdenden Eltern frühzeitig um eine Hebamme kümmern. Während der Geburt wissen die Eltern spätestens, wie wertvoll die Begleitung durch diese ist. Die Fachfrau hat in der Regel auch viele nützliche Tipps parat, die dabei helfen, die Eltern gut durch die Schwangerschaft zu tragen.

Hebammen stehen dabei nicht in Konkurrenz mit dem Gynäkologen, sondern bereichern die Versorgung der Schwangeren. Schließlich sind sie auch diejenigen, die bei der Geburt dabei sind und dort neben dem Geburtsablauf auch für eine emotionale Unterstützung für Vater und Mutter sorgen.

Fruchtbarkeitskalender – Wann sind Ihre fruchtbaren Tage?

Fruchtbarkeitskalender
Wann sind Ihre fruchtbaren Tage?

Bei jeder Geburt muss eine Hebamme dabei sein

Bei jeder Geburt muss eine Hebamme oder ein Entbindungshelfer vor Ort sein. Das ist im Deutschen Hebammengesetz so vorgeschrieben. Wenn die Frau für die Schwangerschaftsbetreuung nicht bereits eine Hebamme in Anspruch genommen hat, die dann auch die Geburtsbegleitung übernimmt, wird für diese Aufgabe eine bei der Entbindungsklinik angestellte Hebamme eingesetzt.

Eine Hebamme steht jeder gesetzlich versicherten Schwangeren zu. Allerdings übernehmen die Krankenkassen nicht alle Leistungen. Sowohl privat als auch gesetzlich versicherte Frauen sollten sich diesbezüglich vorab bei ihrer Krankenkasse informieren.

Hebamme oder Arzt?

Geburtshelferinnen ersetzen nicht in allen Belangen die Versorgung durch einen Frauenarzt, denn nicht immer verläuft eine Schwangerschaft problemlos. Die Geburtshelferinnen verfügen zwar über eine vergleichbar hohe fachliche Kompetenz und können zum beispiel die Schwangerschaft feststellen, den Mutterpass ausstellen und auch einige Vorsorgeuntersuchungen übernehmen. Bestimmte Maßnahmen dürfen sie allerdings nicht durchführen. So macht eine Hebamme in der Regel keine Ultraschalluntersuchungen. Diese bleiben Aufgabe eines Arztes. Empfehlenswert ist also die doppelte Schwangerenbetreuung.

Hebammen bieten sie oft auch Geburtsvorbereitungskurse an. Zudem begleiten sie auch nachsorgend und geben Tipps im Umgang mit dem Säugling. Innerhalb der ersten acht Wochen nach der Geburt sind bis zu 16 Termine mit der Hebamme üblich.

Wie finde ich die richtige Hebamme?

Möchte die werdende Mutter schon während der Schwangerschaft von einer Hebamme betreut werden, können sowohl Geburts- und Krankenhäuser, die in der Regel mit Hebammen zusammenarbeiten, als auch der Gynäkologe bei der Vermittlung helfen. Außerdem gibt es Hebammennetzwerke und -verbände, die Listen von freien Hebammen anbieten. Online existieren Angebote, eine geeignete Geburtshelferin in der Nähe zu finden.

In jedem Fall ist es ratsam, möglichst früh zu suchen, da Hebammen nur begrenzte Kapazitäten haben und ein Hebammenmangel herrscht.

Hebammen begleiten einen sehr bedeutsamen und intimen Lebensabschnitt. Daher ist ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und der Geburtshelferin wichtig. Stimmt die Chemie nicht, sollten die werdenden Eltern sich nach einer anderen Geburtshelferin umschauen.

Hebammenmangel: Was verdienen Hebammen?

In Deutschland herrscht derzeit ein Mangel an Hebammen. Das liege unter anderem an dem schlechten Verdienst dieser. Ohne drastische Verbesserungen beim Verdienst für Hebammen wird sich die Versorgung schwangerer Frauen aus Sicht des Deutschen Hebammenverbandes weiter verschlechtern. „Die Vergütung angestellter und freiberuflicher Hebammen ist grauenvoll“, sagt Verbandspräsidentin Martina Klenk.

Verbandspräsidentin Klenk forderte für Freiberuflerinnen einen Brutto-Stundenlohn von knapp 50 Euro, um nach Abzug von Steuern und Abgaben auf 16 bis 18 Euro zu kommen. Momentan verdienten sie nur etwa die Hälfte pro Stunde.

Sie verlangte zudem für die freiberuflichen Hebammen erneut einen Haftpflichtfonds oder am besten ein Modell analog zur gesetzlichen Unfallversicherung. „Das wäre eine gute Lösung“, sagte Klenk. Zwar werde seit 1. Januar von den Krankenkassen ein Ausgleich gezahlt, der die hohen Haftpflicht-Prämien für die Geburtshelferinnen zum Teil auffange. Ab 1. Juli steige aber die Prämie und damit der Selbstbehalt. „Steigerungen sind bei dem Ausgleich nicht ausreichend mitberücksichtigt. Das zeigt: Eine langfristige Lösung ist das nicht.“ Zur Zeit liegt die Prämie den Angaben zufolge bei 6843 Euro pro Jahr, ab 1. Juli bei 7639 Euro. Der Selbstbehalt steigt dann von aktuell 1954 auf 2053 Euro.

Ausbildung zur Hebamme: So wird man Geburtshelferin

In Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten, Hebamme zu werden: Interessierte können eine Ausbildung absolvieren oder ein Studium. Die Hebammenausbildung dauert drei Jahre. Sie findet an staatlich anerkannten Hebammenschulen
statt, die an Krankenhäuser angegliedert sind. Sie gliedert sich in Theorie und Praxis.

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Ein Studium der Hebammenkunde ist derzeit an vier deutschen Hochschulen möglich. Der duale und modulare Studiengang sieht nach drei Jahren die Prüfung
zur Hebamme beziehungsweise zum Entbindungspfleger vor. Ein Jahr später können Studierende einen zusätzlichen Bachelorabschluss erlangen. Bei einem primärqualifizierenden Studiengang sollen die Praxisanforderungen genauso hoch sein wie an einer Hebammenschule.

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