Attest für die schule

Attestpflicht in der Schule

Eltern sind genervt, wenn sie für ihre Kinder schon am ersten Tag der Krankheit Atteste ausstellen lassen müssen. Ist dies zulässig und wann ist so ein Attest notwendig?

Wenn eure Kinder länger als drei Tage krank sind, möchten einige Schulen gerne von euch, dass ihr ein ärztliches Attest vorlegt. Das nervt viele, denn es kostet etwas und eigentlich sollte klar sein, dass der Nachwuchs wirklich mit einer schlimmen Grippe im Bett liegt und ihr der Schule nichts vorlügt. Die Schule wird allerdings argumentieren, dass man sich nicht immer sicher kann, ob nicht andere Gründe für die längere Abwesenheit sprechen und sie deshalb lieber auf so ein System zurückgreift, das potentielle Schulschwänzer eher abschreckt. Jetzt fragt ihr euch – dürfen die das?

Manche Schule verlangen gleich ein ärztliches Attest, wenn das Kind krankheitsbedingt fehlt.

Attestpflicht: Schulordnung gibt Aufschluss

In Deutschland ist alles, was Schule betrifft, Ländersache. Die Bundesländer geben dann den einzelnen Schulen Autonomie in einzelnen Fragen – der rechtliche Rahmen muss allerdings gesichert sein. So hat jede dieser Unterrichtseinrichtungen eigene Anordnungen. Die jeweilige Schulordnung regelt die Rechte und Pflichten von Schülern, Lehrern und Eltern. Bei der Schulkonferenz, die aus Vertretern dieser drei Gruppen besteht, wird über die Schulordnung abgestimmt. Und hier findet ihr dann auch Informationen darüber, ob ihr mit einem Attest aufwarten müsst, sollte eure Tochter oder euer Sohn länger als drei Tage krank sein, oder womöglich schon am ersten Tag. Wie gesagt, jede Schule hält es anders, aber die meisten halten sich an diese weit verbreiteten Regeln:

  • Am ersten Tag des Fehlens wird die Schule mündlich durch die Erziehungsberechtigten darüber informiert.

  • Ab drei Tagen muss diese Information auch schriftlich durch die Erziehungsberechtigten erfolgen.

  • Die betroffenen Schüler müssen zusätzlich eine schriftliche Erklärung ihrer Eltern vorlegen, wenn sie wieder in der Schule erscheinen.

  • Nach zehn Krankheitstagen muss dann ein Attest vorgelegt werden.

Begründete Zweifel müssen durch Attest widerlegt werden

Das ist die normale Handhabe, anders sieht es aber aus, wenn „begründete Zweifel“ an der Krankheit seitens der Schule oder Lehrer bestehen. Diese begründete Zweifel speisen sich daraus, dass

  • die Fehlzeiten des betroffenen Schülers oder der betroffenen Schülerin insgesamt hoch sind

  • am Tag des Fehlens eine Arbeit oder ein Test geschrieben wurde

  • die Ferien anstehen oder zu Ende gegangen sind

  • die Glaubwürdigkeit der Eltern in Verruf steht

Gerade, weil immer mehr Eltern ihre Kinder vorzeitig aus dem Unterricht nehmen, um einen günstigeren Urlaub zu ergattern, verlangen immer mehr Schulen ein Attest, wenn Kinder in der Zeit vor oder nach den Ferien fehlen.

Schwieriger wird es auch, wenn die Schüler volljährig sind und sich ihre eigenen Entschuldigungen schreiben können, denn da blitzen dann doch die begründeten Zweifel auf, wenn sich gerade am Tag der Mathearbeit eine Magenverstimmung zeigte. Ebenso, wenn der Arzt, der das Attest ausgestellt hat, gar nicht am Ort wohnt und eine Ferndiagnose gestellt hat.

Kleinkind

Urlaubsbedingt Schule schwänzen – die Konsequenzen

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Ärzte weigern sich, Atteste auszustellen

Man kann die Schule verstehen, wenn sie dem Schulschwänzen mit der Attestpflicht einen Riegel vorschieben möchte. Aber auf der anderen Seite sorgt diese Vorgabe bei den Eltern für Stress, denn manche Kinderärzte weigern sich schlichtweg, ein Attest auszustellen. Die Mediziner argumentieren, dass ihnen wertvolle Zeit verloren ginge, denn die Kinder müssten wegen einer Erkältung eigentlich gar nicht in die Praxis kommen, oder, schlimmer noch, sie erhöhen die Ansteckungsgefahr, wenn sie im Wartezimmer auftauchen.

Außerdem kostet es für die Eltern meistens Geld, so ein Attest einzuholen. Der Appell an die Schulen lautet deshalb, wirklich nur in begründeten Fällen ein Attest zu verlangen. Aber Ärzte können nur appellieren – am Ende entscheiden die Schulen, ob sie nicht doch eine medizinische Begründung für das Fehlen vom Unterricht haben wollen.

Sollten eure Kinder eine Schule besuchen, die eine strenge Attestregelung hat, bleibt euch eigentlich nicht viel übrig als die Schulkonferenz davon zu überzeugen, die Regelung zu lockern und die Attestpflicht nur noch bei begründeten Zweifeln zu verlangen.

Stendal l Geht es dem Jungen nicht gut und kann er deshalb nicht zur Schule, entschuldigte die Mutter sein Fehlen bisher immer mit einem entsprechenden Schreiben. Das soll nun nicht mehr akzeptiert werden. Im Krankheitsfall des Jungen sei künftig eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, teilte die Schule der verdutzten Mutter mit, ansonsten würden die Fehlzeiten des Kindes als Schulpflichtverletzung gewertet.

Ministerieller Erlass

Dazu ist die Schule offenbar berechtigt, wie eine Nachfrage des Leser-Obmanns beim Bildungsministerium ergab. Nach der in Sachsen-Anhalt geltenden Schulpflicht sind die gesetzlichen Regelungen zu Pflichten von Schülerinnen und Schülern sowie ihrer Erziehungsberechtigten als Bezugspunkte für Entschuldigungsschreiben heranzuziehen, wurde uns mitgeteilt.

Näher geregelt sei dies in einem ministeriellen Erlass zum „Unterrichtsversäumnis an allgemeinbildenden Schulen“. Danach ist die Schule unverzüglich, spätestens am zweiten Fehltag, zu benachrichtigen, wenn ein Schüler krankheitsbedingt dem Unterricht fernbleiben muss. Bei seiner Rückkehr genügt es in der Regel, wenn die Erziehungsberechtigten schriftlich den Grund des Fernbleibens mitteilen.

Bei begründeten Zweifeln könne die Schulleitung jedoch die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung verlangen, so ein weiterer Passus des Runderlasses. Dessen Regelungen gelten auch für die Befreiung vom Schulsport, informiert das Bildungsministerium. Auch dafür genüge im Regelfall zunächst die elterliche Auskunft gegenüber der Lehrkraft.

Unterrichtsversäumnis

Für den Schüler im Landkreis Stendal bedeutet die Aufforderung der Schule, dass seine als Krankenschwester ausgebildete Mutter nun nicht mehr allein entscheiden kann, ob ihr Sohn an Tagen, an dem es ihm schlecht geht, dem Unterricht aus gesundheitlichen Gründen besser fernbleibt.

Vielmehr muss das kranke Kind von seinem Wohnort künftig mit dem Schulbus in die Stadt zum Arzt fahren und nach einigen Stunden von dort wieder mit dem Bus retour ins Dorf und ins eigene Bett, um zu genesen.

Eine Alternative wäre eine Heilpraktikerin, die auch bei leichten Erkrankungen ins Haus käme, aber nicht die von der Schule geforderte ärztliche Bescheinigung ausstellen darf, berichtet die besorgte Mutter, die es unsinnig findet, ein krankes Kind in den Schulbus zu setzen.

Bleibt die Schule jedoch bei der Forderung nach ärztlicher Bescheinigung im Krankheitsfall des Kindes, kann dessen Fehlen – sofern kein Attest vorliegt – tatsächlich als Unterrichtsversäumnis gewertet werden, so das Ministerium.

Die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung bei Unterrichtsversäumnis regelt sich nach § 4 Landesverordnung über die schulärztlichen Aufgaben (NBI.MBWFK Schl.-H. – S – 2003, S. 89 ). Demnach kann die Schule eine ärztliche Bescheinigung verlangen, wenn Schülerinnen oder Schüler an drei oder mehr aufeinander folgenden Schultagen ganz oder teilweise nicht am Unterricht teilnehmen. Hierfür genügt ein nicht formgebundenes Attest. In der Praxis wird nur im begründeten Ausnahmefall statt einer so genannten „Entschuldigung“ von Eltern oder volljährigen Schülerinnen oder Schülern die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung verlangt.
Die für die Ausstellung der Bescheinigung anfallenden Kosten sind von denjenigen zu tragen, für die die Bescheinigung ausgestellt wird. Im Gegensatz zu der Auffassung bezahlen Eltern oder Schülerinnen bzw. Schüler dabei nicht für etwas, was sie nicht benötigen. Sie benötigen die Bescheinigung, um der o. g. Vorlageverpflichtung gegenüber der Schule zu genügen.
Bei der Wahl des Faches Sport als Leistungsfach sind Schülerinnen und Schüler gemäß § 2 Abs. 2 der o. g.. Landesverordnung verpflichtet, sich vor Beginn des Leistungskurses schulärztlich untersuchen zu lassen. Die Untersuchung ist gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 2 eine schulärztliche Aufgabe, die von den Kreisen und kreisfreien Städten wahrzunehmen ist. Nach § 18 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 des Gesetzes über den Öffentlichen Gesundheitsdienst – Gesundheitsdienst-Gesetz (GDG) werden Kosten hierfür nicht erhoben.
Quelle:
Schreiben des MBWFK (III 521) v. 28.01.04

Attestpflicht an Schulen?

Fehlen des Schülers – Ärztliches Attest?

In § 43 Abs. 2 Schulgesetz wird festgehalten, dass Schülerinnen oder Schüler, die durch Krankheit oder anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert sind, die Schule zu besuchen, über ihre Erziehungsberechtigten der Schule schriftlich und unverzüglich den Grund des Schulversäumnisses mitzuteilen haben. Bestehen begründete Zweifel, ob der Unterricht aus gesundheitlichen Gründen versäumt wird, ist es der Schule möglich, von den Eltern ein ärztliches Attest zu verlangen und in besonderen Fällen ein schulärztliches oder amtsärztliches Gutachten einzuholen.

Diese Regelung des Schulgesetzes entspricht wörtlich § 9 Abs. 3 Allgemeine Schulordnung, die insoweit außer Kraft getreten ist. Allerdings können die Kommentierungen zu dieser Vorschrift wegen der wörtlichen Übereinstimmung auch bei der Auslegung des Schulgesetzes herangezogen werden.

Ob ein ärztliches Attest bei Schulversäumnis verlangt werden kann, hängt davon ab, ob die Schule begründete Zweifel daran hat, dass der Unterricht aus gesundheitlichen Gründen versäumt wurde. Es geht also zunächst nicht darum, ob eine Entschuldigung vorliegt und welchen Inhalt diese ist. Vielmehr muss die Schule zunächst selbst entscheiden, ob solche begründeten Zweifel am Schulversäumnis aus gesundheitlichen Gründen bestehen. Hierbei kann eine vorhandene Entschuldigung seitens der Erziehungsberechtigten ein Entscheidungskriterium bilden, muss aber nicht die einzige Grundlage sein.

Ob solche begründeten Zweifel bestehen, entscheidet die Schule, hier die Schulleiterin oder der Schulleiter, nach eigenem Ermessen. Diese müssen entscheiden, ob es einen sachlichen Grund für die Maßnahme, Einforderung eines ärztlichen Attestes, gibt, ob ein solches notwendig und geeignet ist, die Wahrnehmungen der Aufgaben der Schule durchzusetzen und ob hier eine verhältnismäßige Maßnahme ergriffen wird.

In diesem Zusammenhang ist in der Schulpraxis in der nahen Vergangenheit immer häufiger die Frage gestellt worden, welche Möglichkeiten die Schule hat, um auf Schulversäumnisse aus angeblich gesundheitlichen Gründen im Zusammenhang von angekündigten Klassenarbeiten und Klausuren zu reagieren. So haben Schulen, um dem Ausweichen der bekannten Leistungsüberprüfung einen Riegel vorzuschieben, in verschiedenen Mitwirkungsorganen Beschlüsse gefasst, nach denen bei dem Versäumnis von angekündigten Klassenarbeiten und Klausuren grundsätzlich ein ärztliches Attest beizubringen ist.

Die vorliegende Kommentierung zu § 9 Abs. 3 Allgemeine Schulordnung stellt darauf ab, dass die Entscheidung jeweils im Einzelfall zu treffen ist, ob solch begründete Zweifel als Voraussetzung für ein ärztliches Attest bei Schulversäumnis vorliegen. Generalregelungen im Sinne einer Attestpflicht bei jedem Schulversäumnis werden in den vorliegenden Kommentierungen zu mindestens sehr kritisch gesehen. Dies bedeutet, dass die Fachlehrkraft in jedem Einzelfall prüfen muss, ob das Schulversäumnis gegebenenfalls dazu dienen soll, die Leistungsüberprüfung zu umgehen.

Kommt es zu dieser Auffassung muss sie dies der Schulleitung mitteilen, die dann ein entsprechendes ärztliches Attest einfordert. Indizien für das Vorliegen solcher sachfremden Erwägungen der Schülerinnen und Schüler beim Fehlen am Termin angekündigter Leistungsüberprüfungen, könnte der Leistungsstand der Betroffenen oder die Bedeutung der Leistungsüberprüfung für die Gesamtnote sein.

Allerdings bringt eine solche Einzelfallprüfung eine erhebliche – auch zeitliche – Belastung von Lehrkräften mit sich. In einem Zeitalter, in dem eine Vielzahl von auch in die Rechtsposition der Bürger eingreifenden Maßnahmen, wie etwa der Steuerbescheid in automatisierten Verfahren erstellt werden, sollte es möglich sein, auch solche Entscheidungsfindungsprozesse an der Schule ein Stück weit zu versachlichen und zu vereinfachen.

Unter dem Gesichtspunkt der rationellen Nutzung der Arbeitszeit muss es möglich sein zu einem typisierten Verfahren – auch im Zusammenhang mit § 43 Abs. 2 Schulgesetz – zu kommen.

Ich halte es daher für rechtlich vertretbar, insbesondere unter Abwägung des Interesse des Schülers eine Wiederholungsmöglichkeit der versäumten Leistungsüberprüfung zu erhalten und dem Interesse der Schule, eine Störung des geordneten Schulablaufs durch planmäßiges Schulversäumnis zu verhindern und dem vorzubeugen für zulässig, wenn die Schulleitung anordnet, dass bei Schulversäumnis im Zusammenhang mit angekündigten Leistungsüberprüfungen grundsätzlich ein ärztliches Attest beizubringen ist.

Nicht anders wird dies im übrigen gehandhabt, wenn es um Schulversäumnisse im Zusammenhang mit den Ferien geht. Auch dort geht man generalisierend davon aus, dass immer berechtigte Zweifel an dem Vorliegen gesundheitlicher Gründe für dieses Schulversäumnis vorliegen.

Attestpflicht

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Wer bestimmt die Regeln für eine Entschuldigung?

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Das Schulgesetz definiert die eigenverantwortliche Schule, das heißt, jede Schule gestaltet und organisiert ihren Unterricht sowie das Schulleben im Rahmen der rechtlichen Vorgaben selbstständig und in eigener Verantwortung. Schul- oder Hausordnungen füllen den rechtlichen Rahmen aus und regeln die mit dem Schulbetrieb zusammenhängenden Rechte und Pflichten von Schülern, Lehrern und Eltern. Die Schulordnungen werden jedoch nicht einseitig „von oben“ erlassen, sondern stellen einen Konsens der drei am Schulbetrieb beteiligten Gruppen dar. Die Schulkonferenz, in der Schüler, Lehrer und Eltern vertreten sind, beschließt die Schulordnung mit einfacher Mehrheit. Schulordnungen können übergeordnete Rechtsprinzipien aber nicht ersetzen, sondern lediglich bekräftigen oder konkretisieren. So kann eine Schulordnung durchaus Bestimmungen zum Umgang mit Fehlzeiten enthalten. Vorrangige Normen sind jedoch das Schulgesetz, das die Schulpflicht sowie die Verantwortung der Eltern für deren Einhaltung normiert, sowie die „AV Schulpflicht“. In dieser ist geregelt, dass ein Erziehungsberechtigter die Schule am ersten Fehltag mündlich, ab dem dritten Tag auch schriftlich benachrichtigen muss und der Schüler bei seiner Rückkehr eine Erklärung vorzulegen hat, aus der sich die Dauer sowie der Grund für die Fehlzeit ergibt. Bei Erkrankungen muss diese nicht konkret benannt sein, jedoch kann die Schule ein ärztliches Attest einfordern. Hat sie begründete Zweifel an dem Attest, so informiert sie die Schulbehörde, die vom Gesundheitsamt eine Stellungnahme über die Schulfähigkeit einholen kann. Ab dem dritten Tag eines unentschuldigten Fehlens soll die Schule ihrerseits Kontakt mit den Eltern und bei mehr als zehn aufeinanderfolgenden Tagen darüber hinaus Kontakt mit dem bezirklichen Jugendamt und der Schulaufsicht aufnehmen.

André Nogossek ist Mitglied im Landeselternausschuss Berlin

Wenn Sie eine Frage haben, schreiben Sie an [email protected]

Kitas verlangen Gesundschreibungen, Schulen Krankschreibungen. Eigentlich reicht laut Schulgesetz aber die Aussage der Eltern.

Schlimm genug, wenn das Kind krank ist. Noch schlimmer, wenn Mama oder Papa dann mit dem Sprössling noch zum Arzt müssen, obwohl sie genau wissen, wie man einen Infekt versorgt. Und richtig ärgerlich wird es, wenn man dann noch mal zum Arzt muss – um schriftlich bestätigen zu lassen, dass das Kind wieder gesund ist.

Doch so sieht es aus in Berlins Eltern-Alltag. Grund ist ein Verfahren, das sich verselbstständigt hat. Und das Berlins Kinderärzte jetzt ändern wollen!

Rebecca Schleberger (39) und Sohn Titus (6): „Ich finde es traurig, dass man erwachsenen Menschen sagen muss, dass man ein krankes Kind nicht in die Kita schickt!“ (Foto: Ufuk Ucta)

Eltern sollen keine kranken Kinder in die Kita bringen

„Es hat sich eingebürgert, dass Kitas nach der Krankheit eines Kindes ein Gesundheitsattest verlangen, sonst darf das Kind nicht zurück in die Kita“, sagt der Schöneberger Kinderarzt Jakob Maske (48). „So wollen sie verhindern, dass Eltern ihre kranken Kinder bringen. Und viele Schulen verlangen wiederum ein Attest, wenn das Kind krank ist – so soll das Schwänzen erschwert werden.“

Sascha Bahr (44), Angestellter aus Britz, mit Tochter Maira (7): „Es gibt Eltern, die ihr Kind krank zur Schule schicken, weil sie arbeiten müssen. Das ist nicht Sinn der Sache!“ (Foto: Ufuk Ucta)

Allein in seiner Praxis verlangen Eltern täglich 10 bis 20 solcher Bescheinigungen. Genaue Zahlen gibt es nicht, da diese Atteste nicht vorgeschrieben sind. „Ich vermute, dass in Berlin täglich 2.000 bis 3.000 Atteste ausgestellt werden“, sagt Maske, Sprecher der Berliner Kinder- und Jugendmediziner.

Um dieses Attest geht es: Viele Kitas und Schulen verlangen es (Foto: Privat)

Schulen sollen Schwänzer-Problem anders lösen

Nach dem Vorbild von Leipzig und Hamburg wollen er und seine Kollegen erreichen, dass auch in Berlin Schulen und Kitas nur noch Atteste verlangen, wenn es sich um Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz handelt. Maske: „Wenn Schulen Sorge haben, dass Schüler schwänzen, sollten sie den Jugendgesundheitsdienst einschalten, das ist nicht unsere Aufgabe. Und dass kleine Kinder sich gegenseitig anstecken, kann man sowieso nicht verhindern.“

Murat Fıratoglu (45), Maschinenbediener, Vater von drei Kindern: „Bei einer normalen Erkältung ist das sicher nervig. Noch sind meine Kinder klein, aber ich mache mir Sorgen, wie das wird!“ (Foto: Ufuk Ucta)

Landeselternsprecher Norbert Heise (41): „Es sollte einen runden Tisch mit Senat und Ärzten dazu geben, da wären wir gerne dabei!“

So teuer ist das Attest

Die Kosten, die durch das Attest entstehen, müssen die Eltern meist selbst bezahlen, weil es keine Leistung der Krankenkassen ist. Laut ärztlicher Gebührenordnung liegt der Grundbetrag bei 2,33 Euro. Kommt eine entsprechende Untersuchung dazu, können 35 bis 40 Euro anfallen.

Manche Ärzte weigern sich, diese Atteste auszustellen. Es gibt auch Mediziner, die solche Nachweise einfach so bescheinigen, damit die Eltern keine Schwierigkeiten in der Kita bekommen.

Handelt es sich allerdings um eine Krankheit nach dem Infektionsschutzgesetz, sind Untersuchung und Attest Kassenleistungen.

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Psychologie: Stress in der Schule lässt Kinder krank werden

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Nervosität, Ängste, Stimmungsschwankungen und Unkonzentriertheit können ebenso wie Kopfweh, Rücken- oder Magenbeschwerden bei Kindern auf Schulstress hinweisen. Beobachteten Eltern solche Symptome, sollten sie mit dem Kind sprechen, rät Frank Häßler von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP). Denn „oftmals fehlt den Kindern der Mut, von sich aus über ihre Sorgen und Belastungen zu sprechen.“

Haben sich die schulischen Leistungen verschlechtert, sollten Eltern Vorwürfe vermeiden. „Kinder und Jugendliche sollten das Gefühl haben, dass sie auch Fehler machen und Schwächen haben dürfen – und dass sie mit dem Problem nicht allein sind“, sagt der Experte.

Für Schulkinder gebe es verschiedene Quellen von Stress, erläutert er: Sie könnten sich überfordert oder unter Druck gesetzt fühlen oder Versagensängste haben. „Die Schule stellt ein Bewertungssystem auf, an dem sich Eltern und Kinder mehr oder weniger orientieren. Hat ein Kind ein schwaches Selbstwertgefühl, kann es das Gefühl entwickeln, nur so viel wert zu sein, wie es auch Leistung erbringt.“

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Auch soziale Angst, die mit Scheu im Sozialkontakt mit Mitschülern oder Lehrern einhergeht, kommt als Stressfaktor in Frage. Körperliche beziehungsweise psychosomatische Beschwerden treten dann ähnlich wie bei Leistungsangst auf. Manchmal liegt die Ursache des Stresses aber nicht in der Schule, sondern zum Beispiel im Schlafmangel, ungesunder Ernährung oder häuslichen Problemen begründet.

Grundsätzlich sei es günstig, wenn Eltern in Krisensituationen einen kühlen Kopf behielten und lösungsorientiert mit Problemen umgingen, betont Häßler: „Indem man den Kindern vermittelt, die Bewältigung von Alltagsproblemen nicht als Belastung, sondern als Herausforderung anzusehen, kann Stress durchaus positiv wahrgenommen werden.“

Vorgetäuschte Krankheiten: Wenn Kinder simulieren

„Mir ist schlecht“, „Ich hab so Kopfschmerzen“: Äußern Kinder solche Beschwerden, bleibt Eltern nicht viel mehr, als auf ihr Bauchgefühl zu hören. Sind die Kinder tatsächlich krank, dürfen sie natürlich zu Hause bleiben. Wie Sie erkennen, ob die Krankheit ernst oder gespielt ist.

Krankheitssymptome unterscheiden lernen

Dass Kinder nicht zur Schule wollen, ist nicht ungewöhnlich. Manchmal versuchen sie, eine Krankheit vorzutäuschen, um zu Hause bleiben zu dürfen. „Eltern sollten zunächst die medizinischen Fakten ansehen: Hat ein Kind Fieber, wirkt es schlapp und hat keinen Spaß an Dingen, die es sonst gerne macht, dann spricht das meist für einen richtigen Infekt“, erläutert Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. „Auch wenn es ständig hustet, einen roten Hals hat, sind dies deutliche Anzeichen.“ Sind sich Eltern unsicher, sollten sie mit ihrem Kind zum Arzt gehen.

Steckt hinter den Kopfschmerzen eher die Angst vor der Mathearbeit, können die Eltern den Nachwuchs vielleicht eher motivieren: „Probier’s doch erstmal, zur Schule zu gehen. Wenn es gar nicht geht, hol ich dich ab“, schlägt Ulric Ritzer-Sachs von der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung vor.

Auf die Laune des Kindes achten

Wenn die vermeintlichen Symptome wie Husten plötzlich verschwinden und das Kind dann ohne Probleme mit Freunden telefoniert, sollten die Eltern misstrauisch werden. Auch wenn angeblich kranke Kinder stundenlang hellwach vor dem Fernseher oder Computer sitzen können, spricht dies eher für eine gute Gesundheit. Wandernde Symptome – zum Beispiel von Kopf- zu Fußschmerzen – können ebenso ein Hinweis sein, müssen es aber nicht. „Versucht das Kind, häufiger zu Hause zu bleiben, sollten Eltern ergründen, ob sich dahinter nicht nur Schulunlust verbirgt“, rät Fegeler.

Schulsorgen und Stress mögliche Auslöser

Insbesondere bei stressvollen Ereignissen neigen manche Kinder zum „Krankmachen“, zum Beispiel vor einer Prüfung oder bei der Trennung der Eltern. „Aber auch nach den Ferien oder einem verlängerten Wochenende kann die Abneigung gegenüber dem Unterrichtszwang zum ‚Blaumachen‘ verleiten“, sagt Fegeler.

Im Alter zwischen fünf und sieben sowie zwischen elf und 14 Jahren sind Kinder besonders empfänglich für „vorgetäuschte“ Krankheiten. Leidet das Kind aber unter Angst vor Mitschülern, Furcht vor dem Versagen bei Prüfungen oder panikähnlichen Zuständen mit Bauchschmerzen oder Atembeschwerden, sollten Eltern unbedingt mit dem Kinder- und Jugendarzt über eventuell notwendige Maßnahmen sprechen.

Welche Kinderkrankheiten Sie kennen sollten, haben wir hier zusammengefasst.

  • Von Fieber bis Husten: Wann Eltern mit dem Kind zum Arzt sollten
  • Haushalt: Haushalts-Organisationsplan für Familien
  • Erziehungsmethoden: Darf Eltern die Hand ausrutschen?
  • Allein zu Hause: Kind auf Notfälle vorbereiten

Zitat von Janaisabel:
Das klingt nach meiner 12jährigen Tochter. Diese Problematik kennen wir hier auch seit etlichen Monaten. Erst heute kam wieder ein Anruf von ihr, dass sie sich sehr schlecht fühlt und nach Hause müsste. Ich muss allerdings gestehen, dass sie wirklich erkrankt ist und jetzt mit dicker Grippe im Bett liegt.
Eingangs müssen wir uns wohl klar machen, dass die Kids mit 11 bzw. 12 Jahren so langsam in Richtung Pubertät gehen und sich Körper und Geist in einer Art „Schwebezustand“ befinden. Sie wollen auf der einen Seite schon so selbstständig sein und ihre eigenen Entscheidungen treffen, auf der anderen Seite wollen sie aber von Mama o. Papa betuddelt werden. Und das geht natürlich am besten, wenn man ja ach so krank ist und gar nicht in die Schule gehen kann. (Übrigens kommt es auch bei uns schon mal zu eine spontanen Wunderheilung binnen 1Std.)
Wir haben Jana in etlichen Gesprächen klar gemacht, dass es für uns echt schwer ist, ihren Klagen über div. Bauch- oder Kopfschmerzen Glauben zu schenken, wenn sie uns immer wieder anflunkert. Nach immer wieder kehrenden Ich-hab-Bauchweh-schulfrei haben wir sie dann auf Laktose- und Fruktoseintoleranz getestet, mit negativen Ergebnis. Sie hat auch keine Lebensmittelallergie und wenn mal ein Pups quer hängt, dann ist das auch kein Grund für eine Krankmeldung. Wenn sie also nicht grad den Kopf unterm Arm trägt (wenn also nicht ersichtlich ist, dass sie wirklich krank ist), dann schicken wir sie auch mit angeblichen Bauchweh in die Schule.
Mein Tip auch für dich als Stiefmama (wenn man zusammen lebt bist du genauso erziehungsberechtigt ):
– der Papa und du müsst euch in erster Linie einig sein, dass es so nicht weiter gehen kann … der Sohnemann muss merken, dass ihr eine Einheit seid
– sagt ihm klar und deutlich, was sein Verhalten auch zu Hause für Konsequenzen haben kann, wenn er ständig flunkert … Stichwort: Vertrauen und Glauben
– zeigt ihm auf, welche Zukunft er hat, wenn er so viel in der Schule versäumt und nicht nacharbeiten will … (Die strengsten Eltern der Welt geben echt abschreckende Beispiele )
– wenn er nicht gerade mit Fieber im Bett oder kopfüber in der Kloschüssel hängt, dann schickt ihn in die Schule!! auf keinen Fall zu Hause lassen, wenn er nicht krank wirkt o. aussieht. Seid unbedingt konsequent.
– Ganz wichtig: Rücksprache mit Lehrern halten und das auffällige Flunkerkrankheitsverhalten schildern. Wir haben mit Jana´s Lehrern verabredet, dass sie erst zu Hause anrufen kann, wenn es ihr ersichtlich schlecht geht.
Sehe ich ganz genau so.
Ich habe zwar kein Kind in dem Alter, aber ich weiß wie ich in dem Alter war und ich wurde auch nur dann zu Hause gelassen, wenn ich wirklich richtig fies krank war. Alles andere war kein Grund nicht zur Schule zu gehen.
Und manchmal kommen Bauchschmerzen auch vom Hunger oder von zu viel einseitiger Ernährung usw. Auch das ist kein Grund zu Hause zu bleiben. Solange er „nur“ Bauchweh hat, aber weder Durchfall noch Erbrechen, würde ich ihn auch zur Schule schicken und den Lehrern auch sagen, dass sie ihn erst nach Hause schicken dürfen, wenn er wirklich krank wird und sie über Bauchweh hinwegsehen sollen.
Das würde ich dem Jungen auch genau so sagen, dass dann jetzt auch mal Schluss mit Schule schwänzen auf gelben Schein ist. So wie es hier eben schon steht.
Es ist wichtig, dass er hingeht und es ist auch wichtig, dass er aushalten lernt. Vlt. verschwindet das Bauchweh dann auch wieder und wenn nicht, kann man ja neben der Schule weiter schauen, woran es liegen könnte.

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