Antikörper gegen spermien

Ursachen bei Mann & Frau

Ursachen bei der Frau

Störung der Eizellreifung
Das hormonelle Gleichgewicht ist für die Empfängnisbereitschaft sehr wichtig. Hormonelle Fehlfunktionen können zu Störungen der Eizellreifung, zum Ausbleiben des Eisprungs und zu einer mangelhaften Gelbkörperbildung führen. Häufig sind erhöhte Werte an männlichen Hormonen (Androgene) verbunden mit Eierstockzysten die Ursache. Auch starkes Unter- und Übergewicht, große Gewichtsveränderungen in kurzer Zeit, extreme körperliche Belastungen, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Tumore (extrem selten), Medikamente und Stress können das hormonelle Gleichgewicht empfindlich stören.

Eileiterbedingte Unfruchtbarkeit

Bei einem Drittel aller ungewollt kinderlosen Frauen sind die Eileiter die Ursache: Sie können komplett oder teilweise verschlossen sein.
Am häufigsten werden die Eileiter durch Entzündungen geschädigt. Auch vorausgegangene Eileiterschwangerschaften, Verwachsungen nach einer Operation oder spontane Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) kommen als Ursache in Frage.

Endometriose
Endometriose ist das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Wie es dazu kommt, weiß man noch nicht genau. Wahrscheinlich gelangen während der Menstruation kleinste Mengen an Gebärmutterschleimhaut durch die Eileiter in die Bauchhöhle, wo sie sich ansiedeln und zu Verwachsungen führen können. Dies macht sich durch starke Schmerzen bei der Monatsblutung bemerkbar.

Fehlbildungen von Eierstöcken, Eileiter oder Gebärmutter
Diese sind sehr selten (etwa fünf von 100 Frauen). Die Fehlbildungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sind meist erblich bedingt.

Antikörper gegen Eizelle oder Spermien
In seltenen Fällen erkennt der Körper seine eigenen Eizellen nicht. Das Immunsystem bildet Antikörper dagegen. Etwas häufiger sind Antikörper gegen die Spermien des Mannes im Gebärmutterhalssekret. Es können deshalb keine Spermien in die Eileiter gelangen. Eine Befruchtung bleibt aus.

MAR-Test (Antikörper gegen Spermien)

Autor: Dr. Elmar Breitbach – Zuletzt bearbeitet am: 19. Sep 2017 @ 21:50 Literatur und Quellennachweise

Antikörper gegen Spermien kann man im Blut nachweisen und im Ejakulat. Die Bestimmung aus dem Blut ist wenig aussagekräftig hinsichtlich der männlichen Fruchtbarkeit (siehe nächster Absatz). Zur Bestimmung von Antikörper der IgA-Klasse im Ejakulat dient der Mixed-Antiglobulin-Reaction-Test (MAR-Test).

Untersuchung auf Spermien-Antikörper

Sperma-Autoantikörper (SpAk) beim Mann entstehen oft durch Verletzungen der Samenwege. Die Kenntnisse über die zugeordneten Antigene sind noch sehr bruchstückhaft. Autoantikörper können verschiedene Spermatozoenfunktionen stören. Diese Antikörper können im Blut nachweisbar sein, ein solcher Befund lässt aber keine Aussage über die Prognose einer Unfruchtbarkeit zu1)Eggert-Kruse W1, Huber K, Rohr G, Runnebaum B
Determination of antisperm antibodies in serum samples by means of enzyme-linked immunosorbent assay–a procedure to be recommended during infertility investigation?
Hum Reprod. 1993 Sep;8(9):1405-13.

Bedeutsamer ist der Nachweis von Antikörpern im Ejakulat. Hier können die Antikörper zu „Verklumpungen“ der Spermien miteinander führen und die Beweglichkeit einschränken. Eine Verminderung der Motilität (Beweglichkeit) kann die Folge sein

Nachweis der Antikörper im Ejakulat (MAR-Test)

Zur Überprüfung auf Anwesenheit lokaler Antikörper der IgA-Klasse dient der Mixed-Antiglobulin-Reaction-Test (MAR-Test).

Dabei wird ein Tropfen unbehandelten Ejakulats mit einem Tropfen einer Suspension von roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die mit IgA bzw. IgG beschichtet sind, zusammengebracht. Diese bilden dann nach Zufügen von Anti-IgG- bzw. Anti-AgA-Immunglobulin sog. gemischten „Verklumpungen“ (Agglutinate), die durch die Anlagerung der Indikatorpartikel an die Spermien entstehen.

Dieses Ergebnis kann unter dem einfachen Lichtmikroskop beurteilt werden, die „befallenen Spermien“ werden durch dieses Verfahren erkennbar markiert. Wenn mehr als 30% der Spermien IgA-Spermienantikörper aufweisen, muss von einer schlechten Prognose für eine spontane Konzeption ausgegangen werden.

Wie bedeutsam ist der MAR-Test?

Es werden unterschiedliche Grenzwerte genannt, manchmal auch 50%. Ist es aber tatsächlich belegt, dass ein positiver MAR-Test die Hoffnung auf eine Schwangerschaft zunichte macht? Dazu gibt es viele Spekulationen, aber nur wenige Studien, die genau dies auch untersuchten.

Eine holländische Studie 2)Leushuis E1, van der Steeg JW, Steures P, Repping S, Schöls W, van der Veen F, Mol BW, Hompes PG
Immunoglobulin G antisperm antibodies and prediction of spontaneous pregnancy.
Fertil Steril. 2009 Nov;92(5):1659-65 untersuchte fast 1.800 Paare. Von diesen wurden innerhalb eines Jahres 283 (16%) schwanger.

Setzte man die Grenze „antikörperpositiver“ Spermien im MAR-Test bei 50% fest, dann waren 3% der Männer betroffen. Untersuchte man die Daten, dann fand sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Spermienantikörpern und dem Eintritt einer Schwangerschaft auf normalem Wege. Die Autoren der Studie kommen daher zu dem Schluss, dass der MAR-Test in der Einschätzung der männlichen Fruchtbarkeit keine wesentliche Rolle spielt.

Behandlungsmöglichkeiten

Basierend auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es also nur wenig Anlass zur Therapie eines unerfüllten Kinderwunschs mit Fokus auf die Spermienantikörper im Ejakulat. Dennoch wird es vielfach probiert.

Das Vorhandensein von Spermienantikörpern als solches ist nicht therapierbar. Die Therapie mit Kortikosteroiden (Kortison) ist von fraglichem Wert und wurde nach anfänglichem Enthusiasmus schnell wieder verlassen. Nicht das Vorkommen von Spermaantikörpern, sondern die Fertilitätsstörung muss daher behandelt werden. Dafür gelten dieselben medizinischen Verfahren wie bei anderen Ursachen der Infertilität. Als erster Schritt wird dazu die Insemination eingesetzt, wo bei der Aufbereitung die durch Antikörper unbeweglich gewordenen Spermien heraussortiert werden.

Es gibt sogar Kinderwunschärzte, die die Auffassung vertreten, dass ein unerfüllter Kinderwunsch bei positivem MAR-Test nur mit Hilfe einer ICSI zu behandeln sei. Belege für diese Notwendigkeit gibt es jedoch (siehe oben) nicht.

Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.

Literatur – Quellen

1. Eggert-Kruse W1, Huber K, Rohr G, Runnebaum B
Determination of antisperm antibodies in serum samples by means of enzyme-linked immunosorbent assay–a procedure to be recommended during infertility investigation?
Hum Reprod. 1993 Sep;8(9):1405-13.
2. Leushuis E1, van der Steeg JW, Steures P, Repping S, Schöls W, van der Veen F, Mol BW, Hompes PG
Immunoglobulin G antisperm antibodies and prediction of spontaneous pregnancy.
Fertil Steril. 2009 Nov;92(5):1659-65

Sperma-Allergie: Wenn Spermien zum Feind werden

Manchmal kommt es zu einer Überreaktion des Körpers gegen Samenzellen. Was kannst du tun, wenn die Keimzellen zum Feind werden. Und: Ist eine Schwangerschaft überhaupt noch möglich?

Sperma-Allergie: Was bedeutet Immunologische Sterilität für den Kinderwunsch?

Eine Sperma-Allergie ist selten, aber nicht ungefährlich. Unser Immunsystem ist das Frühwarnsystem des Körpers und schützt uns vor Eindringlingen jeder Art. Das ist gut so. Doch manchmal gerät dieses Schutzsystem aus dem Takt und regiert überempfindlich oder falsch. So kann es passieren, dass der weibliche Körper Spermien als feindliche Eindringlinge betrachtet und diese angreift. Die Sperma-Allergie ist extrem selten – allerdings verzeichnen Ärzte seit 2005 eine Zunahme von Fällen.

Sperma-Allergie: Was ist das?

Genau genommen reagiert man bei einer Sperma-Allergie nicht gegen die Spermien, sondern das Seminalplasma – das ist die Flüssigkeit, in der die Spermien unterwegs sind und die das eiweißhaltige Prostataspezifische Antigen (PSA) enthält, welches die Allergie auslöst.

Wenn sich im Zervixschleim Antikörper gebildet haben, haben die Spermien Schwierigkeiten, zur Gebärmutter durchzukommen, unter anderem, weil es zu Schwellungen kommt. Das erschwert eine natürliche Befruchtung oder macht sie sogar unmöglich. Man spricht in diesem Fall von einer Immunologischen Inkompatibilität von Mann und Frau. Dennoch gibt es Möglichkeiten für Paare, diese Inkompatibilität zu überwinden und trotzdem ein Baby zu bekommen – wenn auch nicht immer auf ganz natürlichem Wege. Dazu später mehr.

Die Symptome einer Sperma-Allergie sind:

  • Es juckt beim Sex und brennt in der Vagina.

  • Kommt Sanenflüssigkeit auf die Haut, kommt es zu Schwellungen und Rötungen.

  • Bei einer ausgeprägten Sperma-Allergie kommt es zu Ausschlägen und Quaddeln am ganzen Körper,

  • Übelkeit, Durchfall, Erbrechen

  • und schlimmstenfalls Zuschwellen der Atemwege

  • sowie Herz-Kreislaufprobleme.

Kommt es zu einem anaphylaktischen Schock, kann die Sperma-Allergie sogar tödlich enden. Dies ist zum Glück sehr selten.

Zu häufig unerkannt

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Wie stellt man eine Sperma-Allergie fest?

Um eine Immunologische Inkompatibilität nachzuweisen, wird der sogenannte Postkoitaltest durchgeführt. Damit kann man die tatsächliche Spermiendurchlässigkeit des Zervixschleims prüfen. Für den Test wird aus der Scheide – etwa 2 bis 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr – eine Probe entnommen. Das Gemisch von Zervixsekret und Samenflüssigkeit wird unter dem Mikroskop untersucht. Es wird gezählt, wie viele lebende und bewegliche Spermien sich in der Probe befinden. Wurde in einem vorangegangenen Spermiogramm die Qualität der Spermien überprüft und haben trotzdem nur wenige Spermien überlebt, dann ist davon auszugehen, dass dein Uterus die Spermien deines Partners tatsächlich nicht toleriert.

Schwangerschaft auch bei Sperma-Allergie möglich

Die Therapie richtet sich danach, wo genau das Problem liegt. Bei einer Immunologischen Inkompatibilität lässt sich das Immunsystem noch überlisten. Durch die Gabe von speziellen Medikamenten, die Kortison enthalten, wird die körpereigene Abwehr gehemmt. So haben die Spermien bessere Chancen, sich lebend bis zur Gebärmutter durchzukämpfen. Dort angelangt können sie die Eizelle ganz natürlich befruchten.

Kinderwunsch

Insemination – mit künstlicher Samenübertragung zum Wunschkind

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Um es den Spermien noch einfacher zu machen, kann bei betroffenen Paaren auch eine Insemination durchgeführt werden. Die Spermien werden also direkt in die Gebärmutter gespritzt und umgehen so das feindliche Milieu im Zervixschleim. Eine andere Möglichkeit ist die künstliche Befruchtung im Reagenzglas. Hier kann die Verschmelzung von Samen- und Eizelle quasi in neutralen Gewässern stattfinden und der Frau danach eingesetzt werden.

Doch wie bei jeder künstlichen Befruchtung besteht immer das Risiko, dass der Körper den Embryo abstößt. Es kommt zu einer Fehlgeburt. Welche Maßnahmen für euch als Paar jetzt geeignet sind, dass solltet ihr auf jeden Fall in einer Kinderwunschklinik abklären lassen. Eine Sperma-Allergie muss nicht das Ende für euren Kinderwunsch sein.

„Medizin soll nicht schmecken, sondern wirken!“ Diesen Satz haben Sie als Kind wahrscheinlich auch häufig von Ihrer Großmutter gehört, wenn Sie bittere Tropfen schlucken mussten. Und um den Geschmack zu mildern, sollten wir uns die Nase zuhalten. Glücklicherweise sind die meisten Pharmaka heutzutage durchaus genießbar und wir können zwischen Geschmacksrichtungen wie Honig, Holunder oder Himbeere wählen. Leider wird diese leckere Auswahl bei einem Naturheilmittel nicht angeboten: Sperma.

Zehn Fakten rund ums Sperma

Der männliche Saft soll Medizin sein? „Ja!“ sagen einige Wissenschaftler, die Sperma-Studien durchgeführt haben. Welche wundersame Wirkung das männliche Ejakulat angeblich haben soll:

Sperma gegen Depressionen:

Amerikanische Wissenschaftler führten eine Studie mit sexuell aktiven Studentinnen durch und stellten einen Zusammenhang zwischen Sex ohne Kondom und guter Laune fest. Die Damen, die ohne Verhütung mit ihrem Partner schliefen und damit dem Sperma freien Lauf in ihren Körper ließen (vorher sollten sich bitte beide Partner auf Geschlechtskrankheiten testen lassen) litten deutlich seltener an depressiven Verstimmungen als die verhütenden Frauen. Das männliche Ejakulat enthält angeblich die aufheiternden Hormone Prostaglandin und Dopamin, die über die Vagina aufgenommen werden und so in den Blutkreislauf der Frau gelangen.

Sperma als Mittel gegen Halsschmerzen:

Forscher behaupten: Sperma soll wie ein Antibiotikum wirken. Die Samenflüssigkeit tötet Bakterien, legt sich wie ein Schutzmantel über entzündete Schleimhäute und lindert so Halsschmerzen. Diese Wirkung des männlichen Samen soll der schwedische Professor Malte Björnsen nachgewiesen haben, dessen angebliche Studienergebnisse von deutschen und internationalen Medien publiziert wurden. Doch GLAMOUR hat recherchiert und glaubt: Dies ist nur ein von Männern gestreuter Mythos, um öfter in den Genuss von Oralverkehr zu kommen. Aber, probieren Sie es am besten selbst aus, vielleicht hilft ein Blowjob und die Kraft des Ejakulats ja doch gegen ein Kratzen im Hals.

Sperma als Diabetes-Medizin:

Stammzellbiologen von der Georgetown-Universität in Washington D.C. gelang es, Spermazellen zu isolieren und selbstständig Insulin produzieren zu lassen. Diese senken den Blutzuckerspiegel von Diabetikern. Bisher wurde der Effekt aber nur bei Mäusen erfolgreich getestet.

Sperma für schöne Haut:

Sperma kann nicht nur von innen, sondern auch von außen wirken. Laut der Autorin des Buches „Die sexuellen Geheimnisse der Weißen Tigerin“, Hsi Lai, soll der männliche Samen eine tolle Gesichtsmaske sein. Schon während des Blowjobs werde das Gesicht der Frau gut durchblutet und die Poren öffneten sich. Damit sei die Haut optimal für die Aufnahme des heraussprudelnden, körperwarmen Samens vom Mann vorbereitet. Die in Spermien enthaltenden Proteine, Vitamine (z. B. Vitamin C und B12) und Spurenelemente wie Zink – das z. B. Zellmembranen stabilisiert – sollen helfen, Falten zu mindern. Sie tun also scheinbar nicht nur Ihrem Mann, sondern auch sich selbst einen Gefallen, wenn Sie ihn in oder auf Ihrem Körper kommen lassen.

Auf die Ernährung kommt es an: Der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten und der Verzehr von vielen süßen Früchten soll dazu führen, dass sein „Saft“ besser mundet. Das genügt noch nicht für einen guten Geschmack? Dann gilt noch immer Großmutters Geheimtipp: Nase zuhalten! Oder: Augen zu und durch – falls Sie sich für die Gesichtsmaske entscheiden.

Trotz aller Lobeshymnen auf das Sperma in diesem Artikel sollten Sie nicht vergessen, dass Schlucken kein Safer Sex ist und dabei auch Geschlechtskrankheiten übertragen werden können. Wenn Sie sich also für diese Praktik entscheiden, sollten Sie sicherstellen, dass sowohl Ihr Partner als auch Sie getestet sind.

Sperma macht Frauen gute Laune

Die Wissenschaft entdeckt immer mehr hilfreiche Seiten beim männlichen Lebenssaft: Menschliche Samenflüssigkeit kann offenbar mehr als nur Nachwuchs zeugen. Gerade erst hat eine Studie belegt, dass das kostbare Nass den Zyklus der Frau und somit den Eisprung beeinflussen kann. Nun wollen Forscher von der State University of New York at Albany und der Universität Liverpool auch noch entdeckt haben, dass das Ejakulat – egal, ob oral oder anderweitig eingenommen – vor Depressionen schützt.

Konsequent weitergedacht bedeutet das, dass Frauen, die kein Kondom benutzen, glücklicher sind. Doch das gilt natürlich nur, solange das eigene Leben nicht von Tripper oder Syphilis durchkreuzt oder durch Aids zerstört wird. Die Psychologen Gordon Gallup, Rebecca Burch und Steven Platek hatten zudem gute Gründe für ihre Studie, denn in der Samenflüssigkeit tummelt sich neben (hoffentlich) Millionen von Spermatozoen jede Menge Doping.

Das steckt in „Miraculix‘ Zaubertrank“

Um den Menschen das Sperma schmackhafter zu machen, hat Mutter Natur auf einen bunten Mix gesetzt. Im Ejakulat konnten nicht nur bekannte Glücksbringer wie Endorphine, sondern auch das weibliche Sexualhormon Estogen und sogar Serotonin und Prolaktin nachgewiesen werden, die antidepressiv wirken. Vasopressin, ein Bruder des Adrenalins, macht der Körperchemie Beine.

Doch damit ist der Cocktail noch nicht fertig: Man nehme eine Prise des Stresshormons Cortisol und füge Dopamin und Noradrenalin hinzu – Neurotransmitter, die sich auch in Amphetaminen wiederfinden. Je ein Schuss des natürlichen Sexualhormons Estron und des Kuschelhormons Oxytocin sorgt für gute, zutrauliche Stimmung beim Menschen. Last but not least sorgt Melatonin dafür, dass wir gut einschlafen.

So lief die Studie ab

Angesichts dieser mirakulösen Mischung fragte sich das Forscher-Trio, ob Frauen, die regelmässig Kondome benutzen oder gar keinen Sex haben, unglücklicher sind. Für ihre Untersuchung haben sie 293 College-Studentinnen erst anonymisiert zu ihrem Sexualleben befragt. Anschliessend machten die Teilnehmerinnen einen einfachen psychologischen Selbsttest, der Beck-Depressions-Inventar heisst. Das Ergebnis haben die Wissenschaftler nun im Fachjournal „Archives of Sexual Behaviour“ veröffentlicht.

Demnach weisen Frauen, die keine Kondome benutzen, deutlich weniger Symptome von Depressionen auf als jene, die gelegentlich oder immer mit Pariser verkehren. Und: Zwischen Damen, die keinen Sex haben, und jenen, die auf Nummer sicher gehen, gibt es keinen Unterschied – selbst bei umtriebigen Gummi-Benutzern, so „Medical Daily“ über das Ergebnis des Experiments.

(phi)

Wenn Frauen Schmerzen nach dem Sex haben, könnte der Auslöser eine Sperma-Allergie sein. Was das ist und wie Sie feststellen, ob auch Sie betroffen sind, erfahren Sie hier.

Ständige Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr sind extrem belastend – betroffenen Frauen nehmen Sie häufig die Lust am Sex. Besonders frustrierend: nicht zu wissen, woher die Schmerzen kommen. So geht es vielen Frauen mit einer Sperma-Allergie – dabei könnte ihr Problem ganz schnell gelöst werden.

Was ist eine Sperma-Allergie?

Bei einer Sperma-Allergie reagieren Frauen allergisch auf das im männlichen Sperma enthaltene Eiweiß. Und das bei jedem Mann – sie sind nicht etwa auf einen bestimmten Mann „allergisch“.

Das Problem in den meisten Fällen: Die betroffenen Frauen wissen gar nicht, dass es möglich ist, auf Sperma allergisch zu reagieren und ziehen eine solche Allergie darum gar nicht in Betracht. Weil die Sperma-Allergie so selten ist, stellen Ärzte häufig Fehldiagnosen wie Intiminfektionen.

Anzeichen der Sperma-Allergie

Die Symptome der Sperma-Allergie treten üblicherweise zehn bis 30 Minuten nach dem Kontakt mit dem Sperma auf. Typische Reaktionen sind Brennen, Schmerzen, Juckreiz und Schwellungen im Intimbereich. In schweren Fällen kann es sogar zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen.

Sie möchten wissen, ob Sie unter einer Sperma-Allergie leiden? Probieren Sie aus, ob die Symptome wegbleiben, wenn Sie beim Sex ein Kondom verwenden© istock

Sperma-Allergie? Der einfachste Test

Die Diagnose einer Sperma-Allergie kann wie bei anderen Allergien auch über einen Scratchtest erfolgen, bei dem der Arzt die Samenflüssigkeit auf eine kleine Hautstelle aufträgt.

Genauso effektiv ist ein Test, den Sie bequem zu Hause anwenden können: Probieren Sie aus, ob die Symptome wegbleiben, wenn Sie beim Sex ein Kondom verwenden. Das Kondom ist auch eine sichere Therapiemethode – weitere mögliche Maßnahmen sind die Behandlung mit sogenannten Allergie-Rezeptorblockern, Kortison oder anderen Medikamenten.

Allergie gegen Sperma: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

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Aktualisiert: 14.7.2017 Eine Sperma-Allergie oder auch Seminalplasma Allergie ist in mehr als einer Hinsicht unangenehm. Zum einen sind es Symptome wie Jucken und Brennen etc., die den Patientinnen zu schaffen machen. Zum anderen gehört die Sperma-Allergie zu den Krankheitsbildern, die den Gang zum Arzt zur Peinlichkeit machen. Mit einer Sperma-Allergie muss man sich jedoch nicht abfinden. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München über Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Herr Prof. Ring, wie häufig kommt es vor, dass Frauen unter einer Sperma-Allergie leiden? Und: Kann ein Mann auch auf das eigene Sperma allergisch sein?

Die Allergie gegen Sperma ist selten, aber doch nicht so selten, dass nicht jedes Jahr mehrere Frauen zur Diagnose und Behandlung zu uns kämen. Ich nehme an, dass es eine gewisse Dunkelziffer gibt, die naturgemäß niemand abschätzen kann.

Männer können auf ihr eigenes Sperma nicht im klassischen Sinne „allergisch“ sein. Es gibt jedoch Autoantikörper gegen Spermatozoen, die zur männlichen Unfruchtbarkeit führen können. Dies sind jedoch keine allergisierenden IgE-Antikörper.

Kommt die Sperma-Allergie meist isoliert vor, oder geht sieeinher mit anderen Allergien? Gibt es Risikofaktoren?

Die meisten unserer Patientinnen sind auch gegen andere Umweltstoffe allergisch. Viele leiden auch an Atopischem Ekzem, d.h. Neurodermitis oder unter einer Nahrungsmittelallergie. Es gibt keine bekannten einfachen Risikofaktoren.

Anhand welcher Symptome kann sich eine Allergie auf Sperma äußern?

Die Symptome einer Sperma-Allergie äußern sich meist im Sinne der klassischen Symptomatik einer anaphylaktischen Reaktion. D.h. es beginnt mit örtlichem Juckreiz, der sich aber ausbreitet und zur Bildung von Quaddeln oder großflächigen Schwellungen am ganzen Körper Anlass geben kann. Parallel zu diesen Hauterscheinungen kann es zu Atemnot oder Übelkeit kommen sowie zur Beteiligung des Herz-Kreislauf-Systems mit Herzklopfen, Blutdruckabfall bis hin zur Ohnmacht und zum Bewusstseinsverlust. Im schlimmsten Fall kann ein tödlicher anaphylaktischer Schock eintreten.

Spermaallergie – seltene Allergie gegenüber Spermaflüssigkeit

Sie ist zwar selten, aber es gibt sie: die Sperma-Allergie. Bei der Spermaallergie löst ein Prostata-spezifisches Antigen die Symptome bei der Frau aus. Die Allergie ist dabei nicht an einen bestimmten Partner gebunden: Frauen mit Spermaallergie reagieren auf das Protein im männlichen Sperma grundsätzlich allergisch.

Wie bereits berichtet, ist die Sperma-Allergie eine ernstzunehmende Erkrankung, die bei Frauen meist zwischen zwanzig und dreißig Jahren auftritt. Allergisch reagiert die Frau allerdings nicht auf die Spermazellen, sondern auf ein Protein, das sich in der Spermaflüssigkeit aller Männer befindet. Die Reaktionen reichen von Brennen, Jucken, Schwellungen über Hautausschläge, Durchfall, Erbrechen bis hin zum anaphylaktischen Schock, der sogar tödlich enden kann.

Anmerkung: Die Spermaallergie betrifft vorrangig, aber nicht ausschließlich Frauen – auch Männer können eine Allergie auf ihr eigenes Sperma entwickeln. Mediziner nennen dieses Krankheitsbild „Postorgansmic Illness Syndrome“, kurz: POIS. Das mysteriöse Syndrom wurde zum ersten Mal im Jahr 2002 beschrieben, Betroffene berichten von Fieber, extremer Müdigkeit und brennende Augen. Die Symptome treten einige Minuten nach der Ejakulation auf und können bis zu einer Woche andauern.

Ursachenforschung

Wie kaum bei einer anderen diagnostischen Abklärung steht bei der vermuteten Spermaallergie bei der Frau die sorgfältigste Anamnese im Vordergrund. Nur sie kann Hinweise auf Sensibilisierungen durch andere, nicht im Seminalplasma vorkommende Allergene (z.B. Latex im Kondom, vaginale Kontrazeptiva, Lubrikanzien, Lokalanästhetika in manchen Kondomen) sicher ausschließen.

Um eine Spermaallergie genau zu diagnostizieren, müssen beide Partner medizinisch untersucht werden, denn nicht jede unregelmäßige Körperreaktion muss gleich eine Sperma-Allergie sein. Bei der Spermaallergie dürfte ein Prostata-spezifisches Antigen (PSA) die Symptome bei Frauen auslösen.

Dass das PSA tatsächlich etwas mit der allergischen Reaktion nach dem Geschlechtsverkehr zu tun hat, wurde auch durch folgende Beobachtung gestützt: Bei homosexuellen Männern ist bisher keine Sperma-Allergie beschrieben worden – das Immunsystem toleriert ja PSA bei Männern. Immunogen ist offenbar hauptsächlich das PSA-Hauptantigen. Die Sensibilisierung ist speziesspezifisch, d. h., zur Prophylaxe den Geschlechtspartner zu wechseln, bringt nichts.

Seit 2005 kennt man die genauen Ursachen der Allergie: Als auslösendes Allergen wurde eine Substanz namens Kallikrein aus dem Seminalplasma identifiziert. Es handelt sich dabei um einen Bestandteil des PSA, ein Enzym, das die Aminosäure Serin in seinem aktiven Zentrum enthält und Proteine zu spalten vermag. Beim Samenerguss des Mannes hat es normalerweise die Funktion das Ejakulat flüssiger zu machen.

Symptome

Juckreiz, Brennen, Erytheme und Ödeme im Vulvabereich oder an anderen Kontaktstellen des Sperma können sofort oder auch mit kurzer zeitlicher Verzögerung (30 min) einsetzen. Generalisierte systemische Reaktionen äußern sich etwa als Schluckstörungen, gastrointestinale Symptome mit Erbrechen oder Diarrhoe oder als anaphylaktischer Schock. Auch Uteruskontraktionen in den folgenden 24 Stunden werden von den Patientinnen genannt.

Die Frauen sensibilisieren sich möglicherweise bereits beim Petting. Gelangt Sperma auf die Haut der Frauen, kann es zu ersten leichten Rötungen sowie leichtem Juckreiz kommen, ohne dass die Frauen dies bewußt wahrnehmen. Auffällig ist bei einer Spermaallergie der hohe Anteil an Frauen, welche die Symptome gegen Sperma bereits nach dem ersten intravaginalen Geschlechtsverkehr bemerken.

Diagnose

Offiziell wurden weltweit erst wenige Fälle publiziert, allerdings dürfte die Dunkelziffer der Betroffenen vermutlich viel höher sein, zum einen deshalb, da viele Betroffene aus falscher Scham und Unglauben dieser Allergieform ärztliche Konsultationen meiden, zum anderen, da nur die wenigsten Ärzte diese Allergie tatsächlich kennen.

Um sicherzugehen wird ein so genannter Scratchtest bei der Frau durchgeführt. Dazu wird vorher im Labor das Sperma des Partners aufbereitet. Die Spermaflüssigkeit wird dabei von den Samenzellen getrennt, denn bei einer richtigen Spermaallergie sind es eben nicht die Spermien selbst, auf die eine Frau reagiert, sondern eines der vielen Proteine, das sich in der Spermaflüssigkeit befindet. Die Testflüssigkeit wird nun in verschiedenen Verdünnungen auf die Haut gebracht. Sollte der Test positiv sein, beginnt sich die Haut zu röten, danach bilden sich die typischen Quaddeln an der Oberfläche.

Vorbeugung und Therapie

Die einzige Prophylaxe ist, Kondome zu verwenden, wobei zuvor eine Latexallergie auszuschließen ist. Schließlich können Frauen intrakutan oder intravaginal hyposensibilisiert werden, etwa mit unfraktioniertem Ejakulat oder mit PSA-Fraktionen. Bei der Hyposensibilisierung, wird das Allergen schrittweise in immer höheren Dosen verabreicht, um so den Körper langsam daran zu gewöhnen. Wenn alles nichts hilft, muss allerdings medikamentös vorgegangen werden. Man kann Antihistaminika verschreiben, wie man sie aus der Heuschnupfen- oder aus der allergischen Asthmatherapie kennt. An der Klinik in München plant man die intravaginale Hyposensibilisierung mit einem Extrakt aus gefiltertem Seminalplasma.

Richtig kompliziert wird es für die Spermaallergikerin beim Wunsch nach eigenen Kindern, denn dann muss das Sperma des Partners erst gewaschen werden. Im Labor wird das Ejakulat aufbereitet. In der Zentrifuge trennen sich die Spermazellen von der Spermaflüssigkeit – die Zellen sind schwerer und setzen sich daher unten ab. Mit einer Nährlösung werden die Spermazellen zehn Minuten in den Brutschrank bei 37 Grad Körpertemperatur gestellt. Danach haben sich die besonders aktiven Spermien oben abgesetzt.

Dannach gibt es zwei Möglichkeiten Sperma und Ei zusammenzubringen. Bei der künstlichen Befruchtung wird das Sperma direkt in die Gebärmutter eingebracht. Der Kontakt mit der Spermaflüssigkeit ist so ausgeschlossen. Die andere Möglichkeit ist die in vitro-Methode, bei der das Kind in der Retorte gezeugt wird, das Sperma also direkt in die Eizelle gespritzt wird. Nach den ersten Zellteilungen wird der Fötus dann in den Mutterleib eingepflanzt. Die so entstehenden Schwangerschaften verlaufen dann in der Regel problemlos.

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Linktipps

– Gibt es Spermaallergie wirklich?
– Latex-Allergie
– Allergisches Kontaktekzem
– Allergietest: Chip hilft bei Diagnose von Allergien
– POIS: Allergie gegen das eigene Sperma

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