Angst vor zahnarzt

Inhalte

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht wenigstens ein mulmiges Gefühl beim Gedanken an den Zahnarzt hat. Tatsächlich fürchtet sich in Deutschland jeder Zehnte und hat panische Angst vor dem Zahnarzt. Und dennoch: Wenn Sie gesunde Zähne haben möchten, sollten Sie diese Phobie überwinden. Erfahren Sie hier, wie Sie die Angst vor dem Zahnarzt überwinden.

Wenn die Angst vorm Zahnarzt größer ist als das Loch im Zahn

Ursprünglich ist die Angst ein Instrument, das uns schützen soll. So betreten wir aufgrund dessen keine gefährlichen Gebiete oder berühren keine giftigen Tiere. Innerhalb der Evolution hat sich dieser Schutzmechanismus im Menschen entwickelt. Doch Furcht kann auch negative Folgen haben und eine Art Lähmung verursachen, die uns in ungefährlichen Situationen handlungsunfähig macht. So auch bei der Zahnarztangst, die sich im schlimmsten Fall sogar zu einer ausgereiften Zahnarztphobie entwickeln kann.

Erfahren Sie hier, wie Karies erkannt und behandelt wird >>

Symptome: Vom Unwohlsein bis zur Zahnarztphobie

In der heutigen Zeit, in der Technologie und Fortschritt Einzug in unser Leben genommen haben, können wir einen Kontrollverlust kaum akzeptieren. Doch eine solche Situation entsteht für den Patienten in der Zahnarztpraxis.

Angstpatienten fühlen sich hier völlig ausgeliefert. Viele empfinden schon beim Gedanken an die Praxisräume ein Gefühl der Beklemmung. Mit schwitzenden Händen und kaltem Schweiß begibt sich der ängstliche Patient dann vermeintlich wehrlos auf den kaum einladenden Stuhl. Die Möglichkeit, eventuell Schmerzen bei der Behandlung verspüren zu können, steigert das unangenehme Gefühl. Wenn der Zahnarztbesuch dann immer weiter aufgeschoben wird und der Patient Zahnbeschwerden sowie „schlechte Zähne“ bekommt, wird die Zahnarzt-Angst noch größer und der Teufelskreis nimmt seinen Lauf.

Ursachen: Woher kommt die große Angst vorm Zahnarzt?

Das Gebiss ist weit mehr als nur ein Kauwerkzeug:

  • Beim Gebiss handelt es sich um sehr sensible Wahrnehmungs- und Sinnesorgane des Menschen.
  • An den Zähnen ist das Schmerzempfinden sehr groß – darum schmerzt nicht nur das Loch im Zahn, sondern auch der Besuch der Zahnarztpraxis.

Gut zu wissen: Bis in die späten 1980er Jahre haben Kinder bei Zahnbehandlungen keine Narkose erhalten und mussten die Schmerzen der Behandlung ohne lokale Betäubung ertragen. Die schlechten Erfahrungen von damals erklären, wieso diese Generation den Gang zum Zahnarzt häufig fürchtet.

Erste Hilfe: 6 Tipps gegen die Angst vorm Zahnarzt

So simpel es klingen mag: Entspannen Sie sich! Die krankhafte Angst wird nicht geringer, wenn Sie mit angespannter Muskulatur und blockiertem Geist die Zahnbehandlung über sich ergehen lassen. Das starke Gefühl des Unwohlseins ist in dem Moment, bei dem das letzte Mal der Mund ausgespült wird, auch schon vorbei. Selbst wenn jetzt noch Schmerzen bestehen, können diese dank einem Schmerzmittel ebenfalls besiegt werden.

1. Benennen Sie Ihre Zahnarztphobie

Als Angstpatient sollten Sie gleich zu Beginn der Behandlung Ihre Ängste aussprechen und den Arzt bitten, sich einen Moment für ein Gespräch zu nehmen. Schon allein das ist eine Hilfe und das Aussprechen kann Ihre Anspannung lösen.

2. Suchen Sie sich einen verständnisvollen Zahnarzt

In der Regel hat jeder Behandler für Ihr Problem Verständnis. Nur selten werden Sie eine unsensible Antwort, wie „Jetzt stellen Sie sich mal nicht so an!“ erhalten. Doch selbst dann können Sie die Situation in die Hand nehmen, denn als Patient können Sie jetzt noch immer das Gespräch beenden und die zahnärztliche Behandlung abbrechen. Niemand kann Sie dazu zwingen sitzen zu bleiben, wenn Sie sich unwohl fühlen.

Wenn Sie Ihren Behandler nicht sympathisch finden, sollten Sie nach einem anderen suchen. Denn gerade für Sie ist es wichtig, einen Zahnarzt Ihres Vertrauens zu finden.

Fragen Sie schon bei der Anmeldung, ob der Zahnarzt Verständnis für Angstpatienten hat und Behandlungen gegebenenfalls auch unter Vollnarkose durchführt.

Es ist durchaus möglich, dass Sie diese gar nicht benötigen. Doch im ersten Moment schafft das Wissen um die Möglichkeit eine Erleichterung. Die ersten Momente der Angst hätten Sie damit bereits hinter sich gebracht.

3. Die Verhaltenstherapie als Lösung bei der Angst vorm Zahnarzt

Alternativ eignet sich eine Verhaltenstherapie. Angstpatienten mit schwerer Dentalphobie können hier wirklich große Erleichterung erfahren. Psychotherapeuten bieten eine solche Verhaltenstherapie an.

Viele Therapeuten bedienen sich dabei einem einfachen Tool: Der progressiven Muskelrelaxation.

Sie erlernen mit dieser Entspannungsmethode eine Technik, die Ihnen bei der Zahnarztangst hilft. Das gezielte Entspannen der Muskeln sorgt letztendlich auch für eine Entspannung des Geistes. Bei einer solchen Verhaltenstherapie lernen Sie Ihre Ängste und deren Ursprung kennen. Und es ist genau dieses Wissen, das Sie im Nachhinein befähigt, die Zahnarztangst hinter sich zu lassen. Gleiches gilt natürlich auch für jede andere Phobie.

4. Austauschen über die Zahnarztangst im Forum

Eine andere Möglichkeit Ihrer Dentalphobie zu begegnen, ist eine Person im Freundeskreis oder in der Familie zu finden, mit der Sie über Ihre Ängste sprechen können. Sie müssen sich nicht für Ihre Zahnarztangst schämen und sollten Hilfe annehmen. Wenn Sie sich nicht vor Ihren Freunden öffnen wollen, fällt es Ihnen vielleicht leichter von anderen Menschen mit Zahnarztangst Ratschläge anzunehmen.

Die Zahnarztangst in einem Forum zu besprechen, kann sehr wirksam sein, weil Sie sich anonym über Probleme und mögliche Lösungen austauschen können.

Möglicherweise hat ein anderer Angstpatient bereits eine Methode gefunden, diese Phobie zu überwinden und kann Ihnen Hilfe leisten.

5. Autogenes Training, um die Angst vorm Zahnarzt zu überwinden

Dabei handelt es sich um eine Entspannungstherapie, die auf eine sehr einfache wie wirkungsvolle Weise funktioniert. Mit dieser Entspannungstechnik überwinden Sie nicht nur die Dentalphobie, sondern auch die Angst vor der Spritze, vor überfüllten Räumen oder vor der simplen Prüfungsangst.

Es werden gedanklich Sätze zur Beruhigung von Körper und Geist ausgesprochen, die für eine messbare Entspannung des Körpers sorgen. So reguliert sich beispielsweise der Blutdruck und die Herzfrequenz, die Entspannung setzt ein und Sie verlieren von Minute zu Minute Ihre Ängste.

Der positive Nebeneffekt dieser Entspannungstechnik gegen die Zahnarztangst: Das Wiederholen beruhigender Sätze durchbricht die Konzentration auf die zahnärztliche Behandlung. Sie sind damit beschäftigt, bestimmte Sätze aufzusagen. Die Furcht vor Schmerzen oder Geräuschen wird zweitrangig.

Gut zu wissen: Das autogene Training wurde Anfang des letzten Jahrhunderts von einem Berliner Arzt als eine abgeänderte Form der Hypnose entwickelt. Das medizinisch anerkannte Verfahren gilt als sehr wirksam und leicht zu erlernen.

Ein Kurs für autogenes Training wird oftmals sogar bezahlt. Da dieses Verfahren wissenschaftlich anerkannt ist und sich bewährt hat, zahlen die meisten Krankenkassen einen solchen Kurs. Auch Volkshochschulen bieten preisgünstige Kurse an.

6. Alternativ hilft Hypnose bei der Angst vorm Zahnarzt

Bei der Angst vorm Zahnarzt gilt ähnliches auch für Hypnose. Das Prinzip ist dem autogenen Training sehr ähnlich, wenn vielleicht auch etwas schwieriger zu erlernen. Wenn Sie sich bei der Hypnose wohlfühlen, kann diese Technik auch für Sie eine Alternative zur Bekämpfung der Dentalphobie sein. Inzwischen gibt es viele spezialisierte Zahnärzte, die Hypnose anbieten: Machen Sie den ersten Schritt und vereinbaren Sie einen ersten Termin!

Die Vollnarkose als letztes Mittel bei der Zahnarztphobie

Eine Vollnarkose ist möglich, meist jedoch nicht die beste Wahl. Sie ist eine große Belastung für den Körper und Komplikationen sind nicht selten. Außerdem sind Sie dann nicht in der Lage während der Behandlung aktiv mitzuarbeiten. Ein „Klappern“ mit den Zähnen, um den Biss zu prüfen, oder ein kurzes Ausspülen mit Wasser ist unmöglich. Ihre Empfindungen sind bei der Zahnbehandlung außerdem ein wichtiger Hinweis für den Behandler – betäubt können Sie diese nicht mehr mitteilen.

Außerdem: Aus langfristiger Sicht wird die Zahnarztphobie nicht reduziert, sondern bleibt bestehen. Bei regelmäßigen Terminen kann nicht jedes Mal eine Vollnarkose gegeben werden, da sie den Organismus zu sehr belastet.

Informieren Sie sich hier ausführlich über die Lokalbetäubung und Vollnarkose >>

An der Zahnarztangst sollte also bewusst gearbeitet werden. Die optimale Situation ist erreicht, wenn Zahnarzt und Angstpatienten eine gute Vertrauensbasis haben.

Beachten Sie: Eine Kostenübernahme der Vollnarkose durch die gesetzliche Krankenkasse findet nur statt, wenn Ihre Zahnarztangst tatsächlich eine Dentalphobie darstellt. Dies muss von einem Psychologen nachgewiesen werden. 6 Tipps gegen Angst vorm Zahnarzt: Hilfe für Angstpatienten 4.4 bei 7 Bewertungen

Angst vorm Zahnarzt

Wann ist die Angst vorm Zahnarzt (Zahnarztangst) oder Zahnärztin eine Phobie?

Sobald es diese Zahnarztangst den Betroffenen nahezu unmöglich macht, einen Zahnarzt aufzusuchen, ist von einer regelrechten Zahnarztphobie bzw. Zahnbehandlungsphobie (Zahnbehandlungsangst) zu sprechen. Hierunter ist eine extrem gesteigerte Angst vor dem Zahnarzt und einer Zahnbehandlung zu verstehen.

Diese panischen Zustände gehen mit Schweißausbrüchen und Zittern einher. Patienten leiden Tage vor dem anberaumten Termin unter extremer Ängstlichkeit. Angst vor dem Zahnarzt kann entweder ganz grundlos sein oder seine Ursache in einem langfristig bestehenden psychologischen Trauma haben. Dieses können durch schmerzhafte Zahnbehandlungen oder wenig einfühlsame Zahnärzte in der Vergangenheit entstanden sein. Ebenso können viele absolvierte Zahnbehandlungen, die unter Umständen mit Schmerzen während oder nach der Behandlung verbunden waren, zu einem solchen Trauma führen.

Schon die typischen Geräusche einer Zahnarztpraxis können die Phobie hervorrufen, weil negative Erlebnisse in der Vergangenheit auf einem Zahnarztstuhl damit assoziiert werden. Das Phänomen ist nicht selten; rund 15 Prozent aller Deutschen sind von der Dentalphobie betroffen.

Panische Angst vorm Zahnarzt oder der Zahnärztin kann dazu führen, dass regelmäßige Besuche beim Zahnarzt nicht mehr wahrgenommen werden. In der Folge leidet die Zahngesundheit mehr und ernsthaften Zahnerkrankungen sind Tür und Tor geöffnet.

Studie zum Thema Dentalphobie (Oralphobie)

Wem schon beim Gedanken an einen Zahnarztbesuch der Schweiß ausbricht, wer zu zittern beginnt und Panikattacken bekommt, wenn er Zahnarztgeräte nur sieht, der vermeidet Zahnbehandlungen oft jahrelang – mit schmerzhaften Folgen. Es entsteht bei dem Patienten langfristig eine Angststörung, die sich rund um die Zähne und den Zahnarzt kreist. Damit hat sich eine Studie der Universität befasst.
Demnach leiden rund zwölf Millionen Bundesbürger unter der Dentalphobie. Für einen Phobiker kann schon das Telefonat wegen eines Zahnarzttermins eine unüberwindliche Hürde darstellen. Sie finden Wege, sich vor allem zu drücken, was mit dem Zahnarzt zu tun hat – bis die Zahnschmerzen unerträglich werden und eine große Behandlung unausweichlich ist.

Die Dentalphobie (Zahnarztangst) der meisten Befragten entstand durch schmerzhafte Zahnbehandlungen oder wenn bei bestehender Angst vor dem Zahnarzt nicht das richtige Behandlungsverfahren gewählt worden ist. So entsteht eine Angstspirale, die bei den Patienten über einen längeren Zeitraum eine tief gehende Angststörung und ausgewachsene Phobie hervorrufen kann.

Typischen Symptome bei einer Angst vor der Zahnbehandlung

  • Von Zahnbehandlungsangst betroffene Patienten fühlen sich beim extrem hilflos und ausgeliefert.
  • Während der Angstphase leiden Patienten mit Dentalphobie unter einem extrem schlechten Allgemeinzustand.
  • Angstpatienten sind auch bei der Kommunikation mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin verunsichert und schämen sich aufgrund ihrer Zahnarztphobie.
  • Durch schmerzhafte Behandlungen an einem Zahn oder Unverständnis des Arztes hat das Vertrauen gegenüber Zahnärzten in der Vergangenheit stark gelitten.
  • Bereits umfangreiche Schäden am Zahnapparat bedingt durch ausbleibende Besuche beim Zahnarzt in den letzten Jahren.

Woher kommt die Angst vorm Zahnarzt?

Das Gefühl des Kontrollverlusts bereitet allen Menschen Unbehagen. Zumindest bei einem Teil der durch Angst vom Zahnarzt Betroffenen lässt sich die Phobie damit erklären, dass auch ihre Angst vor dieser Situation des Ausgeliefertseins ausgeprägt ist. Etwa 70 bis 80 Prozent der Angstpatienten geben an, dass sie während ihrer Kindheit eine schmerzhafte Erfahrung beim Zahnarzt gemacht haben.
Dieses Erlebnis prägt sich nicht nur tief in das Gedächtnis ein, sondern wird im Abstand einiger Jahre sogar noch überhöht. Nicht selten geschieht dies unbewusst, um die aktuelle Angst vorm Zahnarzt vor sich selbst zu rechtfertigen. Um Kinder zu sensibilisieren, empfiehlt sich daher ein spezialisierter Kinderzahnarzt.

  • Zahnarztangst bei Kindern – Wie kann sie bekämpft werden?

Angstfreie Zahnarztbesuche sind möglich

Durch spezielle, sanfte Methoden im Bereich der Oralchirurgie können Ängste vor dem Zahnarzt dauerhaft im Tiefschlaf abgebaut werden. Eine Zahnbehandlung im Dämmerschlaf wäre beispielsweise denkbar. Bei welcher sich der Patient während einer Zahnbehandlung im Dämmerschlaf befindet. Der Patient wird von dem jeweiligen Eingriff somit nichts mitbekommen und erst nach erfolgreicher Behandlung wieder aufwachen. Bei längerfristigen Eingriffen kann auch eine Vollnarkose verabreicht werden.

Durch geschultes Personal und professionelles Monitoring des Patienten können in modernen Zahnarztpraxen Tiefschlafbehandlungen und Sedierungen routiniert durchgeführt werden. Bereits nach einer kurzen Überwachungszeit kann der Patient die Praxis in Begleitung verlassen.

Durch eine solche garantierte Schmerzvermeidung wird eine Angst vorm nächsten Besuch auch bei auf ein absolutes Minimum reduziert.

Schwerpunkt auf Zahnbehandlung von Patienten mit Zahnarztphobie

Bei der Behandlung von Patienten mit Angst vor der Zahnarztbehandlung ist es wichtig, sich voll und ganz auf den Patienten einzulassen und auf sie einzustellen. Unser gesamtes Praxisteam hat viel Erfahrung im Umgang mit Angstpatienten. Unsere Mitarbeiter werden auf Patienten mit Angst vorm Zahnarzt geschult, das die Patienten mit viel Einfühlungsvermögen und Empathie empfängt und behandelt. Jeder Patient wird bei uns so behandelt, wie er es verdient und sich wünscht. Unser Team steht Ihnen mit Zuverlässigkeit, Gelassenheit und Kompetenz für Patienten mit Dentalphobie zur Verfügung und helfen somit, die Angst zu überwinden.

Zahnsanierung trotz Angst – Zahnarzt Dr. Seidel sorgt für eine stressfreie Behandlung ohne Zahnarztphobie

Eine notwendige Zahnsanierung sollte nicht aufgeschoben werden: Je länger die fällige Behandlung aussteht, desto umfangreicher muss der Eingriff in der Zahnarztpraxis von Dr. Seidel ausfallen und mehr Zahnersatz wird benötigt. Häufig ist es dann nicht mehr möglich, einzelne Zähne zu retten. Bei Patienten mit Angst vorm Zahnarzt gilt dies insbesondere, weil der letzte Praxisbesuch oft lange zurückliegt.
Dabei ist eine Zahnsanierung nur dann möglich: Durch eine Vollnarkose nimmt der Patient die Behandlung durch Zahnarzt Dr. Seidel nicht war, was vor allem bei längeren Eingriffen von Vorteil ist. Alternativ genügt es häufig, den Betroffenen durch eine leichte Sedierung in eine Art Dämmerschlaf zu versetzen, welcher die Zahnsanierung erträglich macht.

Angst vorm Zahnarzt ist gleich Kontrollverlust?

Kennzeichnend für den Zahnarztbesuch ist das Gefühl des Kontrollverlusts. Stärker als bei anderen Behandlungen und Untersuchungen hat der Patient in der Praxis das Gefühl, keinen Einfluss nehmen zu können. Schlimmer noch: Es lässt sich für ihn nicht erblicken, was in seinem Mund geschieht. Mögliche Schmerzreize treten plötzlich und unvorhergesehen im Mund auf.

Was macht einen Spezialisten für Zahnarztangst (Zahnarztphobie / Dentalphobie) aus?

Ein tiefes Vertrauen zum Personal der Praxis ist für Patienten einer der wichtigsten Aspekte beim Zahnarztbesuch. Zahnärzte, die auf die Behandlung von vorbelasteten Patienten spezialisiert sind, bringen viel Empathie und Erfahrung im Umgang mit Angstpatienten mit. Auch bei der Gestaltung der Praxis werden die Bedürfnisse von Patienten mit Angst vorm Zahnarzt berücksichtigt. So ist eine Gestaltung in eher untypischen, warmen Farben ebenso üblich wie die Ablage von Spritzen und Arbeitsgeräten außerhalb des Blickfelds der Patienten.
Darüber hinaus bieten Spezialisten auch eine Behandlung mit leichter Sedierung, einer Art Dämmerschlaf, oder gar einer Vollnarkose zur Schmerzausschaltung an.

Worüber sollte man mit seinem Zahnarzt bei einer erhöhten Angst vor der Behandlung sprechen?

Grundsätzlich sollte der Zahnarzt über die Phobie informiert werden. Beinahe jeder Zahnarzt hat mit Angstpatienten bereits Erfahrungen und ist bemüht, ein Vertrauensverhältnis zu schaffen. Darüber hinaus hilft es vielen Patienten, wenn die notwendigen Behandlungsschritte im Vorfeld detailliert besprochen werden. Dadurch wird an der Behandlung selbst zwar nichts geändert, die Gewissheit schafft beim Patienten aber ein Gefühl der Sicherheit und Vorhersehbarkeit. Genau das Fehlen dieser Faktoren löst die Zahnarztangst häufig aus.

Wie erfolgt die Behandlung bei panischer Angst vorm Zahnarzt?

Ist die Angst vorm Zahnarzt ausgeprägt, genügt einfühlsames Praxispersonal kaum, um eine Behandlung zu ermöglichen. Auf Angstpatienten spezialisierte Zahnärzte bieten dabei eine Sedierung an, bei der der Patient in einen schläfrigen Zustand versetzt wird. Anders als bei der Vollnarkose bleibt der Patient dabei ansprechbar und nimmt die Behandlung wahr. Dennoch kann das Schmerz- und Angstempfinden ausgeschaltet werden. Während der Sedierung lässt sich die Tiefe des Schlafs regulieren, sodass Angstattacken weitgehend ausgeschlossen werden können. Bei langen Behandlungen und extremer Zahnarztangst besteht aber auch die Möglichkeit der Vollnarkose.

  • Hypnose – Kann Hypnose bei Angst vorm Zahnarzt helfen?

Wie überwinden Angstpatienten die Angst die panische Angst vorm Zahnarzt?

Etwa 70 bis 80 Prozent aller Betroffenen machen ein für sie schlimmes Erlebnis beim Zahnarzt für die ausgeprägte Zahnarztangst verantwortlich. Weil danach meist konsequent weitere Zahnarztbesuche verhindert werden, konserviert sich das Unbehagen – positive Erfahrungen werden dadurch nicht gemacht. Aus diesem Grund kommt kaum eine Therapie ohne eine Form der Konfrontation aus. Wo die Ängste jeweils liegen, ist stark unterschiedlich, vielen Patienten bereitet schon die Terminvereinbarung Sorgen. Erfolgreiche Therapien sind darauf angelegt, diese Situationen so lange erneut durchzuspielen, bis das Angstempfinden nachlässt. Ebenso kann der Umgang mit der Zahnarztphobie erlernt werden. Die ohnehin unrealistischen, überhöhten Befürchtungen, nach denen große Schmerzen drohen, können durch positive Gedanken („Die Behandlung geht schon vorbei“) ersetzt werden. Einige Therapeuten zeigen Videos von Zahnarztbehandlungen und bitten die Patienten, sich selbst gedanklich in diese Situation zu versetzen. Durch eine dezidierte Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Behandlung werden Phobien abgebaut. Die Patienten erkennen, dass ihre Ängste übertrieben sind.

Wie weit können homöopathische Mittel bei Zahnbehandlungsphobie(Zahnbehandlungsangst) helfen?

Homöopathische Mittel können bei Angst vorm Zahnarzt eine Hilfe sein. Obwohl sie die Angstzustände nicht heilen, können sie diese reduzieren und für einen entspannteren Umgang mit Zahnarzt-Terminen sorgen.
Wählen Sie die homöopathischen Medikamente typ-bezogen aus und setzen Sie sich im ersten Schritt mit den Gründen Ihrer Angst auseinander.

  • Arsenicum album hilft bei Angst vor Schmerzen oder dem Unbekannten.
  • Calcarea carbonica reduziert die Ängste generell ängstlicher Menschen, die unangenehme Situationen meiden und für die eine ausführliche Beschreibung der Behandlung Erleichterung bringt.
  • Lycopodium ist das Mittel der ersten Wahl, wenn Sie ein vorsichtiger Mensch sind und auf Angst mit Magenschmerzen reagieren, aber großen Wert auf Ihr Äußeres legen.
  • Medorrhinum hilft Ihnen bei Angst vor dem Unbekannten mit einer Neigung zur Hektik und zu Panikattacken.

Zusätzlich zu diesen vier homöopathischen Präparaten stehen noch weitere zur Auswahl bei Angst. Zahnärzte empfehlen, abhängig davon, welcher Typ Sie sind, eines der genannten Präparate in der Niedrigpotenz D6-12. Diese können sie drei bis fünf Tage vor dem Termin beim Zahnarzt einnehmen.

Vollnarkose bei extremer Angst vor einer Zahnbehandlung in der Zahnklinik oder beim Zahnarzt

Bei der Vollnarkose wird das Bewusstsein des Patienten wie auch sein Schmerzempfinden vollkommen außer Kraft gesetzt. Dabei wird ein schnell wirkendes Schlafmittel in die Vene gespritzt, um einen Tiefschlaf herbeizuführen. Danach sorgt die Zuführung von Lachgas und Sauerstoff dafür, dass die Narkose aufrechterhalten wird. Durch die Regulation der Gasanteile kann der Narkosearzt den Patienten nach der Behandlung zügig erwachen lassen. Weil Blutdruck, Herzfrequenz und Sauerstoffgehalt des Blutes während der Vollnarkose ständig überwacht werden, ist das gesundheitliche Risiko heute gering.

  • Wie ist der Ablauf einer Vollnarkose beim Zahnarzt und was sind die Risiken?
  • Was sind die Kosten einer Vollnarkose beim Zahnarzt und woraus setzen sich diese zusammen?
  • Ketamin als Alternative zur Vollnarkose beim Zahnarzt

Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten einer Behandlung bei Angst vorm Zahnarzt und unseren Leistungen erfahren?

Rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch unter:
033203/85200

Angst vorm Zahnarzt verlieren? 6 praktische Tipps!

Wer hat Angst vorm weißen Mann? Eigentlich fast alle Patienten. Nur jeder vierte Deutsche tritt seinen Zahnarztbesuch entspannt an. Allen anderen wird oft schon beim bloßen Gedanken an Begriffe wie Zahnersatz oder Parodontitis mulmig.

Fünf Prozent der Patienten leiden sogar an einer echten Zahnarztphobie und gehen erst gar nicht zum Zahnarzt – die stärkste Ausprägung aller Angstpatienten.

Fühlst du dich selbst als Angstpatient angesprochen? Mit den richtigen Strategien wird dein nächster Gang in die Zahnarztpraxis keine große Hürde mehr.

Angst vorm Zahnarzt? 6 praktische Tipps

Richtige Wahl des Zahnarztes

Vertrauen und Sympathie sind entscheidende Kriterien bei der Auswahl. Du kannst deinem derzeitigen Zahnarzt deine Ängste und Sorgen nicht mitteilen? Schaue dich nach Alternativen für deine Zahnbehandlung um. Frage vor allem auch Freunde und Familie nach Empfehlungen und überzeuge dich dann persönlich.

Positive Stimmung

  • Wenn du schon 3 Tage vor dem Gang in die Zahnarztpraxis nicht schlafen kannst, dann solltest du definitiv deinen Fokus verschieben. Beschäftige dich mit Dingen, die dir Spaß machen. Gehe ins Kino, höre deine Lieblingsmusik oder triff dich mit guten Freunden zum Essen. Versuche dich bewusst abzulenken, sodass du kaum noch an deinen Zähne denken musst. Auch wenn du schon im Wartezimmer sitzt, kannst du dir noch stimmungsvolle Musik anhören.
  • Kleiner Tipp: Wenn du lächelst, wird die körperliche Bewegung deiner Lippen automatisch an deine Psyche übertragen. Du kannst nicht gleichzeitig lachen und Angst haben. Dasselbe gilt für Dankbarkeit. Was macht dich glücklich und zufrieden? Wie du Dankbarkeit gezielt lernen kannst, erklärt dir Psychologe Dr. Henning Freund.

Lokale Betäubung

  • Insbesondere Menschen, die schon in den 80ern beim Zahnarzt waren, leiden unter der Zahnarztangst. Heutzutage gibt es jedoch lokale Betäubungsmittel, die schnell und gut wirken.
  • Wenn gar nichts hilft, bleibt dir immer noch die Möglichkeit einer Narkose. Eine Vollnarkose geht allerdings auch immer mit Risiken einher und hilft dir vermutlich nicht, deine Zahnarztphobie dauerhaft zu überwinden.
  • Bei einer Vollnarkose spürst du zwar keine Schmerzen, kannst dem Zahnarzt jedoch auch kein Feedback geben. Ohne Narkose sprichst du am besten vorab ein Signal mit deinem Zahnarzt ab. Damit signalisierst du ihm aufkommende Schmerzen während der Behandlung deiner Zähne.

Regelmäßige Besuche

  • Je länger du deinen Zahnarztbesuch hinausschiebst, desto größer wird deine Angst vorm Zahnarzt. Wer jedes Jahr zur Kontrolle geht, macht sich weniger Sorgen um seine Zähne!
  • Solltest du den Zahnarzt wechseln, kannst du auch erst mal einen Termin zum Kennenlernen vereinbaren. Dadurch bekommst du ein Gefühl für die Umgebung und den Zahnarzt. Der eigentliche Termin danach wird somit angenehmer.

Therapie bei echter Phobie

Zahnbehandlung ist offiziell als Phobie anerkannt. Deine Krankenkasse kommt für die Kosten einer Therapie auf. Die Erfolgsaussichten stehen überaus positiv, dass du deine Zahnarztphobie danach in den Griff bekommst.😉

Hypnose

  • Viele Zahnärzte sind auch auf Hypnosen spezialisiert. Probiere doch einfach mal aus, ob diese Technik deine Zahnarztangst lindert.
  • Manche Zahnärzte arbeiten während der Behandlung von Angstpatienten gezielt mit Ablenkungsmechanismen. Mit Musik oder sogar Filmen rückt dein Zahnersatz schnell in den Hintergrund.
  • Hypnose kann dir für viele Ziele eine Hilfe sein, z.B. beim Abnehmen mit Hypnose!

Angst vorm Zahnarzt: Tricksen Sie Ihre Furcht aus

Die meisten Menschen fühlen sich auf dem Zahnarztstuhl ausgeliefert. Ein Grund: die Angst vor den Schmerzen. Ein weiterer: Ist der Stuhl erst mal nach hinten geklappt, kann man kaum noch flüchten. Problematisch ist auch, dass Sie zwar jeden Handgriff mitbekommen, aber nur selten nachvollziehen können, was der Arzt da in Ihrem Mund macht. Viele Zahnmediziner erläutern daher jeden einzelnen Behandlungsschritt.

Drei von vier Menschen fürchten sich vor dem Zahnarzt, das belegen mehrere Studien. So gaben über 40 Prozent von rund 6000 Befragten an, dass sie ihren Zahnarztbesuch solange hinausschöben, bis sie Beschwerden hätten. Bei etwa jedem Zwanzigsten ist die Angst so stark, dass er gar nicht zum Zahnarzt geht, selbst nicht bei starken Schmerzen. Als häufigsten Grund für die Furcht nannten die Befragten schlimme Erlebnisse in ihrer Kindheit.

Zahnreinigung: Wird geladen

Fullscreen

Einmal am Tag sollten sie Ihre Zähne mit Zahnseide reinigen: Wickeln Sie etwa 50 Zentimeter Faden um Ihren Mittelfinger und spannen Sie ihn über Zeigefinger und Daumen. Für den Unterkiefer spannen Sie die Seide über Mittel- und Zeigefinger. Streifen Sie mit dem Faden an den Flächen der beiden benachbarten Zähne behutsam mit sägenden Bewegungen auf und ab, am besten vom Zahnfleisch aus nach oben

©colourbox.de

Hypnose hilft

Mittlerweile gibt es einige Zahnmediziner, die eine Zusatzausbildung als Psychotherapeut haben. Sie sind einfühlsam bei der Behandlung und kennen mehrere Strategien, um Ihnen die Angst zu nehmen. Eine einfache Methode, um Furcht abzubauen, ist das Ablenken. Das geht gut mit Musik, besser mit Filmen. Beides übertönt die Bohrgeräusche und lenkt Ihre Konzentration weg vom Geschehen. Das beruhigt und senkt Ihren Herzschlag.

Andere Ärzte arbeiten mit Phantasiereisen: Schließen Sie die Augen, stellen Sie sich eine grüne Wiese vor. Sie spazieren hinüber zu den Bäumen, riechen die Blätter. Mittlerweile gibt auch Zahnärzte, die Hypnose einsetzen. Dieses Verfahren lenkt noch besser ab als die Phantasiereise, allerdings gibt es Menschen, die sich nicht so gut hypnotisieren lassen.

Letzter Ausweg: Vollnarkose

Helfen weder Ablenkung noch Hypnose, ist eine Vollnarkose möglicherweise die einzige Lösung für die Gebiss-Sanierung. Die Narkose kann aber nicht der Zahnarzt geben, sie muss von einem ausgebildeten Anästhesisten eingeleitet und überwacht werden. Allerdings ist die Narkose sehr viel risikoreicher als eine örtliche Betäubung. Deshalb sollten Sie sich erst dann für diesen Weg entscheiden, wenn Sie alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Und Sie sollten bedenken, dass ihre Behandlung meist nicht mit einer einzigen Sitzung erledigt ist – dann müssen Sie jedes Mal narkotisiert werden.

Allerdings muss eine Zahnbehandlung heute nicht mehr zur Tortur werden. Selbst die gefürchtete Betäubungsspritze lässt sich gut ertragen, wenn der Zahnarzt die Einstichstelle zuvor mit einem Betäubungsspray besprüht. Wenn Sie große Angst haben und deshalb sehr aufgeregt sind, können Sie Ihren Zahnarzt auch um ein Beruhigungsmittel oder um Schmerztabletten bitten.

Sich selbst austricksen

Wenn Sie nicht gerne auf chemische Hilfe zurückgreifen, können Sie sich vor dem Gang in die Zahnarztpraxis einen Kräutertee brühen. Beruhigend wirken zum Beispiel Tees aus Baldrianwurzel, Lavendelblüten, Hopfenzapfen oder Passionsblumenkraut. Weil die Kräuter aber Nebenwirkungen haben können, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen, was Sie trinken können.

Sie können sich auch mit Entspannungs-Übungen auf Ihren Termin vorbereiten: mit Autogenem Training, Yoga oder progressiver Muskelentspannung nach Jacobson. Haben Sie die Techniken gelernt, können Sie sie ohne Probleme auf dem Zahnarztstuhl anwenden.

Schauen Sie sich Ihre Angst genau an

Ist Ihre Furcht stark, kann Ihnen eine Verhaltenstherapie helfen. Wie lange ein solches Training dauert, hängt von der jeweiligen Methode und vom Ausmaß Ihrer Angst ab. Die meisten Psychotherapeuten arbeiten mit der so genannten systematischen Desensibilisierung: Sie lernen zuerst, wie Sie sich mit Hilfe der progressiven Muskelrelaxation entspannen können. Im folgenden Schritt analysieren Sie gemeinsam mit der Therapeutin, was Ihnen Angst macht und warum. Anschließend trainieren Sie, diese Situationen furchtlos zu bewältigen.

Zum Schluss gilt es, das Trainierte in der Wirklichkeit umzusetzen. Der Therapeut steht Ihnen bei, wenn Sie sich der gefürchteten Situation auf dem Zahnarztstuhl unmittelbar aussetzen. Das Training dauert nur wenige Wochen, ist aber sehr intensiv: Es kann bis zu dreißig Therapiestunden erfordern.

Ein spezielles Stressbewältigungstraining haben Wissenschaftler der Universität Wuppertal zusammen mit der Zahnklinik Witten/Herdecke entwickelt. Bei diesem Training lernen Sie verschiedene Strategien, um zu entspannen und angstauslösende Situationen auszuhalten. Die Methoden können Sie zuhause üben. Das dauert ungefähr zwei Wochen. Dann sind Sie fit für den Zahnarztstuhl.

Bochum/Berlin –

Niemand geht gerne zum Zahnarzt. Und manchen wird unwohl beim Gedanken an den Bohrer oder die Betäubungsspritze. Doch eine echte Behandlungsphobie geht weit darüber hinaus. „Bei einer Zahnbehandlungsphobie erscheinen Betroffene erst gar nicht in der Praxis und das oft über viele Jahre hinweg“, sagt Prof. Peter Jöhren. Der Fachzahnarzt für Oralchirurgie ist Leiter der Zahnklinik Bochum.

Panik beim Gedanken an Zahnarztbesuch

Nach Angaben der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) leiden fünf bis zehn Prozent der Menschen in Deutschland unter einer Zahnbehandlungsphobie. Dabei handelt es sich um eine psychosomatische Angsterkrankung. Betroffene geraten regelrecht in Panik, wenn sie auch nur an den Besuch beim Zahnarzt denken. „Das kann sich beispielsweise in Form von Schweißausbrüchen, Herzrasen, Schwindel und Kreislaufproblemen äußern“, erklärt Thomas Wolf. Er ist Oberarzt an der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin an der Universität Bern.

Prof. Peter Jöhren, Fachzahnarzt für Oralchirurgie

Foto:

Hans-Peter Jöhren/dpa-tmn

Betroffene zittern mitunter auch am ganzen Körper, haben eine erhöhte Herzfrequenz, der Blutdruck kann in die Höhe schnellen. So unterschiedliche die Symptome, so verschieden sind die möglichen Ursachen. „Oft ist es der erlebte Schmerz vor, während und nach einer Zahnbehandlung, der bei Patienten zur Vermeidung führt“, erklärt Jöhren. In einer Studie gaben 86 Prozent der Betroffenen an, dass sie traumatisierende Erfahrungen im Behandlungsstuhl erlebt hätten – zu 70 Prozent in der Kindheit.

„Wenn schon die Behandlungen in der Kindheit schlecht waren, werden es künftige Zahnärzte schwer haben, das Vertrauen wiederzugewinnen“, sagt Jöhren. Auch das soziale Umfeld spielt eine Rolle. Haben Angehörige oder Freunde Angst vor der Zahnbehandlung, kann sich dieses Gefühl auf einen selbst übertragen.

Zahnarztbehandlung nicht ewig aufschieben

Was also tun? Einfach nicht hingehen ist schließlich keine Option: Entzündete Zähne, die über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleiben, können fatale Folgen haben – vom Schmerz mal ganz abgesehen. „Möglich sind ernsthafte akute und chronische Erkrankungen“, sagt BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich. So können Bakterien über den befallenen Zahn hinaus bis tief in die Kieferknochen eindringen. Über den Blutkreislauf kann es so zu einer manchmal lebensbedrohlichen Entzündung im Körper kommen.

Hier lesen: Hingucken oder wegschauen – wie tut eine Spritze am wenigsten weh?

Ohne Behandlung der Phobie geht es also nicht. „Das ist aber nicht Aufgabe von Zahnärzten, sondern von ausgebildeten Psychotherapeuten“, sagt Wolf. Bei akuten Schmerzen, die eine zahnärztliche Therapie unaufschiebbar machen, kann der Angstpatient gegebenenfalls unter Sedierung oder unter Vollnarkose gesetzt werden.

BZÄK-Vizepräsident Prof. Dietmar Oesterreich

Foto:

Georg J. Lopata/axentis.de/BZÄK/dpa-tmn

„Eine Vollnarkose sollte aber nur bei akut notwendiger Behandlung durchgeführt werden“, sagt Oesterreich. Denn so ist die Phobie nicht überwunden – und damit auch nicht das Problem, was sich womöglich dahinter verbirgt. Zudem birgt auch eine Vollnarkose Risiken. Darüber muss ein Patient ebenfalls aufgeklärt werden.

Was Angstpatienten tun können

Statt unter Vollnarkose können sich Patienten auch per Hypnose in einen Entspannungszustand versetzen lassen. Dabei werden die Gedanken des Patienten gezielt auf positive Erlebnisse gelenkt – ein Strandurlaub mit Meeresrauschen, ein Waldspaziergang mit Blumengeruch. Es gibt entsprechend fortgebildete Zahnärzte, die eine solche Hypnose zu Behandlungen anbieten.

Auch eine sogenannte hypnotherapeutische Intervention kann zur Ursachenbehandlung der Phobie helfen. Sie ist ein Fall für den Psychotherapeuten. Allerdings: Für nicht alle Patienten ist die Methode richtig – und für manche auch einfach zu teuer, denn es handelt sich um eine Privatleistung.

Letztendlich kann nur ein Psychotherapeut mit dem Patienten den passenden Weg aus der Phobie finden. Betroffene können beispielsweise ein sogenanntes Anti-Angst-Training absolvieren. Dabei werden Patienten von einem Therapeuten behutsam an die Situation beim Zahnarzt herangeführt. „Beim ersten Zusammentreffen ist es wichtig, mit Informationen und Empathie das oft beim Patienten verloren gegangene Vertrauen gegenüber dem Zahnarzt wiederaufzubauen“, erklärt Jöhren.

Hier lesen: Verdacht auf Abzocke: Sind Zahnspangen in Wahrheit meistens unnötig?

Einfühlsam sollte sich der Arzt nach den Wünschen des Patienten erkundigen und diese aufschreiben, damit sie bei der Behandlung nicht in Vergessenheit geraten. „Manchen Patienten hilft es etwa, wenn sie während der Behandlung über Kopfhörer ihre Lieblingsmusik hören oder einfach Entspannungsmusik im Hintergrund“, sagt Wolf.

Heutzutage ist aufgrund moderner Verfahren in aller Regel eine schmerzfreie Zahnbehandlung möglich. „Damit die Psychotherapie dauerhaft Erfolg hat, ist entscheidend, dass der Patient bei den zahnärztlichen Behandlungen keine schlechten Erfahrungen macht“, betont Jöhren. Schon kleinste Verstöße gegen die Abmachungen zwischen Therapeut, Zahnarzt oder Patient können zu erneutem Abwehrverhalten führen, warnt Jöhren: „Das Versprechen der schmerzfreien Behandlung darf keinesfalls gebrochen werden.“ (dpa/tmn)

Angst vorm Zahnarzt: Wie du sie deinem Kind nehmen kannst

Viele Kinder (und nicht nur die!) haben Angst vor dem Zahnarztbesuch. Die Mythen vom gefährlichen Bohrer, die Ungewissheit, was genau der Arzt im Mund eigentlich macht und viele weitere Auslöser lassen sie nur mit Bauchweh auf die bevorstehende Zahnarztbehandlung schauen. Wir geben Tipps, wie du deinem Kind die Angst vorm Zahnarzt nehmen kannst.

Allein beim Betreten der Zahnarztpraxis wandert gleich dieser ganz spezielle Geruch in die Nase: Es riecht nach Mundwasser, nach Desinfektionsmittel und Zahnfüllungen. Durch die Wände der Behandlungsräume dringt das schrille Geräusch des kleinen Bohrers bis zum Wartezimmer hindurch. Bei vielen Kindern (aber auch Erwachsenen) löst der Besuch beim Zahnarzt negative Gefühle und Sorgen aus.

Woher kommt die Angst vorm Zahnarzt?

Dass dein Kind (oder du) Angst vor dem Besuch beim Zahnarzt hat, kann mehrere Gründe haben. Da wäre zuerst die Angst vor Schmerzen: Zähne sind sehr empfindlich und selbst kleinere Behandlungen können, je nach Schmerzempfindlichkeit, sehr unangenehm sein. Kindern wird das spätestens mit den ersten Wackelzähnen und dem Nachwachsen der zweiten Zähne bewusst. Gerade, wenn eine zurückliegende Untersuchung schmerzhaft war, weil der Zahnarzt vielleicht ein kleines Loch beseitigen musste, wird der nächste Zahnarztbesuch gleich mit diesen negativen Gefühlen verbunden.

Ein weiterer Grund für die Angst vorm Zahnarzt: Für Patienten ist das, was die Zahnärztin oder der Zahnarzt im Mund durchführt, nur schwer nachvollziehbar. Schließlich sieht man nicht, was genau passiert und muss sich ausschließlich auf das Fühlbare verlassen. Die Werkzeuge machen unangenehme Geräusche, sehen seltsam aus und sind für Kinder nur schwer einzuordnen, wenn sie keine vernünftige Erklärung bekommen. Dazu kommt noch der Stuhl, der, sobald er in eine Liegeposition gefahren wurde, nicht mehr so einfach zu verlassen ist. Man fühlt sich ausgeliefert.

Was hilft bei Angst vorm Zahnarzt?

Um deinem Kind (und dir) die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen, ist es wichtig, über eure Ängste zu reden. Manchmal sind einfach nur Gerüchte oder Geschichten, die es von Freunden aufgeschnappt hat, für die Angst verantwortlich. Besonders die Angst vor dem Bohrer ist weit verbreitet: Schließlich kennen Kinder Bohrer nur aus dem handwerklichen Bereich, riesengroß, angsteinflößend und laut. Sprich also mit deinem Kind über deine Erfahrungen, dass ein Zahnarztbohrer winzig klein ist und Menschen jeden Tag dabei hilft, schlimmeren Zahnschmerzen vorzubeugen. Auch beim Arztbesuch selbst ist Kommunikation wichtig, um Sorgen und Ängste zu bekämpfen: Bitte den Arzt, ganz genau zu erklären, was er sich gerade ansieht, bzw. wie genau eine bevorstehende Behandlung ablaufen wird.

Um deiner kleinen Tochter oder deinem kleinen Sohn einem Zahnarztbesuch die Angst zu nehmen, könnt ihr euch vorher gemeinsam ein Video wie dieses hier ansehen:

Zahnärzte speziell für Angstpatienten

Bei Zahnarztangst kann es sinnvoll sein, eine Praxis aufzusuchen, die auf Kinder spezialisiert ist. Dort gibt es z. B. Fernseher mit Cartoons in der Decke über demm Behandlungsstuhl zur Ablenkung. Wenn all diese Tipps nicht helfen und dein Kind wirklich große Angst vor dem nächsten Zahnarztbesuch hat, könnt ihr einen Zahnarzt aufsuchen, der sich speziell an Angstpatienten richtet. In solchen Praxen herrscht meist eine warme, beruhigende Stimmung. Der Arzt oder die Ärztin geht genau auf die Sorgen und Ängste der Patienten ein und macht die Behandlung so angenehm wie möglich. Bei Kindern mit extremer Angst, die sich einer Untersuchung komplett verweigern, kann die Behandlung unter Vollnarkose gemacht werden. Das ist aber risikobehaftet und mit einem hohen Aufwand verbunden. In den meisten Fällen ist das auch gar nicht nötig: Kinder, die der Behandlung zwar mit Angst gegenüberstehen, sich aber nicht völlig weigern, kann eine Lachgas-Sedierung helfen.

Angst vorm Zahnarzt mit Lachgas behandeln

Lachgas gilt als sicherstes Beruhigungsmittel in der Zahnmedizin. Risiken oder Komplikationen sind bei richtiger Anwendung praktisch ausgeschlossen.
Dein Kind bekommt bei einer Lachgas-Sedierung eine kleine Nasenmaske auf und atmet eine Mischung aus Lachgas und Sauerstoff ein. Die Mischung kann der Arzt individuell anpassen. Schon nach wenigen Atemzügen beginnt die Wirkung: Im Körper deines Kindes breitet sich ein beruhigendes Gefühl aus, das Handlungsgeschehen scheint ganz weit weg zu sein und kleinere Schmerzen werden gar nicht mehr wahrgenommen. Dazu wird der Schluckreflex und Abwehrreflex deutlich herabgesetzt.

Das Kind schläft unter Lachgas nicht ein. Es erlebt die ganze Behandlung, aber eben in einer angenehmen Gefühlslage. Zum Schluss wird dann das Lachgas abgedreht und dein Kind bekommt für wenige Minuten nur noch Sauerstoff, das Lachgas wird so abgeatmet und bleibt nicht im Körper. Schon nach wenigen Minuten ist das Kind wieder in seinem Normalzustand. Ein großer Vorteil gegenüber Narkosen, die auch Stunden nach der Behandlung noch wirken. Doch nicht für alle Kinder eignet sich eine Lachgas-Sedierung: Das Kind sollte dafür über einen längeren Zeitraum mit der Nase atmen können (ca. 5-6 Jahre) und darf die Behandlung nicht vollständig verweigern.

Nach einer erfolgreichen, schmerzfreien Behandlung ist die große Angst vorm Zahnarzt dann meist auch schon genommen. Euer Kind merkt: Alles halb so wild!

10 Tipps, wie du dein Kind zu innerer Stärke erziehst

Bilderstrecke starten (10 Bilder)

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.