Angst vater zu werden

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Angst vor der Vaterschaft

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Die meisten Paare wünschen sich im Laufe der Zeit ein gemeinsames Kind. Ein Kind, das eine besondere Verbindung zwischen Mann und Frau schafft. Doch wenn die Schwangerschaft der Frau bestätigt ist, hat es nach der ersten großen Freude manchmal den Anschein, als ob die werdenden Väter sich keineswegs wirklich freuen. Dann nämlich, wenn sie sich zurückziehen und ihrer Partnerin vermitteln, nicht ansprechbar zu sein.

Dieser Eindruck täuscht. Vielmehr ist es häufig so, dass die Männer bei aller Freude auch Ängste haben. Denn „vom werdenden Vater wird meist erwartet, dass er nun Stärke und Zuversicht ausstrahlt“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrem Beratungsangebot. Das ist mittlerweile eine selbstverständliche Erwartung der Gesellschaft, die das Zugeben von Schwächen kaum zulässt.

Ganz besonders stresst werdende Väter jedoch die Vorstellung, nach der Geburt des Kindes erstmals für eine geraume Zeit der einzige Ernährer der Familie zu sein. „Die Männer haben schlichtweg Angst vor der Zukunft“, sagt Alexander Kusinski, Väterberater im Väterzentrum Berlin (www.vaeterzentrzum-berlin.de). „Zuvor waren in der Partnerschaft beide berufstätig, nun soll der Mann der Alleinversorger sein.“ Das ist für werdende Väter ein Rollenwechsel, den die meisten so noch nie vollzogen haben.

Ist der Zeitpunkt der richtige?

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Zweifel entstehen, ob der Zeitpunkt für ein Kind richtig gewählt ist, denn eigentlich wollten sie doch zuvor noch beruflich vorankommen. Zudem haben sie die Sorge, dass sich die freie Zeit nicht mehr so verplanen lässt wie früher und weniger Zeit für sie selbst und ihre Partnerin bleibt. „Sie haben ebenso Angst, nur noch Eltern zu sein und dass die Partnerschaft dabei in den Hintergrund tritt“, so Kusinski.

Nicht zuletzt steht dabei auch die Frage im Raum, wie es in Zukunft um die Sexualität bestellt sein wird. „Für die Väter ist die Zeit nach der Geburt ein großes Fragezeichen.“ Mehr noch: Auch die Zeit der Schwangerschaft ist für Männer zunächst sehr abstrakt. Eine werdende Mutter kann in ihre Mutterrolle hineinwachsen. Nicht nur bildlich gesprochen, sondern auch wortwörtlich. Sie spürt – anders als der Mann – die Veränderungen ihres Körpers, geht zur Vorsorgeuntersuchung und stellt sich auf das Schwangersein ein. Dabei wächst die Vorfreude auf das Baby, die Sorgen und Fragen stehen weniger im Vordergrund.

Darüber hinaus haben Frauen den Vorteil, dass sie wie selbstverständlich Kontakt zu ihren Müttern, Schwestern und Freundinnen aufnehmen und Fragen besprechen können. Nicht selten dreht sich bei werdenden Müttern alles nur noch um Schwangerschaft und Geburt. So vermitteln sie im schlechtesten Fall jedoch den Eindruck, diese Phase sei für ihren Partner unwichtig oder sogar tabu. Zudem sind schwangere Frauen sehr sensibel. Sie wollen Sicherheit, sie wollen begehrt sein, sie benötigen Zuwendung.

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Angesichts einer solch komplexen Situation ist es für werdende Väter mitunter schwierig, sich richtig zu verhalten. Sie machen dann schnell den Fehler, dass sie das Feld der Schwangerschaft ganz der Frau überlassen und sich zurückziehen. Auf die Partnerin wirkt dieses Verhalten distanziert und freudlos.

Statt sich zurückzuziehen, so Experte Kusinski, „sollten die Männer mit ihrer Partnerin reden und ihre Ängste zugeben“. Kommunikation sei oft ein Wundermittel. Die Väter könnten ihren Partnerinnen zudem anbieten, gemeinsam einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. „Das zeigt der Frau, dass der Mann interessiert ist und an ihrer Seite steht.“ Solche Kurse geben beiden Sicherheit, auch wenn der Mann den Wissensstand der Frau über Schwangerschaft und Geburt nicht erreicht.

Umgekehrt sollten aber auch Frauen ihre Partner einbeziehen. „Wenn sie alles übernehmen und die werdenden Väter nur noch den Kinderwagen mit aussuchen, haben diese das Gefühl, nicht dazuzugehören.“ Offene Gespräche wirken dann oft Wunder. Wie empfindet der Mann seine neue Vaterrolle? Welche Ansprüche hat er an sich selbst, was möchte er für ein Vater sein und welche Aufgaben will er übernehmen? Neben dem Gespräch mit der Partnerin hilft vor allem auch das Gespräch mit anderen Männern. Entweder solchen, die bereits Vater sind, oder anderen, die sich in derselben Situation befinden. Doch viele Männer sind es nicht gewohnt, mit Freunden über persönliche Dinge zu sprechen. „Es gibt natürlich Männer, die darüber offen reden können, aber sehr viele sind doch eher zurückhaltend“, sagt Väterberater Kusinski.

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Daher sind spezielle Geburtsvorbereitungs- oder Schwangerschaftskurse für Männer eine gute Möglichkeit, sich auszutauschen. „Die sind Gold wert“, so Kusinski. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass manche Väter in seinen Kursen Fragen an ihn richten, die sie niemals anderen Männern stellen würden. Wenn sich keine Kurse für Väter in der Nähe des Wohnortes finden, lassen sich manche Fragen auch per Internet und Email beantworten. Nicht zuletzt kann man in Kursen für Eltern auch wichtige Kontakte knüpfen.

Spannungen in der Partnerschaft

Trotz aller vorhandenen Beratungsangebote, wie werdende Väter mit Schwangerschaft und Geburt umgehen können, kommt es in Partnerschaften dennoch zu Spannungen. Alexander Kusinski empfiehlt, auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die Kommunikation der Partner verfahren ist oder sich etwa Schuldzuweisungen häufen. „Das kann eine Väterberatung wie unsere sein, aber auch eine Sitzung bei einem Coach“, sagt er. Auch nach der Geburt, wenn im Alltag die eigenen Ansprüche nicht erfüllt werden können, ist solch eine Beratung möglich und hilfreich. Oft helfen schon wenige Sitzungen, um eine praktische Lösungsstrategie zu erarbeiten.

„Männer wollen der perfekte Vater, Ehemann und Liebhaber sein, genug Geld verdienen, aber auch Zeit für die Familie haben“, beschreibt Kusinski deren Ansprüche an sich selbst. Doch in der Realität klappe das meistens nicht.

Das erste Mal Vater zu werden ist ein sehr intensives Erlebnis. Freude und Ängste können auch Männer überwältigen.

Ganz sicher haben sich die meisten Männer schon oft ausgemalt, wie es sein wird, wenn sie selber Vater sind. Man blickt ganz automatisch zurück in die eigene Kindheit und zieht Schlüsse, welche Vaterrolle man gegenüber der „Frucht seiner Lenden“ einnehmen möchte. Und irgendwann – ganz unverhofft – weil nur schwer planbar – ist sie schwanger. Alle Gedanken werden akut: Vorfreude und Ängste überfluten auch gestandene Männer vollkommen schlagartig!

Wir Männer wissen eines ganz genau: Über Gefühle redet man nicht. Und über Ängste schon garnicht. Zumindest nicht über die echten! Allenfalls plänkelt man über „Ersatzängste“, welche man mit offenem Blick gegenüber der Frau ertragen kann.

Vorfreude und Zweifel äußern

Die meisten Männer werden sich zunächst spontan auf ihre linke Schulter klopfen. Denn immerhin ist der Beweis ihrer Zeugungsfähigkeit eindrucksvoll vollbracht! ?

Aber mitunter ist schon der zweite Gedanke ein wenig getrübt. Und ganz nebenbei – das ist auch erlaubt! Denn man darf sich schon fragen, ob man der neuen Situation gewachsen sein wird. Auch viele schwangere Frauen springen nicht gleich vor Freude durch die Decke, wenn sie erfahren, dass sie ein Baby bekommen werden.

In realen Leben ist es oft so, dass zwei Partner unterschiedlich lange brauchen, um sich mit der „Schwangerschaft“ auseinanderzusetzen. Offene und ehrliche Gespräche sind hier sehr wichtig. Natürlich auch mit Freunden und Familie. Wer schon ein Umfeld mit Kindern hat, kann sich sicherlich sehr gut mit befreundeten Elternpaaren über eventuelle Bedenken oder Ängste unterhalten. Aber am Ende ist die Partnerin die richtige Adresse. Denn aus einer Partnerschaft wird hier sehr bald ein Elternpaar entstehen.

Der starke Mann und die Vaterrolle

Das Rollenbild der Männer hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Wir sind heute nicht mehr nur die plumpen Erbauer und Vernichter von Gütern, sondern können oftmals – absolut konkurrenzfähig – nähen, kochen, bügeln, putzen und Schlaflieder singen. Auch wenn es für die meisten von uns absolut selbstverständlich geworden ist, darf man sich trotzdem regelmäßig mit der älteren Generation (oder den Kumpels aus der „Frittenbuden-Gang“) über verweichlichte Rollenbilder auseinandersetzen.

Ein Mann ist ein Mann – und der tut was er kann!

Irgendwo scheint dieser Satz geschrieben. Und niemand weiß, warum er immer wieder ausgegraben wird. Und er ist genau so falsch wie dumm… Denn die meisten Männer sind tatsächlich besser, als man ihnen nachsagt. Allerdings müssen sie sich schon trauen, über den Tellerrand der kinderlosen Kumpels hinaus zu schauen!

Vater bringt die Kohle heim?

Einer der größten Vorteile des neuen Rollenbildes des Mannes: Männer stehen nicht alleine da. Auch die Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten ihren Platz an eurer Seite erkämpft! Eine Familie ist heute – weit mehr als früher – eine echte Partnerschaft.

Natürlich wird man in der ersten Zeit mit Baby finanzielle Einbußen verkraften müssen. Denn ein Baby geht tatsächlich auch ins Geld. Aber die meisten Mütter möchten nach einer gewissen Zeit auch selber wieder arbeiten gehen. Heutige Familienmodelle sind wesentlich flexibler als noch vor 15 Jahren.

Die starke und sanfte Hand der Väter

Auch in der Vergangenheit gab es sicherlich Väter, die ihrer Zeit weit voraus waren. Heute ist ein Vater in der Familienstruktur oft wesentlich präsenter als früher. Diese Art der Familie eröffnet dem Mann tolle Möglichkeiten – kann aber auch Ängste hervorrufen.

Nicht jeder Mann fühlt sich der Kindererziehung gleich gewachsen. Aber Kinder machen es einem sehr einfach! Sie nehmen uns so, wie wir sind. Und genau so kann jeder frische Vater ganz leicht und ungezwungen in seine Vaterrolle wachsen.

Wer sich schon vor der Geburt intensiv mit sich und seiner eigenen Kindheit beschäftigt hat, wird viel über den eigenen Vater nachgedacht haben. Die einen in der Angst, so zu werden wie der „alter Herr“, die anderen in der Angst, dem eigenen Vater nicht gerecht zu werden.

Allen sei gesagt: Ängste machen Sinn! Denn sie bedeuten, das man sich beschäftigt. Und wer sich beschäftigt, wird versuchen alles gut zu machen.

Darüber hinaus ist der heutige Mann geradezu gesegnet. Denn er darf auch als Vater genau das sein, was er sich als „Mensch“ vorgenommen hat. Jeder von uns hat eine starke und eine sanfte Seite. Unsere Kinder werden – auf ganz vielfältige Weise – all das brauchen, was wir ihnen an Stärke und Sanftmut mit auf den Weg geben können.

Die Angst des Mannes vor dem Treffer

Zu den Schreckensszenarien im Kopf kommen die nicht unerheblichen finanziellen Aufwendungen für den Lebensunterhalt eines neuen Erdenbürgers. Das Statistische Bundesamt hat einmal ausgerechnet, dass ein Kind bis zum 18. Lebensjahr etwa 100.000 Euro kostet (Einzelheiten finden Sie hier). Eine hübsche Summe, mit der man vieles anstellen könnte: ein tolles Auto kaufen, eine Eigentumswohnung anzahlen, eine Weltreise machen, die Altersvorsorge sichern, ein Ferienhaus in Spanien kaufen – es fiele einem noch viel mehr ein.

Oder sind dies alles nur Horrorszenarien diverser unabhängigkeits- und konsumfanatischer Egoisten? Kann man eigene Lebensziele nicht vielleicht doch sehr harmonisch mit dem Kinderwunsch arrangieren? Irgend etwas muss es geben, das einen für die genannten Entbehrungen entschädigt, etwas kaum Greifbares, eine Art tiefer Befriedigung und Glückseligkeit beim Anblick seines strahlenden Babys. Mag ja sein, aber ist das genug, um sein jahrelanges Singledasein aufzugeben und sich einer mindestens achtzehnjährigen Verantwortung für einen mehr oder weniger hilflosen Menschen zu stellen?

Mann muss sich entscheiden

Kommt mal wieder darauf an. Mit Ende Zwanzig zählt die alleinige bisherige Ausrede, man sei noch zu jung für ein Kind, plötzlich nicht mehr. Es beginnt die Suche nach Kriterien, an denen sich der eigene Kinderwunsch festmachen lassen sollte. Da steht an erster Stelle wohl die Beziehung: Will man mit der Frau, mit der man sein derzeitiges Leben verbringt, ein Kind haben? Kennt man sie so gut, dass einen ihre neue Rolle als Mutter nicht überfordern würde? Kann man sie sich als Mutter überhaupt vorstellen? Und natürlich: Wie einig ist man sich über das Thema Kinder? Wie lautet ihre Lebensplanung?

Sofort nach dem Thema Beziehung kommt der Job. Eigentlich stehen diese beiden Punkte sogar nebeneinander: Denn wer bleibt zu Hause und kümmert sich um den Nachwuchs? Das Elterngeld ermöglicht zwar im ersten Jahr flexiblere Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen den (Ehe-) Partnern, mit überschaubaren finaziellen Einbußen. Meist verdient der Mann jedoch noch mehr als seine Partnerin. Somit kommt für ihn eine längere Jobpause nur bedingt in Frage, die Frau muss sich in Teilzeit zurecht finden (wollen). Womit ein weiteres Problem angekratzt ist: Kann man es sich zum jetzigen Zeitpunkt der Karriere überhaupt erlauben, eine Pause einzulegen? Schließlich wollte man doch in drei Jahren Abteilungsleiter sein.

Sind das alles wirkliche Kriterien oder entlarvt man(n) sich bei der Suche nach immer neuen Ausreden gerade selbst? Gibt es überhaupt den richtigen Zeitpunkt für ein Kind? Ist nicht jeder Zeitpunkt irgendwie ungünstig? Es kommt wohl auf den berühmten Versuch an. Von der Vorstellung, es gebe eine Checkliste für den perfekten Zeitpunkt, die nach Abwägung aller Kriterien ein eindeutiges Ergebnis zeitigt, kann man sich getrost verabschieden. Glücklicherweise kann nicht alles perfekt geplant werden, insofern stünde einem Versuch eigentlich nichts mehr im Wege….. obwohl, ich habe da neulich so ein Cabrio gesehen……

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Drei Väter erzählen vom Erziehungsurlaub

„Er machte mich zu seiner Ehefrau“: Vater missbraucht Tochter jahrelang – doch sie vergibt ihm

Judy N. aus London war sechs Jahre alt, als ihr Vater sie zu seiner „treuen Ehefrau“ machte. Wie der britische „Mirror“ schreibt, musste die heute 46-Jährige ab da an die „ehelichen Pflichten“ erfüllen: Sie musste Kochen, Waschen, für ihre Geschwister sorgen – und wurde regelmäßig von ihrem Vater vergewaltigt. Dreimal sei sie schwanger geworden. Jedes Mal habe sie abtreiben müssen. Einmal habe ihr Vater ihr sogar mit einer Pistole in die Brust geschossen.

Wie Judy der Zeitung erzählte, war sie sechs Jahre alt, als ihre Mutter fortging. Ihr Vater habe das Sorgerecht erhalten, aber für Judy alles andere als eine glückliche Kindheit vorgesehen. „Ich sollte eigentlich in die Schule gehen, aber er ließ mich nicht“, berichtete die heute 46-Jährige. „Er sagte: Du hast hier zu viel zu tun.“ Sie musste bereits als Kind für ihre fünf Geschwister sorgen und den Haushalt schmeißen. „Die Arbeit machte mich völlig fertig.“

Abtreibung mit einem Kleiderbügel

Doch auch nach einem Tag harter Arbeit habe er ihr keine Ruhe gegönnt. „Er zwang mich wachzubleiben, bis er selbst ins Bett ging.“ Und dann habe sie mit ihm schlafen müssen. „Ich war noch ein Kind, als er anfing, mich sexuell zu missbrauchen“, sagte Judy dem „Mirror“. „Ich hatte danach furchtbare Schmerzen, war völlig verwirrt und fühlte mich wie Dreck.“ Ihre Geschwister hätten davon nie etwas mitbekommen, doch Judy sei dreimal schwanger geworden.

Die erste Schwangerschaft endete dem Bericht nach mit einer Fehlgeburt. Als sie zum zweiten Mal schwanger wurde, mit gerade einmal 14 Jahren, habe ihr Vater alles getan, um auch dieses Kind loszuwerden. „Er hat mich in den Bauch geschlagen und mich gezwungen, in kochend heißem Wasser zu baden“, erzählte Judy der Zeitung. „Schließlich hat er das Baby mit einem Kleiderbügel abgetrieben.“ Die dritte Abtreibung fand schließlich im Krankenhaus statt.

Im Video: 1400 Kinder im englischen Rotherham vergewaltigt

Während all den Jahren durfte sie das Haus nicht verlassen. Damit niemand etwas erfuhr, sei die Familie sogar regelmäßig umgezogen. Die Einsamkeit sei so schlimm gewesen, dass Judy ihren Vater darum gebeten habe, das Kind austragen zu dürfen. Das habe dieser nicht zugelassen. „Später habe ich mich für meine Schwangerschaft entschuldigt“, sagte sie dem „Mirror“. „Ich dachte es sei meine Schuld. Er hatte mir eine völlige Gehirnwäsche verpasst.“

Am schlimmsten seien jedoch die Gewaltausbrüche gewesen. Schon als sie sechs Jahre alt war, habe ihr Vater ihr das Boxen beibringen wollen und sie dabei fürchterlich zugerichtet. Regelmäßig sei sie mit Messern bedroht worden, wenn sie nicht spurte. „Eines Tages, ich war 14, wurde er wütend und schoss mir in die Brust“, erzählte Judy der Zeitung. Sie habe nur mit Glück überlebt und ihr Vater habe den Ärzten erzählt, seine Tochter hätte sich selbst angeschossen.

Schwangerschaft und Vaterschaft: Wer ist der Vater meines Kindes?

Hallo Frau Peirano,

in meinem Kopf ist gerade die Hölle los. Ich habe einen riesigen Fehler gemacht und weiß nicht, wie ich ihn glattbügeln kann. Ich bin 36 und seit vier Jahren mit meinem Mann zusammen. Ich habe ihm gleich am Anfang gesagt, dass ich unbedingt eine Familie haben will. Das Problem war, dass ich nicht schwanger wurde. Monat für Monat, Jahr für Jahr. Ich habe ihn dann bedrängt, dass er sich auch untersuchen lässt (ich war beim Frauenarzt und es ist alles in Ordnung bei mir). Er hat es rausgezögert und bis jetzt nichts unternommen, was mich sehr verletzt hat. Einmal hat er im Gespräch gesagt, dass er sich in seinem Stolz verletzt fühlen würde, wenn sich herausstellt, dass er keine Kinder kriegen kann. Ich habe ihn gefragt, was das heißen soll, aber er hat es nicht richtig sagen können.
Im Herbst war ich richtig deprimiert wegen dieser Geschichte und bin erst mal mit einer Freundin in den Urlaub gefahren. Und nun kommt es (ich schäme mich deswegen): Ich hatte einen Urlaubsflirt mit einem Franzosen und stellte Wochen später fest, dass ich schwanger bin. Leider weiß ich nicht, von wem. Mit meinem Mann war ich kurz nach meinem Urlaub auch im Bett, und theoretisch könnten es beide gewesen sein.

Dr. Julia Peirano: Der geheime Code der Liebe

Ich arbeite als Verhaltenstherapeutin und Liebescoach in freier Praxis in Hamburg-Blankenese. In meiner Promotion habe ich zum Zusammenhang zwischen der Beziehungspersönlichkeit und dem Glück in der Liebe geforscht und anschließend zwei Bücher über die Liebe geschrieben.

Informationen zu meiner therapeutischen Arbeit finden Sie unter www.julia-peirano.info.

Haben Sie Fragen, Probleme oder Liebeskummer? Schreiben Sie mir bitte (maximal eine DIN-A4-Seite). Ich weise darauf hin, dass Anfragen samt Antwort anonymisiert auf stern.de veröffentlicht werden können.

Ich will das Kind auf keinen Fall abtreiben. Aber sonst? Sage ich meinem Mann, was Sache ist? Dann wird er wahrscheinlich Schluss machen, und ich stehe mit dem Kind alleine da. Ich zögere es jeden Tag hinaus, ihm zu sagen, dass ich schwanger bin, weil ich nicht weiß, wer der Vater ist.
Es ist alles ein riesiges Chaos. Ich kann mich zu keiner Lösung durchringen, vor allem habe ich Angst.
Gibt es Leserinnen, die schon mal in so einer Situation waren? Was haben sie gemacht?
Mir läuft die Zeit davon und ich brauche dringend einen Rat.

Vielen Dank,

Sina G.

Liebe Sina G.,

Sie haben Recht: Ihre Situation ist wirklich ein riesiges Chaos. Sie sind zwar endlich schwanger, aber das bedeutet auch, dass Ihnen die Zeit davon läuft, um eine gute Entscheidung zu treffen. Je länger Sie warten, bis Sie Ihrem Mann von der Schwangerschaft erzählen, desto schwieriger wird es. Wenn Sie es ihm spät sagen, wird er sich fragen, warum Sie so lange gewartet haben. Er wird vermuten, dass etwas faul ist. Und er wird sich als Vater auch nicht ernst genommen und eingebunden fühlen. Auf der anderen Seite müssten Sie aber auch schon eine gute Lösung parat haben, wenn Sie ihm von Ihrer Schwangerschaft erzählen, und ich befürchte, dass es keine geben wird.

Zwickmühle in der Partnerschaft

Die Situation sieht eher so aus wie eine (entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise): „Rechte Scheiße, linke Scheiße“- Situation.

Rechte Scheiße: Sie erzählen Ihrem Mann nicht, dass er möglicherweise nicht der Vater Ihres ungeborenen Kindes ist. Sie sagen sich, dass es zu riskant wäre, ihm die Wahrheit zu sagen und jubeln ihm das Kind unter. Er wird sich aber denken, dass etwas nicht stimmt. Spätestens wenn das Kind auf der Welt ist und ihm nicht ähnelt, kann er Verdacht schöpfen. Möglicherweise kommt Ihr Mann auch selbst auf die Idee, seine Fruchtbarkeit untersuchen zu lassen, und wenn er feststellt, dass er gar nicht der Vater sein kann, ist sein Ärger über diese Täuschung groß.

Auch wenn Sie die ersten Jahre gut überstanden haben, werden Sie sich nie sicher fühlen können. Jeder Arztbesuch, jede neue Untersuchungsmethode birgt das Risiko, dass die Wahrheit auch nach vielen Jahren ans Licht kommt. Wenn Ihr Kind als Teenager oder Erwachsener erfährt, dass Sie ihn über die Vaterschaft getäuscht haben, wird Ihre Beziehung einen heftigen Bruch bekommen. Sie haben Ihrem Kind auch gravierendes angetan, indem Sie ihm den biologischen Vater vorenthalten und stattdessen Ihren Mann als (auch noch unwissenden) Vater präsentiert haben. Bei der Entlarvung werden Sie als die Schuldige dastehen, die nicht nur Ihr Kind, sondern auch den Ziehvater hinters Licht geführt hat. In vielen Fällen führt das zu einem inneren Bruch, oft auch zum Kontaktabbruch zwischen Mutter und Kind.
Fazit: Wenn Sie sich entscheiden, die Vaterschaft zu vertuschen, leben Sie jahrelang in der Angst vor einer Entdeckung, und im Falle einer Entdeckung stehen Sie in den Augen ihres Mannes und Ihres Kindes als Betrügerin da.

Linke Scheiße: Sie entschließen sich, das Risiko einzugehen und Ihrem Mann jetzt die Wahrheit zu sagen. Damit geben Sie ihm die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob er Ihnen den Seitensprung verzeihen kann. Außerdem können Sie gemeinsam die Vaterschaft testen – das ist mittlerweile bei ungeborenen Kindern durch Blutproben beider Eltern ohne Blutentnahme des Kindes (und somit ohne Risiko für das ungeborene Kind) möglich. Sollte sich herausstellen, dass Ihr Mann der Vater ist, wird Ihre Schwangerschaft trotzdem durch starke Partnerschaftskonflikte überschattet. Wenn sich herausstellt, dass Ihr Mann nicht der Vater ist, steht er vor der Frage, ob er mit Ihnen ein Kind aufziehen will, dass Sie aus einer Affäre bekommen haben. Für ihn wird die Welt zusammen brechen. Man kann sagen, dass für ihn der Albtraum jedes Mannes wahr geworden ist. Damit wird er erst mal klarkommen müssen. Da Ihr Mann Konflikte nicht zielführend angeht (wie z.B. die Untersuchung seiner Fruchtbarkeit), sondern meidet, wird er möglichweise in eine depressive Krise stürzen.

Schwangerschaft gestehen, an der Partnerschaft arbeiten

Das heißt: Sie werden in Ihrer Schwangerschaft allein dastehen und haben zudem noch Partnerschaftskonflikte und einen Partner, dessen Gefühle Achterbahn fahren, an der Seite. OderIhr Mann trennt sich, und Sie sind von Anfang an eine allein erziehende Mutter. Es sei denn, Sie ziehen den leiblichen Vater zur Verantwortung.

Kommentare erwünscht!

Liebe Leserinnen und Leser,
Ihre Kommentare sind eine große Bereicherung für meine Beiträge – vielen Dank und bitte weiter so! Ich freue mich über Ihre eigenen Erfahrungen sowie über Ihre Gefühle und Gedanken beim Lesen der Frage. Aber bitte denken Sie daran, dass hier jemand etwas Intimes von sich preisgibt. Dazu braucht man einen geschützten Raum. Deshalb schreiben Sie bitte stets respektvoll und konstruktiv. Abwertende und gehässige Beiträge (gegen die ratsuchende Person, andere Leser oder gegen mich) werden nicht veröffentlicht, da sie den geschützten Raum gefährden.

Herzliche Grüße, Julia Peirano

Trotz der damit verbundenen Risiken für Ihre Ehe und Ihre Schwangerschaft würde ich trotzdem dazu tendieren, dass Sie zu Ihrem Fehler stehen und damit Ihrem Mann die Möglichkeit geben, sich für oder gegen eine gemeinsame Zukunft zu entscheiden. Alles andere wäre ein extrem unpartnerschaftliches Verhalten ihm gegenüber. Und letztlich fährt man mit einer Lebenslüge nie gut.

Auch das Kind sollte dann von Anfang an in dem Wissen aufwachsen, dass Ihr Mann nicht der biologische Vater ist. Das wirft dann auch die Frage auf, inwieweit Sie Ihren Urlaubsflirt finanziell und betreuerisch in die Erziehung Ihres Kindes einbinden – sofern Sie ihn überhaupt wiederfinden. Für Kinder ist es oft ein tiefes Bedürfnis, Ihre leiblichen Eltern kennen zu lernen. Ihr Kind sollte diese Möglichkeit haben, ob jetzt oder erst mit dem Erwachsenwerden. Das wird allerdings garantiert kompliziert, weil Ihr Mann damit leben muss, ein der leibliche Vater, mit dem Sie ihn betrogen haben, in Ihrer Familie in Erscheinung tritt.

Wenn Sie mit Ihrem Mann offen über Ihre Gefühle in den letzten Jahren sprechen, können Sie ihm hoffentlich auch verdeutlichen, wie enttäuscht und allein gelassen Sie sich in Ihrer Kinderwunsch-Frage gefühlt haben. Für mich ist es ein Anzeichen für einen tief sitzenden Beziehungskonflikt, dass Sie beide in dieser Frage nicht an einem Strang gezogen haben. Der Kinderwunsch Ihres Mannes scheint aus meiner Sicht nicht so stark ausgeprägt zu sein wie Ihr eigener, sonst hätte er sich aktiver für ein Kind eingesetzt. Insofern können Sie die Gelegenheit packen und auch dieses Thema gleich mit ansprechen.
Letztlich wäre es sehr wichtig, diesen Konflikt zu klären und sich wieder für einander und für mehr Zusammenhalt zu entscheiden, wenn Sie als Familie zusammenfinden wollen. Und falls es zu einer Trennung kommt, können Sie sich sagen, dass es schon große Anzeichen für eine Beziehungskrise gab. Sonst hätten Sie sich nicht so alleine gefühlt, Ihren Mann nicht betrogen und nicht eine Schwangerschaft mit einem anderen Mann risikiert.
Ich rate Ihnen auf jeden Fall dazu, sich professionelle Unterstützung von einem Paartherapeuten oder einer Familienberatungsstelle zu holen.

Herzliche Grüße und alles Gute für Sie,

Julia Peirano

Fehlende Freude aufs Vater-Sein

Die Liste

Tage später saß ich in meinem Flur-Büro, und grübelte über Ursachen und Lösungen des Problems nach. Da ich schon einmal am Schreibtisch saß, überlegte ich mir zehn Gründe, warum ich glücklich sein sollte:

  • Ich kann Leben spenden, ich bin fruchtbar. Die Warnhinweise auf den Zigarettenschachteln können mich mal.
  • Ich bin dem Trieb meiner Spezies gefolgt und habe mich fortgepflanzt. Irgendwie fühle ich eine Naturverbundenheit, ich bin Teil von etwas Größerem.
  • Meine Verlobte wollte ein Kind von mir. Keine Frau hat mir jemals einen sichtbareren Beweis der Liebe erbracht und mir gezeigt, dass ich als Mann wertvoll bin.
  • Ich werde irgendwann Opa sein und im dicken Ohrensessel meine Enkel beim Spielen beobachten.
  • Ich habe den letzten Schritt zur Emanzipation getan: Von jetzt an müssen mich meine Eltern und Schwiegereltern als Gleichen akzeptieren.
  • Ich werde Vater – das kenne ich noch nicht, das ist neu, ein Abenteuer.
  • Ich bin immer da. Selbst wenn ich sterbe, bleibt etwas von mir auf dieser Welt zurück.
  • Ich kann den ersten Freund meiner Tochter einschüchtern. Oder meinem Sohn Flirt-Tipps geben, die er mit auf Durchzug gestellten Ohren erträgt.
  • Ich werde mich nie wieder ungebraucht fühlen – ich bin jetzt ein Versorger, erfülle einen Sinn in dieser scheinbar sinnentleerten Welt.
  • Ich mache meine Eltern zu Oma und Opa – ein berauschendes Gefühl.

Jetzt fühlte ich sie wieder, die mir zustehende Energie. Warum hatte sie so lange auf sich warten lassen? Mir wurde klar, dass es dafür einen wesentlichen Grund gab: Ich war der einzige werdende Vater in meinem Freundeskreis. Ich hatte zwei gute Freundinnen, die Mütter waren, aber beide allein erziehend. Kein Vater, mit dem ich meine Gefühle teilen, mit dem ich mich hochputschen konnte. Und dennoch hatte ich es geschafft, ohne äußeren Impuls, das euphorische Gefühl des „Vater-Werdens“ in mir zu wecken.

Nicht euphorisch, aber standhaft

Ich war stets ein Zweifler, ein Planer, ein bisschen unspontan, ein wenig unflexibel – kein Wunder, dass meine Emotionsskala rote Zahlen ausweist, wenn ich an die ungewisse Zukunft denke. Aber die Power ist da, sie gleicht diese emotionale Schieflage aus, macht aus dem fetten Minus eine schwarze Null. Verhindert, dass ich aus Angst und Sorge um mein Geld, meine Freiheit, meine Pläne auch nur einen Gedanken an Flucht hege. Dass ich der Verantwortung nicht euphorisch, aber standhaft ins Gesicht sehen kann.
Wenn ich weiterhin diese Power spüren will, muss ich sie nicht suchen, sondern muss Sorgen und Ängsten entgegen treten. Nicht allein. Mit Verbündeten: Ich habe meine Verlobte. Ich habe meine Liste. Und ich werde in dem bald beginnenden Schwangerschaftskurs bestimmt weitere Bündnispartner gewinnen. Sogar Männer.

Karsten Frei

Know-how für Papas: Das sollten werdende Väter über die Schwangerschaft wissen

Liebe werdende Väter, vorab erst einmal zu Ihrer Beruhigung: Die hechelnden Ehegatten im Geburtsvorbereitungskurs sind nur ein Klischee und die vielen ohnmächtigen Männer im Kreißsaal eher ein alter Hebammenwitz. Was allerdings stimmt: Ab jetzt wird sich einiges ändern. Die Nachricht über die Schwangerschaft hat Sie gefühlstechnisch wahrscheinlich schon übermannt – auf der einen Seite sind die Freude und der Stolz groß, auf der anderen entsteht die Angst vor der Verantwortung. Und Sie rücken plötzlich in den Hintergrund – alles dreht sich nur noch um Frau und Baby. Umso wichtiger ist es, dass Sie mit Ihrer Partnerin über Ihre Gefühle reden und verstehen, was Ihre Frau in der Schwangerschaft alles durchmacht. So können Sie sich gegenseitig unterstützen und bis zur Geburt eine wunderschöne Zeit zu zweit genießen.

Übelkeit und Erbrechen machen das Leben schwer

Kein Gerücht, kein Klischee – Übelkeit und Erbrechen sind echte Schwangerschaftsbeschwerden, unter denen viele Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen leiden. Für Ihre Frau ist das ziemlich belastend. Sein Sie also für sie da, indem Sie die Beschwerden ernst nehmen: trösten, Tee und Zwieback reichen, Kopf streicheln – all das hilft.

Wie ein Murmeltier im Winterschlaf

Während Sie früher bis zum Morgengrauen um die Häuser gezogen sind, schläft Ihre schwangere Frau spätestens um 21 Uhr vor dem Fernseher ein oder gähnt unaufhörlich, obwohl Sie ihr gerade etwas Wichtiges erzählen? Schon in der Frühschwangerschaft sorgen die Hormone dafür, dass Ihre Frau die Augen kaum offen halten kann. Wahrscheinlich fällt es ihr aufgrund der Müdigkeit ohnehin schwer, den Tag auf der Arbeit zu überstehen und am Abend sind die Energiespeicher komplett leer. Gönnen Sie ihr diese Ruhe. Der Körper bereitet sich gerade auf Ihr Baby vor und das ist ein echter Kraftakt.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Ihre Liebste entpuppt sich plötzlich als Zicke? Schuld daran sind ebenfalls die Hormone. Deshalb gehören Stimmungsschwankungen zu den klassischen Schwangerschaftsbeschwerden. Da müssen Sie also leider einfach durch. Nehmen Sie Ihre Frau in den Arm, selbst wenn ihr vielleicht unbegründet die Tränen über die Wangen laufen. Werden die Zickereien zu viel, gehen Sie dem Konflikt aus dem Weg und zeigen Sie Verständnis. Streit und Stress sollten Sie Mutter und Kind zuliebe vermeiden. Aber keine Sorge, das Wechselbad der Gefühle bleibt nicht für die gesamten neun Monate bestehen.

Das Phänomen von sauren Gurken mit Schokocreme

Früher war Ihre Partnerin eine Kaffee-Liebhaberin und jetzt wird ihr schon beim Geruch schlecht? Dafür werden Sie ständig in den Supermarkt geschickt, um ihr saure Gurken, Leberwurst oder Rollmops zu besorgen? Bei den merkwürdigen Gelüsten in der Schwangerschaft handelt es sich nicht etwa um einen Mythos. Durch die hormonelle Umstellung ändern sich Geruchs- und Geschmackssinn. Tun Sie Ihrer Frau den Gefallen und besorgen Sie ihr bei einer Heißhungerattacke, wonach ihr der Sinn steht, statt sie schief anzugucken. Sie machen ihr damit eine große Freude.

Gedächtnis wie ein Sieb

Der Autoschlüssel ist unauffindbar und die letzte Verabredung wurde vergessen – wer ist schuld? Die Schwangerschaftsdemenz! Dass schwangere Frauen öfter etwas vergessen, ist typisch. Auch, wenn die Existenz dieses Phänomens in Expertenkreisen heiß diskutiert wird und bisher keine körperlichen Ursachen herausgefunden werden konnten, steht fest: Werdende Mütter konzentrieren sich jetzt auf die anstehenden Herausforderungen und sind mit den Umbaumaßnahmen ihres Körpers mehr als gut beschäftigt. Da ist es vollkommen normal, dass ein paar andere Dinge in Vergessenheit geraten. Gleiches gilt übrigens für die Vergesslichkeit in der Stillzeit – hier leben Mama und Baby im eigenen Kosmos und vergessen den Rest der Welt für eine Weile. Zwar besteht kein Grund zur Sorge, Sie können die Mutter Ihres Kindes aber trotzdem dabei unterstützen, ihr Gedächtnis wieder aufzubessern. Helfen Sie Ihrer Frau, mal auszuspannen – dann kommt auch die Konzentration zurück.

Keine Lust auf Sex

Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten – bei all dem, was der Körper Ihrer Frau gerade durchmacht, bleibt die Lust auf Sex in der Schwangerschaft erst einmal auf der Strecke. Machen Sie Ihrer Partnerin keinen Stress. Bis die typischen Beschwerden überstanden sind, sollten Sie die Zeit zum Kuscheln nutzen und Ihrer Frau die Zärtlichkeit geben, die sie gerade braucht. Viele Frauen fühlen sich nicht mehr besonders attraktiv, wenn sie aufgrund der Schwangerschaft runder werden. Machen Sie Ihrer Frau Komplimente, wie schön sie ist und wie gut ihr die Schwangerschaft steht.

Sexstellungen in der Schwangerschaft

Einmal alles neu, bitte!

Umräumen, renovieren und dann gleich alles noch einmal umräumen – Frauen packt in der Schwangerschaft der Nestbautrieb. Bevor das Baby geboren wird, muss alles auf Vordermann gebracht und oft mehr als nur die Erstausstattung für das Baby besorgt werden. Jetzt können Sie sich so richtig einbringen. Streichen Sie das Kinderzimmer, bauen Sie Wickelkommode, Babybett und Co. auf. Spätestens wenn Ihre Frau keine schweren Dinge mehr heben darf, sollten Sie ihr in diesem Punkt jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Urlaub mit Babybauch

Die Urlaubsreise ist gebucht und Ihre Frau ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob die Strahlung oder der Kabinendruck im Flugzeug für das Ungeborene nicht vielleicht doch schädlich sein könnten? Natürlich möchte eine werdende Mutter ihrem Kind kein Risiko aussetzen. Raten Sie Ihrer Frau, dass Sie mit ihrer Ärztin sprechen soll, statt sie wegen übertriebener Fürsorge zu tadeln. Sie wird ihr die Unbedenklichkeit bestätigen. Achten Sie bei Reisen mit dem Auto darauf, dass Ihre Frau mit Babybauch richtig angeschnallt ist.

Hecheln – ja oder nein?

Wir haben es eingangs schon erwähnt – Männer, die ihre schwangeren Frauen zum Geburtsvorbereitungskurs begleiten, müssen – entgegen aller Klischees – nicht hechelnd hinter der Frau sitzen. Begleiten Sie Ihre Partnerin ruhig dorthin. Sie werden viel über Geburt und Wochenbett erfahren und sind vorbereitet, wenn es losgeht.

Auf Schritt und Tritt dabei

Apropos begleiten: Nicht nur beim Geburtsvorbereitungskurs können Sie mitmachen. Sein Sie dabei, wenn Sie bei der Vorsorgeuntersuchung das erste Ultraschallbild zu sehen bekommen, das Geschlecht erfahren oder Sie die Herztöne Ihres Babys hören. Fühlen Sie von außen, wie Ihr Kind sich im Bauch bewegt und sprechen Sie mit Ihrem Baby – es wird Ihre Stimme nach der Geburt von anderen unterscheiden können. Und sein Sie bei der Geburt dabei, wenn Ihre Frau das auch möchte! Auch wenn die Mutter Ihres Kindes bei der Entbindung die ganze Arbeit leistet und Sie „nur“ daneben stehen, Sie sind trotzdem eine wichtige Unterstützung. Der Moment, an dem Ihr Baby das Licht der Welt erblickt, ist so unbeschreiblich, dass Sie ihn hinterher niemals missen wollen. Hebammen empfehlen Männern auch nach der Geburt die ersten Stunden mit der neuen Familie zu verbringen, da diese besonders wichtig sind.

Übrigens: Falls Sie Ihren eigenen Zustand gerade in den typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit, Heißhunger, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme wiedererkannt haben, sind Sie wahrscheinlich tatsächlich selbst ein bisschen „schwanger“. Das Phänomen wird als Couvade-Syndrom bezeichnet. Wissenschaftler vermuten, dass schwangere Frauen Sexuallockstoffe aussenden, die den Hormonhaushalt der werdenden Väter durcheinander bringen. Bei ihnen wurde im Blut vermehrt das Stresshormon Cortisol und das milchbildende Hormon Prolaktin gefunden. Und noch etwas fand die Forschung heraus: Eine Studie mit 1.686 unverheirateten Vätern zeigte, dass sich haltbarere Familienbande knüpfen lassen, wenn der Vater sich schon während der Schwangerschaft in das Familienleben einbringt und Aufgaben erledigt.

Baby-Erstausstattung: Diese Dinge brauchen Sie wirklich

15 Dinge, die man über werdende Väter wissen muss

1. Jubel oder Panik?

Wie er reagieren wird, wenn du ihm mitteilst, dass du schwanger bist, ist so schwer vorherzusagen wie die Entwicklung der Weltwirtschaft. Selbst ein kurzer Schockzustand ist nicht auszuschließen. Ein einminütiger Film mit dem Titel „First Fatherhood Moments“ (auf Youtube zu sehen) allerdings zeigt, dass die Freude rieieieiesig sein kann: Männer, die ES erfahren haben, im Glückstaumel, ungefiltert und unverfälscht. Vaterschaft ist mittlerweile etwas, woraus Männer Stärke und Erfüllung ziehen. Und frisch gebackene Papis bringen ihren Stolz außerdem gern online zum Ausdruck, auf Instagram zum Beispiel wird die Liebe zum Kind und der Alltag mit Kind unter Hashtags wie #daddydoinwork oder #prouddaddy in Bildern präsentiert.

2. Er ist auch schwanger?

Ein bisschen. Es gibt Kerle, die eine Parallel-Schwangerschaft erleben – mit Morgenübelkeit, Stimmungsschwankungen, Heißhungerattacken. Das Phänomen hat einen Namen: Couvade Syndrom (vom französischen couver = ausbrüten). Eine der Ursache liegt offenbar im veränderten Hormonhaushalt und darin, dass sich der männliche Körper auf die Pflege des Nachwuchses einstellt. Seit dem 19. Jahrhundert jedenfalls beobachten Völkerkundler Rituale, mit denen sich Männer in traditionellen Kulturen auf den Tag X vorbereiten – indem sie sich zu simulierten Geburten in Gebärhütten zurückziehen oder sich verhätscheln lassen, als seien sie selbst schwanger. Falls dein Süßer also plötzlich ein Allein-Wochenende in einer Berghütte verbringen oder mehr Aufmerksamkeit haben möchte, weißt du Bescheid.

3. Huch, ein zweites Bäuchlein

Hm, ja, nicht nur bei dir wölbt sich was. Eine Onepoll-Umfrage unter 5000 britischen Männern ergab, dass Papis in spe im Schnitt 6,35 Kilo zunehmen. 25 Prozent der Befragten sagten, sie würden aus Solidarität mit der Partnerin mehr essen, damit diese sich mit ihren zunehmenden Runden nicht schlecht fühlt, 22 Prozent gaben an, mit der Partnerin öfter essen zu gehen, um die verbleibende Zeit bis zur Geburt zu zweit intensiv zu nutzen. Die Lösung des dicken Problems: ihn zum (ab)trainieren zu bewegen. Oder ihn zur Rückbildungsgymnastik für Väter (gibt’s!) anmelden.

4. Achtung, Baby an Board!

Männer und Autos, das ist Liebe auf vier Rädern. Und die reicht von Oldtimern bis zu High Tech-Flitzern. Er hegt und repariert seinen klapprigen Käfer/Golf GTI/Ford Mustang/RV/Bulli in jeder freien Minute und würde ihn gern bis an sein Lebensende fahren? Oder least er sich regelmäßig das neueste Modell seiner Lieblingsmarke? Oder träumt er von einem Porsche und den dazugehörigen PS? Oder einem Jeep für Offroad-Abenteuer? Keine Sorge, er wird umsteigen, wenn der Nachwuchs da ist! Studien und Umfragen zufolge geht es jungen Eltern beim Autokauf vor allem um Platz und Sicherheit und daher ist der klassische Kombi nach wie vor eine der beliebtesten Familienkutschen.

5. Schon wieder ein Abend mit den Kumpels

Sieh es so: Er trifft sich jetzt öfter mit seinen Jungs, weil er glaubt, dass er nach der Geburt keine Zeit mehr dafür hat. Also mangelnde Verantwortung und Realitätsferne kann man ihm in dem Fall wirklich nicht vorwerfen!

6. Der Geburtsvorbereitungskurs ruft

Es kann gut sein, dass er diesen Termin am liebsten ausfallen lassen würde, weil er gehört hat, dass Mann in so einem Kurs lediglich lernt, dass Mann bei der Geburt letztlich nicht viel machen kann. Wenn er aber erst mal teilnimmt, wird er merken, dass er wertvolle Informationen bekommt und eben doch Hilfestellung leisten kann, wenn es soweit ist, beispielsweise durch Massageeinheiten oder um Dich zu Stützen. Das geht mitten in sein Helden-Herz – und wird dafür sorgen, dass er keine Ausreden mehr parat hat.

7. Der Softie in ihm

Das Sanfte kommt durch, weil sich mit der künftigen Vaterrolle auch der Hormongehalt verändert, das aggressionsfördernde Testosteron nimmt messbar ab. Sie erleben quasi ein hormonelles Anti-Aggressionsprogramm. Mag sein, dass er dadurch gelegentlich zum Sensibelchen mutiert, aber dafür legt er garantiert keine Macho-Allüren an den Tag. Angenehme Nebenwirkung, oder?

8. Der will doch nur spielen

So wie du für euer Baby schon mal Strampler und Lätzchen einkaufst, versorgt er es im Vorfeld womöglich mit Spielsachen. Allerdings kann es sein, dass er einen Teil davon insgeheim für sich selbst besorgt. Die Spielzeugbranche nämlich hat längst den Dreh raus, wie sie erwachsene Männer zu (Zusatz)käufen animiert. Nur so viel: Lego zum Beispiel bietet mit „Lego men“ Bausets für Fortgeschrittene an, vom Volvo Radlager bis zum Sydney Opera House. Lass ihn spielen! Es dauert nur eben eine Weile, bis aus eurem Baby ein adäquater Spielkamerad wird und sich die Investitionen tatsächlich bezahlt machen.

9. Lass es uns beim Namen nennen

Die schlechte Nachricht: Wenn es um den Namen eures Kindes geht, kann es turbulent werden. Die Geschmäcker sind verschieden und es sind nicht gerade wenige Kriterien, die der Name erfüllen soll: Es soll nicht jede(r) so heißen, der Vorname soll zum Familiennamen passen, er soll einen schönen Klang haben… Die gute Nachricht: Ihr habt bis zu einem Monat nach dem Geburtstag Zeit, euch zu einigen. Und es ist nicht verkehrt, seine männlich-rationalen Überlegungen miteinfließen zu lassen, denn jede fünfte Mutter bereut laut einer Umfrage der Website „mumsnet“ den Namen, den sie ihrem Kind gegeben hat.

10. Das erste Mal

Wann fühlt er sich zum ersten Mal wirklich wie ein Vater? Dieser Frage ging babycenter.de nach. Die drei häufigsten Antworten lauten: „Als ich unser Baby das erste Mal im Arm halten konnte“ (47 Prozent), „So richtig kann ich es immer noch nicht glauben“ (19 Prozent), „Als ich mein Kind im Ultraschall gesehen habe“ (16 Prozent).

11. Daddy cool? Geht!

Es kann schon mal vorkommen, dass ihm das Vaterwerden zu schaffen macht. Dass er denkt, Baby und Brei sind nichts für echte Kerle. Oder dass er sich überfordert fühlt. Männer haben solche Gedanken und andere Männer kennen sie. Und so schreibt Constantin Gillies in seinem Buch „Wickelpedia: Alles was man(n) übers Vater werden wissen muss“ eingangs: „Vor allem aber will dir Wickelpedia deine größte Angst nehmen: die Angst davor, uncool zu werden. Du hast recht – die meisten Kollegen schaffen es nicht. Aber man muss als Vater nicht automatisch eine Lusche sein! Es ist möglich, hinterm Kinderwagen, auf dem Spielplatz und selbst in der Krabbelgruppe noch eine gute Figur zu machen. Alles nur eine Frage der richtigen (Nach-)Lässigkeit. Im Zweifel fragst du dich einfach: Was würde James Bond tun?“ Deswegen: Lass ihn dein Held sein! Schon bevor er Vater wird! (Siehe Punkt 6)

12. Lust schon, aber…

Nein, Sex in der frühen Schwangerschaft erhöht nicht das Risiko einer Fehlgeburt. Nein, sein Penis kann das Baby nicht verletzen oder in Bedrängnis bringen. Nein, die werdende Mutter ist nicht körperlich zu beeinträchtigt, um Spaß im Bett zu haben… Das musst du ihm – praktisch – beweisen. Sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht.

13. Dabei sein ist alles

Der Kreißsaal ist das neue Revier der Männer, immer mehr wollen mit. Laut der ElitePartner-Männerstudie möchten 67 Prozent der Unter-Dreißigjährigen bei der Geburt dabei sein, bei den werdenden Vätern zwischen 30 und 44 Jahren sind es sogar 86 Prozent. Aber: Nichts tun zu können, während die Partnerin Schmerzen hat, den Ablauf zu stören, den Raum vorzeitig verlassen zu müssen, in Ohnmacht zu fallen oder medizinische Komplikationen – davor hat er Bammel. Sei also nachsichtig mit ihm, wenn’s ernst wird. Und freu dich auf den magischen Moment, denn ein Großteil der Väter erlebt die Geburt als „faszinierend“, „beeindruckend“ und „einmaliges Erlebnis“.

14. Und jetzt noch ein Birthie…

Auch im Kreißsaal macht’s neuerdings klick. Und zwar dann, wenn der Vater mit seinem Smartphone den spektakulären Moment festhält, in dem sein Kind das Licht der Welt erblickt – er strahlend im Vordergrund, dahinter die Mutter mit schmerzverzerrtem Gesicht beim Pressen. Voilà, der Birthie! Der Amerikaner Gil Solano machte einen solchen Geburts-Selfie, stellte ihn ins Netz und spaltete die User-Gemeinde: Die einen fanden’s großartig, die anderen gruselig. Seine Frau wollte das Bild – falls du keines willst, solltest du deinem Liebsten eventuell frühzeitig das Handy abnehmen.

15. „Schatz, bist du da?“

Und wie er da ist! Die Trendstudie „Moderne Väter“ bescheinigt den modernen Vätern vollste Einsatzbereitschaft: 88 Prozent legen großen Wert darauf, von Anfang an die Entwicklung ihres Kindes aktiv zu begleiten, 87 Prozent übernehmen auch Aufgaben wie Windeln wechseln, den Nachwuchs füttern oder ins Bett bringen, 76 Prozent sagen, dass Väter heute viel involvierter sind und mehr Gefühle zum Kind zeigen. Traummänner! Ja, und auch Traumväter!

„Super Dad“ App unterstützt junge (werdende) Väter

Die klassische Ansprache der Gesundheitsförderung und Prävention in der Schwangerschaft oder für Neugeborene erfolgt über die Schwangeren oder die Mütter. Werdende Väter werden weniger einbezogen. Doch auch Männer entwickeln während der Schwangerschaft ihrer Partnerin eine hohe Sensibilität und Empfänglichkeit für das Thema Gesundheit. Die Schwangerschaft ist für viele Väter Anlass, sich neben der Gesundheit des Ungeborenen auch mit der eigenen auseinanderzusetzen. Hier setzt die neue mobile App „Super Dad“ an, die niedrigschwellig Gesundheitsinformationen vermittelt.

Apps – Das etwas andere Medium in der Gesundheitsförderung

Junge, technikaffine Männer – auch aus bildungsfernen und sozial benachteiligten Familien – verfügen in der Regel über ein Smartphone. Eine kostenlose App scheint damit ein guter Zugang zu dieser besonderen Zielgruppe zu sein. Die App „Super Dad“ ist den Rezeptionsgewohnheiten und -fähigkeiten der Zielgruppe angepasst und kann intuitiv bedient werden. Während der Entwicklung der App wurde die Zielgruppe in die Bewertung der Inhalte und der Handhabung wie auch in die Namensfindung eingebunden.

Die Ziele von „Super Dad“

„Du wirst Papa!“ Für den zukünftigen Vater steht das Leben erst einmal Kopf und die Gefühle fahren Achterbahn. Nur eines ist sicher: Nichts bleibt wie zuvor. Und das gilt insbesondere für sehr junge Väter. Eine Schwangerschaft ist für den werdenden Vater mit einer Änderung seiner bekannten Lebenssituation verbunden. Neue Aufgaben kommen auf ihn zu und die Versorgung eines Babys ist eine große Herausforderung. Die App „Super Dad“ will hier praktische Hilfestellungen vor und nach der Geburt geben und junge werdende Väter dabei unterstützen, einen aktiveren Part in der Schwangerschaft und in der Gesundheitsfürsorge für ihr Kind zu übernehmen. „Super Dad“ hilft dem jungen Vater, sich seiner Rolle bewusst(er) zu werden und (mehr) Verständnis für seine Partnerin und sein Kind zu entwickeln. Die Fürsorge für und die Interaktion mit Mutter und Kind zu verstärken sowie ein positives Vatergefühl und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln, sind weitere Ziele. Es gilt, ein gesundes Aufwachsen der Kinder auch unter schwierigen sozialen Bedingungen zu fördern und das Bewusstsein des Vaters für die Verantwortung gegenüber seinem Baby weiter zu stärken.

Die App und ihre besonderen Features

Die App begleitet die werdenden Väter durch die Schwangerschaft und die ersten Monate nach der Geburt des Kindes. Sie liefert Wissenswertes rund um die Gesundheit der Schwangeren und des Ungeborenen, die Vorbereitung des werdenden Vaters auf die Geburt und den Papierkram, der mit einer Geburt anfällt. Auch die mit Schwangerschaft und Geburt zusammenhängenden finanziellen Veränderungen werden behandelt: Leistungen des Jobcenters oder die Beantragung von Elterngeld sind hier wichtige Stichworte. Nach der Geburt steht der Umgang mit dem Neugeborenen im Mittelpunkt.

Weitere Features der App sind z.B.:

  • die Countdown-Anzeige bis zur Geburt,
  • der Namensfinder,
  • die Entwicklung des Baby in Bildern,
  • die Checkliste für Super Dads Kliniktasche oder
  • eine Anleitung zum Wickeln und Anziehen.

Mit wöchentlich wechselnden Tipps – wahlweise auch auf dem Widget zur App angezeigt – wissen die jungen werdenden Väter immer, was Sache ist: Untersuchungstermine, der Abschluss der Krankenversicherung für das Baby oder die „Pinkelparty“. Die intuitive Bedienung der App erleichtert den Einstieg in das Thema „Vater werden“.

Das Gesundheitsministerium NRW unterstützt die APP

„Super Dad“ wurde vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) und der NRW-Landesinitiative „Gesundheit von Mutter und Kind“ entwickelt. Das MGEPA hat die Entwicklung der App finanziert. Redaktionell betreut wird sie vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW). „Super Dad“ wurde zunächst für mobile Android-Geräte entwickelt und kann kostenlos im Google Play Store: www.play.google.com heruntergeladen werden.

Die Angst vor dem Vaterwerden – schaffe ich das alles?

Der erste Impuls ist bei den meisten Männern der gleiche, wenn sie erfahren, dass sie Vater werden. Es ist ein Gefühl des Stolzes und der Vorfreude. Dabei spielt nicht nur der Fortpflanzungstrieb eine Rolle, sondern auch das Wissen, dass man dabei sein wird, wenn ein menschliches Wesen aufwächst. Man begleitet das Kind, sieht, wie es sich entwickelt und versucht, die Hilfe zu geben, die das Kind braucht, um ein ausgefülltes und glückliches Leben zu führen. Doch diese verklärte Sicht der Dinge ist nur die eine Seite.

Die „andere“ Frau

Es ist bekannt, dass die Frau sich verändert, wenn sie schwanger ist. Neben rein biologischen Faktoren kommen oft Stimmungsschwankungen hinzu, zuweilen recht ungewöhnliches Essverhalten und natürlich die Veränderung der Figur. Für Sie als Mann ist es nur bis zu einem gewissen Punkt möglich, die Veränderungen der Frau nachzuvollziehen. Selbst der einfühlsamste Mann ist doch letztlich außenstehend und muss auf seine Art mit der „anderen Frau“ zurechtkommen, mit der er von nun an zusammen ist. Die lustige Vorstellung vom Appetit auf Gurken mit Nutella mag hin und wieder zutreffen, ist jedoch eher der Phantasie von Hollywood-Filmemachern entsprungen. Faktisch ist es für Männer schwer, sich an die neuen Umstände zu gewöhnen. Spätestens, wenn auch das Sexualleben während der Schwangerschaft nachlässt oder eine Weile komplett einschläft, fühlt sich ein Mann ausgeschlossen. Bevor er also sein Kind in den Armen halten kann, muss er sich mit den körperlichen und seelischen Veränderungen der Partnerin beschäftigen. Übelkeit, überempfindliche Brüste, Sexunlust und zahlreiche andere Beschwerden vermischen die Vorfreude mit der Angst und dem Gefühl des Nicht-dabei-Seins.

Vaterwerden: nichts für Weicheier?

Das Bild des souveränen Mannes, der die Geburt des Kindes mit Ruhe und Gelassenheit betrachtet, ist ein antiquiertes. Und eines, das nie stimmte. Früher mag vom Mann erwartet worden sein, dass er der starke Part bei einer Schwangerschaft ist. Doch er war es nie. So gesehen ist es nur gut und richtig, dass in der heutigen Zeit der Mann zu seinen Gefühlen und Ängsten stehen kann. Gleichzeitig bedeutet es aber auch für beide Partner neue Herausforderungen, denn nur gemeinsam kann die Zeit der Schwangerschaft erfolgreich gemeistert werden. Die Veränderungen von Mann und Frau bedingen sich gegenseitig. Und sie führen oft zu Streit oder sogar Krisen während der Schwangerschaft. Dem können nur beide gemeinsam begegnen, indem sie sich tolerant und kompromissbereit zeigen. Bei allem Verständnis für die Partnerin ist es durchaus erlaubt, auch Ihre eigenen Probleme in den Raum zu stellen. Eine funktionierende Partnerschaft wird diese Herausforderungen meistern.

Ist genug Liebe für das Kind da?

Über kurz oder lang stellt sich wohl jeder Mann die Frage, ob er ein guter Vater sein wird, ob er überhaupt genügend Liebe in sich trägt, um ein Kind großzuziehen. Diese Frage ist nicht nur erlaubt, sie zeugt von Verantwortungsgefühl und Ihrer Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen. Ist das Kind jedoch erst einmal auf der Welt, zeigt sich schnell, wie unfassbar viel Liebe ein Vater in sich trägt. Sie spüren es, wenn Sie das Neugeborene das erste Mal in den Armen halten, das Gefühl ist überwältigend. Aber diese Erfahrung kann man weder vererben noch erklären. Man muss sie einfach machen.

Die Schwangerschaft: mittendrin statt nur dabei

Geburtsvorbereitungen sind für beide Partner wichtig und hilfreich. Es ist auch für Sie als Mann bedeutsam, über richtige Atemtechniken informiert zu werden, um die Wehen erträglicher zu machen. Oder Massagetechniken kennenzulernen, die Schmerzen der Frau lindern. Wie bei der Krisenbewältigung geht es um das gegenseitige Verständnis, sozusagen ein neues Kennenlernen zwischen Mann und Frau. Der positive Begleiteffekt ist nicht nur besseres Wissen und Zusammenhalt, sondern auch das Gefühl, nicht „außen vor“, sondern Teil eines großartigen Prozesses zu sein: dem Entstehen von Leben.

Bilder gegen die Angst

Eine Schwangerschaft ändert alles. Aber das muss nicht zwingend Angst und Unsicherheit auslösen. Man kann das Neue auch positiv nutzen.

  • Ultraschallbilder machen aus einer abstrakten Schwangerschaft etwas ganz Reales. Wenn Sie diese Bilder sehen und auch noch die Herztöne des Kindes hören, finden Sie einen ganz anderen Zugang zu dem, was da heranwächst.
  • In den letzten Monaten vor der Geburt ist das Baby sehr aktiv, es „klopft“ häufig gegen die Bauchdecke. Für den Mann führt das nicht selten zu geradezu kindlicher Begeisterung und dem Verlangen, dem Nachwuchs Kinderlieder vorzusingen.
  • Schwangerschaften bedeuten nicht automatisch das vorübergehende Ende von Sex. Allerdings ist mit fortschreitender Dauer und einem dicken Bauch Fantasie gefragt. Unter Umständen ist es für Ihre Partnerin auch schöner, gestreichelt zu werden, statt Geschlechtsverkehr zu haben. So oder so: Sex löst weder vorzeitige Wehen aus noch gefährdet er das Kind, wie angehende Väter immer wieder befürchten.

TDF fordert besseren Schutz von Kindern bei Häuslicher Gewalt

Maria lebt in Angst – und zwar vor ihrem Vater. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ihre Mutter von ihm verprügelt. Nun sind sie zwar in Sicherheit, aber die Behörden möchten trotzdem, dass Maria ihn besucht. Das Gericht hat ihrem Vater das Umgangsrecht zugesprochen. Dies ist in Deutschland keine Seltenheit: immer wieder erhalten Väter ein Umgangsrecht, obwohl sie gegen die Mutter oder sogar gegen das Kind gewalttätig geworden sind.

Marias Welt steht seit kurzem auf dem Kopf: Im letzten Jahr haben sich ihre Eltern fast jeden Tag gestritten und die Schreie aus dem Wohnzimmer waren kaum noch zu ertragen. Eines Morgens hatte ihre Mama eine geschwollene Lippe und sie hat den ganzen Tag über nicht gelächelt. Überhaupt lächelt Marias Mutter schon lange nicht mehr.

Vor etwa drei Monaten war es ganz besonders schlimm. Marias Vater kam abends betrunken nach Hause, randalierte im Wohnzimmer und fing an, auf sie und ihre Mutter einzuprügeln. Maria hatte wahnsinnige Angst vor ihm. Am nächsten Tag zogen sie und ihre Mutter in ein Frauenhaus. Dort fühlte Maria sich sicher – bis vor ein paar Tagen. Eine Frau vom Jugendamt hat angekündigt, mit ihr zusammen ihren Vater zu besuchen. Der Richter hat es so entschieden. Maria will aber ihren Vater nicht sehen, sie hat immer noch Angst vor ihm!

So wie Maria geht es vielen Kindern in Deutschland: Immer wieder entscheiden Richter, dass das Umgangsrecht von beiden Elternteilen ausgeübt werden muss. Dabei nehmen sie wenig Rücksicht auf die Situation „zu Hause“. Selbst wenn massive Gewalt vorlag oder der Vater sogar mit der Entführung des Kindes gedroht hat, beharren sie auf das Umgangsrecht des Vaters.

Wir von TERRE DES FEMMES setzen uns dafür ein, dass:

  • schlagende Väter kein (sofortiges) Umgangsrecht erhalten!
  • Opfer bei Gerichtsprozessen psychologische Unterstützung bekommen!
  • jeder gewaltbetroffenen Frau ein Platz im Frauenhaus zusteht!

Um Müttern und Kindern wie Maria zu helfen, brauchen wir Ihre Unterstützung! Mit Ihrer Spende helfen Sie Frauen und ihren Kindern, die Opfer von Häuslicher Gewalt geworden sind.

Wir setzen uns dafür ein, dass sie nicht rechtlos sind!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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Sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte! Zusammen können wir dazu beitragen, dass sich die Situation von Frauen und Kindern verbessert, die Häusliche Gewalt erleben mussten: [email protected]

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