Angst im dunkeln

Dass der Mensch im Dunkeln Angst hat, ist ein Schutzmechanismus des Körpers. Und auch wenn es nur die Wenigsten zugeben: Nicht nur Kinder fürchten sich vor Anbruch der Dunkelheit.

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Wenn es Nacht wird
Ab dem sechsten Lebensjahr verschwindet sie weitgehend: Die Achluophobie oder auch Nyktophobie, also die Angst vor der Dunkelheit und der Nacht. Dass Kinder unter dieser leiden, ist sinnvoll, da sie so lernen mit Dunkelheit umzugehen und Respekt vor ihr zu haben. Der Schriftsteller Horst Rehmann brachte es auf den Punkt: „Die Angst ist für uns Menschen lebenswichtig und unverzichtbar, ohne sie wüssten wir nicht einmal, was Vorsicht ist“. Doch nicht nur Kinder, auch Erwachsene kommen oftmals nicht drum herum, den Keller nur mit einer Taschenlampe zu betreten. In der Dunkelheit kann nicht nur das „Monster“ unter dem Bett lauern, sondern auch jegliche andere Gefahr, die man nicht kommen sieht – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Umfrage, die der britische Bettenhändler „Bensons for Beds“ an 2.000 Erwachsenen durchführte, zeigte, dass sich 64 Prozent der Befragten immer noch im Dunklen fürchten.

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Nachtangst
Für Menschen, die nicht an Achluophobie oder Nyktophobie leiden ist kaum nachvollziehbar, wie sich Betroffene fühlen. So schrecken diese in der Nacht nicht nur auf und fragen sich, wo sie sind, sondern haben auch stets Angst, nicht allein zu sein. Extreme Anspannung, Nervosität und Angst sind ihre ständigen Begleiter sobald die Sonne den Horizont erreicht hat. Dabei ist die Angst vor der Nacht oder der Dunkelheit keinesfalls an den Haaren herbeigezogen, sondern tief im Inneren eines jeden Menschen verwurzelt. Evolutionspsychologen führen dies auf die Urzeit zurück – als Jäger und Sammler lebten die Menschen unter freiem Himmel, jederzeit der Gefahr ausgesetzt, von wilden Raubtieren zerfleischt zu werden. Hat jemand Angst im Dunklen, so liegt das einfach an seiner DNA und der Unfähigkeit, lauernde Gefahren aufzuspüren. Denn jegliche Reize, auf die sich der Mensch sonst verlassen kann, sind in der Nacht inaktiv – somit bleibt der Phantasie viel Raum, die schaurigsten Geschichten zu spinnen.

Über die Angst im Dunkeln…

Als Achluophobie wird die Angst vor der Dunkelheit bezeichnet. Das altgriechische achlýos bezeichnet den Nebel oder auch die Dämmerung. Das deutet bereits daraufhin, dass es sich bei der Achluophobie nicht um die Angst vor Dunkelheit als solche handelt, sondern mehr um vermutete Gefahren, die in der Dunkelheit lauern könnten.

Wie bei Phobien üblich (Phobien Definition) handelt es sich um eine übersteigerte und irrationale Angst. Das bedeutet, dass nicht nur rational durchaus nachvollziehbare Orte oder Szenarien wie ein verlassener Park oder eine enge Gasse im Dunkeln Gegenstand der Angst werden, sondern auch z. B. der eigene dunkle Keller oder gar die eigene Wohnung. Die Dunkelheit selbst wird zum Gegenstand der Angst. Nach ICD-10 wird die Achluophobie unter F40.2, den spezifischen Phobien, klassifiziert.

Symptome und Verlauf

Tatsächlich kann die Dunkelheit so sehr zum Gegenstand der Angst werden, dass Betroffene versuchen, sie zu vermeiden (siehe Vermeidungsverhalten Angst). Eine drohende Dunkelheit kann als solche schon angstbesetzt sein, ohne dass dabei die eigentlichen Gefahren in der Dunkelheit schon eine Rolle spielen müssen. Dieser Prozess hat Ähnlichkeiten mit der Angst vor der Angst, bei der sich Betroffene noch vor der Angst selbst ängstigen und sich so umso mehr in sie hineinsteigern (siehe Angst vor der Angst überwinden). So kann bereits der Gedanke daran, nicht vor der Dämmerung nach Hause zu gelangen, bei Betroffenen Angst auslösen – lange bevor es überhaupt dunkel ist.

Generell ist eine Phobie eine Angststörung, die einen ganz bestimmten Auslöser hat. Dabei können z. B. folgende Symptome auftreten:

  • Hitzewallungen, Mundtrockenheit
  • Zittern, Herzklopfen
  • Atembeschwerden
  • Schwindel
  • Schweißausbruch, Pulsbeschleunigung
    (siehe auch Angststörung Symptome)

Je nach dem Grad der Ausprägung der Phobie können die Angstsymptome stark variieren. Es kann mit einem mulmigen Gefühl beginnen, zu dem dann die oben angeführten Symptome kommen. Im schlimmsten Fall kann das bis zu einer Panikattacke oder sogar Ohnmacht führen (siehe auch Angstsymptome überwinden).

Die Angst vor der Dunkelheit bei Kindern

Bei Kindern ist die Angst vor der Dunkelheit und darin lauernden Gefahren wie etwa Monster, die einfach so mit der Dunkelheit auftauchen, weit verbreitet. Insbesondere bei sehr fantasiereichen Kindern kann diese Angst zu einer Achluophobie werden. Ein gewisses Maß an Angst oder Bedenken gegenüber der Dunkelheit ist allerdings eine ganz normale Kindheitsangst. Nur bei manchen Kindern führen diese Ängste zu einer echten Beeinträchtigung des Alltags. Für gewöhnlich verschwindet diese Angst wie andere Kindheitsängste auch mit dem zunehmenden Alter des Kindes.

Buchtipps: Umgang mit Angst im Dunkeln bei Kindern

„Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor: Garantiert nie wieder Angst!“ (Amazon)„Auch Monster haben Angst vor Dunkelheit“ (Amazon)

Die Angst vor Dunkelheit bei Erwachsenen

Auch bei Erwachsenen hat die grundsätzliche Vorsicht vor dem Dunklen, in dem sich unsichtbare und somit uneinschätzbare Gefahren befinden könnten, eine gewisse rationale Berechtigung oder auch Herkunft. Auch bei besonders fantasiereichen oder sensiblen Erwachsenen können sich zahlreiche Szenarien im Kopf abspielen, was ihnen im Dunkeln alles widerfahren könnte. Auch erwachsene Betroffene der Achluophobie können oft nicht einmal im eigenen Schlafzimmer ganz ohne Licht einschlafen, sofern sie alleine sind.

Ursachen der Achluophobie

Die häufigste Ursache sind traumatische Erfahrungen. Diese können sowohl bereits in der Kindheit stattgefunden haben als auch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter stattfinden. Im Grunde wird dabei gelernt, die Dunkelheit mit schlimmen Geschehnissen zu verbinden. Je öfter und regelmäßiger diese Verbindung gemacht wird, desto mehr speichert das Gehirn die Dunkelheit als angstbesetzt. Das kann sich auch langsam entwickeln und z. B. mit Gefühlen von Verlust, Trauer oder Einsamkeit beginnen, die in der Dunkelheit besonders stark auftreten. Diese können sich dann nach und nach zu Angstgefühlen und Angstgedanken entwickeln. Außerdem können bei manchen Psychopharmaka Angstzustände zu den Nebenwirkungen zählen (siehe Psychopharmaka Nebenwirkungen), die dann in Form einer Achluophobie auftreten können.

Therapie und Behandlungsmöglichkeiten

Bei einer ausgewachsenen Achluophobie braucht es häufig professionelle therapeutische Hilfe (siehe Angstbewältigung, Angstbewältigungstherapie, kognitive Therapie, Therapie gegen Angst bei Kindern, Psychotherapien). Es kommt auf die Ursachen und natürlich auf den Einzelfall an. Oft sind die Ängste allerdings sehr stark verinnerlicht, sodass es schwierig ist, sie alleine oder mit Freunden zu lösen. Möglich ist es aber schon, je nach Intensität der Phobie.

Die professionelle Behandlung findet in Form von einer Verhaltenstherapie statt (siehe Verhaltenstherapie Definition), zu denen auch Entspannungstechniken gehören (siehe Entspannungsverfahren). Dabei wird gelernt, die Dunkelheit emotional angemessen zu bewerten. Wie bei den meisten Phobien stehen die Heilungschancen sehr gut. Betroffene müssen also nicht ihr Leben in Angst vor der Dunkelheit verbringen.

Auch lesenswert:

Hypnose gegen Angst und Panik?

Buch: „Ich tick nicht richtig: Mein Leben mit Zwängen, Ängsten und Macken – Geschichten aus meinem Neurosengarten“ von Hanka Rackwitz – über die Angst im Dunkeln hinaus.. ein Einblick in unsere Alltagspsyche und unsere Macken… (Amazon)

Angst im Dunkeln | Quellen und weiterführende Ressourcen:

In diesem kurzen Video gibt es eine Erklärung zu der Angst vor der Dunkelheit sowie eine kurze verbale Darstellung davon, was für Gedanken einem Betroffenen in der Dunkelheit durch den Kopf gehen können:

Siehe außerdem:

Erwartungsangst – wie umgehen mit der Angst vor der Angst?

„Lasea“ gegen Angst, Unruhe, kreisende Gedanken und Einschlafstörungen?

Angst im Dunkeln: Infos zu Nyktophobie

  • Personen, die an dieser Phobie leiden, haben Angst im Dunkeln oder auch vor der Dämmerung. Sie haben dabei nicht Angst vor der Dunkelheit selber, sondern vor Gefahren oder vor Ungewissem, dass sich in der Dunkelheit befinden könnte, sie aber nicht sehen können.
  • Die Angst basiert auf einer verzerrten Wahrnehmung der Realität. Die Betroffenen denken ständig, dass im Schatten eine Bedrohung lauern könnte. Sie reagieren meistens überreizt auf Schattenbewegungen und Geräusche.
  • Werden die Personen zu lange dieser Phobie ausgesetzt, so kann sich dies in Übelkeit, starkem Schwitzen, Zittern, Erbrechen oder mentalen Blockaden auswirken.
  • Viele Kinder haben Angst im Dunkeln, die sich aber mit dem Älterwerden verflüchtigt. Als Kind ist das rationale Denken noch nicht so stark ausgeprägt wie von einem Erwachsenen. Mit der Entwicklung wird das irrationale Denken abgelegt.
  • Von dieser Phobie sind aber auch häufig Erwachsene und Senioren betroffen. Obwohl diese zwar rational Denken, übermannt sie die Furcht und das rationale Denken wird in diesem Moment ausgesetzt.
  • Wie beschrieben sind die Personen in ihrem Leben eingeschränkt. Sie meiden es nachts unterwegs zu sein, sie meiden die Dämmerung und auch dunkle Räume. Wenn es sich nicht vermeiden lässt mit der Dunkelheit in Berührung zu kommen, dann bitten sie meistens jemanden, sie zu begleiten.
  • Im schlimmsten Fall geht dies soweit, dass betroffene Personen zum Beispiel abends die Jalousien schließen, damit sie nicht aus Versehen in die Dunkelheit schauen. Viele achten auch immer darauf, dass sie sich in der Nähe von Licht aufhalten oder haben auch Licht in Form einer Taschenlampe dabei.

Angst vor der Dunkelheit – so können Sie sie überwinden

  • Sehr effektiv bei der Angstbewältigung sind neue und realistische Gedanken. Die Welt ist nachts genauso wie am Tag, nur ohne Sonnenlicht. Versuchen Sie daher sich das Sonnenlicht vorzustellen. Schon ist der Blick ein ganz anderer.
  • Mit der Konzentration auf die Sonne arbeitet auch der nächste hilfreiche Gedanke. Machen Sie sich bewusst, dass gerade in diesem Moment die Sonne in einer anderen Region der Erde scheint. Denken Sie an diese Region und stellen Sie sich das Treiben dort vor. Auch dadurch erscheint die Nacht normaler.
  • Sie können die Dunkelheit auch bewusst als etwas Schönes wahrnehmen. Beobachten Sie den Mond und die Sterne oder lauschen Sie den Geräuschen der Nacht und der Stille. Es gibt vieles, das nur nachts entdeckt werden kann.
  • Nutzen Sie die Nacht auch zum bewussten Rückzug aus der Außenwelt. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Inneres. Spüren Sie Ihren Atem, Ihren Körper, Ihre Gefühle und Gedanken. Verbringen Sie Zeit mit sich selbst und genießen Sie die Ruhe.
  • Sie können sich von der Dunkelheit auch ablenken und zum Beispiel Entspannungsmethoden wie Yoga Nidra ausprobieren, bei denen die Aufmerksamkeit auf den Körper gezogen wird. Je besser Ihr Körpergefühl ist, desto besser kommen Sie mit Ihren Ängsten zurecht.
  • Es gibt auch Therapeuten, die Ihnen bei Angst von der Dunkelheit helfen können und vergangene Erlebnisse mit Ihnen aufarbeiten.
  • Alternativ dazu gibt es CDs, die direkt für die Angstbewältigung gemacht wurden. Hören Sie diese regelmäßig am Tag oder vor dem Schlafen, werden die Ängste schon nach einigen Wochen nachlassen.

Angst vorm Schlafen im Dunkeln – was tun?

Bei Erwachsenen ist diese Angst eher selten stark ausgeprägt, bei Kindern kommt sie häufiger vor. Gerade bei ihnen ist sie aber in gewissem Maße völlig normal und auch sinnvoll, da das Kind so lernt, mit der Dunkelheit umzugehen. Mit der Zeit verschwindet die Angst dann, was etwa ab dem sechsten Lebensjahr geschieht.

Symptome und Anzeichen

Je nachdem, wie stark die Angst ausgeprägt ist, gibt es unterschiedliche Symptome und Anzeichen. Es können vorab bereits Stress und Nervosität auftreten; die akuten Situationen äußern sich durch Zittern, Schwitzen, Herzklopfen und beschleunigte Atmung.

Im schlimmsten Fall steigern sie sich zu einer richtigen Panikattacke und es kann sich dauerhaft eine Phobie entwickeln. Der starke Drang, die Situation sofort verlassen zu wollen und zu flüchten, ist bezeichnend. Typisch bei Angstpatienten ist auch, dass die für sie unangenehmen Situationen weitestgehend vermieden werden oder besondere Vorkehrungen getroffen werden.

In diesem Fall wird dann zum Beispiel nachts ein kleines Licht oder der Fernseher angeschaltet, damit der Betroffene nicht im Dunkeln schlafen muss. Das ist für die Bekämpfung der Angst jedoch kontraproduktiv, da diese sich dadurch über die Zeit hinweg noch verstärkt und manifestiert. Sich der Angst zu stellen ist wichtig, um erfolgreich gegen diese Phobie anzugehen. Allerdings empfiehlt es sich, fremde Hilfe mit ins Boot zu holen, denn alleine sind die Erfolgsaussichten eher gering.

Im eigentlichen Sinne besteht keine Angst vor der Dunkelheit direkt, sondern vor dem, was sich dort verbergen könnte; die Unsicherheit vor dem Unbekannten. Wir Menschen sind es gewohnt zu sehen und auf visuelle Reize zu reagieren. Wird uns diese Fähigkeit genommen, sind wir unsicher und auch unsere Phantasie spielt uns dann und wann einen Streich und gaukelt uns Dinge vor, die es so gar nicht gibt. Ein Schatten hinter dem Vorhang? Dunkle Bäume auf der Straße, die sich im Wind wiegen? In komisches Geräusch im dunklen Treppenhaus? Schon spielen die Gedanken verrückt, obwohl es in den meisten Fällen ganz simple Erklärungen gibt. Bei Menschen, die unter Achluophobie leiden, können so also selbst harmlose Gegebenheiten angstauslösend sein.

Die Ursache hierfür kann sowohl ein traumatisches Erlebnis sein als auch unbewusst „antrainiert“. Die Angst bei Kindern ist keine Phobie, da sie wieder vergeht. Im Jugendalter kann diese Furcht jedoch wieder verstärkt auftreten und sich steigern. Dann sollte man dies ernst nehmen und schnellstmöglich handeln.

Hat man schon mehrfach etwas Unangenehmes in der Dunkelheit erlebt, wird dies im Gehirn als negative Erfahrung abgespeichert. Durch die Wiederholung verfestigt sich diese Empfindung, so dass bei folgenden Situationen von vornherein eine gewisse Anspannung herrscht. Im Laufe der Zeit kann sich dadurch eine Angststörung entwickeln; das Gehirn wird diesbezüglich einfach falsch trainiert. Auch hier sollte man umgehend Abhilfe schaffen.

Behandlungsmöglichkeiten

Wie alle Phobien lässt sich natürlich auch die Angst vor der Dunkelheit besiegen und überwinden. Die besten Erfolge verspricht eine Verhaltenstherapie. Hierbei sollte von dem behandelnden Therapeuten zuerst die Ursache ergründet werden, damit die Behandlung von Erfolg gekrönt ist. Während der Behandlung wird der Betroffene immer wieder durch Gespräche und auch durch Konfrontation mit der Dunkelheit in Berührung gebracht. Durch die Begleitung des Therapeuten fällt dies allerdings wesentlich leichter und mit der Zeit lernt der Betroffene, dass er die Dunkelheit übertrieben gefährlich einschätzt und wie er mit solchen Situationen in Zukunft besser umgehen kann; das Gehirn wird quasi neu programmiert und lernt, die Situation im Dunkeln wieder richtig und angemessen zu bewerten.

Zusätzlich sind verschiedene Entspannungsmethoden förderlich, wie etwa Meditation oder Progressive Muskelentspannung. Sie helfen, generell gelassener und ruhiger zu werden und verschaffen bei regelmäßiger Durchführung eine positivere Grundhaltung. Außerdem ist es so, dass man sich in angstauslösenden Situationen schneller beruhigen kann; denn wer entspannt ist, kann keine Angst empfinden.

Angst vor dem Dunkeln & Schlafen bei Kindern

Hilfe und Tipps für die Eltern: Wenn Ihr Kind nicht alleine einschlafen will und Angst vor dem Dunkeln hat, dann wird das zu Bett gehen meist zu einer Tortur. Das Kind weiß, dass die Eltern möchten, dass es alleine schläft. Das Kind will aber nicht alleine schlafen, da die Dunkelheit ihm große Angst bereitet. Es hat Angst vor Gespenstern, Monstern oder ähnlichem. Sobald es Abend wird und die Nacht beginnt, steigert sich diese Furcht schleichend. Wenn es dann soweit ist, dass das Licht ausgemacht werden soll, kann sich das Kind soweit in die Angst hineinsteigern, dass es zu einer Panikattacke kommt. Es wäre nun sehr leicht, das Kind zu beruhigen, indem man sich einfach mit ins Kinderbett legt. Das ist allerdings keine gute und dauerhafte Lösung.

Führen Sie stattdessen ein festes Abendritual ein, erklären Sie dem Kind, dass das Sandmännchen bald kommt und ihm Sternenstaub zum Träumen in die Augen streut. Lassen Sie ein Nachtlicht brennen und geben Sie Ihrem Sprössling ein Stofftier, dass es „vor Gespenstern & Geistern“ beschützt. Auch sollten Sie die Tür zum Kinderzimmer offen stehen lassen. Wenn es hört, dass die Eltern nicht weit weg sind, wird es viel besser mit der Angst umgehen können und sich beruhigen. Bei Kindern wird auch häufig autogenes Training eingesetzt, dies hilft aber nur bedingt. Je älter das Kind wird, desto besser wird es mit der Angst umgehen können und irgendwann ist die Angst in der Regel gänzlich überwunden.

Sofern Geschwister vorhanden sind, sollten Sie über ein gemeinsames Zimmer nachdenken. So können sich die Kinder gegenseitig ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und Sie müssen nicht warten, bis das Angst-Kind eingeschlafen ist.

Aus eigenen Erfahrungen kann gesagt werden, dass Sie unter keinen Umständen Ihr Kind dazu zwingen sollten alleine einzuschlafen. Jeder Versuch wird in einer Panikattacke enden. Dies kann soweit gehen, dass sich Ihr Kind vor Angst erbricht. Wenn dies geschieht, wird sich bei Ihrem Kind eine Angst vor der Angst entwickeln und die Abende werden noch schwerer.

Sehen Sie die Zeit bitte nicht als verlorene Zeit. Es wird nämlich auch wieder die Zeit kommen, da wären Sie froh, wenn Sie Ihr Kind öfter sehen könnten. Ab ca. 9 Jahren wird es besser.

Im Angst Forum können Sie sich Erfahrungen und Tipps zu diesem Thema einholen.

Hast du nachts Angst? Entdecke, was Nyktophobie bedeutet

Was ist Nyktophobie? Angst zu empfinden ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf bestimmte Situationen, wie, wenn wir uns mitten in der Nacht in kompletter Dunkelheit befinden. Wenn die Angst nur in wirklich gefährlichen Situationen ausgelöst wird, muss dies nicht negativ sein, das Problem beginnt, wenn diese Reaktion sich durch eine Gefahr in unserem Kopf ergibt und unsere täglichen Aktivitäten beeinflusst, wie wenn wir Angst vor eingebildeten Gefahren haben, die in der Dunkelheit auf uns lauern. Manchmal können diese irrationalen Ängste sogar Schlaflosigkeit auslösen. In diesem Artikel werden wir untersuchen, was Nyktophobie ist, welches ihre Hauptsymptome sind, um sie zu identifizieren und auf welche Methoden und Strategien wir zurückgreifen können, um sie zu überwinden.

Was ist Nyktophobie

Symptome der Nyktophobie

Was sind ihre Symptome? Die Nyktophobie ist eine Phobie, die sich durch eine irrationale Angst vor der Nacht oder der Dunkelheit auszeichnet. Diese übertriebene Angst wird durch eine gestörte Wahrnehmung der Realität erzeugt, denn der/die Betroffene stellt sich negative Dinge vor, die ihm/ihr in der Dunkelheit passieren könnten und spürt eine intensive Beklemmung, wenn er/sie sich dem Gefühl, allein in der Dunkelheit zu sein, stellt. Wenn diese Furcht intensiv ist, können die Betroffenen Übelkeit, extremes Schwitzen, Schaudern und Zittern, Brechreiz, Erhöhung des Herzrhythmus, Blasenentzündung und mentale Blockaden erleben.

Wie oft bei Phobien, kann es bei einem Nyktophobiker bei Angst zu Kontrollverlust über die Realität kommen, bei dem er/sie sich vor den seltsamen Figuren erschreckt, die er/sie in seinem/ihren Zimmer sieht und seine/ihre Ängst so überteibt, dass er/sie nicht mehr mit Situationen zurechtkommt, die normalerweise nicht erschrecken.

Obwohl auch Fälle von Erwachsenen mit Nyktophobie existieren, tritt die Angst vor Dunkelheit normalerweise in der Kindheit auf, denn ab 7 Jahren verschwinden diese und andere häufig auftretende Ängste in der Kindheit nach und nach, weil wir neue psychologische Werkzeuge hinzugewinnen, um uns mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen und wir beginnen zu denken, dass die Erscheinungen und Gegenstände, die uns Angst machten, an sich nicht gefährlich sind. In diesem Video wird uns erklärt, wie wir die Ängste der Kindheit hinter uns lassen, wenn wir erwachsen werden und dass dies nicht immer von Vorteil ist, gelegentlich ist es gut für uns, auf unsere Ängste einzugehen und von ihnen zu lernen, wir müssen nur wissen, welchen Ängsten wir zuhören sollten.

Es ist einfach, die Symptome von Nyktophobie bei Erwachsenen zu erkennen, aber bei Kindern fällt es schwer zu unterscheiden, ob es sich wirklich um eine Phobie handelt oder nur um eine Art, Aufmerksamkeit zu erregen. Es kann sein, dass das Kind, anstatt Angst vor der Dunkelheit zu haben, nur Albträume hat oder vor Kurzem etwas erlebt hat, dass in ihm ein Gefühl der Unruhe erzeugt hat. Wenn Kinder eine authentische Phobie vor der Dunkelheit haben, können sie ihre Ängste einem bestimmten Gegenstand oder Geräusch zuschreiben oder sogar nicht wissen, warum sie sich so fühlen. Was den psychologischen Teil betrifft, wird das Kind eine Beschleunigung des Herzrhythmus, Schweißausbrüche und andere der beschriebenen Symptome empfinden. Wenn es sich um einen Albtraum handeln würde, wären diese Symptome nicht so ausgebildet und das Kind würde sich schnell wieder von ihnen erholen.

7 Tipps, um die Nyktophobie zu überwinden

In einem anderen Artikel erklären wir dir, wie man Kindern hilft, die Angst vor der Dunkelheit zu überwinden, deshalb konzentrieren wir uns hier auf einige Strategien für die Vermeidung von nächtlichen Ängsten bei Erwachsenen:

  1. Zunächst solltest du vermeiden, mitten am Tag einen Mittagsschlaf zu halten, wenn die Nyktophobie deine Schlafzeiten beeinträchtigt, ist es wahrscheinlich, dass du Lust verspürst, am Nachmittag zu schlafen, aber wenn du einen zu langen Mittagsschlaf hältst, wirst du grössere Schwierigkeiten haben, in der Nacht zu schlafen. Zudem wirst du weniger Zeit und Energie haben, an deine nächtlichen Ängste zu denken, wenn du erschöpft bist.
  2. Wenn du dich aufgrund deiner Nyktophobie gestresst oder nervös fühlst, kannst du versuchen, einige Atmungsübungen zu machen, um dich zu entspannen und die Angst zu reduzieren. Tief zu atmen erweitert deine Lungen und dein Abdomen, was den Sauerstoffaustausch im ganzen Körper fördert und den Blutdruck stabilisiert. Um diese Übungen zu machen, setz dich in eine bequeme Haltung und schließe die Augen, dann atme 5 Sekunden tief. Halt die Atmung noch einmal 5 Sekunden und lass dann die ganze Luft in 5 weiteren Sekunden raus. Wiederhole dies mehrmals, bist du dich weniger nervös fühlst.
  3. Ebenso wie die Atmungsübungen kann dir auch Meditation dabei helfen, dich entspannter zu fühlen und deine Ängste zu vergessen, wir empfehlen dir, eine Stunde vor dem Schlafengehen zu meditieren. Setze dich in einer bequemen Haltung und konzentriere dich auf deine Atmung. Denk an die Gegenwart und entspanne deinen Körper, während du jeden Atemzug spürst, entferne deinen Geist von allen negativen und anstrengenden Gedanken, indem du dich nur auf deine Atmung konzentrierst. Am Anfang kann es schwierig sein zu vermeiden, dass deine Gedanken sich auf deine Ängste konzentrieren, aber mit der Zeit wird es dir einfacher erscheinen, diese Gedanken zu vertreiben.

Was ist Nyktophobie

4. Falls sich deine Angst vor der Nacht darin begründet, dass du dich nicht sicher fühlst, vielleicht denkst du, dass jemand in dein Haus einbricht, ohne gesehen zu werden, versuche einen sicheren Wohnort zu schaffen, um dich zu beruhigen. Du kannst eine Alarmanlage installieren oder ein Sicherheitsschloss, Vorhänge vor den Fenstern aufhängen, um mehr Privatsphäre zu haben oder einen Gegenstand in der Nähe deines Bettes aufbewahren, um dich zu schützen. Vermeide es, etwas in der Nähe zu haben, was dich oder andere verletzen kann, es ist genug, das Handy in der Nähe deines Nachttisches zu haben, um um Hilfe zu bitten, falls dir etwas in der Nacht passieren sollte. Aber mach die Sicherheit nicht zu Besessenheit, das wir deine Ängste nur vergrößern und dich paranoid machen.

5. Eine gesunde Dosis Ablenkung kann auch eine gute Art sein, mit deinen Ängsten umzugehen. Es muss eine Ablenkung sein, die genug ist, um deine Aufmerksamkeit und Emotionen einzufangen, aber sie sollte dich nicht in einen Zustand von Hyperaktivität oder Übererregung versetzen, denn so wirst du auch nicht schlafen können. Du kannst versuchen, ein Buch zu lesen (solange es nicht gruselig ist), um dich auf seine Geschichte zu konzentrieren und nicht an deine Ängste zu denken. Vermeide es, den Computer oder das Smartphone zu nutzen, wenn du im Bett liegst, dass dir dies technische Schlaflosigkeit bereiten kann. Dennoch kannst du dich mit diesen Geräten eine Weile vor dem Schlafengehen entspannen.

6. Denk positiv, erinnere dich an all die guten Dinge, die es in deinem Leben gibt, wie deine Familie und Freunde und weise Gedanken an negative Dinge von dir. Wenn du merkst, dass du dich von der Angst lenken lässt, kannst du versuchen, damit aufzuhören und logisch zu denken, zum Beispiel: Wenn du ein komisches Geräusch mitten in der Nacht hörst, muss das kein Dieb oder jemand, der in dein Haus eingebrochen ist, sein, das Wahrscheinlichste ist, dass das Geräusch von einer der Nachbarwohnungen kommt, dass es der Wind war oder auch, dass die Leitungen im Gebäude knarren.

7. Als letztes, vergiss nicht, um Unterstützung zu bitten, wenn du sie brauchst. Wir meinen nicht nur die Hilfe eines Experten, sondern auch die der Personen, die dir nahe stehen. Oft verstärkt das Gefühl des Alleinseins in der Nacht deine Nyktophobie, weswegen es verständlich ist, dass du ein wenig Angst hast, wenn du begonnen hast, alleine zu leben und noch nicht daran gewöhnt bist. Um diese Situationen zu vermeiden, kannst du das Handy nahe am Bett aufbewahren, wie wir schon empfohlen haben und jemanden deines Vertrauens anrufen, damit diese Person dich beruhigt. Eine andere Möglichkeit ist es, manchmal jemanden einzuladen, die Nacht in deiner Wohnung zu verbringen. Wir wissen, dass diese Lösungen ein bisschen drastisch erscheinen können und es ist wahrscheinlich, dass sie andere Menschen in eine merkwürdige Situation bringen, aber wenn du ihnen deine Situation erklärst und ihnen zeigst, dass es sich nicht um eine leichte Angst handelt, sind deine Liebsten sicher bereit dazu, dir die Hand zu reichen und dir zu helfen, deine Ängste zu überwinden.

Behandlung der Nyktophobie

Die Nyktophobie heilt sich für gewöhnlich von selbst und benötigt das Eingreifen eines Experten nicht, aber falls das Problem anhält und keine Besserung eintritt, ist es angebracht, diesen Schritt zu gehen. Die geläufigsten Behandlungsformen zur Behandlung dieser Störung sind folgende:

-Die Immersion oder implosive Therapie, die darin besteht, den Patienten einer dunklen Umgebung auszusetzen, damit dieser Entspannungs- und Kontrollübungen anwendet und so seine Ängste überwindet. Falls der Betroffene es nicht schafft, seine Phobie unter Kontrolle zu bekommen, nachdem er sich dieser Behandlung unterzogen hat, kann diese Therapie eine traumatische Wirkung haben und dafür sorgen, dass sich seine Ängste verstärken. Deswegen verwendet man diese Technik für gewöhnlich nicht, obwohl sie sich in vielen Fällen als wirksam erwiesen hat.

– Die Desensibilisierung oder desensibilisierende Verhaltenstherapie besteht darin, den Patienten einer entspannenden Umgebung auszusetzen, in der er pausiert und kontrolliert seiner Phobie ausgesetzt wird. Diese Therapie erfordert die Erschaffung einer allmählichen Reihenfolge von Situationen, die Angst im Patienten auslösen, sie können in der Vorstellung oder im wirklichen Leben stattfinden. Es ist notwendig, dass der Patient sich in jeder Situation entspannt und sie beherrscht, bevor er in die nächste Phase übergeht.

– In den schwersten Fällen können diese beiden Arten der Therapie mit einer psychotherapeutischen Behandlung und einigen Medikamenten verstärkt werden. Glücklicherweise kann die Nyktophobie in vielen Fällen ohne die Notwendigkeit, auf diese Methoden zurückzugreifen von einem selbst überwunden werden. Hier haben wir dir einige Ratschläge gegeben, um die Angst vor der Dunkelheit von zuhause aus zu bekämpfen, denk daran, wenn diese Methoden nicht funktionieren, solltest du einen Experten um Rat fragen.

Gerade noch war alles gut, und plötzlich will das Kind nicht mehr schlafen. Es hat Angst vor Monstern unterm Bett oder im Schrank. Soll man nun erklären, dass es die gar nicht gibt?

von Eva Boller
15. Juni 2019, 16:00 Uhr

Der erste Impuls bei irrationalen Ängsten ist wohl, dem Kind zu erklären, dass es ja gar keinen Grund für diese Angst gibt. Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie erklärt, dass dies jedoch in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt ist: „Sicherlich ist das der kürzeste und schnellste Weg, sich als Erwachsener dem Thema zu nähern. Aber Ängste vor Monstern sind eben irrational, und irrationale Ängste kann man nicht immer mit rationalen Argumenten überwinden.“

Wie kann man das Monster besiegen?

Daher solle man sich lieber auf die magische Gedankenwelt des Kindes einlassen und versuchen, dass das Kind selbst daran beteiligt ist, das Monster zu bekämpfen. Das bedeutet, man solle mit dem Kind gemeinsam überlegen, wie man das Monster am besten besiegen, es vertreiben oder es in ein gutes Monster umwandeln könne. Die Angst vor Monstern sollte dabei in einen spielerischen Kontext gebracht werden, der besser kontrollierbar und weniger angstbesetzt ist.

Das sicherste Mittel, damit Kinder Ängste abbauen, sei körperliche Nähe und Zuwendung der Eltern, erklärt Prof. Fabienne Becker-Stoll, Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München.

Ganz schwierig sei es für Kinder, wenn sie für ihre Angst beschämt oder gar ausgelacht würden. Daher solle man lieber das Kind auf den Schoß nehmen, und wenn es sich beruhigt hat, erkunden, ob es mehr über dieses Monster erzählen kann.

Angst vor Monstern oft normal

Becker-Stoll erinnert sich an einen Vater, der mit seinem Sohn die Angst vor einem alten schwarzen Schrank im Kinderzimmer bekämpfte: „Der Junge war acht Jahre alt. Der Vater hat mit diesem Jungen den Schrank komplett ausgeräumt, ihn auseinandergeschraubt, ihn zerlegt und ihn danach gemeinsam mit dem Jungen wieder aufgebaut. Danach war es vorbei mit der Angst vor dem ‚Monster‘ im Schrank.“

Prof. Hanna Christiansen, Leiterin der Klinischen Kinder- und Jugendpsychologie an der Universität Marburg, beruhigt, dass die Angst vor Monstern in einem bestimmten Entwicklungsalter normal sei. Kinder hätten zunächst Angst vor fremden Menschen, Gegenständen, lauten Geräuschen, Höhen. Bis vier Jahre kämen die vor Tieren, Dunkelheit und Alleinsein hinzu.

Im Vorschulalter machen Fantasiegestalten wie Monster und Geister Angst, genau wie Gewitter, Trennung und davor, nachts alleine zu sein. Ab dem Schulalter dominierten Ängste vor der Schule, Versagen, Bewertungen, Verletzungen, Krankheit, Tod, medizinischen Eingriffen, Katastrophen, Entführungen, Umweltereignissen und Kriegen. Manchmal, so Christiansen, führen auch das Verhalten und die Ängste der Eltern dazu, dass Kinder Angststörungen entwickelten: „Auf dem Spielplatz gibt es Eltern, die unter ihrem Kind mit ausgestreckten Armen stehen und dem Kind damit signalisieren, dass sie ihm nichts zutrauen und dass bestimmt gleich etwas schief geht.“ Wenn Ängste größer werden, bei den Kindern ein Leidensdruck herrscht und sie dadurch im Alltag eingeschränkt sind, sollten sich Eltern professionelle Hilfe suchen.

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Köln –

Plötzlich verhält sich das Kind komisch. Meidet Situationen. Oder redet immer wieder von Monstern unterm Bett. Ist das jetzt Alberei, lustiges Rollenspiel oder doch ein Grund zur Sorge? Bei all den verschiedensten Gefühlen und Stimmungen, die Kinder den Tag über zeigen, ist für Eltern nicht immer leicht zu erkennen, wann es ernst wird. Wann ein Kind sich wirklich unwohl fühlt und Angst hat. Wir haben mit Psychologie-Professorin Silvia Schneider von der Ruhr-Universität Bochum über Kinderängste gesprochen.

Woran erkennt man, dass ein Kind Angst hat?

Silvia Schneider: Das Kind wird auf jeden Fall irgendwie ein Unbehagen ausdrücken. Angst zeigt sich meistens auf drei Ebenen. Auf der einen durch körperliche Symptome: Kinder berichten dann zum Beispiel, dass ihnen ganz heiß wird, sie Bauchschmerzen oder Herzklopfen haben. Darüber hinaus merkt man es dem Kind an seinem Verhalten an. Es möchte weg, weicht vor etwas zurück oder starrt zur Quelle der Angst hin. Bei sehr starker Angst friert das Kind auch ein, fällt in eine Art Schreckstarre.

Die dritte Ebene ist, dass das Kind darüber berichtet, was ihm Unbehagen bereitet. Kindern fällt es gar nicht so schwer, so etwas wie Angst und Furcht in Worte zu fassen.

Wie können Eltern angemessen reagieren, wenn das Kind Angstsymptome zeigt?

Schneider: Eltern sollten die Ängste ihrer Kinder auf jeden Fall ernst nehmen, darüber sprechen und kindgerecht nachfragen. Wovor fürchtest du dich? Was an dieser Situation findest du schlimm? Im Gespräch sollten Ängste relativiert und in den Kontext eingeordnet werden. Wenn eine Angst noch nicht so stark ist, raten wir Eltern auch, sie ein Stück weit zu ignorieren und nicht zu sehr zu vertiefen. Damit die Angst nicht zum bestimmenden Thema in der Familie wird.

Dann gilt es, jedes Verhalten zu unterstützen, das in Richtung Bewältigung geht. Eltern sollten ihr Kind dazu ermuntern, die Angst machende Situation trotzdem weiter auszuprobieren. Selbst wenn es ihm schwer fällt. Zum Beispiel mal ohne Mama beim Nachbarskind zu spielen. Erwachsene können hier auch helfen, wenn sie ihrem Kind klar machen, dass sie auch Ängste haben und damit umgehen.

Eltern sollten zeigen, dass es okay ist, Angst zu haben und dann das Geschehen real einordnen.

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Wie stärkt man Kinder, damit sie sich dem Monster unter dem Bett stellen können?

Schneider: Wenn das Kind Angst vor dem Monster unter dem Bett hat – eine Angst, die übrigens viele Kinder haben – sagen Erwachsene oft einfach: Es gibt doch keine Monster. Dabei haben gerade Kinder mit etwa zwei bis vier Jahren eine Phase des magischen Denkens. Sie nehmen innere Bilder wahr, können aber kognitiv noch nicht realisieren, dass die nur in ihrem Kopf stattfinden. Da macht es nicht viel Sinn, auf der Realitätsebene zu argumentieren. Stattdessen sollte man dem Kind helfen, diese Monster zu vertreiben und sie in ihrer Selbstwirksamkeit stärken.

Das Kind soll lernen, dass es schwierige Situationen selbst lösen und bewältigen kann. Kinder gehen gestärkt daraus hervor, wenn sie eine Angststörung überwunden haben. Eine wichtige Voraussetzung für spätere Krisen. Eltern sollten deshalb nicht zu überfürsorglich sein, sondern die Kinder eigene Erfahrungen machen lassen. Und sie motivieren und sagen: Klar kannst du das!

Wie normal ist es, dass Kinder Angst bekommen?

Schneider: Ängste gehören zum Kindsein dazu. Mit sieben, acht Monaten haben alle Kinder erste Trennungsängste, das so genannte Fremdeln. Das ist sogar evolutionsbiologisch erklärbar: Durch diese Angst werden Kinder im Krabbelalter ein Stück in ihren Erkundungen gebremst, damit sie nicht zu weit von den Eltern weggehen.

Die ersten Angststörungen fangen im Alter von drei bis vier Jahren an. Oft geht es um so genannte spezifische Phobien. Das bedeutet, dass das Kind vor einer speziellen Situation große Angst hat. Typische Ängste für die Kleinkindalter-Gruppe sind zum Beispiel Angst vor lauten Geräuschen, vor Unwetter, vor Dunkelheit, vor Tieren. Kinder in diesem Alter kriegen schon viel aus der Umwelt mit, können das aber noch nicht richtig einordnen. Das macht ihnen Angst.

Viele Ängste sind der Beginn einer neuen Entwicklungsstufe und verlieren sich mit der Zeit. Aber nicht alle. Manche Ängste können sich auch zur manifesten Angsterkrankung auswachsen.

Eltern sollten Ängste ernst nehmen – aber sie auch nicht zum alles bestimmenden Thema machen.

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Welche Art von Ängsten ist immer alarmierend?

Schneider: Eltern sollten dann aufhorchen, wenn sie merken, dass die Ängste das Leben des Kindes dominieren. Wenn es dadurch in seiner Entwicklung eingeschränkt ist und nicht mehr das macht, was andere Kinder machen. Wenn es zum Beispiel gar nicht mehr raus will, weil es vor einer Situation Angst hat.

Alarmierend ist es auch dann, wenn Ängste nicht mehr alterstypisch sind. Hat ein Kind etwa im Alter von sechs bis zehn Jahren immer noch starke und andauernde Trennungsängste, dann spricht man von einer Angststörung.

Sollten sich Eltern dann professionelle Hilfe holen?

Schneider: Wenn eine Angst anhält, sollte man sich professionelle psychotherapeutische Hilfe holen. In der Behandlung üben Eltern und Kind zusammen die Angst machenden Situationen mithilfe spielerischer Elemente ein. Dem Kind wird vermittelt, dass man mit solchen Situationen umgehen kann. Dass es einen nicht hilflos macht, auch wenn es sich am Anfang so anfühlt. Wir sagen den Kindern oft: Nur wer Ängste kennt, kann auch mutig sein. Das führt zu einer anderen Sichtweise auf die Angst.

In unserer aktuellen Behandlungsstudie „Kinder bewältigen Angst (KibA)“ erarbeiten wir im Augenblick neue Konzepte, um Kindern mit Angststörungen und ihren Eltern psychotherapeutisch noch besser helfen zu können.

Zeigen sich frühe Angststörungen später häufig wieder?

Schneider: Anders als lange vermutet, sind Angststörungen stabiler als gedacht. In Längsschnittstudien hat sich herausgestellt, dass bei circa der Hälfte der Kinder, die im Kleinkindalter Angststörungen hatten, auch später wieder Ängste auftreten. Allerdings in anderer Ausprägungen. Der 16-Jährige hat dann keine Trennungsangst mehr, sondern vielleicht Angst vor sozialen Situationen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Kinderängste: So können Eltern helfen

Angst ist unumgänglich und gehört zu unserem Leben dazu. Diffuse Ängste sind häufig entwicklungsbedingt – was sind die Auslöser und wie kann man seinem Kind helfen? Und was, wenn Angst zu einer Störung wächst und das Kind in seiner Entwicklung hemmt?

Angst hat den eigentlichen Sinn, vor Gefahren zu warnen und sie erzieht uns zur Vorsicht. Vorsicht ist gerade für kleine Kinder wichtig – sonst würden sie auf die Straße laufen, auf die heiße Herdplatte fassen oder mit Fremden mitgehen. Vor diesen Dingen schützt erst einmal die Angst der Eltern; dadurch lernen die Kinder, was gefährlich ist und was nicht.

Angsthasen brauchen wir nicht, oder?

In verschiedenen Entwicklungsphasen gehört die Angst mehr oder weniger stark dazu. Die entwicklungsbedingten Ängste begleiten meistens eine Zeit der Veränderung – sie ermöglichen dem Kind, etwas Neues zu probieren, ohne sich in Gefahr zu bringen. Ein einjähriges Mädchen löst sich beispielsweise auf dem Spielplatz erstmals von seiner Mutter und bekommt nach kurzer Zeit Angst, sie zu verlieren. Es krabbelt zurück oder fängt an zu weinen – doch so geht sie nicht verloren.

Ein zweijähriger Junge darf das erste Mal allein beim Kindersport bleiben. Diese Trennung macht ihm möglicherweise Angst. Nachdem die Mutter wiederkommt, ist das ängstliche Gefühl dem Stolz gewichen – er ist ein Stück „gewachsen“. So ist das Angstgefühl der Entwicklung und dem jeweiligen Umbruch angepasst.

Markante Punkte der Veränderung in der Entwicklung eines Kindes sind beispielsweise der Kindergarteneintritt, der Schulanfang, die Pubertät. Viele der Ängste verschwinden häufig von allein, wenn das Kind die Entwicklungsstufe durchschritten hat und sich an die neue Situation gewöhnen konnte.

Doch schaffen die meisten Kinder die Bewältigung ihrer Angst nicht ohne ihre Eltern oder Bezugspersonen. Die Nähe zu ihnen ist wichtig, sonst können übergroße Ängste entstehen, die sich weit in die spätere Entwicklung ziehen.

Eltern als (Angst-)Helfer

Wenn Kinder Ängste äußern, sollten Eltern darauf eingehen – auch wenn die Ängste ihnen unwichtig oder irrational erscheinen. Ängste gehören zur Entwicklung eines Kindes. Damit sie aber nicht zu Angststörungen werden, müssen Eltern angemessen reagieren. Das heißt nicht, dass Sie Ihrem Kind die Angst „nehmen“ müssen. Es hat mehr davon, wenn es erleben kann, dass Ängste zu verkraften sind und lernt, mit seinen Ängsten umzugehen. Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit – durch liebevolle Umarmungen, Gespräche und Aufmerksamkeit.

Vermitteln Sie ihm das Gefühl, dass Sie es „für voll“ nehmen und ihm bei der Bewältigung der Ängste helfen wollen. Versuchen Sie zu verstehen, wovor Ihr Kind Angst hat – das geht nur, wenn Sie sich mit ihm beschäftigen. Schlagen Sie ihm vor, die Situation aufzumalen, zu töpfern, zu kneten oder in einem Rollenspiel auszuleben. Erzählen Sie Ihrem Kind von einer Situation, in der Sie Angst hatten (als Kind oder Erwachsener). So vermitteln Sie ihm, dass Sie Ihre Angst überwunden haben – und, dass es das auch schafft.

Angststörungen erkennen

Schwere Belastungen in der (frühen) Kindheit können das Risiko erhöhen, an schweren Depressionen oder Angststörungen zu erkranken. Dazu gehören körperliche Bestrafungen, Missbrauch und emotionale Vernachlässigung. Doch Störungen können auch entstehen, wenn die entwicklungsbedingten Ängste von den Eltern nicht richtig begleitet wurden und sich diese Ängste zu großen „Monstern“ verwachsen haben – sie also nicht vom Kind verarbeitet werden konnten.

In vielen Fällen entstehen mehr oder weniger starke Angststörungen durch einschneidende Ereignisse wie etwa Todesfälle, Trennung der Eltern, schwere Erkrankungen eines Familienmitglieds oder einem Angriff eines Hundes. Leidet ein Kind unter sozialen Ängsten und Angststörungen, ist das nicht immer offensichtlich.

Das Verhalten der Kinder kann auch als Desinteresse oder fehlende Motivation interpretiert werden, leider passiert das Eltern häufig, die selbst gestresst sind oder an eigenen Ängsten zu knabbern haben. Kinder, die an einer Angststörung leiden, haben über mehrere Wochen hinweg übertriebene Sorgen bezüglich alltäglicher Ereignisse, sind sehr angespannt und übererregbar und klagen über Kopf- und Bauchschmerzen, ohne dass eine organische Ursache festzustellen wäre.

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Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann es zu körperlichen Angstsymptomen wie etwa Herzklopfen, Schwitzen oder Zittern kommen. Außerdem können Einnässen, Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Stottern und Auffälligkeiten bei den Essgewohnheiten Zeichen für eine akute Angststörung sein. Besteht der Verdacht auf eine solche Störung, sollten Sie Hilfe bei einem Kinderpsychologen oder -psychiater suchen.

Das sind die zehn größten Kinderängste

  • Angst vor der Dunkelheit
  • Trennungsangst
  • Angst vor Liebesverlust
  • Angst vor Monstern und Einbrechern
  • Angst vor Tieren
  • Angst vor Wasser
  • Angst vor Fehlern
  • Angst vor Krankheit und Tod
  • Angst vor Eigenständigkeit
  • Angst vor Arztbesuchen

Wenn Ihr Kind Angst hat, alleine zu schlafen

Wachsende Eigenständigkeit macht manchmal Angst – besonders in der Nacht

Mit dem zweiten Lebensjahr werden Kinder zusehends eigenständiger, brauchen aber immer wieder noch die Rückversicherung durch die Eltern, wenn sie sich von ihnen entfernen und Neues ausprobieren. So wechselt sich der Drang nach Eigenständigkeit oftmals noch mit einem starken Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ab.

Je sicherer und aufgehobener sich Ihr Kind tagsüber fühlt, desto weniger hat es auch abends und nachts Angst vor der Trennung, wenn Schlafenszeit ist. Die Erfahrung, geborgen zu sein, hilft dem Kind, mit möglichen Ängsten umzugehen. Es weiß, dass es sich auf seine Bezugspersonen verlassen kann.

Gerade in der Nacht kann die Angst, allein und von den Eltern getrennt zu sein, bei Kleinkindern leicht die Oberhand gewinnen. So ist es denn auch in diesem Alter nicht außergewöhnlich, wenn sich ein Kind mit dem Einschlafen plötzlich wieder schwer tut oder nachts aufwacht und nach den Eltern ruft. So manches Kind, das schon zuverlässig in seinem Bettchen durchgeschlafen hatte, kriecht nun plötzlich regelmäßig nachts unter die elterliche Bettdecke.

In dieser Phase bekommen Kuscheldecken, Tedddybären oder andere Puppen eine besondere Bedeutung für das Kind und sind seine ständigen Begleiter, weil sie gleichsam Bezugsobjekte sind, die die Zeit des Alleinsein erleichtern und überbrücken. Die Kinder unterhalten sich mit ihrem Kuscheltier, erzählen ihm von ihren Erlebnissen – und können sich so beruhigen. Manchmal hilft auch schon ein wenig Licht vor der Angst im dunklen Kinderzimmer, oder die Tür ist leicht angelehnt, damit das Kind weiß, dass jemand in der Nähe ist.

Wie ausgeprägt diese nächtlichen Ängste samt ihren möglichen Auswirkungen auf das Schlafverhalten sind, ist allerdings von Kind zu Kind verschieden. Selbst unter Geschwistern können sich hier deutliche Unterschiede zeigen.

Mein Kind hat Angst im Dunkeln

Ein Teddy oder Nachtlichter können helfen die
Angst im Dunkeln zu überwinden – Foto: © jörn buchheim

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

  • Wenn Kinder Angst vor der Dunkelheit haben….
  • Hilfe bei der Angst vor der Dunkelheit
  • In welchem Alter haben Kinder Angst vor dem Dunkeln?
  • Nachtlichter und Gute-Nacht-Rituale können helfen

Wenn Kinder Angst vor der Dunkelheit haben….

Fast alle Eltern sind irgendwann einmal gefordert, wenn das berühmt-berüchtigte Monster des Nachts unter dem Kinderbett lauert und der Nachwuchs vor Angst nicht einschlafen kann. Die Angst vor der Dunkelheit ist sehr häufig bei Vorschulkindern vertreten und wird von wilden Phantasien genauso genährt wie von Erlebnissen aus dem Alltag. Wenn eine Gardine durch den Luftzug bewegt plötzlich zum Gespenst wird oder das Kind felsenfest davon überzeugt ist, dass hinter dem Kleiderschrank ein Geist lauert, dann sind wir als Eltern gefragt.
Mit erwachsener Logik kommen wir bei kleinen Kindern nicht weiter. Gerade bei den 5- bis 6- jährigen Kindern verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantasie und sie erleben ihre Ängste als äußerst real. Alle Beschwichtigungen a la: „Es ist kein Monster im Zimmer! Nun mach die Augen zu und schlaf!“ helfen dem Kind nicht. Aber etwas anders kann helfen: lassen Sie die Phantasie ein Stück weit Realität werden und begeben Sie sich mit dem Kind in die jeweilige Situation. Zugegeben: für uns Erwachsene mag diese Sichtweise seltsam anmuten, doch genau das ist es, was die Kinder brauchen. Sie wollen ernst genommen und verstanden werden und vor allem einen Partner an der Seite haben, der ihnen zuhört. Mehr zum Thema Schlafenszeiten für Kinder

Doch wie kann die Hilfe bei der Angst vor der Dunkelheit ganz genau aussehen?

Nun, es ist immer gut, konkret etwas gegen die Befürchtungen des Kindes zu unternehmen. Das Monster kommt in der Nacht ins Zimmer? Bevor Ihr Kind schlafen geht, können Sie gemeinsam bei angeschaltetem Licht einen Rundgang machen. Dabei wird unter dem Bett genauso nachgeschaut wie hinter dem Schrank oder dem Schreibtisch. Und bauen Sie ruhig gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs eine Falle. Sollte das Ungetüm doch auftauchen, so wird es gleich hier lahm gelegt.

Nicht alle Kinder können Ihre Angst vor der Dunkelheit genau definieren und längst nicht alle Kids fürchten sich vor Gespenstern & Co. Vielfach ist es einfach so, dass die Dunkelheit an sich ein Gefühl der Unsicherheit auslöst. Des Nachts sehen die bekannten Möbelstücke und Spielsachen im Zimmer einfach anders aus und Geräusche werden viel intensiver wahrgenommen als am helllichten Tag. Diese Tatsachen werden durch die Phantasie des Kindes verstärkt und Ängste können die Folge sein. Schon ein klein wenig mehr Licht kann dem Nachwuchs Sicherheit vermitteln. Sehr beliebt sind Nachtlichter, welche man ganz einfach in die Steckdose steckt. Sie verbreiten nur einen Hauch von Licht, stören das Kind nicht beim schlafen und geben dennoch Orientierung im Raum. Auch die einen Spalt weit geöffnete Kinderzimmertür kann beruhigend wirken, wenn draußen im Flur das Licht leuchtet. Kleiner Tipp: machen Sie doch aus dem Nachtlicht ganz einfach ein „Beschützer-Licht“ oder ein „Zauber-Licht“. So verstärken Sie das Gefühl der Sicherheit bei Ihrem Kind.
Sind Sie früher auch immer mit Ihrem Lieblings-Teddybär ins Bett gegangen? Ja – solch ein Kuscheltier kann schon ein richtig guter Freund sein! Ihm kann man alles erzählen und er beschützt einem bei all seinen Ängsten. Sollte Ihr Kind noch keinen solchen Gefährten haben, dann wird es aber Zeit, dass dieser im Kinderzimmer Einzug hält! Ob „Beschütz-mich-Hund“ oder Teddy, ob Plüschhase oder Puppe – etwas zum kuscheln im Arm zu haben wirkt beruhigend und vermittelt Geborgenheit.

In welchem Alter haben Kinder Angst vor dem Dunkeln?

Wie eingangs erwähnt, treten die meisten nächtlichen Ängste im Kindergartenalter auf. Doch auch Schulkinder sind nicht immer davor gefeit. Mit ihnen kann man jedoch ganz anders sprechen als mit kleineren Kindern. Das Spiel von Licht und Schatten beispielsweise kann man verdeutlichen, indem man mit den Fingern entsprechende Bewegungen macht, welche vor einer Lichtquelle ausgeführt werden und an der gegenüberliegenden Wand als Tiere ihre Schatten werfen. Auch das Phänomen des Windes lässt sich anschaulich erklären. So fürchtet sich das Kind dann vielleicht weniger, wenn die Gardine wackelt oder ein Windstoß einen leichten Gegenstand im Zimmer umwirft. Manchen Kindern hilft auch ein abendlicher Rundgang durch die Wohnung und die Tatsache, dass sie selbst die Wohnungstür zuschließen dürfen.
Ängste bei Kindern sind ganz normal und gehören zur Entwicklung einfach dazu. Wir können sie nicht verhindern, aber wir können versuchen, mögliche Ursachen dafür einzudämmen. Damit der Nachwuchs des Nachts gut schlafen kann und nicht vor Angst zitternd im Bett sitzt, sollte der Tag ruhig ausklingen. Es ist zu empfehlen, Kinder nicht allein vor den Fernseher zu setzen und ganz genau hinzuschauen, welche Sendungen sie konsumieren. Schon die Nachrichten können ein empfindsames Kind so aufwühlen, dass die dort zur Sprache gebrachten Themen es bis in die Träume hinein verfolgen. Wer nun denkt, dass Kinderfilme und Serien für die Kleinsten harmlos sind, der irrt. Denn was in unseren Augen normal und vielleicht sogar lustig ist, das kann ein Kind tief bewegen und eventuell auch Ängste hervorrufen. Ein Erwachsener als Gesprächspartner kann das Unbehagen des Kindes rechtzeitig spüren und adäquat darauf eingehen. Kind im Elternbett – Wie abgewöhnen?

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Nachtlichter und Gute-Nacht-Rituale können helfen

Abendliche Schlafrituale beruhigen und geben Sicherheit. Kleinere Kinder lieben es, wenn die Eltern ihnen noch eine Geschichte vorlesen oder mit ihm gemeinsam singen. Größere Kids nutzen diese Zeit gern, um die Geschehnisse des Tages zu besprechen. Alles, was sie hier „loswerden“ können, hilft, die Ängste in der Nacht zu reduzieren und entspannt einzuschlafen.
Text: K. L. / Stand: 02.02.2020

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Kennen Sie das auch? Ihr Kind schläft in den ersten Jahren ohne Probleme ein und plötzlich verlangt es von Ihnen jeden Abend, dass Sie die Tür einen Spalt auflassen. Oder aber Ihr Kind kriecht auf einmal regelmäßig zu Ihnen ins Bett, weil es sich davor fürchtet, alleine in seinem Zimmer zu schlafen. Dann hat es womöglich Angst im Dunkeln. Doch woher rührt dieses Problem?

Viele Eltern glauben, dass eine Gruselschichte aus dem Märchenbuch oder ein Horrorfilm im Fernsehen schuld daran sein könnte, dass ihr Kind plötzlich nicht mehr alleine in seinem Zimmer schlafen will. Tatsächlich hat die Furcht vor der Dunkelheit jedoch meistens einen ganz anderen Hintergrund:

Psychologen zufolge bekommen es die meisten Kinder im Alter von vier Jahren mit der Angst zu tun, weil sie die Dunkelheit nicht bewältigen können. Sie ist nicht greifbar und das merkt ihr Unterbewusstsein. Allerdings können alle Eltern beruhigt sein: In der Regel „verwachsen“ sich Kinderängste von alleine mit zunehmendem Alter, weil dann auch die Persönlichkeit des Kindes stärker wird. Bis es jedoch so weit ist, sollte man seinen Kindern die Angst vor der Dunkelheit nehmen, indem man sich an die folgenden Tipps hält:

Was könnte Ihren Kindern die Angst vor der Dunkelheit besser nehmen als Licht? Damit Sie jedoch nicht Unmengen an Strom verbrauchen, weil das Licht im Flur die ganze Nacht lang brennen muss, damit es durch den Spalt ins Kinderzimmer dringen kann, empfehlen wir ein sogenanntes Nachtlicht. Was das genau ist und wie es Ihrem Kind dabei helfen kann, nachts besser zu schlafen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag von Lampenwelt.

Tun Sie die Angst Ihres Kindes nicht leichtfertig ab, sondern reden Sie mit ihm darüber. Manchmal hilft es Kindern schon, wenn sie erzählen dürfen, wovor sie sich erschreckt haben und was ihnen im Speziellen Angst macht. Nur wenn Sie sich Ihrer Angst stellen, können sie lernen, damit umzugehen. Denn meistens ist es nicht die Dunkelheit selbst, die sie fürchten, sondern es sind gruselige Schatten von Hexen und Monstern, die sie meinen gesehen zu haben.

Um Ihrem Kind die Angst vor der Dunkelheit zu nehmen, können tägliche Rituale helfen. Singen Sie zum Beispiel jeden Abend ein gemeinsames Lied, das die bösen Geister vertreiben soll. Oder aber legen Sie sich jeden Abend für zehn Minuten mit ins Bett zu Ihrem Kind und reden Sie über das bereits Erlebte. Und anschließend geben Sie ihm sein Lieblingskuscheltier, das es in der Nacht vor allen Gefahren beschützen soll.

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