Alles oder nichts schwangerschaft

Die 4. Schwangerschaftswoche – 4. SSW

© fotolia, Edyta Pawlowska

Die Einnistung der
befruchteten Eizelle

Die befruchtete Eizelle, jetzt Blastozyste genannt, bestand nach vier bis fünf Tagen bereits aus über 200 Zellen.

Sie ist den Eileiter entlang bis in die Gebärmutter gewandert. Nach etwa sechs Tagen ist die Eizelle bzw. das Zellpaket in der Gebärmutter angelangt und nistet sich dort ein. Diesen Vorgang nennt man auch Nidation. Noch ohne dass Sie etwas davon bemerken, laufen in ihrem Körper komplizierte Prozesse ab, die Ihre Schwangerschaft sichern.

4. SSW: Die Verbindung zu Ihrem Blutkreislauf entsteht

In der 4. Schwangerschaftswoche entwickelt sich die erste Verbindung zwischen Embryo und mütterlichem Blutkreislauf. Die feine Membran, die den Embryo umgibt, bildet zunehmend Zottengewebe, das eine Vorstufe des Mutterkuchens (Plazenta) ist.

Die Plazenta – Versorgungsschnittstelle zur Mama

Die Plazenta richtet ihre Entwicklung an der des Babys aus und ist daher genau an die sich ändernden Bedürfnisse im Verlauf der Schwangerschaft angepasst. Über die Plazenta wird das Baby während der ganzen Schwangerschaft mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Abfallstoffe aus dem Kreislauf des Kindes abtransportiert. Doch Vorsicht! Über die Plazenta können auch gefährliche Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Medikamente und Bakterien und Viren das Baby erreichen. Alkohol und Nikotin sollten daher in der ganzen Schwangerschaft tabu sein. Medikamente sollte nur nach Rücksprache mit dem Frauenarzt eingenommen werden.

Hormone sichern den Bestand der Schwangerschaft

Der Teil der Blastozyste, aus welchem die Plazenta entsteht, bildet das Schwangerschaftshormon HCG (humanes chorion-gonadotropin). Das ist das Signal für die Eierstöcke und die Hirnanhangdrüse im Gehirn, dass die Frau schwanger ist und in den nächsten Monaten kein Eisprung stattzufinden hat.

Zugleich bewirkt die Ausschüttung von HCG, dass der Eierstock vermehrt Progesteron, das Gelbkörperhormon, bildet. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut erhalten und nicht für eine Menstruationsblutung abgebaut wird. Die Regelblutung bleibt aus. Bei einigen Frauen kommt es dennoch um den Zeitpunkt der Regel herum zu einer leichten Blutung. Mitunter kann auch die Einnistung selbst leichte Schmierblutungen verursachen (Einnistungsblutung). Das gefährdet die Schwangerschaft jedoch nicht.

Die gebildeten Hormone sind aber auch der Grund, für verschiedene Schwangerschaftsbeschwerden und körperliche Veränderungen. Noch ohne zu wissen, dass sie schwanger sind, spüren viele Frauen schon jetzt den Einfluss der Hormone in Form von Übelkeit, Müdigkeit, Spannen der Brüste oder allgemeinem Unwohlsein. Ein Schwangerschaftstest ist jetzt noch nicht möglich, er liefert erst ab dem Ausbleiben der erwarteten Regelblutung, also etwa ab der 5. Schwangerschaftswoche ein sicheres Ergebnis.

Vom Zellhaufen zum Menschen

In der 3. Schwangerschaftswoche hat sich die Zellmasse in zwei Fraktionen geteilt: der eine Teil wird zur Plazenta, der andere Teil wird sich zum Embryo entwickeln (Embryoblast). Bis zur 4. SSW haben sich die Zellen des Embryoblasts weiterhin geteilt. Nun beginnt die Spezialisierung der Zellen.

Aus den zahlreichen gleichen Zellen bilden sich in mehreren Schritten drei verschiedene Zelllagen (Keimblätter). Zuerst entsteht das äußere Keimblatt, das Ektoderm (ekto- kommt aus dem Griechischen und bedeutet außen), und das innere Keimblatt, das Entoderm (ento- bedeutet innen). Die Zellkugel streckt sich in die Länge und wird flacher.

Im Verlauf der Schwangerschaft entwickeln sich aus dem äußeren Keimblatt, dem Ektoderm verschiedene Strukturen, beispielsweise das zentrale Nervensystem, das periphere Nervensystem und die Haut und Haaranlagen. Aus dem inneren Keimblatt, dem Entoderm entwickeln sich im Verlauf der Schwangerschaft andere Strukturen, beispielsweise die Schilddrüse und Nebenschilddrüse, die Leber und Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Mandeln und Thymus und die innere Auskleidung des Verdauungs- und Atmungstraktes sowie der Harnblase. In der folgenden Schwangerschaftswoche bildet sich das dritte (mittlere) Keimblatt, das Mesoderm.

So entwickelt sich Ihre Schwangerschaft:

  • Sie befinden sich jetzt in der 4. Schwangerschaftswoche (4. SSW) nach dem 1. Tag der letzten Periode.
  • Anders gesagt: 3 Schwangerschaftswochen + 1 bis 7 Tage (ärztliche Berechnung).
  • Sie sind in der 2. Schwangerschaftswoche nach der Befruchtung, d. h. 8. – 14. Tag der Embryonalentwicklung.

Ab wann ist das Baby mit der Nabelschnur zur Mutter verbunden?

Hier ist das sehr schoen beschrieben:
3. Woche:

4. Woche:

5. Woche:

Da steht:
„Der Embryo ist ab jetzt (von der 5. bis zur 12. Woche) in einer höchst empfindlichen Entwicklungsphase, denn die Organe werden gebildet und eine Schädigung kann nicht mehr so einfach „repariert“ werden. Wir betonen aber: Das ist erst so seit Anfang dieser Woche! Machen Sie sich keine Sorgen über die letzten zwei Wochen, als Sie noch nicht wussten, dass Sie schwanger sind! In dieser Zeit der Embryonalentwicklung gilt noch die sogenannte Alles-oder-Nichts-Regel. Schädigende Einflüsse führen in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung entweder zu einer sehr frühen Fehlgeburt (die man oft für eine Periodenblutung hält) oder der Embryo entwickelt sich normal und ungestört weiter. Der Grund dafür: In einem frühen Stadium können die Zellen noch viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen und Schäden werden ausgeglichen. Und schädliche Stoffe (z.B. bestimmte Medikamente und Alkohol) können erst beim Embryo wirksam werden, wenn eine stabile Kreislaufverbindung zwischen Mutter und Kind besteht.“
Liebe Gruesse,
Hanni

Die Nabelschnur – erste Bande zwischen Mutter und Kind

Nahrung, Vitamine, Sauerstoff – im Blutstrom der Mutter gibt es alles im Überfluss. Doch wie stellt die Natur sicher, dass das heranwachsende Kind auch davon profitiert? Im Laufe der Evolution brachte sie zwei Gewebe hervor, die allein diesen Zweck erfüllen: die Nabelschnur und die Plazenta.

Funktion der Nabelschnur

Die Nabelschnur sorgt dafür, dass der Fetus aus­reichend mit Nährstoffen versorgt wird.

Auf den ersten Blick wirken diese Gewebe einfach, doch sie erfüllen ihre Aufgabe fast perfekt. Vor allem die Nabelschnur ist großen Belastungen ausgesetzt: Wenn das Kind im Mutterleib heranwächst und sich zu bewegen beginnt, besteht beständig die Gefahr, dass die Blutversorgung unterbrochen wird.

Vom Haftstiel zur Nabelschnur

Eine Vielzahl unterschiedlicher Stammzellen sorgt dafür, dass die Nabelschnur rasch mitwächst und dennoch immer zuverlässig funktioniert. Diese Stammzellen sind so leistungsfähig, dass Ärzte sie auch für andere Zwecke nutzen möchten: Nach der Geburt werden aus dem Blut oder dem Gewebe aufgereinigt und für die Behandlung unterschiedlicher Krankheiten getestet.

In den ersten Lebenswochen wird die Nabelschnur noch nicht benötigt. Der Embryo ist so klein, dass er die Nährstoffe direkt aus dem mütterlichen Gewebe ziehen kann. Doch mit seiner Größe wächst auch sein Nahrungsbedarf, und so wird ab der vierten Woche ein winziger Haftstiel zur Nabel­schnur ausgebaut.

Die Nabelschnur verbindet bald darauf den Blutkreislauf des Kindes mit dem der Mutter. Anfangs misst sie nur wenige Millimeter, doch am Ende der Schwangerschaft erreicht sie eine Länge von 50-60 Zentimetern und eine Dicke von knapp zwei Zentimetern.

Drei Eigenschaften, die eine Nabelschnur haben muss

Es ist nicht immer einfach, die Versorgung des Fetus zu garantieren. Ein großes Problem: In der Bauchhöhle der Mutter ist nur wenig Platz. Die Nabel­schnur liegt ständig eng am Kind, und dies kann gefährliche werden: Falls die Nabel­schnur abknickt, ist die Versorgung des Kindes unterbrochen. Und wenn die Nabel­schnur sich zu fest um das Kind wickelt, ist dessen Leben in Gefahr.

Drei Eigenschaften der Nabelschnur reduzieren diese Gefahren auf ein Minimum. Sie besteht sie aus sehr robustem Gewebe, das sich kaum knicken lässt. Ihre Oberfläche ist mit einer Schleimschicht bedeckt, so dass sie an Engstellen wegrutschen kann. Und letztlich sie ist in sich gedreht und wie eine Spirale verlängerbar – ein Abschnüren des Kindes ist damit fast ausgeschlossen.

Im Inneren der Nabelschnur verlaufen drei Blutgefäße: Zwei Arterien bringen das Blut vom Fetus zur Mutter, und eine Vene transportiert es zusammen mit den Nährstoffen wieder zurück. Es besteht jedoch keine direkte Verbindung zwischen den Blutkreisläufen von Fetus und Mutter – der Austausch findet über die Plazenta statt.

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Reger Austausch über die Plazenta-Schranke

Über eine Vielzahl von kleinen Äderchen versickert das Blut des Kindes in der Plazenta. Das mütterliche Blut strömt von der anderen Seite in die Plazenta, wobei eine Membran – die Plazenta-Schranke – verhindert, dass es sich mit dem Blut des Kindes vermischt. Nährstoffe und andere kleinere Moleküle lässt die Plazenta-Schranke hingegen passieren.

Der Austausch geht in beide Richtungen. Das Kind empfängt Sauerstoff und Nährstoffe von der Mutter, dafür gibt es Kohlendioxid und Endprodukte des Stoffwechsels wieder ab. Glukose ist der wichtigste Nährstoff, aber auch Vitamine, Aminosäuren (die Bausteine für Proteine) und manche Vorläufer für Fette unterstützen das Wachstum des Kindes. Gegen Ende der Schwangerschaft lässt die Plazenta-Schranke auch mütterliche Antikörper durch, um dem Kind einen ersten Schutz vor Krankheits-Erregern zu bieten.

Die Plazenta-Schranke ist also von zentraler Bedeutung für die Versorgung des Fetus, was sich auch an ihren Ausmaßen ablesen lässt: In der 28. Schwangerschaftswoche ist ihre Fläche mit fünf Quadratmetern größer als ein Doppelbett, und vor der Geburt hat sie die Dimensionen eines kleinen Zimmers erreicht – fast zwölf Quadratmeter

Wertvolles Nabelschnurblut

Nach der Geburt wird die Nabel­schnur überflüssig – zumindest für die Versorgung des Kindes. Denn mit dem ersten Schrei wird das Blut in den Lungen­kreislauf umgeleitet, und die Nabelschnur hört wenige Minuten später auf zu pulsieren. Im Laufe der nächsten Tage verdorren ihre letzten Überbleibsel und fallen von alleine ab.

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Naturfotografie auf jensrosbach.de

Die Hebamme durchtrennt die Nabelschnur kurz nach der Geburt, nur wenige Zentimeter verbleiben am Bauch des Kindes. Der andere Teil ist noch mit der Plazenta verbunden, und beide Gewebe enthalten weiterhin beträchtliche Mengen des kindlichen Bluts. Darin finden sich auch wertvolle Stammzellen: Dieses Nabel­schnur- oder Plazenta­restblut wird daher oftmals eingelagert und für spätere Anwendungen in der Medizin aufbewahrt.

Für die Entnahme des Bluts führen Hebamme oder Arzt eine Kanüle in die Nabelschnurvene ein und lassen das Blut in einen speziellen Auffangbehälter laufen. Dieser verhindert die Gerinnung und ermöglicht den Transport zur Blutbank. Die Prozedur dauert kaum länger als zwei Minuten, und sie ist für Mutter und Kind vollkommen schmerzfrei.

Mesenchymale Stammzellen im Gewebe der Nabelschnur

Auch die Nabelschnur selbst kann eingelagert werden. In ihrem Gewebe finden sich mesen­chymale Stammzellen, die für die Bildung von Knochen, Knorpel und Fettgewebe zuständig sind. Viele Ärzte suchen nach Möglichkeiten, diese Stammzellen für die Entwicklung neuer Therapien zu nutzen. Doch noch sind diese Studien in einer experimentellen Phase – Ergebnisse werden noch einige Jahre auf sich warten lassen

Blut und Gewebe der Nabelschnur werden heute eher selten eingelagert. Ärzte raten oft zum Abwarten, da mögliche Anwendungen noch weit vom medizinischen Alltag entfernt sind. Doch wenn sich nur einige der Hoffnungen bestätigen, werden auch sie die Lage neu bewerten: Stammzellen aus der Nabelschnur könnten dann auch nach der Geburt noch Leben retten.

Teil 1/2: Die Nabelschnur – erste Bande zwischen Mutter und Kind
Teil 2/2: Das Gewebe der Nabelschnur enthält potente Stammzellen

Dieser Artikel behandelt das Alles-oder-nichts-Gesetz bei Nervenzellen, für die Alles-oder-nichts-Eigenschaft bei Transaktionen siehe ACID

Das Alles-oder-nichts-Gesetz bezeichnet das Phänomen, dass eine Reaktion auf einen Reiz entweder vollständig oder überhaupt nicht ausgelöst wird. An dem Parameter Stärke der Reaktion ist keine Abstufung (Differenzierung) zu beobachten, denn die Reaktion auf den Reiz erfolgt immer mit maximaler Stärke.

Begründung mit Beispiel

Erregbare Zellen (z.B. Nervenzellen, Herzzellen) kommunizieren über sogenannte Aktionspotentiale (Teile der elektrischen Erregung einer Nervenzelle).

Um ein Aktionspotential auszulösen, und eine Erregungsübertragung entlang der Nervenzelle zu erreichen, muss lediglich ein kritisches Schwellenpotential von 15 – 20 mV überschritten werden, wobei die Intensität der Reizstärke uninteressant ist, denn diese wird nur durch die Anzahl der Aktionspotentiale bestimmt.

Je mehr Aktionspotentiale einer Nervenzelle in einer definierten Zeiteinheit ausgelöst werden, desto stärker ist auch der Reiz, der ab einer bestimmten Summation die Entladung eines partiellen Bereichs auslöst.

Die weitere Depolarisation läuft von da an selbständig und sehr rasch ab. Man spricht von einer uniformen und maximalen Antwort im Sinne einer fortgeleiteten Erregung.

Unterschwellige Signale können durch Rauschen verstärkt werden und ein Aktionspotential auslösen. Dieses Phänomen wird als stochastische Resonanz bezeichnet.


1. Ruhepotential: Im Ruhepotential beträgt das Membranpotential ungefähr -70mV
2. Überschreitung des Schwellenpotentials: Die Dendriten nehmen Reize von umliegenden Nervenzellen auf und leiten sie über das Soma zum Axonhügel weiter. Damit ein Aktionspotential ausgelößt werden kann, muss am Axonhügel ein bestimmter Schwellenwert (in unserem Fall -50 mV) überschritten werden. Alle Erregungen unter +20 mV lösen kein Aktionspotential aus und es kommt zu keiner Weiterleitung des Reizes. Es gilt das „Alles oder nichts Prinzip“, entweder der Schwellenwert wird überschritten und das Aktionspotential läuft über das Axon ab oder der Schwellenwert wird nicht überschritten und es wird auch keine Reaktion ausgelößt. Folglich gibt es auch keine Abstufungen der Reaktionsstärke. Das Aktionspotential läuft immer gleich ab.
3. Depolarisation: Wird der Schwellenwert überschritten läuft das Aktionspotential über das Axon ab: Die Na+-Kanäle öffnen sich und von Außen strömen schlagartig Na+Ionen in das Zellinnere des Axons. (K+-Kanäle sind währenddessen geschlossen). Es kommt zur Umpolarisierung, dem sogenannten Overshoot. Der Intrazelluläre Raum ist jetzt sogar positiv geladen.
4. Repolarisation: Die Na+ Kanäle beginnen wieder sich zu schließen. K+ Kanäle öffnen sich und sorgen dafür, dass Kalium Ionen aus dem positiv geladenen Zellinnerem heraus diffundieren können. Dies läuft wegen dem Spannungsunterschied auch relativ schnell ab, denn das Zelläußere ist im Vergleich negativ geladen. Folge: Die elektrische Spannung im Zellinneren sinkt wieder.
5. Hyperpolarisation: Die K+-Kanäle schließen sich. Im Vergleich zu Na+-Kanälen sind die K+Kanäle jedoch deutlich langsamer und es dauert rund 1-2ms bis diese komplett geschlossen sind. In der Zeit sind weitere K+-Ionen nach außen hin diffundiert und die Spannung sinkt unter das eigentliche Ruhepotential (Hyperpolarisation).
Nachdem die Na+ Kanäle sich im Laufe der Repolarisation wieder geschlossen haben, ist ein erneutes Aktionspotential unmittelbar darauf nicht möglich. Diese Zeitspanne nennt man auch Refraktärzeit und dauert ungefähr 2 ms.
1. Ruhepotential: Die Natrium-Kalium-Pumpen regulieren die Spannung daraufhin wieder auf ca. -70 mV, also dem ursprünglichen Ruhepotential. Das Axon ist bereit für das nächste Aktionspotential.

Das Aktionspotential

Wird das Ruhepotential durch einen Reiz „gestört“, bildet sich ein Aktionspotential (AP) aus. Diese Störungen oder Änderungen werden durch das Öffnen und Schließen von spannungsabhängigen Ionenkanälen erzeugt. Eine spontane Ladungsumkehr wird als Aktionspotential (AP) bezeichnet.

Die Axonmembran enthält spannungsabhängige Natrium- und Kalium-Kanäle (nicht vergessen: immer geöffnete Kalium-Kanäle!). Während das Ruhepotential besteht, sind alle spannungsabhängigen Kanäle geschlossen!

Merke

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Ruhepotential -> alle spannungsabhängigen Ionenkanäle geschlossen
Aktionspotential -> spannungsabhängige Natrium- und Kaliumkanäle werden geöffnet

Phasen des Aktionspotentials

Ein Reiz stört nun dieses Ruhepotential, es kommt zur Ausbildung eines Aktionspotentials mit folgenden Phasen:

  1. Spannungsänderung:
    – Überschreitet die Spannung einen bestimmten Schwellenwert, öffnen sich die spannungsabhängigen Na+-Kanäle.
    – Natriumionen strömen ins Axon ein.
    – Das Ruhepotential steigt gegen Null.
  2. Depolarisation:
    – Das Membranpotential ändert sich weiter ins Positive = Depolarisation
    – Na+-Kanäle öffnen sich alle
    – Überschuss an positiver Ladung im Zytoplasma entsteht
    – Na+-Kanäle schließen nach 1–2 ms
  3. Repolarisation:
    – Kalium-Kanäle öffnen sich = Rückkehr des Membranpotentials ins Negative = Repolarisation
    – Kaliumionen strömen in den Extrazellularraum
  4. Hyperpolarisation:
    Durch Überschneidung der Öffnungszeiträume von Kalium- und Natriumionenkanälen kommt es zu einem größeren Austritt von Kalium.
  5. Regeneration:
    Das Ruhepotential wird durch die Tätigkeit der energieverbrauchenden Natrium-Kalium-Pumpe wieder hergestellt.

Video: Das Aktionspotential

Video wird geladen …

Falls das Video nach kurzer Zeit nicht angezeigt wird:

Anleitung zur Videoanzeige

Die Phasen gehen fließend ineinander über. Während des Ruhepotentials sind alle spannungsabhängigen Ionenkanäle geschlossen. Ein Reiz führt zur Öffnung spannungsabhängiger Natrium-Kanäle und zur Depolarisation der Membran. Überschreitet diese den Schwellenwert, so führt dies zur Öffnung weiterer Na+-Kanäle und das Aktionspotential steigt rasch an. Die spannungsabhängigen Na+-Kanäle schließen sich nun, wobei sich die K+-Kanäle öffnen und so das Membran- wieder zum Ruhepotential zurückführen.

Das Aktionspotential in Stichworten:

  • Das Aktionspotential ist eine spontane Ladungsumkehr basierend auf der Permeabilitätsänderung für Ionen durch Tunnelproteine/Kanäle
  • Das Aktionspotential bildet sich nach dem „Alles-oder-Nichts-Gesetz“ aus:
  • Wird der Schwellenwert überschritten, kommt es immer zu einer vollständigen Ausbildung des AP.
  • Wird der Schwellenwert unterschritten, wird kein AP ausgelöst.
  • Axongebundene Aktionspotentiale: Es bildet sich nur am Axon ein AP aus, da nur dort spannungsgesteuerte Kanäle vorhanden sind.
  • Unidirektionale Weiterleitung: Ein Aktionspotential kann nur in eine Richtung wandern, da die spannungsgesteuerten Kanäle für eine kurze Zeit inaktiv sind. Bidirektionale Weiterleitungen können nur künstlich durch Reizsetzung in der Mitte des Axons ausgelöst werden. Stichwort: Refraktärzeit!

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Das Überschreiten des Schwellenwerts bringt das „Fass zum Überlaufen“

Aktionspotential = ALLES oder NICHTS!

Membranbeschaffenheit des Axons

spannungsabhängige Ionenkanäle für

  • Natriumionen
  • Kaliumionen

Die Leitfähigkeit für die Ionen variiert im Verlauf des Aktionspotentials. Beim Aktionspotential werden spannungsgesteuerte Na+-Kanäle aktiviert und die Membranleitfähigkeit (d.h. die Durchlässigkeit der Membran) für Natrium-Ionen steigt kurzzeitig an. Das Öffnen der spannungsabhängigen Natriumkanäle sorgt für den deutlichen Anstieg des Membranpotentials zu Beginn des Aktionspotentials. Die Natriumionen strömen in die Axonmembran an und wandeln das negative Ruhepotential in ein positives Membranpotential um.( –> Ladungsverteilung an der Membran dreht sich kurzfristig um (innen positiv, außen negativ)). Nach ca. 0,1 ms sinkt Leitfähigkeit für Natriumionen wieder ab, gleichzeitig steigt die Leitfähigkeit für Kaliumionen nun relativ langsam an.

Membran-Leitfähigkeit während des Aktionspotentials. Betrachten Sie die Veränderung der Membranleitfähigkeit für K+ oder Na+. Kennen Sie die Ursache?

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Das „Alles oder Nichts – Prinzip“

Ist meine Schwangerschaft gefährdet?

Die gute Nachricht, es gibt grundsätzlich keinen Grund zur Sorge. Da sind sich Forscher und Frauenärzte einig. Wenn eine Schwangerschaft bereits so „fortgeschritten“ ist, dass die Schwangere sie feststellen kann , gilt was die Gesundheit des Babys anbelangt für die ersten Wochen das sogenannte „Alles oder Nichts – Prinzip“.

Dieses besagt, dass wenn in diesem Stadium eine Schwangerschaft besteht, es dem Baby auch gut geht. In diesen ersten Wochen entscheidet sich die Natur oftmals selbst, ob das Kind lebensfähig ist, unabhängig davon, ob man aus Versehen Alkohol getrunken hat oder nicht. Entweder ist bis dahin eine „gesunde Schwangerschaft“, oder es kommt zu einem Abort (Fehlgeburt), in dieser Phase auch als „natürlicher Abgang“ bezeichnet.

Wie lange gilt das „Alles oder Nichts – Prinzip“?

Das Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt in den ersten 4 bis 5 Wochen einer Schwangerschaft. Die Empfindlichkeit des Embryos gegenüber von außen zugeführten „Giften“ (exogene Noxen) hängt von dem Entwicklungsstadium des Embryos ab. Ist die Störung nicht letal und können die geschädigten Zellen noch ohne Funktionsverlust durch andere Zellen im embryonalen Zellverband ersetzt werden, kann sich der Embryo ganz normal weiterentwickeln.

Dass das funktioniert liegt vor allem daran, dass die Zellen in diesem Stadium noch nicht auf ihre spätere Funktion festgelegt sind, d.h. sie können intern einfach durch andere (ebenfalls nicht festgelegte Zellen) ersetzt werden. Dies wird auch als „Omnipotenz“ bezeichnet.

Alkohol gilt in dieser Schwangerschaftsphase daher als weitestgehend ungefährlich.

Die Phase der Organbildung

Die Phase der Omnipotenz hört ab dem Zeitpunkt der Organbildung auf. Die bis dahin undifferenzierten Zellen legen sich fest (können also nicht mehr so einfach ersetzt werden, und verlieren damit ihre „Omnipotenz“. Ab dieser Phase kann es v.a. bei einem ungesunden Lebenswandel der Mutter deutlich einfacher zu Fehlbildungen oder Störungen beim Embryo kommen.

Lesetipp: Lebensmittel und Genussmittel die Schwangere meiden sollten.

Beachte: In der Phase der Organbildung (ab der 5. bis zur 12. SSW) und deren Ausreifung ist der Embryo am empfindlichsten gegenüber Störungen von außen.

Der natürliche Abgang

Falls die Entwicklung des Babys wegen externer Faktoren gravierend gestört wurde, noch bevor die Schwangere die Schwangerschaft bemerkt hat, kommt es meistens zu einem natürlichen Abgang (Abort). Viele Frauen merken dann oft nicht mal, dass sie schwanger waren und halten den Abgang für eine verspätete Monatsblutung.
(mmh)

Alles oder Nichts Prinzip in der Schwangerschaft

Das Alles oder Nichts Prinzip

Hier haben wir es mit einem Prinzip aus der Rechtswissenschaft zu tun, das aber auch in der Naturwissenschaft seine Daseinsberechtigung hat. Im naturwissenschaftlichen Sinn geht das Prinzip auf ein System zurück, in dem beliebige Eingangswerte einen Zustand definieren. Im Sinne von ALLES, wird der Zustand vollständig zurückgegeben oder im Sinne von NICHTS eben gar nicht zurückgegeben.

Wichtig dafür ist das Überschreiten von Grenzwerten. Was das Ganze mit den Familien zu tun hat, wollen wir in diesem Beitrag herausfinden. Ganz unkompliziert wird es in dem Artikel nicht weitergehen. Wir wollen euch lediglich erklären, was zu einer Bestätigung einer Schwangerschaft und zur Einnistung der Eizelle führt.

Urheber: altanaka / 123RF.com

Frühschwangerschaft und die Gefährdung der Embryos

Im Zusammenhang mit einem positiven Schwangerschaftstest machen sich viele potentielle Mamas große Sorgen. Rauchen, Alkohol, Stress oder andere Belastungen wirken sich unterschiedlich stark auf die bestätigte Schwangerschaft aus.

Das Buch für den Papa: Einfach Vater werden!

Wann kommt es eigentlich zu einer Schädigung oder zu einem Abbruch der Schwangerschaft? Hier spielt das Alles oder Nichts Prinzip eine ausschlaggebende Rolle. Dieses Prinzip gilt bis zur 12. Woche. Bis dahin wird die Natur entscheiden, ob euer Kind lebensfähig ist. Das hat grundsätzlich nicht immer etwas damit zu tun, ob man gerade Alkohol konsumiert hat oder nicht.

Zunächst einmal ist davon auszugehen, dass mit Beginn der Schwangerschaft auch eine gewisse Verbindung zwischen dem fetalen und dem mütterlichen Kreislauf besteht. Weiß eine Mama also noch gar nichts von der Schwangerschaft, befindet sie sich im Stadium der Frühschwangerschaft. Nimmt man in diesem Stadium noch Alkohol zu sich und trinkt wenig später im Verlauf gar nichts mehr, ist bislang nicht erwiesen, dass sich irreparable Schädigungen einstellen. So ist der weibliche Körper mit seinen Eizellen und der Befruchtung schon ganz gut in der Lage, einschätzen zu können, ob von Anfang an alles in Ordnung ist.

Auf jeden Fall, sollte jede Mutter, die von einer Schwangerschaft erfährt, Alkohol und Tabak sofort vom eigenen Plan streichen.

Das Alles oder Nichts Prinzip im frühen Stadium der Schwangerschaft

Die Abhängigkeit gegenüber toxischen Einflüssen ist bei den Embryos unterschiedlich zu bewerten. Schlussendlich bildet der Entwicklungsstand eine Orientierungsgrundlage. Beruhigend für alle besorgten Mamas sollte die Pluripotenz der Zellen sein. Damit nehmen wir Bezug auf die Fähigkeit dieser Zellen, sich im späteren Verlauf zu differenzieren und mögliche Schäden selbständig zu reparieren.

Was hat das Ganze mit dem Alles oder Nichts Prinzip eigentlich zu tun? Ganz einfach, um das Risiko für Fehlbildungen beim Embryo zu minimieren, werden eventuelle Schäden entweder durch die Zellen repariert oder die Frucht stirbt vollständig ab. Alles oder gar nichts.

Insbesondere die Organogenese – das ist die Zeit zwischen dem 15. Tag und dem 56. Tag – gilt als der empfindliche Zeitraum für zugeführte Gifte. Da sich in dieser Zeit nach der Befruchtung die Organe des Embryos ausbilden und weitreichende Schädigungen nehmen können.

Warum es gut ist, einen frühen Schwangerschaftstest durchzuführen?

Viele Mütter wissen nicht vom ersten Tag von ihrer Schwangerschaft und haben in dieser Zeit vielleicht Alkohol getrunken. Umso größer ist dann die Sorge, ob man mit diesem Konsum bereits das ungeborene Baby bzw. den Fötus gefährdet hat. Wir können euch an dieser Stelle etwas beruhigen. Gerade in den ersten 14 Tagen direkt nach der Befruchtung greift auf jeden Fall das Alles oder Nichts Prinzip. Würde in diesem Zeitraum bereits eine schwere Schädigung der Eizelle vorliegen, nistet sich diese gar nicht erst in der Gebärmutter ein. Zumeist bleiben das Abstoßen und die verspätete Regelblutung von den Frauen vollkommen unbemerkt.

Anders sieht es aus, wenn die Eizelle gesund ist, denn dann wird sie sich 10-14 Tage direkt nach der Befruchtung einnisten. Nach diesem Zeitraum ist der Embryo mit dem mütterlichen Kreislauf verbunden. Gifte über Tabak und Alkohol kommen ungefiltert an. Umso praktischer und wichtiger ist es, so früh wie möglich die Schwangerschaft zu erkennen und sein Leben daraufhin umzustellen. Andernfalls begehen Mamas unnötige Risiken für ihr ungeborenes Kind. Wir raten allen Paaren dazu, auf jeden Fall mit dem Frauenarzt oder mit dem behandelnden Arzt darüber zu sprechen, um eure Ängste auszuräumen und das Baby nicht unnötig zu gefährden.

Wenn sich die Partner bereits in der Kinderwunschphase befinden, ist es empfehlenswert, auf eine abwechslungsreiche und gesunde Nahrung zu setzen und ungesunde Laster außen vor zu lassen.

  1. Schwangerschaftsmonat

In diesem Zeitraum besteht die größte Gefahr im Zusammenhang mit Alkohol. Denn die Inhaltsstoffe von Alkohol wirken sich negativ auf die Zellvermehrung und Zellteilung aus. Hier kann es oftmals zu Fehlbildungen kommen. Außerdem ist das Gehirn von Embryos und Babys nach Alkoholkonsum wesentlich kleiner als bei Müttern, die auf Alkohol verzichtet haben.

  1. bis 6. Schwangerschaftsmonat

Nun wurde der Alkoholkonsum sich in Wachstumsstörungen bemerkbar machen. Darüber hinaus dupliziert sich das Risiko der Fehlbildungen und Fehlgeburten unter Alkoholeinfluss.

  1. bis 9. Schwangerschaftsmonat

Im direkten Vergleich fällt ein gestörtes Körperwachstum auf. Ein Großteil der Nervenzellen wird sich nicht ordentlich vernetzen und schlimmstenfalls sogar absterben. Das Kind startet in sein Leben mit einer erheblichen Beeinträchtigung.

Fazit

Das Alles oder Nichts Prinzip möchte also keinen Freifahrtschein für ungebremsten Alkohol-Konsum in der Schwangerschaft aussprechen, sondern verweist nur auf die ersten 14 Tage der Befruchtung. Es wird sich nur eine vollkommen gesunde Eizelle in der Gebärmutter einnisten, um mögliche Schäden zu vermeiden. Von daher ist es ratsam, bei einem Kinderwunsch häufig einen Schwangerschaftstest durchzuführen, um frühestmöglich für Klarheit zu sorgen. Denn mit Bestätigung der Schwangerschaft könnt ihr euer gesamtes Leben sofort darauf einstellen.

Alkohol in der Schwangerschaft

Alkohol und schwanger-

passt das überhaupt?

Die Antwort sollte wohl schon jeder Mensch im ganzen Sternensystem kennen. Nein, es passt nicht- Weder am Anfang, noch am Ende einer Schwangerschaft.

Wenn du dir Sorgen machen solltest, weil du in den ersten fünf Wochen deiner Schwangerschaft (gezählt vom ersten Tag der letzten Periode) Alkohol konsumiert hast, da du nicht gewusst hast, dass du schwanger bist, können wir dich beruhigen:

In den ersten fünf Wochen, gilt das sogenannte „alles oder nichts“ – Prinzip. Das heißt, dass der Alkohol deinen Embryo entweder so damit beschädigt hat, dass es sich nicht weiter entwickeln kann und es zu einer Fehlgeburt kommt oder, es passiert überhaupt nichts und die gesunden Zellen übernehmen die Funktion der geschädigten Zellen und die Schwangerschaft geht unbeeinflusst weiter.

Spätestens aber, wenn du weißt, dass du schwanger bist, solltest du auf Alkohol komplett verzichten. Es gibt zwar noch keine eindeutigen Hinweise darauf, ob gelegentlicher Alkoholkonsum in der Schwangerschaft dem Baby schadet, doch einen unbedenklichen Grenzwert für diesen gibt es noch nicht.

Jedes Glas, ob Bier, Wein oder sogar Schnaps, kann bereits negative Folgen haben.

„Ich höre immer nur, ich darf keinen Alkohol trinken, aber warum ist das denn so?“

Alkohol ist ein Gift. Wenn du Alkohol trinkst, dann erreicht dieser über dein Blut die Plazenta und dein Baby- unbehindert! Den gleichen Pegel, den du erreichst, erreicht auch dein Kind und das kann die Zellentwicklung massiv stören. Alkohol kann auch Schwangerschaftskomplikationen wie Fehlgeburt und Frühgeburt verursachen- dein Baby stirbt also.

http://www.bk-ks.de

„Ach naja, ab und zu mal ein Glas wird ja wohl nicht schaden- oder?“

Ob- und inwieweit dein Baby Schaden von Alkohol nehmen kann, hängt von der getrunkenen Menge ab und in welchem Stadium der Schwangerschaft du dich befindest.

Auch spielen sehr persönliche Faktoren eine Rolle und das genau macht es schwierig, eine allgemeine Richtlinie zu entwickeln. Ob dein Baby Schaden nimmt, hängt viel von dir ab: Alter, Gene, körperliche Verfassung und sogar davon, wie deine aktuelle Lebenssituation ist.

Bei Frauen, die rauchen, sich schlecht ernähren und viel koffeinhaltige Getränke trinken, ist das Risiko für das Baby wesentlich höher.

„Und was passiert mit meinem Baby, wenn ich das Risiko eingehe?“

Alkohol kann die Entwicklung von Babys Gesicht, Organen und Gehirn negativ beeinflussen. Er kann auch das Nervensystem angreifen, weshalb das Kind später ein Leben lang Lernschwierigkeiten und Probleme mit der Bewegungskoordination haben kann.

Der Fachbegriff für all diese Entwicklungsstörungen heißt Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD). Von „Spektrum“ spricht man deshalb, weil die Skala der Symptome von milden bis zu schweren Auswirkungen alles erfasst.

Das äußerste Ende der Skala ist das fetale Alkoholsyndrom (auch FAS genannt). Kinder, die mit FAS geboren werden, leiden unter schweren Wachstumsstörungen, Störungen der körperlichen und geistigen Entwicklung sowie Herzfehlern. Den Rest ihres Lebens werden sie Verhaltensstörungen haben.
Während FAS verhältnismäßig selten ist, werden in Deutschland jährlich etwa ein Prozent aller Kinder mit FASD geboren, womit FASD häufiger ist als das bekannte Down Syndrom.

„Ich muss auf so vieles in der Schwangerschaft verzichten, Alkohol muss einfach mal ab und zu drin sein!“

Wenn du einfach nicht darauf verzichten kannst/willst, dann sollten es auf keinen Fall mehr als zwei Einheiten/ Standartdrinks in der Woche sein. Einige Experten stufen dies als „ungefährlich“ ein, was aber, wie schon geschrieben, nicht bewiesen wurde (und Vorsicht ist immer noch besser als Nachhaltigkeit)

Beispiele für eine Alkoholeinheit/einen Standarddrink:

  • ein Viertelliter normales Bier
  • ein Achtelliter Starkbier
  • ein kleines Glas Wein (125 ml)
  • zwei Zentiliter Spirituosen
  • ein kleines Glas Sherry

„Ich befürchte, dass ich ein Alkoholproblem habe, was kann ich tun?“

Du musst dich dafür nicht schämen, es gibt viele Menschen, die einer Sucht verfallen. Rauchen, Kaffee, Tabletten, zu viel Essen oder sogar Drogen. Einer Sucht zu verfallen, geht so unheimlich schnell. Wichtig ist allerdings, dass du es dir eingestehst und dir helfen lässt. Frage deinen Arzt/ deine Ärztin oder schau im Internet nach Telefonnummern und tausche dich mit anderen Frauen, die sich in der gleichen Situation befinden, in Gruppen oder Foren anonym aus- das wird dir helfen und du wirst merken:

Du bist nicht alleine!

Du kannst auch die bundesweite Sucht- und Drogen-Hotline kontaktieren, unter 01805 – 31 30 31.

Die Dauer der Schwangerschaft wird vom ersten Tag der letzten Menstruation an berechnet – der Zeitpunkt der Befruchtung ist damit gleich der 1. Tag der 3. Schwangerschaftswoche. Die eigentliche Dauer der Schwangerschaft beträgt vom Tag der Befruchtung bis zum Tag der Geburt durchschnittlich 266 Tage oder 38 Wochen. Weil Frauenärzte und Hebammen vom ersten Tag der letzten Periode an zählen, also die beiden Wochen vor der Befruchtung mitzählen, sind Sie insgesamt 40 Wochen schwanger. Diese Zählart stammt noch von der Zeit vor der Ultraschall-Ära und erlaubt bei regelmässigem Menstruationszyklus der Frau eine genaue Berechnung der Schwangerschaftsdauer und des erwarteten Geburtstermins.

Ihr Baby / Ihr Körper

24 Stunden nach der Befruchtung passiert die erste Zellteilung. Nicht nur das Geschlecht des Babys ist jetzt entschieden, auch ob Ihr Kind später die grünen Augen des Vaters und den Krauskopf der Mutter haben wird. Die Eizelle ist nun etwa so gross wie der Bruchteil eines Millimeters. Während sie langsam durch den Eileiter wandert, teilt sie sich ständig und wird grösser. Nach drei bis vier Tagen kommt sie in der Gebärmutter an – als kleiner Zellhaufen, auch Morula genannt. Spätestens sieben Tage nach der Befruchtung gräbt sich die Keimblase in die schon darauf vorbereitete Schleimhaut der Gebärmutter ein, erste Verbindungen zu mütterlichen Blutgefässen richten sich ein.

Die Einnistung löst eine Flut von Hormonen aus, die auch verhindern, dass es zu einer Abstossung der Gebärmutterschleimhaut und somit zur Periode kommt. Bei manchen Frauen kommt es allerdings noch zu einer leichten Schmierblutung, die nicht selten für den Beginn der Periode gehalten wird, man nennt sie auch Einnistungsblutung.

Alkohol

Besser nicht. Es wird dringlich empfohlen, auf Alkohol zu verzichten – und zwar während der gesamten Schwangerschaft. Denn auch in den letzten Schwangerschaftswochen tut sich bei der Entwicklung des Ungeborenen ungeheuer viel – und ungeheuer viel kann Schaden nehmen.

Dies zeigen auch die offiziellen Zahlen zum Thema: Jährlich werden in der Schweiz 745 Kinder mit schweren geistigen, körperlichen oder neurologischen Schäden durch Alkohol geboren. Kinder mit FAS, dem Fetalen Alkohol Syndrom. Oft kommen sie mit zu kleinen Köpfen und Augen, flachem Näschen und auffallend dünner Oberlippe zur Welt, mit Sprech- und Hörstörungen, stark verminderter Intelligenz und auffälligem Verhalten. Nur 10 Prozent von ihnen werden jemals ein selbstständiges Leben führen können. Drei- bis viermal so hoch liegt die Zahl derjenigen, die unter alkoholbedingter Konzentrationsschwäche leiden, einem schlechten Gedächtnis, unter Gefühlsausbrüchen, Verhaltensstörungen, Lernschwierigkeiten… Manche Forscher schätzen sogar, dass eins von 100 Kindern aufgrund des „Gläschens in Ehren“ Einbussen bei ihren Fähigkeiten haben. Exakte Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffer ist hoch. Fest steht aber: Durch keine Ursache kommen mehr Kinder krank zur Welt als durch Alkohol in der Schwangerschaft. Dies können Sie vermeiden.

Werdende Mütter plagt oft die Angst, das Kind könnte geschädigt worden sein, wenn sie Alkohol getrunken haben, als sie noch nichts von der Schwangerschaft gewusst haben. Die allerersten Tage nach der Befruchtung ist der Embryo noch nicht an den Blutkreislauf der Mutter angeschlossen. Erst wenn diese Verbindung fest ist, kann es Folgen haben, wenn die Mutter Alkohol trinkt. Sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin, Ihrem Gynäkologen darüber.

Mehr zum Thema lesen Sie im Beitrag „Der Fötus trinkt mit“, und wie das Leben mit alkoholgeschädigten Kindern ist lesen Sie im Interview mit einer Pflegemutter.

Denken Sie daran

Sollte jetzt eine Röntgenaufnahme nötig sein, machen Sie das medizinische Personal auf eine mögliche Schwangerschaft aufmerksam. Wenn Sie wegen eines Leidens wie zum Beispiel Bluthochdruck ständig Medikamente nehmen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

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